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	<title>Geschichten &#8211; Letters2Feel</title>
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		<title>Feuriges Griechenland / Kapitel &#8211; α &#8211; &#8220;Urlaub&#8221; Episode 2 (Kopie)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Tim]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 May 2026 09:59:18 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Kapitel &#8211; αlpha &#8211; &#8220;Urlaub&#8221; Episode 2 &#8211; Ich &#8230; eine M.I.L.F.? Markus blinzelt, das Sonnenlicht kitzelt seine Lider. Er lehnt sich leicht zurück, spürt das weiche Kissen in seinem Rücken&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong><span style="color: #3498db;">Kapitel &#8211; </span></strong><span style="color: #3498db;">αlpha </span><strong><span style="color: #3498db;">&#8211; &#8220;Urlaub&#8221;</span></strong><br />
<span style="color: #e74c3c;"><strong>Episode 2 &#8211; Ich &#8230; eine M.I.L.F.?</strong></span><br />
Markus blinzelt, das Sonnenlicht kitzelt seine Lider. Er lehnt sich leicht zurück, spürt das weiche Kissen in seinem Rücken und zieht den warmen Sommerduft langsam und bewusst in die Lunge. Salz, Pinien und frisch gebackenes Brot mischen sich zu einem Aroma, das an Ferientage erinnert. Für einen Moment schließt er die Augen, genießt den sanften Luftzug, der über seine Arme streicht – fast so, als wolle der Wind ihm das Gefühl von Freiheit ins Herz tragen. Die Luft ist warm, aber nicht drückend – sie riecht nach Sommer, nach Freiheit.</p>
<p>Die Zikaden zirpen unermüdlich im Garten, ihr Klang verschmilzt mit dem leisen Rascheln der Olivenbäume, deren silbrige Blätter sanft im Wind tanzen. Markus beobachtet ein paar Spatzen, die über die Terrassenfliesen hüpfen und neugierig nach Krümeln picken; einer landet für einen Wimpernschlag auf seinem Fensterbrett, bevor er erschrocken auffliegt. In der Ferne, kaum hörbar, dringt das gedämpfte Klappern von Geschirr aus dem Hauptgebäude durch die morgendliche Stille – etwa zwanzig Meter entfernt, verborgen hinter Hibiskushecken und Bougainvillea. Markus lauscht einen Augenblick, fühlt sich verbunden mit der stillen Lebendigkeit ringsum.</p>
<p>Markus liegt ausgestreckt auf dem Bett, die Arme locker neben sich. Die Matratze ist weich, fast zu weich – ein Luxus, den er nicht kennt. Noch vor wenigen Monaten lag er abends auf einer durchgelegenen Pritsche im Heim, das Knarren der Sprungfedern und das entfernte Klappern von Schritten auf dem Flur hielten ihn oft wach. Immer wieder hatte er sich in die Kissen gekauert und auf die Dunkelheit gestarrt, während draußen der Wind die Fensterscheiben klappern ließ.</p>
<p>Jetzt aber fühlt sich alles anders an. Der Stoff des Lakens schmiegt sich kühl an seine Haut, Sonnenstrahlen tasten sich durchs Fenster und malen helle Muster auf seine Füße. Ein leises Flirren liegt in der Luft – irgendwo zirpt eine einzelne Zikade, das dumpfe Ticken einer alten Standuhr mischt sich mit dem fernen Rauschen der Brandung. Der Duft von Salz und blühenden Zitronenbäumen dringt durch die angelehnte Tür und vertreibt die beklemmenden Erinnerungen für einen Moment.</p>
<p>Leichter. Echter.</p>
<p>Er greift nach seinem Smartphone, das auf dem kleinen Holztisch neben dem Bett liegt. Für einen Augenblick hält er inne – im Heim hätte eine solche Geste immer einen prüfenden Blick auf den Nachtwächter vorausgesetzt. Nun aber ist da niemand, der ihn beobachtet. Eigentlich will Markus nur die Uhrzeit checken, doch das Display zeigt etwas anderes – etwas, das ihm ein Lächeln ins Gesicht zaubert.</p>
<p>„Guten Morgen, mein süßer Rettungsschwimmer. Ich wünsche dir einen wunderschönen Tag und freue mich schon drauf, wenn wir uns wiedersehen. bussi, Alexa“</p>
<p>Markus starrt auf die Nachricht. Für einen Moment scheint die Zeit stillzustehen. Sein Herz schlägt nicht nur schneller, es pocht spürbar in seiner Brust, als wolle es ihm ein Geheimnis verraten. Ein leises Kribbeln läuft ihm über den Rücken, während er die Zeilen immer wieder liest. „Guten Morgen, mein süßer Rettungsschwimmer…“ Das Kuss-Emoji am Ende lässt ihn nicht los. Was meint Alexa damit? Ist es einfach nur ein flirtender Gruß – oder steckt mehr dahinter? Ein erneutes Ziehen der Unsicherheit, aber auch eine prickelnde Vorfreude breitet sich in ihm aus. Hat sie den gestrigen Tag genauso lange im Kopf wie er? Er erinnert sich an das salzige Wasser auf ihrer Haut, an ihr Lachen, das zwischen den Wellen widerhallte, an den Moment, als sie ihm einen verschwörerischen Blick zuwarf und sich die Distanz zwischen ihnen plötzlich unendlich klein anfühlte.</p>
<p>Sein Blick gleitet zur offenen Tür, hinaus in den Garten. Die warme Meeresbrise streicht durch die Palmenblätter und lässt deren Schattenmuster über den Boden tanzen. Das leise, stetige Rauschen der Wellen dringt bis zu ihm herein, mischt sich mit dem süßen, betörenden Duft von Oleander und salziger Seeluft. Ein tiefer Atemzug – die Luft ist weich und trägt die Erinnerung an den gestrigen Tag zu ihm zurück. Der Weg zum privaten Hotelstrand liegt einladend da, gepflegt und ruhig – aber dort, an dem abgeschiedenen, wilden FKK-Strand, wo der Sand noch warm von der Sonne war und das Wasser ungestüm gegen die Steine schlug, war alles anders. Dort hatten sie sich gefunden, zwischen versteckten Büschen und dem Duft von Meer und Freiheit.</p>
<p>Er erinnert sich an das Licht auf ihrer Haut. An den Moment, als sie ihn fragte, was ihm mehr gefallen hatte – ihre entblößte Mitte oder das Wissen, dass sie sich ihm ganz bewusst gezeigt hatte. Für einen Augenblick war er völlig überfordert von ihrer Offenheit, fragte sich, ob sie seine Unsicherheit spürte. Gleichzeitig spürte er eine tiefe Dankbarkeit, dass sie ihm diesen Moment schenkte. Und dann, wie sie sich gegenseitig berührten, offen, ehrlich, ohne Scheu – auch wenn andere in der Nähe waren. In ihrem Blick lag ein stilles Vertrauen, und er merkte, wie sehr er es genoss, sie so frei und unbefangen zu erleben. Es war mehr als nur Lust. Es war ein stilles Einverständnis, ein geteiltes Verlangen, das sich wie ein geheimes Band zwischen ihnen spannte. Für einen Moment fragte er sich, ob auch sie diese Verbundenheit spürte, oder ob sie nur im Augenblick lebte. Doch ihr leises Lächeln ließ ihn hoffen, dass sie beide das Gleiche fühlten.</p>
<p>Er kann beim besten Willen nichts Unnatürliches erkennen.</p>
<p>Markus setzt sich langsam auf und streicht sich durchs Haar. Die Sonne taucht den Raum in goldene Streifen, die durch die Holzlamellen der Fensterläden fallen.</p>
<p>Ein leises Summen von draußen – vielleicht ein Gärtner mit einem Laubbläser. Der Duft von Kaffee steigt ihm in die Nase. Markus steht auf, barfuß. Der Boden ist kühl und glatt – ein angenehmer Kontrast zur Wärme draußen.</p>
<p>Er geht zur Tür, öffnet sie. Vor ihm liegt der Garten – ein kleines Paradies aus mediterranen Pflanzen, blühenden Sträuchern und schmalen Steinfaden. Nur fünfzig Meter entfernt glitzert das Meer. Der private Strand des Hotels liegt still da, als würde er auf ihn warten. Markus atmet tief ein.</p>
<p>Schnell zieht Markus sich um, schlüpft in seine Badehose und wirft sich das mit seinem Namen bestickte Badetuch über die Schulter. Als er die Tür seines Bungalows öffnet, schlägt ihm die warme, salzige Meeresluft entgegen. Die Sonne steht schon höher am Himmel, brennt auf die Terrakotta-Dächer und lässt die weißen Mauern des Hotels gleißen.</p>
<p>Der Duft von Pinien mischt sich mit dem Aroma von gegrilltem Gemüse und frischem Brot, das aus der Hotelküche herüberweht. Zikaden zirpen lautstark in den Bäumen, als wollten sie die Hitze übertönen.</p>
<p>Auf dem Weg zum Strand knirscht der Kies unter seinen Sandalen, bei jedem Schritt ein leises, beruhigendes Geräusch. Aus der Ferne hört er das sanfte Plätschern eines Springbrunnens, überlagert vom leisen Klappern von Besteck – irgendwo sitzen Gäste entspannt unter den großen, weißen Sonnenschirmen und genießen ihr Mittagessen. Ein Hauch von gegrilltem Fisch und frischem Brot vermischt sich mit der salzigen, warmen Luft, lässt den Ort beinahe magisch wirken.</p>
<p>Plötzlich begegnet er Sofia, die ihm entgegenkommt. Sie balanciert ein Tablet in der Armbeuge, ihr leichtes Sommerkleid bewegt sich im Rhythmus ihrer Schritte, und einzelne Haarsträhnen haben sich aus ihrem lockeren Dutt gelöst. Ihr offenes Lächeln strahlt Gelassenheit aus, ihre Augen funkeln neugierig. „Ist alles zu deiner Zufriedenheit, Markus?“ fragt sie, die Stimme herzlich und ein wenig verschmitzt.</p>
<p>Markus fühlt einen kurzen Anflug von Nervosität, als hätte sie mehr gesehen, als sie sagt. Er erwidert: „Oh ja, vielen Dank, Sofia. Ich weiß gar nicht, wie ich euch das jemals danken kann.“ Die Dankbarkeit in seiner Stimme ist ehrlich, doch dahinter lauert Unsicherheit – was, wenn sie merkt, wie sehr ihn all das berührt?</p>
<p>Sie lächelt wissend. „Ich glaube, ich wusste schon, dass du hier richtig bist“, sagt sie mit einem Augenzwinkern. „Und Sven würdest du damit ebenfalls glücklich machen. Das konnte ich gestern sehen. So strahlend habe ich ihn lange nicht mehr erlebt – als ihr euch begrüßt habt.“ Während sie spricht, tippt sie gedankenverloren mit dem Daumen gegen das Tablet, als wäre es ein kleiner Taktgeber für ihre Worte.</p>
<p>Markus spürt einen Schauer auf seiner Haut – doch diesmal entspringt er nicht dem Wind, sondern der wachsenden Hoffnung, in diesem Urlaub wirklich ankommen zu können. Hätte sie gestern gesehen, wie aufgeregt ich war? Ob Sven das auch gespürt hat? Vielleicht habe ich ihn wirklich vermisst, mehr, als ich mir zugestehen wollte. Für einen Moment überlegt er, wie offen er das sagen sollte. „Danke, Sofia. Ja, ich freue mich wirklich sehr, Sven wiederzusehen. Und was das andere betrifft …“ Er bricht ab, weil ihm die Worte fehlen.</p>
<p>„Alles gut, Markus. Dein Urlaub ist noch lang. Genug Zeit, um herauszufinden, was du willst. Und wer weiß – vielleicht hilft dir ja jemand dabei. Man weiß nie“, sagt sie und schenkt ihm ein schelmisches Grinsen, das kleine Lachfältchen um ihre Augen hervortreten lässt. Kurz zupft sie eine lose Haarsträhne hinter ihr Ohr, und mit einer eleganten Bewegung entschuldigt sie sich: „So, ich habe noch ein paar andere Gäste, um die ich mich kümmern muss.“</p>
<p>„Kein Problem, Sofia, ich wollte sowieso gerade schwimmen gehen“, antwortet Markus, spürt aber noch lange ihr Lächeln auf sich ruhen, als er seinen Weg fortsetzt.</p>
