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		<title>Meine Frauen</title>
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		<pubDate>Sun, 01 Feb 2026 09:38:35 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Ich habe meine ersten Frauen im Studium kennengelernt. Gundi lief mir im dritten Semester einfach so über den Weg. Das war während einer Studentenfeier, zu der ich alleine ging, weil&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe meine ersten Frauen im Studium kennengelernt.<br />
Gundi lief mir im dritten Semester einfach so über den Weg. Das war während einer Studentenfeier, zu der ich alleine ging, weil meine Freundin Sara zu einem Vortrag über Klettereien in den Anden musste. Das war für mich nichts Neues, denn für solche Dinge wie lockere Feiern und andere Vergnügungen hatte Sara nichts übrig. Während ich so allein an der Bar saß, dachte ich über unser Zusammenleben nach und war ganz in Gedanken versunken.<br />
Fast hätte ich gar nicht mitbekommen, dass sich neben mir ein Pärchen an die Bar gesetzt hatte. Ich drehte mich zu ihnen und ich kannte ihn aus Vorlesungen. Sie war mir bisher noch nie aufgefallen. Ihr Begleiter saß nicht lange neben ihr, da rief ein Kumpel nach ihm – und weg war er.<br />
Erst jetzt sah ich sie mir an und hielt dabei die Luft an. Sie war keine klassische Schönheit, die einen Modelwettbewerb gewonnen hätte, doch ihr Gesichtsausdruck hatte etwas an sich, das ich nicht einordnen konnte.<br />
Sofort hatte ich den Gedanken in mir, dass diese Frau eine Rakete im Bett sein musste, denn ihre Gesichtszüge strahlten ein Verlangen und einen Sexappeal aus, wie ich es noch nie gesehen hatte. Irgendwie sah sie aus, als wäre sie sämtlichen Perversionen nicht abgeneigt. Aber ich konnte mich auch täuschen, denn viel Erfahrung diesbezüglich hatte ich ja nicht. Sie saß vor ihrem fast leeren Glas Cola, während ich mir gerade mein zweites Bier bestellte.<br />
In diesem Moment leerte sie ihr Glas und ich hatte den Eindruck, dass sie gehen wollte. Um nicht allein an der Bar zu sitzen, wandte ich mich an sie und fragte:<br />
„Darf ich dich auf ein Getränk einladen?”<br />
Sie schaute mich an. „Du trinkst Bier, dann nehme ich auch eines.“<br />
Dann kamen wir ins Plaudern. Sie verriet mir, dass sie Medizin im zweiten Semester studiert, woraufhin ich durch die Zähne pfiff.<br />
„Da habe ich ja ein unendlich kluges Mädchen neben mir sitzen. Mit meinem Informatikstudium kann ich da nicht mithalten.<br />
Sie lachte und sagte: „Wenn du gut bist, wirst du irgendwann mehr verdienen als ich.“<br />
„Aber Geldverdienen kann doch nicht der ausschlaggebende Faktor bei der Berufswahl sein“, korrigierte ich sie.<br />
Erstaunt sah sie mich an: „Das unterscheidet dich von meinem Freund, bei dem dreht sich alles nur ums Geld.“<br />
„Wo ist er eigentlich? Nicht, dass er eifersüchtig zurückkommt, mich mit dir flirten sieht und du deswegen Probleme bekommst.“<br />
„Den sehe ich heute nicht mehr. Er sitzt sicher mit seinen Freunden vor dem Computer und zockt an der Börse.“<br />
„Er tauscht dich gegen die Börse ein?“<br />
Dieser Satz war mir einfach so rausgerutscht, denn ich wollte auf keinen Fall einen Keil zwischen die Beiden treiben.<br />
Sie schaute mich an und grinste: „Du hast mit einem Satz meinen Stellenwert erkannt. So direkt hat es mir zwar noch niemand gesagt, aber wenn ich ehrlich bin, nervt es mich auch gewaltig. Ich will einfach nicht alleine sein.“<br />
„Bei deinem Aussehen wäre es nur für eine ganz kurze Zeit. Ich habe draußen die Blicke der Männer gesehen.“<br />
„Vielleicht, aber wer gibt mir die Garantie, dass der nächste Kerl besser ist?“<br />
„Bei was besser?“<br />
„Ich gehe davon aus, dass du jetzt nicht über mein Liebesleben unterrichtet werden willst.“<br />
„Gott bewahre, da könnte ich nur dazulernen.“<br />
Sie grinste mir jetzt mitten ins Gesicht.<br />
„Du hast ein schlechtes Liebesleben? Hast du etwa ein schlechtes Gewissen, weil du es bei ihr im Bett nicht bringst? Dann muss ich jetzt aufhören, damit ich es nicht noch schlimmer mache.“<br />
Ich schüttelte den Kopf und musste herzhaft lachen.<br />
„Ich denke nicht, aber wie du sicher weißt, gehören zu einem gelungenen Liebesleben immer zwei Personen. Aber nun wieder zu dir: Alleinleben ist keine Option?“<br />
„Nein, da würde mir etwas fehlen. Außerdem habe ich mir darüber noch keine Gedanken gemacht. Was ist eigentlich mit dir? Du siehst ja nicht übel aus und kannst dich fehlerfrei unterhalten. Was stimmt nicht mit dir, dass du keine Freundin dabeihast?“<br />
Jetzt dachte ich an Sara und gestand Gundi, die mir zwischenzeitlich ihren Namen verraten hatte.<br />
„Meine Freundin ist fast wie jeden Abend unterwegs. Heute ist es ein Vortrag über Klettern in den Anden.“<br />
„Ein Sport-Junkie und du machst da so einfach mit?“<br />
„Nein, mir genügt Sport dreimal die Woche. Jeden Tag ist mir zu viel und außerdem kann ich mit Klettern nichts anfangen. Dazu kommt noch meine Auffassung, dass das Leben mehrere Facetten hat.“<br />
„Ich meine mit ‚mitmachen‘ nicht, dass du mit ihr die Berge hochkraxelst, sondern dass du einsam zu Hause sitzt und wartest, bis die gnädige Frau heimkommt. Oder bist du froh, dass sie außer Haus ist?“<br />
„Wenn ich es mir so überlege, haben wir fast das gleiche Schicksal. Doch ich bin in meinen Überlegungen, so denke ich wenigstens, schon einen Schritt weiter als du.“<br />
Sie lachte: „Du gefällst mir. Wenn du sie rausgeschmissen hast, dann melde dich bei mir. Ich bin schon gespannt, ob du es schaffst.“<br />
„Versprochen, du bist die Erste, die es erfahren wird.“<br />
Wir tanzten noch die halbe Nacht und verabschiedeten uns dann. Einen Kuss vermied ich, obwohl sie ihn schon wert gewesen wäre. Auch viele andere Dinge konnte ich mir mit ihr vorstellen. Beim Tanzen hatte ich ihren Hintern und ihre kleinen, hüpfenden Brüste bewundern können.<br />
Auf dem Heimweg mit dem Fahrrad überdachte ich meine Freundschaft mit Sara.<br />
Unsere bereits seit einem Jahr bestehende Beziehung bröckelte, denn sie studierte Lehramt und war schon jetzt eine typische, bestimmende Lehrkraft. Zudem war sie ein Bewegungsjunkie. Leider nur im Sport und nicht im Bett. Hier lief es nur mittelmäßig bis gar nicht. Ich erinnerte mich daran, wie sie mich einen notgeilen Typen nannte, weil ich an einem Sonntagmorgen Sex wollte. Weiter kam ich nicht mit meinen Gedanken, denn dann war ich schon zu Hause. Sie musste kurz vor mir gekommen sein, denn ihre Klamotten lagen verstreut im Wohnzimmer und ich hörte sie meckern.<br />
„Wo ist meine neue Kletterhose, die ich mir gekauft habe?“<br />
„Liebling, wo wird sie wohl sein? Im Schrank auf deiner Seite, wo sie hingehört.“<br />
„Dann ist es ja gut. Bitte steh morgen früh bald auf, denn ich fahre schon um 8 Uhr.“<br />
Das hieß wohl, dass um diese Zeit das Frühstück auf dem Tisch stehen musste. Wohlgemerkt, morgen war Samstag und ich hatte keine Vorlesung.<br />
Ich duschte noch schnell, sah, dass sie sich vor mir geduscht hatte und schlüpfte nackt ins Bett.<br />
„Willst du dir keinen Schlafanzug anziehen?“<br />
„Wir könnten doch wieder einmal rummachen.“<br />
„Was schon wieder? Du wolltest doch erst letzten Sonntagmorgen.“<br />
„Aber da wolltest du nicht.“<br />
„Das ist auch gut so, zu viel Sex ist ungesund und kostet viel Kraft. Außerdem brauche ich jetzt den Schlaf. Ich sage dir schon Bescheid, wenn ich wieder bereit bin.“<br />
Zur Erinnerung: Wir waren beide noch keine 22 Jahre alt, und ich war einfach geil auf ihren wohlgeformten Arsch und ihre knackigen Brüste. Wenn ich auf ihre Bereitschaft warten müsste, würde es bestimmt Weihnachten werden.<br />
„Aber mit dir ist er so schön und ich liebe dich“, schmeichelte ich ihr in der Hoffnung, auf diese Weise zum Ziel zu kommen.<br />
Sie schrie mich an:<br />
„Wenn du immer nur vögeln willst, dann such dir eine Nutte! Mir reicht dein Gelaber vom letzten Wochenende. Kannst du dich nicht etwas mehr beherrschen? Das ist doch nicht normal.“<br />
Ich überlegte, ob ich wirklich so ein Sex-Maniac war und ob mit mir etwas nicht stimmte. Aus den Erzählungen meiner Kumpels hatte ich mir das ganz anders vorgestellt. Selbst wenn ich die Hälfte als Übertreibung abziehen musste, war ich vom Sexleben eines jungen Paares noch weit entfernt. Ich drehte mich um und schlief ein.<br />
Am nächsten Morgen stand ich wortlos auf, machte Frühstück, ging ins Bad und zog mich dann an. Als ich aus dem Bad in die Küche kam, stand sie bereits in voller Kletterkluft vor mir. Sie hatte sich zum Glück nicht geduscht. Ich hatte es bemerkt, weil ich die Duschwanne nicht reinigen musste und teilte mir mit, dass sie heute mit einigen Mädels noch eine Tour unternehmen würde.<br />
Sie kam gar nicht auf den Gedanken, welche Pläne ich hatte und ob wir vielleicht etwas gemeinsam machen könnten. Sie aß ihr Müsli, das ich ihr zubereitet hatte, trank einen Kaffee, nahm ihren Rucksack und ging zur Tür. Nicht einmal ein Küsschen hatte sie für mich übrig.<br />
„Bis später, es wird spät werden. Ich wärme mir dann das Essen auf, falls du schon im Bett bist“, verabschiedete sie sich.<br />
Jetzt überlegte ich und kam zu dem Entschluss, dass ich lieber keine Freundin haben wollte, als mit diesem egoistischen Miststück noch weiter zusammenzuleben.<br />
Ich nahm ein Stück Papier und schrieb die Reihenfolge der Dinge auf, die ich zu tun hatte. Zuerst packte ich ihre Sachen zusammen – zwei Taschen voller Sportsachen – und fuhr sie zu ihren Eltern. Die hatten ein schönes Haus, etwa 40 Kilometer entfernt. Während der Fahrt grübelte ich, warum sie überhaupt mit mir zusammengezogen war. Es waren unglückliche Umstände: Sie war tatsächlich betrunken, als ich sie das erste Mal vögelte. Dann blieb sie einfach und ihre Eltern unterstützten sie dabei. Bestimmt war ich übertölpelt worden.<br />
Ihre Mutter öffnete die Tür und begrüßte mich freundlich.<br />
„Bringst du mir ihre Sportsachen zum Waschen? Es wird auch wieder einmal Zeit.“<br />
„Ja, es sind auch noch andere Dinge dabei. Sie braucht auch wieder einmal frische Unterwäsche. Ich komme einfach nicht immer dazu, für sie zu waschen. Ich bin in den nächsten Wochen außer Haus, aber das hat euch Sara sicher gesagt. Sie wird dann bei euch wohnen. Und sie kommt heute zum Essen.“<br />
Die Mutter schaute nicht glücklich. Misstrauisch fragte sie:<br />
„Aber bei euch ist alles in Ordnung?“<br />
Ich hatte seit heute Morgen, als ich den Entschluss gefasst hatte, ein richtig glückliches Gesicht, wollte sie jedoch nicht anschwindeln und sagte zweideutig:<br />
„Mir könnte es nicht besser gehen.“<br />
„Dann bin ich beruhigt, denn auf Dauer möchte ich sie nicht im Haus haben.“<br />
Ich verstand ihre Mutter sehr gut, denn das war auch ein Punkt. Sie ließ sich verwöhnen und nutzte mich einfach aus. Aber ich hatte kein Mitleid mit der Mutter. Sie war schließlich auch zu einem großen Teil für die Erziehung der Tochter verantwortlich.<br />
Jetzt musste ich Sara nur noch klarmachen, dass ich unsere Beziehung beende. Da sie beim Klettern war, konnte ich ihr keine WhatsApp-Nachricht schreiben – nicht, dass sie vor Schreck von der Wand runterfällt.<br />
Als Nächstes hatte ich die gemeinsamen Kosten für die Wohnung auf der Liste. Ich änderte einfach die Einzugsermächtigungen, die auf ihren Namen liefen, und ließ alles von meinem Konto abbuchen. Mehr Gemeinsamkeiten hatten wir nicht. Zunächst war ich froh, dass der Mietvertrag nur mit mir abgeschlossen worden war.<br />
Ich überlegte noch, ob ich irgendetwas vergessen hatte, doch ich hatte an alles gedacht. Jetzt musste ich ihr nur noch Bescheid sagen. WhatsApp erschien mir zu schofelig.<br />
Als es dämmrig wurde, griff ich zum Telefon und rief sie an. Ich vermutete, dass sie bereits im Auto saß und als zukünftige korrekte Lehrkraft hatte sie bestimmt die Freisprecheinrichtung eingeschaltet. Ich wusste, dass auch noch zwei weitere Mädchen im Wagen waren.<br />
„Ich bin auf dem Heimweg und habe Hunger. Warum rufst du an?“, hörte ich am Telefon.<br />
„Du sollst gleich zu deinen Eltern kommen. Die haben für dich gekocht.“<br />
Vorwurfsvoll schrie sie fast ins Telefon: „Ich schinde mich den ganzen Tag an der Wand ab und du kochst nicht einmal für mich. Was hast du den ganzen Tag gemacht?“<br />
Jetzt ließ ich die Bombe platzen, denn ich liebte großes Theater.<br />
„Ich war bei einer Nutte, so wie du es mir gestern Abend empfohlen hast.“<br />
Zum ersten Mal war sie still und ich wollte schon auflegen. Doch dann fing sie am Steuer an zu heulen und ich hörte Gemurmel im Auto. Plötzlich schrien nicht nur sie, sondern auch ihre zwei Begleiterinnen ins Telefon.<br />
„Sie hat uns schon gesagt, dass du immer nur Sex willst.“<br />
Vielleicht waren ihre Freundinnen genauso vertrocknete Jungfrauen, aber diese Anschuldigung war mir doch zu blöd.<br />
Ich lachte: „Ich weiß nicht, wie oft ihr es treibt, aber mein letztes Mal war vor 14 Tagen und das war in diesem Monat der einzige Fick.“<br />
Schlagartig wurde es still und ich legte auf. Endlich hatte ich meine Ruhe. So dachte ich jedenfalls. Bis ich die Wohnungstür hörte.<br />
Wie drei Furien gingen sie auf mich los. Sie beschimpften mich und bezeichneten mich als undankbar bzw. beziehungsunfähig. Ich gab ihnen uneingeschränkt recht, da ich keine Diskussionen wollte und hoffte, dass sie schnell verschwinden würden. Offensichtlich waren sie von Sara falsch informiert worden, denn sie hatten mir die von ihr genannte Sexhäufigkeit nicht abgenommen. Ich ließ sie alle drei nörgeln und alle Beschimpfungen prallten an mir ab.<br />
Dann sagte eine von ihnen: „Eine Frau wie Sara wirst du nie mehr finden. Du hast jetzt die letzte Chance, alles wieder gutzumachen. Sonst verlässt sie dich.“<br />
„Ist mir auch egal. Zwischen uns ist es aus. Es ist nicht nur der fehlende Sex, sondern auch ihre Nörgelei und Faulheit. Sie benutzt mich als ihren Idioten, damit sie ein schönes Leben hat.“<br />
Das kannten ihre Freundinnen offensichtlich auch, denn eine von ihnen fragte vorsichtig: „Sie macht zu Hause auch nichts?“<br />
„Keinen Strich.“<br />
„Und wir dachten, sie müsse sich von der Hausarbeit erholen, weil sie immer sagt, sie müsse alles für dich tun.“<br />
„Frag sie, wie die Waschmaschine funktioniert oder wo der Staubsauger steht.“<br />
Sara hatte inzwischen einen roten Kopf bekommen und murmelte:<br />
„Dafür hat er eine liebe Freundin.“<br />
Ich wollte gerade antworten, da lachte ihre Kollegin schon.<br />
„Die sich nicht einmal ficken lässt. Wahrscheinlich ist sie zu faul dazu.“<br />
Damit hatte ich die Frauen auf meiner Seite. Ich bot ihnen noch ein Glas Wein an, doch Sara drängte sie hinaus.<br />
Heulend sagte sie: „Ich fahre jetzt zu meinen Eltern. Es tut mir alles so leid. Darf ich dich anrufen?“<br />
„Jederzeit“, antwortete ich, doch ich wusste, es war vorbei. Natürlich grübelte ich die ganze Nacht und war mir nicht sicher, ob ich wirklich alles getan hatte, um unsere Beziehung zu retten. Vielleicht hätte ich ihr nicht immer nachgeben sollen, sondern ihr klarmachen müssen, dass in einer funktionierenden Beziehung immer beide Seiten daran arbeiten müssen. Zum Thema Sex hat mir einmal ein alter Onkel gesagt: Es gibt keine Frau, die keinen Sex will, sondern nur unfähige Männer, die nicht in der Lage sind, die geheimen Wünsche von Frauen zu wecken. Dieser Blödsinn fiel mir jetzt gerade ein.<br />
Ich schmunzelte, wenn ich daran dachte, was ich alles versucht hatte, um ihre Wünsche zu wecken. Und mit allem bin ich gescheitert, was mir einfiel. Und das war nicht wenig, denn dank des Internets war ich ja nicht ungebildet. Ich organisierte romantische Abendessen und buchte sogar eine Gondelfahrt in Venedig. Ich schleppte sie in Discos und ging mit ihr an einen FKK-Strand. Ich habe mich zum Deppen gemacht, aber es hat alles nichts genützt. Am FKK-Strand zog sie sich zwar aus, aber als sie ein Pärchen im Gebüsch beim Sex sah, sprang sie sofort auf und rannte zum Auto. Ich packte schnell meine Sachen und folgte ihr. Natürlich war ich schuld, denn ich hatte ihr einen Live-Porno präsentiert. In meinem Kopf hatte ich noch andere Dinge, die ich gerne mit ihr angestellt hätte. Doch nach diesem Vorfall strich ich sie aus meinen Gedanken.<br />
Zum Glück rief sie nicht mehr an und ich sah sie nur noch ab und zu in der Uni. Doch wir gingen uns aus dem Weg.<br />
Jetzt war ich Single und hatte nicht einmal mehr die Hälfte der Hausarbeit, denn bei einer Sportstudentin fällt sehr viel Wäsche an. Mein Sexbedürfnis erledigte ich per Handarbeit.<br />
Ich fuhr täglich zur Uni und sah zufällig Gundi und ihren Freund in der Cafeteria sitzen. Jetzt oder nie, dachte ich und überlegte, wie ich ihr meinen Status erklären könnte. Ich schrieb meine Telefonnummer und den Satz „Ich habe es getan“ auf einen Zettel. Als die beiden an mir vorbeigingen, sah sie mir kurz in die Augen. Ich rief ihr nach:<br />
„Hast du den Zettel verloren?“<br />
„Kann schon sein, gib ihn mir“, sagte sie und steckte ihn achtlos in die Gesäßtasche ihrer Jeans.<br />
Ich war mir nicht sicher, ob sie mich anrufen würde. Unser Flirt am Abend war nicht so intensiv gewesen, dass man von Sehnsucht oder Liebe sprechen konnte. Außerdem wusste ich nicht, ob sie mich ernst genommen hatte.<br />
Kaum saß ich im Vorlesungsraum, summte mein Handy. Eine unbekannte Nummer. Ich schnappte mir das Handy, ging vor die Tür und meldete mich.<br />
Bevor ich jedoch meinen Namen sagen konnte, hörte ich sie kichern: „Ich bin es, die Gundi und ich habe gerade mit ihm Schluss gemacht. Wann sehen wir uns?“<br />
„Wann hast du Zeit?“<br />
„Geht bei dir heute Nachmittag?“<br />
„Soll ich dich abholen?“<br />
„Wo wohnst du?“<br />
Ich gab ihr meine Adresse.<br />
„Ich schaue bei dir vorbei.“<br />
„Willst du etwas essen?“<br />
„Das auch.“<br />
Dann legten wir auf und ich flitzte zurück in die Vorlesung. Ab diesem Zeitpunkt war ich euphorisch und hellwach.<br />
Heute war ich pünktlich zu Hause, stellte noch Wein in den Kühlschrank und wartete auf Gundi. Um 14:30 Uhr klingelte es und sie stand vor der Tür.<br />
Etwas unsicher schaute sie mich an und gestand mir, dass sie schon etwas Angst habe, denn eigentlich ginge es ihr zu schnell.<br />
„Wir müssen ja nicht gleich in die Kiste hüpfen“, schlug ich vor.<br />
„Aber einen Kuss bekomme ich schon, oder?“<br />
Dann nahm ich sie in meine Arme, zog sie nah zu mir heran und küsste sie. Es war, als würde der Blitz einschlagen, so funkte es. Wir stoben auseinander und lachten.<br />
„Das war ein eindeutiges Zeichen, dass wir das Richtige tun“, folgerte sie und küsste mich noch einmal. Diesmal blieb der Blitz aus, aber dafür schob sie mir ihre Zunge in den Mund und es war einmalig.<br />
„Soll ich dir die Wohnung zeigen?“<br />
„Das Schlafzimmer genügt vorerst.“<br />
Eng umschlungen gingen wir ins Schlafzimmer. Bis ich mich umdrehte, hatte sie meinen Gürtel geöffnet und die Hose heruntergeschoben.<br />
„Du hast die ideale Größe. Schauen wir, ob er in mich hineinpasst.“ Keine zwei Minuten später waren wir komplett nackt.<br />
Jetzt schaute ich sie mir an. Sie hatte kleine feste Brüste, einen strammen Hintern und eine rasierte Möse. Ich verliebte mich sofort in ihre langen Beine und als ich den trainierten straffen Bauch sah, war ich bereits verloren. Ihr Gesicht und den Kopf kannte ich ja schon von unserer ersten Begegnung.<br />
„Ich muss ihn lutschen, er ist so schön und gefällt mir.“<br />
Jetzt nahm sie meinen Penis in den Mund und saugte so stark daran, dass ich ahnte, dass ich in Kürze Sterne sehen würde. Mit großen Augen und einem unschuldigen Blick schaute sie mich von unten an, dann kam es mir. Mein weißes Gold spritzte in Schüben heraus und sie schluckte alles.<br />
Sie drückte sich an mich und sagte: „Du wirst mich jetzt wahrscheinlich für eine Schlampe halten, aber seit wir uns bei der Feier gesehen haben, träume ich davon. Ich bin normalerweise nicht so schlimm.“<br />
„Mich hat es nicht gestört. Wenn ich dich auch noch lecken darf, dann sind wir quitt.“<br />
„Worauf wartest du noch?“ Sie legte sich hin und spreizte weit die Beine. Ihre Blüte war bereits geschwollen und ich sah die Nässe. Ich nahm ihre Brüste in den Mund und saugte daran, denn ich liebte ihre riesigen Warzenhöfe. Sie war schon sehr erregt und als ich vorsichtig daran nuckelte, schnaufte sie schon heftig.<br />
„Saug an meinen Titten! Ich habe gar nicht gewusst, wie schön das ist.“<br />
Mit meinen Fingern zwirbelte ich ihre Warzenhöfe und ging immer weiter nach unten. Sie hatte auch einen Bilderbuchnabel, den ich mit meiner Zunge erforschte. Doch sie drückte ihre Möse immer mehr zu mir, ich spürte förmlich ihre Erwartung. Dieses Mädchen war die Geilheit in Person. Dann schnüffelte ich mit meiner Nase noch an ihrer Mumu. Die jugendliche Frische und der geile Geruch verwirrten meine Sinne. Mit meiner Zunge leckte ich durch ihre Furche und ihr Quieken verriet mir, dass ich auf dem richtigen Weg war. Sie zappelte mit dem Hintern und wartete auf die Penetration. Doch ich wollte ihr vor dem Sex noch einen Orgasmus verschaffen. Gleichzeitig schob ich ihr vorsichtig zwei Finger in die Vagina. Ganz leicht bewegte ich die Finger hin und her. Von grober Penetration hielt ich nichts – das sieht man nur in billigen Pornos. Jetzt saugte ich mit viel Speichel und äußerster Vorsicht an ihrer Klitoris, die schon provozierend herausstand. Zehn Sekunden später hob sie ab – und wie! Sie brüllte ihren Orgasmus mit größter Atemnot durch das Schlafzimmer. Sie squirtete und nässte dabei mein ganzes Gesicht ein. Meine Finger waren jetzt bis zum Anschlag in ihr, doch sie brauchte einige Minuten, bis sie sich wieder beruhigt hatte.<br />
Dann küsste sie mich so gierig und intensiv, dass es sich anfühlte, als würde sie mich in einem Schraubstock festhalten.<br />
Erst jetzt schlug sie die Augen wieder auf.<br />
„Wenn du Medizinstudent wärst, hätte ich gesagt, du hast bei der weiblichen Anatomie aufgepasst. Du wirst mich nicht mehr los, denn so gut hat es mir noch keiner besorgt, obwohl ich bisher nur mit einem Mann im Bett war. Ich liebe dich. Jetzt aber musst du mich ficken, denn ich möchte auch mein Loch gefüllt haben.“<br />
Ich fickte Gundi bis zur Erschöpfung. Doch damit war meine Erschöpfung gemeint, denn dieses Weib war einfach unersättlich. Sie gestand mir, dass ich solche Wünsche und Sehnsüchte in ihr geweckt hätte und sie sich nicht vorstellen könne, wie sie das in der Vergangenheit ausgehalten habe. Wir waren ein glückliches Paar, allerdings spielte sich unser Glück nur im Bett ab. Stimmt nicht ganz, denn wir trieben es bei jeder Gelegenheit und benötigten dazu jedenfalls keine Schlafstätte. Wir waren richtig triebgesteuert und endlich hatte ich das gefunden, was mir bei Sara gefehlt hatte.<br />
Mit Gundi war es ein Traum. Doch wir stellten fest, nicht nur beim Vögeln lagen wir auf einer Linie. Wir verstanden uns auch außerhalb des Schlafzimmers und bereits nach ein paar Monaten überlegte ich, ob diese Frau nicht etwas für das ganze Leben wäre.<br />
Einen Riss in unserer Beziehung gab es jedoch, als sie mich an einem Freitagnachmittag ihren Eltern vorstellte. Ihr Vater war angestellter Amtsarzt und sah so aus, als würde er in den nächsten Wochen in Pension gehen. Mit eingefallenen Schultern, vielleicht 1,62 m groß und mit einem Bauchansatz sah er nicht wie ein Adonis aus. Mürrisch begrüßte er mich mit den Worten:<br />
„Sie studieren ja auch nicht Medizin, da hätte sie ja nicht wechseln müssen.“<br />
Mir blieben die Worte im Hals stecken, denn eine so harsche Begrüßung hatte ich nicht erwartet. Doch dann fand ich meine Sprache wieder.<br />
„Es muss ja auch anständige Berufe geben, nur am Schreibtisch rumhängen, das mag nicht jeder.“<br />
Seine Frau, also Gundis Mutter, musste daraufhin so lachen, dass ihr Mann erschrak.<br />
„Einer muss dir einmal die Wahrheit sagen und ich finde, der junge Mann schaut klug aus. Denn als Amtsarzt bist du ja auch nicht mehr so richtig mit der Materie befasst.“<br />
Ich drehte mich zu ihr um und lächelte sie dankbar an. Wenigstens einer aus der Familie stand mir positiv gegenüber, denn Gundi stand einfach nur stumm da. Ich schaute ihrer Mutter in die Augen. Sie stand mir gegenüber und wir waren nahezu auf Augenhöhe. Sie überragte ihren Mann bestimmt um einen Kopf. Ich lachte sie an und dachte mir: Was hat die schöne Frau geritten, dass sie so ein Ekel geheiratet hat? Doch dann fing der Alte wieder an und ich musste mich ihm zuwenden.<br />
„Was studieren Sie denn?“, fragte er mürrisch.<br />
„Informatik“, antwortete ich ihm relativ kurz angebunden und ahnte bereits, was passieren würde.<br />
Jetzt hatte ich mir wahrscheinlich sämtliche Sympathien bei ihm verspielt.<br />
„Das sind doch die, die schuld sind, wenn bei uns im Amt gar nichts mehr geht.“<br />
„Da könnten Sie Recht haben, aber meistens liegt die Schuld bei den Anwendern oder daran, dass die Verwaltung kein Geld für vernünftige Lösungen hat. Das ist wie in der Medizin. Nur wir Informatiker haben immer eine Ausrede: Der Computer hat etwas falsch gemacht. In der Medizin ist es immer der Arzt.“<br />
Das verschlug ihm die Sprache und wir schwiegen uns an.<br />
Die Mutter hatte Kaffee gekocht und so wurde es doch noch ein netter Nachmittag. Ich stellte fest, dass Gundi der große Liebling ihres Vaters war. Bei der Mutter war sie distanziert. Die Verabschiedung von ihrem Vater fiel kühl aus und wurde mit einem Händedruck abgetan. Die Mutter drückte mich hingegen fest an sich, schaute mir in die Augen und sagte:<br />
„Ich würde mich freuen, wenn ich dich bald wiedersehen würde.“<br />
Zumindest bei ihr hatte ich es bis zum Du geschafft, bei ihrem Mann würde es mindestens bis zur Silberhochzeit dauern.<br />
Zuhause hatten wir unseren ersten Streit. Gundi warf mir vor, ich hätte ihrem Vater, der ein hoch angesehener Medizinalrat war, nicht den nötigen Respekt entgegengebracht.<br />
Meine Antwort, dass er bei mir nicht sympathisch rüberkam und ich hoffe, dass ich ihm nicht in die Hände falle, wenn es um Fachliches geht. Diesen Satz fasste sie fast als Kriegserklärung auf.<br />
So hatte ich Gundi noch nie erlebt und war erstaunt, mit welcher Energie sie ihren Vater verteidigte. Natürlich wollte ich keinen Streit, denn ich kannte sie ja als liebes Mädchen. Doch sie gab keine Ruhe, sodass wir schließlich ohne Gute-Nacht-Kuss ins Bett gingen und erstmals Rücken an Rücken einschliefen.<br />
Beim Frühstück entschuldigte ich mich und fragte, was ich tun könne, damit sie mir wieder wohlgesonnen sei.<br />
„Nichts, ich habe es schon vergessen.“<br />
Die Folge unseres Disputs war, ab diesem Zeitpunkt nahm sie mich nicht mehr mit zu ihren Eltern, was mich nicht traurig machte. Ich stellte jedoch fest, dass es nach jedem Besuch ihrer Eltern eine Weile dauerte, bis sich unser Zusammenleben wieder normalisierte. Insgesamt gesehen hielt sich unser Liebesleben in den nächsten Semestern jedoch auf einem hohen Niveau. Dann hatte ich den Master geschafft und musste mich beruflich orientieren. Bei Gundi würde es bestimmt noch vier Jahre dauern, bis sie ihr Studium beendet haben würde.<br />
Wir hatten in der Vergangenheit immer wieder über unsere Zukunft gesprochen und wir beide hatten ähnliche Pläne: Wir konnten uns vorstellen, einmal eine Familie mit Kindern zu gründen.<br />
An einem Abend, als wir wieder einmal über unsere Pläne sprachen, fragte sie mich:<br />
„Warum hast du eigentlich nicht Medizin studiert? Du hättest doch mit deinem Abitur den Numerus clausus geschafft.“<br />
„Ja, von den Noten her schon, aber ich sehe an dir, dass es einfach mehr braucht als gute Noten. Dafür muss man geboren sein und auch leben wollen.“<br />
„Da könntest du recht haben. Für mich wäre es aber ideal, wenn ich mich mit meinem zukünftigen Ehemann fachlich austauschen könnte.“<br />
„Dafür müssten aber beide die gleiche Fachrichtung eingeschlagen haben. Wie ist es denn bei deinen Eltern? Ist deine Mutter auch Ärztin?“<br />
„Nein, sie hat nur BWL studiert.“<br />
Ich hörte bereits heraus, was meine Freundin von ihrer Mutter hielt.<br />
„Und jetzt ist sie Hausfrau und Mutter oder arbeitet sie irgendwo?“<br />
„Nein, sie hat eine Firma.“<br />
„Aha, und muss dein Vater sie mit seinem Gehalt unterstützen?“<br />
„Ich denke nicht, aber ich weiß nichts Genaues.“<br />
Jetzt kam ich wieder auf das Thema Studium zurück und sie sagte mir brühwarm, dass ihr Vater nur das Medizinstudium als richtiges Studium anerkenne, alles andere sei nur Larifari.<br />
Ich schluckte und fragte sie: „Und was ist mit dir? Denkst du wie dein Vater?“<br />
Sie bekam einen roten Kopf und meinte nur: „Ich weiß nicht, mein Vater ist da sehr überzeugend.“<br />
Dieser Satz war mir jetzt doch zu dumm.<br />
„Das ist mal wieder typisch für einen Beamten, der als praktizierender Arzt wahrscheinlich untergegangen wäre. Hast du den gleichen Karrierewunsch?“<br />
„Er hat mir gesagt, er würde mich in die Verwaltung bringen.“<br />
„Dann hättest du nicht studieren müssen, in die Verwaltung kommt man auch, wenn man die Post in der Behörde verteilt.“<br />
Gut, das hätte ich nicht sagen sollen. Die Ohrfeige sah ich nicht kommen, sie landete auf meiner linken Wange. Sie war so laut wie ein Pistolenschuss und schmerzte so sehr in der Seele wie eine Pistolenkugel.<br />
Jetzt saß ich da und starrte sie einfach an.<br />
Ihren Schrei hörte ich nur vernebelt:<br />
„Um Gottes willen, was habe ich getan?“<br />
„Du hast dein Innerstes nach außen gekehrt und ich weiß Bescheid.“<br />
„Ich verstehe dich gerade nicht und es tut mir so leid.“<br />
„Ich würde jetzt sagen, für heute reicht mir dein Anblick. Gehe bitte zu deinen Eltern und jeder von uns macht sich seine Gedanken.“<br />
So einfach wollte ich sie nicht rausschmeißen. Sie fing an zu weinen und bat mich um Verzeihung.<br />
„Gut, es ist vergessen, aber du fährst jetzt trotzdem zu deinen Eltern, denn ich möchte für heute meine Ruhe.“<br />
„Liebst du mich denn überhaupt noch? Glaube mir, das war ein Reflex. Ich wollte es wirklich nicht.“<br />
„Ist schon gut, jetzt verschwinde.“<br />
Mit Tränen in den Augen verließ sie meine Wohnung. Sie drehte sich zu mir um und fragte:<br />
„Darf ich wiederkommen? Ich habe doch sonst niemanden.“<br />
Ich nickte nur und verbiss mir die Bemerkung, dass sie ja mit ihrem Vater auch einen großen Halt hatte. Ich grübelte noch lange, dann war mein Entschluss gefasst. In den letzten Monaten hatte ich mir Gedanken darüber gemacht, bei welchem Angebot für mein zukünftigen beruflichen Lebensweg ich zuschlagen würde. In dieser Nacht fiel meine Entscheidung.<br />
Ich würde mich für einen großen internationalen Konzern entscheiden, der seinen Sitz zwar in München hatte, aber auch eine Zweigstelle in Berlin. Gundi sollte einen angehenden Arzt kennenlernen und dann war auch ihr Vater mit der Partnerwahl einverstanden.<br />
Aber es war nicht einfach. Der nächste Tag war ein Samstagmorgen und ich hatte lange nicht einschlafen können. Um sechs Uhr hörte ich, wie jemand die Wohnungstür betrat. Dann schlich sie leise ins Schlafzimmer und schlüpfte unter die Decke.<br />
Sie war vollkommen nackt und sagte mit zerbrechlicher Stimme zu mir:<br />
„Ich konnte nicht schlafen. Ich hatte die ganze Zeit die Sorge, ob du mich noch liebst.“<br />
Ich drehte mich um. „Meine Sorge ist nur, ob du überhaupt lieben kannst oder ob du nicht lieber allein leben willst.“<br />
„Wie meinst du das?“<br />
„Du hast gegenüber deinem Vater keine eigene Meinung und willst ihm einfach nur gefallen. Du stellst dich nicht auf die Hinterbeine und gehst deinen eigenen Weg, sondern folgst nur seinen Vorschlägen. Ich bin der Auffassung, dass du wesentlich mehr draufhast, als in der Verwaltung zu versauern. Aber das musst du selbst entscheiden.“<br />
„Das hat mir auch schon einmal meine Mutter gesagt, und seitdem sind wir zerstritten.“<br />
„Deine Mutter scheint mir eine kluge Frau zu sein.“<br />
„Vielleicht. Sie ist auch erfolgreich mit ihrer Firma. Ich habe dir nicht die Wahrheit gesagt. Sie verdient mindestens das Dreifache meines Vaters, aber er kann damit nicht umgehen.“<br />
„Daher weht also der Wind.“<br />
„Nein, das ist mir egal, ich will nur bei dir sein. Komm schon, lass uns Liebe machen, ich will einen Versöhnungsfick.“<br />
Sie schob sich auf mich und es war wie immer eine Offenbarung. Mit dem Unterschied, dass sie meinen Mund förmlich aufsaugte und mir ihren Orgasmus in den Mund hauchte. Wir vögelten noch eine Stunde lang, und schweißgebadet lagen wir schnaufend nebeneinander.<br />
Jetzt strahlte sie mich an: „Ich könnte dich auffressen, so sehr liebe ich dich.“<br />
Sie stand auf und ging ins Bad. Während ich ihr folgte, stellte ich fest, dass sie wirklich eine geile Schnecke war. Sofort stellte ich meine Meinung von der Nacht wieder infrage. Ich wollte doch mit ihr noch eine Aussprache. Beim Frühstück regte ich das Thema gemeinsame Zukunft wieder an.<br />
Ihre Antwort war nicht überraschend:<br />
„Du wirst dir jetzt einen Job suchen und ich studiere fertig. Ob ich dann in die Verwaltung gehe, entscheide ich erst am Ende des Studiums. Ich möchte dann ein Kind und werde dann überlegen, wie ich Beruf und Kind am besten unter einen Hut bringe.“<br />
Ich stellte fest, dass sie alles in der Ich-Form sagte. Kein einziges Wort darüber, ob ich in ihre Entscheidungen eingebunden werde und welche Meinung ich dazu habe. Jetzt antwortete ich ihr:<br />
„Interessant, dein zukünftiger Lebensweg. Du hast kein Wort darüber verloren, wie unser gemeinsamer Lebensweg aussehen soll.“<br />
„Das war unser Lebensweg!“<br />
„Nein, das war deine Auffassung. Ich werde nämlich ein Angebot in Berlin annehmen. Dann werde ich mit meiner zukünftigen Frau Pläne schmieden, wie viele Kinder wir haben wollen und wir werden uns die Aufgabe der Kindererziehung teilen.“<br />
Jetzt sprang sie auf. „Du willst dich von mir trennen?“<br />
„Das habe ich mit keinem Wort gesagt. Ich will nur nicht deinen vorgegebenen Weg gehen, der sich sehr nach einem alten, hergebrachten Muster anhört. Dein Vorschlag stammt aus den Sechzigerjahren.“<br />
Bereits jetzt liefen ihr die Tränen herunter.<br />
„Meine Mutter hat es mir gestern schon vorausgesagt.“<br />
„Was hat sie gesagt?“<br />
„Ich habe ihr geschildert, wie ich dich behandelt habe und sie hat gesagt, dass du sehr lieb reagiert hast. Jeder andere Mann hätte mich sofort rausgeschmissen und den Wohnungsschlüssel verlangt. Ich habe dann noch mit meiner Mutter gestritten, aber mein Vater hat mich unterstützt.“<br />
„Siehst du, deine Mutter ist klug, und meine Meinung über deinen Vater kennst du ja.“<br />
„Und du willst mich wirklich verlassen?“<br />
„Nein, ich gehe nach Berlin. Wie lange, weiß ich noch nicht. Es hängt davon ab, wie es mit uns weitergeht.“<br />
„Ich warte jede Woche auf dich.“<br />
Das waren große Worte, die sie erst noch beweisen musste. Ich sagte dem Unternehmen zu. Bei der Wohnungssuche wollte ich mir Zeit nehmen und mietete mich für drei Monate in eine Pension ein, denn ich betrachtete es als Probezeit.<br />
Hauptsächlich arbeitete man in diesem Job ja im Homeoffice und da konnte ich überall arbeiten. Das verriet ich Gundi allerdings nicht.<br />
Gundi ging am Montag wieder studieren, während ich meine Sachen in Taschen und Kartons packte und sie im Keller meiner Eltern einlagerte. Der Vormittag war arbeitsreich und ich wunderte mich, als es um 11 Uhr an der Tür klingelte. Ich öffnete die Tür und war erstaunt über den Besuch von Gundis Mutter.<br />
„Was führt Sie zu mir? Ihre Tochter ist auf der Uni.“<br />
„Zu der möchte ich auch nicht. Ich wollte mit dir eine Aussprache. Waren wir zwei beim letzten Mal nicht schon beim Du?“<br />
Ich bat sie in die Küche, kochte Kaffee und wir unterhielten uns die nächsten zwei Stunden. Sie schilderte mir ihr Leben mit ihrem Mann und ihrer Tochter.<br />
„Er ist ein Macho, der sein Studium gerade so geschafft hat und das habe ich ihm auch noch bezahlt. Dazu kam es, weil ich schwanger wurde. Damals war ich jung und dumm und dachte, mit einem angehenden Mediziner hätte ich das große Los gezogen. Wir haben einfach geheiratet und seitdem leben wir eher nebeneinander als miteinander. Er denkt wahrscheinlich, wir führen eine vorbildliche Ehe, denn er ist vollkommen realitätsfremd und bildet sich ein, ohne ihn würde das Gesundheitssystem von ganz Deutschland zusammenbrechen. Dabei ist er ein jämmerlicher Arzt und ich würde lieber zu einem Medizinmann im Busch gehen als mich von ihm behandeln zu lassen.<br />
Einzig und allein seine Tochter glaubt tatsächlich den Blödsinn, den er von sich gibt. Die ist wirklich naiv und ich kann sie nur bewundern, wie sie sein Gefasel und seine Art mit ihm aushält. Hoffentlich ist sie wenigstens im Bett besser als ihr Vater?“<br />
Die Mutter hatte dabei einen roten Kopf bekommen und erschrocken räusperte sie sich.<br />
„Entschuldige bitte, das ist mir jetzt rausgerutscht. Aber nach über 20 Jahren schlechtem Sex, einmal im Jahr, wenn ich Glück habe, darf man so etwas sagen.“<br />
Ich schaute ihr in die Augen. „Gundi ist eine Granate im Bett. Ich denke, das ist der Grund, warum ich bei ihr bin.“<br />
Gundis Mutter schaute mich ungläubig an:<br />
„Ich habe mich ja mit ihrem Vorgänger unterhalten. Er war so froh, dass Gundi ihn verlassen hat. Er hat zu mir gesagt, sie sei so fade gewesen und habe nur nicht allein sein wollen.“<br />
„Das kann ich nicht sagen, aber was willst du jetzt eigentlich von mir?“<br />
„Als ich durch die Tür kam, war ich überzeugt, dass ich dich bitten würde, Gundi weiterhin zu unterstützen und sie so weit zu bringen, dass sie sich gegen ihren Vater auflehnt. Sie hat das Potenzial, erfolgreich zu sein.“<br />
„Ich muss dich leider enttäuschen, denn ich fange in Kürze in einem Unternehmen in Berlin an. Ich habe mit Gundi vereinbart, dass ich nur noch am Wochenende komme.“<br />
„Und, ist sie wirklich eine Granate im Bett oder liegt es an dir?“<br />
„Ich weiß es nicht, aber ich kann sie einmal fragen.“ Nach meiner flapsigen Aussage grinste ich in Erikas Gesicht.<br />
Daraufhin lachte sie auch.<br />
„Da möchte ich gerne dabei sein, wenn du Gundi frägst, warum es mit dir klappt, aber mit ihrem Vorgänger tote Hose war. Am liebsten wäre mir, wenn auch mein Mann dabei wäre, denn bei diesem Thema könnte er nur dazulernen.“<br />
„Du bist mir eine Schlimme. Warum nimmst du das alles in Kauf? Ich jedenfalls wäre hier konsequenter, wenn mir das Zusammenleben mit meiner Partnerin nicht mehr gefallen würde.“<br />
„Ich bin mit meinem Geschäft so im Stress, dass ich die schönen Dinge des Lebens fast vergessen habe.<br />
„Jetzt kapiere ich gar nichts mehr. Nimm dir doch einen Liebhaber, der es dir ordentlich besorgt.“<br />
„Das Problem dabei ist: Wie viele Frösche müsste ich küssen, bis sich ein Liebhaber als brauchbar erweisen würde? Vielleicht würde ich auch einen schlechten Ruf bekommen.“<br />
„Und Scheidung?“<br />
– „Das wäre mein Ruin.“<br />
„Ich beneide dich nicht. Du bist eine sehr attraktive Frau, die ihre schönsten Jahre mit einem vertrockneten Mann verbringen muss.“<br />
„Meine Sorge ist nicht mein Mann, sondern dass ich vertrockne. Ich möchte auch einmal in meinem Leben einen Orgasmus haben und einen Schwanz spüren, der mich ausfüllt. Außerdem habe ich im Internet Dinge gelesen, die mich sehr neugierig gemacht haben.“<br />
Jetzt schaute ich dieser schönen Frau in die Augen und sie hielt meinen Blick stand.<br />
„Zieh dich aus. Ich möchte dich nackt sehen.“<br />
Ohne zu zögern stand sie auf, zog ihre leichte Wolljacke aus und legte sie auf den Stuhl. Ihre beige Bluse folgte, dann öffnete sie den Reißverschluss ihres Rocks. Als dieser zu Boden fiel, stand sie mit lila Strapsen und einem gleichfarbigen BH vor mir. Sie hatte eine Traumfigur, der man ansah, dass sie Sport machte und sich fit hielt. Sie hatte endlos lange Beine und einen Knackarsch und ich befürchtete, dass ich bereits sabbern würde. Jetzt stand ich auf, nahm ihre Hände und zog sie langsam zu mir.<br />
Sie kam mir entgegen, öffnete den Mund und ihr Zungenkuss war eine Offenbarung.<br />
„Komm, gehen wir ins Schlafzimmer, da ist es gemütlicher“, forderte ich sie auf. Sie ging vor mir her, sodass ich ihre schaukelnden Arschbacken bewundern konnte. Sie hatte einen großen, festen und muskulösen Hintern, dessen Kloben sich im Gleichklang bewegten. In meiner Hose rührte sich bereits etwas.<br />
Jetzt standen wir vor dem Bett und ich öffnete Erika den BH. Zwei schöne Brüste erwarteten mich. Natürlich waren es keine prallen Möpse mehr, aber auch keine Hängetitten. Sie waren griffig und lagen optimal in meinen Händen. Insgesamt war sie ein Rasseweib und ich verstand ihren Mann überhaupt nicht. So ein Weib musste doch täglich gevögelt werden! Ich hatte noch meine komplette Kleidung an, doch Erika öffnete mir mit einem Grinsen den Gürtel und schob mir Hose und Unterhose nach unten. Mit großen Augen starrte sie auf meinen Schwanz und stöhnte:<br />
„Jetzt weiß ich erst, was ich versäumt habe. Das ist der erste Schwanz, den ich in den Mund nehme. Bitte sag mir, wie es geht und wenn ich etwas falsch mache.“<br />
Ich befreite mich endgültig von meiner Hose und legte mich neben sie ins Bett. Währenddessen lutschte sie bereits an meinem Schwanz und stellte sich als zärtliches Naturtalent heraus. Eine MILF, die noch nie einen Schwanz geblasen hat. Sie öffnete ihre Strapse und ich zog ihr das Seidenhöschen aus. Es erwartete mich eine fein gestutzte Mumu, die nach Geilheit roch. Ich schnaufte tief ein und genoss das Aroma. Dann legte ich mich neben sie und sie lutschte an meinem Schwanz wie an einem Lolli. Mit einer Begeisterung, als müsste sie die versäumten Jahre auf einmal zurückholen. Ich widmete mich ihrer nahezu jungfräulichen Möse. Wenn sie nicht schon ein Kind geboren hätte, wäre sie wahrscheinlich noch so eng wie eine Jungfrau. Doch dann entdeckte ich die Narbe. Sie hatte Gundi per Kaiserschnitt bekommen und die Narbe war nur noch als schmaler Strich erkennbar. Innerlich grinste ich und freute mich darauf, meinen Kleinen in diese dampfende Mumu zu stecken. Ich leckte durch ihre Spalte und spürte eine Menge Feuchtigkeit auf meiner Zunge. Ihre Schamlippen waren angeschwollen, und auch die Klitoris war gut sichtbar. Ich verglich sie mit ihrer Tochter und wusste sofort, woher Gundi ihre Geilheit hatte. Ich leckte weiter und schob vorsichtig einen Finger in ihre Öffnung. Er wurde förmlich hineingezogen, also nahm ich den zweiten Finger dazu. Ich musste nur aufpassen, dass ich nicht sofort kam, denn so ein intensives Saugen konnte kein Mann durchhalten. Jetzt nahm ich den Kitzler vorsichtig zwischen meine Lippen und wollte daran saugen. Doch gleichzeitig spürte ich, wie mir die Sahne hochkam.<br />
„Vorsicht, ich komme!“, rief ich laut und deutlich und nahm sofort wieder ihren Kitzler in den Mund. Mit einem Schrei kam auch sie und ich spritzte los wie schon lange nicht mehr. Sie gebärdete sich in ihrem Orgasmus, hatte sich nicht mehr unter Kontrolle und schlug mit den Beinen auf und nieder. Es dauerte einige Minuten, bis sie sich beruhigt hatte. Dann drehte ich mich zu ihr und musste lachen. Mein Sperma hatte ihr komplettes Gesicht eingesaut, und sie leckte es wie eine Katze in ihren Mund, so viel sie mit der Zunge erreichen konnte.<br />
Ich küsste sie vorsichtig auf den Mund, woraufhin sie sich auf mich drückte und mir einen sehr festen Kuss gab. Dabei schmeckte ich auch meinen Saft, dessen Geschmack mir bereits vertraut war.<br />
Wir sahen uns in die Augen und zum ersten Mal konnte sie wieder etwas sagen.<br />
„Darauf habe ich seit meinem 18. Lebensjahr warten müssen. Du hast mir soeben mein Leben zurückgegeben, und ich muss dir bescheinigen: Du bist der beste Ficker.“<br />
„Wobei wir bisher noch nicht gevögelt haben“, korrigierte ich sie.<br />
Wir mussten beide herzhaft lachen. Sie meinte:<br />
„Hoffentlich hast du nicht eine so lange Erholungsphase wie mein Mann. Bei dem müsste ich jetzt ein Jahr warten.“<br />
„Ich glaube, es geht schon wieder.“<br />
Mit großen Augen schaute sie mich an. „Wirklich, ich möchte alles mit dir erleben und zwar in kürzester Zeit.“<br />
„Warum das denn?“<br />
„Es ist meine letzte Chance. Ich werde alt und unansehnlich. Was sollst du mit einer alten Schachtel wie mir anfangen?“<br />
„Erika, du bist eine junge Frau. Von deinem Gedankengut her bist du auf jeden Fall jünger als deine Tochter.“<br />
„Das tut gut, das zu hören. Aber ich muss mir schnell das Gesicht säubern, bevor ich über dich herfalle.“<br />
„Aber einen Kuss bekomme ich doch noch, oder?“<br />
„Komm her, mein Liebhaber, du bekommst alles von mir.“<br />
Wir küssten uns mit so viel Leidenschaft, dass sie das Saubermachen vergaß. Wie von allein fand mein Schwanz den Weg in ihre Möse, die eng war. Wirklich eng und glitschig. Ich schob mich langsam in sie hinein und schaute ihr dabei in das von Sperma bedeckte Gesicht. Immer tiefer glitt ich in diese maßgeschneiderte Röhre. Als ich ganz in ihr war, hörte ich nur noch:<br />
„Bitte ficke mich jetzt, so tief war mein Mann noch nie.“<br />
Ich penetrierte sie und wir fanden einen Rhythmus, den man normalerweise nur erreicht, wenn man sich sehr gut kennt. Sie war wie für mich geschaffen und es dauerte nicht lange, da hob sie ab. Ihr Orgasmus schwoll langsam an und als er seinen Höhepunkt erreichte, umklammerte sie mich und hielt mich fest. Ihre Kontraktionen brachten mich so weit, dass ich alles, was ich noch an Vorräten hatte, in dieses herrliche Weib spritzte.<br />
Sie schrie: „Was machst du mit mir? Ich bin dir verfallen!“<br />
Es dauerte noch eine Stunde, bis wir aufstehen konnten. Im Zimmer hatte sich ein Geruch von unseren Säften verbreitet. Dieser Frau war ich verfallen. Aber eines hatte ich übersehen: die Zeit.<br />
Jetzt hörte ich die Wohnungstür und wir konnten es nicht mehr verhindern: Gundi stand in der Schlafzimmertür.<br />
„Oh Gott, was ist hier los? Mama, was machst du mit ihm in einem Bett? Du bist ja nackt und dein Gesicht ist voller Sperma. Ihr seid die größten Schweine, die es gibt. Mir wird schlecht.“<br />
Dann rannte sie aus dem Schlafzimmer. Ich hörte sie im Bad kotzen.<br />
Erika schaute mich an und ich sah, dass sie sich schuldig fühlte.<br />
Ich beruhigte sie:<br />
„Du kannst hier gar nichts dafür, denn es ist ganz allein meine Schuld und ich bereue überhaupt nichts.“<br />
„Stimmt das, oder sagst du das nur so?“<br />
Ich gab ihr einfach einen Kuss auf den Mund. „Genügt das?“<br />
Jetzt strahlte sie mich an und flüsterte: „Ich verschwinde jetzt doch und fahre nach Hause. Ich werde es meinem Mann gestehen, bevor Gundi es tut. Sie wird gleich aus dem Bad kommen, da möchte ich weg sein. Darf ich dich anrufen?“<br />
„Jederzeit.“<br />
Blitzschnell packte sie ihre Sachen, die Unterwäsche ersparte sie sich und flitzte aus der Wohnung. Ich öffnete die Fenster, denn hier herrschte nicht nur sprichwörtlich dicke Luft. Auch ich zog mich an und wartete auf Gundi.<br />
Nach einer halben Stunde kam sie aus dem Bad.<br />
„Ist sie verschwunden?“<br />
„Ja, sie ist nach Hause gegangen. Sie wird es deinem Vater gestehen.“<br />
„Warum hast du das gemacht?“<br />
„Ich kann es dir nicht sagen. Es war die Situation und ich muss dir gestehen, dass ich es nicht bereue.“<br />
Jetzt fing Gundi an zu weinen. „Was wird aus uns? Ist meine Mutter jetzt deine Geliebte? Ich liebe dich doch so sehr!“<br />
„Ist es Liebe oder einfach nur der Sex? Deine Mutter hat angedeutet, wie es zwischen dir und deinem letzten Freund abgelaufen ist.“<br />
„Du hast mir alles gegeben, was ein Mann einer Frau geben kann. Du hast mich immer und immer wieder zur Ekstase gevögelt.“<br />
„Ist das alles, was du von einem Mann willst? Oder willst du auch Liebe, Vertrauen und ein gemeinsames Leben?“<br />
„Das alles gibt es nicht.“<br />
„Doch, wenn man daran arbeitet. Aber du kennst es einfach nicht. Deine Mutter hat mir ihre Ehe geschildert, und die war schrecklich. Sonst wäre es niemals so weit gekommen.“<br />
„Jetzt ist auch noch mein Vater an allem schuld.“<br />
„Es ist die Gesamtsituation. Ich vermute, dein Vater hat eine Geliebte.“<br />
„Niemals! Mein Vater ist ein Ehrenmann und meine Mutter eine verhurte Schlampe!“<br />
„Ich glaube, es ist das Beste, wenn du jetzt gehst. Wir kommen heute nicht mehr zu einem Ergebnis.“<br />
„Ich weiß nicht, ob ich jemals wiederkomme.“<br />
„Dann kann ich es auch nicht ändern.“<br />
Ich hatte mit einem Mal die ganzen Diskussionen satt. Sie packte ihre Sachen ein und verschwand. Nicht einmal ein „Ciao“ hatte sie für mich übrig. Wenn ich es mir allerdings überlegte, lag die Schuld ausschließlich bei mir.<br />
Ich schenkte mir ein Bier ein – auch, um meinen Flüssigkeitsvorrat aufzufüllen –, überzog schnell das Bett und füllte die Waschmaschine. Es dauerte noch eine Stunde, bis dieser geile Geruch aus der Wohnung verschwunden war. Dann ging ich ins frische Bett und schlief ein.<br />
Um 23 Uhr klingelte es. Schlaftrunken kroch ich aus dem Bett und öffnete die Tür. Erika stand davor und gestand mir heulend:<br />
„Er hat mich rausgeschmissen. Ich weiß nicht, wohin ich soll. Darf ich bei dir schlafen?“<br />
„Komm einfach rein. Hast du schon etwas gegessen?“<br />
„Ich habe keinen Appetit. Der ist mir nach dem Geschrei von ihm und meiner Tochter gänzlich vergangen.“<br />
„Erzähle mir von dem Abend, ich richte derweil etwas zu essen für uns beide her. Magst du ein Bier oder etwas anderes trinken?“<br />
„Ein Bier würde mir jetzt guttun.“ Wir aßen miteinander noch etwas und tranken unser Bier.<br />
Dann fing sie an.<br />
„Ich habe ihm alles gestanden. Seine größte Enttäuschung war, dass ich nichts bereute. Er sprach von Scheidung und davon, mich zu vernichten. Während er schrie, kam Gundi heim und jetzt ging es richtig los. Sie schilderte ihm, wie ich ausgesehen hatte, als sie ins Schlafzimmer gekommen war und spuckte mir dann auch noch ins Gesicht. Er sagte, ich solle verschwinden und mich nie mehr sehen lassen.“<br />
„Ich bin nicht ganz unschuldig an Gundis Wut. Ich habe ihr gesagt, dass dein Mann wahrscheinlich eine Freundin hat. Das wollte sie überhaupt nicht hören.“<br />
Erika schaute mich jetzt entsetzt an. „Auf diesen Gedanken bin ich noch gar nicht gekommen, aber es ist nicht abwegig. Ich hätte nie gedacht, dass so ein Versager eine Geliebte hat. Wie finde ich das heraus?“<br />
„Da lassen wir zwei uns etwas einfallen. Jetzt brauchst du erst einmal Schlaf. Morgen ist Samstag. Musst du da in dein Geschäft?“<br />
„Nein, es ist eine Beratungsfirma, die hat am Wochenende geschlossen. Ich muss nur einige Dinge für nächste Woche vorbereiten.“<br />
„Hast du einen Home-Office-Anschluss?“<br />
„Nein, den habe ich bisher nie benötigt.“<br />
„Dann werde ich dir morgen einen einrichten.“<br />
„Du bist ja nicht nur im Bett eine Koryphäe.“<br />
„Jetzt ab ins Bad und dann ab ins Bett. Hast du einen Pyjama dabei?“<br />
„Brauche ich einen?“<br />
„Ins Bad mit dir.“<br />
Ich räumte noch die Küche auf. Als sie im Bad fertig war, putzte ich mir die Zähne, duschte noch und legte mich schließlich ins Bett. Erika war schon eingeschlafen und ich war froh, dass sie zur Ruhe kam. Kurz darauf konnte auch ich schlafen, denn der heutige Tag hatte mich an meine Grenzen gebracht. Um fünf Uhr wachte ich auf, weil Erika sich mit ihrem Hintern fest an mich drückte. Sie wetzte und schob sich fast auf mich. Das blieb natürlich auch bei meinem Kleinen nicht ohne Folgen, der sich neugierig aufstellte. Sie machte nur ein paar Bewegungen, dann war er in ihrer Vagina versteckt.<br />
„Endlich, das Gefühl ist so schön, jetzt kann ich weiterschlafen.“<br />
Doch so einfach wollte ich es ihr nicht machen. Ich hielt mich an ihren Arschbacken fest und fing ganz vorsichtig an, sie zu stoßen. Sie wurde immer lebendiger und lauter. Als sie sich mit Gewalt auf meinen Riemen schob, schrie sie ihren Morgenorgasmus durch das Zimmer.<br />
„Das wäre mein Traum, jeden Tag so geweckt zu werden.“ Mit meiner Sahne in ihr schliefen wir wieder ein und standen dann erst gegen 9 Uhr auf. Wir frühstückten zum ersten Mal gemeinsam und Erika schaute schon wesentlich zuversichtlicher aus. Ich richtete dann doch ihren Fernzugang ein und anschließend planten wir ihre Zukunft.<br />
Der erste Schritt führte zu einem Scheidungsanwalt, denn sie wollte rechtlich nichts verkehrt machen. Dabei wurde vor allem über den Zugewinnausgleich und den Versorgungsausgleich gesprochen. Den Versorgungsausgleich hatte sie nicht auf dem Schirm gehabt.<br />
„Er wird toben, wenn er erfährt, dass ich einen Großteil seiner Altersversorgung bekomme, denn meine Altersversorgung habe ich als Depot angelegt.“<br />
„Aber davon werden Sie etwas über den Zugewinn abtreten müssen“, meinte der Anwalt.<br />
Zum Glück hatte sie das Wohnhaus von ihren Eltern geschenkt bekommen. Ich fragte sie nur so nebenbei:<br />
„Wer hat das Leben und den Haushalt finanziert?”<br />
„Das hat ausschließlich mein Mann gemacht. Ich habe ihm lediglich monatlich 5.000 Euro auf sein Konto überwiesen. Die Kosten für Gundi habe aber ich bezahlt.“<br />
Da mussten der Anwalt und ich einmal schlucken. „Habt ihr ein so ausschweifendes Leben geführt?“, fragte ich.<br />
„Warum fragst du das?“<br />
„Von dir 5.000 €, er hat mit Sicherheit auch noch so viel verdient. Mit 10.000 € im Monat kann man schon gut leben.“<br />
„Wenn du es sagst, dann war es wohl so. Wir sind einmal in der Woche essen gegangen und ansonsten haben wir zu Hause gegessen. Wir haben keine teuren Urlaube gemacht und ich habe mir meine Klamotten selbst gekauft.“<br />
„Dann muss er doch Geld haben oder er hat es im Puff ausgegeben.“<br />
Ihr Lachen ließ den Anwalt etwas erschrecken. „Das glaube ich nicht, dafür war er zu geizig.“<br />
„Dann sollten wir schnellstens die Vermögenswerte finden, bevor er sie verschwinden lässt.“<br />
„Ich weiß, wo er seine Unterlagen aufbewahrt. Die kopiere ich am Montag, da ist er im Amt und Gundi in der Uni.“<br />
Das Ergebnis war, dass der alte Sack ein enormes Vermögen aufgebaut hatte, denn er hatte jeden Monat über 6.000 Euro gespart. Als Erika mir die Unterlagen zeigte, hatte sie schon ein gelösteres Gesicht.<br />
„Ich denke, da muss ich jetzt noch einmal die Vorgehensweise mit dem Anwalt durchgehen. Übrigens, ich habe Unterlagen in seinen Akten gefunden. Bei den Dienstreisen zu den Kongressen hat er immer Doppelzimmer gebucht.“<br />
„Du solltest dir hier professionelle Hilfe holen, die das für dich klärt.“<br />
„Das mache ich. Der Anwalt wird mir sicher eine Adresse nennen können.“<br />
Es waren noch drei Tage bis zu meinem Arbeitsbeginn, als ich die Wohnungstür hörte. Da Gundi den Schlüssel immer noch hatte, rechnete ich mit ihr und machte mich schon auf Vorwürfe gefasst.<br />
Umso überraschter war ich, als plötzlich Mutter und Tochter vor mir standen.<br />
„Da staunst du, ich habe mich mit meiner Tochter versöhnt.“<br />
„Das freut mich ganz besonders. Ich kenne euch beide sehr gut und habe mich gewundert, dass ihr euch nicht riechen konntet.“<br />
Gundi schaute mir in die Augen und sagte: „Rate doch einmal, woher das alles kommt?“<br />
Ich schaute von einer zur anderen, schnaufte tief durch und wollte gerade zur Frage ansetzen, doch Erika erlöste mich.<br />
„Ich habe Gundi die Unterlagen des Privatdetektivs gezeigt. Ihr Vater hat schon immer ein Verhältnis mit einer Kollegin aus dem Gesundheitsamt. Es ist eine Studienkollegin. Sie wollten heiraten, doch dann hat er mich geschwängert. Zur damaligen Zeit hätte er seine Anstellung verloren, wenn er mich nicht geheiratet hätte. Er führte quasi eine Zweitehe und hat sogar ein Kind mit ihr.<br />
Gundi fing jetzt an zu weinen. „Du hattest recht, das hätte ich meinem Vater nie zugetraut.“<br />
„Und wie geht es weiter?“<br />
Erika wurde ernst. „Er zieht gerade aus. Wir haben uns außergerichtlich geeinigt und ich werde mit meiner Tochter ins Haus ziehen. Was dich betrifft, sind wir uns noch nicht ganz einig. Eigentlich wollen wir dich nicht teilen, aber solange Gundi keinen Freund hat, dachte ich, dass wir dich besuchen könnten, wenn du in München bist. Natürlich nicht gemeinsam, aber lass dich überraschen.“<br />
Irgendwie war ich froh, dass die Angelegenheit sich im Sande verlaufen würde.<br />
„Darf ich euch zum Abendessen einladen?“<br />
„Hast du gekocht? Was gibt es denn?“<br />
„Studentenessen, Spaghetti Bolognese und einen Salat.“<br />
„Reicht das schon für drei?“<br />
– „Ich habe zu viel von der Sauce gemacht. Ich müsste etwas einfrieren, und die Nudeln habe ich noch nicht hingestellt.“<br />
Sie schauten sich an, dann grinste Erika:<br />
„Wir bleiben. Du bist ein angenehmer Zeitgenosse und wirst uns dann doch nicht überfallen?“<br />
Mein Lachen klang gekünstelt, denn eigentlich hatte ich mehr Angst vor den beiden Damen.<br />
20 Minuten später stand das Essen auf dem Tisch.<br />
„Mama, jetzt kann ich es dir verraten: Er kann auch kochen.“<br />
Ich öffnete eine Flasche Wein und zwei Stunden später noch eine.<br />
„Mit dem Auto wird es heute nichts mehr.“<br />
„Ihr zwei dürft in meinem Bett schlafen, ich nehme die Couch.“<br />
Erika ging als Erstes ins Bad und wickelte sich dann in ein Handtuch. „Den Weg ins Schlafzimmer finde ich schon, gute Nacht.“<br />
Jetzt saß ich mit Gundi noch am Tisch und begann das Gespräch.<br />
„Liebe Gundi, ich glaube, ich muss mich bei dir entschuldigen. Ich habe dich verletzt, und mir ist erst in den letzten Tagen klar geworden, dass das nicht in Ordnung war. Ich hätte vorher einen Schlussstrich ziehen müssen, bevor ich mit jemand anderem rummache.“<br />
Sie war schon leicht angetrunken, doch was ich jetzt hörte, brachte mich aus dem Konzept.<br />
„Ich war so schockiert. Nicht, weil eine Frau bei dir im Bett lag, sondern weil es meine Mutter war. Seit kurzem kenne ich die Wahrheit über ihre Ehe und daher habe ich ihr das Glück gegönnt. Sie hatte aber auch großes Glück, dass sie dir in die Hände gefallen ist. Aber damit du es weißt: Das mit den Wochenenden habe ich ernst gemeint. Ich will und kann dich nicht vergessen.“<br />
„Ich werde dich auch nie vergessen und deinen Lebensweg weiterverfolgen. Vielleicht entscheidest du dich für einen freien Arztberuf – einen Patienten hast du schon.“<br />
„Ich habe mich schon entschieden: Ich gehe auf keinen Fall den Weg meines Vaters. Aber ich werde wahrscheinlich in einem Krankenhaus arbeiten, denn die Selbstständigkeit ist mir unheimlich.“<br />
„Ich habe ja gewusst, dass du ein kluges Mädchen bist. Jetzt geh ins Bett, wir sehen uns beim Frühstück.“<br />
Ich holte mir noch eine Decke, legte mich auf die Wohnzimmercouch und schlief sofort ein.<br />
Zum Glück bewahrheitete sich meine Befürchtung, in der Nacht Besuch zu bekommen, nicht. Erst um sieben Uhr hörte ich die Dusche, dann kam Erika ins Wohnzimmer.<br />
„Hast du gut geschlafen?“, fragte ich sie.<br />
„Wie ein Murmeltier. Und ich habe sogar von dir geträumt.“<br />
„Hoffentlich war es kein Alptraum.“<br />
„Nein, ein schöner Traum, aber nicht ganz jugendfrei.“<br />
Ich musste sie noch einmal an unser gestriges Gespräch erinnern und versicherte ihr, dass es sehr ernst gemeint war.<br />
Ihre Antwort überraschte mich nicht: „Natürlich weiß ich, dass es bei uns keine gemeinsame Zukunft gibt, aber ich mag dich sehr und möchte nicht auf dich verzichten. Wie siehst du das?“<br />
„Ich bin der gleichen Auffassung. Komm schon und lass dich küssen. Mehr allerdings momentan nicht, denn deine Tochter schläft im Nebenzimmer.“<br />
„Sie kennt mein Verlangen und wir müssen noch mit dir sprechen. Ist es wirklich notwendig, dass du nach Berlin gehst?“<br />
„Jetzt, wo du es ansprichst: Es war eher eine Flucht vor Gundi, weil sie die verknöcherte Meinung ihres Vaters so vehement vertreten hat.“<br />
„Sie wird sich ändern. Lass ihr Zeit. „Du könntest dir also vorstellen, in München zu bleiben?”<br />
Sollte ich jetzt meinen letzten Trumpf verraten? Ich entschloss mich, die Wahrheit zu sagen.<br />
„Ich könnte überall auf der Welt arbeiten, ich bin nicht an einen Ort gebunden.“<br />
Ihr Lächeln und ihr Strahlen waren ein Genuss für mich, und ihr anschließender Kuss ließ mich dahinschmelzen.<br />
„Danke, ich werde jetzt Gundi wecken. Wir müssen nach Hause und schauen, was mein Mann alles mitgenommen hat.“<br />
Nach dem Frühstück verschwanden beide und ich überlegte. Irgendwie kam mir meine Flucht nach Berlin seltsam vor und ich beschloss, in München zu bleiben. Sofort stornierte ich die Pension in Berlin und schickte eine E-Mail an meinen zukünftigen Arbeitgeber, in der ich mitteilte, dass ich mich nun doch entschieden hätte, lieber am Hauptsitz zu arbeiten. Das klappte ohne große Probleme. Man schrieb mir lediglich, dass ich mich zum Arbeitsbeginn bei der Personalchefin melden solle.<br />
Die Tage vor Arbeitsbeginn nutzte ich für einen Besuch bei meinen Eltern und telefonierte auch mit Erika und Gundi.<br />
Mit Erika vereinbarte ich, dass ich sie in ihrem Büro besuchen würde, wenn ich mich in meiner Arbeit eingewöhnt hätte.<br />
Am 1. Oktober war es schließlich soweit: Ich fuhr mit der U-Bahn zur Firmenzentrale. Im guten Anzug, allerdings ohne Krawatte, denn ich war ja bei einem jungen, fortschrittlichen Unternehmen. Dann betrat ich den Eingang. Nachdem ich mich am Empfang gemeldet hatte, wurde mir ein Zimmer im 6. Stock genannt. Ich klopfte, eine weibliche Stimme rief „Herein” und ich betrat das Zimmer. Eine sehr fesche junge Frau namens Lisa Jakoby stellte sich mir vor. Innerhalb einer Stunde hatte sie mich über alles Notwendige informiert.<br />
Sie übergab mir ein iPad und ein iPhone und erklärte mir, dass mir die Hardware in den nächsten Tagen in mein Homeoffice geliefert würde. Wenn ich im Haus sei, solle ich mich einfach in einem Office anmelden. Die Damen am Desk würden mir schon sagen, wo ein Raum frei wäre.<br />
Konferenzen finden per Video statt und persönlich sehen wir uns bei Veranstaltungen, es sei denn, Sie wünschen das persönliche Gespräch. Auch das ist möglich.<br />
Mein Aufgabengebiet wurde mir genannt: Ich wurde dem Entwicklungsbereich zur Abwehr von Cyberkriminalität zugewiesen. Mein Chef würde sich in den nächsten Tagen melden. Das war es dann auch schon.<br />
„Haben Sie noch Fragen?“<br />
„Ja, gibt es hier auch eine Kaffeeküche?“<br />
Erstmals sah ich sie lachen. „So etwas wurde mir noch nie gefragt. Kommen Sie mit, ich zeige sie Ihnen.“<br />
Ich nahm meine Unterlagen mit und folgte ihr. Es handelte sich nicht um eine Kaffeeküche, sondern um eine Kaffeeecke, in der wir uns ungestört unterhalten konnten. In kürzester Zeit erfuhr ich, dass sie erst seit einem Jahr in der Firma arbeitete und ihr direkt die komplette Personalführung übertragen wurde. Anfangs hatte sie richtig Angst vor dieser Aufgabe gehabt, aber mit der Zeit gemerkt, dass sich viele Dinge einfach von selbst gelöst hätten. Einstellungsgespräche gab es nicht mehr, sondern nur noch eine sechsmonatige Probezeit. Die Bewerbungsunterlagen mussten nach einem vorgefertigten Schema eingereicht werden und die KI übernahm hier bereits eine Vorfilterung. Zusätzlich gibt es ja noch die Online-Tests, die jeder Bewerber durchlaufen musste.<br />
„Dann habe ich ja Glück gehabt?“<br />
„Ach ja, bevor ich es vergesse: Wir sind hier alle per Du. Ich bin die Lisa und deinen Namen kenne ich ja schon.“<br />
Ich wollte nur wissen, wie man denn im Haus entscheiden würde, in welche Abteilung man kommen würde.<br />
„Mich hat nur das neugierig gemacht, weil im Fragebogen diesbezüglich keine Wünsche vorgesehen waren.“<br />
„Das entscheidet einzig alleine die KI.“<br />
„Wie habe ich denn bei dem Test abgeschnitten? Habe ich mich da blamiert oder tapfer geschlagen?“<br />
„Du hast sogar hervorragend abgeschnitten, darum kommst du in die Cyber-Abteilung. Das kann ich dir verraten, hier ist das Level schon sehr hoch.“<br />
„Dann werde ich mich bemühen.“<br />
„Du packst das schon.“<br />
Dann verabschiedete ich mich. Die nächsten Tage waren von Arbeit geprägt. Meine Hardware wurde prompt geliefert und ich war über die Sicherheitsvorkehrungen erstaunt. Auch mein Chef meldete sich, und ich wurde in meine Aufgaben eingewiesen. In wenigen Worten erklärte er mir, dass ich nicht in einer Verwaltungsfirma gelandet sei, sondern dass hier meine Kreativität gefragt wäre. Von mir wurden gute Ideen erwartet und vor allem sollte ich ein Vordenker sein. Er sieht es auch gerne, wenn ein Kollege über den Tellerrand hinausschaut und Anregungen einbringt. Diese würden dann diskutiert und wenn sie sinnvoll sind, auch umgesetzt werden.<br />
Eine Woche benötigte ich, um meine Tätigkeit und die Firma zu verstehen. Ich war bestimmt bis zu 20 Stunden online und arbeitete mich durch meine Aufgabengebiete durch. Am meisten störte mich, dass ich nach jeweils zwölf Stunden automatisch abgemeldet wurde und mich erst nach einer Stunde Wartezeit wieder anmelden konnte. Da kam mir die Idee, dass man das ändern sollte. Ich brachte auch gleich ein, dass ich einsehe, dass man durch diese Stunde prüfen kann, ob es tatsächlich noch der Anschluss ist. Eine Blockade wäre hierzu jedoch nicht notwendig. Man könnte auf einem zweiten Server weiterarbeiten und bei erfolgreicher Prüfung die Daten einfach auf den Hauptserver überspielen. Der Punkt wurde zur Diskussion angenommen. Mein Chef erklärte mir außerdem, dass es sehr selten vorkomme, dass jemand länger als zwölf Stunden am Stück arbeite. In einer Videokonferenz wurde offen kommuniziert, dass einige Mitarbeiter gerne länger als zwölf Stunden arbeiten würden, sich aber damit abgefunden haben, dass der Server für eine Stunde nicht erreichbar war. Das war mein erster Erfolg.<br />
Die Arbeit machte mir fachlich immer mehr Spaß und auch in meiner eigentlichen Tätigkeit hatte ich gute Ideen und Erfolge. So entwickelte ich ein neues Programm zur Abwehr von Schadsoftware. Dieses Programm war offensichtlich eine Revolution und wurde zum finanziellen Renner des Unternehmens. Innerhalb von sechs Monaten war ich in der Karriereleiter so weit aufgestiegen, dass ich nicht mehr wusste, was ich mit dem Geld anfangen sollte.<br />
Das war mein beruflicher Aufstieg in Kürze.<br />
Zurück zu meinen Frauen Gundi und Erika. Es hatte sich eingebürgert, dass sie abwechselnd zu mir kamen. Bei Gundi zeichnete sich jedoch ab, dass sie mich wieder für sich allein haben wollte. Doch das wollte ich nicht, denn aufgrund ihrer offenen Meinung über mein Studium war ich bei ihr vorsichtig. Auch ihre Auffassung von einer Familiengründung hatte sie mir bereits mitgeteilt und die stimmte keineswegs mit meiner überein. Wir stritten uns immer öfter, bis sie mir schließlich sagte, dass sie nicht mehr kommen würde.<br />
Nein, sie sagte es mir nicht, sondern drohte mir, mich zu verlassen, wenn sie mich nicht ganz für sich allein hätte.<br />
„Und was ist mit Erika?“<br />
„Sie würde auf dich verzichten, wenn du mich heiratest.“<br />
Da war es wieder: Die beiden hatten über meinen Kopf hinweg entschieden. Die Diskussion war kurz. Ich bat Gundi, nicht mehr zu kommen.<br />
Sie ging leise aus der Wohnung, ließ die Schlüssel liegen und ich war allein. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich nicht, ob es auch mit Erika vorbei war. Das erfuhr ich erst am nächsten Tag am späten Vormittag, als die Wohnungstür aufgeschlossen wurde. Erika hatte ja mittlerweile auch einen Wohnungsschlüssel.<br />
Ihr ernster Gesichtsausdruck verriet mir, dass Änderungen bevorstanden. Ohne zu zögern fing sie an zu reden:<br />
„Du hast Gundis Heiratsantrag abgelehnt und ihre Zukunftspläne zunichte gemacht. Das hätte ich nicht von dir gedacht. Ich bin enttäuscht von dir und werde mich von dir trennen.“<br />
Ich sah, wie ihre Augen feucht wurden.<br />
„Erika, machen wir uns nichts vor. Wir beide wissen, dass das mit uns dreien nicht von Dauer sein kann. Wenn ich Gundi jetzt heiraten würde, wärst du die Verliererin und dafür mag ich dich einfach zu gerne. Lieber verzichte ich auf euch, bevor ich mich entscheiden muss.“<br />
„Du machst das, weil du mich liebst?“<br />
Mein Innerstes sagte mir, was ich tun musste und ich nahm Erika einfach in die Arme.<br />
„Natürlich liebe ich dich und auch deine Tochter. Ihr seid die einzigen Frauen, die ich wirklich mag. Aber wie gesagt, es würde mich innerlich zerreißen, wenn ich mich entscheiden müsste.“<br />
„Dann gehen wir nicht im Bösen auseinander?“<br />
„Wenn du mir nicht böse bist und mich einfach magst, können wir gute Freunde werden.“<br />
„Vielleicht Freunde mit einer Zusatzvereinbarung, für den Fall, dass ich es brauche.“<br />
Ich lachte sie an: „Das wird schwierig, denn dann sehe ich dich ja jeden Tag.“<br />
„Warum bist du auch so lieb zu mir? Ich kann dir einfach nicht böse sein, obwohl ich mir beim Eintreten fest vorgenommen habe, es zu sein. Meinst du, wir könnten es ausnahmsweise noch einmal machen?“<br />
Ich konnte nicht anders, als sie zu küssen und ehe ich mich versah, war sie nackt. Dann nahm sie mich bei der Hand und zog mich ins Schlafzimmer. Während sie vor mir herging, bewunderte ich wieder einmal ihren Arsch. Große Arschbacken und eine schlanke Taille. Damit könnte sie wohl Tote erwecken. Sie kniete sich aufs Bett und streckte mir ihren Hintern entgegen.<br />
„Mach es mir bitte ganz fest und tief und vögele mir meine dummen Gedanken raus.“ Ich ging tatsächlich an meine physischen Grenzen und Erika forderte mich bis zum Umfallen. Erschöpft schliefen wir ein und wachten erst wieder am Nachmittag auf.<br />
Erschrocken schaute sie auf die Uhr. „Ich sollte im Geschäft sein und habe einen Termin verpasst.“<br />
Ein Blick auf ihr Handy zeigte ihr zehn verpasste Anrufe, was sie blass werden ließ.<br />
„Du hast mich bis zur Besinnungslosigkeit gefickt. Mit dir vernachlässige ich sogar mein Geschäft. Ich muss schnell telefonieren und dann gehen.“<br />
Ihr Gespräch war dann doch erfolgreich und mit einem Lächeln verließ sie das Haus.<br />
„Ich lasse dir den Schlüssel hier, wir werden uns anrufen. Ich möchte nicht, dass du dich verpflichtet fühlst. Und außerdem will ich nicht, dass Gundi den Eindruck hat ich würde nicht zu ihr stehen.“<br />
Als sie draußen war und den Schlüssel auf dem Küchentisch liegen sah, war ich nicht betrübt. Irgendwie war ich froh, dass sich alles so entwickelt hatte. Ich bekam auch das Gefühl, dass Erika langsam wieder ihren Weg fand.<br />
Die nächsten Wochen und Monate zeigten mir, dass ich nicht so falsch gelegen hatte. Ich hatte ein paar Telefonate mit Erika, in denen sie mir erzählte, dass Gundi einen neuen Freund hatte. Es war wieder kein Medizinstudent, sondern ein angehender Lehrer und Sportstudent. Wenigstens war er konditionell in der Lage, mit Gundi etwas anzufangen – so hoffte ich es zumindest für sie.<br />
Ab und zu trafen wir uns auch auf einen Kaffee. Als ich sie fragte, wie es ihr geht, druckste Erika herum.<br />
„Du darfst es mir schon gestehen, wenn du einen neuen Mann an deiner Seite hast“, wollte ich sie aus der Reserve locken.<br />
Sie schluckte zweimal und schaute betreten auf den Boden.<br />
„Ja, es ist ein Geschäftspartner. Er bemüht sich sehr um mich.“ Das beruhigte mich sehr und ich wünschte ihr für die Zukunft alles Gute.<br />
Endlich war ich wieder frei und konnte mich ohne Ablenkung meiner Arbeit widmen. Hier verdiente ich gutes Geld. Bereits nach einem Jahr kündigte ich meine Wohnung und kaufte mir eine Eigentumswohnung in guter Lage in München. Sie kostete zwar viel Geld, aber ich hatte durch die Prämien bereits 300.000 € auf dem Konto und somit 35 % Eigenkapital. Bei der Zinsvereinbarung hatte ich Glück und erwischte im letzten Augenblick eine zehnjährige Niedrigzinsphase. Somit zahlte ich weniger Annuitäten als Miete. Sogar mit der Möglichkeit von Sondertilgungen.<br />
Nach dem Umzug in meine neue Wohnung war ich richtig euphorisch und voller Tatendrang.<br />
Da ich der erste Bewohner dieser neuen Eigentumswohnanlage war, zogen nach und nach neue Leute in die Wohnungen ein. Ich sah es an den Möbelwagen, wenn es wieder einmal soweit war. Meistens waren es Paare, nur bei den größeren Wohnungen waren auch Kinder dabei. Ich stellte fest, dass es eine äußerst angenehme Wohngemeinschaft war. Ich wurde zu mancher Einweihungsparty eingeladen und lernte dabei eine nette Mitbewohnerin kennen, die zwei Stockwerke über mir wohnte. Bei einer dieser Partys kam ich mit ihr ins Gespräch. Sie erzählte mir, dass sie mit einem Freund einziehen wollte, dieser hatte jedoch kurz vor dem Einzug mit ihr Schluss gemacht.<br />
Voller Mitleid sagte ich zu ihr:<br />
„Musst du die Wohnung jetzt schon wieder aufgeben? Bist du in Miete oder habt ihr euch die Wohnung gekauft?“<br />
„Nein, das ist nicht meine Sorge. Die Wohnung war ein Geschenk meiner Eltern, damit ich endlich von zu Hause ausziehe und selbstständig werde.“<br />
„Das ist eine kluge Entscheidung. Wie geht es dir dabei?“<br />
„Ich habe viele Freunde, die mir immer wieder einen Kerl vermitteln wollen. Aber diejenigen, die sie mir bisher vorgestellt haben, hatten alle ernsthafte Absichten und suchten die Frau fürs Leben.“<br />
Ich grinste: „Das Problem kenne ich nur umgekehrt. Die meisten Frauen wollen versorgt sein und eine Familie gründen. Dazu gehört einfach eine vertrauensvolle Partnerschaft.“<br />
„Du hast ja recht, aber ich kann mich doch nicht schon wieder an einen Mann binden, nur weil ich irgendwann Kinder will. Das Schönste ist doch die Suche und wenn man angekommen ist, dann spürt man das. So hoffe ich es wenigstens.“<br />
„Hoffentlich musst du nicht zu viele Frösche küssen.“<br />
„Küssen ist auch schön, aber Vögeln macht noch mehr Spaß. Was ist eigentlich mit dir los? Hast du deine Freundin nicht mitgebracht?“<br />
„Ich bin Single und das lebende Beispiel dafür, dass Zusammenleben nicht einfach ist. Vielleicht habe ich falsche Vorstellungen oder ich bin zu anspruchsvoll. Vielleicht ist der romantische Typ auch nicht mehr gefragt.“<br />
Hier muss ich zugeben, dass ich ein wenig geschwindelt habe.<br />
„Du bist also ungebunden, willst dich in nächster Zeit nicht an eine Frau binden und bist nicht impotent?“<br />
Ich lachte laut auf: „Du kannst aber schon beim Erstgespräch spezielle Fragen stellen. Warum interessiert dich das?“<br />
Jetzt wurde sie tatsächlich etwas verlegen. Leise flüsterte sie mir ins Ohr:<br />
„Das muss aber unter uns bleiben. Ich brauche langsam wieder einen Mann fürs Bett. Einfach zur Befriedigung meiner Bedürfnisse. Ohne jegliche Verpflichtung meinerseits. Keine Verbindung, kein Händchenhalten, maximal zusammen Essen gehen. Ich möchte auch nicht seine Eltern kennenlernen und er sollte auch nicht an meiner Familie interessiert sein.“<br />
„War das jetzt ein Angebot?“<br />
„Wenn du ablehnst, habe ich Pech gehabt.“<br />
Ich sagte zu ihr: „Ich überlege es mir.“<br />
Ihr Gesicht entglitt ihr förmlich, denn diese Schönheit war es natürlich gewöhnt, dass ihr jeder Mann nachlief. Wahrscheinlich dachte sie, ich sei sofort Feuer und Flamme. Doch allein der Ton bei ihrem Anliegen törnte mich ab. Ihre nächste Frage hatte ich so nicht erwartet.<br />
Sie schaute mich an und fragte: „Bist du schwul oder was?“<br />
„Nein, ich bin nur schon etwas weiter als du. Ich kann gut alleine leben und bin kein Mann für eine Nacht.“<br />
„Daher weht der Wind. Der Herr will sich interessant machen?“<br />
„Nein, der Herr hat seine Prinzipien und die Nase voll von Weibern wie dir. Nur auf das eigene Vergnügen schauen und wenn du den Typen satthast, dann wirfst du ihn raus? Oder siehst du das anders?“<br />
Ich weiß nicht mehr genau, warum sie mich so auf die Palme gebracht hatte. Sie war ein Rasseweib und wenn ich ohne Verpflichtungen einmal mit ihr schlafen würde, würde mir bestimmt kein Zacken aus der Krone fallen. Aber das fiel mir erst ein, nachdem ich ihr bereits meine Meinung gesagt hatte.<br />
Sie drehte sich um, nannte mich Arschloch und ging zu einer Gruppe Frauen. Allerdings schaute sie immer wieder zu mir.<br />
Ich verabschiedete mich von den Gastgebern und ging in meine Wohnung.<br />
Bereits zwei Tage später traf ich sie an der Haustür. Ich war mir vollkommen sicher, dass sie mir aus dem Weg gehen würde. Doch sie kam auf mich zu und schaute mir in die Augen.<br />
„Du hattest vollkommen recht, ich habe darüber nachgedacht. Ich werde jetzt einige Monate lang allein leben und dann komme ich auf dich zu. Du musst aber auf mich warten.“<br />
„Das mache ich doch sehr gerne, du bist jede Sekunde Wartezeit wert.“<br />
Sie gab mir einen zarten Kuss auf den Mund.<br />
Natürlich nahm ich es nicht ernst. Als ich dann eines Abends nach Hause kam, sah ich sie schmusend am Hauseingang stehen.<br />
Sie stellte mir ihren Freund vor. Am meisten überraschte mich jedoch, dass sie ihn nicht mit in die Wohnung nahm. Ich stieg in den Aufzug, da hörte ich sie:<br />
„Warte auf mich, ich fahre mit.”<br />
„Was ist mit deinem Begleiter? Muss er zu Fuß gehen?“<br />
„Ich habe mich verliebt. Aber er muss warten, bis ich mit ihm schlafe. Ich will nichts übereilen. Du bist schuld daran, seit unserem Gespräch habe ich solche Gedanken.“<br />
„Siehst du, dann passt es ja bei dir?“<br />
Wir wurden gute Freunde, bis sie mit ihrem Freund in eine größere Wohnung zog, da sie Kinder wollten.<br />
Ich glaube, das war die einzige Bekanntschaft, die mir nähergekommen ist, ohne dass wir miteinander geschlafen haben.<br />
Ich fing auch wieder an, mehr Sport zu machen, und lief zweimal wöchentlich 10 bis 20 Kilometer. Am Wochenende waren es auch einmal über 30 Kilometer, jedoch war ich einem Marathon nicht gewachsen, so hatte ich zumindest das Gefühl. Nebenbei fuhr ich noch mit dem Rad und bestieg einige Berge. Ich merkte, dass es mir immer besser ging, und stellte fest, dass ich mich ohne die Verpflichtung gegenüber einer Frau einfach befreiter fühlte.<br />
Die Abwechslung zwischen Homeoffice und Besuchen in der Firma erschien mir anfangs optimal, doch mit der Zeit spürte ich, dass mir die sozialen Kontakte fehlten. Ich vermisste auch Gespräche, bei denen ich mich über meine Gefühle austauschen konnte. Natürlich wollte ich auch einmal in Urlaub fahren, aber diese Pläne verschob ich schnell wieder. Irgendwo in einen Single-Club zu fahren, erschien mir einfach zu öde. Aber aktiv auf die Suche nach einer Freundin wollte ich mich nicht begeben.<br />
Aus purer Neugierde klickte ich auf Firmenevents und war erstaunt, was hier alles abging. Fasziniert hat mich letztendlich eine Anfrage, ob jemand Interesse an einer Gruppe für den jährlichen Citylauf hätte. Bisher hätten sich lediglich neun Personen gemeldet, es sollten aber mindestens zehn sein, damit man sich als Gruppe melden konnte. Ich las die Voraussetzungen und der geforderte Halbmarathon schien machbar zu sein. Mutig meldete ich mich einfach an. Sofort wurde mir der Vorschlag gemacht, am Training teilzunehmen. Dieses fand jeden Samstag ab 10 Uhr statt, Treffpunkt war der Flauchersteg.<br />
Am nächsten Samstag war schönes Wetter, also fuhr ich mit dem Rad zum Flauchersteg – es waren ja nur knapp drei Kilometer. Tatsächlich hatten sich insgesamt 15 Personen eingefunden. Am meisten verwunderte mich, dass ich seit langem wieder Lisa Jakoby sah, die nette Dame, die mir als Personalleiterin alles erklärt hatte.<br />
Außer ihr kannte ich niemanden und wir stellten uns alle gegenseitig vor. Als Gruppenleiter kristallisierte sich ein Herr heraus, der diesen Citylauf bereits zum fünften Mal mitmachte und daher schon Erfahrung aufwies. Er erklärte uns, dass es hier nicht um den Sieg des Einzelnen ging, sondern dass die Gesamtzeit der Gruppe maßgeblich war. Wir müssten nicht gemeinsam einlaufen, aber es zählte dann die Durchschnittszeit. Also musste doch jeder Teilnehmer sein Bestes geben.<br />
Das erste Training diente dazu, die Kondition und Fitness überhaupt erst einmal zu ermitteln. An diesem Vormittag sollten einfach lockere 10 km gelaufen werden. Er zeigte uns auch das optimale Schuhmaterial, denn der Lauf würde zu 90 % über Teer und zu 10 % über Sandwege stattfinden. Dann ging es auch schon los. Ich konzentrierte mich und lief mein eigenes Tempo, vorsichtshalber etwas langsamer, denn ich wollte nicht als Streber gelten und falsche Hoffnungen wecken. Doch ich merkte, dass ich mit meinem Tempo im Bereich der übrigen Läufer lag. Es brachte einige Teilnehmer ins Schnaufen, jedoch nicht Barti, den Leiter. Der hatte eine Bombenkondition und ich hatte den Eindruck, er läuft mit halber Kraft.<br />
Nach etwa vier Kilometern lief Lisa neben mir. Da sie ebenfalls gut bei Kräften war, konnten wir uns sogar unterhalten.<br />
„Ich habe deinen beruflichen Weg etwas verfolgt und du gehörst mittlerweile, wie ich es dir vorausgesagt habe, zu den Spitzenleuten. Mehr darf ich nicht sagen, denn in unserer Firma gibt es viele Neider und Intriganten. Wenn deine Leistungen bekannt werden, versuchen einige, an deinem Stuhl zu sägen.“<br />
Das hatte ich nicht erwartet. Vollkommen ahnungslos fragte ich sie:<br />
„Was können die denn für Vorteile haben? Wir haben doch unseren Job und arbeiten alle für ein Unternehmen.“<br />
„Es geht hier um die beruflichen Aufstiegschancen. Ich sehe, dass du dich in der Vergangenheit noch nicht damit befasst hast. Besuche doch einmal eine entsprechende Veranstaltung, dann erfährst du sicher viel Neues. Oder warte damit noch etwas, du würdest deine Konkurrenz nur auf dich lenken.“<br />
Jetzt war ich verwirrt und wäre beinahe über einen Ast gestolpert. Barti sah es und lachte:<br />
„Lass dich nicht von schönen Frauen ablenken.“<br />
Ich grinste Lisa an. „Barti hat schon recht. Ich bin froh, dass du neben mir läufst.“<br />
Sie schaute mich fragend an.<br />
„Wenn ich hinter dir laufen würde, könntest du mich ja nicht sehen. Und wenn ich vor dir laufen würde, würdest du nur meinen Hintern sehen.“<br />
„Dann würde ich nur noch stolpern.“<br />
„Du bist ein unmöglicher Kerl. Als wäre mein Hintern sehenswert.“<br />
„Nicht nur der Hintern. Aber ich muss mich jetzt konzentrieren, sonst werde ich noch aus der Gruppe geworfen oder mir geht die Luft aus.“<br />
Alle hatten die 10 km geschafft. Berti meinte zu einigen Teilnehmern, dass sie für den Halbmarathon doch noch einige Trainingseinheiten zulegen müssten. Das hatte zur Folge, dass wir beim nächsten Treffen nur noch zwölf Personen waren. Dieses Mal fuhr ich vorsichtshalber mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, denn wie ich vermutete, ging es schon besser zur Sache und das Tempo war schon höher. Doch wider Erwarten bereiteten mir die 15 Kilometer keine Probleme.<br />
Verschwitzt und abgekämpft erreichten wir das Ziel. Ich sah, wie Lisa kurz nach mir ankam. Sie dampfte richtig.<br />
Sie lachte aber trotzdem. „Heute hatte ich überhaupt keine Chance, dir meinen Hintern zu präsentieren.“<br />
„Das wäre auch nicht fair deinem Freund oder Ehemann gegenüber.“<br />
„Den letzten Freund habe ich vor einem halben Jahr rausgeschmissen.“<br />
„Dann darf ich dich ja einmal auf einen Kaffee einladen?“<br />
„Das wäre nett. Dann können wir unser Gespräch vom letzten Mal fortsetzen.“<br />
„Wann hast du Zeit?“<br />
„Immer, bei mir ginge es auch heute, aber das Problem ist: Ich wohne in der Nähe von Augsburg und bin mit dem Auto hier. Wenn ich jetzt zum Duschen heimfahre, komme ich erst in drei Stunden wieder in München an.“<br />
„Ich könnte dir meine Dusche anbieten. Ich wohne in der Nähe. Falls du Bedenken hast: Meine Verfahren wegen Sittlichkeitsdelikten sind alle im Sande verlaufen. Aber falls du frische Kleidung benötigst, muss ich dich enttäuschen. Bei mir wohnt keine Freundin und ich selbst ziehe keine Frauenkleider an – sie stehen mir einfach nicht.“<br />
Sie musste darauf herzhaft lachen.<br />
„Du weißt schon: Männer, die Frauen zum Lachen bringen, sind die begehrtesten Kerle. Aber keine Sorge, ich bin nicht mit den Laufklamotten gekommen. Ich habe eine Tasche mit frischen Sachen dabei. Du musst also keine Angst um deine Hosen haben – oder noch schlimmer, dass ich nackt in deiner Wohnung herumlaufe.“<br />
„Damit könnte ich mich anfreunden.“<br />
Ihr Blick sagte mehr als Worte.<br />
„Ist es schwierig, bei dir einen Parkplatz zu finden? Dann lasse ich mein Auto stehen.“<br />
„Überhaupt kein Problem, ich habe zwei Tiefgaragenstellplätze. Nimmst du mich mit?“<br />
„Muss ich ja wohl, sonst finde ich nicht hin“, grinste sie.<br />
Eine halbe Stunde später kamen wir in meiner Wohnung an.<br />
„Du wohnst aber schön. Für einen Junggesellen, wie du behauptest, ist es auch noch geschmackvoll eingerichtet.“<br />
„Danke für das Kompliment. Ich zeige dir das Bad und lege dir die Handtücher raus. Duschgel, Shampoo und Föhn liegen allesamt sichtbar herum.“<br />
Ich richtete inzwischen zwei isotonische Getränke für uns her. Zehn Minuten später kam sie aus dem Bad. Sie war bereits fertig angezogen und meinte nur:<br />
„Das Bad ist frei.“ Kurz darauf war auch ich frisch geduscht und wir genossen unser Getränk.<br />
„Warum lebst du alleine?“<br />
Da ich die Neugier der Frauen kannte, wusste ich, dass die Wahrheit hier das beste Mittel war. Keine erfundene Geschichte würde hier etwas nützen.<br />
„Das braucht aber etwas Zeit, denn ich habe nicht immer alleine gelebt.“<br />
„Wenn du Lust hast, könnten wir in einen Biergarten gehen und du erzählst mir von deinem Leben.“<br />
„Aber dann will ich auch alles von dir wissen, außer du haust nach meiner Erzählung bereits ab.“<br />
Wir entschieden uns für den Hirschgarten, denn obwohl er für meine Begriffe etwas abgehoben war, konnte man dort relativ gut essen. Ich rief aber vorsichtshalber noch an und ergatterte einen kleinen Tisch.<br />
Der Nachmittag war einmalig. Lisa hörte zu und fragte ab und zu nach.<br />
„Sie war wirklich so faul und wollte nicht mit dir ins Bett? Bist du so schlecht?“<br />
„Warte doch ab, bis ich fertig bin.“<br />
Ich verharmloste meine Bettgeschichten mit Gundi und Erika, denn ich wollte weder als Sex-Maniac noch als Aufschneider dastehen.<br />
Da kam die nächste Frage: „Alle beide? Und haben sie sich auch beschwert?“<br />
„Einen Moment, ich zeige dir die Empfehlungsschreiben.“<br />
„Du bist ein Blödmann. Und du hast alles beendet, obwohl sie dich heiraten wollte? Bist du also beziehungsunfähig?“<br />
„Ich weiß es nicht, aber ich habe auch noch nie darüber nachgedacht. Aber jetzt bist du dran.“<br />
Lisa hatte zwei große Lieben. Die erste war in der Schulzeit, doch er machte Schluss, weil er große Brüste liebte und sie wegen eines Tittenmonsters, wie Lisa es nannte, verließ.<br />
„Wie du dir denken kannst, hat mich das nicht gerade aufgebaut. Ich habe mir damals ernsthaft überlegt, mir die Brüste operieren zu lassen. Aber zum Glück hat mich der Arzt davon abgeraten, als er meine Geschichte hörte. Natürlich hatte ich auch kein Geld und meine Mutter hätte es mir niemals finanziert.“<br />
„Deine Mutter ist eine kluge Frau. Wie ging es weiter?“<br />
„Meine zweite Liebe war ein Kollege aus der Firma. Ich dachte, mit ihm hätte ich das große Los gezogen. Doch er war irgendwie unreif und hing am Rockzipfel seiner Mutter.<br />
Für die war ich quasi eine Konkurrentin. Als mir die Diskussionen zu dumm wurden, schmiss ich ihn raus. Seitdem lebe ich allein in meiner kleinen Wohnung bei Augsburg und vergrabe mich.<br />
„Da hatte ich ja richtiges Glück, dass ich mich zum City-Lauf angemeldet habe.“<br />
„Jetzt muss ich dir etwas verraten: Ich habe mich erst angemeldet, als ich deinen Namen gelesen habe. Du hast mich in der Kaffeeecke zum Lachen gebracht und das hat zu diesem Zeitpunkt schon einiges bedeutet, denn ich war gerade in einem Tief.“<br />
„Darauf trinken wir!“ Jeder nahm einen großen Schluck aus seinem Maßkrug.<br />
Während des Essens unterhielten wir uns weiter und Lisa erzählte mir von ihren Träumen für ihr weiteres Leben. Sie hätte gerne Kinder und mit ihren 29 Jahren müsse da schon mal etwas geschehen. Wir stellten fest, dass sich unsere Ziele sehr ähnelten.<br />
Leicht beschwipst sagte sie zu mir:<br />
„Wir sollten das wirklich wiederholen. So, wie heute, habe ich mich noch nie geöffnet und noch nie hat mir jemand so aufmerksam zugehört. Du bist schon ein ganz lieber Kerl.“<br />
„Abgesehen davon, dass wir uns sowieso die nächsten Wochen jeden Samstag sehen, möchte ich dich näher kennenlernen. Aber nicht zu schnell, damit du nicht überrumpelt wirst. Du bist mir schon sehr sympathisch.“<br />
Sie schaute mir in die Augen, senkte dann den Blick und flüsterte:<br />
„Ich glaube, ich habe mich heute verliebt.“<br />
„Dann küsse deine große Liebe, bevor du es dir anders überlegst.“<br />
„Darf ich wirklich?“<br />
„Du musst, folge deinem Herzen.“<br />
Ihre Lippen kamen näher und obwohl ein Bier-Kuss normalerweise eher abtörnend ist, war es der schönste Kuss meines Lebens. Er war voller Liebe und Ehrlichkeit. Ich öffnete langsam die Augen und blickte in zwei blaue, treue Augen.<br />
Ich nahm ihre Hände und drückte sie.<br />
„Ich freue mich auf unsere Zukunft.“<br />
Ihr Strahlen konkurrierte nahezu mit der untergehenden Sonne. Wir tranken die Maß nicht mehr aus und erst jetzt kam ihr Verstand zurück.<br />
„Ich bin ja mit dem Auto hier.“<br />
„Du kannst bei mir übernachten, keine Angst.“<br />
„Ich muss aber noch meiner Mutter Bescheid geben. Sie macht sich sonst Sorgen.“<br />
Sie rief ihre Mutter an und sagte ihr, dass sie heute in München übernachten würde. Ich hörte die Mutter sorgenvoll:<br />
„Bei wem? Du kennst doch niemanden in München.“<br />
„Mama, ich bin schon groß und ich kenne sehr wohl Leute in München. Falls du es vergessen hast: Ich arbeite in München.“<br />
„Aber du meldest dich bitte morgen früh, ich mache mir Sorgen.“<br />
Ich blieb ruhig und grinste nur:<br />
„Sie hat nicht einmal gefragt, ob du bei einem Mann oder einer Frau übernachtest.“<br />
„Ich denke, das hat sie sich nicht mehr getraut zu fragen.“<br />
Dann gingen wir los und wie ein altes Ehepaar hängte sie sich ein. Um 20:30 Uhr kamen wir bei mir an. Ich fragte sie, ob sie heute noch weggehen möchte.<br />
„Können wir nicht hierbleiben? Ich spüre das Bier und natürlich auch den Lauf. Und außerdem ist es bei dir so gemütlich, du bist ein netter Gastgeber.“<br />
„Das ist in meinem Sinne. Soll ich dir bequeme Kleidung von mir bringen?“<br />
„Auf jeden Fall brauche ich etwas für die Nacht.“<br />
Ich richte dir auch eine Zahnbürste her und bringe dir einen kurzen Jogger von mir.<br />
„Darf ich den gleich anziehen? Ich liebe es, gemütlich auf der Couch zu sitzen.“<br />
Sie musste ihren Jogger tatsächlich vorne festbinden, denn er wäre sonst nach unten gerutscht. Anschließend schauten wir uns einen Film auf Netflix an.<br />
Gegen 22:30 Uhr gähnte sie und entschuldigte sich fast dafür. „Ich bin hundemüde. Heute ist so viel auf mich zugekommen. Hoffentlich kann ich dann auch schlafen.“<br />
Wir putzten noch die Zähne, dann zog sie vor dem Bett den Jogger aus. Nur mit einer Unterhose schlüpfte sie ins Bett.<br />
Jeder auf seiner Seite. Ich grinste.<br />
„Wie bei einem alten Ehepaar, bei denen passiert auch nichts mehr.“<br />
„Du willst mich nur aus der Reserve locken. Wenn du in 30 Jahren immer noch neben mir liegst und nichts mehr passiert, darfst du es sagen. Da erwarte ich schon noch etwas Leistung von meinem Partner.“<br />
Ich drehte meinen Kopf zu ihr, und sie gab mir einen zärtlichen Kuss. „Ich freue mich schon auf mehr.“<br />
Ab diesem Wochenende waren wir ein Paar und wir harmonierten, wie ich es noch nie erlebt hatte. Natürlich beschränkten wir unsere Treffen nicht auf den Samstag zum Training. Es dauerte nur zwei Wochen, bis wir verschwitzt von unseren täglichen Läufen zurückkamen und sie mich vor der Badezimmertür fragte:<br />
„Kannst du mir beim Duschen behilflich sein? Ich möchte gerne wieder einmal gründlich am Rücken eingeseift werden.“<br />
Gleichzeitig hielt sie mir ihren Mund hin und ich küsste sie voller Verlangen. Blitzschnell hatte sie sich ausgezogen und ich sah sie zum ersten Mal nackt.<br />
Für ihre 1,80 m wog sie maximal 65 kg und hatte endlos lange Beine. Ihre Brüste waren wohlgeformt und liefen spitz zu. Sie drehte sich um und ich sah ihren Hintern. Er war klein und fest, ein Traum für jeden Mann.<br />
„Verstehst du jetzt, warum ich mir die Brüste vergrößern wollte?”<br />
„Jetzt, wo ich dich nackt sehe, verstehe ich es überhaupt nicht mehr. Einen schöneren Busen kann man nicht haben. Er passt so gut zu dir. Ob er in meine Hände passt, werde ich gleich ausprobieren.“<br />
„Du kannst so lieb sein. Bei dir bin ich einfach glücklich.“<br />
„Aber wir haben ein Problem“, sagte ich, während ich meine Boxer auszog. „Ich komme damit nicht in die Dusche.“<br />
Sie lachte und schaute nach unten. „Oops, klein ist er ja nicht. Aber wenn wir ganz nah zusammenrücken, wird er schon seinen Platz finden.“<br />
Dann nahm sie meinen Schwanz in die Hand und zog mich in die Dusche. Ihre Brüste waren fest, und ich hatte das Gefühl, sie seien maßgeschneidert für mich. Unter dem prasselnden Wasser küssten wir uns, ich knetete ihren Hintern und fasste vorsichtig an ihre Mumu. Die Nässe kam bestimmt nicht von der Dusche.<br />
„Schieb ihn mir ganz vorsichtig rein, ich brauche jetzt deinen Schwanz.“<br />
Ich hob diese leichte Frau hoch und ließ sie auf meinem Schwanz sinken.<br />
„Oh Gott, ist das schön.“<br />
Doch dann mussten wir aufhören, denn es war zu eng in der Kabine. In Handtücher gehüllt rannten wir ins Schlafzimmer. Wir machten dort weiter, wo wir in der Duschkabine aufgehört hatten, und wir harmonierten perfekt.<br />
Ich saugte an ihren Brüsten und fickte sie nach Strich und Faden. An ihren Geräuschen hörte ich, wie gut sie geschmiert war, und als sie ihren ersten Orgasmus durchs Schlafzimmer schrie, war das Musik in meinen Ohren. Gleichzeitig spritzte ich eine große Menge meines Spermas in sie. Wir schmusten noch sehr lange. Nach einer Weile fragte sie mich, ob ich sie liebe.<br />
„Mehr als mich selbst.“<br />
„Das wollte ich hören, denn du fickst wie ein Gott und ich wollte nur wissen, ob mich dieser Gott auch liebt.“<br />
Kurz darauf wollten wir es schon wieder. Sie umklammerte mich mit ihren langen Beinen und ließ erst wieder locker, als ich meine nächste Ladung in sie gespritzt hatte. Danach saugte sie meinen Schwanz und lutschte genussvoll daran.<br />
Ab diesem Tag machten wir täglich Liebe, lediglich an ihren Tagen verzichteten wir darauf, darin waren wir uns einig. Zwei Tage vor dem Citylauf wollte sie auch nicht.<br />
„Nach unserem Sex habe ich immer weiche Knie. Ich möchte nicht, dass du verlierst.“<br />
Wir einigten uns darauf, dass ich die ersten zehn Kilometer hinter ihr laufen würde. Ich wollte einfach ihren Arsch vor mir haben und die restliche Strecke würde ich sie überholen.<br />
„Wenn ich dich einhole, dann will ich noch vor der Siegerehrung von dir gevögelt werden, denn ich habe Nachholbedarf.“<br />
„Und wenn du mich nicht einholst, was dann?“<br />
„Dann musst du mich heiraten, denn dann bin ich ein schwaches Weib.“<br />
Unser Team trat mit zwölf Personen an und es wurde hart. Lisa legte von Anfang an ein Tempo vor, sodass ich Mühe hatte, mit ihr Schritt zu halten. Allerdings hatte ich nur Augen für ihren geilen Arsch.<br />
Als ich sie nach zehn Kilometern überholte, stellte ich fest:<br />
„Du läufst ja wie eine Weltmeisterin.“<br />
Sie grinste: „Jetzt bin ich müde und kann dich nicht mehr einholen. Jetzt wirst du mich heiraten müssen.“<br />
Dann legte ich los und lief ein wirklich flottes Tempo. Lisa sah ich nicht mehr, denn inzwischen hatten sich ein paar Läufer zwischen uns geschoben. Es waren wohl noch 100 Meter bis zum Ziel, als ich zum Zielsprint ansetzte. Da klopfte mir jemand auf die Schulter. Lisa rannte mit hochrotem Kopf neben mir her und keuchte: „Entschuldige, ich wollte dich nicht unter Zugzwang bringen.“<br />
Wir liefen gleichzeitig ins Ziel. Lisa hatte bei den Frauen tatsächlich Bestzeit und auch ich lag auf einem der vorderen Plätze. Unsere Crew erreichte den zweiten Platz; lediglich dem professionellen Team eines Sportvereins mussten wir uns geschlagen geben. Wir tranken sofort ein isotonisches Getränk, dann erinnerte ich Lisa an ihr Versprechen.<br />
„Du willst das wirklich machen? Das war doch nur Spaß!“<br />
„Sehe ich so aus, als würde ich diese Art von Spaß verstehen?“, grinste ich. Uns beiden rann der Schweiß in Strömen herunter und wir standen noch schwer unter Adrenalin.<br />
„Komm mit“, sagte sie und zeigte auf einen Hauseingang, bei dem ein Spalt offenstand.<br />
Unauffällig schlichen wir zur Haustür und schlüpften hinein. Es war halbdunkel. Sie lehnte sich mit dem Gesicht an die Wand, schob ihre Laufhose nach unten und zeigte mir ihren nackten Arsch.<br />
„Fick mich jetzt, so fest du kannst, ich bin geil ohne Ende.“<br />
Mein Kleiner war sofort betriebsbereit, und ohne jeglichen Widerstand glitt ich in ihre Grotte. Es brauchte keine zwei Minuten, da kamen wir gleichzeitig.<br />
Sie drehte sich um und fraß mich fast auf. „Hast du ein Taschentuch?“<br />
Jetzt hatten wir ein Problem, denn mein Sperma lief aus ihr heraus.<br />
„Komm, ich lecke es heraus, denn wir wollen doch keinen schlechten Ruf.“<br />
Ich leckte an ihrer Möse und schluckte dabei mein eigenes Sperma. Dem Geschmack nach war auch Lisas Saft dabei. Zum Schluss saugte ich noch kurz an Lisas Klitoris, woraufhin sie noch einmal einen Orgasmus hatte.<br />
„Hör jetzt sofort auf, sonst falle ich über dich her“, ermahnte sie mich.<br />
Endlich konnten wir wieder rausgehen und mischten uns unter das Volk. Unsere Tat blieb unbemerkt.<br />
Erst zu Hause mussten wir über uns lachen. Ich fragte Lisa, warum sie so gerannt ist.<br />
„Ein Heiratsantrag muss freiwillig sein.“ Mehr sagte sie nicht.<br />
„Es hätte mir schon gut gefallen. Meinst du, dass wir füreinander geschaffen sind?“<br />
Sie nickte und küsste mich. Damit war es beschlossene Sache.<br />
Zuvor hatte ich jedoch noch eine Beförderung erhalten, mit der ich nicht gerechnet hatte.<br />
„Ich habe es dir vorausgesagt. Die anderen Bewerber hatten keine Chance.“<br />
„Ich habe mich doch gar nicht beworben.“<br />
„Ich habe einfach deinen Namen auf die Liste geschrieben und dann mussten sie sich mit dir befassen. Das Gremium hat mich dann gefragt, warum keine offizielle Bewerbung vorliegt und ich habe zwei Gründe genannt. Der erste war, dass du arbeiten musst und für solche Dinge keine Zeit hast. Der zweite war, dass ein gutes Gremium auch über den Tellerrand hinausschauen können muss. Sie konnten einfach deine Leistungen nicht ignorieren.“<br />
Drei Monate später heirateten wir und neun Monate darauf wurden wir Eltern eines Sohnes.<br />
Das ging jetzt zu schnell, denn Lisa war im Mutterschutz und ich hatte in den letzten Monaten nur im Homeoffice gearbeitet. Ich wollte meine Frau einfach unterstützen.<br />
Um sechs Uhr hat mich meine Frau geweckt und gesagt, dass es losgeht. Mit dem Auto fuhr ich in die Entbindungsstation, wo wir professionell versorgt wurden. Alles verlief zu unserer Zufriedenheit und als ich unseren Sohn in den Armen hielt, wusste ich, dass ich der glücklichste Mann auf der Welt war.<br />
Ich küsste meine Frau noch und wir waren stolz auf unsere Leistung. Die größte Überraschung erlebte ich jedoch, als ich mit unserem Sohn in die Kinderabteilung zur Erstuntersuchung ging.<br />
Vor mir stand Gundi und lächelte mich an.<br />
„Man sieht dir das Vaterglück wirklich an. Wenn ich mir deinen Sohn so betrachte, dann hast du ein Meisterstück hinbekommen.“<br />
Sie untersuchte ihn gründlich und stellte fest, dass er kerngesund war. Dann wollte sie wissen, wie es mir in den letzten Jahren ergangen sei.<br />
„Gundi, nach unserer Trennung wollte ich alleine leben. Es nagte sehr an mir, dass mich zwei Frauen auf einmal verlassen hatten. Aber dann habe ich meine Frau kennengelernt und bin seitdem glücklich. Wie war dein Lebensweg?“<br />
„Ich habe mich viel zu schnell auf einen zukünftigen Lehrer eingelassen. Der war fast noch schlimmer als mein Vater. Ich wollte schon bei dir betteln, ob du mich nicht zurücknimmst, da hat mich meine Mutter unter ihre Fittiche genommen.<br />
Sie hat mir beigebracht, wie man selbstständig lebt und dass man sich niemals in eine Abhängigkeit begeben soll. Das hast du mir ja auch schon gesagt und ich bin deinem Rat schweren Herzens gefolgt. Nach meinem Studium habe ich in der Klinik angefangen und lebe jetzt mit einem lieben Kollegen zusammen. Wir harmonieren wirklich gut, und er ist lernfähig, was das Bett angeht. Da hast du die Latte schon sehr hoch gehängt. Und dir kann ich es verraten: Ich bin schwanger.“<br />
Ich drückte Gundi dafür und fragte sie, wie es ihrer Mutter geht.<br />
„Sie lebt wieder allein, denn ihr Liebhaber ist mit seiner Firma pleitegegangen und wollte seitdem von ihrem Einkommen leben. Sie hat ihn rausgeschmissen. Ich glaube ihrer Version zwar nicht, ich denke, er hatte nicht die Qualitäten wie du.“<br />
„Blödsinn! In ein paar Monaten ist sie Oma und hat dann eine neue Aufgabe.“<br />
Gundi besuchte dann noch meine Frau und die beiden verstanden sich ausgezeichnet.<br />
Tatsächlich entwickelte sich eine Freundschaft zwischen Gundi, ihrem Partner Ludwig und uns. Selbst Erika luden wir zu unseren Treffen ein.<br />
Sie war auch eine liebe Oma und fand ihre Erfüllung in der Betreuung der Kinder.<br />
Ab und zu drückte sie mich und flüsterte mir zu, dass ihr das reiche. Sie wollte mich nicht zu mehr verführen, denn sie liebte mich immer noch.<br />
Lisa sah es mit einem Lächeln und meinte:<br />
„Du hast schon einen bleibenden Eindruck bei den Damen hinterlassen. Ich kann ihnen nachfühlen, ich würde dir auch ein Leben lang nachweinen. Wenn du ihr wieder einmal etwas Gutes tun willst, sag es mir vorher, denn Geheimnisse zwischen uns soll es nicht geben.“<br />
„Lisa, du bist das schlimmste Weib, das es gibt.“ An diesem Abend trieben wir es wieder einmal so heftig, dass sich unsere Nachbarn beschwerten. Ich glaube und es stellte sich einige Wochen später heraus, dass ich richtig gelegen habe. Ich hatte Lisa in dieser Nacht erneut geschwängert. Somit legten wir den Grundstein für eine Bilderbuchfamilie.<br />
Ein paar Jahre später kamen unsere Kinder in die Schule, unser Sohn nach der vierten Klasse aufs Gymnasium. Beim ersten Elternsprechtag teilten wir uns auf und ich bekam die leichten Fächer, unter anderem Sport. Als ich das Klassenzimmer betrat, stockte mir der Atem. Ich stand vor Sara, meiner ersten großen Liebe, die ich damals sitzen gelassen hatte.<br />
Vorsichtig murmelte ich:<br />
„Hallo Sara, wie geht es dir?”<br />
Sofort erwartete ich pure Feindseligkeit und überlegte bereits, wie ich unseren Sohn vor der Frau schützen könnte.<br />
Doch sie überraschte mich.<br />
„Du brauchst keine Angst zu haben. Ich bin dir keinesfalls böse und auch nicht nachtragend. Eher bin ich dir dankbar, denn du hast mich zum Nachdenken gebracht. Ich habe mir nach deinem Rausschmiss in den folgenden Wochen tatsächlich überlegt, warum ich mit dir keinen Sex wollte. Ich rätselte, was mit mir nicht stimmte.<br />
Bis ich Anna kennenlernte, eine liebe Frau, die ein paar Jahre älter war als ich. Sie verführte mich und es war wundervoll. Seitdem weiß ich, dass ich nichts mit Männern anfangen kann. Wir haben inzwischen geheiratet und ich habe eine liebe Tochter. Das nur kurz zusammengefasst. Ich habe mir immer wieder überlegt, ob ich dich anrufen soll, um dir das zu sagen, dann kam ich zu der Erkenntnis, so wichtig war das auch nicht.“<br />
„Ich hätte mich trotzdem auf deinen Anruf gefreut, denn ich hatte trotz allem ein schlechtes Gewissen.“<br />
Sie lachte jetzt und meinte:<br />
„Ich habe es schon gelesen, dass dein Sohn in meinem Unterricht kommt. Keine Angst, ich mag Jungs und auf deinen Sohn werde ich ein besonderes Auge haben. Ich mag dich ja immer noch, auch wenn du damals ein furchtbar geiler Bock warst.“<br />
Sie lachte so laut, dass Tränen aus ihren Augen kamen.<br />
„Verzeih mir diesen Scherz, aber ich musste ihn loswerden.“<br />
„Was macht deine Kletterei?“<br />
„Ich habe aufgehört, denn es gibt schönere Dinge im Leben.“<br />
Sie verabschiedete sich von mir und ich wusste, dass ich alles richtig gemacht hatte.<br />
Ich erzählte es auch Lisa, doch sie schüttelte nur den Kopf.<br />
„Deine Weiber verfolgen dich wahrscheinlich noch bis ins Grab.“</p>
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		<title>Wenn nebenan die Sünde wohnt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Roman Tiker]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Nov 2025 12:00:48 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Eine nicht immer ganz ernst gemeinte Geschichte von einem Pinguin, der eines Tages aufhörte zu zittern. Die ersten Vorboten des Frühlings leuchten zum Fenster herein, hinter dem ich sitze und&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine nicht immer ganz ernst gemeinte Geschichte von einem Pinguin, der eines Tages aufhörte zu zittern.</p>
<p>Die ersten Vorboten des Frühlings leuchten zum Fenster herein, hinter dem ich sitze und in Max Frischs Homo Faber blättere. Ein Buch, das unsere Deutschlehrerin uns ans Herz gelegt hat, weil sie eine schriftliche Diskussion über das Werk von uns erwartet. Die Geschichte des todkranken Ingenieurs, der, ohne es zu wissen, eine sexuelle Beziehung zu seiner ihm bislang unbekannten Tochter eingegangen ist, und sozusagen auf dem Sterbebett alles noch ins Gute umkehren möchte, beschäftigt mich.</p>
<p>Ich hebe meinen Blick und starre in den hellen Schein der Sonne, die ihre ersten warmen Strahlen zur Erde schickt, genieße das Licht, das nach der dunklen Jahreszeit neues Leben bedeutet.</p>
<p>Von meinem Fenster aus kann ich sehen, dass Nadja, unsere Nachbarin, Wäsche auf die Leine gehängt hat und zwischen den weißen Hemdchen erkenne ich den blauen Büstenhalter, unser geheimes Zeichen, das mir sagen soll, dass sie auf mich wartet, denn der blaue Büstenhalter bedeutet, dass sie heute an der Reihe ist.</p>
<p>&#8212;</p>
<p>Alles begann im letzten Herbst, ein paar Wochen nachdem ich volljährig geworden war. Nadja hatte mir ein verspätetes Geburtstagsgeschenk machen wollen und mir ein Päckchen überreicht. Als ich es in meinem Zimmer öffnete, konnte ich meinen Augen nicht trauen, denn es enthielt einen kleinen Pinguin, der, wenn man einen Schalter betätigte, Summgeräusche von sich gab und auf der Tischplatte begann zu tanzen. Erst da fiel mir die komisch gestaltete Nase auf, die ringförmig modelliert, etwas vertieft eine Membran enthielt, die kleine Stromstöße abzusondern schien. Mehrfach drückte und schob ich am Schalter herum, weil ich einen Funktionsfehler vermutete, und bei jeder Stellung gab das kleine knuffige Tier ein anderes Geräusch ab und zitterte an verschiedenen Stellen.</p>
<p>Lange beobachtete ich das schwarzweiße Etwas mit dem orangenen Schnabel, wie es auf meinem Schreibtisch vor sich her tanzte und fragte mich, was Nadja mir damit sagen wollte. Ich nahm den Begleitzettel in die Hand und war noch perplexer als zuvor, als ich las, dass es sich um ein Spielzeug für erwachsene Frauen handelte. Nun war ich zwar erwachsen, aber mitnichten eine Frau, was sollte ich also mit einem solchen Ding?</p>
<p>Nadja war alles andere als eine offene Frau, zumindest bis dahin. Sie lebte seit einigen Jahren in dem Haus neben uns, war dort mit ihrem Mann eingezogen, anscheinend, weil sie ein Nest für ihre Familie gesucht hatten. Da die Verbindung kinderlos geblieben war, hatte ihr Mann sich Anfang des Jahres von ihr getrennt und sie alleine zurückgelassen. Wer seine Frau liebt, sollte man doch meinen, lässt sich nicht so leicht davon abbringen, eine gemeinsame Lösung zu finden. Ihr Mann war da offensichtlich anderer Meinung. Dabei war Nadja wirklich nett. Nun gut, ich kannte sie bis zu diesem Zeitpunkt nur als Nachbarin und da war sie freundlich, hilfsbereit und immer zu Scherzen aufgelegt und&#8230; sie sah verdammt gut aus.</p>
<p>Wie alt sie genau war, wusste ich gar nicht, ich schätzte sie zwischen Ende dreißig und Anfang vierzig, wobei das mit dem Schätzen bei mir immer so eine Sache ist. Was ihr Aussehen betrifft, konnte sie auf jeden Fall mit allen Lehrerinnen unseres Gymnasiums mithalten, die zur Zielgruppe der Oberstufe gehören, und das sollte was heißen, stand doch unsere Direktorin auf junge Frauen und war bei jedem Personalauswahlgespräch persönlich anwesend. Glücklicherweise hatte die Schulchefin den gleichen Geschmack wie ihre Schüler.</p>
<p>Jedenfalls hatte sich das mit dem Pinguin schnell geklärt. Mit hochrotem Kopf klopfte Nadja an der Terrassentüre und nahm mich zur Seite, um mir ein weiteres Päckchen in gleicher Form und Größe zu überreichen. Sie hoffte natürlich, dass ich mein Geschenk noch nicht geöffnet hatte und ich ließ sie zunächst auch in dem Glauben, als ich es ihr zurückgab, wollte ich die Situation doch nicht peinlicher machen, als sie eh schon war. Sie musste es dennoch bemerkt haben, denn noch während ich das von ihr geschenkte Geduldsspiel auspackte, klopfte es erneut und sie bat mich um ein Gespräch. Nicht hier und nicht jetzt, wo meine Eltern, die dabei waren, den Garten auf Vordermann zu bringen, jeden Moment hereinplatzen könnten. Ich versprach ihr, nach dem Abendessen vorbei zu kommen, und versuchte dabei besänftigend zu klingen.</p>
<p>Das war der Scheidepunkt, von wo aus vieles anders wurde zwischen uns, der Punkt, ab dem ich mich auf ganz andere Weise für Nadja zu interessieren begann.</p>
<p>Ich betrat über die Terrasse ihr Wohnzimmer, weil man durch den Garten mühelos von einem zum anderen Grundstück wechseln konnte. Das plegten wir das von Anfang an so, wegen der guten Nachbarschaft. Sie saß zusammengekauert auf ihrem Sofa, die Füße an ihren Körper gezogen, und bat mich, mich zu setzen. Im Sessel, ihr genau gegenüber, nahm ich Platz und merkte, dass mir die Situation genauso skurril vorkam wie ihr. Eine erwachsene Frau musste einem Heranwachsenden gestehen, was sie sich im Internet bestellt hatte und jetzt ausgepackt zwischen uns beiden auf dem Tisch stand: der schwarzweiße Pinguin mit der orangenen Nase, der laut Verpackung versprach, Frauen eine große Freude zu bereiten.</p>
<p>Nadja fragte schüchtern, ob ich ihn ausgepackt hätte und es gab nichts zu leugnen, war es doch meine Angewohnheit, Verpackungen beim Öffnen grundsätzlich nachhaltig zu beschädigen. Dann fragte sie, ob ich mir das Tierchen genau angesehen hätte, was ich ebenfalls nicht abstreiten konnte, weil ja in großen Buchstaben der bestimmungsgemäße Gebrauch auf dem Zettel angepriesen wurde. Mir blieb nur, zaghaft zu nicken. Die folgende Stille war unerträglich, in der Nadja nach Worten suchte, und mir etwas zu erklären versuchte, was mich im Grunde gar nichts anging.</p>
<p>Sie begann damit, dass es im Zyklus einer Frau diese und diese Tage gab, und genau an dieser Stelle verstand ich rein gar nichts. Ich hatte mich bisher nie mit dem Zyklus einer Frau näher beschäftigt. Und vor allem verstand ich nicht, warum sie das gerade mir erläuterte. Was ich sehr wohl verstand, war die Tatsache, dass Nadjas Erklärung den Freund in meinem Schritt über alle Maßen zu interessieren schien.</p>
<p>Nachdem sie geendet hatte, ließ sie mich mit fragendem Blick zurück und öffnete mir die Tür zum Gehen. Ich saß noch immer in ihrem Sessel und verstand erst da, dass sie jetzt unbedingt alleine sein wollte. Alleine oder vielleicht nur alleine mit ihrem Pinguin?</p>
<p>In den nächsten Tagen sah ich meine Nachbarin mit ganz anderen Augen, wenn sie die Terrasse kehrte, die Stühle geradeschob, im Garten werkelte oder einfach das gute Wetter genoss. Immer wieder stellte ich mir die Frage, ob sie gerade Lust verspürte, wie sie mir versucht hatte zu erklären, oder ob heute einer dieser oder jener Tage ihres Zyklus sein mochte.</p>
<p>Ein paar Tage später, ich saß wiedermal in meinem Zimmer am Schreibtisch und büffelte für mein Abitur, fiel mir auf, dass sie beim Wäscheaufhängen zwischen den ganzen weißen Blusen und Unterhemden ein blaues Teil hängte. Bei genauerer Betrachtung erkannte ich, dass es ein Höschen war, eines dieser knappen Dinger, die nur wenig zu bedecken in der Lage sind.&nbsp; Ich stellte mir die unsinnige Frage, ob Nadja so etwas Knappes auch schon mal trug. Neugierig ging ich runter in den Garten, wartete, bis Nadja wieder im Haus verschwunden war, und bewegte mich vorsichtig zu ihrer Wäscheleine.</p>
<p>Je näher ich kam, desto deutlicher erkannte ich den zarten Spitzenbesatz in der Mitte des Dreiecks, der in der intimen Region des Schrittes an sich doch vor ungewollten Einblicken schützen sollte, durch die durchsichtige Spitze genau diesen Bereich jedoch geradezu allen Blicken auslieferte. Ja, so etwas konnte auch nur mir einfallen. Welche Blicke sollten schon ungewollt sein, hätte Nadja sich bereits bis hierhin entblättert? Warum aber hing sie genau ein blaues Höschen auf die Leine zwischen all der weißen Wäsche?</p>
<p>Von draußen versuchte ich zu erahnen, ob Nadja zu Hause war und sah Bewegung in ihrer Küche. Durch die geöffnete Terrassentüre rief ich ihren Namen. Zuerst tat ich so, als mache ich mir Sorgen, wollte aber insgeheim nur hinter ihr Geheimnis kommen. Dass es ihr gutging, war eindeutig, als sie ins Wohnzimmer kam und ich sah, dass rosige Wangen ihr Gesicht dominierten, welches mich erschrocken ansah, umrahmt von einer wirren Frisur ihrer sonst so geordneten Haare. Zu allem Überfluss hielt sie den Pinguin in der Hand und wischte ihn mit einem Küchentuch trocken. &sbquo;Eins und eins macht zwei&#039;, dachte ich mir &sbquo;sie hat heute einen dieser Tage.&#039;</p>
<p>&bdquo;Ich wollte nur nachsehen, ob es dir gutgeht&quot;, versuchte ich, meinen spontanen Besuch zu erklären.</p>
<p>&bdquo;Danke, Roman, aber warum sollte es mir nicht gutgehen?&quot; Fahrig zupfte sie an ihrem Rock und ich meinte zu erkennen, dass sie versuchte, den kleinen Freund aus der Antarktis vor mir zu verstecken. Sie merkte schnell, dass ihr das nicht gelang und stellte ihn provokativ auf das Sideboard.</p>
<p>Jetzt wusste sie, was ich wusste, und ich wusste, was sie getan hatte, und zumindest ich fühlte mich in dieser Situation alles andere als wohl, weil ich mir vorkam wie ein billiger Spanner, der fremden Frauen hinterher spioniert.</p>
<p>&bdquo;Entschuldige, das ist mir jetzt echt peinlich&quot;, versuchte ich einzulenken, doch das ganze Entschuldigen änderte nichts. Nadja ging in die Küche zurück, stand mit dem Rücken zu mir am Fenster und trank an einem Glas Wasser. Wie ein begossener Pudel stand ich, Roman, 18 und ohne viel Erfahrung mit Frauen, im Wohnzimmer meiner Nachbarin und schämte mich zu Tode. Und außerdem empfand ich Mitleid mit Nadja, weil sie offensichtlich sexuelle Befriedigung suchte und nicht fand, und am Ende von ihrem heranwachsenden Nachbarn ertappt worden war.</p>
<p>Was auch immer mich in diesem Moment geritten hat, ich danke Gott dafür, denn anstatt weg zu gehen, folgte ich ihr in die Küche und legte ihr eine Hand auf die Schulter. Worte brauchte es anscheinend nicht. Sofort drehte sie sich zu mir und sah mir in die Augen. Diese Momente, in denen man sich ansieht und versteht, ohne ein Wort gesprochen zu haben, sind so unendlich kostbar, weil sie ehrlich sind und man sich nicht verstellen kann. Ich bin mir sicher, dass auch Nadja in diesem Augenblick dieses unsichtbare Band zwischen uns spürte, und doch sagte sie: &bdquo;Roman, du solltest jetzt gehen.&quot; Ich hätte sie gerne in den Arm genommen, doch genau das tat ich nicht.</p>
<p>Es vergingen Tage, in denen mir Nadja nicht mehr aus dem Kopf ging. Immer wieder musste ich an sie denken, sah ihren blonden Bubikopf vor mir und ihre graublauen Augen und wusste, dass sie nicht nur unsere Nachbarin war, sondern eine Frau mit einer ganzen Menge ungestillter Bedürfnisse.</p>
<p>Eines Tages, es muss Anfang Oktober gewesen sein, stand Nadja auf unserer Terrasse, als ich mir in der Küche etwas zu trinken holte, und sah unentschlossen durch die offene Türe. Es war noch immer warm, einen goldenen Oktober hatte der Wetterbericht angekündigt, und da wunderte es mich nicht, dass sie zu ihrem grünen Faltenrock nur ein kurzärmeliges Oberteil trug.</p>
<p>Erst beim zweiten Hinsehen erkannte ich, dass sie darunter offensichtlich nichts anhatte, denn ihre leicht gebräunte Haut schimmerte durch den dünnen Stoff.</p>
<p>&bdquo;Warum kommst du nicht rein?&quot;, fragte ich und ging auf sie zu.</p>
<p>&bdquo;Kannst du mir mal helfen?&quot; Sie wartete nicht ab, sondern ging zielstrebig durch unseren Garten auf ihr Grundstück und erwartete, dass ich ihr folgte.</p>
<p>An der Leine hing schon wieder, wie jetzt fast jeden Tag, einer ihrer Slips, diesmal in dunkelgrün. Auf dem Wohnzimmertisch stand ihr zittriger schwarzweißer Freund.</p>
<p>&bdquo;Er macht nichts mehr. Kennst du dich mit so etwas aus?&quot;</p>
<p>Natürlich kannte ich mich mit technischen Geräten aus, doch dazu gehörten bisher keine Spielzeuge dieser Art.</p>
<p>&bdquo;Ich kann ihn mir ja mal anschauen&quot;, versuchte ich, fachmännisch zu klingen, und nahm das kleine Tierchen in die Hand.</p>
<p>Ich schob den Schalter ein paarmal hin und her, doch nichts geschah.</p>
<p>&bdquo;Ist er geladen?&quot;, fragte ich und hätte mir fast auf die Zunge gebissen.</p>
<p>&bdquo;Ja, natürlich&quot;, sagte Nadja und sah mich verständnislos an.</p>
<p>&bdquo;Vielleicht hat er einen Wackelkontakt?&quot;</p>
<p>Mit dem Daumen drückte und schob ich an dem Knopf auf der Unterseite, konnte Nadjas kleines Haustier jedoch nicht zum Leben erwecken. Ich drehte das Ding in der Hand hin und her und überlegte, dass es sie überkommen haben musste, und jetzt ihr Spielzeug versagte, anders war Nadjas Aufregung nicht zu erklären. Große Enttäuschung lag in ihrem Blick, als ich ihr sagte, dass ich keine Stelle finden würde, an der man das kleine technische Gerät öffnen konnte. Erst da fiel mir auf, dass ihr Oberteil an zwei Stellen ganz besonders gespannt wurde, nämlich dort, wo man die spitzen Kronen ihrer kleinen weiblichen Erhebungen vermutet. Es stachelte mich umso mehr an, eine Lösung für ihr Problem zu finden, wo ich mir mehr als bewusst war, dass meine Nachbarin im Moment sehr erregt sein musste.</p>
<p>Vielleicht, so denke ich heute, hätte ich sie damals in den Arm nehmen und sie trösten sollen, doch ich verabschiedete mich mit einem mitleidigen Blick und ging unverrichteter Dinge nach Hause. Als ich bei der Wäscheleine vorbeikam, stellte ich mir abermals die Frage, warum der einzelne Slip dort hing.</p>
<p>Zwei Tage später stand Nadja wieder auf unserer Terrasse und unterhielt sich mit meinem Vater. Worüber sie redeten, konnte ich nicht verstehen, jedenfalls sahen die beiden mich an, als ich zur Tür hereinkam, und lächelten.</p>
<p>&bdquo;Roman, kannst du Nadja vielleicht mal helfen, ich schaffe das mit meinem Rücken nicht.&quot;</p>
<p>Natürlich war ich bereit, ihr zu helfen, bevölkerte sie doch täglich meine Gedanken. Es handelte sich nur um einen großen Karton, den sie alleine auf ein hohes Kellerregal hieven wollte und zu klein dafür war. Zusammen schafften wir es, das große Ding dort zu platzieren, wo es hingehörte, und mich ritt der Teufel, als wir mit erhobenen Händen nebeneinanderstanden, unsere Körper sich wie zufällig berührten und ich sie nach dem Pinguin fragte.</p>
<p>Sie schaute mich ungläubig an,&nbsp; und da war er wieder, der Moment, wo reden keinen Sinn hat. Diesmal nahm ich sie in den Arm.</p>
<p>&bdquo;Danke, dass du mir geholfen hast&quot;, sagte sie und gab mir ein unsicheres Küsschen auf die Wange. &bdquo;Du solltest jetzt gehen&quot;, fügte sie hinzu, doch ich dachte gar nicht daran, schlang meine Arme fest um sie und hielt sie.</p>
<p>Ich kann nicht sagen, wie lange wir dort standen, und ich weiß auch, wie blöd das klingen mag, jedenfalls hatte ich zum ersten Mal in meinem Leben das Gefühl, mich richtig verliebt zu haben.</p>
<p>Nadja löste sich aus meiner Umarmung, strich sorgfältig ihre Kleidung glatt, atmete ein paarmal tief durch und fragte, ob ich was trinken wollte. Ich hatte den Eindruck, dass sie nicht wollte, dass ich ging, also nahm ich ein Glas Wasser und setzte mich, nachdem wir hochgegangen waren, an den Küchentisch. Ich glaubte in meiner jugendlichen Naivität, dass sie mir etwas sagen wollte, so wie sie mich ansah, hatte jedoch keinen blassen Schimmer, was. Stumm öffnete sie eine Schublade und stellte einen kleinen Pinguin auf den Tisch.</p>
<p>&bdquo;Der ist neu&quot;, sagte sie und lächelte mich verschmitzt an. Zum zweiten Mal stand dieser schwarzweiße kleine Pinguin zwischen uns und sah mich an. Ich nickte, denn diese Frage war geklärt. Stumm tranken wir, sahen uns an und ein Lächeln bildete sich auf Nadjas Gesicht. Ich lächelte natürlich zurück, und nach einer gefühlten Ewigkeit, als die Ruhe begann, unangenehm zu werden, stand ich auf zum Gehen, war schon fast auf der Terrasse, da drehte ich mich um. Das Geheimnis des Slips auf der Leine schwebte noch immer ungelöst in meinem Kopf und ich glaubte, dass jetzt der richtige Zeitpunkt wäre, danach zu fragen.</p>
<p>Wie versteinert sah Nadja mich an, rang nach Worten, dann platzte es aus ihr heraus: &bdquo;Kannst du dir das nicht denken?&quot;</p>
<p>Mein Gehirn ratterte wie verrückt, doch ich kam nicht drauf. Erst als sie sich seitlich zu mir stellte und ihren Rock am Bein langsam nach oben schob, bis über ihre Hüfte, und keine Spur eines Stückchens Stoff zu sehen war, wo eigentlich eines hätte sein müssen, dämmerte mir, dass sie unter ihrem Rock kein Höschen trug, und dass das auf der Leine jenes war, welches sie zuvor angehabt haben musste.</p>
<p>Diesmal wurde ich rot bis hinter die Ohren, Wärme stieg mir ins Gesicht und das gesamte Blut schoss entweder nach oben oder zwischen meine Beine. Nadja musste es gesehen haben, denn sie grinste und sagte: &bdquo;Morgen hänge ich es vielleicht vorher raus.&quot;</p>
<p>Bis an die Haarspitzen erregt, kroch ich mehr nach Hause, als ich lief, und man kann sich vorstellen, wie die nächste Stunde ablief, in der ich meine Erregung abbaute beim Gedanken daran, dass Nadja ohne Unterhöschen in meinem Arm gelegen hatte, und was alles im besten Fall hätte passieren können.</p>
<p>Erschöpft lag ich auf meinem Bett und überlegte, ob es von Nadja als Einladung gemeint war, als sie meinte, sie würde das besagte Wäschestück am nächsten Tag vorher raushängen. Ich für meinen Teil verstand es jedenfalls so und nahm die Einladung an, als Nadja ihren Garten am Nachmittag des nächsten Tages betrat, mir von dort zuwinkte und ein einzelnes rotes Höschen an die Leine hing.</p>
<p>Zielstrebig erreichte ich ihren Garten und stoppte erst an der Leine. Verschämt besah ich mir den roten Hauch von einem Nichts genauer an und musste feststellen, dass, bis auf die Stelle, die genau zwischen die Beine gehörte, der Stoff trocken war. Sie hatte es gar nicht gewaschen wie die anderen Teile, die man gemeinhin zum Trocknen auf die Leine hängt, sondern einfach ausgezogen und aufgehängt, um es mir zu zeigen. Mir stieg, als mein Gesicht sich der dunkleren Stelle näherte, ein atemberaubender Duft in die Nase.</p>
<p>Ohne ein Genie in Mathematik zu sein, rechnete ich mir aus, dass sie drinnen auf mich warten würde. Diese Gelegenheit wollte und konnte ich mir nicht entgehen lassen, also schlich ich über Nadjas Terrasse, um durch das große Fenster einen ersten Blick zu erhaschen. Mein Herz hämmerte in meiner Brust und ich spürte meinen eigenen Pulsschlag überdeutlich in meinen Ohren.</p>
<p>Nadja saß auf dem Sofa, die Beine an sich gezogen, und sah von innen auf das große Fenster. Mit dem Finger machte sie eine eindeutige Bewegung, ich solle reinkommen, woraufhin ich schüchtern und mit schlotternden Knien ihr Wohnzimmer betrat.</p>
<p>Hätte ich zu dem Zeitpunkt geahnt, dass sie mich nicht nur teilhaben lassen wollte, dass ich nicht nur Zeuge sein sollte, wenn sie ihr eiskaltes Haustier zum Einsatz brachtr, ich hätte sicher einen Rückzieher gemacht. Doch so setzte ich mich wie selbstverständlich in dem Sessel ihr gegenüber. Nadja lächelte mich an, ich lächelte zurück und wir beide wussten um die sexuelle Ladung des Gegenübers. Ich, weil sie aus gutem Grund kein Höschen mehr trug und sie, weil das Zelt in meiner Hose nicht zu verstecken war.</p>
<p>&bdquo;Magst du es dir nicht bequem machen?&quot;, fragte sie.</p>
<p>Ich verstand nicht, was sie meinte, denn ich fand ihre Sessel schon immer äußerst bequem. Als ich es ihr sagte, lachte sie laut.</p>
<p>&bdquo;Du bist ja lustig. Ich meine&quot;, dabei zeigte sie auf meinen Schritt, &bdquo;das sieht so spannend aus.&quot;</p>
<p>Sie wartete einen Augenblick, dann steckte sie ihre Hand unter ihren Rock und ein leises Surren begann. Nadja schloss die Augen, stattdessen öffnete sich ihr Mund. Ich musste mit ansehen, wie sich rosa Flecken an ihrem Hals bildeten, währenddessen der schwarz-weiße Glückspilz unter ihrem Rock vor sich hin vibrierte, bis sich nach einiger Zeit ihr Mund wieder schloss, die Augen sich öffneten und das Surren verstummte. Das Tierchen mit dem triefenden Schädel stellte Nadja neben sich ab und setzte ihre Füße auf den Couchtisch.&nbsp; Ohne mich aus den Augen zu lassen, zog sie den Rock bis zu ihrem Knie hoch, schob den Saum darüber und ließ den Stoff ganz langsam an ihrem Oberschenkel nach unten rutschen. Erwartungsvoll sah sie mich an, zunächst ernst und dann mit einem lasziven Blick, der mir zeigen sollte, wie geladen sie war. Mit eindrucksvoller Gelassenheit nahm Nadja die Knie auseinander, so weit, dass ihre Beine sich unanständig weit öffneten und mein Blick fiel sofort auf die Stelle dazwischen.</p>
<p>So schön hatte ich mir ein weibliches Schatzkästchen in meinen kühnsten Träumen nicht vorgestellt. Auf dem Bildschirm hatte ich schon einige gesehen, in Natura nur wenige, aber das, was mir Nadja hier zeigte, übertraf alle. Sanft geschwungene Konturen zweier Lippen, die einladend offen standen und ihr rosarotes Geheimnis offenbarten, zart glänzend im Licht der einfallenden Sonne erstrahlten, und von spärlichen, zum oberen Ende hin dichter werdenden Härchen eingefasst, mir als Betrachter ihre volle Schönheit offenbarten.</p>
<p>Als Nadja auch noch langsam einen ihrer langen dünnen Finger über ihren Hügel zwischen die Lippen führte und den feinen Glanz gleichmäßig verteilte, schien meine Hose deutlich zu eng. Den Knopf bekam ich mit meinen zittrigen Fingern noch auf, den Rest der Hosen streifte ich so schnell ich konnte auf meine Füße. Sofort suchte mein steifer Freund den Weg ins Freie und zeigte zur Zimmerdecke.</p>
<p>Nach einem prüfenden Blick auf meinen Penis schaute Nadja mir wieder in die Augen und nickte zustimmend. Dann begann sie, mit ihren Fingern ihre Lippen zu streicheln.</p>
<p>&sbquo;Der Vorhang war geöffnet, warum sollten die Puppen also nicht anfangen zu spielen&#039;, dachte ich mir, und legte Hand an meinen Freudenspender, der nach kurzer Zeit bereits herrlich spannte. Langsam glitten meine Finger an ihm auf und ab, während ich gefesselt war von dem, was auf der anderen Seite des Tisches vor sich ging. Nach ein paar kraftvollen Massagen spürte ich, dass es mich überkam und ich konnte es nicht mehr aufhalten, begann zu zucken und meine Ladung auf den Fußboden in Nadjas Wohnzimmer zu verteilen. Alles war so schnell gegangen, dass ich die Kontrolle total verloren hatte.</p>
<p>Nadja selbst brauchte um einiges länger, bis sie begann, schneller und anschließend stoßweise zu atmen. Ich kann ihnen sagen, es war das schönste Erlebnis bis dahin in meinem ganzen Leben, dieser Frau dabei zuzusehen, wie sich ihr Höhepunkt in ihr langsam aufbaute, sie die Augen schloss, um in sich hinein zu fühlen, irgendwann begann zu zittern und am Ende ihr Orgasmus sich wie bei einem Vulkanausbruch in ihrem Wohnzimmer entlud.</p>
<p>Einige Zeit saßen wir uns stumm gegenüber, ließen das nachhallen, was wir soeben gemeinsam erlebt hatten, und sahen uns tief in die Augen.</p>
<p>&bdquo;Würdest du mich in den Arm nehmen&quot;, fragte sie schüchtern.</p>
<p>Natürlich wollte ich das, zog meine Hosen hoch und setzte mich zu ihr aufs Sofa. Ich legte meine Arme um sie und zog ihren Kopf an meine Brust, spürte ihren noch immer aufgeregten Atem und fühlte mich gut. Ein Knoten war geplatzt, in ihr und in mir und ich konnte noch immer nicht glauben, was gerade passiert war.</p>
<p>Nach einiger Zeit machte sie mir klar, dass es besser wäre zu gehen, und gab mir einen scheuen Kuss auf den Mund. Ohne Worte verabschiedete ich mich von ihr, doch uns beiden war klar, dass das kein einmaliges Erlebnis gewesen war.</p>
<p>Seit diesem Nachmittag hatte ich nichts mehr von Nadja gehört oder gesehen, war mit meinem Lernstress beschäftigt und musste unbedingt zusehen, dass in der Schule nichts anbrannte, wollte ich doch im nächsten Jahr mein Abitur bestehen und war noch meilenweit von guten Noten entfernt. Und ich wunderte mich, dass ihre Wäscheleine, immer wenn ich aus dem Fenster sah, leer blieb. Ab und zu hatte ich einen scheuen Blick über die Hecke auf ihr Terrassenfenster geworfen, doch nie war sie zu Hause. Am Donnerstag wagte ich mich und ging zu ihr, sah durch das große Fenster und musste feststellen, dass niemand da war.</p>
<p>Am Abend, ich war wieder in eines meiner Schulbücher vertieft, hörte ich Autoreifen, die sich über den Kies schoben. Es war schon spät und morgen musste ich früh raus, also verschob ich schweren Herzens den geplanten Besuch bei meiner Nachbarin auf den nächsten Tag, obwohl ich liebend gerne ihre Gesellschaft geteilt hätte. Meine innere Stimme hielt mich jedoch davon ab.</p>
<p>Nach der Schule konnte ich es gar nicht erwarten, sie zu sehen. Dass die Leine immer noch leer war, registrierte ich nur im Vorbeigehen. Die Türe war verschlossen, doch ich sah Nadja in der Küche werkeln und auf mein Klopfen hin schaute sie hoch und öffnete. Bevor ich etwas sagen, sie umarmen oder küssen konnte, trat sie zurück. Sie wich mir aus. Mit verschränkten Armen stand sie da, wie eine Schranke, bei der es nicht weitergeht.</p>
<p>&bdquo;Nadja, was ist los?&quot;</p>
<p>Sie antwortete nicht, gab sich reserviert, bat mich jedoch, immer noch in ablehnender Pose, herein.</p>
<p>&bdquo;Roman, das war alles falsch&quot;, begann sie, ohne mir einen Platz anzubieten. Sie wandte sogar ihren Blick ab, als sie mit mir sprach.</p>
<p>&bdquo;Das hätte niemals passieren dürfen&quot;, erklärte sie weiter.</p>
<p>&bdquo;Nadja, ich&#8230; ich habe mich verliebt.&quot;</p>
<p>&bdquo;Das ist doch Unsinn&quot;, wiegelte sie ab und ging an mir vorbei in die Küche, um mir den Rücken zuzudrehen und aus dem Fenster zu starren.</p>
<p>&bdquo;Sieh uns doch mal an, ich bin doppelt so alt wie du.&quot;</p>
<p>Ich hörte, was sie sagte, hörte aber auch den zweifelnden Unterton in ihrer Stimme. An die Küchenanrichte gelehnt, wollte sie mir ihre kalte Schulter zeigen, doch ich sah ihre entzückende Rückenpartie, die sich fein geschwungen unter dem Shirt abzeichnete, und ihren süßen Po, der die Falten des geblümten Rockes nur mäßig glätten konnte, ihre Kniekehlen und die darunter durch die Pumps gestreckten verführerischen Waden. Ich trat näher und sog ihren Duft ein, ein Gemisch aus fruchtigem Parfum und ihrem eigenen Geruch, und stellte mich dicht hinter sie. Als ich meine Hände auf ihre Taille legte, ließ sie es zu, hinderte mich nicht daran und schob mich nicht weg. Es machte mir Mut.</p>
<p>Langsam schob ich mein Gesicht vor, roch an ihrem Haar, berührte mit der Brust ihre Schulterpartie und es wunderte mich, dass sie nichts dagegen unternahm. Ihre entschlossene Ablehnung war verschwunden, sie stand starr vor mir mit den Händen auf der Ablage und bewegte sich nicht. Ich konnte sehen, dass sich ihre Hände regelrecht an dem Kunststoff festkrallten. Behutsam schob ich meinen Mund auf ihr Haar, konnte mit den Lippen die Kopfhaut ertasten und küsste sie.</p>
<p>Meine Nase tief in ihrem dichten Bubikopf vergraben, drückte ich ihr einen langen zärtlichen Kuss auf den Hinterkopf. Langsam schob ich meine Hände nach vorne, bis sich die Fingerspitzen auf ihrem Bauch trafen und fühlte, wie sie innerlich bebte.</p>
<p>&bdquo;Wir sollten das nicht tun&quot;, hauchte sie mehr, als dass sie es sagte, und schmiegte ihren Kopf an mein Gesicht.</p>
<p>&bdquo;Doch, sollten wir&quot;, nuschelte ich in ihr Haar, drückte mich von hinten an sie heran und spürte, wie sie mir entgegenkam, ihren Po an meinen Schritt drückte und ihre Schultern an meine Brust schmiegte.</p>
<p>Nadja löste eine Hand und legte sie auf meine. Ich befürchtete schon, dass sie sie wegschieben wollte, doch sie nahm sie und führte sie tiefer, schob sie über den Stoff des Rockes in ihren Schritt und drückte sie auf den Hügel, den ich bereits aus der Entfernung hatte bewundern dürfen und der sich jetzt gleichmäßig unter meinen Fingern abzeichnete. Sie behielt sie dort, hielt ihre Hand auf meiner, bewegte sich nicht, und ihr Atem wurde schwerer. Minutenlang spürte ich ihre Wärme, ihre Nähe, roch ihren Duft und hörte ihr Herz in meiner Brust. Nach einiger Zeit drückte Nadja ihre Finger auf meinen, führte mich und mir war klar, dass sie den Druck meiner Finger auf ihrem Hügel genoss, dann schob sie sie weiter, öffnete ihre Beine leicht, indem sie die Füße weiter auseinanderstellte und gewährte mir Einlass in ihren Schritt.</p>
<p>Gemeinsam rafften wir langsam den Stoff des Rockes hoch. Ich konnte spüren, wie sie innerlich zitterte, als meine Finger sanft die Falten ihrer Blüte erreichten. Ein leises Stöhnen kam über ihre Lippen. Ermutigt wölbte ich meine Hand über ihre Weiblichkeit und fuhr mit der anderen unter ihr Shirt. Wie erwartet trug sie keinen BH. Stattdessen&nbsp; ertasteten meine Fingerspitzen direkt die weiche Haut ihrer Brust. Schon die erste leichte Berührung ließ sie aufstöhnen. Die kleinen spitzen Kronen schmiegten sich zwischen meine Fingerspitzen. Mit sanften Bewegungen massierte ich leicht ihren bezaubernden weiblichen Hügel und die sich öffnende Blüte. Meine streichelnden Bewegungen beantwortete Nadja mit einem lustvollen Stöhnen.</p>
<p>Nadja stützte sich immer noch mit einer Hand am Küchenschrank ab, doch alleine schaffte sie es nicht, das merkte ich, darum hielt ich sie fest. Sie löste sich vom Schrank, gab sich vertrauensvoll in meine Hände, eine auf ihrer Blüte und eine auf ihrer Brust, und suchte meine Erregung. Sie fuhr darüber, ließ sie zwischen ihren Fingern hin und hergleiten, fand den Knopf, der noch alles zusammenhielt und ließ ihn mit einem gekonnten Griff aufpoppen. Ein Reißverschluss sollte für die wundervolle Frau genauso wenig ein Hindernis darstellen wie der Bund meiner Unterhose. Ich spürte ihre warmen Finger direkt auf meinem Penis, prüfend und genießend.</p>
<p>Meine Lippen lagen längst an der empfindlichen Stelle, die ich in ihrem Nacken vermutete, küssten ihr Ohrläppchen und rangen meiner Liebsten ein leises Stöhnen ab. Ich zog sie an mich, nur kurz, um beide Hände frei zu haben, mit denen ich ihren Rock über den Po hochschob und am Bund fixierte. Sogleich schob ich mit Nadjas Hilfe meine Unterhose herunter und zum ersten Mal berührte meine zum Bersten gespannte Männlichkeit die zarte Haut ihres Pos.</p>
<p>Ab da ging alles ganz schnell. Hatten wir uns bis dahin mehr mit Zärtlichkeiten bedacht, beugte Nadja sich nun vor, stützte mit einer Hand ihren fast schon auf dem Küchenschrank liegenden Oberkörper ab, während sie mit der anderen mein Glied zu ihren wunderschönen Lippen dirigierte, zwischen denen ich augenblicklich eintauchte. Fast schon obszön streckte sie mir ihr Hinterteil entgegen, schob sich auf meinen Penis und wollte, dass ich die Initiative übernahm. Ich ließ mein Becken kreisen, um nicht gleich übermannt zu werden von den Reizen ihrer nassen Lippen und der pulsierenden Gruft, die mich mehr und mehr verschlang. Nadja fand die Idee hervorragend und bewegte ebenfalls ihren Unterleib, was dazu führte, dass ich in Sekundenbruchteilen vollkommen in ihrem Unterleib verschwunden war.</p>
<p>Ich spürte die stacheligen Härchen an meiner Wurzel, die mich zusätzlich reizten, rieb mich weiter an ihr und durfte miterleben, wie meine Gespielin die Reibung an ihren Lippen aufs Äußerste genoss. Da ich beide Hände freihatte, schob ich über ihre Hüfte meine Finger in ihren Schoß und suchte nach der Perle, die ich aus ihrem schützenden Häuschen herausgetreten fand und zwischen meinen Fingern hin und hergleiten ließ. Damit hatte ich ihren wunden Punkt getroffen, denn Nadja fing sofort an zu keuchen und sich unter meiner Hand zu winden. Mit beiden Händen auf den Küchenschrank abgestützt, hauchte sie mir zu, dass sie mehr brauchte. Ich solle schneller machen, glaubte ich zu verstehen, und begann, mit meinem Freudenspender aus ihr heraus- und wieder hineinzufahren.</p>
<p>Es entstand ein wildes Zusammenspiel zwischen ihrem Unterleib und meinem Beleg des männlichen Daseins, immer begleitet von meinem gekonnten Fingerspiel an ihrem Lustknopf und schmatzenden Geräuschen. Selbst von mir und meiner Standhaftigkeit überrascht, beglückte ich meine willige, sich vor und unter mir windende Gespielin und war zutiefst ergriffen, als sie begann zu zittern, zu zucken, ihre Beine versuchte zusammen zu pressen und ihr Atem für einen Moment stillstand. Sie presste eine Hand auf meine, die in ihrem Schoß ihre Perle bearbeitete, und zeigte mir damit, dass sie dort für den Moment genug hatte.</p>
<p>Ich gab ihr diesen intimen Augenblick, behielt meine Finger ruhig auf ihrem Hügel liegend, kraulte an den lockigen Härchen, bevor ich behutsam meinen Penis weiter in ihr bewegte und mich wunderte, dass sie doch noch nicht genug zu haben schien. Bereit für weiteres kreiste Nadja ihr Becken erneut, mit mir in sich drin, und forderte mich auf, es ihr zu geben. Was auch immer das heißen mochte, schob ich mich, jetzt von eigener Lust getrieben, in sie hinein und wieder heraus, genoss die Bewegungen in ihr drin und spürte nach einiger Zeit, wie mir ein Kribbeln von den Füßen über die Waden in die Oberschenkel kroch, nicht mehr aufzuhalten war, wie das elektrisierende Gefühl sich auf meine Wurzel übertrug und ich mit voller Überzeugung all meine Glückseligkeit in ihrem Innersten Schub um Schub verstreute. Ich musste mich selber am Schrank abstützen, um nicht zusammenzusacken, weil mir die Knie weich wurden.</p>
<p>Nach endlosen Minuten, mein Penis hatte längst die normale Größe wieder angenommen und sich von seiner neuen Freundin verabschiedet, drehte sich Nadja in meinem Arm, sah mich lächelnd an und küsste mich. Mit beiden Händen umrahmte sie mein Gesicht und küsste mich leidenschaftlich, suchte mit ihrer Zungenspitze ihresgleichen und streichelte es zärtlich. Wir sahen uns dabei tief in die Augen, blickten bis in die tiefe Zufriedenheit, die unsere Botenstoffe in uns verursacht hatten, und bestätigten dies durch Streicheln unserer Zungen. Nadja verabschiedete sich mit ein paar zärtlichen Berührungen meiner Lippen und ging in die Hocke. Ich rätselte schon, was sie vorhatte, stand ich doch immer noch mit heruntergelassener Hose in ihrer Küche, dabei kroch sie unter meinem Arm durch und sagte, sie müsse aufs Klo.</p>
<p>Noch vor der Tür zum Flur hatte sie den Reißverschluss des Rockes gelöst, diesen lasziv zu Boden sinken lassen und präsentierte mir ihr verführerisches nacktes Hinterteil, während sie aus dem Rock herausstieg und ihn auf dem Boden liegen ließ.</p>
<p>Was eine atemberaubende Frau.</p>
<p>Sie erwarte mich im Schlafzimmer, säuselte sie und ging die Treppe hoch.</p>
<p>Was wusste ich denn, wo ihr Schlafzimmer war? Ich vermutete es im ersten Stock und so groß würde das Haus schon nicht sein, dachte ich mir, zog meine Hosen provisorisch über die Hüfte und machte mich auf. Dabei fiel mir der Wäscheständer auf, der in der Ecke stand und genau einen Slip trug, was die Frage des fehlenden Höschens auflöste, die ich mir in meinem jugendlichen Tatendrang vorhin gar nicht gestellt hatte.</p>
<p>&sbquo;Wollte Nadja das Dilemma ihres reichen Ausflusses also tatsächlich vor mir verbergen und ihre anfängliche ablehnende Haltung war echt gewesen?&#039;, überlegte ich, als ich die Treppe hochstieg, und es machte mich stolz, dass ich diese hatte überwinden und meine hübsche Nachbarin dennoch verführen können.</p>
<p>Das Schlafzimmer war schnell gefunden und beseelt von dem Gedanken, dass es gleich weitergehen würde, streifte ich die Schuhe ab, zog Socken und Hosen aus, warf diese und mein Shirt in die Ecke und legte mich erwartungsvoll und absolut unbekleidet auf das große Bett.</p>
<p>Die Toilettenspülung ging und im nächsten Augenblick stand sie schon in der Tür. Splitternackt stand Nadja da und sah mich an. Schmunzelnd musterte sie mich, wartete einen Moment und krabbelte aufs Bett. Zunächst bedankte sie sich mit einem zärtlichen Kuss bei dem Beglücker ihrer kleinen Freundin und legte sich, halb auf, halb neben mich. Ein Bein zwischen meinen, ihren Schoß an meiner Hüfte und den Kopf auf meinem Oberkörper, lag meine Geliebte und glitt mit ihren Fingerspitzen über meine unbehaarte Brust. Wir ruhten uns aus von unserem Tun, genossen die Wärme, die Nähe und die Ruhe und atmeten im Gleichtakt.</p>
<p>&bdquo;Das war nicht schlecht&quot;, flüsterte sie auf meinen Bauch.</p>
<p>Bis hierhin hatte ich zärtlich ihren Rücken gestreichelt und ihren Nacken gekrault, doch jetzt gab ich ihr einen Klaps auf den Po.</p>
<p>&bdquo;Na gut, schon richtig ordentlich.&quot;</p>
<p>Ein zweiter folgte.</p>
<p>&bdquo;Hey, willst du mich verprügeln?&quot;</p>
<p>Nadja kletterte auf mich und kam mit ihrem Mund meinen Lippen so nah, dass ich dachte, sie würde mich küssen, doch im letzten Moment biss sie hinein. Es tat nicht wirklich weh, doch ich spürte ihre Zähne an meiner Lippe, dann sog sie sie ein und nuckelte daran.</p>
<p>Ich mochte solche Neckereien und Nadja schien demgegenüber ebenfalls aufgeschlossen zu sein, denn, als sie genug von meiner Lippe hatte, ließ sie ihre Zähne an meinem Hals heruntergleiten, immer bereit zuzubeißen, sobald ich mich bewegte. Es entstand ein reizvolles Spiel meine Brust entlang, wo sie mal fester zulangte, bis zu meinem Bauch, wo sie kurz verharrte, um ihre Taktik zu ändern in Schlecken bis zum Eintreten eines Taubheitsgefühls.</p>
<p>Noch tiefer, als sie die behaarte Region erreichte, zupfte sie mit ihren Lippen an meinen Locken, um wiederum ihre Zähne zum Einsatz zu bringen, und begann spielerisch, meinen schlaffen Lümmel zu beißen. Spätestens als sie ihre Lippen befeuchtete und der Länge nach daran vorbeistrich, füllte dieser sich langsam wieder mit Blut.</p>
<p>Dass ich das gute Stück seit unserer Aktivität in der Küche nicht gewaschen hatte, schien sie dabei nicht zu stören. Ganz im Gegenteil machte sie Geräusche, als fände sie es äußerst delikat, ihre und meine getrockneten Überreste wieder einzuweichen und abzulecken. Ihre Lippen bildeten ein großes O und schoben sich von oben über meine beschnittene Spitze, bis diese komplett in ihrem Mund verschwand. Nass glänzend entließ sie sie wieder, um beim nächsten Mal noch weiter herunter zu fahren und meine mittlerweile wieder stramme Männlichkeit über die Hälfte in ihren Mund aufzunehmen. Saugend entließ sie einen Teil und nahm ihn, an der Eichelkrone angekommen, erneut auf. Nadja wiederholte die Prozedur des Saugens und Leckens, bei der ich immer unbeweglicher wurde, weil ich mich darauf konzentrieren musste, was sie dort anstellte, ohne gleich das Ende einzuläuten. Gottseidank war sie irgendwann davon überzeugt, dass sie mich genügend vorbereitet hatte, und krabbelte an mir hoch. Ohne Umschweife setzte sie sich auf den in Stellung gebrachten Schweif und senkte sich langsam ab, bis wir unzertrennlich miteinander verbunden waren.</p>
<p>Begann sie zunächst mit einem langsamen Kreisen, bei dem sie sich auf meiner Brust abstützte und mich schelmisch anlächelte, richtete sie sich mit einem Mal auf und stützte ihre Hände auf meine Oberschenkel. Freigiebig präsentierte sie dabei ihre schönen Brüste und sofort fielen mir die beiden Kronen auf, die wie zwei Nadeln einer Pinnwand nach vorne stachen. Ich nutzte den Moment und rieb mit meinen Fingern daran vorbei. Fast unbeeindruckt von der zusätzlichen Reizung bewegte Nadja ihr Becken wie eine Reiterin beim Voltigieren und rieb dabei den unteren Teil meines Penis am hintersten Ende ihrer Vagina, wobei im vorderen Teil die Eichel meines harten Freundes immer wieder den Punkt unter ihrer Bauchdecke massierte. Eigentlich hatte ich erwartet, dass sie an Geschwindigkeit zulegen würde, doch diese schien ihr genau richtig. Lediglich ihr Atmen wurde heftiger und mutierte zu einem Keuchen und anschließend zu einem heftigen Stöhnen, obwohl sie eher langsamer als schneller wurde.</p>
<p>Genau genommen benutzte sie mich, um immer mehr in Fahrt zu kommen, ohne mein Ende allzu schnell erreichen zu wollen, und sie war eine Könnerin in dem, was sie tat. Sah es zuerst so aus, als denke sie ausschließlich an ihr eigenes Vergnügen, musste ich bald feststellen, dass ich auf diese Weise weiter und weiter den Berg hinaufgeschoben wurde, dabei aber gleichzeitig lange durchhielt. Plötzlich stoppte Nadja, musste durchatmen und öffnete die Augen, um sich davon zu überzeugen, dass bei mir alles in Ordnung war. Sie lächelte mich halb gutmütig halb lüstern an. Diese Gelegenheit nutzte ich, indem ich meinerseits begann, mein Becken unter ihr zu bewegen und meinen Phallus in sie hineinzuschieben.</p>
<p>&bdquo;Lass dir Zeit, ich will noch mehr&quot;, hauchte sie stoßweise. &bdquo;Deine raue Pflaume raubt mir den Verstand&quot;, vernahm ich und verstand zuerst nicht, was sie meinte.</p>
<p>Erst als sie mit ihrem Becken wieder ansetzte und sich immer und immer wieder mit meiner Eichel im vorderen Teil ihrer Vagina stimulierte, und dabei immer heftiger atmete, wusste ich Bescheid. Nach endlosen Momenten, in denen wir nur genossen, auf einer Ebene der Lust zu reiten, ohne zum Ende zu kommen, blies sie schließlich zur letzten Etappe. Nadja setzte die Muskeln in ihrem Inneren ein und stöhnte. Ich konnte beobachten, wie es sie auf einmal schüttelte, als hätte man einen Eimer Eiswasser über sie ausgeschüttet, dann verkrampfte sich alles, was meinen armen Freund umschloss. Beine und Vagina wirkten wie eine Klemme, die zudrückte, um von ganz unten nur noch das Beste durchzulassen. Und es kam und kam und kam, versetzte mein ganzes Becken in einen Schmelztiegel, der nur darauf wartete, sein flüssiges Gold in die passende Form zu gießen.</p>
<p>Wir hielten beide die Luft an, trauten uns nicht zu atmen bis alles vorüber war.</p>
<p>Als ich die Augen öffnete, sah ich in ihr zufrieden lächelndes Gesicht und erkannte die rosigen Wangen wieder. Von da an wusste ich, wann es für meine Geliebte besonders toll gewesen war.</p>
<p>Nadja schmiegte sich wieder an mich, nachdem sie von mir heruntergestiegen war, atmete dabei immer noch schneller als gewöhnlich und drückte sich fester als vorher an mich. Ich küsste ihr Haar, zu mehr war ich nicht in der Lage.</p>
<p>Nachdem wir wieder zu Atem gekommen waren, kuschelten und küssten wir uns, schmusten miteinander, und ließen die Schwere über uns kommen.</p>
<p>Es war immer noch heller Tag, als ich die Augen aufschlug und meine Geliebte schnurrend auf mir liegend bewunderte. Langsam bekam ich Hunger und Nadja musste das Gegrummel in meinem Magen gehört haben, denn sie bewegte sich, wurde auch wach und sah mich verschlafen an. Sie krabbelte wieder an mir hoch und gab mir einen leidenschaftlichen Kuss. Für uns beide musste zu diesem Zeitpunkt klar sein, dass dies der Anfang einer wundervollen Beziehung sein würde.</p>
<p>An ihrem Küchentisch aßen wir ein Brot, mehr hatte sie im Moment nicht da, und tranken einen wachmachenden Kaffee. Worte wurden bis dahin nicht gewechselt und waren nicht nötig. Hatte man etwas zu sagen, sagte man es mit einem Kuss, einer Berührung oder einem verliebten Blick.</p>
<p>Wie aus dem Nichts begann Nadja dennoch, weil ihr etwas auf dem Herzen lag.</p>
<p>&bdquo;Weißt du Roman, ich möchte dir etwas erzählen, ich muss ehrlich zu dir sein.&quot;</p>
<p>Für eine weitreichende Konversation fühlte ich mich nicht passend gekleidet, nur in Unterhose, und auch Nadja, die lediglich ihren seidenen Morgenmantel übergeworfen hatte, sah für eine sachliche Unterhaltung einfach zu verführerisch aus. Ich wollte es ihr gerade sagen, da legte sie mir ihren Finger auf die Lippen.</p>
<p>&bdquo;Du weißt, ich habe hier mit meinem Mann gewohnt.&quot;</p>
<p>&bdquo;Peter, ich weiß.&quot;</p>
<p>&bdquo;Und alle erzählen, dass er gegangen ist, weil wir keine Kinder bekommen konnten.&quot;</p>
<p>&bdquo;Nadja, du bist mir keine Erklärung schuldig, die Sache mit dem Pinguin hat mir schon genügt&quot;</p>
<p>Nadja lächelte kurz und wurde wieder ernst.</p>
<p>&bdquo;Es ging nicht um die Kinder.&quot; Sie machte eine Pause. &bdquo;Es ist so, wie ich dir schon versucht habe zu erklären. Es hängt mit meinem Zyklus zusammen.&quot;</p>
<p>Der Moment war gekommen, in dem ich meinen Arm um sie legen wollte, doch sie strich ihn weg und redete weiter. Sie erklärte etwas von Dingen, die ich nicht verstand, klang sehr fachmännisch, wenn sie von medizinischen Phänomenen und Launen der Natur sprach. Was ich allerdings verstand, war, dass die Tage, an denen Nadja absolut keine Lust auf Sex hatte, gegen null tendierten. An allen anderen Tagen war sie durchaus bereit dazu bis zu den Tagen, an denen sie fast an nichts anderes denken konnte.</p>
<p>Ich überlegte einen Moment und fiel ihr ins Wort: &bdquo;Ist doch toll, eine hungrige Freundin zu haben, wenn ich selber der Koch bin.&quot;</p>
<p>Ich versuchte, das Gespräch, welches bis dahin eigentlich ein Monolog gewesen war, auf eine heitere Ebene zu bringen, erntete von Nadja allerdings nur einen Boxhieb in die Seite.</p>
<p>&bdquo;Du verstehst das vielleicht nicht, aber es ist unter Umständen dramatischer, als du es dir vorstellen kannst. Peter hat am Anfang auch so reagiert, aber dann nach einigen Jahren&#8230; Du weißt schon.&quot;</p>
<p>&bdquo;Tut mir leid, ich wollte das nicht veralbern.&quot;</p>
<p>Sie sah mich an, sah, wie trübsinnig ich sie anschaute und setzte sich rittlings auf meinen Schoß.</p>
<p>&bdquo;Na, so schlimm wird es jetzt auch nicht.&quot;</p>
<p>Sie legte ihre Arme um mich und küsste mich. Schon wieder stachen ihre Brustwarzen hervor und zeigten, wie sie die Situation erregte. Oder war sie zurzeit dauererregt?</p>
<p>&bdquo;Ich habe da jemanden gefunden, der mir vielleicht helfen kann.&quot;</p>
<p>&bdquo;Nein, auf keinen Fall&quot;, rief ich beim Versuch, wieder ein wenig die Ernsthaftigkeit beiseite zu wischen, um bekam sofort den Mund gestopft mit einem Kuss.</p>
<p>&bdquo;Bleibst du heute hier&quot;, fragte sie, wobei ihr Blick verführerisch von einem zum andern Auge wanderte.</p>
<p>&bdquo;Wenn du mich nicht auffrisst&quot;, flüsterte ich in ihren Mund und küsste sie.</p>
<p>Dann erfasste ich sie an den Beinen, hob sie an und trug sie die Treppe hoch.</p>
<p>Für den Moment war die Kraft aus meinem Schritt gewichen, aber Nadja brachte mir bei, wie ich meinen Mund und meine Finger nutzvoll einsetzen konnte, um sie ein weiteres Mal in den siebten Himmel zu katapultieren und nicht nur einmal bestätigte sie mir, keuchend und stöhnend, dass ich ein guter Schüler sei. Heute war, dessen war ich mir sicher, einer dieser besagten Tage. Wir beide bekamen nicht viel Schlaf, schmusten und knutschten uns durch die Nacht, brachten uns gegenseitig auf Klippen, von denen wir waghalsig wieder herunterstürzten, um nach einer Pause wieder zum Anfang zurück zu kehren. Nadja kannte Techniken, Bewegungen und Abläufe ganz genau und brachte mir in dieser Nacht mehr bei, als andere in ihrem ganzen Leben lernen.</p>
<p>Dass ich am nächsten Tag nicht in der Schule erschien, war die logische Folge und interessierte weder mich noch Nadja. Ermattet lagen wir bis mittags im Bett, an vielen Stellen besudelt von allen möglichen Ausdünstungen und anderen Körperflüssigkeiten, die notgedrungen bei sexuellen Aktivitäten freigesetzt werden. Darum hatten wir die Dusche beide dringend nötig.</p>
<p>Danach fuhren wir gemeinsam mit ihrem Auto in die Stadt und kauften ein. Das Wochenende stand vor der Tür und uns beiden war klar, dass ich mindestens bis zum Sonntagabend bei ihr bleiben würde, also suchten wir allerlei Leckereien aus, die uns über die Tage bringen sollten. Salat, Obst, Brot, Fleisch, Pasta, genug um eine Fußballmannschaft satt zu bekommen. Schließlich wusste Nadja nicht, wie hungrig ich sein konnte und wie ungehalten ich reagierte, wenn ich nichts zu essen bekam. Im Gegensatz dazu wusste ich genau, wie hungrig Nadja sein konnte und wie ungehalten sie war, wenn sie nicht das bekam, was sie wollte.</p>
<p>Nachdem wir zurückgekommen waren, bereitete Nadja etwas zu essen vor. Ich ging kurz rüber, weil ich glaubte, meinen Eltern eine Erklärung schuldig zu sein. Ohne viele Worte zu verlieren, verstanden sie sofort, als ich ihnen sagte, dass ich bei Nadja sei und dortbleiben würde. Sie waren schon immer einsichtig, schließlich hatten sie die späten Ausläufer der 68er miterlebt und wünschten uns viel Spaß. Mein Vater bot mir sogar etwas ganz Besonderes aus seinem Weinkeller an, wobei ich gar nicht wusste, ob Nadja überhaupt Alkohol trank. Ich bedankte mich und würde bei Bedarf darauf zurückkommen. Als ich ein paar Sachen, hauptsächlich eine Zahnbürste, ein T-Shirt und eine Hose, eingepackt hatte, und mich an der Tür nochmal umsah, um tschüss zu sagen, sah ich, wie meine Eltern Arm in Arm, wie zwei Verliebte, dastanden und mir nachsahen. Ich glaube, sie freuten sich wirklich für mich.</p>
<p>Beim Essen wollte Nadja unbedingt ihre Erklärungen weiterführen, um nichts zwischen uns geheim zu halten, und lüftete endgültig das Geheimnis des ständig auf der Leine hängenden Höschens. Hatte ich zwischendurch vermutet, dass sie mich damit nur anlocken wollte, wurde ich zunächst bitter enttäuscht. Sie erzählte, dass sie an den besonderen Tagen immer plötzlichen Ausfluss bekam, in meinem Wortschatz hätte ich gesagt, dass es sie überkam und sie geil wurde, doch, als ich es ihr sagte, sah sie mich ernst an. Ich verstummte sogleich und hörte weiter zu. Jedenfalls habe sie dann spontan ein nasses Höschen und müsse es auswaschen.</p>
<p>Darum hing oft auch nur ein einzelnes oder ein buntes unter lauter weißer Wäsche auf der Leine. Dass sie damit bei ihren männlichen Nachbarn regelmäßig Fragen aufwarf, darüber hatte sie sich bisher keine Gedanken gemacht. Schließlich sei die Hecke so hoch, dass man die Leine nicht sehen konnte, es sei denn, man lege es genau darauf an. Nun war sie ein Stückchen kleiner als ihre männlichen Nachbarn und, wenn auch mein Vater nicht aus dem Stand darüber sehen konnte, war ich auf jeden Fall groß genug. Nadja sah mich entgeistert an und meinte lapidar, das wäre dann mein Problem. Es dauerte einen Moment, bis wir beide lachen mussten. Sie gestand mir, dass sie mich in letzter Zeit immer öfter hatte am Fenster sitzen sehen. Irgendwann hatte sie sich dann entschieden, den Slip nicht mehr auf dem Wäscheständer in der Küche zu verstecken. Also wollte sie mich doch anlocken und ihr Köder hatte fette Beute gemacht.</p>
<p>Nun war ich aufgeklärt und konnte beruhigt mit meiner neuen Liebe ins Wochenende starten, dachte ich, doch Nadja war mit ihren Erklärungen noch nicht fertig.</p>
<p>Habe ich eigentlich schon erzählt, dass sie immerzu Röcke trug? Wenn nicht, tue ich es jetzt. Bis dahin hatte ich sie fast immer nur in Röcken gesehen, außer an Tagen, an denen es wirklich sau kalt war. Sie hatte bodenlange, sehr kurze, die nur notgedrungen über den Po reichten, Bleistiftröcke, doch am liebsten trug sie solche, die bis zu den Knien reichten oder bis kurz darüber. Sie musste ganze Schränke davon vollhaben und bisher hatte ich mich nie gefragt, warum sie das tat. Das erklärte sie mir jetzt.</p>
<p>Bedingt durch das Phänomen, welches sie mir schon anschaulich erläutert hatte, so holte sie aus, waren Hosen ihr immer zu eng im Schritt und trugen an ihren besonderen Tagen dazu bei, dass sie noch mehr gereizt wurde als nötig. Das führte dazu, dass sich ständig feuchte Flecken nicht nur auf ihren Unterhöschen, sondern auch deutlich in ihrem Schritt abzeichneten. Das leuchtete mir ein, dass es einer Frau peinlich ist, ständig mit dunklem Fleck im Schritt herumzulaufen, womit auch das Geheimnis ihrer Röcke keines mehr war. Während sie das alles sagte, musste sie bemerkt haben, dass meine Augen von ihrem Gesicht über ihren Mund weiter runter zu ihren Brüsten gewandert waren, um einmal mehr ihre schönen Formen und die sich darauf abzeichnenden und sich mir entgegenstreckenden Knospen zu bewundern. Sie schob mir einen Finger unters Kinn und hob meinen Kopf so, dass ich ihr wieder in die Augen schauen musste.</p>
<p>&bdquo;Du bist wirklich unverbesserlich&quot;, schimpfte sie, stand auf, packte meine Hand und zog mich die Treppe hoch in ihr Schlafzimmer.</p>
<p>Dass ich an diesem Wochenende, trotz reichhaltigem Essen, mächtig an Gewicht verlor, dafür aber auch reichlich an Erfahrung dazugewann, brauche ich an der Stelle wohl nicht zu erwähnen. Auch an diesem Abend und in der darauffolgenden Nacht lernte ich die Physionomie einer Frau kennen, wie sie in keinem Lehrbuch der Welt beschrieben ist.</p>
<p>Die nächsten Wochen und Monate waren wir fast ständig zusammen und ich musste mich buchstäblich wegstehlen, um den Stoff für die Schule einigermaßen aufzuholen. Das erkannte auch meine Geliebte und bot mir an, regelmäßig mit mir zu lernen. Der Nachhilfeunterricht verlief fast immer gleich. Nachdem ich aus der Schule kam, liebten wir uns zuerst einmal, bevor wir nach ein paar Stunden gemeinsamen Büffelns wieder im Bett, in der Dusche, der Küche oder auf dem Wohnzimmertisch landeten. Und ich muss sagen, dass die Stunden des Lernens nicht weniger erkenntnisreich waren als der Rest unserer Zweisamkeit.</p>
<p>Irgendwann, wir lagen schon wieder nach einem höchst befriedigenden Akt in ihrem Bett ermattet nebeneinander und sogen tief die Luft ein, die uns zuvor ausgegangen war, fragte ich sie, ob sie eigentlich gar nicht arbeite. Sie drehte sich auf die Seite, sah mich wieder mit ihrer ernsten Miene an, die sie ansonsten immer verlor, sobald ich in ihrer Nähe war, und erzählte mir, dass sie zusammen mit Peter, ihrem Ex, eine Gemeinschaftspraxis gehabt hätte. Erstaunt hörte ich ihr zu, als sie weiter ausführte, dass sie Frauenärztin sei und er Urologe und dass sie sich im Studium kennengelernt und eine gemeinsame Praxis eröffnet hätten, die sehr gut lief. Nach der Trennung hätten sie es noch ein paar Wochen probiert, es aber aufgeben müssen, weil es immer wieder zu Konflikten gekommen sei. Seitdem bekam sie einen finanziellen Anteil der Praxis und hätte an ihrer statt eine Vertragsärztin eingestellt. Auf die Dauer würde das nicht reichen, das wusste sie, aber von dem, was die Praxis abwarf, konnte sie über die Runden kommen. Die letzten Tage war sie bei einer Freundin gewesen. In deren Praxis würde sie demnächst stundenweise arbeiten und sich auf diese Weise ein wenig finanziellen Spielraum schaffen.</p>
<p>Jetzt ging mir ein weiteres Licht auf, hatte ich mich doch immer schon gefragt, warum sie so genau wusste, wie der Körper einer Frau reagierte, was besonders stimulierend war, wie man sie langsam oder schnell dahin bringen konnte, wo sie hinwollte, und vor allem erklärte es, warum sie so genau wusste, was in einem Mann so alles vor sich ging, wenn er eine Frau beglückte. Als sie dann auch noch erklärte, dass jeder Samenerguss beim Mann eine Art Vorbeugung einer Prostataerkrankung sein könnte, wenn er regelmäßig passierte, begann ich direkt wieder, in der Hoffnung auf eine gelungene Vorsorge, sie zu küssen und meinen Mund ihre versteckten Stellen suchen zu lassen.</p>
<p>Wir genossen die Tage, als es kälter wurde, tollten gemeinsam im Schnee und wärmten uns gegenseitig. Die meiste Zeit verbrachte ich bei und mit Nadja. Ab und zu ging ich nochmal nach Hause, manchmal kam auch meine Mutter vorbei und brachte uns etwas von dem, was sie gerade gekocht oder gebacken hatte. Wir feierten sogar zusammen mit meinen Eltern Weihnachten und Sylvester.</p>
<p>Gerade in der dunklen Zeit, in der die Tage immer kürzer und ungemütlicher wurden, kam uns der Gedanke, uns des Öfteren gegenseitig mit ausgefallenen Ideen zu überraschen, damit es nicht langweilig wurde. Immer wieder empfing mich Nadja mit neuen extravaganten Outfits und dazu passenden Geschichten, in deren Rollen wir schlüpften. Dass es am Ende immer darum ging, den anderen mit variantenreichem Sex zu beschenken, war klar, doch es behielt eine gewisse Spannung in unserer Beziehung.</p>
<p>Übrigens fristete der kleine Pinguin seit dem besagten Wochenende, dem Beginn unserer wundervollen Entdeckungsreise, ein stummes Dasein in der Küchenschublade. &bdquo;Nur für den Notfall&quot;, hatte Nadja gesagt und ihn dahingelegt. Ein solcher Notfall war meines Wissens bisher nicht eingetreten. Die Sache mit dem Pinguin war, so war ich mittlerweile dahintergekommen, eine ausgemachte Sache gewesen. Damit meine ich nicht, dass sie mir wirklich einen Pinguin schenken wollte, das war tatsächlich ein Versehen. Der kleine zittrige Freund war nie kaputt gewesen, sie hatte einfach den Akku entladen. Eine glatte Lüge hatte Nadja mir da aufgetischt, um mich in ihr Haus zu locken. Ich hatte damals nicht sofort angebissen und zu der Zeit war sie noch nicht so weit gewesen, einfach über mich herzufallen. Schade eigentlich.</p>
<p>&#8212;</p>
<p>Nun sitze ich also in meinem Zimmer, brüte über Max Frischs Meisterwerk und starre auf den blauen BH, der auf der Leine hängt und nur Gutes verheißt. Ich lasse Nadja noch etwas zappeln, das macht sie besonders rasend, und blättere um. Mit und mit verschwimmen die Buchstaben vor meinen Augen und ich bekomme keinen klaren Gedanken mehr hin, darum schlage ich das Buch zu und lege es beiseite. Bei dem Gedanken, dass gleich wieder etwas passieren wird, von dem ich absolut gar keine Ahnung habe, schwillt das Ding in meiner Hose langsam aber sicher an.</p>
<p>Ich kann es selber kaum erwarten, stehe auf, überprüfe im Bad nochmal meine Gesellschaftsfähigkeit und gehe durch den Garten rüber zu Nadja. Mit Erstaunen stelle ich fest, dass an sämtlichen Fenstern und Türen die Rollos heruntergelassen sind. Neugierig lese ich den Zettel, der unübersehbar auf dem Terrassentisch liegt und darauf hinweist, durch die Haustüre hereinzukommen. Ich habe zwar keinen Schlüssel, weiß aber, wo einer versteckt ist und innerhalb weniger Minuten stehe ich im Flur ihres Hauses. Es duftet nach Blumen und im Wohnzimmer scheint Licht. Die Tür ist verschlossen, also geht der einzige Weg durch die Küche. Dort hängt ein Zettel an der Tür, der mich anweist, mich auszuziehen.</p>
<p>Wörtlich steht dort in großen Buchstaben: &bdquo;Please leave your clothes at the bar!&quot;</p>
<p>Mit der Bar ist vermutlich der Stehtisch gemeint, auf den ich meine Kleider ablege.</p>
<p>Alle.</p>
<p>Nackt gehe ich zur Tür, die zum Wohnzimmer führt und immer offensteht, jetzt aber verschlossen ist. Dort hängen Handfesseln an der Klinke und ein Zettel ist angebracht, der mir sagt, dass ich den Raum nur mit diesen, auf dem Rücken angelegt, betreten darf. Ich weiß, dass Nadja es zum Tod nicht leiden kann, wenn man sich nicht an ihr Drehbuch hält, also lege ich sie an, lasse sie aber so locker, dass ich sie im Notfall vielleicht noch ausziehen könnte. Als ich umständlich die Türe öffne, fällt mir gleisendes Licht entgegen. Der Raum ist von zahlreichen Kerzen erhellt, künstliche Kerzen natürlich, die aber alle sehr echt aussehen und sogar flackern. Eine Vorsichtsmaßnahme, ich weiß, weil schon mal sämtliche Teelichter bei einem Spiel ausgegangen sind, und wir im Dunkeln standen. Am Anfang war es noch lustig, doch wir hatten Mühe gehabt, aus der Verkleidung zu kommen und wieder Licht zu machen. Außerdem sorgt ein Deckenfluter für ausreichend Licht, dass ich alles erkennen kann.</p>
<p>In der Mitte des Raumes steht der Wohnzimmertisch und darauf liegt Nadja, nackt, wie auf einem Altar. Sie liegt auf dem Rücken, die Unterschenkel an zwei großen Kerzenständern eingehakt und ihr gesamter Körper ist mit lauter Früchten und sonstigem Essbarem bedeckt. Wie auf einem Wimmelbild entdecke ich immer neue Dinge, die mich überraschen. Die gelben Stifte zwischen ihren Zehen fallen mir als erstes ins Auge. Sie sehen aus wie aus dem Fleisch einer Mango geschnitten. Dann die Beeren, die rot und blau, manchmal violett, wie eine Ameisenstraße von ihrem Busen abwärts auf ihrem Bauch einen gelungenen farblichen Akzent zu ihrer hellen Haut bilden. Ihre Brüste, die ich so liebe, sind mit Ananasscheiben bedeckt und in dem Loch in der Mitte, dort, wo sonst Nadjas wunderschöne Brustwarzen zu sehen sind, thront je eine Physalis in ihrem hellbraunen Kleid.</p>
<p>Als ich näherkomme, erkenne ich, dass sie auf einer Mousse aus Passionsfrucht schwimmen. Nadjas Augen sind mit Scheiben einer Drachenfrucht verdeckt und in ihrem Mund steckt eine Zwergbanane. Vom Hals abwärts über die Achseln hat sie sich sehr einfallsreich mit Sprühsahne dekoriert, zwischen den Brüsten, links und rechts, mit etwas Abstand zu der Ameisenstraße bis auf ihrem zart behaarten Hügel, der wie ein kleiner Eisberg aus allem heraussticht. Erst jetzt fällt mir auf, dass die Beine nicht einfach so hochgebunden sind.</p>
<p>Aus ihren herrlichen Lippen baumelt eine Traube von roten Johannisbeeren. Sie weiß genau, wie sie mich kriegen kann, denn ich liebe Früchte, vor allem, wenn sie so richtig sauer sind, wie Johannisbeeren. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, doch mir ist klar, dass ich zunächst die Früchte wegnaschen muss, bevor ich mein Früchtchen vernaschen darf. Dafür kenne ich meine Geliebte lange genug und entscheide mich für die Physalis und die Ananas. An sich könnte ich auch damit beginnen, ihren Mund zu befreien, doch ich möchte wissen, wie es sich anhört, wenn sie anfängt zu wimmern, und noch eine Banane darin steckt.</p>
<p>Umständlich knabbere ich an der gelben Scheibe, stecke schon mit der Nase in dem Maracujafleisch und der Mantel der Physalis kitzelt mich. Schnell habe ich die dünne Scheibe verputzt und die kleine orange Kugel in meinem Mund verschwinden lassen, als ich von Nadja eine erste Reaktion höre, weil meine Zunge sich schon zu dem Spiegel aus Maracujamus durchgekämpft hat, schließlich soll nichts von diesen teuren Früchten vergeudet werden. Dass ich dafür die kleine Krone einsaugen und sauberlecken muss, versteht sich von selbst. Nadja zieht hörbar die Luft durch die Nase ein. Ich lasse sie kurz durchatmen und gelange über einen Streifen Sahne zur Achselhöhle. Ich weiß natürlich, dass meine Gespielin hier besonders empfindlich reagiert, und halte mich ein wenig länger damit auf, die Rückstände der Sahne, die längst nicht mehr da sind, mit meiner Zungenspitze zu beseitigen.</p>
<p>Nadja hat sich offenbar selbst auferlegt, ruhig liegen zu bleiben, damit nichts verrutscht, und sich bei der Dekoration ihrer Achselhöhle ein Eigentor geschossen. Fast brüllend vibriert die Banane in ihrem Mund, weil sie es nicht aushalten kann. Ich genieße jetzt schon ihr Spiel.</p>
<p>Vorerst tue ich so, als erlöse ich sie, nehme das herausstehende Stück Banane in den Mund, und jetzt glaubt meine verdorbene Freundin tatsächlich, ich würde sie davon befreien, dabei beiße ich nur ein Stückchen ab. Dass ich nachher meine gerechte Strafe dafür erhalten werde, ist so klar wie ein Amen in der Kirche.</p>
<p>Mich der Drachenfrucht widmend, befreie ich ein Auge, um einen ersten Blick meiner Gastgeberin zu erhaschen und muss ausweichen, denn der könnte töten. Einäugig schaut sie mir durch die verklebten Wimpern zu, wie ich aus ihrem Blickfeld verschwinde und um den Tisch herumgehe, um die ersten Mangostifte von ihren Zehen zu knabbern. Ich liebe es, an Nadjas Zehen zu lutschen und sie mag es auch, das höre ich an ihrem wohligen brummen. Erst aus dieser Position kann ich erkennen, dass die Johannisbeeren zwischen ihren hübschen Lippen langsam aber sicher von einer zuckergussähnlichen schleimigen Soße überzogen werden, was bedeutet, dass alleine meine wenigen Aktionen und die sehnsüchtige Erwartung bei Nadja ihre Wirkung zeigen.</p>
<p>Es dauert eine ganze Zeit, bis ich ihre Zehen von den schmackhaften exotischen Fruchtstiften befreit habe und mich anschließend auf die kunstvoll geschwungene und den Bauchmuskeln sehr genau nachgezeichneten Sahnestreifen stürzen kann. Ab und zu zucken Nadjas Bauchmuskeln zusammen, besonders, wenn ich nur mit der Zungenspitze die süße weiße Masse ableckte. Ich lande bei dem Eisberg, den ich in einem Mal verputze, indem ich meinen Mund maximal öffne und einfach zubeiße. Natürlich habe ich nicht meine Zähne in Nadjas empfindliches Fleisch gerammt, doch für sie muss es sich so angefühlt haben, denn bei der ersten Berührung meiner Zähne mit ihrem zierlichen hübschen Busch, den ich so liebe, zuckt sie mächtig zusammen. Mit stoischer Geduld befreie ich ihren gesamten Hügel von der Sahne und mache mich dann über die kleinen Beeren in Nadjas Bauchnabel her. Sie wollen zuerst nicht, doch mit meinem spitzen Mundwerkzeug lecke ich sie gekonnt heraus, was ein weiteres Zucken bei meiner Tischdekorateurin verursacht.</p>
<p>Das Spiel macht mir langsam richtig Spaß, nur die blöde Handfessel auf meinem Rücken stört etwas, hat aber ihren Sinn, denn sie soll verhindern, dass ich mich mit meinen Händen am Obststand vergehe.</p>
<p>Schon reichlich gesättigt lecke ich mich hoch zu der immer noch verzierten Erhebung, um die andere Scheibe Ananas folgen zu lassen. Das alles geschieht unter Qualen, nicht meinen, sondern Nadjas, weil sie sehr kitzelig ist. Spannender wird es für sie, als ich auch den zweiten See aus Maracujamus abschlecke. Mein Hunger ist bereits gestillt, aber Appetit habe ich immer noch, also entferne ich leckend die Ameisenstraße aus bunten Beeren samt Sahne von ihrem Bauch und lasse den Fruchtstand unter mir erneut zusammenzucken. Schade, dass es bald schon vorbei ist, denke ich und überlege, was ich als Nächstes anstelle. Nach einem weiteren Umweg in Nadjas Achselhöhle, die wieder diesen typischen Laut verursacht, wie auf der anderen Seite, nehme ich eine letzte Scheibe Drachenfrucht in den Mund.</p>
<p>Kleine Fältchen legen sich um die Augen meiner Geliebten, weil sie grinsen muss. Mich quält indes die Frage, ob ich zuerst ihren Mund oder die weiter unten liegenden Lippen küssen und entfruchten soll. Nach kurzer Überlegung entscheide ich mich für die Johannisbeeren und augenblicklich verlassen die Lachfältchen Nadjas Augen wieder. Meine folgende Aktion ist herausfordernder als gedacht, denn, nachdem ich die kleinen roten Beeren einzeln von dem Stiel abgebissen und verspeist habe, steckt dieser immer noch zwischen den Lippen meiner Freundin und ich weiß nicht, wie es innen drin aussieht.</p>
<p>Ziehe ich jetzt an dem grünen Stängel und die Beeren lösen sich und bleiben verborgen, habe ich ein Problem. Ich vertraue einfach darauf, dass die nackt und abgeschleckt auf dem Tisch liegende Frauenärztin das für den Notfall erforderliche Werkzeug im Haus hat, und nehme den grünen Stiel zwischen die Lippen. Ein komisches Geräusch kommt aus ihrem Mund, doch ich lasse mich nicht beirren und beginne, langsam an dem Stiel zu ziehen. Wie ein Held triumphiere ich innerlich, als tatsächlich zwischen Nadjas herrlich nassen Lippen die erste rote Beere erscheint und den Weg ins Freie findet. Das hatte ich mir schwerer vorgestellt und ziehe weiter. Eine zweite rote Frucht leuchtet zwischen Nadjas Lippen, die so wunderschön glänzen. Nadja wimmert zwischenzeitlich, was mich auf der einen Seite anspornt, andererseits aber auch ein wenig unter Druck setzt.</p>
<p>Es muss ein wahnsinniges Gefühl sein, wenn die Beeren eine um die andere durch die nassen Lippen ans Licht kommen, und ich kann gut nachvollziehen, dass es meine erregte Nachbarin alles andere als kalt lässt. Nachdem ich insgesamt sieben kleine rote Beeren aus ihr herausgezogen habe, stoppt plötzlich die Perlenkette. Etwas im Inneren scheint sich verhakt zu haben und mir wird warm. Ich brauche professionelle Hilfe, darum stehe ich auf und verlasse meine Position mit dem verführerischen Blick auf Nadjas Heiligtum. Dieses erstrahlt mittlerweile in vollem Glanz durch die austretende Nässe, die sich langsam um den grünen Stängel legt.&nbsp;</p>
<p>Schuldbewusst beuge ich mich über meine Angebetete und ziehe mit meinen Lippen die Minibanane aus ihrem Mund. Wer schon mal versucht hat, eine Banane ohne Hilfe seiner Hände zu essen, sei es auch nur ein so kleines Exemplar wie das, welches ich mit Zunge und Lippen in meinem Mund zerkleinere, weiß, wie blöde man dabei aussieht. Nadja, jetzt befreit von ihrem Knebel, lacht laut auf, was unserem Problem zwischen ihren paradiesischen Lippen nicht zuträglich ist. Ein reizvolles Spiel hat sich diese wollüstige Schönheit hier ausgedacht, das aus den Fugen zu geraten scheint.</p>
<p>Beruhigend flüstert sie mir zu, dass ich alle Beeren aus ihrer Scheide herausholen muss, was aber zur Lösung nicht beiträgt und nur künstlich Druck aufbaut. Mampfend frage ich sie, wie das gehen soll, doch sie gibt mir durch Herausstrecken ihrer Zungenspitze zu verstehen, welches Werkzeug ich dazu einsetzen muss. So schnell hat sie mit mir nicht gerechnet, als ich ihren Muskel mit meinen Lippen erfasse und in meinem Mund versänke.</p>
<p>&bdquo;Sie dürfen die Braut jetzt küssen&quot;, scherze ich, als ich für einen Moment meinen Lippengriff löse, woraufhin wir beide uns wieder schmusend vergnügen, während immer noch mindestens eine kleine rote Beere zu bergen ist.</p>
<p>Fertiggeküsst begebe ich mich zwischen den Beinen meiner Holden wieder auf die Knie, wobei ich mir vorher mit dem Fuß ein Kissen von Nadjas Sofa zurechtgelegt habe, weil es ab jetzt länger dauern könnte.</p>
<p>Ich nehme also wieder den grünen Stängel zwischen meine Lippen, küsse die Muschel, die mich mit nassen Lippen anlächelt, und höre sofort ein Keuchen vom Tisch. Nadja ist bis an die Haarspitzen erregt und ich verspreche ihr, mir Zeit zu lassen, was sie noch wilder macht. Zumindest fordert sie mich auf, endlich loszulegen. Angesichts meiner Aussicht und dem Duft, der mir in die Nase steigt, wippt mein strammer Freund unter dem Tisch in freudiger Erwartung und, als ich mit meiner Bergungsaktion beginne und einzelne Tropfen von Nadjas lieblichen Ausfluss auf meiner Nase landen, kann er sich fast nicht mehr halten vor Freude.</p>
<p>Der Stiel in meinem Mund bleibt erstaunlicherweise grün, keine einzige Beere habe ich herausgezogen und mit Ernüchterung stelle ich fest, dass mindestens drei der Stellen, an denen Beeren gehangen haben sollten, leer bleiben. Was das für ein Gefühl bei der Frau verursacht, der diese schöne Rose gehört, höre ich an ihren Lauten, die von A nach O gehen und wieder zurück. Augenblicklich spucke ich das grüne nutzlose Ding aus und stecke meine spitze Zungenspitze, so weit ich kann, in die Mitte der Blüte.</p>
<p>Wie meine Fachberaterin vermutet hat, ergattere ich tatsächlich zwei der sauren Früchtchen und lasse sie genüsslich im Mund zergehen. Ich weiß jetzt zumindest, wie Johannisbeeren mit Lustgelee schmecken und möchte dies in meinem Gedächtnis als delikates Rezept abspeichern. Nadja kommt mir zu Hilfe, indem sie mit ihren Fingern, nicht ganz regelkonform, ihre Lippen weit auseinanderzieht und mir ihr Innerstes offenbart, um auch die verbliebene Beere zu retten. Ich kann sie sehen, lasse meine liebliche Gastgeberin darüber aber völlig im Unklaren und wandere mit meiner Zunge über die Falten, die Lippen und die mittlerweile sehr gut sichtbare Lustbeere am oberen Rand der Blüte. Sie steht in Farbe und Form der verbliebenen Beere übrigens in nichts nach und ich weiß genau, dass sie auch sie sich herrlich in meinem Mund anfühlen kann.</p>
<p>Dass das alles bei Nadja nicht folgenlos bleibt, verstehe ich gut, darum ändere ich meinen Plan auch nicht und beglücke sie nach Strich und Faden, immer wieder nach dem kleinen roten Punkt Ausschau haltend, der sich zwischen zwei Falten sicher hält. Einerseits scheint meine Gespielin mein Tun durchaus zu genießen, denn ich merke und höre, wie sie sich immer steigert, und ich bin mir sicher, dass sie nicht mehr lange durchhält, andererseits hat sie sicher Angst, dass durch die ganze Prozedur wieder etwas unwiederbringlich in ihr verschwinden könnte.</p>
<p>Immer wieder lasse ich meine Zungenspitze tief in diese wunderschöne Blüte einfahren und nach Verschwundenem suchen und auch, nachdem die rote Beere bereits an ihrem Damm vorbei auf die Tischkante gerutscht ist und dort von Nadjas lieblichem Nektar gehalten wird, suche ich weiter, nicht um zu finden, sondern um ihr den verdienten Höhepunkt zu schenken. Der stellt sich ein, kurz bevor meine Zunge von all dem Lecken und Lutschen taub geworden ist, und äußert sich durch pulsierende Bewegungen des Beckens und der gesamten vor mir liegenden Muskulatur. Beinahe hätte Nadja die Kerzenständer umgeworfen, die ich im letzten Moment noch festhalten kann.</p>
<p>&bdquo;Hab sie&quot;, sage ich keck, nehme die kleine Beere von der Tischkante zwischen meine Lippen, um sie der Befriedigten zu zeigen.</p>
<p>Wenn sie im Moment sprechen könnte, würde sie mir alles Mögliche an den Kopf werfen, so sieht sie mich jedenfalls an. Dankbar lege ich ihr die kleine Beere auf den Mund, als Trophäe sozusagen, und küsse meine hübsche, liebste und begehrenswerteste Freundin.</p>
<p>Das Spiel ist noch nicht zu Ende, denn, nachdem ich alle Früchte vernascht habe, ist das Früchtchen dran. Mit ihrem zustimmenden Nicken schwinge ich meinen Penis aus der Hüfte auf ihre Lippen, lasse ihn darüber gleiten und schmierig werden, bevor er in ihr verschwindet. Auch wenn die Arme auf dem Rücken langsam unangenehm ziehen, möchte ich meine Pflicht erfüllen. Der Küchentisch hat tatsächlich eine sehr passende Größe und ich brauche nur ein wenig in die Knie zu gehen, um mit meiner Eichel den richtigen Teil von Nadjas Vagina zu stimulieren, was sie immer sofort abgehen lässt. Als sie erneut beginnt, aufreizend zu stöhnen und in sehnsüchtiger Erwartung eines weiteren Höhepunktes die Augen geschlossen hält und ihr Gesicht verkrampft, lasse ich meinen Kumpel wieder an die frische Luft. Fest drücke ich mein Becken an Nadjas Po und reibe mit der Unterseite meines Freudenspenders über die kleine rote Lustbeere, die aufdringlich emporsteht, um ihr und mir den Rest zu geben. Am Ende ist mein Früchtchen völlig geschafft und ich schieße zum krönenden Abschluss meinen Teil im hohen Bogen auf Nadjas Bauch.</p>
<p>&bdquo;Nachtisch!&ldquo;, rufe ich, ernte zwar keinen Beifall, schaue aber in zufriedene Augen meiner sensiblen Nachbarin. Ein herrlich verrücktes Spiel hat sie sich da ausgedacht und gleichzeitig meinen Hunger nach lauter leckeren Früchtchen gestillt.&nbsp;<br />
Beim nächsten Mal bin ich wieder dran und es wird mir schwerfallen, das heutige Spiel zu toppen.</p>
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		<title>Marcel, der Mistkerl &#8211; Rache ist süß</title>
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		<pubDate>Sat, 18 Oct 2025 09:40:43 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Jetzt habe ich es schwarz auf weiß: Meine Ehe ist nicht mehr zu retten &#8211; und ich habe auch nicht mehr das geringste Interesse daran, mit diesem Arschloch zusammen zu sein.<br />
In meinen Händen halte ich gerade seinen „Tätigkeitsnachweis“ der letzten drei Monate. 237 DIN A 4-Seiten mit Chatverläufen. Demnach hatte er Sexdates mit 36 Frauen &#8211; darunter einen Dreier. Von wegen, er sei von seinem Chef derart in die Überstunden reingetrieben worden. Der Zufall ist mir zu Hilfe gekommen. In seinem Arbeitszimmer ging es schon immer drunter und drüber, doch meistens war es abgesperrt. Diesmal ist die Tür nur angelehnt, und da ich eh grad mit dem Staubsauger im Dachgeschoss unseres Hauses unterwegs war, wollte ich die Gelegenheit nutzen. Dabei muss ich kurz gegen seinen Schreibtisch gestoßen sein &#8211; und plötzlich flackerte sein PC-Bildschirm auf.<br />
Die Seite sah zunächst harmlos aus, unendlich viele Textzeilen. Ich ging näher und merkte bald, dass es sich nicht um Kaufverträge oder Bestellungen seiner Firma handelte. Sondern um äußerst explizite Chats. Seine letzte Gesprächspartnerin war eine gewisse „Dreilochstute1987“, mit der er die Vorzüge des ganztägigen Tragens von Analplugs erörterte.<br />
Ich kochte. Ich liebte Analsex &#8211; und dieser Mistkerl steckte seinen Schwanz bei zig anderen Bitches rein. Ohne Rücksicht auf Geschlechtskrankheiten, wie ich erfuhr. „Natürlich ohne Gummi“ werden sie es treiben, schrieb “Dreilochstute1987“, die ich alles andere als attraktiv fand: eine ziemlich ausgezehrte Blondine ohne jede Kurven, dafür einem markanten Zinken im Gesicht.<br />
Ich scrollte weiter und entdeckte so weitere Chatverläufe. Insgesamt war es eine dreistellige Zahl, aber offenbar wurde er sich nicht mit allen handelseinig. Sein Vorgehen war immer ähnlich perfide und clever: Er stellte sich bei allen Damen als alleinstehenden Außendienstmitarbeiter eines großen Elektronikkonzerns aus Norddeutschland vor, der immer wieder mal in Bayern unterwegs sei und gerne etwas Spaß erleben möchte.<br />
Ganz schön gerissen, denn alle angeschriebenen Frauen wohnten in einem Umkreis von maximal 30 Kilometern um unseren Wohnort. So hatte er es nie weit, genoss jede Menge Abwechslung und hatte aber immer eine Ausrede für den Fall, dass eine seiner Gespielinnen eine engere Beziehung mit ihm einzugehen drohte. Schließlich lebte er ja weit entfernt&#8230;<br />
Ich überflog noch ein paar Seiten und druckte das alles als Beweisstücke für den Scheidungsprozess aus. Konnte auf keinen Fall schaden. Ich heftete das in einem Ordner ab, den ich in meinem Bettkasten verstaute. Am Abend, wenn er von der Arbeit kam, wollte ich ihm seine Eskapaden um die Ohren schlagen.<br />
Doch es kommt anders: Um 17 Uhr ruft er aus dem Büro an (es war tatsächlich ein Elektronikunternehmen, immerhin war das nicht gelogen). Er müsse eine Nachtschicht einlegen, ich wisse ja. „Natürlich, dein Chef, der alte Mistkerl“, falle ich ihm ins Wort. „“Ich gehe dann eher schlafen, bitte übernachte im Gästezimmer. Ich lege dir deine Sachen bereit.“ „Danke Schatz, für dein Verständnis“, antwortet er.<br />
„Du armer Kerl, arbeite dich nicht kaputt“, heuchle ich und lege auf. Das Schwein hat wohl schon wieder ein Ficktreffen. Zum Glück habe ich den PC im Stand-by-Modus angelassen und bin gleich wieder auf der Datingseite. Ich scrolle runter und werde fündig. „Carmencita-FFB“ heißt die Glückliche heute, eine vollbusige Dunkelhaarige, sie treffen sich um 17.45 Uhr in einem Low-Budget-Hotel in der nahen Großstadt.<br />
Leider ist das zu knapp, um das Pärchen noch stören zu können. Aber in mir reift eine andere Idee: Ich lese weiter und finde den Chat mit „GiuliaAmore“. Sie scheint sich ernsthaft in Marcel verliebt zu haben. Und das Unglaubliche geschieht: Ich bekomme so etwas wie Mitleid mit dieser Frau.<br />
Sie sucht wirklich einen festen Partner und fleht Marcel immer wieder an, zu ihr zu ziehen. Aber sie würde auch in den Norden kommen, wenn es nicht anders ginge. Sie müsste aber zuerst einen gleichwertigen Job finden. Marcel, der Mistkerl, befeuert ihre Wünsche sogar noch. Er könne sich das mit ihr sehr gut vorstellen und wünsche sich auch mehr Zweisamkeit. Aber die nächsten zwei Jahre seien entscheidend für seine berufliche Karriere, das müsse sie ja wohl verstehen.<br />
Natürlich tut Giulia das, in deren Gefühlswelt ich mich inzwischen ganz gut hineinversetzen kann. Ich kenne Marcel ja seit 17 Jahren. Er kann unheimlich charmant sein und bekommt so immer, was er will. Und er ist ein guter Liebhaber, einfühlsam und einfallsreich. Sogar jetzt noch, ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass er ein solches Doppelleben führen könnte.<br />
Ich seufze. Eigentlich müsste ich die Arme warnen. Ich fasse einen Entschluss. Ich schnappe mir mein Laptop und mache es mir auf dem Sofa mit einem Glas Rotwein gemütlich. Ich rufe diese Datingseite auf, deren Name sich seit heute für immer in meinem Gedächtnis eingebrannt hat, und lege mir einen Account zu. Aber wie soll ich mich nennen?<br />
Ein Gedankenblitz: „Die Gehörnte“ ist doch super. Die Freischaltung erfolgt nur wenige Minuten später. Nun suche ich „GiuliaAmore“. Doch schon blinkt es wild in meinem Posteingang: 17 Nachrichten in den ersten fünf Minuten. Obwohl ich vorerst auf ein Profilbild verzichtet habe, wollen die Kerle gleich mit mir in die Kiste. Aber so plump! Glauben die wirklich, dass Frauen darauf stehen, wenn sie schreiben: „Bitte sei meine Stute, ich will dein Hengst sein“?<br />
Angewidert schließlich ich das Postfach und wende mich meiner eigentlichen Aufgabe zu. Ich finde „GiuliaAmore“, die keine fünf Autominuten von mir entfernt in Ottobrunn lebt und mit 38 nur unwesentlich jünger ist als ich. Sie sieht sympathisch aus, wilde rote Haare, Sommersprossen, Stupsnase und strahlende grüne Augen. „Das Strahlen wird ihr gleich vergehen“, denke ich mir betrübt. Und fange an zu schreiben.<br />
„Du wirst Dich wundern, dass Dich eine Frau anschreibt, aber ich will wirklich nichts von Dir, ich will Dich nur vor weiterem Unglück bewahren. Ich bin Manuela, die Ehefrau von Marcel, den Du hier als Casanova123 kennengelernt hast.“ Es vergehen nur wenige Sekunden, bis mir angezeigt wird, dass „GiuliaAmore“ die Nachricht gelesen hat. Aber dann passiert erstmal nichts. Ich will den Laptop fast schon herunterfahren, als eine erste Nachricht kommt. Sie besteht aus drei Fragezeichen. Ich antworte: „Das ist die reine Wahrheit.“<br />
„Bist Du sicher, dass es der gleiche Mann ist?“ „Ganz sicher, ich kenne ihn seit 17 Jahren und bin seit 14 Jahren mit ihm verheiratet.“ „Aber er lebt doch nahe Bremen?“ „Quatsch, wir wohnen schon immer im Raum München, seit sechs Jahren in Unterhaching. Er ist auch nie im Außendienst gewesen.“<br />
„Doch er liebt mich und will auch mit mir zusammenziehen. Vielleicht traut er sich nur nicht, Dir die Wahrheit zu sagen. Nämlich, dass er Dich verlassen wird.“<br />
„Haha, es ist andersherum: Ich werde IHN verlassen, und Du wirst das Gleiche tun, da verwette ich ein Monatsgehalt.“ „Wie kommst Du denn darauf? Er ist die Liebe meines Lebens, den lasse ich bestimmt nicht fallen.“<br />
„Ich halte trotzdem dagegen und werde es Dir beweisen. Können wir uns treffen?“ „Das müssen wir unbedingt, am besten sofort, denn sonst habe ich keine ruhige Minute mehr.“<br />
Ich bin am Ziel. Sie nennt mir ihre Adresse und ich fahre los. „GiuliaAmore“, die kleiner ist, als ich gedacht hätte, öffnet mir in einem lindgrünen Jumper, sie hatte es sich auch schon gemütlich gemacht. „Ich bin die Jule“, begrüßt sie mich. Sie mustert mich interessiert. „Und du bist also die Frau von Frederik?“<br />
Zum ersten Beweis zeige ich ihr unser Hochzeitsfoto und mein Familienstammbuch. „Stimmt, das ist er“, gibt sie zu. Und nimmt auch zur Kenntnis, das wir im Standesamt Vaterstetten getraut wurden. „Ich bin trotzdem sicher, dass er mich liebt“, sagt sie trotzig.<br />
Mitleidig blicke ich sie an. „Du musst jetzt tapfer sein, und am besten setzt du dich hin.“ Ich dirigiere sie zum Sofa und platziere mich neben sie. „Da nimm!“ sage ich und drücke ihr meinen dicken Aktenordner in die Hände. Sie fängt an zu blättern, ich sitze wortlos daneben. Jule wird immer blasser und irgendwann laufen ihr die Tränen übers Gesicht. Aber sie kann nicht aufhören weiterzulesen.<br />
„So ein verlogenes Dreckschwein!“, schreit sie heraus. Sie weint immer noch lautlos. Ich nehme sie in die Arme. Sie schaut mich an: „Eigentlich müsstest du doch heulen.“ Ich schüttle den Kopf: „Ich bin nur stinkwütend, wie dumm und blind ich war.“ Jetzt tröstet sie mich: „Du warst nicht dumm, er ist einfach absolut gerissen, all die Frauen hier in diesem Ordner sind auf seine Masche hereingefallen.“<br />
Wir liegen uns nun in den Armen, und endlich kann auch ich meinen Tränen freien Lauf lassen. Wir streicheln uns gegenseitig übers Gesicht, schluchzen und kichern gleichzeitig. „Wir sind ja beide Gehörnte“, giggelt Jule. „Und es gibt noch Dutzende mehr“, werfe ich ein.<br />
Ich spüre, dass ich das Richtige getan habe. Marcel soll leiden, nicht ich, nicht Jule, nicht einmal irgendwelche Dreilochstuten. Ich sage das Jule und sie strahlt mich an: „Du bist eine tolle Frau, wie kann ein Mann auf die Idee kommen, gerade dich zu betrügen.“ Solche Worte tun meinem angeknacksten Selbstwertgefühl gut.<br />
“Dafür könnte ich dich küssen“, sage ich so dahin. „Dann tu es doch!“, entgegnet Jule. Ich blicke ihr tief in die Augen, nehme ihren Kopf sanft in meine Hände, drehe ihn zu mir und drücke meine Lippen vorsichtig auf die Ihren. Sie schmeckt salzig wegen der Tränen, aber sie fühlt sich weich an. Ich schrecke zurück und löse mich wieder von ihr.<br />
„Schade“, seufzt Jule. „Es fing gerade an, mir Spaß zu machen.“ Ich bin verdutzt, muss mir aber eingestehen, dass es mir ähnlich ergangen ist. Jule setzt nach: „Vielleicht sollten wir beide unseren gemeinsamen Betrüger auch mal betrügen.“ „Bist du etwa lesbisch?“, frage ich. Sie schüttelt den Kopf. „Es wäre das erste Mal &#8211; aber im Moment wäre mir danach.“<br />
Ich verstehe, was sie meint. „Ich habe gerade auch von Männern die Nase voll“, sage ich. „Also lass uns einfach da weitermachen, wo wir vorhin aufgehört haben“, schlägt sie vor. Schnell finden sich unsere Münder wieder. Diesmal schrecke ich nicht zurück. Jule ist eine schöne und natürliche Frau, ich kann schon verstehen, was Marcel an ihr findet.<br />
Wir erkunden uns in aller gebotenen Vorsicht. Langsam finden sich unsere Zungen, ich wühle mit meinen Fingern in Jules feuerroter Mähne, sie dreht meine glatten braunen Haare zu Locken. „Du bist wunderschön“, sagt sie und küsst nun alle meine Tränen aus dem Gesicht. Ich scheine zu strahlen, denn Jule lächelt bezaubernd zurück. „Das war ein Scheißtag für uns beide, aber ich habe das Gefühl, dass wir noch viel Spaß haben werden.“<br />
Ich muss zugeben: Ich wollte schon immer gerne mal die Brüste anderer Frauen anfassen. Jule schien eher kleinere Exemplare zu besitzen. Ich streichle über ihr kuschliges Oberteil und ertaste dadurch tatsächlich süße Tittchen, deren Nippel sich aber bei der ersten Berührung augenblicklich steil aufrichten. Faszinierend. Ich selbst bin trotz schlanker Figur eher üppig ausgestattet und habe Brüste mit großen Aureolen, aber eher flache Nippel.<br />
Jule stöhnt auf: „Das tut gut. Bis vorhin hatte ich mir immer vorgestellt, dass Frederik, nein Marcel, das mit mir macht. Aber jetzt ist es halt seine Frau.“ Der Gedanke erregt mich aus unerfindlichen Gründen, und als Jule nun auch meine Brüste durch meine Bluse sanft berührt, geht es mir durch und durch und direkt ins Lustzentrum.<br />
Jetzt gibt es wohl endgültig kein Halten mehr, denke ich. Jule ist sichtlich auch erregt. Sie öffnet meine Bluse und fragt schüchtern: „Darf ich die mal anfassen? Die sind richtig schön groß.“ Ich nicke voller Vorfreude. Sie wiegt meine Brüste erst vorsichtig in ihren Händen und beginnt langsam sie zu verwöhnen. Sie weiß schließlich, was Frauen gut tut.<br />
Als sie anfängt, an meinen Nippeln zu nuckeln, lasse ich es geschehen. Ich lehne mich zurück, und sie liegt wie ein Säugling an meiner Brust. „Das ist geil“, sagt sie. „Hätte ich längst mal probieren sollen.“ Ich lächle. Meine Hand wandert an ihrem Körper heran und fährt unter die weite Hose des Jumpers.<br />
„Hoppla, da ist ja gar kein Höschen“, entfährt es mir. Jule reagiert schlagfertig: „Damit du den Weg leichter findest.“ Das ermutigt mich. Ich streife ihre Hose ein Stück herunter und sehe eine sauber rasierte Muschi mit einem bezaubernden roten Büschlein darüber, das sie stehen gelassen hat. Und aus den Schamlippen perlen schon erste Tropfen. Ich denke, dass ich bestimmt genauso feucht bin.<br />
Meine Hand schiebt sich näher heran, zwei Finger ziehen die Pforte sanft auseinander. Nun tropft es in Strömen. Ich weiß, dass ich in diese Muschi butterweich eindringen kann. Doch ich umkreise zunächst langsam erst die äußeren, danach die inneren Schamlippen und wende mich nun ihrer winzigen Klitoris zu. Aber die ist ähnlich empfindlich wie ihre Brustwarzen: Bei der ersten Berührung explodiert Jule fast.<br />
Sie schreit: „Oh mein Gott!!! Ich komme ja schon fast.“ Ich grinse: „Das wollte ich nicht. Soll ich besser aufhören?“ Aber Jule versteht den Scherz nicht, offenbar ist ihre Erregung schon weit fortgeschritten. „Mach weiter, du Dummerchen, das ist herrlich.“<br />
Ich schiebe nun erst einen Finger, dann zwei in ihre Muschi, die die Eindringlinge schmatzend umschließt.“ Ich ficke jetzt tatsächlich eine Frau, in dem Rhythmus, den ich selbst am liebsten hätte. Offenbar ist das intuitiv richtig, denn Jule gelangt schon bald zu einem ersten Orgasmus. Schnaufend liegt sie da und sagt schließlich: „Hätte ich nie gedacht, dass es mit einer Frau so schön sein könnte.“<br />
„Und jetzt bist Du dran, Manu!“ Sie reißt mir den Rock regelrecht vom Leib, auch die Nylonstrumpfhose fällt bald, ebenso mein kleiner schwarzer Slip. „Aha, da ist ja kein einziges Härchen“, konstatiert Jule mit einem Jauchzer. „Ich freue mich nämlich schon die ganze Zeit aufs Lecken, und da wäre eine haarige Muschi nicht so einladend gewesen.“ Ich zucke zusammen, traut sie sich das wirklich gleich? Die Frage brauche ich nicht stellen, die Kleine taucht sofort ab zwischen meine Schenkel und leckt und saugt mich so intensiv, wie ich mir das immer von Marcel gewünscht hätte.<br />
Ich genieße ihr forsches und gekonntes Zungenspiel. Mich durchzuckt es ständig, kleinere und heftigere Orgasmen schütteln mich. Ich tippe Jule nur kurz auf die Schulter, doch sie versteht mich gleich. Sie dreht sich längs um 180 Grad und platziert ihre saftige Pflaume direkt auf meinem Mund; ich möchte endlich meine erste Muschi schmecken und bin überwältigt.<br />
Irgendwie ist ihr Duft meinem ähnlich, aber doch deutlich zu unterscheiden: süßer, voller und ein bisschen mehr nach Moschus. Wir lecken und fingern uns nun ausdauernd in der 69er-Position. Was für eine Lust. Ich lasse mich total fallen und wage nun etwas Verrücktes.<br />
Im Chat mit „GiuliaAmore“ hatte „Casanova123“ nämlich immer wieder auf Analsex gedrängt, doch sie hatte auf Zeit gespielt. Sie habe das noch nie gemacht, sie müsse sich an diesen Gedanken noch gewöhnen. Das kann ich ja etwas forcieren, denke ich mir.<br />
Ich greife ihren kleinen, runden Hintern und ziehe ihn noch näher zu mir hin. Ich ziehe die Backen zu mir und drücke sie mit dem Daumen nach außen. Langsam und genüsslich lecke ich Jules Muschi von der Klitoris bis zum Damm, gleite über diesen hinweg und lasse die Zunge in ihre Arschfurche wandern. Ich spüre, wie sie zuckt, höre, wie sie stöhnt. Aber sie weicht nicht zurück.<br />
Mein linker Zeigefinger taucht noch einmal in Jules tropfnasse Grotte und folgt der Zunge, feuchtet die Rosette an und dringt ganz liebevoll mit einer Kuppe in das jungfräuliche Löchlein ein. Ich verweile dort, fühle, wie der Anus sich konvulsivisch verkrampft. Ich warte, bis er sich entspannt, und bewege das erste Fingerglied langsam hin und her. Jules unartikulierte Laute kann ich zwar nicht verstehen, aber interpretieren: Das Ding im Po bereitet ihr Freude.<br />
Ich werde forscher. Das zweite Fingerglied rückt nach, während ich weiter mit der Zunge ihre Schamlippen und Klitoris stimuliere. Nun ist der Finger ganz drin. Ich ziehe ihn fast heraus und stoße dann wieder vorsichtig zu. Ich gehe ins Ficken über, inzwischen passt der Zeigefinger daneben. Jule vergeht vor Lust. Ein Orgasmus jagt den nächsten, bis sie keuchend über mir zusammensackt und sagt: „Das war unbeschreiblich, aber ich kann einfach nicht mehr.“<br />
Hingegen bin ich erst so richtig aufgegeilt. „Hast du einen Dildo?“, frage ich. Jule schleppt mich ins Schlafzimmer und öffnet ihr Nachtkästchen und sagt: „Reicht das? Ich bin jetzt seit sieben Jahren Single, da braucht frau so etwas.“ Ein gutes Dutzend Lustspender in allen Größen und aus verschiedenen Materialien liegt da ausgebreitet.<br />
Ich nehme einen imposanten Glasdildo heraus, knie mich aufs Bett und fordere Jule auf: „Nimm mich von hinten, so habe ich es am liebsten.“ Es dauert ein paar Sekunden, bis ich ihre Hände auf meinem Hinterteil spüre. Sie streichelt ihn sanft, traut sich wohl nicht so recht. Ich ermutige sie: „Du musst keine Rücksicht nehmen, darfst mir ruhig erst einmal den Po versohlen, das fördert die Durchblutung.“ Erst tätschelt sie die Backen eher, als dass sie zuhaut. Ich muss sie bitten, härter zu schlagen, was sie offenbar Überwindung kostet. Doch sie merkt mit der Zeit, dass mir das große Lust bereitet.<br />
„Du bist schon ganz rot“, sagt sie nach einigen Minuten mit besorgter Stimme. „Dann musst du die Schmerzen sanft wegküssen und -lecken“, schlage ich vor. Die Idee scheint ihr gut zu gefallen, denn prompt bedeckt sie meinen Po mit liebevollen Küssen. Sie schiebt eine Hand von hinten unter meinem Gesäß durch, umgreift meine Muschi und stimuliert mit dem Handballen meine Pforte.<br />
Die andere Hand nähert sich indessen meiner Arschfurche. „Das schaut eigentlich ziemlich lecker aus“, sagt sie und platziert ihren Daumen auf dem rosigen Eingang. „Das fühlt sich schon einmal sehr gut an“, lobe ich sie. Sie massiert die Rosette einfühlsam, und ich strecke mich ihr stöhnend entgegen. Viel leichter als vorhin in ihr enges Poloch gleitet ihr Daumen hinein.<br />
„Fick mich!“, rufe ich ihr zu. Jule beugt sich vor, küsst mich auf den Mund und sagt: „Ich versuche mein Bestes.“ Ihr Daumen fährt nun hinein und hinaus, während die andere Hand meine Klitoris reizt. „Nimm den zweiten Daumen hinzu“, bettle ich. Ich möchte richtig ausgefüllt werden. Sie nimmt die zweite Hand hinzu und führt die Daumen erst abwechselnd und dann gleichzeitig ein. Das ist schon ein Reiz ganz nach meinem Geschmack.<br />
Ich komme explosionsartig, habe aber immer noch nicht genug: „Jetzt noch den Dildo!“, fordere ich Jule auf. Der ist viel härter in meinem Anus, und Jule schiebt ihn nach anfänglicher Zurückhaltung bis zum Anschlag hinein. Ich zwirble dazu meine Klitoris, und dass Jule noch meine linke Brust knetet sorgt für einen nicht enden wollenden Orgasmus. Schließlich liege ich wimmernd auf dem Bauch und weine vor Glück.<br />
Jule legt sich neben mich, küsst mich und schaut mir tief in die Augen: „Wie gut, dass Marcel so ein Mistkerl ist. Sonst hätten wir uns nie kennengelernt, und ich hätte den tollsten Abend meines Lebens verpasst.“<br />
Bei der Erwähnung des Namens springe ich auf. „Den habe ich ja ganz vergessen. Ich muss dringend los, damit ich vor ihm daheim bin. Und morgen schreibe ich dir wieder. Falls er dich anschreibt, lass dir nichts anmerken.“<br />
Ich schaffe es rechtzeitig nach Hause, dusche noch schnell und lege mich dann gleich ins Bett. Ich hätte gedacht, dass ich nach diesem Tag kein Auge zutun würde. Doch mit dem Gedanken, meinen Ehemann verloren, aber eine tolle Freundin gewonnen zu haben, schlafe ich auf der Stelle ein und erwache am nächsten Morgen frisch und voller Energie.<br />
Beim Frühstück mit Marcel bin ich erlesen freundlich und bedauere ihn wegen seiner unmöglichen Arbeitszeiten. „Diesen Stress hält doch keiner aus“, sage ich und meine es sogar ehrlich. Diese Art Sex-Hopping ist doch kein Spaß mehr. Kaum ist er aus dem Haus, schaltete ich meinen Laptop an und mich im Home Office der täglichen Frühkonferenz zu, höre aber nur mit einem Ohr hin, denn parallel habe ich schon „GiuliaAmore“ angeschrieben, die offensichtlich auf mich gewartet hat.<br />
„Guten Morgen, meine Süße. Wie geht es Deinem entjungferten Po?“ „Bestens. Danke der Nachfrage. Und wie geht es dem geschätzten Herrn Gemahl?“<br />
„Der ist trotz seiner harten Überstunden wohlauf &#8211; und schöpft keinerlei Verdacht. Aber ich werde ihn die nächsten Tage ebenfalls mit einem Dir bekannten Aktenordner konfrontieren.“<br />
„Das wirst du nicht! Außerdem hast Du den Ordner gestern in der Eile bei mir liegen gelassen. Eine sehr inspirierende Lektüre.“ Ich widerspreche:<br />
„Warum soll ich sein Lügengebäude nicht auffliegen lassen?“ „Das sage ich Dir bei unserem nächsten Treffen. Ich habe einen genialen Plan. Und bring Deinen Laptop mit!“<br />
Wir verabreden uns für heute Abend. Wieder bei ihr. Eigentlich habe ich da mein Damenkränzchen, aber die Ladys müssen diesmal auf mich verzichten.  Ich betrete Jules Wohnung und begrüße sie mit einem intensiven Kuss. Sie reißt sich aber bald los. „Dafür haben wir vielleicht später noch Zeit, aber jetzt haben wir einiges zu tun.“ Sie führt mich ins Wohnzimmer und deutet auf den komplett ausgezogenen Esstisch, der mit Papierstapeln überdeckt ist. Ich werde einen kurzen Blick darauf. Das sind die ausgedruckten Chat-Verläufe, die teils mit farbigen Vermerken versehen sind.<br />
Jule sagt erklärend: „Ich habe schon mal vorgearbeitet. Von den etwa drei Dutzend Frauen, die Marcel beglückt hat, können wir gut die Hälfte vergessen.“ Ich schaue sie fragend an. „Die sind entweder hohl wie Nüsse oder sie sind selbst liiert und und werden an seinem Vorgehen nicht Verwerfliches finden. Dem Rest hat er allerdings ernsthafte Beziehungen in Aussicht gestellt &#8211; und bei den meisten von ihnen ist das durchaus auf Gegenliebe gestoßen.&#8221;<br />
„Und jetzt???“, frage ich. „Mann, bist du begriffsstutzig. Wir Gehörnten starten jetzt unseren Rachefeldzug. Wir schreiben die jetzt alle an und gründen eine Selbsthilfegruppe.“ Ich muss immer noch ziemlich verdattert aussehen, denn Jule bricht in schallendes Gelächter aus. „Du weißt doch, Rache ist süß, aber gemeinsame Rache ist doch noch viel süßer.“<br />
Sie weiht mich in ihren Plan ein, an dessen Ende Marcel dumm dastehen soll. Aber zuerst brauchen wir möglichst viele Verbündete. Wir fahren beide unsere Laptops hoch und legen los. Jule hat zwei gleich große Päckchen gemacht. „Wilde_Lucy_EBE“ heißt meine erste Kandidatin, Jule versucht ihr Glück bei „Liebestolle_Waldfee“.<br />
Jule hat einen gleichlautenden Text vorformuliert, den wir beide jetzt nur noch in den Chat einfügen müssen: „Hallo, hier sind zwei gehörnte Frauen: die Ehefrau und die vermeintlich einzige Geliebte von Casanova123. Durch Zufall haben wir festgestellt, dass der Mistkerl aktuell rund drei Dutzend Frauen gleichzeitig beehrt &#8211; bestimmt ohne Gummi. Jetzt sinnen wir auf Rache. Bist Du dabei?“<br />
Wir senden eine Nachricht nach der anderen ab. Jetzt heißt es warten. Bei mir blinkt es zuerst in der Mailbox. „DieblondeLola“ meldet sich ungläubig:<br />
„Das ist doch ein Fake. Bist du ein Kumpel von Casanova123, der ihn auf die Schippe nehmen möchte?“ „Leider nein. Es ist alles so, wie wir schreiben, und wir können es beweisen.“<br />
„Wie denn bitteschön?“ Kommentarlos leite ich ihr einige Chatpassagen von Marcel weiter. „Das kann man doch leicht fälschen.“<br />
„Aber das nur schwierig.“ Und hänge prompt  einige explizite Zitate von ihrem eigenen Chat mit „Casanova123“ an. Da erfahren wir unter anderem, dass sie Intimschmuck trägt und am Ende des Akts „dein Sperma bis zum letzten Tropfen schlucken und auflecken“ will. Die nächste Antwort lässt etwas auf sich warten.<br />
„Na gut, ich glaube Euch. Was habt Ihr jetzt vor?“ Ich erzähle ihr, dass wir „Opfer“ uns treffen und dann eine gerechte Strafe beschließen wollen.<br />
Sofort antwortet sie: „Ich bin dabei, nennt mir den Termin!“ „Den müssen wir noch finden, aber Du bekommst Bescheid.“<br />
Ich nehme meinen Stift und mache ein Häkchen hinter „DieblondeLola“. Weiter geht es. Ich höre Jule fluchen. „Diese Trulla will mir nicht glauben und verteidigt den Arsch auch noch. Sie denkt echt, dass er nur sie wirklich liebt und es bei den anderen nur um Sex geht.“<br />
Doch die meisten geben sich angesichts der erdrückenden Beweislast geschlagen. Und fast alle sind geladen. „So ein mieser Schauspieler. Ich bin seine große Liebe, hat er gesagt. Er könne sich sogar vorstellen, mit mir Kinder zu haben“, schreibt „Vicky-UHA“. Letztlich haben wir zwölf Mitstreiterinnen gefunden, mit denen wir uns am kommenden Samstagnachmittag im Nebenzimmer eines Münchner Bierlokals verabreden.<br />
Jule und ich sind etwas eher gekommen, nach und nach kommen die anderen: Vorsichtig, fast ängstlich öffnen sie die Tür &#8211; als ob sie doch befürchten, bei der Versteckten Kamera gelandet zu sein. Als sie aber sehen, dass hinter der Tür nicht Kurt Felix und Paola warten, beruhigt sich ihr Puls merkbar.  Als alle da sind, folgt der “offizielle“ Teil mit der Begrüßung und dem Hinweis an den Ober, dass er nach dem Servieren der Getränke erst dann wieder zu kommen braucht, wenn wir ihn rufen. Das Thema ist ja doch etwas delikat. Jule übernimmt die Moderation und beginnt mit einer Vorstellungsrunde.<br />
Ganz schnell wird klar: Hier sitzen ausnahmslos Frauen, die zwar auch ihren Spaß suchen, aber durchaus auch an einer festen Beziehung interessiert sind. Und Marcel (den richtigen Namen ihres Galans erfahren sie von mir, die als Erste reden darf) hat sie alle um den Finger gewickelt. „Absolut glaubwürdig und seriös“ sind die Attribute, die fast von allen genannt werden. Ich muss ihnen beipflichten: „Ich war 17 Jahre lang mit ihm verheiratet und habe nie einen Verdacht gehegt, wir hatten ja bis zuletzt auch regelmäßig Sex. Aber das ist jetzt Geschichte.“<br />
Nun lassen wir den Ober noch einmal herein, und nach der zweiten Runde Limoncello wird die Stimmung immer gelöster &#8211; und die Vorschläge immer gewagter. Am Ende hat die Wilde Lucy aus Ebersberg, die im echten Leben Dagmar heißt und eher brav wirkt, die beste Idee. Wir müssen nur noch ein paar Vorbereitungen treffen, am nächsten Wochenende soll die Bombe platzen. In Hochstimmung gehen wir auseinander.<br />
Das Leben geht seinen gewohnten Gang, Marcel will sogar mit mir schlafen, was ich mit dem Hinweis auf Kopfschmerzen abblocke. Am Mittwoch trifft sich ein großer Teil der „Gehörnten“ bei Jule, als diese die entscheidende Nachricht an “Casanova123“ schreibt &#8211; auf den Hinweis von Lucy, gegenüber der er wohl man den entsprechenden Wunsch geäußert hatte.<br />
„Hallo Frederik, wir hatten ja lang kein Date mehr. Bist Du am Wochenende zufällig in der Gegend? Ich habe nämlich eine tolle Idee.“ „Welche denn, liebe Jule?“ „Ich weiß ja gar nicht, ob Du auf Fesselspiele stehst…“ „Oh, davon träume ich schon lange. Was genau schwebt Dir da vor?“ „Ich bin doch Übungsleiterin für Gymnastik und gebe da auch Kurse in einem Sportverein. Da gibt es einen Fitnessraum mit Weichmatten, Klettersprossen, einer großen Massageliege und allen möglichen anderen Dingen, die wir nutzen können.“<br />
„Das klingt geil, aber können wir da einfach so rein?“ „Normalerweise nicht, doch im Moment ist das ganze Gebäude wegen eines Wasserschadens im Keller gesperrt. Das Vereinsgelände liegt zum Glück außerhalb vom Ort, fast im Wald &#8211; und ich habe einen Schlüssel. Hast Du nun Zeit?“<br />
„Jaaaaasa! Das lässt sich einrichten, dass ich meinem Chef da einen wichtigen Auftrag vorgaukle.“<br />
Die beiden vereinbaren noch einen Treffpunkt und beenden den Chat. Im Wohnzimmer stehen acht jubelnde Frauen, die sich abklatschen und umarmen wie Fußballer nach dem Champions-League-Sieg. „Das wird ein Spaß, darauf müssen wir anstoßen!“, ruft Lola. Wir köpfen ein Fläschchen Prosecco und machen uns dann beschwingt ans Werk.<br />
Am Samstagnachmittag sind wir elf anderen schon weit vor dem Termin im Vereinslokal versammelt. Vor einem großen Bildschirm auf dem die Bilder einer Spycam zu sehen sind, die wir in einem vergitterten Geräteschrank des Trainingsraums versteckt haben. Mit perfektem Blick auf das zu erwartende Geschehen.<br />
Noch sehen wir nur eine Hantelbank, die wir leicht abgeschrägt in die Sprossenwand eingehängt und mit einem schwarzen Laken bezogen haben, ein paar Seile, die bereits um die Sprossen geknotet wurden, mit Kunstleder bezogene Paddles, Peitschen und eine venezianische Maske. Das andere „Spielzeug“ liegt in unserem Gastraum &#8211; es soll schließlich eine Überraschung für Marcel werden. Heute gönnen wir uns einen Lillet Berry, die Stimmung würde ich mit „freudig erregt, aber auch etwas angespannt“ umschreiben.<br />
Endlich ist es so weit. Marcels Auto biegt auf den verlassenen Parkplatz ein. Wir waren natürlich so schlau, unsere Autos weiter entfernt abzustellen und sind dann zu Fuß gelaufen. Ganz galant öffnet er Jule die Beifahrertür. „Bei mir macht er das schon seit Jahren nicht mehr“, spotte ich. Die beiden verschwinden kurz aus unserem Gesichtsfeld, doch schon kurz darauf hören wir zuerst ihre Stimmen und sehen sie schließlich auch.<br />
Marcel scheint aufgeregt zu sein. „Warum hast du mich heute nicht geküsst wie sonst“, fragt er. Jule ist cool wie eine Hundeschnauze: „Heute bin ich die Chefin, willst du dich auf dieses Experiment einlassen oder nicht?“ Er gibt sofort klein bei: „Natürlich will ich. Was soll ich tun, Herrin?“ Wir Mädels kichern und flüstern, obwohl man uns da unten definitiv nicht hören kann: „Das läuft ja voll nach Plan. Sie hat ihn schon am Wickel.“<br />
Jule gibt nun die Kommandos: „Du kannst dich jetzt nackt ausziehen und auf die Streckbank legen, den Rest mache ich dann.“ Marcel ist ganz folgsam, als er seinen Slip herabstreift, ist sein bestes Stück schon halb erigiert. „Um dieses Prachtexemplar ist es wirklich schade“, seufzt Carmencita alias Waltraud. „Echt doof, dass so ein Vollidiot daran hängt.“ Zustimmendes Lachen aus der Gruppe.<br />
Doch wir wenden unsere Aufmerksamkeit gleich wieder dem Geschehen im Trainingsraum zu. Dort hat es sich Marcel inzwischen gemütlich gemacht. Jule fesselt als erstes seine Handgelenke an die Sprossenwand und setzt ihm als nächstes die Vogelmaske auf. „Das erhöht den Reiz noch“, erklärt sie ihm. Er nickt wissend. „Das habe ich auch gelesen. Und auch, dass man bei solchen Praktiken ein Safeword verwendet.“<br />
Jule stimmt ihm zu. „Wenn es dir zu viel wird, sagst du einfach: aus die Maus. Ansonsten werde ich jetzt weitgehend schweigen, auch das soll deine Erregung steigern.“ In der Planungsphase haben wir Jule zugestanden, dass sie ihm anfangs durchaus etwas Lust bereiten soll. Erstens will das Publikum ja etwas geboten bekommen, zweitens ist das Erwachen für ihn umso böser.<br />
Sie beginnt damit, seinen gesamten Körper mit den weichen Lederschwänzen der Peitsche zu streicheln. Prompt steht sein Ständer kerzengerade in die Höhe. Zwischendurch versetzt sie ihm erste leichte Hiebe, was ihm gut zu gefallen scheint. Ein zustimmendes Gurren ist zu hören. Jule geht dazu über, ihm mit ihren Fingernägeln leichte Kratzer auf der Haut zuzufügen „Zum Glück bist du ja nicht verheiratet“, sagt sie munter dahin. Nur Jule und mir entgeht nicht, dass er bei diesen Worten leicht zusammenzuckt.<br />
Ganz kurz fasst sie seinen zugegebenermaßen prächtigen Schwanz an, was ihn zu einem „ist das geil“ verleitet. Doch sofort lässt sie ihn wieder los. Sie ergreift ein Bein, hebt es etwa 30 Grad in die Höhe und bindet es dann mit einem längeren Seil ebenfalls an der Sprossenwand fest. Ebenso verfährt sie mit dem anderen Bein. Sie greift zu den Paddles und haut zunächst vorsichtig auf den Po, dann steigert sie in die Intensität. Marcel entfahren erste kleine Schmerzensschreie.<br />
Scheinbar besorgt fragt Jule: „Hältst du es nicht mehr aus?“ Marcel antwortet tapfer: „Das ist schon ganz schön heftig, aber es macht mich auch total scharf. Ich bin gespannt, was als nächstes kommt.“ Jule schweigt wieder und bereitet die nächste Stufe vor: Sie zündet eine Kerze an. Als sie stabil brennt, führt die kleine Rothaarige sie über seinen Körper und lässt das heiße Wachs auf ihn tropfen. Marcel schreit auf, aber seine Erektion wird sichtlich noch härter.<br />
„Aaaahhh, ist das gemein“, stöhnt er auf. „Das hätte ich dir gar nicht zugetraut, hatte dich eher als Anhängerin von Vanillasex eingestuft.“ „Wir Frauen sind halt immer für Überraschungen gut“, entgegnet sie. Und betont dabei das „wir“, was ihm unter der Anspannung vermutlich nicht aufgefallen ist. Denn gerade hat Jule ihm Wachs auf seine rasierten Hoden tropfen lassen &#8211; da dürfte die Haut besonders empfindlich sein.“<br />
„Kann ich noch etwas weiter steigern?“, fragt Jule. „Es ist zwar kaum noch auszuhalten, aber ich will diese Erfahrung so weit ich kann auskosten“, antwortet Marcel. Aus einer ihrer Taschen zieht sie zwei Wäscheklammern, die sie an seinen Brustwarzen befestigt. Ein Urschrei entfährt meinem Noch-Gatten: „Du spinnst doch, das ist ja schlimmer als eine Wurzelbehandlung beim Zahnarzt.“<br />
„Also aufhören?“ „Nein, es ist zugleich das Geilste, was ich je erlebt habe.“ Wir im Zuschauerraum sind überrascht, alle hätten wir gedacht, dass er längst ausgestiegen wäre. Aber er ist anscheinend in seiner unersättlichen Sexsucht nahezu schmerzbefreit. „Warte nur, wir kriegen dich schon noch klein“, giftet Lucy.<br />
Jule zündet die nächste Stufe: „Du wolltest doch immer schon Analsex mit mir haben, oder?“ Begeistert stimmt Marcel zu: „Ist es heute so weit?“ „Ja“, sagt Jule zuckersüß. „Aber anders, als du dir das wohl vorstellst.“ Das ist für uns das Kommando, wir verlassen unseren Beobachtungsposten und schleichen uns in den Trainingsraum.<br />
Wir sehen, wie sie seinen durchtrainierten Po packt und etwas Babyöl in seiner Ritze verteilt. Erst ein Finger, dann zwei, dann drei verschwinden in seinem Anus. Doch Marcel bleibt tough. „Ich habe schon einiges über anale Stimulation beim Mann gelesen, aber das toppt alles. Du bist ein versautes Luder, Aber mach bitte weiter!“<br />
Jule blickt uns etwas ratlos an. Mit was kann sie ihn nur aus der Ruhe bringen? Ich bringe ihr leise einen ziemlich großen Strapon, den wir im Sexshop besorgt haben. Ohne jede Vorwarnung schiebt sie das Trum in sein Hinterteil. Marcel krümmt sich und stöhnt, klagt aber nicht. „Dass du mich in den Arsch fickst, habe mich mir nicht erträumen können.“<br />
Ich reiche ihr nun auch noch die Peitsche, die sie nun kräftig auf ihn niedersausen lässt. Ob das Schmerz- oder Lustschreie sind, lässt sich nicht unterscheiden. Nun greift Jule zum letzten Mittel. Sie zieht den Strapon aus seinem Anus, bewegt sich zwei, drei Schritte in Richtung seines Kopfes und stopft ihm das Ding in den gerade atemlos offen stehenden Mund. „Da, leck dein Arschwasser auf!“<br />
Marcel dreht und wendet sich und schafft es irgendwie, den großen Gummischwanz wieder loszuwerden. Und dann fallen sie, die drei magischen Wörter: „Aus die Maus!“ Jule hakt nach: „Bist du dir sicher? Das macht es für dich nur noch schlimmer.“<br />
„Was kann denn noch schlimmer werden?“ Da reißt Jule ihm die Maske vom Kopf &#8211; und er erblickt zwölf splitternackte Frauen. Ein Anblick, der ihn normalerweise entzücken würde, aber diese Konstellation ist selbst für den abgebrühten „Casanova123“ eine Nummer zu heftig. Er reißt seine Augen auf, wird schlagartig blass und ebenso fällt seine Erektion in sich zusammen wie ein Kartenhaus im Hurrikan.<br />
„W-w-wie, w-w-was, w-w-woher kommt Ihr alle?“, stammelt er. Ich trete vor und schaue ihm entschlossen in die Augen, er muss schuldbewusst den Blick abwenden. „Ja, da staunst du. Hast wohl gedacht, du bist der Schlaueste von allen. Aber deinen PC hättest du besser mal richtig heruntergefahren. Und mit unserer Frauen-Solidarität hast du auch nicht gerechnet.“<br />
Er senkt den Kopf, seine Stimme ist fast nicht zu hören, als er uns anfleht: „Bitte lasst mich frei, ich habe genug gelitten und meine Lektion gelernt. Und ich werde dich, Manu, nie mehr belügen und betrügen.“ Höhnisches Gelächter ist die Antwort. „Der Zug ist abgefahren, sie wird sich scheiden lassen, und auch von uns macht keine mehr die Beine für dich breit“, antwortet die eigentlich so zarte Jule in unser aller Namen.<br />
„Jetzt haben wir erstmal noch ein wenig Spaß mit dir, bevor du viel Zeit zum Überlegen bekommst“, kündigt Lucy an. Sie und drei andere haben sich jetzt jeweils auch noch Strapons umgeschnallt. Ängstlich blickt Marcel in die Runde. „Das wollt Ihr mir doch nicht ernsthaft antun?“ Unser Schweigen macht ihm klar, dass wir nicht scherzen.<br />
Jede von uns tobt sich an ihm aus, und er ist auch zu gedemütigt, um noch lange Widerstand zu leisten. Klaglos bläst er die Gummischwänze, die ihm direkt aus seinem Arsch in den Mund gesteckt werden. Als Carmencita anmerkt, dass sie mal Pipi müsste und es zum Klo so weit sei, ist schnell eine Lösung gefunden. Ein Strahl nach dem anderen ergießt sich über sein Gesicht und seinen Körper.<br />
Schlaff baumelt sein bis vor kurzem noch so stolzer Schwengel zwischen seinen Beinen herab. Und nicht einmal kernige Peitschenhiebe oder schmerzende Wäscheklammern können ihn wieder aufrichten. Fast könnte man Mitleid mit ihm bekommen.<br />
Vicky richtet sich nun vor ihm auf und verspottet ihn: „Du konntest doch nicht genug Frauen haben, du Vertreter aus dem Norden. Jetzt hast du ein ganzes Dutzend und dann läuft bei dir nichts?“ Marcel schlägt die Augen nieder und schweigt leidend. Sein berühmter Charme hat bei den „Gehörnten“ keine Wirkmacht, das weiß er.<br />
Er wird sich denken, dass er nicht noch tiefer fallen kann. Ich grinse vor mich hin: Doch, das geht! „Wir haben noch eine letzte Überraschung für dich.“ Ich stelle ein großes Paket auf eine Langbank. „Lass uns mal sehen, was wir da haben.“ Marcel wird totenblass, während wir auspacken. Zuerst einen riesigen hellblauen Strampelanzug. Jule: „Man soll ja schon sehen, dass es ein Junge ist.“<br />
Ein Mundknebel, der so aussieht, als ob er an einem Schnuller nuckelt. Carmencita: „Damit Klein-Marcel nicht herumschreit und die ganze Nachbarschaft belästigt.“ Und zuguterletzt eine Pamperswindel für Erwachsene. Lucy hat das letzte Wort: „Die wirst du brauchen bis Montag. Und jetzt die gute Nachricht: Dann kommen die Handwerker von der Trocknungsfirma. Tschüss und auf Nimmerwiedersehen!“</p>
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		<title>Das Sexcoaching (Kapitel 6-10)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Kim_F_Wolf]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Oct 2025 14:11:26 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[6. &#187;Wie wohnst du eigentlich?&#171;, fragte Silvana. Sie und Jonas hatten das Einkaufszentrum verlassen und durchquerten den Park, in dem sie sich getroffen hatten. &#187;Na ja&#171;, begann er zu erklären,&#8230;]]></description>
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6.<br />
&raquo;Wie wohnst du eigentlich?&laquo;, fragte Silvana. Sie und Jonas hatten das Einkaufszentrum verlassen und durchquerten den Park, in dem sie sich getroffen hatten.<br />
&raquo;Na ja&laquo;, begann er zu erklären, während er in seiner linken Hand eine Tüte mit gekaufter Kleidung trug. Mit der rechten hielt er die Spanierin, die ihn interessiert ansah. &raquo;Ich lebe zur Miete in einer Zweizimmerwohnung. Und da ich so gut wie nichts verdiene, tragen meine Eltern einen Teil der Miete.&laquo;<br />
Sie nickte. &raquo;Die Mieten heutzutage sind ein Graus.&laquo;<br />
Jonas genoss das Gefühl ihrer Haut auf der seinen. Jede Zelle seines Körpers sog ihre Körperwärme auf und er hoffte, dass der Weg, den sie zusammen bestritten, lang sein würde.<br />
&raquo;Alleine zu leben kann sich ein Großteil der Leute kaum noch leisten. Und du brauchst ohnehin eine Frau an deiner Seite, Jonas.&laquo;<br />
Ihre Stimme war warm, fast verführerisch nachsichtig &ndash; als würde sie bereits wissen, dass er genau das wollte. Ihre Nägel strichen langsam über seinen Handrücken, ihr Daumen kreiste ganz leicht über seine Haut. &raquo;Eine, die sich um dich kümmert. Die dich nimmt, wie du bist. Und der du zeigen kannst, was wirklich in dir steckt.&laquo;<br />
Dann ließ sie eine süffisante Pause entstehen, in der Jonas nur schlucken konnte.<br />
&raquo;Und natürlich eine, die sich die Miete mit dir teilt. Falls deine Eltern irgendwann genug von deinem Junggesellendasein haben.&laquo;<br />
Jonas nickte verstehend. Er hatte zwar einen guten Draht zu seinen Alten, aber er hatte oft erlebt, wie ähnlich enge Banden in anderen Familien binnen kürzester Zeit zerbrechen konnten.<br />
&raquo;Hast du Deko? Oder Pflanzen?&laquo;<br />
Er schüttelte den Kopf.<br />
&raquo;Irgendwelche schönen Farben an den Wänden?&laquo;<br />
&raquo;Nein. Nur Weiß.&laquo;<br />
&raquo;Also, das wäre auch etwas, an dem du ansetzen könntest. Wenn die ersten Dates gut laufen, wird es zweifellos irgendwann dazu kommen, dass du eine Frau mit nach Hause bringst. Du würdest erhebliche Pluspunkte sammeln, wenn sie von einer gemütlichen Atmosphäre empfangen wird. Damit meine ich lebendige, gut platzierte Pflanzen, Kerzen, ein paar Bilder von deiner Familie oder Freunden. Irgendeine sinnliche Farbe im Wohnzimmer, heimelige Bettwäsche im Schlafzimmer. Verstehst du?&laquo;<br />
&raquo;Schon&laquo;, antwortete er nachdenklich. &raquo;Nur habe ich für sowas kein Auge.&laquo;<br />
&raquo;Hast du eine Schwester? Oder eine gute Freundin?&laquo;<br />
&raquo;Die Mädchen, die ich kenne, sind alle insgesamt dekofaul.&laquo;<br />
&raquo;Sind sie auch so &#8230; nerdig wie du? Verzeih mir bitte meine Wortwahl.&laquo;<br />
Jonas lachte. &raquo;Da gibt es nichts zu verzeihen. Mein gesamtes Umfeld ist wie ich &ndash; von meiner Fam abgesehen.&laquo;<br />
&raquo;Nennst du die Frauen deshalb Mädchen?&laquo;<br />
Darüber hatte er noch nie nachgedacht. Aber jetzt, als Silvana es aussprach, kam es ihm in den Sinn. Die Mädchen, mit denen er verkehrte, waren tatsächlich das &ndash; Mädchen. Nicht, weil sie jung und minderjährig waren, sondern weil sie sich einfach nicht als erwachsene, aufreizende Frauen präsentierten.<br />
&raquo;Vielleicht, ja. Darüber habe ich noch nie Gedanken gemacht.&laquo;<br />
&raquo;Irgendwann ist immer das erste Mal.&laquo;<br />
&raquo;Meine Schwester könnte mir beim Dekorieren helfen, denke ich. Sie wohnt ziemlich modern.&laquo;<br />
&raquo;Ist sie älter als du?&laquo;<br />
Er nickte. &raquo;Fünf Jahre. Verheiratet und mit einer Tochter gesegnet.&laquo;<br />
Seine Lehrerin lächelte. &raquo;Kinder sind etwas Tolles. Möchtest du welche?&laquo;<br />
&raquo;Eines Tages schon. Aber das hat Zeit. Und du?&laquo;<br />
&raquo;Ich habe keine. Und ich glaube, dabei wird es bleiben. Ich liebe es, Tante zu sein &ndash; aber ein eigenes Kind? Das ist einfach nicht mein Weg. Außerdem gehe ich stramm auf die Vierzig zu. Und die biologische Uhr ist kein Mythos.&laquo;<br />
Jonas sah Silvana an und versuchte, in ihrem Blick eine Emotion zu erkennen. Aber sie hatte ein Pokerface aufgelegt. &raquo;Vielleicht mit dem richtigen Partner?&laquo;<br />
Sie lachte. &raquo;Von denen gab es viele. Also Partner. Nur hat mich keiner dazu gebracht, meine Einstellung zu ändern.&laquo;<br />
Schwang in ihrer Stimme ein Anflug von Trauer mit? Oder hatte er es sich nur eingebildet? Für einen kurzen, absolut absurden Moment, sah er sich an ihrer Seite &ndash; mit einem Kind zwischen ihnen. Er schüttelte dieses Bild ab &ndash; er spielte nicht in ihrer Liga.<br />
&raquo;Also du und deine Schwester. Eine wichtige Mission. Nicht vergessen. Deko kaufen.&laquo;<br />
Jonas nickte und bemerkte die Blicke, die andere Passanten ihnen zuwarfen. Er genoss es, dass die Leute sie zusammen sahen und zumindest für den heutigen Tag annahmen, dass sie ein Paar waren. Dass er es geschafft hatte, eine zehn von zehn an Land zu ziehen.<br />
&raquo;Wie wohnst du?&laquo;, fragte er und stellte fest, dass er in Gegenwart dieser gefährlichen Löwin erstaunlich frei und offen reden konnte. Woran das lag, konnte er sich nicht erklären. Vielleicht war das so mit einer Frau, die erotisches Biest und Weggefährtin zugleich sein konnte.<br />
&raquo;Das wirst du bald sehen&laquo;, antwortete sie knapp. &raquo;Dein neuer Look gefällt mir übrigens sehr gut. Eigenlob stinkt, aber dich habe ich gut hinbekommen. Das waren die Rückenschmerzen, das lange Knien und Durchwühlen der Regale wert.&laquo;<br />