<p>Der Strand empfängt ihn mit grellem Licht, das Meer wirkt wie flüssiges Türkis, die Luft über dem Sand flimmert in goldenen Wellen. Das Rauschen der Wellen mischt sich mit dem leisen Summen eines Radios, das irgendwo griechische Musik spielt, und ein paar Sonnenstrahlen tanzen auf der bewegten Wasseroberfläche. Markus taucht ein – das Wasser ist wohlig warm, aber zugleich erfrischend, Millionen kleiner Blasen umspielen seine Haut, als wollte das Meer ihn willkommen heißen. Während er weit hinausschwimmt, verliert er sich in Gedanken: Bin ich bereit, mich wirklich einzulassen? Was, wenn ich hier wirklich finde, was ich suche?</p>
<p>Erst als sein Magen knurrt, kehrt er zurück ans Ufer. Mit nassem Haar, sonnengeküsster Haut und einem Gefühl von neuer Leichtigkeit macht er sich auf den Weg zurück, zieht sich rasch um – voller Hoffnung, dass das Mittagessen noch nicht vorbei ist.</p>
<p>Der Duft von Zitronen, Olivenöl und gegrilltem Fisch lockt ihn ins Hotelrestaurant, wo die Tische unter alten Olivenbäumen gedeckt sind und das Leben in einem sanften, unaufgeregten Rhythmus pulsiert. Das Restaurant liegt in einem offenen Innenhof, umgeben von Olivenbäumen, deren silbrige Blätter im leichten Wind rascheln und dabei tanzende Schatten wie kleine Wellen auf die weiß gedeckten Tische werfen. Die Nachmittagssonne gießt ihr goldenes Licht wie flüssigen Honig über die Szene und verleiht dem Ganzen eine warme, fast träumerische Atmosphäre.</p>
<p>Einige Gäste sitzen verstreut an den Tischen, vertieft in leise Gespräche in verschiedenen Sprachen. Nahebei hebt eine Frau ihr Glas und nimmt einen kleinen Schluck Wein, lächelt ihrem Gegenüber verschmitzt zu. Das Klirren von Besteck auf Porzellan mischt sich mit dem sanften Gemurmel der Stimmen. Ein Kellner beugt sich zu einem älteren Herrn hinunter, wechselt ein paar freundliche Worte, bevor er mit flinken Bewegungen das Tablet mit dampfendem Lammragout weiterträgt – begleitet vom Duft nach Rosmarin, Knoblauch und Zimt, der sich sofort mit dem rauchigen Aroma von gegrilltem Fisch vermengt und durch den Raum zieht.</p>
<p>Markus sitzt mit Sven am Rand des Restaurants, halb abgeschirmt durch einen Raumteiler aus dunklem Holz und Stoffbahnen in Olivgrün. Das Licht fällt gedämpft auf ihren Tisch, bricht sich an den grünen Stoffbahnen und taucht die Szene in ein sanftes Halbdunkel. Ein schwacher Duft nach gebratenem Knoblauch und frischem Basilikum hängt in der Luft, vermischt mit einer feinen Zitronennote, die von der nahen Küche herüberweht. Der Tisch, den Markus gewählt hat, grenzt an den Personalbereich – ein Ort, den Gäste normalerweise nicht betreten.</p>
<p>Hier ist es ruhiger, fast intim. Nur das gelegentliche Zischen aus der Küche, das rhythmische Klopfen eines Messers auf einem Schneidebrett und das leise Summen eines Ventilators dringen durch die Wand. Ein Kind lacht irgendwo weiter hinten, ein Stuhl wird über den Steinboden geschoben. Die Welt um sie herum ist lebendig – doch zwischen Markus und Sven liegt eine spürbare Anspannung.</p>
<p>Markus vermeidet Svens Blick, seine Finger spielen nervös am Glasrand, während die Eiswürfel leise klirren. Jedes Mal, wenn er an seinem Bier nippt, scheint er einen Moment länger als nötig am Glas zu verweilen. Sven hingegen presst die Lippen aufeinander, starrt einen Moment ins Leere und nimmt dann einen Schluck von seiner Cola, ohne ein Wort zu sagen. In Markus breitet sich ein unangenehmes Ziehen in der Brust aus; jedes Wort, das er sagen möchte, bleibt ihm plötzlich im Hals stecken. Er ringt mit sich, die richtigen Worte zu finden, und auf seiner Stirn steht ein Anflug von Unsicherheit.</p>
<p>„Sag mal, Sven – deine Mutter muss sich hier doch bestimmt mit einigen Verehrern herumschlagen, oder?“ sagt Markus plötzlich, mit einem Ton, der irgendwo zwischen Neugier und Provokation liegt.</p>
<p>Sofia, die gerade durch den Personalbereich geht, bleibt abrupt stehen. Sie hat ein Tablet in der Hand – darauf eine Cola für Sven und ein Bier für Markus. Der Duft von frischem Basilikum aus der Küche kitzelt ihre Nase, doch ihr Fokus liegt ganz auf den Stimmen hinter dem Raumteiler.</p>
<p>Sofia spürt, wie ihr Herz schneller schlägt. Nicht aus Wut – eher aus einer Mischung aus Überraschung und … Neugier? Vielleicht auch ein wenig Stolz, dass ihre Ausstrahlung bemerkt wird – oder ist es doch Unbehagen? Sie weiß, dass sie nicht lauschen sollte. Aber sie tut es trotzdem.</p>
<p>„Bitte was?“ fragt Sven, sichtlich irritiert. Ein kurzer Moment des Zögerns steht in seinem Gesicht, als ob er abwägt, ob er Markus’ Bemerkung einfach übergehen soll.</p>
<p>„Sorry, Bro – ich wollte nicht sagen, dass … ich meine nur, bei ihrem Aussehen bekommt sie bestimmt den ein oder anderen Blick oder Kommentar ab“, versucht Markus sich zu erklären. Während er spricht, spürt er eine Mischung aus Unsicherheit und dem Wunsch, ein lockeres Gespräch zu führen – aber er merkt, dass er vielleicht eine Grenze überschritten hat und blickt verlegen zur Seite.</p>
<p>Sofia hört die Worte von Markus, und für einen Moment ist sie sich nicht sicher, ob sie sich über das Kompliment freuen oder sich unwohl fühlen soll. Ihr Puls bleibt hoch, Gedanken wirbeln durcheinander: Will ich das wirklich hören? Ist das schmeichelhaft – oder zu privat?</p>
<p>Sven verzieht das Gesicht. Der Ausdruck trifft ihn unangenehm – es ist schließlich seine Mutter, über die gesprochen wird. Er fühlt sich zwischen Verlegenheit und einer leichten Abwehr hin- und hergerissen. „Markus geht’s noch? Das ist meine Mutter“, sagt er aufgebracht, seine Stimme hebt sich leicht. Ein älterer Herr am Nebentisch schaut kurz herüber, bevor er sich wieder seinem gegrillten Halloumi widmet.</p>
<p>„Hey, beruhige dich, Sven. Ich wollte nichts unterstellen. Aber Mann, schau sie dir doch mal an – deine Mutter ist eine M.I.L.F. Ach was, eine M.I.L.F. hoch³.“</p>
<p>Sven spürt, wie die direkte Sprache ihm unangenehm ist; er findet den Begriff respektlos, auch wenn er weiß, dass Markus ihn vielleicht nicht böse meint. Innerlich fragt er sich, warum solche Ausdrücke überhaupt fallen müssen – und ob Markus wirklich versteht, wie das auf ihn wirkt. Sofia hingegen versucht, die Bemerkung einzuordnen: Ist es nur ein flapsiger Spruch oder verbirgt sich dahinter echte Bewunderung? Sie nimmt die Worte wahr, aber auch die Unsicherheit, die zwischen den beiden Männern steht.</p>
<p>Sofia blinzelt. Sie spürt, wie ihr Gesicht heiß wird. Nicht vor Scham – sondern von einer seltsamen Mischung aus Stolz und Irritation. Ein goldener Lichtstrahl fällt durch das halb geöffnete Fenster auf die Fliesen unter ihren Füßen, tanzt auf der Oberfläche des Tabletts in ihrer Hand. Im Hintergrund vermischen sich das leise Klappern von Besteck und das monotone Summen der Klimaanlage mit dem Stimmengewirr der Gäste: Ein Lachen hier, das gedämpfte Murmeln eines älteren Paares dort, gelegentlich das helle Klingeln eines Glases.</p>
<p>Sven setzt sich wieder hin, als hätte er gerade eine seltsame Erkenntnis gewonnen. Für einen Moment ist das Licht im Raum weicher, fast tröstlich – doch auf Svens Gesicht liegt der Schatten von Verwirrung, als würde er in Gedanken einen neuen Faden aufnehmen.</p>
<p>„Ich glaub, ich tick nicht mehr ganz sauber. Sag jetzt bloß nicht, du stehst auf ältere Frauen – und meine Mutter ist dein Typ? Echt jetzt? Obwohl … das würde erklären, warum bei Alexa gestern Tote Hose war.“ Seine Stimme klingt ein bisschen brüchig, als ob er sich selbst nicht ganz sicher wäre, ob er das wirklich aussprechen sollte. Die Worte tröpfeln in den Raum, vermischen sich mit dem rhythmischen Ticken einer Uhr am Fensterbrett.</p>
<p>Hinter dem Raumteiler zieht Sofia ihr Smartphone aus der Tasche. Ein leises „Pling“ von einem anderen Tisch – irgendwer hat ’ne Nachricht bekommen. In der Ecke surrt die Kaffeemaschine, ein Kellner ruft leise in die Küche, und durch das Fenster dringt das entfernte Kreischen einer Möwe. Sie ignoriert´s. Tippt stattdessen: „Was bedeutet M.I.L.F.?“</p>
<p>Die Antwort lautet:</p>
<p>M.I.L.F. steht für „Mother I’d Like to Fuck“. Ein Slangbegriff für eine attraktive Frau mittleren Alters, meistens mit Kind – oft anzüglich, manchmal bewundernd.“</p>
<p>Sofia schluckt. Ein Kellner rauscht dicht an ihr vorbei, das Tablett mit dampfender Moussaka balancierend – der würzige Duft mischt sich mit einem Hauch von Knoblauch und geschmolzenem Käse und lässt für einen Moment die Luft schwer wirken. Ihr Blick bleibt wie festgefroren am Bildschirm, während das leise Klirren von Besteck, das monotone Summen der Klimaanlage und das gedämpfte Gemurmel der Gäste im Hintergrund wie ein verschwimmender Klangteppich ihre Gedanken begleiten. Ein kühler Luftzug streicht aus der Klimaanlage über ihren Nacken und sorgt für eine Gänsehaut, die nicht nur von der Temperatur herrührt. Für einen Moment nimmt sie die kühle Marmorplatte der Theke unter ihren Fingern besonders intensiv wahr, während draußen durch die Scheibe ein Sonnenstrahl auf die Fliesen fällt. „Hat Markus das wirklich gesagt? Und meint er mich?“, fragt sie sich – ihr Herz schlägt schneller, gefangen zwischen Verlegenheit, Neugier und einer Spur Stolz.</p>
<p>Dann hört sie ihn erneut:</p>
<p>„Denk was du willst, du hörst mir ja eh nie richtig zu. Ich hab nur gesagt, dass deine Mutter verdammt heiß ist. Und ja, ich denke, sie weiß ganz genau, was sie tut.“ Markus lehnt sich vor, sein Blick bleibt einen Moment an Sven haften. „Du brauchst nicht immer gleich die Welt in Frage zu stellen, nur weil jemand ehrlich ist. Vielleicht solltest du anfangen, Stolz auf das zu sein, was du hast – anstatt dich zu schämen.“ Ein leises Klirren von Gläsern hallt aus der Bar herüber, begleitet vom dumpfen Ploppen einer Flasche, die am Tresen geöffnet wird. Ein Hauch von frischem Kaffee und gebratenem Knoblauch mischt sich mit dem süßlichen Duft von warmem Gebäck, der in Wellen durch den Raum zieht.</p>
<p>Markus steht auf. Sein Stuhl quietscht leise über die Fliesen, kurz unterbrochen vom metallischen Schaben eines Bestecks, das auf einen Teller fällt. Für einen Moment verharrt er, nimmt das Stimmengewirr der Gäste und das leise Summen der Klimaanlage bewusst wahr, dann dreht er sich ohne ein weiteres Wort um und geht. Sven bleibt am Tisch zurück, die Hände um sein Glas gekrallt. Seine Finger trommeln nervös auf dem feuchten Rand, während er auf das Muster des Kondenswassers starrt. Irritation und Verunsicherung spiegeln sich auf seinem Gesicht – und ein Anflug von Trotz blitzt in seinen Augen auf, als er Markus’ Worte wieder und wieder in Gedanken wälzt.</p>
<p>Sofia hört jedes Wort. Und obwohl sie sich nicht sicher ist, ob sie empört oder geschmeichelt sein soll – eines weiß sie: Diese Worte haben etwas in ihr berührt. Nicht, weil sie und Sirius keinen Sex mehr hätten. Sondern weil er ihr solche Dinge einfach nicht mehr sagt. Während Markus sich entfernt, schleicht sie sich zurück – leise, vorsichtig, das Tablett noch immer in der Hand. Niemand soll merken, dass sie das Gespräch mitbekommen hat. Der Geruch von Moussaka und ein Hauch von Zitrone liegen in der Luft, vermischen sich mit dem süßen Aroma von Honig, das aus der Küche dringt.</p>
<p>Markus verlässt das Restaurant. Die Tür fällt leise ins Schloss, ein tiefer, kehliger Ton, der kurz nachhallt. Ein Windstoß trägt den Duft von Zitronenblüten heran, während von draußen das entfernte Kreischen einer Möwe zu hören ist. Für einen Moment scheint die Welt still zu stehen – als hätten die Worte, die eben gefallen sind, einen feinen Riss in die Wirklichkeit gelegt.</p>
<p>Markus lässt sich auf das Sofa im Wohnbereich seines Bungalows sinken. Die Polster geben unter seinem Gewicht nach, schmiegen sich kühl und weich an seinen Rücken – ein wohltuender Gegensatz zur flirrenden Hitze draußen, die sich noch immer auf seiner Haut spürbar macht. Als er sein Smartphone in die Hand nimmt, fühlt er für einen Moment das kühle Glas, das leicht an seiner schwitzigen Handfläche haftet. Er öffnet WhatsApp, scrollt zum Chat mit Alexa und tippt: „Hey, danke dir für den lieben Morgengruß. Ich hoffe, dein Tag ist angenehm verlaufen. Gruß Markus.“ Ein „Bussi“ lässt er diesmal bewusst weg – ein kleiner Test. Wird Alexa darauf reagieren?</p>
<p>Keine Antwort. Wahrscheinlich ist sie gerade beruflich eingespannt. Ein leises Surren aus dem Klimagerät, das sanfte Hämmern eines entfernten Hammers von einer Baustelle draußen und das gelegentliche Aufheulen eines Mopeds dringen an sein Ohr. Markus beschließt, spontan die Stadt zu erkunden. Während er sich ein leichtes T-Shirt überstreift, spürt er den kühlen Stoff auf seiner verschwitzten Haut, schlüpft in seine Sandalen und verlässt den Bungalow. Die Tür fällt mit einem dumpfen Klicken ins Schloss.</p>
<p>Die Sonne steht noch hoch, und ein warmer, beinahe schwerer Lufthauch schlägt ihm entgegen. Auf den Straßen tanzen Lichtreflexe auf den Pflastersteinen, als würde die Hitze die Luft zum Flirren bringen. Düfte von Knoblauch, Zimt und gegrilltem Fleisch mischen sich mit dem fruchtigen Aroma frischer Tomaten – Markus atmet tief ein, nimmt den Geruch auf, als könnte er sich einen Moment darin verlieren. Seine Fingerspitzen streifen im Vorbeigehen über raue Hausmauern, und die Kühle eines metallen Türknaufs bleibt für einen Moment an seiner Hand haften.</p>
<p>Er schlendert durch enge Gassen, vorbei an kleinen Läden mit handgefertigter Keramik, Olivenöl und bunten Tüchern. Aus einem Café dringt das leise Klappern von Geschirr, begleitet von fröhlichem Lachen und dem entfernten Kreischen einer Möwe, das kurz über den Dächern verhallt. Immer wieder begegnen ihm auf den größeren Plätzen junge Frauen, deren Blicke manchmal für einen Moment an ihm haften bleiben – ein Lächeln, ein kurzes Innehalten. Doch Markus fühlt sich heute seltsam abwesend. Seine Gedanken schweifen immer wieder zu Alexa. Warum beschäftigt sie mich so sehr? Habe ich Angst davor, mich wirklich einzulassen? Oder ist es die Angst, wieder verletzt zu werden?</p>
<p>Fast ist es Abend, als sein Smartphone in der Hosentasche vibriert. Ein leichtes Kribbeln geht durch seine Hand, als er das Gerät hervorholt – doch die Nachricht ist nicht von Alexa, sondern von Sven: „Wir machen uns Sorgen um dich. Melde dich bitte, Sven.“</p>
<p>Markus muss schmunzeln. Hat ihn das schlechte Gewissen gepackt? Ist ihm bewusst geworden, dass er vorhin übertrieben hat? Er tippt zurück: „Alles gut, Bro – ich bin nur ein bisschen in der Stadt unterwegs.“ Während er auf eine Antwort wartet, fährt er mit dem Daumen über das Display, spürt die glatte Oberfläche unter seinen Fingerspitzen. Gedankenfetzen treiben durch seinen Kopf, begleitet vom fernen Summen einer Klimaanlage und dem aufgeregten Rufen eines Straßenhändlers.</p>
<p>Svens Antwort lässt nicht lange auf sich warten: „Wo bist du genau? In manchen Stadtteilen sollte man als Tourist – und vor allem allein – nicht zu spät abends unterwegs sein.“</p>
<p>Markus spürt einen Hauch von Sorge, aber auch ein bisschen Trotz in sich aufsteigen. Er will zeigen, dass er auf sich aufpassen kann. „Mach dir keine Sorgen. Ich bin keine zwanzig Minuten vom Hotel entfernt.“</p>
<p>Ein tiefer Atemzug, dann vibriert erneut das Handy. Endlich – Alexa. Ein kleines Lächeln huscht über sein Gesicht, als er die Nachricht liest: „Hallo Markus. Auch dir danke – mein Tag war lang und anstrengend. Bin gerade erst bei mir angekommen. Bussi Alexa.“</p>
<p>Beendet sie jede Nachricht mit einem Kuss-Emoji? Hat sie bemerkt, dass ich ihr keines geschickt habe? Oder will sie mir damit zeigen, dass sie mehr will? Markus spürt, wie Unsicherheit und Vorfreude in ihm aufsteigen, wie sich beides in seiner Brust verschränkt. Zögerlich tippt er: „Wow, so ein langer Arbeitstag? Ist das denn hier erlaubt? Gruß Markus.“ Wieder kein Emoji – er möchte Klarheit, ohne sich zu sehr zu öffnen. Sein Daumen schwebt kurz zögernd über dem „Senden“-Button.</p>
<p>Alexas Antwort kommt prompt: „Erlaubt? Nein. Aber es ist das Geschäft meines Großvaters, das ich mal übernehmen soll. Daher helfe ich oft aus. Magst du mich nicht mehr, oder warum bekomme ich kein bussi von dir?“</p>
<p>Jetzt scheint es eindeutig: Alexa erwartet Nähe – nicht unbedingt eine Beziehung, aber ein Zeichen. Markus spürt, dass sein Herz einen Schlag schneller schlägt. Soll er sich wirklich darauf einlassen? Was, wenn er wieder enttäuscht wird?</p>
<p>Er tippt: „Alexa, natürlich mag ich dich. Aber wir sind doch kein Paar. Dafür kennen wir uns einfach noch nicht gut genug.“ Während er die Nachricht abschickt, wandert sein Blick über die Dächer der Stadt, wo sich das Licht des Sonnenuntergangs wie ein sanfter Schleier legt. Ein Gefühl von Sehnsucht mischt sich mit der Angst vor zu viel Nähe.</p>
<p>Die Antwort lässt nicht lange auf sich warten: „Hey, ich rede hier nicht von Beziehung. Aber nach dem, was gestern war – und vor allem deinem einzigartigen Kuss – würde ich gern durch ein bussi, von dir erneut davon träumen. Erfüllst du mir diesen Wunsch? Bussi Alexa.“</p>
<p>Markus lächelt – diesmal warm, ehrlich, ein wenig erleichtert. Er spürt, wie die Anspannung sich löst, während er tippt: „Entschuldige, Alexa – da habe ich wohl etwas falsch interpretiert. Natürlich erfülle ich dir deinen Wunsch gern. Auch ich fand unseren Kuss wunderschön. Daher: Bussi Markus.“ Das Senden der Nachricht fühlt sich diesmal wie ein kleines Bekenntnis an.</p>
<p>Im selben Moment meldet sich Sven erneut: „Hey, kein Ding, Bro. Vielleicht hatte ich auch nur die falschen Worte oder den falschen Moment gewählt. Wir reden morgen weiter, okay?“ Markus atmet auf. Irgendwie scheint sich heute vieles zu klären.</p>
<p>Alexas Antwort trifft ein, während Markus noch immer das Handy in der Hand hält: „Uh, ich freue mich so sehr über dein bussi, Über das andere müssen wir mal reden. Aber bisher hat mich noch keiner lange an sich binden können. Schauen wir mal, was die Zeit bringt. Was sagst du dazu? Bussi Alexa.“</p>
<p>Markus spürt, wie sich in ihm etwas bewegt. Eine Beziehung mit ihr? Vorstellen kann er sich das schon. Aber nicht ohne sie wirklich kennenzulernen. Die Gedanken wirbeln durch seinen Kopf, während draußen ein laues Lüftchen den Duft von Jasmin und gegrilltem Fleisch durch die Straßen trägt.</p>
<p>Er tippt: „Ja, ist gut, Alexa. Was machst du denn heute noch so?“</p>
<p>Sie antwortet prompt, fast verspielt: „Hehe, fragt da jemand nach dem Hauptgericht? Sorry, aber dafür bin ich wirklich zu müde. Ich werde jetzt nur noch ins Bett gehen – und vielleicht von einer heißen, nicht ganz jugendfreien Situation träumen, die ich neulich erlebt habe. Bussi Alexa.“</p>
<p>Markus muss schmunzeln. Die Müdigkeit in ihren Worten ist spürbar, aber auch das Augenzwinkern. „So war die Frage zwar nicht gemeint, aber ja – auf den Hauptgang freue ich mich auch schon sehr bussi. Dann gute Nacht, dein Rettungsschwimmer.“</p>
<p>Ein einzelnes Emoji kommt als Antwort: bussi, Die Straßen sind ruhiger geworden, das entfernte Klirren von Gläsern und leise Stimmen mischen sich zu einer beruhigenden Melodie. Zufrieden steckt er das Smartphone weg. Sein Herz schlägt ruhig, aber voller Vorfreude. Mit einem Kopf voller Gedanken und einem Herzen, das sich langsam öffnet, macht er sich auf den Weg zurück zum Hotel. Der Abendwind streicht sanft über seine Haut und trägt den letzten Duft von Jasmin und gebratenem Fleisch davon.</p>
<p>Sofia steht im Badezimmer der kleinen Wohnung, die sie mit ihrem Mann Sirius bewohnt. Die Fliesen unter ihren Füßen sind kühl, die Luft riecht nach Lavendel und dem Rest eines Parfüms, das sie am Morgen aufgetragen hat. Langsam zieht sie sich aus – sie will noch schnell unter die Dusche, bevor sie zu Sirius ins Bett kriecht. Ihr Blick fällt in den Spiegel.</p>
<p>Seit dem Nachmittag kreist ein Gedanke unaufhörlich in ihrem Kopf: „M.I.L.F.“ Markus, Svens langjähriger bester Freund, den sie gestern zum ersten Mal getroffen hat, hatte diesen Begriff gegenüber Sven verwendet. Plötzlich fühlt sie, wie ihr Herz für einen Moment schneller schlägt – eine Mischung aus Unsicherheit und einem ganz leisen Hauch von Selbstzweifel schleicht sich ein, obwohl sie sich sonst so sicher in ihrer Haut fühlt. Hat sie sich jemals über solche Zuschreibungen Gedanken gemacht? Warum beschäftigt sie das gerade jetzt so sehr?</p>
<p>„Bin ich wirklich eine M.I.L.F.? Was bedeutet das eigentlich für mich?“ Sie spürt, wie sich die Frage in ihr festsetzt, als hätte Markus’ Bemerkung eine Tür geöffnet, durch die nun alte Erinnerungen und Überlegungen strömen. Ihr fällt ein Abend vor Jahren ein, als sie mit Freundinnen über das Älterwerden und Attraktivität gesprochen hat – damals hatte sie noch darüber gelacht, heute fühlt sich die Situation anders an. Ein Teil von ihr fragt sich, ob ihre Werte und ihr Selbstbild mit solchen Etiketten überhaupt vereinbar sind. Sie betrachtet sich im Spiegel, sucht nach Anzeichen von Veränderung und fragt sich: Will sie für so etwas bewundert werden? Oder geht es ihr um ganz andere Dinge im Leben?</p>
<p>Sie beginnt, ihren nackten Körper zu betrachten. Die Haut ist größtenteils glatt, nur an den üblichen Stellen zeigt sich leichte Cellulite. Mit den Fingerspitzen fährt sie sanft über einen kleinen Makel an ihrem Oberschenkel und muss lächeln – wie oft hatte sie sich früher darüber geärgert, heute wirkt es fast wie eine liebgewonnene Erinnerung an Sonnenurlaube und ausgelassene Sommertage. Aber mit knapp 45 Jahren sieht man ihr das Alter kaum an. Ein leiser Stolz mischt sich in ihre Gedanken, gepaart mit Dankbarkeit und einem Hauch Staunen darüber, wie viel ihr Körper schon erlebt hat. „Der Punkt geht wohl Richtung ‚M.I.L.F.‘“, murmelt sie und spürt dabei ein seltsames Kribbeln im Bauch – amüsiert, aber auch ein bisschen unsicher, wie sie zu diesem Etikett stehen soll.</p>