&raquo;Danke&laquo;, sagte Jonas und errötete. Zufrieden ließ er den Blick sinken und betrachtete seine neue Jeans, das Shirt, das karierte Hemd und die weißen Sneaker, die er im Laden direkt angelassen und bezahlt hatte. Zwar waren mit dem ganzen drum und dran mehr als die geschätzten fünfhundert Euro Zusatzkosten im Einkaufszentrum geblieben, aber das war es wert gewesen. Er lächelte.<br />
&raquo;Hast du Kondome zuhause?&laquo;<br />
Silvanas Stimme war lässig &ndash; zu lässig. Sie wusste genau, was sie tat.<br />
Jonas&lsquo; Kehle wurde trocken. Wie bitte? &raquo;Ähm &hellip; j-ja, klar. Ein paar.&laquo;<br />
Ihre Augenbraue hob sich leicht, während sie ihn prüfend ansah. &raquo;Nur ein paar?&laquo;<br />
Sein Magen zog sich zusammen. Oh verdammt. Sie machte sich über ihn lustig. &raquo;Also &hellip; vielleicht ein paar mehr.&laquo;<br />
Ihr Lächeln wurde noch frecher. Dass es gut fünfzig Stück waren, verriet er ihr nicht. Die Pariser hatte er sich in der Hoffnung gekauft, diese in voller Leidenschaft und vor allem zügig aufbrauchen zu können. Dass er aus dem XXL-Riesenpacket kein einziges in einer Frau versenkt hatte, enttäuschte ihn sehr.<br />
&raquo;Sind sie noch haltbar?&laquo;<br />
&raquo;Die Dinger können ablaufen?&laquo;<br />
&raquo;Klar. Das Material kann über die Zeit austrocknen und spröde werden. Und da es das wichtigste Verhütungsmittel ist und dich auch vor Krankheiten schützt, empfiehlt es sich, es regelmäßig auszutauschen.&laquo;<br />
&raquo;Du hast recht.&laquo;<br />
Er machte sich eine innere Notiz. Kondome checken und einhundert neue kaufen. Er war optimistisch, dass er dieses Mal Dutzende aufbrauchen würde.<br />
&raquo;Hast du Massageöl?&laquo;<br />
&raquo;Massageöl? Nö &#8230;&laquo;<br />
Sie lächelte verschwörerisch. &raquo;Dann hör jetzt mal gut zu, der folgende Tipp kann dein Leben verändern und ist einer meiner Wertvollsten.&laquo;<br />
Sie legte eine dramatische Pause ein. Er sah sie wissbegierig an.<br />
&raquo;Es gibt kaum ein besseres Vorspiel als eine Massage. Wirklich.&laquo;<br />
Jonas hob überrascht eine Augenbraue. &raquo;Oookay&laquo;, sagte er gedehnt. &raquo;Wieso das?&laquo;<br />
Silvana grinste, ihre Stimme wurde fast ein Flüstern. &raquo;Weil du dabei jede Kurve ihres Körpers kennenlernst. Ihre Haut, warm und nachgiebig unter deinen Fingern. Ihr Atem, der sich vertieft, wenn du die richtigen Stellen triffst &#8230;&laquo;<br />
Seine Gedanken explodierten. Er sah sich mit ihr in einem Zimmer &hellip; Seine Hände, die sich von den Schultern tiefer arbeiteten, sanft über ihre Seiten strichen, bis sie an ihren Hüften ruhten, kurz davor, das Tuch abzulegen &hellip;<br />
Heilige Scheiße.<br />
Jonas&lsquo; Gedanken rasten. Sein Kopf lieferte ihm Bilder, die sich sofort in seinen Unterleib gruben. Seine Jeans spannte sich.<br />
&raquo;Schön romantisch, bei Kerzenschein und mit Öl. Herrlich.&laquo;<br />
&raquo;Aber ist es nicht aufdringlich, wenn ich plötzlich anfange, mein Date zu massieren?&laquo;<br />
Silvana lachte und sah ihn mütterlich an. &raquo;Es muss natürlich passen, du Dödel.&laquo;<br />
Er errötete. Und irgendwie wusste er nicht, wie er dazu stehen sollte, dass sie ihn einen Dödel genannt hatte. Aber das war scheinbar ihr Sprachgebrauch und wer war er schon, sie dafür zu rügen?<br />
&raquo;Es gibt Frauen, die es nicht leiden können, massiert zu werden. Unglaublich, aber wahr. Andere hingegen mögen es zwar, möchten dies aber nicht in einem zu frühen Stadium einer Beziehung. Das Thema erfordert ein gewisses Fingerspitzengefühl.&laquo;<br />
&raquo;Wie merke ich, dass sie zu einer Massage bereit ist?&laquo;<br />
Silvana überlegte, ließ ihren Blick schweifen. &raquo;Du musst forschen&laquo;, begann sie zu erklären. &raquo;Wenn ihr euch näherkommt, könntest du sie sanft anfassen, ihren Nacken drücken, sie zärtlich streicheln. Sobald du merkst, dass es ihr gefällt, kannst du weiter gehen. Du wirst spüren, wenn sie sich dir und deinen Händen öffnet.&laquo;<br />
&raquo;Soll ich sie nicht einfach danach fragen?&laquo;<br />
&raquo;Nein, das wäre zu direkt&laquo;, gab sie schnell zurück und sprach mit absichtlich verdummter Stimme weiter. &raquo;Darf ich dich einmal massieren? Sabber, sabber.&laquo;<br />
Sie lachte.<br />
&raquo;Das wäre schon etwas creepy.&laquo;<br />
Jonas stimmte ins Lachen mit ein.<br />
&raquo;Nein, im Ernst. Es gibt keine Faustformel dazu. Du musst die Frau lesen. Und das ist etwas, das sich schwer über theoretische Grundlagen vermitteln lässt.&laquo;<br />
Sie gingen an einer Wiese vorbei, die mit Löwenzahn und weißem Klee übersät war. Es roch sommerlich nach Leben. Irgendwo in der Nähe grillte jemand.<br />
&raquo;Also Öl kaufen&laquo;, murmelte er fasziniert von dem Gedanken, eine Frau, und vor allem ihren Körper, durch eine Massage kennenlernen zu können. Seine Hose spannte sich bei der Vorstellung, nackte Haut unter seinen Fingern spüren zu können. Und während Silvana weitersprach, schweifte er ab und erinnerte sich an den Moment in der Umkleidekabine zurück. Erinnerte sich an das Gefühl, dass sie in und an ihm ausgelöst hatte. Er spürte ihre Hand an seinem Glied, die fordernd und großzügig zugleich seinen Schwanz erkundet hatte. Ob er ihr gefallen hatte? Ob er groß genug war? Unter seine Euphorie mischten sich Zweifel.<br />
&raquo;Wir sind gleich da&laquo;, riss sie ihn aus seinen Gedanken.<br />
Am Ende des Parks angekommen betraten sie ein Gewerbegebiet, das einen industriellen Charme ausstrahlte. Alte Gemäuer, rot geklinkert, zeugten von Gebäuden, die den Krieg überstanden und sich nur wenig verändert hatten. Und doch mischte sich in unregelmäßigen Abständen moderne Elemente unter sie. Glasfronten, neumodische Hipstercafes, Musikgeschäfte und Großstadtkindergärten reihten sich an Boutiquen, Schneidereien und Werkstätten. Vor einem hohen Bauwerk, das seiner Optik nach einst eine Fabrik gewesen war, blieben sie stehen.<br />
&raquo;Da wären wir.&laquo;<br />
Beeindruckt sah Jonas an der Hauswand hinauf. &raquo;Hier wohnst du?&laquo;<br />
Sie nickte, ihr Lächeln geheimnisvoll. &raquo;Hier wohne, arbeite und liebe ich.&laquo;<br />
Das Wort lieben brannte sich tief in seine Gedanken ein. Ein winziger, unvermeidbarer Stich der Ehrfurcht überkam ihn.<br />
Hier drin wird es passieren. Er schluckte schwer. Sein Kopf wusste es. Sein Körper wusste es noch mehr. Sein Verstand versuchte, ihn zu beruhigen, doch sein Puls schoss in die Höhe.<br />
Sie wird mich gleich hereinbitten &#8230;<br />
Ich werde mit ihr allein sein &#8230;<br />
Und dann &hellip;?<br />
Er schluckte und spürte, wie seine Knie vor positiver Anspannung zitterten. Nun wurde es ernst. Und er war bereit dazu.</p>
<p>7.<br />
Der Aufzug ruckelte und quietschte. Er roch nach Maschinenöl und Metall. Die Fahrt dauerte lange. Er kam zum Stehen, als ein grünes Display eine Sieben anzeigte.<br />
&raquo;Und aussteigen&laquo;, sagte Silvana, nachdem sich die Türen schwerfällig aufgeschoben hatten. Jonas folgte ihr auf einen breiten Gang, der mit einem neuwertigen, roten Teppich ausgestattet war. Das passt zu ihr, dachte er, während er beobachtete, wie seine Lehrerin mit selbstbewussten Schritten auf dem Rot entlangschritt. Wie ein Megastar bei einer Preisverleihung.<br />
Sie kam vor einer schweren Doppeltür aus Grau lackierten Metall zum Stehen, zog einen Schlüssel aus ihrer Handtasche und schloss auf. Das Türblatt, neben dem ein Schild mit goldenen Lettern hing, die Silvana Martens als Mieterin auswiesen, klickte dumpf. Sie zog sie auf und lächelte Jonas an. &raquo;Nach dir.&laquo;<br />
Er betrat die Wohnung. Besser gesagt, den Loft. Und zwar den größten seiner Art, den er je gesehen hatte. Ihm klappte die Kinnlade herunter. &raquo;Wow!&laquo;<br />
Der Loft bestand aus einem langen Raum, in dessen Fläche Jonas seine gesamte Bleibe gut dreimal hätte unterbringen können. Die linke und rechte Seite waren mit einer durchgängigen Fensterfront ausgestattet. Mitten im Raum befand sich eine freistehende Küche mit hellen Naturholzfronten und einer Arbeitsplatte aus dunklem Marmor. Daneben stand eine U-förmig angeordnete Couchgarnitur und ein unnormal großer Fernseher. Jonas schluckte, als sein Blick über diverse Skulpturen und Büsten glitten, die hier und da im Raum verteilt waren. An der rückseitigen Wand aus rotem Klinker waren drei Türen eingelassen, hinter denen sich wahrscheinlich Bade- und Schlafzimmer verbargen.<br />
&raquo;Bist du reich?&laquo;, fragte Jonas eine Spur zu direkt und konnte einen leicht neidischen Unterton nicht verbergen. Silvana ließ ihren Schlüssel in eine elegante Glasschale fallen, die neben der Eingangstür auf einem Sockel stand. Es klirrte leise.<br />
&raquo;Mir geht es ganz gut&laquo;, antwortete sie bescheiden und schenkte ihm ein Lächeln, das aussagte, dass sie sich über sein indirektes Kompliment freute.<br />
&raquo;Dieses Loft ist riesig&laquo;, staunte er und sah sich weiter um, musterte hochwertig aussehende Bilder, die hinter ihm an der Wand hingen und leicht bekleidete Männer und Frauen zeigten. &raquo;Wie kommt man an sowas heran?&laquo;<br />
Sie zuckte mit den Schultern. &raquo;Manchmal braucht man eine gewisse Portion Glück, würde ich sagen. Früher war das hier eine große Textilfabrik und Näherei. Nach der Betriebsaufgabe vor ein paar Jahren wurde sie zu einer Wohneinheit umgebaut und ich habe mich schnell genug darauf beworben. Ich habe hier nicht nur eine Wohnung, sondern weiter unten im dritten Stockwerk sind auch die Lagerflächen für meinen Onlineshop.&laquo;<br />
&raquo;Ist es da so groß wie hier?&laquo;<br />
Sie lachte. &raquo;Nein, ganz und gar nicht. Nur zwei kleine Räume samt Büro. Ich habe nur einen Ein-Frau-Betrieb.&laquo;<br />
&raquo;Hammer.&laquo;<br />
Jonas stellte sich unweigerlich die Frage, wie viel sie mit ihrem Shop verdiente und ob dies ausreichen würde, sich eine solche Bleibe leisten zu können. Was von dieser stilvollen Einrichtung wohl durch Pornos und Coachings erwirtschaftet wurde? Er konnte nur schätzen und musste bei dem Gedanken, dass in dem Wert des Loftes literweise Sperma steckte, direkt schmunzeln.<br />
&raquo;Du fühlst dich also wohl?&laquo;, fragte sie und kam auf ihn zu. Er nickte hastig und stellte fest, dass ein frischer Duft in der Luft lag, der ihn an Urlaub am Meer erinnerte.<br />
&raquo;Das freut mich.&laquo;<br />
Er folgte ihr zu der Kücheninsel. Sie servierte ihm einen verdammt gut riechenden Kaffee aus einer Maschine, die einem Barista glatt neidisch gemacht hätte. D Dann wies sie ihn an, sich auf die Couch zu setzen. Sie tat es ihm gleich und nahm direkt neben ihm Platz. Seine Kaffeetasse stellte er auf einen gläsernen und mit goldgelben Adern durchzogenen Untersetzer, der teurer aussah, als sein Gamingcomputer.<br />
&raquo;Darf ich dich etwas fragen?&laquo;, sagte er und sah sich fasziniert um. Sie nickte auffordernd. &raquo;Falls ich zu direkt bin, musst du nicht antworten. Aber bist du Millionärin?&laquo;<br />
&raquo;Ist das wichtig für dich?&laquo;<br />
&raquo;Wichtig nicht. Es interessiert mich halt.&laquo;<br />
Sie lächelte und zwinkerte ihm zu. Das Rot ihrer Lippen glänzte verführerisch.<br />
&raquo;Sagen wir es mal so: Es geht mir wirklich sehr, sehr gut.&laquo;<br />
Für ihn war die Antwort klar. Er saß neben einer Millionärin. Einer stilvollen, unter normalen Umständen unerreichbaren Frau. Neben einer Frau, die all das womöglich mit Sex erreicht hatte. Er lachte im Stillen. Würde er mit körperlicher Liebe zum Millionär werden wollen, fehlten ihn noch punktgenau eine Million Euro. Plötzlich legte sie ihm eine Hand auf den Oberschenkel. Er errötete schlagartig.<br />
&raquo;Was würdest du jetzt machen, wenn das hier ein normales Date wäre?&laquo;<br />
Er zögerte und kaute nervös auf seiner Unterlippe.<br />
&raquo;Dich fragen, ob du meine Sugarmommy werden möchtest&laquo;, lachte er. Ihm wurde peinlich bewusst, dass er seine Unsicherheit mit Humor zu kaschieren versuchte. Nicht nur Silvanas starke Persönlichkeit schüchterte ihn ein, sondern auch ihr Wohlstand. Sie rollte mit den Augen.<br />
&raquo;Im Ernst jetzt&laquo;, forderte sie und klang mit einem Mal streng. &raquo;Wie würdest du vorgehen?&laquo;<br />
Er dachte darüber nach und sah ihr in die Augen. &raquo;Ich glaube&laquo;, begann er zögerlich. &raquo;Ich würde versuchen, herauszufinden, ob du dich wohlfühlst und &#8230; Ob ich mich dir nähern kann.&laquo;<br />
Sie nickte. &raquo;Im Grunde nicht falsch. Aber in diesem Fall habe ich dir diese Überlegung dadurch abgenommen, dass ich dir meine Hand aufs Bein gelegt habe. Das ist das ultimative Zeichen dafür, dass Frau nichts gegen Körperlichkeit und Nähe einzuwenden hat.&laquo;<br />
Jonas verstand und nickte. &raquo;Also, wenn das so ist &#8230;&laquo;<br />
Er rückte ein Stück näher an sie heran. Ihre Beine berührten sich. Er konnte ihre Wärme deutlich spüren. Sie bestand aus heißer, spanischer Lava. Er drehte sich zu ihr.<br />
&raquo;&#8230; würde ich versuchen, dich zu küssen.&laquo;<br />
Sie schwieg und wartete, was er als Nächstes tat. In ihrem Blick lag Neugier. Er hob vorsichtig eine Hand, legte diese auf ihre Schulter und streichelte sie sanft. Dann schob er seinen Kopf in ihre Richtung. Sie schloss die Augen, er tat es ihr gleich. Als ihre Lippen zum zweiten Mal an diesem Tag aufeinandertrafen, schwoll nicht nur sein Herz zu wahrer Größe an.<br />
Ihr Kuss wurde wilder, als sich die Zungen trafen. Und dieses Mal gab es keine Lucy, die sie unterbrechen konnte. Sie schmeckt so gut. Er vergas beinahe zu atmen. Sog jede Sekunde in sich auf. Dann streichelte er weiter ihre Schulter, sie legte eine Hand an seinen Hinterkopf, die andere glitt über seinen Rücken. Plötzlich schoss ein Impuls durch seinen Kopf. Er wollte etwas ausprobieren.<br />
Jonas lehnte sich nach hinten gegen das Polster der Couch, packte Silvana am Arm und zog sie sanft mit sich. Sie wehrte sich nicht, sondern machte das, was er schon oft in Filmen gesehen hatte. Sie drehte sich zu ihm, spreizte die Beine und stieg auf seinen Schoß, ohne die Lippen von den seinen zu lösen. Nur wenige Lagen Stoff trennten sie.<br />
Er seufzte zufrieden, während sich die Zungen weiter umspielten. Ihr Gewicht lag angenehm auf ihm, er spürte die Macht ihres Gesäßes, das auf seinem harten Glied, ruhte. Jonas&rsquo; Kopf kippte nach hinten, ein lautes Keuchen entwich ihm, als sie ihr Becken leicht kreisen ließ. Es war kaum merklich &ndash; ein sanftes, freches Rollen ihrer Hüften, doch für ihn fühlte es sich an wie der Himmel auf Erden.<br />
Er konnte sie spüren. Ihre Hitze. Die Form ihrer Schamlippen, selbst durch die verdammten Jeans hindurch.<br />
Sein Schwanz zuckte, hart wie Stein, rieb sich an ihr, und ein dumpfes Pochen breitete sich in seinen Lenden aus. Dann legte er beide Hände auf ihren Arsch und griff zu.<br />
Silvana quiekte leise, kaum hörbar. Aber sie tat es und das zeigte ihm, dass er etwas richtig gemacht hatte. Sie küssten sich weiter und befummelten sich mit steigendem Tempo. Plötzlich spürte er, wie sie ein Stück zurückwich und ihm das Hemd auszog, direkt im Anschluss folgte das Shirt. Ein Moment der Scham entstand, als sich seine Brust samt Bauch der kühlen Raumluft präsentierten. Aber die Spanierin ließ sich nichts Negatives anmerken. Sie spottete nicht über seinen leichten Bauchansatz und nicht über seine untrainierte Brust. Sie küsste ihn einfach weiter und fuhr mit einer Hand seinen Körper entlang, den Bauchnabel und hoch zu seinem Hals. Überall dort, wo sie ihn berührte, entstand eine angenehm brennende Gänsehaut. Er stöhnte. So etwas Tolles hatte er noch nie erlebt. Und es war lange nicht vorbei.<br />
Jonas, dessen Motor immer und immer mehr zum Laufen kam, packte den Saum ihres Tops und zog es hastig hoch.<br />
&raquo;Nicht so schnell&laquo;, hauchte sie in sein Ohr. &raquo;Lass dir Zeit.&laquo;<br />
Er bremste sich. Zog nur noch langsam. Zentimeter für Zentimeter. Immer mehr ihrer gebräunten Haut, die so anders aussah, als seine eigene, kam zum Vorschein. Ihr Bauchnabel, so unendlich tief und glatt, wirkte beinahe zu perfekt, um echt zu sein. Die dezente Andeutung eines Sixpacks verriet ihm, dass seine Lehrerin nicht nur reich, sondern auch sportlich war. Als der untere Teil eines himmelblauen BHs zum Vorschein kam, beschleunigte sich sein Puls noch einmal. Sie hatte recht. Langsam war besser.<br />
Dann zeigten sich die Rundungen ihrer apfelgroßen Brüste &ndash; verführerisch, perfekt geformt, straff. Sie schienen fast schwerelos unter dem dünnen Stoff ihres Spitzen-BHs. Das halbdurchsichtige Textil ließ die kleinen, harten Nippel erahnen, die sich deutlich gegen das Material abzeichneten. Sein Schwanz drohte, zu explodieren. Er wollte ihren gesamten Körper erkunden. Stundenlang anstarren. Auffressen. Ficken. Plötzlich fiel ihm etwas ein.<br />
&raquo;Hast du Massageöl&laquo;, hauchte er bemüht, die Kontrolle über seine Stimme zu behalten. In seinem Kopf hallte ihre Aussage über Rückenschmerzen nach, die sie während des Shoppens mit ihm beiläufig erwähnt hatte. Massagen sind das beste Vorspiel, das es gibt. Wirklich! Weil du dabei jede Kurve ihres Körpers kennenlernst. Ihre Haut, warm und nachgiebig unter deinen Fingern. Ihr Atem, der sich vertieft, wenn du die richtigen Stellen triffst &#8230;<br />
Er wollte jede dieser Stellen finden. Genießen. Erleben. Seinen Drang, sie direkt zu ficken, zurückstellen, um der Leidenschaft mehr Raum zu geben. Denn das hatte er bereits gelernt. Sex war mehr als nur Sex.<br />
Seine Lehrerin nickte und sah ihn lustvoll an.<br />
&raquo;Eine wirklich sehr gute Idee.&laquo;<br />
Ihre Stimme war pure Erotik. &raquo;Du hast gut aufgepasst.&laquo;<br />
Sie stand auf, packte seine Hand und zog ihn durch den Riesenraum bis hin zu einer Tür. Er schaffte es nicht, ihren Po aus seinem Sichtfeld zu verbannen, und beobachtete jeden Schritt, jedes Hüpfen ihrer Backen in dieser unglaublich engen Jeans.<br />
Silvana drückte die Tür auf und zog den Nerd, der kurz vor einem Herzkasper stand, in ihr Schlafzimmer.</p>
<p>8.<br />
Das Schlafzimmer der Sexlehrerin war ein Traum in Weiß. Es erinnerte ein wenig an Wolken und Freiheit. Müsste Jonas es mit einem einzelnen Wort beschreiben, würde er sich für Himmel entscheiden.<br />
Der Boden bestand aus einem hochflorigen Teppich. Mittig an der Rückwand stand ein überbreites Bett, für welches die Bezeichnung Queen Size wahrscheinlich erfunden worden war. Laken, Decken, Kissen und Nachtschränke &ndash; alles in Weiß. Würde er nicht wissen, dass Silvana der Teufel in Frauengestalt war, so hätte sie als Engel ein passendes Bild zu ihrem Schlafzimmer abgegeben. Eine Raumseite bestand aus einem vollflächigen Fenster mit Blick ins sommerliche Blau &ndash; ein weiteres Argument dafür, ihr Schlafrefugium als Himmel zu bezeichnen.<br />
Sie zog ihn zum Bett. Nein, er korrigierte sich in Gedanken. Er zog sie zu ihrer Spielwiese. Er folgte ihr brav. In diesem Zimmer war sie das Maß der Dinge. Und er ihr Spielzeug &ndash; und das war ihm mehr als nur recht.<br />
Als Jonas sich niederließ, stieg aus der Matratze ein erfrischender Wäscheduft auf, der ihn sofort an Sommer und Urlaub erinnerte. Silvana kroch auf allen vieren über die Bettdecke, den Arsch dabei provokant erhoben. Er war sich sicher, dass sie ihn gezielt an den Rand des Wahnsinns bringen wollte, doch über diesen war er längst hinaus.<br />
Sie öffnete eine Schublade und holte eine durchsichtige Flasche heraus, die mit einer leicht gelblichen Flüssigkeit gefüllt war. Massageöl. Daran bestand kein Zweifel. Mit einem breiten Grinsen krabbelte sie zurück und legte es neben ihm ab.<br />
&raquo;W-wie&laquo;, begann Jonas verunsichert. &raquo;Wie soll ich dich massieren?&laquo;<br />
Jetzt, wo er so kurz davor stand, sein Vorhaben in die Tat umzusetzen, stellte er sich die Frage, wie er überhaupt beginnen sollte. Er hatte noch nie in seinem Leben einen anderen Menschen massiert und kannte so etwas nur aus Filmen beziehungsweise Pornos. Er sah sie hilfesuchend an, sie grinste warmherzig.<br />
&raquo;Du sollst mich, respektive deine Zukünftige, nicht überfallen. Von daher bieten sich Schulter und Nacken zum Anfang an. Alles Weitere wird sich ergeben &#8230;&laquo;<br />
Sie ließ sich langsam mit dem Rücken auf der Matratze nieder, ihre Augen lustvoll auf ihn gerichtet. Dann ergriff sie seine Hände und zog ihn zu sich. Als er tief genug über ihr war, schlang sie einen Arm um seinen Oberkörper, die freie Hand legte sie an seinen Hinterkopf. Jonas verstand &ndash; sie wollte einen Kuss, bevor es losging. Und diesen gab er ihr.<br />
Während sie sich küssten, pressten sich ihre Becken aneinander. Er versuchte sich zunächst abstützen, um die Spanierin nicht mit seinem Gewicht zu belasten, doch sie gab ihn zu verstehen, dass sie seine Haut spüren wollte. Seine Brust berührte ihre. Seine Haut schmiegte sich an feurige Glut und den zarten Stoff ihres BHs.<br />
Ihre Hände glitten tiefer. Erkundeten seinen Rücken. Wanderten weiter. Krallten sich in seinen Po. Er stöhnte vor Geilheit und presste sein Becken härter an ihres. Sein aufgepumpter Schwanz drückte sich dorthin, wo er unbedingt hinwollte &ndash; nur ein paar Lagen Stoff verhinderten, dass er sein Ziel erreichte.<br />
Warum tat sie das? Was war mit der Massage? Testete sie ihn? Wollte sie ihn mit Absicht von seinem Vorhaben abbringen, um ihm ihre Dominanz aufzuzwingen?<br />
Die Geilheit, sie ficken zu wollen, kämpfte mit dem Drang, ihren Körper zu erkunden. Und plötzlich wurde ihm klar, dass er sich nicht für eines entscheiden musste &ndash; er konnte beides haben. Das volle Programm. Und er verstand, das jenes komplette, umfassende Programm der Schlüssel zum Erfolg sein würde. Denn es ging nicht nur um ihn und seine Lust. Nein. Sex war mehr als stumpfes Rammeln und abspritzen. Sex war &#8230; Alles!<br />
Er nahm das Heft des Handelns in die Hand. Mit Kraft drückte er sich hoch. Ihre glühenden Lippen lösten sich voneinander. In ihrem Gesicht stand der Anflug von Stolz geschrieben. Er schien das Richtige zu tun. Diese Erkenntnis gab ihn noch mehr Kraft. Er gab ihr zu verstehen, dass sie sich auf den Bauch drehen sollte. Sie gehorchte ihm und drehte sich verführerisch langsam um. Als sie schließlich auf ihrer Vorderseite lag, schob sie die Hände unter ein Kopfkissen vor ihr. Den Kopf ließ sie zur Seite fallen und schloss in stiller Erwartung die dunklen Augen.<br />
Jonas Herz raste, als er ihren Rücken &#8211; dieses perfekte Ding aus glatter Haut und sinnlicher Eleganz &#8211; gründlich musterte. Mit einer Hand strich er sanft von ihren Schultern an abwärts, fuhr die Linie der Wirbelsäule nach, stieß gegen den Saum der Jeans. Als seine Hand vorsichtig über den Arsch rieb, kribbelte es gefährlich zwischen seinen Beinen. Silvana atmete genüsslich aus.<br />
Er tastete nach dem Öl, ohne dabei den Körper seiner Göttin aus den Augen zu lassen. Mit fliegenden Fingern öffnete er den Deckel. Ein Duft von Lemongras drang an seine Nase. Er ließ etwas der gelben Flüssigkeit auf seine Handfläche laufen. Dann verrieb er es, nahm seinen Mut zusammen und beugte sich über sie.<br />
Der Moment, als er sie berührte, ganz sanft mit beiden Händen, jeweils eine an der linken und der rechten Schulter, jagte heiße Lust durch jede seiner Adern. Ihre Haut war so weich, dass er sie am liebsten sofort geküsst und mit den Zähnen gezeichnet hätte. Aber er zwang sich zur Ruhe &ndash; sie war jetzt sein Spielplatz, den er gründlich erkunden wollte.<br />
Er stöhnte leise auf, sein Schwanz zuckte heftig in der Hose. In seinem Kopf explodierten Bilder, wie er sie packte, an sich riss &ndash; und doch zwang er sich, ruhig zu bleiben. Noch. Er begann, sie zu massieren, zu drücken, zu streicheln. Erst die Schultern, dann den Nacken. Seine öligen Hände berührten ihren Haaransatz, sodass die Haare dort zu feinen, nach Lemongras duftenden Strähnen verschmolzen.<br />
Während er sie massierte, seufzte sie genussvoll. Sie wurde noch weicher, als würden seine Griffe das letzte bisschen Spannung von ihren Knochen lösen. Sie war wie Wachs in seinen Händen, ein Gefühl, dass er bis dato nicht kannte. Es gefiel ihm. Sehr sogar.<br />
Er glitt tiefer. Über die Schulterblätter und Wirbelsäule. Dann berührte er den Verschluss ihres BHs. Einer spontanen Eingebung folgend öffnete er diesen &ndash; es gelang ihm beim ersten Versuch. Sein Herz schlug bis zum Hals. Sie protestierte nicht, sondern schloss genüsslich die Augen. Ihm wurde schlagartig bewusst, wie weit er bereits gekommen war. Dieses Gefühl, ihr jetzt so nahe zu sein, ließ seinen Schwanz schmerzhaft gegen die Hose pochen.<br />
Erschlafft fielen die Bänder des Kleidungsstücks zu den Seiten Weg und hinterließen einen feinen, leicht rötlichen Abdruck in der Haut. Sein Ding pulsierte bei dem Gedanken, dass sie praktisch oben ohne dalag. Ein weiterer Meilenstein. Sein Mund füllte sich mit Speichel. Er wollte sie am liebsten auffressen.<br />
&raquo;Zieh ihn weg&laquo;, hauchte sie und hob ihren Oberkörper einen Spalt breit. Er verstand und zog den blauen Stoff unter ihr hervor. Sie ließ ihre Augen geschlossen und er nahm sich die Zeit, an dem BH zu riechen. Nicht, weil er pervers war. Er wollte ihren Duft von Parfum und Haut erleben. Konservieren. In seinen Erinnerungen abspeichern. Für immer und ewig.<br />
Er massierte weiter. Wanderte tiefer, dann wieder höher, begann von vorne. Ob man dies so machte, konnte er aus mangelnder Erfahrung nicht sagen, aber da Silvana ihn weder belehrte oder korrigierte, war es wohl nicht falsch. Im Gegenteil. Sie stöhnte leise und bei bestimmten Aktionen seiner Hände manchmal etwas lauter. Sie genoss es. Am liebsten hätte er sie danach gefragt, aber er wollte diesen Moment nicht durch plumpe Fragen zerstören.<br />
Jonas wusste nicht, wie viel Zeit vergangen war. Ob es nur Sekunden oder Minuten waren. Was er wusste, war, dass er tiefer gehen wollte. Sehr viel tiefer. Er gab dem Drang nach, massierte sich hinab, bis er auf die Hose stieß. Ihm war es egal, dass er den Stoff mit seinen öligen Händen ruinieren würde &ndash; er griff einfach zu. Packte den Saum der so unendlich engen Jeans und zog daran &ndash; sein Glied unterstützte ihn mit wildem Pochen und Anfeuern.<br />
Entgegen seiner Erwartung glitt die Hose hinab. Es war leichter, als er vermutet hatte. Zentimeter für Zentimeter legte er ihren Arsch frei &ndash; fest, rund, glatt. Die Haut darunter war ein wenig heller, fast so, als hätte noch niemand außer ihm je diesen Anblick genießen dürfen. Als er endlich die prallste Stelle überwunden hatte, rutschte die Hose wie von selbst über ihre Schenkel. Sein Schwanz pochte wie verrückt, während er sich auf die Unterlippe biss, um nicht sofort loszustöhnen. Er entfernte die Jeans und ließ sie unbedacht nach hinten fallen. Er sabberte beinahe, als er die Frau musterte, die nur noch mit einem zarten String &ndash; ebenfalls blau &ndash; bekleidet vor ihm lag.<br />
Er griff abermals zum Öl, presste einen ordentlichen Schwall heraus und verrieb diesen zwischen seinen Händen. Anschließend führte er diese zu ihrem Hintern &ndash; und begann, diesen zu kneten.<br />
Seine Sinne kochten förmlich, als seine Finger sich in weiches Fleisch gruben, es massierten, mit Leidenschaft verwöhnten. Silvana stöhnte lauter, ihr schien das, was er tat, zu gefallen. Und er machte weiter, immer weiter. Wurde mutiger. Drückte nicht nur, sondern zog die Backen mit gezielten, aber angebrachten Bewegungen auseinander, sodass seitlich des dünnen Strings ihr Anus hervorlugte.<br />
Er stöhnte vor Gier, als er die Schamlippen bemerkte, die sich deutlich unter dem blauen Stoff abzeichneten. Das Textil war an dieser Stelle etwas dunkler als drumherum. Es dauerte einige Sekunden, ehe er verstand, dass das daran lag, dass sie feucht war. Ihm wurde noch heißer. Sie war feucht! Sie war geil! Und das nur wegen ihm und das, was er tat.<br />
Etwas in ihm setzte aus. Als wäre die nasse Darstellung von Geilheit eine Initialzündung, keuchte er auf vor Gier. Nur zwei Sekunden später warf er ihren String über seine Schultern. Er hatte es geschafft. Sie war nackt. Vollkommen nackt.<br />
Er stürzte sich auf sie, küsste ihren perfekten Arsch zuerst zärtlich, dann gierig. Als er ihre Backen auseinanderzog, präsentierte sich ihm ihr enges, rosiges Arschloch. Ohne zu zögern, drückte er seine Zunge dagegen, schmeckte ihre Haut, fuhr in langsamen Kreisen um den Eingang. Ihr Zucken war seine Belohnung &ndash; und sein Antrieb. Er leckte tiefer, rutschte bis zu ihrer feuchten Spalte, sog gierig ihre Nässe auf, während sein Schwanz fast schmerzhaft gegen seine Jeans drückte. Er wollte Silvana kosten, auffressen, sich zu eigen machen. Er schmeckte ihren süßen und zugleich salzigen Geschmack. Genoss jedes Aroma ihrer Weiblichkeit. Ihr Stöhnen wurde lauter, ihr Hinterteil bewegte sich, presste sich ihm entgegen. Dann warf er sie herum, riss ihre Beine auseinander und bevor er wusste, was geschah, gab er es ihr richtig.<br />
Seine Zunge bespielte die Schamlippen und verwöhnte die Klitoris, während seine Nase sanft über ihr getrimmtes, zu einem feinen Strich rasiertem Schamhaar streifte. Er genoss jede Sekunde. Silvana ebenfalls. Ihr Becken geriet in eine gleichmäßige Schwingung, als würde es sein Lecken unterstützen. Jonas wusste nicht, ob er es richtig tat, oder, ob er etwas besser machen musste. Er leckte einfach. Immer weiter und ohne Rast. Er ließ seine Zunge tiefer in die nasse Spalte gleiten und rührte in dieser herum. Einmal biss er zu vor Lust, nicht doll, aber bestimmt. Silvana bäumte sich auf, sodass er, als er kurz aufsah, ihre nackten Titten sehen konnte, deren kleine Nippel spitz nach vorne ragten. Sie vergrub eine Hand in seinen Haaren und drückte ihn fester in sich. Ihr Stöhnen klang echt und laut, ihre Brust bebte. Die Bewegungen ihres Beckens wurden schneller.<br />
Plötzlich griff sie ihm brutal in die Haare, zog seinen Kopf ohne jede Rücksicht nach oben, als wollte sie sagen: Jetzt übernehme ich, Kleiner. Jonas&lsquo; Glied zuckte heftig, als ihre Nägel sich kurz in seine Kopfhaut bohrten. Sein Blick traf ihren &ndash; pures Feuer in ihren Augen. Er hätte sie in diesem Moment am liebsten gefickt.<br />
Doch sie schob ihr Gesicht an seins und biss ihm in die Lippe, bevor sie sich mit einem dreckigen, fordernden Kuss auf ihn stürzte. Jonas war bewusst, dass seine Zunge vom Saft seiner Lehrerin nur so triefte. Dass sie sich nun selbst schmeckte. Aber es war ihm egal. Und ihr scheinbar auch. Womöglich befeuerte sie es sogar &ndash; er wusste es nicht. Was er wusste war, dass sie ihn plötzlich packte und herumriss.<br />
Er lag auf dem Rücken, Silvana wie eine Löwin über sich. Sie leckte sich die Lippen, ihre Augen eine einzige Verführung. Dann glitt sie hinab, öffnete seinen Gürtel, zog diesen elegant heraus und schleuderte ihn weg. Seine Hose folgte nur einen Moment danach. Sie biss gierig in die stoffumspannten Konturen seines Schwanzes. Er stöhnte aus einer Kombination aus Schmerz und Wollust. Dann flogen auch seine Boxershorts, vor wenigen Stunden noch als Liebestöter verschrien, in weite Ferne. Er war splitterfasernackt. Seiner Lehrerin unverhüllt ausgeliefert. Und er fand es geil.<br />
Jetzt passiert es!, dachte Jonas und verschränkte die Arme hinter seinem Kopf. Endlich passiert es!<br />
Sie packte sein Glied. Ein unglaublich geiles Gefühl. Ein Gefühl, das er sich so herbeigesehnt hatte, und das sogar die Sorge, sein Penis könnte ihr zu klein erscheinen, verschwinden ließ. Sie rieb ihn langsam. Näherte sich ihm mit dem Gesicht. Er konnte ihrem warmen Atem auf seiner Haut spüren. Sie öffnete den Mund, leckte mit der Zunge langsam über Schaft und Eichel, dann verschlang sie ihn.</p>
<p>9.<br />
&raquo;Oh mein Gott&laquo;, stöhnte Jonas und krallte die Finger in das Bettlaken, während Silvana seinen Schwanz blies. Ihr Mund war dabei so verdammt heiß und feucht, eine Gefühlskombination, die er an dieser Stelle noch nie gespürt hatte. Sie fuhr mit dem Kopf auf und ab, ließ ihre Lippen dabei eng um seinen Schaft gleiten und schmatzte hemmungslos. Mit einer Hand hatte sie sein Glied an der Wurzel gepackt, die Finger fest um die pochenden Adern gelegt, und wichste ihn im harten Rhythmus ihres Mundes.<br />
Jonas keuchte, sein Kopf fiel zurück. Silvana variierte das Tempo &ndash; mal schnell, tief und brutal saugend, dann wieder quälend langsam, als wollte sie ihn wahnsinnig machen. Es war der beste Tag seines Lebens, und er schwor sich, jeden einzelnen verdammten Atemzug davon zu genießen.<br />
Er vergrub beide Hände in ihren Haaren und zwang der Auf- und Abwärtsbewegung ihres Kopfes seiner Wunschgeschwindigkeit auf. Sie ließ sich darauf ein und er genoss es, zumindest für diesen Moment der Chef im Ring zu sein. Er schloss die Augen, sank ins Kissen, während all die Energie, die in seinem Körper pulsierte, langsam, aber sicher in seinen Schwanz wanderte. Tief in ihm erwachte ein Funke, der zu etwas Größerem anschwoll. Etwas, das die Kraft hatte, seinen Unterleib zu zerreißen.<br />
Silvana hob den Kopf und wichste seinen Prügel. Dabei war er so auf sie gerichtet, dass er ihr volle Kanne ins Gesicht spritzen würde, sollte er zum Orgasmus kommen. Und das würde er bald, denn seine Lehrerin wusste genau, was sie tat. Sie war eine Göttin. Plötzlich, als hätte sie seine Gedanken gelesen, hörte sie auf und sah ihn verrucht an. &raquo;Gefällt es dir?&laquo;, hauchte sie, die Stimme voller Sex.<br />
Jonas nickte und war nicht imstande, eine Antwort zu artikulieren. Seine Atmung ging in schnellen Zügen, sein Schwanz pochte wild.<br />
&raquo;Hast du es dir so vorgestellt?&laquo;<br />
&raquo;Nicht &#8230; so geil&laquo;, gab er zu. Und das stimmte. Er kannte Sex zwar ziemlich gut, wenn als Maßstab der Konsum von Pornos diente. Aber seinen eigenen Körper im Mittelpunkt dieser Sünde zu haben, war etwas vollkommen Neues und tausend Mal Besseres. Kein Display dieser Welt, kein noch so tolles Video &ndash; nichts konnte diese Frau ersetzen.<br />
Silvana kroch langsam, wie eine Raubkatze, die ihre Beute fixiert, über ihn hinweg. Ihr Blick glühte, während sie sich dicht zu ihm beugte. &raquo;Ich zeige dir etwas&laquo;, hauchte sie, und bevor er sich versah, schwang sie ihr Becken über seinen Kopf, ihre Knie links und rechts von ihm. Als sie sich tief vorbeugte, streiften ihre Brüste seinen Bauch. Jonas&rsquo; Verstand raste. 69! Sein Schwanz zuckte heftig vor Erwartung, als ihr feuchter Schoß näher an sein Gesicht glitt.<br />
Dann senkte sie sich über sein Glied und verschlang es erneut, diesmal noch tiefer. Ihr Mund nahm es bis zur Wurzel auf, während ihre Kehle vibrierte, als würde sie es mit allen Fasern ihres Körpers verschlucken. Langsam glitt sie hoch und wieder hinab, sodass Jonas fast den Verstand verlor. Und während sie an ihm arbeitete, prägte er sich jedes Detail ihrer Möse ein, denn er wollte sie niemals vergessen und für immer abrufbar vor Augen haben.<br />
Da waren ihre Schamlippen, im Vergleich zur umgebenden Haut etwas rosafarbener. Auf einer glänzte ein winziges Piercing, dass er bis dahin schlichtweg übersehen hatte. In ihrer Spalte schimmerte es nass, die Klitoris war vor Lust geschwollen.<br />
&raquo;So geil!&laquo;, keuchte er. Der Funke in ihm wurde größer. So geil!<br />
Jonas entschloss, in das Geschehen einzugreifen. Er drückte ihre Beine weiter auseinander, sodass die Spanierin mit dem Unterleib tiefer sank. Als ihr Lustzentrum auf seiner Kinnhöhe angelangt war, führte er seine Zunge an sie heran. Als die Spitze ihre Lippen berührte, zuckte Silvana zusammen und quiekte. Dann leckte er los. Bedachte jeden Fleck ihres Geschlechts. Nahm ihren Geschmack in sich auf. Ärgerte die Klitoris mit neckischen Attacken und saugte gar an ihr. Das Becken seiner Lehrerin pulsierte und es kam ihm so vor, als würde sie sich ihm entgegendrücken. Dann drang er mit seiner Zunge in sie ein. Nicht weit, so lang war sie nicht, aber so, dass es einem heftig ungewohnten Gefühl gleichkam. Es war, als würde er in unglaubliche Wärme vorstoßen &#8211; etwas Verbotenem, jedoch absolut Reizbarem.<br />
Ich ficke sie mit meiner Zunge!, dachte er unwillkürlich und war sich sofort der Geilheit seiner Gedanken bewusst. Um tiefer zu kommen, presste er den Kopf auf ihre Muschi, die Nase dicht zwischen ihren Pobacken, direkt über dem Arschloch. Als ihm klar wurde, wie nah er ihrer Hinterpforte war, überkam es ihm. Er zog ihre Arschbacken auseinander, hob seinen Kopf ein wenig und leckte ihren gespannten Ring, der unter seinen Berührungen nur so zuckte. Es war so unglaublich geil! Nie hätte er sich gedacht, dass Sex sogar noch mehr war als das, was er sich in seinen feuchtesten Träumen gewünscht hatte.<br />
Silvana hörte auf, seinen Schwanz zu blasen. Stattdessen legte sie ihren Kopf auf seinem Gemächt ab und schien sein Zungenspiel zu genießen. Sie stöhnte leise und regelmäßig, während ihr Becken langsam wallte. Jonas war die Blasepause nur recht. Das Letzte, was er wollte, war ein vorschneller Orgasmus. Er wollte noch so viel erleben, so viel entdecken. Und das tat er, als sie sich aufsetzte. Ihr Gesäß blieb dabei auf seinem Gesicht, so dass er gerade noch genug Luft zum Atmen hatte. Facesitting. Ein neues Erlebnis, das er für immer im Hinterkopf abspeichern konnte.<br />
Jonas leckte mit Inbrunst. Ihr Anus wurde wärmer und es kam ihm so vor, als würde sich der Ring unter seiner unermüdlichen Arbeit leicht öffnen. Seine Zungenspitze umspielte jeden Quadratzentimeter Haut ihrer Hintertür. Als sie sich schließlich erhob, glänzte der Bereich zwischen ihren Backen im Schein des Sonnenlichtes, das durch die Fenster auf sie fiel.<br />
Silvana ließ sich neben ihm nieder, Gesicht an Gesicht. &raquo;Und du hast das wirklich noch nie gemacht?&laquo;<br />
In ihrer Stimme lag ein Anflug von Unglaube. Er schüttelte den Kopf. &raquo;Noch nie.&laquo;<br />
Dann trafen sich ihre Münder, heiß wie Feuer. Ihre Zunge leckte über seine Lippen. Wieder kam es ihm vor, als würde sie darauf stehen, sich und ihr Sekret zu schmecken. Plötzlich legte sie ihre Hand auf seinen Schwanz, der unter der Berührung zuckte. Sie rieb ihn langsam, während ihre Augen die seinen suchten. &raquo;Ich will jetzt, dass du mich fickst&laquo;, forderte sie pikant. Ihre Pupillen loderten. Er schluckte vor Lust und Aufregung. Sie drehte sich auf den Rücken, den Kopf stets zu ihm gewand, und öffnete bereitwillig ihre Beine.<br />
Jonas verstand die Einladung &ndash; und nahm sie mit flatterndem Herzen an. Langsam kniete er sich vor sie und umfasste sein pochendes Glied, während seine Augen gierig an ihrem offenen Schoß hingen. Seine Gedanken rasten. Seine Haut prickelte. Er würde in wenigen Sekunden seinen Schwanz in den Leib einer Frau einführen. Etwas, das ihm zwar schon einmal vor Jahren gelungen war, und gleichsam auch nicht.<br />
Seine Eichel berührte die nassen Schamlippen. Zwängte sich zwischen sie. Nahm die Körperwärme der Lehrerin auf. Glitt tiefer. Spürte die angenehme Enge. Dann stützte er seinen Körper über den der Spanierin, Gesicht an Gesicht. Er schob langsam sein Becken vor. Eroberte mehr Raum. Drang weiter. Silvana legte die Hände an seinen Po und führte ihn mit sanftem Druck, bis er sie ausfüllte. Er seufzte inbrünstig. Spürte das Tier in sich. Dann zog er den Schwanz zurück und stieß wieder zu. Zuerst ganz langsam, danach etwas schneller.<br />
Sie stöhnte. Krallte sich in seinen Arsch. Der Schmerz spornte ihn an. Er fickte schneller und lernte bald, dass sie auf Härte stand. Und er tat es auch. Der Funke in seiner Körpermitte schwoll weiter an.<br />
Jonas schloss die Augen und genoss das Liebesspiel. Etwas Schöneres gab es nicht, da war er sich sicher. Er liebte es, wie sein Körper unter dem Treiben zu Hochform auflief. Liebte die Bewegungen und das Stöhnen seiner Lehrerin. Er ließ sein Körpergewicht immer mehr auf Silvana ab, stets darauf bedacht, es nicht zu übertreiben. Fühlte ihre Brüste unter ihm. Spürte, wie sie sich im Takt seiner Stöße bewegten.<br />
Er fickte sie, weiter und weiter. Sie wurde lauter, ihre Fingernägel hinterließen mit absoluter Sicherheit tiefe Eindrücke in seiner Haut. Und er fand den Gedanken an dieses Andenken so unglaublich geil, dass er sie noch härter nahm.<br />
Ihr Atem stieß Stoßweise hervor. Sie schlang ihre Arme um seinen Oberkörper. Drückte zu, zog ihn an sich. Verkrampfte sich, presste ihr Becken seinen Stößen entgegen. Sie wurde lauter, schrie beinahe. Und dann entlud sich ein Donnerwetter, als sie sich unter seiner Last, so weit er es zuließ, aufbäumte. Ihr Unterleib pulsierte in Wellen. Er kapierte es sofort. Sie hatte einen Orgasmus.<br />
Ein Triumph breitete sich in ihm aus, der sich heißer anfühlte als jeder Höhepunkt. Er hatte sie kommen lassen! Sie, diese unglaublich erfahrene, geile Frau, hatte sich unter ihm gewunden und geschrien. Es war wie ein Rausch, der ihm die letzte Unsicherheit aus dem Leib brannte. Angespornt von diesem Gefühl, wurde er noch mutiger. Stieß fester, härter, tiefer. Er wollte ihr zeigen, dass er mehr war als ein schüchterner Junge &ndash; dass er ein Mann war, der wusste, wie man eine Frau zum Beben brachte.<br />
&raquo;Nicht &#8230;. N-nicht aufhören!&laquo;, presste sie zwischen ihrem Stöhnen hervor, die Stimme schwach und erschöpft. &raquo;Weiter!&laquo;<br />
Und er tat, wie geheißen. Vögelte sie. Gab ihr zu verstehen, dass er dazu bereit war, sie bis in die letzte Pore ihres Körpers zu erschüttern. Mit einem Mal erschlaffte sie unter ihm. Er hielt inne. Sah zufrieden den seligen Gesichtsausdruck, der sich um ihre geschlossenen Augen ausbreitete.<br />
&raquo;Um Himmels &#8230; Willen&laquo;, keuchte sie und lächelte, er immer noch in ihr. &raquo;Das hätte &#8230; Ich nicht erwartet &#8230;&laquo;<br />
Jonas bemerkte, wie ihr zuckender Körper seinen Schwanz fest umschloss. Mit einem Mal spürte er in sich eine gewisse Verunsicherung. War es das jetzt?<br />
Doch diese verflog rasch. Sie drückte sein Becken mit sanfter Hand von sich weg, sodass sein Prügel aus ihr heraus rutschte. Sie drehte sich unter ihm und ging auf alle viere. Dabei reckte sie ihm ihr Hinterteil entgegen, das vor Schweiß glänzte.<br />
&raquo;Nimm dir, was du brauchst&laquo;, sagte sie und beugte sich so weit durch, dass ihre Brust die Matratze berührte. Er schluckte vor Geilheit über den Anblick ihres Arsches, der sich ihm bot. Nimm dir, was du brauchst! Das ließ er sich nicht zwei Mal sagen. Er packte ihren Hintern, zog ihn zu sich heran und führte seinen Schwanz in ihre triefende Möse ein. In dieser Körperhaltung war sie sogar noch enger als zuvor. Voller Gier stieß er zu. Nicht erst langsam und zaghaft, so wie zu Beginn, sondern fordernd und selbstbewusst. Silvana legte den Kopf quer. Sie hatte genüsslich die Augen geschlossen, der knallrote Mund leicht geöffnet.<br />
Er stieß zu. Immer und immer wieder. Und während er dies tat, hinter ihr hockte, sie mit Schwanz und Händen fest im Griff hatte, war er der König von Hamburg. Er ließ mit einem Hochgefühl, das seinesgleichen suchte, den Blick durch die Panoramafenster über die Hausdächer der Stadt gleiten. König von Hamburg? Nein! Ich bin der fucking König der Welt!<br />
Während er sie fickte, packte Jonas ihre Pobacken und spreizte sie auseinander, sodass ihr Arschloch, glänzend von seinem Speichel, ihm schamlos entgegenblitzte.<br />
So ein verdammt geiler Anblick, dachte er und ließ seinen Blick gierig zwischen dem pulsierenden Loch und ihrer triefenden Spalte wandern. Silvana warf ihm über die Schulter ein schmutziges Grinsen zu. Er strich mit dem Daumen seiner linken Hand über den Anus und fühlte die warme Haut, die leichten Unebenheiten des Rings. Er befeuchtete den Finger mit seiner Zunge. Führte ihn zurück. Legte ihn auf die zuckende Öffnung und begann, diese zu massieren.<br />
Stoß um Stoß rammte er seinen Schwanz in ihre Muschi, und auch der Daumen fand langsam seinen Weg in sie hinein. Silvana ließ ihn gewähren, während er bis zum ersten Gelenk tiefer glitt und dort verweilte. In diesem Moment wurde ihm klar, dass er der Gebieter über ihre Löcher war &ndash; und dieser Gedanke gab ihn dem Rest.<br />
Der Funken in Jonas wuchs. Und er drohte, zu explodieren. Er spürte, dass ein Orgasmus nun nicht mehr zu stoppen war. Er stieß härter zu, wurde lauter. Dann, als er kurz davor war, zog er seinen Schwanz heraus, drückte seitlich ihren Po, sodass Silvana zur Seite kippte. Er nahm ihre Hand und zog die Frau zu sich hoch. Diese kapierte augenblicklich, was er sich wünschte. Sie kniete sich vor ihm hin, nahm den Riemen in den Mund und blies, als würde es um ihr Leben gehen.<br />
Als der Orgasmus ihn übermannte, entlud er sich in ihr. Pumpte Schwall um Schwall seines Saftes in sie. So viel, wie noch nie zuvor. Kein Porno hatte ihn jemals so abspritzen lassen.<br />
Als die Pumpstöße allmählich nachließen und irgendwann der letzte Tropfen gegeben war, ließ er sich nach hinten fallen. Atmete. Genoss den Höhepunkt.<br />
Er beobachtete Silvana dabei, wie sie ihn mit geschlossenem Mund zuzwinkerte und dann schluckte, seinen Saft unwiederbringlich in sich aufnahm und äußerst zufrieden dreinblickte.<br />
Ein Rinnsal seines Spermas rann ihr seitlich aus einem der Mundwinkel. Sie leckte sich über die Lippen und nahm den Tropfen mit dem Zeigefinger auf. Jonas stöhnte erschöpft, aber voller Ekstase. Was ist sie für eine abartig geile Sau? Sie leckte den Finger ab.<br />
Während er so dalag, durchströmte ihn eine nie gekannte Ruhe. Alles an ihm &ndash; Körper, Herz, Kopf &ndash; schien schwerelos. Sein Glied, eben noch fest und fordernd, sank erschöpft auf seinen Bauch. Die kühle Luft, die seine erhitzte Haut umspielte, fühlte sich an wie ein süßer Nachhall jenes Rausches.<br />
Silvana kuschelte sich an ihn. Sah ihn voller Herzlichkeit an. So wie sie es an diesem Abend so oft getan hatte. Sie lächelte, das Verruchte war aus ihrem Gesicht verschwunden. Er grinste zurück, während er innerlich eine seiner &raquo;Das-will-ich-einmal-erlebt-haben&laquo;-Listen abhakte. Er wollte sich bei ihr erkundigen, ob er gut gewesen war, doch selbst er wusste, dass Mann kaum etwas Blöderes nach dem Sex fragen konnte. Daher schwieg er und streichelte ihr mit einer Hand über den Rücken und den Ansatz ihrer Pobacken.<br />
&raquo;Hatte ich dir am Telefon zu viel versprochen?&laquo;, flüsterte sie.<br />
&raquo;Ganz und gar nicht&laquo;, hauchte er als Antwort. Er schwor sich, MagicBagic, alias David, einen angemessenen Dank dafür, dass er ihm Silvanas Nummer gegeben hatte, zukommen zu lassen. Diese Ziffern, und ja, selbst die 1500&euro;, waren es mehr als nur wert gewesen.<br />
Er wusste jetzt, dass er es konnte. Dass er wirklich dazu in der Lage war, eine Frau so sehr zu berühren, dass sie unter ihm bebte. Nicht mit peinlichen Sprüchen oder albernen Versuchen, cool zu wirken &ndash; sondern nur mit seinem Körper, seinem Mut, seiner Lust. Zum ersten Mal fühlte er sich wie ein Mann. Ein Mann, der begehrt wurde. Einer, der wusste, was er wollte &ndash; und der es sich nahm. Die Art, wie Silvana ihn angesehen, gestöhnt und festgehalten hatte, brannte sich tief in seine Seele.<br />
Vielleicht schaffte er es ja, das am heutigen Tag gewonnene Selbstvertrauen mit auf die Suche nach einer Partnerin zu nehmen &ndash; und wenn nicht, dann würden ihm zumindest die Erinnerungen an jenes Abenteuer bleiben. Er würde sie nie wieder vergessen. Nie und nimmer.<br />
Silvana drückte ihn einen Kuss auf die Wange. Darauffolgend zog sie eine Decke heran und legte sie über sich und Jonas. &raquo;Genieße den Moment&laquo;, sagte sie leise, die Stimme kaum mehr als ein Flüstern. &raquo;Und vergiss ihn niemals. Er soll dir immer vor Augen bleiben und dir sagen, dass es die Mühe wert ist, Energie und Aufwand in dich und die Frau deiner Träume zu investieren. Denn es lohnt sich, auch wenn es manchmal unendlich schwer erscheint.&laquo;<br />
Er nickte nachdenklich.<br />
&raquo;Und nur du hast das Potential, dein Leben zu verändern. Und glaube mir, nachdem, was ich mit dir erlebt habe, kann sich jede Frau glücklich schätzen, dich an ihrer Seite zu haben.&laquo;</p>
<p>10.<br />
Eine Woche später<br />
Es war kurz nach Mitternacht, der Samstag war gerade erwacht. Bässe wummerten. Bunte Lichtblitze zuckten über tanzende Menschen. Jonas lehnte lässig an der Bar. Er lächelte. Trug seine neue Kleidung, die Haare frech mit Wachs gestylt.<br />
Neben ihm stand eine junge Blondine, die er in Gedanken nur Sunny nannte. Ihren richtigen Namen hatte er dank der brüllenden Musik nicht verstanden. Aber das machte nichts. Vorerst reichte ihr Lächeln und die Tatsache, dass sie nun schon seit etwa einer Stunde mit ihm flirtete &ndash; und um nichts anderes konnte es sich bei ihren Blicken und Gesten handeln, da war er sich sicher.<br />
Der Barkeeper servierte ihnen Getränke. Er bekam einen Gin-Tonic, sie einen Mojito. Sie stießen an. Sunny sah ihm tief in die Augen. Formte mit den Lippen unhörbare Wörter, die womöglich Danke für den Cocktail hießen. Er lächelte zurück. Dann tranken sie. Es schmeckte wunderbar. Dabei bemerkte er, wie sie ihn abcheckte, ihn aus frechen Augen musterte. So wie sie es schon ein paar Mal getan hatte.<br />
Wieder sagte sie etwas. Er verstand es nicht. Als sie aber nach seiner Hand griff und ihn in Richtung Tanzfläche zog, folgte er ihr. Ließ sich von der Musik treiben und öffnete sich einer süßen Verführung. Ganz ohne Druck, ganz ohne Angst. Kein verzweifeltes Aufreißen um fünf Uhr morgens. Einfach nur aus Spaß, der Lust am Leben und einer Zukunft, die er in seiner eigenen Hand hatte.<br />
Er war nicht mehr nur ein Mitläufer &ndash; er war der verdammte König von Hamburg.<br />
&mdash;-<br />
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:-*</p>
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		<title>Das Sexcoaching (Kapitel 1-5)</title>
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		<pubDate>Mon, 29 Sep 2025 17:42:37 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Worum geht es? Jonas ist jung, unerfahren &#8211; und chronisch erfolglos bei Frauen. Bis ihm Silvana begegnet: eine heiße, dominante Sex-Coachin, die ihm in kürzester Zeit beibringen will, was Frauen&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Worum geht es?<br />
Jonas ist jung, unerfahren &ndash; und chronisch erfolglos bei Frauen. Bis ihm Silvana begegnet: eine heiße, dominante Sex-Coachin, die ihm in kürzester Zeit beibringen will, was Frauen wirklich wollen. Doch was als harmloses Date-Coaching beginnt, wird schnell zu einem gefährlichen Spiel mit dem Feuer:<br />
Zwischen Berührungen, erotischen Massagen und ersten schüchternen Küssen wächst nicht nur Jonas&lsquo; Selbstvertrauen, sondern auch sein Verlangen. Silvana zeigt ihm Schritt für Schritt, wie echte Hingabe funktioniert &ndash; und wie tief Lust gehen kann.<br />
&#8212;<br />
1.<br />
Wummernde Bässe dröhnten durch den Nachtclub und vermischten sich mit dem Johlen und Schreien einer feiernden Menge. Bunte Lichter blitzten umher, und künstlicher Disconebel waberte um zuckende Körper, die sich aus purer Freude am Leben bewegten. Es roch nach Alkohol, sich vermischenden Parfümen und Schweiß. Und inmitten jener Menschen, die einen trunken vor Partylust, die anderen sturzbesoffen vom Schnaps, stand Jonas und nippte an einem Energydrink.<br />
Er ließ seinen Blick durch die Menge schweifen, während er im Beat der Musik den klassischen Kopfnicker gab und sich möglichst unauffällig verhielt. Und das war wichtig, denn er musste sich in Ruhe umsehen. Und das tat er. Er musterte die Frauen und rechnete sich bei jeder seine Chancen aus. Diejenigen, bei denen er sich die höchsten Erfolgsaussichten attestierte, vermerkte er in seinem Hinterkopf. Dabei war es ihm nicht wichtig, eine zehn von zehn zu entdecken. Nein. Jonas war es egal, wie hübsch eine sie war. Oder wie toll sie sich bewegte. Ihr Zustand war wichtig. Denn alkoholisierte Frauen würden eher mit ihm mitgehen, als eine nüchterne. Und eine weitere, fast genau so relevante Sache wurde von ihm gewissenhaft überprüft: die Größe ihrer Gruppe. Denn war eine Lady von mehreren Freundinnen umgeben, konnte er sich jeden Anmachversuch sparen, die Erfolgschancen tendierten gegen null. Daher versuchte er, die Damen in der Menschenmasse ausfindig zu machen, die alleine da waren. Und ja, diese Frauen gab es. Zumindest zu dieser Tageszeit. Er sah auf seine Smartwatch. Kurz vor fünf Uhr morgens.<br />
Viele Gruppen hatten sich um diese Zeit bereits aufgesplittet und deutlich verkleinert. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Partygängerin allein zurückblieb, war jetzt, kurz vor Ladenschluss, am höchsten. Aber eine Sache musste Jonas beachten. Denn zu betrunken durfte sein Zielmädchen nicht sein &ndash; das würde im Anschluss einiges verkomplizieren und er war nicht scharf darauf, von ihr angekotzt zu werden. Nein. Sie musste berauscht sein &ndash; aber nicht zu sehr.<br />
Um sich und seine Urteilsfähigkeit nicht zu gefährden, hatte er bereits seit Stunden keinen Alkohol mehr angefasst. Zu Partybeginn, irgendwann gegen dreiundzwanzig Uhr, hatte er sich rasch zwei Bier und zwei Longdrinks genehmigt &ndash; das war wichtig für sein Selbstvertrauen. Jetzt, Stunden später, war sein Schwank verschwunden, aber der Mut war geblieben. Genau so, wie es sein sollte.<br />
Die Tanzfläche klärte sich zunehmend. Immer mehr Gäste gingen nach Hause. Gegen halb sechs waren mit ihm nur noch knapp fünfzehn Menschen anwesend. Beinahe alle wirkten müde, teilweise zerstört, aber sie hielten sich mit ihrer letzten Kraft auf den Beinen, als würden sie die sterbende Nacht mit allem, was sie auffahren konnten, am Leben halten. The Party must go on!<br />
Unter den schrumpfenden Gruppen befanden sich sechs Frauen. Drei von ihnen waren so betrunken, dass sie sich entweder an ihren Freunden, an einen der Stehtische oder Geländern abstützen mussten. Diese schieden automatisch aus.<br />
Jonas konzentrierte sich auf die anderen drei, von denen sich aber ziemlich schnell herauskristallisierte, dass zwei in männlicher Begleitung anwesend waren. Auch diese strich er von seiner imaginären Liste. Die letzte Dame, allen Anschein nach allein, relativ standfest, aber müde, war eine Blondine. Sie war klein, schlank, ungefähr Mitte zwanzig. Sie hatte ein freundliches Gesicht, das man tatsächlich attraktiv nennen konnte, auch wenn ihre Nase größer war als bei den meisten Frauen, die Jonas kannte. Sie trug eine enge, schwarze Lederhose, die sich fest um ihre Hüfte gespannt hatte. Er schluckte. Sein Herz beschleunigte sich.<br />
Die Frau &ndash; Dreamy, wie er sie in Gedanken nannte &ndash; strich sich langsam über die Arme, als würde sie frösteln. Jonas wusste, dass das unmöglich war. Der Club war stickig, die Luft voller Schweiß und Disconebel. Aber vielleicht lag es nicht an der Kälte. Womöglich war es Müdigkeit. Oder Alkohol. Eventuell ein erster, leiser Hinweis darauf, dass sie sich heute nach Nähe sehnte.<br />
Sie sah zur Garderobe. Verdammt. Jonas&rsquo; Puls raste. Sie war auf dem Sprung. Er musste schneller sein. Ein tiefer Atemzug, eine unhörbare Aufforderung an sich selbst: Jetzt oder nie. Dann machte er den ersten Schritt auf sie zu.<br />
Der Boden klebte. Strohhalme, Glasscherben, zertretene Zitronenhälften &ndash; Jonas fühlte sich wie in einem Schlachtfeld der Partynacht.<br />
Nicht nachdenken. Einfach tanzen.<br />
Er bewegte sich langsam, passte sich dem Beat an. Locker. Als wäre er ein Teil der Menge. Nur ein weiterer Nachtschwärmer, der im Takt wippte.<br />
Dreamy stand nur wenige Schritte entfernt. Er näherte sich von der Seite. Sie hatte ihn nicht bemerkt. Das verschaffte ihn Zeit, sie sich in Ruhe von Nahen anzusehen. Und das, was er sah, gefiel ihm sehr.<br />
Dreamys Bluse war halb geöffnet, der Stoff leicht zerknittert. Jonas folgte unbewusst der Linie ihres Schlüsselbeins, die sanft in das weiche Tal zwischen ihren Brüsten überging. Keine BH-Konturen. Nackt darunter. Er schluckte.<br />
Ihre Brustwarzen zeichneten sich hart unter dem Stoff ab. Er stellte sich vor, wie er langsam mit den Fingern darüber streichen würde, wie sie darauf reagieren würde. Vielleicht ein leises, genüssliches Stöhnen? Vielleicht würde sie sich ihm entgegenpressen? Der Gedanke ließ seinen Magen kribbeln. Wie würde sie riechen? Wie würde sich ihre Haut auf seinen Lippen anfühlen?<br />
Fuck, reiß dich zusammen!<br />
Dreamy drehte sich plötzlich um ihre eigene Achse, ihr Blick traf seinen. Jonas hielt die Luft an. Er wusste nicht, ob sie dies der Musik wegen tat, oder ob sie ihn bemerkt hatte. Tatsache war, dass sie ihm direkt ansah. Das Grün ihrer Augen bohrte sich in seine Seele. Irgendwas in seiner Magengegend zog sich krampfend zusammen und ein kalter Schauer kroch über seinen Nacken.<br />
Das Lächeln, dass die Frau während ihres Tanzens getragen hatte, verwandelte sich in etwas Misstrauisches. Sie legte ihre Stirn in Falten und sah ihn fragend an.<br />
&raquo;Ist was?&laquo;, rief sie und übertönte die Musik.<br />
&raquo;Ähm&laquo;, stammelte Jonas, dem auffiel, dass er nicht mehr tanzte, sondern einfach nur dastand. Er bemerkte, dass ihm jegliche Körperspannung fehlte. &raquo;Ich wollte &#8230; nun, einfach hallo sagen.&laquo;<br />
Sie legte den Kopf quer und runzelte die Stirn noch mehr. &raquo;Was hast du gesagt?&laquo;<br />
Jonas wurde klar, dass er lauter sprechen musste. &raquo;Ich wollte einmal hallo sagen!&laquo;<br />
Ein merkwürdiges Lächeln zeigte sich auf Dreamys Lippen.<br />
&raquo;Na dann, hallo zurück!&laquo; Sie lächelte schief, blinzelte träge und schwankte leicht, während sie eine Strähne aus ihrem Gesicht wischte. &raquo;Was willst du?&laquo;<br />
Jonas&rsquo; Magen zog sich zusammen. Sein Mut, der sich eben noch sicher angefühlt hatte, begann zu bröckeln. Sie war betrunken, ja. Aber nicht so sehr, dass sie seine Unsicherheit nicht bemerken würde.<br />
&raquo;Wie heißt du?&laquo;, fragte er, bemüht, seine Stimme fest klingen zu lassen.<br />
&raquo;Häh?&laquo; Sie beugte sich leicht zu ihm vor, als müsste sie ihn aus nächster Nähe verstehen. Ihr Atem roch nach Tequila und Zitronenschnitzen. &raquo;Sag nochmal.&laquo;<br />
&raquo;Wie heißt du?&laquo;<br />
&raquo;Michelle.&laquo;<br />
Sie streckte das Wort in die Länge, als würde sie es selbst gerade erst herausfinden. &raquo;Und du?&laquo;<br />
&raquo;Jo-jonas.&laquo;<br />
&raquo;Jojonas?&laquo; Sie kicherte.<br />
&raquo;Nein, nur Jonas.&laquo;<br />
Das Gespräch war anstrengend. Kann nicht endlich jemand dem DJ sagen, dass er Feierabend hat und seine Anlage abstellen kann? Michelle torkelte einen halben Schritt nach rechts. Beinahe hätte Jonas seine Hand ausgestreckt, um sie zu halten, aber er war plötzlich wie gelähmt. Hätte er doch bloß noch einen Longdrink mehr getrunken.<br />
&raquo;Und, was machst du hier?&laquo;, fragte er und bemerkte sofort, wie dämlich seine Frage doch war. Ertappt ließ er seinen Blick schweifen und tat so, als hätte er mit Absicht etwas Doofes gesagt.<br />
&raquo;Meine verdammte Steuererklärung&laquo;, rief sie ihm zu. Sie roch nach Tequila. &raquo;Und meine Wäsche.&laquo;<br />
Er grinste. &raquo;Du bist witzig.&laquo;<br />
Sie lächelte gezwungen und wandte sich um, während sie ihre Hüften zur Musik kreisen ließ. Dann machte sie einen Schritt von ihm weg. Kein gutes Zeichen. Aber er gab nicht auf. Er folgte ihr und umrundete sie so, dass sie wieder voreinander standen.<br />
&raquo;Was gibt es, Jojonas?&laquo;<br />
Sie veräppelte ihn. Das spürte er sofort. Er kannte dieses Gefühl nur zu gut.<br />
&raquo;Ich wollte dich fragen, ähm &#8230;&laquo;<br />
Jonas spürte, wie sein Mund trocken wurde. &raquo;Ich &hellip; wollte dich fragen, ob du was trinken möchtest.&laquo;<br />
Michelle schnaubte leise, verdrehte die Augen und deutete auf die leere Bar. &raquo;Alter, die ist seit einer Stunde zu.&laquo;<br />
&raquo;Ich weiß &hellip; aber wir könnten bei mir weitertrinken. Ich habe Bier, Wodka, Tequila, Limes und noch viel mehr.&laquo;<br />
Sie schwankte leicht, schüttelte dann den Kopf. &raquo;Ach süß. Willst du mich flachlegen?&laquo;<br />
Sie grinste schief, doch ihr Blick blieb prüfend.<br />
Jonas öffnete den Mund, schloss ihn wieder. Ja! Das will ich!, schrie etwas in seinem Kopf. &raquo;Ähm &hellip; also &hellip;&laquo;<br />
&raquo;Ich bin betrunken, ja, aber nicht bescheuert.&laquo;<br />
Sie hob eine Hand und machte eine abwehrende Geste. &raquo;Sorry, Nerd. Ich steh nicht auf dich.&laquo;<br />
Das Wort Nerd traf ihn wie eine Ohrfeige. Warum war diese Frau so verletzend?<br />
&raquo;Verpiss dich bitte&laquo;, forderte Michelle mit Nachdruck. &raquo;Ich bin nicht interessiert.&laquo;<br />
Sie verschränkte die Arme vor der Brust, wobei ihr Busen hochgedrückt wurde. Jonas heftete seine Augen auf ihren Vorbau, was ihr nicht entging.<br />
&raquo;Das man nicht einmal in Ruhe tanzen gehen kann&laquo;, zeterte sie und Jonas war sich trotz der zuckenden Discobeleuchtung sicher, dass sich ihr Gesicht rot färbte. &raquo;Überall lauert ihr notgeilen Böcke und versaut einem den Abend!&laquo;<br />
Mit diesen Worten machte sie auf den Absatz kehrt und ließ ihn stehen. Dieses Mal folgte Jonas nicht. Er hatte es verstanden. Zum gefühlt hundertsten Mal in diesem Jahr wurde er so abserviert. Und dennoch sah er ihr hinterher, in der Hoffnung, dass sie Erbarmen zeigen würde. Aber er hatte kein Glück. So wie immer.<br />
Niedergeschlagen verließ er den Club. Die Nacht war sommerlich warm und um ihn herum befanden sich amüsierte Partygänger, die wie er die hamburger Reeperbahn entlangschritten und allmählich nach Hause aufbrachen. Als er neben einem Schaufenster für Sexspielzeuge sein Spiegelbild bemerkte, blieb er stehen und betrachtete sich.<br />
Seine Haare waren kraus, standen in diverse Richtungen ab und legten sich über seine Stirn. Sein blaues Seidenhemd mit dem asiatisch angehauchten Drachen glänzte verschwitzt, seine Billigjeans hatte auch schon bessere Tage gesehen.<br />
Michelle hatte ihn als Nerd bezeichnet &ndash; und sie hatte recht. Genau das war er. Ein verdammter Nerd.<br />
Ich werde für immer alleine bleiben, dachte er niedergeschlagen. Dann sah er sein Spiegelbild noch einmal an. Seine Haut war eigentlich makellos, sein Gesicht gut geschnitten. Seine Augen&hellip; Warum konnten Frauen ihn nicht sehen? Der Kloß in seinem Hals schien ihm die Luft abzuschnüren. Er fühlte sich plötzlich unendlich einsam.<br />
Dabei war er realistisch gewesen. Daran, die Frau seines Lebens und spätere Mutter seiner Kinder kennenzulernen, hatte er an diesem Abend nicht gedacht. Nein. Solche Frauen lernte man nicht in Clubs kennen. Er wollte eine Frau für eine Nacht. Eine Frau, die seine lodernde Sehnsucht nach Körperkontakt erfüllen konnte. Die ihn ranließ und ihn den ersten richtigen Sex seines Lebens bescherte. Ohne Liebe, ohne Verpflichtung. Einfach nur Sex, damit er endlich wusste, wie dieser war, wie er sich anfühlte. Und vielleicht würde jener Sex die störenden Triebe töten, die seit Monaten wie ein Feuer in ihm brannten und ihn an jedem Wochenende in die Clubs der Stadt zogen, in der Hoffnung, endlich jemanden flachlegen zu können.<br />
Alle seine Freunde hatten bereits Sex gehabt. Zugegeben, er auch, ein einziges Mal, als Sechzehnjähriger. Doch das zählte nicht. Dafür war es zu schlecht, zu verschwitzt, zu verkrampft gewesen. Und gekommen war er ebenfalls nicht. Und das musste er, damit er sich selbst nicht mehr als Jungfrau sah.<br />
Er wollte weiche Haut berühren, Brüste anfassen, Pos massieren, Vaginas schmecken. Und nicht jeden Abend mit Pornos den Tag beenden, die ihn so unendlich wehmütig machten. Er sehnte sich nach Sex. Unbedingt. So sehr, dass er bereit war, die Frauen zu nehmen, die als letzte übrig blieben, die umnebelt vom Alkohol die niedrigsten Hemmschwellen hatten. Doch selbst diese gaben ihn immer einen Korb. Immer. Er konnte ihnen einfach nichts bieten. Nur sich selbst, einen Nerd. Und das reichte nicht.</p>
<p>2.<br />
Am nächsten Morgen saß Jonas vor seinem Computer. Für einen Sonntag drang durch das geöffnete Fenster ungewöhnlich viel Verkehrslärm herein, doch das störte ihn nicht. Er trug ein Gamingheadset und war in ein Gespräch seiner Stammgruppe vertieft, während er per Tastatur und Maus eine virtuelle Figur über seinen Bildschirm steuerte. Es roch dezent nach warmen Blattwerk und Staub. Der Sommer war auch an diesem Tag erwacht und schickte sich an, Hamburg ein weiteres Mal zu rösten.<br />
Er nippte an einer Tasse. Der Kaffee schmeckte gut. Er war herb, ungezuckert und schwarz &ndash; wie er ihn liebte.<br />
&raquo;Ich bin gleich drin&laquo;, murmelte er ins Mikrofon und steuerte seinen Charakter durch einen mittelalterlichen Torbogen. &raquo;Wo seid ihr?&laquo;<br />
&raquo;Gleich da&laquo;, gab PoOommes zurück.<br />
&raquo;Schon drin&laquo;, antwortete MagicBagic.<br />
&raquo;Brauche noch fünf Minuten&laquo;, ergänzte Blurrpp als Letzter.<br />
Aus den Hörmuscheln drang genervtes Stöhnen an Jonas Ohren.<br />
&raquo;Blurrpp, du Lahmarsch!&laquo;, fluchte PoOommes, der im echten Leben Sahin hieß. &raquo;Wieso brauchst du immer so abfucking lange?&laquo;<br />
&raquo;Meine Freundin war gerade da und wollte wissen, ob ich einkaufen gehe.&laquo;<br />
&raquo;Schließ dein Zimmer ab&laquo;, lachte MagicBagic, alias David. Jonas grinste amüsiert. Die Neuerung, sich beim gemeinsamen Spielen nur noch mit den Gamertags anzusprechen, gefiel ihm sehr.<br />
&raquo;Als ob ich sie aussperren würde&laquo;, grummelte Maik, der ansonsten Blurrpp genannt wurde.<br />
&raquo;Warum denn nicht?&laquo;, wollte Sahin wissen.<br />
Eine kurze Stille entstand.<br />
&raquo;Muss ich das wirklich beantworten?&laquo;<br />
Die Jungs lachten.<br />
&raquo;Ich habe wenigstens eine Freundin.&laquo;<br />
&raquo;Sie ist in Wirklichkeit bestimmt deine Schwester&laquo;, witzelte David. &raquo;Ich kann es nämlich bis heute immer noch nicht glauben, das ausgerechnet du eine Abbekommen hast &#8230;&laquo;<br />
&raquo;Pech im Spiel, Glück in der Liebe.&laquo;<br />
Das stimmt, dachte Jonas, der Maiks Gamerfähigkeiten nur zu gut kannte und wusste, dass sein Freund das schwächste Glied ihres Quartetts war. Wieder erklang vielstimmiges Gelächter.<br />
&raquo;Da wir nun warten müssen, bis Mister Lover-Lover zu uns stößt&laquo;, begann David, &raquo;könnte uns Smash2727 die Zeit mit Anekdoten seiner Partynacht versüßen.&laquo;<br />
&raquo;Oh ja!&laquo;, stimmte Sahin ein.<br />
&raquo;Ich renne und höre gleichermaßen&laquo;, stimmte Maik zu und auch Sahin gab sein Interesse zum Ausdruck.<br />
Jonas, alias Smash2727, hatte eigentlich gehofft, dass seine Jungs ihn nicht auf dieses Thema ansprechen würden. Er seufzte. Die Erlebnisse des letzten Anmachversuchs hatten eine tiefe Wunde in ihm gerissen, was er seltsam fand. Denn es war bei weitem nicht das erste Mal gewesen, dass ihn jemand als Nerd betitelt hatte. Ganz und gar nicht. Und trotzdem hatte Michelles Abfuhr ihn heftiger verletzt, als er es für möglich gehalten hatte.<br />
Woran das wohl gelegen hatte? Diese Frage hatte seine Nacht beherrscht und war ihm bis in seine Träume gefolgt. Eine Antwort darauf hatte er nicht gefunden &ndash; dafür aber eine Menge Frust.<br />
&raquo;Pennst du, Smash2727?&laquo;, hakte Blurrpp nach.<br />
Jonas riss sich aus seinen Gedanken. &raquo;Nein, ich war nur abgelenkt.&laquo;<br />
&raquo;Also? Partynacht? Girls?&laquo;<br />
Er seufzte. Und dann erzählte er seinen Freunden von dem, was im Club passiert war.<br />
&raquo;Fotze&laquo;, bewertete Sahin das Erlebte trocken.<br />
&raquo;Sie ist es nicht wert&laquo;, tröstete David.<br />
&raquo;Weiber sind scheiße&laquo;, fügte Maik hinzu.<br />
&raquo;Du hast ne Freundin, Mann!&laquo;<br />
&raquo;Sie ist da eine Ausnahme.&laquo;<br />
Die Jungs lachten verhalten, nur Jonas schwieg. Er grübelte. Überlegte. Sann darüber nach, ob er, wie geplant, Donnerstag Abend wieder losziehen würde, um einen neuen Versuch zu starten. Oder ob er einfach zu Hause bleiben und sich für die Arbeit schonen würde &ndash; denn mit einem Erfolg, besser gesagt, mit Sex rechnete er nach der letzten Nacht schon gar nicht mehr. Auch davon berichtete er seinen Jungs, die, obwohl Maik inzwischen ingame zur Gruppe aufgeschlossen hatte, in mitfühlendes Schweigen verfallen waren.<br />
&raquo;Das ist hart, Mann&laquo;, brachte es Sahin schließlich auf den Punkt. &raquo;Abgefuckt hart.&laquo;<br />
&raquo;Hm&laquo;, antwortete Jonas, während er nachdenklich aus dem Fenster in die Wolken blickte. Plötzlich rastete ein Gedanke in seinem Kopf ein.<br />
&raquo;Wisst ihr was?&laquo;, begann er schließlich mit Wut in der Stimme zu erzählen. &raquo;Dann bin ich eben ein Nerd. Na und? Ich stehe auf Games, auf Pokèmon, auf dämliche Hemdmotive und Fantasy. Macht mich das zu einem nicht liebenswerten Menschen? Bin ich dadurch weniger wert?&laquo;<br />
Ihm entgegnete Schweigen. &raquo;Ganz im Gegenteil. Auch ich habe meine Qualitäten. Guckt euch Blurrpp an. Er hat eine Freundin. Und er ist genau so viel Nerd, wie ich es bin. Warum sollte ich es nicht schaffen, eine Partnerin zu finden?&laquo;<br />
&raquo;Blurrpps Freundin ist selber eine Gamerin&laquo;, fügte Sahin hinzu. &raquo;Das zählt nicht.&laquo;<br />
&raquo;Hey!&laquo; entgegnete Maik wütend. &raquo;Sag so was nicht! Freundin ist Freundin.&laquo;<br />
Die Jungs lachten verhalten, selbst Jonas grinste. Dabei meinte er das, was er zuvor gesagt hatte, vollkommen ernst. Er war ein Nerd, das stimmte. Und er war gerne einer. Er mochte sein Leben, das er sich bewusst so ausgesucht und eingerichtet hatte. Er schätzte seine Gewohnheiten, seine Hobbys, seinen Tagesablauf. Wäre da nur nicht das Problem mit der körperlichen Nähe, die ihm kein Videospiel simulieren konnte. Bilder von Brüsten, Ärschen und Vaginas flogen vor seinem Kopf umher. Er spürte deutlich, wie seine Hormone kickten, wie sein zweites Gehirn das Denken übernahm. Verdammt, ich will ein Nerd sein. Aber ein Nerd, der Sex hat! Ein Nerd, wie Maik einer war.<br />
Davids Stimme riss ihn aus seinen Gedanken. &raquo;Smash2727, nimm meine Einladung an!&laquo;<br />
Jonas starrte verwundert auf seinen Monitor. Tatsächlich hatte sich ein neues Chatfenster geöffnet. Eines mit einer privaten Gestaltung. Nur er und David befanden sich darin, er musste dem Gespräch nur zustimmen.<br />
&raquo;Was soll das?&laquo;, fragte er und runzelte die Stirn.<br />
&raquo;Nimm schon an&laquo;, drängte ihn David abermals. &raquo;Ich habe einen klasse Tipp für dich.&laquo;<br />
&raquo;Und diesen dürfen wir nicht hören?&laquo;, beschwerte sich Sahin.<br />
&raquo;Nein. Der ist nur für Jonas.&laquo;<br />
&raquo;Und was ist mit unserer Quest?&laquo;, mischte sich Maik ein. &raquo;Wir sind jetzt vollzählig.&laquo;<br />
&raquo;Drauf geschissen&laquo;, zeterte David. &raquo;Das kann warten. Fangt ohne uns an.&laquo;<br />
&raquo;Hey!&laquo;<br />
Doch Jonas war neugierig geworden. Was hatte er ihm zu erzählen? Kurzerhand klickte er auf bestätigen und sogleich verstummten die empörten Rufe seines Teams automatisch. Sie waren nun zu zweit im neuen Chat.<br />
&raquo;Was ist los?&laquo;, fragte er zögerlich in die Stille. Sein Freund antwortete nicht sofort, was seine Neugier noch verschärfte.<br />
&raquo;Mein Cousin&laquo;, begann David schließlich, &raquo;hat mir neulich etwas erzählt.&laquo;<br />
&raquo;Sowas machen Cousins manchmal&laquo;, antwortete Jonas ungeduldig. &raquo;Um was geht es?&laquo;<br />
&raquo;Um dein Problem. Besser gesagt, um eine Lösung für dein Problem.&laquo;<br />
&raquo;Jetzt bin ich dir hörig&laquo;, witzelte er und lehnte sich zurück. Seine Neugier wich der Erkenntnis, dass David, der ohnehin für seinen herausfordernden Humor bekannt war, ihn nach Strich und Faden verarschen würde.<br />
&raquo;Ich meine es ernst. Schieben wir mal allen Spaß beiseite. Jetzt ist Realtalk angesagt.&laquo;<br />
&raquo;Realtalk?&laquo;<br />
&raquo;Jepp. So unter Männern.&laquo;<br />
Jonas überlegte, ob er jemals mit David ein ernstes Gespräch geführt hatte. Ja, sie hatten sich oft bei ein oder zwei Bier über die Mühen des Lebens ausgetauscht, doch war dies stets oberflächlich geblieben. Was hatte sein Kumpel ihm zu sagen?<br />
&raquo;Schieß los.&laquo;<br />
&raquo;Also. Mein Cousin. Wie du weißt, ist er ganz lange single gewesen und mittlerweile vergeben.&laquo;<br />
&raquo;Ist mir bekannt.&laquo;<br />
&raquo;Er war einer von uns, richtig nerdig, richtig &#8230; nun, Dauersingle.&laquo;<br />
&raquo;Auch bekannt.&laquo;<br />
&raquo;Aber das hatte sich plötzlich geändert. Weißt du noch, wie wir uns darüber alle gewundert hatten?&laquo;<br />
Jonas bejahte. Er konnte sich gut an die Euphorie erinnern, nachdem Davids Cousin Michi bekanntgegeben hatte, endlich eine Frau für sich gefunden zu haben.<br />
&raquo;Und weißt du noch, wie wir uns alle gefragt haben, wie er das geschafft hatte?&laquo;<br />
&raquo;Ja.&laquo;<br />
&raquo;Nun, letzte Woche hat er es mir erzählt.&laquo;<br />
Jonas lachte. &raquo;Na, jetzt bin ich aber mal gespannt. Du wirst es mit sicherlich erzählen. Mal sehen, wie lange es dann dauert, bis mir die Frauen die Türe einrennen.&laquo;<br />
&raquo;Zieh das Ganze nicht ins Lächerliche&laquo;, meckerte David säuerlich. &raquo;Sonst lasse ich es bleiben.&laquo;<br />
&raquo;Ist ja schon gut. Also, wie hat er es geschafft?&laquo;<br />
&raquo;Mit einem Datingcoach. Einer Coachin, oder wie man das in weiblicher Form eben nennt.&laquo;<br />
Jonas lachte los. &raquo;Er hat Datingunterricht genommen?&laquo;<br />
Er erwartete, dass auch David in sein Gelächter einstieg und endlich den Witz auflöste. Doch er tat es nicht. Stattdessen antwortete der Mann, der den sinnlosen und kaum ernstzunehmenden Gamertag MagicBagic trug, mit einer für ihn ungewohnt ernsten Stimme.<br />
&raquo;Sie ist viel mehr als nur eine Tippgeberin für Dates. Sie bringt dir bei, wie man eine Frau anspricht, wie man sie verführt und schließlich, wie man mit ihr schläft. Und zwar so, dass sie immer mehr will, dass sie bei dir bleiben will.&laquo;<br />
&raquo;Du verarscht mich doch.&laquo;<br />
In Jonas stieg eine kribbelnde Wut empor. Nach dem, was er gestern Abend erlebt hatte, hatte er es nicht verdient, veräppelt zu werden. Er führte den Mauscursor zur Schaltfläche, die den Voicechat beenden würde.<br />
&raquo;Nein!&laquo;, rief David energisch. &raquo;Verdammt, er hat es mir bis ins kleinste Detail erzählt. Diese Frau gibt es wirklich!&laquo;<br />
&raquo;Und selbst wenn es sie geben würde, erwartest du, dass ich mich coachen lasse?&laquo;<br />
&raquo;Warum nicht? Bei ihm hat es doch auch geklappt.&laquo;<br />
Eine kurze Stille entstand. Dutzende Fragen flogen durch Jonas Kopf. Erzählte David die Wahrheit? Konnte man tatsächlich lernen, wie man datet? Wie man verführte? Jonas hielt diese Fähigkeiten stets für gottgegeben, einfach angeboren. Entweder war man ein Frauenheld, ober eben nicht. Er hingegen war keiner. Und trotzdem versuchte er es immer wieder &ndash; mit bekanntem Erfolg.<br />
&raquo;Wie macht sie das?&laquo;<br />
&raquo;Hm. Also zuerst trifft sie sich mit dem Kunden. Sie möbelt ihn auf. Gibt ihm Tipps, stärkt sein Selbstvertrauen. Und dann, dann schläft sie mit ihm.&laquo;<br />
Jonas Mund wurde plötzlich ganz trocken. Sein Herz machte einen Satz.<br />
&raquo;Also ist sie eine Prostituierte?&laquo;<br />
&raquo;Ich glaube nicht, dass sie so genannt werden möchte.&laquo;<br />
&raquo;Nimmt sie Geld dafür?&laquo;<br />
&raquo;Na klar. Nicht wenig sogar.&laquo;<br />
&raquo;Dann ist sie eine.&laquo;<br />
David stöhnte genervt. &raquo;Nein. Sie ist eine Lehrerin. Sie bringt dir all das bei, was du brauchst, um endlich von deinem Bildschirm wegzukommen und ins Leben zu starten.&laquo;<br />
&raquo;So ein Quatsch.&laquo;<br />
&raquo;Warum?&laquo;<br />
&raquo;Ich gebe doch kein Geld dafür aus, um mir Datingtipps anzuhören und dann mit der Lehrerin zu schlafen. Das ist &#8230; irgendwie billig.&laquo;<br />
&raquo;Und jedes Wochenende aufs Neue auf eine erfolglose Restefickentour zu gehen nicht?&laquo;<br />
Jonas schwieg einen Moment. &raquo;Touchè.&laquo;<br />
&raquo;Siehst du. Sie soll sehr gut sein, in dem, was sie tut. Mein Cousin hat den Tipp von einem Kumpel bekommen, der auch sehr zufrieden ist. Und jener Kumpel hat ebenfalls nen Tipp von einem Kumpel bekommen. Und so weiter. Die Frau kann was, davon bin ich überzeugt.&laquo;<br />
&raquo;Hast du sie auch angerufen?&laquo;<br />
David lachte. &raquo;Nein, Mann. Ich bin pleite. Keine Chance.&laquo;<br />
&raquo;Wie viel nimmt sie denn?&laquo;<br />
&raquo;Keine Ahnung. Michi meinte, ich solle sie erst anrufen, wenn ich etwas angespart habe.&laquo;<br />
Jonas dachte nach. Wäre ein Sexcoaching, beziehungsweise, ein Datecoaching das, was er brauchte? Etwas in seiner Magengegend kribbelte aufgeregt. Sie würde mit ihm schlafen. Dabei hatte er es stets abgelehnt, Sex durch Bezahlung zu haben. Er fand das nicht richtig. Aber in diesem Fall &#8230; War es mehr, als die bloße Lust. Vielleicht hatte ein Treffen mit der Frau tatsächlich einen Mehrwert für ihn. Manchmal schmiss das Leben einem die Chancen direkt vor die Füße. Man musste diese nur selbstständig erkennen und aufheben. Wer eine solche Möglichkeit nie annahm, würde niemals weiterkommen und auf der Stelle treten. War dieses Coaching die Chance, seine Chance, die ihm das Leben vor die Füße gelegt hatte?<br />
Eine andere Frage drängte sich ihm auf. Würde er sich das überhaupt trauen? Eine Frau, die genau wusste, was sie tat. Eine Frau, die ihm beibringen konnte, wie es sich anfühlen konnte. Weiche Lippen auf seiner Haut. Sanfte, aber fordernde Hände, die ihn lenkten. Ihre Stimme, leise, heiß, direkt an seinem Ohr.<br />
Sein Herz raste. Eine Prostituierte &#8211; pardon, eine Sexlehrerin &#8211; war sicherlich sehr selbstbewusst und erfahren. Er dagegen war &#8230; ein Nerd. Nichts im Vergleich zu ihr.<br />
Wenn du alleine in einen Club gehen und Frauen ansprechen kannst, dann kannst du auch das!<br />
Seine innere Stimme hatte mit Energie gesprochen. Und Jonas fühlte, dass sie recht hatte.<br />
&raquo;Und du verarscht mich wirklich nicht?&laquo;<br />
&raquo;Nein, Mann.&laquo;<br />
Werde ich das tatsächlich machen? Verdammt, das würde bedeuten, dass ich endlich Sex &#8230;<br />
&raquo;Soll ich dir die Nummer besorgen oder nicht?!&laquo;<br />
Jonas spürte, wie sein Bauch kribbelte, als hätte jemand eine heiße Hand auf ihn gelegt. Sein Unterleib zog sich zusammen, seine Lenden prickelten, ein dumpfes Pochen breitete sich aus. Der Gedanke, dass eine erfahrene Frau ihn berühren, führen, ihn in diese verlockende Welt einweihen würde &ndash; sein Penis regte sich.<br />
Er drückte die Beine aneinander. Fuck! Die Vorstellung allein brachte ihn schon an den Rand der Kontrolle. Er würde Sex haben. Echten, richtigen Sex. Und verdammt, vielleicht verhalf ihm dieser zu noch mehr Sex. Und noch mehr!<br />
&raquo;Besorge sie mir!&laquo;</p>
<p>3.<br />
Seit beinahe einer halben Stunde tigerte Jonas in seiner Wohnung auf und ab, das Smartphone dabei stets in seiner Hand. Er durchquerte das Schlafzimmer, das gleichzeitig sein Gamerzimmer war, den kurzen Flur, der nach alten Schuhen roch, die Küche, das Wohnzimmer. Das ein oder andere Mal betrat er das winzige Bad, nur um es im Anschluss direkt wieder zu verlassen. Er war, nachdem er von David die Telefonnummer der Sexlehrerin bekommen hatte, äußerst nervös. Und diese Nervosität bekämpfte er mit Bewegung.<br />
Wähl einfach die beschissene Nummer, spornte er sich selbst an. So schwer ist das doch nicht!<br />
Nein &ndash; so schwer war es nicht. Das wusste er. Es war sogar noch viel schwerer. Der Wunsch nach Intimität kämpfte gegen die Scheu vor fremden, selbstbewussten Menschen. Und genau ein solcher würde am anderen Ende der Leitung auf ihn warten &ndash; daran bestand kein Zweifel.<br />
Im Club schaffe ich es auch, schimpfte er im Stillen. Ich habe so oft Frauen angesprochen. Wie habe ich das geschafft?<br />
Plötzlich fiel es ihm wie Schuppen von den Augen: Alkohol. Auf der Jagd nach dem weiblichen Geschlecht hatte er sich stets Mut angetrunken. Er blickte auf die Uhr. Es war noch nicht einmal Mittag. Für Sprit eindeutig zu früh. Aber heiligte der Zweck nicht die Mittel?<br />
Er ging ins Wohnzimmer und öffnete die Vitrine neben dem Fernseher. In dieser erwartete ihn ein Sammelsurium aus diversen Flaschen, einige geöffnet, andere unangetastet. Verunsichert ließ er seinen Blick über die Mutmacher schweifen. &raquo;Hm &#8230;&laquo;<br />
Nein, das war nichts für ihn. Auf warmen Schnaps hatte er zu dieser Tageszeit keine Lust. Sein Magen rumorte bestätigend. Er schloss die Vitrine, steckte das Handy in die Hosentasche und ging in die Küche zum Kühlschrank. In diesem schlug ihn gähnende Leere entgegen. Nur in einem der unteren Fächer lagen lose Bierflaschen. Er nahm eine heraus und betrachtete das Etikett seiner Lieblingssorte. Kurzerhand zog er seinen Haustürschlüssel aus der Tasche und setzte diesen am Kronkorken an. Er zögerte.<br />
&raquo;Was verdammt noch mal mache ich hier eigentlich?&laquo;, schimpfte er und legte die Flasche in den Kühlschrank zurück. Wenn ich mich nicht traue, nüchtern mit einer Frau zu telefonieren, wird sich mein Leben niemals ändern! Er schmiss die Tür so kräftig zu, dass der spärliche Inhalt des Kühlmöbels wütend klirrte. Dann zog er sein Smartphone hervor, entsperrte es und klickte auf die Nummer, die die Kraft hatte, sein Leben in neue Bahnen zu lenken.<br />
Das Gerät tutete leise. Er aktivierte den Lautsprecher, legte es auf den Küchentisch und setzte sich davor. Es tutete und tutete. Die Lehrerin nahm nicht ab. Sein Herz, das vor Aufregung raste, rutschte ihm enttäuscht in die Hose. Nervös trommelte er mit den Fingern auf die Tischplatte. Als er auflegen wollte, endete das Tuten und eine Frauenstimme erklang.<br />
&raquo;Silvana Martens.&laquo;<br />
Jonas schluckte, ein kalter Schauer schoss durch seinen Körper. Ihm wurde schwindlig, sein Sichtfeld verschwomm. Blanke Panik nahm von ihm Besitz.<br />
&raquo;Hallo?&laquo;<br />
Die Stimme der Frau klang gestresst. So, als wäre sie voller Eifer zu einem entfernt liegend klingelnden Telefon gerannt. &raquo;Hallo?&laquo;!<br />
&raquo;Ähm&laquo;, stotterte Jonas, dessen Sichtfeld sich langsam klärte. &raquo;Ja, hallo. Hier ist Smash2727.&laquo;<br />
Er biss sich in die Hand, bis der Schmerz fast unerträglich wurde. Hatte er ihr gerade allen Ernstes seinen Gamertag genannt?<br />
&raquo;Smash &#8230; was?&laquo;<br />
&raquo;Ähm nein, tschuldigung. Ich heiße Jonas. Jonas Schubert.&laquo;<br />
Die Frau, sie hatte sich, wenn er sich richtig erinnerte, als Silvana vorgestellt, lachte verunsichert. &raquo;Hast du dich verwählt?&laquo;<br />
&raquo;Ähm nein, ich glaube nicht. Ich habe Ihre Nummer von einem Freund bekommen.&laquo;<br />
&raquo;Okay. So was passiert. Und weswegen rufst du an?&laquo;<br />
Sie duzte ihn. Durfte er das auch?<br />
&raquo;Also &#8230; ich &#8230;&laquo;<br />
&raquo;Okay, ich kann es mir schon denken. Du scheinst nervös zu sein. Sowas erlebe ich häufiger, wenn es sich um ein ganz spezielles Anliegen handelt.&laquo;<br />
Jonas nickte bestätigend, was seine Gesprächspartnerin natürlich nicht sehen konnte. Wieder ärgerte er sich über seine eigene Unfähigkeit. Er war so tollpatschig!<br />
&raquo;Du möchtest ein Coaching?&laquo;<br />
Seine Kehle war plötzlich staubtrocken. So, als hätte der Hamburger Sommer alle Feuchtigkeit aus der Luft und den lebenden Organismen gebrannt.<br />
&raquo;J-ja.&laquo;<br />
&raquo;Okay. Damit sind wir schon einen Schritt weiter. Und bevor wir fortfahren, steck das Sie bitte in eine Schublade, die du abschließt. So möchte ich nicht angesprochen werden.&laquo;<br />
Silvanas Stimme war sympathisch, jung, und gleichzeitig dominant streng. Jonas nickte erneut.<br />
&raquo;Also, Jonas&laquo;, sagte sie. Der Klang seines Namens aus ihrem Mund hatte etwas Magisches. Ohne, dass er sie jemals gesehen hatte, spürte er, wie er sich zu ihr hingezogen fühlte. &raquo;Was genau führt dich zu mir? Erzähle mir etwas darüber und wir besprechen dann, welches Coaching zu dir passt.&laquo;<br />
&raquo;Ähm&laquo;, presste der Nerd, und eben so fühlte er sich in diesem Moment, aus seinem ausgetrockneten Mund hervor. &raquo;Ich habe Probleme.&laquo;<br />
Die Frau lachte verhalten. Aber es war ein freundliches, wertfreies Lachen. Nicht so wie das spöttische Lachen der Ladys in den Clubs, wenn sie ihn abservierten.<br />
&raquo;Das haben alle, die mich anrufen. Kannst du es besser beschreiben?&laquo;<br />
&raquo;Ich &#8230; versuche es.&laquo;<br />
Jonas zögerte und überlegte, wie er beginnen sollte. All das, was er sich in der letzten halben Stunde während seiner Tour durch die Wohnung zurechtgelegt hatte, war verschwunden. &raquo;Ich möchte endlich eine Frau kennenlernen&laquo;, begann er schließlich.<br />
Und Sex haben!<br />
&raquo;Ich weiß nicht, wie ich sie anspreche und von mir überzeuge.&laquo;<br />
Und wie ich sie flachlegen kann!<br />
&raquo;Gut, damit kann ich schon mal etwas anfangen&laquo;, überlegte Silvana. &raquo;Du suchst also Datingtipps. Beziehungsweise, du möchtest Dating erlernen.&laquo;<br />
&raquo;Ja, genau.&laquo;<br />
&raquo;Noch etwas? Etwas, das daran anschließt?&laquo;<br />
Ja! Ich will Sex haben!<br />
Jonas zögerte verlegen. Sekunden der Stille vergingen.<br />
&raquo;Du musst es schon aussprechen&laquo;, kam es streng aus dem Lautsprecher. Diese Frau hatte ihn offensichtlich direkt durchschaut.<br />
&raquo;Ich &#8230; brauche Hilfe bei dem &#8230; was sich an ein erfolgreiches Date anschließen könnte.&laquo;<br />
&raquo;Es auf den Punkt zu bringen und auszusprechen ist der erste Schritt, mein Lieber. Sei mutig, ich beiße nicht.&laquo;<br />
Er wusste, was sie hören wollte. Er zögerte. Die Zeit zog sich unangenehm in die Länge. Ob Michi auch, so wie er, herumgedruckst hatte, bevor er es aussprechen konnte? &raquo;Ich &#8230; Ich will &#8230; Sex. Und ich weiß nicht, ob ich es &#8230; kann.&laquo;<br />
&raquo;Jeder kann Sex.&laquo;, antwortete Silvana prompt. &raquo;Das ist uns angeboren. Mache dir da keine Sorgen. Guter Sex hingegen ist etwas anderes. Sex, der nicht nur einem selbst, sondern auch dem Partner gefällt. Normalerweise kommt das von allein, wenn man es das eine oder andere Mal gemacht hat und offen für die Wünsche des Gegenübers ist. Aber manchmal &#8230; muss man etwas nachhelfen. Ist es das, was du möchtest?&laquo;<br />
Er schwieg. Dachte über ihre Frage nach. Dann kam es aus seinem Mund, schonungslos und ehrlich. &raquo;Ich weiß nicht, ob ich es kann. Ich bin quasi &#8230;&laquo;<br />
Es fiel ihm schwer, das Wort auszusprechen. Sie kam ihm entgegen. &raquo;Jungfrau?&laquo;<br />
&raquo;Zum einen ja, zum anderen nein.&laquo;<br />
&raquo;Das musst du erklären.&laquo;<br />
&raquo;Ich hatte schon einmal Sex. Das ist aber ein paar Jahre her. Und es war &#8230; schlecht. So schlecht, dass es eigentlich nicht zählt.&laquo;<br />
&raquo;Okay, ich verstehe. Und davon abgesehen kein weiteres Mal?&laquo;<br />
&raquo;Nein.&laquo;<br />
&raquo;Hm. Also ein Coaching mit dem Schwerpunkt Dating und Sex? Ich biete noch ein drittes Paket an. Dieses enthält Beziehungstipps. Quasi all das, was wichtig wird, wenn das Date und euer erstes Mal gesessen haben. Möchtest du das auch?&laquo;<br />
Jonas überlegte. Doch seine Antwort war ihm direkt klar. Er wollte vor der Frau aber zumindest aus Höflichkeit so tun, als dachte er über ihr Angebot nach. &raquo;Nein. Die ersten beiden reichen.&laquo;<br />
Die Dame fürs Leben kommt später &ndash; aber ich will mir jetzt meine verfluchten Hörner abstoßen!<br />
&raquo;Okay, ich verstehe. Das kriegen wir hin, Casanova.&laquo;<br />
Obwohl er nicht wusste, wie genau er diese Betitelung einordnen sollte, freute er sich über die Zuversicht, die in Silvanas Stimme lag.<br />
&raquo;Also, du bist technisch keine Jungfrau mehr, praktisch aber schon. Wir müssen also ganz von vorne anfangen.&laquo;<br />
Es war keine Frage, sondern eine Feststellung. &raquo;Ja&laquo;, antwortete er kleinlaut.<br />
&raquo;Wie alt bist du?&laquo;<br />
&raquo;Zwanzig.&laquo;<br />
&raquo;Und du wohnst in Hamburg?&laquo;<br />
&raquo;Ja.&laquo;<br />
&raquo;Gut. Das hätte ich vielleicht zuerst fragen sollen. Anfragen aus anderen Städten lehne ich nämlich prinzipiell ab.&laquo;<br />
&raquo;Okay.&laquo;<br />
&raquo;Hast du einen Job? Eine Wohnung?&laquo;<br />
&raquo;Ja, beides. Ich bin Malergeselle und habe eine Zwei-Zimmer-Unterkunft.&laquo;<br />
&raquo;Ist sie aufgeräumt?&laquo;<br />
Jonas ließ einen verunsicherten Blick durch die Küche schweifen. Ja, die Arbeitsflächen waren relativ sauber und er hatte sie vor ein paar Tagen gewischt. Aber er wusste nicht, wie sehr Frau sich an dem Geschirrberg stören würde, der sich an und in der Spüle auftürmte. Er beschloss, dieses Problem direkt nach dem Telefonat anzugehen.<br />
&raquo;So lala.&laquo;<br />
&raquo;Okay. Also bist du etwas chaotisch?&laquo;<br />
Diese Frage hatte er sich noch nie gestellt. Was würde sie aus seiner Antwort schließen?<br />
&raquo;Das würde ich nicht sagen. Aber ich bin wohl auch nicht das, was meine Mutter sich damals von mir gewünscht hätte.&laquo;<br />
&raquo;Junggeselle halt&laquo;, antwortete Silvana. &raquo;Und Körperpflege?&laquo;<br />
Diese Frau ist direkt, schluckte Jonas, während sein Magen gekränkt rumorte.<br />
&raquo;Ich glaube, die ist normal.&laquo;<br />
&raquo;Also, wenn wir uns zu dem Coaching verabreden, setze ich eine gewisse Pflege voraus. Immerhin werde ich mit dir schlafen und das soll auch für mich ein angenehmes Erlebnis werden. Verstehst du?&laquo;<br />
Jonas hatte bei den Worten immerhin werde ich mit der schlafen direkt abgeschaltet. Den Not-aus gedrückt. Sein Kopf war eingefroren, sein Denken ausgestoppt. Es dauerte einen Moment, bis er sich fangen konnte.<br />
&raquo;Klar, ich verstehe&laquo;, sagte er mechanisch.<br />
&raquo;Das wäre dann schon mein erster Tipp. Präsentiere dich so, wie du es von einem anderen erwarten würdest. Denn du überzeugst nicht nur durch den primären Eindruck, wie zum Beispiel mit einer tollen Frisur und einem gepflegten Bart. Sondern auch mit einer gewissen Körperpflege, die sich erst später zeigt. Wenn du es tatsächlich schaffst, eine Dame zu dir ins Schlafzimmer zu verführen, wäre es doch äußerst ärgerlich, wenn sie durch etwas anderes, wie einem außer Kontrolle geratenden Sackhaar-Afro in die Flucht getrieben wird, oder?&laquo;<br />
Jonas musste aufgrund ihrer Wortwahl schmunzeln. &raquo;Ich verstehe vollkommen.&laquo;<br />
&raquo;Da bin ich mir sicher. Also, wenn du Interesse an dem Coaching hast, machst du dir zu dem zuletzt gesagten ein paar Gedanken. Alles andere Regeln wir beim Treffen.&laquo;<br />
&raquo;Was meinst du damit?&laquo;<br />
&raquo;Ganz einfach. Körperpflege ist dein Ding, aber bei deiner sonstigen Erscheinung kann ich dir gerne behilflich sein. Du willst eine neue Frisur, weißt aber nicht, welche zu dir passt? Kein Problem, ich helfe dir. Du willst einen neuen Kleidungsstil? Einen, der dir bei den Frauen weiterhilft? Ich übernehme das. Wir gehen shoppen.&laquo;<br />
&raquo;Okay, klingt gut.&laquo;<br />
&raquo;Kommen wir aber zunächst zu meinem Preis. Mein Coaching ist nicht von der Stange und kostet einiges. Weißt du darüber Bescheid?&laquo;<br />
Jetzt kam der Knackpunkt. Dass Silvana teuer war, hatte David bereits angedeutet. Sein Herz ratterte unruhig. &raquo;Ich habe gehört, dass dein Service &#8230; das du dich nicht verramscht.&laquo;<br />
Sie kicherte. &raquo;So kann man es auch ausdrücken. Also, Klartext. Das Coaching im Doppelpaket Dating plus Sex kostet 1500 Euro. Zahlbar in Bar direkt beim Treffen.&laquo;<br />
Jonas wurde schwindelig. Das war beinahe die Hälfte dessen, was er auf seinem Konto hatte.<br />
&raquo;Dazu kommen Spesen. Wie zum Beispiel Frisör, Shopping, Verpflegung. Denn der Tag wird lang und wir müssen auch etwas essen. In der Regel empfiehlt es sich, dafür mindestens weitere 500 Euro einzuplanen.&laquo;<br />
Er schluckte. 2000 Piepen. Das war viel Geld. Für einmal Sex wirklich sehr, sehr viel. Etwas in ihm protestierte wütend. Es ist nicht nur Sex, es ist mehr. Ich bekomme eine Anleitung für viel, viel mehr Sex.<br />
&raquo;Ich weiß, dass das eine harte Nuss ist. Du kannst gerne ein paar Nächte darüber schlafen und meldest dich dann, wenn du zusag-&laquo;<br />
&raquo;Ich will es&laquo;, schnitt er ihr das Wort ab. &raquo;Ich habe das Geld.&laquo;<br />
&raquo;Okay, prima&laquo;, frohlockte Silvana. &raquo;Ich verspreche dir, dass das Coaching jeden Cent wert ist.&laquo;<br />
Da bin ich mir sicher, dachte sein zweites Gehirn. Er versuchte, sich die Frau am anderen Ende der Leitung vorzustellen. Wie mochte sie aussehen? War sie groß, mit endlos langen Beinen, die in High Heels noch verführerischer wirkten? Oder war sie eher klein und geschmeidig, mit einem Po, der sich unter enganliegenden Hosen perfekt abzeichnete? War ihre Haut sonnengeküsst, weich wie Satin? Hatte sie diesen hellen, reinen Ton, der sich gegen dunkle Dessous meisterhaft abhob?<br />
Sein Blick verschwamm, während in seinem Kopf eigene Bilder entstanden. Er stellte sich vor, wie sie vor ihm stand, nur in zarter Spitze. Ihre Brüste waren fest, rund, die Art von Oberweite, die sich perfekt in seine Hände schmiegen würde. Die Art, die seine Lippen umfassen wollten, die unter seinen Küssen verhärteten.<br />
Doch sein Fantasieblick wanderte tiefer. Ihr Bauch flach, geschwungen, vielleicht mit einem zarten Piercing über dem Bauchnabel. Und darunter &ndash; nackt? Oder rasiert mit einem schmalen Streifen, der seine Fantasie noch mehr befeuerte?<br />
Wie mochte ihre Vagina aussehen? Er schluckte schwer. Würde sie feucht sein, wenn er seine Finger dort entlangstrich?<br />
Sein ganzer Körper zog sich zusammen, während seine Hände in Gedanken über ihre Hüften glitten. Sein Griff wanderte tiefer, umfasste die Rundung ihres Pos, fest, prall, die perfekte Form, um sie in einem Moment der Begierde an sich zu ziehen.<br />
&raquo;Wie wäre es mit nächsten Samstag?&laquo;, unterbrach Silvanas Stimme seine notgeile Gedankenspirale. &raquo;Gleich morgens gegen acht? Dann haben wir den ganzen Tag Zeit und können das Beste daraus machen.&laquo;<br />
Samstag hatte er sich eigentlich bei seinen Eltern eingeladen. Auch seine Geschwister würden kommen, sogar die Tante, die er nur selten sah, war eingeplant. Aber das, was er gerade am Telefon verabredete, war wichtiger und er würde sicherlich eine gute Ausrede finden. Immerhin ging es um seine Zukunft. Und um seinen Penis. Und der hatte ein enorm gewichtiges Mitspracherecht.<br />
&raquo;Samstag ist perfekt.&laquo;</p>
<p>4.<br />
Jonas saß auf einer Parkbank und betrachtete seine Hände. Er drehte sie, musterte die Finger und die Nägel, die er sich am Vorabend feinsäuberlich geschnitten hatte. Passanten liefen an ihm vorbei, ohne sich um den jungen Mann zu kümmern, der auf jemanden zu warten schien.<br />
Er warf einen nervösen Blick auf seine Uhr, die ihm verriet, dass sie gleich kommen würde. Sein Körper zitterte vor Aufregung. Er sah sich um. Versuchte herauszufinden, welche der Frauen, die in seine Richtung unterwegs waren, die Sexlehrerin sein könnte. Weil seine Nervosität ein Ventil brauchte, spielte er mit den Händen und strich sich über die Oberschenkel.<br />
Seine Gedanken glitten zurück und er ließ die letzten Tage Revue passieren. Am Mittwoch hatte er sich rasiert. Nicht im Gesicht, da war er so gut wie haarlos. Nein. Er hatte den Säbel an seiner Brustbehaarung angesetzt, anschließend folgten der Bauch, die Achseln und zu guter Letzt die Hoden samt Schaft. Er hatte dabei stets das im Hinterkopf, was Silvana ihm am Telefon gesagt hatte: Körperpflege. So auftreten, wie man es sich selbst von seinem Partner wünschen würde.<br />
Kurz bevor er in Richtung Park aufgebrochen war, hatte er gründlich geduscht und rekordverdächtig lange die Zähne geputzt. Er hatte seine beste Alltagskleidung rausgesucht, was nicht einfach gewesen war, da beinahe jede seiner Boxershorts und Socken löchrig waren. Den Kampf gegen seine widerspenstigen Haare hatte er allerdings verloren &ndash; sie ließen sich von ihm kaum in Form bringen und freche Strähnen ragten wirr zu allen Seiten ab. Hätte er doch bloß den Gang zum Frisör gewagt, aber dafür war es nun zu spät.<br />
Ein kleiner Vogel landete unweit vor ihm auf dem Boden und pickte etwas auf. Das stetige Kopfnicken des Tieres zog ihn in seinen Bann. Sein Herzschlag beruhigte sich für einen Moment &ndash; dann fiel ein Schatten auf ihn.<br />
Sein Magen zog sich zusammen. Er hob langsam den Blick und bemerkte die Frau, die vor ihm stand. Sein Mund wurde trocken. War sie das?<br />
&raquo;Jonas?&laquo;, fragte sie und lächelte ihn mit knallroten Lippen an. Er schluckte. Das musste sie sein. Silvana.<br />
&raquo;Ja, d-der bin ich&laquo;, antwortete er mit brüchiger Stimme, während er die Frau von oben bis unten musterte. Wow!<br />
Ihr Körper war perfekt proportioniert &ndash; schlank, aber mit genau den passenden Rundungen an den richtigen Stellen. Lange, schwarze Haare fielen ihr glatt auf die Schultern, perlten von dieser ab und legten sich in einzelnen Strähnen auf ein weißes Top, das eng anlag und die Form ihrer Brüste betonte. Ihr Dekolleté hob und senkte sich sanft mit jedem Atemzug &ndash; ein hypnotischer Rhythmus, der ihn für einen Moment die Welt um sich herum vergessen ließ. Eine hautenge Dreivierteljeans umschloss eine schmale Hüfte und endete über schneeweißen Chucks. Er schätzte sie auf Mitte dreißig, etwas älter also, als er sie am Telefon empfunden hatte.<br />
Wow!, dachte Jonas und bemerkte zu spät, dass ihm der Mund offen stand. Sofort schoss ihm eine brennende Röte ins Gesicht. Er erhob sich, was mit seinen zitternden Knien alles andere als einfach war und wurde bald von einem anziehenden Parfüm eingenommen. Wie würde es weitergehen? Gaben sie sich die Hände? Wie begrüßte man eine Frau, die noch am selben Tag Sex mit einem haben würde?<br />
Sie schien seine Verunsicherung zu spüren und streckte eine Hand aus. Er ergriff sie und wurde sich sofort bewusst, wie verschwitzt seine Flosse im Vergleich zu ihrer doch war.<br />
Silvanas Finger waren lang, beinahe zerbrechlich, ihre Haut weich. Und trotz alledem strahlte ihre Hand so unendlich viel Kraft aus, dass es Jonas die Sprache verschlug.<br />
&raquo;Schön, dass es geklappt hat&laquo;, freute sie sich und offenbarte makellose Zähne. Mehrere Piercings an ihren Ohren glitzerten im Licht der Sommersonne. &raquo;Du glaubst gar nicht, wie viele Kerle nicht zu den Verabredungen erscheinen.&laquo;<br />
Jonas nickte stumm, konnte die Männer aber verstehen. Für ihn grenzte es an ein Wunder, dass auch er kein Reißaus genommen hatte.<br />
Von der Frau, die im Grunde so zierlich wirkte, ging eine enorme Aura aus und er war sich sicher, dass jeder Geigerzähler bei ihr eine mächtige Strahlung feststellen würde.<br />
&raquo;Eine formale Sache, bevor wir beginnen.&laquo;<br />
Silvana öffnete ihre Handtasche mit einer selbstbewussten, eleganten Bewegung, zog eine Geldbörse heraus und sah ihn mit ruhigen, aber bestimmten Augen an. Jonas verstand sofort. Sein Puls beschleunigte sich, als er nach dem dicken Geldbündel in seiner Hosentasche griff. Als er ihr die 1500 Euro überreichte, sah er sich verstohlen um. Er fühlte sich beinahe so, als würde er von der Frau etwas Verbotenes kaufen. Ob die Passanten, die sie passierten, ihnen fragende Blicke zuwarfen? Was würden sie über ihn denken, einen jungen Mann, der einer hübschen Dame Bargeld zusteckte? Oh Gott, dachte er, nicht, dass sie annehmen, dass ich eine Prostituierte &#8230;<br />
&raquo;Ich bedanke mich herzlich&laquo;, sagte Silvanas, nachdem sie das Geld verstaut hatte. Dann legte sie den Kopf quer, schenkte ihm ein Lächeln und musterte ihn. In ihr Gesicht schlich sich etwas Kritisches, aber ihr Lächeln hielt stand.<br />
&raquo;Wollen wir ein Stück gehen?&laquo;<br />
Sie wies den Weg entlang. Jonas bejahte, und schon setzten sie sich in Bewegung. Silvanas Art sich fortzubewegen war lässig-elegant. Er dagegen fühlte sich wie ein greisenhafter Holzwurm, der nicht mehr dazu in der Lage war, einen geraden Schritt zu machen. Er ärgerte sich darüber, dass so etwas Banales wie gehen so schwer sein konnte.<br />
&raquo;Du bist aufgeregt, nicht wahr?&laquo;, stellte sie fest und sah ihn gutmütig an.<br />
&raquo;Und wie&laquo;, bestätigte er kleinlaut und senkte den Blick. Als ein Skater an ihnen vorbeidonnerte, sah Silvana diesem hinterher &ndash; und Jonas nutzte den Moment schamlos aus. Seine Augen glitten über ihre schmale Taille, tiefer zu den verdammt engen Jeans, die sich um ihren Po spannten wie eine zweite Haut.<br />
Heilige Scheiße. Ihr Hintern war ein Kunstwerk &ndash; rund, knackig, wie gemacht dafür, ihn zu greifen, zu kneten, an sich zu ziehen. Ein brennendes Pochen durchzog seinen Unterleib, sein Körper reagierte, als hätte sie ihn berührt.<br />
Er schluckte schwer, riss sich los und zwang sich, nach vorne zu blicken. Aber sein Gehirn gehorchte ihm nicht. Er hielt die Luft an und mahlte sich aus, wie er mit der Hand über ihren Po &#8230;<br />
Reiß dich zusammen, Mann!<br />
&raquo;Das ist auch okay. Ich werde mir die größte Mühe geben, dir das Coaching so angenehm wie möglich zu gestalten.&laquo;<br />
&raquo;Danke.&laquo;<br />
&raquo;Also, Jonas. Bist du gut in den Tag gestartet? Hast du gut gefrühstückt?&laquo;<br />
&raquo;Nicht wirklich&laquo;, gestand er. &raquo;Ich war zu aufgeregt.&laquo;<br />
&raquo;Süß&laquo;, lächelte Silvana. Dann tat sie etwas, das er nicht erwartet hatte. Sie ergriff seine Hand und ließ sie nicht mehr los. Dabei sah sie ihn erwartungsvoll an.<br />
&raquo;Hast du schon einmal Händchen gehalten?&laquo;<br />
Er war sich sicher, dass sein Gesicht melonenrot glühte. Er schüttelte den Kopf.<br />
&raquo;Und wie findest du es?&laquo;<br />
Jonas spürte in sich hinein. Die Wärme ihrer Hand war anders, als er es sich vorgestellt hatte &ndash; sie war nicht nur angenehm, sie elektrisierte ihn. Ihre Finger waren schlank, aber kräftig, ihre Haut weich, aber mit einem festen Griff. Er fühlte sich gehalten, geführt &ndash; und er wollte diese Berührung nicht mehr loslassen.<br />
Aber da war noch mehr. Ein Knistern, das ihm durch die Brust schoss und tiefer sank. Etwas in Watte Gepacktes, etwas Rosafarbenes, etwas &#8230; Schönes.<br />
&raquo;Ich &#8230; mag es.&laquo;<br />
Als eine Gruppe von Männern und Frauen an ihnen vorbeiging, verkrampfte er etwas. Sie schien es zu spüren.<br />
&raquo;Ist es dir unangenehm, wenn uns jemand so sieht?&laquo;<br />
&raquo;Das nicht. Nur ungewohnt.&laquo;<br />
&raquo;Du hast gezuckt.&laquo;<br />
Jonas dachte nach. &raquo;Irgendwie ist es komisch, mit jemanden an einer Hand zu gehen, den man nicht kennt.&laquo;<br />
Sie nickte. &raquo;Im Grunde hast du recht. Ich will dir damit auch nur zeigen, wie schön das Händchenhalten sein kann, und dass es sich lohnt, sich ins Zeug zu werfen, damit man einen Partner bekommt, mit dem man es machen kann.&laquo;<br />
Jonas nickte. Doch diese Art der Zärtlichkeit war ihm weniger wichtig als das, was im Verlauf des Tages passieren würde. Sie musterte ihn erneut.<br />
&raquo;Also. Ich würde vorschlagen, dass wir zu allererst zum Frisör gehen. Ich kenne einen hier in der Nähe, der nicht nur gut schneidet, sondern auch fantastischen Kaffee serviert. Was hältst du davon?&laquo;<br />
&raquo;Klingt super.&laquo;<br />
&raquo;Und im Anschluss können wir mal ein paar fesche Klamotten für dich raussuchen. Verstehe es nicht falsch, aber mit diesem Hemd und dem Walfisch darauf bekommst du keine Dame aus ihrem Höschen.&laquo;<br />
Er errötete. Und verstand. Er vertraute seiner Lehrerin.</p>
<p>*</p>
<p>Jonas sah in den Spiegel. Sein Ebenbild schaute zurück, während sich die Friseurin, eine kurvige Dame mit einem einnehmenden Lächeln, mit dem Kamm durch seine Mähne kämpfte. Auf dem Frisiercape hatten sich zahlreiche Haare gesammelt, nachdem sie mit der Maschine seine Seiten geschoren hatte. Er versuchte, sich zu erinnern, wann er zuletzt so kurze Haare hatte, aber es fiel ihm nicht ein. Auch der letzte Besuch bei einem Friseur lag so lange zurück, dass er nicht sagen konnte, ob es drei, vier oder fünf Jahre her war. In der Zwischenzeit waren seine Haare gewachsen und nur unregelmäßig von seiner Mutter halbwissend mit einer einfachen Schere gestutzt worden.<br />
&raquo;Hast du ein Auto?&laquo;, fragte ihn Silvana, die sich auf einem Hocker unweit neben Jonas niedergelassen hatte. Seit gut zwanzig Minuten stellte sich ihn Fragen und lernte ihn kennen. Er empfand es als äußerst angenehm, so viel von sich erzählen zu können, ohne dass sein Gesprächspartner sich gelangweilt abwandte.<br />
&raquo;So einen uralten Opel&laquo;, antwortete er. Er versuchte zwanghaft, seinen Kopf gerade zu halten, um der Friseurin das Arbeiten zu erleichtern. Jedoch kämpfte er gegen den Zwang, sich seiner Lehrerin zuzuwenden. Immer, wenn er sie ansah, flatterte sein Herz vor Vorfreude. Sie war wunderschön, hatte etwas Südländisches an sich, etwas Feuriges. Vielleicht hat sie spanische Wurzeln? Er mochte ihre Körperhaltung, den geraden, selbstbewusst aufgereckten Körper, die stolz präsentierte Brust. &raquo;Ein Cabrio.&laquo;<br />
&raquo;Was heißt uralt? Astra G?&laquo;<br />
&raquo;Nee, sogar ein Astra F.&laquo;<br />
&raquo;Alt, aber cool, würde ich sagen.&laquo;<br />
&raquo;Schon. Im Sommer macht die Karre einfach Spaß. Offen fahren, Musik hören &#8230; Nur die Benzinkosten fressen einen auf. Das Ding ist hungrig.&laquo;<br />
&raquo;Für einen frisch ausgelernten Maler sicherlich nicht eben so zu stemmen.&laquo;<br />
&raquo;Meine Eltern tragen die Kosten für das Auto. Also Versicherung und Steuern. Eigentlich kann ich nicht klagen. Ich musste ihnen lediglich versprechen, das Ding nicht kaputt zu fahren. In zwei Jahren bekommt er nämlich das Oldtimer Kennzeichen.&laquo;<br />
Silvana lachte. Dann beobachtete sie für einen Moment, wie die Friseurin mit Zeige- und Mittelfinger eine Haarsträhne von ihm griff und hochzog.<br />
&raquo;Länger oder kürzer?&laquo;, fragte sie und zu Jonas Überraschung galt diese Frage nicht ihm. Die Lehrerin überlegte einen Moment.<br />
&raquo;Etwas länger. Zu kurz sollte es nicht werden.&laquo;<br />
Die Dame nickte und machte sich an die Arbeit.<br />
&raquo;Also, Jonas, ich muss mal was loswerden&laquo;, sagte Silvana und sah ihn im Spiegel direkt an. &raquo;Du hast echt ein hübsches Gesicht. Das kommt jetzt, da deine Haare in Form gebracht werden, erst richtig zur Geltung. Ich verstehe nicht, wie du dieses Werkzeug nie wirklich eingesetzt hast.&laquo;<br />
Jonas errötete sichtlich, was ihm sehr unangenehm war.<br />
Selbst die Friseurin nickte zustimmend. &raquo;Danke &#8230;&laquo;<br />
Dabei hatte er es einfach nie gemocht, zum Friseur zu gehen. Nicht, weil er Angst vor der Schere hatte. Eher war es die Ratlosigkeit, was er sich hätte schneiden lassen sollen. Und irgendwie war ihm die Vorstellung unangenehm gewesen, mit wildfremden Menschen über sein Aussehen zu sprechen. Im Nachhinein sau dämlich. Das verstand er genau in dem Moment, als auch ihm klar wurde, dass es hässlichere Männer gab als ihn. Ein warmes Gefühl breitete sich in seiner Brust aus.<br />
&raquo;Du hattest angedeutet, dass dein erstes Mal schlecht war&laquo;, wechselte Silvana abrupt das Thema. Jonas errötete abermals. Sein Blick glitt für den Bruchteil einer Sekunde zur Friseurin, die interessiert die Augenbrauen hochgezogen hatte. Seine Lehrerin hatte offenbar keine Probleme damit, gewisse Details direkt und schonungslos anzusprechen. Am liebsten würde er schweigen und es ihr erzählen, wenn sie wieder zu zweit waren &ndash; aber ihr auffordernder Blick verriet ihm, dass er sich öffnen musste.<br />
&raquo;Na ja&laquo;, begann er zögerlich und kaute nervös auf seiner Unterlippe. &raquo;Es war halt einfach schlecht. Wirklich schlecht.&laquo;<br />
&raquo;Aber was genau heißt schlecht? Hattest du Erektionsprobleme? Oder hat sie abgebrochen?&laquo;<br />
Jonas trat der Schweiß auf die Stirn. Sowas hatte ihn noch nie jemand gefragt. Selbst seine Kumpels aus der Gamerbande nicht &ndash; und denen hatte er schon viel mehr erzählt, als den meisten Menschen, die er kannte.<br />
&raquo;Nein&laquo;, wiegelte er ab. &raquo;Das waren nicht die Probleme. Ich glaube einfach, dass wir beide keine Ahnung hatten, wie wir das anstellen sollten. Sie war auch nicht erfahren, weißt du?&laquo;<br />
Silvana nickte verständnisvoll. &raquo;Erzähl doch bitte etwas mehr. Das hilft mir, dich besser zu verstehen.&laquo;<br />
Jonas zögerte, gab sich jedoch einen Ruck. Während er berichtete, versuchte er krampfhaft, die Friseurin auszublenden, die jedes seiner Worte mithörte.<br />
&raquo;Wir haben uns zuerst geküsst. Das war noch okay. Ohne den Kuss wäre es wohl nie zum &#8230; Akt gekommen.&laquo;<br />
Er sprach das Wort Akt vor Verlegenheit beinahe lautlos aus. Die Frauen grinsten schelmisch, was ihn triggerte. &raquo;Wir haben angefangen, rumzufummeln. Und dann haben wir uns ausgezogen. Besser gesagt, ich habe uns ausgezogen. Irgendwie musste ich die ganze Arbeit machen. Das fand ich schon komisch. Und als wir dann nackt waren und ich loslegen wollte &#8230; nun, ich bekam ihn kaum rein.&laquo;<br />
Den letzten Satz flüsterte er fast.<br />
&raquo;Warum das?&laquo;, hakte Silvana nach. &raquo;War sie nicht feucht genug?&laquo;<br />
Sein Gesicht explodierte vor heißglühender Scham. Er fühlte sich schmerzhaft in die peinliche Situation zurückversetzt, in der er versuchte, sein steifes Glied in die Vagina seiner Partnerin einzuführen. Wie er es nicht hinbekam, wie er einfach keinen Weg hinein fand. Wie sich die Zeit dehnte, wie es zog und klemmte, wie sein Herz vor Verzweiflung immer schneller zu rasen begann.<br />
&raquo;Ich weiß es nicht&laquo;, antwortete er ehrlich. &raquo;Sie hat dann nie mit mir darüber gesprochen. Danach haben wir uns auch nie wieder wirklich berührt und es war bald aus zwischen uns.&laquo;<br />
&raquo;Hattest ihr ein Vorspiel?&laquo;, ignorierte Silvana die traurige Bemerkung seiner Trennung. &raquo;Habt ihr euch Zeit dafür genommen?&laquo;<br />
&raquo;Na ja, wir haben uns geküsst.&laquo;<br />
&raquo;Küssen allein ist kein Vorspiel&laquo;, belehrte sie ihn. &raquo;Es ist eine Kombination aus Küssen, Berührungen, sinnlichen Momenten und wachsender Lust.&laquo;<br />
Die Friseurin nickte zustimmend.<br />
&raquo;Und falls das Vorspiel das Problem gewesen sein sollte, erklärt das auch, warum du es so schwer hattest, in sie einzudringen. Trockensex funktioniert einfach nicht.&laquo;<br />
Jonas dachte nach. Das Ereignis lag zwar gut vier Jahre zurück, aber er schätzte, dass er sich tatsächlich mehr Mühe hätte geben können. &raquo;Es war halt mein erstes Mal. Ich wusste es nicht besser.&laquo;<br />
&raquo;Das ist auch nicht schlimm, ich meinte das nicht als Vorwurf. Aber insgesamt hat uns das einen Schritt weiter gebracht. Wir haben einen Punkt, an dem wir den Hebel ansetzen können.&laquo;<br />
&raquo;Okay.&laquo;<br />
&raquo;Möchtest du eigentlich gar nichts über mich wissen?&laquo;, wechselte sie das Thema. &raquo;Das ist auch etwas, das du dir unbedingt merken musst. Dating funktioniert nicht nur in eine Richtung. Wenn es fluppen soll, gebe deiner Flamme das Gefühl, dass sie interessant ist, dass du dich für sie interessierst.&laquo;<br />
Jonas nickte. In der Tat hatte er Silvana kaum etwas gefragt. Ein schlechtes Gewissen überkam ihn. Dabei hatte er es so genossen, von ihr interviewt zu werden. Aber er verstand, dass auch andere Menschen dieses Gefühl schätzten.<br />
&raquo;Tut mir leid, du hast recht.&laquo;<br />
&raquo;Wenn man euch beiden so zuhört, könnte man fast meinen, dass es sich bei euch um Mentor und Schüler handelt.&laquo;<br />