<p>Ihr Blick wandert höher, zum Bauch. Darauf war sie immer stolz – keine Schwangerschaftsstreifen, keine Spuren der Geburt. Sie erinnert sich an die Momente nach Kassandras Geburt: damals voller Zweifel, ob sie je wieder ganz sie selbst sein würde. Jetzt, Jahre später, hat sie es geschafft, ihn fast wieder in den Zustand vor Kassandras Geburt zu bringen. Erleichterung und leise Freude durchströmen sie, doch zugleich spürt sie ein Flimmern von Wehmut. Ihr Bauch ist ein stiller Zeuge all dieser Veränderungen, von Unsicherheit zu neuem Selbstvertrauen. Wieder ein Punkt für die „M.I.L.F.“-Gedankenliste – und noch mehr ein Punkt für sie selbst.</p>
<p>Dann gleitet ihr Blick zu ihren Brüsten. B-Cup, manchmal auch C-Cup – je nach BH-Schnitt. Sie haben nicht mehr die Spannkraft von vor zwanzig Jahren, aber hängen tun sie auch noch nicht. Sie erinnert sich an Momente, in denen sie sich selbst im Spiegel betrachtet hat – damals voller Stolz und jugendlicher Unbekümmertheit. Heute sieht sie darin einen stillen Wandel, eine Spur der Zeit, die sie mal mit einem Achselzucken, mal mit einer leisen Sehnsucht aufnimmt. „Okay, hier erkennt man, dass ich auf die Fünfzig zugehe“, denkt sie und spürt einen seltsamen Mix aus Akzeptanz und Wehmut. Kein Punkt für die „M.I.L.F.“ – aber auch kein Grund, sich zu verstecken.</p>
<p>Ihr Blick wandert weiter: Die feinen Lachfalten an den Augen, die kleine Narbe am Kinn von einem Sturz als Kind, die weichen Konturen ihres Körpers, die sich verändert haben – all das gehört zu ihr. Manchmal fragt sie sich, ob andere diese Zeichen überhaupt wahrnehmen oder ob ihr Selbstbild viel kritischer ist als der Blick von außen. Ein Gedanke blitzt auf: Sind es nicht gerade diese Spuren, die sie einzigartig machen? Sie lächelt sich vorsichtig zu, während in ihr das Gefühl wächst, dass Schönheit nicht auf einen bestimmten Körperteil oder ein Etikett reduziert werden kann.</p>
<p>Mit jedem weiteren Blick in den Spiegel spürt sie, wie sich ihre Gedanken langsam beruhigen. Die Unsicherheit weicht einer sanften Wärme, einer leisen Dankbarkeit dafür, wie ihr Körper sie durchs Leben getragen hat. Für einen Moment schließt sie die Augen, lässt die Erinnerungen und das Jetzt ineinanderfließen. Die Frage nach „M.I.L.F.“ verliert an Schärfe – stattdessen fühlt sie, wie ihre Persönlichkeit, ihre Erfahrungen und ihre kleinen Makel sie zu der Frau machen, die sie heute ist.</p>
<p>Sie betrachtet ihr Gesicht erneut, eingehender. Der leichte Duft ihres alten Parfüms hängt noch in der Luft, mischt sich mit dem Hauch von Lavendel, der aus dem Badezimmer herüberzieht. Im fahlen Licht des Morgens, das durch das kleine Fenster dringt, wirkt ihre Haut fast durchsichtig – zart, verletzlich, als könnten Erinnerungen direkt darunter pulsieren. Die blauen Augen strahlen noch immer – wie eh und je. Wie oft hatte Sirius sich darin verloren? Wie oft hatte sie es genossen, wenn er einfach nur schaute, als könnte er nicht genug bekommen? In diesem Moment hört sie das sanfte Summen der Wasserleitungen, das entfernte Geräusch von vorbeifahrenden Autos, das alles in eine ruhige Kulisse taucht.</p>
<p>Ihre Lippen sind blass, fast farblos im Spiegel – die kühle Keramik des Waschbeckens unter ihren Fingern verstärkt das Gefühl der Nacktheit. Würden sie heute noch dieselbe Wirkung haben wie damals? War sie noch dieselbe wie damals? Oder hatte die Zeit etwas Unwiederbringliches genommen? Sie spürt, wie ein Anflug von Zweifel in ihr aufsteigt, sich wie eine leichte Gänsehaut über ihre Haut legt. Sie besitzt keinen Lippenstift mehr – irgendwann hatte sie aufgehört, sich regelmäßig zu schminken, als hätte sich ihr Bedürfnis nach Selbstdarstellung langsam verflüchtigt. „Verdammt, diesen Punkt muss ich wohl verschieben“, murmelt sie – und fragt sich im Stillen, ob es wirklich nur um die Farbe auf den Lippen geht oder um etwas Tieferes, das längst unwiederbringlich scheint.</p>
<p>Doch dann durchfährt sie ein Impuls, ein leises, aber bestimmtes Verlangen. Es ist nicht nur bloße Neugier – vielmehr spürt sie das Bedürfnis, sich selbst wieder zu begegnen, losgelöst von ihren vertrauten Rollen als Mutter und Ehefrau. Für einen Moment erinnert sie sich daran, wann sie das letzte Mal nur für sich selbst etwas getan hatte – einen Nachmittag, an dem sie ziellos durch die Stadt schlenderte, ohne Rücksicht auf Termine oder Verpflichtungen, einfach nur, weil sie es wollte. Damals hatte sie sich lebendig und frei gefühlt – ein Gefühl, das ihr heute schmerzlich fehlt.</p>
<p>Schnell zieht sie sich wieder an und verlässt das Bad, wobei sie versucht, die aufkeimende Unsicherheit zu überspielen. Als sie an der Tür zum Wohnzimmer vorbeikommt, bleibt sie einen Augenblick stehen und ruft in Richtung Sirius: „Ich muss noch mal kurz was nachschauen. Du brauchst nicht zu warten – darfst aber gerne.“ Sie wartet keine Antwort ab, doch während sie weitergeht, hofft sie insgeheim, dass er ihre innere Unruhe nicht bemerkt hat. Für einen kurzen Moment fragt sie sich, ob er überhaupt wahrnimmt, wie sehr sie manchmal mit sich selbst ringt – und ob es ihn überhaupt interessieren würde.</p>
<p>Wenig später steht sie mit leicht zitternden Fingern vor dem Bungalow ihrer Tochter. Routiniert schiebt sie den Ersatzschlüssel ins Schloss. Kassandra ist zurzeit mit ihrer besten Freundin Cassiopeia in den Staaten im Urlaub – also gibt es keinen Grund zur Sorge und noch weniger jemanden, der ihrer nächtlichen Suche nach sich selbst im Weg stehen könnte.</p>
<p>Mit leicht zittrigen Fingern öffnet sie die Schublade mit Kassandras Schminkutensilien. Der kirschrote Lippenstift liegt ganz oben, fast herausfordernd. Routiniert, aber doch mit einer Spur Unsicherheit, setzt sie ihn an. Die blassen Lippen verschwinden, verwandeln sich in ein sinnliches Rot. Sie betrachtet ihr Spiegelbild – und fragt sich: „Reicht das? Sehe ich jetzt wirklich aus wie eine, die als ‚M.I.L.F.‘ durchgeht?“ Ein bittersüßes Kribbeln breitet sich in ihrem Bauch aus – Stolz, Zweifel, Sehnsucht mischen sich zu einem verwirrenden Cocktail.</p>
<p>Sie greift zum Kajalstift, zieht eine feine Linie entlang des Lids, doch irgendetwas fühlt sich nicht stimmig an. Es ist nicht die Sofia von früher, nicht die, die damals zielsicher und selbstbewusst das Haus verließ. Ein Hauch von Wehmut legt sich über ihr Herz. Die Jahre, ihre Spuren – und doch diese Sehnsucht nach Leichtigkeit.</p>
<p>Langsam schiebt sie die Hand nach hinten, löst das Haarband, das sie morgens fast mechanisch trägt. Ihre Haare fließen über die Schultern, weich und glänzend, fast wie eine Erinnerung an vergangene Sommer. Sie schaut wieder in den Spiegel und erkennt plötzlich einen Funken ihres jüngeren Ichs. Ein leises „Wow“ entweicht ihr – erschrocken, erfreut, beinahe melancholisch.</p>
<p>Es fühlt sich an wie eine Maske, aber nicht wie eine Verkleidung. Mehr wie eine zärtliche Erinnerung, ein Gruß aus einer Zeit, in der sie noch niemanden kannte außer sich selbst. „Den Punkt musst du dir eindeutig geben, Mädchen“, flüstert sie sich zu und beginnt sich langsam wieder abzuschminken. Doch der Blick in den Spiegel hat etwas in ihr verändert – sie fühlt sich nicht mehr leer oder verloren. Vielmehr ist es, als hätte ihr Körper ihr ein stilles Kompliment gemacht, als würde ihre Vergangenheit sie noch immer liebevoll umarmen.</p>
<p>Zurück in der Wohnung umfängt sie gedämpftes Licht, der vertraute Duft nach Lavendel und ein Hauch von Waschpulver. Sirius liegt bereits im Bett, sein Atem ruhig und gleichmäßig – sie hatte kaum erwartet, dass er auf sie wartet. Um diese Uhrzeit schläft er meist schon tief. Sie schlüpft vorsichtig zu ihm unter die Decke, spürt aber sofort, dass sie innerlich aufgewühlter ist, als sie erwartet hatte. In ihrem Schritt kribbelt es – als hätte eine Armee von Ameisen einen neuen Weg gefunden, rastlos und prickelnd.</p>
<p>Markus’ Blick, sein Körper, sein leises, fast neckisches „M.I.L.F.“, hallt nach. Sie weiß, dass Sirius heute Nacht keine Antwort auf ihr Verlangen geben wird – nicht aus Gleichgültigkeit, sondern aus Gewohnheit. „Vielleicht muss der Besuch süßer werden“, denkt sie und lächelt schief. „Sonst wird morgen ein verdammt langer Tag.“</p>
<p>Sofia sitzt auf dem Rand ihres Bettes. Das Licht im Raum ist gedämpft, taucht die Umgebung in ein sanftes Halbdunkel, während die stille, beinahe spürbare Luft jede Bewegung verstummen lässt. Diese besondere Atmosphäre legt sich wie ein Schleier über ihre Gedanken und verstärkt die innere Unruhe. Markus – sein Körper, sein Blick, als er sie „M.I.L.F.“ genannt hatte – taucht vor ihrem inneren Auge auf. Sie spürt ein unerwartetes Ziehen in sich, ein Verlangen, das im stillen Licht des Zimmers besonders greifbar wirkt.</p>
<p>Ihre Hand gleitet langsam über ihren Bauch, tiefer, bis sie den Stoff ihres Höschens berührt. Ein leises Stöhnen entweicht ihr, kaum hörbar. Sie hält einen Moment inne, spürt das Pochen ihres Herzens, bevor ihre Hand weiterwandert. Ihre andere Hand streicht über ihre Brust, tastet, erinnert sich.</p>
<p>Darf ich das? Sie zögert, denkt kurz nach, spürt das Kribbeln in ihr.</p>
<p>Kann ich das? Die Unsicherheit bleibt – doch ihr Körper handelt längst.</p>
<p>Was würde Sven denken? Wenn er davon erfahren würde, wäre er vermutlich überrascht. Vielleicht würde er mich sogar verurteilen. Aber jetzt zählt nur dieser Moment.</p>
<p>Zielstrebig betritt sie das Badezimmer. Das grelle Licht taucht den Raum in einen kalten Schein, und für einen Moment bleibt ihr Blick am kleinen Fenster hängen, durch das sich ein Streifen des dunklen Meeres abzeichnet. Die Gischt scheint bis hierher zu rauschen, ein Hauch von Salz und feuchter Nachtluft dringt durch den schmalen Spalt. „Hoffentlich sieht niemand das Licht“, schießt es ihr durch den Kopf. Ein mulmiges Gefühl breitet sich in ihrer Brust aus, als hätte das Licht sie enttarnt – Angst und Aufregung mischen sich. Sie spürt das leise Zittern ihrer Hände, während irgendwo draußen das Meer an die Felsen schlägt und ein Hauch von Sonnenöl und kaltem Porzellan in der Luft liegt. Für einen Moment fühlt sie sich seltsam nackt, verletzlicher als zuvor, als könnte jeder Blick von draußen ihr Innerstes offenbaren.</p>
<p>Markus knallt die Tür hinter sich zu. Der Bungalow ist leer, stickig, durchtränkt vom Tag. Sonnenöl, Salz, Schweiß – alles hängt in der Luft wie ein versautes Parfüm. Er bleibt einen Moment stehen, atmet ein.</p>
<p>Mechanisch entkleidet er sich, Stück für Stück. Das T-Shirt klebt wie eine zweite Haut an seinem Rücken, nimmt die Anspannung des Tages mit sich, als er es auszieht. Die Hose riecht nach Meer und pubertierender Hitze, nach langen Tagen voller Sonne und unausgesprochener Worte.</p>
<p>Er geht ins Bad, dreht das Wasser auf – heiß, fast brennend. Dampf steigt auf, legt sich wie ein feuchter Schleier über die Fliesen. Es ist, als würde der Nebel seine Gedanken verbergen, als könnte er im Wasser alles abwaschen, was an ihm haftet: Scham, Verlangen, die Unsicherheit, die ihn innerlich zerreißt.</p>
<p>Das Wasser prasselt auf ihn herab, rinnt über seinen Körper, tropft von seinem Rücken, seinem Schritt, seinem Bauch. Er lehnt sich an die kalte Fliesenwand, ein leises Stöhnen entweicht ihm. Endlich Ruhe. Endlich für sich. Endlich die Anspannung abstreifen.</p>
<p>Da – ein Geräusch. Ein kaum hörbares Knarren. Kalte, feuchte Luft kriecht über die Haut. Die Tür öffnet sich langsam, ein frischer Schwall kühlen Lichts ergießt sich in den stickigen, schwitzigen Raum. Ein Schatten gleitet über die Fliesen, huscht durch den aufsteigenden Dampf. Es riecht nach Meer und heißem Porzellan. Stille. Jeder Herzschlag hallt laut in der Enge. Nichts bewegt sich – außer diesem Schatten. Kurz. Abgehackt. Unmittelbar.</p>
<p>Sofia.</p>
<p>Barfuß.</p>
<p>Ihr Nachthemd ist kaum mehr als ein Hauch Stoff – durchsichtig, vom Schweiß feucht und klebt wie eine zweite Haut an ihr. Jede Kontur ihres Körpers zeichnet sich deutlich ab. Ein Schauder läuft ihr über den Rücken, als sie in die Dunkelheit blickt – für einen Moment ist sie sich selbst fremd und fühlt sich verletzlich und mutig zugleich.</p>
<p>Brüste, Nippel, Hüfte, Scham – nichts bleibt verborgen; jedes Detail liegt offen vor seinem Blick wie ein Gemälde im hellen Licht, preisgegeben und doch unerreichbar hinter einem Schleier aus Dampf und flüchtigem Mut.</p>
<p>Sie steht einfach da. Kein Wort. Kein Zucken. Kein Laut. Nur dieser Blick – durchdringend. Das Schweigen dehnt sich, macht die Luft schwer. Alles scheint in diesem Moment zu schweben, gespannt zwischen Nähe und Unsicherheit.</p>
<p>Markus merkt, wie sein Gemächt zuckt. Scheiße. Nicht jetzt. Nicht sie. Nicht so. Er bemüjt sich so sehr, dieses Gefühl zu unterdrücken. Doch jetzt, im Dunst, bricht alles hervor, gegen seinen Willen, hemmungslos und fremd. Sie tritt näher. Der Dampf macht sie unwirklich. Alles verschwimmt, alles wird schwerer, jeder Atemzug ein Kampf zwischen Verlangen und Verdrängung.</p>
<p>Wie ein Geist. Wie ein verdammter Sexdämon.</p>
<p>Ihre Finger berühren seine Hüfte. Warm. Zart. Zielstrebig. Ein Blick. Ein Lächeln. Ein Herzschlag.</p>
<p>„Markus blinzelt, der Dampf wirbelt um ihn. „Sofia&#8230; was&#8230;?“ Er flüstert, seine Stimme zittert, unsicher, ob er die Frage überhaupt zu Ende bringen soll. War sie wirklich hier, so nah, so greifbar und doch so unwirklich?</p>
<p>„Pscht“, haucht sie und legt vorsichtig eine Hand auf seine Schulter. Der Raum ist still, nur ihr leiser Atem ist zu hören. Ihr Blick sucht kurz den seinen, warm und wachsam, bevor sie leise fortfährt: „Ich wollte nur sehen, dass es dir gut geht.“</p>
<p>Zwischen ihnen liegt eine Spannung, die sich langsam entlädt. Ihre Stimme ist weich, aber sie meint es hart. Ein ungewohntes Kribbeln durchzieht Markus, während ihre Worte nachhallen und ihn auf eine Weise berühren, die er kaum zuordnen kann. Verwirrung, Sehnsucht und ein Hauch Angst mischen sich in ihm, als er merkt, wie sein Körper auf sie reagiert – als hätte sie eine Saite in ihm berührt, die lange ungespielt geblieben war.</p>
<p>Sie erkennt das er steif, bereit, und hungrig auf mehr ist. So sehr pocht sein Gemächt in ihrer Hand.</p>
<p>Sie stehen dicht beieinander, der Dampf legt sich schwer über die Fliesen. Sofia blickt Markus direkt an, ihre Stimme fest, aber in ihren Augen blitzt ein Hauch von Unsicherheit auf.</p>
<p>„Du hast mich M.I.L.F. genannt“, sagt sie leise. „Ich hab’s gehört. Und ich habe mich gefragt, ob du eigentlich weißt, was du da gesagt hast.“</p>
<p>„Ich … ich war betrunken …“, murmelte Markus und wich verlegen Sofias Blick aus. Für einen Moment schien die Luft zwischen ihnen noch dichter zu werden, das Schweigen schwer wie feuchter Dampf. „Aber ehrlich, oder?“, ihre Stimme zitterte ganz leicht, während sie ihn aufmerksam musterte.</p>
<p>Sie greift zu. Ohne Vorwarnung. Ihre Hand umschließt ihn, zieht die Vorhaut zurück. Die Luft zwischen ihnen knistert. Ein leiser Atemzug verrät seine Überraschung. Markus stöhnt. Laut. „Fuck.“</p>
<p>„Sag es“, fordert Sofia Markus mit fester Stimme auf.</p>
<p>„Du bist eine M.I.L.F. Eine verdammt heiße und scharfe M.I.L.F.</p>
<p>Sofia sieht Markus fest in die Augen, ihre Stimme bebte vor Enttäuschung. „Und du bist ein kleiner Junge, der nicht weiß, wie man eine Frau richtig fickt.“</p>
<p>Sie geht langsam in die Hocke, ihre Bewegungen fließend und bestimmt. Das Licht des Badezimmers wirft sanfte Schatten auf ihre Wangen, während sie kurz zu Markus aufblickt. Ihr Atem ist warm, ihre Lippen leicht geöffnet, als sie ihn schließlich in den Mund nimmt. Für einen Moment steht die Zeit still – der Dampf in der Luft, das feine Zittern in ihren Fingern, das unstete Pochen seines Herzens. Markus spürt, wie ihr warmer Atem über seine Haut streicht, wie sie ihn mit sanfter Entschlossenheit umschließt. Die Nähe, der Geruch ihres Shampoos, das leise Murmeln ihres Namens in seinem Ohr – all das verschmilzt zu einem Gefühl aus Verlangen und fast schmerzhafter Sehnsucht, das ihn zugleich überwältigt und tief berührt.</p>
<p>Langsam. Tief. Fest. Feucht. Saugt sie ihn in sich ein.</p>
<p>Markus greift mit zitternder Hand in ihr weiches Haar, spürt die Wärme ihrer Kopfhaut unter seinen Fingern, das feine Streichen der Strähnen an seiner Haut.</p>
<p>„Oh Gott … Sofia …“</p>
<p>„Nicht Gott. Nur ich. Deine M.I.L.F. mit der geilen Fotze.“ Denkt sie amüsiert bei sich.</p>
<p>Sie saugt, spielt mit seiner Eichel, leckt über die Ader, lässt ihn zittern.</p>
<p>Er schaut zu ihr runter. Sie sieht ihn an, während sie ihn lutscht.</p>
<p>Mit provokanter Selbstsicherheit und einem beinahe besitzergreifenden Anspruch auf Markus’ Aufmerksamkeit macht sie unmissverständlich klar, wem dieser Moment gehört.</p>
<p>„Willst du mich ficken?“ Sie weiß selbst, dass diese Frage absolut überflüssig ist, doch ihr Herz schlägt schneller – sie braucht die Bestätigung von Markus.</p>
<p>„Ja … ich will dich ficken …“ haucht er ihr heiser entgegen. Das Blut rauscht in seinen Ohren, als wenn es das prasseln des Wasser übertönen wolle.</p>
<p>Sie steht auf, dreht sich um und lehnt sich mit einem leisen Seufzen gegen die Wand. Ihr Rücken spürt das kühle Mauerwerk, das einen angenehmen Kontrast zur Wärme ihres Körpers bildet, während sie tief durchatmet. Ihr Po wölbt sich rund und glänzend, vom Wasser noch feucht, im sanften Licht schimmernd.</p>
<p>Sie spreizt die Beine. „Fick mich. Stoß mich. Mach mich fertig.“</p>
<p>Er packt sie. Dringt ein. Hart. Heftig.</p>
<p>Sie schreit auf.</p>
<p>„Ja! So! Fick meine M.I.L.F.-Fotze!“</p>
<p>Er stößt. Schnell. Tief.</p>
<p>Sie kommt. Laut. Wild.</p>
<p>Er kommt. Mit einem Schrei. In ihr. Auf sie.</p>
<p>Egal.</p>
<p>Sofia reißt die Augen auf.</p>
<p>Ihr Körper glüht. Ihr Schritt pocht.</p>
<p>Ihre Haut ist feucht – nicht vom Wasser, sondern von Lust.</p>
<p>Die Klimaanlage brummt. Das Nachthemd klebt an ihr wie ein Beweis—ein Beweis für etwas, das nie passiert ist. Sie blinzelt. Noch immer hallt der Traum nach, doch die Stimmen sind nur in ihrem Kopf. War sie wirklich bei Markus? Hatte sie sich tatsächlich unter der Dusche ficken lassen?</p>
<p>Engelchen (mit spitzer Zunge)</p>
<p>Bist du sicher, dass das eine gute Idee ist?</p>
<p>Du träumst davon, den besten Freund deines Sohnes zu lutschen wie ein Eis am Stiel? Du bist Mutter, verdammt nochmal.</p>
<p>An deiner Seite steht ein Mann, mit dem du dein Leben teilst. Dein Alltag ist erfüllt, voller Aufgaben, Wünsche und Möglichkeiten.</p>
<p>Und du ruinierst alles für einen Schwanz. Der noch nicht mal weiß, wie man richtig fickt?</p>
<p>Pfui, Sofia.</p>
<p>Pfui.“</p>
<p>Sofia schluckt. Ihre Brust hebt sich.</p>
<p>Ein Hauch von Scham kriecht über ihre Haut.</p>
<p>Teufelchen (mit rauchiger Stimme)</p>
<p>„Ach, halt die Klappe, du Moral-Matratze.</p>
<p>Hast du gesehen, wie er dich angeschaut hat? Wie er dich will? Du bist keine alte Frau – du bist eine Frau mit Hunger.</p>
<p>Der ist jung, knackig, neugierig. Ein Hauch von Abenteuer liegt in seinem Blick, als würde er Dinge mit dir erleben wollen, von denen du selbst kaum zu träumen wagst.</p>
<p>Du könntest ihm zeigen, wie man eine Frau wirklich fickt – nicht so unbeholfen, wie er es vielleicht gewohnt ist, sondern mit echter Leidenschaft, mit Erfahrung. Wie oft hast du dich bei dem Gedanken ertappt, ihn zu lehren, was Berührung bedeuten kann? Nicht unter der Dusche? Na und? Im Wohnzimmer. Im Gästezimmer. Im Garten, wenn´s sein muss.</p>
<p>Aber da ist auch die Angst. Was, wenn du aus einer Laune heraus alles zerstörst, was dir wichtig ist? Dein Herz schlägt schneller, weil du weißt: Du willst ihn. Und er will dich. Die Versuchung pocht an deine Tür, laut und ungeduldig.</p>
<p>Also hör auf, dich zu geißeln – und fang an, zu planen.“</p>
<p>Sofia schließt die Augen. Ihre Finger gleiten langsam über ihren warmen Bauch, und sie spürt das sanfte Kribbeln unter ihrer Haut.</p>
<p>Langsam. Zitternd. Ein Flattern in der Brust, als würde ihr Herz stolpern.</p>
<p>Was, wenn &#8230;?</p>
<p>Was, wenn sie den Schritt wirklich wagt?</p>
<p>Was, wenn es kein Traum bleibt?</p>
<p>Was, wenn das Verlangen sie stärker macht als die Angst?</p>
<p>Ein einziger Gedanke zieht sie tiefer hinein: Würde sie es bereuen – oder sich wieder lebendig fühlen?</p>
<p>Ein leises Stöhnen entweicht ihr. Im dämmrigen Licht des Schlafzimmers liegt Sirius neben ihr und rührt sich nicht – sein Atem geht ruhig und gleichmäßig, völlig versunken im tiefen Schlaf. Für einen Moment lauscht sie seinem friedlichen Atmen, spürt die Wärme seiner Nähe auf ihrer Haut. Ein bittersüßes Gefühl durchströmt sie: Sehnsucht nach mehr, gemischt mit der Angst, diesen Augenblick zu zerreißen. Sie fragt sich, ob er je erahnen wird, was jetzt in ihr vorgeht.</p>
<p>Mit zitternder Stimme, während die Versuchung und die Angst in der Luft liegen, flüstert sie: „Denk an deinen Sohn.“</p>
<p>Teufelchen lacht:</p>
<p>„Denk an dich.“</p>
<p>Sofia liegt da. Gefangen zwischen auflodernder Lust und nagender Schuld. Ihr Herz pocht wild, während sie mit jeder Faser versucht, die Grenze zwischen Fantasie und Realität zu ertasten. Die Hitze ihrer Haut, das leise Zittern in ihren Gliedern, mischen sich mit einer Sehnsucht, die beinahe schmerzt.</p>
<p>Sie weiß: Schlaf wird sie heute Nacht nicht mehr finden – nicht, weil Scham sie wachhält, sondern weil sie sich danach sehnt, diesen Traum immer wieder zu erleben. Und vielleicht… vielleicht wird sie das, was sie träumt, schon bald erleben.</p>
<p><span style="color: #c0392b;"><em><strong>Ende der zweiten Episode, des ersten Kapitel.</strong></em></span></p>