Die Frisörin sah Jonas und Silvana im Wechsel interessiert an.<br />
&raquo;Er hat mich für ein Datecoaching gebucht&laquo;, antwortete sie und er war froh, dass sie das Wort Sex für sich behielt. Sie zwinkerte ihm verschwörerisch zu. Während die Frauen die eine oder andere Information diesbezüglich austauschten, versuchte er zwanghaft, sich Fragen einfallen zu lassen, die er Silvana stellen konnte.<br />
&raquo;Machst du das mit dem Coachen eigentlich hauptberuflich?&laquo;, fragte er schließlich und hoffte, dass seine Erkundigung von offenem Interesse zeugte. Sie schüttelte den Kopf.<br />
&raquo;Ne, das ist nur so ein Nebending. Quasi ein erweitertes Hobby. Den Großteil meiner Zeit verbringe ich mit meinem Onlineshop für Schmuck. Na ja, und ich drehe ab und zu Pornos.&laquo;<br />
Bumm.</p>
<p>Es fühlte sich an, als hätte ihm jemand den Boden unter den Füßen weggezogen. Sein Magen zog sich zusammen, sein Herz hämmerte gegen seine Rippen. Sie drehte Pornos. Echte. Richtige. Mit ihr in voller Aktion.<br />
In seiner Hose regte sich etwas. Zum Glück war die Stelle von dem Friseurcape verdeckt. Verdammt. Er konnte nicht anders &ndash; sein Kopf malte sich Bilder aus. Silvana, nackt auf einem Bett, ein muskelbepackter Kerl zwischen ihren Beinen. Ihr Blick, direkt in die Kamera, direkt in seine Seele.<br />
&raquo;Pornos? Ähm &#8230; Das hätte ich nicht ge- &#8230;&laquo;<br />
&raquo;Das denken die wenigstens. Aber es stimmt. Und es macht unendlich viel Spaß.&laquo;<br />
Jonas Stirn brannte und er schrieb sich eine gedankliche Notiz, am Ende des Tages nach ihren Filmen zu suchen.<br />
Wie sollte er mit dieser Aussage umgehen? Sollte er weiter fragen? Erwartete sie dies sogar, oder war das Thema zu intim, um weiter behandelt zu werden? Er dachte krampfhaft nach. Silvana war ein sehr direkter und offener Mensch. Das hatte er schnell verstanden. Wenn sie also nicht wollte, dass er sie zu diesem Thema weiter ausfragte, hätte sie es nicht erwähnt. Er schluckte und nahm seinen Mut zusammen.<br />
&raquo;Was denn für Pornos? Falls du das erzählen magst.&laquo;<br />
&raquo;Klar, ich habe damit kein Problem. Die Filme gehören zu mir und meinem Leben dazu. Würde ich sie verheimlichen, würde ich einen Teil von mir verleugnen.&laquo;<br />
Sie sah ihn gutmütig an. Dann fuhr sie fort. &raquo;Ich drehe hauptsächlich Girl-on-Girl Filme. Und Solos, also Szenen mit Sexspielzeug und Masturbation.&laquo;<br />
Jonas Herz flatterte vor Erregung. Er musste diese Filme unbedingt finden, koste es, was es wolle.<br />
&raquo;Und mit Männern?&laquo;<br />
Sie schüttelte den Kopf. &raquo;Nein. Mit Männern drehe ich nicht. Diese hebe ich mir für meine eigenen vier Wände auf.&laquo;<br />
Sie grinste verrucht.<br />
&raquo;Warum das?&laquo;<br />
&raquo;Hm. Das ist halt einfach mein Ding. Jede Darstellerin hat eine Richtung, die ihr am liebsten ist und am besten zu ihr passt. Mir passen Lesben und Toys. Männer nicht.&laquo;<br />
Jonas nickte. Diese Frau war der Inbegriff von Erotik. Nein. Sie war eine Sexbombe. Und wenn er es nicht vergeigte, würde er schon in wenigen Stunden kennenlernen, was es hieß, mit einer Darstellerin zu schlafen. Er dachte nach. Wollte noch mehr wissen. Doch die Friseurin, die ebenfalls eine leichte Röte auf den Wangen hatte, öffnete das Cape. &raquo;Fertig, junger Mann.&laquo;<br />
Jonas blickte in den Spiegel. Ein neuer Haarschnitt, eine neue Erkenntnis &ndash; und eine Frau neben ihm, die ihn in eine Welt führte, in die er sich so sehr gewünscht hatte.<br />
Eine Pornodarstellerin. Eine Sexlehrerin. Und bald seine erste richtige Liebhaberin. Scheiß aufs Geld!<br />
Sein Magen zog sich zusammen. Er konnte kaum glauben, dass das alles wirklich geschah.</p>
<p>5.<br />
&raquo;Halt das mal bitte&laquo;, sagte Silvana und legte Jonas eine Jeans auf den Kleiderstapel, den er mit beiden Händen trug. Der Hose folgte eine weitere. Sie befanden sich in einem Geschäft für Männermode. Es handelte sich dabei um einen der Läden, die er allein niemals betreten hätte. Das lag nicht nur daran, dass die Preisschilder an den Kleidungsstücken weit außerhalb seiner üblichen Investitionsspielräume lagen. Es war zudem ein feines Warenhaus, mit elegant gekleideten Angestellten und Kunden, die es ihrem Aussehen nach zu urteilen gewohnt waren, des Öfteren viel Geld für hübsche Stoffe auszugeben.<br />
Silvana ging regelrecht in ihrer Rolle als Shoppingsassistentin auf, durchstreifte Gang für Gang und blieb an fast jedem Ständer oder Regalfach stehen. Jonas taten allmählich die Füße weh, aber er wollte sich seinen Schmerz nicht anmerken lassen. Es ging um seine Zukunft &ndash; in Anbetracht dessen war ein gewisses Leiden zu verkraften.<br />
Eine Verkäuferin, gekleidet in einem schwarzen Jumpsuit, erschien an ihrer Seite. Sie lächelte und legte den Kopf quer, als sie die unzähligen Kleidungsstücke auf seinem Arm entdeckte. &raquo;Kann ich helfen? Haben Sie etwas Bestimmtes im Blick?&laquo;<br />
&raquo;Puh&laquo;, antwortete Silvana nachdenklich. &raquo;Wir brauchen alles. Sehen Sie sich den Jungen einmal an.&laquo;<br />
Die Verkäuferin, auf ihrem Namensschild stand Lucy geschrieben, nickte verständnisvoll. Sie musterte Jonas von oben bis unten, was ihm mehr als nur unangenehm war. Ihr Blick verweilte einen Moment zu lange auf seinem Hemd und dem Wal, der als Motiv darauf gestickt war. &raquo;Sind Sie seine Schwester?&laquo;<br />
Silvana lachte und schüttelte ihren Kopf. &raquo;Nein. Eine Bekannte. Ich helfe ihm dabei, einen neuen Stil für sich zu entdecken.&laquo;<br />
&raquo;Wie ich sehe, haben Sie sich schon den einen oder anderen Gedanken gemacht.&laquo;<br />
Sie deutete zu dem Stapel in Jonas Armen. Die Lehrerin nickte nachdenklich.<br />
&raquo;Wir versuchen es mit einem etwas enger geschnittenen Typ Jeans, als er es jetzt trägt. Und mit Hemden, die zum Sommer passen, die er mit dem richtigen Shirt in Kombination offen tragen kann. Dazu weiße Sneaker.&laquo;<br />
Lucy nickte zustimmend. &raquo;Ich glaube, ich bin hier überflüssig. Das klingt doch insgesamt schon ziemlich rund. Wenn Sie es mit Chinos probieren wollen, kann ich ihnen unseren zweiten Stock empfehlen.&laquo;<br />
Sie lächelte. Jonas, der ein wenig gekränkt war, weil keiner mit ihm, sondern nur über ihn redete, erwiderte artig das Lächeln. Dann ging sie weiter. Auch Silvana setzte ihren Streifzug fort.<br />
&raquo;Hast du eigentlich italienische Wurzeln?&laquo;, fragte er und versuchte, die konzentrierte Stille ein wenig aufzulockern. Seine Lehrerin, die gebückt in einem der unteren Auslagefächer stöberte, antwortete, ohne ihn anzusehen.<br />
&raquo;Eine spanische Mutter. Mein Vater ist deutscher. Daher auch mein deutscher Nachname.&laquo;<br />
&raquo;Oh, tut mir leid.&laquo;<br />
&raquo;Das ich einen deutschen Namen habe?&laquo;<br />
Jonas lächelte verlegen. &raquo;Nein. Dass ich dich für eine Italienerin gehalten habe.&laquo;<br />
&raquo;Das muss dir doch nicht leidtun&laquo;, entgegnete sie und sah kurz zu ihm hoch. &raquo;Du konntest es ja nicht wissen.&laquo;<br />
Sie widmete sich wieder ihrer Suche. Jonas hingegen sah sich verstohlen um. Als er sich sicher war, dass niemand, auch nicht Lucy, ihn beobachtete, heftete er seinen Blick auf Silvanas Po. Er erforschte jedes Detail ihrer jeansumspannten Rundungen, die durch ihre gebückte Position noch weiter hervorstachen.<br />
Ihr Hintern war ein verdammtes Meisterwerk. Straff, rund, ein Kunstwerk aus Form und Verführung. Ihm lief sprichwörtlich das Wasser im Mund zusammen. Wie konnte eine Frau nur so verführerisch sein?<br />
&raquo;Ach ja, eine Sache noch&laquo;, sagte sie plötzlich und sah zu ihm hoch. Er schluckte ertappt, heiße Scham brannte in seinem Gesicht. &raquo;Etwas, das du unbedingt lernen musst.&laquo;<br />
Sie stand auf, legte eine weitere Hose auf den Stapel. Das dunkle Feuer in ihren Augen fesselte ihn. &raquo;In der Regel bekommen Frauen es mit, wenn man sie anstarrt. Nenne es einen sechsten Sinn. Wir wissen es einfach. Wir spüren es. Hinzu kommt, dass die meisten Männer unheimlich schlecht darin sind, ihre Blicke zu verbergen. Und nein, das ist nicht nur ein stumpfes Klischee. Und du machst es sogar besonders auffällig.&laquo;<br />
Jonas nickte verlegen.<br />
&raquo;Wenn du eine Frau datest, vermassel es dir nicht dadurch, dass du sie anglotzt. Viele Frauen empfinden das als unangenehm. Im schlimmsten Fall verschreckst du sie damit.&laquo;<br />
&raquo;Okay.&laquo;<br />
&raquo;Ich will nicht sagen, dass du grundsätzlich nicht gucken darfst. Aber wenn du es tust, gebe dich mit kleinen Häppchen zufrieden. Nimm nicht das ganze Schwein, wenn du verstehst. Du wirst schon auf deine Kosten kommen.&laquo;<br />
&raquo;Ich habe es kapiert. Es tut mir leid.&laquo;<br />
&raquo;Und noch etwas. Hör auf, dich wegen jeder Kleinigkeit zu entschuldigen. Das schwächt deine Position. Und das möchtest du doch nicht, oder?&laquo;<br />
Er war kurz davor, sich wieder für seinen Fehler zu entschuldigen &ndash; doch er biss sich auf die Zunge und hielt inne. &raquo;Ist notiert.&laquo;<br />
Silvana lächelte verständnisvoll. &raquo;Ich denke, wir haben genug Klamotten fürs Erste. Wir gehen am besten zur Anprobe.&laquo;<br />
Jonas folgte ihr auf Schritt und Tritt. Über ihnen drang elegante Kaufhausmusik aus einem Lautsprecher. Wieder ertappte er sich dabei, wie er ihren Po angaffte, der sich rhythmisch bewegte. Eilig wandte er seinen Blick ab. Er wollte sich nicht noch einmal von ihr erwischen lassen.<br />
Er betrat eine Umkleidekabine, die mit einem schweren Vorhang aus Leder geschlossen wurde. Mit nervösen Fingern zog er sich die Schuhe aus, während seine Lehrerin draußen wartete. Den Schuhen folgten seine ausbeulte, verwaschene Jeans, die er schon seit vielen Jahren trug, und sein Walfischhemd.<br />
&raquo;Was soll ich zuerst anprobieren?&laquo;<br />
&raquo;Nimm eine Hose vom Stapel. Wir arbeiten uns von oben nach unten durch. Dazu das weiße Shirt und das karierte Hemd. Denk an die Sneaker.&laquo;<br />
Er nickte und tat, wie ihm geheißen und begann mit dem Shirt. Es roch so fantastisch nach hochwertiger, neuer Kleidung. Nicht so muffig wie das, was einstweilen aus seinem Kleiderschrank kam. Im Anschluss legte er sich das Hemd an. Er zögerte.<br />
&raquo;Das Hemd soll aufgeknöpft bleiben?&laquo;<br />
&raquo;Unbedingt. Das wirkt lässig. Lass mich mal sehen.&laquo;<br />
Bevor Jonas sich versah, wurde der Vorhang zur Seite gezogen und Silvana trat ein. Sofort schoss ihm der Scham ins Gesicht, als er nur am Oberkörper bekleidet vor ihr stand. Ihr Blick verweilte für einen Moment auf seinen Beinen und der Unterwäsche.<br />
&raquo;Wir müssen auch noch nach Shorts für dich gucken. Diese da geht gar nicht.&laquo;<br />
Sie grinste amüsiert und deutete auf seinen Schlüpper. &raquo;Ein waschechter Liebestöter.&laquo;<br />
Mit nervösen Fingern griff er ein weiteres Shirt vom Stapel und hielt es schützend vor seinen Unterleib. Silvana sah ihn frech an.<br />
&raquo;Meinst du nicht, dass du dich daran gewöhnen solltest, dich vor einer Frau zu zeigen? Erst recht dann, wenn du erwartest, mit ihr zu schlafen?&laquo;<br />
Jonas wusste, dass sein Verhalten albern war. Die Tatsache, dass er garantiert mit der Spanierin Sex haben würde, untermauerte ihre Aussage.<br />
&raquo;Nutzen wir das Ganze doch für eine weitere Übung&laquo;, hauchte sie schelmisch und schob den Vorhang zu. Dann trat sie so dicht an ihn heran, dass er ihr Parfüm deutlich riechen konnte. Jonas schluckte, sein Herz beschleunigte seinen Schlag. Sie legte ihre Hände auf seine Schulter und drückte ihr Becken sanft gegen das seine. Sofort spürte er, wie etwas in seiner Hose erwachte. Er konnte nicht verhindern, dass Blut umgeleitet wurde. Silvana sah ihm direkt in die Augen. Ihr Braun zog sie in seinen Bann. Sie war ihm so nah, dass er jede Pore ihres Gesichtes erkennen konnte.<br />
&raquo;Wie würdest du reagieren, wenn dein Date sich so an dich heranschmeißt?&laquo;<br />
Jonas bemerkte, wie seine Hände nutzlos an ihm herunterhingen. Bemerkte, wie seine Arme leicht zitterten, wie sich ein Knoten in seinem Magen bildete.<br />
&raquo;Ich &#8230; Ich weiß nicht.&laquo;<br />
&raquo;Wie wäre es mit einer sanften Erwiderung meiner Berührungen?&laquo;<br />
Er nickte wie ferngesteuert. Dann hob er die Arme mit den nutzlos daran befestigten Händen und führte sie langsam zu ihrer Schulter. Als sie auf das weiße Top trafen, spürte er die Wärme, die von der Frau ausging und ihn sofort zu erobern schien. Sie rückte noch ein wenig dichter heran. Mehr war kaum möglich. Dann fuhr sie mit den Händen seinen Arm herunter. Er versuchte, ihr Verhalten zu spiegeln. Als sie seine Hüfte berührte, legte auch er seine Hände auf der ihren ab.<br />
&raquo;Du wirkst so verkrampft&laquo;, hauchte sie und schenkte ihn ein kraftspendendes Lächeln. Das kräftige Rot ihrer Lippen sprach Bände.<br />
Weil du geile Sau mich fertig machst!, schrie es in seinem Kopf. Wie soll ich dabei nicht verkrampfen?<br />
Er versuchte, seinem Handeln mehr Lockerheit zu geben, aber im Grunde wusste er nicht, wie er das anstellen sollte.<br />
&raquo;Jetzt wäre der Moment gekommen, in dem du mich etwas erforschen könntest.&laquo;<br />
Ihre Stimme war kaum mehr als ein zarter Hauch. Ihre Augen blitzten. Er verstand plötzlich, dass dies nicht nur eine Lektion war. Sondern das sie mit ihm spielte. Das auch sie auf ihre Kosten kam. Sie war ein Raubtier. Eine Löwin. Und er die Beute, die für ihre Erlegung sogar bezahlt hatte.<br />
Seine Hände zitterten leicht, als er sie über ihre Taille gleiten ließ &ndash; er spürte die schlanke, feste Form ihrer Hüften unter dem Stoff. Sein Herz pochte bis in seine Fingerspitzen.<br />
Mit einer Mischung aus Gier und Ehrfurcht wanderte er tiefer. Ihr Po war ein verdammtes Meisterwerk. Straff, rund, aber dennoch weich. Er drückte leicht zu und fühlte, wie sie daraufhin ihre Hüften ein Stück näher an ihn schob. Seine Finger sanken sanft in das Fleisch, sein Körper kribbelte vor Verlangen. Dieses Mal war sie es, die es ihm nachtat.<br />
Er stöhnte leise, als sich ihre kräftigen Finger in seine Gesäßbacken gruben. In seiner Shorts presste sich ein strammer Speer gegen den einhüllenden Stoff. Jonas war sich sicher, dass sie seine Erektion spürte. Spüren musste!<br />
&raquo;Jetzt würde ich als Frau von dir erwarten, dass du mich küsst&laquo;, flüsterte sie und sah ihn erwartungsvoll an. Sein Hirn ratterte. Sein Puls hämmerte in seinen Ohren. Jeder einzelne Nerv in seinem Körper brannte, sein Verstand war ausgelöscht, sein Instinkt übernahm. &bdquo;Okay&ldquo;, hauchte er, seine Stimme ein Zittern aus Lust und Unsicherheit. Er beugte sich langsam vor, und je näher er kam, desto deutlicher nahm er ihre Wärme wahr.<br />
Silvana schloss die Augen, die Spannung zwischen ihnen knisterte elektrisierend. Sein Blick glitt über ihren Mund &ndash; diese vollen, rot glänzenden Lippen, leicht geöffnet, erwartungsvoll. Dann berührten sich sanft ihre Nasen, ein federleichter Hauch. Sein Herz setzte für einen Moment aus, bevor ihre Lippen aufeinandertrafen.<br />
Ihre Weichheit raubte ihm den Verstand. Silvana schmeckte süßlich &ndash; eine Mischung aus ihrem Parfüm, ihrem Lippenstift und etwas, das einfach nur sie war. Als sie leicht gegen seinen Körper drückte, spürte er ihre Brüste an seiner Brust, den zarten, elastischen Widerstand ihres Leibes. Sein Blut rauschte.<br />
Etwas unglaublich Wohltuendes brach aus seinem Herzen heraus und flutete seinen Körper. Plötzlich spürte er, wie ihre Zunge sanft um Einlass bat. Er öffnete zaghaft seinen Mund. Dann trafen sie aufeinander, Spitze auf Spitze. Die Spanierin gab den Ton an und begann einen leise schmatzenden Tanz, den er etwas verkrampft, aber sehr bemüht, mitgestaltete.<br />
Alles an und in ihm war warm. Sein Penis so hart wie nie zuvor. Von einem unerwarteten Impuls getrieben schob er eine Hand über ihre Taille nach oben und legte sich auf ihre Brust. Wieder etwas, das er noch nie gefühlt hatte. Nachdem er dachte, dass ihr Po der Inbegriff von Perfektion war, musste er sich eingestehen, dass ihre Brüste viel mehr waren als das. Er befand sich im siebten Himmel. Im Paradies. Und sie war bei ihm. Er drückte sanft zu.<br />
&raquo;Ist da drin alles okay?&laquo;, erklang die misstrauische Stimme von Lucy auf der Außenseite. Jonas Herz sackte ihm in die Hose. Ertappt ließ er von Silvanas Lippen ab und schoss heiße Pfeile der Wut in Richtung der Verkäuferin, die ihn das Schönste, was er jemals erlebt hatte, ruinierte. Aber Silvana dachte nicht im Traum daran, das Spiel zu beenden, und küsste ihn abermals. In ihren Augen stand der absolute Nervenkitzel geschrieben.<br />
&raquo;Kann ich irgendwie helfen?&laquo;<br />
&raquo;Ähm, nein&laquo;, gab Jonas in einer kurzen Kusspause zurück. &raquo;Danke.&laquo;<br />
Ein Moment der Stille folgte, in dem nur das leise Schmatzen zweier Münder zu hören war.<br />
&raquo;Ich muss leider anmerken, dass sich nur eine Person zur gleichen Zeit in unseren Kabinen aufhalten darf.&laquo;, erklang es von außerhalb, dieses Mal strenger, als ahnte Lucy, was hinter dem Leder passierte. &raquo;Nur für den Fall, dass &#8230;&laquo;<br />
&raquo;Ich bin allein&laquo;, log Jonas. &raquo;D-danke. Wenn ich etwas brauche &#8230; dann rufe ich Sie.&laquo;<br />
Er wusste genau, dass die Verkäuferin ihn nicht glaubte. Das sie am liebsten reinkommen und nach dem Rechten sehen wollte. Aber sie hielt sich an die Regeln und ließ den Vorhang unberührt.<br />
Er suchte panisch nach einem Ausweg &ndash; doch seine Lehrerin hatte andere Pläne. Und anstatt ihm zu helfen, tat sie etwas, dass ihn noch weiter in die Problemzone manövrierte: Sie ließ ihre Hand langsam zwischen sie gleiten und berührte ihn am Gemächt.<br />
Er keuchte überrascht. Sie grinste diabolisch und leckte sich über die Lippen.<br />
&raquo;Okay. Ich werde später wiederkommen&laquo;, erklang es von draußen. Doch das war ihm egal. Er konzentrierte sich nur noch auf das, was unter seiner Gürtellinie passierte.<br />
&bdquo;Gefällt es dir?&ldquo;, hauchte sie, während ihre Finger sich langsam über den gespannten Stoff seiner Hose bewegten. Ihre Handfläche streifte die deutliche Wölbung, die sich unter ihrer Berührung noch weiter verhärtete. Ein tiefer Schauder lief durch seinen Rücken, als ihr Druck fester wurde.<br />
Jonas sog scharf die Luft ein, sein ganzer Körper brannte. Er hatte schon unzählige Male von diesem Moment geträumt, aber nichts &ndash; absolut nichts &ndash; hätte ihn darauf vorbereiten können, wie es sich anfühlte, wenn eine Frau wie Silvana ihn so berührte.<br />
Sie neckte ihn spielerisch durch den Stoff hindurch, ließ ihre Fingerspitzen entlang der Länge seines Glieds wandern, bis sie sich oben an der Spitze verharrte. Ein tiefes Zittern breitete sich in ihm aus, sein Bauch vibrierte, und er musste sich krampfhaft zusammenreißen, nicht einfach loszustöhnen.<br />
Er legte seine Hände wieder an ihren Po und drückte zu. Sie stöhnte kaum hörbar. Dann nahm er all seinen Mut zusammen und führte eine Hand zu dem Zentrum ihrer Weiblichkeit. Hitze empfing ihn. Silvana glühte förmlich. Und obwohl der feste Stoff ihrer Jeans es zu verhindern versuchte, spürte er die Konturen ihrer Schamlippen, als er seine Hand zwischen ihre Beine schob.<br />
Ein heftiges Kribbeln schoss durch seinen Unterleib. Ein Funke entzündete sich. Er war so erregte, wie noch nie zuvor in seinem Leben. Weg waren all die Gedanken über Hohn und Spott, den die Frauen ihn bis zu diesem Moment entgegengebracht hatten. Weg war das depressive Bewusstsein über sein unvollkommenes Bestehen.<br />
&raquo;Gar nicht mal so schlecht&laquo;, flüsterte Silvana, die zu seinem Leidwesen von ihm abließ und einen Schritt zurücktrat. &raquo;Wirklich, gar nicht schlecht! Du kannst besser küssen und bist neugieriger, als ich angenommen hatte.&laquo;<br />
Jonas keuchte enttäuscht. Er fühlte sich belämmert, wie er dastand, hektisch atmend und mit der Latte seines Lebens. Wieder blitzte es in Silvanas Augen. Sie spielte noch immer mit ihm.<br />
&raquo;Appetit haben wir uns nun geholt &#8230; aber du musst dich noch ein wenig gedulden.&laquo;<br />
Ihr Atem streifte sein Ohr, warm und voller dunkler Versprechungen. Dann, ohne Vorwarnung, biss sie spielerisch in sein Ohrläppchen und ließ ihre Zähne sanft über seine Haut gleiten. Jonas zuckte zusammen, während eine brennende Welle durch seinen Körper schoss. Sie trat einen Schritt zurück, ließ ihn mit pochendem Herz und pulsierender Härte stehen. Ihr Blick war pures Feuer.<br />
&raquo;Und vorher probierst du noch die Klamotten an.&laquo;</p>
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		<title>Die Heilsalbe (überarbeitete Version)</title>
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		<pubDate>Thu, 25 Sep 2025 09:10:29 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Keine Freundin in Sicht. Weit und breit kein weibliches Wesen, in das ich mich verlieben könnte. Gefühlt war ich in meinem Bekanntenkreis der Einzige, der immer alleine unterwegs war. Dabei&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Keine Freundin in Sicht. Weit und breit kein weibliches Wesen, in das ich mich verlieben könnte. Gefühlt war ich in meinem Bekanntenkreis der Einzige, der immer alleine unterwegs war. Dabei hatte ich alles – wie ich mir einbildete – was das Interesse eines Mädchen wecken könnte.<br />
Meine Eltern, beide berufstätig, unterstützten mich, wo sie nur konnten. Ich konnte das Auto meiner Mutter ohne Nachfrage nutzen. Auch mein Taschengeld war so ausreichend, sodass ich ohne Probleme eine Freundin einladen könnte. Und auch klamottentechnisch kam ich nicht in Lumpen daher. Meine Zähne waren gepflegt und ich hatte auch keinen Mundgeruch. Ich duschte mich täglich, verwendete dann auch noch ein Deo, welches in der Werbung die Frauen nur so anzog, doch ich musste dabei feststellen, die Werbung war ein Fake. Ich wusste es tatsächlich nicht, warum ich keinen Erfolg bei Frauen hatte.<br />
Vielleicht lag es daran, dass ich einfach zu schüchtern war oder auch an den mangelnden Gelegenheiten ein Mädchen kennenzulernen. Meine Sportart Kickboxen war auch kein Sport, wo sich reihenweise Mädchen tummelten und wenn ich vielleicht auch noch einen Treffer abbekam, waren schon einmal meine Augen zugeschwollen. Kein schöner Anblick, aber das alleine konnte es nicht sein. Ich bildete mir ein, es war die Summe aller Dinge, die ein Mädchen daran hinderte, mit mir anzubandeln. Mein Frust war zu diesem Zeitpunkt schon sehr groß und ich hatte die Befürchtung, dass ich übrigbleiben würde.<br />
Ich schaute wieder einmal im Badzimmer in den Spiegel. Meiner Auffassung nach konnte es nicht an meinem Aussehen liegen, dass ich mit 19 Jahren noch kein Mädchen gevögelt hatte. Natürlich war ich kein Modelltyp, nachdem sie die Frauen umdrehten. Aber ich war auch kein hässlicher Kerl. Mit meiner Körpergröße von 1,84 m und 78 kg Gewicht konnte ich mich sehen lassen.<br />
Gut, meine Nase war etwas größer, aber ich kannte Typen, die rannten mit einem noch größeren Riechkolben durch die Gegend und hatten an ihrer Seite eine Freundin. Außerdem kannte ich das Sprichwort ‚wie die Nase des Mannes, so sein Hannes‘. Wenigstens hierauf hätten die Neugierde der Mädchen reagieren können, aber nichts.<br />
Meine Kumpels schwärmten von ihren diversen Abenteuern und davon, wie sie die Mädchen aufs Kreuz gelegt hatten. Nur mir, Jan, war es bisher noch nicht vergönnt. Mir blieb nur das Wichsen vor meinem Laptop, aber darin war ich mittlerweile Meister.<br />
Ich war halt extrem still. Wenn sich in der Klasse ein Mädchen näherte, war ich vor Aufregung nur noch maulfaul. Die Antworten beschränkten sich auf ja und nein. Natürlich wusste ich, dass meine Maulfaulheit kein Mädchen begeistern würde, aber ich hatte einfach Hemmungen.<br />
Wie oft hatte ich mich über mich selbst geärgert, aber ich konnte es nicht ändern. Stundenlang grübelte ich über mein Problem, hatte aber keine Lösung. Meiner Mutter gegenüber wollte ich mich nicht öffnen, sie hätte mich nur ausgelacht und mir gesagt, deine Sorgen möchte ich haben. Im schlimmsten Fall hätte sie mich zu einem Therapeuten geschickt. Das wäre in meinen Augen die Höchststrafe gewesen.<br />
Ich war schon fast verzweifelt und wählerisch war ich schon lange nicht mehr. Ich hätte alles gefickt, wenn ich nur einmal zum Zuge gekommen wäre. Nein, nicht einfach gefickt, mir hätte auch schon die Zuneigung einer Freundin genügt. Vielleicht ein paar Küsse oder wenn sie mir ihren Busen zeigen würde. In meiner Not würde ich mich auch mit ein paar Streicheleinheiten zufriedengeben. Alles weitere würde sich dann irgendwann einmal von selbst ergeben. Aber von dem allem konnte ich nur träumen und so geschah alles was mit Mädchen zu tun hatte, nur in meiner Fantasie.<br />
So ging ich nach der Schule wieder einmal ins Schwimmbad, legte mich auf eine Decke und wartete, bis meine Freunde eintrudelten. Das war meine Zeit und ich wurde von niemanden abgelenkt oder musste meine Blicke erklären. Mit der Sonnenbrille auf der Nase, damit niemand meine wachsamen Augen verfolgen konnte, legte ich mich an die Stelle, von der ich den Eingangsbereich und Weg zu den Umkleidekabinen überblicken konnte.<br />
Von dem Platz hatte ich eine gute Übersicht und ich sah mir die vorbei gehenden jungen Frauen an und konnte es mir mit jeder von ihnen vorstellen. Teilweise lag ich da und war in Tagträumen gefangen. Jung oder alt, große oder kleine Brüste, Hinterteile, die ausladend waren, all diese Dinge waren in meinem Fokus. Teilweise waren sehr schlanke Frauen mit dünnen Beinen und einem kleinen Arsch dabei. Wiederum andere flanierten vorbei, deren Becken breit und gebärfreudig waren. In Badeanzügen oder Bikinis. Am meisten gefiel mir, wenn beim Vorbeigehen die Brüste etwas auf und ab hüpften. Da merkte ich, dass in diesen Frauen Leben war. Ich stellte mir vor, welche der Frauen rasiert oder stark behaart waren. Bei dunkelhaarigen Frauen sah ich ab und zu, wie die Schamhaare aus der Bikinihose lugten und ich stellte mir vor, dass die Haare bis zum Arschloch reichten.<br />
Kurze oder lange Beine, an jeder bemerkte ich etwas, was ich attraktiv fand. In Gedanken und ganz von alleine bewegte sich meine Zunge in ihren feuchten Gefilden und in meiner Fantasie lag ich schon auf ihnen. Jetzt ging gerade eine etwa 30-jährige vorbei. Ihre Bikinihose hatte sich zwischen die Arschbacken geschoben und die Kloben wackelten im Takt. Mir lief das Wasser im Munde zusammen, denn ich stellte mir gerade vor, wie ich sie doggy fickte und ihr meinen Schwanz in die Röhre schob. Sie würde schreien und mich betteln, dass ich es ihr noch einmal besorgen solle. So wie die ihren Arsch bewegte, würde sie bestimmt einem Arschfick auch nicht abgeneigt sein. Sie geilte mich so auf, dass ich aufpassen musste, dass ich nicht in meine Badehose spritzte. Das wäre an Peinlichkeit nicht zu übertreffen gewesen und ich müsste fluchtartig das Bad verlassen.<br />
In diesem Augenblick kam ihr Ehemann gerade mit zwei Kindern an der Hand und gab ihr einen Kuss. Ich war mir sicher, den würde sie sofort verlassen, wenn sie meinen Schwanz spüren würde. Was hatte ich nur für eine kranke Fantasie und was hatten meine Hormone da nur mit mir angestellt.<br />
Wenn jetzt irgendwer meine Gedanken lesen hätte können, wäre ich als Sittenstrolch rausgeschmissen worden. Die Pornoindustrie tat seit übriges, ich unterstützte auch noch meine schon krankhafte Fantasie. Jede Art von Filmchen, war er auch noch so pervers, hatte ich mir schon reingezogen und mir dabei vorgestellt, dass ich das alles mit einer Frau machen würde. Doch keines der realen weiblichen Wesen interessierte sich für mich. Ich lag mehrheitlich auf dem Bauch, denn bei meiner Badehose schaute schon der erigierte Schwanz raus. Ins Wasser konnte ich erst, wenn ich mich beruhigt hatte oder wenn ein paar sehr alte Omas vorbeigingen. Ich überlegte mir schon, ob ich nicht einmal nach München in ein Bordell fahren sollte, nur um einmal das Gefühl zu haben, wie es sich anfühlt, wenn man seinen Schwanz in eine willige Frau schiebt. Als ich dann die Preise erfuhr, war es für einen Taschengeldbezieher, der kurz vor dem Abitur stand, unerschwinglich. Und auf dem Straßenstrich bei den abgehalfterten Damen wollte ich meine erste Erfahrung auch nicht machen.<br />
So in Gedanken versunken, kamen jetzt meine Freunde vorbei und ich war abgelenkt. Zum Glück schrumpfte jetzt mein Kleiner und ich konnte mich wieder umdrehen. Jetzt hatte mich der Alltag wieder. Wir gingen ins Wasser und ich war froh um das kühle Nass. Bevor bei meinen Freunden und ihren Weibern das Schmusen losging, packte ich mein Zeug und wollte gerade verschwinden.<br />
Ich konnte mir das Glück meiner Freunde nicht ansehen. Mit der Ausrede, dass ich meinem Vater noch helfen müsse, stand ich auf. Doch bevor ich in meine Sneakers schlüpfte, hörte ich die Stimme Almas.<br />
Alma, ein kleine Rothaarige, die es bei mir auch einmal versucht hatte, doch Dank meines Schweigens sich einen anderen Liebhaber gesucht hatte, fragte mich dann noch:<br />
„Am Samstag ist doch die Fete bei Leoni, da bist du aber schon dabei? Wir brauchen dich doch noch zum Aufbau und für die Technik.“<br />
Natürlich hatte ich das mit der Fete in Facebook gelesen, aber noch nicht geantwortet. Ich hatte keine große Lust, denn für mich war so eine Fete langweilig und wahrscheinlich mit zu viel Alkohol verbunden. Doch als ich Alma zuhörte, wusste ich es. Das Interesse galt tatsächlich nicht meiner Person, sondern meinem Equipment. Ich hatte von meinen Eltern eine große Anlage mit riesigen Lautsprechern und Verstärker bekommen und seitdem wurde ich für alle Feste eingeladen. Ich hätte ihnen die Geräte auch leihen können, doch der Aufbau war kompliziert und zeitaufwändig.<br />
Ich wollte nicht als Spaßbremse dastehen und es lag mir fern, dass um meine Anlage gebettelt wurde. Deshalb fragte ich kurz:<br />
„Wann geht es los?“<br />
„Um 20:00 Uhr, aber du musst schon mit deinem Zeug schon 2 Stunden vorher kommen.“<br />
„Ist die Maschinenhalle bis dahin schon leer?“ fragte ich, denn ich konnte mich an das letzte Mal erinnern, da musste ich zwei Stunden die Halle ausräumen und dann die Tische und Stühle noch reintragen.<br />
Alma lachte: „Hast du Angst, dass es dir wie beim letzten Mal ergeht? Nein, dieses Mal haben wir genügend Männer organisiert und ich verspreche dir, dass alles perfekt ist.“<br />
Ich überlegte, warum ich in der Gruppe tadellos mit Alma sprechen konnte und wenn ich alleine mit einem Mädchen war, mir mein Mund zugeklebt war. Ich hatte keine Antwort darauf.<br />
Pünktlich fuhr ich mit dem Auto meiner Eltern am Samstag zu Leonie, deren Familie eine Landwirtschaft betrieb und daher eine Halle zur Verfügung stellen konnte. Nach dem Abladen brachte ich das Auto wieder heim und fuhr mit dem Rad hin. Damit entging ich der Versuchung, dass ich besoffen Auto fuhr. Diesmal klappte wirklich alles und schön langsam trudelten die Gäste ein. Einen Großteil davon kannte ich von der Schule, doch es waren auch welche von auswärts dabei.<br />
Es war ausgeglichen, was das Geschlechterverhältnis anging. Ich stimmte noch die Anlage ab, bis der DJ mit dem Ergebnis zufrieden war. Zur Belohnung für meine gelungene Arbeit gönnte mir gleich zu Anfang ein Bier. Einfach so, damit ich lockerer wurde. Mittlerweile dröhnte die Musik durch die Halle und der DJ war offensichtlich ein Fan von Heavy Metal. Ich machte einen Rundgang, schaute mich um und war zufrieden.<br />
Nach meinem zweiten Bier meldete sich meine Blase und ich ging auf die Toilette ins Bauernhaus, als ich auf dem Weg dahin zwei Mädchen sah, die sich etwas abseits von den anderen auf der Hausbank hingesetzt hatten und miteinander sprachen. Direkt vor dem Toilettenfenster stand die Hausbank und ich musste beim Pissen zwangsläufig mithören. Doch ich hatte schon längst zu pieseln aufgehört und stand einfach am Fenster, denn jetzt wurde das Thema interessant.<br />
„Ich muss dir etwas anvertrauen. Ich bin noch Jungfrau, weil mich wegen meiner Akne kein Junge küssen will. Alle grausen sich vor mir und jeder hat Angst, dass ich ihn anstecke. Dabei bin ich so geil, dass ich es mir täglich zweimal selber mache.“<br />
Das zweite Mädchen tröstete sie. „Ach Sophie, wir finden bestimmt noch einen lieben Kerl für dich.“<br />
Dann hörte ich Sophie fast weinen. „Ich wünsche mir so sehr einen Freund, ich habe auch schon Abstriche gemacht, aber selbst hier ist keiner in Sicht.“<br />
Jetzt war es mir peinlich, dass ich die Mädchen bei ihren intimen Geständnis belauscht hatte. Ich lugte vorsichtig aus dem Klofenster und sah ein Mädchen mit tadelloser Figur, herrlichem Po und kleinem Busen, das aber eine furchtbare Akne hatte. Dann zog ich schnell meinen Kopf wieder zurück und überlegte, wie ich unbemerkt aus dem Klo komme, damit die Mädchen mich nicht sehen würden.<br />
Leise schlich ich mich aus dem Haus und ging vollkommen unbefangen aus der Türe. Die Mädchen waren aber zum Glück schon weg.<br />
Ich grübelte nun: War sie eventuell die Lösung meines Problems? Wenn ich mir die Akne wegdachte, war sie eigentlich ein hübsches Mädchen.‘<br />
Bei dem Gespräch hatte ich noch mitbekommen, dass sie Sophie hieß. Jetzt hieß es keine Dummheiten zu machen und bei ihr mit meinem Hintergrundwissen naschforsch aufzutreten. Da konnte ich nur verlieren und mich höllisch blamieren.<br />
Ich holte mir noch ein drittes kleines Bier, als wollte ich mir Mut antrinken und fing an, mit der Flasche in der Hand, sie zu suchen. Ganz weit hinten erblickte ich sie. Sie saß ganz alleine am Ende der Halle einsam auf einer Bank und sah den tanzenden Pärchen traurig zu. Vor ihr stand eine Flasche Apfelsaftschorle. Ich fasste all meinen Mut zusammen, schaute ihr in die Augen und fragte:<br />
„Willst du mit mir tanzen?“<br />
Sie schaute sich um und fragte unsicher: „Du meinst wirklich mich?“<br />
„Wen sonst? Siehst du jemanden anderen?“<br />
Sie nickte freudig und ich schleppte sie auf die Tanzfläche. Sie bewegte sich gut, und wir lachten immer wieder, denn aufgrund der lauten Musik konnten wir nicht miteinander sprechen. Dadurch merkte sie nicht, dass ich wahrscheinlich kein Wort herausgebracht hätte. Da legte der DJ etwas Langsames auf und sie wollte zur Bank zurück.<br />
Da nahm ich meinen ganzen Mut zusammen und fragte ich sie: „Willst du nicht mehr?“<br />
„Doch, aber …“, stotterte sie unsicher und startete die Gegenfrage.<br />
„Willst du noch?“<br />
„Sag mir einen Grund, warum ich nicht wollen sollte“, antwortete ich ihr. Ich dankte in Gedanken der Brauerei, die mir mit dem edlen Getränk mein Mundwerk geschmiert hatte.<br />
Sie wischte sich verstohlen ein paar Tränen aus den Augen und sie fragte:<br />
„Findest du mich nicht hässlich?“<br />
Ich schaute sie groß an und vielleicht war ich in diesem Augenblick nicht ganz ehrlich, als ich sie fragte:<br />
„Was an dir ist hässlich? Oder verheimlichst du mir etwas, das ich noch nicht gesehen habe?“<br />
Sie schüttelte schnell den Kopf und ich nahm sie in die Arme. Wir tanzten ganz eng umschlungen. Es war herrlich, endlich eine Frau in den Armen zu halten. Ich traute mich sie nur ganz locker festzuhalten, denn ich wollte nicht als notgeiler Typ dastehen. Doch irgendwie war sie taffer als ich. Sie drückte sich fest an mich und flüsterte mir ins Ohr:<br />
„Du bist ein großartiger Tänzer, wie man ihn nur selten findet.“<br />
Das war glatt gelogen, denn ich hopste und stolperte herum und bin ihr wahrscheinlich schon mehrmals auf die Füße getreten. Aber sie nahm alles tapfer auf sich. Sie legte nun ihren Kopf auf meine Schulter und stöhnte leise.<br />
Als sie ihr Becken fest an mich presste, konnte ich meine natürliche Reaktion nicht unterdrücken und bekam einen Mordsständer. Sie drückte sich noch mehr an mich, wir schauten uns an und unsicher näherte sich ihr Mund. Millimeter für Millimeter, fast schon im Zeitlupentempo kam ich ihr mit meinen Lippen entgegen.<br />
Der Kuss – es war mein erster – war ein Traum. Ihre vollen Lippen waren so zärtlich, dass ich dachte, mich küsst ein Engel. Sie flüsterte mir zu:<br />
„Wollen wir nicht nach draußen gehen und uns ein bisschen unterhalten? Mir wird gerade so heiß.”<br />
Ich stimmte sofort zu und wir flüchteten fast aus der Halle.<br />
Meinen Vorschlag, „lass uns etwas Spazierengehen“, nahm sie sofort an. Wir gingen die Felder entlang und wir lachten, hielten uns an den Händen und küssten uns alle zehn Meter. Sophie hatte ein richtig glückliches Gesicht und ich sah in ihren Augen eine Lebensfreude, die mich ansteckte. Dann kamen wir an eine kleine Wiese, die von Bäumen umringt war. Ihr Küsse und ihre Zunge waren voller Liebe und Gier und ich brannte lichterloh.<br />
Auf meine Frage, ob wir uns setzen wollen, ging sie gar nicht mehr ein, sondern legte sich einfach in Gras. Unsere Küsse waren leidenschaftlich und sie presste sich an mich. Dabei rieb sie ihren Busen an meine Brust und unsere Zungen fochten einen Kampf aus. Ich wurde immer mutiger und traute mich an ihre Brüste zu fassen.<br />
Sie schaute mir tief in die Augen und fragte mich:<br />
„Willst du sie sehen?“<br />
Ich konnte nur noch nicken.<br />
„Hoffentlich sind sie dir nicht zu klein, ich habe nämlich nicht so viel Busen.“<br />
Wenn Sophie meine Not gekannt hätte, wäre diese Frage niemals gekommen. Dann zog sie ihr T-Shirt aus und ich sah zum ersten Mal in meinem Leben einen Busen, der nur für mich alleine bestimmt war. Ich hätte heulen können, so glücklich und stolz war ich.<br />
„Du hast den schönsten Busen, den es gibt“ ließ ich los und erntete dafür ein Lächeln, das ihr ganzes Glück widerspiegelte.<br />
Vorsichtig und zärtlich streichelte ich ihre Brüste. Dann nahm ich meinen ganzen Mut zusammen und näherte mich mit dem Mund den Brüsten und saugte vorsichtig. Ihre Brustwarzen stellten sich sofort auf.<br />
Sie stöhnte laut und flüsterte: „Du machst das so liebevoll und zärtlich, höre bitte nicht auf damit.“<br />
Sie war so anschmiegsam und dann schaute sie mich an:<br />
„Darf ich dir die Hose ausziehen, ich möchte deinen Penis sehen?“<br />
Sie wartete gar nicht meine Antwort ab, sondern öffnete bereits meinen Jeansgürtel. Als der Knopf offen war, schob ich einfach meine Jeans samt Boxer nach unten. Mein Kleiner war schon bereit und ich hörte sie fast jubeln.<br />
„So sieht also ein Schwanz aus, wenn er in Natura vor einem steht. Da hat meine Freundin nicht übertrieben, denn ich habe ihr nicht geglaubt, dass so ein kleines Ding so groß werden kann, denn die Teile im Internet sind wahrscheinlich alles Fake.“<br />
„Willst du ihn anfassen?“<br />
„Darf ich?“<br />
„Aber ich weiß nicht, wie lange ich es bei einer so scharfen Braut durchhalte?“<br />
Jetzt gab sie mir einen dicken Kuss.<br />
„Weißt du, dass du ein ganz lieber Kerl bist. Ich habe mich in dich verliebt, obwohl ich weiß, dass ich keine Chancen bei Männern habe.“<br />
„Du willst nur Komplimente fischen und ich kann dir versichern, dass ich mich auch verliebt habe und dass mich deine Akne überhaupt nicht stört.“<br />
Jetzt weinte sie und schluchzend fragte sie:<br />
„Willst du mit mir schlafen? Ich habe noch nie etwas mit einem Mann gehabt.“, fragte sie vorsichtig.<br />
Ich antwortete ehrlich: „Es ist auch mein erstes Mal und ich weiß nicht, ob ich mich dumm anstelle. Ich will dich nicht enttäuschen.“<br />
Da lachte sie und sagte: „Ich bin auch noch Jungfrau, aber ich denke, das haben andere auch schon hingekriegt.“<br />
Damit waren sämtliche Hemmungen gefallen und wir zogen uns gegenseitig aus. Sie hatte ein breites Becken und war komplett rasiert. Ihr Arsch war ein Traum und griff mit zwei Händen zu. Sie meinte, sie habe schon etliche Schwänze im Internet gesehen, aber meiner gefalle ihr am besten.<br />
Ich musste ihre Mumu einfach anschauen, den so etwas Schönes hatte ich bisher noch nie gesehen. Ihre Frucht öffnete sich bereits und ich hatte glänzende Schamlippen vor mir. Sie hatten sich mit Blut gefüllt und auch die Klitoris schaute etwas heraus. Der Duft war einzigartig und ich verstand nun jeden Mann, der von Trieb sprach. Ich musste einfach mit meinem Mund und der Zunge zu dieser einmaligen Möse.<br />
Herrlich duftend und pitschnass empfing sie mich. Mit meiner Zunge leckte ich durch die Möse, die mir Sophie präsentierte. Keine Hemmungen hatte sie und ohne Scheu spreizte sie ihre Beine, damit ich mit meiner Zunge besser an ihre Mumu kam. Sie war nur noch geil. Ich leckte und steckte vorsichtig meine Zunge in ihre Öffnung und sie stöhnte nur noch. Sie produzierte eine schleimige Nässe und als vorsichtig an ihrer Klitoris saugte, versteifte sie sich und schrie einen Orgasmus über die Felder. Schwer schnaufend, sie war noch nicht ganz von ihrem Orgasmus runtergekommen, forderte sie mich auf.<br />
„Bitte steck ihn mir rein, aber pass bitte auf, denn ich nehme nicht die Pille“.<br />
Ich Idiot hatte natürlich keine Kondome dabei, denn wer hätte schon gedacht, dass ich heute zum Zug komme.<br />
Dann setzte ich meinem zum Bersten geschwollenen Schwanz vorsichtig an und schob ihn langsam hinein. Sehr behutsam, denn ich wollte meiner Sophie nicht wehtun und auch jeden cm genießen. Das ging so weit, bis ich einen Widerstand spürte.<br />
„Mach mich jetzt zur Frau, ich kann an nichts anderes mehr denken“<br />
Langsam zog ich mich wieder zurück und stieß dann kraftvoll zu. Ein kurzer Schrei von ihr, dann das erlösende Wort.<br />
„Endlich.“<br />
Ich begann nun sie vorsichtig zu stoßen und nach etwa zwei Minuten hatte sie ihren nächsten lauten Orgasmus. Dabei umklammerte sie mich so stark, dass ich fast erdrückt wurde. Ich fickte noch etwas weiter und sagte, dass es mir gleich kommt. Sie schrie:<br />
„Raus damit und spritz mir auf die Titten und ins Gesicht!“<br />
In letzter Sekunde zog ich ihn raus und es war, als wäre ein Gartenschlauch geplatzt. Unmengen meines Spermas kleisterten ihr komplettes Gesicht und ihre Brüste voll. Zu meinem Erstaunen verrieb sie sich das Sperma im Gesicht und leckte auch noch die Finger ab.<br />
„Auch wenn du mich jetzt für eine Schlampe hältst, das wollte ich schon immer. Ich habe es einmal in einem Film gesehen und davon geträumt“, gestand sie mir.<br />
Immer und immer wieder musste ich sie küssen und sie anschauen. Ich brannte lichterloh und musste mir eingestehen, ich liebte Sophie. Sie war mir so vertraut und ich spürte richtig, dass ich bei ihr keinerlei sprachliche Hemmungen hatte.<br />
„Das war das Schönste, was ich bisher erlebt habe, du bist eine Offenbarung. Nie hätte ich gedacht, dass Liebemachen so schön ist.“<br />
Sie lachte: „Du bist ja ein richtiger Romantiker, aber bei mir darfst du schon Ficken sagen, denn was ich heute mit dir erlebt habe, war unbeschreiblich. Meinst du, dass ich deinen Schwanz ganz kurz in den Mund nehmen darf?“<br />
„Bediene dich, obwohl ich nicht weiß, ob das schrumpelige Ding dir viel Freude macht.“<br />
Sie stülpte ihren Mund über meinen Schwanz und bis ich schauen konnte, hatte der kleine Mann wieder seine Größe erreicht. Voller Stolz lutschte sie an meinem Stamm und saugte dann, dass mir fast die Luft wegblieb.<br />
Mit viel Speichel und Handarbeit bearbeitete sie meinen Kleinen und nach ein paar Minuten war es wieder soweit.<br />
„Vorsicht, ich komme.“<br />
Sie schob sich nun gänzlich mit ihrem Mund auf meinen Schwanz und ich spritzte ab. Ich sah an ihrem Kehlkopf, dass sie alles schluckte. Dann saugte sie noch einmal kurz, ich hatte das Gefühl, sie wollte nichts verkommen lassen.<br />
Sie gab mir einen Kuss und ich spürte, dass sie noch nach meinem Sperma schmeckte.<br />
„Ich hätte niemals gedacht, dass Blasen so viel Spaß macht? Hat es dir auch gefallen?“<br />
„Du bist die beste Bläserin überhaupt und ich liebe dich.“<br />
„Ich liebe dich auch und lasse dich nie wieder gehen.“<br />
Wir lagen eine Weile da, küssten uns immer wieder und ich fragte sie, wann wir uns wiedersehen können.<br />
Sie strahlte mich glücklich an:<br />
„Wenn du willst, schon morgen.“<br />
„Ok, dann morgen um 15 Uhr in der Eisdiele in der Stadt. Wenn du willst, dann möchte ich dich so oft wie möglich sehen.“<br />
„Super, ich freue mich darauf.“<br />
Es war mittlerweile spät geworden, wir zogen uns an und gingen Hand in Hand zurück zur Halle. Dort wurde noch getanzt, aber sie musste nach Hause.<br />
„Willst du dir nicht das Gesicht waschen?“, fragte ich sie.<br />
„Nein, das erinnert mich an dich und ich möchte die ganze Nacht an dich denken“, strahlte sie mich an.<br />
Wir holten unsere Fahrräder und schoben sie neben uns her. Ich ließ es mir nehmen und brachte sie nach Hause, obwohl sie am anderen Ende der Stadt wohnte. Nach einem Abschiedskuss radelte ich dann auch heimwärts. Endlich konnte ich mitreden. Ich glaube, ich habe noch nie so gut und zufrieden geschlafen. Am Vormittag fuhr ich mit dem Auto zu Leoni, baute meine Anlage ab und half auch noch beim Aufräumen. Alma fragte mich dann auch noch, was mit mir und Sophie gestern noch war. Ich sagte nur:<br />
„Nichts“<br />
Jetzt hätte ich Alma beinahe nicht mehr erkannt, als sie mich mahnte:<br />
„Jan, ich bitte dich, enttäusche bitte Sophie nicht. Ich weiß ja nicht, was ihr gestern alles gemacht habt, aber Sophie ist das liebste Mädchen was ich kenne. Du kennst ihr Problem und sie ein wirkliches Sensibelchen. Sei bitte ehrlich zu ihr, aber das brauche ich dir ja nicht zu sagen, du bist der anständigste und liebste Kerl, den es gibt. Nur halt ein bisschen gehemmt, wenn du mit einem Mädchen alleine bist. Ich blöde Kuh habe das zu spät erkannt und falsche Schlüsse gezogen. Ich könnte mir heute noch in den Hintern beißen.“<br />
Ich schaute Alma verblüfft an, denn sie hatte Tränen in den Augen.<br />
„Alma, du hast mich durchschaut und ich bin froh, dass ich eine so liebe Freundin, wie dich habe.“<br />
Zum Zeichen meiner Zuneigung drückte ich sie ganz fest.<br />
Ich räumte mein Equipment zu Hause sorgfältig in den Keller und um 15 Uhr stand ich an der Eisdiele, aber Sophie kam nicht.<br />
Sie hatte mich versetzt und ihr Liebesschwüre von gestern waren wohl nur gespielt. Ich war todtraurig und hätte auf der Stelle heulen können. Ich stand irgendwie doof herum und wollte mich gerade wieder auf mein Fahrrad schwingen. Meine letzte Hoffnung war einfach, sie ist vielleicht unzuverlässig oder braucht etwas länger um sich zu schminken.<br />
Wie ich so ganz traurig und schon etwas angepisst rumstand, kam ein Mädchen auf mich zu und sprach mich an:<br />
„Bist du Jan und wartest auf Sophie?“<br />
Ich konnte nur traurig nicken und brachte kein Wort raus, doch sie plapperte los:<br />
„Sophie ist mit ihren Eltern in die Uniklinik gefahren. Sie hat mich gebeten dich zu fragen, ob du heute Abend zu ihr kommen kannst. Sie hat dir etwas Wichtiges zu sagen.“<br />
Ich nickte und folgerte aus den Worten der Freundin:<br />
„Sie will mit mir Schluss machen.“<br />
„Nein, das glaube ich nicht. Jedenfalls hat sie sich am Telefon glücklich angehört. Bitte schaue bei ihr vorbei.“<br />
Das gab mir Hoffnung. Leider hatten wir unsere Handynummern nicht ausgetauscht. Im Liebesrausch vergisst man oft das Wichtigste. Ich lutschte unwillig mein Eis und fuhr wieder nach Hause. Zum Glück war ich alleine zu Hause, denn heute hätte es kein Mensch mit mir ausgehalten. Von tiefbetrübt bis zu großer Hoffnung durchlief ich alle Gefühle. Wahrscheinlich war sie zu feige, um mir zu sagen, dass sie mich nicht mehr sehen will und hat mir einfach eine Freundin geschickt, die mich schon einmal auf mein Schicksal vorbereiten sollte.<br />
Um 19 Uhr machte ich mich mit dem Auto meiner Mutter auf den Weg und parkte vor der Haustür des Mehrfamilienhauses. Ich wusste nicht einmal ihren Familiennamen. Wo sollte ich da klingeln, fragte ich mich.<br />
Beim Hingehen schaute ich auf die Fenster, da schrie jemand aus dem offenen Fenster, es war Sophie:<br />
„Ich komme sofort runter, ich sitze seit zwei Stunden am Fenster und warte auf dich!”<br />
Diese Nachricht brachte mich in Hochstimmung und ich freute mich richtig auf Sophie.<br />
Ich stand unten und blickte ungeduldig auf die Haustüre.<br />
Dann ging sie endlich auf und sie erschien wie ein Engel an der Türe. Ich erkannte Sophie kaum wieder. Ihre Akne war verschwunden und sie strahlte. Dieses Strahlen werde ich nie vergessen. Da kam auch schon ihre Mutter herausgelaufen, umarmte mich und sagte:<br />
„Ich weiß nicht, was ihr zwei gestern getrieben habt, aber der Chefarzt der Uniklinik meinte, da sei ein Wunder geschehen. Sophies Haut ist so weich wie die von Babys.“<br />
Sie sah aus wie ein Model. Noch im Beisein ihrer Mutter gab sie mir einen Kuss, der mir fast die Füße wegzog. Ihre Mutter hatte nichts einzuwenden und aus den Augenwinkeln sah ich, dass sie leise in der Haustüre verschwand. Etwas später nahm sie mich mit in die Wohnung und stellte mich offiziell ihren Eltern vor. Sie verriet mir dann auch noch, dass ihre Eltern eigentlich sehr streng waren und es niemals geduldet hätten, dass ich mit ihr in ihrem Zimmer verschwand. Aber seit heute leben sie in einem Glücksgefühl, wie nie zuvor. Sophie lachte dann noch:<br />
„Ich denke, dass sie ahnen, dass meine Heilung irgendetwas mit dir und unseren Handlungen zu tun haben. Allerdings glauben sie nicht, dass wir es schon getrieben haben. Sie können es sich bei ihrer braven Tochter einfach nicht vorstellen. Jetzt ficke mich bitte in meinem Zimmer.“<br />
Vorsorglich hatte ich dieses Mal Kondome dabei und ich muss gestehen, unser Kondomverbrauch war schon rekordverdächtig. Wir wurden ein Liebespaar, schmiedeten Pläne für die Zukunft und die Geschichte wäre hier normalerweise zu Ende.<br />
Doch Sophie war nunmehr der Mittelpunkt des Interesses.<br />
In der Schule wurde Sophie von Klassenkameradinnen gefragt, wie es zu dieser Spontanheilung gekommen war.<br />
Natürlich schwieg sie darüber, aber als sie dann ein Mädchen traf, das eine noch schlimmere Akne hatte und sich äußerte, dass es Suizidgedanken habe, wurde Sophie nachdenklich. Sie holte sich meine Erlaubnis, von unserem Erlebnis mit diesem Mädchen zu sprechen. Anfangs wurde sie von ihr ungläubig angeschaut und sogar wegen so einem „Blödsinn” ausgelacht.<br />
Sophie meinte nur: „Du musst es nicht glauben, aber du kannst es ja einmal mit deinem Freund ausprobieren.“<br />
Als Antwort bekam sie: „Ich habe keinen, mich will keiner.“<br />
„Ich schwöre dir, das ist die Wahrheit, vielleicht war es auch weil ich zum ersten Mal Verkehr hatte. Aber ich war zu diesem Zeitpunkt so versessen darauf, dass er mir sein Sperma ins Gesicht spritzt, dass ich jetzt nicht sagen könnte, an was es lag. Glücksgefühle oder sein Sperma, aber nachdem du nicht willst, werde ich es niemals erfahren.<br />
Das Mädchen wurde jetzt unsicher und hätte sich an jeden Strohhalm geklammert. Sie hatte ja als lebenden Beweis Sophie vor sich, bei der die Akne vollkommen verschwunden war. Mit Tränen in den Augen fragte sie Sophie:<br />
„Meinst du, Jan könnte mir seine Sahne auch ins Gesicht spritzen? Ich verlange ja nicht, dass er mich fickt.“<br />
Sophie wurde nachdenklich und fragte mich nach meiner Meinung. Ich war da sehr skeptisch, denn ich konnte es mir einfach nicht vorstellen. Zum einen nicht, dass uns jemand beim Vögeln zuschauen würde und zum anderen, dass ich einem anderen Mädchen meine Ladung ins Gesicht spritzen sollte.<br />
„Sie tut mir so leid und ich wäre nicht eifersüchtig, denn ich kann mich gut erinnern, wie ich darunter gelitten habe. Wir zwei könnten es treiben und zum Schluss spritzt du ihr ins Gesicht“, meinte Sophie.<br />
„Es muss nur alles geheim bleiben, damit wir keinen schlechten Ruf bekommen.“<br />
Was sich die Weiber alles ausdenken!<br />
Einige Tage später war es soweit. Natürlich war es etwas ungewohnt, dass eine dritte Person mit einer gewissen Erwartungshaltung an unserem Bettrand saß und auf unsere Begattung wartete.<br />
Ich hatte wider Erwarten Erektionsprobleme, woraufhin Sophie lachte:<br />
„Es freut mich, dass du mich so liebst, dass du nur mit mir kannst, wenn wir alleine sind.“<br />
Dann fragte sie tatsächlich das Mädchen, ob es sich vielleicht ausziehen könne, damit sie nicht wie eine Gouvernante daneben sitzt.<br />
„Er braucht mit Sicherheit eine Anregung, dann klappt es schon“, grinste Sophie.<br />
Das sah sie ein, und kurz darauf war sie nackt. Nackt war sie eine Schönheit. Sie hatte einen großen Busen mit großen Brustwarzen, die wie Pfeilspitzen hervorstanden. Ihre Taille war schlank und ihr Po ausladend. Ein Genuss fürs Auge. Und schon reagierte mein kleiner Freund und stand wie eine Eins. Ich bereitete Sophie vor und hatte schon beim Lecken ihren ersten Orgasmus. Dann schob ich meinen Schwanz in ihr dampfendes Loch und fickte sie. Aus den Augenwinkeln sah ich, dass unsere Tätigkeit bei dem Mädchen nicht ohne Wirkung blieb. Neugierig und mit offenem Mund schaute sie zu und konnte den Blick nicht von meinem Schwanz abwenden. Wie von Geisterhand glitten zwei Finger in ihre Vagina und sie hatte mittlerweile ihr Beine weit gespreizt. Wie Sophie war sie komplett rasiert und ihr Kitzler ragte wie ein kleiner Penis aus seiner Hautfalte. Mit der anderen Hand rieb ihren Kitzler. Das Schmatzen ihrer Finger und ihr Stöhnen war Musik in meinen Ohren.<br />
Sophie und ich kamen gleichzeitig. Blitzschnell zog ich meinen Schwanz heraus und ejakulierte in vier Schüben meinen gesamten Inhalt in ihr Gesicht. Sie hatte die Augen geschlossen. Mein Saft lief ihr in den Mund, den sie dann gierig mit der Zunge aufsammelte. Ich schaute sie an, ich hatte gute Arbeit geleistet. Im gesamten Gesicht hatte ich meine Sahne verteilt.<br />
„Auch wenn es nicht hilft, ich danke euch für das geile Erlebnis. Das war der erste Schwanz, den ich in Natura gesehen habe und mein Orgasmus hat die bisherigen weit übertroffen“, sagte sie.<br />
„Lass dein Gesicht bis morgen trocknen, dann telefonieren wir“, meinte Sophie. Sophie blieb die ganze Nacht bei mir und wir schliefen bald erschöpft ein.<br />
Um 5 Uhr morgens klingelte ihr Telefon wie wild und Sophie machte sich Sorgen. Hoffentlich ist nichts mit meinen Eltern, an das Mädchen dachten wir gar nicht mehr. Doch es war das Mädchen, das so heftig weinte, dass wir es kaum verstehen konnten.<br />
„Meine komplette Akne ist verschwunden. Ich bin der glücklichste Mensch auf der Welt. Jetzt wecke ich meine Eltern. Ich wollte mein Glück als Erstes mit euch teilen.“<br />
Am nächsten Schultag flog mir das Mädchen in die Arme und heulte so bitterlich. Dann sagte sie zu Sophie:<br />
„Beinahe hätte ich dir nicht geglaubt und hätte mein Leben verpfuscht. Jetzt suche ich mir einen Freund, der es mir genauso gut besorgt wie Jan dir.“<br />
Ich schaute mir das Mädchen an, sie war eine wirkliche Schönheit, die sich jetzt die Kerle aussuchen konnte.<br />
Jetzt hatten wir die Gewissheit, dass mein Sperma Heilkräfte hatte.<br />
Da kamen wir auf schräge Gedanken. Wir überlegten, ob wir meinen Samen nicht professionell vermarkten sollten. Zum Patent konnten wir es ja schlecht anmelden. Aber zuerst bräuchten wir eine Studie, die belegt, dass es mein Samen war, der solche Erfolge erzielte und nicht jeder x-beliebige Samen.<br />
Wir sprachen bei der Uniklinik vor, aber natürlich wurde uns dort nicht ernst genommen. Allerdings war die Wunderheilung von Sophia auch nicht zu erklären, weshalb ausnahmsweise Tests gemacht wurden. So oft ich hier in ein Gefäß wichsen musste, hatte ich in den letzten zwei Jahren nicht onaniert. Es stellte sich heraus, dass mein Samen ein Enzym enthielt, das die Zellerneuerung extrem schnell anregte und gleichzeitig eine entzündungshemmende Wirkung hatte. Allerdings musste die Behandlung innerhalb kürzester Zeit durchgeführt werden, da das Enzym sehr schnell seine Wirkung verlor und nur bei sofortiger Anwendung wirksam war. Die Ärzte und Wissenschaftler waren über die Wirkung erstaunt und fragten mich, ob ich bereit wäre, bei besonders schweren Fällen Hilfe zu leisten. Ich stand zur Verfügung, allerdings unter einer Bedingung, auf die Sophie bestand. Sie wollte immer dabei sein und die Sahne sollte nicht durch Handarbeit aufgetragen werden.<br />
Wir einigten uns schnell und die Ärzte versicherten uns, dass manche Eltern sehr viel Geld dafür zahlen würden.<br />
Mittlerweile habe ich Anfragen aus der ganzen Welt, teilweise von sehr schwer betroffenen Patienten. Ein ganz schwieriger Fall kam aus einem arabischen Land. Die Tochter eines Scheichs war längst im heiratsfähigem Alter und jeder adäquate Kandidat winkte ab. Der Vater wollte bei der Behandlung dabei sein. Auch wenn seine Tochter bei den Untersuchungen den Schleier abnahm, durften nur Frauen anwesend sein. Ein fast aussichtsloser Fall, denn so würde es nicht funktionieren.<br />
Die Ärzte überzeugten den Vater, dass die neuartige Salbe in einem absolut dunklem Raum unter extrem keimfreien Bedingungen aufgetragen werden muss. Bei der Tochter war es nicht so schwierig, hier genügte ein Gespräch mit einer Psychologin. Die Tochter drängte danach nahezu auf die Behandlung.<br />
Eine Bedingung stellte sie allerdings, sie möchte den Schwanz gerne anfassen, denn es würde noch Jahre dauern, bis der geeignete Ehemann gefunden würde. Als sie im Behandlungszimmer ihren Schleier abnahm, sah ich dunkle Augen, die mich hoffnungsvoll anschauten. Sie machte ihren Wunsch wahr und nahm, als ich ihr ins Gesicht spritzte, meinen Schwanz in die Hand. Sie schaute dann auch noch Sophie an. Ich sah nur ein kurzes zustimmendes Nicken von Sophie und die Schönheit schob ihre Lippen auf meinen Schwanz. Nur ganz kurz und mit einem glücklichen Lächeln lutschte sie ganz kurz daran. Auch in diesem Fall klappte die Behandlung ausgezeichnet. Nur der Scheich wollte diese Salbe für viel Geld kaufen, doch man musste ihn enttäuschen. Es gäbe davon weltweit nur wenige Tropfen und davon hätte ein Großteil seine Tochter erhalten. Als ich am nächsten Tag im Briefkasten schaute, lag ein Umschlag mit einem Scheck darin. Die Tochter hatte ihrem Vater erklärt, dass das Enzym aus einem Extrakt von meinem Blut gewonnen wurde.<br />
Einen tragischen Fall erlebte ich bei einer jungen Frau aus dem Norden Deutschlands. Die Universitätsklinik hatte sie nach München geschickt, da der Professor von einer besonderen Behandlungsmethode gehört hatte. Die Frau war 30 Jahre alt und war todunglücklich. Da sie Kinder wollte und keinen Mann fand, hat sie einen Herrn aus dem Internet gefunden. Ein unappetitlicher Kerl, bereits über 60 Jahre alt war und der auch noch auf ihre Kosten lebte. Als ihr die Ärzte die Heilmethode nannten, war sie Feuer und Flamme. Auf die Frage, ob sie vorher noch mit ihrem Mann sprechen wolle, lachte sie nur.<br />
„Wenn es so klappt, wie ich es mir in meinen Träumen vorstelle, dann sprechen wir von meinem Exmann.“<br />
Auch dieser Frau half ich und noch in der Klinik rief sie einen Scheidungsanwalt an.<br />
Wenn manche Ehemänner oder Väter die Behandlungsmethode kennen würden, hätten sie sicherlich die Akne in Kauf genommen und auf eine Behandlung verzichtet.<br />
Die wichtigste Samenabgabe war jedoch für Sophie und mich, als wir unser Kind zeugten. Ganz alleine und frisch verheiratet. Ab und zu treffen wir uns mit den geheilten Damen und freuen uns jedes Mal über die gelungene Heilung. Ach ja, natürlich haben die Ärzte es auch bei Männern probiert, aber hier funktionierte es nicht, dabei hätte Sophie schon gerne einen zweiten Schwanz beim Vögeln dabeigehabt, wie sie mir grinsend gestand.<br />
Innerlich hoffte ich natürlich, dass sie es nicht ernst meinte, denn diese Frau würde ich niemals mit einem zweiten Kerl teilen. Sie war die Frau fürs Leben und aus heutiger Sicht nach 20 Jahren Ehe und zwei Kindern war Sophie ein Glücksfall, wie man ihn nur einmal im Leben bekommt. Die Anfragen der Uni-Klinik kommen auch heute noch und Sophie lacht jedes Mal, wenn wieder ein Anruf kommt. Ich ernähre mich gesund und treibe Sport und von den freiwilligen Spenden haben wir uns mittlerweile ein Häuschen geleistet. Wir haben beschlossen, die Samenabgabe nicht geschäftsmäßig zu betreiben, denn wir wollten verhindern, dass sich nur wohlhabende Frauen eine solche Behandlung leisten konnten.<br />
Ein kleiner Nebeneffekt war die Neugierde meiner Frau. Sie liebte mein Sperma zu schlucken und ließ es sich jedes Mal auf der Zunge zergehen.<br />
Anfangs hatte sie die Begründung, dass ich damit bei ihr so viel Gutes bewirkt habe und sie deshalb diese köstliche Körperflüssigkeit genießen würde. Mit der Zeit wurde sie quasi eine Fachfrau für den Spermageschmack. Sie konnte anhand meiner Nahrungsaufnahme genau vorhersagen, wie mein Ejakulat schmecken würde. Ich stellte fest, dass mit der Zeit gewisse Nahrungsmittel einfach von unserem Essensplan verschwanden, wobei Obst und dann auch noch spezielle Obstsorten gehäuft vorkamen.<br />
Sie liebte beispielsweise Ananas in rauen Mengen, auch Äpfel, Mangos, Papayas, Trauben und Melonen kamen täglich auf den Tisch. Sie verriet mir auch, dass Kaffee und Alkohol einen bitteren Beigeschmack hätten, aber sie liebe mich so sehr, dass das gerne in Kauf nehmen würde.<br />
Aus Liebe zu meiner Frau verzichtete ich daher auf diese Getränke und nahm Früchtetees und verdünnte Säfte zu mir. Ein Nebeneffekt davon war, es tat auch meiner Gesundheit gut. Wenn wir bei Freunden eingeladen waren und es wurde deftiges Essen mit Zwiebel und Knoblauch serviert, lachte meine Frau bereits.<br />
Meine Freunde meinten natürlich meinen Mundgeruch, wenn sie sagte: „Da wirst du heute wieder eine eigentümliche Geschmacksrichtung haben.“ In solchen Fällen spritzte ich mein Sperma in ihre Möse, was sie lachend kommentierte.<br />
„Ich hätte es auch geschluckt, denn erst dann weiß ich wieder, wie lecker dein Sperma sonst schmeckt.“<br />
Sie überlegte bereits, ob wir nicht ein Buch herausgeben sollten, wie man sich spermagerecht ernährt. Wir ließen es sein, denn unsere prüde Gesellschaft ist nicht reif für solche Dinge. Lediglich auf unserer Homepage gaben wir Tipps und die Kommentare ließen darauf schließen, dass es doch einige Leute ausprobiert hatten.<br />
Eine Jungvermählte schrieb dazu:<br />
‚Ich habe mich jahrelang geweigert, weil ich es einmal versehentlich probiert habe. Ich habe mich damals übergeben müssen. Aber ihr habt es wirklich als so lecker beschrieben, sodass ich meinem Mann überzeugt habe, wenn er mit dem Rauchen aufhört und sich gesund ernährt, dass ich es doch noch einmal probieren werde. Und ihr habt recht behalten, es schmeckt mir jetzt und mein Mann beklagt sich bereits, weil ich ihn nur noch blasen will. Dabei wollen wir doch Kinder. Meint ihr, dass es schöne und kluge Kinder durch das leckere Sperma werden?‘<br />
Ich musste lachen, als ich die Antwort meiner Frau las:<br />
‚Ich verstehe dein Problem nicht, der erste Schuss geht in den Mund, der zweite in die Möse. Wenn ihr richtigen Sex wollt, dann wäre noch eine Öffnung, in der der dritte Schuss geht. Und eines kann ich dir verraten, wir haben die schönsten und klügsten Kinder, also macht endlich zu.‘<br />
Vier Monate später schickte sie ein Bild mit einem Schwangerschaftsbauch. Vielen Dank für den Dreifachtipp. Ich hätte nie gedacht, dass es so geil ist.<br />
Es schrieben uns auch Menschen, dass sie einfach jetzt ihr Leben umgestellt haben und dass sich manches Leiden verbessert habe. Ob hier das Schlucken von Sperma maßgebend war, bezweifelte ich. Aber wie heißt es so schön, der Glaube versetzt Berge.<br />
Eine junge Frau schrieb uns, dass sie es versucht hätte, aber es dann doch nicht konnte. Bei ihr sei dann das ganze Sperma im Gesicht gelandet. Anfangs hat sie sich richtig geekelt, aber dann hat sie festgestellt, dass sich ihre Akne erheblich gebessert habe.<br />
Den Tipp meiner Frau, sie solle das Sperma über Nacht auf der Haut trocknen lassen, dann würde eventuell die Akne vollständig verschwinden, hat die Frau beherzigt.<br />
Es klappte und ab diesem Zeitpunkt wussten wir es, dass ich nicht der einzige Mann war, der hier heilen konnte. Vielleicht liegt es doch an der Ernährung.<br />
Als andere Leute das lasen, wurden wir gefragt, ob das Schlucken von Sperma auch gegen Krankheiten helfen würde.<br />
„Leute, probiert es einfach aus, aber seit euch im Klaren darüber, es muss Beiden Spaß machen und es ist kein Wundermittel.“<br />
Mittlerweile haben wir die unsere Homepage wieder entfernt, denn wir haben festgestellt, dass die Idioten und Prolls, wie überall, Überhand nehmen. Schade zwar, weil das Thema wirklich reizvoll war, aber mit Perversen wollten wir einfach nichts zu tun haben. In diesem Sinne endet meine Geschichte. Vielleicht hat jemand Erfahrungen mit ähnlichen Genüssen.</p>
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		<title>Verborgene Begierde – Die Kunst der Ekstase (Kapitel 5-12)</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Sep 2025 21:56:05 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[5. Melissa stand zur verabredeten Zeit vor der Haustür des gepflegten Einfamilienhauses, hinter dessen spießbürgerlicher Fassade sich Florians Pornostudio befand. Die schwindende Sommersonne warf ihr Licht auf einen üppigen Lavendelbusch,&#8230;]]></description>
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<p>Melissa stand zur verabredeten Zeit vor der Haustür des gepflegten Einfamilienhauses, hinter dessen spießbürgerlicher Fassade sich Florians Pornostudio befand. Die schwindende Sommersonne warf ihr Licht auf einen üppigen Lavendelbusch, der wie am Vortag einen intensiven, toskanischen Duft versprühte. Hummeln und Bienen umschwirrten fleißig die violetten Blüten und gingen pflichtbewusst ihrer Arbeit nach. Die Hitze des Sommertages schien nicht bis zu Melissas Haut vorzudringen. Ihre Arme waren von einer feinen Gänsehaut überzogen, und ihre Finger zitterten leicht, als sie die Klingel betätigte. Ihr Atem ging flach, während sie auf ein Geräusch hinter der Tür lauschte.<br />
Zunächst geschah nichts und sie blieb allein mit ihrem rasenden Herzen. Doch wäre das nicht schon schlimm genug, tobten ihre Gedanken und drohten, sich zu überschlagen. Obwohl sie diesen Ort bereits kannte und sich am Vortag gut aufgehoben gefühlt hatte, schrie etwas in ihr nach Flucht. Plötzlich bewegte sich hinter den Gläsern der Tür eine Person. Melissa schluckte. Für eine Flucht war es nun zu spät. Florian öffnete die Tür und begrüßte sie mit einem strahlenden Lächeln.<br />
Wie am Vortag hatte er die braunen Haare zur Seite gekämmt. Sein Vollbart wirkte etwas kürzer, wahrscheinlich hatte er ihn getrimmt. Er trug eine dunkle Shorts und ein gelbes T-Shirt, das ihm gut stand und seine kräftige Brust in Szene setzte.<br />
»Auf die Minute«, freute er sich und wies sie an, einzutreten. Nach einer herzlichen Umarmung folgte sie ihm in den großzügig geschnittenen Wohnbereich – eine offene Kombination aus Küche, Ess- und Wohnzimmer. »Setz dich bitte.«<br />
Sie ließ sich auf dem gleichen Stuhl wie am Vortag nieder. Der ausladende Esstisch war genau so ausgestattet, wie sie es von ihrem ersten Besuch in Erinnerung hatte. Dutzende Papiere waren auf diesem ausgebreitet. Eine etikettlose Wasserflasche sowie mehrere umgedrehte Gläser luden zum Trinken ein. Ein Teller mit Keksen sorgte für den Rest. Florian, der nach einem sportlichen Männershampoo duftete, setzte sich ihr gegenüber.<br />
»Bist du gut hergekommen?«, fragte er, während er ihr geklammerte Papiere reichte. Sie nickte. »Du kennst es ja bereits. Das ist der Vertrag. Du kannst ihn dir in Ruhe ansehen und dann unterschreiben. Aber im Prinzip ist er beinahe Wort für Wort so verfasst, wie der von gestern.«<br />
»Beinahe?«<br />
Florian schmunzelte. »Natürlich habe ich für heute ein anderes Datum eingetragen. Und er enthält eine andere Projektbezeichnung und weist darauf hin, dass es einen geschlechtlichen Akt zwischen Menschen gibt. Letzteres brauchten wir gestern ja nicht. Und so weiter und sofort. Lies ihn ganz in Ruhe, wir haben noch etwas Zeit. Deine Filmpartnerin verspätet sich.«<br />
»Melissa!«, rief es plötzlich von der Tür. Sie drehte sich um und sah, wie Jenny den Raum betrat. Kaum hatte Melissa die kleine, kurvige Frau ins Auge gefasst, stand diese schon leicht gebeugt neben ihr und umarmte sie kräftig. Dabei fielen ihre langen, braunen Haare über ihr ganzes Gesicht, was sie an der Nase kitzelte. »Es ist so erfreulich, dich wieder zu sehen!«<br />
»Ich freue mich auch«, gab Melissa zurück, während Jenny ihr einen Schmatzer auf die Wange verpasste. Sofort spürte sie, wie sich eine wohlige Wärme in ihr ausbreitete. Florians Assistentin hatte es innerhalb von wenigen Sekunden geschafft, ihr einen Teil der Aufregung zu nehmen. »Ich möchte mich auch bei dir dafür bedanken, dass ihr mir helft.«<br />
Jenny winkte ab und zwinkerte ihr zu. »Heutzutage muss man eben zusammenhalten. Ansonsten geht man unter. Und das hättest du mit Sicherheit nicht verdient.«<br />
Melissa errötete. Sie konnte diese Art von Zuspruch gebrauchen. Vor gut einer Stunde hatte sie mehrfach versucht, Lara zu erreichen und sich diesen von ihr zu holen. Aber ihre Freundin war nicht ans Telefon gegangen. Das war für sie zwar nicht ungewöhnlich, denn sie an ihr Handy zu kriegen war noch nie einfach gewesen, und doch hatte es nach dem abrupten Ende des letzten Abends einen faden Beigeschmack. Wie gerne hätte sie Lara erzählt, dass sie heute wieder vor die Kamera treten würde. Vielleicht hätte ihre Freundin ihr einen lockeren Spruch gedrückt, irgendetwas, das ihre Anspannung zerstreuen könnte. Stattdessen hörte sie nur das leise Summen der Bienen draußen und spürte, wie das Schweigen zwischen ihnen immer schwerer wog.<br />
»Ich checke schon mal die Technik«, verkündete Florian, der Melissa einen Kugelschreiber reichte. »Einer muss ja arbeiten.«<br />
Er warf seiner Assistentin einen neckischen Blick zu und verließ den Raum.<br />
»Blödmann«, flüsterte Jenny und zwinkerte ihrer Besucherin zu, die sich daran machte, die einzelnen Vertragsseiten zu überfliegen. Als sie schließlich alles unterschrieben hatte, nahm sie den Vertrag entgegen und sah sie gutmütterlich an.<br />
»Wie geht es dir nach gestern?«, fragte sie mitfühlend und interessiert zugleich. Melissa biss sich auf die Unterlippe und überlegte, welche Art Wahrheit sie erzählen sollte und beschloss, vollkommen ehrlich zu sein. Lediglich das, was ihr mit Lara widerfahren war, ließ sie aus. Während sie erzählte, nickte Jenny gelegentlich und legte bei den dramatischen Stellen einen mitfühlenden Gesichtsausdruck auf.<br />
»Das hast du alles nicht verdient«, bestärkte sie Melissa, als diese geendet hatte. »Ich weiß nicht warum, aber ich bin mir sicher, dass es für dich bald wieder bergauf geht. Finanziell und jobtechnisch.«<br />
»Das wäre schön. Wirklich.«<br />
»Heute arbeiten wir daran, dich in Lohn und Brot zu bekommen. Zusammen. Du bist nicht allein.«<br />
»Das weiß ich &#8230;«<br />
Nach einem kurzen Smalltalk standen die Frauen auf und begaben sich in die Maske. Jenny puderte Melissas Gesicht mit sanften Bewegungen, ließ die Fingerspitzen über ihre Wangen gleiten, bevor sie sich ihren Haaren widmete. Als sie den Dutt straff zog, spürte Melissa einen leichten Ruck an der Kopfhaut, fast wie ein sanfter Griff – es ließ ihr einen unwillkürlichen Schauer über den Rücken laufen. Jenny trat hinter sie und legte die Hände auf ihre Schultern, massierte sie einen Moment lang gedankenverloren.<br />
Melissa genoss die Wärme, die von der Assistentin ausging. Sie hatte für einen Moment das Gefühl einer tiefen Freundschaft, was aufgrund dessen, dass sie sich kaum zwei Tage lang kannten, vollkommen abwegig war. Zusammen sahen sie in den Spiegel, der hinter dem Schminktisch an der Wand hing. Melissa musterte sich genau. Und ihr gefiel, was sie sah. Der Dutt verlieh ihr eine gewisse Härte, was gut war, um ihrem weichgezeichneten Gesicht mit der zierlichen Nase etwas Markantes mitzugeben. Außerdem mochte sie, wie das warme Braun ihrer Augen sich deutlich von ihrer hellen Haut abhob.<br />
»Die Bluse steht dir«, sagte Jenny und strich sanft über die Ärmel. Melissa nickte dankbar. Sie hatte sich bewusst für etwas Schlichtes entschieden. Eine weiße Bluse, darunter ein ebenfalls weißes Top, das in einer hellblauen, unerhört engen Jeans steckte. An den Füßen trug sie Sandalen. »Wäre ich auch mal so dünn wie du.«<br />
Jenny betrachtete kritisch ihre Kurven. Für den Bruchteil einer Sekunde wirkte die ansonsten selbstbewusste Assistentin verletzlich.<br />
»Und ich wünschte mir, nicht ganz so dünn zu sein. Du hast wenigstens ein Dekolleté. Meine kleinen Kirschen reichen für ein solches nicht aus.«<br />
»Okay, Vorschlag: Wir teilen unser Gewicht einfach auf. So verliere ich etwas, du gewinnst etwas hinzu. Was sagst du?«<br />
Beide lachten und hörten erst auf, als eine Türklingel erklang.<br />
»Ich gehe schon«, kam Florians Stimme dumpf aus dem Flur.<br />
»Das scheint sie zu sein«, überlegte Jenny und grinste. »Deine Partnerin auf Zeit.«<br />
Melissa schluckte, Hitze kroch von ihrem Nacken über ihren Rücken, als das Geräusch von Absätzen auf Fliesen erklang. Das selbstbewusste Klacken einer Frau, die ihren Auftritt genoss. Dann ein Lachen – weich, melodisch, ein wenig herausfordernd. Ein prickelndes Ziehen machte sich in ihrem Bauch breit, eine eigenartige Mischung aus Aufregung und Angst. Der Gedanke, dass sie bald mit einer fremden Frau schlafen würde, ließ ihre Haut empfindlicher erscheinen – sie spürte jeden Luftzug auf ihren Armen, jede Berührung des Stoffes an ihrer Taille intensiver.<br />
Ein weibliches Lachen erklang.<br />
»Oh man«, stammelte Melissa unabsichtlich.<br />
»Ist alles gut bei dir?«, fragte Jenny.<br />
»Ich weiß nicht«, antwortete sie ehrlich. »Ich habe es bis jetzt vermieden, mir über meine Partnerin auf Zeit, wie du sie nennst, Gedanken zu machen.«<br />
»Du musst nicht nervös sein. Silvana wird dich schon nicht auffressen.«<br />
Silvana heißt sie also, dachte Melissa und war ein wenig enttäuscht, dass es sich, so unwahrscheinlich es auch war, nicht um Lara handelte. Irgendwie hatte eine kleine Stimme in ihrem Kopf bis zu letzt vermutet, dass ihre beste Freundin ihre Sexpartnerin werden würde und das sie sich der Überraschung wegen tagsüber nicht bei ihr gemeldet hatte. Ein weiterer, umso absurderer Gedanke wuchs in ihr. Geht sie fremd, wenn sie mit Silvana schlief? Plötzlich schallten Laras Worte durch ihren Kopf. Es ist nur ficken. Keine Liebe. Nur ein Job, mehr nicht. Und außerdem sprach ein ganz entscheidendes Detail gegen das Fremdgehen – sie waren nicht zusammen, waren kein Paar. Und wahrscheinlich würde das immer so bleiben. Melissa seufzte.<br />
»Wie ist sie so? Silvana?«<br />
»Nun, sie ist ein netter, toller Mensch.«<br />
Etwas in Jennys Stimme ließ Melissa stutzen. Ihre Augen suchten das Gesicht der Assistentin nach einer unausgesprochenen Wahrheit ab. »Aber?«, hakte sie schließlich nach.<br />
Jenny zögerte, bevor sie antwortete. »Also, sie ist wirklich nett. Aber sobald die Kamera läuft, verwandelt sie sich. Sie schlüpft in eine Rolle. Unsere Zuschauer lieben das.«<br />
Melissa spürte, wie sich ein Knoten in ihrem Magen bildete.<br />
Will ich wirklich wissen, was mir bevorsteht? Oder soll ich mich überraschen lassen? Sie dachte nach. Sie musste es wissen. »In was für eine Rolle?«<br />
»In die Rolle des Bosses«, sagte Jenny mit einem vielsagenden Lächeln. »Silvana liebt es, das Sagen zu haben. Und sie liebt es, wenn ihre Partnerin das noch nicht gewohnt ist.«<br />
Melissa blinzelte. »Heißt das &#8230;«<br />
»Dass sie dich herausfordern wird? Oh ja.« Jennys Stimme war belustigt, aber auch ein wenig bewundernd. »Silvana tut, was sie will. Und sie erwartet, dass man sich ihr anpasst.«<br />
Melissa spürte, wie ihr Magen sich verkrampfte – und sich gleichzeitig ein unkontrollierbares Kribbeln zwischen ihren Beinen ausbreitete, das von Angst und &#8230; Neugier zeugte.<br />
»Das war der Grund, warum unser Publikum sie so geliebt hat und weshalb wir sie über zehn Mal für dieses Projekt gebucht haben«, setzte Jenny ihre Erklärung fort.<br />
Melissa schluckte. Plötzlich war er wieder da, der Fluchtgedanke. Scheiß aufs Geld, dachte sie. Das musst du dir nicht antun! Ein kalter Gedanke kam auf und fand den Weg über ihre Zunge.<br />
»Aber sie wird mich nicht schlagen, oder? Auf Gewalt habe ich keine Lust.«<br />
»Nein, um Gottes Willen! Diese Gedanken scheuche mal schnell aus deinem Kopf!«<br />
Jenny schien zu begreifen, dass sie Melissa Angst eingejagt haben musste und fuchtelte mit den Händen. »Sie ist nicht gewalttätig. Sie will nur etwas Spaß mit dir haben. Nichts, was über ein gewisses Maß hinaus geht.«<br />
»Das beruhigt mich nicht wirklich.«<br />
Jenny seufzte. »Ich hätte das anders erklären sollen. Es tut mir leid. Aber lass dir gesagt sein, dass der Sex mit ihr Spaß macht. Das haben hinterher alle behauptet. Mehr kann ich nicht sagen, um dir die Angst zu nehmen. Außer, dass ich die ganze Zeit mit im Studio bin und dich nicht alleine lasse.«<br />
Sie ergriff ihre Hand und streichelte sie sanft. Melissa erwiderte die Geste. <br />
Vielleicht wird es mir tatsächlich Spaß machen, dachte sie und das Kribbeln zwischen ihren Beinen machte sich erneut bemerkbar, etwas stärker als zuvor. Genau wie gestern, als ich es geschafft hatte, mich auf die Sexmaschine einzulassen &#8230; Ich hatte Spaß!<br />
Als es plötzlich an der Tür klopfte, fuhr sie zusammen. Eine warme, verspielte Stimme erklang. »Alle angezogen, oder ist schon jemand nackig?«<br />
Die Tür schwang auf, und Melissa erstarrte. Ein Paar dunkler Augen fingen sie ein – durchdringend, fordernd, als wüssten sie bereits alles über sie. Ihr Atem stockte.</p>
<p>6.</p>
<p>In der geöffneten Tür stand eine Frau, etwa Mitte dreißig, mit langen, schwarzen Haaren, die glatt auf ihre Schulter fielen. Ihre Haut hatte eine gesunde Bräune und in Kombination mit den dunklen Augen und einem knallroten Lippenstift ging ein spanischer Flair von ihr aus. Melissa musste unwillkürlich an eine rassige Tänzerin denken, die in ein Flamenco-Kleid gehüllt zu Gitarre und Kastagnetten die Fetzen fliegen ließ. Sie betrat den Raum mit einer natürlichen Selbstverständlichkeit und steuerte direkt auf Jenny zu, die ihr mit einem breiten Lächeln die Arme entgegenstreckte. Sofort nahm Melissa die Präsenz dieser Person wahr – eine Aura aus Kraft und Selbstbewusstsein, die das Zimmer ausfüllte. Ihr kam es so vor, als schaffte es ihre bloße Anwesenheit, die Luft zum Knistern und Glimmen zu bringen.<br />
»Silvana«, stellte sie sich vor und streckte ihre Hand aus.<br />
Melissa ergriff sie – und zuckte innerlich zusammen. Der Händedruck war fest, fordernd, fast besitzergreifend. Ihre Finger wurden regelrecht umschlossen; die Kraft dahinter überraschte sie.<br />
Die soll mit mir schlafen? Sie wird mich zerquetschen!, dachte sie nervös und versuchte, sich unauffällig aus dem Griff zu befreien. Doch Silvana hielt noch einen Moment länger fest, als wolle sie eine unausgesprochene Botschaft vermitteln. Dann ließ sie los.<br />
»Ich bin Melissa«, stammelte sie froh darüber, ihre Hand wieder für sich zu haben. Sie klang dabei wie ein kleines Schulkind, das sich einer neuen Klasse vorstellte. Für den Bruchteil einer Sekunde zuckte ein triumphierendes Lächeln über die roten Lippen ihrer Partnerin auf Zeit. Ärger stieg in ihr auf – nicht, weil sie Silvana unsympathisch oder dergleichen fand, sondern, weil sie sich direkt selbst klein machte und sich in den Schatten der erfahrenen Darstellerin stellte.<br />
»Du bist hübsch«, sagte Silvana und betrachtete sie von oben bis unten. Melissa kam es vor, als überprüfte sie eine Kuh auf etwaige Mängel, bevor sie sich zu einem Kauf entschloss. »Deine Bluse ist der Hammer. Steht dir.«<br />
»Das hatte ich ihr auch schon gesagt«, bestätigte Jenny, während Melissa überlegte, wann sie zum letzten Mal einer Frau, die sie vor Sekunden erst kennengelernt hatte, zwei so direkte Komplimente gemacht hatte. Wahrscheinlich war das nie passiert. »Passt zu ihrer Hose.«<br />
»Entschuldigt bitte meine Verspätung, aber der Verkehr war die Hölle«, erklärte Silvana und ließ sich auf einem Stuhl neben Melissa nieder. Jenny trat von hinten an sie heran und betrachtete sie im Spiegel, legte auch ihr gutmütterlich die Hände auf die Schulter. Im Gegensatz zu Melissa schien Silvana dies nicht besonders aufzufallen. »Ich hoffe, dass unser Verkehr besser wird«, sagte sie neckisch und zwinkerte ihr zu.<br />
Melissa schluckte nervös. Soll ich lachen? Oder cool bleiben? Wie kann ich am besten reagieren? Ihre Verunsicherung machte ihr von Sekunde zu Sekunde mehr zu schaffen. Plötzlich lachte Silvana auf und sah sie amüsiert an. »War nur ein Scherz!«, kicherte sie. »Ich will dich nur foppen!«<br />
Melissa setzte ein gezwungenes Lächeln auf. Sie erwischte sich dabei, wie sie sich das Selbstvertrauen ihrer Partnerin auf Zeit wünschte – auch wenn das im krassen Gegensatz zu ihrem Charakter stehen würde.<br />
»Ist das heute dein erstes Mal?«, fragte sie, während Jenny begann, ihre Haare zu kämmen, was im Grunde unnütz war, da diese tadellos glatt waren.<br />
»Ähm nein, nicht wirklich«, antwortete Melissa. »Ich war gestern schon einmal hier.«<br />
»Oh, also kein Erstie mehr«, bewertete Silvana ihre Antwort. »Um was ging es gestern? Was für ein Setting gab es?«<br />
»Ähm &#8230;«<br />
»Es ging um Lucy«, kam ihr Jenny zuvor. »Sie hat die Maschine kennengelernt.«<br />
»Uh«, nickte sie beeindruckt. »Nicht schlecht. Hat es dir gefallen?«<br />
Melissa überlegte zunächst, da sie die Antwort auf diese Frage selbst nicht zu einhundert Prozent kannte und beschloss, so ehrlich wie möglich zu bleiben. Aus einem ihr unbekannten Grund befürchtete sie, dass Silvana eine Lüge direkt durchschauen würde. »Zunächst gar nicht. Aber es wurde besser.«<br />
»Hat Florian wieder dieses dämliche Rad aufgestellt?«<br />
Melissa nickte.<br />
»Waren seine Fragen wenigstens gut?«<br />
Sie zuckte mit den Schultern. »Sie haben zur Situation gepasst, denke ich.«<br />
»Und was war dein Schlusssatz? Er hat dich sicherlich nach letzten Worten in Richtung Publikum gefragt, oder?«<br />
»Ich bin jung und brauche das Geld.«<br />
Silvana lachte lauthals los, auch Jenny grinste. »Ein Klassiker!«<br />
Melissa lächelte verlegen und beobachtete, wie Florians Assistentin Silvana zurechtmachte. Dabei kam sie nicht umher, ihren Körper zu mustern. Ihre Partnerin auf Zeit hatte eine schmale Taille und eine ebenso zierliche Hüfte. Unter der Jeansjacke verbarg sich ein schwarz-weiß gestreiftes Top, das ihre Brüste auf angenehme Weise betonte – nicht übertrieben groß, wahrscheinlich ein B-Körbchen, aber voll genug, um sich in jeder Haltung weich abzuzeichnen. Melissa spürte einen Anflug von Neid. Ihre eigenen wirkten dagegen beinahe unbedeutend, kleine Kirschen, wie sie sich selbst immer wieder einredete. Lara hatte stets betont, dass sie perfekt zu ihrer Figur passten – aber jetzt, in direktem Vergleich, kam sie sich flach und unscheinbar vor.<br />
Ob Silvana wohl auf größere Brüste stand? Ob sie Melissa überhaupt attraktiv fand? Die Gedanken krallten sich an ihrem Verstand fest, während sie die schlanke, aber weibliche Silhouette der Frau unauffällig weiter musterte.<br />
Ihre Beine waren lang, umhüllt von einer engen, weißen Hose, die dicht über ihren Knöcheln endete. Die Nägel ihrer Füße waren von einem satten Rot, das sich aufs genaueste dem ihrer Lippen glich.<br />
»Gefällt dir, was du siehst?«, unterbrach Silvana ihr Starren. Ein amüsiertes Schmunzeln stand ihr im Gesicht.<br />
»Ja«, stammelte sie ertappt und besann sich darauf, fortan ihr eigenes Spiegelbild zu betrachten.<br />
»Hattest du schonmal etwas mit einer Frau?«<br />
»Nein«, entschied sich Melissa, nach kurzem Zögern. »Nur einen Kuss, als ich betrunken war.«<br />
Das, was mit Lara am Vorabend geschehen war, würde sie für sich behalten – wenn es sein musste, für immer.<br />
»Also doch irgendwie ein Erstie«, freute sich ihre Gesprächspartnerin. »Das ist gut!«<br />
»Gut? Warum?«<br />
»Na ja, so passt es am besten ins Format. Oder nicht?«<br />
Melissa erinnerte sich an Florians Projektbeschreibung. Und ja, sie musste zugeben, dass sie in diesem Moment verstand, warum der Produzent sie in dieses Genre gesteckt hatte. Sie, voll der Unsicherheit und geballter Selbstzweifel, gespickt mit einer Prise unterschwelliger Neugier und sexueller Neuorientierung, war das krasse Gegenstück zu Silvana, einer rassigen Frau, deren Aura den Raum und noch viel mehr einzunehmen wusste.<br />
»Mach dir keine Sorgen«, erklärte die erfahrene Darstellerin. »Du schaffst das schon. Ich beiße nicht – zumindest nicht doll.«<br />
Melissa stieg die Röte ins Gesicht, was sich durch ein aufdringliches Brennen ihrer Wangen ankündigte. Ihr Herz tanzte nun auch Flamenco. Wofür hatte sie sich da bereiterklärt?<br />
Während sie, genau wie am Tag zuvor, in Fluchtgedanken versank, hielten Jenny und Silvana munteren Smalltalk. Melissa hörte in ihren Denkpausen Bruchstücke heraus. So erfuhr sie, dass Silvana einen Onlineshop für Modeschmuck betrieb, der ziemlich gut funktionierte und dass das Mitwirken in Pornos nur einen kleinen Teil ihrer Zeit und Finanzen ausmachten. Sie erfuhr, dass Silvana, wenn sie gebucht wurde, am ehesten gleichgeschlechtliche Szenen drehte oder Solos, die im Grunde Masturbation und Sexspielzeug beinhalteten. Mit Männern hatte sie noch nie gedreht – und hatte daran auch kein Interesse.<br />
»Also nur fürs Verständnis, ich bin nicht lesbisch«, erklärte sie und sah Melissa in die Augen. »Dafür aber krass bi. Männer hebe ich mir für die eigenen vier Wände auf – ohne Kameras und Zuschauer.«<br />
Woran das wohl lag, fragte sich Melissa. Hatte sie vielleicht Angst davor, von einem Mann vor der Kamera dominiert zu werden? Suchte sie deshalb den Kontakt zu schüchternen Frauen, um ihren Auftritt als moderne, starke Vertreterin des weiblichen Geschlechts zu festigen? Fürchtete sie um ihre Integrität?<br />
Florian betrat den Raum und gesellte sich zu den ihnen. »Ihr seht fantastisch aus«, schwärmte er. »Seid ihr so weit durch?«<br />
Jenny nickte. »Tutti kompletti!«<br />
»Wunderbar. Wollen wir starten?«<br />
Melissas Herz machte einen Satz und sie fühlte sich mit einmal unendlich schwer. Was, jetzt schon? So plötzlich? Wird mir noch etwas erklärt?<br />
»Von mir aus gerne«, freute sich Silvana und erhob sich in einer fließenden Bewegung. Sie drehte sich zu Melissa und reichte ihr die Hand zur Hilfe. Abermals fühlte sie sich in die Rolle des hilfsbedürftigen Mädchens versetzt. Und doch griff sie zu. Silvana zog sie hoch. Plötzlich standen sie dicht an dicht.<br />
Sie ließ ihren Blick prüfend an Melissa herunter wandern. Dann biss sie sich leicht auf die Unterlippe, als würde sie über eine verbotene Versuchung nachdenken.<br />
Ihre Fingerspitzen berührten Melissas Oberarm – nicht einfach nur sanft, sondern mit einem spürbaren Druck, der eine feine Gänsehaut über ihre Haut jagte. Langsam glitten sie tiefer, bis sie den Saum ihrer Bluse erreichten. Dort hielten sie inne, spielten einen Moment mit dem Stoff, zogen leicht daran, als würde Silvana testen, wie weit sie gehen konnte.<br />
Melissa hielt den Atem an, während sich eine seltsame Spannung in ihr aufbaute – ein wärmendes Ziehen tief in ihrem Unterleib, das sie nicht ignorieren konnte. Es war keine reine Nervosität. Es war mehr. Ihr Körper schien bereits zu wissen, worauf er sich eingelassen hatte, lange bevor ihr Hirn es verstand.<br />
Holte sie sich gerade Appetit?, schoss es ihr in den Kopf, als sie Silvanas gierigen Blick bemerkte. Sie fühlte sich unwillkürlich wie ein Stück Fleisch, das in einer Fleischertheke lag und von potentieller Kundschaft betrachtet wurde. Die Finger legten sich auf ihre Taille, als würde diese ihr Eigentum sein. Silvana murmelte etwas Unverständliches. Als sie ihre zweite Hand hinzunahm und beide auf Melissas Hüften platzierte, passierte etwas in ihr. Sie spürte auf einmal eine enorme Anziehung, die von ihrer Partnerin auf Zeit ausging. Sie registrierte, dass Silvana Augenkontakt suchte. Und sie tat ihr den Gefallen und hob den Blick. Wie schon vor einigen Minuten fingen ihre dunklen Augen Melissa ein und nahmen sie in Beschlag – nur gefiel es ihr plötzlich, als übten die Pupillen eine Art Magie auf sie aus. Sie schluckte, Silvanas Griff verstärkte sich.<br />
»Ich glaube, dass wir matchen«, flüsterte sie. »Was meinst du? Wollen wir einen geilen Dreh abliefern?«<br />
Melissa war nicht imstande, etwas zu erwidern. Stattdessen nickte sie schüchtern, während ihr Puls hart durch ihren Körper zuckte. Jenny schenkte ihrem irgendwie doch Erstie im Vorbeigehen ein aufbauendes Lächeln.<br />
»Na dann, auf gehts!«<br />
Mit einer selbstverständlichen Eleganz legte Silvana ihren Arm um Melissa, zog sie näher an sich, bis ihre Hüften beinahe aneinanderstießen. Ihre Hand fand ihren Po – nicht zufällig, sondern mit einem spürbaren Anspruch. Dann setzte sie sich in Bewegung, und ihr blieb nichts anderes übrig, als mitzugehen.</p>
<p>7.</p>
<p>Sie folgten Florian in das Studio II, das Melissa vom Vortag noch bestens in Erinnerung hatte. Und obwohl sie den Weg kannte, schickte Silvana sich an, ihre Partnerin auf Zeit zu führen und sie in die richtige Richtung über den kurzen Flur zu lenken.<br />
Das ist ihr Machtgehabe, dachte sie. Was kommt als Nächstes? Selbst der Gang ins Studio wirkte wie ein Inszenieren ihrer Dominanz. Konnte sie überhaupt dagegen ankommen?<br />
Gemeinsam betraten sie den Raum. »Willkommen«, verkündete Florian an Silvana gewandt. »Und in deinem Fall: Willkommen zurück.«<br />
Er lächelte Melissa aufmunternd an. Sie sah sich um und verstand, was der Produzent während ihres Telefonats am Morgen meinte, als er von Umbauarbeiten gesprochen hatte.<br />
Das Bett vom Vortag, das mittig an einer der Wände platziert war, war verschwunden. Auch der hölzerne Kasten, der die Sexmaschine Lucy enthielt, fehlte. Stattdessen befand sich in der Raummitte ein kleiner Esstisch mit naturbelassener Holzoberfläche. Auf dem Tisch standen dekorative Elemente, darunter eine elegante Vase aus Glas mit frischen Tulpen, rosafarbenen Kerzen, sowie eine Schüssel mit ansehnlich drapiertem Obst. Vor den beiden Stühlen, die am Möbelstück platziert waren, hatten Jenny und Florian Teller, Besteck und Sektgläser verteilt, deren Inhalt munter prickelte. An der gegenüberliegenden Seite zur Eingangstür war ein Sofa aufgestellt, das mit einem beigen Stoff bespannt und mit einer Vielzahl an Kissen ausgestattet war. Auf einer der Lehnen ruhte eine rotlackierte Kiste, deren goldfarbene Schnappverschlüsse geschlossen waren.<br />
»Wie gefällt es euch?«, fragte Florian, in dessen Stimme eine Spur von Stolz mitschwang. »Der Aufbau ist nichts Besonderes, und trotzdem haben wir in der kurzen Zeit viel dafür Hin und Her wuchten müssen. Bett in den Keller, Sofa nach oben, Tisch platzieren und alles anrichten und reinigen. Für ein Video ein recht großer Aufwand, aber ich bin mir sicher, dass das, was ihr auf dem Set anstellen werdet, die Mühe wert war.«<br />
Melissa schluckte, als ihr die Bedeutung seiner Worte bewusst wurde. Plötzlich sah sie die Möbel mit anderen Augen. Sie wusste, was in wenigen Minuten auf dem Sofa geschehen würde. Was mit ihr geschehen würde.<br />
»Dir dürfte das Set noch gut in Erinnerung sein, oder?«, fragte Florian an Silvana gewandt. Diese nickte und lächelte, in ihrem Gesicht stand eine seltsame Sehnsucht geschrieben. »Es sieht aus wie damals. Klasse, dass ihr den Kram nicht weggeworfen habt.«<br />
»Wie könnten wir. Das Sofa hat doch mittlerweile Sammlerwert.«<br />
Jenny lachte. »Es gab tatsächlich einen Fan, der das Ding kaufen wollte. Hat sich wohl erhofft, aus dem Textil noch einige Spuren der Drehs extrahieren zu können.«<br />
»Aber dafür haben wir es zu oft und gründlich gereinigt«, ergänzte Florian und stimmte in das Lachen ein. Melissa, die bisher kein Wort gesagt hatte, verspürte den Drang, ihre Unsicherheit mit Dialog kompensieren zu müssen. Sie räusperte sich. »Wie viel &#8230; hat er geboten?«<br />
Sie zwang sich zu einem halbwegs neugierigen Ton, obwohl ihr Herz raste.<br />
»Dreitausend Euro«, antwortete Jenny. »Aber dafür geben wir das gute Ding nicht ab, nicht wahr, Herr Produzent?«<br />
»Niemals. Und diese Entscheidung war goldrichtig, sonst hätten wir heute improvisieren müssen, um für unser Jubiläum etwas Identisches anbieten zu können.«<br />
Melissa kicherte gezwungen und bereute es sogleich, da in ihrer Stimme zweifelsfrei Verunsicherung mitschwang.<br />
»Ist bei dir alles okay? Hast du noch Fragen?«, nahm sich Florian ihrer an. Sie zögerte zunächst, doch gab es für sie tatsächlich einige offene Punkte.<br />
»Wie läuft… also… wie läuft es ab?«, brachte sie mit stockender Stimme hervor, während ihr Blick zwischen ihm und Silvana hin und her huschte.<br />
»Ganz einfach«, sagte er lächelnd. Einfach? Für ihn vielleicht!, dachte sie, spürte aber, wie ihr Magen sich zusammenzog.<br />
»Zuerst trinken wir einen. Zur Auflockerung. Natürlich nur, wenn du auch möchtest.«<br />
Melissa, die rettenden Alkohol gut gebrauchen konnte, nickte hastig. »Auf jeden Fall!«<br />
Jenny verschwand im Flur, um Gläser zu holen, während Florian zu einer weiteren Erklärung ansetzte. »Da wir hier auf Natürlichkeit setzen, werdet ihr keine Kleidung wechseln müssen. Ihr sollt so vor die Kamera treten, wie ihr auch im Alltag herumlauft. Ihr seht gut aus – genau die Art von sweet and sexy, die ich im Sinn hatte. Wir können also direkt mit dem Dreh starten. Allerdings gibt es, im Gegensatz zu gestern, Melissa, ein kleines Drehbuch.«<br />
Melissas Herz ratterte. Muss ich jetzt auch noch einen Text lernen?<br />
»Es geht aber nicht darum, etwas aufsagen zu müssen«, kam Florian ihrer Sorge zuvor. »Es geht eher um den Ablauf. Ihr startet gemeinsam am Tisch. Trinkt Sekt, lächelt euch zu, interagiert miteinander. Da über den Beginn des Videos später Musik gelegt wird, kommt es nicht darauf an, was ihr sagt. Niemand wird es hören. Anschließend wird das Geschehen in die Horizontale verlegt, dafür das Sofa.«<br />
Melissa betrachtete das Set mit wachsender Panik.<br />
»Aber keine Sorge, Melissa. Sei ganz entspannt. Du darfst dich zurücklehnen, Silvana als unsere erfahrene Darstellerin wird das Heft des Handelns in die Hand nehmen.«<br />
Genau davor habe ich doch Angst!<br />
»Ich passe schon auf dich auf«, zwinkerte Silvana ihr zu, deren Hand noch immer auf ihrem Po ruhte. »Versprochen.«<br />
In ihrer Art zu sprechen lag plötzlich etwas Verruchtes. Eine unterschwellige Gefahr ging von dieser Frau aus, und sie hoffte inständig, dass Jenny die Wahrheit darüber gesagt hatte, was Gewalt am Set betraf.<br />
»Meine liebe Assistentin nimmt hier Platz«, setzte Florian seine Erklärung fort und deutete auf einen Stuhl neben der Tür, der Melissa bisher nicht aufgefallen war. »Und ich laufe herum und filme das, was das Publikum sehen will.«<br />
Er präsentierte eine Videokamera, die so aussah, als würde sie viel Geld gekostet haben. Liebevoll tätschelte er ihr Gehäuse.<br />
»Hast du auf 4K umgestellt?«, fragte Silvana interessiert.<br />
»Klaro. Wir müssen mit dem Trend gehen.«<br />
»Dann erkennt man wirklich jedes Detail«, stellte Melissas Partnerin auf Zeit amüsiert fest und kniff ihr in den Po. Sie erschrak und neben dem leichten Schmerz schoss ihr die Röte ins Gesicht. Doch nicht nur das. Es kribbelte in ihrem Bauch. Und es war kein unangenehmes Kribbeln &#8230;<br />
Jenny kehrte zurück und hatte für jeden ein Glas Sekt dabei. Sie stießen an. Es klirrte sanft. Melissa trank den Alkohol in einem Zug aus. Silvana warf ihr einen Blick zu, der Belustigung und Interesse enthielt.<br />
»Zwei Sachen noch. Melissa, nutze bitte dein Pseudonym von gestern. Das unterstützt deinen Markenaufbau. Solltest du zukünftig daran interessiert sein, mehr zu drehen, wird dir das helfen.«<br />
Auf diesen Gedanken war sie bisher nicht gekommen. Eine Marke. Von mir. Mit mir. Das klingt so &#8230; unglaublich! Will ich denn überhaupt mehr Filme drehen? <br />
Aber es war, und das wusste sie, viel mehr eine Frage der Not, nicht des Wollens.<br />
»Und zweitens: Nicht in die Kamera gucken. Das Gerät und ich sind Luft für euch.«<br />
Melissa nickte und erinnerte sich daran, wie schwer es ihr am Vortag fiel, das rote Blinken der Kameras zu ignorieren. Letztendlich hatte sie doch das eine oder andere Mal hineingesehen – aber scheinbar nicht oft genug, um dafür ermahnt zu werden.<br />
»Sind noch Fragen offen?«<br />
Florian sah erwartungsvoll seine Darstellerinnen an. Silvana schüttelte routiniert den Kopf. Melissa hingegen hatte tausende auf der Zunge, doch keine fand den Weg über diese hinaus. Schließlich verneinte auch sie. Lass es uns einfach hinter uns bringen &#8230;<br />
»Na denn, bitte nehmt Platz.«<br />
Melissa, deren Beine weich wie Pudding waren und vor Aufregung zitterten, löste sich von ihrer Partnerin und setzte sich träge in Bewegung, wurde aber sogleich von Jenny aufgehalten. Die Assistentin zog sie an sich heran und umarmte sie so fest, dass sie deutlich ihren üppigen Busen spüren konnte. »Du machst das! Und vergiss nicht, dass du nicht allein bist. Ich bin da. Und wenn es dir zu viel wird, sage es. Wir pausieren dann für ein paar Minuten. Das ist normal und keine Schande. Okay?«<br />
Sie nickte. Jenny ließ von ihr ab und ging zu ihrem Platz. Wieder setzte sich Melissa in Bewegung – und wieder wurde sie aufgehalten. Dieses Mal von Silvana. Sie stand vor ihr und legte die Hände auf ihre Hüften.<br />
»Ich bin mir sicher, dass es eine tolle Erfahrung für dich werden wird«, hauchte sie und war plötzlich so nah, das sie ihren Atem im Gesicht spüren konnte. Silvana ließ ihre Hand mit spürbarer Langsamkeit an Melissas Körper entlanggleiten – von der Taille aufwärts, über die empfindliche Haut an ihren Flanken, hin zu ihren Schultern. Ihre Fingerspitzen verweilten kurz auf dem Ansatz ihres Halses, ehe sie weiterzogen. An jeder Stelle, die Silvana berührte, kribbelte es trotz der Kleidung, die Melissa trug, als würden Funken über ihre Haut tanzen. Schließlich zogen zwei Hände, die sich an ihren Hinterkopf gelegte hatten, ihr Gesicht zu dem ihrer Partnerin. Sie war nun ganz nah und mit einem Mal trafen sich erst ihre Nasenspitzen, dann ihre Lippen.<br />
Eine Welle aus prickelnder Hitze rollte durch ihren Körper und entlud sich in einem intensiven Ziehen tief im Unterleib. Es war, als hätte jede Faser ihres Seins plötzlich Feuer gefangen und brannte danach, Silvanas Nähe weiter zu spüren. Ihr Herz setzte einen Schmetterlingstakt ein, während ein spürbarer Druck zwischen ihren Beinen wuchs.<br />
Silvanas Lippen schmeckten nach süßem, fruchtigem Kaugummi und etwas Verbotenem zugleich. Ihre weiche Haut schmiegte sich an Melissas Mund, und ein kaum hörbares Seufzen verriet die wachsende Erregung. Anders als bei Männern war hier nichts Kratziges, kein Bart – nur feuchte Hitze und ein spielerisches Erkunden, das ihr den Atem verschlug. Der Kuss war genau so explosiv wie der von Lara am Abend zuvor. Wie ferngesteuert öffneten sich die Lippen beider Frauen und bevor Melissa sich versah, tastete sich Silvanas Zunge ihren Weg zu der ihrigen. Als sich die Zungenspitzen berührten, stöhnte Silvana leise und begann, ihre kreisen zu lassen. Wieder spürte Melissa, dass ihre Partnerin auf Zeit das Kommando in die Hand nahm. Sie gab das Tempo des Kusses vor, sowie die Art und den Rhythmus der Bewegungen. Eine Stimme in ihrem Kopf schrie: Das ist absurd!, und doch fühlte sie sich auf seltsame Weise hingezogen. Wie kann ein einziger Kuss so viel Wärme hinterlassen? Gott, ist es heiß hier!<br />
Sie dachte an Lara, an die verwirrenden Gefühle, die noch immer in ihr nachhallten – und fragte sich kurz, ob sie sich hier und jetzt hemmungslos in Silvana verlieren könnte.<br />
Es ist nur ficken. Nur ein Job, hallte es durch ihren Kopf. Kein Verlieben. Keine Verpflichtungen.<br />
So unerwartet der Kuss begonnen hatte, so jäh war er vorbei. Die Spanierin löste sich von Melissa, doch ihr Blick brannte weiter auf ihrem Körper.<br />
»Als kleiner Vorgeschmack«, hauchte sie und fuhr mit dem Zeigefinger spielerisch über Melissas Unterlippe, wo die Wärme ihres Kusses nachglühte. Dann ging sie langsam zum Tisch. Im Vorbeigehen streifte sie mit ihrer Hand noch einmal ihre Hüfte und die Rundung ihres Pos.<br />
»Komm … setz dich zu mir«, flüsterte sie mit einem herausfordernden Lächeln, ihre Augen voller Verheißung.<br />
Melissa spürte ein wildes Flattern in ihrer Brust – und ein noch drängenderes Kribbeln zwischen ihren Beinen. Ich kann jetzt nicht zurück, dachte sie. Und während ihr Herz pochte, setzte sie sich in Bewegung. Sie wusste es genau: Dies war erst der Anfang.</p>
<p>8.</p>
<p>Melissas Herz hämmerte in ihrer Brust, als wäre es in einem engen Käfig gefangen. Ihre Finger trommelten unruhig auf der Tischplatte, bevor sie sich zwang, sie flach daraufzulegen. Doch die Anspannung war unerträglich – kurz darauf wanderten sie wieder auf ihre Oberschenkel, verkrampften sich dort, als hielten sie sich an ihrem eigenen Körper fest. Sie zwang sich zu einem tiefen Atemzug, aber selbst dieser kam zittrig über ihre Lippen.<br />
Silvana hatte sich zuerst ihr gegenüber niedergelassen, doch hatte ihr die Sitzordnung offenbar nicht gefallen. Prompt war sie mitsamt Stuhl umgezogen und hatte sich rechts von ihr übers Eck positioniert, sodass die Frauen sich leicht berühren konnten.<br />
Florian nahm die Kamera in die Hand und umrundete den Tisch, das Objektiv stets auf seine Darstellerinnen gerichtet. Noch filmte er nicht – er erklärte, dass er zunächst das Licht prüfen und letzte Anpassungen vornehmen müsse.<br />
»Jenny«, sagte er langsam, während er an dem Gerät Einstellungen vornahm. »Erhöhe bitte Lampe vier.«<br />
Seine Assistentin verstand sofort und betätigte eine Fernbedienung. Einen Sekundenbruchteil später wurde einer der Deckenlampen heller.<br />
»Danke, das passt!«<br />
Er richtete die Kamera direkt auf Melissa aus. Erst auf ihr Gesicht, dann auf niedere Körperregionen. Als wäre ich ein Schauobjekt, dachte sie und biss sich auf die Unterlippe. Ihre Wangen brannten und sie war sich absolut sicher, dass ihre Verunsicherung sich auch in ihrer Mimik widerspiegelte. Sie spürte Silvanas Blick, der auf ihr lag. Sie versuchte dem Drang, der Anziehung ihrer Augen zu erliegen, zu widerstehen, nur gelang es ihr nicht. Als sich ihre Blicke trafen, trat ein amüsiertes Lächeln ins Gesicht ihrer Partnerin auf Zeit.<br />
Silvanas Stimme war samtig, fast hypnotisch, als sie sich mit kaum hörbarem Timbre in Melissas Gehör schlich. »Bist du nervös?«, hauchte sie, ihre Lippen so nah an ihrem Ohr, dass Melissa ihren Atem spüren konnte. Ihr Tonfall war beruhigend, doch zugleich durchtränkt mit einer unterschwelligen Herausforderung – als wollte sie ihre Unsicherheit kosten, sie genießen. Sie überlegte, ob sie sich taff oder ehrlich geben sollte, und entschied sich für Letzteres. Sie war sich sicher, dass Silvana sie bereits durchschaut hatte. Lügen war zwecklos.<br />
»Ja, ein bisschen.«<br />
»Das ist nicht schlimm. So ist es immer, wenn einem die Routine fehlt. Das gibt sich mit der Zeit.«<br />
»Hm.«<br />
»Freust du dich auch ein wenig?«<br />
Melissa hatte mit dieser Frage gerechnet. Ihre Antwort war voller Aufrichtigkeit.<br />
»Ja. Schon. Obwohl ich Angst habe, zu versagen.«<br />
Es tat ihr gut, ihre Sorge ausgesprochen zu haben. Das nahm ihr die Last des Perfektionsdrucks und sie gestand sich selber zu, nicht perfekt agieren zu müssen.<br />
»Das brauchst du nicht«, versuchte Silvana sie mit ruhigen Worten zu beschwichtigen. »Außerdem liegt es an uns beiden, einen guten Dreh abzuliefern. Wir teilen uns die Verantwortung.«<br />
Melissa wusste nicht, ob sie tatsächlich dazu in der Lage war, diese erfahrene Darstellerin zu ergänzen. Vielmehr befürchtete sie, dass sie vollkommen von der Spanierin abhängig sein würde. So will es das Format, mischte sich eine Stimme in ihre Überlegung ein. Es will, dass du unerfahren und schüchtern wirkst. Du bist das Bauernopfer, von deren Rolle sich die Zuschauer Erregung versprechen werden.<br />
»Ich wäre so weit«, unterbrach Florians Stimme ihre Gedanken. »Silvana?«<br />
Silvana nickte. »Melissa?«<br />
»Ja«, hauchte sie, nicht in der Lage, mehr Kraft in ihre Aussage zu legen. »Bereit.«<br />
»Gut. Dann starten wir gleich. Nicht vergessen, die ersten Momente im Video werden später von Musik überlagert. Und denkt daran – es geht um Lust und Begierde. Versucht, diesen Dreh zu genießen. Der Rest von allein.«<br />
Der hat gut reden!, dachte Melissa. Sie war sich sicher, dass diese Information ausschließlich ihr galt – Silvana müsste man dies nicht mehr erklären.<br />
»Und noch etwas«, mischte sich Jenny aus ihrer Position ein. »Wenn etwas nicht stimmt, pausieren wir. Sag einfach Bescheid.«<br />
Melissa nickte, während Florian begann, von fünf herunterzuzählen. Sie atmete durch, versuchte, ihren Herzschlag zu beruhigen, und zwang sich dazu, Silvana anzusehen. Als der Produzent bei eins angekommen war, bemerkte sie aus dem Augenwinkel, wie ein rotes Lämpchen an der Kamera aufleuchtete. Die Aufnahme war gestartet.<br />
»Wie steht es jetzt um deine Aufregung?«, fragte Silvana unhörbar für das zukünftige Publikum. Dabei lächelte sie, was im Gegensatz zum Ernst der Frage stand und dem Zuschauer eine lockere Unterhaltung vorgaukeln sollte.<br />
»Mein Herz bleibt gleich stehen«, antwortete Melissa mit einer ebenso fremd wie gut gelaunt wirkenden Miene. »Da fehlt nicht mehr viel.«<br />
Und obwohl sie unter einer extremen Anspannung stand, lächelte sie ein echtes Lächeln, was der Absurdität der Situation mit den unpassenden Gesichtsausdrücken geschuldet war.<br />
»Was meinst du erst, wie dein Herz schlagen wird, wenn wir so richtig loslegen.«<br />
Melissa schluckte, ohne das Gesicht zu verziehen. In ihrem Augenwinkel schlich Florian mit seiner Kamera um die Frauen. Als sie spürte, wie er das Objektiv auf sie richtete, verknotete sich ihr Magen.<br />
»Ich bin gespannt.«<br />
Silvana griff nach einem der Sektgläser. Melissa tat es ihr gleich. »Auf uns und das, was jeden Moment passieren wird.«<br />
»Auf uns.«<br />
Die Gläser stießen klirrend aneinander. Der Sekt war bereits warm, doch das störte nicht. Er rann angenehm prickelnd die Kehle herunter und würde, so hoffte Melissa, bald etwas zu ihrer Entspannung beitragen.<br />
»Hat dich schon einmal eine Frau angefasst? Also, so richtig?«<br />
Ja, dachte Melissa und erinnerte sich an das, was kaum vierundzwanzig Stunden zurücklag. Und es hat mich verändert!<br />
»Nein«, log sie stattdessen.<br />
»Noch nie? Auch nicht ein kleines bisschen?«<br />
»Hm, nein. Nicht mit zärtlichen Absichten. Nur das, was du eben mit mir &#8230; getan hast.«<br />
»Also hat eine Frau noch nie das gemacht?«<br />
Silvanas Fingerspitzen zeichneten federleichte Muster auf Melissas Wange, als wollten sie sich ihren Weg in ihr Innerstes bahnen. Dann ließ sie sie langsam hinabgleiten, streifte sanft den feinen Flaum an ihrem Hals – eine kaum merkliche Berührung, die dennoch eine Flut von Empfindungen auslöste. Melissa spürte, wie sich eine heiße Spur auf ihrer Haut abzeichnete, wo immer Silvana sie reizte.<br />
Sie schüttelte langsam den Kopf. In ihr tobten tausend Gedanken. Ihr Magen kribbelte. Die Spanierin schenkte ihr ein verruchtes Lächeln. Dann ließ sie die Finger über ihre Schulter und den Arm fahren, bis sie an ihrer Hand angekommen war. Sie ergriff diese und streichelte sie sanft mit ihrem Daumen.<br />
»Das auch nicht«, flüsterte Melissa, die langsam Gefallen an den weichen Berührungen ihrer Partnerin fand. Diese rückte ein Stück näher an sie heran.<br />
»Ich werde dich richtig schön ficken«, hauchte sie plötzlich und legte, so wie vor Beginn des Drehs, eine Hand an Melissas Hinterkopf. »Richtig intensiv!«<br />
Ihr Herz machte einen Satz. Beschämt sondierte sie im Augenwinkel, wie Florian und Jenny auf Silvanas Aussage reagierten, aber sie konnte es nicht erkennen.<br />
Ich bin ein Objekt für sie, schoss es ihr in den Kopf, als ihr das selbstbewusste Grinsen der Spanierin auffiel.<br />
»Freust du dich darauf?«, hakte diese nach. Melissa zögerte zunächst, doch dann nickte sie.<br />
»Ja.«<br />
Silvanas Hand wanderte langsam an ihren Hinterkopf, ihre Finger vergruben sich spielerisch in ihren Haaren. Mit kaum spürbarem Druck zog sie sie näher – eine stille Aufforderung, der Melissa gehorchte, ohne es zu hinterfragen. Ihre Nasenspitzen streiften sich. Dann, als wäre es unvermeidlich, fanden ihre Lippen zusammen – ein erster, sanfter Kontakt, der sofort eine Welle aus Hitze durch Melissas Körper jagte. Ihre Welt bestand aus der feuchten Wärme von Silvanas Lippen und dem Prickeln, das sich wie elektrischer Strom durch jede Nervenbahn fraß.<br />
Florian tauchte mit seiner Kamera an ihrer Seite auf. Das Gerät verewigte gierig, wie sich zwei Zungen trafen. Wie sie sich erst langsam, dann immer schneller erkundeten. Melissa schloss die Augen. Sie genoss den süßen Geschmack, der von ihrer Partnerin ausging.<br />
Ein leiser Atemzug entwich ihr, als sie plötzlich eine Hand auf ihrer Brust spürte. Ein Schauer jagte ihren Rücken herunter – nicht aus Kälte, sondern aus Unsicherheit. Was, wenn sie meine Kirschen nicht mag? Wenn sie ihr zu klein sind? <br />
Doch dann verstärkten sich Silvanas Bewegungen, ihre Fingerspitzen strichen provozierend langsam über den dünnen Stoff ihres Tops, fanden spielerisch ihre Brustwarze und zwangen sie zum Erhärten. Ein neuer, ungeahnter Nervenkitzel durchzuckte ihren Körper, eine Mischung aus Angst und brennender Neugier. Ein warmer Funken der Lust keimte zwischen ihren Beinen auf. So wie am Vortag, als sie sich allmählich an die Sexmaschine Lucy gewöhnt hatte. Auch da hatte sie während des Drehs gelernt, den Moment mehr und mehr zu genießen. Mit dieser Erkenntnis als Ansporn und mit dem Aufflammen von Wagemut führte sie ihrerseits eine Hand an Silvanas Körper. Erst auf die Schulter, dann hinabgleitend bis zur Taille.<br />
Sie ist so unglaublich warm, dachte Melissa und glitt tiefer, bis sie den Saum ihrer Hose spürte. Irgendwie kam es ihr falsch vor, eine Frau, die sie erst vor einer Stunde kennengelernt hatte, an einer solchen Stelle zu berühren. Doch hier, in Studio II, war alles möglich. Sie nahm ihren Mut zusammen und glitt tiefer und verharrte auf ihrem  Po.<br />
Silvana stöhnte leise, während ihre Zungen noch immer miteinander spielten und sich neckten.<br />
Die Kamera fing all dies auf. Und dann begann die Spanierin, die Knöpfe von Melissas Bluse zu öffnen. Ihr Magen zog sich zusammen – doch nicht, weil es ihr unangenehm war. Vielmehr empfand sie eine Vorfreude auf das, was bevorstehen würde.<br />
»Das brauchst du nicht mehr«, flüsterte Silvana, während sie ihr das Kleidungsstück abstreifte und zu Boden gleiten ließ. Gänsehaut legte sich über ihre befreiten Arme, aber auch unter ihrem engen, weißen Top kribbelte die Haut.<br />
»Und du das nicht mehr«, wisperte Melissa mit einem leisen Beben in der Stimme und streifte ihrer Partnerin die Jeansjacke ab.<br />
»Du bist mutiger, als ich dachte«, entgegnete diese erregt. »Das gefällt mir.«<br />
Und scheinbar auch Florians Kamera, die munter ihr gieriges Auge auf die Frauen gerichtet hatte. »Komm zu mir &#8230;«<br />
Silvana zog Melissa zu sich. Sie verstand, dass sie sich auf ihren Schoß setzen sollte – und kam dieser Aufforderung nach. Und obwohl sie die Situation als äußerst ungewohnt empfand – wann saß man schon auf dem Schoß einer fast unbekannten Frau – raste ihr Herz vor Begeisterung. Erneut verfielen sie in einen Kuss, der langsam wilder wurde. Ihre Hände erkundeten sich, glitten über Stoff und Haut, über Arme und Taillen. Ihre Körper schmiegten sich fester aneinander und sie konnte deutlich Silvanas Brüste spüren, die sich an ihren Oberkörper drückten.<br />