<p>© 2025 – Der Inhalt dieser Reihe ist einzig und allein mein geistiges Eigentum. Er darf ohne meine Ausdrückliche Genehmigung in keiner Weise verändert, kopiert oder anderswo veröffentlicht werden.</p>
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		<title>In guten wie in schlechten Zeiten 4</title>
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		<pubDate>Sat, 02 May 2026 23:18:55 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[In guten wie in schlechten Zeiten 4 Am nächsten Morgen mochte Katja gar nicht aufstehen, zu schön war es auf Torben. Sie spürte seine Morgenlatte und ließ sie mit einer&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
In guten wie in schlechten Zeiten 4</p>
<p>Am nächsten Morgen mochte Katja gar nicht aufstehen, zu schön war es auf Torben. Sie spürte seine Morgenlatte und ließ sie mit einer kleinen Bewegung in sich gleiten. Zärtlich küsste sie Torben. Ganz sanft holte sie ihn aus dem Land der Träume.</p>
<p>&bdquo;Guten Morgen, mein Engel!&ldquo; hauchte er.</p>
<p>Katja war glücklich. Torben richtete sich etwas auf und drehte sie unter sich, ohne aus ihr heraus zu gleiten. Katja war von seiner Aktion völlig überrascht, doch im nächsten Moment schob sich Torben maximal in sie. So innig und tief hatte sie ihn noch nie gespürt. Gerne überließ sie ihm die Führung, doch es ging ihm nicht um Führung. Er spürte sie nicht nur körperlich, sie war in seiner Seele. Auch Katja registrierte diesen Unterschied. Es war die totale Nähe und es war unbeschreiblich schön. Mit ihrem Wunsch, ganz für ihn da zu sein, öffnete sie ihr Herz. Es war, als ob der ganze Raum gefüllt wäre mit Liebe und mit Glück.</p>
<p>Auch Torben nahm Katja völlig anders wahr. Sie schien ein leuchtendes Wesen zu sein. Er spürte ihren Wunsch und wollte dasselbe für sie. Beide hatten sie das Gefühl, eins zu sein. Wellen der Liebe und des Glücks schienen von ihnen auszugehen. Sie wurden immer intensiver, bis sie plötzlich in tausend und abertausend Sternen zu explodieren schienen. Sie kamen gemeinsam in einer noch nie gekannten Intensität.</p>
<p>Doch auch Aurora und Viktoria stöhnten ihren Höhepunkt heraus. Keiner bekam bewusst mit, was gerade geschehen war.</p>
<p>Viktoria war die erste, die wieder zu sich kam. Als sie Katja unter Torben sah und wie sie sich noch immer an ihn klammerte, ahnte sie, was passiert war. Auch Torben atmete schwer und stützte sich etwas hoch.</p>
<p>&bdquo;Ich liebe Dich so sehr!&ldquo; hauchte Katja tonlos.</p>
<p>Torben lächelte und küsste sie zärtlich.</p>
<p>&bdquo;Ihr!&ldquo; flüsterte Viktoria und lächelte.</p>
<p>&bdquo;Was war das denn?&ldquo; hörten sie die zittrige Stimme von Aurora.</p>
<p>Viktoria schmunzelte &bdquo;Katja und Torben haben eine Reise der Lust und Liebe gemacht und uns mitgenommen.&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Ich bin noch nie mit einem Orgasmus wach geworden. Unglaublich!&ldquo; stellte Aurora fest.</p>
<p>Viktoria strich Katja zärtlich eine Strähne aus dem Gesicht &bdquo;Du verzauberst mich immer mehr, geliebte Katja.&ldquo;</p>
<p>Zärtlich küssten sich die beiden Frauen. Viktoria sah ihr in die Augen &bdquo;Du bist unser aller Glück.&ldquo;</p>
<p>Katja kullerte eine Träne des Glücks über die Wange.</p>
<p>Aurora hatte sich jetzt wieder gesammelt und rollte sich aus dem Bett &bdquo;Ich hatte dabei eben einen Traum, der war so intensiv. Ich schätze, du bist wieder schwanger.&ldquo; Meinte sie an Katja gerichtet.</p>
<p>&bdquo;Das war nicht geplant. Ich&hellip;&ldquo; wollte Katja sich entschuldigen.</p>
<p>Aurora beugte sich zu ihr herunter und legte ihr den Finger auf die Lippen &bdquo;Scht, geliebte Katja, alles gut. Liebe kann man nicht planen und ich habe es sehr genossen. Ich muss allerdings deinetwegen jetzt unter die Dusche.&ldquo; Liebevoll küsste Aurora Katja.</p>
<p>&bdquo;Danke!&ldquo; hauchte Katja.</p>
<p>Während Aurora duschte, kümmerte sich Viktoria um das Frühstück. Katja und Torben kuschelten sich aneinander und genossen die abflauenden Wellen ihrer Liebe.</p>
<p>Am Frühstückstisch thematisierte Viktoria das Erlebnis nochmals &bdquo;Wir haben bereits gestern Abend eure Liebe gespürt. Anscheinend haben wir gestern nicht nur die Besonderheit von Marcos Familie kennengelernt, sondern auch ein unglaubliches Geschenk erhalten. Wir habe euer beider Liebe so intensiv und zärtlich gespürt. Heute Morgen hat eure Liebe direkt neben uns scheinbar auch uns angeregt.&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Angeregt ist gut,&ldquo; schmunzelte Aurora &bdquo;Mir ist einer abgegangen, wie noch nie. Ich dachte, ich bin live dabei.&ldquo;</p>
<p>Viktoria sah sie einen Moment an &bdquo;Aurora, du warst live dabei &ndash; nur nicht körperlich. Das ist das eigentlich Besondere an der Beziehung rund um Marco und Conny &ndash; und wir spüren das untereinander jetzt scheinbar auch.&ldquo;</p>
<p>Aurora sah sie an &bdquo;Meinst du das ernst jetzt?&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Du hast gefühlt, was Katja gefühlt hat. Oder was meinst du, weshalb Dir so einer abgegangen ist?&ldquo; fragte Viktoria direkt.</p>
<p>Torben schritt ein &bdquo;So, jetzt ist mal gut damit! Es wird sich zeigen, ob das tatsächlich so ist und ob es von Dauer ist.&ldquo;</p>
<p>Katja beugte sich vor und küsste ihn zärtlich.</p>
<p>&bdquo;Uhhhh! Ohhh!&ldquo; seufzte Aurora.</p>
<p>Auch Viktoria stöhnte auf &bdquo;Mein Gott, Katja!&ldquo;</p>
<p>Katja musste kichern. Aurora schüttelte den Kopf &bdquo;Mit euch macht man was mit!&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Ich weiß gar nicht, was du hast, mein Schatz.&ldquo; Meinte Torben trocken &bdquo;Ich für meinen Teil finde es überwältigend schön, unsere Liebe so spüren zu können. Das ist etwas Außergewöhnliches &ndash; wie auch unsere Beziehung &ndash; oder wolltest du das irgendwie anders?&ldquo;</p>
<p>Aurora schüttelte den Kopf.</p>
<p>Wie vier verliebte Teenager alberten sie am Frühstückstisch herum. Irgendwann stand Torben auf &bdquo;Ok, ich muss. Ich mache heute Vormittag die Anmeldung im Studio eins.&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Darf ich mitkommen?&ldquo; fragte Aurora.</p>
<p>Viktoria und Katja sahen sich schmunzelnd an.</p>
<p>&bdquo;Na klar.&ldquo; Meinte Torben &bdquo;Aber ich mache mich jetzt auf.&ldquo;</p>
<p>Aurora sprang auf und im nu waren die beiden aus der Wohnung.</p>
<p>&bdquo;Jede Wette, sie wird schauen, ob wir ihre Liebe auch fühlen können.&ldquo; Grinste Viktoria.</p>
<p>&bdquo;Lass sie. Wenn ihr meine Liebe tatsächlich so gefühlt habt, wie ihr beschreibt, dann fühlt sie sich vielleicht im Moment etwas &ndash; abgeschoben.&ldquo;Meinte Katja leise.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Viktoria sah sie an &bdquo;Du bist echt großartig Katja.&ldquo;</p>
<p>Langsam näherten sie sich einander. Sanft legte Viktoria ihr die Hand auf die Wange und begann sie zu küssen. Das spürten natürlich auch Aurora und Torben.</p>
<p>&bdquo;Mann! Das ist ja nicht zu fassen!&ldquo; sagte Torben leise.</p>
<p>Aurora schmiegte sich bei ihm an. Sie hatte ihre Augen geschlossen und genoss den intensiven Moment. Liebevoll legte Torben seine Arme um sie. Aurora schmolz regelrecht dahin &bdquo;Küss mich!&ldquo; hauchte sie.</p>
<p>Erst ganz zart berührten sich ihre Lippen. Aurora gab sich ganz dem schönen Gefühl hin. Immer inniger und leidenschaftlicher wurde ihr Kuss.</p>
<p>Das wiederum spürten Viktoria und Katja, die sich mittlerweile wieder voneinander gelöst hatten.</p>
<p>&bdquo;Oh!&ldquo; seufzte Viktoria.</p>
<p>Katja musste sich an der Stuhllehne festhalten &bdquo;Aurora!&ldquo; hauchte sie nur.</p>
<p>Als Torben und Aurora ihre Lippen langsam voneinander lösten, sahen sie sich atemlos in die Augen. Um sie herum standen Menschen und applaudierten.</p>
<p>Viktoria und Katja standen in der Küche und sahen sich einen Moment an. Plötzlich lachten sie beide los.</p>
<p>&bdquo;Aurora will es wohl wissen.&ldquo; Grinste Viktoria.</p>
<p>Katja nickte &bdquo;Also, wenn das so bleibt, haben wir immer alle etwas davon. Besser kann es doch gar nicht sein.&ldquo;</p>
<p>Viktoria schmunzelte und rief Aurora an. Diese nahm überrascht ab &bdquo;Vicky, was gibt es?&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Ich wollte Dir nur sagen, dein Test war erfolgreich.&ldquo; Meinte Viktoria.</p>
<p>&bdquo;Was für ein Test?&ldquo; fragte Aurora &bdquo;Und was meinst du mit erfolgreich?&ldquo;</p>
<p>Torben neben ihr verstand hingegen, was Viktoria meinte. Er hielt Ihr seine Hand hin, dass sie ihm ihr Handy geben möge. Aurora reichte es ihm ohne zu zu zögern. Sanft legte er seinen anderen Arm um ihre Hüfte.</p>
<p>&bdquo;Hey Vicky. Aurora hat keinen Test gemacht. Euer Kuss fühlte sich für uns einfach so schön an, dass es uns animiert hat, mitzumachen.&ldquo; Erklärte Torben &bdquo;Aber danke für das Feedback. Wir haben hier übrigens Applaus bekommen.&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Oops! Wo seid ihr denn?&ldquo; fragte Viktoria.</p>
<p>&bdquo;Na dreimal darfst du raten, auf welchem Platz wir stehen.&ldquo; Meinte Torben und zog Aurora ein bißchen fester zu sich. Diese kleine Geste genoss sie, denn sie sagte alles aus.</p>
<p>Torben verabschiedete sich von Viktoria und reichte Aurora ihr Handy zurück &bdquo;Danke.&ldquo; Hauchte sie. Dabei meinte sie nicht, dass Torben ihr Handy zurückgab, sondern, dass er sofort eingesprungen war, als sie nicht verstand. Leise ergänzte sie &bdquo;Ja, ich war auch eifersüchtig auf Dich und Katja, weil ihr so außergewöhnlich harmoniert.&ldquo;</p>
<p>Torben blieb stehen und drehte sie sanft vor sich. Tief sah er in ihre Augen &bdquo;Geliebte Aurora &ndash; ich liebe Dich. Genauso wie ich Viktoria und Katja liebe. Ich möchte nicht ohne euch sein. Was gestern Abend und heute Morgen passiert ist, war nicht geplant &ndash; es war das Ergebnis von Herzenswünschen und einem Geschenk, das wir alle vier gestern von Brunners erhalten haben. Keine Ahnung, ob das geplant war, aber es ist etwas Besonderes, das unsere ohnehin schon besondere zusätzlich Beziehung auszeichnet.&ldquo;</p>
<p>Es folgte ein weiterer, sehr liebevoller Kuss, der allen vier durch und durch ging. Aurora spürte, dass es Torben nicht egal war, was sie fühlte &ndash; sie war ihm nicht egal. Und sie stellte für sich fest, dass sie offensichtlich eine Frau war, die ständig Bestätigung für die Liebe brauchte. Das war etwas, was sie an sich selbst nicht mochte, doch wie konnte sie das an sich ändern?</p>
<p>Mittlerweile waren sie am Studio angekommen. Torben schloss die Tür auf. Liebevoll sah er zu Aurora, die ganz in Gedanken war.</p>
<p>&bdquo;Hey,&ldquo; sagte er leise &bdquo;ich liebe Dich und bin so froh, dass ich Dir das endlich zeigen darf. Es hat lange genug gedauert und wenn es nach mir geht, bist du nie wieder alleine.&ldquo;</p>