Plötzlich ergriff die Spanierin den Saum von Melissas Top. Bevor sie die Chance hatte, zu begreifen, was geschah, wurde ihr der Stoff über den Kopf gezogen.<br />
Ihre Wangen brannten vor Scham, aber sie ließ sich davon in ihrem Tun nicht beeinflussen. Augen zu und durch, dachte sie und vertiefte sich wieder in den Kuss, während ihre Mitgespielin sich am Verschluss ihres BHs zu schaffen machte. Plötzlich hielt sie inne und löste sich von ihrem Mund.<br />
»Soll ich ihn ausziehen?«, hauchte sie verführerisch in ihr Ohr. »Traust du dich, noch mehr Haut zu zeigen?«<br />
»Ja«, keuchte Melissa, die von einer jähen Ungeduld gepackt und in Besitz genommen wurde. Zeig es mir! Zieh mich aus! Ich will es!<br />
»Sag es!«, raunte Silvana streng. »Ich will es hören.«<br />
Sie zögerte zunächst, haderte mit der aufkeimenden Dominanz ihrer Partnerin, doch das gierige Wesen zwischen ihren Beinen wollte mehr. »Zieh mich aus«, wisperte sie.<br />
»Lauter«, forderte die Spanierin. Melissa räusperte sich.<br />
»Zieh mich aus«, wiederholte sie und versuchte, Kraft und Mut in ihre Stimme zu legen.<br />
Silvana grinste amüsiert über ihren Triumph. »Na gut, wenn du es unbedingt willst &#8230;«<br />
Sofort nahm der Druck um Melissas Brust nach, als der BH mit einer geübten Bewegung geöffnet wurde. Jetzt ist es geschehen, dachte sie und beobachtete, wie das Kleidungsstück zu Boden fiel. Jetzt kann sie meine Möpse sehen. Währen sie doch nur größer &#8230;<br />
Für Melissa war ein wichtiger Moment gekommen. Ein Moment, der entschied, wie der Dreh verlaufen würde. Ob sie voller Angst oder Zuversicht in die nächsten Minuten starten würde. Ob sie Spaß empfinden konnte, oder schamgetränkt aufgrund ihrer körperlichen Defizite der Missmut verfiel.<br />
Sie beobachtete, wie Silvana ihre Brüste betrachtete. Versuchte, in ihrem Gesicht zu lesen, ob ihr das, was sie anzubieten hatte, gefiel oder nicht. Aber zu ihrem Verdruss ließ sich die professionelle Darstellerin nichts anmerken. Stattdessen streichelte sie ihre Kirschen, kniff leicht in eine der Brustwarzen, was Melissa einen Blitzschlag verpasste, der durch ihren Körper schoss. Sie schloss die Augen, zum Teil aus Scham, zum Teil aus Lust. Sie spürte, wie Silvana jeden Zentimeter ihrer Erhebungen erforschte, jedes Tal und jede Steigung erkundete. Dann wurde ihr Griff fester, ihre Handfläche legte sich voll auf die weiche Masse, knetete sie behutsam, bevor ihre Fingernägel leicht über die gespannte Haut kratzten. Ein leises, ungewolltes Keuchen entkam Melissas Lippen. Sie biss sich auf die Unterlippe, versuchte, ihre Reaktion zu unterdrücken, doch ihr Körper verriet sie.<br />
Plötzlich spürte sie feuchte Wärme auf einem ihrer Nippel. Sie öffnete die Augen und sah, dass ihre Partnerin mit ihrer Zunge an ihm spielte, ihn sanft umkreiste und kitzelte. Oh Gott!, schrie es in ihrem Kopf, der so durcheinander war, wie selten zuvor. Als Silvana an der Brustwarze saugte, bäumte sie sich auf vor Lust.<br />
»Gefällt es dir?«, zischte sie verrucht. Melissa nickte hektisch mit geschlossenen Augen. Mach bitte weiter!<br />
»Willst du mehr?«<br />
Wieder nickte sie, und obwohl sie nichts sah, wusste sie, dass die Kamera ihre Lust einfangen und für alle Zeiten konservierte. Würde zwischen ihren Beinen kein Feuer lodern, so war sie sich sicher, dass sie vor Scham und Demütigung im Boden versinken würde – doch nicht jetzt. In diesem Moment zählten andere Dinge. Andere Gefühle.<br />
Gierig flogen ihre Hände zu Silvanas schwarz-weiß gestreiften Oberteil. Sie wartete nicht erst auf eine Erlaubnis, um es ihr auszuziehen. Sie tat es einfach und ihre Partnerin ließ sie gewähren. Zum Vorschein kam gebräunte Haut, ein unglaublich tiefer und silbern gepiercter Bauchnabel sowie die Andeutung eines Sixpacks, das von einem gesunden und aktiven Lebensstil zeugte. Ihr weißer Spitzen-BH schimmerte zart im Studiolicht.<br />
Sie legte eine Hand auf Silvanas Brust und drückte sanft zu. In diesem Moment prasselten viele Gefühle auf sie ein. Einerseits hatte sie noch nie etwas dergleichen Weiches und Wohlgeformtes angefasst. Andererseits hatte sie bis zum gestrigen Abend nichts von ihrer bisexuellen Ader gewusst und betrat eine für sie neue Welt.<br />
Zielstrebig wanderte ihre freie Hand an Silvanas Rücken, fand den Verschluss und öffnete ihn. Der spitzenbesetzte Stoff glitt an ihr herunter und gab den Blick auf zwei straffe Brüste frei, denen das Alter bisher nichts zugesetzt hatte. Sie hatten einen natürlichen Schwung und waren absolut ebenmäßig. Kleine Brustwarzen, nur geringfügig dunkler als die gebräunte Haut, standen erregte und zeugten von einer Erregung, die Melissa überraschte. Gefällt es Silvana? Mag sie mich? Findet sie mich hübsch? Womöglich sogar meine &#8230; Brüste?<br />
Es musste so sein. Das verstand sie, als sie ihre Partnerin ansah. In Silvanas Gesicht prangte ein gieriger Gesichtsausdruck, mit kokett verengten Augen und einer Zunge, die langsam über ihre Unterlippe glitt. Sie wirkte wie ein Raubtier, das eine attraktive Beute vor sich hatte und nur zuschlagen musste, um sich an dieser zu laben.<br />
Von neuem Mut angestachelt begann sie, mit Silvanas Brüsten zu spielen, sie zu streicheln und zu stimulieren. Wie ferngesteuert führte sie ihren Kopf an die Titten und Küste beide sanft im Wechsel, bevor sie sich mit der Zunge einem der Nippel widmete.<br />
Obwohl sie in ihrer Vergangenheit schon oft an den Brustwarzen ihrer männlichen Bettgefährten gesaugt hatte, so war der Kontakt mit den weiblichen Gegenstücken etwas gänzlich anderes. Es war weicher, wärmer, irgendwie erotischer. Plötzlich spürte sie eine Hand an ihrem Kinn, die sie sanft nach oben zog, bis sich die Köpfe der Frauen auf gleicher Höhe befanden. Sie küssten sich wieder, während sich ihre Oberkörper und Brüste fest aneinanderschmiegten. Wärme wurde ausgetauscht, Lust und Ekstase ließen die Luft vibrieren. Dann löste sich Silvana von ihr und drückte sie sanft von sich weg. Diese verstand und erhob sich. Sofort spürte sie, wie ihre Beine vor Vorfreude zitterten. Die Spanierin tat es ihr gleich. Sie nahm sie an der Hand und zog sie in Richtung Sofa. Aus dem Augenwinkel sah Melissa, wie Florian und seine Kamera ihnen folgte. Ihr Blick flog für einen Sekundenbruchteil zu der Stelle, an der Jenny saß, halbnackt, mit entblößter Brust.<br />
Der Kniff!, schoss es ihr in den Kopf. Gleiche Tatsachen herstellen. Ziehen sich die Darsteller aus, tun es auch die Produktionsteams. So werden identische Voraussetzungen geschaffen, die das Selbstbewusstsein der agierenden Damen pushen sollen, genau wie Melissa es am Vortag gelernt hatte.<br />
Während sie Silvana zum Sofa folgte, fesselten ihre Augen die sinnliche Bewegung ihrer Hüften. Die weiße Hose schmiegte sich wie eine zweite Haut an ihren Po, ließ erahnen, was darunter verborgen lag, was sie bald sehen, berühren, kosten könnte. Ein hitziger Schauer durchlief sie, als sich ihre Partnerin kurz zu ihr umdrehte, mit diesem unmissverständlichen Lächeln auf den Lippen.<br />
»Bereit für mehr?«, hauchte sie.<br />
Melissa schluckte. Ja! Gott, ja!<br />
Sie konnte nicht zurück – und sie wollte es auch nicht.</p>
<p>9.</p>
<p>Kaum erreichten sie das Sofa, zog Silvana Melissa mit einem Ruck an sich. Ihre Lippen trafen sich in einem feuchten, fordernden Kuss, während Melissas Arme sich um den warmen Körper der Spanierin schlangen. Gleichzeitig glitten Silvanas Hände über ihre Hüften, fanden zielstrebig ihren Po und griffen fest zu.<br />
Melissa stöhnte, halb vor Schmerz, halb vor Erregung. Dann wurde sie von ihr zum Sofa gedreht und auf die Sitzfläche geführt. Sie ließ es mit sich machen und war Wachs in den Händen der Frau, die auf diesem Sitzmöbel schon so manches angestellt hatte. Aus dem Augenwinkel sah sie das Objektiv der Kamera. Sie hörte das kaum merkliche Summen der Aufnahme, das dezente Klicken von Florians Zoom. Jede Bewegung wurde dokumentiert, eingefangen für tausende Blicke. Das Wissen darum ließ sie vor Erregung erschaudern. Sollen sie doch alle zusehen, dachte sie und stellte sich die Männer vor, die in absehbarer Zeit über das Video stoßen und sich mit diesem vergnügen würden.<br />
»Leg dich &#8230; hin!«, schmatzte Silvana und ließ von Melissas Lippen ab. Sie tat wie geheißen und legte sich mit aufgestellten Beinen auf das erstaunlich weiche Polster, von dem sofort ein künstlicher Blumenduft aufstieg. Ihre Partnerin drückte ihre Schenkel auseinander und stützte sich über sie, sodass sich ihre Hüften berührten. Silvana nahm sich erneut Melissas Brüste vor, verwöhnte sie mit ihrer Zunge, saugte sanft an den sensiblen Spitzen. Sie lag mit geschlossenen Augen da, ließ sich fallen, und ein leises, genießerisches Stöhnen entwich ihren Lippen. Sie vergrub beide Hände in den Haaren der Spanierin und fühlte das Leben, das in ihrem Inneren pulsierte und ihre Lust zum Klingen brachte.<br />
Silvanas Kopf wanderte tiefer, küsste ihren Bauch, ihren Bauchnabel und das empfindliche Stück Haut direkt am Saum ihrer Jeans. Dann fuhr sie mit der Zunge über den blauen Stoff, bis sie über Melissas Weiblichkeit zum Stehen kam. Doch sie verharrte nicht, im Gegenteil. Sie begann, die Stelle mit Druck und Eifer zu küssen, so, dass sie selbst durch die Hose Silvanas Lippen spüren konnte. Sie stöhnte, noch immer mit den Händen in ihren Haaren und merkte, wie ihr ganzer Unterleib vor Ekstase kribbelte. Silvana hob den Kopf.<br />
»Willst du mehr?«, flüsterte sie verführerisch, die Augen siegessicher zu Schlitzen verengt. Melissa nickte eifrig, während sich ihre Brust in tiefen Atemzügen hob und senkte.<br />
»Sag es!«<br />
»Ich &#8230; will mehr.«<br />
»Was willst du?«<br />
»Dich.«<br />
»Das weiß ich, aber was soll ich mit dir machen?«<br />
Heiße Scham schoss in Melissas Wangen, bis sie brannten. Sie spielt immer noch, dachte sie. Aber wer war sie schon, um dagegen etwas unternehmen zu können?<br />
»Zieh mich aus«, hauchte sie. Ihre Stimme zitterte, doch die Sehnsucht darin war unüberhörbar.<br />
Silvana schmunzelte, ließ einen Finger langsam über den feuchten Stoff ihres Höschens gleiten. »Und dann?«<br />
Melissa biss sich auf die Unterlippe, ihr Atem beschleunigte sich. »Dann sollst du &#8230; mich &#8230; lecken!«<br />
Diese Worte auszusprechen fiel ihr nicht leicht. Aber sie waren das, was sie wollte. Ihre Partnerin lächelte gönnerisch und fuhr sich mit der Zunge über die Lippen. »Wie du möchtest!«<br />
Silvana ließ sich Zeit. Ihre Finger glitten über den Bund von Melissas Jeans, spielten mit dem ersten Knopf, bevor sie ihn mit einem leisen Plopp öffnete. Einer nach dem anderen folgten, ein genüsslich zelebriertes Ritual. Melissa hielt den Atem an, ihre Haut prickelte vor Erwartung. Als der Druck um ihren Unterbauch schließlich nachgelassen hatte und die Hose geöffnet war, zog Silvana an dem Kleidungsstück, die Zentimeter um Zentimeter mehr Intimität und einen roten Stringtanga freigab. Sofort drang die kühle Studioluft an ihre vor Lust schwitzige Haut. Ihre Härchen stellten sich auf und ein leichtes Frösteln jagte an den Beinen herunter.<br />
Mit einem dumpfen Geräusch fiel die Jeans zu Boden. Wieder setzte Silvana zu Küssen an. Erst auf ihrem Venushügel, dann immer tiefer bis zu den von dünnem Stoff geschützten Schamlippen.<br />
Boah, ist das geil!, ratterte es durch Melissas Kopf. Sie spürte deutlich, dass sich zwischen ihren Beinen eine gewisse Nässe eingestellt hatte. Auch Silvana hatte dies bemerkt.<br />
»Dein Höschen ist ganz feucht«, hauchte sie und fuhr mit der Zunge so über das rote Textil, dass sie ein wenig zwischen den Schamlippen versank. Dann biss sie zu, nicht doll, aber kräftig genug, um Melissa sich stöhnend vor Verlangen aufbäumen zu lassen. Nachdem sie den Biss das eine oder andere Mal wiederholt hatte, zog sie ihr auch den String vom Körper. Das rote Aufnahmelicht der Kamera flackerte, als sich das Objektiv langsam näher schob – ein stummer, hungriger Zeuge, der jedes Detail aufzeichnete und für die Ewigkeit konservierte.<br />
Silvana ließ ihren Mund sanft über Melissas empfindliche Schamlippen gleiten, verteilte leichte, freche Küsse auf der feuchten Haut. Doch dann, als hätte sie einen stillen Befehl empfangen, drückte sie ihre Zunge tiefer gegen die zarte Stelle, massierte sie mit kreisenden Bewegungen.<br />
Melissa keuchte. Ihr Unterleib zuckte unkontrolliert, als wäre jede Nervenbahn dort mit flüssigem Strom gefüllt.<br />
Sie bäumte sich auf, stöhnte und krallte sich in die Haare der Spanierin, sodass sich ihre Nägel in die Kopfhaut bohrten. Doch schien Silvana keinen Schmerz zu spüren, und wenn doch, ließ sie es sich nicht anmerken. Es schmatzte zwischen Melissas Beinen und Nässe, von ihr und ihrer Partnerin, vermischte sich und wurde zu einem Lavasee.<br />
Plötzlich spürte sie, dass ihre Silvana einen Daumen ins Spiel brachte, der sich mit kreisenden Bewegungen allein auf die Klitoris konzentrierte.<br />
Oh Gott!, flog es durch Melissas Kopf. Ihr Körper war ein einziger, lodernder Nerv. Hitze, Lust und Wellen der Ekstase verschmolzen zu einem fiebrigen Rausch – einer Intensität, die sie nie zuvor erlebt hatte.<br />
Silvana ließ für einen Moment von ihrer Muschi ab und schob sich an Melissa hoch. Dann drückte sie ihr einen feuchten Kuss auf. Ihre Lippen waren wärmer als zuvor und sie verstand, dass diese von ihrer vaginalen Körperwärme aufgeheizt waren.<br />
»So schmeckst du«, stöhnte die Spanierin und vertiefte den Kuss, setzte ihre Zunge, die zuvor Melissas Klitoris und Schamlippen gekostet hatte, als Demonstrationsobjekt ein. Bevor sie begriff, was sie damit bezweckte, hielt sie ihr Zeige- und Mittelfinger vors Gesicht.<br />
»Mach sie nass«, befahl Silvana, und dieses Mal war kein sanftes Lächeln auf ihren Lippen – nur pure, unnachgiebige Lust.<br />
Melissa schluckte. Ihre Beine zitterten. Dann öffnete sie gehorsam den Mund und nahm Silvanas Finger auf. Sie waren warm, schmeckten leicht salzig, fremd und doch irgendwie berauschend.<br />
Silvana beobachtete sie genau. Ein prüfender Blick, ein leises, zustimmendes Geräusch tief aus ihrer Kehle. »Brav«, murmelte sie, als Melissa mit ihrer Zunge über die Fingerspitzen strich. Im Anschluss zog sich die Spanierin wieder zurück, setzte ihr Zungenspiel an Melissas Klitoris fort und drückte die befeuchteten Finger zwischen die Schamlippen.<br />
Ihr Herz machte einen Satz, der voller Erwartung und Vorfreude steckte. Sie spürte, wie die Finger tiefer glitten und in langsame Stoßbewegungen verfielen. Die Kombination aus äußerer und innerer Stimulation ließ eine Feuersbrunst durch ihren Körper strömen, die Faser für Faser verbrannte und in glühende Lust verwandelte. Die Zeit verlor an Bedeutung und zog sich wie Kaugummi. Wogen der Leidenschaft pulsierten in ihrem Unterleib. Immer und immer schneller. Und dann funkte es und Melissa verstand, dass sich ein Orgasmus anbahnte. Auch Silvana musste das bemerkt haben, denn sie ließ plötzlich von ihr ab.<br />
»H-hey«, keuchte sie enttäuscht und sah die Spanierin irritiert an.<br />
»Nicht so ungeduldig«, antwortete diese mit einem Grinsen im Gesicht, dass keinen Zweifel daran ließ, wer bestimmte, wann es zu einem Orgasmus kommen würde. »Wir haben doch noch so viel Zeit.«<br />
Mit diesen Worten drückte sie Melissas Beine zusammen und bedeutete ihr, die Knie an die Brust zu ziehen und festzuhalten. Sie verstand nicht, folgte aber den Anweisungen ihrer Partnerin auf Zeit. Plötzlich erklang ein lautes Klatschen und Schmerz zuckte durch ihren Körper, festgehalten von der Kamera, die auf ihren Po gerichtet war. Dort, wo Silvanas flache Hand ihren Hintern getroffen hatte, brannte es.<br />
»Dein Arsch ist so geil«, schwärmte sie und schlug erneut zu. Es tat weh, aber nicht so doll, dass ihre Lust darunter gelitten hätte. Ganz im Gegenteil. Sie genoss es sogar, der erfahrenen Darstellerin ausgeliefert zu sein. Als ein dritter Schlag folgte, stöhnte sie leise auf.<br />
Silvanas kräftige Hände schoben Melissas Pobacken auseinander, bis ihr engster Punkt freigelegt war – ungeschützt, bloßgestellt. Sie spürte die kühle Studioluft auf ihrer Haut, ein seltsamer Kontrast zur brennenden Hitze in ihrem Unterleib. Sie wusste, dass die Kamera jedes Detail aufnahm, dass irgendwo, in wenigen Wochen, Männer genau diesen Moment in Zeitlupe genießen würden.<br />
Sie biss sich auf die Lippe. Sie sollte sich schämen. Vielleicht hätte sie sich sogar schämen wollen. Aber das tat sie nicht. Ihr Körper vibrierte vor Erwartung.<br />
Und dann – eine warme, feuchte Zunge. Silvana fuhr langsam über die gespannte Haut ihres Anus, ließ die Spitze kreisen, übte genau den richtigen Druck aus, um Melissa das Atmen zu rauben. Sie zuckte unkontrolliert zusammen, ihre Fingernägel gruben sich ins Sofa.<br />
»Ah …«<br />
Ein leises, kaum gewolltes Geräusch entkam ihr. Ein Keuchen, das viel zu verräterisch war. Silvana lachte sanft. »So empfindlich hier …«<br />
Melissa wollte etwas erwidern, doch dann drückte sich die Zungenspitze leicht gegen die Mitte ihres Lochs, spielte mit ihr, massierte den Ringmuskel, bis sich ein pochender Schauer durch ihren Körper zog. Ihre Knie zitterten.<br />
Die Spanierin leckte sie weiter, tiefer, fordernder. Sie rieb mit ihrer Nasenspitze an der zarten Haut zwischen Anus und Muschi, ihre Zunge kreiste in langsamen, schmutzigen Bewegungen. Dann formte sie die Lippen zu einem leichten Kuss und sog sanft an dem sensiblen Punkt.<br />
Sie stöhnte. Gott, das fühlte sich pervers gut an.<br />
Dann ließ sie von ihr ab – nur um kurz darauf mit einem heißen, speichelbenetzten Finger zurückzukehren.<br />
Melissa spürte, wie die Flüssigkeit auf ihre Haut tropfte, bevor Silvanas Fingerkuppen sie verteilten. Sanfte, kreisende Bewegungen. Sie zog kreisförmige Bahnen über den feuchten Eingang, ließ den Druck von Mal zu Mal ein wenig zunehmen.<br />
Sie keuchte. Ihre Beine wollten sich schließen, aber Silvana hielt sie eisern auseinander. »Sei brav …«<br />
Ein Finger drängte sich an ihre Öffnung. Nur ein wenig. Nur zum Test.<br />
Melissa keuchte scharf auf. Sie wollte protestieren – doch stattdessen drückte sich ihr Arsch unbewusst gegen die Berührung. Silvana lachte.<br />
»Na, na …«<br />
Ihre Stimme war ein glühender Flüsterton. »Wer hätte gedacht, dass du es so liebst, hier berührt zu werden?«<br />
Und dann glitt er tiefer.<br />
Sie spürte, wie Florian mitsamt Kamera neben ihrem Gesicht auftauchte, um ihre Reaktionen auf das Erlebte zu filmen. Zu filmen, wie sie etwas kennenlernte, das eigentlich nicht da sein durfte, an einem Ort, in dem sonst kein fremdes Leben herrschte, an dem ein Finger nichts zu suchen hatte. Ähnlich hatte sie gestern empfunden, als die Sexmaschine Lucy sie mit einem Dildo penetriert hatte &#8230;<br />
Um nicht auf das rot blinkende Licht der Kamera zu achten und womöglich in die Linse zu gucken, ließ sie ihren Kopf zur Seite kippen. Ihr Blick fiel dabei auf Jenny, die sich in der Zwischenzeit jeglicher Kleidung entledigt hatte. Sie saß noch immer auf ihrem Stuhl, doch im Vergleich zum Vortag, als sie ebenfalls nackt Melissa beobachtet und beigestanden hatte, waren ihre Beine nicht brav überschlagen. Im Gegenteil. Sie standen leicht auseinander und eine Hand hatte sich in ihren Schritt gelegt. Mit Überraschung stellte sie fest, dass die Finger in kreisende Bewegungen verfielen.<br />
Sie &#8230; Sie befriedigt sich &#8230;<br />
Diese Form des Kniffes war Melissa neu und führte ihr Mal wieder vor Augen, wie anders es in der Pornoindustrie einfach abging. Wie unkompliziert die Menschen, die in ihr arbeiteten, doch waren und wie sehr die zwanglose Lust im Vordergrund stand.<br />
Jenny zwinkerte ihr zu. Melissa zwinkerte zurück. Plötzlich durchfloss sie der Wunsch, der Assistentin und somit dem zukünftigen Publikum, eine geile Show abzuliefern, so wie es ihr Job war. Ein Job, der ihr mehr und mehr gefiel.<br />
Sie schloss die Augen und konzentrierte sich wieder auf Silvanas Fingerspiel, das in ihrem Arschloch tobte. Plötzlich nahm sie einen zweiten Finger dazu.<br />
Melissa verkrampfte und ihre Hände gruben sich in das Sofa. Nicht, weil es weh tat, sondern weil Silvana sie kalt erwischt hatte.<br />
»Was ist los?«, hörte sie ihre Stimme. »Magst du das nicht?«<br />
In ihrer Klangfarbe lag kein Spott, nur ehrliches, verruchtes Interesse.<br />
»Alles gut«, keuchte Melissa. »Ich habe mich nur erschrocken.«<br />
Silvana schenkte ihr ein selbstbewusstes Lächeln. Dann führte sie die Finger weiter ein und neckte ihren Schützling, indem sie abwechselnd mit der Zunge den Po und die Vagina bedachte. Als sie schließlich damit aufhörte, wusste Melissa nicht, wie viel Zeit vergangen war. Ihr Körper pulsierte in lüsternen Wellen und heißer Schweiß bedeckte sie. Dann trafen sich ihre Blicke.<br />
Silvana leckte sich langsam über die Lippen, schmeckte ihre Partnerin noch auf ihrer Zunge. Ihre Augen glommen wie flüssige Kohle, dunkel und unergründlich, ihre Haut glänzte leicht im warmen Licht der Scheinwerfer. Ihr Atem war ein leises, verspieltes Keuchen, das klang wie ein Raubtier, das sich einen Moment Zeit ließ, um die Beute zu genießen.<br />
»Na, was ist?«, raunte sie und strich mit Daumen und Zeigefinger an ihrem eigenen, noch immer feuchten Mundwinkel entlang. »Hat es dir gefallen?«<br />
Melissa biss sich auf die Unterlippe, spürte, wie ihr Körper nach mehr verlangte. Ihre Lust brannte in ihr wie ein entfesseltes Tier, ein Verlangen, das endlich ausbrechen wollte. Langsam, fast genießerisch, ließ sie ihre Beine los und setzte sich auf. Ihre Hände glitten über Silvanas Hüften, tiefer, bis sie sich an den Po krallten. Ihre Lippen waren nur einen Hauch voneinander entfernt.<br />
»Deine Zunge…«, flüsterte sie, während ihre Finger über ihre weiße Hose fuhren, langsam, provokant. »Sie hat mir &#8230; Du hast mir &#8230; Sehr gefallen.«<br />
Silvana lachte leise, voller Selbstgefälligkeit. »Ich weiß.«<br />
Melissa ließ ihre Zähne über das weiche Fleisch von Silvanas Unterlippe gleiten, biss leicht zu, gerade fest genug, um ihr ein kehliges, lustvolles Keuchen zu entlocken.<br />
»Dann ist es nur fair, wenn du jetzt dran bist, oder?«<br />
Die Spanierin wollte antworten – doch Melissa ließ ihr keine Chance und hatte bereits den ersten Knopf ihrer Hose geöffnet.<br />
»Jetzt zieh ich dich aus.«</p>
<p>10.</p>
<p>Melissa kniete sich vor Silvana auf den Boden. Trotz des Teppichs schmerzten ihre Knie ein wenig, doch das vermochte sie auszublenden. Sie öffnete den zweiten Knopf, während ihre Mentorin jeden ihrer Handgriffe genauestens beobachtete, sich bequem gegen die Lehne legte und sich dabei genüsslich auf den Zeigefinger biss. Nachdem der dritte Knopf gelöst war, zog Melissa die Hose von Silvanas Körper. Zum Vorschein kamen makellose Beine, glatt wie Seide, und eine blaue, spitzenbesetzte Panty, die dank eines halb transparenten Stoffes erste Einblicke auf ihr intimstes Machtzentrum erlaubte.<br />
Melissa begann, ihre Partnerin am Knie zu küssen und langsam den Oberschenkel, der so fest und stramm war, hinaufzuwandern. Als sie beinahe bei der Panty angekommen war, spürte sie, wie jemand seine Hand auf ihren Rücken legte und diesen sanft ein wenig nach unten drückte. Es war Florian, verstand sie sofort. Und sie verstand, warum er es tat. Er wollte, dass ihr Arsch weiter zur Geltung kam, sich empor rekte und das offenlegte, was sich zwischen den Backen verbarg. Er wollte sie im Detail filmen, ihren Anus, ihre Muschi, in 4K und gutem Zoom verewigen. Wieder erkannte sie, dass sie sich eigentlich schämen sollte, schämen musste. Aber sie tat es nicht. Stattdessen erlag sie dem Druck und gab dem Produzenten das, was er sehen wollte. Während sie Silvanas Höschen einige lange, zärtliche Küsse aufdrückte, bildete sie sich ein Brennen auf Arsch und Vagina ein, das von dem Kameraauge, Stellvertreter für Abermillionen zukünftiger Zuschauer, ausgelöst wurde.<br />
Es ist so geil!, schoss es wiederholend durch ihren Kopf. Gott, ist das geil! Alle können mich sehen. Unzensiert. Und es macht mir gar nichts aus!<br />
Wieder flog ihr Blick flüchtig zu Jenny, die ihn auffing und mit einem emporgereckten Daumen sowie einem breiten Grinsen beantwortete. Auch, wenn Melissa froh war, Jenny im Raum zu wissen, so war ihr Schutz nicht mehr von Nöten – denn sie war jetzt ein Teil dessen, was hier geschah. Kein Bauernopfer, kein billiges Miststück, das vor der Kamera gedemütigt wurde. Nein – sie war gleichwertig, entsprach ihrer Rolle, hielt mit ihrer erfahrenen Partnerin mit. Sie war bereit, sich ihrem Kommando zu fügen, und wenn es passte, eigene Nadelstiche zu setzen. Sie war jetzt eine Darstellerin, die sich diesen Titel verdient hatte. Sie wollte, dass die Kamera jede Sekunde einfing. Sie wollte, dass Männer später dank ihrer Performance kamen.<br />
Der erste Nadelstich folgte, als sie Silvanas Panty hinunterzog und mit Schwung nach hinten warf. Mit Kraft und von Lust getrieben drückte sie die Beine auseinander, ließ ihren Kopf zwischen ihre Schenkel fliegen und begann, ihre Zunge als Waffe einzusetzen. Sie umspielte feine, im Vergleich zur umgebenden Haut sanft rosa gefärbten Schamlippen, über denen eine getrimmte Linie aus dunklem Schamhaar verlief, sowie ein Piercing, das auf einer der Lippen silbrig glänzte. Als sie den unteren Teil der Spalte berührte, spürte sie eine enorme Nässe, die die Lust der Spanierin hervorgerufen hatte. Melissa nahm diese gierig in sich auf, dann kümmerte sie sich um die Klitoris, während das feine Summen der Kamera sie dicht an ihrem Kopf begleitete.<br />
Silvana vergrub eine Hand in Melissas Haar, fest, fordernd, besitzergreifend. Und sie ließ es zu, genoss die Kontrolle und das Wissen darum, ihre Partnerin zu verwöhnen.<br />
Und obwohl sie nie zuvor in ihrem Leben eine Muschi geleckt hatte, wusste sie, wie sie es anstellen sollte. Wie sie ihre Energie transferieren und bei der stöhnenden Spanierin in Ekstase umwandeln konnte. Selbstbewusst nahm sie ihren Zeigefinger zur Hilfe, befeuchtete ihn mit Silvanas auslaufender Leidenschaft und drückte ihn sanft zwischen die Schamlippen. <br />
Melissa war, obwohl sie ihre eigene Muschi bereits tausende Male erkundet und benutzt hatte, doch von dem Gefühl, ein weibliches Geschlecht zu berühren, überrascht. Es fühlte sich gleichermaßen vertraut und fremd an, so warm, nass und voller Leben und dem Recht auf sexuelle Erfüllung. Sie führte ihren Finger tiefer, bis es nicht mehr ging, und versetzte ihn dann in gleichmäßige Bewegungen. Ihre Zungenspitze tanzte um Silvanas Klitoris, und manchmal saugte sie frech an dieser, was von der Spanierin stets mit einem Zucken des Unterleibes beantwortet wurde.<br />
Es war einfach wunderbar und sie genoss jede Sekunde. Unwillkürlich musste sie an Lara und den Wunsch denken, Gleiches auch bei ihrer besten Freundin machen zu können. Doch für diese Sehnsucht war gerade kein Platz. Sie konnte sich später überlegen, wie sie dieses Vorhaben in die Tat umsetzen konnte. Zunächst zählte nur Silvana, das Studio und die Kamera.<br />
Melissa nahm einen zweiten Finger dazu und band ihn in das freudige Spiel mit ein. Am liebsten hätte sie noch weitere dazugenommen, getrieben von der Gier, es dem Star der Show ordentlich zu besorgen, doch ihre Vernunft hatte gerade noch die Oberhand über überschwängliche Gefühle, die zweifelsohne da waren.<br />
»Fick mich härter!«, keuchte Silvana und krallte sich so doll in Melissas Haare, dass die Schmerzen beinahe unerträglich wurden. Sie tat, wie ihr geheißen, und legte eine Schippe drauf. Sie fingerte schneller und ohne Rücksicht auf Verluste. Die Spanierin bäumte sich auf, ihre Haut glänzte vor Schweiß. Plötzlich riss sie Melissas Kopf nach oben und zu ihrem eigenen heran.<br />
»Ich will mich schmecken!«, stöhnte sie. Und sie bekam, was sie wollte, als sich heiße Münder trafen und deren Zungen in ein wildes Ringen verfielen. Hände glitten über Körper, die sich aneinanderschmiegten und verschmolzen. Pobacken wurden geknetet, Haare verwirbelt, Kratzspuren verteilt. Urplötzlich bäumte sich Silvana auf, warf ihre Partnerin zur Seite und stürzte sich auf sie, biss und küsste, kratzte und leckte.<br />
Melissa wusste nicht, wie ihr geschah, aber das war auch nicht mehr wichtig. Sie genoss jede Sekunde. Als Silvana ihre Brüste knetete, schossen heiße Wogen durch ihren Oberkörper.<br />
»Bleib liegen!«, befahl die Spanieren jäh und beugte sich zu der rotlackierten Kiste, die noch immer auf der Sofalehne liegend auf ihren Einsatz wartete. Mit geübten Griffen öffnete sie die goldenen Schnapper und klappte den Deckel mit einem leisen Knarren zurück. Der Inhalt ließ Melissas Kehle trocken werden: Lederbänder, glänzende Plugs, Gleitgel, Handschellen – und mittendrin ein massiver Umschnalldildo, hautfarben, mit leicht geschwungenem Schaft und einer dicken, geäderten Oberfläche.<br />
Silvana zog ihn langsam aus der Kiste und ließ ihn verführerisch durch ihre Finger gleiten, bevor sie Melissa einen Blick zuwarf – hungrig, überlegen.<br />
»Gefällt dir, was du siehst?«, hauchte sie und führte das Toy an ihrer Zunge entlang.<br />
Sie schluckte, spürte ein wildes Pochen in ihrem Unterleib.<br />
»Und?«, hakte Silvana nach, während sie sich das Geschirr langsam um die Hüften schnallte.<br />
»Ja…«, schnaufte Melissa. Sie spürte eine heftige Gier in ihr aufkeimen, die sich in voller Stärke zwischen ihren Beinen manifestierte. Und diese Gier verlieh ihr Mut.<br />
»Komm her«, forderte sie und zog die Spanierin an der Hand zu sich. Diese wirkte aufgrund der ungewohnten Initiative ihrer Sexpartnerin zunächst irritiert, konnte dies aber schnell abschütteln und beugte sich über ihren Schützling. Melissa spürte, wie der kühle Kunststoff sich auf ihre Muschi legte und diese begrüßte. Silvana ließ ihn spielerisch umherwandern und benetzte ihn mit der örtlichen Nässe, bevor sie ihn jäh und vor Lust knurrend in sie einführte.<br />
Melissas Welt bestand aus Lava. Lava, die sich durch jede ihrer Adern schickte, bis in jedes noch so kleine Eckchen ihres Körpers. Sie stöhnte, griff mit beiden Händen an Silvanas Arsch und vergrub die Fingernägel in der weichen Haut. Silvana begann, sie ihn kurzen, aber entschlossenen Stößen zu ficken. Nach einiger Zeit wurde sie schneller und stieß tiefer zu. Melissa warf ihren Kopf zurück und genoss mit geschlossenen Augen. Sie bemerkte nicht, wie Florian samt Kamera zwischen ihrem Gesicht und dem Schauplatz des Aktes hin und her wechselte. Blendete aus, wie Jenny sich befriedigte, ihre geöffneten Lippen in vollkommener Stille lustvoll verzogen. Sie war im Hier und Jetzt gefangen, während ein Funke in ihrem Unterleib wuchs und sie zu verzehren drohte.<br />
»Ich komme gleich«, stöhnte sie und biss sich auf die Lippe. »Ich will noch nicht &#8230;«<br />
»Ich bestimme, wann du kommst«, raunte Silvana mit einem Anflug von Zufriedenheit in der Stimme. Sie intensivierte ihr Stoßen, das Schmatzen wurde lauter. Der Funke in Melissa wuchs und wurde zu einem Feuer, das ihr Becken in rhythmische Bewegungen versetzte, die immer intensiver und schneller wurden. Ihr Stöhnen schwoll an zu einem Ruf der Geilheit und als das Feuer zu einer Explosion anschwoll, schrie sie laut und lange auf.<br />
Silvana fickte sie weiter, wurde aber stetig langsamer, während der Orgasmus ihres Schützlings allmählich verhallte.<br />
»Oh man &#8230;«, keuchte Melissa, nicht in der Lage, sich zu rühren. Sie würde für immer auf diesem Sofa liegenbleiben, schwor sie sich, um jedes ihrer Gefühle zu genießen.<br />
Silvana schmiegte sich an sie und legte ihren Kopf auf Melissas Brust. »Hast du es genossen?«, fragte sie unnötigerweise.<br />
»Und &#8230; wie!«, wisperte ihre Partnerin, deren Atmung noch immer tobte, als würde sie einen Marathon laufen. »Ich &#8230; kann &#8230; ach egal. Brauche &#8230; Sauerstoffzelt.«<br />
Die Spanierin kicherte vergnügt. »Das freut mich. Aber &#8230;«<br />
Ihre Stimme veränderte sich ein wenig, das Erfreute wich einer gewissen Strenge. »Ich bin noch nicht fertig mit dir.«<br />
Melissa runzelte die Stirn und versuchte, zu verstehen, was ihre Partnerin damit meinte. Und obwohl sie von einer jähen Erschöpfung gepackt wurde, schwor sie sich, Silvana den besten Orgasmus zu verschaffen, den sie jemals erlebt hatte. Aber es kam anders.<br />
»Ich will jetzt etwas spielen! Die Zuschauer wollen mehr sehen.«<br />
Melissa wurde von Silvana auf die Knie gezwungen.<br />
»Leg deinen Oberkörper auf das Polster.«<br />
Sie folgte dem Befehl und ließ zu, wie sie ihren Hintern packte und nach oben zog. Dann spürte sie den Dildo, der über ihre Backen glitt und zwischen ihnen innehielt, genau auf ihrem Anus, der noch immer leicht brannte. Es rappelte in der rotlackierten Kiste, und bevor Melissa sich versah, tropfte kaltes Gel auf ihre Haut, das von der Spanierin auf ihrer Rosette verrieben wurde. Sie schluckte, als sie verstand, was Silvana vorhatte und schloss mit einem sanften Lächeln auf den Lippen die Augen. Sie spürte, wie zwei Hände sie fest an den Hüften packten, wie sich der Dildo auf ihren Muskel legte, gegen diesen drückte, unhöflich auf Einlass bestand. Melissa versuchte, sich zu entspannen und locker zu bleiben. Dann drang der künstliche Penis in sie ein, langsam aber gnadenlos.</p>
<p>11.</p>
<p>Der Dildo war zweifellos dicker als der, den sie vom Vortag und der Sexmaschine Lucy her kannte – und das spürte sie mit jeder Faser ihres Körpers. Ein heißes Brennen schoss durch ihren Ringmuskel, als Silvana ihn erneut hineinschob, langsam, unnachgiebig, bis die Spitze sich tiefer in ihre Tiefe drückte.<br />
Ein innerer Kampf tobte in ihr: Ihr Körper wollte ihn abstoßen, doch ihre Lust wollte ihn behalten. Die Dehnung war intensiver als erwartet, ein Wechselbad aus stechendem Schmerz und einer brennenden Hitze, die durch ihren Unterleib flackerte. Ihre Pobacken zuckten nervös, während ihre Finger das Sofapolster umklammerten.<br />
»Fuck …«, hauchte sie keuchend, zwischen Lust und Überwältigung gefangen. Ihr Rücken bog sich leicht durch, als Silvana tiefer vordrang. Sie fühlte sich ausgefüllt, auf eine Art, die so fremd und doch so verboten geil war.<br />
Sie presste ihr Gesicht in das Polster und stieß einen stummen Schrei in den Stoff. Heißer Schweiß trat aus jeder Pore ihres Körpers, als ihre Partnerin mutiger wurde, tiefer zustieß und sich dabei fest in ihre Hüften krallte.<br />
Jennys Worte aus der Maske kurz vor Drehbeginn kamen ihr in den Sinn: Sie ist nicht gewalttätig. Sie will nur etwas Spaß mit dir haben. Nichts, was über ein gewisses Maß hinaus geht.<br />
Und dieses Maß lernte sie gerade kennen.<br />
»Gefällt es dir?«, raunte es neben ihrem Kopf. Silvana hatte sich in voller Bewegung dicht zu ihr gebeugt. Melissa hob sich vom Polster und sah in lasziv zu Schlitzen verengten, dunklen Augen.<br />
»Es ist &#8230;«, begann sie und wurde durch ihr eigenes Stöhnen unterbrochen. »Speziell.«<br />
»Speziell? Mehr nicht?«<br />
Sie wusste genau, was die Spanierin von ihr hören wollte. Was die Zuschauer hören wollten. Sie rang mit sich. Schätze ab. Sammelte den letzten, erforderlichen Mut. Und dann gab sie ihnen den Dirty Talk, den sie verlangten. »Es ist einfach geil! Ich will &#8230; mehr! Fick mich härter!«<br />
Silvana stieß einen Laut der Freude aus und sogleich ließ sie ihren Schützling spüren, was mehr bedeuten konnte. Ein Schauer jagte über ihre Haut. Ihre Klitoris kribbelte, ihre Brüste waren hart vor Erregung. War das normal? Konnte sie wirklich so feucht davon werden, dass ihr Arsch auf diese Weise benutzt wurde?<br />
Silvana vögelte sie noch schneller, noch tiefer, noch hemmungsloser. Melissas Hände gruben sich in die Polster, sie quiekte, jammerte – und genoss. Während sie Stoß um Stoß traf, wurde ihr Blick glasig. Erst, als sie im Augenwinkel Jenny erfasste, klärten sich ihre Augen.<br />
Die Produktionsassistentin hatte mit geschlossenen Lidern den Kopf genüsslich zurückgelehnt. Ihre Beine waren weit gespreizt und gaben die Sicht auf ihre Finger preis, die schnell zwischen den Schamlippen und der Klitoris hin und her wirbelten.<br />
Irgendwie erfüllte Melissa dieses Bild mit einem Stolz und dem Wissen, dass sie mitverantwortlich für das war, was in Jennys Kopf und Mitte passierte. Elektrisierende Glücksgefühle stoben durch ihren Körper, überlagerten das Unwohlsein zwischen ihren Arschbacken und motivierten sie dazu, ihr Hinterteil offensiv gegen Silvana und ihren Dildo zu stemmen. Die Spanierin bemerkte sofort, dass ihre Partnerin etwas verändert hatte, und klatschte ihr mehrmals auf den Hintern, was sich für Melissa wie Lob und Unterstützung anfühlte. Dann wurde der Dildo jäh aus ihr herausgezogen.<br />
Silvana legte ihre Hände auf ihre Pobacken und zog sie auseinander. Die Kamera verharrte auf ihrem Hintern. Das rot blinkende Licht spiegelte sich auf der glänzenden Haut ihres Arsches. Im Monitor würde man jedes Detail sehen können: Das Zittern ihrer Muskeln, das schimmernde Gleitgel, das sich in feinen Tropfen verteilte, das zuckende Loch, das gerade erst losgelassen wurde – und doch immer noch geöffnet war. Plötzlich tauchte Silvana an ihrer Seite auf und hielt ihr das Kunstding vors Gesicht.<br />
»Lutsch ihn sauber!«, befahl sie. Melissa zögerte nicht und setzte den Willen ihrer Partnerin direkt um und nahm den Dildo in ihren Mund auf.<br />
Er war warm, sehr warm sogar. So warm, wie etwas war, das mit Körpertemperatur und Reibung in Kontakt gekommen war. Sie lutschte an ihm, nahm ihn tief in ihren Mund und war überrascht und froh zugleich, dass er nur nach Latex schmeckte.<br />
Hinter dem Dildo, quasi dort, wo ein echter Penis in den Körper seines Besitzers wurzelte, entdeckte Melissa Silvanas Schamlippen, die triefnass glänzten. Der Wunsch, nein, der Drang, sich auf diese zu stürzen und der Spanierin endlich einen monströsen Orgasmus zu verschaffen, explodierte in ihr. Wieder setzte sie einen Nadelstich, als sie den Dildo ausspuckte, zielgerichtet die Verschnürung löste und das Sextoy zu Boden fallen ließ. Silvana grinste erregt, als Melissa sie am Hintern packte, sich selbst auf den Rücken legte und der Spanierin bedeutete, sich über ihr Gesicht zu hocken.<br />
»Du gieriges Luder!«, kommentierte sie und ließ sich auf das Bevorstehende ein. Sie kniete sich mit einem Bein auf das Sofa – das andere blieb neben diesem am Boden stehen &#8211; und präsentierte ihre Muschi. Melissa begann zu lecken, zu saugen, zu spielen und zu verwöhnen. Silvana musste sich an der Sofalehne abstützen, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren. Ihr Becken zitterte ein wenig, und Melissa wusste nicht, ob das an ihr und ihrer Zunge oder der Anstrengung lag.<br />
Sie spielte mit den Schamlippen und der Klitoris ihrer Kollegin. Drang mit der Zunge tief ein, wühlte und erkundete. Silvanas Becken bewegte sich schnell, ihr Kopf flog nach hinten, die Augen genießerisch geschlossen.<br />
Auch in ihr wuchs der Funke, verstand Melissa, die den Orgasmus kommen sah, aber noch nicht in Gänze über die Schwelle zur Freiheit locken konnte. Inzwischen leckte sie die Spanierin so heftig, dass ihre Zunge regelrecht schmerzte und verkrampfte. Es hatte keinen Sinn, sie musste etwas verändern, sonst würde sie es nicht schaffen. Und versagen wollte sie nun wirklich nicht.<br />
Sie drückte die verwunderte Silvana ein Stück von sich weg, kroch unter ihrem Körper hervor, stand auf und umarmte sie. Nicht, um Zärtlichkeiten auszutauschen, sondern um diese energisch gen Sofa fallen zu lassen, beinahe in Wrestlingmanier. Der Spanierin entfuhr ein überrumpeltes Huch, dann landete sie auf dem Rücken. Wie eine Löwin, die ihre Beute nur noch erlegen musste, warf sich Melissa zwischen ihre Beine, nahm glatt drei Finger und führte diese in Silvana ein. Danach leckte sie, den Schmerz in ihrer Zunge trotzend, voller Hingabe und schob ihre Zauberstäbe vor und zurück. Ihre Partnerin stöhnte, wand sich, vergrub die Hände in Melissas Haaren und zog an diesen. Silvana begann zu zittern. Ihr Atem ging stoßweise, ihre Finger krallten sich in ihre Kopfhaut. Ihre Muskeln spannten sich an wie eine Raubkatze kurz vor dem Sprung – dann kam der unausweichliche Moment.<br />
Ein kehliges, gieriges Stöhnen durchbrach die Stille des Studios. Ihr Becken zuckte unkontrolliert, ihre Oberschenkel pressten sich gegen Melissas Wangen, als sich der Orgasmus wie eine Flutwelle durch ihren Körper brach.<br />
»Fuck, jaaa! Oh, verdammte Scheiße!«<br />
Sie bäumte sich auf, ihre Hände klatschten gegen das Sofa, ihr Kopf flog ruckartig nach hinten. Ein Schauer lief über ihre Haut, als die Lust in einem gellenden Aufschrei ihren Höhepunkt erreichte. Melissa spürte, wie die feuchte Hitze über ihre Zunge pulsierte, wie Silvanas innerer Rhythmus immer hektischer wurde, bevor er in süßer Erschöpfung abebbte. Als sie schließlich leise keuchend zur Ruhe kam, bekam die siegreiche Zunge endlich die lang verdiente Pause.<br />
Melissa kroch an ihr hoch. Sie sah, wie die Brust ihrer Partnerin sich schnell hob und senkte, wie Schweißperlen auf ihrer Haut standen und die Nippel, die sich hart in die kühle Studioluft bohrten.<br />
Ihre Titten berührten sich, Silvanas rund und schön, Melissas klein und fest. Dann trafen sich ihre Münder, ihrer heiß und feucht, der der Spanierin vom Stöhnen kalt und trocken. Zungen tanzten miteinander. Nicht mehr hart und fordernd, sondern sanft und müde.<br />
Melissa wurde plötzlich von einer enormen Erschöpfung gepackt, als würde die Last des Drehs, die vor einer Stunde auf ihrer Schulter geparkt wurde, mit einem Ruck von ihr herunterfallen. Sie legte den Kopf zwischen Silvanas Brüste und genoss den Klang ihres Herzens und die Wärme ihrer Hände, die sich auf ihren Po und Rücken verirrten.<br />
Florian tauchte vor ihr auf, filmte ihr Gesicht und die zufriedene Erschöpfung, die in diesem abgebildet war. Es fiel ihr schwer, nicht auf das rote Licht und in das Objektiv zu gucken.<br />
»Und cut«, flüsterte der Produzent und endlich erlosch das Lämpchen.</p>
<p>12.</p>
<p>»Das war der absolute Wahnsinn!«, frohlockte Florian und wog zufrieden die Kamera in seiner Hand. »Ein besseres Jubiläumsvideo hätte ich mir kaum vorstellen können!«<br />
Melissa lächelte erfüllt, während sie mit Silvana kuschelte. In ihr hallte der Dreh nach und sie spürte in ihren aufgewühlten Körper hinein. Neben der Erschöpfung herrschten Dutzende Gefühle, die sie schwer sortieren konnte. Ihr Lustzentrum brannte noch immer, der Orgasmus hatte seine Spuren hinterlassen. Ihr Po pochte merklich. Doch auch in ihrem Kopf tobte ein Wirbelwind aus Empfindungen. Sie war stolz auf das, was sie zustande bekommen hatte. Genoss die Transformation vom Bauernopfer zu einer Darstellerin, die sich hinter nichts verstecken musste.<br />
»Verdammt heiß«, kam es von Jenny, die am Sofa aufgetaucht war und ein weißes Handtuch in der Hand hielt. Sie beugte sich zu den Frauen herunter und tupfte sie ab, reinigte erst Silvana im Schritt, dann Melissa, die den Vorgang vom Vortag noch zu gut in Erinnerung hatte. Sie spreizte die Beine, damit die Assistentin Vagina und Hintern trocknen konnte. Im Anschluss setzte sie sich auf. Die Spanierin tat es ihr gleich. Florian reichte ihnen Bademäntel, die sie dankend annahmen.<br />
»Für einen Erstie echt respektabel«, verkündete Silvana und zwinkerte ihr zu. »Ich muss gestehen, dass ich mit diesem Verlauf nicht gerechnet hatte.«<br />
»Ich auch nicht«, antwortete Melissa nachdenklich. »Ich bin selbst etwas überrascht.«<br />
Die Spanierin drückte ihr einen flüchtigen Kuss auf die Wange, dann machte sie Anstalten, das Studio zu verlassen. »Falls ihr mich sucht, ich bin unter der Dusche.«<br />
»Tu dir keinen Zwang an«, gab Florian gelassen zurück, dessen Blick auf das Display der Kamera fokussiert war. »Melissa, wenn du magst, kannst du nach Silvana auch noch unters Wasser hüpfen.«<br />
Sie dachte über das Angebot nach, aber ihr stand der Sinn plötzlich nach einer raschen Verabschiedung. Sie wollte sich bewegen und nachdenken. Ihr Kopf war voller wunderschöner Gedanken, die sie unbedingt zu verarbeiten hatte. Außerdem musste sie dringend telefonieren &#8230;<br />
»Danke, aber ich glaube, ich erledige das Zuhause.«<br />
Sie sammelte ihre Sachen zusammen und zog sich an. Jenny, mittlerweile ebenfalls im Bademantel, trat an ihre Seite. »Ich hoffe«, begann sie zögerlich, »dass es dich nicht gestört hat, dass ich &#8230;«<br />
»Nein«, entgegnete Melissa direkt. »Hat es mich nicht.«<br />
Sie war sich sicher, dass Jenny ihre Masturbation ansprechen wollte, um abzuchecken, wie sie dazu stand.<br />
»Das ist gut. Ich mache sowas auch nicht immer &#8230; Nur, wenn es passt und mich das Programm anspricht.«<br />
»Ist schon in Ordnung. Es hat mir wirklich nichts ausgemacht. Eigentlich kann ich es sogar verstehen. Eure Zwanglosigkeit bewundere ich sehr.«<br />
Jenny schenkte ihr ein erleichtertes Lächeln. »Wenn du weiterhin so selbstbewusst auftrittst, brauchst du mich nicht mehr als moralische Unterstützung.«<br />
Die Frauen umarmten sich zum Abschied. Florian begleitete Melissa durch den Flur zum Ausgang, während seine Assistentin ebenfalls im Badezimmer verschwand.<br />
»Ach, verdammt«, fiel es ihr plötzlich ein. Sie hatte sich noch nicht bei Silvana verabschiedet. So ließ sie den Produzenten zurück und eilte ins Bad.<br />
Heiße Dampfschwaden schlugen ihr entgegen, durchzogen vom süßen Shampooduft. Melissa blieb kurz stehen, als sie den Anblick vor sich aufnahm: Silvana und Jenny unter der großen Regendusche, das warme Wasser glitt über ihre Körper, ließ ihre Haut glänzen und kleine Tropfen über ihre Brüste rinnen. Die Spanierin lehnte sich mit dem Rücken gegen die Glaswand, ihr Kopf leicht nach hinten geneigt, während Jenny mit seifigen Händen langsam über ihre Arme und Schultern strich. Ein zufriedenes Lächeln lag auf Silvanas Lippen, als Jennys Finger verspielt über ihre Hüfte wanderten. Japp, in der Pornoindustrie ticken die Leute definitiv anders, dachte sie und grinste.<br />
»Du gehst schon?«, erklang Silvanas Stimme. In ihr lag etwas Sanftes, die Dominanz war vollständig verschwunden. »Ich dachte, du kommst noch nach.«<br />
»Ich muss ein, zwei Dinge erledigen«, gab Melissa zurück, obwohl ein kleiner Teil in ihr drauf und dran war, das Angebot anzunehmen. Sie biss sich auf die Unterlippe. »Ich wollte nur kurz tschüss sagen.«<br />
»Es war schön, dich kennenzulernen«, lächelte Silvana und drückte einen übernassen Kuss auf die Glaswand der Kabine. Sie ließ ihre Finger über die feuchte Oberfläche gleiten, während ihr Blick intensiv auf ihrer Darstellerkollegin ruhte. »Ich hoffe, wir werden uns einmal wiedersehen. Die Arbeit mit dir hat Spaß gemacht, wirklich!«<br />
Aber das war nicht alles, oder?, dachte Melissa. Da war eine unausgesprochene Erwartung in Silvanas Augen – etwas, das über eine flüchtige Begegnung hinausging.<br />
»Und nächstes Mal…«, fügte die Spanierin mit einem spitzbübischen Grinsen hinzu, »lasse ich dich vielleicht mal führen.«<br />
Melissa fühlte, wie ein Kribbeln über ihren Rücken zog. Nächstes Mal? Doch dann zuckte ein Lächeln durch ihr Gesicht.<br />
»Ich hoffe auch, dass wir uns wiedersehen.«<br />
Und das meinte sie ernst. Sie winkte zum Abschied, die Frauen ebenfalls. Dann kehrte sie in den Flur zurück und ging zu Florian, der bereits an der offenen Haustür auf sie wartete.<br />
»Danke noch einmal, dass du mir so schnell einen Job gegeben hast«, sagte sie mit brüchiger Stimme. »Ich weiß das sehr zu schätzen.«<br />
Er winkte gutmenschlich ab. »In unserer Branche hält man eben zusammen. Und ich muss die Wahrheit sagen, ganz uneigennützig war mein Angebot nicht.«<br />
Sie schenkten sich gegenseitig ein Lächeln.<br />
»Das Geld ist morgen bei dir.«<br />
»Danke.«<br />
»Und noch etwas &#8230;«<br />
Sie sah ihn erwartungsvoll an. »Du hast das wirklich sehr gut gemacht. Besser als viele Neulinge, um ehrlich zu sein.«<br />
Das habe ich gemacht, weil ich es machen musste. Sie schmunzelte. Müssen. Ein mittlerweile ziemlich entferntes Wort.<br />
»Danke.«<br />
»Ich habe da eine Idee, die ich gerne mit dir besprechen möchte.«<br />
Sie sah ihn empfänglich an. Was hatte er nun wieder geplant?<br />
»Solltest du daran interessiert sein, noch mehr Filme zu drehen &#8230; Nun &#8230; Dann kann ich dir helfen, eine Marke, deine Marke, aufzubauen.«<br />
Sie nickte neugierig.<br />
»Damit meine ich, dass ich dich als Newcomerin unterstützen kann. Noch mehr Filme, mehr Dinge, die du ausprobieren kannst. Veröffentlichungen, die geplant und strategisch sinnvoll gelegt werden können, sodass dein Wachstum davon profitiert. Ich helfe dir so lange, bis du auf eigenen Füßen stehst, solltest du das wollen.«<br />
»Ich dachte, du arbeitest nur an bestimmten Projekten, bei denen ich entweder nicht reinpasse, oder wenn doch, nur einmal teilnehmen kann.«<br />
Er grinste vielsagend. »Wenn du es willst, wirst du mein neues Projekt.«<br />
Ihr Herz machte einen überraschten Satz. »Quasi als eine Art Manager?«<br />
»So ungefähr. Nur ohne Knebelvertrag, versprochen.«<br />
»Klingt interessant. Was muss ich alles machen?«<br />
»Nur das, was du willst.«<br />
Sie überlegte. Die Worte deine Marke hallten in ihrem Kopf nach, wie ein Echo, das sie nicht ignorieren konnte. War das wirklich der nächste Schritt? Noch vor wenigen Tagen hätte sie sich geschworen, dass sie niemals so weit gehen würde – und doch stand sie jetzt hier, frisch nach einem Dreh, der sie nicht nur herausgefordert, sondern auch berauscht hatte.<br />
Noch mehr Filme. Noch mehr Erfahrungen. Noch mehr von mir, von dem, was ich vielleicht immer in mir getragen habe.<br />
Sie spürte, wie ihr Herz schneller schlug. War es Aufregung? Angst? Lust?<br />
»Ich denke darüber nach«, sagte sie schließlich.<br />
Florian wirkte zufrieden mit ihrer Antwort. Sie umarmten sich und gaben sich jeweils einen flüchtigen Kuss auf die Wange.<br />
»Grüß Lara von mir, wenn du sie siehst. Und sage ihr, dass ich sie zum Essen einladen werde. Ich muss mich dafür bei ihr bedanken, dass sie mich mit meinem neuen Star bekannt gemacht hat.«<br />
Hitze stieg in Melissas Gesicht. Die Bezeichnung Star schmeichelte ihr mehr, als sie zuzugeben bereit gewesen war.<br />
»Noch habe ich nicht ja gesagt.«</p>
<p>*</p>
<p>Die Wellen der Elbe schwappten munter gegen den Anleger. Mittlerweile war es dunkel, die Sonne war nur noch als Lichtstreifen am Horizont zu erahnen. Ein großes Containerschiff fuhr langsam und mit dumpfem Rattern an dem Ponton vorbei, der verlassen im Wasser trieb. Nur Melissa hatte es sich auf ihrer Lieblingsbank gemütlich gemacht und genoss das träge Schaukeln, das vom Ozeanriesen verursacht wurde. Sie sog die nach Sommer duftende Luft ein und schloss die Augen. Plötzlich vibrierte es in ihrer Hand.<br />
Hastig drehte sie ihr Smartphone um. Ein Anruf von Lara. Endlich!<br />
»Ich habe eintausendmal versucht, dich zu erreichen.«<br />
Melissas Stimme war eine Kombination aus Wut und Erleichterung.<br />
»Sorry«, erklang es in einem schuldbewussten Ton. »Ich habe es nicht früher geschafft. Ich hatte heute einen Arsch voll zu tun. Mama hat wieder Stress wegen ihres neuen Mackers geschoben und hat mich total in ihren Tag eingebunden &#8230;«<br />
»Ist schon okay«, beschwichtigte Melissa sie, deren Herz ein wenig leichter geworden war. Sie wusste um das komplizierte Familienverhältnis ihrer besten Freundin und darum, dass sie in diesem Thema keine Scherze machte, und erst recht nicht log. Sie hat mich also nicht ignoriert!<br />
»Was wolltest du denn nun von mir? Du hast fünfzehn Mal versucht, mich zu erreichen!«<br />
Melissa seufzte. Dann erzählte sie, was sie am Tag erlebt hatte. Und auch, dass Lara sich auf ein Dinner mit Florian einzustellen hatte.<br />
»Ich habe es gewusst! Ich habe es immer gewusst! Du kleine Bitch!«<br />
Beide lachten. »Wie du dich jahrelang vor meinen Bemühungen verschlossen hast, deine olle Pussy filmen zu lassen. Und jetzt denkst du darüber nach, richtig ins Geschäft einzusteigen, und drehst innerhalb von zwei Tagen zwei Streifen. Du bist so doof!«<br />
»Und du ein Miststück!«<br />
Wieder lachten sie. »Aber mal im ernst. Ich bin stolz auf dich. Ich wusste immer, dass mehr in dir steckt und dass du mutiger bist, als du es je für möglich gehalten hast.«<br />
»Danke &#8230;«<br />
Sie sprachen noch eine gute Stunde über das Tagesgeschehen, bis das Gespräch allmählich verebbte. Melissa rang mit sich. Denn sie wollte nicht nur aus dem Grund mit Lara telefonieren, weil der Drehtag so spannend war. Nein. Es galt, das Ereignis vom Vortag aufzuarbeiten, und sie war irgendwie enttäuscht darüber, dass das Thema bisher nicht angesprochen worden war. »Bevor wir auflegen, möchte ich noch etwas anderes ansprechen«, begann sie zögerlich. Ihre Freundin spürte an ihrer Tonlage, dass die Angelegenheit ernst wurde.<br />
»Was ist los?«<br />
»Mir geht das, was gestern Abend zwischen uns passiert ist, nicht aus dem Kopf.«<br />
Jetzt war die Katze aus dem Sack. Offen und frei heraus.<br />
»Du meinst &#8230; Den Kuss und &#8230;«<br />
»Du und deine Berührungen. Ihr lasst mich nicht los und das macht mir Sorgen.«<br />
»Sorgen?«<br />
»Ja, weil &#8230;«<br />
Melissa biss sich auf die Unterlippe. Wenn Lara jetzt sagte, dass alles sei nur ein Job gewesen, keine Liebe, nur ficken, wenn auch nur beinahe, dann &#8230; <br />
»Ich musste auch oft daran denken«, kam ihre beste Freundin ihr zuvor, und das überraschte sie mehr, da sie es so gar nicht erwartet hatte. »Um ehrlich zu sein war das mit ein Grund, warum ich so hastig abgehauen bin und warum ich mich so lange nicht gemeldet habe.«<br />
Melissas Herz raste vor Aufregung. Bedeutete das, dass auch Lara etwas mehr als nur Freundschaft für sie empfand?<br />
»Ich wollte dir eigentlich nur zeigen, wie einfach es sein kann, Sex mit einer Frau zu haben.«<br />
Sie lachte leise – aber es klang gezwungen. Unsicher.<br />
»Also… du weißt schon. Kein großes Ding. Nur ein bisschen Spaß. Ich dachte, wenn ich es einfach mache, dann…«<br />
Sie verstummte. Melissa hörte ein tiefes Einatmen durch den Lautsprecher. »Aber dann wurde mir plötzlich ganz anders. Irgendwie war da mehr Wärme, als es sein sollte.«<br />
Die Stimme ihrer Freundin klang brüchig. Melissa spürte, wie ihr Herz raste. War das das erste Mal, dass Lara sich selbst eingestand, dass sie mehr als nur Freundschaft empfand?<br />
»Und &#8230; was soll das heißen?«<br />
»Dass ich dich gerne so schnell es geht &#8230; wiedersehen möchte.«<br />
Eine kurze Pause. Dann, leiser:<br />
»Und dass ich viel mit dir zu besprechen habe.«<br />
Melissa schluckte. Es war, als hätte Lara ihr gerade eine Tür geöffnet – nur wusste sie noch nicht, was sie dahinter erwarten würde.</p>
<p>Ein paar Gedanken &#8230;</p>
<p>&#8230; zu der Entstehung dieser Buchreihe.</p>
<p>Einige Menschen verarbeiten das, was sie in ihrem Leben erlebt haben, mit dem Schaffen von Kunst. Sie malen, modellieren, kreieren. Andere wiederum erschaffen Musik, deren Klang ihr Lebensgefühl ausdrückt. Ich dagegen schreibe Geschichten und Texte, in denen ich den Protagonisten einen Teil meiner Story mit auf dem Weg gebe.<br />
So auch in diesem Werk und dessen Vorgänger. Ähnlich wie Melissa war ich in jungen Jahren dazu gezwungen, finanzielle Schwierigkeiten mit dem Verkauf meiner Intimität zu beseitigen. Die Gedanken, die sie während ihres ersten und zweiten Drehs hatte, kenne ich daher nur zu gut. Und auch die tief in mir aufkeimende Lust, die irgendwann aus dem notwendigen Übel eine Leidenschaft hat erblühen lassen, habe ich in Melissas Vita integriert.<br />
Mittlerweile ist die Erotik ein fester Bestandteil meines Lebens. Ich lebe mich mithilfe dieser aus, lerne mich und meine Grenzen, gleichwohl auch Wünsche und Sehnsüchte, kennen und schätzen.<br />
Das Spiel mit jenen Grenzen ist ein großer Teil meiner sexuellen Identität. Aber bis ich den Punkt von heute erreichen konnte, musste ich viel lernen und ausprobieren. So wie Melissa, der ich meine frühesten Erfahrungen mit gleichgeschlechtlicher Liebe und der Arbeit vor der Kamera mitgab.</p>
<p>Ich liebe das, was ich tue. Es prägt und definiert mich. Und ich möchte die Welt mit erotischen Geschichten und Fantasien daran teilhaben lassen.</p>
<p>Kim :-*</p>
<p>—-</p>
<p>Lust auf mehr von mir?<br />
Dann besuche doch meinen Blog &#8211; er ist nur einen Klick weit entfernt.<br />
Dieser enthält spannende Artikel über mein &#8220;Treiben&#8221; als Erotikautorin, Pornodarstellerin und Produzentin. Außerdem warten dort weitere Geschichten aus meiner Feder.<br />
Den Link dazu findest du in meinem Profil.</p>
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		<title>Verborgene Begierde – Die Kunst der Ekstase (Kapitel 1-4)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Kim_F_Wolf]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Sep 2025 17:45:08 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Zusammenfassung der Vorgeschichte Verborgene Begierde &#8211; In den Fängen der Technik Melissa Roggenmann steckt in finanziellen Schwierigkeiten. Nach dem Verlust ihres Jobs als Kfz-Mechatronikerin droht ihr der Schuldenberg über den&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
Zusammenfassung der Vorgeschichte<br />
Verborgene Begierde &ndash; In den Fängen der Technik<br />
Melissa Roggenmann steckt in finanziellen Schwierigkeiten. Nach dem Verlust ihres Jobs als Kfz-Mechatronikerin droht ihr der Schuldenberg über den Kopf zu wachsen. Jede Mahnung, jeder Blick auf ihr leeres Konto treibt sie weiter in die Verzweiflung. Ihre beste Freundin Lara, eine erfolgreiche Pornodarstellerin, schlägt ihr vor, in die Erotikbranche einzusteigen &ndash; ein Gedanke, den Melissa zunächst strikt ablehnt. Sex mit fremden Männern? Und dann noch vor laufender Kamera? Undenkbar. Doch die Rechnungen stapeln sich, und die Aussicht auf eine Lösung rückt in weite Ferne.<br />
Dann hört sie von einem außergewöhnlichen Filmprojekt &ndash; einem, das ganz ohne menschlichen Partner auskommt: Sex mit einer Maschine. Das Konzept erscheint ihr surreal, fast bizarr, doch die professionelle Aufmachung und die verlockende Bezahlung lassen sie hellhörig werden. Schließlich willigt sie ein. Was als einmaliger Job beginnt, wird zu einer unerwarteten Reise in ihre eigene Sinnlichkeit. Während die Kamera läuft, spürt sie jede Empfindung intensiver als je zuvor &ndash; ein ungewohntes, elektrisierendes Wechselspiel zwischen Nervosität, Scham und einer Lust, die sie nicht kommen sah. Sie ist gefangen in der Mitte von der Kälte der Maschine und der lodernden Hitze ihres eigenen Körpers &ndash; und genau dort beginnt ihr innerer Konflikt.<br />
&#8212;<br />
1.<br />
Tick tack. Tick tack.<br />
Melissa starrte auf die Uhr, die über ihrem Fernseher hing. Sie bestand aus metallisch glänzenden Zahlen und Zeigern, angebracht auf einem gläsernen Ziffernblatt. Sie tickte leise vor sich hin.<br />
In dem Wohnzimmer roch es nach altem Holz und einer Spur von Zimt, einem Relikt ihrer verstorbenen Tante, das sich noch immer nicht aus den Räumen verzogen hatte. Und das war gut so, denn dieser Duft verlieh der Wohnung einen einzigartigen Charakter, machte sie zu Melissas zuhause. Einem Zuhause, für das sie trotz der abartig hohen Miete kämpfen würde, bis es nicht mehr möglich war.<br />
Dass sie kämpfen würde, hatte sie vor wenigen Stunden unter Beweis gestellt. Und dass sie bereit war, für jenes Gefecht ihre Grenzen und Hemmungen hinter sich zu lassen.<br />
Tick tack. Tick tack.<br />
Es war bereits nach acht Uhr am Abend. Ihre Haut glänzte feucht unter dem Schein der untergehenden Sommersonne, die ihre schwindenden Strahlen durch das Fenster warf. In der Hand hielt Melissa ein Glas mit einem lieblichen Weißwein, das sie langsam schwenkte. Sie nippte daran und dachte an das, was sie am heutigen Tag erlebt hatte. Was sie verändert hatte. Was das noch immer spürbare Brennen zwischen ihren Beinen verursacht hatte.<br />
Ein schrilles Klingeln riss sie aus ihren Gedanken.<br />
&raquo;Endlich&laquo;, stöhnte sie erleichtert, stellte das Glas ab und erhob sich. Sie durchquerte das Zimmer und den Flur. Dann, als es ein zweites Mal schellte, öffnete sie die Tür.<br />
&raquo;Sorry für die Verspätung!&laquo;, schlug es ihr entgegen, noch bevor sie ganz geöffnet war. &raquo;Aber der Verkehr ist mörderisch!&laquo;<br />
&raquo;Hey Lara&laquo;, antwortete Melissa freundschaftlich und umarmte die Frau, die gut anderthalb Köpfe kleiner war als sie selbst. Sofort stieg ihr ein kräftiger, betörender Duft in die Nase. Ihre Freundin hatte sich, wie gewohnt, gut mit Parfum versorgt.<br />
&raquo;Na nu, noch im Bademantel?&laquo;, fragte sie und trat einen Schritt zurück. In der Tat hatte Melissa es noch nicht geschafft, sich nach dem Duschen, das bereits gut zwei Stunden zurücklag, umzuziehen. &raquo;Und rieche ich da Wein?&laquo;<br />
Beide kicherten und Lara trat ein. Sie trug ein rotes Sommerkleid sowie gleichfarbige Sandalen, die perfekt auf ihre Haarfarbe und den auffälligen Lippenstift angepasst waren. Sie lächelte breit und offenbarte strahlend weiße Zähne, auf ihrer sizilianisch gebräunten Haut zeichnete sich ein feuchter Schimmer ab. Während sie Melissa ins Wohnzimmer folgte, kam sie aus dem Fragen nicht heraus.<br />
&raquo;Wie war es?&laquo;, begann sie mit vor Aufregung quietschender Stimme. &raquo;Und was hast du gemacht? War Florian nett zu dir? Wie viel hast du verdient? Hast du Jenny kennengelernt? Und am wichtigsten, wie fühlst du dich?&laquo;<br />
Melissa grinste nur und schwieg, während Lara immer aufgeregter wurde. &raquo;Warum spannst du mich so auf die Folter? Mädel, ich platze vor Neugier!&laquo;<br />
&raquo;Setz dich erstmal und mache es dir gemütlich. Ich hole etwas zu trinken und dann können wir schnacken.&laquo;<br />
&raquo;Ach, ich will mich nicht setzen. Ich will alles wissen, das geht auch &#8230;&laquo;<br />
&raquo;Lara, den einen, wirklich kurzen Moment, kannst du dich sicherlich noch gedulden, oder?&laquo;<br />
&raquo;Sehe ich etwa so aus, als könnte ich das?&laquo;<br />
Tatsächlich kam Melissa nicht umher, ihre Freundin für einen Moment zu mustern. In ihrem frechen Gesicht mit den kräftig braunen Augenbrauen stand die absolute Neugier geschrieben, was ihre aufgerissenen Augen sowie die angespannten Denkfalten auf ihrer Stirn untermalten. &raquo;Ich bin sooooo neugierig!&laquo;<br />
Melissa überreichte Lara, die ihr keinen Schritt von der Seite wich, ein gut gefülltes Glas. Zusammen nahmen sie nebeneinander auf dem Sofa platz. Per Smartphone startete sie eine Playlist, die via Bluetooth kleine Lautsprecher zu leiser Hintergrundmusik animierte. Klirrend stießen die Frauen an. Dann begann Melissa zu erzählen.<br />
&raquo;Also. Florian ist nett, wirklich. Ein toller Produzent. Das hätte ich nicht gedacht. Und Jenny &#8230; Wow, was für eine Assistentin. Ich mag sie richtig gerne. Sie hat mir gut zugeredet und mich unterstützt. Ohne sie wäre es mir deutlich schwerer gefallen. Und ja, insgesamt war der Dreh eine tolle Erfahrung.&laquo;<br />
Sie schwieg. Lara hingegen starrte sie entsetzt an. Genau wie Melissa es geplant hatte.<br />
&raquo;Was? Mehr nicht? Mehr hast du nicht zu sagen?&laquo;, schimpfte sie und gestikulierte verzweifelt. In diesem Moment konnte sie ihre italienische Attitude nicht verbergen. Melissa zuckte gleichgültig mit den Achseln &ndash; dann brach sie in Gelächter aus.<br />
&raquo;Du müsstest dich mal sehen!&laquo;, prustete sie und verschüttete etwas Wein, der von dem Stoff ihres Bademantels augenblicklich aufgesogen wurde. &raquo;Wenn Neugier ein Gesicht hätte, dann wäre es deins!&laquo;<br />
Laras Verzweiflung schlug in Kränkung um. &raquo;Du bist ganz schön frech. Ist das der Dank dafür, dass ich dir den Job vermittelt habe?&laquo;<br />
&raquo;Ach quatsch, ich necke dich nur ein wenig. Du hast mich so lange mit deiner Idee, ich solle in Pornos mitwirken, genervt, dass ich nun etwas Spaß mit dir haben wollte.&laquo;<br />
&raquo;Genervt? Spaß mit mir? Ich habe es nur gut gemeint! Denk an deinen leeren Kühlschrank und die fällige Miete, du undankbarer Nasenbär!&laquo;<br />
Lara wirkte nicht wirklich gekränkt. Der zarte Anflug eines Lächelns ließ ihr Schauspiel auffliegen. Für einen Moment überlegte Melissa, ob sie die Neugier ihrer Freundin noch weiter anstacheln oder endlich erlösen sollte. Sie seufzte leise, bevor sie sich entschied.<br />
&raquo;Na gut, ich erzähle alles. Das hast du dir wirklich verdient.&laquo;<br />
Dann setzte sie an. Sie ließ kein Detail aus, selbst die pikanten und expliziten Erlebnisse nicht. Sie erzählte, wie sie Florian, einen selbstständigen Pornoproduzenten anrief, sich mit ihm verabredete und schließlich sein Studio aufsuchte, das allem widersprach, was sie von einem Pornostudio zu wissen geglaubt hatte. Sie erzählte, wie sie den Vertrag unterzeichnete, sich in der Maske von Jenny vorbereiten ließ und schließlich von dem Interview, in dessen Verlauf sie sich zum ersten Mal vor einer Kamera auszog und vollkommen nackt präsentierte. Wie sie sich fühlte, voller Scham und Verunsicherung, aber auch voller Neugier. Dann erzählte sie Lara von Lucy, der Sexmaschine mit dem ungewöhnlich weiblichen Namen, und dem, was diese mit ihr angestellt hatte. Wo sie es mit ihr angestellt hatte.<br />
&raquo;Das Ding hat dich in den Arsch gefickt?&laquo;, keuchte sie erschrocken und beeindruckt zugleich. &raquo;Das hätte ich von dir ja nicht gedacht.&laquo;<br />
Melissa errötete. So direkt hätte sie es selbst nicht formuliert. Aber es stimmte und sie nickte bestätigend. &raquo;Zum Glück nicht über die ganze Zeit.&laquo;<br />
&raquo;Respekt&laquo;, gratulierte Lara. &raquo;Ich hätte nicht erwartet, dass du dich bei deinem ersten Dreh darauf einlässt.&laquo;<br />
&raquo;Ganz ehrlich? Ich auch nicht. Ich war mehr als ein Mal einmal kurz davor, alles abzubrechen und wegzulaufen.&laquo;<br />
&raquo;Warum bist du geblieben?&laquo;<br />
&raquo;Na ja&laquo;, überlegte Melissa und nippte an ihrem Glas. &raquo;Ich brauche das Geld. Und &#8230;&laquo;<br />
&raquo;Uuuund?&laquo;<br />
&raquo;Ich war irgendwie neugierig.&laquo;<br />
Lara sprang vom Sofa hoch, als könne sie ihre eigene Aufregung nicht bändigen. Ihre Augen leuchteten, und sie stieß einen kleinen, triumphierenden Laut aus, bevor sie begeistert in die Hände klatschte. &bdquo;Ha! Ich wusste es! Ich wusste, dass mehr in dir steckt, als du jemals zugeben würdest!&ldquo;<br />
Melissa stieg die Röte ins Gesicht. Was sollte sie darauf antworten? Bis zum heutigen Tag hätte sie selbst nicht gedacht, dass sie jemals das tun würde, was sie in Florian Studio gemacht hatte. Und doch war es geschehen. Sie war, getrieben von einer schier unerträglichen, finanziellen Notlage, über sich hinaus gewachsen. Hatte mit dem Verkauf ihrer Intimität dem drohenden Verlust ihres Lebensstandards den Kampf angesagt. Und so erklärte sie es Lara. Verdeutlichte ihr, wie schwer ihr die Überwindung gefallen war, wie sehr es sie gefordert und fast überfordert hatte.<br />
&raquo;Und das Schlimme daran ist&laquo;, führte sie mit trauriger Stimme fort, &raquo;ist die Tatsache, dass es nicht reicht. Der Dreh hat nur ein kleines Loch geschlossen. Aber es sind so viele Rechnungen offen. Der Kühlschrank ist immer noch leer. Ich habe heute nur ein paar Scheiben Toast mit Billiggouda gegessen.&laquo;<br />
Lara sah sie mitfühlend an. &raquo;Laufen deine Bewerbungen? Für eine Rückkehr ins Handwerk?&laquo;<br />
&raquo;Drei sogar. Aber das kann sich über Wochen ziehen. Oder länger, wenn es denn überhaupt klappt.&laquo;<br />
&raquo;Hm.&laquo;<br />
Eine Stille entstand, nur unterbrochen von den sanften Klängen der Musik im Hintergrund. Lara war es, die sie unterbrach. &bdquo;Hast du mal darüber nachgedacht &#8230; nun &#8230; noch mehr Filme zu drehen?&ldquo;<br />
Einen Moment lang schloss Melissa die Augen. Ihr Magen zog sich zusammen, als könne ein Teil von ihr diese Frage nicht hören. Aber sie wusste, dass Lara nur laut aussprach, was in ihr längst brodelte. &bdquo;Um ehrlich zu sein &#8230;&ldquo;, begann sie stockend, froh, dass ihre Freundin dieses Thema endlich ansprach. &raquo;Wollte ich genau darüber mit dir sprechen.&laquo;<br />
Ihr Gegenüber zog verwundert die Brauen hoch. &raquo;Im Ernst jetzt?&laquo;<br />
Sie nickte. Dann berichtete sie, wie der Dreh etwas in ihr geweckt hatte, das sich so leicht nicht mehr ignorieren ließ: Begierde. Ein Hunger nach etwas Neuem. Nach etwas Verruchtem. Nach etwas &#8230; Heißem.<br />
&raquo;Ich bin immer noch hin und her gerissen, aber ich glaube, dass ich es noch einmal machen würde. Außerdem brauche ich das Geld. Es wäre eine Win-win Situation.&laquo;<br />
&raquo;Geld und neue Erfahrungen?&laquo;<br />
Melissa nickte bestätigend. Dann wurde sie nachdenklich und kaute auf ihrer Unterlippe. &raquo;Wenn da nur nicht das Ding mit den fremden Männern wäre &#8230;&laquo;<br />
Und das war in der Tat ihr Kernproblem. Sex mit fremden Männern. Vor diesem fürchtete und ekelte sie sich gleichermaßen. Fette, unrasierte Leiber, die sich auf und an ihr rieben, sie mit Schweiß und Sperma beschmierten, sie benutzten und demütigten. Diese Abneigung war es, die sie zu Florian Tüchs geführt hatte, der mit seinem speziellen Filmprojekt, Sex mit einer Maschine, ihre letzten Zweifel hat verstummen lassen.<br />
&raquo;Frag ihn, ob er dich erneut filmen möchte&laquo;, dachte Lara laut nach. Melissa schüttelte den Kopf.<br />
&raquo;Das wird nichts. Er nimmt jede Darstellerin nur einmal für dieses Projekt. Vornehmlich Ersties. Und das bin ich ja nun nicht mehr.&laquo;<br />
&raquo;Hm.&laquo;<br />
&raquo;Und Frauen? Lesbentapes sind immer hoch im Kurs. Du bist zwar von einem sehr unzutreffenden Bild über männliche Darsteller eingenommen, aber Darstellerinnen solltest selbst du nicht in die Kategorie eklig stecken, oder?&laquo;<br />
Melissa schüttelte es. Sex mit Frauen hatte sie ihr Leben lang kategorisch abgelehnt. Sie war nicht bisexuell. Auf keinen Fall. Aber in einem Punkt hatte Lara recht. Eklig waren Pornodarstellerin in ihrer Fantasie nicht &ndash; im Gegenteil. Der Markt lebte davon, dass sich schöne Frauen einem männlichen und letztendlich zahlenden Publikum präsentierten &ndash; das sollte also dafür sprechen, dass diese Ladys ordentlich aussahen und gepflegt waren.<br />
&raquo;Ich will nicht mit Frauen schlafen, Lara &#8230;&laquo;<br />
Ihre Freundin schüttelte den Kopf. &raquo;Du sollst nicht mit ihnen schlafen, süße. Du sollst sie ficken. Nicht lieben. Ficken. Des Geldes wegen!&laquo;<br />
Die Direktheit ihrer Worte ließ abermals heiße Glut in Melissas Gesicht steigen.<br />
&raquo;Lara, ich kann das aber nicht.&laquo;<br />
&raquo;Dann ist das Thema Porno für dich gestorben, Melissa. Du lehnst Sex mit Männern und Frauen ab. Das Maschinen-Ding ist durch. Also: Game over.&laquo;<br />
Sie hat recht, dachte Melissa und kaute weiter auf ihrer Unterlippe. Entweder, sie schmiss eine ihrer Prinzipien über Bord, oder sie musste sich einen anderen Weg suchen, um in kurzer, wirklich sehr kurzer Zeit, an genügend Geld zu kommen, um ihre geliebte Wohnung zu behalten.<br />
&raquo;Was ist an Sex mit einer Frau so schlimm?&laquo;, fragte Lara einfühlsam. &raquo;Vergiss bitte nicht, dass es dabei nicht um Liebe geht. Es geht um dich und sie. Um deine Lust und ihre. Und um das, was du für den Dreh bekommst. Es ist nur ein Job, keine Verpflichtung.&laquo;<br />
&raquo;Hm.&laquo;<br />
&raquo;Kein Sperma. Keine Brusthaare, keine Schlepphoden. Nur du, ein paar Brüste und etwas Hitze zwischen euren Beinen. Mehr nicht.&laquo;<br />
&raquo;Mit wie vielen Frauen hast du geschlafen?&laquo;, wollte Melissa das Thema für einen Moment von sich ablenken. Sie wusste, dass Lara vor der Kamera schon des Öfteren lesbische Drehs hatte. Und doch hatte sie es bisher verpasst, ihre Freundin, die so begeistert von ihrem Job als Darstellerin und Webcammodel war, detaillierter auszuhorchen.<br />
&raquo;Gefickt&laquo;, korrigierte sie sie. &raquo;Nicht geschlafen. Miteinander schlafen tut man, wenn man sich liebt. Das ist ein Unterschied, den du möglichst schnell lernen solltest. Ficken ist Business. Und so solltest du es behandeln.&laquo;<br />
&raquo;Also?&laquo;<br />
Lara dachte nach. &raquo;Genau weiß ich es nicht. Aber an die zehn Verschiedene waren es sicherlich. Einige Mädels hatte ich mehrfach, wenn es zwischen uns gepasst hatte.&laquo;<br />
Melissa nickte. So euphorisch sie nach dem Dreh mit der Sexmaschine auch gewesen war, so hoffnungslos fühlte sie sich in diesem Moment. Aber was hatte sie erwartet? Das wie durch ein Wunder eine zweite Sexmaschine samt Produktionscrew vom Himmel fallen würde? Dass sie immer und immer wieder dieselben Dinge verkaufen konnte? Sie war dumm gewesen. War gefangen in einem Gefängnis aus Vorurteilen, falschen Hoffnungen und Ängsten.<br />
Sie bemerkte, wie Lara sich ein winziges Stück zu ihr neigte. Für den Bruchteil einer Sekunde flackerte Unsicherheit in dem Blick ihrer Freundin, dann schien sie einen Entschluss zu fassen.<br />
Plötzlich lag ihre Hand auf Melissas Oberschenkel. Melissa zuckte vor Überraschung zusammen und sah ihr ins Gesicht, das sich erschreckend nah an dem ihren befand. Zum ersten Mal innerhalb ihrer langen Freundschaft fiel ihr auf, wie intensiv braun ihre Augen doch waren. Was hatte sie vor?<br />
&raquo;Sex mit Frauen ist anders als alles, was du vorher mit Männern hattest&laquo;, flüsterte sie, während ihre Augen sie fesselten. &raquo;Er ist weicher. Wärmer. Einfühlsamer.&laquo;<br />
&raquo;Okay &#8230;&laquo;, murmelte Melissa und war sich unsicher, was ihre Freundin damit bezweckte. Laras Hand schob sich plötzlich unter ihren Bademantel und glitt über ihren Oberschenkel. Melissa wich mit dem Oberkörper entsetzt ein Stück zurück.<br />
&raquo;Keine Angst&laquo;, hauchte ihre Freundin. &raquo;Ich will dir nur zeigen, wie falsch es sein kann, an Vorurteilen festzuhalten.&laquo;<br />
Melissa legte die Stirn in Falten. Dann spürte sie Laras Lippen auf den ihren.<br />
Sie riss die Augen auf, alles in ihr schrie nach Flucht. Doch ihre Hände blieben wie angewurzelt, und sie merkte, wie ihr Herz immer schneller wurde. Es war, als suchte ihr Verstand panisch einen Ausweg.<br />
Laras Lippen waren weich. Der Wein hatte ihnen einen fruchtigen Geschmack verliehen, der merkwürdigerweise perfekt zu dieser Frau mit den roten Haaren passte und ihren exotischen Charakter unterstrich.<br />
&raquo;La &#8230;&laquo;, presste sie hervor, doch ihre Freundin unterbrach sie mit einem kurzen Kopfschütteln.<br />
Was macht sie da? Was fällt ihr ein? Ich will das nicht.<br />
Ein Gedankenfeuerwerk explodierte in ihrem Kopf. Machte Lara das, um ihr etwas zu beweisen? Um ihre Vorurteile gegenüber der Intimität mit Frauen zu lindern? Oder empfand sie mehr für Melissa, als ihre Freundschaft aus Kindheitstagen bis zu diesem Tag vermuten ließ? Quatsch!, schrie eine Stimme in ihrem Kopf. Wenn sie dich liebt, wäre dies der unpassendste Moment, es dir zu zeigen!<br />
Plötzlich spürte sie, wie Laras Hand weiter glitt, vom Oberschenkel seitlich vorbei an ihre Hüfte. Sie war so unglaublich warm.<br />
Ihre Gedanken rasten. Sie will mir etwas beweisen! Sie meint es nur gut! Aber &#8230; ich will es nicht! Oder?<br />
Und plötzlich machte es klick. Ihr Herz tobte. Und dann ließ sie es, trotz all ihrer Zweifel, geschehen. Ließ Lara das machen, was sie machen wollte. Ergab sich der Magie, die ihren Schutzschirm gebrochen hatte, und schaffte es endlich, ihre Augen zu schließen.<br />
Einen Herzschlag lang zögerte Melissa. Ihre Lippen bebten leicht, ehe sie sich öffneten &ndash; nur einen Spalt, aber genug, um Lara ein unmissverständliches Zeichen zu geben. Zeig es mir! Lass es mich fühlen!<br />
Laras Zunge tastete sich langsam und selbstbewusst voran. Als sich die Zungenspitzen berührten, prickelte es wie sanfte Stromschläge. Wie ferngesteuert wanderte eine von Melissas Händen an Laras Taille hoch. Sie spürte den glatten Stoff des Kleides und das Leben, das sich darunter verbarg. Sie glitt höher, betastete jeden Zentimeter und stieß dann mit dem Handgelenk an die Kontur ihrer Brust.<br />
Und trotz der mutigen Erkundungstour war klar, wer das Kommando hatte. Lara. Sie zog ihre Hand aus Melissas Bademantel hervor. Dann drückte sie ihre Freundin zur Seite, so dass sie, noch immer mit verbundenen Lippen, gemeinsam in eine liegende Position kamen, sie unten, ihre Vertraute über ihr, Becken an Becken zwischen ihren geöffneten Beinen. Laras Hand glitt abermals unter den Bademantel. Als Melissa die Berührung auf ihrer Haut spürte, kribbelte ihr ganzer Oberkörper und eine Woge der Lust, und nichts anderes konnte es sein, bahnte sich ihren Weg vom Bauch bis zwischen die Oberschenkel. Was zum Teufel geschah mit ihr? Wieso empfand sie diesen Moment als so erregend? Mit einer Frau! War ihr Umstand den Erlebnissen des Tages geschuldet?<br />
Lara ließ ihre Hand langsam über Melissas Seite gleiten, näherte sich Zentimeter um Zentimeter ihrer Brust. Melissa hielt unwillkürlich den Atem an, als sie spürte, wie Laras Fingerkuppen schließlich den weichen Ansatz ihres Busens berührten.<br />
Ein elektrisierendes Kribbeln breitete sich in Melissas Brustkorb aus. Sie versuchte, ihre Gedanken zu ordnen, doch ihr Herz schlug viel zu schnell und laut in ihren Ohren. Zugleich spürte sie eine fast schmerzhafte Neugier &ndash; wie würde es sich anfühlen, wenn Lara noch weiterging?<br />
Genau in diesem Augenblick ließ ihre Freundin die Fingerkuppen behutsam über Melissas Brustwarze gleiten. Eine Welle heißer Erregung durchflutete ihren Körper. Mit geschlossenen Augen konnte sie nur noch spüren, wie sich jeder Millimeter ihrer Haut unter Laras Berührung spannte.<br />
Als sie schließlich ihren Mund von Melissas Lippen löste und sich mit halb geneigtem Kopf über ihre Brust beugte, war der Moment so intensiv, dass Melissa das Gefühl hatte, die Welt um sich herum zu vergessen. Der warme Atem ihrer Freundin, die kaum hörbar keuchende Stimme &ndash; all das ließ ihren Widerstand förmlich in Luft aufgehen. Der erste Kontakt von Laras Zunge auf ihrer harten Brustwarze brannte sich wie ein glühendes Siegel in ihr Bewusstsein.<br />
Ein heiseres &bdquo;Oh Gott &hellip;&ldquo; entfuhr Melissa, während ihre Fingerspitzen sich in Laras Haar vergruben. Sie wollte mehr &ndash; oder zumindest glaubte sie das in diesem Augenblick. Und noch bevor ihr Verstand ein Veto einlegen konnte, ergab sie sich dem neuen, berauschenden Gefühl, das jede Faser ihres Seins elektrisierte. Urplötzlich manifestierte sich ein Gedanke in ihrem Kopf: Ich will! Zeig es mir! Zeige mir, was du weißt!<br />
Das war der Moment, in dem sie spürte, wie sich zwischen ihren Beine eine warme Nässe einstellte. Sie verstand, dass sie ihr Leben lang einer anerzogenen Abneigung gegen gleichgeschlechtlicher Intimität auferlegen war, die in jenem Moment ihre Bedeutung verlor. Laras Hand glitt abwärts, zum Bauchnabel und über die empfindliche Haut darunter. Als ihre Fingerspitzen ihre Schamlippen berührten, schoss ein Blitz durch ihren Unterleib und sie zuckte vor Begierde, stieß einen tiefen Schwall Luft aus und biss sich auf die Unterlippe, die noch immer fruchtig schmeckte.<br />
Für einen winzigen Augenblick schien die Welt stillzustehen. Melissa spürte das wilde Pochen in ihrer Brust, während Laras heiße Berührung auf ihrer Haut zurückblieb wie ein brennendes Echo. Dann riss ihr Kichern sie jäh aus ihren Gedanken.<br />
&raquo;Wie ist es jetzt um deine Prinzipien bestellt?&laquo;, flüsterte sie einfühlsam und siegesgewiss zugleich. Sie legte die Hand flach auf Melissas Vagina, so dass sie nicht umhinkommen konnte, ihre Nässe zu bemerken. Jede Faser ihres Körpers prickelte vor Hitze, und ein gequältes Stöhnen entfuhr ihr, das sie selbst überraschte.<br />
&raquo;Ich sagte doch, es ist nur ficken&laquo;, wisperte Lara, während sie ihre Finger sacht bewegte, &raquo;keine Liebe. Ein Job. Und du &hellip;&laquo;<br />
Sie hob den Kopf und sah Melissa direkt in die Augen, ihre Lippen nur Millimeter von ihrem Mund entfernt. &raquo;&hellip; du zeigst mir gerade, dass du bereit bist, dich etwas Neuem zu öffnen.&laquo;</p>
<p>2.<br />
Melissa saß auf einer Bank und hatte die Beine zu sich herangezogen, sodass sie ihren Kopf auf den Knien abstützen konnte. Vor ihr schwappte das nachtschwarze Wasser der Elbe und plätscherte gegen den Ponton, auf dem sich die Sitzgelegenheit befand. Weit oben stand der Mond am Himmel und ließ die Wellen glitzern. Ein Binnenschiff glitt leise tuckernd durch die Nacht. Seufzend sah Melissa auf und zermarterte sich den Kopf über die Erlebnisse vor gut zwei Stunden und über das, was Lara mit ihr angestellt hatte.<br />
Lara. Bei dem Gedanken an ihre beste Freundin zog sich ihre Brust zusammen. Unerwünschte Bilder blitzten auf: Laras weiche Lippen auf ihren, die drängende Hitze ihrer Hand, die sich über Melissas Oberschenkel bis hinauf zu ihrem Schoß getastet hatte. Schon beim Gedanken daran spürte Melissa ein sehnsüchtiges Ziehen tief in ihrem Unterleib, als würden Laras Finger noch immer über ihre Haut gleiten.<br />
Ihr Atem beschleunigte sich, als sie an den Moment dachte, in dem sich ihre Brustwarzen bei Laras Berührung verhärtet hatten &ndash; ein elektrisierendes Pochen, das Melissa gleichermaßen erschreckte und unbändig erregte. Sie schluckte hart, überrascht, wie stark eine bloße Erinnerung ihren Körper reagieren ließ.<br />
Was ist nur mit mir los?, dachte sie, während sie das leise Pochen zwischen ihren Beinen kaum ignorieren konnte. Warum hat Lara so einfach eine Seite an mir geweckt, die ich nie gekannt habe?<br />
Sie war verwirrt, wusste nicht, wohin mit all diesen Gefühlen. Warum hatte Lara das getan &ndash; und warum hatte sie es zugelassen und &#8230; sogar genossen?<br />
Doch die Frage, die sie am meisten quälte, war, warum sie mit dem, was sie tat, so abrupt aufgehört hatte. Hatte Melissa etwas Falsches getan? Hätte sie ihrerseits in die Offensive gehen müssen, um den Akt, oder was auch immer es war, am Laufen zu halten?<br />
Sie leckte über ihre Lippen und bildete sich ein, den Geschmack ihrer Freundin zu schmecken, die nach den Küssen und den intimen Berührungen das Treffen relativ schnell beendet hatte und aufgebrochen war.<br />
&raquo;Denk an das, was ich dir gezeigt habe&laquo;, waren ihre letzten Worte gewesen, bevor sie mit einem Augenzwinkern im Treppenhaus verschwunden war.<br />
Und das tat Melissa. Denken. Zerdenken. So intensiv, dass ihr Kopf schmerzte. Ihre Gedankenwelt war wild und diffus. Schwankte von einem Extrem ins andere. Liebt sie mich? Habe ich sie enttäuscht? Oder wollte sie mir nur die Augen öffnen? Wenn ja, hatten ihr die Küsse nichts bedeutet? War es für sie als Profi nur ein Job gewesen?<br />
Sie stöhnte frustriert und biss sich auf die Unterlippe. Eines hatte ihr der Abend aber eindeutig bewiesen: Ihre Vorurteile waren verflogen. Hatten sich in Rauch aufgelöst. Sie hatte ihre Abneigung gegenüber Intimität mit Frauen abgelegt. Hatte verstanden, dass Lara es in kurzer Zeit geschafft hatte, sie zu verführen.<br />
Lara. Ihre Freundin aus Kindheitstagen. Ein Mensch, die sie aus der Krippe im Kindergarten kannte. Mit der sie so viel Gutes und Schlechtes erlebt und durchgestanden hatte. Todesfälle in der Familie, Probleme mit Partnern oder in der Schule und letztlich Melissas Geldprobleme, die all das, was in den letzten Tagen und Stunden passiert war, überhaupt erst ausgelöst hatten.<br />
Sie ballte die Hände zu Fäusten und warf einen zornigen Blick auf den Fluss, der sich nicht an ihrem Schicksal zu stören schien und gleichgültig seine Wassermassen gen Nordsee fließen ließ.<br />
Melissa war wütend &ndash; nicht auf Lara, sondern auf sich selbst. Sie ärgerte sich über ihre Unfähigkeit, ihre Gefühle zu deuten.<br />
Ein Teil von mir will sie am liebsten wiederküssen &ndash; jetzt sofort!, dachte sie konsterniert, spürte dabei ein verräterisches Ziehen in ihrem Bauch. Aber was, wenn das alles nur Show für sie war?<br />
War sie nach diesen heißen Berührungen wirklich verliebt? War ihre tiefe Freundschaft in jenem Moment zu etwas Romantischem mutiert? Vielleicht wollte Lara lediglich ihre Vorurteile zerstreuen und dann weitermachen, als wäre nichts passiert.<br />
In Melissas Kopf stritten Neugier und Angst miteinander &ndash; sie wusste nicht, ob sie Lara in die Arme fallen oder davonlaufen sollte.<br />
Sie gähnte. Egal, was es war, sie würde es nicht ohne ein klärendes Gespräch ergründen können. Doch bevor dieses stattfinden konnte, musste sie sich erst einmal sortieren. Vielleicht würde sie nach einer Mütze Schlaf schon ganz anders und distanzierter über die Sache denken. Möglicherweise ordnete sie die Bedeutung der Situation ganz falsch ein und dramatisierte etwas, das in der modernen Welt, in der sie lebten, vollkommen harmlos und normal war. Denn wenn die aktuelle Gesellschaft zu irgendwas fähig war, dann zu gefühllosem und Lustgetriebenen Sex &ndash; ohne anschließende Hochzeit. Heutzutage verpflichtete Intimität nicht direkt zu einer Partnerschaft &ndash; sie konnten einfach Freunde bleiben.<br />
Will ich das? Oder will ich mehr?<br />
Melissa sprang auf und verbot sich jeden Gedanken, der in diese Richtung ging. Sie attestierte sich einen verwirrten Zustand, ausgelöst durch die Küsse einer rassigen Halbitalienerin in turbulenten Zeiten. Sie durfte der Sache nicht verfallen. Sie hatte genug nachgedacht.<br />
Ein Blick auf das Smartphone verriet ihr, dass es kurz vor Mitternacht war. Sie musste allmählich heimkehren. Der Sommer bescherte zwar eine angenehm warme Nacht, und doch begann sie in dem seichten Wind, der dem Fluss gen Westen folgte, zu frösteln.<br />
Sie trat neben die Bank und griff nach dem Lenker ihres Fahrrades, das an einer Begrenzung lehnte und auf sie wartete. Quietschend ließ es sich über den Ponton und die Brücke schieben, die den Schwimmkörper mit dem Festland verband. Oben angekommen schwang sie sich auf das Rad und trat in die Pedale. Doch nach nur wenigen Metern knackte es erbärmlich und die Kette sprang aus ihrer Führung.<br />
Melissa stöhnte frustriert, stieg mit aufschwellender Wut in der Brust ab, klappte den Fahrradständer aus und besah sich den Schaden. Mit fahrigen Händen versuchte sie, zum gefühlt hundertsten Mal in dieser Woche die schmierige Kette wieder über das Ritzel zu legen, doch es gelang ihr nicht. Als ihr im Licht des Smartphones die vom Öl pechschwarz verschmierten Hände auffielen, setzte etwas in ihr aus. Mit einem lauten Schrei schmiss sie das Rad zur Seite und trat mehrfach wütend darauf ein.<br />
Das fehlte ihr noch. Ein neues Rad konnte sie sich nicht leisten, ein Auto erst recht nicht. Und das Fahrrad, das nach dem aufgedruckten Slogan &raquo;Racing 1995&laquo; am Rahmen sieben Jahre älter war, als sie selbst, verschlang mittlerweile so viel Zeit und Geld, dass es sich schon längst nicht mehr lohnte. Als Melissa das verstand, war das Schicksal des Drahtesels besiegelt. Fluchend packte sie es an Lenker und Sattel, zog es hoch, führte es wild atmend in Richtung Uferböschung und schleuderte es dann hinab. Es rutschte krachend und scheppernd über die Befestigungssteine und kam kurz vor der Wasserkante zum Liegen.<br />
Zufrieden stellte Melissa fest, dass das Mistding beim Einsetzen der Flut endgültig untergehen und sterben würde &ndash; ihr war es nur recht.<br />
&raquo;Was soll denn das?&laquo;, sprach plötzlich jemand. Sie fuhr herum und sah in das entsetzte Gesicht einer älteren Dame, die einen Schäferhund an der Leine führte.<br />
&raquo;Noch nie eine Frau mit Nervenzusammenbruch gesehen?&laquo;, giftete Melissa, funkelte sie zornig an und schritt energisch los, weg vom Fluss, weg von allem.<br />
&raquo;Kann ich Ihnen helfen?&laquo;, verfolgte sie die besorgte Stimme der Alten, was in ihr einen seltsamen Emotionsabbruch bewirkte. Sie blieb stehen. Das brennende Gefühl der Wut, dass ihre Brust zusammengeschnürt hatte, war so schnell verflogen, wie es aufgekommen war. Kalte Scham breitete sich in ihr aus. Sie spürte, wie eine Träne ihre Wange herunterrann. Sie wandte sich der Dame und dem Hund zu. &raquo;Es tut mir leid&laquo;, wimmerte sie mit nassen Augen. &raquo;Aber mir geht es nicht gut.&laquo;<br />
&raquo;Nun, das sehe ich&laquo;, antwortete die Frau und trat unschlüssig dessen, was sie tun sollte, von einem Fuß auf den anderen. &raquo;Soll ich Ihnen ein Taxi rufen?&laquo;<br />
&raquo;Nein, danke&laquo;, wisperte Melissa. &raquo;Ich komme zurecht. Ich musste nur alten Ballast loswerden.&laquo;<br />
Ohne ein Wort des Abschiedes wandte sie sich abermals um und ging los. Sie spürte, wie die Frau und der Hund ihr nachsahen.<br />
Als ob ich mir ein Taxi leisten könnte, dachte sie frustriert. Ich kann mir gar nichts leisten. Nicht einmal die beschissene Gebühr für einen dieser dämlichen Elektroroller, die überall herumstehen.<br />
Sie ging zügig. Bis zu ihrer Wohnung waren es gut fünf Kilometer. Mit dem Rad eine kurze Distanz, aber zu Fuß &#8230; Sie weinte hemmungslos und schluchzte lautstark. Nachtschwärmende Passanten musterten sie teils besorgt, teils voller Missbilligung, doch das interessierte sie nicht. Der Tag hatte ihr den Rest gegeben. Er war voller ungeklärter Gefühle und der erdrückenden, finanziellen Not, die sie seit Monaten stetig auf eine Klippe zutrieb. Plötzlich kam ihr ein Gedanke. Er hatte eine enorme Energie, fast wie eine Bombe, die in ihr explodierte.<br />
Wenn ich nicht etwas unternehme, dann stürze ich über diese Klippe und alles ist aus.<br />
Als sie die Bedeutung dieser Worte verstand, blieb sie stehen. Ihr Herz raste, kaltes Eis durchflutete ihre Muskeln. Ihr wurde schwindlig. Ich werde fallen! Das darf nicht passieren! Ihre Hand glitt wie ferngesteuert in die Hosentasche und zog das Smartphone heraus. Schniefend entsperrte sie es und tippte auf eine vor wenigen Stunden zum ersten Mal gewählte Nummer. Sie hob das Gerät ans Ohr und lauschte den Tönen, die in der Leitung zu hören waren. Ihre Zielperson nahm nicht sofort ab, es dauerte mindestens fünfzehn Sekunden. Doch dann erklang die für diese Uhrzeit ungewöhnlich wache und aufgeschlossene Stimme Florian Tüchs. &raquo;Melissa? So spät?&laquo;<br />
&raquo;Hey&laquo;, antwortete sie in einem seltsamen Ton, der langsam und traurig zugleich war.<br />
&raquo;Geht es dir gut?&laquo;<br />
&raquo;Hm.&laquo;<br />
&raquo;Ist etwas passiert?&laquo;<br />
Der Pornoproduzent klang ehrlich besorgt. Und sie wusste das zu schätzen. &raquo;Hatte ich dir eigentlich erzählt, warum ich auf deine Anzeige mit dem Dreh reagiert habe?&laquo;<br />
&raquo;Hm. Nein, hast du nicht.&laquo;<br />
&raquo;Kannst du es dir vorstellen?&laquo;<br />
Es folgte eine kurze Stille. &raquo;Nein. Oder doch. Du hast eine neue Erfahrung machen wollen?&laquo;<br />
Melissa lachte freudlos auf. &raquo;Nope. Das nun wirklich nicht.&laquo;<br />
Sie zögerte für einen Moment. Dann brach es aus ihr heraus. Sie erzählte ihm die Wahrheit über ihre finanzielle Situation. Über ihre Probleme und dem Zwang, mit der Zurschaustellung ihres Körpers Kapital zu schlagen. Und er hörte zu, ohne sie zu unterbrechen.<br />
&raquo;Das tut mir wirklich sehr leid, zu hören&laquo;, sagte er, als sie geendet hatte. Das Mitgefühl klang so aufrichtig, dass es beinahe greifbar war.<br />
&raquo;Danke. Aber ich rufe nicht nur an, um dir das zu erzählen. Ich wollte &#8230;&laquo;<br />
Sie zögerte zunächst, denn es fiel ihr nicht leicht, die folgenden Worte über die Lippen zu bringen. &raquo;&#8230; dich fragen, ob du mich noch einmal engagieren würdest. Für irgendein weiteres Projekt, falls du etwas am Laufen hast.&laquo;<br />
Sie kam sich schäbig vor. Schäbig und gescheitert. Wie eine Bettlerin, die es kaum erwarten konnte, für ein paar Euros ihre Würde zu verkaufen.<br />
Florian zögerte. Melissa hörte seine ruhige Atmung am anderen Ende der Leitung.<br />
&raquo;Ich habe derzeit nichts für dich&laquo;, erklärte er ihr in traurigem Ton. &raquo;Wirklich. Wenn ich ein Programm hätte, das zu dir passen würde, würde ich dir hier und jetzt eine Einladung aussprechen. Aber ich habe nichts. Es tut mir leid.&laquo;<br />
Melissa schluchzte laut, als sie das hörte. &raquo;Es ist mir mittlerweile auch egal, ob es mit einer Maschine ist, oder mit einem Menschen. Ich habe nachgedacht und würde gerne etwas mit einer Frau probieren. Ich habe gehört, dass Lesbenvideos hoch im Kurs stehen.&laquo;<br />
Sie schämte sich für das jämmerliche Flehen, das in ihrer Stimme wohnte.<br />
&raquo;Damit hast du recht. Aber ich drehe derzeit keine Pornos, die so etwas beinhalten. Ich habe eher speziellere Projekte, bei denen es immer ein übergreifendes, explizites Thema gibt.&laquo;<br />
Wieder schluchzte Melissa, als sie die nächste Abfuhr traf.<br />
&raquo;Hey&laquo;, drang es väterlich aus der Leitung. &raquo;Gib nicht auf. Weißt du was? Ich werde mich umhören. Ich habe ein gutes Netzwerk und verspreche dir, dass ich ein paar Kontakte anhauen und deinen Namen heiß machen werde. Wir werden schon etwas für dich finden.&laquo;<br />
&raquo;Danke&laquo;, wisperte sie ohne jegliche Hoffnung, dass dies tatsächlich passieren würde.<br />
&raquo;Ich verspreche es dir. Ich muss dir allerdings auch sagen, dass es selbst, wenn ich einen passenden Kontakt für dich finde, im Regelfall nicht so kurzfristig wie bei mir zu einem Job kommt.&laquo;<br />
&raquo;Verstehe&laquo;, schniefte Melissa. Dem folgten weitere Versicherungen Florians, dass er sich direkt an die Arbeit machen und Nummern wählen würde.<br />
&raquo;Danke, das bedeutet mir viel&laquo;, erklärte sie, doch es klang eher so, als spielte sie einen einstudierten Text ab.<br />
Als das Gespräch beendet war, setzte sie sich auf den Boden und ließ ihre Verzweiflung lautstark heraus.</p>
<p>3.<br />
Als Melissa am nächsten Morgen in ihrem Bett erwachte, rieb sie sich müde die Augen. &raquo;Oh Gott&laquo;, stammelte sie, als sie auf die getrockneten Spuren ihrer Tränen stieß, die an ihren Wangen und Lidern hafteten. Sie drehte sich zur Seite, gähnte und tastete in der im Schlafzimmer vorherrschenden Halbdunkelheit nach ihrem Smartphone. Als sie es fand, drückte sie es mit dem Display an ihre Brust und schloss die Augen. Ob Lara ihr geschrieben hatte? Oder Florian?<br />
Mit vor Ungewissheit rasendem Herzen drehte sie es um und tippte darauf. Es leuchtete auf. Aber es blieb leer, zeigte nur ein Foto ihrer Tante. Sie hatte keine Nachricht bekommen. Von niemandem.<br />
Seufzend ließ sie das Gerät auf die Matratze gleiten. Sie versuchte, sich aufzusetzen, aber ihre Muskeln fühlten sich ungewohnt träge an. Frustriert fiel sie zurück in die Kissen. Wie armselig ich doch bin, dachte sie und spürte, wie Wut in ihrer Brust kribbelte. Ich bin arbeitslos und verwirrt, total abgefuckt. Eine einwandfreie Versagerin.<br />
Melissa fühlte sich einsam. Und zwar so richtig. Sie schluckte. Wie gegensätzlich zwei Tage doch verlaufen können, dachte sie und starrte an die Decke. Gestern noch posierte sie nackt vor einer Kamera und ließ sich von einer Sexmaschine verwöhnen. Nur wenige Stunden später gab es eine hocherotische Situation mit ihrer besten Freundin. Und nun lag sie da, alleine in ihrer Wohnung, die im Grunde viel zu groß für eine Person war.<br />
Sehnsüchtig wünschte sie sich jemanden herbei, mit der sie lachen und herumblödeln konnte. Mit der sie ihrem Schmerz teilen konnte. Jemanden, der sie trösten konnte, der ihr etwas Wärme schenken &#8230; Lara. Sie wünschte sich nicht irgendjemanden herbei &ndash; sondern Lara.<br />
Sie nahm abermals das Smartphone auf und scrollte durch ihre Fotobibliothek. Da war sie. Ihre Freundin mit dem roten Haar. Als Melissa ihr Foto erblickte, wallten seltsame Emotionen durch ihren Körper. Sie fühlte sich angezogen, verprellt, verwundert und erregt zugleich.<br />
&raquo;Boah, wie nervig&laquo;, fluchte sie und kniff die Augen zusammen. Warum zum Teufel waren diese kurzen, aber intensiven fünf Minuten mit ihr so tief in sie eingedrungen? Versuchte ihr Unterbewusstsein, ihr eine Liebessehnsucht zu Lara vorzugaukeln, um sie von ihrem depressiven Gemütszustand abzulenken? Wenn dem so war, war es ein kläglicher Versuch.<br />
Sie öffnete die Augen und betrachtete abermals das Foto. Lara posierte auf diesem vor einem Nachtclub auf der Reeperbahn. Sie war gekleidet in eine hautenge Leggings. Dazu trug sie ein Top, das so knapp geschnitten war, dass es den Männern nur wenig Fantasie abverlangte. Melissa zoomte die Frau heran und betrachtete sie genauer. Ihre Augen, ihren Mund, der nach Wein schmeckte, ihren Hals, die Kette, deren Anhänger auf einer ihrer Brüste lag. Sie zoomte weiter, vergrößerte die Brust. Mit etwas Vorstellungsvermögen konnte sie die Erhebung einer Brustwarze erkennen. Neugier packte sie. Griff tief in ihre Erinnerungen. Glitt zurück an kalte Wintertage, an denen Melissa und sie regelmäßig in einer Sauna saßen und den Minusgraden den Kampf angesagt hatten. Sie versuchte, sich krampfhaft an das Aussehen ihrer Brüste zu erinnern, aber jetzt, wo sie sich so darauf konzentrierte, gelang es ihr nicht. Wenn sie Lara doch nur oben ohne sehen könnte. Wer weiß, vielleicht würde sie nach diesem Test verstehen, ob sie sie wirklich sexuell anziehend fand, oder ob sie tatsächlich nur einem Hirngespinst auferlegen war.<br />
Schlagartig schoss es ihr plötzlich in den Sinn. Lara war Pornodarstellerin. Wenn Melissa es wollte, konnte sie jedes Detail ihrer Freundin sehen &ndash; schnell und unkompliziert. Mit rasendem Herzen und zittrigem Finger öffnete sie den Webbrowser. Und obwohl sie Laras Künstlernamen genau kannte, fiel er ihr in diesem Moment nicht ein, so aufgeregt war sie. Sie schlug sie mit der flachen Hand mehrfach auf die Stirn. Dann, als hätten die Schläge eine Schublade in ihrem Gehirn geöffnet, fiel er ihr ein. Ungeduldig tippte sie den Namen in die Suchleiste ein, fügte den Begriff Porno hinzu und drückte auf Suche. Während sich rasend schnell mehrere Vorschläge aufbauten, wurde ihr bewusst, dass sie noch nie nach Lara gesucht hatte &ndash; zumindest nicht ihre Filme. Diese waren für sie immer ein Tabu gewesen. Und ihre Freundin hatte das akzeptiert.<br />
Doch nun standen sie da, Dutzende Links, die zu einschlägigen Videoportalen führten. Sie wollte den Obersten anklicken, zögerte jedoch. Will ich diese Grenze wirklich überschreiten? Was, wenn ich danach nicht mehr dieselbe bin? Was, wenn ich sie danach nicht mehr ansehen kann, ohne diese Bilder im Kopf zu haben?<br />
Sie kaute auf ihrer Unterlippe, während diese Gedanken wie ein Sturm durch ihren Kopf tobten. Doch dann raste eine Antwort heran, die ihren Finger das Display berühren ließ. Ja, verdammt!<br />
Eine Seite baute sich auf und ein Videofenster erschien. Es trug den Titel &raquo;Studentin in alle Löcher gefickt&laquo; und ging etwa zwölf Minuten. Mit vor Aufregung rasendem Herzen und einem unbändigen Ziehen in der Magengegend drückte sie auf Play.<br />
Das Display wurde für einen Moment schwarz, dann weiß. Ein Schriftzug, der den Titel wiederholte, glitt durchs Bild. Dann kam der Name des Studios. Anschließend wechselte das Bild und entführte Larissa in ein Klassenzimmer. Es war leer, die Stühle waren ordentlich an die Tische gestellt. Die Tafel war gewischt und das Lehrerpult war aufgeräumt. Die Kamera schwenkte zur Tür, die just in diesem Moment geöffnet wurde. Melissas Herz machte einen Satz, als Lara den Raum betrat, gekleidet in eine zugegeben ziemlich klischeehafte Schuluniform mit kurzem Rock, hohen Strümpfen und einer weißen Bluse, die ihre Brust großzügig betonte.<br />
Sie war kräftiger geschminkt, als sie es privat tat, aber davon abgesehen war sie echt. Einfach Lara, wie sie sie kannte. Ihr rotes Haar fiel frech über ihre Schultern bis auf die Höhe ihres Bauchnabels.<br />
Melissas Brust zog sich voller Vorfreude zusammen. Sie beobachtete Lara dabei, wie sie durch das Klassenzimmer schlenderte, hier und dort ein paar Schaubilder betrachtete, die an den Wänden hingen. Als sich plötzlich erneut die Tür öffnete und zwei Kerle den Raum betraten, erschrak sich Lara gespielt und drückte ihren Körper an die Tafel.<br />
&raquo;Oh man&laquo;, flüsterte Melissa und konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. Das Video bediente alle Klischees. Die Männer, ebenfalls in Schuluniformen gekleidet, kamen mit ihrer Mitschülerin ins Gespräch. Schnell wurden die Blicke zwischen den drei Darstellern verruchter, der Dialog wurde zunehmend feuriger. Als Lara dann mit dem obersten Knopf ihrer Bluse zu spielen begann, musste Melissa schlucken. Ein Hitzeschwall durchquerte ihren Körper und zündete ihn an. Sie konnte nicht warten und spulte, getrieben von brennender Sehnsucht ein Stück vor.<br />
Laras Bluse war aufgeknöpft. Ein weißer, mit Spitze verzierter BH spannte sich über ihre Brüste. Nun war Melissa sich sicher, das sie die Konturen ihrer Brustwarzen sehen konnte. Und genau das war auch den Männern aufgefallen. Selbstbewusst streichelten sie über den BH. Ihre Hände verschwanden unter dem Stoff der Bluse, und Melissa wünschte sich, es ihnen gleichtun zu können.<br />
Einer der Männer streifte Lara das Oberteil ab. Die nackte Haut ihres Körpers glänzte im Bild, während sie ihre beiden Verehrer lüstern anschmachtete. Dann griff sie hinter sich und öffnete den BH. Melissas Herz stockte für einen Moment, als der Stoff hinabglitt und den Blick auf ihre schönen Brüste freigab. Ihre Nippel waren steif, umschlossen von einem aufgrund ihrer satten Hautbräune fast unsichtbaren Warzenhof.<br />
Endlich hatte Melissa wieder ein Bild von Laras Brüsten vor Augen. Krampfhaft versuchte sie, zu bewerten, ob sie diese weiblichen Attribute nun anziehend fand &ndash; oder eben nicht. Aber die Wärme, die sich zwischen ihren Beinen ausbreitete, war ein eindeutiges Indiz. Sie schluckte.<br />
Die Darsteller spielten an ihren Brüsten. Melissa wollte mehr sehen. Sie spulte abermals vor, dieses Mal ein ganzes Stück. Die Szene veränderte sich schnell. Lara lag rücklings auf dem Lehrerpult, ihre Beine weit in die Luft gestreckt und von kräftigen Händen gehalten. Ihre nackte Haut schimmerte im Licht, das die Kamera einfing, während ihre Schenkel von den Fingern des Mannes auseinandergehalten wurden. Der Blick des Aufnahmegerätes fing ungeniert das kleine Herztattoo über ihren Schamlippen ein, das die makellose Glätte ihrer rasierten Haut betonte.<br />
Der Mann kniete sich vor das Pult, sein Gesicht so nah an Laras feuchtem Zentrum, dass sein Atem sichtbar über ihre Lippen streifte. Mit der Zunge begann er langsam, von der Innenseite ihrer Oberschenkel bis zu ihrer empfindlichen Klitoris zu wandern, die bei jeder Berührung leicht zu zucken schien. Lara warf den Kopf zurück, ihre roten Haare wie ein feuriger Wasserfall über die Kante des Tisches fließend. Ihre Finger krallten sich in die Tischkante, als ein tiefes, wollüstiges Stöhnen ihre Kehle verließ.<br />
Der zweite Mann stand neben ihr, sein steifes Glied in der Hand, das er langsam und genüsslich rieb, während er die Szene betrachtete. Sein Blick war auf Lara fixiert, die ihre Lippen befeuchtete und ihm mit einem lüsternen Funkeln in den Augen signalisierte, näherzukommen.<br />
&raquo;Komm her!&laquo;, hauchte sie schließlich mit einer Stimme, die vor Lust vibrierte. Der Mann trat heran, führte seinen Penis zu Laras Lippen, die sich bereitwillig öffneten. Sie küsste die Eichel, bevor sie ihn vollständig in ihren Mund aufnahm. Ihr Stöhnen wurde gedämpft, als der andere Kerl seine Zunge noch intensiver über ihre Schamlippen und Klitoris gleiten ließ, sie mit rhythmischen Bewegungen seines Werkzeuges neckte und sie mit geschickten Fingern weiter öffnete.<br />
Die Kamera zoomte auf Laras Gesicht, ihre geschlossenen Augen und den Ausdruck völliger Hingabe ein, während ihr Körper sich unter der doppelseitigen Lust wand. Ihr leises Würgen, das entstand, als der andere Mann tiefer in ihren Mund eindrang, und das Schmatzen ihrer Schamlippen vermischten sich zu einem symphonischen Akt purer Lust. Es war, als würde sie sich selbst verlieren, vollständig im Moment, im Spiel der Gier, das keine Grenzen kannte.<br />
Melissas Kopf drohte, sich zu überschlagen. Das Video war pures Gold für ihre Lust. Die Bilder auf dem Display verschmolzen mit ihrer Fantasie, die jede Berührung, jedes Stöhnen verstärkte. Es war, als würden die Szenen direkt durch ihre Nervenbahnen fließen und sie mit einem fiebrigen Verlangen zurücklassen. Und in diesem Moment verstand sie, dass sie den Körper ihrer Freundin begehrte, dass es kein Fakegefühl oder dergleichen war. Ihre freie Hand glitt unter die Bettdecke, über ihren Bauch hinab in die Unterwäsche. Sie spürte die Hitze ihrer Haut und die Nässe, die sie dort erwartete, während ihr Zeigefinger sich zögernd zwischen die Schamlippen schob.<br />
&raquo;Oh Gott&laquo;, stöhnte sie, als ihr all das bewusst wurde. Sie biss sich auf die Lippen, zog die Hand schnell wieder hervor und spulte abermals vor. Sie wollte wissen, was die Kerle mit Lara trieben.<br />
Das Bild veränderte sich. Der Mann, der zuvor Laras Lippen mit seiner Zunge umschmeichelt hatte, stieß nun seinen Penis tief in sie, während sein Freund noch immer seinen Riemen in Laras Mund untergebracht hatte. Melissa konnte sich dem Anblick nicht entziehen. Ihr Kopf war ein Chaos aus Eifersucht und Erregung &ndash; sie wollte sie besitzen, wie die Männer es taten, wollte spüren, was sie spürten. Und obwohl sie wusste, dass sie keinen Penis hatte, versetzte ihre Fantasie sie für einen flüchtigen Moment in ihre Rolle. Ihre Finger glitten unwillkürlich tiefer, während ihr Körper sich unter der Flut aus Bildern spannte. Sie führte eine Hand zu ihrer Vagina zurück und setzte an, sie zu streicheln, sie zu erkunden. Dann legte sie Zeige- und Mittelfinger auf die Klitoris und begann zu kreisen. Ein unbändiges Wallen und Pulsieren ließ ihren Unterleib beben.<br />
Sie legte das Handy ab und schob ihre Unterwäsche weiter nach unten, gab sich so selbst mehr Raum. Schon hielt sie sich wieder das Gerät vor die Augen. Die Finger, die auf ihrer Klitoris kreisten, wurden fester, zielgerichteter. Ein leises Keuchen entkam ihren Lippen, als sie einen weiteren Finger hinzufügte und sich intensiver auf die empfindliche Stelle konzentrierte. Sie wechselte zwischen sanften, schnellen Bewegungen und festeren Kreisen, immer abgestimmt auf die Bilder, die sie auf dem Display sah.<br />
Urplötzlich wurde der Bildschirm schwarz, das Video stockte. Melissa runzelte die Stirn. Nicht jetzt &ndash; bitte nicht! Doch bevor sie etwas tun konnte, wechselte das Gerät in den Telefonmodus. Der Name &bdquo;Florian Tüchs&ldquo; flammte auf dem Display auf. Ihr Herz raste, während die Realität brutal in ihre aufgeheizte Fantasiewelt einbrach. &raquo;Was zum Teufel &#8230;&laquo;, flüsterte sie benommen. Sollte sie das Gespräch annehmen? Ausgerechnet in diesem Moment?<br />
Ihre feuchten Fingerspitzen hinterließen kleine, schimmernde Spuren auf dem Display, als sie es sacht berührten, unschlüssig dessen, was sie anklicken sollten. Melissa biss sich auf die Lippe und zögerte. Sie spürte die klebrige Wärme ihrer Hand, die das Glas leicht schmierig machte. Ihr Unterleib glühte. Ihre Weiblichkeit zuckte. Sie schloss die Augen und seufzte. Dann tippte sie auf das grüne Symbol.</p>
<p>4.<br />
&raquo;Ja?&laquo;, keuchte Melissa in das Telefon.<br />
&raquo;Ich habe tolle Neuigkeiten&laquo;, verkündete Florian, ohne sich mit Begrüßungsfloskeln aufzuhalten. &raquo;Willst du sie hören?&laquo;<br />
&raquo;Ähm&laquo;, stammelte sie und spürte, wie ihr Herz noch immer Achterbahn fuhr und sich nicht beruhigen wollte. Nach einem kurzen Zögern zwang sie sich zu einer Antwort. &raquo;Ja klar, natürlich.&laquo;<br />
&raquo;Ist alles in Ordnung bei dir? Du klingst, als wärest du außer Atem.&laquo;<br />
&raquo;Ja &#8230; Ja!&laquo;, versuchte sie, abzuwiegeln. &raquo;Ich habe gerade Einkäufe hochgetragen. In den fünften Stock.&laquo;<br />
&raquo;Oh, da würde ich in der Tat auch aus der Puste sein, wahrscheinlich noch schlimmer als du.&laquo;<br />
Der Pornoproduzent lachte. Dann wurde er ernst. &raquo;Also, ich habe mir nach unserem Telefonat gestern Abend Gedanken gemacht. Das, was du mir erzählt hast, hat mich wirklich berührt.&laquo;<br />
&raquo;Hm, danke&laquo;, seufzte Melissa, die krampfhaft versuchte, Laras nackten Körper aus ihren Kopf zu verdrängen, um sich besser auf das Telefongespräch konzentrieren zu können.<br />
&raquo;Ich habe mit meiner Assistentin Jenny darüber gesprochen. Und schau her &ndash; sie hatte eine tolle Idee, wie wir dir helfen können!&laquo;<br />
Plötzlich fiel es Melissa ganz leicht, sich auf das Thema einzulassen. Florians Worte hatten ihre volle Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Helfen? Was bedeutet das? Hat er einen Job für mich? Die Hitze in ihrem Unterleib verschwand zunehmend. Ihr Puls kehrte in die Normalität zurück. Sex comes &ndash; Sex goes. Und danach läuft das Leben einfach weiter.<br />
&raquo;Was für eine Idee?&laquo;<br />
&raquo;Also, dass du kein zweites Mal bei meinem aktuellen Projekt mitwirken kannst, hatte ich dir bereit erklärt.&laquo;<br />
Melissa nickte, was Florian natürlich nicht sehen konnte.<br />
&raquo;Und nebenbei habe ich eigentlich auch kein Projekt, das zu dir passen würde.&laquo;<br />
Sie legte die Stirn in Falten. Worauf wollte er hinaus?<br />
&raquo;Aber vor fünf Jahren, damals war es mein erstes, großes, eigenes Ding, hatte ich ein Format erstellt, das es innerhalb eines Jahres auf knapp vierundzwanzig Filme gebracht hatte.&laquo;<br />
&raquo;Klingt so, als wäre es erfolgreich gewesen?&laquo;<br />
&raquo;Das kann man so sagen. Es hat geholfen, mir einen Namen zu machen. Aber das spielt jetzt keine Rolle. Dieses Format ist eigentlich abgeschlossen, weitere Filme waren nicht geplant. Aber Jenny kam auf die Idee, dass man, fünf Jahre nach dem ersten Film der Reihe, ein kleines Jubiläum feiern könnte. Hinzu kommt, dass ein neues Video das fünfundzwanzigste wäre &ndash; auch eine Zahl, die gefeiert werden kann. Quasi zwei Fliegen mit einer Klappe.&laquo;<br />
Melissa dachte über Florians Worte nach. Im Grunde versprachen sie das, was sie sich so sehr gewünscht hatte &ndash; eine Chance auf Geld. Wichtiges Geld. Geld, für das sie beinahe alles tun würde, tun musste. Und doch griff etwas in ihr nach ihren Eingeweiden. Ihr Magen wurde flau, eine unangenehme Kälte, die so krass mit der Hitze von vor ein paar Minuten im Widerspruch stand, kroch ihren Nacken hinauf. Was muss ich machen, um jenes Geld zu verdienen?<br />
&raquo;Worum geht es in diesem Format?&laquo;<br />
&raquo;Kurz und knapp: Girl-on-Girl Erotik.&laquo;<br />
Melissa schwieg für einen Moment. Dann machte es klick. &raquo;Ein Lesbenporno?&laquo;<br />
&raquo;Ja, genau das. Auch wenn mir diese plumpe Bezeichnung nicht so gut gefällt. Im Grunde trifft sie den Nagel aber auf den Kopf.&laquo;<br />
Die Kälte breitete sich mit einem Schlag in Melissas ganzem Körper aus. Sie schluckte, ihr Herz ratterte vor Panik. Obwohl sie wusste, dass sie sich am Vorabend am Telefon dazu bereit erklärt hatte, in ihrer Notlage Sex mit fremden Menschen zu akzeptieren, ja sogar mit einer Frau, traf sie die Tatsache, dass jener Sex unmittelbar bevorstand, wie ein Bombenschlag. Ihre Gedanken rasten. Und dann tauchte Lara in ihren Gedanken auf &ndash; wie ein heller Stern in einer stürmischen Nacht. Lara, die ihr mit sanften Berührungen gezeigt hatte, dass die Nähe zu einer Frau etwas Wunderschönes sein konnte. Vielleicht war es genau das, was sie jetzt brauchte: die Erinnerung an Laras Wärme, um sich dem bevorstehenden Abenteuer zu stellen.<br />
Wie seltsam das Schicksal doch manchmal ist, dachte sie und musste beinahe schmunzeln. Zwei Jahrzehnte lang hatte ich nie an Sex mit einer Frau gedacht, und nun prasselt es innerhalb von zwei Tagen mehrfach auf mich ein.<br />
Plötzlich kam ihr ein weiterer Gedanke, der im Gegensatz zu den Vorherigen wunderschön war: Was, wenn Lara die zweite Darstellerin wäre?<br />
&raquo;Melissa?&laquo;, durchbrach Florians Stimme ihre Gedankenströme. &raquo;Bist du noch da? Hat es dir die Sprache verschlagen?&laquo;<br />
&raquo;Ähm, ja. Ein bisschen. Ich bin gerade ziemlich durcheinander &ndash; wegen allem.&laquo;<br />
&raquo;Ich verstehe das&laquo;, antwortete der Produzent in einem warmen Ton. Direkt erinnerte sich Melissa an den Dreh vom Vortag. Auch da konnte Florian durch ein enormes Einfühlvermögen überzeugen &ndash; eine Art, die sie von der ersten Sekunde an mehr als geschätzt hatte. &raquo;Und ich kann mir kaum vorstellen, was gerade in dir los ist. Was in den letzten Monaten bei dir los war. Ebenso kann ich verstehen, dass dieses Projekt eine große Hausnummer für dich ist. Es ist ja nur ein Angebot. Ich wäre dir in keiner Weise böse, wenn du es nicht annimmst.&laquo;<br />
&raquo;Das weiß ich&laquo;, flüsterte Melissa. &raquo;Das weiß ich sehr zu schätzen.&laquo;<br />
&raquo;Allerdings ist es die einzige Möglichkeit, dir meine Hilfe anzubieten.&laquo;<br />
&raquo;Danke&laquo;, flüsterte sie noch leiser. Es entstand eine kurze Stille, in der sie Florians Atmung am anderen Ende der Leitung hören konnte. Der Produzent gab ihr Zeit. Drängte sie nicht. Hatte Geduld mit ihr. Melissa wog sämtliche Zweifel und Chancen gegeneinander ab. Dachte an das Minus auf ihrem Konto, an ihre Wohnung, die sie zu verlieren drohte. An die letzte Verbindung zu ihrer Tante, die dadurch unwiderruflich zerstört werden würde. Sie schloss die Augen. Atmete langsam und rang sich zu einer Frage durch. &raquo;Was kann ich verdienen?&laquo;<br />
Als Florian antwortete, fiel ihr direkt auf, dass in seiner Stimme Erleichterung mitschwang. &raquo;Ich biete dir die gleichen Konditionen wie gestern. 750&euro; plus 500&euro; Bonus, wenn eine gewisse Zuschauerzahl erreicht wurde.&laquo;<br />
1250&euro;, im besten Fall. Zusammen mit dem Geld vom Vortag eine ordentliche Summe, auch wenn ihre Probleme dadurch noch immer nicht gelöst werden konnten. Und doch &#8230; war es mehr als nur ein kleiner Tropfen auf einem heißen Stein.<br />
&raquo;Das klingt gut&laquo;, gab Melissa kleinlaut zurück. Eine höhere Summe wäre ihr lieber gewesen, doch sie traute sich nicht, danach zu fragen. Immerhin reaktivierte Florian für sie ein Projekt, das unlängst beerdigt zu sein schien &ndash; das war schon eine Menge wert.<br />
&raquo;Mehr kann ich dir leider nicht geben&laquo;, hakte er passend in ihre Überlegung ein. &raquo;Du musst bedenken, dass ich zwei Darstellerinnen bezahlen muss, anders als gestern, wo du als Einzelperson vor der Kamera gestanden hast.&laquo;<br />
&raquo;Das verstehe ich. Die Gage klingt wirklich gut. Was genau muss ich denn dafür machen?&laquo;<br />
Florian begann, ihr das Konzept des Projektes zu erklären. &raquo;In dieser Filmreihe bringe ich zwei Frauen zusammen, die aus völlig unterschiedlichen Welten stammen. Eine davon ist erfahren, strahlt vor der Kamera Selbstbewusstsein aus und weiß genau, wie sie die Zuschauer fesselt. Die andere, wie du, ist neu, ein sogenannter Erstie. Dieser Kontrast zieht die Betrachter der Videos in seinen Bann. Sie wollen sehen, wie die erfahrene Darstellerin die Unerfahrene einführt, sie Stück für Stück aus ihrer Schüchternheit löst und ihr zeigt, wie man sich öffnet &ndash; körperlich und geistig. Der teach me Effekt ist hier entscheidend. Es geht um ein Spiel der Gegensätze, bei dem du lernst, dich in diesem neuen Terrain zu bewegen, während die routinierte Darstellerin dir mit Fingerspitzengefühl und Dominanz den Weg zeigt.&laquo;<br />
Melissa nickte, die Augen starr auf die Wand vor ihr gerichtet. Ich bin das Opfer, dachte sie und dieses Mal war es Hitze, die sie in ihrem Körper spürte. Ich bin die Frau, die vorgeführt wird. Auf deren Unsicherheit sich die Zuschauer einen runterholen werden.<br />
&raquo;Ich weiß, dass das erstmal nach etwas ganz Schwierigem klingt. Aber weißt du, woran ich mich gerade erinnere? Meine erste Darstellerin &ndash; das war bei meinem allerersten Projekt. Sie war so nervös, dass sie fast den Dreh abgebrochen hätte. Sie hat gezittert wie Espenlaub, und ich dachte schon, sie würde mitten am Set davonlaufen. Aber dann hat sie sich zusammengerissen, und am Ende der Aufnahme hat sie gestrahlt. Sie hat mir gesagt, dass sie sich selbst noch nie so stark gefühlt hatte. Sie war wahnsinnig stolz, und ich bin sicher, dass du das genauso schaffen wirst. Genau wie gestern. Da kannst du mir vertrauen.&laquo;<br />
Das tat Melissa tatsächlich. Florian und seine Assistentin Jenny waren die Art Menschen, die sie brauchte, um eine solche Herausforderung meistern zu können.<br />
&raquo;Bist du interessiert?&laquo;<br />
Sie zögerte mit einer Antwort und horchte in sich hinein. Wog ab. Berechnete. Durchsuchte ihre Gefühle. Und plötzlich setzte sich in ihrem Kopf eine Antwort zusammen. Eine Antwort, nicht nur durch die zwingende Notwendigkeit einer Gage gefüttert wurde, sondern auch von &#8230; Neugier. Neugier auf eine neue, krasse sexuelle Erfahrung. So wie am Vortag, als sie sich zum Sex mit der Sexmaschine verpflichtet hatte. Oder die Berührungen von Lara &#8230; die ihr so gutgetan hatten.<br />
&raquo;Ich nehme das Angebot an.&laquo;<br />
&raquo;Fantastisch!&laquo;, jubelte Florian. &raquo;Das freut mich wirklich.&laquo;<br />
Melissa rang sich zu einem Lächeln durch.<br />
&raquo;Einen ganz kleinen Haken gibt es jedoch&laquo;, wurde Florian wieder ernst. Melissas Herz rutsche ihr in die Hose. Was kommt jetzt? &raquo;Auch dieses Mal gibt es keine Vorlaufzeit. Wir müssen direkt drehen. Die zweite Darstellerin steht nur heute zur Verfügung, ab morgen muss sie für längere Zeit berufsbedingt verreisen.&laquo;<br />
&raquo;Ähm&laquo;, stammelte Melissa. &raquo;Ja, äh &#8230;&laquo;<br />
&raquo;Wenn wir die Dame heute nicht zu fassen bekommen, können wir erst in drei Wochen drehen. Mir würde auch das passen, aber sollte ich dich richtig verstanden haben, brauchst du die Gage schnell.&laquo;<br />
&raquo;Ja, das stimmt&laquo;, überlegte Melissa. Da hatte Florian recht. Auch, wenn sie sich gerne etwas länger mit dem, was ihr bevorstand, angefreundet hätte, so musste sie in den sauren Apfel beißen. Und vielleicht war das am Ende sogar ein Vorteil. So konnte sie sich nicht allzu viele Gedanken machen und womöglich doch noch kneifen. &raquo;Das passt. Ich habe nichts vor.&laquo;<br />
&raquo;Super. Dann erscheine bitte heute Abend gegen zwanzig Uhr bei uns im Studio. Früher geht es nicht. Jenny und ich haben noch einige Dinge vorzubereiten und umzubauen. Das Set von damals muss wieder stehen. Aber das schaffen wir.&laquo;<br />
&raquo;Muss ich noch etwas machen?&laquo;, fiel es Melissa plötzlich ein. &raquo;Irgendetwas spezielles anziehen, zum Beispiel?&laquo;<br />
&raquo;Nein. Ich ziele in meinen Formaten auf die Natürlichkeit der Darstellerinnen ab. Normale Kleidung, normales Make-up. Kein übertriebenes Aufdonnern. Ich will das Mädchen von nebenan vor die Kamera bekommen.&laquo;<br />
&raquo;Das bin ich&laquo;, sagte Melissa leise, aber ihr Herz setzte einen Schlag aus. Natürlichkeit. Was bedeutete das eigentlich? Sah sie überhaupt natürlich aus? War sie überhaupt schön genug? Oder würde sie vor der Kamera einfach nur blass und unscheinbar wirken? Ihr Blick wanderte gedanklich zu ihrem Oberkörper, zu ihren Brüsten, die sie oft mit Skepsis betrachtet hatte. Klein, kaum eine Hand voll &ndash; das waren sie immer gewesen. Sie hatte sich nie an ihrem Anblick gestört, doch in Momenten wie diesen fühlte sie sich unzureichend. Ihre Brüste waren fest und hatten diese dezente, jugendliche Form, die manche vielleicht attraktiv fanden. Aber in ihrer Vorstellung würde die Kamera jede kleine Unvollkommenheit betonen: die sanfte Wölbung, die nicht einmal den Ansatz eines Dekolletés bildete, oder die winzigen, zarten Brustwarzen, die sie selbst schon immer als unzureichend empfunden hatte. Melissa schüttelte den Kopf, als könnte sie die Bilder vertreiben.<br />
&raquo;Gut. Also dann, liebe Melissa, bis heute Abend!&laquo;<br />
Sie verabschiedeten sich. Das Telefonat endete. Sie ließ das Smartphone neben sich aufs Bett fallen und starrte zur Decke. Ihr Herz raste. Wieder kam Panik in ihr hoch, so wie am Vortag, als sie das erste Mal erfahren hatte, dass sie in nur wenigen Stunden zu einem Pornodreh geladen war.<br />
Oh Gott, dachte sie, als sich ihr Brustkorb schmerzhaft zusammenzog. Ein kalter Schauer kroch ihren Rücken hinab und hinterließ Gänsehaut auf ihrer Haut, während ihr Atem unregelmäßig ging. Ihre Gedanken rasten. Was, wenn ich es nicht schaffe? Was, wenn ich mich vor der Kamera blamiere? Was, wenn ich einfach nicht gut genug bin? Was, wenn die andere Darstellerin mich als unsicher und schwach entlarvt? Würde sie sich gedemütigt fühlen, weil es eben darum ging? Sie zu blamieren? Damit die Zuschauer dadurch sexuelle Erregung erfahren konnten?<br />
Ihre Hände zitterten, und ein Gefühl der Schwere legte sich auf ihre Brust, als würde sie von einem unsichtbaren Gewicht erdrückt. Panik flammte in ihr auf und schien ihre ganze Welt einzunehmen.<br />
Vor gut einer Viertelstunde war sie in einem Zustand der sexuellen Ekstase gefangen gewesen &ndash; und nun reagierte die blanke Panik ihr Denken. Sie überlegte, ob sie abermals Laras Video betrachten sollte &ndash; vielleicht halfen ihr sinnliche Berührungen und Lust, ihre Sorgen zu lindern. Aber sie konnte sich nicht dazu durchringen. Zu stark beherrschte der anstehende Dreh ihren Kopf. Selbst ein Orgasmus könnte da nicht helfen.<br />
&mdash;-<br />
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		<title>Das Fotoshooting</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Kim_F_Wolf]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 May 2025 19:48:23 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Hallo liebe Liebenden! Bei diesem Text handelt es sich um eine Geschichte, die ich mit knapp neunzehn Jahren geschrieben habe. Einfach frei raus und ohne Sorgen, ohne Lektorat und Dergleichen.&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo liebe Liebenden! Bei diesem Text handelt es sich um eine Geschichte, die ich mit knapp neunzehn Jahren geschrieben habe. Einfach frei raus und ohne Sorgen, ohne Lektorat und Dergleichen. Daher holpert der Text etwas &#8211; ich bitte um Verzeihung 🙂<br />
In der Story habe ich eine Fantasie verarbeitet, die mich damals ziemlich angeturnt hat &#8211; auch wenn ich diese aus der Sicht eines männlichen Protagonisten verfasst habe.<br />
&#8212;<br />
Es war Samstag. Ich ging zielgerichtet mit einer Tragetasche aus Papier in der Hand durch das örtliche Shoppingcenter. In wenigen Minuten hatte ich einen Termin beim Fotografen. Für einen Internetauftritt brauchte ich vorzeige fähige Fotos, und so musste ich den happigen Preis von knapp 120&euro; in Kauf nehmen.<br />
Die Türglocke ging, als ich in das Studio eintrat. Es war ein kleiner, rechteckiger Raum. Auf der rechten Seite war vor einem weißen Hintergrund ein kleiner Schemel aufgebaut. Scheinbar fanden dort die obligatorischen Shootings für biometrische Passfotos statt. Kein Schnickschnack, keine Dekoration. Nur ein Schemel, eine Kamera samt Stativ und zwei Leuchteinheiten.<br />
Auf der linken Seite des Raumes war ein Ecktresen, hinter dem eine blonde Frau saß und auf einen Bildschirm starrte. Offenbar war sie so in ihre Arbeit vertieft gewesen, dass sie mein Kommen nicht bemerkt hatte. Sie war Mitte dreißig, liebte Sport und hatte ein Herz für Tiere. Woher ich das wusste? Nun ja, es war meine Cousine.<br />
Ich räusperte mich. Die Frau blickte erschrocken auf und brauchte etwas, um sich zu orientieren. Dann, als sie mich schließlich erkannt hatte, lächelte sie.<br />
&bdquo;Dennis&quot;, strahlte sie und erhob sich. &bdquo;Pünktlich, wie immer.&quot;<br />
Ich blickte auf meine Uhr. Ich war sogar überpünktlich.<br />
&bdquo;Scheinbar etwas zu früh&quot;, sagte ich und lächelte. &bdquo;Habe ich dich gestört?&quot;<br />
Ich ging zu ihr herüber und warf einen Blick auf ihren Computerbildschirm, auf welchem eine junge Frau zu sehen war.<br />
&bdquo;Nein, alles in Ordnung. Ich habe nur gerade ein paar Bilder bearbeitet. Wenn du noch eine Minute warten kannst, würde ich gerne noch ein oder zwei Handgriffe machen.&quot;<br />
&bdquo;Nur zu&quot;, antwortete ich und beobachtete meine Cousine dabei, wie sie flink mit dem Cursor über das Gesicht der Frau huschte und einige Punkte, Hautflecken oder unangebrachte Fältchen wie durch Zauberhand verschwinden ließ.<br />
&bdquo;Hexerei&quot;, murmelte ich. Ich hatte schon mein Leben lang Probleme mit Grafikprogrammen. Von Paint abgesehen.<br />
&bdquo;Das ist ganz leicht. Man muss es nur ein paar Mal gemacht haben&quot;, erklärte sie konzentriert, während sie einen Pickel verschwinden ließ. Unterdessen fiel mein Blick auf das Angebotsplakat, welches hinter ihrem Rücken aufgehangen war. Das Fotostudio deckte so ziemlich alle Bereiche der Fotografie ab. Passfotos, Babyshootings, Paarshootings und Aktshootings &#8212; es gab alles.<br />
&bdquo;Was brauchst du eigentlich für Fotos?&quot;, fragte sie mich plötzlich. &bdquo;Mein Kollege hat den Termin eingestellt, ohne einen Betreff notiert zu haben.&quot;<br />
&bdquo;Portraitfotos für meine Homepage&quot;, antwortete ich.<br />
&bdquo;Du hast ne Homepage?&quot;<br />
&bdquo;Ja. Kann ich dir ja mal zeigen.&quot;<br />
&bdquo;Oder sind die Fotos doch eher für die Flirtprogramme? Du bist doch Single, oder?&quot;<br />
&bdquo;Schon, aber die Fotos sind wirklich für die Homepage.&quot;<br />
&bdquo;Ja, ja!&quot;<br />
&bdquo;Jacky, wirklich!&quot;<br />
Jacky grinste und wandte sich wieder dem Monitor zu. Nach ein paar Klicks schloss sie schließlich das Programm und war offenbar fertig.<br />
&bdquo;Geschafft&quot;, bestätigte sie meine Gedanken. Sie nahm einen Schluck aus ihrer Wasserflasche, griff nach ihrer Kamera und wies mit der freien Hand auf eine Tür, die mir bis dahin noch nicht aufgefallen war.<br />
&bdquo;Nach dir&quot;, sagte sie. &bdquo;Schießen wir mal deine Flirtfotos.&quot;<br />
Ich ging auf ihre Stichelei nicht ein und öffnete die Tür, die den Namen &bdquo;Studio zwei&quot; trug.<br />
Der kleine, quadratische Raum lag in Halbdunkelheit. Ein Deckenlicht gab es nicht. Lediglich eine Studiolampe, wie man sie von Filmsets kannte und zwei Stehleuchten gaben schummrig gelbes Licht aus. Die Leuchtmittel waren mit einer transparenten Folie umspannt, sodass das Licht mehr sanft als blendend in den Raum abgegeben wurde. An der hintersten Wand hingen unter der Decke mehrere Rollen verschiedener Farbe. Diese konnten bei Bedarf hinuntergezogen werden, um mal helle, mal dunkle oder strukturierte Hintergründe zu ermöglichen. An den Seiten des Raumes standen mehrere Spiegel, Dekogegenstände und Hocker. An der letzten Wand stand eine breite Stoffcouch.<br />
&bdquo;Geh ins Licht&quot;, sagte Jacky mit gespielt mystischer Stimme. Ich folgte ihrer Anweisung und positionierte mich so, dass das Licht des Studiostrahlers meinen Körper erhellte. Jacky stieg unterdessen auf einen Hocker, den sie in einem zwei Meter Abstand vor mir in Position gebracht hatte und richtete ihre Kamera auf mich.<br />
&bdquo;Geht es schon los?&quot;, fragte ich verwundert. Die Fotografin wusste doch noch nicht einmal, wie ich die Fotos haben wollte.<br />
&bdquo;Nein&quot;, antwortete sie konzentriert. &bdquo;Ich muss die Kamera noch justieren. Gucken, ob das Licht hell genug ist, ob die Strahler noch verdreht werden müssen und und und. Gebe mir noch zwei Minuten und bleib da stehen.&quot;<br />
Ich nickte. Während Jacky an der Kamera hantierte, huschte mein Blick auf der Suche nach Beschäftigung durch den Raum. Doch nur wenige Sekunden später gab es nichts neues mehr zu erkunden. So fiel mein Blick auf meine Cousine.<br />
Sie trug eine enge Jeans. Ihre schlanken Beine steckten in kniehohen, braunen Stiefeln, bei deren Anblick mir ganz anders wurde. Ich liebte Stiefel und Frauen, die welche trugen. Ihr kurzärmliges Oberteil lag eng um ihre Taille und betonte ihren Busen. Sie war eine schöne Frau, welche ihre strohblonden Haare zu einem frechen Zopf gebunden hatte.<br />
&bdquo;Es ist nur fair, dass du mich anglotzt&quot;, sagte sie plötzlich. &bdquo;Immerhin mache ich gerade das Gleiche.&quot;<br />
&bdquo;Ähm, was?&quot;, stammelte ich ertappt. Verdammt, habe ich so offensichtlich geglotzt? Während sie grinste, starrte sie die ganze Zeit durch die Kamera und fummelte an dem Objektiv herum.<br />
&bdquo;Entspann dich, Dennis. Alles nur Spaß.&quot;<br />
Sie hat gut reden, dachte ich. Immerhin war sie es nicht gewesen, sondern ich, der beim Glotzen erwischt wurde. Was konnte ich denn dafür, dass ich, dem Singlesein zum Dank, schon seit langem nicht mehr gevögelt hatte? Und in diesem Moment musste ich mir peinlich berührt eingestehen, dass die Fotos tatsächlich auch für ein Singleforum eingeplant waren.<br />
&bdquo;So, es kann losgehen&quot;, verkündete Jacky und riss mich aus meinen Gedanken. &bdquo;Wie hättest du es denn gerne?&quot;<br />
Ich beschrieb ihr die gewünschten Fotos und dann legten wir los. Ich brauchte eine ganze Weile, um mich an das Lachen auf Kommando zu gewöhnen, doch je mehr Fotos sie schoss, umso leichter fiel es mir. Sie wies mich an, verschiedene Haltungen anzunehmen, wechselte Lichteinflüsse und schließlich den Hintergrund.<br />
&bdquo;Ich Zwerg klettere jetzt mal auf den Hocker. Dir würden ein paar Bilder von oben sicherlich auch stehen.&quot;<br />
&bdquo;Okay.&quot;<br />
Jacky zog den Hocker in die Raummitte. Dann stieg sie auf diesen hinauf und blickte durch die Kamera. Sie kündigte an, aufgrund des neuen Winkels noch ein paar Einstellungen vornehmen zu müssen. Sie wies mich an, direkt in die Linse zu gucken. Während sie durch die Kamera starrte, fiel es mir schwer, den Blick zu halten und so huschte nach einer kurzen Zeit mein Auge hinunter. Wieder kam ihr enges Top in Sicht. Als ich mein Starren bemerkte, tadelte ich mich selbst. Sie ist deine Cousine, dachte ich mürrisch und schwor, vor dem nächsten Zusammentreffen mit einer Frau gemütlich zu wichsen. Dann könnte ich mich besser auf das Wichtige konzentrieren.<br />
&bdquo;Okay, weiter geht&acute;s.&quot;<br />
Es folgten gefühlt hundert Aufnahmen, bis Jacky mit ihrer Arbeit zufrieden war. Schließlich nickte sie zufrieden.<br />
&bdquo;Also, wenn es nach mir ginge, hätten wir genug Fotos im Kasten. Wir können uns dann im Anschluss die besten raussuchen.&quot;<br />
Jetzt, oder nie, dachte ich und nahm all meinen Mut zusammen.<br />
&bdquo;Ähm&quot;, begann ich zögerlich. Jacky schaute vom Display der Kamera auf und sah mich an.<br />
&bdquo;Vielleicht&#8230; Vielleicht könnten wir doch noch ein paar Fotos schießen, die mich der Damenwelt näherbringen würden?&quot;<br />
&bdquo;Ich wusste es!&quot;, japste Jacky und grinste diabolisch. &bdquo;Nenne es weibliche Intuition, aber ich hatte nur auf diese Frage gewartet.&quot;<br />
Ich spürte, wie heiße Schamesröte in mein Gesicht stieg.<br />
&bdquo;Wie hättest du die Fotos denn gerne?&quot;, fragte sie und stemmte eine Hand in die Hüfte.<br />
&bdquo;Ich weiß es nicht&quot;, gab ich zu. &bdquo;Hast du vielleicht eine gute Idee? Was würde dir als Frau zusagen?&quot;<br />
Ich stotterte die letzten Worte verlegen heraus. Es war mir peinlich, mit Jacky über dieses Thema zu sprechen. Aber immerhin war es besser, sich seiner Cousine anzuvertrauen, als einer völlig fremden Frau.<br />
&bdquo;Also auf einem Bärenfell liegend in die Kamera schmachten ist out&quot;, überlegte Jacky mit einem Grinsen. &bdquo;Wir könnten ein paar Aufnahmen machen, bei welchem du etwas Haut zeigst.&quot;<br />
Mir wurde ganz flau. Aber ihr zuversichtlicher Blick bestärkte mich darin, jetzt keinen Rückzieher zu machen.<br />
&bdquo;Was meinst du mit Haut zeigen?&quot;, fragte ich nervös. Meine Cousine kam auf mich zu und betrachtete meinen Körper. Dann zupfte sie ein wenig an meinem weißen Hemd herum.<br />
&bdquo;Du siehst gerade so zugeknöpft aus. Für eine Website mag das gut aussehen, für sexy Pictures allerdings nicht.&quot;<br />
Sie zog mir das Hemd aus der Hose und begann, die obersten Knöpfe zu lösen. Ich hätte dies auch selbst machen können, aber irgendwie schien es ihr Spaß zu machen, mich wie einen kleinen Jungen dastehen zu lassen. Als sie beim vierten Knopf angekommen war, kribbelte es in mir. Machte es mich an, dass Jacky, meine Cousine, mir das Hemd öffnete?<br />
Als sie schließlich alle Knöpfe geöffnet hatte, zog sie die Hemdhälften etwas auseinander, so dass meine Brust und mein Bauch verlegen hinter der Kleidung hervorblickten. Kritisch beäugte die Fotografin ihr Werk, bis sie schließlich zufrieden nickte.<br />
&bdquo;Wir machen mal ein paar Fotos, mal gucken, wie es wirkt.&quot;<br />
Sie wies mir eine Pose zu und stieg wieder auf den Hocker. Dann machte sie ein paar dutzend Fotos, drehte zwischenzeitlich die Kamera und spielte etwas mit der Lichtintensität des Strahlers.<br />
&bdquo;Zieh dein Hemd ganz aus&quot;, forderte sie plötzlich. Ich schluckte.<br />
&bdquo;Okay&quot;, stammelte ich und warf den weißen Stoff auf das Sofa.<br />
&bdquo;Du brauchst nicht rot werden&quot;, amüsierte sich Jacky und zwinkerte mir zu. &bdquo;Wenn du nur wüsstest, wie oft ich sowas schon in meinem Studio gesehen habe.&quot;<br />
Schön, dachte ich, das hilft mir allerdings auch nicht weiter. Für mich war es trotzdem unangenehm.<br />
Jacky wies mir weitere Posen zu und die Kamera klickte erneut. Nach etwa fünf Minuten sollte ich mich auf den Boden legen. Während ich mit verschiedenen Gesichtsausdrücken in die Kamera guckte, musterte ich in den Fotopausen den Körper der jungen Frau. Ich musste zugeben, dass sie einen anziehenden Körper hatte. Ihre sexy Stiefel zogen meinen Blick genau so an wie ihre schlanke Taille und die üppigen Brüste. Ich schämte mich beinahe, dass ich meine Cousine so heiß fand. Allerdings war ich, was familiäre Grenzen angeht, schon immer etwas lockerer gewesen.<br />
Während mein Blick auf ihrem Körper verweilte, merkte ich, wie sich etwas in meiner Hose regte.<br />
&bdquo;Ich wechsle mal das Objektiv&quot;, murmelte Jacky plötzlich und stieg vom Hocker herunter. Sie drehte sich um, bückte sich und wühlte in einer großen Fotografentasche herum. Dabei streckte sie mir ihren Po entgegen. Das Kribbeln in meiner Hose wurde stärker und ich verzog verzaubert das Gesicht. Sie war so heiß!<br />
Sie richtete sich wieder auf und montierte das neue Objektiv auf ihrer Kamera.<br />
&bdquo;Kann weitergehen&quot;, verkündete sie und machte weitere Fotos. Dann begutachtete sie meinen Körper. Sie überlegte.<br />
&bdquo;Alles okay?&quot;, fragte ich verlegen.<br />
&bdquo;Ja&quot;, sagte sie knapp. &bdquo;Ich überlege nur, ob wir mal ganz was Verrücktes probieren.&quot;<br />
Was kommt jetzt, dachte ich verunsichert.<br />
&bdquo;Zieh mal deine Jeans aus&quot;, sagte sie schließlich. Mir stockte der Atem.<br />
&bdquo;Ähm&quot;, stammelte ich.<br />
&bdquo;Zierst du dich vor mir?&quot;, kicherte sie und stemmte wieder eine Hand in ihre Hüfte. Ich nickte plump. Natürlich zierte ich mich. Immerhin hatte ich eine Latte und wollte nicht, dass Jacky dies mitbekam.<br />
&bdquo;Aber es würden sicherlich absolut geile Fotos werden. Schau!&quot;, sagte sie und deutete auf meine Brust. &bdquo;Du hast einen schönen Körper. Eine definierte Brust, einen flachen Bauch und zur Hüfte und Po gute Proportionen. Ein Shooting in Unterwäsche wäre MEGA!&quot;<br />
&bdquo;Ich weiß ja nicht&quot;, murmelte ich und vermied es, sie direkt anzugucken. Jacky kicherte.<br />
&bdquo;Ich habe oft Kunden wie dich. Verlegen, schüchtern. Sie denken, dass sie sich mir als Fotografin entblößen, geben sozusagen die Kontrolle auf. Einigen Männern fällt dies leicht, aber Menschen sind verschieden. Den Meisten ist es unangenehm. Und das ist auch nicht schlimm.&quot;<br />
&bdquo;Und was machst du in solchen Fällen?&quot;<br />
&bdquo;Nun ja, da gibt es einen Trick.&quot;<br />
Ich war gespannt darauf, wie sie mir ihre Schüchternheit nehmen wollte.<br />
&bdquo;Der wäre?&quot;<br />
&bdquo;Ich schaffe in solchen Fällen gleiche Verhältnisse.&quot;<br />
Ich guckte sie fragend an.<br />
&bdquo;Soll heißen, dass ich mich auch ausziehe. Somit schaffe ich ein Unentschieden. Du wirst dich wundern, wie Barrieren fallen können, wenn beide Parteien sich unter denselben Vorrausetzungen gegenüberstehen.&quot;<br />
Hatte ich gerade richtig gehört? Will sie sich ausziehen? Mein Mund war wie ausgetrocknet. Sie war meine Cousine, verdammt!<br />
&bdquo;Was hältst du von der Idee?&quot;<br />
Ich wollte am liebsten NEIN sagen, doch mein Mund gehorchte mir nicht.<br />
&bdquo;Klingt fair&quot;, sagte ich stattdessen. Jacky lächelte. Dann legte sie die Kamera ab. Ohne weitere Worte zog sie anschließend ihr Top aus, sodass sie nun in einem weißen BH vor mir stand. Mein Herz machte einen Satz. Dann griff sie sich hinter den Rücken, öffnete den Büstenhalter und legte diesen beiseite. Ohne jegliche Scham präsentierte sie mir ihre Brüste, die in etwas D Ausmaße hatten und leicht hingen. Ihre Warzenhöfe waren breit, jedoch sehr hell. Ihre zierlichen Nippel hatten dagegen eine etwas dunklere Färbung. Meine Hose spannte sich.<br />
&bdquo;Noch die Hose&quot;, murmelte sie, während die Stiefel von ihr beiseitegestellt wurden. Sie knöpfte die Jeans auf und zog sie sich herunter. Zum Vorschein kamen helle, schlanke und für ihren kleinen Körperbau ziemlich lange Beine. Jacky trug einen weißen Tanga, der Vorne mit einer kleinen Schleife verziert war.<br />
&bdquo;So, ich bin in Vorleistung gegangen&quot;, sagte sie, als sie die Hose abgelegt hatte. Ich hatte die größten Probleme damit, in ihre Augen zu gucken. Ihre Brüste zogen mich magisch an und es gelang mir nicht, diese aus meinem Blickfeld zu verbannen.<br />
&bdquo;Jetzt kommt deine Hose weg. Dann können wir weitermachen. Du wirst sehen, es werden bombastische Fotos werden!&quot;<br />
Mit zitternden Händen öffnete ich meinen Gürtel. Zumindest versuchte ich es. Ich stellte mich ziemlich ungeschickt an. Unterdessen trat Jacky an mich heran.<br />
&bdquo;Lass mich dir helfen&quot;, sagte sie und drückte meine Hände vorsichtig zur Seite. Während sie sich am Verschluss zu schaffen machte, wackelten ihre Brüste mit den Bewegungen ihrer Hände. Mein Schwanz schwoll unterdessen auf Rekordgröße an.<br />
Als Jacky meinen Gürtel geöffnet hatte, wollte sie gerade mit den Knöpfen der Hose fortfahren, doch ich kam ihr hastig zuvor. Ich wollte meine Latte vor ihr verbergen. Während ich also die Knöpfe öffnete, drückte ich mein bestes Stück etwas zur Seite. Dann drehte ich mich von Jacky weg und zog die Hose herunter.<br />
Nun stand ich also da, nur mit meiner Shorts am Körper.<br />
&bdquo;Dann kann es ja weitergehen&quot;, schwärmte Jacky und ich hörte, wie sie nach ihrem Arbeitsgerät griff.<br />
&bdquo;Geh mal nach hinten an die Wand und lehne dich lässig an. Das gibt tolle Fotos!&quot;<br />
Etwas ungelenk ging ich zur Wand. Hitze stieg in meinen Kopf. Denn nun würde der Moment kommen, in dem ich mich zu ihr herumdrehen müsste. Würde sie meine Latte bemerken?<br />
Im ersten Moment schaffte ich es noch, mein Glied mit einem Arm von mir zu verdecken. Doch meine Hand hing nun in einer unnatürlichen Stellung vor meinem Becken.<br />
&bdquo;Das sieht doof aus&quot;, sagte Jacky und legte die Stirn in Falten. Mach dich mal etwas locker, lass die Arme mal seitlich an dir herabhängen. Doch genau dies ging auf keinen Fall. Die Sekunden vergingen, während ich fiberhaft nach einer Möglichkeit suchte, die Latte verschwinden zu lassen. Doch da mein Blick immer wieder auf ihre Titten fiel, war dies unmöglich.<br />
&bdquo;Ähm&quot;, begann ich schließlich. &bdquo;Das geht nicht.&quot;<br />
&bdquo;Wieso?&quot;<br />
Wieso, dachte ich mürrisch. Das kann sie sich doch wohl denken!<br />
&bdquo;Ich habe da ein kleines Problem&quot;, stammelte ich und nickte flüchtig in Richtung meines Penis. Jacky verstand sofort.<br />
&bdquo;Uh!&quot;, sagte sie und schien amüsiert zu sein. &bdquo;Wie kommts?&quot;<br />
Was war das denn für eine plumpe Frage, dachte ich verwundert, während ich nach den richtigen Worten suchte.<br />
&bdquo;Vielleicht, weil du fast nackt vor mir stehst?&quot;, antwortete ich. &bdquo;Schonmal daran gedacht?&quot;<br />
&bdquo;Ich hätte nicht gedacht, dass das bei dir passieren würde. Ich bin doch ein Familienmitglied.&quot;<br />
&bdquo;Titten sind Titten&quot;, gab ich mürrisch zurück. Jacky musste lachen.<br />
&bdquo;Schon gut&quot;, sagte sie aufmunternd. &bdquo;Das ist hier schon des Öfteren passiert, keine Sorge. Ich werde dich so fotografieren, dass dein Freund nicht zu sehen ist.&quot;<br />
&bdquo;Aber du siehst ihn dann. Zumindest die Konturen.&quot;<br />
&bdquo;Selbst wenn, Dennis. Ich bin Fotografin. Das gehört zu meinem Beruf dazu. Aktfotografie ist sehr beliebt hierzulande und viele Männer reagieren, wie du.&quot;<br />
&bdquo;Ich weiß ja nicht.&quot;<br />
&bdquo;Okay, fangen wir erst einmal harmlos an. Dreh dich mit der Brust zur Wand. Wir machen ein paar sexy Aufnahmen von hinten. Ich entspannte mich etwas. Die Idee war gut. So drehte ich mich zur Wand und nahm einige Posen ein, die Jacky fotografierte.<br />
&bdquo;Wie ich schon sagte&quot;, erklang plötzlich nach einer längeren Sprechpause ihre Stimme. &bdquo;Du hast tolle Proportionen. Dein Po hat die richtige Größe, deine Beine sind nicht zu dünn und nicht zu dick. Dein Rücken ist gerade und deine Schultern sind breit. Der Sport scheint dir echt gut zu tun. Solche Dimensionen sind beinahe Modelmaße. Schonmal daran gedacht?&quot;<br />
&bdquo;Nein&quot;, sagte ich ehrlich. Ich wusste zwar, dass ich nicht der Hässlichste war, aber so toll hatte ich meinen Körper dann doch nicht eingeschätzt.<br />
&bdquo;Ich würde gerne etwas Weiteres probieren&quot;, überlegte sie und trat an mich heran.<br />
&bdquo;Und?&quot;<br />
&bdquo;Würdest du dich trauen, dich komplett nackt von hinten fotografieren zu lassen? Das wäre zwar kein Bild für eine Flirtportal, aber etwas, was du deiner Zukünftigen schenken könntest.&quot;<br />
&bdquo;Ganz nackt?&quot;, wiederholte ich fassungslos. Mein Herz raste. Doch bevor ich Weiteres erwidern konnte, trat sie hinter mich und legte ihre Hände an meine Hüfte. Dann glitt sie mit ihren Daumen hinter den Saum meiner Shorts und zog sie langsam mit sanfter Gewalt herunter. Ich wollte protestieren, doch meine Stimme versagte. Kühle Luft drang an meinen Hintern und ich erschauderte. Als die Shorts schließlich über meine Penisspitze glitt, fiel dieser aufgrund der Spannung etwas nach vorne. Zum Glück konnte Jacky dies nicht sehen. Dachte ich zumindest.<br />
&bdquo;Von wegen, ein kleines Problem&quot;, kicherte sie. &bdquo;Guck mal nach rechts.&quot;<br />
Fassungslos starrte ich in einen Spiegel, der an der rechten Wandseite stand. Mein Penis war deutlich auf diesem zu sehen. Und wenn ich ihn sehen konnte, dann auch Jacky. Hatte sie mich verarscht? Spielte sie womöglich mit mir? Doch sie sagte kein weiteres Wort, sondern trat ein paar Schritte zurück, griff nach der Kamera und machte die angekündigten Nacktfotos von meiner Rückseite.<br />
&bdquo;Wunderbar&quot;, schwärmte sie. &bdquo;Modelfotos!&quot;<br />
Unterdessen pulsierte mein Penis und mein Kopf platzte beinahe vor Hitze.<br />
&bdquo;Jetzt, wo ich deinen Kumpel sowieso schon gesehen habe, kannst du dich ruhig umdrehen.&quot;<br />
Sie hatte Recht, dachte ich, und doch wirkte mein Körper wie versteinert.<br />
&bdquo;Es ist wirklich kein Problem, Dennis!&quot;<br />
Langsam drehte ich mich um. Zuerst wollte ich noch mit beiden Händen meinen Penis verbergen, doch es hatte sowieso keinen Sinn. Früher oder später müsste ich die Hände wegnehmen, warum also nicht gleich?<br />
&bdquo;Ganz und gar kein kleines Problem&quot;, widerholte sie verzückt, als ich in voller Pracht und Nacktheit vor ihr stand. &bdquo;Dann kann es jetzt ja weitergehen.&quot;<br />
&bdquo;Nein!&quot;, wandte ich mit erstaunlich kräftiger Stimme ein. &bdquo;Zuerst schaffen wir gleiche Verhältnisse!&quot;<br />
In meiner Stimme lag eine freche Trotzigkeit. Jacky verstand sofort.<br />
&bdquo;Du hast Recht&quot;, gab sie zu. Sekunden später hatte sie ihren Tanga ausgezogen und nach hinten geworfen. Mein Blick fiel auf ihre rasierte Muschi.<br />
&bdquo;Ist das ein Piercing?&quot;, fragte ich mit einem Grinsen, während ich ihre Vagina musterte. Ich pfiff nun auf Höflichkeit und verbarg mein Starren nicht mehr. Ich hatte scheinbar eine Schwelle überschritten, hinter welcher meine Schüchternheit keine Kontrolle mehr über mich hatte.<br />
&bdquo;Eine Jugendsünde&quot;, antwortete sie mit einem Grinsen. &bdquo;Doch eigentlich habe ich es ganz gerne.&quot;<br />
Wir setzten das Fotoshooting fort. Nach einigen mehr oder weniger interessanten Posen hatte Jacky offenbar genug gesehen.<br />
&bdquo;Das wars!&quot;, verkündete sie zufrieden. Dann schaltete sie die Kamera aus, entfernte die Speicherkarte und steckte diese in einen Laptop, den sie aus der großen Fotografentasche gezogen hatte. Mit wackelnden Brüsten kam sie zu mir herüber.<br />
&bdquo;Setz dich&quot;, forderte sie mich auf und ging zu Boden. Ich folgte ihrem Beispiel und so lehnten wir lässig an der Wand und starrten auf das Display. Wir gingen die Fotos durch und schmissen einige schlechte raus. Mir wurde ganz komisch, als ich meine eigenen Aktfotos sah und auf mein Glied starrte.<br />
&bdquo;Irgendwie seltsam, seinen eigenen Pimmel zu sehen&quot;, sagte ich. Jacky lachte.<br />
&bdquo;Aber er ist ganz hübsch, irgendwie ästhetisch. Wenn du nur wüsstest, was ich hier schon alles gesehen habe.&quot;<br />
Ich musste Grinsen.<br />
&bdquo;Wie oft kommt es denn vor, dass du nackt auf dem Boden neben einem Fremden sitzt?&quot;<br />
&bdquo;Du hast da etwas falsche Vorstellungen&quot;, begann sie. &bdquo;Nach dem Shooting zieht man sich normalerweise schnell wieder an und sichtet die Fotos im Anschluss.&quot;<br />
&bdquo;Und warum machen wir es anders?&quot;<br />
&bdquo;Weiß nicht. Manchmal muss man halt aus der Gewohnheit ausbrechen und verrückte Dinge tun.&quot;<br />
Ich lachte auf.<br />
&bdquo;Verrückt trifft die Sache ziemlich gut! Ich wüsste nicht, wie man das noch steigern könnte.&quot;<br />
&bdquo;Soll das eine Herausforderung sein?&quot;, antwortete Jacky frech.<br />
&bdquo;Vielleicht&quot;, sagte ich, ohne genauer über diese Worte nachgedacht zu haben. Plötzlich stellte Jacky den Laptop beiseite, drückte meine Beine, welche ich angezogen hatte, nach unten und setzte sich auf meinen Schoß. Während ich vor Verwunderung keuchte, spürte mein eingeklemmter Penis die scharfen Haarstoppeln ihres Intimbereiches.<br />
&bdquo;Verrückt genug?&quot;, kicherte sie, während ich meinen Blick kaum von ihren Titten losreißen konnte, die mir nun direkt vor den Augen hingen.<br />
&bdquo;Ziemlich&quot;, keuchte ich unfähig, mehr zu sagen. Etwas in Jacky Augen loderte auf, ihr Mund verzog sich zu einem verführerischen Grinsen. Sie ließ ihr Becken kreisen, sodass mein Penis hin und her gedrückt wurde. Täuschte ich mich, oder war sie feucht?<br />
&bdquo;Man darf nie denken, dass eine verrückte Situation sich nicht steigern ließe&quot;, hauchte sie und kicherte. Nun war ich mir sicher, dass sie mit mir spielte.<br />
&bdquo;Wie könnte man ziemlich verrückt denn noch steigern?&quot;, fragte ich und ging auf das Spiel ein. Jacky zwinkerte mir zu und hob ihren Körper etwas an. Dann griff sie nach meinem Schwanz, richtete ihn auf und bevor ich mich versah, führte sie ihn sich ein. Sie ließ ihren Körper wieder herunter und ich spürte die ungeheure Hitze ihres Körpers um meinen Schwanz.<br />
&bdquo;Ich verstehe&quot;, flüsterte ich und schloss die Augen. Jacky verfiel in rhythmische Bewegungen und ihr Becken kreiste auf meinem Schoß. Sie wurde immer schneller und fing an, leise zu Stöhnen, Ich griff unterdessen mit beiden Händen nach ihren Titten und knetete diese kräftig. Dann leckte ich in meiner Ektase an ihren Nippeln. Mein Schwanz pulsierte, und ich würde nicht mehr lange brauchen, um mich zu entladen. Doch plötzlich erklang eine laute Stimme.<br />
&bdquo;DENNIS!&quot;, schrie Jacky und ich riss meine Augen auf. Ich stand vor ihr. Sie starrte mich fassungslos an. &bdquo;Was ist denn los mit dir?&quot;<br />
Ich blickte an uns herunter. Wir waren beide angezogen. Sie hielt noch immer die Kamera in der Hand.<br />
&bdquo;Hast du getrunken?&quot;<br />
&bdquo;Ähm&quot;, stammelte ich. Hatte ich mir alles nur eingebildet? In diesem Moment merkte ich, wie mein steinharter Schwanz gierig pulsierte.<br />
Verdammt, dachte ich, nur Fantasie.<br />
&#8212;<br />
Wie hat es euch gefallen? Zugegeben, der Text ist aus einer ziemlich naiven Sicht geschrieben. Aber hey &#8211; das war ich damals auch. Jung und naiv. 🙂<br />
Man wächst mit seinen Aufgaben #stolz<br />
Eure Kim :-*</p>
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		<title>Willkommen im Mile High Club</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Bill Hayman]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 31 Dec 2023 10:25:05 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Nachdem ich mich von der Besatzung des Teneriffa-Fluges verabschiedet hatte, wurde ich zu meiner Wohnung gefahren. Mein heutiger Fahrer aus Bangladesch beschwerte sich ziemlich lautstark darüber, dass ich so weit&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Nachdem ich mich von der Besatzung des Teneriffa-Fluges verabschiedet hatte, wurde ich zu meiner Wohnung gefahren. Mein heutiger Fahrer aus Bangladesch beschwerte sich ziemlich lautstark darüber, dass ich so weit weg vom Flughafen wohnen würde, als ob ihn das etwas angeht. Selbst als er zwanzig Minuten lang mit seiner Frau telefonierte, wirkte er irgendwie über alles und nichts genervt. Mein Blick schweifte aus dem Fenster und meine Sinne flüchteten in all die schönen Erinnerungen, die ich zusammen mit Olivia erlebt hatte.</p>
<p>Nachdem ich endlich zu Hause meine Uniform gegen einen Hoodie und Jeans getauscht hatte, besorgte ich mir nahe der Marina Mall was zu essen und suchte einen Tabakladen auf. Bei dem sympathischen Afghanen kaufte ich mir nach langer Zeit mal wieder eine Zigarre, die ich später genüsslich auf meinem Balkon zu kubanischen Klängen von &bdquo;Buena Vista Social Club&ldquo; rauchte. Der Verkäufer versuchte mir schon beim letzten Besuch eine Shisha anzudrehen, doch der Reiz dafür verpuffte bereits zu Hause in Köln, als ich vor Jahren eine entsprechende Bar besucht habe. Egal, zurück zu meinem Abend. Ich speicherte Olivias Nummer in mein Smartphone ein und schrieb ihr auch gleich eine WhatsApp Nachricht, in der ich mich für den Ausflug und etwas kodiert für &bdquo;den schönen Abend&ldquo; bedankt habe. Ich erhielt auch relativ schnell eine Antwort, die Zigarre war bislang nicht einmal zur Hälfte geraucht.</p>
<p><em>&laquo;Na endlich!&raquo;</em></p>
<p><em>&laquo;Könntest du mir ein Bild von dir schicken, damit ich nie vergesse, wie du ausgesehen hast? Danke&raquo;</em></p>
<p><em>&laquo;Was machst du?&raquo;</em></p>
<p>Ich suchte ein bestimmtes Bild, das Devon heute von mir im Cockpit mit meinem Telefon gemacht hatte. Es gefiel mir ziemlich gut, auch was das Licht anbelangt. Jedenfalls nahm ich wahr, dass auch meine Schwester mir eine Nachricht geschickt hatte. Ich konnte mich nur schwer zwischen zwei fast identischen Fotos entscheiden. Auf einem blickte ich etwas mehr nach oben, lächelte aber weniger und das andere war etwas dunkler, aber irgendwie fröhlicher. Ich entschied mich fürs Letztere und hellte es auf. Natürlich musste der Helligkeits-Regler ergonomisch so schlecht platziert sein, dass mein Handy nach dessen Betätigung auf den Boden fiel. Ich hob es auf und gab meinen Handy-Code ein und begann zu schreiben.</p>
<p><em>&laquo;Sorry, hat gedauert. Musste was zu essen besorgen.&raquo;</em></p>
<p><em>&laquo;Hier ein Foto, dass dein Papa heute von mir geschossen hat.&raquo;</em></p>
<p>Ich setzte das Foto ein und ergänzte:</p>
<p><em>&laquo;Rauche eine Zigarre und denke an dich.&raquo;</em></p>
<p>Ich fragte mich, ob die letzte Nachricht zu offensiv war, falls Devon oder Megan die Nachricht zu Gesicht bekommen würden. Hätte ich doch bloss &bdquo;denke an die schöne Zeit auf Teneriffa zurück&ldquo; geschrieben. Na ja, geschickt ist nun mal geschickt.</p>
<p>Und die Antwort erfolgte im Handumdrehen:</p>
<p><em>&laquo;Hä? Deine Nachricht ergibt keinen Sinn&nbsp;&hellip;&raquo;</em></p>
<p><em>&laquo;Schönes Foto. Aber unser Papa hat doch nichts damit zu tun&nbsp;&hellip; und warum schreibst du auf Englisch? Zu viel Rum?&raquo;</em></p>
<p>So ein Mist, es war der Chat-Verlauf mit meiner Schwester. Keine Ahnung, wie ich da jetzt hineingekommen bin. Ich tippte folgende Mitteilungen:</p>
<p><em>&laquo;Ja. Gab ein Missverständnis.&raquo;</em></p>
<p><em>&laquo;Das Foto kannst du behalten ;-)&raquo;</em></p>
<p>Ich las vier Minuten später folgende Antwort:</p>
<p><em>&laquo;Moment&nbsp;&hellip;&raquo;</em></p>
<p><em>&laquo;&rsquo;Dein Papa&rsquo; + &lsquo;und ich denk an dich&rsquo;?&raquo;</em></p>
<p><em>&laquo;Das ist die Rechnung, bei der am Schluss ein hübsches Mädchen bei rauskommt.&raquo;</em></p>
<p>Ich musste über ihre korrekte Schlussfolgerung lachen. Ich wurde aber nervös und drückte die Zigarre aus und schrieb:</p>
<p><em>&laquo;No comment&raquo;</em></p>
<p>Nachdem ich diese berühmten zwei Worte nach Köln übermittelt hatte, klingelte das Telefon keine drei Sekunden später.</p>
<p>Mit &bdquo;Engelmann&ldquo; nahm ich den Hörer wie sehr oft bei meiner Schwester ab.</p>
<p>&bdquo;Auch Engelmann&ldquo;, sprach eine Stimme mit einer grossen Erwartungshaltung.</p>
<p>&bdquo;Natalie, ich habe nichts zu sagen&ldquo;, sprach ich leicht genervt.</p>
<p>&bdquo;Eigentlich wollte ich mit dir nur über das Wetter sprechen&ldquo;, versicherte die Stimme meiner Schwester. &bdquo;Aber dann bekam ich ja unaufgefordert diese interessanten Zeilen von dir&ldquo;, sagte sie mit einem spürbaren Grinsen.</p>
<p>&bdquo;Das Wetter wird bombastisch. Mit Oktober habt ihr euch einen tollen Monat ausgesucht. Es wird endlich etwas kühler, die Nächte sind über zwanzig Grad Celsius. Wird ziemlich cool&ldquo;, liess ich meine Schwester wissen.</p>
<p>&bdquo;Ich freue mich auch, dich nach über vier Monaten endlich wiederzusehen. Dann also nur kurze Kleider?&ldquo;, sprach Natalie.</p>
<p>&bdquo;Vielleicht braucht ihr 1&ndash;2 lange Hosen und einen Pulli für den Abend, wenn es etwas windig ist oder du wie so oft die Klimaanlage nicht gut verträgst. Oh, und vielleicht noch etwas, das über die Knie geht, wenn ihr in eine Mall geht oder eine Mosche anschauen wollt. Dann seid ihr auf der sicheren Seite&ldquo;, sagte ich.</p>
<p>&bdquo;Okay, verstehe&nbsp;&hellip; über die Knie. Ziemlich reaktionär, findest du nicht?&ldquo;, fragte mich meine Schwester.</p>
<p>&bdquo;Na ja, ich gehe nun mal nicht mit meinen eigenen Regeln in ein fremdes Kloster. Ich schätze die kulturelle Vielfalt dieser Welt. Hier läuft es anders. Wenn du mit Hotpants einkaufen willst, musst du nach Miami&ldquo;, entgegnete ich leicht genervt.</p>
<p>&bdquo;Ist ja gut. Ist aber schon so wie hier in Deutschland vor 150 Jahren&ldquo;, hielt sie mir entgegen.</p>
<p>&bdquo;Ja, in der Hinsicht vielleicht schon. Aber manchmal lohnt es sich auch zu überlegen, wo wir im Westen 150 Jahre zurückliegen. Ich meine, vier von fünf Menschen, die in Dubai leben, sind Ausländer. Eine Horrorvorstellung für viele Menschen in unseren Breitengraden. Und hier leben sie in Frieden zusammen und werden von den Emiratis geschätzt. Die Leute arbeiten hart und haben einen gemeinsamen Traum und sehen, wie sich ihr Leben in den vergangenen zwanzig Jahren verbessert hat. Vielleicht so, wie damals der American Dream in den USA. Gibt es Sachen, die man in den Emiraten verbessern kann? Ja, zur Genüge. Aber die gibt es auch bei uns&ldquo;, sprach ich etwas brummig in den Hörer.</p>
<p>&bdquo;Schon okay. Ich ziehe was über die Knie an. Bleib locker. Warum dieser Schnellkurs in Moralphilosophie?&ldquo;, sprach meine Schwester.</p>
<p>&bdquo;Kannst du dich noch an Marc erinnern?&ldquo;, fragte ich sie.</p>
<p>&bdquo;Marc? Dein Kindergarten- und Schulfreund? Was hat der damit zu tun?&ldquo;, wollte sie überrascht wissen.</p>
<p>&bdquo;Er hat mich zu einer Klassenzusammenkunft eingeladen. Als ich ihm am Telefon gesagt habe, dass ich in die Emirate ausgewandert bin, wurde er sauer. Er fragte mich, was mir einfalle, für Terroristen zu fliegen, die die westliche Welt zerstören wollen. Wegen Leuten wie mir werde zum Beispiel die Lufthansa pleitegehen. Ich meine&nbsp;&hellip; geht&rsquo;s noch? Wie krank ist das. Hat der schon mal die unglaubliche Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Emiratis erlebt? Keiner will hier etwas zerstören. Ich bin es einfach Leid, mit Vorurteilen konfrontiert zu werden&ldquo;, sagte ich.</p>
<p>&bdquo;Gut, Marc ist auch keine Referenz für Schnelldenker. Aber ich bin ja in einer Woche bei dir und schaue mir das mal an und bilde mir dann eine Meinung. Uwe wird wohl auf deiner Seite der Geschichtsschreibung stehen. Er bereitet sich schon seit einem Monat auf die Reise vor und kommt aus dem Staunen nicht mehr raus&ldquo;, sprach Natalie versöhnlich.</p>
<p>&bdquo;Ist schon gut. Sorry. Ich mag nun mal keine moralischen Ferndiagnosen. Hatte das Gespräch mit Marc vor vier Tagen. Gut, dass du dir deine eigene Meinung bilden willst&ldquo;, ergänzte ich.</p>
<p>&bdquo;So, mein lieber Bruder. Fast wäre dein Plan aufgegangen!&ldquo;, lachte Natalie in den Hörer.</p>
<p>&bdquo;Was für ein Plan?&ldquo;, wollte ich etwas überrascht wissen.</p>
<p>&bdquo;Die berühmten Martin Engelmann Nebelpetarden. Man lenke das Gespräch beiläufig in eine andere Richtung, um das ursprüngliche Thema in Vergessenheit geraten zu lassen&ldquo;, sprach Natalie sich ihrer Sache ziemlich sicher.</p>
<p>&bdquo;Wow, was für ein Satzbau&nbsp;&hellip; in Vergessenheit geraten zu lassen. Ich vermisse dich und deine Wortfuchsereien&ldquo;, sagte ich. Und ja, ich vermisste wahrlich die endlosen Gespräche mit meiner Schwester bis spät in die Nacht. Ich wusste, dass bei uns durch Reiberei Wärme entsteht.</p>
<p>&bdquo;Haha, du tust es schon wieder. Los, erzähl mir lieber was von der Frau, von der ich neben dem Wetter mehr erfahren will&ldquo;, hörte ich sie frohen Mutes.</p>
<p>&bdquo;Also doch nicht das Wetter&ldquo;, sagte ich auf eine Art, die signalisierte, dass ich sehr wohl wusste, dass die meteorologischen Begebenheiten nicht der Grund ihres Anrufes waren.</p>
<p>&bdquo;Komm, gib es zu. Du versuchst es noch einmal mit Sza Sza, stimmt&rsquo;s?&ldquo;, wollte sie aus mir herauskitzeln.</p>
<p>&bdquo;Nein, es ist nicht Sza Sza. Es ist leider fürchterlich kompliziert und würde nicht funktionieren&ldquo;, sprach ich.</p>
<p>&bdquo;Och Bruder. Was machst du auch für Sachen. Warum denn nicht?&ldquo;, wollte sie ganz interessiert erfragen.</p>
<p>&bdquo;Es war die Tochter meines Captains und sie steht noch ganz wo anderes im Leben&ldquo;, sagte ich.</p>
<p>&bdquo;Ganz wo anderes im Leben? War sie wie Stacy schon fast in Rente?&ldquo;, lachte sie über ihre eigene Aussage.</p>
<p>&bdquo;Wie witzig. Nein. Sie ist erst achtzehn und na ja&nbsp;&hellip; ich kann unmöglich mit ihr zusammenkommen. Ihr Vater würde mich wahrscheinlich lynchen oder wie in Somalia ans Auto binden und wie amerikanische Soldaten durch die Stadt schleifen&ldquo;, sagte ich mit ziemlich viel &bdquo;Drama&ldquo;.</p>
<p>&bdquo;Ihr Papa und unterschiedliche Lebensphasen sind zweierlei Dinge. Oh Gott, das Mädchen ist fast zehn Jahre jünger wie du und Stacy fast zehn Jahre älter. Kannst du nicht mal eine in der Mitte finden, so in deinem Alter?&ldquo;, fuhr sie fort. Ich hatte mit einer Schimpftirade gerechnet. Niemals hätte ich gedacht, dass sie mich so ungeschoren davonkommen lässt, obwohl ich so junges Gemüse angefasst habe. Aber ich wusste auch, dass Olivia im Grunde schon emotional ihrem Alter weit voraus war. Ich überlegte mir, ob ich meiner Schwester was von der &bdquo;gleichaltrigen&ldquo; Charlotte und den Malarbeiten erzählen soll, aber ich liess es sein.</p>
<p>&bdquo;Ich bleibe Single, obwohl ich noch viel an Olivia denken muss&ldquo;, fuhr ich fort.</p>
<p>&bdquo;Olivia hiess die Gute?&ldquo;, wollte Natalie wissen.</p>
<p>&bdquo;Ja&ldquo;, seufzte ich schwärmend ins Telefon.</p>
<p>&bdquo;Tut mir leid, Bruderherz&ldquo;, sagte sie und ich wusste aufgrund ihrer Stimmlage, dass das Thema Frauen jetzt durch war.</p>
<p>&bdquo;Schön seid ihr bald da. Jetzt habe ich zwei Tage frei und fliege dann vier Tage lang kurze Strecken im Nahen Osten. Ich freue mich nach Teheran zu fliegen und zwei Stunden iranischen Boden unter mir zu haben. Irgendwie ein spezielles Gefühl, wenn man unsere westliche Medienberichterstattung im Hinterkopf hat. Hier ist das ein normaler Flug&ldquo;, sagte ich.</p>
<p>&bdquo;Du bist aber nicht konvertiert, oder?&ldquo;, neckte mich Natalie.</p>
<p>&bdquo;Meinst du tatsächlich, dass meine Frauengeschichten mit dem Koran im Einklang stehen würden?&ldquo;, fragte ich zurück.</p>
<p>&bdquo;Du hast recht. Keine Chance&ldquo;, lachte sie in den Hörer. &bdquo;So, dann erhol dich mal gut und schreib noch deiner Lolita&ldquo;, foppte sie mich.</p>
<p>&bdquo;Haha, sehr witzig&ldquo;, sprach ich etwas sauer, fand den Spruch aber eigentlich ziemlich schlagfertig. &bdquo;Geniess den frühen Abend und wir hören uns bald&ldquo;, sagte ich.</p>
<p>&bdquo;Oh, halt. Noch eine Frage. Ist es okay, wenn Uwe und ich bei dir wohnen oder sollen wir vielleicht doch lieber in ein Hotel? Hat ja einige gleich bei dir um die Ecke&ldquo;, sprach Natalie. Ich wusste, dass es ihr aber nicht nur um mein Wohl geht.</p>
<p>&bdquo;Falls du damit sagen möchtest, dass du gern ungestört mit Uwe schnackseln möchtest, ist das kein Problem. Ihr bekommt das Schlafzimmer und ich nehme das Sofa in der Galerie&ldquo;, sagte ich. Natalie lachte laut.</p>
<p>&bdquo;Schnackseln?&ldquo;, fragte mich meine Schwester gut amüsiert.</p>
<p>&bdquo;Ja, hat unser österreichischer Kollege Herbert immer gesagt. Bedeutet wohl so viel wie poppen oder begatten&ldquo;, erklärte ich. Fünf Sekunden später beruhigte sich ihr Lachanfall wieder und sie verabschiedete sich ganz freundlich.</p>
<p>Kurz nach dem Anruf begab ich mich in den richtigen Chat-Verlauf und schickte Olivia noch das gewünschte Foto, aufgehellt und gestochen scharf. Wir chatteten eine Weile und ich legte mich danach hin.</p>
<p>Am nächsten Morgen bekam ich unerwarteterweise einen Anruf von einer fröhlichen Frau mit einer äusserst charmanten Stimme. Sie war von Crew Control und gab mir eine Einsatzänderung bekannt. Meine mehrtägigen kurzen Hüpfer im Nahen Osten wurden kurzfristig gegen einen Flug nach Venedig mit zwei Übernachtungen getauscht. Ein ausgezeichneter Tausch, angesichts der Tatsache, dass der Start nach neun Uhr vormittags auch ziemlich human ist. &bdquo;Scheisse, das Wetter&ldquo;, kam mir in den Sinn! Ich machte mich über die Wetterverhältnisse auf dem alten Kontinent schlau und musste tatsächlich eine Waschmaschine starten, um die richtigen Kleider für &bdquo;Europa&ldquo; mit seinen Jahreszeiten einpacken zu können.</p>
<p>Am frühen Nachmittag kam noch Magnus spontan vorbei und wir schauten den Film Blair Witch Project aus dem Jahre 1999 an.</p>
<p>Nach gut einer halben Stunde vibrierte mein Telefon. Eine Nachricht von Olivia.</p>
<p><em>&laquo;</em><em>Ich muss dich heute wiedersehen. 18:00 Uhr, Metro Station Emirates Towers. Halbwegs in der Mitte. Okay?</em><em>&raquo;</em></p>
<p>Sie hatte sich gemerkt, dass ich in Marina wohne. Für sie war der Weg viel umständlicher, da sie in einem Compound in Flughafennähe lebte. Dabei handelt es sich um bewachte Siedlungen mit einer kontrollierten Zufahrt, die mehrheitlich durch Expats bewohnt werden. Mir passte die Zeit angesichts meines morgigen Fluges nicht wirklich. Aber ich schluckte die Kröte, um sie zu sehen. Ach ja, Expats sind genau genommen Mitarbeiter einer Firma, die ins Ausland versetzt werden und dort leben. In den letzten Jahren mutiert dieser Begriff allerdings zu einer Floskel für Staatsbürger aus westlichen Ländern, die sich schämen, sich als Arbeitsmigranten zu outen. Hand aufs Herz. In Deutschland hätte ich nie und nimmer schon einen grossen Airbus fliegen können. Ich bin ausgewandert, um die grossen Vögel zu fliegen, sprich, ich bin nichts anderes als ein westlicher Immigrant.</p>
<p>Ich bestätigte den Vorschlag und freute mich darauf. Klar, das war komplett verrückt und höchst irrational. Ich hätte absagen müssen. Doch nur schon die Aussicht auf einen Tee in einem gemütlichen Restaurant erwärmte mein Herz. Ich fragte mich, warum sich als Erwachsener das Richtige so oft falsch anfühlt oder ist es genau umgekehrt, dass man das Falsche als richtig empfindet? Augen zu und durch. Ich möchte das aussortieren. Klare Verhältnisse. Nicht wie damals mit Sonja, als plötzlich eine Stacy aus dem Nichts aufgetaucht ist.</p>
<p>&bdquo;Hey Martin, alles klar? Du bist so ruhig&ldquo;, sprach Magnus.</p>
<p>&bdquo;Doch, doch. Ich muss heute Abend noch spontan etwas erledigen. Ich ging das kurz gedanklich durch&ldquo;, sagte ich.</p>
<p>&bdquo;Ne Frau?&ldquo;, schlussfolgerte er richtig und stoppte den Film. Er gab all dem damit eine Tragweite, die fast schon übertrieben wirkte. Ich war überrascht, wie schnell er des Pudels Kern erfasst hatte.</p>
<p>&bdquo;Ja, was Platonisches. Wir müssen nur etwas besprechen&ldquo;, sagte ich.</p>
<p>&bdquo;Wow, okay. Bei mir wurde es immer ernst oder kompliziert, wenn eine Frau mit mir &sbquo;nur&rsquo; reden wollte&ldquo;, sprach der Kanadier. &bdquo;Wenn ich dir helfen kann, auch wenn es nur darum geht, deine Gedanken zu sortieren, bin ich für dich da. Wenn du es willst, versteht sich&ldquo;, ergänzte er feinfühlig. Er überliess mir die Hoheit.</p>
<p>Ich liess mir den Gedanken durch den Kopf gehen und gab Magnus den Vertrauensbeweis, dass er vom Knappen zum Ritter geschlagen wurde und für mich zu einem Freund mutiert ist. So weihte ich ihn in die jüngsten Geschehnisse ein, ohne Namen zu nennen.</p>
<p>Er schwieg und atmete tief ein. Ich deutete dies als eine Reaktion auf den Altersunterschied zwischen Olivia und mir. Ich schämte mich etwas.</p>
<p>&bdquo;Nun gut. Wo liegt das Problem? Wenn du 48 bist, ist sie 40 Jahre jung. Gut für dich. Also, das ist nicht das Thema. Ihr Papa. Tja. Das ist eine ganz andere Hausnummer. Für ihn spricht allerdings, dass er einen Alu-Baseballschläger aus dem Hause Wilson hat. Er legt Wert auf Qualität &hellip; und sorgt sich um seine Tochter. Das ist löblich. Du bekommst aber bestimmt Rückendeckung von ihrer Mutter. Wenn du sie überzeugst, hast du ihn in der Tasche. Sie stand dir wohl gesonnen gegenüber, richtig?&ldquo;, wollte Magnus konkludieren.</p>
<p>&bdquo;Ja, aber jetzt stand es höchstens zwischen den Zeilen, dass wir ineinander verknallt waren. Meinst du, das bleibt so, wenn es offiziell wäre? Was, wenn herauskommt, dass wir schon auf der Insel &hellip; du weisst schon!?&ldquo;, sprach ich.</p>
<p>&bdquo;Heut Abend redet ihr erst einmal. Dann entscheidet ihr &sbquo;zufällig&lsquo;, dass ihr euch datet und weiht Olivias Mutter nach ein paar Wochen ein. Danach überzeugt ihr alle zusammen ihren Papa, dass du auch abgesehen vom Fliegerischen ganz in Ordnung bist und trinkt anschliessend einen Cabernet Sauvignon. Eigentlich ganz einfach, oder?&ldquo;, sprach er mit einer Leichtigkeit, die fast ansteckend war.</p>
<p>&bdquo;Genau, als ob es so einfach wäre&ldquo;, artikulierte ich meinen Einwand.</p>
<p>&bdquo;Willst du sie jetzt, oder nicht?&ldquo;, wollte der Kanadier wie in einem Polizeiverhör von mir wissen.</p>
<p>&bdquo;Schon, ja. Ich hoffe, sie meint es so ernst mit mir, wie ich mit ihr. Ich wäre ihre erste richtige Beziehung&ldquo;, sprach ich.</p>
<p>&bdquo;Finde es raus. Aber ja, sie ist verdammt jung. Ich finde manchmal hübsche Teenagerinnen durch ihre quirlige Art und Unwissenheit fast schon abstossend. Aber dein Mädchen ist bestimmt anders. Probier es einfach mal. Es gibt keinen Garantieschein in der Liebe&ldquo;, argumentierte er schlüssig.</p>
<p>Ich hatte wahrscheinlich einen nachdenklichen Gesichtsausdruck und nickte ihm wortlos zu. Das Gespräch war zu Ende, es war alles gesagt. Magnus liess den Film weiterlaufen.</p>
<p>Er überzeugte uns keineswegs. Es war damals ein Kultfilm, den wir beide allerdings bis zum heutigen Tage noch nicht gesehen haben. Vielleicht lag es auch daran, dass uns das Genre Horror nicht wirklich zusagte. Aber egal. Geschaut, abgehakt und weggelegt. Das Beste am Film waren aber die fiesen Kommentare, die unsere Lippen verliessen. Ich fühlte mich wie die beiden alten Herren in der Muppet Show, die das Geschehen aus einer Loge kommentierten. Magnus und ich wurden wirklich gute Freunde. Er war geistreich, einfühlsam und hatte einen unglaublich guten Humor.</p>
<p>Nachdem ich den letzten Gegenstand im Koffer für Venedig verstaut hatte, machte ich mich mit einigen Punkten des morgigen Fluges vertraut und studierte die topografischen Verhältnisse sowie die Anflugverfahren des Flughafens &bdquo;Venedig-Tessèra&ldquo;, der nach dem venezianischen Händler Marco Polo benannt wurde.</p>
<p>Ich machte mich danach in einer vollen Metro auf den Weg in die Nähe von Dubais Finanzzentrum, unserem Treffpunkt. Bisher kannte ich diesen Flecken nur von der Durchfahrt zum Flughafen mit seinen ikonischen Emirates Towers.</p>
<p>Ich freute mich, Olivia zu erblicken. Sie lächelte mich an, wirkte aber etwas steif. Wer konnte es ihr verübeln. Wahrscheinlich wollte sie mir, wie ich ihr, um den Hals fallen. Doch die örtlichen Sitten waren für eine solche Handlung alles andere als förderlich. Sie gab mir hingegen mit einem breiten, mir bestens vertrauten Lächeln die Hand und lehnte sich mit einem mädchenhaften &bdquo;Hey&ldquo; begleitet schüchtern zurück. Die Stimmung war gut.</p>
<p>&bdquo;Schön dich zu sehen&ldquo;, sprach ich und bewegte mich mit ihr fast geistesabwesend in eine Richtung, in der Geschäftsflächen waren. Es wirkte wie eine kleine Mall. Ich vermutete dort ein Café, damit wir in Ruhe sprechen können. &bdquo;Wie geht es dir?&ldquo;, wollte ich wissen. Sie lief relativ eng neben mir, schaute mir ins Gesicht und lächelte mysteriös.</p>
<p>&bdquo;Gut&ldquo;, erwiderte Olivia fröhlich. Ich glaube, wir waren beide überwältigt, uns so schnell wiederzusehen. Irgendwie war ich unglaublich glücklich über die Vorstellung, dass wir nach dem heutigen Gespräch das Café vielleicht als Paar verlassen könnten. Mir wurde plötzlich die Tragweite des Gesprächs bewusst. Da war sie mir vielleicht schon voraus.</p>
<p>Ich sah ein sauberes Lokal, in dem zwei Pakistanis bedienten. Wir setzten uns in dieses schön belichtete, aber verhältnismässig nüchterne Café.</p>
<p>&bdquo;Ich wollte unbedingt mit dir reden, ich muss Klarheit haben&ldquo;, begann die hübsche Britin den Dialog. Ich nickte ihr mit einem Lächeln zu.</p>
<p>&bdquo;Ja, unbedingt&ldquo;, bestätigte ich.</p>
<p>&bdquo;Ich haue es einfach gerade raus. Es gibt diesen Typen Henry, mit dem ich bisher Casual Sex hatte. Er hat mir gestern geschrieben, ob wir uns bald wieder sehen können&ldquo;, begann sie. Mich traf das wie ein Schlag ins Gesicht. Wow, das habe ich nicht kommen sehen. &bdquo;Und ich weiss jetzt nicht, wie ich dem begegnen soll&ldquo;, sprach sie weiter. &bdquo;Sind wir jetzt zusammen, oder doch nicht?&ldquo;, wollte sie von mir wissen.</p>
<p>&bdquo;Was hat Henry für einen Einfluss darauf?&ldquo;, wollte ich von ihr wissen.</p>
<p>&bdquo;Na ja, wenn wir zusammen sind, würde ich ihm sagen, das läuft nicht mehr&ldquo;, sagte die hübsche Achtzehnjährige.</p>
<p>&bdquo;Und wenn wir nicht zusammen sind, dann würdest du es in Erwägung ziehen, richtig?&ldquo;, wollte ich ihr entlocken.</p>
<p>&bdquo;Ich weiss es nicht. Er war ja einer von drei Jungs, mit denen ich manchmal&nbsp;&hellip;&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Was!?&ldquo;, fuhr ich ihr geschockt ins Wort.</p>
<p>&bdquo;Ja, aber das wäre alles vorbei, wenn wir zusammen sind&ldquo;, sprach sie bestimmt. Es hatte hoffnungsvolle Züge.</p>
<p>&bdquo;Aber wenn wir nicht zusammenkommen, antwortest du gleich Henry?&ldquo;, wollte ich von ihr wissen. Ich hatte das Gefühl, dass mein Blutdruck ansteigt. Aber ich musste mich selbst disziplinieren. Warum richte ich über Olivia. Gerade ich sollte besser entspannt bleiben. Was ich die letzten Wochen und Monate geboten habe, stand dem in nichts nach. Im Gegenteil. Ich war schlimmer. Warum rege ich mich auf, wenn sie im gegenseitigen Einvernehmen miteinander schlafen. Wenn es für alle stimmt. Sie ist achtzehn. Oder ist das doch irgendwie verdorben? Wo wird sie sein, wenn sie in meinem Alter ist? Pornodarstellerin? Das waren die gedanklichen Querschläger. Ich ärgerte mich unglaublich über mich selbst. Zwar habe ich moralisch hohe Anforderungen an andere, die ich aber gerade selbst nicht erfülle. &bdquo;Sei nett zu ihr und reg dich nicht auf&ldquo;, sprach ich in Gedanken zu mir selbst.</p>
<p>&bdquo;Deine Frage klingt irgendwie komisch&ldquo;, liess mich Olivia in einer mit Enttäuschung versetzten Stimmlage wissen.</p>
<p>&bdquo;Aber das ist es, worum es geht. Ich habe das Gefühl, als ob du Klarheit wünschst, wie es für dich weitergehen soll. Mit oder ohne Henry&ldquo;, sagte ich. Meine Gefühle spielten verrückt. Ich hatte das Gefühl, als ob Sza Sza in mich gefahren ist und nun Olivia Vorwürfe macht, warum sie sich vielleicht nicht gleich stark in mich verliebt hat, wie ich mich in sie.</p>
<p>&bdquo;Ja, ich möchte Klarheit und ja, ich bin verwirrt. Und da ist noch was. Ein Mädchen hat an der University of Edinburgh aufgehört und ich könnte jetzt nachrücken und Astrophysik studieren. Ich muss mich jetzt entscheiden, zwischen all dem&ldquo;, sprach die süsse Achtzehnjährige. Ich hatte mir den Gesprächsverlauf ganz anders vorgestellt.</p>
<p>&bdquo;Okay. Also, da gibt es das Studium, Henry und mich, richtig?&ldquo;, fragte ich nach. Ich war fest entschlossen, das alles analytisch anzugehen.</p>
<p>&bdquo;Richtig!&ldquo;, bestätigte Olivia. Sie schien zufrieden, dass ich ihr beim Entflechten dieser verworrenen Struktur helfen wollte.</p>
<p>&bdquo;Fangen wir bei Henry an&ldquo;, eröffnete ich.</p>
<p>&bdquo;Ich wusste, dass du bei ihm anfangen wirst. Denk immer daran: Ich kenne dich besser, wie du glaubst&ldquo;, erwiderte die zierliche Blondine. Ich konnte den letzten Teil ihrer Aussage nicht greifen. Wollte sie damit signalisieren, dass sie mir nahesteht? Dass ich ihre bevorzugte Wahl bin? Oder war es bloss ein Triezen, dass ich vielleicht einfacher gestrickt bin, wie mir bewusst war?</p>
<p>&bdquo;Henry. Siehst du mit ihm eine Affäre oder könnte es was Ernstes werden? Mir hast du vorhin eine Beziehung in Aussicht gestellt. Das wäre ernst. Oder ist es Abenteuer versus was von Dauer?&ldquo;, wollte ich in Erfahrung bringen.</p>
<p>&bdquo;Henry ist mir zwar der liebste von den Dreien, aber er bleibt hier und ich sehe einfach keine Beziehung mit ihm. Er wäre wahrscheinlich traurig, wenn ich ihn nicht mehr sehen würde. Aber mit dir hab ich &hellip; und bitte versteh mich jetzt nicht falsch &hellip; eine gute Ausrede. Die beste, die ich mir vorstellen könnte&ldquo;, sagte sie irgendwie herantastend und achtete penibel genau auf meine Mimik. Sie griff nach meiner Hand, um wohl Nähe aufzubauen.</p>
<p>&bdquo;Ersetze Ausrede durch Grund und alles passt für mich. Aber willst du dich denn mit mir überhaupt festlegen?&ldquo;, wollte ich von ihr wissen.</p>
<p>&bdquo;Irgendwie schon. Du wärst meine erste richtige Beziehung. Obwohl ich mich höllisch davor fürchte, sehne ich mich nach dir&ldquo;, sprach sie liebevoll. Ich konnte sie gut verstehen, weil ich mich auch irgendwie nach ihr sehnte.</p>
<p>&bdquo;Und da wären noch dein Vater und das Astrophysik-Studium&ldquo;, entgegnete ich, während ich ihre Hand streichelte und sie diese Geste der Zuneigung wohlwollend in Empfang nahm.</p>
<p>&bdquo;Ja. Das mit meinem Vater könnten wir mit etwas Glück hinbekommen. Er hat mir auf der Heimfahrt gesagt, dass er sich so einen pfiffigen Kerl wie dich für mich vorstellen könnte. Ich müsste das scheibchenweise angehen. Aber es ist machbar&ldquo;, legte sie sich eine Strategie zurecht. Plötzlich war eine Beziehung wie zuvor im Gespräch mit Magnus zum Greifen nah. Und ich freute mich, dass mich Devon offenbar mochte und sich einen Freund wie mich für seine Tochter wünschte.</p>
<p>&bdquo;Okay. Cool. Aber wie sieht es mit deinem Studium in Schottland aus? Hast du dir das gut überlegt?&ldquo;, fragte ich.</p>
<p>&bdquo;Na ja. Der Dialekt dort oben ist schon fürchterlich&ldquo;, begann sie zu scherzen. Wir imitierten kurz die Schotten und lachten uns schlapp. Besonders ihre Imitation war ausgesprochen gut. Mich überraschte, wie schnell und mit welcher Leichtigkeit sich unser ernstes Gespräch in eine humoristische Abhandlung verwandelte, damit Augenblicke später wieder aufrichtige Ernsthaftigkeit die Oberhand gewann. Es wirkte alles zutiefst natürlich.</p>
<p>&bdquo;Willst du Dubai verlassen? Ich dachte, du wolltest Heli fliegen lernen und gehst noch zur Schule?&ldquo;, wollte ich von ihr wissen.</p>
<p>&bdquo;Ja, das stimmt. Wir haben noch einige Kurse hier in Dubai gefunden, um das Jahr der Wartezeit auf einen Studienplatz zu überbrücken. Währenddessen hätte ich auch die Privatpilotenlizenz in Angriff genommen. Und jetzt war da dieser Brief in der Post und alles steht auf dem Kopf&ldquo;, erklärte die Britin.</p>
<p>&bdquo;Ich finde, du solltest es tun. Per aspera ad astra! Du hast jetzt die Möglichkeit, Astronomie zu studieren&ldquo;, fuhr ich fort. Ich wurde umgehend korrigiert, dass es sich um Astrophysik handelt. &bdquo;Okay. Aber es wird deine Zukunft prägen. Du liebst die Sterne. Und jetzt holen sie dich. Wenn du jetzt bleibst, sind wir in einem Jahr am gleichen Ort wie jetzt. Und weisst du was?&ldquo;, fragte ich sie mit einer vielversprechenden Stimmlage.</p>
<p>&bdquo;Nein!?&ldquo;, fragte sie erwartungsvoll.</p>
<p>&bdquo;Unsere Airline fliegt mit dem A330 aktuell nach Edinburgh&ldquo;, wollte ich Hoffnung schenken. &bdquo;Ich kann versuchen, mehr Flüge dorthin zu bekommen. Wir könnten uns sehen&ldquo;, erklärte ich. Olivia schwieg und nahm einen Schluck von ihrem Tee.</p>
<p>&bdquo;Das ist spannend, ja&ldquo;, antwortete sie mit gemischten Gefühlen.</p>
<p>&bdquo;Spannend?&ldquo;, fragte ich perplex. Ich hätte mir mehr Begeisterung gewünscht.</p>
<p>&bdquo;Ich &hellip; ich bin mir einfach nicht sicher, ob das eine gute Idee ist&ldquo;, sprach sie verhalten, als ob sie selbst von ihrer eigenen Aussage enttäuscht wäre. Ich nickte ihr zu, damit sie weiterspricht. Sie drehte mit ihrem Finger flüchtig die Tasse, als ob sie Zeit braucht, um die richtigen Worte zurechtzulegen. &bdquo;Irgendwie möchte ich ganz oder garnicht. Ich glaube, es würde mir das Herz brechen, wenn du für eine Nacht kommst und dann wieder zurückfliegst. Ich glaube, ich würde zu viel an dich denken müssen und wäre abgelenkt. Und wie gesagt. Ich bin in Beziehungen nicht geübt. Was, wenn ich dort jemanden kennenlerne oder du in Dubai und wir sind weit weg voneinander. Ach &hellip; es ist so &hellip;&ldquo;, geriet Olivia ins Wanken.</p>
<p>&bdquo;Auch wenn ich bereit wäre, eine Fernbeziehung einzugehen und dir treu zu bleiben, verstehe ich dich&ldquo;, fuhr ich fort.</p>
<p>&bdquo;So eine Scheisse. Das mit Teneriffa war der falsche Zeitpunkt für uns&ldquo;, fasste Olivia die Situation irgendwie korrekt zusammen.</p>
<p>&bdquo;Ja. Allerdings. Dann ist es wohl Henry und die Universität&ldquo;, sagte ich erstaunlich ruhig und keineswegs gekränkt.</p>
<p>&bdquo;Nein, es heisst Universität. Nenne mich albern, aber ich hätte das Gefühl, dass ich dich betrüge, wenn ich mit Henry schlafen würde&ldquo;, sprach die junge Dame.</p>
<p>&bdquo;Warum hast du ihn dann überhaupt erwähnt?&ldquo;, wollte ich wissen.</p>
<p>&bdquo;Weil mir das erst jetzt bewusst geworden ist. Du hast geholfen, meine Gedanken zu sortieren. Und jetzt wird mir klar, dass ich zumindest von meiner Seite her seit Teneriffa emotional gesehen mit dir zusammen war und ich mich jetzt von dir abnabeln muss. Diese blöden Gefühlswelten&ldquo;, erklärte sie.</p>
<p>&bdquo;Jetzt kannst du dich ins Studium stürzen, ohne Ablenkung&ldquo;, sagte ich und Olivia nickte mir zu. Ich sah ihr aber an, dass ihre Stimmung gedrückt war. Am liebsten hätte ich sie in den Arm genommen. Gedrückt. &bdquo;Ich danke dir, dass du das alles mit mir klären wolltest und nicht einfach gegangen bist. Du bist unglaublich reif und aufrichtig&ldquo;, sagte ich.</p>
<p>&bdquo;Ich weiss. Ihr Patriarchen lässt so Zeugs lieber im Raum stehen&ldquo;, sagte sie grinsend und ich sah, wie ihre Augen noch während dieser Aussage funkelten und feucht wurden. &bdquo;Du warst mir für einen solchen Abgang einfach zu wichtig. Danke für die letzten Tage&ldquo;, fuhr sie fort.</p>
<p>&bdquo;Danke Mäuschen. Ist es okay, wenn wir uns weiterhin auf WhatsApp schreiben?&ldquo;, wollte ich wissen.</p>
<p>&bdquo;Klar, ich muss dir aufgrund deines unterentwickelten Musikgeschmacks ja den ein oder anderen Tipp zustecken. Vielleicht darfst du mir ab und zu auch mal eine Empfehlung abgeben&ldquo;, sagte sie schmunzelnd.</p>
<p>&bdquo;Ich hab dich lieb, Olivia. Du bist mir wichtig. Obwohl mir ein Kumpel heute viele Tipps gegeben hat, wie wir zusammenkommen könnten, möchte ich, dass du glücklich bist und dein Studium aufnimmst. Ich glaube, es könnte dir gefallen. Ich möchte dir dieses Jahr nicht nehmen&ldquo;, fuhr ich fort.</p>
<p>&bdquo;Vielleicht schauen wir ja ab und an am Nachthimmel auf den gleichen Stern. Ich finde die Vorstellung irgendwie erbauend&ldquo;, fuhr sie fort.</p>
<p>&bdquo;Du hast sie, die musische Seite. Sie funkelt wie ein Stern tief in deinem Herzen&ldquo;, sagte ich.</p>
<p>&bdquo;Warum meinst du?&ldquo;, fragte Olivia. Sie schien mich nicht zu verstehen.</p>
<p>&bdquo;Beim Abendessen auf Teneriffa habe ich gesagt, dass du dich ständig auf technische Aspekte fokussierst. Du bist für dich eingestanden und hast gesagt, dass du auch eine musische Seite hast. Und du hattest recht. Ich wollte, dass du das weisst, auch wenn du jetzt Physikerin wirst&ldquo;, sagte ich schmunzelnd.</p>
<p>&bdquo;Du und deine Vorurteile&ldquo;, sagte sie. Irgendwie drehte sich unser Gespräch danach in eine leichtere Richtung. Wir plauderten über Teneriffa, den Konsul, ihre Eltern, das Hotel, die Sterne und ich wusste, warum ich Olivia so mochte und wie reif sie für ihr Alter war.</p>
<p>Ich musste langsam ins Bett und wir verabschiedeten uns viel zu oberflächlich. Nicht, weil wir uns nicht umarmen wollten, sondern nicht konnten. In dieser Gegend bewegen sich viele Einheimische, sodass wir auf die lokalen Gepflogenheiten besonders achteten und Abstand hielten. Als wir das Lokal verliessen, realisierten wir, dass wir noch gemeinsam zur Metrostation laufen können, was wir auch taten. An einem Strassenabschnitt, wo weit und breit niemand zu sehen war, fielen wir uns in die Arme. Ich umarmte sie so fest ich konnte und spürte ihren warmen aber auch angespannten Körper.</p>
<p>&bdquo;Pass immer auf dich auf&ldquo;, sagte ich.</p>
<p>&bdquo;Ich wünsche dir jemanden, der immer für dich da sein kann und sich um dich kümmert. Auch musikalisch&ldquo;, scherzte Olivia, um wahrscheinlich ihre Trauer zu überspielen. &bdquo;Ich hab noch einen Tipp für dich. &sbquo;July&lsquo; von Winterpills&ldquo;, sprach die hübsche junge Frau mit feuchten Augen.</p>
<p>Ich nickte ihr zu, weil ich für Worte nicht in Stimmung war und ich mir auch nichts Brauchbares für eine Antwort zurechtlegen konnte. Ich drückte sie stattdessen noch einmal ganz fest und küsste sie zärtlich. Auf dem Rückweg war ich gefühlt der einzige Europäer in der überfüllten Metro. Ich hörte mir ihren Song an, der direkt mein Herz traf. Ich wusste nicht, ob das Lied über die soeben beschlossene Trennung hinwegtrösten konnte, oder alles noch schwerer machte.</p>
<p>Zu Hause angekommen, legte ich mich ziemlich schnell hin und wurde prompt ein weiteres Mal von Olivia angeschrieben. Als ich ihr verriet, dass ich morgen in die Lagunenstadt fliege, offenbarte sie mir, dass sie am liebsten noch einmal mit mir mitgekommen wäre, um sich noch anders von mir zu verabschieden. Ich schlief bei dieser Vorstellung ein und sah mich in Gedanken mit ihr in einer Gondoliere einen Kanal entlangfahren &ndash; und das war nur der jugendfreie Teil.</p>
<p>Der Wecker klingelte erbarmungslos und ich machte mich bereit für den Einsatz. Irgendwie fehlte der zusätzliche freie Tag, den ich bei meinem ursprünglichen Einsatz gehabt hätte. Doch das war alles noch im legalen Bereich. Da hilft kein Meckern und kein Klagen, sodass ich das Beste aus der Situation machte. Pünktlich stand der Wagen vor meinem Apartment und brachte mich ohne jegliche Vorkommnisse in unser Hauptquartier. Voller Freude erblickte ich kurz Xavier, der mit seiner Crew nach Malta flog. Er war auf meinem ersten Flug im Dienste der Fluglinie mein Check-Pilot. Es war ein Einsatz, den ich nie vergessen werde.</p>
<p>&bdquo;Oh Mann. Ich habe tausend Fragen, aber nur ganz wenig Zeit. Ich meine&nbsp;&hellip; sag mal: Wirst du jetzt eigentlich Papa, oder nicht?&ldquo;, wollte Xavier voller Spannung wissen.</p>
<p>&bdquo;Nein, Zsa Zsa war zum Glück nicht schwanger und wir sind auch nicht mehr zusammen&ldquo;, fasste ich mich kurz.</p>
<p>&bdquo;Schade, dass es nicht gehalten hat. Aber das war ein verrückter Einsatz. Das mit dir und Richard. Ich habe erst gerade neulich einem First Officer erzählt, wie wir in der Hotelbar ein paar Lieder auf einer Maton-Gitarre gespielt haben. Das war echt der Hammer&ldquo;, erzählte er mit einem Funkeln in den Augen.</p>
<p>&bdquo;Das war echt schön, wenn meine Beziehung mit Sonja nicht in dem Moment geplatzt wäre&ldquo;, sagte ich mit einem Lachen. &bdquo;Vielleicht können wir das mal hier in Dubai wiederholen. Meine Schwester bringt mir meine Ibanez-Gitarre aus Deutschland mit&ldquo;, fuhr ich fort.</p>
<p>&bdquo;Sehr schön. Komm, das machen wir. Ich gebe dir schnell meine Handy-Nummer&ldquo;, sprach Xavier und diktierte mir die Zahlenfolge. &bdquo;Sorry, Martin. Ich muss leider schon weiter. Oh, und das ist Jason, mein Copilot heute&ldquo;, ergänzte er und Jason reichte mir schnell mit einem Lächeln begleitet seine Hand. Er sah fröhlich gestimmt aus. Ich freute mich für den Burschen, weil er mit Xavier bestimmt einen tollen Flug haben wird.</p>
<p>Wir verabschiedeten uns und nur wenige Sekunden später spürte ich, wie von hinten ein Finger auf meine Schulter tippte.</p>
<p>&bdquo;Hallo Sugar! Bereit mit mir nach Venedig zu fliegen?&ldquo;, sprach eine hübsche und vor allem bestens vertraute Stimme. Ich drehte mich um und war glücklich, diesen Flug mit Stacy durchzuführen.</p>
<p>&bdquo;Hey Clementine, du siehst unglaublich gut aus in deiner Uniform&ldquo;, platzte es aus mir heraus. Ich nannte sie immer scherzeshalber Clementine, weil mir ihr Name Stacy nicht britisch genug war. Ich mutierte für sie meist zu Werner, wohl um einen deutschnamigen Gegenpol zu schaffen. Es war unglaublich speziell, die hübsche Blondine in ihrer Uniform mit den vier dicken Streifen am Ärmel zu sehen. Sie strahle eine natürliche Autorität aus, die sie mit ihrer humoristischen Art nicht unterwanderte. Sie grinste mich mindestens genauso breit an, wie ich sie. Ich glaubte kurz ein Leuchten in ihren Augen zu sehen. Am liebsten hätte ich sie in den Arm genommen, aber wir waren Profis.</p>
<p>&bdquo;Ich akzeptiere dein Kompliment, wenn du das auch zu deinen männlichen Kollegen sagst&ldquo;, begann sie zu scherzen. Ich blieb still und lächelte. &bdquo;Meinst du, der Flug wird auch so aufregend, wie unser Erster?&ldquo;, fragte sie mit einem Augenzwinkern.</p>
<p>Als ich Deutschland verlassen habe und von Frankfurt aus nach Dubai aufgebrochen bin, sass Stacy als Passagier neben mir. Ich wusste nicht, dass sie auch Pilotin bei unserer Airline war. Wir verstanden uns vom ersten Augenblick an unglaublich gut und sie war dabei, als ich meine neue Wohnung in Empfang genommen habe. Noch am selben Abend fielen wir übereinander her. Was ich nicht für möglich gehalten habe war, dass sie auch als Instruktorin am Aviation College arbeitete und unglaublich streng und gefürchtet war.</p>
<p>&bdquo;Ich denke, dass es eine gelungene Fortsetzung wird&ldquo;, sprach ich und entlockte ihr ein etwas verträumtes Lächeln.</p>
<p>&bdquo;So wie bei Indiana Jones und der letzte Kreuzzug, ja?&ldquo;, sprach sie selbstbewusst. &bdquo;Also gut, zeig mal, was für einen Flug sie heute für uns vorbereitet haben&ldquo;, wechselte Stacy von Small Talk zu Business. Ich war aber noch immer in Gedanken beim von ihr angesprochenen Kultfilm.</p>
<p>&bdquo;Indiana Jones?&ldquo;, entgegnete ich und die Fragezeichen las Stacy wohl in meinen Augen.</p>
<p>&bdquo;War der erste Film, der mir spontan eingefallen ist, wo die Fortsetzung besser als der erste und zweite Teil war. Werner, immer schön locker bleiben&ldquo;, sagte sie mit einem entspannten Tonfall und lächelte mir zu. Ich grinste nur und wir begannen mit der Flugvorbereitung. Ihre rot lackierten Fingernägel boten einen schönen Kontrast zur Wetterkarte, etwas, das ich in meiner Fliegerlaufbahn fast nie erblickt habe. Es sah schön aus, wie sie den Kugelschreiber hielt und mit ihm zart anmassend der Flugroute entlangfuhr und mir aufzeigte, wo sie aufgrund des Wetters Anpassungen hinsichtlich Streckenführung und Treibstoffmenge im Sinn hatte. Sie wirkte unglaublich bedacht und äusserst gepflegt. Als kleiner Junge fand ich Blondinen mit roten Fingernägeln unglaublich attraktiv. Und jetzt stand eine solche Frau neben mir. Obwohl ich voll bei der Sache war und mich meiner Konzentration nicht beraubt fühlte, entging mir fast nichts an ihr. Meine Sinne sogen diesen Moment auf.</p>
<p>Überhaupt war Stacy heute ein zuckersüsser Anblick. Die mittlerweile etwas länger gewordenen blonden Haare hatte Stacy mit einem Scheitel in der Mitte zu einem Zopf zusammengelegt. Ganz klassisch, aber trotzdem wirkte die Frisur perfekt.</p>
<p>Sie war dezent geschminkt, was ihrem hübschen Gesicht Wirkung verlieh. Sie brauchte aufgrund ihres Auftritts und des Charmes nicht viel, um aus der Menge zu stechen. Stacy war voll im Element, plante alles mit einer erfahrenen Gelassenheit und stellte mir mal die ein oder andere Wissensfrage, die ich offenbar zu ihrer Zufriedenheit beantwortet habe. Sie wirkte jetzt ganz anders wie damals als meine &bdquo;ultrastrenge&ldquo; Instruktorin. Sie war für all das hier wie gemacht.</p>
<p>&bdquo;Wirklich schön, dass wir schon nach so kurzer Zeit miteinander fliegen können. Ich habe mich sehr gefreut, als ich deinen Namen auf der Crew Liste überflogen habe&ldquo;, sprach die Britin selig, als wir uns auf den Weg zum Briefing der Kabinenbesatzung machten.</p>
<p>&bdquo;Ich bin noch immer ganz baff. Was für ein Zufall. Gott sei Dank vertragen wir uns wieder&ldquo;, sprach ich unsere Differenzen von damals an. Stacy lachte.</p>
<p>&bdquo;Das muss man uns einfach lassen. Wenn wir was verkacken, dann bringen wir es wieder in Ordnung&ldquo;, sprach Stacy und öffnete die Tür des Vorbereitungsraumes, ohne meine Antwort abwarten zu wollen. Ein Dutzend Gesichter blickten in unsere Richtung, wir machten die Runde und begrüssten alle Flugbegleiter persönlich.</p>
<p>Selbst hier war es spannend zu sehen, wie Stacy auf die Leute einging. Wie ein Rockstar hatte die Britin stets einen kecken Spruch auf den Lippen und präsentierte sich im nächsten Moment so einfühlsam und tiefgründig wie ein Pastor. Zudem beschlich mich das Gefühl, dass unsere Flugbegleiterinnen es irgendwie zu schätzten wussten, dass eine Frau als Kommandantin heute die Verantwortung des Fluges trug. Auch in Köln hatte ich schon weibliche Pilots in Command und das Geschlecht spielte keine Rolle. Die drei Damen mit denen ich dort geflogen bin, verhielten sich genau wie ihre männlichen Kollegen und brillierten durch ihre professionelle und sehr korrekte Art. Doch Stacy war irgendwie anders und demonstrierte weiblichen Charme und war &bdquo;Girly&ldquo; ohne ihre natürliche Autorität zu unterwandern. Sie war durch und durch sich selbst und ganz in ihrem Element.</p>
<p>Machen wir es kurz: Ich war happy, mit Stacy fliegen zu dürfen und es war schon vor dem Abflug besser, wie ich es mir hätte vorstellen können. Stacy kannte den Flieger wie kein anderer und war trotzdem bodenständig, nahbar und umgänglich geblieben. Ich schätze solche Menschen und war wieder ein kleinwenig stolz darauf, dass so eine Frau wie sie etwas mit mir hatte. Es kamen einige Erinnerungen an die gemeinsame Zeit in Dubai und den Umschulungskurs auf mein aktuelles Flugzeug auf.</p>
<p>Aber das mit Stacy war durch. Es gab kein Zurück. Da war ich mir sicher. Nach der Begrüssung eines algerischen Flugbegleiters sah ich mich plötzlich die Hand einer bildhübschen Brünetten mit langen Haaren schütteln. Sie war ein Blickfang und liess meine flüchtigen Gedanken rund um Stacy kurz in den Hintergrund rücken. Ich schämte mich, dass die Attraktivität einer Person einen solchen Einfluss auf mich ausübt.</p>
<p>Die Frau stellte sich als Anouk vor. Sie hatte einen herrlich französischen Akzent. Auf die Frage hin, ob sie aus Frankreich kommt, lächelte sie mich charmant an und sagte &bdquo;Nein, aus Monaco&ldquo;. Mein Interesse war geweckt. Noch nie zuvor bin ich einer Person aus dem Fürstentum begegnet.</p>
<p>&bdquo;Wow, darüber möchte ich später mehr wissen&ldquo;, vertröstete ich die Dame, denn ich hatte noch vier Flugbegleiter vor mir. Anouk lächelte mich wahrscheinlich wegen meiner Antwort äusserst sympathisch an.</p>
<p>Nachdem ich allen die Hände geschüttelt hatte, erzählte Stacy der Cabin Crew fast schon mit Partystimmung von unseren &bdquo;Highlights&ldquo; des Fluges. Danach brachen wir zu unserem Flieger auf. Stacy sass im Bus neben mir.</p>
<p>&bdquo;Ich erwarte aber schon, dass du genau so eine butterweiche Landung wie bei deinem Base-Training in Al Ain hinbekommst. Philippe schwärmt noch heute von deiner Performance&ldquo;, sagte Stacy schelmisch. Mein damaliger Instruktor war ein guter Freund von Stacy.</p>
<p>&bdquo;Na ja, Philippe hat mich halt nie angeschrien, so wie du nach unserer ersten Simulator-Session. Das hilft ungeheuer, was die Entfaltung von Potenzial anbelangt&ldquo;, sprach ich sie auf ein Ereignis an, dass mir damals fast den Selbstwert geraubt hatte.</p>
<p>&bdquo;Ich dachte, mit dem Thema waren wir eigentlich durch? Und wir zwei haben es doch danach wie die Karnickel miteinander&nbsp;&hellip; na ja, du weisst schon&ldquo;, sprach Stacy leise mit einem Augenzwinkern und unterdrückter Begeisterung. Mich störte es, dass sie diese Episode hier im Bus ansprach, da hinter uns zwei Flugbegleiter sassen.</p>
<p>&bdquo;Auch das hat Philippe nicht mit mir gemacht. Er behielt alles ausgesprochen professionell&ldquo;, sagte ich neckisch und zwinkerte ihr so zu, wie sie es kurz vorher zu mir tat. Stacy lachte zu meiner Überraschung etwas verlegen.</p>
<p>Die Türen des Busses öffneten sich und das Vorfeld war laut und duftete nach Kerosin, so nennen wir den Treibstoff eines Flugzeuges. Ich liebe diesen Duft und er ist noch immer ein Höhepunkt meines Jobs. Dann beginnt für mich die Reise. Obwohl ich heute der fliegende Pilot bin, nahm Stacy im Cockpit platz, startete die Systeme und fütterte unser Navigationssystem mit der Flugroute und anderen wichtigen Daten. Ich machte den Walkaround. Klingt hochgestochen, ist aber eigentlich nur ein in Augenschein nehmen des Fliegers, ob gewisse sensitive Punkte an der Kiste in Ordnung sind. Als ich mit der gelben Weste wieder zurück ins Cockpit kam, war ich glücklich und konnte es kaum glauben, dass ich wieder neben der hübschen Frau Platz nehmen durfte. Neben der, die schon auf meinem ersten Flug nach Dubai zufällig als Passagierin neben mir sass. Es war wahrscheinlich der beste Flug meines Lebens.</p>
<p>Auch heute war die Stimmung zwischen uns beiden gut und pendelte zwischen Fröhlichkeit und Ernsthaftigkeit. Stacy scherzte mit einem sogenannten Red Cap, dem sie noch ein Dokument zur Beladung und Gewicht des Flugzeuges unterzeichnete. Er gratulierte mir zu meinem heutigen Captain. Sie sei eine der besten, sagte er und zauberte Stacy mit dieser Aussage ein schüchternes Lächeln aufs Gesicht. Ich stimmte ihm zu und verabschiedete mich von ihm. Langsam ging es los. Obwohl der Flughafen Dubai gigantisch ist, begann ich während meinen Einsätzen sporadisch wieder die gleichen Leute bei der Abfertigung zu erkennen, sodass sich allmählich eine gewisse Vertrautheit einstellte.</p>
<p>Der Flieger wurde vom Gate zurückgestossen und die beiden Turbinen drehten sich innerhalb der Sollwerte. Ich lenkte den Airbus A330-200 den vorgegebenen Rollwegen entlang. Es fühlte sich einfach klasse an, ein immer besseres Gefühl für so einen grossen Vogel zu bekommen. Die Maschine bewegte sich hinsichtlich der Dimensionen in einer anderen Liga, wie der kleine Bruder namens A319, mit dem ich damals agil über die Taxiways von Köln/Bonn geflitzt bin.</p>
<p>Startfreigabe wurde erteilt und Stacy setzte die Startleistung und übergab mir die Kontrolle über den Flieger. Der Airbus hob ab und phasenweise musste ich flüchtig an unsere gemeinsame Simulatorübung zurückdenken. Diesmal ist, wie zu erwarten war, kein Triebwerk unmittelbar nach dem Abheben explodiert, sondern wir flogen entspannt unserer Destination entgegen. Noch im Steigflug über dem Persischen Golf konnten wir unseren Redebedarf nicht unterdrücken.</p>
<p>&bdquo;Lief besser, wie im Simulator&ldquo;, sprach Stacy das Offensichtliche aus.</p>
<p>&bdquo;Ja, ich hoffe doch sehr, dass unser Debriefing nach dem Flug auch besser sein wird, als damals&ldquo;, sprach ich grinsend. Ihr Lächeln schien mir wohlgesonnen.</p>
<p>&bdquo;Ich war überrascht, dass du damals nicht geheult hast, als ich dich zusammengefaltet habe&ldquo;, sprach Stacy halb ernst und halb schelmisch zugleich.</p>
<p>&bdquo;Dein Spruch über die Billigairline hatte mich schon ziemlich getroffen&ldquo;, erinnerte ich mich.</p>
<p>&bdquo;Das war wirklich nicht sensibel&ldquo;, bestätigte Stacy.</p>
<p>&bdquo;Aber mal kurz eine Frage. Die verdammte zweite Übung, als wir mit einem Druckabfall konfrontiert waren und sich ein System nach dem anderen verabschiedet hatte. Ich denke heute noch gelegentlich an dieses irgendwie abstrakte Szenario zurück&ldquo;, erzählte ich aus Interesse. Stacy schaute mich mit einem neutralen Gesichtsausdruck an. &bdquo;Nichts passte zusammen. Das war da, wo sich zu guter Letzt auf 2000 Fuss alle Geschwindigkeitsanzeigen verabschiedet hatten und ich die Kontrolle über den Flieger übernommen hatte&ldquo;, ergänzte ich.</p>
<p>&bdquo;Na ja. Die Übung ist das Resultat einer leicht sadistisch veranlagten Instruktorin, um so junge Piloten wie dich während der ersten Session zu dissen&ldquo;, sprach Stacy und lachte sich schlapp.</p>
<p>&bdquo;Du bist so ein Luder. Ich hoffe, du weisst das&ldquo;, sprach ich mit einem Lachen und konnte die Hinterfotzigkeit noch immer nicht fassen. Sie lachte herzhaft.</p>
<p>&bdquo;Aber du hast mich sowohl heute als auch damals positiv überrascht. Erstens hättest du ja in der ersten Session mit mir ja einfach nur ein paar Standardabläufe üben sollen. Dass du aber noch so cool geblieben bist, war überraschend. Ich glaube, du warst der Erste überhaupt, der mir in diesem Szenario die Kontrolle über den Vogel weggenommen hat. Das war richtig. Und das, was mich jetzt überrascht, ist die Tatsache, dass du selbst heute noch an einer besseren Lösung tüftelst&ldquo;, sprach sie stolz.</p>
<p>&bdquo;Es war so scheisse&nbsp;&hellip;&ldquo;, sprach ich und entlockte Stacy ein weiteres Mal ein herzhaftes Lachen.</p>
<p>&bdquo;Ich weiss. Einer fing mal im Simulator an zu heulen und hat meinetwegen abgebrochen und ist wieder zurück zu seiner alten Airline&ldquo;, sagte sie fies grinsend. &bdquo;Und ein anderer fing an zu beten und gab irgendwelche merkwürdigen Laute von sich. Das war echt die skurrilste Reaktion, die ich je erlebt habe&ldquo;, sprach die Britin gut amüsiert.</p>
<p>&bdquo;Musst du immer so fiese Dinge machen? Ich finde, du hättest das garnicht nötig&ldquo;, sagte ich.</p>
<p>&bdquo;Na ja, sagt so ein hübscher, aufstrebender Typ wie du. Habe ich dir eigentlich schon erzählt, dass mein Opa für die Royal Air Force geflogen ist?&ldquo;, sprach die Britin. Ich war von dem Einschub etwas überrascht.</p>
<p>&bdquo;Nein, ich glaube nicht&ldquo;, sprach ich.</p>
<p>&bdquo;Jedenfalls war er auch Instruktor und hatte viele Flugschüler während ihrer Ausbildung begleitet. Anfang der 90er wechselte er dann zu British Airways und war später für die Type Ratings der 737 verantwortlich. Viele junge Piloten hatten schon kurz nach der Ausbildung ihre Bodenhaftung verloren. Noch bevor sie die Musterberechtigung in der Tasche hatten und die grossen Maschine fliegen durften, trugen sie teure Breitling-Uhren am Handgelenk und fuhren von Papa finanziert einen Sportwagen. Das kotzte ihn an. Es wurde schleichend ein Beruf für reiche Schnösel. Früher hattest du noch bodenständige Menschen wie Kaufleute, Mechaniker oder sogar an einen Metzger kann ich mich erinnern. Heute sind die Egos viel grösser&ldquo;, sprach Stacy.</p>
<p>&bdquo;Glaubst du nicht, dass sich deine Analyse nicht auch auf andere Berufe und Industrien übertragen lässt? Bei mir war das ganz anders. Mein Vater hat einen Kredit aufgenommen, um mir einen Teil der Ausbildung zu finanzieren. Den Rest habe ich über viele Jahre angespart und neben der Ausbildung hart geschuftet. Mir wurde abgesehen vom Vertrauen meines Vaters nichts geschenkt. Der Kredit ist seit drei Monaten endlich abbezahlt. Alles, was ich erreicht habe, habe ich selbst erarbeitet. Und dann faltest du mich nach der ersten Session zusammen und sagst mir, ich hätte es nicht drauf. Und jetzt tust du so, als ob ich dich positiv überraschen würde. Das passt nicht zusammen&ldquo;, sagte ich und bemerkte, dass die unguten Gefühle von damals wieder aufkamen, wenn auch nur in abgeschwächter Form. Und ja, ich wusste, dass diese Emotionen nicht angebracht waren, denn Stacy hatte sich mit einem Schäferstündchen und einer Sonos-Box mehr als nur revanchiert.</p>
<p>&bdquo;Hör zu. Ich habe dir doch gesagt, dass ich dich nur laut angefahren habe, damit die anderen Kollegen nicht mitbekommen, dass wir was miteinander hatten. Ich habe es nicht wegen deines Egos gemacht, sondern eine falsche Fährte gelegt. Meinst du, ich hätte mich damals in dich verknallt, wenn du so ein arroganter Schnösel wärst?&ldquo;, sprach Stacy einfühlsam.</p>
<p>&bdquo;Okay, okay! Ist schon gut und tut mir leid, dass ich das wieder aufgekocht habe. Mal was ganz anderes. Du weisst ja, dass ich eine Ausbildung als Elektroniker gemacht habe. Was hast du eigentlich gemacht, bevor du Pilotin geworden bist?&ldquo;, wollte ich von ihr wissen.</p>
<p>&bdquo;Kennst du das Gefühl, widersprüchlich zu sein? Ich bin so ähnlich wie ein Sportarzt, der raucht. Bewundere Piloten mit bodenständigen Ausbildungen, bin aber selbst voll der Luftikus&ldquo;, sagte Stacy grinsend.</p>
<p>&bdquo;Tut mir leid, ich kann dir nicht folgen&ldquo;, sprach ich.</p>
<p>&bdquo;Na ja, ich habe den Bachelor in Luft- und Raumfahrttechnik gemacht. Danach noch zwei Jahre den Master in Übersee. Daraufhin bin ich wieder zurück nach Grossbritannien und hab noch während meines Post-Doc in Edinburgh mit Flugstunden angefangen, bis ich bei British Midland als First Officer angefangen habe&ldquo;, sprach sie irgendwie so, als ob sie sich dafür schämen würde, eine akademische Herkunft zu haben.</p>
<p>&bdquo;Wow, du hast doktoriert?&ldquo;, sprach ich begeistert und irgendwie ungläubig. Ich konnte mir das garnicht vorstellen.</p>
<p>&bdquo;Ja, ist aber nicht so krass, wie sich das jetzt anhört&ldquo;, versuchte sie abzuwiegeln.</p>
<p>&bdquo;Wieso sagst du das erst jetzt?&ldquo;, fragte ich.</p>
<p>&bdquo;Was würde das ändern?&ldquo;, sprach Stacy.</p>
<p>&bdquo;Dass du dich mit so einem Assi wie mir überhaupt abgibst&ldquo;, scherzte ich. Stacy schaute mich sauer an, als ob sie mir für diese Aussage gleich die Leviten lesen würde. Plötzlich setzte aber ihr mir bestens vertrautes Grinsen ein.</p>
<p>&bdquo;Ach weisst du, mir hat mal jemand gesagt, dumm fickt gut. Das kann ich jetzt bestätigen&ldquo;, sagte sie lachend und gab mir einen Stupser auf die linke Schulter. Ich lachte verlegen und wechselte das Thema, weil die Gespräche aufgezeichnet werden und mir das Thema zu heikel war.</p>
<p>&bdquo;Und wo in den USA hast du gelebt?&ldquo;, wollte ich wissen.</p>
<p>&bdquo;In Boston&ldquo;, erhielt ich als Antwort.</p>
<p>&bdquo;Mitten in der Stadt?&ldquo;, fragte ich begeistert.</p>
<p>&bdquo;Na ja, nicht ganz. In Cambridge, um genau zu sein&ldquo;, sprach sie noch immer verhalten.</p>
<p>&bdquo;So wie die bekannte Uni in England?&ldquo;, fragte ich nach.</p>
<p>&bdquo;Ja, so wie die Uni in England&ldquo;, sagte Stacy mit einem Grinsen, als ob ich eine naive Frage gestellt habe.</p>
<p>&bdquo;Und was macht man in Cambridge, Massachusetts?&ldquo;, wollte ich wissen.</p>
<p>&bdquo;Na ja, die Uni war da und meine Verwandtschaft lebt nicht weit weg von dort. War praktisch&ldquo;, sprach Stacy und ich hatte wirklich den Eindruck, dass es eine pragmatische Wahl war. Erst Jahre später sollte ich erfahren, dass es sich um eine der besten technischen Hochschulen der Welt handelte.</p>
<p>&bdquo;Ich finde es aber unglaublich beeindruckend, wie geerdet du trotz deines Werdegangs geblieben bist&ldquo;, sprach ich meine Bewunderung aus.</p>
<p>&bdquo;Danke. Aber was hat mir das im Endeffekt gebracht? Ich bin geschieden und sitze neben jemandem, der den Weg zu seiner beruflichen Erfüllung ohne Umwege gemacht hat. Du bist unglaublich ergebnisorientiert&ldquo;, sagte Stacy und schaute mich liebevoll an.</p>
<p>&bdquo;Hey, bestimmt hast du einige Vorteile daraus ziehen können. Ich meine&nbsp;&hellip; hattest du Spass während des Studiums?&ldquo;, wollte ich wissen.</p>
<p>&bdquo;Ja, wieso meinst du?&ldquo;, wollte Stacy wissen.</p>
<p>&bdquo;Na ja. Es ist wichtig, das zu tun, was dir Freude bereitet und den Horizont erweitert. Und das scheint bei dir bestimmt der Fall gewesen zu sein. Du hattest Spass und hast nie die Bodenhaftung verloren. Das ist beeindruckend&ldquo;, sagte ich zur hübschen Blondine. Sie schaute etwas verlegen und geschmeichelt von mir weg und ein zauberhaftes Lächeln stand ihr ins Gesicht geschrieben.</p>
<p>&bdquo;Schau, dein Essen kommt&ldquo;, wechselte Stacy das Thema, als sie auf den Bildschirm blickte, auf dem wir das Geschehen in der Küche direkt hinter dem Cockpit beobachten können. Die Spanierin Maria hielt ein Tablett in der Hand und lächelte direkt in die Kamera. Stacy entriegelte die Panzertür und die dunkelhaarige Schönheit betrat unser kleines Reich.</p>
<p>&bdquo;Na, alles im Griff?&ldquo;, wollte die Frau aus Valencia wissen.</p>
<p>&bdquo;Ja, noch ist alles unter Kontrolle&ldquo;, sprach Stacy. Ich klappte währenddessen mein Tischchen aus. Das ist das Schöne an meinem Airbus, dass ich nicht wie die Kollegen auf Boeing-Flugzeugen aufgrund des sperrigen Steuerhorns mein Essen auf den Knien einnehmen muss, sondern tatsächlich ein Klapptischchen habe.</p>
<p>&bdquo;Martin, für dich gibt es heute das leckere Beef. Ich hoffe, das passt so?&ldquo;, wollte Maria wissen.</p>
<p>&bdquo;Phänomenal. Vielen Dank, Maria&ldquo;, erwiderte ich.</p>
<p>Ich übergab als fliegender Pilot Stacy die Kontrolle über das Flugzeug, damit ich mich auf das Essen konzentrieren konnte.</p>
<p>&bdquo;Sehr lecker, das Stroganoff&ldquo;, neckte ich Stacy.</p>
<p>&bdquo;Riecht sehr angenehm. Muss ich schon zugeben&ldquo;, sprach mein britischer Captain liebevoll. Sie trug dieses unglaublich süsse Lächeln auf ihrem Gesicht.</p>
<p>&bdquo;Nicht aber wieder alles mopsen, so wie das letzte Mal&ldquo;, sprach ich zu Stacy.</p>
<p>&bdquo;Sei doch nicht ein solcher Vielfrass. Letztes Mal habe ich von drei Gerichten, die ich dir höchstpersönlich geholt habe, lediglich ein einziges verdrückt&ldquo;, antwortete sie trotz der harten Worte äusserst charmant und irgendwie spitzbübisch. &bdquo;Wobei, lass mich mal probieren&ldquo;, sprach sie und lachte sich schlapp.</p>
<p>&bdquo;Kommt nicht in die Tüte&ldquo;, antworte ich ebenso mit einem Lächeln und biss in ein Fleischstück.</p>
<p>&bdquo;Komm schon, nur ein kleiner Biss. Deinetwegen muss ich den ollen Fisch nehmen&ldquo;, sagte Stacy gespielt vorwurfsvoll.</p>
<p>&bdquo;Nö&ldquo;, gab ich kurz zu Protokoll.</p>
<p>&bdquo;Komm schon. Bitte, bitte, bitte. Nur ein Biss und ich höre auf&ldquo;, hakte sie nach.</p>
<p>&bdquo;Ach, du bist manchmal so eine Nervensäge, echt&ldquo;, sagte ich und führte die Gabel, mit meiner Handfläche unten dran, zu ihrem Mund. Ich wollte nicht, dass das Fleisch und die Sauce über die Schubhebel kleckert und wurde dafür mit einem strahlenden und dankbaren Blick belohnt.</p>
<p>&bdquo;Wow, ist das Fleisch zäh. Möchtest du dir das wirklich antun?&ldquo;, sprach sie grinsend und mit vollem Mund.</p>
<p>&bdquo;Jepp. Ich teile nicht mit dir&ldquo;, sagte ich, weil ich ihre Absicht durchschaut habe. Es schien ihr zu schmecken.</p>
<p>&bdquo;Hey, ich hab gehört, dass BSE wieder aufkommt. Es droht das Jahrzehnt der Seuchen. Ich würde bewusst ein Risiko auf mich nehmen, wenn ich das Gericht übernehmen würde. Aber was macht man nicht alles für so einen netten First Officer&ldquo;, sprach Stacy und versuchte dabei Blickkontakt aufzubauen. Ich wich ihm aus, um nicht schwach zu werden.</p>
<p>&bdquo;Ja genau. Rinderwahn, das hätte mir noch gefehlt. Ich möchte aber nicht, dass dir etwas passiert und opfere mich&ldquo;, antwortete ich.</p>
<p>&bdquo;Du bist viel zu selbstlos&ldquo;, entgegnete Stacy.</p>
<p>&bdquo;Jeder muss mal Risiken eingehen. Du zum Beispiel hast beim Lachs mit Quecksilber umzugehen. Aber du weisst ja, die Menge macht das Gift&ldquo;, sagte ich und schaute ihr in die Augen.</p>
<p>&bdquo;Okay, mein lieber Apotheker&ldquo;, sprach Stacy und fand sich wohl mit der Tatsache ab, dass sie keinen weiteren Happen bekommt. Na ja, ich habe noch nie mein Essen mit einem Kapitän geteilt, wenn man mal das Tauschen des Nachtisches ausser Acht lässt.</p>
<p>Eine halbe Stunde, nachdem ich meine Mahlzeit beendet hatte, war Stacy dran. Sie bekam noch was anderes als Fisch, was mich bei ihren Überredungskünsten wenig überraschte. Es war wohl ein Menü aus der Economy, dass sie mochte. Es freute mich, dass ihr Anouk die Mahlzeit servierte und mir ein bezauberndes Lächeln schenkte. Leider verliess sie uns viel zu schnell.</p>
<p>&bdquo;Diese ganze Prozedur mit der Panzertür finde ich echt nervig&ldquo;, erzählte ich Stacy.</p>
<p>&bdquo;Ja, vor dem 11. September musste das wohl ziemlich entspannt gewesen sein. Ich vermisse es, Kinder während des Fluges das Cockpit zu zeigen oder den ein oder anderen netten Passagier für die Landung zu uns nach vorn einzuladen. Aber jetzt ist es halt so wie es ist&ldquo;, sprach Stacy etwas abschliessend und nahm einen Biss von ihrer Mahlzeit. &bdquo;Aber du weisst ja, warum sie die Panzertüren wirklich eingebaut haben, oder? Das hat nichts mit 9/11 zu tun&ldquo;, fuhr Stacy mit vollem Mund fort. Ich war etwas überrascht.</p>
<p>&bdquo;Okay?&ldquo;, sprach ich skeptisch und hoffte, dass jetzt nicht eine Verschwörungstheorie aus ihrem Mund kommt.</p>
<p>&bdquo;Was ist in den letzten Jahrzehnten in der Luftfahrt passiert?&ldquo;, fragte sie mich.</p>
<p>&bdquo;Keine Ahnung&ldquo;, äusserte ich meine Ahnungslosigkeit.</p>
<p>&bdquo;Schau dich hier mal um&ldquo;, forderte sie mich auf. Ich blickte im Cockpit umher und zuckte mit den Schultern. Ich wusste nicht, worauf sie konkret anspielt. Sie schaute mich mit grossen Augen an, als ob sie eine Antwort erwartet.</p>
<p>&bdquo;Ich weiss es wirklich nicht. Ich bin kein Doktor in Luft- und Raumfahrt&ldquo;, machte ich mich darüber lustig, dass sie mich so zappeln liess. Ihre beiden Hände pendelten wild zwischen uns beiden hin und her.</p>
<p>&bdquo;Wir zum Beispiel&ldquo;, sprach sie grinsend. &bdquo;Ich bin eine Frau und du bist ein Mann&ldquo;, sprach sie eine äusserst elementare Tatsache an.</p>
<p>&bdquo;Echt jetzt? Wirklich?&ldquo;, sprach ich mit gespieltem Erstaunen, als ob sie mir sagen würde, die Erde sei eine Scheibe.</p>
<p>&bdquo;Zieh mich doch nicht auf. Aber wenn es gemischte Crews gibt, dann wollen einige vielleicht etwas Privatsphäre, wenn es gut zwischen ihnen läuft&ldquo;, sprach sie kokettierend und fing selbst über die Aussage an zu lachen.</p>
<p>&bdquo;Ich glaube, deinem Kollegen Philippe wäre so eine Aussage nie über die Lippen gekrochen&ldquo;, zog ich sie auf. &bdquo;Ich habe noch nie etwas davon gehört, dass zwei Piloten es hier miteinander&nbsp;&hellip;&ldquo;, fuhr ich fort.</p>
<p>&bdquo;Du zweifelst daran?&ldquo;, wollte Stacy wissen.</p>
<p>&bdquo;Ziemlich wacklig, deine Theorie&ldquo;, liess ich sie wissen.</p>
<p>&bdquo;Wie du meinst&ldquo;, liess Stacy ihre Gleichgültigkeit hinsichtlich meiner Meinung verlauten und ass weiter. Rund eine halbe Stunde später überprüfte ich den Treibstoffverbrauch. Alles wie erwartet.</p>
<p>Ich gab die Unterlagen Stacy, die sie kurz überflog. Sie legte sie auf ihr Tischchen, nachdem sie das Tablett mit der Mahlzeit auf die Seite gelegt hatte und schrieb was auf. Ich wusste nicht, was der Grund für so viel Schreiberei war.</p>
<p>Ich bekam die Unterlagen mit einer separaten Notiz zurück.</p>
<p>&bdquo;Danke Martin. Scheint alles zu stimmen&ldquo;, sprach sie zu mir. Sie schien zufrieden.</p>
<p>Ich las ihre Notiz.</p>
<p>&bdquo;Liess bitte bis zum Schluss und schreib deine Antwort wegen des Cockpit Voice Recorders nur auf und sprich sie auf keinen Fall aus. Willst du mich vögeln? Ich bin ganz heiss auf dich.&ldquo;</p>
<p>Ich konnte meinen Augen nicht glauben, schaute zu der coolen und zugleich verdorbenen Britin rüber. Stacy grinste mich lasziv an und machte Schreibbewegungen, damit ich wohl vorwärtsmache. Erneut las ich ihre Frage, um eine Sinnestäuschung auszuschliessen und nahm meinen Kugelschreiber und formulierte meine Antwort.</p>
<p>&quot;So gern ich dich hier nehmen würde. Das geht nicht. Wir würden unseren Job verlieren.&quot;</p>
<p>Ich überreichte die Notiz wieder Stacy. Sie lachte auf und schrieb gleich weiter. Es dauerte eine halbe Ewigkeit. Mir war das unangenehm. Der Zettel landete wieder in meiner Hand. Ich sah wie Stacy ihre Lippen mit der Feuchtigkeit ihrer Zunge benetzte.</p>
<p>&quot;Nur, wenn sie uns erwischen. Ich tue so, als ob ich aufs Klo gehe. Ich mache die Tür auf und ein paar Sekunden später wieder von innen zu und komme dann zu dir an deinen Sitz. Wenn ich fertig bin, musst du die Tür entriegeln und ich tue so, als ob ich wieder ins Cockpit kommen würde.&quot;</p>
<p>Meine Antwort las sich wie folgt.</p>
<p>&quot;Nein, das ist verrückt!&quot;</p>
<p>Stacy begegnete meinen Bedenken wie folgt, schriftlich, versteht sich.</p>
<p>&quot;Ja, ist es!&quot;</p>
<p>&bdquo;Martin, ich muss mal aufs Klo&ldquo;, sprach Stacy laut und deutlich, entriegelte die Tür über einen Schalter und stand auf. Ich war sprachlos und hatte einen Klos im Hals. Am liebsten hätte ich nein gesagt. Sie war tatsächlich von allen guten Geistern verlassen. Sie lief zur Türe und öffnete sie, ohne das Cockpit zu verlassen. Mein Blick war zu ihr nach hinten gewandt und mein Puls schoss augenblicklich hoch. Sie schloss die Tür und grinste mich, ohne auch nur ein Wort zu sagen, an.</p>
<p>Ich steckte mit drin. Das war mir klar. Ich nahm wahr, dass sie schwerer amtete. Nichts im Vergleich zu mir. Mein Herz raste wie wild.</p>
<p>Ich sah, wie sie ihre Schuhe leise auszog. Es wirkte elegant und sexy zugleich. Mich überkam eine nicht zu bändigende Lust. Ich war machtlos. Ich versuchte Herr der Lage zu bleiben und probierte meinen Geist mit Kopfrechnungen fokussiert zu halten. Meine Rechenkünste wurden durch die Situation bedingt äusserst fehleranfällig. Ich drückte auf einen Knopf und mein Stuhl bewegte sich nach hinten, was aufgrund der Elektrik einen lauten Surrton auslöste. Stacy strahlte mich an und zog so leise wie möglich ihre Hose aus und legte sie auf den Sitz, der hinter uns war.</p>
<p>Sie bewegte sich langsam und unglaublich erotisch zu mir und streichelte mich auf meiner linken Schulter. Mit ihrer linken Hand drehte sie meinen Kopf zu sich und küsste mich, während ihr warmer Atem auf meinem Gesicht meine Sinne benebelte. Ich küsste sie zurück. Die hübsche Britin fädelte sich ganz vorsichtig vor mich ein und achtete minutiös darauf, dass sie nicht die Pedale für das Seitenruder berührte oder den Steuerknüppel zu meiner Rechten streifte. Ich roch nach einer langen Abstinenz nun wieder ihren mir bestens vertrauten Körperduft. Sie ging vor mir auf die Knie und massierte durch die Hose meinen Schritt. Ihr Lächeln wurde durch das Austreten ihrer Zunge unterbrochen, die ihre Oberlippe liebkoste und etwas anfeuchtete.</p>
<p>Ich schaute nochmals kurz auf das Navigationsdisplay und danach vergewisserte ich mich, dass die Triebwerksanzeigen im normalen Bereich lagen. Stacy öffnete langsam mit ihrer rechten Hand meinen Reissverschluss und ihre linke setzte die Massage fort. Ich überlegte kurz, wie ich im Falle eines Druckverlusts reagieren würde oder wie ich die Kontrolle über das Flugzeug schnellstmöglich wieder übernehmen könnte. Mein Handlungsspielraum war aber deutlich eingeschränkt, so mein Fazit. Ich konnte nur beten, dass jetzt nichts passiert. Die Statistik war auf unserer Seite. Aber wir erwarten von Berufs wegen immer das Unerwartete. Und das kaum Vorstellbare nahm auf diesem Flug gerade jetzt seinen Lauf. Stacy befreite noch im selben Moment mein Glied und leckte es genüsslich von meinem Schaft bis zur Spitze meiner Eichel. Gott, sind ihre Blowjobs gut. Ich versuchte nicht schwer zu atmen, geschweige denn zu seufzen oder zu stöhnen. All das wäre aufgezeichnet worden.</p>
<p>Ihr blonder Schopf begann sich auf meinem Schoss auf und ab zu bewegen. Sie war leise und ihre Bewegungen gleichmässig. Sie wirkte wie die Ruhe selbst. Nichts deutete während des Akts darauf hin, dass sie nervös war. Stacy schien wohl ihre anfängliche leicht durchschimmernde Unruhe abgelegt zu haben. Ich fühlte mich wie ein Nutzniesser, weil ich ihr nichts Gutes tun konnte, sondern zur Passivität verdammt war. Und was für eine. Ich genoss jede Bewegung und vergass alles andere. Ich weiss garnicht mehr, wie lang Stacy zugange war, doch irgendwann liess sie von meinem Glied ab und schaute zu mir hoch und blickte tief in meine Augen. Damit liess sie mich wortlos wissen, dass sie einen Schritt weitergehen wird. Sie richtete sich langsam auf und glitt mit ihrem Oberkörper meinem entlang, ihr Blick immer auf mich gerichtet. Sie küsste zärtlich meine Lippen und setzte sich ganz sachte auf mich.</p>
<p>Ich spürte, wie die Blondine ruhig nach meinem steifen Glied griff und es in die Nähe ihrer feuchten Grotte führte. All das geschah ohne Hast. Ich küsste sie, was die Britin zärtlich goutierte und just in diesem Moment glitt ihr Unterleib meinem prallen Phallus entlang und nahm mich in ihr auf. Es fiel mir ausgesprochen schwer, stumm zu bleiben, meine körperlichen Gefühle mit Stille zu verleugnen. Es war Erlösung und Fluch zugleich. Ich schaute in ihren Schritt und sah die anregende Intimfrisur meiner Kommandantin. Sie war unglaublich gut rasiert und liess nur ein stoppliges Dreieck übrig, das meine Fantasie zu einer Kontur vervollständigte.</p>
<p>Ihre Scheide war so warm und feucht, dass es für meinen Penis ein Leichtes war, Zentimeter um Zentimeter in sie einzudringen. Ich blieb fast bis zur Peniswurzel in ihrem Becken vergraben und Stacy bewegte ihren Unterleib in sinnlichen Kreisbewegungen und weckte damit meine Begehren nach dieser zauberhaften Frau. Ich hoffte, dass der Reissverschluss meiner Uniformhose ihren zarten Schamlippen nicht weh tat. Ich schaute in ihr Gesicht und sie schien es zu geniessen. Plötzlich erinnerte ich mich an eine Nummer mit ihr. Wie damals stiess ich nun meine Leiste ihren Bewegungen entgegen. Stacys Lippen verliess als Reaktion darauf irrtümlich ein lauter Seufzer. Sie hatte kurz nicht aufgepasst.</p>
<p>Ihr Mund war nur leicht offen und überwältigte mich mit seiner Sinnlichkeit. Ich küsste sie wollüstig und lutschte an ihrer Unterlippe. Ich glaubte eine ungeheure Nässe an meinem Glied zu spüren. Ich hoffte, dass ich mich täusche, denn sonst wäre meine Uniformhose ziemlich versaut. Aber jetzt wollte ich meine Gedanken nicht daran verschwenden. Ich schob Stacys Kopf, mit meiner Hand an ihrem Hinterkopf, über meine rechte Schulter und küsste ihren Hals. Sie liess alles mit sich geschehen. Ich machte dies, um wenigstens kurz auf die Instrumente zu blicken. Glücklicherweise schien alles in Ordnung zu sein.</p>
<p>Ich nahm einen tiefen Atemzug und inhalierte ein weiteres Mal den lieblichen Duft meiner Britin, die ihren Unterleib immer wilder Hin und Her bewegte. Ich hielt meine Hand an ihre Pobacken und spreizte sie. Ihre süsse, nasse Pussy quittierte meine Aktion mit Flatschgeräuschen. Während meine Hände ihre appetitlichen Pobacken auseinanderzogen, berührte ich mit einer Fingerkuppe versehentlich ihren Anus. Er schien leicht offen. Dieses Gefühl erregte mich ungeheuerlich, sodass ich ihn zu massieren begann. Zudem verlangsamte ich meine Bewegungen, um die Lautstärke der Sexgeräusche zu dämpfen.</p>
<p>Stacy atmete leise aber schwer und grinste mich lüstern an und küsste mich abschliessend. Sie stand vorsichtig auf und ich sah, wie ihre Mumu mit glänzenden Feuchtigkeitsfäden mit meinem Glied verbunden blieb. Sie drehte ihren schönen Körper um hundertachtzig Grad, sodass auch sie nun auf die Instrumentenanzeigen blicken konnte und liess sich wieder zu mir herab. Ich war froh, dass wir noch nicht zu Ende waren. Mein Glied war so prall und wirkte grösser wie sonst. Meine Hose war allerdings mit Stacys Körpersäften benetzt. Aber ich wollte mir noch keine Gedanken darüber machen. Das kommt später. Sie tarierte mein Glied zwischen ihren Beinen aus und gewährte ein weiteres Mal Einlass in ihrer himmlischen Pforte. Als sie mich tief in sich aufgenommen hatte, erhielten wir die Erlaubnis mit dem Flieger 2000 Fuss zu steigen, was etwas mehr als 600 Meter entspricht. Dies hilft uns Treibstoff zu sparen, da wir mit weniger Luftwiderstand konfrontiert sind. Ich bestätigte die neue Flughöhe und Stacy drückte ihr Becken fest auf meinen Schoss und lehnte sich nach vorn, um am Autopiloten die neue Flughöhe einzustellen. Ich merkte an meinem Hintern, wie der Airbus der Eingabe Folge leistete und wieder zu steigen begann.</p>
<p>Sie stützte sich daraufhin am Panel ab und ich kam mit dem Stuhl etwas nach vorn und fickte sie sogar im Sitzen überraschend ruppig, was ihr zu gefallen schien. Sie probierte diverse Bewegungsmuster mit ihrem Becken aus. Es war äusserst angenehm und irgendwie verspielt. Stacy lehnte sich danach wieder zurück und schmiegte sich mit ihrem Rücken an meiner Brust, sodass ich meine Hand gut auf ihre Klitoris legen konnte und sie zu massieren begann. Sie schnaubte kurz auf und fuhr mit ihren Pendelbewegungen fort.</p>
<p>Ich wusste, dass es von jetzt an nicht mehr lange dauern würde, zumindest bei mir. Der blonde Engel auf mir begann durch die Nase zu schnauben und ich Arsch verstärkte noch meine Massage an ihrer Perle. Sie sprang leise auf, sodass mein Glied schnell aus ihr schwappte und Stacy leicht zuckend und aufgrund der Deckenhöhe gekrümmt vor mir stand. Sie hielt ihre Hand im Schoss, als ob sie ihre Empfindungen dadurch abschwächen wollte.</p>