<p>Aurora fiel ihm um den Hals. Seine Worte bedeuteten ihr sehr viel. Das zeigte sie ihm wieder durch ihren zärtlichen, liebevollen Kuss. Zusammen bereiteten sie das Studio vor. Licht an, Computer hochfahren, Sauna an, Kaffeeautomat vorbereiten und so weiter und sofort. Dazwischen immer wieder kleine Zärtlichkeiten. Torben füllte noch die Vorräte auf: Powerriegel, Mineralwasser, Eiweißdrinks.</p>
<p>Er schaltete gerade die Musik, als die ersten Trainingskunden das Studio betraten.</p>
<p>&bdquo;Oh, Aurora! Du bist ja auch da heute &ndash; ich dachte, du hättest frei. Gibst du spontan einen Kurs heute?&ldquo; fragte eine drahtige Frau mit krausen Haaren.</p>
<p>Aurora sah zu Torben, der nur mit den Achseln zuckte und lächelte &bdquo;Wenn du magst.&ldquo;</p>
<p>Aurora wendete sich an die Frau &bdquo;Lust hätte ich schon auf eine Runde Power-Workout auf der Stepperbank.&ldquo;</p>
<p>Die Frau am Tresen strahlte.</p>
<p>Aurora legte sanft ihre Hände in Torbens Nacken und begann einen liebevollen zärtlichen Kuss. Immer inniger und tiefer wurde ihr Kuss, so dass sie alles andere um sich herum vergaßen. Auch Viktoria und Katja im neuen Studio spürten diesen intensiven, warmen Strom.</p>
<p>&bdquo;Oh, wow!&ldquo; hauchte Katja und musste sich am Tresen festhalten.</p>
<p>&bdquo;Jetzt hat sie ihr Herz aber total geöffnet!&ldquo; stöhnte Viktoria &bdquo;Ich hoffe, es haut mich nicht immer so aus der Kurve wie jetzt gerade.&ldquo;</p>
<p>Katja begann zu lachen &bdquo;Ich stelle mir gerade vor, wie mir mitten in einem Meeting deshalb einer abgeht&hellip;&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Und mir in einem Bauch-Beine-Po-Kurs, wenn ich stöhnend zusammenbreche.&ldquo; Lachte jetzt auch Viktoria.</p>
<p>Langsam lösten sich die Lippen von Aurora und Torben wieder, sich tief in die Augen blickend.</p>
<p>&bdquo;Danke!&ldquo; flüsterte sie &bdquo;Ich liebe Dich so unendlich.&ldquo;</p>
<p>Plötzlich hörten sie nur &bdquo;Wow!&ldquo; Sie drehten sich zum Tresen, wo sie mittlerweile von gut zehn Personen beobachtet wurden.</p>
<p>&bdquo;Da kam aber richtig was rüber! Das war der schönste Kuss, den ich je gesehen habe.&ldquo; Sagte eine Frau. Zustimmendes Gemurmel umgab sie.</p>
<p>Aurora errötete &bdquo;Ich geh mich mal umziehen.&ldquo; Hauchte sie leicht atemlos.</p>
<p>&bdquo;Ja, ja, lass mich nur alleine hier stehen.&ldquo; Raunte er und hauchte ihr einen weiteren zärtlichen Kuss auf die Lippen.</p>
<p>&bdquo;Boah! Da werde ich direkt neidisch!&ldquo; sagte die Frau vor dem Tresen.</p>
<p>Aurora verschwand zum Umziehen. Torben buchte die Kunden ein und informierte über den spontan stattfindenden Trainingskurs. Der erste Ansturm war vorüber, als plötzlich drei Frauen vor ihm standen.</p>
<p>&bdquo;Guten Morgen, Torben. Dürfen wir auch trainieren?&ldquo;</p>
<p>Er sah auf und blickte direkt in Janines grüne Augen. Vor ihm standen Janine, Isabelle und Lena.</p>
<p>&bdquo;Hallo Janine. Ja klar, ich buche euch auf Gast. Wenn ihr euch richtig verausgaben wollt, könnt ihr gleich einen Workout mitmachen, den Aurora hier gleich spontan gibt.&ldquo; Antwortete er und schob ihnen drei Spindschlüssel zu.</p>
<p>Die drei Frauen machten sich auf in die Umkleidekabine. Kurz darauf kam Aurora wieder. Torben fing sie ein, umschlang sie mit seinen Armen und küsste ihr auf den Hals. Mit einem leisen Stöhnen schmiegte sie sich an ihn. Torben spürte, wie ihr Körper leicht zitterte. Mit funkelnden Augen sah sie ihn an.</p>
<p>&bdquo;Ich brauche heute mal richtig heftige Musik. Etwa so wie die, die du so gerne hörst.&ldquo; Sagte sie leise.</p>
<p>Torben reichte ihr sein Handy &bdquo;Die aktuelle Playlist.&ldquo;</p>
<p>Aurora küsste ihn innig und ging dann zu dem großen Platz mitten in der Trainingshalle. Dort bereitete sie alles vor. Bei dem Kurs, den sie jetzt geben würde, war vorheriges Aufwärmen nicht notwendig, sie würde einfach etwas langsamer anfangen. Torben brachte ihr die Stepperbänke und stellte sie in Stapeln auf den Platz.</p>
<p>Die ersten Trainingswilligen kamen.</p>
<p>Torben warf Aurora noch einen Luftkuss zu und ging wieder zur Rezeption. Dort machte er seine Arbeit und als Aurora schließlich mit ihrem Kurs begann war das schon eine Augenweide für ihn. Ja, seine Aurora hatte sich verändert. Und ja, die Frauen, die dort trainierten, ließen so manches Männerherz höherschlagen, doch seine Aurora war für ihn die unbestrittene Schönheit. Ihre perfekten Bewegungen, ihre Eleganz, ihre Stimme &#8211; dazu noch ihr Outfit. Aurora war genau wie Viktoria oft von Männern umlagert, aber sie hatten nur Augen für ihn.</p>
<p>Als sie warm war legte sie erst richtig los. Torben musste lächeln. Er griff einen Kasten mit Wasser und ging zu Aurora, wo er den Kasten abstellte. Aurora schenkte ihm ein dankbares Lächeln.</p>
<p>Torben war wieder an der Rezeption als Pia das Studio betrat.</p>
<p>&bdquo;Ich muss doch mal nach dem Rechten sehen.&ldquo; Grinste sie. Dann bemerkte sie die laute Musik. &bdquo;Was ist denn hier los?&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Aurora gibt spontan einen Workout-Kurs. Sie hatte Lust darauf.&ldquo; Erklärte Torben.</p>
<p>&bdquo;Ich seh&rsquo;s.&ldquo; sagte Pia und bestaunte Aurora, die wie entfesselt im Rhythmus der Musik auf ihrer Stepperbank herumsprang, während die meisten Kursteilnehmer völlig außer Atem auf ihrer Bank saßen.</p>
<p>Torben lächelte und ging zu Aurora. Als sie ihn sah, sprang sie ihm mit einem lauten Jauchzer in die Arme. Alles applaudierte, als sie ihn innig küsste. Auch Aurora war jetzt völlig außer Atem und klatsch nass geschwitzt.</p>
<p>Torben trug sie zur Anmeldung und setzte sie dort auf einen Stuhl. Sanft legte er ihr ein großes Handtuch um die Schultern.</p>
<p>&bdquo;Mein Gott Aurora! So etwas habe ich ja noch nie gesehen!&ldquo; sagte Pia zu ihr, während Torben ihr einen Shake machte.</p>
<p>&bdquo;Das war Torbens Musik. Die hat mich einfach mitgerissen.&ldquo; Lächelte Aurora.</p>
<p>Auch Janine, Isabelle und Lena kamen jetzt dazu.</p>
<p>&bdquo;Also, das war der brutalste Workout, den ich je mitgemacht habe.&ldquo; Meinte Janine nur und legte Aurora eine Hand auf die Schulter &bdquo;Du warst ja wie von Sinnen! Wo hast du diese Energie hergenommen?&ldquo;</p>
<p>Aurora blickte zu Torben. Der kam um den Tresen herum, schloss sie in seine Arme und hauchte ihr einen unendlich zarten Kuss auf die Lippen. Janine, Isabelle und Lena waren überrascht, denn sie spürten die Liebe, die zwischen den beiden floss.</p>
<p>&bdquo;Ok,&ldquo; sagte Janine schließlich &bdquo;das erklärt natürlich einiges. Eure Liebe gibt Dir diese ungeheure Energie und Torbens Musik hat Dich dann zusätzlich mitgerissen. Unglaublich, welche Power du da eben gehabt hast.&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Ich denke, du solltest in die Sauna, sonst hast du morgen einen tierischen Muskelkater.&ldquo; Raunte Torben Aurora zu.</p>
<p>&bdquo;Das ist eine wirklich gute Idee.&ldquo; Bestätigte Pia &bdquo;Sagst du den Mädels in der Umkleide, dass die Runde Sauna heute auf&rsquo;s Haus geht?&ldquo;</p>
<p>Aurora nickte, hauchte Torben noch einen Kuss auf die Lippen und entschwand Richtung Damenumkleide. Die drei anderen folgten ihr. Pia sah ihr nachdenklich nach.</p>
<p>&bdquo;Sie hat das unglaubliche Glück Dich zu haben, der sie als Mensch wertschätzt und auf sie aufpasst.&ldquo; Stellte sie fest.</p>
<p>Als Aurora in die Damenumkleide kam, wurde sie schon begrüßt.</p>
<p>&bdquo;Sag Mal, was war denn das eben? Sowas hab ich ja noch nie erlebt. Ich bin völlig alle!&ldquo; meinte eine der Sportlerinnen zu Aurora.</p>
<p>&bdquo;Mir ist eher schleierhaft, woher sie die Energie hatte. Wir sind doch reihenweise umgefallen &ndash; auch ich &ndash; und ich bin eigentlich ziemlich fit &ndash; dachte ich zumindest bis eben.&ldquo; Meinte eine andere grinsend.</p>
<p>&bdquo;Aber war geil &ndash; bei der Musik. So&rsquo;n richtiger Disco-Workout.&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Das kann man wohl sagen! Und wie du abgegangen bist&hellip;&ldquo;</p>
<p>Aurora verstand das Ganze nicht, sie hatte nach ihrem Verständnis einen ganz normalen Workout gemacht. Aber es musste doch etwas Wahres dran sein &ndash; so wie sich ihr Körper anfühlte. Sie zog sich kurzerhand aus und ging Duschen. Kurz darauf suchte sie sich einen Platz in der wirklich vollen Saunakabine. Als sie sich umsah, entdeckte sie nur Frauen &ndash; alle aus dem Workout eben. Einige lächelten ihr zu, auch Janine und Isabelle.</p>
<p>&bdquo;Also, ich habe ja schon einige Workouts mitgemacht, aber das was du da eben abgeliefert hast, hat alles bisher getoppt.&ldquo; Meinte Janine mit einem Lächeln.</p>
<p>Auch Isabelle nickte &bdquo;Vermutlich hat Dich die Musik in Deiner glücklichen Situation einfach mitgerissen.&ldquo;</p>
<p>Aurora überlegte. Sie stellte fest, dass sie sich an ein Gefühl erinnerte, als ob sie schweben würde. Dann schloss sie die Augen und dachte an einen Aufguss.</p>
<p>Überraschender Weise kam nach ein paar Minuten tatsächlich Torben mit einem Handtuch und dem Aufgusseimer bewaffnet in die Saunakabine. Völlig perplex sah Aurora ihn in.</p>
<p>&bdquo;Ich habe vor ein paar Minuten gerade einen Shake gemacht. Da bekam so ein ganz tiefes Gefühl, dass du Dir einen Aufguss wünschst.&ldquo; Sagte er und wedelte erst mal frische Luft in die Kabine. Dann machte er einen richtigen Aufguss, dass ein mehrfaches Stöhnen kam.</p>
<p>&bdquo;Boah! Du hast den Dreh aber raus!&ldquo; meinte Janine.</p>
<p>Als er fertig war, hauchte er Aurora einen ganz zarten Kuss auf die Lippen. Sie öffnete ihr Herz und ließ ihre Liebe fließen. Janine und Isabelle sahen sich verwundert an.</p>
<p>&bdquo;Spürst du das?&ldquo; fragte Janine.</p>
<p>Isabelle nickte nur und beobachtete die beiden. Schließlich meinte sie &bdquo;Es ist wie bei uns. Ich bin gespannt, ob die anderen das auch spüren.&ldquo;</p>
<p>Aurora saß lächelnd mit geschlossenen Augen da. Torben war wieder gegangen.</p>
<p>&bdquo;Sieh Dir Aurora an. So sieht ein glücklicher Mensch aus.&ldquo; Meinte eine Kursteilnehmerin.</p>
<p>Genau das war Aurora. Sie war glücklich. Zusammen mit Viktoria, Katja und Torben. Fast zehn Jahre hatte sie zusammen mit Viktoria um Torben regelrecht getrauert. Erst jetzt, mit Hilfe von Katja, hatten sie sich endlich gefunden. Sie waren eine große Familie und Torben zeigte jeden Tag aufs Neue, wie sehr er sie alle drei liebte. Sie hatten Kinder. Ihr Glück war wirklich perfekt.</p>
<p>Als sie schließlich nach zwei weiteren Saunagängen wieder an dem Empfang auftauchte, war sie völlig entspannt. Sie schmiegte sie einfach in Torbens Arme und küsste ihn sanft &bdquo;Ich liebe Dich.&ldquo; Hauchte sie. Liebevoll drückte er sie an sich.</p>