<p>Fuck. Ich hatte ein echtes Problem. Meine Uniformhose glänzte an manchen Orten, wo Stacys Körpersäfte ihre Spuren hinterlassen hatten. Ich war kurz ratlos, doch Stacy lenkte meinen Fokus auf sich. Sie begann mit einem unglaublichen Fellátio, keine Minute später ejakulierte ich in ihren Mund. Sie nahm alles kompromisslos in sich auf und schluckte meinen Nektar. Zum Glück war die Menge nicht überbordend, was mich in diesem Moment erleichterte. Ich atmete schwer und blickte auf die zauberhafte Frau, die mich herzlich anschaute. Sie lächelte, gab mir einen Kuss und streichelte mir über die Wangen. Sie kletterte nun elegant über mich und begab sich in den hinteren Teil des Cockpits. Mit einer Serviette der vorherigen Mahlzeit wischte sie sich ihr Genital trocken, und strich mehrmals genau darüber.</p>
<p>Danach zog sie sich ihr schwarzes Höschen wieder an, gefolgt von ihrer Uniformhose, die im Vergleich zu meiner in einem Top-Zustand war. Sie blickte mir in den Schritt und hielt sich die Hand vor den Mund und machte grosse Augen. Ich glaube, sie war geschockt. Es sah aus, als ob zwanzig Schnecken im Schritt meiner Hose ihre Bahnen gezogen hätten. Ihre Lippen formten das Wort &bdquo;Fuck&ldquo; ohne es auszusprechen.</p>
<p>Meine Britin schaute auf dem Monitor, ob jemand in der Küche vor dem Cockpiteingang stand. Die Luft schien rein zu sein. Ich entriegelte die Tür und Stacy öffnete sie von innen und schloss sie gleich wieder.</p>
<p>&bdquo;Hallo, da bin ich wieder&ldquo;, hörte ich sie nach einer gefühlten Ewigkeit das Schweigen durchbrechen. &bdquo;Irgendwelche News?&ldquo;, fuhr sie fort.</p>
<p>&bdquo;Nein, nicht wirklich. Wir konnten aber auf 38&nbsp;000 Fuss steigen&ldquo;, antwortete ich.</p>
<p>&bdquo;Ah, okay&ldquo;, sagte sie mit einem Lächeln und setzte sich auf den linken Sitz neben mir.</p>
<p>Ich nahm meine Petflasche mit Sprudelwasser und kippte sie auf eine Serviette, die ich ebenso mit meiner Mahlzeit erhalten hatte. Ich versuchte leise die Spuren der vorherigen Aktion zu beseitigen. Doch es wollte nicht richtig. Ich war verzweifelt. Auch Stacy wirkte beunruhigt. Da immer die Gespräche der vorherigen zwei Stunden aufgezeichnet werden, konnten wir natürlich nicht darüber sprechen. Es hätte uns sonst verraten können, wenn es zu einem Zwischenfall gekommen wäre.</p>
<p>Stacy schaute mir nochmals auf die Hose und begann grunzend zu lachen. Es wirkte irgendwie süss und unschuldig. Ohne dass sie es wollte, entkrampfte mich ihr Lachen.</p>
<p>&bdquo;Was ist so witzig?&ldquo;, fragte ich sie, um die Scharade fortzuführen.</p>
<p>&bdquo;Nichts, mir ist nur gerade ein Witz eines Kollegen eingefallen&ldquo;, sprach Stacy für den Cockpit Voice Recorder und ein Geistesblitz fuhr zeitgleich durch mich.</p>
<p>Ich schüttete das Wasser grosszügig über meinen Schritt, direkt auf die Hose.</p>
<p>&bdquo;Oh nein! So ein Mist&ldquo;, fluchte ich in einer oscar-verdächtigen schauspielerischen Darbietung und Stacy lachte laut.</p>
<p>&bdquo;Oh Gott, Martin. Du Tollpatsch. Herrje&ldquo;, stiess die Britin aus.</p>
<p>&bdquo;Fuck, nein! Zum Glück ging es nicht über die Mittelkonsole&ldquo;, sprach ich wie erleichtert. Selbstverständlich achtete ich minutiös bei dieser Inszenierung darauf, dass das Wasser nur auf meine Hose und höchstens noch auf das Sitzpolster ging. &bdquo;Sorry, ich muss mal aufs Klo. Dein Flugzeug&ldquo;, sprach ich und übergab Stacy den Flieger.</p>
<p>&bdquo;Haha, sieht ganz so aus&ldquo;, foppte mich Stacy und ich ging auf die Toilette neben der Galley, so wie wir die Küche im Fliegerjargon nennen. Ich verschwand darin und versuchte die Hose noch mit Seife etwas zu reinigen. Sie war sehr nass und ich konnte nicht sehen, ob meine Bemühungen Früchte trugen. Als ich die Toilette verliess, sahen mich Maria und Anouk. Die Spanierin wollte wohl unverfänglich ein Gespräch mit mir beginnen, als sie plötzlich laut aufschrie, als sie meine nasse Hose erblickte. Schon lange war mir nichts derart peinlich, wie dieser Moment. Anouk lachte herzhaft und hielt sich reflexartig die Hand vor den Mund.</p>
<p>&bdquo;Oh gosh, warte mal&ldquo;, sprach Maria und holte ein Tuch und begann zu meiner Überraschung meine Hose am Schritt trocken zu reiben. Anouk schaute überrascht zu und plötzlich schrie Maria &bdquo;Oh Gott, nein. Ohhhh&nbsp;&hellip;&ldquo; und nahm ihre Hand ruckartig weg, da sie wohl mein sich aufbauendes Glied zu spüren bekam. Sie war hübsch und ich reagierte zum Glück nur dezent auf ihre Handbewegung. Die Spanierin reichte mir das Tuch, damit ich selbst weitermachen konnte.</p>
<p>&bdquo;Danke für deine Hilfe&ldquo;, sagte ich zur Maria und Anouk lachte verlegen in sich hinein.</p>
<p>&bdquo;Ja, ja. Schon gut&ldquo;, sagte Maria mit einer Röte im Gesicht.</p>
<p>&bdquo;Ich hab Wasser verschüttet, zum Glück ging alles nur auf mich&ldquo;, sprach ich etwas beschämt.</p>
<p>&bdquo;Ja, schon klar, dass du dir nicht in die Hosen machst&ldquo;, sprach Anouk charmant, aber doch irgendwie abgebrüht. &bdquo;Aber du kannst unmöglich bis zur Landung in der nassen Hose bleiben&ldquo;, fuhr sie fort.</p>
<p>&bdquo;Ich kann doch nicht bis Venedig in der Unterhose neben meiner Kommandantin sitzen, oder?&ldquo;, fragte ich besorgt.</p>
<p>&bdquo;Hauptsache du erkältest dich nicht, damit du uns auch schön brav wieder heimfliegen kannst&ldquo;, mischte sich nun auch Maria ein.</p>
<p>&bdquo;Warte mal kurz, ich komme schnell mit dir mit&ldquo;, sprach Anouk. Ich drückte auf einen Knopf, um Stacy zu signalisieren, dass ich wieder ins Cockpit möchte. Doch Stacy verarschte mich und verriegelte absichtlich die Tür. Ich war genervt, dass sie mit mir spielte und empfand es dennoch als irgendwie süss.</p>
<p>Ich griff zum Telefon und rief Stacy im Cockpit an.</p>
<p>&bdquo;Hättest du die Güte und lässt mich bitte rein?&ldquo;, wollte ich von ihr wissen.</p>
<p>&bdquo;Na ja, mein kleiner Winston Churchill. Ich wollte nur sicherstellen, dass du auch sicher wieder trocken bist&ldquo;, sprach sie mit einer zu Scherzen aufgelegten Stimme.</p>
<p>&bdquo;Churchill?&ldquo;, fragte ich irritiert.</p>
<p>&bdquo;Er war wohl so wie du ein Bettnässer&ldquo;, sprach sie hämisch.</p>
<p>&bdquo;Darf ich jetzt bitte rein, auch wenn ich kein britischer Premier bin?&ldquo;, sprach ich und ein grünes Lämpchen blinkte auf. Ich dufte wieder eintreten.</p>
<p>Als ich die Tür öffnete, lachte Stacy lautstark.</p>
<p>&bdquo;Martin, ist so ein Pechvogel&ldquo;, sprach Anouk, die mit mir das Cockpit betrat und eine handvoll Einwegputzlappen in der Hand hielt. Sie lächelte mich an. &bdquo;So, und jetzt runter mit der Hose&ldquo;, sprach Anouk dominant, was aber als Scherz zu verstehen war. Stacy war bestens amüsiert.</p>
<p>Ich schämte mich und zog sie tatsächlich aus. Anouk tat so, als ob sie wegschauen würde und streckte mir die Hand aus, damit ich ihr meine Hose reiche &ndash; was ich auch tat. Sie belegte meinen nassen Sitz mit den blauen Einwegputzlappen.</p>
<p>&bdquo;Vielen Dank, Anouk und sorry. Ist mir wirklich ausgesprochen peinlich&ldquo;, sprach ich.</p>
<p>&bdquo;Ist schon gut. Dafür bin ich ja da&ldquo;, sprach sie selbstlos.</p>
<p>&bdquo;Wirklich?&ldquo;, sprach ich skeptisch.</p>
<p>&bdquo;Na ja, stand jetzt nicht explizit in meinem Stellenprofil, aber ich muss flexibel bleiben. Das hier zähle ich zu diesem Bullet Point dazu&ldquo;, sprach die hübsche Frau aus Monaco.</p>
<p>&bdquo;Sind alle Menschen in Monaco so hilfsbereit, oder bist du eine Ausnahme?&ldquo;, wollte ich von der attraktiven Frau wissen.</p>
<p>&bdquo;Eigentlich bin ich eher ein griesgrämiges Exemplar. Gibt viel nettere wie mich. Aber ich lächle nur wegen deiner hübschen Beine&ldquo;, machte mir Anouk ein Kompliment.</p>
<p>&bdquo;Wo sie recht hat, hat sie recht&ldquo;, ergänzte Stacy.</p>
<p>&bdquo;Dürfen Typen das bei einer Frau auch so sagen?&ldquo;, wollte ich von den Damen wissen.</p>
<p>&bdquo;Werner, locker bleiben&nbsp;&hellip; Schätzchen&ldquo;, antwortete Stacy theatralisch und entlockte Anouk und mir ein Lachen.</p>
<p>&bdquo;Werner?&ldquo;, wollte die Brünette von Stacy wissen.</p>
<p>&bdquo;Eine lange Geschichte&ldquo;, wiegelte Stacy ab, ohne ins Detail gehen zu wollen.</p>
<p>&bdquo;Jedenfalls vielen Dank&ldquo;, schloss ich den Dialog und öffnete Anouk die Cockpittür. Sie schaute mir noch nach, als sie durch die Tür schritt. Und genau in diesem Moment sah ich, wie ein First Class Passagier die Küche betrat und sie erstaunt anblickte, weil sie wohl eine Männerhose in der Hand hielt. Ich glaube, für den Herren wäre ein Sechser im Lotto wahrscheinlicher gewesen, wie dieser groteske Anblick. Ob er auch meine Beine mit Hemd und Krawatte oben dran gesehen hatte, kann ich nicht mit Sicherheit sagen, da ich die Tür rekordschnell wieder schloss. Stacy verfolgte die Situation über den Bildschirm und lachte fast hysterisch.</p>
<p>&bdquo;Komm her und schau dir das an. Ist besser wie Pay-TV!&ldquo;, sprach sie lachend. Ich sah, wie Anouk nun mit dem Passagier fortfuhr. Als ob nichts gewesen wäre, legte sie meine Hose ab und verschwand mit ihm in der Kabine.</p>
<p>&bdquo;Anouk ist grossartig. Sie tut mir so leid&ldquo;, sprach ich zu Stacy, die zustimmend nickte, aber das Grinsen irgendwie nicht abstellen konnte.</p>
<p>&bdquo;Die Flüge mit dir sind immer sehr abenteuerlich&ldquo;, sprach mein Captain.</p>
<p>&bdquo;Eine gelungene Fortsetzung, oder?&ldquo;, wollte ich von ihr wissen.</p>
<p>&bdquo;Mehr als das. Aber eine Frage habe ich noch&ldquo;, fuhr sie fort.</p>
<p>&bdquo;Hau raus&ldquo;, forderte ich sie auf.</p>
<p>&bdquo;Hast du schon mal einen Flieger ohne Hose gelandet?&ldquo;, wollte sie wissen.</p>
<p>&bdquo;Nein, habe ich nicht&ldquo;, sagte ich peinlich berührt.</p>
<p>&bdquo;Pass auf, wenn im Endanflug ein kaltes Lüftchen weht&ldquo;, fuhr sie spitzzüngig fort. Sie schielte auf meine nackten Beine und musste wieder lachen. Ich liess es über mich ergehen. Zwanzig Minuten später. &bdquo;Martin, darf ich ein Foto machen? Der Anblick ist einfach einmalig&ldquo;, sprach Stacy und ein weiterer Lachanfall überkam sie. Aber sie hatte recht. So ein Anblick hatte wahrlich Seltenheitswert. Sie teilte das Bild später mit mir.</p>
<p>Selbstverständlich landete ich den Airbus ohne weitere Vorkommnisse sicher in Venedig, sogar fünf Minuten vor der planmässigen Ankunftszeit. Auch ohne Hose. Am Gate schaltete ich die Triebwerke aus und begann zusammen mit Stacy mit dem erforderlichen Papierkram. Ich fühlte mich etwas verunsichert, als die Fluggastbrücke herangerollt kam. Es wäre mir ziemlich peinlich gewesen, wenn die Bodenmannschaft mich so erblickt hätte. Ich hoffte, dass ich nicht auf Social Media viral gehe. Heutzutage weiss man ja nie.</p>
<p>Anouk war zum Glück die erste, die zu uns ins Cockpit kam und hielt meine zusammengelegte Hose in ihren Händen. Es wirkte fast so, wie wenn eine Landesflagge mit militärischen Ehren überreicht wird. Ich nahm sie in Empfang. Anouk wirkte bezaubernd. Sie hatte wohl vor der Landung ihr Make-up aufgefrischt, doch ihre Ausstrahlung liess ihre zauberhafte leibliche Hülle unwichtig erscheinen. Ihr Wesen war unglaublich gewinnbringend.</p>
<p>&bdquo;So, sie ist trocken&ldquo;, sprach Anouk mit einem Grinsen.</p>
<p>&bdquo;Vielen Dank! Wie hast du das hinbekommen?&ldquo;, wollte ich wissen.</p>
<p>&bdquo;Ein Trick von meiner Oma&ldquo;, sagte sie etwas flirtend.</p>
<p>&bdquo;Hast sie aber nicht draussen vor dem Fenster hingehängt?&ldquo;, sprach ich und sie lächelte mich an.</p>
<p>&bdquo;Tut mir leid. Sie hat irgendwie Flecken bekommen. Die bekomme ich einfach nicht raus, ohne sie wieder nass zu machen&ldquo;, erklärte Anouk sichtlich verunsichert, als ob sie das zu verantworten hätte.</p>
<p>&bdquo;Hey, sie ist trocken. Ich meine&nbsp;&hellip; vielen Dank&ldquo;, sprach ich begeistert und sie blickte etwas zuversichtlicher in die Welt. &bdquo;Dann schlüpfe ich mal wieder rein&ldquo;, ergänzte ich und faltete die Hose wieder auf. Na ja, die Flecken waren noch immer sichtbar. Ich war mir aber sicher, dass ich am Flughafen ohne Hose wahrscheinlich noch mehr auffallen würde.</p>
<p>Irgendwie war ich Anouk unglaublich dankbar, dass sie mich während dieser peinlichen Situation unterstützt hatte. Ich stand mit der Absicht auf, sie kollegial zu umarmen, realisierte aber, dass das wohl zu weit gehen würde. Die hübsche Frau aus Monaco schaute mich fragend aber erwartungsvoll an, als sie mich auf sie zulaufen sah. Ich schaute verlegen in ihre Richtung, und meine Körperdrehung büsste an Dynamik ein, sodass ich ihr als Dankeschön gerade noch so platonisch wie nur irgendwie möglich auf die Schulter klopfte. Ich muss wie ein Depp auf sie gewirkt haben.</p>
<p>&bdquo;Nochmals vielen Dank&ldquo;, sprach ich und bekam ein charmantes &bdquo;de rien&ldquo; als Antwort. Ich lief rot an und lächelte ihr zu. Sie drehte sich irgendwie geschmeichelt um und verliess das Cockpit.</p>
<p>&bdquo;Komm mal zu mir&ldquo;, sprach Stacy und winkte mich mit ihrem Zeigefinger zu sich. Ich näherte mich ihr und stellte fest, dass sie mir was ins Ohr flüstern wollte. Ich bückte mich. &bdquo;Jetzt haben wir gevögelt und du flirtest schon wieder?&ldquo;, sprach sie gespielt eifersüchtig.</p>
<p>Diese Aussage verunsicherte mich. Ich wollte keine Beziehung mit ihr, aber ihre Gesellschaft und gelegentlicher Sex mit einer mir vertrauten Person wären keine schlechte Perspektive.</p>
<p>Für eine Beziehung ist der Altersunterschied einfach zu gross. Aber wir kannten uns, waren damals irgendwie zusammen. Ich hoffte insgeheim, dass unsere &bdquo;verbotene&ldquo; Nummer wenigstens ihre Gefühlswelt etwas durcheinander gewirbelt hatte und wir vielleicht gelegentlich unverbindlichen Sex zusammen haben könnten. Dieser war immer richtig gut. Werden wir vielleicht &bdquo;Friends with Benefits&ldquo;, wie es auf Neudeutsch heisst?</p>
<p>&bdquo;Kommt auf deine Pläne mit mir an&ldquo;, platzte als Antwort aus mir heraus.</p>
<p>&bdquo;Mein Plan ist, dass wir in zwei Tagen wieder zurückfliegen&ldquo;, sprach sie ernster wie zuvor.</p>
<p>&bdquo;Gut, dann sind wir hier fertig?&ldquo;, fragte ich.</p>
<p>&bdquo;Ja, lass uns gehen&ldquo;, sprach Stacy mit ihrer ruhigen Stimme relativ neutral. Sie wich meiner Frage gekonnt aus. Das nervte mich etwas.</p>
<p>Ich packte alles zusammen und verliess kurz nach ihr das Cockpit. &bdquo;Hast du heute schon was vor?&ldquo;, rief ich ihr nach. Ich wollte testen, ob sie mit mir Zeit verbringen wollte. Ich bewegte mich nicht sehr selbstsicher durch die leere Kabine, da ich mich wegen der noch immer schmutzigen Hose unwohl fühlte.</p>
<p>&bdquo;Ich übernachte heute bei einer Kollegin. Sie holt mich später im Hotel ab. Sorry, Sugar. Ich hätte gern mehr Zeit mit dir verbracht, aber ich habe sie sofort angerufen, als ich gesehen habe, dass ich nach Venedig muss. Ist das erste Mal, dass ich hier bin, seit ich in Dubai lebe&ldquo;, erklärte sie etwas verlegen und mit Schuldgefühlen versetzt. Keineswegs war ich ihr böse. Höchstens etwas enttäuscht.</p>
<p>&bdquo;Hey, ist schon gut. Alles bestens. Ich hoffe, du kannst die Zeit mit deiner Freundin geniessen&ldquo;, sagte ich.</p>
<p>&bdquo;Danke. Sie hat zwei Kinder und einen lustigen Ehemann. Also all das, was ich nicht habe. Es wird mir schon manchmal einen Stich ins Herz geben. Aber ich freue mich auf sie&ldquo;, sprach sie mit gemischten Gefühlen.</p>
<p>&bdquo;Geniess es. Jeder hat seinen Ballast zu tragen&ldquo;, erzählte ich.</p>
<p>&bdquo;Werner, als ob du in deinem Alter Ballastsäcke tragen würdest&ldquo;, sagte Stacy amüsiert.</p>
<p>&bdquo;Meinst du wirklich? Weisst du &hellip; am liebsten hätte ich einfach eine solide und bodenständige Beziehung, bekomme aber im Moment überall nur &hellip; das Andere&ldquo;, sprach ich irgendwie betrübt. Stacy lachte.</p>
<p>&bdquo;Meine Güte. Was du hast, ist der Traum vieler Männer&ldquo;, liess sie mich wissen.</p>
<p>&bdquo;Ja, aber ich bin einfach ein anderer Typ. Einerseits mag ich &hellip;, na du weisst schon &hellip; das kann ich nicht leugnen. Andererseits hätte ich das alles aber viel lieber in einer festen Beziehung. Und es will einfach nicht werden&ldquo;, sprach ich und sah irgendwie Verständnis in Stacys Gesicht. Ich verlangsamte meinen Gang, bis ich mit meinem Captain zu einem Stillstand gekommen war. Ich flüsterte in ihr Ohr: &bdquo;Ich fühle mich gerade wie eine männliche Schlampe, die mit allen in die Kiste steigt. Als ob ich meine Selbstbeherrschung verloren hätte. Irgendwie bin ich enttäuscht von mir&ldquo;, fuhr ich fort.</p>
<p>&bdquo;Na ja, du konntest ja heute wegen des Cockpit Voice Recorders ja kaum &sbquo;Nein&lsquo; sagen. Das habe ich schamlos ausgenutzt&ldquo;, sprach Stacy grinsend. &bdquo;Tut mir leid, wenn ich dieses Gefühl tief in dir drin mit meiner Aktion verstärkt habe. Ich finde dich noch immer süss, so wie du da neben mir gesessen bist. Aber sei mir nicht böse, dass ich keine Beziehung mehr mit dir will. Wir sind noch immer an anderen Orten im Leben&ldquo;, analysierte die Britin folgerichtig. Ich nickte bestätigend und war erleichtert, dass wir es beide gleich sahen und nicht eine Partei mehr wollte.</p>
<p>&bdquo;Glaub mir, das war alles okay, wenn nicht sogar einmalig&ldquo;, sprach ich und schaute mit ihr zusammen runter auf meine schmutzige Hose. Wir mussten lachen.</p>
<p>&bdquo;Übrigens. Willkommen im Mile High Club&ldquo;, sprach sie grinsend. Auch ich grinste Stacy an.</p>
<p>&bdquo;Die Flüge mit dir sind immer unvergesslich&ldquo;, fuhr ich fort.</p>
<p>&bdquo;Wenigstens haben wir uns diesmal nicht volllaufen lassen&ldquo;, antwortete die Doktorin. Wir hatten die Kabinenbesatzung wieder eingeholt und sahen noch kurz die andere Crew, die den Flieger nach Hause bringt. Für mehr als ein Winken durch eine Glasscheibe hatte es nicht gereicht. Die Piloten habe ich noch nie zuvor gesehen.</p>
<p>Nachdem wir alle unsere Koffer erhalten hatten, liefen wir zum Bus, der uns in das Hotel ausserhalb von Venedig brachte. Stacy und ich sassen nebeneinander und sprachen viel über die Erlebnisse während unserer gemeinsamen Zeit, ohne direkt auf die Beziehung einzugehen. Im Hotel angekommen, bezogen wir unsere Zimmerschlüssel und besprachen die Pläne für heute und morgen. Stacy verabschiedete sich von uns allen und wollte sich bereit machen, damit ihre Freundin sie abholen kann. Maria und einige Kolleginnen und Kollegen wollten mit dem Wassertaxi nach Burano, was auch weit oben auf meiner Liste stand. Es herrschte Einigkeit, abgesehen von einer einzigen Stimme. Es war Anouk.</p>
<p>&bdquo;Könnten wir das nicht morgen machen? Heute Abend führen sie im Teatro la Fenice &sbquo;Nabucco&lsquo; von Verdi auf. Das möchte ich mir unbedingt anschauen&ldquo;, fragte Anouk mitleidig.</p>
<p>&bdquo;Ist das so &rsquo;ne Oper?&ldquo;, fragte Kevin, ein Flugbegleiter aus Manchester, ziemlich skeptisch.</p>
<p>&bdquo;Ja. Ich wollte schon immer mal ins &sbquo;La Fenice&lsquo; und sie spielen die Oper nur heute&ldquo;, versuchte die hübsche Frau aus Monaco die Cabin Crew zu überzeugen.</p>
<p>&bdquo;Ich bin dabei, wenn wir Burano morgen nachholen&ldquo;, liess ich Anouk wissen. Sie strahlte zufrieden. Ich dachte, dass noch ein paar andere einsteigen, aber die Crew blieb ruhig.</p>
<p>&bdquo;Bist du mir böse, wenn ich nicht mitkomme? Mir sagen Opern nicht viel und ich habe auch keine passenden Kleider dabei&ldquo;, sprach Maria, unsere Purserin. Die anderen schienen sich vor einer Antwort zu drücken.</p>
<p>&bdquo;Ist schon gut. Kein Problem&ldquo;, ging Anouk verständnisvoll über die Lippen.</p>
<p>&bdquo;Ist es für dich okay, wenn nur ich mich dir anschliesse?&ldquo;, wollte ich von ihr wissen.</p>
<p>&bdquo;Ähm, ja. Warum denn nicht?&ldquo;, gab sie völlig überrascht und platonisch von sich, als ob das alles ganz normal wäre. Ich stellte mir die Frage, ob meine christliche Erziehung hier etwas hineininterpretiert hat, das gar kein Thema ist. Ich machte kurz ein kleines Gedankenspiel und fragte mich, ob ich heute auch allein mit Kevin in die Oper gegangen wäre. Ziemlich sicher nicht. Da war was, zumindest in meiner kleinen Welt. Und verdammt, war sie hübsch!</p>
<p>Jedenfalls klärte ich mit der monegassischen Schönheit, wann wir uns unten in der Lobby treffen. Wir waren nicht weit vom Flughafen entfernt und benötigten mit dem Bus eine knappe halbe Stunde, um zum historischen Zentrum zu gelangen. Ich fand es toll, Zeit mit Anouk zu haben.</p>
<p>&bdquo;Schön, dass du mitkommst. Ich hab auf der Hinfahrt eine Wäscherei zwei Strassen weiter gesehen. Wenn du willst, können wir uns schon zwanzig Minuten vor der Abfahrt treffen und deine Hose dort vorbeibringen. Was meinst du?&ldquo;, wollte sie von mir wissen.</p>
<p>Ich fühlte mich auf einmal wie in einer Beziehung. Ich wurde von einem charmanten Wesen umsorgt. Bedingungslos. Ich empfand das Angebot als unglaublich sympathisch.</p>
<p>&bdquo;Gern. Ja. Ich hoffe, die können Englisch&ldquo;, fügte ich hinzu.</p>
<p>&bdquo;Also, bis in einer Stunde&ldquo;, sprach die entzückende Frau. Ich lächelte sie noch einmal an und verabschiedete mich von ihr und der Crew. Im Hotelzimmer angekommen, entledigte ich mich meiner Uniform und sprang unter die Dusche. Nur kurz nahm ich Stacys vertrauten Körperduft wahr, den ich mir mit dem Duschgel vom Hotel abwusch. Während das Wasser wie Regen von der Decke aus auf meinen Körper prasselte, fragte ich mich, ob Stacy und Olivia womöglich an der gleichen Uni in Edinburgh studierten und ob ich Stacy auf dem Rückflug nach ihren dortigen Erfahrungen ausfragen soll. Ich verwarf diesen Gedanken, da ich nicht drumherum käme, zu erklären, warum ich das alles wissen will. Zudem stellte ich mir die Frage, ob Olivia und Stacy sich nicht in vielerlei Hinsicht ähnlich sind. Habe ich mich darum so gut mit Olivia verstanden? Ist sie eine jüngere Stacy? Überfordert von diesen Gedankengängen legte ich mich kurz nackig ins Bett.</p>
<p>Scheisse. Vorhin fand ich Stacy unglaublich hübsch und anregend und habe sogar mit ihr auf 36&nbsp;000 Fuss gevögelt. Ich hielt die Aktion zwar für ausgesprochen erinnerungswürdig, aber trotzdem völlig absurd. Ich hätte meinen Job verlieren können. Nicht mal das hat mich davon abgehalten, es mit ihr zu tun. Und jetzt ist Stacy weg und ich bin im Begriff, mich in Anouk zu verknallen. Ich fand das irgendwie scheisse. Richtig scheisse, scheisse, scheisse. Was ist nur mit mir los. Bin ich jetzt offiziell so notgeil, dass ich mich in jede Frau verknalle, die mir vorgeführt wird? Die Kadenz, in der ich mich momentan körperlich auf interessante Frauen einlasse, bewegt sich aktuell im Hyperschall-Bereich. Das muss aufhören.</p>
<p>Irgendwie gelang es mir trotz der vielen Gedanken kurz einzuschlafen. Ich wachte dank des Weckers wieder auf und suchte die eleganteste Garderobe aus, die ich zusammenstellen konnte. Auf einen Opernbesuch war ich natürlich keineswegs vorbereitet. Immerhin hatte ich ein marineblaues Cord-Sakko und ein weisses Hemd dabei. Dass ich von einem Uniformhemd spreche, versteht sich von selbst. Beim Anziehen schwor ich mir heilig, dass ich mit Anouk nur platonisch umgehen werde. Sex mit einer Frau pro Tag soll mein Grenzwert sein.</p>
<p>&bdquo;Egal was passiert. Ich werde keinen Sex mit Anouk haben&ldquo;, wiederholte ich mehrmals beim Frisieren vor dem Spiegel, um mir diesen Gedankengang einzuverleiben.</p>
<p>Ich war wohl ein paar Minuten zu früh und setzte mich auf einen Sessel und beobachtete das Treiben in der Lobby. Ich ging davon aus, dass Stacy schon unterwegs zur Familie ihrer Freundin war und die nächste mir bekannte Person Anouk sein wird. Ich überblickte die Szenerie und ein sehr angenehmer femininer Duft lag plötzlich in meiner Nase. Unglaublich zart und irgendwie vertraut legte jemand äusserst flüchtig seine Hand auf meinen Rücken.</p>
<p>&bdquo;Aloha, geschätzter Kollege&ldquo;, sprach eine weibliche Stimme.</p>
<p>&bdquo;Hi Anouk&ldquo;, sprach ich und drehte mein Gesicht in die Richtung, wo die Person, zu der die entsprechende Hand gehört, stehen müsste.</p>
<p>Sie lächelte mich an. Die Monegassin sah unglaublich gewinnbringend aus, hatte den Stoff, aus dem Traumfrauen entspringen können, wenn sie auch charakterlich was taugen. Anouk trug ein sehr figurbetontes grünes Kleid, das fast schon ins türkis driftete und dezente Blumenmuster aufwies. Ihre Proportionen waren zauberhaft und ich fand es schön, dass sich aufgrund des eng anliegenden Stoffes ein kleiner Bauchansatz abzeichnete. Sie war schlank, hatte aber weibliche Rundungen. Och Gott, wie gern hätte ich sie abgetastet und geküsst. Aber ja. Das war wirklich das letze, was ich heute oder morgen tun sollte. Vielleicht könnte ich mich einfach mal zur Abwechslung in Selbstdisziplin üben.</p>
<p>Sie war prächtig, dezent geschminkt und ihr leicht pink wirkender Lippenstift setzte einen diskreten Kontrast zu ihren blauen Augen und dem Kleid. Hinter ihrem gewellten langen Haar erblickte ich Perlenohrringe, die perfekt zu ihren weissen Zähnen passten. Und der Ausschnitt und ihre darin eingepackten Brüste regten meine Fantasie in ungeheurem Masse an. Ihr Kleid verdeckte ungefähr knapp die Hälfte ihrer Oberschenkel. All diese Eindrücke erfasste ich in ein paar Millisekunden.</p>
<p>&bdquo;Wow, du siehst bezaubernd aus&ldquo;, sprach ich wirklich baff. Ich nehme an, dass ich meine Begeisterung in diesem Moment nicht verbergen konnte. Sie sah wirklich betörend aus und dennoch wirkte sie nahbar und kollegial.</p>
<p>&bdquo;Vielen Dank. Du wirkst mit Hosen auch gleich ganz anders&ldquo;, sprach sie neckisch gestimmt mit einem breiten Schmunzeln.</p>
<p>Ich sorgte mich etwas um ihre Gesundheit, da sie bei Oktobertemperaturen im Jahreszeiten unterworfenen Europa keine Jacke oder vergleichbares dabeihatte.</p>
<p>&bdquo;Sag mal, frierst du nicht?&ldquo;, wollte ich von ihr wissen.</p>
<p>&bdquo;Wer hübsch sein will, muss manchmal leiden&ldquo;, erhielt ich als Antwort.</p>
<p>&bdquo;Du hast wirklich nichts dabei?&ldquo;, wollte ich wissen.</p>
<p>&bdquo;Leider nichts, das zu meinem Kleid passt&ldquo;, fuhr Anouk fort.</p>
<p>&bdquo;Nimm bitte was mit. Nur bis wir später in der Oper sind. Ich werde es dir auch sofort abnehmen. Versprochen&ldquo;, liess ich sie wissen.</p>
<p>&bdquo;Also gut. Ich hab noch einen Blazer. Und du mein Freundchen hast deine Uniformhose vergessen. Die wollten wir doch noch in die Reinigung bringen!&ldquo;, fuhr sie fort. Sie war wirklich überzeugend. Wir gingen zuerst in ihr Zimmer, und sie holte sich einen ausgesprochen schönen Blazer. Ich hatte phasenweise das Gefühl, als ob sie oft meine Nähe gesucht hätte, als sie zum Beispiel ihre Zimmertür schloss. Sie lächelte mich kurz an und wir gingen zu mir. Die Nähe wirkte natürlich, nicht konstruiert oder lüstern. Wir schienen diesen engen Draht einfach so zu akzeptieren. Ich genoss es, ihr nahe zu sein.</p>
<p>&bdquo;Hier ist sie, dieses dreckige Stück&ldquo;, scherzte ich, als ich ihr meine Hose wie als Trophäe entgegenstreckte.</p>
<p>&bdquo;Schon gut, die kenne ich mittlerweile besser, als mir eigentlich lieb ist&ldquo;, sagte sie wie ein Kumpel.</p>
<p>Wir verliessen das Hotel und die schöne Frau aus dem kleinen Staat führte mich zu der Wäscherei. Es war ein wahrlich italienischer Familienbetrieb. Sogar kleine Kinder liefen im Hinterzimmer umher, die wahrscheinlich zur Tochter des Besitzers gehörten.</p>
<p>Anouk sprach zu meiner Überraschung ein sehr süsses Italienisch mit einem französischen Akzent. Aber er verstand sie. Sie überreichte ihm die Hose. Es war ein älterer Herr mit einem ganz zierlichen Schnauz, der wohl schon jeden Fleckentypus in seiner Berufslaufbahn erblickt hatte. Das erklärte wohl sein Grinsen, als er meine Flecken sah. Ich glaube, Anouk bekam davon glücklicherweise nicht allzu viel mit. Sie sprach lange mit den Besitzern, was mich etwas überraschte. Sie erklärte mir im Nachgang, dass sie alle Überredungskünste einsetzen musste, damit meine Hose morgen Abend bereit zum Abholen sei. Ich war ihr für ihre selbstlose Unterstützung in dieser Angelegenheit unglaublich dankbar. Wir gingen zurück zum Hotel und nahmen von dort aus den Shuttlebus in die Altstadt. Venedig, wir kommen!</p>
<p>Die Haltestelle war unscheinbar und weit weg von den imaginären Bildern, die wir sonst von Venedig vor Augen haben. Alles wirkte zunächst wie eine italienische Stadt, die man anderswo schon zu tausenden gesehen hatte. Nur im Gegensatz zu anderen, vielleicht auch kleineren, Städtchen waren deutlich mehr Touristen vor Ort. Zwar störte mich das nicht, aber der Andrang überraschte mich.</p>
<p>&bdquo;Ganz schön was los&ldquo;, sprach Anouk ebenso überrascht. Ich legte meine Hand schützend auf ihren Rücken, um sie instinktiv vor zu viel Körperkontakt mit den anderen Touristen zu bewahren und ihr den Weg bereiten zu wollen. Als ich sie berührte und ihren angenehmen Duft in meiner Nase hatte, fühlte ich mich in meiner Entscheidung bestärkt, mich für eine gemeinsame Zeit mit dieser Frau entschieden zu haben.</p>
<p>&bdquo;Allerdings, und wir mittendrin&ldquo;, ging ich auf ihre Aussage ein.</p>
<p>&bdquo;Darf ich dir einen Vorschlag machen?&ldquo;, sprach die hübsche Frau und nahm einen zusammengefalteten Stadtplan, den man an jeder Touristeninformation kostenlos erhält, aus ihrem Täschchen. Sie schien etwas zu suchen.</p>
<p>&bdquo;Klar, ich bin ganz Ohr&ldquo;, sprach ich im Getümmel. Ich bewegte mich ziellos mit Anouk im Schlepptau im Fluss der Menschenmassen.</p>
<p>&bdquo;Ich würde gern mit dir an den äussersten Punkt für heute gehen und mich dann Richtung Markusplatz bewegen. Ich möchte mir mit dir mal die Libreria Aqua Alta anschauen. Das ist eine besonders spannende Buchhandlung, die mit Hochwasser zu kämpfen hat. Soll sehr einzigartig sein. Es gibt Leute, die sagen, es sei die schönste der Welt&ldquo;, fuhr sie fort. Ich liebte ihren Vorschlag.</p>
<p>&bdquo;Eine tolle Idee&ldquo;, sprach ich begeistert.</p>
<p>&bdquo;Super. Danke. Vielleicht finden wir dann auf dem Rückweg ein nettes kleines Restaurant&ldquo;, fuhr sie fort. Ihre Vorschläge waren mit meinen Vorstellungen unglaublich kompatibel. Vielleicht wäre ich einfach nur durch die Gassen geschlendert, planlos. Doch ich mochte ihre Zielstrebigkeit, als ob sie die zur Verfügung stehende Zeit bestmöglich nutzen wollte.</p>
<p>&bdquo;Klingt vielversprechend&ldquo;, fuhr ich fort und schaute sie an. Anouk hielt ihre linke Hand vor den Bauch. Ich empfand ihre Hände als unglaublich schön. Ihre Finger passten ausgesprochen gut zur Hand und ihre Nägel waren naturfarben, aber gepflegt. Dass mich sogar ihre Hand bezirzte, war ein eindeutiges Zeichen, dass ich vor mir auf der Hut sein muss. Ich darf nicht schwach werden. Wir sprachen über sehr viel Belangloses, das aber gute Laune machte. Wohin uns zum Beispiel die letzten Flüge geführt haben. Was wir an unserem Arbeitgeber und an Dubai mögen und ganz vieles mehr. Wir lachten viel und ich blickte vermehrt in ihre Augen. Phasenweise fühlte sich unser Umgang zutiefst freundschaftlich an.</p>
<p>&bdquo;Oh Mann, das Kleid sass schon mal besser&ldquo;, sprach Anouk, als ihre Hand erneut über ihren Bauch glitt. Erst jetzt realisierte ich, dass sie ihn vielleicht zu kaschieren versuchte. Das war natürlich völlig unnötig, eine Flause, die nur in ihrem Kopf existierte. Ich hätte ihren Bauch am liebsten gestreichelt, sie umarmt, um ihn an meinem zu spüren. Ich drehte meinen Körper so zu ihr, dass sie kurz stoppen musste.</p>
<p>&bdquo;Anouk, du siehst umwerfend aus. Nichts an dir wirkt so, als ob es früher mal besser war&ldquo;, rutschte mir raus. Der leichte Ansatz hatte etwas Einladendes. Ich wollte, dass sie weiss, dass sie wahrlich bezaubernd hübsch ist und sich nicht im Geringsten für etwas an ihrem Körper zu schämen braucht.</p>
<p>&bdquo;Das ist lieb. Aber ich war wirklich schon besser in Form&ldquo;, fuhr sie fort und ich schaute ihr ernst und zugleich tief in die Augen.</p>
<p>&bdquo;Das kann ich auch über mich sagen. Aber du darfst mehr als zufrieden mit dir sein. Ich fände es schade, wenn du es nicht wärst&ldquo;, verliess meine Lippen.</p>
<p>&bdquo;Danke&ldquo;, sagte sie peinlich berührt und wirkte in diesem Augenblick schüchtern. Plötzlich bereute ich meine hemmungslose Offenheit. Bin ich gerade mit der Tür ins Haus gefallen? Hatte ihre Aussage nicht die Tragweite, die ich ihr beigemessen hatte? Habe ich mich verraten, dass ich mich in sie verkuckt habe?</p>
<p>Auf dem Weg zu der von ihr vorgeschlagenen Buchhandlung verwandelte sich Venedig immer mehr in die charmante Stadt, die ich aus einem alten Indiana Jones Film kannte. Ich musste kurz beim Gedanken daran an Stacys Filmzitat vor dem Abflug denken und grinste in mich hinein. War ihre Referenz heute Vormittag vielleicht eine Anspielung auf Venedig und ich habe es einfach nicht gerafft oder doch nur purer Zufall?</p>
<p>Die Stadt war ein Traum und noch traumhafter war die Tatsache, dass Anouk und ich Nähe suchten. Wenn immer ich zu ihr sprach, lief sie langsamer und hielt mir ihr Ohr nahe an meinem Mund oder wenn sie ihre Stimme an mich richtete, blickte ich zu ihr und nährte mich mit meinem Haupt ihrem Gesicht. Durch diese Nähe wurde mir ihr Körperduft, mit einer leichten Parfümnote, schnell vertraut. Zu kostbar war jedes gesprochene Wort. Wir waren nur noch am Lächeln und teilten ganz viele Eindrücke über die ehemalige Handelsstadt.</p>
<p>Nachdem wir eine der zahlreichen Brücken beinahe überquert hatten, hielt mich Anouk plötzlich an der Hand und wir blieben inmitten dieser schönen Szenerie stehen. &bdquo;Schau mal. Hier ist ein Schild mit dem Namen &sbquo;Libreria Acqua Alta&lsquo;, aber ich verstehe das nicht. Wir müssten ganz in der Nähe sein&ldquo;, sprach die Frau aus Monaco. Ich genoss es, ihre Hand an meiner zu spüren und musste mich bewusst dagegen entscheiden, ihren Handrücken mit meinem Daumen zu streicheln. Ich glaube, wir hielten uns länger, als es eigentlich nötig gewesen wäre, obwohl es nur Sekunden und nicht Minuten waren. Offen gesagt war es mir in diesem Moment völlig egal, wie lange wir noch die Buchhandlung suchen müssen, solange ich die Zeit mit der charmanten Frau aus Monaco verbringen darf.</p>
<p>&bdquo;Schau mal, wie schön&ldquo;, sprach ich. Die Aussicht auf den Kanal, die Brücken sowie die Fassaden war traumhaft.</p>
<p>&bdquo;Ja, ich möchte für immer hier bleiben. Venedig ist wirklich wunderschön&ldquo;, bestätigte Anouk. Wir liefen von der Brücke dem Strässchen entlang, und kamen an einen netten und belebten Platz.</p>
<p>&bdquo;Das ist aber nicht die Piazza San Marco, oder?&ldquo;, wollte ich von der zielstrebigen Frau wissen. Es konnte meiner Meinung nach nicht sein, dass wir so weit an der Buchhandlung vorbeispaziert sind. Sie schaute umher und lachte.</p>
<p>&bdquo;Ich hoffe, du navigierst in der Luft besser wie hier&ldquo;, spottete sie leicht. Ich hielt es für unnötig zu erwähnen, dass ich sie den Buchladen suchen liess und mich lediglich ihrer Gesellschaft erfreute. Ich blieb still. &bdquo;Mist, wir sind zu weit. Das ist der Platz &bdquo;Campo Santa Maria Formosa&ldquo;. Wir müssen wieder zurück&ldquo;, fuhr sie minimal genervt fort.</p>
<p>&bdquo;Gelato?&ldquo;, fragte ich sie, nachdem ich einige Cafés erblickt hatte und zeigte mit dem Finger auf einen Eisstand am anderen Ende unseres Standorts. Sie nickte mit einem Grinsen und ich führte sie zu dem Lokal, das vertrauenswürdig aussah. Wir tranken ein ziemlich teueres Sprudelwasser und mein Fräulein entschied sich für Passionsfrucht, während ich eine Kugel Schokoladeneis schlemmte. Sie wirkte trotz der ungeplanten Pause zufrieden. Es war für Oktober erstaunlich warm und sonnig. Ich genoss den Moment.</p>
<p>&bdquo;Sag mal, wohnst du allein in Dubai?&ldquo;, eröffnete Anouk leicht verkrampft das Tischgespräch.</p>
<p>&bdquo;Ja, ich bin allein. Irgendwie scheine ich der einzige Pilot im Gebäude zu sein&ldquo;, fuhr ich fort.</p>
<p>&bdquo;Nein, ich meine mit einer Freundin&ldquo;, wurde sie konkreter.</p>
<p>&bdquo;Nein, ich bin Single&ldquo;, erzählte ich und sah ein ganz dezentes Lächeln der Erleichterung, was mich erfreute, aber nachdenklich stimmte. Je näher wir uns kamen, desto wichtiger wurde sie für mich und ich wollte sie vor mir selbst beschützen. Ich fühlte mich ihrer nicht würdig. Sie war zu gut, zu rein&nbsp;&hellip;</p>
<p>&bdquo;Und du? Bist du mit jemandem zusammen?&ldquo;, fragte ich zurück.</p>
<p>&bdquo;Nein, ich habe mich letztes Jahr von meinem Freund aus Monaco getrennt, weil wir uns zu wenig gesehen haben. Er musste für ein Projekt ein halbes Jahr nach Chicago und ich bin nach Dubai. Und Jacques, na ja &hellip; er wollte in der Zeit eine offene Beziehung &hellip; und das kam für mich absolut nicht infrage&ldquo;, sprach Anouk überraschend. Ich hielt ihre Entscheidung für richtig.</p>
<p>&bdquo;Hast du gut gemacht&ldquo;, fuhr ich fort, nachdem ich an der Kugel geleckt hatte. Irgendwie verschlang ich mein Eis.</p>
<p>&bdquo;Danke, mir ist Treue einfach unglaublich wichtig. So &rsquo;ne Beziehung ist doch ein Commitment, eine Verpflichtung, oder?&ldquo;, sprach sie etwas selbstbewusster, wie zuvor bei der vorsichtigen Frage zu meinem Beziehungsstatus. Sie wollte offenbar meine Ansichten zu diesem wichtigen Thema in Erfahrung bringen. Ich leckte noch einmal an meinem Eis. Obwohl meine Seele ihr uneingeschränkt recht gab, fühlte ich mich aufgrund meiner Biografie der letzten Monate irgendwie schuldig.</p>
<p>All meine Gefühle kamen augenblicklich hoch. Zum Beispiel, dass ich in nur einem Monat Sonja gleich zweimal betrogen hatte, obwohl spitzfindige Juristen das vielleicht anders sehen würden. Technisch gesehen war ich nicht mit Sonja zusammen, als ich mit Stacy damals in die Kiste gesprungen bin. Doch emotional war ich in Sonja und auch irgendwie in Stacy vernarrt. Und die Nummer mit Zsa Zsa auf dem Hotelklo war ja irgendwie eine Nachwehe des Dreiers, den sich Sonja und nicht ich gewünscht hatte. Dass so etwas ausgerechnet mir passiert, hätte ich nicht erwartet, ist aber alles andere als abwegig. Trotzdem fühlte ich mich wie ein Betrüger. In meinem äusserst bitteren Cocktail fehlte noch eine weitere Zutat. Dass ich mich neulich mit Charlotte und kurz darauf mit Olivia vergnügt sowie vor wenigen Stunden wieder Stacy vernascht habe, machten meine Gefühlswelt nicht besser. All diese Gedanken gingen in den wenigen Sekunden durch meinen Kopf. Anouks Frage stand im Raum, die ich ihr beantwortet habe, alsbald das Eis auf meiner Zunge zergangen war.</p>
<p>&bdquo;Du hast recht. Es ist wirklich wichtig, dass beide an einem Strang ziehen und in die gleiche Richtung blicken. Eine Partnerschaft hat mit Verbindlichkeit zu tun, etwas, mit dem immer mehr Menschen Probleme haben. Ich bin ganz bei dir&ldquo;, sprach ich das aus, an das ich aufrichtig glaube. Insgeheim fragte ich mich, warum ich damals nach meiner Ankunft in Dubai nicht imstande war, das umzusetzen. Davor war all das rund um die Treue wie ein unerschütterliches Naturgesetzt für mich. Ich glaube, was Treue angeht, habe ich meine Lektion durch die Geschichte mit Sonja gelernt. Solange meine Frauengeschichten nacheinander und nicht miteinander ablaufen, ist das für mich konzeptionell einigermassen okay.</p>
<p>&bdquo;Kaum zu glauben. Jetzt bin ich schon über elf Monate lang alleinstehend&ldquo;, sprach Anouk mit einem Lächeln, das ich nicht deuten konnte.</p>
<p>&bdquo;Das ist wirklich kaum zu glauben. Bist du so wählerisch?&ldquo;, wollte ich wissen.</p>
<p>&bdquo;Vielleicht und auch etwas kompliziert&ldquo;, fuhr sie mit einer sympathischen und niedlichen Art fort.</p>
<p>&bdquo;Du bist eine Wucht. Und nochmals vielen Dank für deine unkomplizierte Hilfe heute&ldquo;, sagte ich und sah ein Funkeln in ihren Augen, das mich erfreute.</p>
<p>Wir schlenderten wenig später wieder der gleichen Gasse entlang, von der wir vorhin gekommen waren und stellten fest, dass wir am Laden vorbeigelaufen waren. Wir haben zwar etwas Zeit verloren, waren aber um wichtige Erkenntnisse reicher. So wusste ich zum Beispiel, dass Anouk auf fruchtige Eiscreme-Sorten stand und Treue das A und O ist. Als wir den Laden betraten, traf mich der Schlag. Es wirkte alles unglaublich unorganisiert, wenn nicht gar chaotisch. Etwa so, wie der billigste Second-Hand-Laden, den ich damals in Köln erblickt habe. Aber das alles wurde mit ganz viel Charme wieder wett gemacht.</p>
<p>&bdquo;Schau, die Bücher sind wegen der Flut auf Gondeln ausgestellt. Wenn der Pegel steigt, steigen die Bücher mit dem Wasser an. Clever, oder?&ldquo;, sagte Anouk irgendwie mädchenhaft und grinste. Sie war von der Magie des Ortes eingenommen und streichelte mit ihrer Hand einigen Büchern entlang. Es erweckte für mich den Eindruck, als ob sie dadurch zu einem Teil der Geschichte dieses Ladens wurde und zu den Büchern eine Verbindung herstellen wollte. Und wie bereits vorhin kurz geschildert, hatte sie wunderschöne Hände. Es war eine Freude, auch ihre gut gepflegten Fingernägel so exponiert zu sehen.</p>
<p>Ein Mann namens Luigi sprach mich an und wollte wissen, wonach ich suche.</p>
<p>&bdquo;Welche Sprache sprichst du?&ldquo;, wollte er von mir wissen.</p>
<p>&bdquo;Englisch oder Deutsch&ldquo;, antwortete ich ihm gut gelaunt.</p>
<p>&bdquo;Warum nicht Italienisch?&ldquo;, sprach er humoristisch und legte seine Hand väterlich auf meine Schulter und setzte zu einer Bewegung an. &bdquo;Komm mit, mein Junge. Und was liest du gerne?&ldquo;, fragte mich der ältere Herr plötzlich in meiner Landessprache.</p>
<p>&bdquo;Geschichte, Politik und Wissenschaft. So in die Richtung&ldquo;, sprach ich.</p>
<p>&bdquo;Kennst du Noam Chomsky? Der könnte dir gefallen&ldquo;, fuhr der Italiener fort und lotste mich in einen gewissen Bereich, etwas weiter weg von Anouk. Er griff in einen Stapel und &bdquo;le voila&ldquo;, hier war das Buch, welches er mir zeigen wollte. Hybris von Chomsky stand in grossen Buchstaben auf dem Einband. Darunter ein Foto einer Interkontinentalrakete. Ich blätterte darin und fand ganz okay mal was zu lesen, das mein Weltbild infrage stellt. Es gab ein paar spannende Bücher, aber ich blieb dem Buch des Linguisten und Politkritikers Chomsky treu. Ich sah, wie ein anderer Mitarbeiter sich zu Anouk bewegte und sie wahrscheinlich fragte, ob er ihr helfen könne. Sie schüttelte den Kopf mit einem aufgelegten Lächeln und ich glaubte ihren Lippen ein &bdquo;No, thank you&ldquo; entnommen zu haben.</p>
<p>So wie ich Anouk in ihrem grünen Kleid aus einer gewissen Distanz von der Seite hab stehen sehen, war es um mich geschehen. Ich glaube, ich habe mich in diesem Moment in sie verliebt und spürte einen Knoten in meinem Magen. Es fühlte sich an, als ob ich in einem Zuckerloch wäre. Sie sah zum Anbeissen und unglaublich charmant aus, so wie sie ihren Körper unwissentlich in Pose gerückt hatte und in das von ihr ausgewählte Buch blickte. Sie schien darin zu lesen, als ob sie den Schreibstil und Informationsgehalt prüfen würde. Anouk wirkte konzentriert.</p>
<p>Nicht der Bücherladen, sondern meiner einst war geflutet. Nicht mit Wasser, sondern mit Gefühlen für dieses traumhafte Mädchen. Für den Mensch, der sie ist und der für mich da war, als gewisse Sachen auf dem Hinflug sprichwörtlich in die Hose gingen. Ich musste zu ihr. Ich war fest entschlossen, wieder in ihre Nähe zu gelangen und ging direkt auf sie zu. Sie blickte von ihrem Buch auf und schaute mir freundlich lächelnd ins Gesicht. Noch während ich auf sie zulief, streckte ich bei den letzten Schritten diskret meinen rechten Arm aus. Meine Handinnenfläche streichelte sachte ihrer Backe entlang, während mein Daumen kurz vor ihrem Ohr zu stehen kam und meine Fingerspitzen zärtlich ihren Nacken berührten. Ich küsste sie. All das vorhin Beschriebene dauerte weniger als zwei oder drei Sekunden. Sie wehrte sich nicht. Oh Gott, ich küsste sie tatsächlich und liess meinem Impuls freien Lauf. Meine Lippen liebkosten jene von Anouk und meine linke Hand glitt nun langsam bis zu den Schultern hoch und von dort aus setze ich zu einer Umarmung an und drückte unsere Körper zärtlich zusammen.</p>
<p>Ihre linke Hand fiel kraftlos mit ihrem Buch in der Hand der Schwerkraft zum Opfer. Ihre rechte Hand wanderte an meinen Hinterkopf und ich spürte zeitgleich, wie sich ihr schöner Bauch endlich an meinem entlang schmiegte und ihre Zunge Einlass begehrte. Es war just in diesem Augenblick der wohl schönste Moment in meinem Leben. Es stimmte einfach alles.</p>
<p>Als sich unsere Lippen kurz lösten, schaute ich ihr tief in ihre wunderschönen Augen.</p>
<p>&bdquo;Danke, dass du mich hierher gebracht hast&ldquo;, flüsterte ich.</p>
<p>&bdquo;Gar kein Problem&ldquo;, hauchte sie mir wie betrunken und völlig überwältigt vom Moment zärtlich zu. Ihre Augen waren noch immer geschlossen. Ich küsste sie nochmals flüchtig und doch so gefühlvoll, wie es meine durch Gier getrübten Sinne zuliessen.</p>
<p>Als wir uns sanft aus der Umarmung lösten, war mir meine Aktion peinlich. Ich hoffte, dass sie es mir nicht ansehen konnte.</p>
<p>&bdquo;Entschuldige, dass ich dich gerade so abrupt aus dem Buch gerissen habe&ldquo;, sagte ich.</p>
<p>&bdquo;Aber nein. Alles gut&ldquo;, sprach sie unglaublich sanftmütig. Spätestens jetzt hätte ich mich ein weiteres Mal in die Frau aus Monaco verlieben müssen. Mir kam in den Sinn, dass ich bei der schönen Umarmung, in welcher sie fast ohne jegliche Körperspannung in meinen Armen versunken war, ihre weichen und doch prallen Brüste spüren konnte. Sie fühlten sich überraschend präsent an. Es war zwar völlig irrelevant und ich erinnerte mich an die Aussage, dass das Ganze mehr als nur die Summe seiner Teile ist. Doch Anouk war ein traumhaftes Paket, das keine Wünsche offen liess.</p>
<p>Diese entzückende Frau aus Monaco stand zu meiner Überraschung plötzlich wie bestellt und nicht abgeholt vor mir. Sie warf nochmals einen flüchtigen Blick ins Buch, schüttelte plötzlich perplex ihren Kopf, klappte das Buch mit einer hastigen Bewegung zu und blickte zu mir.</p>
<p>&bdquo;Weisst du was, ich nehme dieses Buch einfach&ldquo;, sagte sie zufrieden lächelnd, gab mir einen Kuss auf die Backe und lief an mir vorbei, direkt an die Kasse zu Luigi. Er schien uns beobachtet zu haben, da er sich ein Grinsen nicht verkneifen konnte. Charmant kassierte er das Geld ein und riet uns, seinen Aussichtspunkt mit Blick auf den Kanal anzuschauen. Wir begaben uns nach einigen Fotos in einem liebevoll mit Büchern dekorierten Innenhof auf eine Treppe, die komplett aus Büchern konstruiert wurde. Der Ausblick war nett, aber ich war zwei Stufen hinter Anouk und meine Hand führte sie am Rücken entlang zum höchsten Punkt und glitt von dort situativ bedingt und ohne hinterhältige Gedanken versehentlich kurz zu ihrem Allerwertesten. Dies schien glücklicherweise niemanden zu stören. Und trotzdem blieb ich keine Sekunde mit meinen Fingern an jenem Ort. Mir war das peinlich.</p>
<p>Ich bezahlte danach noch meinen Chomsky. Ohne dieses Buch hätte ich vielleicht Anouk nie geküsst. Sie sah von jener Seite des Ladens einfach zu verführerisch aus, um untätig zu bleiben. In einer Gasse auf dem Weg zum &bdquo;Teatro la Fenice&ldquo; entdeckten wir ein schnuckliges, kleines Restaurant, das auch ein paar kleine Tischchen draussen stehen hatte. Es war für uns beide das richtige Lokal, um nicht hungrig in die Opernvorführung zu gehen und uns noch besser kennenlernen zu können.</p>
<p>&bdquo;Nehmen wir noch einen kleinen Aperitif?&ldquo;, wollte Anouk wissen, während sie die Getränkekarte studierte.</p>
<p>&bdquo;Warum nicht, ich nehme einen Martini Bianco&ldquo;, entgegnete ich.</p>
<p>&bdquo;Dann nehme ich einen Veneziano&ldquo;, sagte Anouk. Eine Minute später bestellten wir die Getränke bei einem charmanten älteren Herrn und schon kurz danach nahmen wir die Drinks in Empfang.</p>
<p>&bdquo;Haha, dein Getränk sieht aus wie Aperol Spritz&ldquo;, erklärte ich Anouk.</p>
<p>&bdquo;Vielleicht liegt es auch daran, dass es Aperol Spritz ist&ldquo;, sagte die monegassische Brünette. Ich war zufrieden, mit ihr allein und nicht mit der Crew unterwegs zu sein. Ich fühlte mich wie ein Landei, als sie mir erklärte, dass es wirklich ein und dasselbe Getränk sei. Ich erhob mein Glass und stiess auf ihr wohl an.</p>
<p>Es war ein schöner Anblick, wie sie ihr durch Kälte beschlagenes Glas elegant in ihren Händen hielt. Ich fragte mich, ob dieses Bildnis ihrem Naturell entspricht, oder ob sie sich ausnahmsweise für mich etwas in Pose gerückt hatte. Ich konnte meinen Blick nicht von ihr abwenden und versuchte meine momentane Unfähigkeit mit einem Lächeln zu kaschieren. Sie lächelte mich kurz an.</p>
<p>&bdquo;Auf deine Hosen&ldquo;, prostete sie mir überraschend zu und stiess ein glucksendes Lachen aus.</p>
<p>&bdquo;Auf dich und deine Hilfsbereitschaft&ldquo;, sagte ich und wir liessen nun unsere Gläser erklingen. Wir nippten an unseren Drinks, die Blicke hafteten flirtend am Gegenüber.</p>
<p>&bdquo;Wir sollten uns entscheiden. Er kommt bestimmt gleich wieder&ldquo;, machte mich Anouk darauf aufmerksam, ein Gericht auszuwählen.</p>
<p>&bdquo;Nimmst du eine Vorspeise?&ldquo;, wollte ich von ihr wissen.</p>
<p>&bdquo;Sollen wir uns eine kleine Antipasti-Platte teilen? Die hier klingt überzeugend&ldquo;, sprach die Frau aus Monaco und zeigte mit dem Finger darauf.</p>
<p>&bdquo;Ja komm, lass es uns tun&ldquo;, antwortete ich und erntete einen netten Blick. Ich entschied mich für eine Art Spaghetti aglio e olio mit Garnelen zum Hauptgang, während sich Anouk für einen Teller mit verschiedensten Meeresfrüchten entschied.</p>
<p>Bei der Vorspeise traf mich der Schlag. Sie war riesengross und hätte mir allein schon gereicht. Von sonnengetrockneten Tomaten, Oliven, Salami und Schinken, Bruschetto, Grissini und Parmesan. Vielleicht war der Anblick schöner als die Auflistung aller Bestandteile. Der Vollständigkeitshalber muss noch erwähnt werden, dass selbst die Tomaten-Mozzarella-Spiesse dank dem Basilikumblatt in den Nationalfarben für ein unglaublich italienisches Flair sorgten. Schön, durfte ich das mit Anouk geniessen, die mich ebenso fragend mit beigemischter Begeisterung anblickte. Ich wollte von der jungen und zugleich attraktiven Kellnerin wissen, ob das wirklich nur eine Vorspeise ist.</p>
<p>&bdquo;Wir sind in Italien. Hier wird Gastfreundschaft noch grossgeschrieben&ldquo;, antwortete die Bedienung charmant und etwas lieblich kess zugleich. Sie entschuldigte sich und kehrte kurz darauf mit einem Kerzchen zurück und zündete es an, als ob sie den Rest dem heutigen Abend überlassen wollte. Zu allem Kitsch schallte plötzlich &bdquo;La Piu Bella Del Mondo&ldquo; von Marino Marini aus dem Lokal in die Gasse. Anouk grinste als Reaktion darauf breit und ich konnte mein Schmunzeln auch nicht verbergen. Die beiden, die uns bedient hatten, schauten verspielt zu uns und winkten. Sie waren wohl der Grund, warum der Song vielleicht unseretwegen erklang.</p>
<p>Nachdem ich es heute mit Stacy getrieben hatte und den Flieger ohne Hose landen musste, fiel der Druck an diesem Tisch ab. Ich konnte mich fallen lassen und schaute die zauberhafte Frau vor mir eingehend an. Sie war perfekt, all das, was ich mir an einer Frau wünschen würde und sogar in meinem Alter. Ich spürte an meiner Schuhspitze eine leichte Druckstelle, die sich später aber nur als das Tischbein entpuppte. Wie sehr wünschte ich mir, dass es ihr Fuss gewesen wäre.</p>
<p>Der Hauptgang war mindestens genauso lecker wie die Vorspeise, die uns aber schon reichlich Stauraum in unseren Bäuchen abgeschöpft hatte. Wir assen nicht aus Hunger, sondern weil es so lecker war. Ich fand es schön zu beobachten, dass wir immer gelächelt haben, wenn der andere sprach. Ihre Aussagen hatten Gewicht, waren von Bedeutung.</p>
<p>Ich war froh, dass sich Anouk einladen liess. Na ja. Genau genommen habe ich die Rechnung beglichen, als sie kurz auf der Toilette verschwunden war. Sie bedankte sich herzlich und hatte offenbar nicht ein Problem damit, wie Charlotte damals in Dubai Marina. Irgendwie war der Aufenthalt hier in Venedig magisch und es passte einfach alles.</p>
<p>Wir liefen eng nebeneinander durch die schmalen Gassen Venedigs, ohne Händchen zu halten. So marschierten wir unaufhaltsam einer Vertrautheit entgegen, deren Geschwindigkeit mich überraschte. Je näher wir uns kamen, desto mehr wollte ich sie aber auch vor mir schützen.</p>
<p>Trotz meines Kusses hatte ich nicht das Gefühl, als ob ich mit ihr zusammen wäre, sondern Teil einer Magie zu sein, die sich erst zu entfalten begann. Die anbrechende Dämmerung verlieh dem Abend einen besonderen Reiz. Ich wollte sie spüren, Anouks Wesen in ihrer Gänze erfassen und sie keinesfalls heute entweihen. Sie war mir zu kostbar.</p>
<p>Plötzlich tauchte sie aus einer Seitengasse auf, die Piazza San Marco. Ich war überwältigt und sog die Stimmung in mich auf. Urplötzlich spürte ich, wie die monegassische Traumfrau unschuldig nach meiner Hand griff. Sie wollte wohl auf Nummer Sicher gehen, damit sie mich nicht in den Menschenmassen verliert. Anouks Hand war warm und die junge Frau lief unglaublich zielstrebig Richtung &bdquo;La Fenice&ldquo;. Ihr Körper bewegte sich in ihrem reizenden Kleid auf eine erotische Art und Weise, wie ich sie noch nie erlabt habe. Als ob sich ihre femininen Rundungen in Zeitlupe bewegen würden. Sie hielt meine Hand spürbar, doch auch irgendwie flüchtig, sodass ich sie auch hätte entreissen können. Doch das wollte ich keineswegs. Ich verkeilte meine Finger fest in ihrer Hand und drückte zu. Anouk lief ein paar Schritte vor mir und drehte ihren Kopf kurz in meine Richtung zurück und schaute mich bestätigend und gerührt an.</p>
<p>Ich sah, wie wir uns zackig einem prunkvollen, aber dennoch unscheinbaren Gebäude näherten. Wir hatten unser Ziel wohl erreicht. Der Eingangsbereich wirkte mit dem leicht pinkfarbenen Marmor klar und aufgeräumt, doch die Kassen mit irgendwelchen sperrigen Bildschirmen irgendwie funktional. Anouk zückte ihr Täschchen und es kam eine alt wirkende Geldbörse zum Vorschein.</p>
<p>Ich nervte mich kurz, weil mich Anouk offenbar eingeladen hat, da ich zuvor das Abendessen berappt habe. Sie schnappte sich die beiden Karten, griff erneut nach meiner Hand und führte mich ruckartig zu einer Treppe. Ich war von ihrer schwungvollen Art positiv überwältigt, denn bei mir setzte langsam die Müdigkeit des Tages ein. Aber dass mich die wunderschöne Frau Händchen haltend durch die Oper schleifte, berührte meine Seele, so als ob wir durch Berührung verbunden sein wollten. Täuschte ich mich? Waren wir doch zusammen? Die Grenzen verwischten. Sie liess meine Hand nicht mehr los.</p>
<p>Nun betraten wir die heilige Stätte, den Hauptsaal. Dieser war unglaublich beeindruckend und zog uns in seinen Bann. Ob der Saal gross oder klein war, vermochte ich nicht zu entscheiden. Aber diese Wände haben unzählige Künstler beherbergt, epochale Geschichte geschrieben. Und jetzt war ich da, zusammen mit einer unbekannten Frau, der ich um alles in der Welt nahe sein wollte. Wir erblickten unsere Sitzreihe und kletterten fast über die bereits anwesenden Besucher. Als wir vor unseren Plätzen standen, blickten wir ein weiteres Mal im Raum umher, bis sich unsere Blicke trafen.</p>
<p>Das La Fenice erblasste angesichts der Schönheit dieser Frau. Ich schaute in ihre zauberhaften Augen, und erblickte dort das Türkis von durch Eisbergen verzierten Polargewässer. Ich konnte mich nicht entscheiden, ob sie auch ins blau drifteten oder einem hellen Grauton unterlagen. Jedoch gehörten sie in diesem Moment zum Schönsten, was ich je erblickt hatte. Wir nahmen zeitgleich platz und Anouk beugte sich langsam zu mir vor.</p>
<p>Ich wusste, was passiert. Wusste, dass ich wie in Zeitlupe meine Augen schliesse, um ihren Kuss mit all meinen Sinnen in Empfang zu nehmen. Ihr Duft erreichte mich zusammen mit ihrer Körperwärme noch vor ihren zarten Lippen, bevor mein Mund ihr hübsches Gesicht so sanft wie ein Puffer bremste. Ich küsste sie zurück und ihr Duft sowie die leicht bittere Note ihres Lippenstiftes machten mich wahnsinnig. Ich drückte ihr meinen Kopf noch fester entgegen und intensivierte den Kuss. Ihre Zunge suchte als Antwort auf mein Verlangen einen Weg in mich und benetzte zärtlich meine Lippen, die ich für Anouk öffnete, um ihr Einlass zu gewähren.</p>
<p>Am liebsten hätte ich nie wieder aufgehört, doch dieser Kuss fand viel zu schnell ein Ende. Sie lächelte mich wie von Magie betrunken an und ich schaute sie wohl wie ein Weltwunder an, das sich vor mir aus dem Nichts aufgebaut hatte. Wir beide atmeten schwer. Ich wollte ihr so viel sagen, brachte aber kein Wort aus mir. Sie kam wieder zur Besinnung und drehte ihren Oberkörper von mir Richtung Bühne fort, als ob sie diesen intimen Moment unterbinden müsste, um nicht komplett verrückt zu werden.</p>
<p>Mein Herz raste. Wie gerne hätte ich sie wieder geküsst, sie umarmt oder wäre wie ein Wolf über sie hergefallen. Aber ich war in der Oper und habe mir geschworen, jetzt nichtsdergleichen zu tun. Mein Herz raste selbst Minuten später wie wild, sogar mein Kehlkopf zuckte und mein Hals war trocken. Ich sehnte mich nach ihrem Speichel, der imstande wäre, meine Schleimhäute mit Feuchtigkeit zu benetzen. Doch das liess sich in diesem Moment nicht einfordern. Unsere Hände trafen sich ein weiteres Mal und verkeilten sich. Ich konnte spüren, wie ihrer Hand allmählich Wärme entwich und wie aus dem Nichts eine feuchte Kälte die Oberhand gewann.</p>
<p>Es wurde dunkel und die Scheinwerfer beleuchteten den Vorhang. Ich konnte nicht anders. Ich näherte mich ihr und Anouk streckte mir unschuldig ihr linkes Ohr entgegen.</p>
<p>&bdquo;Ich will bei dir sein. Nicht von deiner Seite weichen. Anouk &hellip;&ldquo;, sprach ich. Konnte die Worte meines Herzens nicht bis zum Ende offen aussprechen. Ich wollte nicht wie ein Idiot dastehen und ihr sagen, dass ich mich in sie verliebt habe. Ich wollte mir nicht diese Blösse geben, auch wenn alle Zeichen dafür sprachen und auf Gegenseitigkeit deuteten. All das hätte nach ihrem Namen folgen müssen. Als ob sie es doch verstanden hätte, richtete sie ihren Kopf auf mich aus und ihre Stirn berührte ganz sachte meine. Ich spürte ihren schweren Atem auf meiner Oberlippe und sie küsste mich wärmend und liebevoll. Eine Gänsehaut durchpflügte meinen Körper. Als ob sie mir mit diesem Kuss ihre Liebe gestanden hätte. Wir blickten nun Händchen haltend nach vorn, der Vorhang öffnete sich. Applaus. Die &bdquo;Sinfonia&ldquo; erklang.</p>
<p>Die Melodie begann sanft und fragil, bis sie plötzlich an Kraft gewann. Ich fühlte mich klein, unbedeutend und war von der Magie des Moments überwältigt. Genau so ging es mir mit meinen Gefühlen für Anouk. Sie schaute konzentriert auf die Bühne und beobachtete präzise die Bewegungen des Orchesters. Als ob sie jeden Musiker einzeln musterte. Sie hatte Anspruch im Blick, als ob sie sich nicht mit dem Erstbesten zufriedengeben würde.</p>
<p>Die Atmosphäre war für einen Banausen wie mich beeindruckend. Nachdem die Sinfonia zu einem Ende gekommen war, Applaus. Ein prüfender Blick zu Anouk verriet, dass dies wohl aussergewöhnlich war.</p>
<p>Ich machte mir nie etwas aus Opern oder einem Theater. Ironischerweise verpasste mir Magda einen Flug zuvor einen Crash-Kurs, was Opern anbelangte. Mit der Polin wirkte das Thema aber verkrampft, irgendwie forciert und nicht ganz nach meinem. Und jetzt fügte sich alles wie von selbst und Anouk war der Grund. Die Magie des Augenblicks schlug mit aller Kraft zu.</p>
<p>Ich fand das alles unglaublich beeindruckend und wollte nach der Vorstellung noch mit der schönen Frau aus Monaco einen Prosecco trinken. Doch plötzlich setzte bei mir wieder eine überrollende Erschöpfung ein. Manchmal kumuliert sich die Müdigkeit des Tages mitsamt der Zeitverschiebung mit dem fehlenden Schlaf der Vortage und Wochen. In solchen Momenten fällt es mir schwer, die Augen offenzuhalten und ich muss meist relativ schnell ins Bett.</p>
<p>Trotz all der schönen Eindrücke und der beeindruckenden Kulisse musste ich unglaublich kämpfen, dass mir die Augen nicht zufallen und Anouk sich für mich schämen muss. Als mein Kampf um geistige Präsenz in die letzte Runde zu gehen schien, sah ich auch Anouk kämpfen, die mädchenhaft, aber äusserst diskret gähnte und ihren Kopf sanft an meine Schulter legte. Die Dunkelheit machte uns zu schaffen.</p>
<p>Plötzlich weckte mich tosender Applaus. Auch Anouk hob mit einem überraschten Gesichtsausdruck ihren Kopf von meiner Schulter und schaute mich verschmitzt lächelnd an. Sie war wohl auch eingenickt, als uns unsere seitlich aneinander geschmiegten Körper ein wohliges Gefühl schenkten.</p>
<p>Doch mein müdes Zombiedasein war mit dem Powernap keineswegs getilgt. Ich hätte noch Stunden weiterschlafen können. Das zumindest signalisierte mein Körper. Doch mein Geist hielt ihn fortan wach und ich machte zusammen mit Anouk beim Klatschkonzert mit. Ihr Blick blieb auf der Bühne, während ich schüchtern zu ihr blickte. Das Licht ging an.</p>
<p>&bdquo;Und? Wie lautet dein Urteil?&ldquo;, wollte ich von der Monegassin wissen.</p>
<p>&bdquo;Gut und doch etwas unerwartet&ldquo;, hörte ich sie sagen. &bdquo;Ich bin schon davon ausgegangen, dass ich es bis zum Schluss aushalte&ldquo;, fuhr sie fort. Ich realisierte, dass mir wohl der Nacken aufgrund der vorherigen Kopfstellung etwas weh tat. Mit Kreisbewegungen wollte ich dem Schmerz entgegenwirken.</p>
<p>&bdquo;Holen wir das nächste Mal nach, oder?&ldquo;, sprach ich mit einer leicht übertriebenen Selbstverständlichkeit, die Anouk ein Lächeln aufs Gesicht zauberte. Nun standen auch unsere Sitznachbarn auf. Wir taten es ihnen gleich. Offenbar nutzten viele Gäste die Chance, sich mit anderen Besuchern bei einem Getränk auszutauschen. Doch Anouk und ich waren zu müde. Ich wollte ihr wenigstens die Möglichkeit bieten, doch sie lehnte mit einem zuckersüssen Lächeln und müden, aber glücklichen Augen ab.</p>
<p>&bdquo;Wir haben noch einen langen Heimweg vor uns&ldquo;, sprach die Brünette.</p>
<p>&bdquo;Ich weiss. Glaube, beim Shuttlebus ist unser Hotel die Endstation, oder?&ldquo;, wollte ich wissen.</p>
<p>&bdquo;Ich denke. Dann können wir etwas ins Traumland abdriften, wenn uns das Bussle in den Schlaf wippt&ldquo;, sagte sie gähnend mit der Hand vor dem Mund.</p>
<p>&bdquo;Wollen wir?&ldquo;, thematisierte ich den bevorstehenden Aufbruch.</p>
<p>&bdquo;Lass uns gehen&ldquo;, sprach Anouk und reichte mir die Hand. Ich freute mich, draussen die kalte Luft einzuatmen und auf meiner Haut zu spüren. Ihre Hand schenkte mir eine angenehme Wärme und kompensierte etwas die Müdigkeit und den langen Rückweg bis zum Bus.</p>
<p>Nachdem wir das La Fenice nach einer Weile hinter uns gelassen hatten, blickte ich ein letztes Mal flüchtig auf den beeindruckenden Markusdom, bevor wir den grossen Platz zugunsten einer weiteren schmalen Gasse verliessen. Ich war von den Eindrücken des Tages beflügelt und hatte wie aus dem Nichts das beschwingende Gefühl, mit meiner neuen Freundin unterwegs zu sein. Alles wirkte so surreal. Gestern noch war ich allein in der modernen Wüste und schleiche jetzt zusammen mit einem zauberhaften Wesen verspielten und märchenhaften Fassaden aus Gotik und Renaissance entlang. Sterne hingen wie ein Tuch mit schöpferischer Kraft über der Stadt. Die Magie des Augenblicks schien sich auch außerhalb des La Fenice zu entfalten.</p>
<p>Als ob es in einem Drehbuch stehen würde, stoppte mich Anouk etwas überraschend und küsste mich.</p>
<p>&bdquo;Schatz, tut mir leid. Es ist mir so peinlich, aber ich schaffe es nicht mehr zurück in unser Hotel. Möchte nur noch in ein Bett und schlafen. Gott, was denkst du jetzt bloss von einer Diva wie mir!?&ldquo;, sagte sie peinlich berührt. Obwohl es dunkel war, konnte ich wahrnehmen, wie sie errötete. Ihre Reaktion war rational betrachtet übertrieben, da es mir genau so ging, wie ihr. Der Shuttlebus war für mich aufgrund der Müdigkeit ebenso unerreichbar weit weg, wie der Andromeda-Nebel. Ich war gewillt zu improvisieren, die Aneinanderreihung von unvergesslichen Zufällen des heutigen Tages fortzuführen. Ich fragte mich, ob die Frau von Crew Control jemals hätte erahnen können, was für eine Freude sie mir mit dieser unvorhergesehenen Einsatzänderung beschert hatte.</p>
<p>&bdquo;Wir finden eine Lösung, Liebling&ldquo;, sprach ich, um ihr Hoffnung zu geben und ihre Reaktion auf einen Kosenamen zu testen. Sie akzeptierte ihn in diesem Moment. All meine Zärtlichkeit legte ich in den darauffolgenden Kuss, der meinen Körper elektrisierte. Wir begannen uns nach einer kurzen Pause wieder zu bewegen.</p>
<p>Keine drei Minuten später erblickte ich die Fassade eines netten Hotels. Der Eingang war geschlossen, sodass ich klingelte. Wir hörten hinter der Tür nach einer Weile einige Bewegungsmuster, die an Dynamik zulegten. So, als ob ein Senior an einem Fernsehabend von einem ungebetenen Besuch überrascht worden wäre.</p>
<p>Ein älterer weisshaariger Mann mit Bart öffnete die Tür. Er war überrascht, kaschierte dies aber mit einer einstudierten Freundlichkeit.</p>
<p>&bdquo;Guten Abend, Signore&ldquo;, begann er das Gespräch.</p>
<p>&bdquo;Guten Abend. Bitte entschuldigen Sie die Störung zu solch später Stunde&ldquo;, entschuldigte ich mich.</p>
<p>&bdquo;Ach, Sie stören keineswegs. Wie kann ich ihnen helfen?&ldquo;, sprach der Mann mit einer Aufrichtigkeit, die mich überraschte.</p>
<p>&bdquo;Meine Freundin und ich haben die Nabucco-Vorstellung angeschaut. Jetzt sind wir aber so müde, dass wir es nicht mehr bis zu unserem Hotel am Flughafen schaffen&ldquo;, sagte ich. Dem netten Mann entwich ein flüchtiges Grinsen. Ich wollte die Zweideutigkeit, die in diesem Moment in sein Gesicht geschrieben stand, augenblicklich unterbinden. &bdquo;Wir sind vom fliegenden Personal und einfach unglaublich müde&ldquo;, fuhr ich fort.</p>
<p>&bdquo;Alles klar. Leider ist unser System für das Check-in auch schon müde und bereits im Schönheitsschlaf. Wir müssen das Morgenvormittag nachholen&ldquo;, sagte er einfühlsam, packte aber gleich einen Preis aus, den man Wucher nennen könnte. Ich konnte den Betrag glücklicherweise noch zehn Prozent nach unten drücken. Der Mann griff nach einem Handschlag als Zeichen der Übereinkunft überraschend nach einem alten physischen Zimmerschlüssel und begab sich mit uns in Richtung Zimmer &bdquo;Numero ventidue&ldquo;. Wir verliessen die kleine Lobby, die lediglich zwei kleine Sofas mit einem Drinktischchen sowie ein kleines Café mit Blick auf die Gasse beherbergte.</p>
<p>Wir gelangten in einen wunderschönen und grosszügigen Innenhof, mit schwarzen Marmorböden und einem Lichthof, in dem sich jedes Stockwerk hinter Arkaden versteckte. Zudem zierten schöne Pflanzen, die einen Charakter von Zimmerpalmen aufwiesen, den Innenhof. Aber das schönste war ein alter Aufzug im Jugendstil, ummantelt von schwarzem Eisen. Noch bevor ich fragen konnte, ob dieses Juwel aus vergangenen Zeiten noch funktionsfähig ist, steuerte der Italiener darauf zu. Er schob die Gittertür zur Seite, gewährte uns Einlass und schloss sie wieder. Mit der Betätigung eines Hebels ratterte der Lift gemächlich in die Höhe. Anouk und ich waren begeistert und meinereinst fühlte sich wie ein kleiner Junge.</p>
<p>Das Zimmer liess uns wie der Lift im Charme des Jugendstils eintauchen. Es war der pure Kontrast zu den Hotelzimmern, in denen ich für gewöhnlich berufsbedingt übernachten muss. Das Zimmer war der krönende und einmalige Abschluss eines in vielerlei Hinsicht außergewöhnlichen Tages. Wir bedankten uns bei Signore Rampazzo für sein Entgegenkommen und das nette Zimmer &ndash; er verabschiedete sich.</p>
<p>&bdquo;So, da wären wir jetzt&ldquo;, sprach Anouk zu mir und blickte ein weiteres Mal musternd im Zimmer umher. Ihr Blick stoppte, als er mich erfasste und wurde irgendwie erwartungsvoll. Ihre müden Augen funkelten und schenkten mir in diesem Moment Geborgenheit und Dankbarkeit.</p>
<p>&bdquo;Ich hoffe, du bist zufrieden mit dem Hotel&ldquo;, wollte ich von ihr wissen. Sie wirkte selig. Ich hatte das Gefühl, als ob sich das Zimmer durch die Sonneneinstrahlung des Tages aufgeheizt hatte. Ich öffnete das verhältnismässig kleine Fenster, um zu lüften.</p>
<p>&bdquo;Es ist magisch&ldquo;, antwortete die Monegassin äusserst zufrieden wirkend. Sie bewegte sich langsam zu mir und umarmte mich zärtlich. &bdquo;Danke für all das hier&ldquo;, flüsterte sie in mein Ohr und küsste mich auf meine linke Backe.</p>
<p>Als ich sie umarmte, erfasste ich mit meinen Blicken das Queensize-Bett. Ich freute mich auf ihre Nähe, doch machten sich hinsichtlich unserer Schlafgelegenheit gemischte Gefühle breit. Ich konzentrierte mich darauf, meine Gedanken nun voll und ganz auf Anouk zu lenken. Sie war tief in meinen Armen versunken und da war es wieder, ihr bezauberndes Bäuchlein, das ich endlich wieder zu spüren bekam und mir viel über ihre Atmung verriet. Auch ihre Brüste schmiegten sich fest an mich. Es wirkte so, als ob unsere Atmung perfekt aufeinander abgestimmt war und wir gemeinsam eine entspannende Atemübung vollzogen.</p>
<p>Eine angenehme Wärme zusammen mit ihrem lieblichen Duft nahmen mich ein, gaben mir das Gefühl nach einer langen Reise angekommen zu sein. Ich fuhr mit meiner rechten Hand ganz achtsam in ihr Haar. Ich war sowohl aufgeregt als auch erregt und musste darauf achten, dass meine Finger nicht zu zittern begannen. Als Reaktion auf meine Bewegung, löste Anouk ihren Kopf sanft aus der Umarmung, sodass unsere Gesichter erneut Stirn an Stirn lagen und unsere Nasenspitzen sich berührten.</p>
<p>Wir blickten direkt in die Augen des Gegenübers. Es war Erotik pur, wie ich beinahe in ihre Seele blicken konnte und wie ihr warmer Atem langsam und rhythmisch die Nervenbahnen auf meiner Oberlippe durchpflügte. Ihre Pupillen weiteten sich und verdrängten ungehemmt einen grossen Teil ihrer Regenbogenhaut. Mein Instinkt wertete dies als Zeichen einer zügellosen Erregung, die wie ein brodelnder Topf jeden Moment auszulaufen drohte.</p>
<p>Das waren die Zeichen von Anouk, die ich spürte. Auch bei mir machten sich Signale bemerkbar. Ich atmete zusammen mit der zauberhaften Frau flacher, ein Schweissfilm machte sich beim Haaransatz auf meiner Stirn bemerkbar und mein Glied sendete, wie von einem kaum spürbaren elektrischen Impuls getroffen, Signale durch meinen Körper. Ich musste was tun, bevor die Situation ausser Kontrolle gerät, den Deckel zur Seite legen oder die Temperatur senken. Ich werde sie nicht entweihen, nicht heute.</p>
<p>&bdquo;Wir sollten langsam ins Bett, damit wir morgen fit sind&ldquo;, verliess leise und zärtlich meine Lippen und Anouk nickte mit zusammengekniffenen Lippen bestätigend. Als sie von mir abliess, fuhr ihre flache Hand meiner Brustpartie entlang. Mein Mädchen ging ins Badezimmer und liess die Tür offen. Ich folgte ihr.</p>
<p>&bdquo;Und, haben sie ein Zahnputzset für uns?&ldquo;, wollte ich von meiner Begleitung wissen.</p>
<p>&bdquo;Leider nur eines&ldquo;, entgegnete Anouk verlegen, als ob sie es gewesen wäre, die das zu verantworten hätte.</p>
<p>&bdquo;Unser Abenteuer geht weiter&ldquo;, scherzte ich und hüpfte mit meinen Augenbrauen.</p>
<p>&bdquo;Ist es nur ein Abenteuer, das du möchtest?&ldquo;, wollte Anouk von mir zweideutig in Erfahrung bringen.</p>
<p>&bdquo;Nein. Der ganze Tag war ein Abenteuer. Das ist das, was mir heute zugeflogen ist. Du hingegen bist wie ein Schatz, den ich gefunden habe und jetzt nie wieder hergeben möchte. Du bist kein bloßes Abenteuer für mich&ldquo;, schüttete ich beinahe mein Herz aus.</p>
<p>Anouk schaute mich gerührt an und küsste mich zärtlich. &bdquo;Warte noch mit deinem Urteil, bis du mich ungeschminkt gesehen hast&ldquo;, entgegnete sie scherzhaft mit einem breiten Grinsen und gähnte daraufhin lieblich in ihre Handfläche. &bdquo;Dürfte ich noch kurz für kleine Mädchen?&ldquo;, wollte sie von mir wissen, um die Toilette für sich allein zu beanspruchen. Ich gewährte ihr den Freiraum und begann unser Bett zu richten.</p>
<p>Ich hörte, wie plötzlich Wasser aus dem Hahn strömte und sich kurz darauf akustisch kaum vernehmbar Anouks Urinstrahl dazumischte. Ihre damit verbundenen Umtriebe waren irgendwie erfrischend süss und zauberten ein Lächeln auf mein Gesicht. Nach der Spülung hörte ich sie wenig später die Zähne putzen. Ich liess sie noch kurz allein und blickte im Zimmer umher und tauchte gedanklich in die Zeiten von Belle Epoque und Jugendstil ein und fragte mich, was diese vier Wände schon alles erlebt hatten. Mir gefiel besonders die warme Beleuchtung des Zimmers, die mich mit einem glückseligen Gefühl beseelte. Ich fühlte mich so, als ob ich in einer heilen Welt angekommen bin, für die ich Anouk dankbar bin. Ohne sie wäre ich niemals hier gewesen. Sollte ich irgendwann nochmals in diese traumhafte Stadt kommen, möchte ich genau hier wieder absteigen.</p>
<p>Plötzlich öffnete sich die Tür und Anouk stand im Türrahmen, ihr Blick auf mich gerichtet. Ein Träger ihres Kleides lag schon auf ihrem äusseren Oberarm auf halbmast. Den anderen Träger sah ich just in diesem Moment von ihrer rechten Schulter nach unten rutschen. Ihr Kleid, das mich schon den ganzen Tag lang fasziniert hatte, glitt mithilfe der Schwerkraft Richtung Süden. Ihr marginaler Bauchansatz, der im Kleid grösser als in Wirklichkeit erschien, verlangsamte den Fall etwas. Doch viel zu schnell stand die bezaubernd schöne Frau entblösst vor mir. Die letzte Scham wurde durch ein schwarzes Höschen bewahrt, das ihrem Becken eine wunderschöne Kontur schenkte.</p>
<p>Sie war bezaubernd, ihr Busen gross und wirkte an ihrem Körper überraschend leicht. Anouks Brustwarzen waren kreisrund, als ob sie mit einem Zirkel abgesteckt worden wären. Alles an ihrem Körper wirkte wie von Gotteshand erschaffen, nichts, das der Feder des Zufalls entsprungen war. Er war perfekt komponiert, eine Symphonie für die Sinne, der nicht einmal Nabucco ansatzweise das Wasser reichen konnte.</p>
<p>Ich stand wie bestellt und nicht abgeholt im Raum und blickte auf diese zauberhafte Frau. Und trotzdem taten sich unter mir Himmel und Hölle auf. Dieses engelsgleiche und unschuldige Wesen ist mit mir zusammen, steht halb nackt und verwundbar vor mir und ich war in Sorge, dass wir mit dem drohenden Akt die Höllenhunde unwiderruflich entfesseln.</p>
<p>Wie könnte ich mich diesem Unterfangen entreissen, sie dieses eine Mal mit Anstand und Würde zurückweisen? Ich entschied mich, auf sie zuzugehen. Voller Dankbarkeit lächelte ich sie an, näherte mich ihr und nahm Anouk in meine Arme. Ich küsste vorsichtig ihre linke Schulter, gefolgt von ihrer Backe, bis sich unsere Lippen zu einem zärtlichen und doch flüchtigen Kuss vereinten. Ich genoss es, ihre nackte Haut an meinen Händen und Fingern zu spüren.</p>
<p>&bdquo;Schatz, du bist mit Abstand die schönste Frau, die ich in meinem Leben erblickt habe. Ich kann gerade keinen klaren Gedanken mehr fassen. Ich &hellip;&ldquo;</p>
<p>Anouk küsste mich leidenschaftlich und als sich ihre Lippen nicht einmal einen halben Millimeter von den meinigen lösten, flüsterte sie ein sündhaftes und zugleich zärtliches &bdquo;Nimm mich&ldquo;. Ich konnte an meinen Lippen spüren, wie sie jedes Wort formte und ihr warmer Atem an meinem Mund meinen Widerstand allmählich zu brechen vermochte. Anouk wurde in diesem Augenblick in meinem Geiste zu all dem, wonach ich mich klammheimlich sehnte: Freund, Kurtisane, Ehefrau und vielleicht sogar die Mutter meiner Kinder. Sie war perfekt.</p>
<p>&bdquo;Ich kann nicht&ldquo;, flüsterte ich verzweifelt zurück.</p>
<p>Nach einem weiteren, flüchtigen Kuss hauchte mir Anouk ein &bdquo;Okay&ldquo; zu, das sowohl Ausdruck von Verständnis als auch einer gewissen Enttäuschung war. Sie schob sich etwas zurück, um verdutzt in mein Gesicht zu blicken. &bdquo;Hab&rsquo; ich was falsch gemacht?&ldquo;, wollte sie wissen. Ich streichelte ihr über ihr schönes Gesicht und lächelte sie an.</p>
<p>&bdquo;Nein, im Gegenteil. Du hast alles richtig gemacht. Im Gegensatz zu mir. Ich schäme mich für mich&ldquo;, entgegnete ich.</p>
<p>&bdquo;Das mit der Hose heute muss dir wirklich nicht peinl&nbsp;&hellip;&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Es geht nicht um die Hose. Also nur indirekt. Oh Gott. Ich will ganz ehrlich zu dir sein. Vielleicht ist das eine Art Feuertaufe für unsere Beziehung&ldquo;, begann ich zu schwafeln und bekam ein weiteres verdutztes &bdquo;Okay&ldquo; von ihr zu hören.</p>
<p>&bdquo;Egal was es ist. So schlimm kann es doch nicht sein. Du hast mir doch nichts getan. Im Gegenteil. Du beflügelst mich gerade ungemein&ldquo;, redete Anouk auf mich ein.</p>
<p>&bdquo;Anouk, seit ich ihn Dubai bin, hab ich, was Frauen anbelangt, in kürzester Zeit unglaublich viel falsch gemacht&ldquo;, begann ich meine Ausführungen.</p>
<p>&bdquo;Hast du jemanden betrogen?&ldquo;, fragte sie intuitiv.</p>
<p>&bdquo;Schau. Als ich in Deutschland war, hatte ich lediglich drei Frauen, mit denen ich zusammen war. Und auf meinem letzten Flug bei der alten Airline habe ich eine Kollegin kennengelernt und mich in sie verknallt &hellip;&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Bist du mit ihr zusammen?&ldquo;, fragte die Monegassin trotz ihrer Müdigkeit irgendwie hellwach und etwas irritiert.</p>
<p>&bdquo;Nein, nein, nein!&ldquo;, sagte ich beruhigend und griff nach ihrer Hand. Wir setzten uns aufs Bett. Anouk wirkte erleichtert.</p>
<p>&bdquo;Als ich in Deutschland gelebt habe, verlief, was Frauen anbelangt, alles in ruhigen Bahnen. Ich war voll der Beziehungstyp. Bis ich nach Dubai kam. Seit ich hier bin, habe ich mit vielen Frauen geschlafen. Es ging schon im Flieger los, als ich ausgewandert bin. Da sass eine unglaublich nette Frau neben mir. Wir kamen uns näher und sie war dabei, als ich meine Wohnung übernommen habe und noch am selben Abend sind wir übereinander hergefallen. Und jetzt, liebe Anouk, brace for Impact! Nach ein paar anderen Abenteuern habe ich sie zufällig wieder getroffen und es ist nochmals passiert, aus dem Nichts sozusagen. Nicht als Beziehung, sondern wahrscheinlich so eine Art &sbquo;Friends with Benefits&lsquo;. Das war gestern&ldquo;, fuhr ich fort, ohne zu sagen, dass ich von Stacy sprach. Das hätte die Sache unglaublich verkompliziert. Was, wenn die Runde machen würde, dass ein Copilot mit seiner Kommandantin schlafen würde? Anouk hätte bestimmt sofort verstanden, dass es wegen der Hose hätte im Flieger passiert sein müssen. Darum blieb ich kryptisch.</p>
<p>Ein ungläubiges &bdquo;Wow&ldquo; entfuhr der Frau vis-à-vis. Das war dicke Post und ich sah ihr an, dass meine Aussage unglaublich viele Denkprozesse in ihr ausgelöst hat.</p>
<p>&bdquo;Und da bist jetzt du. Auf einen Schlag lichtet sich der Sturm und meine Sonne scheint wieder. Ich sehe auf einmal wieder glasklar und will mit dir zusammen sein. Dich lieben und zusammen durch dick und dünn gehen. Ich möchte dich nach all den Frauengeschichten der letzten Monate heute nicht einfach so entweihen. Es fühlt sich dir gegenüber nicht fair und richtig an, wenn ich jetzt mit dir schlafen würde. Ich möchte auf einen ganz besonderen Moment warten. Ich meine, jeder Moment mit dir war bis jetzt was Besonderes. Aber ich glaube, du weisst, was ich meine&ldquo;, sagte ich und griff nach der anderen Hand. Anouk nickte verlegen und ihr Gesicht signalisierte, dass es noch einige Fragen zu klären gab.</p>
<p>&bdquo;Wie viele Frauen waren es so ungefähr?&ldquo;, wollte sie schüchtern wirkend von mir wissen. Ich löste eine Hand und erhob jeweils einen Finger pro Frau. Ich zählte in meinem Geiste chronologisch auf. Da waren Sonja, Stacy, Zsa Zsa, die Russin, Charlotte und Olivia. Als ich für die Tochter des Kapitäns noch meine zweite Hand entreissen musste, um auf die Zahl sechs zu kommen, realisierte ich, wie unangenehm es für Anouk gerade sein musste. Ich schämte mich und fühlte mich wie ein Macho.</p>
<p>&bdquo;Wie lange bist du denn schon in Dubai?&ldquo;, erklang ihre nächste Frage.</p>
<p>&bdquo;Seit bald fünf Monaten&ldquo;, wusste ich nur zu entgegnen. Ich wollte ehrlich sein. Während sich Anouk körperlich entblößt hatte, machte ich gerade einen Seelenstriptease. Wir waren im übertragenen Sinn beide nackt.</p>
<p>&bdquo;Was soll ich sagen. Da lief wohl einiges. Aber eine Frage hab ich. Wenn wir heute Abend sagen, dass es einen Schnitt gibt und du mit mir ein neues Leben anfangen möchtest&nbsp;&hellip; kannst du mir überhaupt treu sein? Ich meine, reiche ich dir? Bitte sei ehrlich&ldquo;, forderte Anouk Klarheit ein.</p>
<p>&bdquo;Ja. Ich werde dir treu sein. Wenn du mir die Chance gibst. Ich will dich nicht enttäuschen. Es fühlt sich für mich wirklich falsch an, heute mit dir zu schlafen, wenn ich gestern noch mit einer anderen Frau &hellip; du bist mir zu kostbar, Anouk. Aber ich verstehe, wenn ich verstörend auf dich wirke. Ich schäme mich für das, was die letzten Monate war&ldquo;, erklärte ich.</p>
<p>&bdquo;Du musst dich nicht schämen. Im Gegenteil. Ich schätze es, dass du das alles vor unserem ersten Mal erzählt hast und nicht erst danach. Ich glaube, das hätten einige Typen so gespielt. Das hat jetzt bestimmt viel Mut erfordert. Und Ehrlichkeit ist mir in einer Beziehung ungeheuer wichtig und ich habe das Gefühl, dass du das bist&ldquo;, gab mir Anouk ihre Einschätzung zu meiner Person kund.</p>
<p>Ich fühlte mich erleichtert und dankbar. Plötzlich nahm ich Anouk wieder visuell wahr. Wie sie als Frau noch immer nackt vor mir sass. Es fühlte sich so vertraut an, keineswegs irritierend oder unnatürlich. Während ich ihr mein Herz ausgeschüttet hatte, sah ich nur ihre Person, ihr Wesen oder vielleicht auch ihre Seele. Es ist schwer, das in Worte zu fassen. Vielleicht erfasste ich sie in ihrer Gänze. Doch in diesem Moment verschob sich meine Aufmerksamkeit wieder allmählich von ihrem Geiste zu ihrem Äusseren.</p>
<p>&bdquo;Ich sollte noch meine Zähne putzen&ldquo;, ging mir über die Lippen. Ich musste mich nochmals abkühlen, bevor mein Körper wegen der halb nackten Schönheit auf dem Bett in Wallung gerät.</p>
<p>&bdquo;Ich habe die Zahnbürste mit heissem Wasser ausgewaschen, falls du sie noch nehmen möchtest&ldquo;, erzählte mir Anouk unglaublich liebevoll. Ich lächelte sie an, nahm ihren Kopf ganz sanft in meine Hände und küsste sie zärtlich.</p>
<p>&bdquo;Danke. Danke für alles und dein Vertrauen. Ich werde dich nicht enttäuschen&ldquo;, sagte ich, nachdem ich meine Augen nach dem Kuss wieder geöffnet und ihr hübsches Gesicht erblickt hatte. Ich ging ins Badezimmer, hängte mein Hemd auf und legte meine Hose gefaltet über die Badewanne. Voller Ehrfurcht griff ich zur Zahnbürste, die Anouk vorhin benutzt hatte. Es war das erste Mal, dass ich einen so intimen Gegenstand mit jemandem geteilt habe. Ich fand es rührend, dass sie sie in weiser Voraussicht für mich ausgewaschen hatte und es erregte mich sehr, nun mit ihr meine Zähne zu putzen.</p>
<p>Ich spülte meinen Mund aus und setzte mich aufs Klo, um Wasser zu lassen. Plötzlich realisierte ich, dass ich nicht wie Anouk am Spülbecken das Wasser hatte laufen lassen und fragte mich, ob diese unglaublich faszinierende Frau jetzt am Schmunzeln war oder sie ihre Augen aufgrund meiner vielleicht niveaulosen Aktion verdreht hat. Nachdem ich meine Hände gewaschen hatte, machte ich mich voller Spannung auf den Weg ins Zimmer. Ich sah, dass die Brünette bereits mehrheitlich unter der Decke verschwunden war und mich spitzbübisch angrinste.</p>
<p>&bdquo;Wieder ohne Hose? Ist wohl dein Markenzeichen&ldquo;, neckte mich Anouk. Ich beschleunigte meine Schritte und ging zu ihr unter die Decke.</p>
<p>&bdquo;Oui, sans pantalon!&ldquo;, sprach ich mit meinem Schulfranzösisch.</p>
<p>&bdquo;Ich bin übrigens schwer beeindruckt, dass du dich auf dem Klo hinsetzt. Mein Ex hat aus Überzeugung nur im Stehen gepinkelt&ldquo;, fuhr Anouk mit aufrichtiger Begeisterung fort.</p>
<p>&bdquo;Schön, dass es mir doch noch gelungen ist, dich zu beeindrucken. Ist alles gut zwischen uns?&ldquo;, wollte ich noch einmal bestätigt haben.</p>
<p>&bdquo;Ja&ldquo;, hauchte die Monegassin liebevoll. &bdquo;Alles gut&ldquo;, sprach sie. Ich drehte mich zu ihr und blickte in ihr Gesicht.</p>
<p>&bdquo;Ich bin unglaublich dankbar, dass ich dich heute kennenlernen durfte&ldquo;, ging über meine Lippen. Anouk gähnte ungehemmt. Noch bevor sie damit fertig war, schoss ihr eine Röte ins Gesicht.</p>
<p>&bdquo;Tut mir so leid. Ich konnte es nicht mehr zurückhalten&ldquo;, rechtfertigte sich Anouk. Ich fand sie zuckersüss. &bdquo;Ich hatte ein Kribbeln an meinen Fingerspitzen, als du mir heute beim Briefing zur Begrüssung die Hand geschüttelt hast. Ich wusste, dass wir uns näherkommen werden. Und als du heute mit mir in die Oper mitkommen wolltest, wusste ich, dass etwas Schönes entstehen kann&ldquo;, sprach Anouk.</p>
<p>&bdquo;Wusstest du, dass es ein grosser Zufall war, dass ich heute überhaupt nach Venedig geflogen bin? Gestern hat mich Crew Control angerufen und mich über die Einsatzänderung informiert&ldquo;, sagte ich und musste nach dem Abschluss des Satzes ebenso gähnen wie Anouk zuvor.</p>
<p>&bdquo;Gähnen ist ansteckend&ldquo;, sagte sie mit einem weiteren Gähnen begleitet. Sie umarmte mich über die Schulter und meinem Becken und kuschelte sich vorsichtig an mich heran. &bdquo;Wahnsinn. Überleg mal, wenn es anders gekommen wäre. Ich bin gerade unglaublich glücklich und unendlich müde&ldquo;, sprach Anouk mit einem spitzbübischen Lächeln.</p>
<p>&bdquo;Geht mir genau gleich. Lustig, ich dachte, dass ich in dir ein Kribbeln ausgelöst habe, als du im Flieger meine Beine gesehen hast&ldquo;, neckte ich sie. Sie lachte herzhaft.</p>
<p>&bdquo;In dem Moment habe ich mich bestätigt gefühlt, dass dein Genpool nicht ganz so schlecht sein könnte. Vielleicht etwas tollpatschig, aber doch äusserst sympathisch&ldquo;, ergänzte sie charmant.</p>
<p>&bdquo;Wow, du machst dir Gedanken über meinen Genpool, wirklich?&ldquo;, fragte ich verdutzt, aber auch höllisch geschmeichelt. Anouk wusste vor Verlegenheit garnicht, wohin sie schauen soll, oder welche Antwort sie aus der Ecke treiben könnte. Ich musste ihr helfen.</p>
<p>Mein linker Arm mauserte sich unter ihrem Rumpf entlang, bis meine Handinnenfläche ihre Hüfte zu spüren bekam. Sie verweilte an jenem Ort. Ich genoss ihre Rundung.</p>
<p>&bdquo;Was für Musik hörst du eigentlich?&ldquo;, wollte ich von ihr wissen und hoffte, dass sie nicht wie Magda nur Opern hört.</p>
<p>&bdquo;Meine Güte! Ich wollte dich in diesem Augenblick genau das Gleiche fragen&ldquo;, sagte Anouk erstaunt. &bdquo;Momentan höre ich gerade &sbquo;Friend of the Devil&lsquo; rauf und runter&ldquo;, fuhr sie fort. Ich war begeistert.</p>
<p>&bdquo;Counting Crows sind auch eine unglaublich gute Band&ldquo;, entgegnete ich fast euphorisch.</p>
<p>&bdquo;Ich liebe die Version von Grateful Dead. Die ist viel besser. Besonders die Live-Aufnahme Winterland Ballroom von 1970&ldquo;, entgegnete sie keck.</p>
<p>&bdquo;Was habe ich mir jetzt da eingebrockt&ldquo;, sagte ich neckisch und bekam ein energisches &bdquo;Wie bitte!?&ldquo; von Anouk um die Ohren gehauen. Sie fand den Spruch wohl ganz lustig.</p>
<p>Ich nahm all meine Kräfte zusammen und als ich ihr erwartungsvolles Gesicht sah, ging es mit mir durch. Ich begann sie zu kitzeln. Sie stiess das schönste Glucksen aus, das ich je gehört habe und in ein herzhaftes Lachen überging. Sie wirkte überrascht und gleichermassen begeistert und zögerte keine Sekunde, um auf den Quatsch einzugehen. Wir kitzelten, wanden unsere Körper, winselten um Gnade und lachten, was das Zeug hält.</p>
<p>&bdquo;Halt, halt! Warte schnell&ldquo;, stiess Anouk etwas erschöpft aus, als sie vergnügt leicht seitlich unter mir lag. Ich dachte, ich hätte was falsch gemacht und liess sofort von ihr ab. Sie stiess einen Atem der Erleichterung aus, ging im Bett auf die Knie und schmiss sich kurz darauf mit Karacho auf mich. Sie wollte offenbar nur in eine vorteilhafte Position wechseln. Ich liess die süsse Tortur über mich ergehen. Sie lag auf mir und verlagerte ihren Schwerpunkt so, dass ihr Schoss auf meiner Leiste lag. Anouk hielt meine Hände fest und schaute runter zu meinem Gesicht und atmete schwer. Sie war bezaubernd. Da sie nach vorn gelehnt war, hingen ihre zauberhaften Brüste mir entgegen und waren selbst dann in ihrer Formgebung bezaubernd schön, elektrisierend. Es erregte mich, ihre Schamlippen, die nur durch zwei dünne Schichten Stoff getrennt waren, auf meinem Glied zu spüren.</p>
<p>&bdquo;Küss mich&ldquo;, hauchte ich betrunken vor Lust.</p>
<p>&bdquo;Wehe dir, wenn du das für eine Kitzelattacke missbrauchst&ldquo;, entgegnete Anouk und löste ihre Finger und damit die Umklammerung meiner Hände. Als Nächstes spürte ich ihre Fingerspitzen liebevoll und ganz langsam meinem Gesicht entlang schlendern, als ob sie jeden Millimeter, den sie liebt, mit einer Berührung liebkosen möchte. Die Wirkung auf meinen Körper war so gross, wie bei einer Ganzkörpermassage, es war Wellness und Seelenbalsam zugleich. Ihr warmer Atem an meinen Lippen sowie das sich ausdehnende Bäuchlein Anouks waren die Vorboten eines wunderschönen Kusses, der ihnen folgte.</p>
<p>Als sie sich von meinen Lippen löste, blieben wir mit einem Speichelfilm verbunden, als ob Kapillarkräfte uns zusammenhalten würden. Ich drückte mein Gesicht ihrem entgegen, wollte nicht, dass sie sich von mir löst und verstärkte den vorherigen Kuss. Ich vollzog eine Drehung und lag auf Anouk, die mich mit ihren Beinen spontan umklammerte. Die Kraft im Universum, die uns an jenem Abend nicht hat miteinander schlafen lassen, war dünner als die Haut eines Präservativs, kleiner als die kleinsten Gefässe eines Körpers. Doch sie hielt stand.</p>
<p>Als sie so unter mir lag, baute sich mein Penis, der direkt auf der Höhe ihrer Vulva lag, dummerweise zu seiner ganzen Grösse auf. Ihr entglitt ein zufriedenes Grinsen.</p>
<p>&bdquo;Schön, dass ich dir gefalle&ldquo;, hielt sie schmunzelnd fest.</p>
<p>&bdquo;Das ist eine Untertreibung. Du bist wunderschön&ldquo;, liess ich sie wissen. Wir lösten uns voneinander und lagen Händchen haltend nebeneinander. Wir waren unglaublich müde.</p>
<p>Anouk rutschte nach einer gewissen Zeit wieder näher an mich, sodass ich ihren weichen Busen an meinem Körper fühlen konnte. Er war so weich wie Seide und ihre Nippel hart wie Stahl. Sie legte ihr linkes Bein über mich, sodass ihr Schritt auf meinen Oberschenkel lag. Trotz ihrem Höschen spürte ich dort einen klebrig nassen Film auf meiner Haut. Ich begann meinen Oberschenkel kaum spürbar an ihrer Grotte zu reiben. Ihre Hose rutschte mit jeder Bewegung mit. Anouk begann zu seufzen. Wir küssten uns intensiver.</p>
<p>&bdquo;Schatz, tut mir leid. Ich muss morgen nochmals den ganzen Tag in diesem Slip durch die Stadt laufen. Stört es dich, wenn ich kurz aufstehe und mein Höschen auswasche und mich untenrum frisch mache?&ldquo;, schien Anouk nun die Notbremse zu ziehen.</p>
<p>&bdquo;Wow, dann bist du ja ohne Höschen. Ich scheine einen guten Einfluss auf dich zu haben&ldquo;, scherzte ich. Anouk lächelte verlegen und stahl sich von mir weg. Ich hörte, wie sie im Bad auf dem Bidet wohl ihren Intimbereich zu säubern begann. Für mich war das eine Tortur, die reinste Folter. Nur schon der Gedanke, wie ihre Hand durch ihre &hellip; egal. Ich lenkte mich ab. Versuchte noch einmal durch die Dunkelheit des Zimmers das Muster der Vorhänge zu erkennen oder mich zu entscheiden, ob die Matratze bequem oder nur mittelmässig war. Aus dem Bad vernahm ich unmissverständlich, wie Anouk unterdessen mit Seife ihr Höschen reinigte und später unter das fliessende Wasser hielt. Kurz darauf erblickte ich die Frau aus Monaco, wie sie aus dem Bad schlenderte und dort das Licht ausknipste. Während dieser kurzen Sequenz habe ich gesehen, dass sie ganz nackt war und ihr Schamhaar zu einer filigranen Landebahn gestutzt war. Sie bewegte sich graziös zu mir ins Bett, kuschelte sich in die Bettdecke und richtete ein liebevolles &bdquo;Gute Nacht&ldquo; in meine Richtung.</p>
<p>Ich gab ihr wohl den letzten Kuss des Tages und hauchte Anouk ein zartes &bdquo;Schlaf gut und träum süss&ldquo; zu. Es wurde still. Es war erstaunlich ruhig, abgesehen von einer Uhr, deren lauter Sekundenzeiger erst jetzt meine Aufmerksamkeit erfuhr. Ich musste an Anouk denken. Wie unglaublich vertraut sie war und wie sie mich doch zugleich erregt. Es war wie ein Wechselbad der Gefühle. Und ich dankte dem Herrn, dass er mir die Kraft gab, nicht schwach zu werden, auch wenn er mich in Versuchung geführt hat. Ich schaute noch einmal prüfend in Anouks Gesicht und sah, dass sie friedvoll ins Reich der Träume entglitten war. Trotz immenser Müdigkeit hörte ich noch rund zwanzig Minuten die Uhr ticken, bis ich der frankophonen Schönheit ins Traumland folgte.</p>
<p>Irgendwann in der Nacht machte sich meine Blase bemerkbar und ich schlich mich ins Bad, um eine Pinkelpause einzulegen. Auf dem Rückweg ins Bettchen zauberte der Mond eine Magie ins Zimmer. Er leuchte es durch die Spalten des Vorhangs wunderschön aus. Und das Licht schmeichelte Anouks Körper. Ihre langen Beine lagen aufgedeckt auf dem Bett und zogen sich beinahe unendlich bis zu ihrer Hüfte. Ihr Oberkörper war zugedeckt. Als ich meinen Standort mit zwei leisen Schritten verschob, sah ich ihre Spalte, auf der ein zarter Feuchtigkeitsfilm schimmerte. Ich war so unglaublich fasziniert von ihr, dass ich mich bückte und mein Gesicht sich ihrer Grotte näherte. Noch bevor ich die leicht trübe Flüssigkeit erblickte, erreichte mich ihr zarter Intimduft. Er begeisterte mich und gab Anouk eine ganz eigene Note, die ich noch von keiner Frau zuvor kannte. Mein Pullerman fiel dem Bildnis sowie dem zauberhaften Duft zum Opfer und richtete sich ungehemmt auf. Ich bewegte mich leise, aber doch hastig zu meiner Bettseite und kuschelte mich in die Bettdecke, die ich mit Anouk teilte. Selbstverständlich deckte ich sie gänzlich zu. Ich kühlte meine Sinne ab und dachte viel an die Frau neben mir und wie unsere unmittelbare Zukunft nach der Rückkehr nach Dubai ausschauen könnte.</p>
<p>Am nächsten Morgen vernahm ich als Erstes das Treiben in den Gassen Venedigs. Und mit dem Öffnen meiner Augen zwängte sich das Sonnenlicht durch die üppigen Spalten der schweren Vorhänge. Als ich mich vorsichtig nach links zu Anouk drehte, sah ich, wie die Monegassin auf ihrem Bauch lag, ihre Ellbogen auf der Matratze ruhten und ihr Kopf entspannt auf ihren angewinkelten Armen lag. Sie schaute mich an, tat dies vielleicht schon seit einigen Minuten oder noch länger. Ich lächelte sie zufrieden an, was Anouk noch breiter lächeln liess. Ihre Lippen waren so unglaublich süss und verlockend und ihre weissen perlenartigen Zähne liessen meine Seele dahinschmelzen. Für einen flüchtigen Blick in ihre Augen, mit den wundervoll geschwungenen Augenbrauen, wäre ich bereit Mord zu begehen.</p>
<p>&bdquo;Hey&ldquo;, sprach ich glücklich und noch etwas verschlafen.</p>
<p>&bdquo;Hey&ldquo;, sagte sie noch viel zärtlicher und unglaublich liebevoll. Mit einer ruckartigen Bewegung näherte ich mich ihr und gab ihr einen flüchtigen Kuss. Anouk presste danach ihre Lippen zusammen, als ob sie den Kuss dadurch noch länger hätte geniessen können und lächelte mich verlegen an.</p>
<p>&bdquo;Hast du tief geschlafen?&ldquo;, wollte ich aufrichtig interessiert wissen.</p>
<p>&bdquo;Ja, ich habe ganz verrückte Sachen geträumt&ldquo;, sagte die bezaubernde Frau überraschend offen und lief rot an.</p>
<p>&bdquo;Verrückte Sachen?&ldquo;, hakte ich nach.</p>
<p>&bdquo;Ähm, &hellip; wir kennen uns noch kaum&ldquo;, wich Anouk verlegen aus.</p>
<p>&bdquo;Du liegst nackt neben mir&ldquo;, fuhr ich fort, um ihr zu signalisieren, dass wir für ein erstes Date schon ziemlich offenherzig waren.</p>
<p>&bdquo;Ich will dich nicht vergraulen. Es war nur ein Traum &hellip; ich kann nichts dafür&ldquo;, sprach sie beschämt weiter. Ich war nun unglaublich neugierig.</p>
<p>&bdquo;Alles gut. Sag schon, wofür kannst du nichts? Ich halte es kaum aus&ldquo;, bohrte ich nach und dachte, dass sie vielleicht einen feuchten Traum hatte.</p>
<p>&bdquo;Also gut. Ich habe geträumt, dass ich schwanger bin. So, jetzt ist es raus. Zufrieden?&ldquo;, liess Anouk unverblümt wissen. Irgendwie löste diese Aussage etwas in mir aus. Es war überraschend stimmig. Überraschend real. Anouk war die perfekte Mutter. Gewissenhaft, fürsorglich, grundsolide, keck und bezaubernd schön. Ich glaube, ich vergass komplett einen Kommentar abzugeben und lächelte sie wie verzaubert an. Ich glaube, sie wusste, dass sie mich damit nicht vergrault hatte. Wir umarmten uns liebevoll und unsere Beine verkeilten sich, während sich unsere Füsse streichelten. Wir blickten beide zu ihnen hinunter.</p>
<p>Irgendwie musste ich dabei an eine Aussage meiner Grossmutter denken. Wenn der zweite Zeh über den grossen Zeh herausragt, wertete meine Oma dies als Zeichen, dass der entsprechende Ehepartner länger lebt, als wenn der grosse Zeh der dominante ist. Irgendwie machte sich Enttäuschung breit, dass wenn ich dieser Logik folgen würde, Anouk mich vor mir verlassen würde. Stillschweigend ärgerte ich mich über diesen voll bescheuerten Gedankengang meinerseits. Warum muss ich &hellip; ich meine &hellip; ich kenne diese Frau doch erst seit gestern und schon bewegt mich der Gedanke, dass ich eines Tages ohne sie leben muss. Scheisse, bin ich blöd.</p>
<p>&bdquo;Alles okay?&ldquo;, fragte mich Anouk, als ob sie meinen inneren Disput greifen könnte.</p>
<p>&bdquo;Ja, es könnte nicht besser sein&ldquo;, antwortete ich und lächelte sie an. &bdquo;Ich musste gerade daran denken, wie es wäre, ohne dich zu sein. Furchtbar&ldquo;, erklärte ich, ohne auf Details einzugehen.</p>
<p>&bdquo;Wir sind uns doch gerade unglaublich nah, oder nicht?&ldquo;, fragte Anouk etwas erstaunt über meine Aussage.</p>
<p>&bdquo;Doch, ja. Und das ist gut so. Und was deinen Traum anbelangt. Nichts spricht dagegen, dass wir vielleicht eines Tages &hellip;&ldquo;, sprach ich und wurde durch einen unglaublich zärtlichen, weichen und warmen Kuss unterbrochen, der sogar bis zu meiner Eichel einen Impuls entsandt hatte.</p>
<p>&bdquo;Danke, dass ich mit dir zusammen in den Tag starten darf&ldquo;, entfuhr Anouk. Ich war peinlich berührt.</p>
<p>&bdquo;Wir sind so kitschig&ldquo;, sprach ich und toppte nach &bdquo;und du bezaubernd schön&ldquo;.</p>
<p>&bdquo;Man sagt, Liebe macht blind. Und ich bin nicht mal geschminkt. Du hast wohl einen Knick in der Optik&ldquo;, sagte sie grinsend.</p>
<p>&bdquo;Wollen wir frühstücken gehen?&ldquo;, fragte ich die Schönheit aus Monaco und erntete ein warmherziges Lächeln.</p>
<p>&bdquo;Nicht so schnell. Als ich heute Morgen aufgewacht bin, habe ich dich so angesehen und mir gedacht &sbquo;hmm, ich kenne diesen hübschen Mann kaum, der da neben mir liegt&lsquo;. Versteh mich nicht falsch. Ich weiss, dass du kaum Hosen trägst, in kürzester Zeit viele Frauen hattest und mit dir das Leben zu einem Abenteuer wird&ldquo;, sprach Anouk und hüpfte niedlich und verspielt mit ihren Augenbrauen, als sie ihre Aufzählung mit dem Hosen-Teil begann. Obwohl ich dahinschmolz und ihre verspielte Art die weiteren Punkte relativierte, wusste ich, dass ihr das mit den Frauen vielleicht nahe ging. Ich wollte ihre Anliegen unbedingt ernst nehmen.</p>
<p>Ich zog sie wieder näher zu mir, was sie mit einem zufriedenen Glucksen quittierte.</p>
<p>&bdquo;Anouk, du darfst mich alles fragen, was du willst und ich werde dir ehrlich antworten&ldquo;, sagte ich.</p>
<p>&bdquo;Also gut. Ich habe da so ein Quiz vorbereitet&ldquo;, sprach sie liebevoll und schalkhaft zugleich.</p>
<p>&bdquo;Hast du &hellip; echt?&ldquo;, fragte ich erstaunt und war von ihrer strukturierten Art begeistert.</p>
<p>&bdquo;Na ja, nur so ein bisschen. Aber ich glaube, ich bekomme schnell ein Gefühl für dich, wenn&nbsp;ich dir &hellip;&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Leg los, Schätzchen&ldquo;, sagte ich mit einer Portion Spass und rückte meinen Körper in eine bequeme Position. Ich klopfte ihr auf die Schulter als Zeichen, dass es jetzt losgehen kann.</p>
<p>&bdquo;Also gut. Und denk immer daran, dass ich dir sofort ansehe, wenn du lügst&ldquo;, sprach sie erwartungsvoll und gab mir einen Kuss auf die Backe. &bdquo;Viel Glück! Also, legen wir los &hellip; Fujifilm oder Kodak?&ldquo;, sprach die hübsche Monegassin grinsend.</p>
<p>&bdquo;Wie bitte? Diese Frage hätte ich heute im Jahre 2012 nicht erwartet. Ähhh. Dann noch eher Polaroid&ldquo;, sprach ich.</p>
<p>&bdquo;Das ist eine Entweder-oder-Frage. Kodak- oder Fujifilm?&ldquo;, beharrte die hübsche Brünette. Ich war von ihrer Frage begeistert und ebenso überfordert.</p>
<p>&bdquo;Ich bin kein Experte. Aber grundsätzlich gefiel mir Kodak früher recht gut. Aber bei Schwarzweissfilmen griff ich eher zu Fujifilm&ldquo;, sprach ich etwas verunsichert. Als ich ein bestätigendes Lächeln mit funkelnden Augen sah, war ich erleichtert.</p>
<p>&bdquo;Canon oder Nikon?&ldquo;, folgte im Handumdrehen.</p>
<p>&bdquo;SLR von Nikon&ldquo;, sagte ich entschlossen.</p>
<p>&bdquo;Gut, die Frage war auch einfach&ldquo;, sprach sie gespielt hochnäsig. So wie ich sie hier wahrnahm, hätte ich mein Leben locker mit ihr verbringen können. Selbst, wenn es den gestrigen Tag mit all seinen Events nie gegeben hätte, hätte ich mich jetzt in sie verknallt.</p>
<p>&bdquo;Mac oder Windows?&ldquo;, wurde es technischer.</p>
<p>&bdquo;Indifferent. Aber ich habe zurzeit alles aus dem Hause Apple&ldquo;, sprach ich.</p>
<p>&bdquo;Nicht Apple oder Microsoft. Mac oder Windows&ldquo;, konkretisierte meine Traumfrau neckisch.</p>
<p>&bdquo;Gut, dann halt Mac. Ist mir aber wirklich nicht so wich&nbsp;&hellip;&ldquo;</p>
<p>Anouk schaute mich streng an.</p>
<p>&bdquo;Okay, Mac ist etwas cooler als Windows&ldquo;, knickte ich ein. Der dunkelhaarige Engel in meinem Bett blickte zufrieden in meine Richtung.</p>
<p>&bdquo;Weltall oder Tiefsee erforschen?&ldquo;, ging das süsse Verhör weiter.</p>
<p>&bdquo;Eindeutig Weltall. Ich liebe die Sterne und habe als Kind Captain Kirk und Mr. Spock geliebt&ldquo;, fuhr ich fort. Ich bekam einen Kuss.</p>
<p>&bdquo;Strand oder Berge?&ldquo;, wurde es romantischer.</p>
<p>&bdquo;Strand, mit Blick auf Berge, im Idealfall&ldquo;, erwiderte ich.</p>
<p>&bdquo;Rio?&ldquo;, wollte Anouk wohl ein angewandtes Beispiel hören.</p>
<p>&bdquo;Ja, oder ich war gerade auf Teneriffa&ldquo;, entgegnete ich ihr. Natürlich schoss mir Olivia durch den Kopf. &sbquo;Aber sie geht studieren&lsquo;, hielt ich mir vor, um nicht in Schuldgefühlen zu ersticken, da ich mich jetzt Tage später in eine andere Frau verliebt habe.</p>
<p>&bdquo;Oh, wie schön&ldquo;, hörte ich von Anouk. Ich wurde sentimental. Klammerte mich in Gedanken an Anouk. Sie ist der Leuchtturm, der mich durch den Sturm führt und nicht bei Schuldgefühlen gegenüber Olivia auf Grund laufen lässt. Ich rückte ganz nah zu ihr, umarmte und küsste sie.</p>
<p>&bdquo;Versprich mir, dass du bei mir bleibst. Dass das der Anfang von etwas ganz Grossem ist&ldquo;, fuhr aus mir. Wow, was passiert gerade mit mir?</p>
<p>&bdquo;Schätzchen, das hängt alles von deinen Antworten ab&ldquo;, fuhr sie charmant und spielerisch fort. Es klang so, als ob das &bdquo;Schätzchen&ldquo; eine Retourkutsche für das gleiche Wort war, das ich ihr vorhin als Signal zur Bereitschaft am Frage-und-Antwort-Spiel entgegnet hatte. Aber ihre nächste Antwort wischte allen Humor und alle Unsicherheiten weg. Es war ein Kuss, unglaublich genussvoll und von einer fast schon lebensverändernden Verbindlichkeit geprägt. Einen, den ich nie mehr missen möchte.</p>
<p>&bdquo;Alter Citroën &sbquo;Deux chevaux&lsquo; oder brandneuerer Luxuswagen mit allen Schikanen?&ldquo;, fuhr Anouk ohne Pause nach dem Kuss fort.</p>
<p>&bdquo;Deux chevaux mit &hellip;&ldquo;</p>
<p>Ein weiterer Kuss, der dem vorherigen in nichts nachstand, unterbrach meine Antwort.</p>
<p>&bdquo;&hellip; allen Schikanen&ldquo;, vollendete ich meinen Satz wie narkotisiert, nachdem Anouk meine Lippen wieder freigegeben hatte.</p>
<p>&bdquo;David Letterman oder Conan O&rsquo;Brien?&ldquo;, wollte sie gleich in Folge wissen.</p>
<p>&bdquo;Die Frage ist nur auf den ersten Blick schwierig. Conan O&rsquo;Brien. Ganz sicher&ldquo;, fuhr ich fort. Ein herzhaftes und befreiendes Lachen durchströmte Anouk.</p>
<p>&bdquo;Ja&nbsp;&hellip; er kann so hinterfotzig und doch so witzig sein&ldquo;, entgegnete sie und umarmte mich noch fester.</p>
<p>&bdquo;Ich freue mich, seine Late-Night-Show mal mit dir zusammen anzuschauen&ldquo;, sagte ich zu meinem Anhang.</p>
<p>&bdquo;Simpsons oder South Park?&ldquo;, war die nächste Frage.</p>
<p>&bdquo;Was ist der Unterschied?&ldquo;, scherzte ich und bekam ein Lachen.</p>
<p>&bdquo;Also gut. Jetzt zu den ernsten Fragen&ldquo;, sprach Anouk und ich nickte.</p>
<p>&bdquo;Wahre Liebe oder feuriges Abenteuer?&ldquo;, vernahm ich die Frage relativ nüchtern. Ich realisierte, dass die Fragen zuvor wohl nur sogenannte &sbquo;Eisbrecherfragen&rsquo; waren.</p>
<p>&bdquo;Wahre Liebe&ldquo;, entgegnete ich klar.</p>
<p>&bdquo;Sex on the Beach oder im Bett?&ldquo;, ging es weiter.</p>
<p>&bdquo;Im Bett&ldquo;, beantwortete ich ihre Frage.</p>
<p>&bdquo;Interessant&ldquo;, entgegnete Anouk nüchtern überrascht. War sie doch durchtriebener?</p>
<p>&bdquo;Vier oder keine Kinder?&ldquo;; sprach Anouk bewusst provokant, aber doch liebevoll.</p>
<p>&bdquo;Vier Kinder&ldquo;, sprach ich selbstbewusst und ohne zu zögern, obwohl ich vier Kinder massiv finden würde. Anouk lachte laut.</p>
<p>&bdquo;Wow! Mutig, mutig&ldquo;, entgegnete sie beeindruckt. Meine Antwort reichte wohl gerade noch so, um ein Küsschen auf die Backe zu bekommen.</p>
<p>&bdquo;Ich möchte Kinder. Null sind mir zu wenig. Dann lieber vier. Aber zwei wären ideal&ldquo;, entgegnete ich.</p>
<p>&bdquo;Wohnung in der Stadt oder Haus auf dem Land?&ldquo;, sprach sie so locker, als ob es die erste Frage an jenem Morgen gewesen wäre.</p>
<p>&bdquo;Egal. Hauptsache mit dir. Aber vielleicht ein Haus auf dem Land, nicht allzu weit weg vom Flughafen&ldquo;, antwortete ich. Ein weiter Kuss folgte.</p>
<p>&bdquo;Strenge Erziehung oder antiautoritär?&ldquo;, wurde es unglaublich konkret.</p>
<p>&bdquo;Streng, aber mit Güte im Herzen&ldquo;, antwortete ich.</p>
<p>&bdquo;Familiengrab oder die Asche rund um den Erdball verteilen?&ldquo;, wollte sie wissen.</p>
<p>&bdquo;Familiengrab nahe einer Linde. So wie meine Oma und mein Opa. Auf immer und ewig&ldquo;, sprach ich und streichelte ihre Hand. Ihre Augen wurden feucht.</p>
<p>&bdquo;Gratuliere, dich lasse ich nicht mehr gehen&ldquo;, sprach Anouk und gab mir einen Kuss. Es war ein unglaublich emotionaler Kuss. Ich spürte, dass sie unglaublich gerührt war. Ihr Körper war warm.</p>
<p>&bdquo;Die schwierigste Frage hast du aber gekonnt umschifft&ldquo;, sprach ich danach.</p>
<p>&bdquo;Wirklich?&ldquo;, fragte sie mich ungläubig.</p>
<p>&bdquo;Ja! Beatles oder Rolling Stones?&ldquo;, fuhr ich eiskalt fort.</p>
<p>&bdquo;Uhhhhh. Mon Dieu! Du hast recht. Und für wen bist du?&ldquo;, fragte sie wieder unglaublich charmant.</p>
<p>&bdquo;Beatles&ldquo;, sprach ich, ohne zu überlegen. Ich wusste, dass sie auch ein Beat&nbsp;&hellip;</p>
<p>&bdquo;Okay &hellip; und ich bin ein echter Stones-Fan! Schön war&rsquo;s mit dir, Martin. Das war echt nett, aber ich muss jetzt los. Wir sehen uns dann bei der Versammlung in der Lobby! Bye&nbsp;&hellip;&ldquo;, sprach die Frau aus Monaco wie bei einem Schauspiel. Phasenweise hatte ich Respekt davor, dass sie es ernst gemeint haben könnte.</p>
<p>Anouk stand auf und bewegte sich Richtung Badezimmer. Meine Güte! Für ihren Hintern braucht sie einen Waffenschein. Ich hörte rund zwei Minuten lang den Föhn, der wahrscheinlich ihr Höschen von gestern trocknete. Sie sagte kein Wort und zog sich im Anschluss ihren frisch ausgewaschen Slip an.</p>
<p>Als sie wieder zurückkam, schlüpfte die Monegassin in ihr Kleid und holte meine Klamotten aus dem Bad und ich zog sie mir an.</p>
<p>&bdquo;Anouk, was meinst du. Sollen wir uns vielleicht ein Deodorant kaufen?&ldquo;, wollte ich von ihr wissen. Ich wusste nicht, wie lange die Überreste einer einstigen Frische unter meinen Armen zu Gast bleiben werden.</p>
<p>&bdquo;Ich teile nichts mit einem Beatles-Fan. Und ausserdem benötigen waschechte Stones-Anhänger keine Deos&ldquo;, sprach Anouk humoristisch. Meine kurze Verunsicherung, ob sie das alles ernst meint, war nach dieser Aussage verflogen.</p>
<p>&bdquo;Kann es sein, dass du einfach nur Hunger hast?&ldquo;, fragte ich mit einer Prise Humor, um ihre gespielte Bockigkeit zu entschärfen.</p>
<p>&bdquo;Oh, du kennst mich wohl schon besser, wie ich es mir eingestehen will. War ich gerade etwas bitchy?&ldquo;, antwortete sie liebevoll und schmunzelnd.</p>
<p>&bdquo;Komm, lass uns aufbrechen&ldquo;, sprach ich zur Monegassin und packte den Schlüssel sowie mein Portemonnaie ein. Auch mein Kontrollblick fehlte nicht, der im Bad noch das sagenumwobene Zahnbürstchen erblickte. Mich durchströmte beim Anblick kurz eine Geborgenheit, die ich nicht in Worte fassen konnte. Anouk war so unkompliziert, hilfsbereit und stand mit beiden Beinen fest im Leben. Das und vieles mehr verkörperte die Zahnbürste in diesem Moment. Noch schwanger von diesem Gedankengang griff ich nach Anouks Hand und wir verliessen zusammen das Hotelzimmer. Ich bezahlte während des Eincheckens, das wir nun nachholen mussten, das unvergessliche Zimmer im Herzen der Handelsstadt.</p>
<p>Wir nahmen unser kleines Frühstück mit herrlich duftendem Kaffee und unglaublich gutem Gebäck bei einem Tante-Emma-Laden ein, der noch eine Bar-Theke beherbergte. Diese war mit unglaublich einladenden Produkten aus allen Ecken Italiens liebevoll dekoriert. Stefano&rsquo;s Laden vermittelte den Eindruck von Zweckmässigkeit und einer urchigen Gemütlichkeit. Wir fühlten uns dort mehr wie Einheimische als Touristen. Stefano war unglaublich warmherzig und hatte wahrlich italienischen Charme. Anouk griff linear zur Sättigung vermehrt nach meiner Hand. Sie liess sie erst los, wenn sie mit ihrer Gabel das Gebäck teilte. Danach mauserte sich ihre wunderschöne Hand wieder zu mir rüber. Ihr Händchen war mir persönlich wichtiger als das Frühstück.</p>
<p>Danach schlenderten wir kurz durch die Gassen, bis wir überraschend vor der Rialtobrücke standen. Uns war nicht bewusst, in welcher Nähe zu diesem Denkmal wir genächtigt hatten. Obwohl wir verhältnismäßig früh dran waren, herrschte bereits ein reges Treiben. Auch andere Touristen stellten offenbar ihre Wecker früh.</p>
<p>&bdquo;Machen wir ein Selfie?&ldquo;, fragte ich die schöne Frau. Sie willigte lächelnd ein und schmiegte ihren Rücken nahe an meinen Körper und zog wegen der tief hängenden Sonne ihre Sonnenbrille an. Selbstverständlich hatte ich keine dabei. Wieso auch? Aus diesem Grund kniff ich meine Augen zusammen und wirkte wohl wie ein Idiot. Wir hielten beide mein Telefon mit ausgestrecktem Arm und ich lächelte ihm entgegen. Irgendwie war dieser Moment unglaublich speziell. Sonderbar. Ich glaubte realisiert zu haben, dass dies die erste Aufnahme als Paar war. Historisch und Anouks Körper wirkte angespannter als sonst und wurde überraschend etwas übertrieben in Pose gerückt. Tausende Sinneseinflüsse prasselten in wenigen Sekunden auf mich ein, die wie Wassertropfen auf einem Neoprenanzug an mir abperlten. Sie konnten nicht alle prozessiert werden. Per Knopfdruck löste sich das Bild. Gespannt blickte ich zusammen mit der hübschen Brünetten auf das Resultat. Ich war etwas enttäuscht. Sie war zwar hübsch, wirkte auf dem Foto aber nicht so, wie ich sie gestern und heute Morgen erlebt hatte. Es war, als ob ich eine andere Frau abgelichtet hätte. Keine schlechte, nur eine andere.</p>
<p>&bdquo;Gut, nicht?&ldquo;, hörte ich Anouk sagen.</p>
<p>&bdquo;Ja, ganz nett&ldquo;, entgegnete ich, weil ich mich schämte, nach einem zweiten Versuch zu fragen.</p>
<p>So nahe wir uns für die Aufnahme gekommen waren, so nahe schlenderten wir danach dem Kanal entlang. Ich genoss es, ihren weiblichen Körper zu spüren.</p>
<p>&bdquo;Schön, dass wir uns so in der Öffentlichkeit bewegen können&ldquo;, hielt ich angesichts unseres Wohnorts im Mittleren Osten fest.</p>
<p>&bdquo;Ja, einfach herrlich. Die warme Sonne prickelt auf meiner Haut, eine kühle Brise weht durch mein Haar und du bist mit dabei. Dein Duft, deine Aura sowie dein Körper, der mir Halt gibt. Ich finde, mir geht es gerade richtig gut&ldquo;, erwiderte Anouk.</p>
<p>&bdquo;Erwin, schau mal! Die nette Flugbegleiterin vom Hinflug gestern&ldquo;, hallte eine Stimme aus weniger als zwanzig Metern Abstand entgegen.</p>
<p>&bdquo;Oh, hi!&ldquo;, ging Anouk gleich mit einem gut gelaunten Winken darauf ein und ich liess das alles einfach geschehen und schaute verdutzt in die Welt. Die Dame und Erwin liefen Anouk entgegen und schwärmten von unserer Airline und dem gestrigen Flug. Anouk hörte lächelnd und aufmerksam zu.</p>
<p>&bdquo;Oh, und das ist übrigens mein Freund, Martin&ldquo; stellte mich Anouk den Fremden im ersten Wortwechsel gleich vor. Ich war überrumpelt und fühlte mich zugleich von ihrer Aussage geehrt. Ich schüttelte die Hände unserer gestrigen Passagiere, stellte mich als Martin vor und konnte spüren, warum die beiden und Anouk sich gut verstanden haben.</p>
<p>Als meine &bdquo;offizielle&ldquo; Freundin den beiden verriet, dass wir erst Morgen wieder zurückfliegen werden, schwärmten sie noch mehr von unserem Arbeitgeber und wie gut sie nach uns schauen. Ich wollte ihre Illusion nicht zerstören oder widersprechen. Aber ein Aufenthalt von 48 Stunden nach so einem &bdquo;kurzen&ldquo; Flug ist wahrlich eine Ausnahme und im Vergleich zu anderen Mitbewerbern sind unsere Crews deutlich länger in der Luft. Aber es freute mich, dass sie unsere Airline mögen und loyale Kunden sind.</p>
<p>Nach zehn Minuten hätte ich gerne wieder Zeit mit Anouk verbracht, aber der Redebedarf war ungebremst. Erwin erzählte mir, dass er Elektronikkomponenten designt und in China und versuchsweise in Vietnam produzieren lässt. Ich fand seine Freiberuflichkeit sowohl inspirierend als auch mutig. Offenbar konnte er gut davon leben.</p>
<p>Wenig später gelang es uns, sich von unseren gestrigen Passagieren auf charmante Art und Weise loszureissen.</p>
<p>&bdquo;Wenn die wüssten, dass ich die Maschine gestern ohne Hose gelandet habe&ldquo;, sagte ich, kurz nachdem wir sie hinter uns gelassen hatten. Anouk versuchte krampfhaft ein amüsiertes Lachen zu verkneifen.</p>
<p>&bdquo;Gut hast du heute mal eine an&ldquo;, erwiderte Anouk stimmlich nüchtern, doch irgendwie grinsend.</p>
<p>&bdquo;Ich hätte Erwin nicht zumuten wollen, wie seine Gemahlin lüstern auf meine Beine blickt&ldquo;, scherzte ich.</p>
<p>&bdquo;Ich werde dir nie wieder ein Kompliment machen. Das schiesst ja wohl gleich in dein Ego&ldquo;, wetterte das Frauenzimmer neben mir gespielt schockiert.</p>
<p>&bdquo;Wäre Madame für eine Fahrt mit einer Gondoliere zu haben?&ldquo;, fragte ich erwartungsvoll. Ich hoffte, dass sie dem Vorschlag zustimmen wird. Ich könnte mir nichts Romantischeres vorstellen, als gemeinsam mit dieser Frau durch die Kanäle Venedigs zu gleiten.</p>
<p>&bdquo;Das ist doch etwas kitschig, findest du nicht? Und teuer obendrauf. Ich habe gelesen, dass ein Vaporetto auch genial sein muss&ldquo;, erwiderte Anouk. Ich war enttäuscht, dass eine Gondelfahrt für sie kitschig war. Aber was ist ein Vaporetto?</p>
<p>&bdquo;Vaporetto? Das klingt nach einem Kaffee, mit einem Schuss Schnaps&ldquo;, scherzte ich und hörte Anouk prompt lachen.</p>
<p>&bdquo;Du bist ja einer&ldquo;, entgegnete sie mir.</p>
<p>&bdquo;Signorina, das Caffè Florentin ist bekannt für seinen Caffè Vaporetto&ldquo;, mimte ich einen italienischen Kellner und die Frau aus Monaco war sichtlich amüsiert.</p>
<p>&bdquo;Haha. Das ist bestimmt der wahre Grund, warum keine Autos in Venedig fahren, weil sie nicht am Vaporetto gespart haben. Also &hellip; es ist ein Wassertaxi&ldquo;, sagte Anouk nun bestimmt, nachdem sie ihr Lachen erfolgreich unterdrücken konnte.</p>
<p>&bdquo;Gott sei Dank. Ich dachte schon, es wäre ein neuer Italo-Rapper&ldquo;, scherzte ich ungehemmt weiter. &bdquo;Und jetzt folgt Vaporetto mit seiner neuen Hit-Single &sbquo;Stronzo&lsquo;!&ldquo;, scherzte ich weiter.</p>
<p>&bdquo;Gibt es dich auch in ernst?&ldquo;, fragte sie mich verträumt und mit einem Schmunzeln.</p>
<p>&bdquo;Warum nimmt man eigentlich Piloten, die einen Flieger ohne Hosen landen, nie ernst?&ldquo;, fragte ich sie mit ernster Stimme.</p>
<p>&bdquo;Na ja, du bist gestern Abend auch bei mir ohne Hose gelandet und es ist nichts passiert&ldquo;, sagte sie schelmisch.</p>
<p>&bdquo;Bereust du das?&ldquo;, fragte ich sie direkt.</p>
<p>&bdquo;Hmm. Gute Frage. Ich fand&rsquo;s gestern irgendwie total magisch und es hätte für mich gepasst. Und es ist das erste Mal, dass mich ein Mann, dem ich mich fast vor die Füsse geworfen habe, zurückgewiesen hat. Aber ich verstehe dich und glaube, dass es so gut ist, wie es war. Und irgendwie mag ich dich dadurch umso mehr und fühle mich von dir wertgeschätzt. Ich glaube dir, dass ich für dich was Besonderes bin. Ich weiss zwar nicht warum, aber mir gefällt&rsquo;s&ldquo;, sprach Anouk kokettierend und mit falscher Bescheidenheit.</p>
<p>&bdquo;Tut mir leid, wenn du dich zurückgewiesen fühlst. Das war nicht meine Absicht. Ich verspreche dir, dass unser erstes Mal was ganz besonderes sein wird. Und überleg mal. Auf einer Zeitachse, auf der hier &sbquo;das Jetzt&lsquo; und dort das &sbquo;gemeinsame Ableben&lsquo; dargestellt ist, liegt ganz viel lebensverändernder Sex dazwischen&ldquo;, versuchte ich mit einer Prise Humor zu relativieren. Anouk ging augenblicklich darauf ein. Sie wirkte von der Aussage überrascht, aber auch irgendwie beflügelt.</p>
<p>&bdquo;Ooh la la, mon Chéri!&ldquo;, sprach Anouk sinnlich und mit einer etwas unterdrückten Erwartungshaltung. &bdquo;Lebensverändernd!?&ldquo;, hakte sie nach.</p>
<p>&bdquo;Und dadurch lebensverlängernd. Wir werden steinalt&ldquo;, sagte ich mit ernster Miene. Die wunderschöne Frau lachte kurz auf und schmiegte sich zärtlich an mich, als wir gemütlich der nahegelegensten Vaporetto-Station entgegenschlenderten. Dort angekommen, kauften wir uns Tickets und setzten uns auf eine Steinbrüstung direkt am Wasser. Viele Menschen tummelten sich vergnügt um uns herum. Die meisten mit einem Lächeln, was wahrscheinlich dem magischen Ort zuzuschreiben war. Lediglich ein älterer Herr, der mit seiner Frau auf einem Bänkchen sass, musterte die Menschenmassen mit einem ernsten Gesichtsausdruck und einer Prise Skepsis. Dachte er vielleicht wie ich, dass alle aufs Wassertaxi wollen?</p>
<p>Anouks Blick fing meinen ein und fesselte mich. Ich habe mich in ihr verloren. Sie ist wie eine Bibliothek, die voll von den wichtigsten und interessantesten Werken ist, die die Menschheit je hervorgebracht hat. Selbst ein Leben würde nicht reichen, wenn ich mich jeden Tag intensiv mit dem Studium der Inhalte auseinandersetzen würde. Sie war für mich eine tiefe Quelle unerschöpflicher Inspiration, die niemals zu versiegen droht. Das wurde mir bei diesem Anblick klar. Vielleicht war die Libreria Aqua Alta ein Sinnbild unserer Liebe.</p>
<p>Ich schaute sie an und sah Anouk mich verträumt anlächeln. Wir gaben uns einen zärtlichen Kuss. Die Berührung ihrer weichen Zunge löste bei einem Körperteil in meiner Leistengegend eine flüchtige Zuckung aus. Ich genoss diese feinfühlige Liebesbekundung und hoffte, sie möge niemals aufhören.</p>
<p>Nachdem sich unsere Lippen voneinander gelöst hatten, presste Anouk ihren Mund zusammen, als ob sie die letzten Partikel, die ihr meine Lippen geschenkt hatten, auskosten wollte. Sie schaute traumverloren und flirtend in meine Augen. Der Wind liess ihre Haare wehen und die Sonne wärmte unsere Nacken. Anouk war Geborgenheit und Vertrautheit gleichermassen. Ich glaube, in diesem Moment hätte jedes Wort diesen magischen Augenblick zerstören können. Wir sogen den Moment stillschweigend auf. Aus der Ferne hörten wir eine Gruppe italienischer Frauen, die lautstark der guten Laune frönten.</p>
<p>Normalerweise wären die Stimmen der Damen vom Echo des Zeitgeschehens verschlungen worden und hätten uns als Fragment gedient, um uns eines Tages die positive Grundstimmung unseres Aufenthalts in der Lagunenstadt in Erinnerung zu rufen.</p>
<p>Irgendwie kamen die Stimmen näher und lenkten meine Aufmerksamkeit wie Krümel um einen Laib Brot gelegentlich von Anouk ab. Sie wurden dominanter und ein &bdquo;Guarda!&ldquo; war klar zu vernehmen. Ich schaute kurz umher, um ein mögliches Geschehnis nicht zu verpassen, sofern es meiner Aufmerksamkeit bedürfte. Doch abgesehen der Menschenmenge war es ein normaler Tag. Flüchtig erblickte ich nun zum ersten Mal die älteren Damen, die vielleicht mit ihren Nichten die Stadt besuchten. Eine zeigte mit dem Finger auf mich und ein &bdquo;Lui&ldquo; folgte aus ihrem Mundwerk. Die Gruppe begann zu schnattern.</p>
<p>Auch Anouk würdigte die Gruppe mit etwas Aufmerksamkeit und blickte mich erstaunt an. Eine der jüngeren Damen älteren Semesters löste sich von den anderen Frauen und lief mit schüchternen Schritten direkt auf mich zu und sprach mich vergnügt auf Italienisch an. Ich wusste nicht, wovon sie spricht. Der Name Mario Girotti fiel irgendwie an die Tonalität einer Frage gekoppelt.</p>
<p>&bdquo;Entschuldigen Sie. Ich spreche leider nur Englisch&ldquo;, erwiderte ich. Sie blickte mich mit fragenden Augen an, nickte und ging wortlos zurück zur Gruppe. Anouk versuchte sie noch auf Italienisch anzusprechen, doch weg war sie. Erneut vernahmen wir ein humoristisch, hysterisches Schnattern. Nun löste sich ein Mädchen um die 16 Jahre und bewegte sich zu uns. Sie schaute zuerst schüchtern zu Anouk und noch bevor ihr Blick bei mir angekommen war, erklang ihre an mich gerichtete Stimme. Sie wirkte verlegen und vermied direkten Blickkontakt und schaute mir nur selten, wie durch einen Zufallsgenerator bestimmt, ins Gesicht.</p>
<p>&bdquo;Entschuldigen Sie bitte die Störung&ldquo;, begann sie schüchtern. Sie war wohl diejenige, die der englischen Sprache mächtig war. &bdquo;Meine Oma hat Sie gesehen und Sie haben sie an einen Bub aus ihrer Nachbarschaft erinnert. Sein Name ist Mario Girotti&ldquo;, fuhr sie irgendwie beschämt wirkend fort.</p>
<p>&bdquo;Das ist Martin, nicht Mario&ldquo;, sprach Anouk zu meiner Überraschung und lächelte sie an. Die Monegassin schaute mich grinsend an, schien aber mit ihrem Blick den Mut der jungen Dame zu würdigen.</p>
<p>&bdquo;Ja, schon. Er ist auch schon ein älterer Herr. Aber sind Sie mit Herrn Girotti verwandt? Die Ähnlichkeit ist unfassbar&ldquo;, blieb sie hartnäckig. Irgendwie wollte ich ihr helfen und ihren Bemühungen zu einem würdigen Abschluss verhelfen. Plötzlich konnte ich mich erinnern, dass mir mein Vater einst gesagt hat, dass Bud Spencer und Terence Hill im echten Leben Carlo und Mario hiessen. Mit letzterem wurde mir oft eine Ähnlichkeit attestiert. Vielleicht war das ja das fehlende Puzzleteil, denn wir sind hier im Herkunftsland der beiden Haudegen.</p>
<p>&bdquo;Meinst du vielleicht Terence Hill?&ldquo;, fragte ich wohlwollend.</p>
<p>&bdquo;Sì, esattamente!&ldquo;, erklang es fast euphorisch. Sie schaute mir nun zum ersten Mal länger als eine halbe Sekunde ins Gesicht. Ich sah, wie Anouk mich fragend anblickte und wohl nur Bahnhof verstand.</p>
<p>&bdquo;Nein, leider nicht&ldquo;, musste ich die junge und auch charmante Italienerin enttäuschen.</p>
<p>&bdquo;Oh, kein Problem. Können wir vielleicht ein Bild mit Ihnen machen?&ldquo;, wurde es erstaunlich konkret. Ich musste grinsen, noch bevor ich zu einer Antwort in der Lage war.</p>
<p>&bdquo;Ein Foto?&ldquo;, fragte ich noch immer perplex. Ich sah in der Ferne ein Vaporetto heranfahren. Vielleicht haben wir noch zwei Minuten. Jetzt wurde es etwas hektisch. Das junge Mädchen winkte den Damen zu, damit sie zu uns herüberkommen. Geschnatter, Gejaule und begeistertes Lachen machte sich in der Runde breit.</p>
<p>&bdquo;Was ist los?&ldquo;, wollte Anouk von mir wissen. Sie verstand wohl die Welt nicht mehr.</p>
<p>&bdquo;Erkläre ich dir auf dem Boot&ldquo;, sagte ich knapp und gab ihr als Wiedergutmachung einen kurzen Kuss auf die Backe.</p>
<p>In Windeseile fasste die junge Italienerin ihrem Anhang das Gespräch mit mir zusammen. Staunen, Ungläubigkeit und erneutes Gelächter waren die Reaktion. Es folgten Instruktionen. Zuerst Gruppenfoto, dann Individualaufnahmen.</p>
<p>In Windeseile versammelten sich die Frauen wie Tauben um Brotkrümel um mich herum und grinsten in die Kamera. Danach wurde die junge Dame, die das Foto aufgenommen hatte, durch eine ältere Dame ausgetauscht, damit sie auch auf dem Gruppenbild verewigt werden konnte. Natürlich musste die rüstige Seniorin hinter dem Handy noch einen Kommentar reissen, den ich nicht verstanden habe, aber wertvolle Zeit kostete. Ich sah, wie Anouk von der Seitenlinie diese Szenen mit ihrem Smartphone festhielt und nicht aufhören konnte zu grinsen.</p>
<p>Nachdem das Gelächter um mich rum abgeklungen war, folgte die Aufnahme. Danach flogen alle wie die Tauben hinter die Kamera. An meiner Seite blieb Nonna, die wohl einst eine Nachbarin von Terence Hill war. Die Frau strahlte mich an, als ob ich der Schauspieler gewesen wäre. Ich fragte die junge Dame, ob sie alle aus Venedig kommen, doch sie verneinte. &bdquo;Amelia, das liegt in der Mitte Italiens&ldquo;, lautete ihre Antwort.</p>
<p>Das Wassertaxi kam immer näher. Ich gestikulierte, dass sich immer zwei Damen aufs Mal neben mir ablichten lassen sollen, was sie wohl verstanden haben. Anouk stellte sich schon in die Warteschlange, die sich für das herannahende Vaporetto gebildet hatte. Ich war allerdings noch immer im Fokus der Aufmerksamkeit. Noch hiess es Lächeln, Damen herbeiwinken und in die Kamera blicken. Die letzte Aufnahme war im Kasten. Ich zeigte auf die Schlange zum Wassertaxi und gestikulierte, dass ich jetzt dort hin muss.</p>
<p>Fast von Jubel begleitet, lief ich zu Anouk. Ich hatte ein leichtes Schuldgefühl, dass ich mich etwas vordrängeln musste, um zu meiner Freundin zu kommen. Mit einem kurzen Blick zurück zur Frauengruppe hörte ich noch einige &bdquo;Grazie mille&ldquo; erklingen und lächelnde Gesichter. Der folgende Blick nach vorn hievte endlich Anouk wieder in mein Sichtfeld. Bei meinem Anblick begann sie herzhaft zu lachen. Als ich sie endlich erreicht hatte, wurde ihr Lachen noch intensiver. Sie krümmte sich geradezu.</p>
<p>&bdquo;Was ist los?&ldquo;, fragte ich und lachte bei ihrem Anblick verlegen vor mich hin.</p>
<p>&bdquo;Was bist denn du für einer. Fliegst mich ohne Hose nach Venedig. Verdrehst mir am Abend den Kopf und irgendwelche Omas feiern dich wie einen Rockstar. Ich meine, &hellip; was kommt als Nächstes?&ldquo;, sprach sie noch immer bestens amüsiert.</p>
<p>&bdquo;Das weiss ich leider auch nicht. Aber wenn du dabei bist, kann kommen, was will&ldquo;, sprach ich und umarmte sie. Sie rubbelte meinen Rücken und grinste keck zu mir.</p>
<p>&bdquo;So mein Guter! Jetzt musst du mir aber verraten, was da gerade los war&ldquo;, wollte die Frau aus Monaco aus mir herauskitzeln.</p>
<p>&bdquo;Es gibt da so einen Schauspieler, an den ich sie erinnert habe. Der ist Italiener und war hier, in Deutschland und wohl auch in Dänemark bekannt&ldquo;, begann ich zu erklären.</p>
<p>&bdquo;Dänemark?&ldquo;, sprach sie ungläubig.</p>
<p>&bdquo;Ja, hat mir eine Dänin mal erzählt, als sie mich auf die Ähnlichkeit angesprochen hatte&ldquo;, erklärte ich Anouk und musste dabei kurz an Charlotte denken und wie surreal das alles doch ist.</p>
<p>&bdquo;Okay. Ist der Schauspieler der perfekte Schwiegersohn, dass ihn so viele ältere Frauen gut finden?&ldquo;, wollte Anouk wissen.</p>
<p>&bdquo;Nein, der war vor vielen Jahren populär. Zu einer Zeit, als die Damen auch noch jünger waren&ldquo;, sprach ich.</p>
<p>&bdquo;Lustig&ldquo;, erwiderte sie. Mich grinste eine Dame um die fünfzig an, die mit ihrem Mann hinter uns in der Schlange stand. Sie fragte mich auf Englisch mit einem Kölner Dialekt, ob sie auch ein Foto machen dürfte, die Ähnlichkeit sei tatsächlich frappant. Sie hatte uns offenbar belauscht und die Szenen mit den Damen beobachtet. Ich sprach die Frau direkt auf Kölsch an, was ihr ein herzliches Lachen bescherte. Dieses war selbst für Anouk ansteckend. Ihr Mann machte ein Bild und die Fremde zeigte nun Anouk ein Foto des Schauspielers. Meine Freundin schaute mich mit offenem Mund an und begann ungläubig zu lachen.</p>
<p>&bdquo;Du hast Glück. Als ich ein Kind war, wurde ich oft mit Klaus Kinski verglichen&ldquo;, erklärte ich meinem Schatz. Sie konnte den Namen nicht zuordnen, sodass ich ihr ein Bild von ihm zeigte.</p>
<p>&bdquo;Oh wow, du alterst in eine gute Richtung&ldquo;, bescheinigte mir Anouk eine positive Entwicklung. Wir betraten das schon in die Jahre gekommene Wassertaxi. Aufgrund der hohen Passagierdichte lehnte ich mich an eine Wand an und wurde prompt von Anouk umarmt. Wir kuschelten eng umschlungen und ich genoss es, sie fast an meinem ganzen Leib zu spüren. Ihr Körper schenkte mir Wärme, während der Oktoberwind für eine wohltuende Brise sorgte und Anouks Wärme gleich doppelt so kostbar machte. Meine Nase lag für eine Weile in ihren Haaren und ich inhalierte ihren Duft tief in meine Bronchien und fühlte mich geborgen. So wie schon lange nicht mehr. Manchmal wehten ihre Haare mir direkt ins Gesicht, was sporadisch meine Backen kitzelte.</p>
<p>Meine Hand glitt zu ihrem wohlgeformten Hintern. Ich glaube, kein Hintern, den ich je berührt habe, war so angenehm und wohlgeformt wie Ihrer. Am liebsten hätte ich an Ort und Stelle gewusst, ob ich sie in vierzig Jahren auch noch so in meinen Händen halten werde und noch immer das Paradies auf Erden spüre. In meinem Kosmos gab es nur noch diese Frau und die Umarmung.</p>
<p>Allmählich begann sich das Vaporetto Station um Station zu leeren. Wir bewegten uns meist umarmt auf dem Boot und genossen die Aussicht. Angesichts des starken Windes war ich froh, dass ich gestern darauf bestanden hatte, dass Anouk ihren Blazer mitnimmt. Die Motorengeräusche, das Rauschen der brechenden Wellen, der Fahrtwind sowie der Duft meiner Begleitung nahmen fast alle meine Sinne ein. Lange fuhren wir der Insel Mazzorbo entlang, hinter jener sich die Insel Burano versteckt hielt. Wir waren etwas enttäuscht, als uns das Paar aus Köln verriet, dass wir die unzähligen bunten Häuschen bei der Einfahrt des Wassertaxis garnicht zu Gesicht bekommen. Im Internet hatte ich als kurze Vorbereitung auf die Destination irgendwo gelesen, dass Burano aufgrund der farbenfrohen Fassaden eine Sehenswürdigkeit sei. Die angesprochene Farbpracht half offenbar einheimischen Fischern damals ihre Häuser auch bei schlechtem Wetter schnell zu erblicken. Jede Familie durfte ihr Haus so streichen wie sie wollten. Einzige Auflage, die Farbe durfte nicht gleich sein, wie bei den Häuschen der direkten Nachbarn.</p>
<p>Für einen kurzen Moment waren wir uns nicht sicher, ob wir an der richtigen Insel angekommen waren. Nichts deutete am Anlegeplatz auf die pittoresken Bauwerke hin. Wir stiegen aus und das kölsche Paar zeigt uns den Weg und verabschiedete sich von uns.</p>
<p>Wir schlenderten wie in Venedig durch enge Gässchen, und tatsächlich. Die Häuser wirkten, als ob sie einem Malbuch entsprungen wären. Oft erblickten wir ein kleines schnuckliges Café hier oder mal einen mit viel Herzblut kuratierten Kleiderladen dort. Trotz des Charmes wirkte auch diese kleine Insel irgendwie touristisch, wenn nicht gleich derart wie rund um den &bdquo;Canal Grande&ldquo;. Jedenfalls waren die Dimensionen kleiner als in der venezianischen Altstadt. Wir bestellten in einem der Cafés zwei Espressi und teilten uns eine Bussolà. Visuell sprach mich der Keks dieser Insel nicht an, schmeckte aber deutlich besser, wie sein Aussehen versprach. Zum Glück habe ich diesbezüglich auf Anouk gehört.</p>
<p>Malerisch war die sich uns bietende Szenerie. Die monegassische Schönheit und ich sassen leicht angewinkelt nebeneinander und blickten auf die gleiche Perspektive. Wir wuchsen mental immer stärker zusammen und blieben mit unseren Händen wie miteinander verkabelt. Mein Daumen liebkoste ihren Handrücken. Gestern hielt ich mich auf der Brücke damit zurück, währenddessen jene zärtliche Bewegung nun fest zu unserem Repertoire gehörte. Mir fiel auf, dass wir oft schweigsam waren, den zärtlichen Berührungen Raum gaben.</p>
<p>Als wir das Lokal verliessen und wortlos dem Kanal mit seinen farbenfrohen Häusern entlangspazierten, stoppte mich Anouk nach schätzungsweise hundert Metern. Sie schaute mich wie ein Weltwunder mit ihren lagunenfarbenen Augen an und umarmte mich.</p>
<p>&bdquo;Ich kann noch immer kaum glauben, dass wir zusammen sind. Ich bin so dankbar&ldquo;, flüsterte sie bedeutungsvoll in mein rechtes Ohr. Ihr Kleid fühlte sich seiden an, als meine Fingerspitzen sanft über ihren Rücken glitten, während ich ihr einen Kuss auf die Backe gab.</p>
<p>&bdquo;Ich habe mich unsterblich in dich verliebt. Du bist mir unglaublich wichtig. Ich hoffe, du kannst es spüren&ldquo;, folgte gleich darauf.</p>
<p>&bdquo;Ich mich auch in dich&ldquo;, wisperte sie hingebungsvoll in meine Richtung. Erneut begleitete uns ein minutenlanges Schweigen, während wir uns in dieser wohligen Umarmung nicht von der Stelle rührten. Ich spürte wieder die Atmung ihres wunderschönen Bäuchleins, die mich beinahe in einen meditativen Zustand versetzte.</p>
<p>Wir begaben uns aufgrund der vielen Menschen in eine Seitenstrasse, die allerdings auch gut besucht war. Später erfuhren wir, dass der hiesige Menschenauflauf auf ein Quartierfest zurückzuführen war. Viele Bänke und Tischchen waren voll mit Menschen, die sich Schulter an Schulter zwängten. Alles Italiener, Menschen aus den bunten Häusern, die der Insel Leben einhauchten und ihr ein Gesicht gaben.</p>
<p>Anouk erblickte am Rande eines Tischchens einen kleinen niedlichen Hund, der sie magisch anzog. Sie bewegte sich zu ihm und streichelte dieses kleine Wesen. Es war nicht von der Hand zu weisen, dass sie sich gut verstanden haben. Mein Blick schweifte währenddessen von Tisch zu Tisch. Die Menschen um uns rum wirkten herzlich, stammten aus unterschiedlichen Schichten. Ich vernahm beiläufig, dass ein paar Touristen, die sich dazugesellen wollten, freundlich aber auch direkt ausgeladen wurden.</p>
<p>Plötzlich hörte ich einmal mehr Anouks liebenswürdiges Italienisch, feinfühlig und auch charmant anzuhören, da es ihre französischsprachige Herkunft nicht zu verleugnen vermochte. Sie hatte damit wohl auch die Sympathie einer Dame gewonnen, die ich salopp als die Hundebesitzerin ausgemacht hatte. Die ältere und etwas völligere Italienerin lachte plötzlich als Reaktion auf eine Äusserung meiner Freundin herzhaft und stimmte ihr zu. Leider wusste ich nicht, worum es in ihrem Gespräch geht.</p>
<p>Anouk setzte sich zur Nachbarschaft an den äusseren Rand des Bänkchens und streichelte gebückt den Hund und blickte zu mir auf. Dieser drehte sich fröhlich auf den Rücken, sodass Anouk ihm den Bauch krabbelte.</p>
<p>&bdquo;Erinnert mich irgendwie an unsere Kitzeleinlage von gestern Abend&ldquo;, sprach sie lächelnd.</p>
<p>&bdquo;Es geht ihm auch sichtlich gut, wie ich sehe&ldquo;, antwortete ich.</p>
<p>&bdquo;Das Hündchen ist eine &sbquo;Sie&rsquo; und heisst Donatella, um genau zu sein&ldquo;, erklärte sie mir das vermeintlich Offensichtliche.</p>
<p>&bdquo;Aha. Donatella Vaporetto?&ldquo;, zog ich sie durch den Kakao.</p>
<p>&bdquo;Versace, wennschon&ldquo;, sprach sie humoristisch, doch überraschend sanftmütig. Sofort sprach die Italienerin wieder mit Anouk, als sie die Worte Versace hörte. Sie bot ihr eine Zigarette an, was die attraktive Frau aus Monaco dankend ablehnte. Die Frau machte auf dem Bänkchen etwas mehr Platz, sodass ich mich dazugesellen konnte.</p>
<p>Ich fühlte mich unwohl, als ob ich mich selbst zu einer Party eingeladen hätte. Ich war Tourist und gehörte nicht dazu, sprach nicht einmal italienisch. Anouk war das Bindeglied zu der feiernden Gemeinschaft und ich ihr Anhang.</p>
<p>&bdquo;Bist du kein Italiener?&ldquo;, fragte mich die Besitzerin des Hündchens amüsiert in einem kaum verständlichen Englisch.</p>
<p>Ich schüttelte lächelnd meinen Kopf und hauchte ein &bdquo;no&ldquo; aus meinem Mund. Die völlige Dame sprach etwas auf Italienisch zu Anouk, die schmunzelte.</p>
<p>&bdquo;Warum nicht (?), möchte sie von dir wissen&ldquo;, übersetzte sie mit leichter Verzögerung.</p>
<p>&bdquo;Weil beide Eltern Deutsche sind&ldquo;, begründete ich meine Antwort sanftmütig. Anouks Übersetzung folgte im nu.</p>
<p>&bdquo;Haha, sie fragt dich, ob du sicher bist. Es gäbe viele feurige Italiener in Deutschland, glaubt die Dame&ldquo;, sprach meine Freundin, die mittlerweile beinahe synchron als Dolmetscherin fungierte.</p>
<p>Im ersten Moment fand ich es dreist, dass eine Fremde meiner Mutter einen Seitensprung unterstellt, doch im zweiten Anlauf hörte ich die Aussage mit einem anderen Ohr. Einem Ohr, das der Dame eine gute Laune sowie eine südländische Leichtigkeit attestierte. Meine verkrampften Mundwinkel entspannten sich und ich musste grinsen.</p>
<p>&bdquo;Ich bin Italiener im Herzen&ldquo;, lautete meine Antwort. Die Übersetzungskünste meiner Freundin mündeten in einem herzlichen Lachen der unverblümten Italienerin, das beinahe ansteckend war. Sie stand plötzlich auf und kam kurz darauf mit drei kleinen Gläser Limoncello zurück, die in einem Festzelt ausgelegt waren, aus dem laute italienische Musik schallte.</p>
<p>Wir nahmen alle einen kräftigen Schluck und waren im Nu mit der Hundebesitzerin Paola &bdquo;per du&ldquo;. Vittorio, ein zierlicher Mann mit Schnauz, dessen hellbrauner Pulli wohl zwei Nummern zu gross war, mischte sich auf sympathische Art in unser Gespräch ein. Sie waren direkte Nachbaren und haben viel zusammen erlebt. Paola sprach eine Stunde später viel von ihren Kindern, die in Mailand, New York und gleich um die Ecke in Quarto d&rsquo;Altino leben. Für all ihre Lieben sei die idyllische Insel nicht gross genug gewesen, fasste Anouk alles für mich sinngemäss zusammen.</p>
<p>&bdquo;Oh mein Gott! Sie will wissen, ob wir Kinder wollen&ldquo;, sprach Anouk plötzlich belustigt zu mir.</p>
<p>&bdquo;Haben wir doch heut Morgen geklärt. Vier Stück&ldquo;, sprach ich ebenso amüsiert.</p>
<p>&bdquo;Na ja. Schon speziell, dass wir uns schon heute auf eine Antwort verständigen müssen&ldquo;, stellte die Frau aus Monaco vielleicht zu recht fest.</p>
<p>&bdquo;Ich bleibe dabei. Warum nicht&ldquo;, sagte ich irgendwie entschlossen. Es ist vielleicht nur eine Spielerei.</p>
<p>&bdquo;Ahhh, das ist verrückt. Nach nur einem Tag&ldquo;, fuhr Anouk verblüfft fort.</p>
<p>&bdquo;Na, hast du ihr gesagt, dass ich dein Freund bin?&ldquo;, wollte ich wissen.</p>
<p>&bdquo;Ja, schon&ldquo;, fuhr sie belustigt und peinlich berührt fort.</p>
<p>&bdquo;Dann ist das doch eine legitime Frage&ldquo;, neckte ich Anouk.</p>
<p>&bdquo;Sì, ci pensiamo&ldquo;, hörte ich Anouk zu Paola sprechen, noch bevor ich eine Antwort auf meinen Kommentar erhielt. Anouks Aussage löste bei der Italienerin pure Begeisterung aus. &bdquo;Sie ist überzeugt, dass viele Kinder viel Freude bereiten. Du musst also ziemlich produktiv sein, mein Lieber&ldquo;, übersetzte Anouk wieder fleissig und lachte herzhaft nach dieser Aussage. Ich streichelte ihren Rücken und schaute ihr zufrieden ins Gesicht.</p>
<p>&bdquo;Mit dem grössten Vergnügen&ldquo;, sprach ich und war überrascht, dass Anouk rot anlief. Ich hörte, wie im Hintergrund eine italienische Schnulze von Rocco Granata namens &bdquo;Marina&ldquo; gespielt wurde. Um meine Eroberung aus der von mir verursachten Verlegenheit zu befreien, reichte ich ihr meine Hand und forderte sie indirekt zum Tanz auf. Anouk wirkte positiv überrascht. Ich umarmte sie und hielt mit meiner linken Hand ihre rechte und tanzte im Takt der Melodie. Doch schon nach zehn Sekunden fand der Song bereits ein Ende.</p>
<p>Ich war etwas enttäuscht und hörte danach plötzlich einen Italo-Pop Song von Ricchi &amp; Poveri. Ich konnte das Lied &bdquo;Sarà Perché Ti Amo&ldquo; früher nicht ausstehen und wollte zusammen mit Anouk zurück zu Paola und Vittorio. Doch meine Partnerin zerrte mich ins Festzelt auf die Tanzfläche.</p>
<p>&bdquo;Ich mag diesen Song. Komm, tanz weiter&ldquo;, sprach Anouk verspielt und voller Vorfreude. Ich wollte sie nicht enttäuschen. Wir tanzten, vollzogen Drehungen und alberten lachend rum. Ich hatte plötzlich ein Mordsgaudi. Und da war es wieder. Dieses Gefühl, mit Leben und Liebe geflutet worden zu sein. Wir drehten uns mehrmals, sodass das Festzelt wie verschwommen im Hintergrund um uns kreiste und nur das Gesicht meiner monegassischen Schönheit eine zauberhafte Konstante war. Ich konnte nicht anders, als mich beim Anblick von Anouk ein weiteres Mal in sie zu verlieben. Es war so, als ob ich mich seit gestern vier oder fünfmal in die gleiche Frau verliebt hätte.</p>
<p>Flüchtig bemerkte ich, dass immer mehr Leute um uns herum tanzten. Unsere Tanzbewegungen waren zum Teil von Ulk sowie Ernsthaftigkeit begleitet. Ich war mental komplett befreit. Nur im Hier und Jetzt, konnte meine Vergangenheit abschütteln und endlich unbeschwert in die Zukunft blicken.</p>
<p>Mich überraschte, dass ich plötzlich diesen Song mochte. Er war auf einmal so stimmig, voller Lebensfreude und passte ideal zu diesem herzlichen und fröhlichen Ort. Ich wäre nirgends lieber gewesen als hier, auf Burano, zusammen mit Anouk, Paola und Vittorio.</p>
<p>Die drei Minuten vergingen wie im Flug. Der Song kam leider viel zu früh zu einem Ende. Wir standen danach noch immer Händchen haltend auf der Tanzfläche und schauten uns schwer atmend und irgendwie komplett überwältigt an, als ob wir gerade unglaublich guten Sex gehabt hätten und Lust auf mehr hätten. Ich umarmte und küsste Anouk zärtlich auf ihre wunderschön geschwungenen Lippen.</p>
<p>Mir war heiss, sodass ich einen weitern Knopf an meinem Hemd öffnete, während Anouk vier Gläser Limoncello besorgte. Wir setzten uns wieder in der gleichen Konstellation wie vor ein paar Minuten an den Tisch. Nur mit der Ausnahme, dass ich fortan meine rechte Hand nicht mehr von Anouk lassen konnte. Wir schauten uns oft verliebt in die Augen. Sie lächelte dabei so wie gestern, als ich ihr beim Abendessen im Restaurant dieses und jenes erzählt hatte. Aber jetzt benötigten wir keine Worte mehr.</p>
<p>Wir lachten viel, lernten weitere Bewohner kennen, die unglaublich starke Persönlichkeiten waren und teilweise äusserst laut sprechen und wild gestikulieren konnten. Es war Italien pur.</p>
<p>Um uns für die unerwartete Teilnahme am Nachbarschaftsfest erkenntlich zu zeigen, suchten Anouk und ich einen Dorfladen und kauften dort ein paar Flaschen Wein, die wir ihnen zum Abschluss überreichten. Die Zeit drängte. Wir mussten mit dem Vaporetto langsam zurück nach Venedig.</p>
<p>Eine ungeahnt lange Warteschlange reihte sich am Anlegeplatz vor uns auf. Ich hatte ernsthafte Zweifel, ob wir alle im heranfahrenden Boot Platz finden werden. Doch glücklicherweise lag ich falsch. Wir hätten noch Sitzplätze einnehmen können, doch überliessen wir diese ein paar älteren Einheimischen, völligen Amerikanern und müden Kindern.</p>
<p>Anouk und ich fanden ein halbwegs diskretes Plätzchen und umarmten uns. Unsere anfängliche Zärtlichkeit wurde sporadisch von einer spürbaren Gier überrollt. Ich war überrascht, wie bestimmend und auch lustgetrieben Anouks Küsse plötzlich wurden. Als Reaktion auf diese neue Ebene der Sinnlichkeit hatte ich plötzlich eine unglaubliche Beule in meiner Hose, die Anouk keineswegs störte. Sie pendelte kaum spürbar und nahezu in Zeitlupe ihren Unterleib an meinem Ständer entlang.</p>
<p>&bdquo;Ich liebe dich. Tut mir leid. Ich kann nicht anders. Ich musste es dir jetzt sagen&ldquo;, flüsterte ich sinnlich in ihr Ohr. Ihr Körper war warm, während der kühle Oktoberwind unseren Leibern entlang wehte.</p>
<p>&bdquo;Ich dich auch. Ich bin unglaublich glücklich&ldquo;, entgegnete Anouk fast betrunken wirkend und küsste mich mit ihren wohltuenden Lippen. Ich drückte sie fest an mich, als ob sie mein Leben oder die Luft zum Atmen wäre.</p>
<p>Nach einigen Stopps kamen wir endlich am Anlegeplatz &sbquo;Fondamente Nove&rsquo; in Venedig an und spazierten ziemlich speditiv zum Parkplatz unseres Shuttlebusses, der hinter dem Bahnhof lag. Zehn Minuten später sassen wir im Bus und verhielten uns wie Turteltauben in der hintersten Sitzreihe. Wir überquerten die Brücke, die die Altstadt von Venedig mit dem Festland verbindet und fuhren relativ direkt und ohne Geschaukel wie im Wassertaxi unserem Ziel entgegen.</p>
<p>Doch allmählich nahm uns die Müdigkeit wieder ein. Zwar fühlten wir uns nicht wie am Abend zuvor wie seelenlose Zombies, waren aber geschafft von den vielen Kilometern, die wir heute zu Fuss zurückgelegt haben. Auch die vielen Eindrücke des Tages schenkten uns nun eine angenehme Bettschwere. Irgendwie war ich nicht ganz unglücklich darüber, weil so allfällige erotische Begehrlichkeiten vielleicht garnicht erst aufkommen.</p>
<p>Wir assen im Hotelrestaurant noch einen kleinen Happen und jetzt stand ein weiteres Thema an. Gehen wir zu mir oder zu ihr? Nimmt jeder sein eigenes Zimmer? Ich war gespannt.</p>
<p>&bdquo;Nochmals vielen Dank für gestern und den heutigen Tag, ich habe die Zeit dir mit allen Sinnen genossen&ldquo;, sprach ich zu Anouk.</p>
<p>&bdquo;Mon Dieu. Das alles kam völlig unerwartet und ist irgendwie unbeschreiblich&ldquo;, erwiderte meine Freundin.</p>
<p>&bdquo;Ja, lassen wir es einfach zu, ohne gross darüber nachzudenken. Meine Gefühle wurden überrollt, aber auf eine zauberhafte Art und Weise. Es passt einfach&ldquo;, sprach ich aus meinem Herzen.</p>
<p>&bdquo;Und wie geht es jetzt weiter?&ldquo;, wollte Anouk zu Recht von mir wissen.</p>
<p>&bdquo;Ich habe gehofft, dass ich dir diese Frage stellen kann&ldquo;, verliess meinen Mund. Vielleicht war die Aussage plump, aber jedenfalls ehrlich.</p>
<p>&bdquo;Was hältst du davon, wenn wir nach unserer Ankunft in Dubai den darauffolgenden Tag zusammen verbringen würden? Ich hätte gerne mehr Zeit mit dir&ldquo;, wollte Anouk von mir wissen. Ich war selig.</p>
<p>&bdquo;Das klingt super. Aber ich habe leider keinen Tag Pause. Sie haben mir noch einen Flug nach New Delhi reingewürgt&ldquo;, liess ich sie enttäuscht wissen und sprach diesen Satz mit einem indischen Dialekt und wackelte dabei mit dem Kopf.</p>
<p>&bdquo;Oh. Welcher Flug?&ldquo;, fragte sie einfühlsam.</p>
<p>&bdquo;Die Maschine um 21:25 Uhr. Hätte schlimmer sein können&ldquo;, liess ich sie wissen. Es gab mehrere tägliche Verbindungen, eine verliess Dubai sogar morgens um 4 Uhr in der Früh.</p>
<p>&bdquo;Was meinst du? Liegt vielleicht ein Brunch oder Lunch für uns drin?&ldquo;, wollte sie wissen. Sie hatte zu meiner Freude fast schon eine stürmische Art.</p>
<p>&bdquo;Ich denke schon. Vielleicht sollten wir unsere Nummern tauschen, damit &hellip;&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Hallo ihr Lieben&ldquo;, hörte ich plötzlich meine Kommandantin zu uns sprechen.</p>
<p>&bdquo;Hey, Clementine!&ldquo;, neckte ich Stacy, die nicht auf den Spruch einging. Sie kam wohl gerade von ihrem Besuch bei der befreundeten Familie zurück. Stacy trug eine Blue Jeans, kombiniert mit einer weissen Bluse und darüber eine dünne olivgrüne Militärjacke mit der deutschen Flagge darauf, die sie mir stolz aber wortlos präsentierte. Sie tippte mit ihrem Zeigefinger zweimal auf die Flagge und grinste mich an. Stacy sah sehr schnittig aus. Sie drehte sich zu Anouk um.</p>
<p>&bdquo;War Martin pflegeleicht? Ohne Hose hat er mir wesentlich besser gefallen. Ich habe ihn fast nicht wieder erkannt&ldquo;, scherzte sie zu Anouk.</p>
<p>&bdquo;Er war pflegeleicht, wenn auch phasenweise unberechenbar&ldquo;, scherzte die Frau aus Monaco.</p>
<p>&bdquo;Schöööön&ldquo;, sprach Stacy sanftmütig und drehte ihren Kopf strahlend zu mir, nachdem sie das vorherige Wort wie auf ihrer Zunge hat zergehen lassen.</p>
<p>&bdquo;Ich muss jetzt ins Bett. Die Kinder meiner Freundin waren unglaublich süss, aber stehen jeden Tag schon um 6:00 Uhr auf. Gott, ich muss mich vom Besuch erholen&ldquo;, sprach sie unglaublich kameradschaftlich.</p>
<p>&bdquo;Dann erzähl mir doch morgen mehr. Ich will alle Details wissen&ldquo;, lies ich mich von Stacys euphorischer Art anstecken. Sie sah müde aber glücklich aus. Erst nachdem sie uns nach etwas belanglosem Geplänkel verlassen hatte, überkam mich ein schlechtes Gewissen, dass ich mit ihr auf den Hinflug gevögelt habe und jetzt mit Anouk zusammen bin.</p>
<p>&bdquo;Alles klar, Martin?&ldquo;, wollte meine Freundin wissen.</p>
<p>&bdquo;Ja, wieso meinst du?&ldquo;, wollte ich im Gegenzug von ihr wissen.</p>
<p>&bdquo;Du wirkst gerade etwas nachdenklich&ldquo;, sprach sie wohlwollend besorgt.</p>
<p>&bdquo;Ach, es kamen mir nur ein paar Gedanken wegen des morgigen Fluges in den Sinn&ldquo;, versuchte ich zu beschwichtigen.</p>
<p>&bdquo;Dann ist ja gut&ldquo;, sprach Anouk zufrieden.</p>
<p>&bdquo;Ach ja. Ich hab noch einen Gedanken auf die Frage, wie es weitergeht. Meinst du, wir können heute zusammen &sbquo;The Tonight Show with Conan O&rsquo;Brien&lsquo; anschauen? Ich hätte richtig Lust darauf&ldquo;, sprach ich zu Anouk und sie schaute mich überglücklich an.</p>
<p>&bdquo;Das ist eine unglaublich tolle Idee&ldquo;, sagte sie begeistert. Wir machten uns auf zu den Fahrstühlen.</p>
<p>&bdquo;Wollen wir zu mir oder zu dir?&ldquo;, sprach ich derart übertrieben, dass ich diese Frage bewusst ins Lächerliche gezogen habe.</p>
<p>&bdquo;Ist mir egal, Schatz!&ldquo;, sprach sie so, als ob sie das Wort Schatz ins Lächerliche ziehen wollte. Offenbar gefiel ihr mein vorhin genanntes Kosewort nicht wirklich.</p>
<p>&bdquo;Dann bin ich ganz Gentlemen und komme zu dir&ldquo;, sprach ich.</p>
<p>&bdquo;Das ist freundlich von dir, mon Chéri!&ldquo;, sprach Anouk. Wir betraten den Lift und ich drückte mein Stockwerk, damit ich meine Siebensachen packe, um sie ins Zimmer meiner Freundin zu nehmen. Mit einem leichten Rattern ging die Lifttür zu.</p>
<p>Plötzlich spürte ich, wie Anouks Hände ausgestreckt meine Brust berührten und nach oben zu meiner Halspartie glitten. Ihre Daumen ruhten letztlich zärtlich an meinen Wangen. Ein sinnlicher Kuss folgte auf diese überraschende Aktion. Auch mich überkam in diesem Moment die pure Lust. Ich umarmte sie stürmisch mit beiden Armen und drückte ihren Körper an meinen, während sich meine Zunge sinnlich in ihren Mund zwängte. Mit einem bestimmenden Schritt drückte ich sie an die Wand des Fahrstuhls, was ordentlich schepperte. Ich konnte sie so noch intensiver spüren, was auch Anouks Gier nach meinem Körper zu befeuern schien. Ihre Küsse wurde dämonisch sinnlich, eine Hand glitt an meinen Hintern und begann ihn zu kneten. Ein Signalton erklang. Wir hatten unser Stockwerk erreicht, leider. Wir liessen enttäuscht aber doch zufrieden voneinander ab und versuchten wie brave Bürger zu wirken.</p>
<p>Gott sei Dank gingen wir auseinander, da ein älteres Pärchen vor unserem Lift stand und ihn übernahm. Wir gingen den fensterlosen Korridor entlang und ich öffnete mein Zimmer und betrat es zusammen mit meiner Traumfrau. Ich weiss nicht warum, aber ich wollte sie noch immer vor mir schützen, sie nicht mit meiner Gier verderben. Anouk wirkte noch immer so unglaublich rein auf mich, sie war so viel besser wie ich. Selbst ihre sinnlichen Vorboten, wie gerade eben im Lift, vermochten daran nichts zu ändern. Ich hoffte, dass sie hier in meinem Zimmer nicht weitermachen will.</p>
<p>Mit ein paar wenigen Handgriffen hatte ich meinen Plunder überraschend schnell beisammen, was Anouk wohl ziemlich beeindruckte.</p>
<p>&bdquo;Ich hoffe, mein Zimmer ist so aufgeräumt wie deins&ldquo;, sagte Anouk fast etwas verunsichert. &bdquo;Bist du immer so &hellip; &sbquo;strukturiert&lsquo;? Ich meine, dein Kulturbeutel liegt parallel zum Waschbecken und Deo, Aftershave sowie Parfüm sind in einem 45 Grad-Winkel angeordnet. Du bist mir ein Schlawiner&ldquo;, fuhr Anouk fort und musste sich ein Lachen verkneifen, was ihr nur halbherzig gelang.</p>
<p>&bdquo;Nicht immer. Na ja, du hast bestimmt viel mehr Make-up und Kleider dabei. Da kann auch mal was durcheinander kommen&ldquo;, spekulierte ich ins Blaue.</p>
<p>&bdquo;Darf ich kurz dein Bad benutzen?&ldquo;, wollte sie von mir wissen und vielleicht das Thema wechseln.</p>
<p>&bdquo;Klaro, dann lohnt es sich wenigstens, dass morgen das Zimmermädchen kommt&ldquo;, verliess flappsig meine Lippen. Nach Anouks Pipi-Pause verliessen wir mein Zimmer und machten uns auf den Weg ins Gemach meiner Freundin. Ich hatte mit Koffer, Crew-Bag und meiner Uniform beide Hände voll. &bdquo;Du glaubst es nicht. Ich habe trotzdem das Gefühl, als ob ich etwas vergessen hätte&ldquo;, sprach ich ein ungutes Gefühl aus. Anouk grinste mich überlegen aber sichtlich verliebt an.</p>
<p>&bdquo;Hast du auch. Deine Uniformhose. Die müssen wir Morgenvormittag noch in der Wäscherei abholen&ldquo;, sprach sie so, als ob sie alles im Griff hätte und dieses Vorhaben bereits minutiös geplant wäre.</p>
<p>&bdquo;Siehst du, ich wusste, dass da noch was war&ldquo;, sprach ich bestätigend und schaute sie ebenso verliebt an. Ich gab ihr einen flüchtigen Kuss auf die Backe, als Dankeschön für ihre selbstlose Unterstützung. Wir standen vor ihrer Zimmertür, die die hübsche Frau öffnete. Ihr Körper in dem grünen Kleid sah auch von diesem Winkel unglaublich schön aus.</p>
<p>Ich betrat ihr Zimmer. Es war augenscheinlich wesentlich kleiner, wie jenes von mir.</p>
<p>&bdquo;Es ist nicht ganz so grosszügig bemessen wie dein Zimmer, für den Fall, dass du zurückmöchtest&ldquo;, sprach Anouk das Offensichtliche aus. Ihrem Gesichtsausdruck war zu entnehmen, dass sie genau wusste, dass ich ohne sie nirgendwo hingehen werde.</p>
<p>&bdquo;Ich empfinde das Zimmer als kuschlig. Genau richtig für zwei Turteltauben, wie wir es sind&ldquo;, sprach ich überzeugend. Und ja, ich meinte jedes Wort so, wie ich es ausgesprochen habe. Ich war froh, dass wir für diese Nacht zu zweit die Intimität eines Einzelzimmers auskosten konnten, um Anouks Nähe zu spüren.</p>
<p>&bdquo;Ich finde es auch schön. Die kommenden Tage werden für mich schwierig sein, ohne dich&ldquo;, stimmte Anouk ein.</p>
<p>&bdquo;Die Zeit mit dir fühlt sich so unglaublich vertraut an. Und da ist diese Leichtigkeit, diese unaufhaltsame Verkettung von einzigartigen Events&ldquo;, sprach ich eifrig, als ob ich alle Fakten aneinanderreihen und gleich mit der Konklusion auftrumpfen würde.</p>
<p>&bdquo;Das alles war pure Magie&ldquo;, hauchte Anouk in mein Gesicht, als sie mir näher kam, um mich zu umarmen. Ich hatte sofort eine Gänsehaut, es schoss mir wahrlich kalt den Rücken runter. Sie hatte recht. Es war tatsächlich alles wie von einer höheren Macht gesteuert. Die Einsatzänderung, das mit der Hose, die Buchhandlung, die Oper, die Müdigkeit samt Hotelbesuch, das Quartierfest und die tausend kleinen Berührungen.</p>
<p>Und plötzlich war ich in Gedanken wieder in der Metrostation, nachdem ich mich damals von Sonja verabschiedet hatte. Da war auf einmal dieser Bill, ein wildfremder Mann, der mir einen Zaubertrick gezeigt hatte, um mich über diesen Tiefpunkt, über die Melancholie des Augenblicks, zu trösten. Ich glaubte während seiner Begegnung nicht mehr an die Liebe und an die damit verbundene Magie. Doch seine Worte halten bis heute nach: &bdquo;Lass die Magie zu und hinterfrage sie nicht&ldquo;, lauteten damals seine weisen Worte. Wie recht er damit hatte. Ich liess mich auf Anouk ein. Versuchte nicht an meine &bdquo;Frauengeschichten&ldquo; und die jüngste Vergangenheit zu denken. Ich liess mich ganz auf Anouk und die damit verbundene Magie ein.</p>
<p>Und wie aus dem Nichts hielt ich jetzt dieses wundersame Wesen in meinen Armen, das mein Herz in Windeseile erobert hatte. Sie war wie ein Hase, den ein Magier überraschend aus einem Hut zaubert. Und Anouk fühlte sich so unglaublich vertraut an &ndash; nach meiner Vergangenheit, meiner Zukunft und dem Hier und Jetzt.</p>
<p>&bdquo;Ja, pure Magie&ldquo;, wisperte ich sanft und umarmte diese Frau noch einen Zacken fester, wie ohnehin schon. Wir beide seufzten zufrieden.</p>
<p>&bdquo;Was da noch alles kommen wird!?&ldquo;, sprach sie genüsslich und irgendwie verräumt in meine Richtung. Wir schaukelten kaum spürbar im Zuge dieser zauberhaften Umarmung, die für unsere Seelen, nicht aber für unsere Leiber bestimmt war.</p>
<p>&bdquo;Was wir wissen ist, dass wir vier Kinder haben werden&ldquo;, sprach ich anmassend wie ein Grosskotz. Anouk stiess einen amüsierten Lacher aus.</p>
<p>&bdquo;Aber vorher steht noch was ganz anderes an. Weisst du noch, wovon ich spreche?&ldquo;, flüsterte Anouk sinnlich und löste damit eine prickelnde Erregung in mir aus. Ich war kurz davor wie vor wenigen Minuten im Fahrstuhl meinen Verstand abzutreten und mich der Lust hinzugeben. Spielte sie damit auf das kurze und überbewertete Wort an, das mit einem S beginnt und mit X aufhört? Ich schüttelte den Kopf und hoffte, sie meint etwas anderes. Hätte sie mich jetzt danach gefragt, den Akt der Liebe gemeinsam zu vollziehen, wüsste ich nicht, wie meine Antwort lauten würde. Ob ich ein weiteres Mal die Kraft hätte, abzulehnen?&bdquo;Hab&rsquo; ich dir vor zehn Minuten erklärt. Morgenfrüh, nachdem wir aufgestanden sind, holen wir gleich deine Hose ab, Freundchen. Ich möchte nicht, dass Flüge ohne Uniformhose zu einer Marotte bei dir werden&ldquo;, scherzte sie charmant.</p>
<p>&bdquo;Glaub mir. Ich bin froh, wenn ich die Hose endlich mit einem guten Gefühl wieder anziehen kann. Vielen Dank. Für alles&ldquo;, sagte ich und küsste unschuldig, aber dafür umso zärtlicher, abermals ihre warmen und weichen Lippen. Es fiel mir schwer, meinen Mund von ihrem zu lösen. Auch Anouk wollte nicht so recht. Wir küssten uns plötzlich mit Zunge, mein Herz pochte wild.</p>
<p>&bdquo;Wie spät haben wir es?&ldquo;, wollte Anouk plötzlich von mir wissen, als sie sanft von mir abliess. Ich hatte den Eindruck, sie plane etwas.</p>
<p>&bdquo;Ich weiss nicht&ldquo;, sprach ich etwas perplex und überlegte, wo ich die Zeit ablesen könnte. Meine bessere Hälfte griff nach ihrem Handy und stellte fest, dass wir in gut einer viertel Stunde eine Aufzeichnung der Conan O&rsquo;Brien Show anschauen könnten, sofern wir im Hotel einen bestimmten Sender empfangen könnten.</p>
<p>&bdquo;Ich gehe vorher noch kurz duschen und mache mich frisch. Ich fühle mich total schmuddlig&ldquo;, informierte mich Anouk. Sie betrat das Bad und streifte sich all ihre Kleider der letzten 24 Stunden ab, die ich mittlerweile bestens kannte. So wie sie diesen Plan an mich herangetragen hatte, wirkte es nicht wie eine Einladung ihr zu folgen, sie mit dem Konzept &bdquo;Dusche à la Martin&ldquo; vertraut zu machen. Ich wäre ihr gerne gefolgt, platonisch versteht sich, aber ich liess ihr den Freiraum.</p>
<p>Zugegeben, ich hatte Respekt davor, dass sie nach der Dusche plötzlich in einem Hauch von Nichts vor mir stehen würde, sich nach etwas sehnt, das ich ihr nur mit einem schlechten Gewissen schenken könnte. Gott, ist sie mir wichtig.</p>
<p>Meine Sorgen waren glücklicherweise unbegründet, als sie Minuten später in einem Bademantel gehüllt ihren Schlafanzug suchte. Ich versuchte in der Zwischenzeit den Sender zu finden. Anouk setzte sich zu mir aufs Bett und kämmte ihr Haar. Mein Zappen fand plötzlich ein Ende, als ich den rothaarigen und zynisch veranlagten Showmaster irischer Herkunft erblickte. Wir beide grinsten.</p>
<p>Es stellte sich als eine Wiederholung heraus, die vor einer Woche schon über den Äther ging. Ein gewisser Schauspieler namens Jake Gyllenhaal stellte sich den Fragen des gewieften Showmasters. Sein Name, über den sich Conan etwas lustig machte, sagte mir nichts, obwohl mir seine Gesichtszüge unterbewusst irgendwie vertraut waren.</p>
<p>&bdquo;Sagt dir der Typ was?&ldquo;, wollte ich von Anouk wissen.</p>
<p>&bdquo;Ja, das ist der Typ aus dem Film Brokeback Mountain&ldquo;, antwortete Anouk postwendend, wie aus der Pistole geschossen.</p>
<p>&bdquo;Ah, waren das die schwulen Cowboys?&ldquo;, wollte ich meine Zweifel mit der Frage wegwischen. Anouk lachte herzhaft.</p>
<p>&bdquo;Also wirklich! Schwule Cowboys. Etwas Besseres fällt dir nicht ein?&ldquo;, fragte sie gespielt entsetzt aber doch auch charmant.</p>
<p>&bdquo;Hä? Ist doch der Film, oder? Ich meine, jeder Film wird in meinem Kopf mit zwei &sbquo;Stichworten&lsquo; abgespeichert&ldquo;, versuchte ich zu erklären.</p>
<p>&bdquo;Ja schon. Klang jetzt aber irgendwie doppeldeutig&ldquo;, stichelte die Frau aus Monaco.</p>
<p>&bdquo;Doppeldeutig? Ich dachte schwule Cowboys sind eine ziemlich eindeutige Definition für den Film. Terminator war für mich der &sbquo;Gnadenlose Killerroboter&lsquo; oder Indiana Jones der &sbquo;Archäologe mit Peitsche&lsquo;&ldquo;, versuchte ich zu klären. Anouk schaute mich spitzbübisch an.</p>
<p>&bdquo;Archäologe mit Peitsche sind aber drei Wörter&ldquo;, zog sie mich durch den Kakao. Ich musste lachen.</p>
<p>&bdquo;Ja. Aber das mit schwulen Cowboys ist ja nicht despektierlich. Ich meine, schwul zu sein, ist doch ganz okay. Wenn es schwule Piloten gibt, dann darf es doch auch homosexuelle Cowboys geben.</p>
<p>&bdquo;Ja schon. Ich war nur von dieser pointierten Aussage überrascht. Klar, das ist eigentlich keine Beleidigung. Aber heutzutage musst du jedes Wort auf einer Waagschale abwägen. Drum hört man solche &sbquo;Kraftausdrücke&lsquo; eher selten&ldquo;, erklärte Anouk ihre Erfahrungen.</p>
<p>&bdquo;Ich möchte mich bei dir entschuldigen, sollte ich mit meiner plumpen Aussage bei dir Unbehagen ausgelöst haben. War nicht meine Absicht&ldquo;, wollte ich einen Deckel auf das Gespräch legen, das vielleicht ungewollt ein Missverständnis ausgelöst hat.</p>
<p>&bdquo;Kein Ding. Ich schätze deine direkte Art&ldquo;, erwiderte Anouk charmant. Ich sah erst jetzt in ihrem Gesichtsausdruck, dass sie mit mir spielte und wohl nicht einen homophoben Provokateur in mir sah. Sie grinste. Ich schmunzelte, weil ich ihr wohl auf den Leim gegangen bin.</p>
<p>Wir schauten uns die Sendung an. Es war interessant zu sehen, dass wir teils bei unterschiedlichen Pointen der Talk Show-Legende lachen mussten. Bei den herzhaften Lachern waren wir aber nahezu synchron. Es war wie Seelenbalsam zu sehen, wie Anouk gluckste oder sich manchmal vor Lachen im Bett krümmte.</p>
<p>Nachdem die Sendung zu Ende gegangen war, rutschte ich zu Anouk und küsste sie, auf das sie dankbar und hocherfreut einging. Erneut gaben unsere Küsse kund, dass unser Verlangen nach weitaus mehr bis anhin unterdrückt geblieben war und sich zu entfesseln drohte. Werden wir es ein weiteres Mal schaffen, uns kurz vor jenem Kipppunkt der unbändigenden Lust und Gier voneinander abzuwenden und der Ratio zu folgen?</p>
<p>Ich hatte das Gefühl, meine Kontrolle zu verlieren. Wir küssten uns immer leidenschaftlicher. Noch nie habe ich ihren Speichel dabei derart bewusst wahrgenommen. Meine Hand schlich sich unter ihren Bademantel und massierte flüchtig und ganz sachte ihren weichen und warmen Körper an den unterschiedlichsten Stellen. Als sie zu ihrem Busen wanderte, stelle ich überrascht fest, dass ihre Brustwarzen steinhart waren, und zu Boten ihrer zügellosen Lust mutiert waren. Doch nun lenkte eine unerhört prickelnde Kussbewegung Anouks meine Sinne wieder zu ihrem Antlitz. In einer Vorwärtsbewegung legte ich mich langsam auf Anouk, die mit mir verspielt eine Drehung vollzog, die mich auf den Rücken legte. Es war eine Wohltat ihren Körper zu spüren. Der Bademantel verdeckte nur noch mancherorts mehr schlecht als recht ihren kurvigen Leib. Ich irrte, dass unsere Küsse an Intensität nicht zunehmen könnten.</p>
<p>Mit einer zarten Bewegung zog sich ihre Zunge langsam und sanft aus meinem Mund zurück und schien dabei warm und weich meine Oberlippe durchzupflügen. Sie wurde sinnlich zwischen ihre Zunge und Oberlippe gequetscht, bevor ihre wunderschön geschwungenen Lippen zu meiner Unterlippe glitten und sich um sie ballten und in die Länge zogen. Ich spürte sofort einen Impuls in meinem Penis, als Anouk perfekt orchestriert ihren Unterleib zu meinem Schoss manövrierte und an mir rieb. Es fühlte sich so an, als ob Anouk jede meiner Körperregungen unglaublich akkurat deuten konnte. Ich erschrak beinahe aufgrund ihrer Sinnlichkeit, die wie eine neue Ölquelle aus dem Boden schoss. Ich war ihr ergeben, sie hatte die Führung übernommen.</p>
<p>Ich lag nun wehrlos auf meinem Rücken, sie auf mir. Ich war enttäuscht, dass ich mich nicht zu wehren vermochte, sie nicht mehr vor mir schützen konnte. Aufgrund meiner Position fühlte ich mich wie ein Käfer, der ebenso hilflos auf dem Rücken lag und sich nicht aus eigener Kraft zu drehen vermochte. Ich hoffte, dass mich meine Schuldgefühle danach nicht zerdrücken, so wie eine Zeitung, die voller Wucht auf den Käfer einschlägt.</p>
<p>&bdquo;Ich liebe dich&ldquo;, verliess meine Lippen, als ob wir gemeinsam von einer Klippe springen würden, zu zweit eine Dummheit begehen. Diese Worte sprach ich in einen weiteren Kuss. Ich konnte förmlich spüren, wie meine Lippen für diese Bekundung Spannung aufbauten, und sie von Anouks weichem Mund liebkost wurden. Ihr Speichel benetzte meine Unterlippe und ich Dummkopf küsste noch lustgetriebener auf sie ein und presste ihren Kopf fest an mein Gesicht. Ich hoffte, dass meine Liebe zu dieser Frau alle Hindernisse und Täler überwinden lässt. Ich wollte ihr sagen, was ich fühle und mich von einem möglichen Fehler irgendwie reinwaschen.</p>
<p>Stöhnend erhob sie ihren Kopf. &bdquo;Oh mein Gott. Ich liebe dich auch&ldquo;, hörte ich sie wieder zur Besinnung kommen. Sie rutschte langsam und auch irgendwie verführerisch zu meiner Rechten ab, ich folgte mit einer leichten Drehung ihrer Bewegung. Wir küssten uns zärtlich, aber nicht mehr so lustgetrieben wie ein paar Sekunden zuvor. Sie lächelte mich stets verräumt an, alsbald sie ihre Lippen von mir löste. Anouk hatte einen liebevollen Gesichtsausdruck, als ob sie in Erfahrung bringen wollte, was für ein Kuss welche Gefühlsregungen bei mir auslöst. Sie war unglaublich zärtlich, verspielt, und liess sich Zeit, was jeden Kuss so kostbar machte. Sie hatten Tiefgang. Ich hätte den Rest meines Lebens so verbringen können. Wir umarmten uns.</p>
<p>&bdquo;Wow, und das ist nur das Vorspiel&ldquo;, hielt Anouk fast irgendwie benebelt und überrumpelt wirkend fest.</p>
<p>&bdquo;Wie ich sagte: Lebensverändernd&ldquo;, sprach ich und Anouk lachte und ergänzte schalkhaft &bdquo;und dadurch Lebensverlängernd. Schon klar&ldquo;. Sie atmete schwer, als ob sich ihre Erregung noch nicht komplett abgebaut hatte.</p>
<p>&bdquo;Wow, deine Augen. Ich könnte mich darin verlieren&ldquo;, sprach sie, als sie mir eine Weile ins Gesicht schaute. Auch ich genoss ihre Erscheinung, ihre Augen, ihr zauberhaftes Wesen. &bdquo;Kennst du Bombay Bicycle Club?&ldquo;, wollte sie überraschend wissen.</p>
<p>&bdquo;Du meinst die Band?&ldquo;, wollte ich einen Irrtum ausschliessen. Ich könnte es nicht fassen, wenn sie diese coole Band kennen würde. Sie steckt voller Überraschungen.</p>
<p>&bdquo;Nein, ich meine den Fahrradverein Mumbai&ldquo;, scherzte sie munter. Ich wollte ihr etwas entgegnen, doch sie fuhr gleich fort. &bdquo;Klar meine ich die Band. Ich höre mir in letzter Zeit oft das Lied &sbquo;Your Eyes&lsquo; an. Sorry, für diese nutzlose Information. Kam mir gerade in den Sinn, als ich mich in deinen Augen verloren habe&ldquo;, sprach sie etwas verlegen, als ob sie mit dieser Information zu viel von sich preisgegeben hätte.</p>
<p>&bdquo;Ganz im Gegenteil. Du machst dir überhaupt kein Bild davon, wie toll ich das finde, dass meine Freundin Bombay Bicycle Club kennt. Ähm, ist es ein Lied aus dem neuen Album mit den zwei stilisierten Köpfen drauf?&ldquo;, wollte ich wissen.</p>
<p>&bdquo;Ähm, Moment&ldquo;, hörte ich und Anouk drehte sich zu ihrem Nachttisch und griff nach ihrem Handy. Sie war abermals komplett nackt. Die Monegassin drehte sich wieder zu mir und zeigte mir das Cover. Es war erstaunlicherweise genau jenes, das ich mir kurz vor meinem Umzug nach Dubai heruntergeladen habe. Ich griff nun nach meinem Handy und zeigte ihr das gleiche Album in meiner Mediathek. Wir grinsten. Sie liess wohl das vorhin genannte Lied laufen. Es schien irgendwie nicht an mir hängengeblieben zu sein.</p>
<p>&bdquo;Cooler Song. Ich weiss nicht warum, aber bei mir blieb nur das Lied namens &sbquo;Shuffle&lsquo; in Erinnerung&ldquo;, liess ich sie wissen.</p>
<p>&bdquo;Kein Wunder, bei deinen vielen Partnerwechsel&ldquo;, scherzte Anouk. Diese Aussage liess mich herzhaft lachen. Diese Frau hat einen tollen Humor. Sie liess meinen Song gleich im Anschluss laufen. Diese Bemerkung führte mir unglaublich sympathisch vor Augen, dass meine Vergangenheit dieses zauberhafte Frauenzimmer noch immer beschäftigte, sie aber bereits in der Lage war, diesem Thema mit Humor zu begegnen. Ich mochte ihre schelmische Art.</p>
<p>&bdquo;Jetzt gibt es nur noch dich&ldquo;, sprach ich zärtlich. Anouk kuschelte sich an mich.</p>
<p>&bdquo;Endstation. Ich liebe dich. Bitte tu mir nicht weh&ldquo;, zeigte sich Anouk von ihrer verletzlichen Seite. Für nichts auf der Welt würde ich das Risiko in Kauf nehmen, sie zu verletzen.</p>
<p>&bdquo;Niemals&ldquo;, liess ich sie wissen und tauchte meine Nase zwischen ihren Nacken und den Schultern ab und inhalierte ihren Duft. Sie tat es mir gleich.</p>
<p>Wir lagen wortlos im Bett und schliefen tiefenentspannt ein, als wir die beruhigende Atmung unseres Gegenübers spürten. Es war gottesgleich ein weiteres Mal ihren Bauch rhythmisch an meinem zu spüren.</p>
<p>&bdquo;Aufstehen, du Schnarchnase&ldquo;, hörte ich Anouk voller Tatendrang aber dennoch irgendwie entspannt sagen.</p>
<p>Noch bevor ich meine Augen öffnete und mich etwas in die Matratze kuschelnd durchsteckte, spürte ich ihre weiche Hüfte und meine Arme umklammerten in einer sanften Umarmung ihren Oberkörper. Ihre Lippen waren das nächste, was ich zu spüren bekam.</p>
<p>&bdquo;Ich schnarche doch nicht?!&ldquo;, liess ich sie wissen. Noch nie habe ich diese Rückmeldung erhalten.</p>
<p>&bdquo;Und wie!&ldquo;, hielt Anouk entgegen. &bdquo;Vielleicht hast du dich ohne Hosen verkühlt?&ldquo;, alberte Anouk rum.</p>
<p>&bdquo;Echt jetzt?&ldquo;, wollte ich schockiert wissen.</p>
<p>&bdquo;Echt jetzt!&ldquo;, bestätigte Anouk gut gelaunt mit einem Kuss.</p>
<p>&bdquo;Okay. Dann tut mir das wirklich leid. Ich hoffe, du konntest trotzdem tief schlafen!?&ldquo;, sprach ich wehmütig und in Sorge, dass sie meinetwegen vielleicht unausgeruht den Rückflug antreten muss.</p>
<p>&bdquo;Alles halb so wild. Ich hoffe, du hast mich nicht schnarchen gehört. Ich sei offenbar so lautstark wie eine Handsäge, liess mich mein Ex wissen&ldquo;, erklärte mir Anouk.</p>
<p>&bdquo;Nein, du warst wieder einmal grossartig&ldquo;, erklärte ich Anouk. Sie hatte meinen Schlaf in keinerlei Hinsicht beeinträchtigt.</p>
<p>&bdquo;Da bin ich aber froh&ldquo;, sprach sie erleichtert. &bdquo;Sollen wir Frühstücken und danach deine Uniformhose aus der Wäscherei holen?&ldquo;, folgte ziemlich gelassen und doch pflichtbewusst. Man konnte subtil spüren, dass die überbordende Leichtigkeit der letzten Tage ihren Zenit überschritten hatte, da der Mittagsflug zurück in unsere Wahlheimat immer näher kam.</p>
<p>Ich stimmte zu und wir machten uns auf den Weg ins Hotelrestaurant, um unser Frühstück einzunehmen. Sie bestellte einen Cappuccino, ich einen Doppio. Mein Appetit hielt sich heute in Grenzen und ich würgte das eine und das andere in mich rein. Anouk und ich waren erstaunlich ruhig. Sie war eine Augenweide. Ich schaute ihr gerne dabei zu, wie elegant sie ihr Besteck hielt und ihre mundgerechten Häppchen genussvoll kaute. Ihre Eltern schienen wohl viel Wert auf Tischmanieren zu legen. Jedenfalls wurde mir bewusst, dass ich die nächsten Tage diese unglaubliche Frau nicht mehr so intensiv erleben kann, sprich nur noch ein gemeinsames Mittagessen in Dubai drin lieg, bevor ich in das Land fliege, in dem der Indus entspringt. Nach diesem Fluss benannten die Briten damals ihre einstige Kolonie.</p>
<p>Auch Anouk war ruhig. Ich hatte den Eindruck, ähnliche Gedankengänge in ihrem Gesicht zu lesen. Wie gestern im Café glitt ihre Hand rüber zu mir. Wir hielten uns wortlos für die nächsten zehn Minuten und nippten in der zweiten Runde an unseren Kaffees.</p>
<p>&bdquo;Es ist an der Zeit&ldquo;, liess mich Anouk wissen. Wir standen auf und spazierten zügig zur Wäscherei. Wir mussten glücklicherweise nur vier Minuten warten, bis der Laden seine Pforten öffnete.</p>
<p>Gut gelaunt überreichte Anouk ihnen den Zettel, um meine gewaschene Hose zu erhalten. Heute stand eine junge Frau hinter dem Tresen, die etwas unsicher wirkte. Sie nahm den Zettel und machte sich auf die Suche.</p>
<p>Anouk lehnte sich an den Tresen und lächelte mich verliebt an, als ob sie in Erfahrung bringen wollen würde, wie wir die Zeit jetzt nutzen. Ich umarmte sie und sprach über unseren gestrigen Ausflug nach Burano. Ich realisierte mitten im Gespräch, dass wir schon knapp zehn Minuten die Zeit totschlugen und die Uniformhose noch immer nicht da war.</p>
<p>Meine Freundin rief der Dame freundlich auf Italienisch zu. Diese schaute noch kommentarlos durch zwei Kleiderstangen, an denen mehrheitlich Hemden und Anzugshosen hingen. Ihr Kopfschütteln verhiess nichts Gutes.</p>
<p>Die Dame erklärte Anouk, dass sie die Hose nicht auf Anhieb finden konnte. Ich war beeindruckt, wie meine Freundin Ruhe mit einer Bestimmtheit in ihr Tonalität verbinden konnte. Sie hatte etwas unglaublich Konstruktives an sich. Nachdem sich die junge Frau abermals dazu aufgemacht hatte, nach meiner Uniformhose zu suchen, erklärte mir Anouk, dass gleich ihr Chef käme, um ihr zu helfen.</p>
<p>Ich rüstete mich für den schlechtesten Fall und bat Anouk später zu erklären, dass ich mir vielleicht aus einem Repertoire aus verloren gegangenen Hosen mir einen Ersatz aussuchen soll, um wenigstens den Rückflug einigermassen würdevoll durchzuführen.</p>
<p>Plötzlich suchten drei Personen den Stoff, den meine Beine umhüllen sollten. Plötzlich wurde mir klar, warum es uns im Grunde untersagt war, Teile der Uniform extern reinigen zu lassen. Ich machte mir Gedanken, wie ich einen möglichen Verlust meiner Airline melden würde. Mich nervte plötzlich wieder mein kopfloses Herumgevögele, das mich nun ein weiteres Mal in der Gegenwart einholt.</p>
<p>Plötzlich platzte ein herzhafter Lachanfall aus Anouk heraus. Ich spürte, wie ihre Stirn sich an meiner linken Schulter abstützte und sie in meine Brust lachte.</p>
<p>&bdquo;Eine Pointe von Conan?&ldquo;, wollte ich überrasch von ihr wissen.</p>
<p>&bdquo;Nein. Deutscher Pilot und seine Hose. Das war ja irgendwie sowas von klar&ldquo;, sprach sie und lachte gleich weiter. Ich tat es ihr gleich. Tja, wenn&rsquo;s mal nicht läuft, dann läuft&rsquo;s nicht. &bdquo;Tut mir so leid, dass ich dich in eine solche Situation gebracht habe&ldquo;, entschuldigte sich Anouk bestens amüsiert.</p>
<p>&bdquo;Ich habe mich in diese Situation gebracht&ldquo;, sprach ich wieder etwas ernsthafter. Wie befürchtet traten nun der Chef sowie die junge Mitarbeiterin mit einer schlechten Nachricht an uns heran.</p>
<p>&bdquo;Habt ihr eine Ersatzhose?&ldquo;, übermittelte Anouk mein Anliegen sogleich auf Italienisch. Ohne lang zu warten, brachte der Patron ein paar Hosen, die wohl schon lange nicht abgeholt wurden. Zeitgleich füllte ich ein handgemachtes Formular aus, für den Fall, dass die Hose doch auftauchen sollte. Der Besitzer staunte nicht schlecht, als er eine Adresse in Dubai erblickte.</p>
<p>Ich versuchte auf Teufel komm raus eine Hose auszuwählen, die dem Blau unserer Uniform nahekommt. Anouk erwies sich dabei als äusserst hilfreich. Ich durfte zwei Hosen mitnehmen. Zurück im Hotel realisierte ich, dass ich für eine der beiden locker fünf bis zehn Kilo zulegen müsste. Die andere passte am Bund hervorragend und auch die Farbe stimmte fast überein. Doch sie war wie eine Hochwasserhose geschnitten, sprich meine Beine gut 4&ndash;5 Zentimeter zu lang.</p>
<p>Anouk lachte herzlich, als sie mich in der zweiten Hose erblickte. Ich hörte die charmante Frau wieder glucksen. &bdquo;Meine Güte. Seit wir uns kennen, sind deine Hosen stets ein Thema. Wenigstens passt die Farbe&ldquo;, sprach die Frau aus Monaco blendend amüsiert, als ich für einen Abgleich meinen Uniformblazer angezogen hatte. Ich atmete etwas frustriert aus.</p>
<p>&bdquo;Hast du einen konstruktiven Vorschlag, was ich machen soll? Ich habe keine Ahnung. Soll ich meine Blue Jeans anziehen oder diese olle Hochwasserhose? Bei der Jeans gäbe es vielleicht Probleme wegen der Uniform am Flughafen und das andere sieht einfach bescheuert aus&nbsp;&hellip;&ldquo;, sprach ich etwas genervt.</p>
<p>&bdquo;Ich weiss garnicht, was du hast. Hochwasserhosen passen doch ausgezeichnet zu Venedig&ldquo;, scherzte sie grinsend und musterte meine Reaktion. Ich gab ihr einen Kuss. Sie grinste gewinnbringend. Anouk erachtete die zu kurze Hose als das kleinere Übel. Ich stimmte ihr zu. Was soll&rsquo;s. Ich habe gare keine anderen Optionen. Nachdem sich die monegassische Traumfrau wieder gefangen hatte, beobachte ich, wie Anouk sich für den Flug herzurichten begann. Sie schien alles routiniert und irgendwie prozessual abzuwickeln, jeder Handgriff sass. Ich war überrascht, wie aufwändig sie sich frisiert hatte und wie langwierig das Schminken war. Unzählige Döschen, Stifte, Pinsel und Schatullen nutzte Anouk, um sich zu gemäss den Vorgaben unserer Airline zu stylen. Für mich sah es so aus, als ob sie sich für eine Theaterrolle bereit machen würde.</p>
<p>Ich hatte das Gefühl, dass sich das für den Flug herauszuputzen bei Zsa Zsa damals weniger aufwändig war. Nicht dass die Ungarin hübscher gewesen wäre, sondern weil sie es vielleicht nicht so genau nahm wie meine jetzige Freundin. In der Zwischenzeit schaute ich mir das Briefing Package meiner Fluggesellschaft kurz an und bereitete mich auf den bevorstehenden Rückflug vor. Sporadisch schielte ich zu Anouk. Sie war unglaublich süss zu beobachten. Ich liess den Song &bdquo;Angel&ldquo; von Jack Johnson laufen, was Anouk ein Grinsen entlockte.</p>
<p>&bdquo;Warum der Song?&ldquo;, wollte sie von mir wissen. Wir blickten uns tief in die Augen.</p>
<p>Einfach so. Mir war gerade danach&ldquo;, antwortete ich, mein Blick haftete noch immer felsenfest in ihren traumhaften Augen. Sie lief rot an, ich lächelte ihr ins Gesicht. Sie wusste es, auch wenn ich mich über ihren Anblick verdeckt hielt.</p>
<p>Danach zog ich mein Hemd an und die fremde Hose streifte ich zuletzt über meine Beine. Irgendwie fragte ich mich, wer jetzt gerade meine Uniformhose mit meiner Personalnummer sowie dem nicht so schmucken Barcode auf der Innenseite des Bundes anhatte. Ist es vielleicht ein Banker, der einem Kunden einen ohne Herzblut verwalteten Fonds andrehen will oder ein Pastor, der während eines Gottesdienstes monoton einen Bibelvers vorliest? Ich visualisierte aber auch einen Anwalt, der gegenüber einem Mandanten seinen übertrieben hohen Kostenvoranschlag verteidigt sowie einen Unternehmensberater, der bei einer schmucken PowerPoint-Präsentation gerade den Namen eines alten Kunden durch den eines neuen ersetzt, um dem Unternehmen die gleiche Strategie zu verkaufen.</p>
<p>Jedenfalls blickte ich kurz ins Gesicht der nun fertig geschminkten Monegassin. Ich vergass die Tiefwasserhose augenblicklich. Sie war bildhübsch, doch offen gestanden gefiel sie mir dezent geschminkt etwas besser. Selbst ohne Schminke war sie eine Augenweide. Sie hatte all das nicht nötig. Doch die elegante Art und Weise, wie sie ihr Haar zu kämmen pflegte, oder wie graziös sie ihr Make-up aufzutragen wusste, faszinierte mich.</p>
<p>Bei dem Anblick kam überraschend ein Gedanke auf, der mich beflügelte aber ebenso an meiner Beziehungsfähigkeit zweifeln liess. Diese gedankliche Kapriole kam für mich viel zu früh, hätte für jeden klar denkenden Menschen ein Tabu bleiben müssen. In mir keimten plötzlich Gedanken an meine ungeborene Tochter auf. Wahrscheinlich würde sie ebenso gebannt und stillschweigend wie ich Anouk eines Tages beim Schminken beobachten, um sich ihre Techniken und Abläufe abzuschauen, um sie später heimlich in ihrem Kinderzimmer vor einem Spiegel nachzuahmen. Anouk wäre sicherlich ein glänzendes Vorbild für das kleine Mädchen, das ihrer Mutter eines Tages in nichts nachste&nbsp;&hellip;</p>
<p>&bdquo;Alles in Ordnung?&ldquo;, wollte Anouk plötzlich liebevoll von mir wissen.</p>
<p>&bdquo;Ja. Ich war nur in Gedanken&ldquo;, sprach ich vielleicht verträumt wirkend.</p>
<p>&bdquo;Du sahst gerade unglaublich glücklich aus&ldquo;, liess sie mich wissen. Ich war von ihrer Beobachtung beflügelt und lief trotzdem aus Scham rot an.</p>
<p>&bdquo;Ich habe an unsere gemeinsame Zukunft gedacht&ldquo;, liess ich durchblicken.</p>
<p>&bdquo;Wenn ich nicht gerade frisch geschminkt wäre, hätte ich dich jetzt ganz fest umarmt und geküsst. Ich will dich aber nicht schmutzig machen&ldquo;, sprach Anouk. Man sah ihr an, dass sie es ernst meinte.</p>
<p>&bdquo;Komm, lass uns heimfliegen&ldquo;, sprach ich zu der hübschen Frau. Wir verliessen ihr Zimmer und checkten aus.</p>
<p>Auf die Frage hin, ob wir einen schönen Aufenthalt gehabt hätten, antwortete meine Freundin selig mit einem &sbquo;Ja&lsquo; und fügte hinzu, dass wir wiederkämen. Dies freute den Rezeptionisten sowie meine Wenigkeit, da sich Anouk genauso wie ich eines Tages wieder von der Magie dieser Stadt verzaubern lassen möchte.</p>
<p>Wir gesellten uns zu den anderen Mitgliedern der Crew. Wir mussten ja schliesslich in Erfahrung bringen, wie deren Aufenthalt war. Maria schwärmte von der Architektur Venedigs, beschwerte sich aber mehrheitlich über das Essen und die Preise.</p>
<p>Während die Spanierin so richtig in Fahrt kam, spürte ich plötzlich Anouks Arm, der sich an meinem Rücken entlang schmiegte und kurz darauf die dazugehörige Hand, die sie tiefenentspannt und mit einer kaum fassbaren Selbstverständlichkeit zärtlich auf meiner rechten Hüfte ablegte. Sie bekannte sich öffentlich zu unserer Beziehung. Ich war total geflasht. Es war so, als ob das schönste Neujahrsfeuerwerk gerade vor mir abgehen würde. Die Situation war mir erstaunlicherweise keineswegs peinlich.</p>
<p>Ebenso erstaunt über den Vorgang waren Maria und ein paar andere Crew-Angehörige. Sie liessen es sich kaum anmerken, doch das Nonverbale sprach mehr als tausend Worte.</p>
<p>&bdquo;Ich sehe, ihr habt euch gut verstanden&ldquo;, sprach Maria zu uns, nachdem ihre Ausführungen über ein angeblich schlechtes Preis-Leistungs-Verhältnis zu einem Ende gekommen waren. Sie sprach zu uns, blickte aber primär zu Anouk.</p>
<p>&bdquo;Ja, wir hatten eine traumhafte Zeit&ldquo;, sprach die Monegassin und streichelte gegen den Schluss ihrer Aussage auf meinem Rücken auf und ab. Es wirkte alles so vertraut.</p>
<p>&bdquo;Ja, wir sind zusammen&ldquo;, sprach ich das vielleicht Offensichtliche aus.</p>
<p>&bdquo;Wow, ich bin noch nie während einer Rotation mit einer Pilotin zusammengekommen&ldquo;, scherzte Kevin aus Manchester mit seinem gewinnbringenden Slang aus der Industriestadt. Ich wusste zwar nicht, was mein Job jetzt damit zutun hat, nahm es aber so auf, als ob er vielleicht im Subton durchblicken lassen wollte, dass wieder mal eine Flugbegleiterin einen Piloten abschleppen wollte. Vielleicht habe ich das auch nur in seine Aussage hineininterpretiert. Ich hatte aber keine Antwort für ihn bereit.</p>
<p>&bdquo;Haha, dann hättest du dich eher an Stacy als an uns halten müssen&ldquo;, sprach Benisha, eine Südafrikanerin mit indischen Wurzeln.</p>
<p>&bdquo;Wer hätte sich an mich halten müssen?&ldquo;, mischte sich Stacy von hinten an Benisha heranpirschend ein. Mein Captain legte wie ein guter Kumpel ihre Hand auf Benishas Schulter und lächelte sie mit ihrem breiten Stacy-Johnson-Grinsen freudig an. Ich freute mich, sie zu sehen &ndash; als Kumpan.</p>
<p>&bdquo;Amélie und Martin sind zusammen&ldquo;, sprach Benisha unglaublich fröhlich. Sie schien sich für uns zu freuen.</p>
<p>&bdquo;Anouk&ldquo;, korrigierte meine Freundin freundlich. Es wirkte keineswegs vorwurfsvoll.</p>
<p>&bdquo;Sorry. Ich kann mir deinen Namen einfach nicht merken&ldquo;, sprach die indisch aussehende Flugbegleiterin aus Pretoria.</p>
<p>&bdquo;Kein Thema. Ich wollte nicht, dass Gerüchte aufkommen, dass Martin sowohl mit mir als auch einer Unbekannten namens Amélie zusammen ist&ldquo;, sprach Anouk scherzhaft.</p>
<p>&bdquo;Das würde zu Martin passen&ldquo;, scherzte Stacy. Irgendwie hielt ich diesen Spruch für ziemlich doof. Sie kennt mich, im Vergleich zu den anderen. Aber sie muss doch meine Altlasten nicht vor mir fremden Personen publik machen, besonders nicht vor Anouk. Für die anderen war sie ein Kapitän, mit dem ich zufällig einen Flug abwickele. Dass wir eine kurze gemeinsame Vergangenheit geteilt haben, uns gut kannten, wusste die Crew nicht. Ich hoffe, Stacy hat das auf dem Radar.</p>
<p>Meine Freundin blickte etwas überrascht zu mir, als ob sie vorsichtig meine Reaktion prüfen würde. Sie sah mir an, dass ich mich unwohl fühlte. Ich hätte gern gesagt, dass ich nicht Jörg Kachelmann bin. Da aber niemand ausser mir Anspielungen aus dem deutschsprachigen Raum verstanden hätte, liess ich es bleiben. Ich kannte niemanden, der weltweit berühmt dafür war, mehrere Beziehungen gleichzeitig zu führen.</p>
<p>&bdquo;Danke für deinen geistreichen Kommentar&ldquo;, verliess meine Lippen in Richtung Stacy.</p>
<p>&bdquo;Das sind aber gute Neuigkeiten&ldquo;, entgegnete Stacy und lächelte Anouk und mich abwechslungsweise an, gefolgt von einer kollegialen Umarmung. Zuerst Anouk, dann war ich an der Reihe. Der blöde Spruch von gerade eben wurde durch die Gegenwart getilgt. Anouk und Stacy schwatzen munter miteinander, als wir uns zum Bus aufmachten, der uns zum Flughafen fährt.</p>
<p>Der Flug aus Dubai hatte etwas Verspätung. Die Besatzung wartete am Gate und wir blickten auf den A330-200, der gemächlich zu seinem Standplatz rollte. Zusammen mit kleinen Kindern und Luftfahrtsenthusiasten standen Stacy und ich vor der grossen Scheibe und schauten auf das Geschehen auf dem Vorfeld.</p>
<p>&bdquo;Sag mal. Warum ist deine Uniformhose plötzlich so kurz?&ldquo;, wollte Stacy überraschend von mir wissen und grinste dabei breit. Ich hatte den Sachverhalt bereits erfolgreich verdrängt.</p>
<p>&bdquo;Wir haben meine Hose zu einer Wäscherei gebracht und sie haben das gute Stück leider verloren. Das hier ist eine Ersatzhose. Die Beste, die zur Verfügung stand&ldquo;, antwortete ich.</p>
<p>Stacy begann daraufhin hysterisch zu lachen. Man sah ihr an, dass es ihr peinlich war, so die Beherrschung verloren zu haben. Irgendwie waren die Passagiere um uns rum aber fröhlich, einen herzhaft lachenden Kapitän zu erblicken.</p>
<p>Ein Kind schaute Stacy erstaunt an und fragte, was so lustig ist. &bdquo;Schau mal, wie stark mein Copilot über Nacht gewachsen ist&ldquo;, sprach Stacy zu dem aufgeweckten Mädchen.</p>
<p>&bdquo;Wow&ldquo;, hauchte das Mädchen voller Erstaunen, als sie mich in meinen zu kurzen Hosen erblickte.</p>
<p>&bdquo;Spinat funktioniert wirklich&ldquo;, sagte Stacy zu dem Mädchen, das meiner Kommandantin zunickte. &bdquo;Wohin fliegst du, meine Süsse?&ldquo;, wollte Stacy von ihr wissen.</p>
<p>&bdquo;Zurück nach Dubai&ldquo;, sprach die Tochter eines Expats. Stacy wollte wissen, wo ihre Mutter sitzt und fragte nach dem Ticket ihrer Tochter.</p>
<p>&bdquo;Wenn du mitkommen willst, zeige ich dir mal das Cockpit und den Flieger&ldquo;, sprach Stacy zu dem Mädchen und ihrer Mutter. Das Mädchen war begeistert und ihre Mutter willigte ein, ihre Tochter nachher in Cockpit abzuholen.</p>
<p>Die Besatzung, die den Airbus aus Dubai gebracht hat, verliess den Flieger. Wir winkten uns zu oder grüssten flüchtig die Kollegen. Ich kannte niemanden. Über die Fluggastbrücke betraten wir den Flieger, mit dabei die kleine Suzanne, die mutig genug war, mit fremden Erwachsenen den Flieger zu betreten. Sie war sichtlich stolz.</p>
<p>Wir gingen direkt ins Cockpit, besprachen den bevorstehenden Flug. Stacy nahm daraufhin das Mädchen mit zum Outside Check. Suzanne zog hierzu extra eine gelbe Sicherheitsweste an und konnte sich jetzt das Flugzeug aus nächster Nähe anschauen. Sie wirkte in der Weste irgendwie süss aber auch gewissermassen verloren.</p>
<p>In der Zwischenzeit fütterte ich das sogenannte MCDU mit unserem Zielflughafen, Ausweichflugplatz, der Flugroute und allerlei anderen Informationen, die für unseren heutigen Flug relevant sind. Heute bestand meine Aufgabe primär darin, Stacy in ihrer Rolle als fliegender Piloten zuzuarbeiten, den Sprechfunk durchzuführen sowie Stacys Aktivitäten aufmerksam zu überwachen und gegebenenfalls einzuschreiten.</p>
<p>Ich war fokussiert, aber offengestanden fehlte mir Anouk manchmal für den Bruchteil einer Sekunde. Klingt bescheuert. Aber die Omnipräsenz dieser zauberhaften Frau hat mir in den vergangenen 48 Stunden neues Leben eingehaucht. Jeder Moment mit ihr war wie ein Stück vom Himmel.</p>
<p>Glücklicherweise konnte ich die Gedanken verdrängen und war konzentriert bei den Flugvorbereitungen. Suzannes Eltern holten ihre Tochter dankbar aber ohne ausschweifendes Geplänkel ab. Sie haben wohl mitbekommen, dass Stacy und ich die Kiste trotz verspäteter Ankunft des Flugzeugs baldmöglichst in die Luft bringen wollten.</p>
<p>Wir ackerten uns effizient durch alle Abläufe durch, für privates war keine Zeit. Aus Sicherheitsgründen ist vom Rollen bis zu einer definierten Flughöhe untersagt, über nicht betrieblich Notwendiges zu sprechen. Stacy lenkte den grossen Vogel auf dem Rollweg mit dem gleichen Blick, wie sie damals ihren BMW auf den Strassen von Dubai steuerte. Der Start sowie der Steigflug verlief ohne die geringsten Vorkommnisse.</p>
<p>Ich blickte auf den Höhenmesser und sah, wie das Band eine Höhe von 10&nbsp;000 Fuss überschritt und im Begriff war, weiter auf unsere Reiseflughöhe zu steigen. Als der Wert keine Sekunde später auf 10 040 Fuss kraxelte, vernahm ich Stacys Stimme.</p>
<p>&bdquo;So. jetzt sag mal. Wie war dein Aufenthalt? Ich will alles wissen&ldquo;, sprach mein Kapitän freundschaftlich.</p>
<p>&bdquo;Es war unglaublich. Viel gesehen, viel erlebt. Und zum Glück habe ich mich entschieden in die Oper zu gehen&ldquo;, erzählte ich und wollte noch weiter ausführen, um auf Anouk sprechen zu kommen.</p>
<p>&bdquo;Gib es zu, du wolltest ihretwegen dort hin&ldquo;, sprach Stacy grinsend.</p>
<p>&bdquo;Es hörte sich gut an und ich war in Stimmung mal eine Vorstellung zu erleben&ldquo;, sprach ich.</p>
<p>&bdquo;Wärst du mit Kevin auch in die Oper gegangen?&ldquo;, hakte Stacy spitzbübisch nach. Ich spürte keinen Ansatz von Eifersucht oder von Vorwürfen in ihrer Stimme. Trotzdem erschrak ich aufgrund ihrer Aussage. Selbst ich habe mir vor zwei Tagen die exakt gleiche Frage gestellt und mit einem Nein beantwortet.</p>
<p>&bdquo;Kevin ist ein Charakterkopf und man muss schon in Stimmung sein, pro Minute drei Pointen zu hören. Aber das mit Anouk war unglaublich. Alles fühlte sich so unglaublich natürlich an. Ich würde es noch einmal genau so machen&ldquo;, begann ich zu erzählen.</p>
<p>&bdquo;Wow, das freut mich für dich. Was habt ihr alles gesehen?&ldquo;, wollte Stacy aufrichtig interessiert von mir wissen. Sie schien sich wirklich für mich und Anouk zu freuen.</p>
<p>&bdquo;Also das &sbquo;Teatro La Fenice&lsquo; versteht sich. Auch eine charmante Buchhandlung haben wir besucht. Dort sind die meisten Bücher wegen des Hochwassers auf Gondeln ausgestellt. Aber nach der Aufführung waren wir so müde, dass wir spontan ein Hotel in der Altstadt gebucht haben&ldquo;, fuhr ich fort, als sich Stacy perfekt getaktet in meinen Monolog einbrachte.</p>
<p>&bdquo;Also ihr habt schon&nbsp;&hellip;?&ldquo;, sprach sie kryptisch, ich wusste aber bescheid.</p>
<p>&bdquo;Nein, ich wollte noch warten. Es gab in jüngster Vergangenheit jemand anderes. Ich wollte nicht gleich unmittelbar danach mi einer anderen Frau loslegen&ldquo;, sprach ich zwar durch die Blumen, doch ich sah Stacy an, dass sie genau wusste, über wen ich gerade gesprochen habe. Sie wirkte gerührt.</p>
<p>Sie streckte irgendwo zwischen bedacht und eilig ihren rechten Arm aus und griff nach meinem Unterarm. Ich spürte ihre Hand nur marginal auf meinem Ärmel. &bdquo;Ich wünsche euch alles Glück dieser Welt. Diese Person aus der jüngsten Vergangenheit ist bestimmt auch okay damit. Da bin ich mir ganz sicher. Anouk ist goldig&ldquo;, sprach Stacy, als sie meinen Unterarm mit einer Auf- und Abbewegung zu streicheln begann. Sie lächelte mir zu. Ich war für diesen Wink mit dem Zaunpfahl äusserst dankbar.</p>
<p>&bdquo;Und wir waren an einem Dorffest in Burano, einem Fischerdorf mit vielen bunten Häuschen. Es war herrlich. Oh, und wir haben &sbquo;The Tonight Show with Conan O&rsquo;Brien&lsquo; angeschaut&ldquo;, wechselte ich das Thema, um nicht noch mehr über die Beziehungsebene zwischen Stacy und mir zu schnacken. Die Britin grinste mich an. Ich wusste nicht weswegen.</p>
<p>&bdquo;Gyyyyllenhaaaaal&lsquo;en&ldquo;, plärrte Stacy so, wie es gestern Conan tat, als er sich über den Namen seines halbschwedischen Studiogasts lustig gemacht hatte. Ich musste herzhaft lachen.</p>
<p>&bdquo;Auch geschaut?&ldquo;, fragte ich, als ich wieder Luft zum Atmen hatte.</p>
<p>&bdquo;Ja, gestern Abend im Hotel&ldquo;, antwortete sie grinsend. &bdquo;Gyyyyllenhaaaaal&lsquo;en&ldquo;, erklang es erneut. Ihre Pointe kam wieder mit einem perfekten Timing.</p>
<p>&bdquo;Halt, halt, halt, liebes Fräulein. Du bist mir noch eine Antwort schuldig. Was hast du vor Conan alles in Venedig erlebt?&ldquo;, wollte ich von ihr wissen.</p>
<p>&bdquo;Du würdest mit den Augen rollen, wenn ich nochmals &sbquo;Gyyyyllenhaaaaal&lsquo;en&lsquo; sagen würde, stimmt&rsquo;s?&ldquo;, fragte sie keck und grinsend. Ich rollte mit den Augen, und Stacy lachte herzhaft.</p>
<p>&bdquo;Jetzt im Ernst. Ich hatte echt &rsquo;ne tolle Zeit, obwohl nichts Spektakuläres passiert ist. Wir haben gute Gespräche geführt, lecker Italienisch gegessen. Ich habe mit ihren Kindern Lego und Tea-Party gespielt, es war einfach herrlich und unverkrampft. Und ich fand es schön bei den Spaziergängen die vielfältige Natur zu sehen. Das fehlt mir in Dubai am meisten. Es war ein Stück heile Welt. Und das Beste ist, ich kann Maggie über fünf Jahre lang nicht sehen, und wenn ich mit ihr zusammen bin, ist es wieder so wie gestern. Und sie hat eine tolle Familie wie aus dem Bilderbuch&ldquo;, sprach Stacy unglaublich herzlich. Ich konnte förmlich spüren, wie gut ihr der Besuch getan hat.</p>
<p>&bdquo;Es sei dir gegönnt, dass du eine schöne Zeit erleben durftest. Du hast im Hotelrestaurant erzählt, dass die Kinder schon früh losgelegt haben? Hoffentlich war es nicht zu streng?&ldquo;, fragte ich aufrichtig interessiert.</p>
<p>&bdquo;Scheisse ja. Das war fast kriminell. Die Tochter kam um halb sechs zu mir ins Gästezimmer kuscheln, weil wir ganz dicke waren. So eine Süsse&ldquo;, schwärmte Stacy. Ich hoffe, ich bekomme auch mal so ein warmherziges und zauberhaftes Mädchen. Nur eins&ldquo;, fügte sie schmachtend hinzu.</p>
<p>&bdquo;Das wirst du ganz bestimmt. Wie die Mutter, so das Kind&ldquo;, fügte ich an.</p>
<p>&bdquo;Es war schön. Aber mir wird beim Gedanken bange, jeden Tag und jede Nacht für ein Kind da zu sein. Krankheiten, schlaflose Nächte nach einem Action-Film. Vielleicht bin ich schon zu alt dafür. Jedenfalls spüre ich heute ein gewisses Schlafdefizit&ldquo;, erklärte Stacy und gähnte, während sie sich geradezu in die Sitzlehne kuschelte.</p>
<p>&bdquo;Ist schon etwas früh für &sbquo;Controlled Rest&lsquo;, findest du nicht?&ldquo;, neckte ich Stacy, die prompt lachte. Unter diesem Begriff verstehen wir Piloten eine kurze Ruhepause im Cockpit, in der wir für rund eine halbe Stunde von den Aufgaben der Flugdurchführung entbunden sind. So können wir kontrolliert ein Nickerchen machen oder uns entspannen, während der andere Pilot die Kontrolle übernimmt und Maschine aufmerksam überwacht. Auf diese Art halten wir unsere Leistungsfähigkeit während eines Fluges oder langen Arbeitstages aufrecht und beugen Übermüdung vor. Selbstverständlich ist dieses Prozedere klar geregelt. &bdquo;Du bist nicht zu alt. Du machst das sicher fabelhaft, wenn es so weit ist&ldquo;, baute ich Stacy auf.</p>
<p>&bdquo;Zuerst muss ich noch den Vater meiner Kinder finden, dann schauen wir weiter&ldquo;, sprach Stacy grinsend. &bdquo;Ahhh&ldquo;, stiess meine Kommandantin irgendwie erfreut wirkend aus, als ob sie ein Gedanke eingenommen hat. Sie griff zu einem Papier und begann mit Kugelschreiber was zu schreiben. Sie wirkte äusserst konzentriert aber auch angetan. Ich musste an den Hinflug denken und hoffte, dass der Inhalt diesmal jugendfrei ist. Stacy schien nicht mehr damit aufhören zu wollen, ihre Gedanken zu Papier zu bringen. &bdquo;Hier, für dich&ldquo;, sagte sie etwas schüchtern wirkend und überreichte mir die Notiz, genauer gesagt einen halben Aufsatz.</p>
<p><em>&bdquo;Lieber Martin,<br />
Ich freue mich sehr für dich, dass du mit Anouk einer tollen Frau begegnet bist und Amor euch beide getroffen hat. Es tut mir leid, dass ich dir auf dem Hinflug ein so unmoralisches Angebot unterbreitet habe. Ich hoffe, dass es für dich nicht unangenehm war, Anouk genau nach diesem &sbquo;Vorfall&lsquo; kennen und lieben gelernt zu haben. Es war unbeschreiblich und ich hoffe, dass nichts zwischen uns steht und wir weiterhin gute Freunde bleiben können. Wie gesagt, ich freue mich sehr für euch und ich will, dass du weisst, dass es bei mir keine Erwartungshaltung gibt. Es war schön und einmalig. Bist du noch immer mein Kumpel?&ldquo;, las ich mit einem Grinsen.</em></p>
<p>&bdquo;Kumpel, gewiss. Und vielen Dank für alles&ldquo;, schrieb ich als Antwort auf das Papier und reichte ihn Stacy. Diese lächelte erleichtert und liess die Notiz in ihrem Crew-Bag verschwinden.</p>
<p>Ich erblickte den Waypoint mit der Bezeichnung &sbquo;NAMAN&lsquo; auf dem Navigationsbildschirm. Ab diesem Punkt wechseln wir von Istanbul zu Ankara Control, sodass ich schon die entsprechende Funkfrequenz in weiser Voraussicht vorbereitet hatte. Ich meldete mich danach mit Flugnummer und Flughöhe und erhielt speditiv die Freigabe für den entsprechenden Luftraum. Jetzt ging es quer durch die Türkei, danach streiften wir kurz Syrien, damit wir den halben Irak, Kuwait sowie den Persischen Golf überfliegen konnten. Angeflogen wird heute die Piste 30L.</p>
<p>Ein Anruf aus einer Küche. Stacy nahm wie der Blitz ab. Ich hörte sie sagen:</p>
<p>&bdquo;Mhmm, mhm. Ja, ich denke schon &hellip; Ich glaube, dass Martin es mit seinen Hochwasserhosen zu schätzen weiss, wenn du zu uns kommst&ldquo;, sprach Stacy und kicherte etwas, als sie den Satz zu Ende gebracht hatte. Ach ja, kannst du mir noch einen Kaffee bringen, ich bin todmüde&ldquo;, sprach Stacy gähnend in den Hörer. &bdquo;Super. Vielen Dank &hellip; also bis gleich&ldquo;, beendete die Britin das Gespräch.</p>
<p>&bdquo;Anouk?&ldquo;, wollte ich neugierig wissen.</p>
<p>&bdquo;Deine Freundin ist ein Schatz. Sie bringt mir Kaffee&ldquo;, schwärmte Stacy.</p>
<p>&bdquo;Sie ist toll. Hast du nichts für mich bestellt?&ldquo;, neckte ich sie.</p>
<p>&bdquo;Du hast doch schon alles&ldquo;, wetterte Stacy mit ganz viel Charme.</p>
<p>&bdquo;Ein kleiner Snack geht immer&ldquo;, sprach ich erklärend.</p>
<p>&bdquo;Nicht, dass auf einmal auch noch dein Hemd spannt. Mit der Hose zusammen würde deine Garderobe sehr zu wünschen übrig lassen&ldquo;, neckte mich Stacy.</p>
<p>&bdquo;Möchtest du wegen der Müdigkeit ein Nickerchen machen, oder geht&rsquo;s noch? Ich bin topfit&ldquo;, fragte ich meinen Pilot in Command.</p>
<p>&bdquo;Topfit? Hast du nicht die ganze Nacht durchgemacht?&ldquo;, wollte Stacy von mir wissen. Sie verzog ihr Gesicht, als ob sie nicht an den Cockpit Voice Recorder gedacht hätte.</p>
<p>&bdquo;Wir haben keine Anstrengungen in diese Richtung unternommen&ldquo;, sprach ich kryptisch. Stacy wirkte überrascht aber zufrieden.</p>
<p>Anouk erbat Einlass und ich freute mich, sie zu sehen. Sie lief schnurstracks strahlend zu mir und realisierte, dass sie noch immer den Kaffee für Stacy in den Händen hielt. Sie überreichte ihn meiner Kommandantin über die Fensterseite, damit sie nichts über die Instrumente verschütten kann. Sicherheit geht nunmal vor. Ich bekam einen Kuss von der Monegassin, die mich verliebt anlächelte und sich auf den Jumpseat hinter Stacy und mir setzte.</p>
<p>&bdquo;Schön, dich zu sehen. Ich habe dich vermisst&ldquo;, verliess meinen Mund.</p>
<p>&bdquo;Ich dich auch&ldquo;, erwiderte Anouk.</p>
<p>&bdquo;Ihr seid süss, ihr zwei&ldquo;, sprach Stacy.</p>
<p>Wir sprachen über dieses und jenes und hatten eine relaxte Atmosphäre. Stacy bekam von einer anderen Kollegin noch ihr Hotmeal und Anouk verliess uns schon viel zu schnell. Ich hätte sie bis Dubai bei uns ganz vorn haben können.</p>
<p>Mittlerweile setzte der Sonnenuntergang ein und die Wolken unter uns wurden in einen Schleier aus orange und lila gehüllt. Dieser Anblick erfüllt einen jeden Romantiker mit Dankbarkeit, dass man so etwas Schönes mit einer berufsbedingten Häufigkeit erblicken darf. Plötzlich rückt das Terrestrische in den Hintergrund.</p>
<p>&bdquo;Weisst du was, Martin?&ldquo;, stellte mir Stacy plötzlich eine rhetorische Frage.</p>
<p>&bdquo;Nein, Clementine. Ich weiss es nicht&ldquo;, sprach ich mit einer gesunden Erwartungshaltung.</p>
<p>&bdquo;Also Werner. Ich glaube, das mit Sonja musste so sein. Sonst wärst du nie mit Anouk zusammengekommen. Die ist echt der Hammer. Hübsch, charmant und sie wirkt solide&ldquo;, sprach Stacy.</p>
<p>&bdquo;Ja, genau. Sie wirkt solide, nicht wahr?&ldquo;, wollte ich nochmals von Stacy versichert bekommen. Ich hatte genau das gleiche Gefühl.</p>
<p>&bdquo;Ja. Die würde niemals so einen Quatsch wie Sonja anstellen. Mach keine Fehler, dann wird das eine unglaublich schöne Liebesgeschichte werden&ldquo;, sprach Stacy.</p>
<p>&bdquo;Ich hoffe. Es ist zu gut, um wahr zu sein. Ich hoffe wirklich, dass ich nichts falsch mache&ldquo;, sprach ich.</p>
<p>&bdquo;Was soll schon schiefgehen? Anouk ist ein Selbstläufer. Das solltest du diesmal hinbekommen&ldquo;, sprach Stacy zuversichtlich. Ihr Wort in Gottes Ohr.</p>
<p>Der Flug schritt ereignislos voran, die Nacht brach allmählich herein und über dem Persischen Golf besprachen Stacy und ich den Anflug. Wenn alles gut geht, kommen wir vielleicht ein paar Minuten vor der planmässigen Ankunftszeit an. Bei mir stellte sich in letzter Zeit ein Gefühl des Nachhausekommens ein. Mittlerweile kannte ich an meiner sogenannten Homebase praktisch jedes Anflugverfahren, jeden Waypoint, ab dem der Endanflug beginnt. Ein schönes Gefühl.</p>
<p>Was sich heute aber etwas beklemmend anfühlt war, dass ich die kommenden Stunden allein verbringen muss und mich morgen nur ein gemeinsames Mittagessen mit meiner Traumfrau erwartet. Mir fiel ein, dass Anouk und ich noch unsere Nummern austauschen mussten.</p>
<p>Die Nase des Fliegers senkte sich und die Leistung unserer Trent 700-Triebwerke ging zeitgleich zurück. Der Sinkflug begann.</p>
<p>Die Landung in Matar Dubayy ad-duwali (Dubai International Airport) verging problemlos, überpünktlich. Ärgerlich war nur, dass wir aufgrund von technischen Problemen bei einer Fluggastbrücke noch einige Minuten warten mussten, bis die Passagiere den Flieger verlassen konnten. In scha&#039;a &#039;llah (inshallah), wie die Araber zu sagen pflegen.</p>
<p>&bdquo;Soll ich dich mitnehmen? Ich bin mit meinem Auto da&ldquo;, wollte Stacy von mir wissen.</p>
<p>&bdquo;Du hast diesmal keine arabische Zeitung im Auto, oder?&ldquo;, fragte ich schelmisch. Das letzte Mal, als ich bei Stacy im Auto war, musste ich eine Zeitung über meinen Schoss legen, weil Stacy mir einen Handjob gab.</p>
<p>&bdquo;Du bist doch jetzt in festen Händen, Sugar&ldquo;, sprach Stacy flirtend aber ebenso überzeugend.</p>
<p>&bdquo;Auch du hattest damals alles fest im Griff&ldquo;, goss ich schalkhaft mehr Öl ins Feuer. Stacy lachte.</p>
<p>&bdquo;Du bist jetzt vom Markt&ldquo;, konkretisierte Stacy. Es schwang, wenn ich es nicht besser wüsste, etwas Enttäuschung in ihrer Aussage mit.</p>
<p>&bdquo;Und darum hast du keine Zeitung mehr im Auto?&ldquo;, neckte ich sie weiter.</p>
<p>&bdquo;Stimmt genau. Darum sackt meine Allgemeinbildung gerade exponentiell ab&ldquo;, scherzte Stacy.</p>
<p>&bdquo;Tatsächlich. Ich wusste jetzt auch während des Rückfluges nicht, worüber ich mit dir noch reden soll&ldquo;, triezte ich meinen Captain. Stacy grinste und schien die Pointe wohlwollend über sich ergehen zu lassen.</p>
<p>&bdquo;Sugar, ich lasse dich gleich nach Hause laufen&ldquo;, scherzte Stacy und wir packten unsere Sachen und verliessen das Cockpit. Es dauerte knapp eine Minute, bis ich Anouk erblickte. Es war so schön.</p>
<p>&bdquo;Schatz, wir müssen noch unsere Nummern tauschen&ldquo;, liess ich sie gleich wissen. Ich wollte das auf keinen Fall vergessen. Wir bewegten uns über die kleine Treppe am Fingerdock (Fluggastbrücke) zu unserem Bus, der uns vom Flugzeug ins Hauptquartier bringt. Obwohl es dunkel war, genoss ich die angenehme Wärme der Wüstenmetropole.</p>
<p>Anouk und ich setzten uns nebeneinander hin. Obwohl wir es aufgrund der lokalen Sitten nicht tun sollten, griff ich nach ihrer Hand und hielt sie etwas versteckt zwischen uns. Ich spürte unmittelbar darauf, wie ihr Daumen sanft den meinigen streichelte. Wir waren glücklich, wieder vereint zu sein. Der Bus setzte sich im Scheinwerferlicht durchfluteten Vorfeld in Bewegung und wir entfernten uns vom Airbus A330-200, der uns zuverlässig von Venedig nach Dubai gebracht hatte. Anouk strahlte mich erwartungsvoll lächelnd an.</p>
<p>&bdquo;Kommst du mit Stacy und mir noch kurz in den Costa Coffee im EGHQ? Wir haben herausgefunden, dass wir beide in Dubai Marina wohnen und Stacy nimmt mich mit dem Auto mit. Aber sie möchte noch einen Kaffee trinken, weil sie ziemlich müde ist&ldquo;, erklärte ich Anouk.</p>
<p>&bdquo;Klar&ldquo;, war das Wort, mit dem sie zeitgleich ihren Kopf auf meine Schulter legte. Ich wusste nicht, ob sie döste oder lediglich innehielt, um mich zu spüren, oder ob sie einfach nur kuschelte. Ich liess sie sein und fühlte mich geborgen, ihre Nähe zu spüren.</p>
<p>Ich freute mich auf mein Bett, obwohl ich die Nacht heute allein verbringen musste. Gern hätte ich die Zeit im Bus genutzt, um mit Anouk die Nummern zu tauschen oder um für den heutigen Tag einen Plan zu schmieden.</p>
<p>Die kurze Fahrt verging wie im Nu. Die wohlige Wärme von Dubai, sogar nach Mitternacht, tat mir irgendwie gut, vermittelte das Gefühl von zu Hause. Die Stimmung der Crew war irgendwie fröhlich, doch ich glaube, wir wollten alle schnell ins Bett. Denn einige Kollegen und Kolleginnen mussten in weniger als 24h wieder ihren Dienst antreten und womöglich in eine andere Klimazonen fliegen. So, nun durch den Zoll, und danach erwartet uns ein üppiges Abschiedsritual mit Küsschen auf die Backe, Schulterklopfer oder auch Handschlag stehen hoch im Kurs.</p>
<p>An meiner Seite blieb Anouk. Wir wurden geradezu zusammen verabschiedet und mit Gratulationen überhäuft. Stacy war noch im Gespräch mit einer Flugbegleiterin, die von Karachi zurückgekommen war und deren Besatzung neben uns stand.</p>
<p>Ich liess sie wissen, dass Anouk und ich schon Richtung Costa Coffee marschieren. &bdquo;Okay. Also, bis gleich&ldquo;, sprach Stacy flüchtig und ich freute mich, nochmals ein paar Minuten in Zweisamkeit mit Anouk zu verbringen.</p>
<p>Wir hielten wieder Händchen, lösten sie kurz voneinander, alsbald wir einen Einheimischen in einem traditionellen Kandoora-Gewand erblickten. Das ging überraschend schnell.</p>
<p>&bdquo;Ich werde dich heut Abend vermissen&ldquo;, gab ich offen zu.</p>
<p>&bdquo;Ich dich auch. Am liebsten würde ich gleich mit dir mitkommen. Aber ich habe keine Kleider mehr&ldquo;, sprach Anouk.</p>
<p>&bdquo;Glaub mir. Kleider sind absolut kein Problem für mich&ldquo;, scherzte ich.</p>
<p>&bdquo;Keine Kleider&ldquo;, sprach Anouk scharf betont aber humoristisch geprägt. Eine entgegenkommende Purserin schaute uns just in diesem Moment in ihrer dunklen Uniform verwundert aber auch ernst an, nachdem sie diesen Wortfetzen vernommen hatte. Anouk nahm das alles irgendwie locker, lachte und streckte seitlich ihren Ellbogen aus und beschleunigte ihren Schritt. Mit ihrem Ellbogen berührte sie sanft meinen Rücken etwas unterhalb meines Schulterblatts, sodass ich gezwungen war, meine Schritte den ihrigen anzupassen.</p>
<p>Anouk drehte sich nach ein paar gewonnen Metern zur Purserin zurück und winkte ihr charmant lächelnd zu. Auch diese schmunzelte nun und liess uns von dannen schreiten.</p>
<p>&bdquo;Apropos Kleider. Mit dir wird sogar die Präsenz im Hauptquartier zum Spektakel&ldquo;, scherzte ich und nahm Kurs zur Filiale des britischen Kaffeehauses, das heute zu Coca-Cola gehört.</p>
<p>&bdquo;Du hast eine ansteckende Art. Ich musste schliesslich von ihr wegrennen, damit sie nicht auch ein Selfie mit dir als Terence Hill Double macht&ldquo;, flirtete Anouk.</p>
<p>&bdquo;Nervt dich meine Bekanntheit?&ldquo;, neckte ich die Monegassin.</p>
<p>&bdquo;Ich muss schon schauen, dass dich mir niemand wegschnappt&ldquo;, scherzte Anouk halb ernst.</p>
<p>&bdquo;Es gibt nur noch dich und irgendwann mal vier Kinder, vergiss das nicht&ldquo;, sprach ich und sah, wie Anouk gerührt rot anlief.</p>
<p>Am Tresen erwartete uns eine Kenianerin, die die gute Laune in Person verkörperte. Schätzungsweise 110 Kilo an hoch konzentrierter Lebensfreude liessen für uns beide die Nacht zum Tag werden.</p>
<p>&bdquo;Hey Schätzchen, was darf&rsquo;s für dich sein?&ldquo;, fragte die Kenianerin locker flockig ohne Hintergedanken.</p>
<p>&bdquo;Für mich bitte einen &sbquo;Flat White&lsquo; und für meine bessere Hälfte einmal einen &hellip;?&ldquo;, sprach ich und schaute Anouk fragend an.</p>
<p>&bdquo;&hellip; einen Magic bitte&ldquo;, sprach sie fröhlich und konkret zugleich.</p>
<p>&bdquo;Du hast die beste Wahl getroffen, Baby&ldquo;, sprach die fröhliche Barista.</p>
<p>&bdquo;Magic ist einfach der beste Kaffee in eurem Hause&ldquo;, erklärte Anouk begeistert.</p>
<p>&bdquo;Eigentlich meine ich deinen Freund&ldquo;, scherzte die Afrikanerin. Wir alle mussten lachen. Hüftschwingend begab sich die Frau zu ihrer auszubildenden Kollegin und zeigte ihr, was zu tun ist.</p>
<p>&bdquo;Den gebe ich nicht wieder her&ldquo;, sagte Anouk noch immer lachend und schaute mich grinsend an.</p>
<p>&bdquo;Cooler Hüftschwung, Zou Zou. Tanzt du Samba?&ldquo;, sprach ich ihr hinterher und sah den Milchaufschäumer mit Getöse aufdampfen.</p>
<p>&bdquo;Hahaha, für dich und deine Süsse tanze ich Samba, Lambada oder den Tanz der Massai, Schätzchen&ldquo;, sprach sie amüsiert und bewegte sich Hüftwackelnd an eine andere Arbeitsfläche, um ihrer neuen Kollegin was zu zeigen. Ah, in einer Schublade befanden sich also die kurzen Löffel.</p>
<p>Wir nahmen unsere Kaffees in Empfang und setzten uns an einen Vierertisch. Irgendwie war es mir in diesem Moment scheissegal, ob uns jemand sehen könnte. Ich griff nach ihrer Hand und hielt sie nur Sekunden später innig.</p>
<p>&bdquo;Wow, es läuft gerade ein Song von Ed Prosek. Ich habe mir sein Album erst vor zwei oder drei Wochen heruntergeladen&ldquo;, sprach ich überrascht zu Anouk. Dass der Song &sbquo;A Final Word&lsquo; hiess, war mir entfallen.</p>
<p>&bdquo;Die beste Fahrstuhlmusik, die ich je gehört habe&ldquo;, antwortete sie grinsend. Diese Referenz an die Bill Cosby Show erwärmte mein Herz. Ich mochte ihre Art und wusste in diesem Moment, dass ich mit ihr problemlos alt und grau werden könnte.</p>
<p>&bdquo;So, jetzt sitzen wir da, und schauen uns an&ldquo;, beschrieb ich die Situation. Anouk lächelte mich sanftmütig an. &bdquo;Wie geht es weiter?&ldquo;, wollte ich wissen.</p>
<p>&bdquo;Ich hab eine Frage, die etwas in diese Richtung zielt. Ich möchte sie dir stellen, bevor Stacy wieder kommt. Vielleicht falle ich etwas mit der Tür ins Haus. So bin ich vielleicht manchmal&ldquo;, sprach Anouk etwas verlegen.</p>
<p>&bdquo;Sprich. Die Frage wird bestimmt ihre Berechtigung haben. Einfach geradeaus&ldquo;, ermutigte ich sie.</p>
<p>&bdquo;Ich würde dich gern ganz viel sehen&ldquo;, begann sie verhalten.</p>
<p>&bdquo;Das ist doch wunderschön. Geht mir genau gleich&ldquo;, freute ich mich über ihre Aussage.</p>
<p>&bdquo;Könntest du dir vielleicht vorstellen, mittelfristig mit mir in eine gemeinsame Wohnung zu ziehen?&ldquo;, fragte sie schüchtern. Ich war begeistert.</p>
<p>&bdquo;Klar! Du kannst gern bei mir einziehen. Ich wohne im Herzen von Dubai Marina. Die Wohnung ist ein Traum, du wirst sehen. Sie ist wie ein Jackpot. Ich weiss nicht, warum ich so ein &sbquo;Bijou&lsquo; bekommen habe&ldquo;, sprach ich, um auch mal ein französisches Wort zu benutzen.</p>
<p>&bdquo;Ähm, wie soll ich sagen. Ich würde gerne zusammen in eine neue Wohnung ziehen&ldquo;, sprach Anouk ganz sympathisch und kompromisssuchend.</p>
<p>&bdquo;Möchtest du dir meine nicht zuerst einmal anschauen?&ldquo;, wollte ich wissen, da ich meine Wohnung wirklich mochte.</p>
<p>&bdquo;Wie soll ich sagen. Irgendwie belastet mich die Vorstellung mit dir in deinem Bett zu schlafen, wo schon am ersten Abend eine Frau mit dir darin gelandet ist. Es tut mir so leid. Ich fühle mich einfach nicht wohl beim Gedanken, eine von vielen zu sein. Ein neuer Ort würde mir da helfen&ldquo;, erklärte die Monegassin. Ich habe das nicht kommen sehen, obwohl ich ihr Anliegen irgendwie gut nachvollziehen konnte.</p>
<p>&bdquo;Okay &hellip; ähm. Ich verstehe&ldquo;, verliess meine Lippen wohl nachdenklicher, als ich es gerne gehabt hätte. Ich streichelte ihren Daumen und sie tat es mir gleich. Sie schaute mir tief in die Augen.</p>
<p>&bdquo;Es tut mir so leid. Ich weiss, dass das viel verlangt ist und ich schäme mich dafür, dass ich so eifersüchtig bin&ldquo;, sprach sich Anouk entschuldigend aus. Sie wusste, dass das nicht der kleine Finger, sondern die ganze Hand war.</p>
<p>&bdquo;Schau, ich kann dich verstehen. Und wie ich gesagt habe. In den letzten Monaten sind ganz viele Dummheiten passiert. Und wenn das der Preis ist, um mit meiner Traumfrau durchzustarten, dann soll es so sein&ldquo;, willigte ich ein. Anouk war mir wichtiger wie meine Wohnung und Dubai Marina.</p>
<p>&bdquo;Das würdest du für mich tun?&ldquo;, sprach Anouk gerührt und nahe am Wasser gebaut.</p>
<p>&bdquo;Aber ja&ldquo;, sagte ich kompromisslos. Mein Entscheid überraschte selbst mich. Und es fühlte sich richtig an. &bdquo;Komm, lass uns die Nummern tauschen&ldquo;, ermunterte ich meine Freundin, die prompt in ihrer Uniformtasche nach ihrem Handy wühlte. Ich erblickte darin das Buch, das Anouk in der &sbquo;Libreria Acqua Alta&lsquo; gekauft hatte. Mir wurde bei dieser Erinnerung warm ums Herz und ich realisierte erneut, wie magisch der Aufenthalt mit ihr in Venedig war.</p>
<p>&bdquo;Also, meine Nummer &hellip;&ldquo;, sprach Anouk erwartungsvoll, als ob sie nun erzählen würde, an wen der Oscar verliehen würde. Ihre Nummer war für mich von grösserer Tragweite als der goldene Pokal, mit Sicherheit. Sie ruckelte auf ihrem Sessel und machte einen graden Rücken. &bdquo;Also, der Klassiker mit + 9 7 1 &hellip;&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Hallo meine Lieben!&ldquo;, sprach Stacy voller Lebensfreude auf uns ein. Wir quittierten ihren Gruss mit einem &bdquo;Hey&ldquo;, und legten unsere beiden Mobilfunkgeräte zur Seite. Dann muss es halt noch einen Augenblick warten.</p>
<p>&bdquo;Na, habt ihr schon Pläne geschmiedet?&ldquo;, wollte Stacy von uns wissen, als sie ihren Espresso neben mir platzierte und sich zu mir setzte.</p>
<p>&bdquo;Na ja. Wir wissen jetzt, dass wir uns zusammen eine neue Wohnung suchen werden und vier Kinder wollen&ldquo;, sprach ich halb ernst, halb scherzend. Anouk lief verlegen rot an und Stacy öffnete erstaunt ihren Mund und grinste vor sich hin.</p>
<p>&bdquo;Wow, Werner! Was wäre passiert, wenn ich euch noch weitere zwei Minuten allein gelassen hätte?&ldquo;, sprach Stacy kollegial und schien etwas rund um ihre Espresso-Tasse zu suchen.</p>
<p>&bdquo;Warum nennst du ihn Werner?&ldquo;, wollte Anouk irritiert aber amüsiert von Stacy wissen.</p>
<p>&bdquo;Oh shit, ich hole mir noch kurz Zucker. Bin gleich wieder da&ldquo;, sprach Stacy. Jetzt wusste ich, wonach sie gesucht hat. Ich versuchte zu überbrücken.</p>
<p>&bdquo;Ach, das ist eine lange Geschichte&ldquo;, begann ich zu erzählen, als bald eine Flugbegleiterin Anouk erblickte und euphorisch mit ihr zu sprechen begann.</p>
<p>&bdquo;Hiiiii Anouk! Wow, dass wir uns schon wiedersehen!&ldquo;, sprach eine britische Flugbegleiterin.</p>
<p>&bdquo;Hi, Amy. Schön dich wiederzusehen. So schön&ldquo;, sprach meine bessere Hälfte. Privatsphäre ist in unserem gigantischen Hauptquartier manchmal echt Mangelware.</p>
<p>&bdquo;Ich musste selbst heute an unseren tollen Flug nach &sbquo;Dar es Salaam&lsquo; zurückdenken&ldquo;, fuhr Amy fort.</p>
<p>&bdquo;Ja, das war super. Ich komme aber gerade von einem märchenhaften Einsatz aus Venedig zurück. Ich durfte mit meinem neuen Freund dorthin. Darf ich vorstellen, Martin&ldquo;, sprach Anouk und ich erhob mich, um Amy&rsquo;s Hand zu schütteln.</p>
<p>&bdquo;Wow, so schön. Ich bin Amy. Und ich muss heut leider nach New Delhi&ldquo;, sprach sie ambivalent. Sie freute sich wohl, mich kennenzulernen, aber nicht so ihren Flug anzutreten.</p>
<p>&bdquo;Wie witzig. Ich bringe euch dann morgen vielleicht den Flieger. A330?&ldquo;, wollte ich wissen.</p>
<p>&bdquo;Nein, wir haben eine &sbquo;Triple Seven&lsquo; geplant&ldquo;, erwiderte Amy.</p>
<p>&bdquo;Stimmt, ich habe morgen die frühere Maschine. Aber ich wünsche dir einen guten Flug&ldquo;, sprach ich.</p>
<p>Amy verabschiedete sich von uns mit dem Versprechen, bald was mit Anouk in Dubai unternehmen zu wollen. Stacy sass bereits wieder neben uns und zwinkerte der Britin mit den Worten &bdquo;Ciao ciao, bella!&ldquo; freundlich zu. Sie kannten sich wohl nicht. Daher die flüchtige Verabschiedung.</p>
<p>&bdquo;Clementine, da war ja richtig viel &sbquo;dolce vita&lsquo; in deiner Verabschiedung dabei&ldquo;, neckte ich Stacy, während sie dem Espresso Zucker beimischte.&nbsp;&bdquo;Ich glaube, du hast Espresso in deinem Zucker&ldquo;, neckte ich weiter.</p>
<p>&bdquo;Sugar. Du weisst doch, dass ich immer ganz viel Zucker in meinen Kaffee tu&ldquo;, antwortete Stacy.</p>
<p>&bdquo;Aber was hat das mit den falschen Namen auf sich? Gibt&rsquo;s da eine lustige Geschichte dazu? Bitte verratet es mir. Ihr habt sicher keine Geheimnisse vor der lieben Anouk&ldquo;, hakte meine Freundin kokettierend nach. Mir war die Frage unangenehm, weil ich nicht wusste, wo ich ansetzen soll.</p>
<p>&bdquo;Ah, unsere Scharmützel&ldquo;, sprach Stacy amüsiert. Sie rührte mit einem kleinen Löffel in ihrer Tasse. &bdquo;Martin hat mich geneckt, weil &sbquo;Stacy&lsquo; seiner Ansicht nach nicht britisch genug klingt. Und Martin war mir zuwenig Deutsch. Das war die Geburtsstunde von Clementine und Werner&ldquo;, sprach Stacy generisch genug. Sie hat das ausgezeichnet gemacht.</p>
<p>&bdquo;Ah, so war das&ldquo;, sprach Anouk zufrieden, endlich eingeweiht worden zu sein.</p>
<p>&bdquo;Martin und ich kennen uns schon länger. Ich war eine seiner Instruktorinnen auf dem Airbus&ldquo;, sprach Stacy weiter.</p>
<p>&bdquo;Ja, die strengste, die ich je hatte&ldquo;, sprach ich zu Anouk. Ich wählte einen Ton, damit Stacy hoffentlich merkt, dass mir das Thema unangenehm war.</p>
<p>&bdquo;Ja, fing es dort eigentlich an mit dem Necken?&ldquo;, wollte Stacy vergnügt und grinsend von mir wissen.</p>
<p>&bdquo;Ich weiss nicht mehr&ldquo;, hielt ich mich knapp und schaute runter zu meinen kurzen Hosen. Ich hoffte, das Thema zieht gleich weiter.</p>
<p>&bdquo;Ahhh, nein! Jetzt hab ich&rsquo;s, meine Freunde! Es war der Flug, als Martin nach Dubai ausgewandert ist&ldquo;, sagte Stacy vergnügt und sichtlich glücklich, dass ihr das wieder eingefallen war. &bdquo;Ich war nämlich PAD für den Flug von Frankfurt nach Dubai. Und da sass Martin neben mir. Was für ein Zufall. Wir haben uns echt gut verstanden und dort fing es an mit Clementine und Werner. Weisst du noch, wo wir ganz viele Shirley Temples oben in der Bar getrunken haben?&ldquo;, erzählte Stacy lachend und schaute mich vergnügt an.</p>
<p>&bdquo;Ja, mir war ziemlich übel&ldquo;, sagte ich und betete zu Gott, dass das Gespräch an dieser Stelle enden würde.</p>
<p>&bdquo;Es ist immer cool mit Martin unterwegs zu sein. Oh, und dann haben wir noch im Flieger herausgefunden, dass wir Nachbaren sind und &hellip;&ldquo;</p>
<p>&bdquo;&hellip; du hast mit ihm seine neue Wohnung angeschaut?&ldquo;, fragte Anouk meine Kommandantin. Ein kalter Schauer schoss mir den Rücken entlang.</p>
<p>&bdquo;Ja. Die ist ein Traum. Unglaublich schön. Woher wusstest du das? Hat dir Martin die Geschichte von unserer ersten Begegnung schon erzählt?&ldquo;, wollte Stacy verdutzt ihn Erfahrung bringen. Anouks Gesicht war wie von einer tönernen Schwere befallen.</p>
<p>&bdquo;So in etwa. Er hat keine Namen genannt. Entschuldigt, ich muss los&ldquo;, sagte sie mit leiser und etwas trockener Stimme. Sie mied jeden Blickkontakt mit mir. Scheisse, das kann es doch nicht gewesen sein. Nicht so.</p>
<p>&bdquo;Anouk, ich möchte dir&nbsp;&hellip;&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Martin &hellip; ähm &hellip; lass mich bitte, okay!?&ldquo;, sagte sie völlig durch den Wind und stand auf und schaute kurz, ob sie alle Gepäckstücke dabeihatte. Ich stand auf, wollte sie in den Arm nehmen.</p>
<p>&bdquo;Lass mich bitte &hellip; das war jetzt einfach zu viel &hellip; tut mir leid&ldquo;, hörte ich Anouk anfänglich in meine Richtung zischen. Doch der energische Auftakt ihrer Äusserung wich einer Trauer und Enttäuschung, die in einem Flüstern mündete.</p>
<p>Sie lief weg. Ihre Magic-Tasse blieb praktisch voll auf dem Tisch zurück. Ich schaute ihr nach und sah, wie sie neben einem Abfallbehälter stehen bleib und ihr Täschchen öffnete. Sie zog das Buch aus Venedig heraus, das sie frustriert und enttäuscht in den Kübel warf. Weil er leer war, konnte ich das Scheppern bis zu mir vernehmen. Ich war fassungslos. Fassungslos, dass mich meine Vergangenheit ein weiteres Mal eingeholt hatte und die Magie der letzten Tage wie eine Seifenblase geplatzt ist.</p>
<p>&bdquo;Martin, was war das gerade eben? Scheisse, habe ich was falsch gemacht?&ldquo;, wollte Stacy von mir wissen. Sie war genauso durch den Wind wie ich.</p>
<p>&bdquo;Nein. Aber sie weiss bescheid&ldquo;, entgegnete ich.</p>
<p>FORTSETZUNG FOLGT</p>
<p><strong>Epilog</strong></p>
<p>Sämtliche Handlungen und Charaktere sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit real existierenden Personen sind rein zufällig und haben sich diese selbst zuzuschreiben.</p>
<p>Vielen Dank für deine Bewertung und/oder Kommentar. Das hilft &bdquo;neuen&ldquo; Autoren wie mir.</p>
<p><strong>Diskografie</strong></p>
<p>Buena Vista Social Club &bdquo;Gleichnamiges Album&ldquo; (1997)</p>
<p>Winterpills &bdquo;July&ldquo; (2007)</p>
<p>Marino Marini &bdquo;La Piu Bella Del Mondo&ldquo; (1956)</p>
<p>Giuseppe Verdi &bdquo;Nabucco: Sinfonia&ldquo; (1842)</p>
<p>Grateful Dead &bdquo;Friend of the Devil&rdquo; (Live at the Winterland Ballroom, 1970)</p>
<p>Rocco Granata &bdquo;Marina&ldquo; (1959)</p>
<p>Ricchi &amp; Poveri &bdquo;Sarà Perché Ti Amo&ldquo; (1981)</p>
<p>Bombay Bicycle Club &bdquo;Your Eyes&ldquo; und &bdquo;Shuffle&ldquo; (2011)</p>
<p>Jack Johnson &bdquo;Angel&ldquo; (2008)</p>
<p>Ed Prosek &bdquo;A Final Word&ldquo; (2012)</p>
<p>&nbsp;</p>
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