<p>Pia betrachtete die beiden. Auch ihr war aufgefallen, dass sich Aurora verändert hatte. Irgendwie war in ihr ein tiefes Vertrauen gewachsen. Seit diesem Tag brauchte sie diese ständigen Liebesbeweise nicht mehr, sie konnte die vielen kleinen Zärtlichkeiten einfach nur genießen und zwanglos erwidern.</p>
<p>Auch Viktoria und Katja fiel an diesem Abend auf, wie entspannt Aurora war. Überall verteilte sie kleine Schmuse- und Streicheleinheiten. Ob sie Viktoria im Türrahmen überfiel, sich auf Katja warf, als sie auf der Couch saß oder sich einfach an Torben schmiegte &ndash; jeder spürte ihre tiefe Liebe. Viktoria und Katja sahen zu, wie sie sich Torben immer mehr hingab, sie spürten ihre Liebe und ihre Energie. Sie sahen und fühlten, wie zwei Menschen körperlich und geistig eins wurden und wie Katja zuvor am Morgen sie im Höhepunkt mitriss.</p>
<p>Ihre Veränderung wurde gekrönt mit ihrer zweiten Schwangerschaft. Als sie mit Torben schmuste, war es kein Sex. Es war ein aufeinander Eingehen und sich Hingeben.</p>
<p>Am nächsten Morgen wachten sie alle vier ineinander verschlungen auf. Alle wussten sie, dass sie nun endgültig zu einem Viererteam verschmolzen waren. Sie herzten und schmusten sich gegenseitig.</p>
<p>Katja und Torben brachten sich als Team voll in die Geschäftsführung mit ein. Die Abteilung, die sie aufbauten glänzte im ganzen Konzern mit überragender Leistung. Grundlage war dabei die Ausstrahlung von Katja und Torben. Innerhalb dieser Abteilung herrschte eine besondere freundschaftliche Harmonie, der sich niemand entziehen konnte. So arbeitete diese Abteilung auch mehr und mehr firmenübergreifend. Die sehr schnelle Abgabe von Angeboten überzeugte sehr oft, zumal sie trotz des Tempos oft mit Details aufwarteten, die die anderen Angebote ganz oder teilweise vermissen ließen.</p>
<p>Auch in den Studios von Pia war diese Stimmung mehr und mehr spürbar. Es fühlte sich an, als ob nicht nur der Körper, sondern auch die Seele fitter wurde. Auch Pia wurde viel entspannter und ging in ihrer Wahlmutterrolle für die Vier immer mehr auf und damit auch in ihrer Rolle als Oma. Sie wurde von den &sbquo;echten&lsquo; Großeltern als &sbquo;gleichwertig&lsquo; akzeptiert.</p>
<p>Nach außen war diese Vierer-Familie ungewöhnlich, für die Kinder war es selbstverständlich. &sbquo;Wir haben eben drei Mamas und einen Papa!&lsquo; Dem Unverständnis anderer begegneten sie mit Zusammenhalt und Vertrauen. Lange Jahre waren Aurora und Viktoria der Überzeugung, dass Katja mit ihrem ruhigen Wesen ihren Zusammenhalt stabilisieren würde, doch zeigte sich auch nach außen hin, dass sie zu einer festen Einheit verschmolzen waren. Sie standen einfach zueinander und hatten das völlig verinnerlicht.</p>
<p>Ihre Kinder wuchsen in einer harmonischen Familie auf und alle vier Elternteile bemühten sich nach Kräften, ihren Kinder zu vermitteln, dass Liebe das Wichtigste auf der Welt ist. Die Geschwister halfen sich untereinander, wie es ihre Eltern tun. Sich in der Schule mit einem von ihnen anzulegen, galt unter Mitschülern als sehr riskante Angelegenheit. Nicht nur, dass die Geschwister intellektuell auf einem völlig anderen Niveau operierten, sie waren geistig wesentlich schneller als ihre Mitschüler. Deshalb gab es keine Handgreiflichkeiten, denn sie lösten ihre Probleme verbal. Schnell zeigte sich, dass auch Lehrer den Kindern meist unterlegen waren, was jedoch nicht ausgenutzt wurde.</p>
<p>Es spielte keine Rolle, wen man wo traf. Alle strahlten sie Glück und Ruhe aus. Torbens Frauen hatten mehrfach mitbekommen, wie teilweise sehr attraktive Frauen ihn anmachten. Torben ließ jedoch nie den Hauch eines Zweifels daran aufkommen, dass er kein Interesse hatte und begründete das meist auch deutlich sichtbar mit einem innigen Kuss mit mindestens einer seiner Frauen. Er hatte alles, was er sich je gewünscht hatte und noch viel mehr. Seiner Viktoria, Aurora und Katja konnte keine andere das Wasser reichen. Außerdem hatten sich die zehn Jahre, die er immer nach Aurora und Viktoria gesucht hatte, tief in seine Seele gebrannt. Und auch Katja hatte ihn mit ihrer außergewöhnlichen Art sofort gefangengenommen. Mit ihr war es von Anfang an, als ob sie eine Seelenverbindung hätten und sie hatte es ermöglicht zu Aurora und Viktoria die gleiche tiefe Verbindung zu bekommen.</p>
<p>Torben hatte für alle in der Familie immer ein offenes Ohr. Irgendwie waren Torben und Katja für alle immer die zentrale Anlaufstelle in der Familie, die sich immer Zeit nahmen. Es gab weder von Aurora noch Viktoria irgendwelche Eifersucht deshalb, im Gegenteil, sie empfanden es als ausgesprochen hilfreich. Die unglaubliche Empathie, die die Beziehung zwischen Torben und Katja auszeichnete, kam ihnen oft hilfreich zugute.</p>
<p>Die vier verstanden sich meist blind. Die Ruhe und Ausgeglichenheit strahlte auch auf ihre Eltern aus. Eines Tages erhielt Torben einen Anruf seiner Mutter, in dem sie ihn bat, direkt zu ihr zu kommen. Er fuhr auch sofort los und fand seine Stiefmutter aufgelöst in den Armen seiner Mutter.</p>
<p>Als er den Grund erfuhr, sagte Torben nur mit finsterem Blick &bdquo;Den kauf ich mir!&ldquo; Er wendete sich kurz an seine Mutter &bdquo;Pass auf sie auf, ich hab da was zu erledigen!&ldquo;</p>
<p>Ohne weitere Worte verließ er die Wohnung seiner Mutter und fuhr in die Firma, in der sein Vater arbeitete. Er ging hier im Zuge seiner Arbeit öfters ein und aus und so stand er plötzlich im Büro seines Vaters. Dieser saß knutschend mit einer wesentlich jüngeren Frau auf seinem Bürostuhl und seine Hände waren bereits unter ihrem Pulli.</p>
<p>Torben lehnte mit verschränkten Armen im Türrahmen und räusperte dich. Erschrocken sahen die beiden zu ihm.</p>
<p>&bdquo;Torben!&ldquo; rief sein Vater überrascht.</p>
<p>&bdquo;Erinnerst du Dich, dass ich Dir empfohlen habe, auf den Mond auszuwandern, falls du Claudia das Herz brechen solltest?&ldquo; fragte er nur.</p>
<p>&bdquo;Claudia und ich haben Probleme, die Dich nichts angehen.&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Ich seh&rsquo;s! Hast du schon Reisevorbereitungen getroffen?&ldquo; fragte Torben noch immer mit verschränkten Armen.</p>
<p>&bdquo;Hör Mal, ich kann da wirklich nichts dafür&hellip;&ldquo; rechtfertigte sich sein Vater.</p>
<p>&bdquo;Wie, du kannst nichts dafür? Claudia ist schwanger!&ldquo; zischte Torben. &bdquo;Das wird sie sicherlich nicht alleine geschafft haben!&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Da kann ich doch nichts dafür!&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Was? Rausziehen wäre eine Option gewesen oder ist Verhütung nur Frauensache?&ldquo; fragte Torben.</p>
<p>Der jungen Frau wurde es zu blöd. Sie schob die Hände aus ihrem Pulli und richtete sich ein wenig. Dann stand sie wortlos auf und wollte gerade an Torben vorbei, als dieser sie sanft aufhielt &bdquo;Warten Sie bitte einen kleinen Moment.&ldquo; Sagte er leise zu ihr. Dann wendete er sich wieder an seinen Vater &bdquo;Warum?&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Die Luft zwischen uns ist einfach raus.&ldquo; Beantwortete er die Frage.</p>
<p>Torben schüttelte den Kopf &bdquo;Weißt du, eine Beziehung ist etwas, an der alle Beteiligten immer gemeinsam arbeiten müssen! Die Luft ist bei euch raus? Das ist die billigste Ausrede, die ich je gehört habe! Claudia hat ein wirklich großes Herz &ndash; wie du schon selbst feststellen konntest und auch diese junge Frau hier neben mir hat Gefühle! Sie sind kein &sbquo;was&lsquo; sondern ein jemand! Niemand hat es verdient, so behandelt zu werden! Du bist das allerletzte!&ldquo;</p>
<p>Er drehte sich um und zog die junge Frau sanft mit sich. In einer kleinen Kaffeeküche setzte sich Torben mit ihr an einen Tisch. Er sah sie einen Moment lang an, dann lächelte er.</p>
<p>&bdquo;Tja, je nachdem, wie man es betrachtet, habe ich Ihnen nun eine schöne, intime Büronummer versaut oder Sie vor einem Fehler bewahrt. Ich weiß es nicht. Es tut mir leid, wenn ich Ihnen in die Parade gefahren bin, aber ich musste meinem Vater die Meinung sagen.&ldquo; Sagte Torben ruhig.</p>
<p>&bdquo;Sie sind nicht sauer auf mich?&ldquo; fragte die junge Frau überrascht.</p>
<p>Torben schüttelte den Kopf &bdquo;Nein. Wenn Ihnen danach ist, können Sie zu ihm gehen und eine schnelle Büronummer durchziehen. Nur sollten Sie auch bedenken, dass Sie genauso schwanger und mit gebrochenem Herzen zuhause sitzen könnten &ndash; wie meine Stiefmutter jetzt.&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Ich glaube, Sie wären mir gerade lieber!&ldquo; grinste sie jetzt.</p>
<p>&bdquo;Nein, lassen Sie mal. Ich habe drei Frauen, die ich sehr liebe und die mich über alles lieben. Ich habe nicht vor, ihnen weh zu tun. Außerdem ist Sex ohne Liebe gar nichts.&ldquo; Antwortete Torben mit einem Lächeln.</p>
<p>&bdquo;Drei Frauen?&ldquo;</p>
<p>Torben nickte &bdquo;Mein Vater hatte meine Mutter für eine Jüngere verlassen &ndash; allein das ist schon eine Geschichte. Aber dass sich meine Stiefmutter mit meiner Mutter versteht und sie gut befreundet sind, sagt eigentlich viel darüber aus, wie besonders sie ist. Nun sitzt meine Stiefmutter mit gebrochenem Herzen bei meiner Mutter und ist verzweifelt und schwanger. Sie hatte ihr unglaublich großes Herz meinem Vater geschenkt. &ndash; Passen Sie gut auf ihr Herz auf.&ldquo; Er legte ihr eine Visitenkarte auf den Tisch &bdquo;Hier, falls Sie in einer Firma arbeiten möchten, wo man Wert darauf legt, dass man das, was man tut mit Dem ganzen Herzen tut.&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Wieso sind Sie mir nicht böse? Ich hatte doch an der Situation eben genauso viel Schuld.&ldquo; Fragte sie.</p>
<p>Torben lächelte &bdquo;Mein Vater ist feige. Er hat Ihnen nichts von der Situation gesagt, richtig?&ldquo;</p>
<p>Sie schüttelte den Kopf.</p>
<p>&bdquo;Sehen Sie. Sie hätten sich genauso auf ihn eingelassen, wie meine Stiefmutter damals. Sie wusste nicht, dass er verheiratet war und als sie es erfuhr, war sie geschockt. Doch sie liebte ihn so sehr, dass sie ihm verzieh. Nun sitzt sie am Boden zerstört und schwanger bei meiner Mutter. Ich habe vorhin gesehen, dass er seinen Ehering nicht trägt. Das konnten Sie nicht wissen und deshalb mache ich Ihnen keinen Vorwurf. &ndash; War nett, Sie kennengelernt zu haben. Vielleicht sieht man sich ja.&ldquo; Zwinkerte er ihr zu und ging.</p>
<p>Die junge Frau ließ Torbens Vater daraufhin abblitzen und bewarb sich tatsächlich in der Woche darauf in der Firma, wo Torben arbeitete. Es war Katja, die die Bewerbung bearbeitete und das Gespräch führte. Sie schmunzelte, als die junge Frau zaghaft die Visitenkarte von Torben auf den Tisch legte.</p>
<p>&bdquo;Ach, Sie sind das.&ldquo;</p>
<p>Die junge Frau sah sie irritiert an. Die ganze Atmosphäre hier in dieser Firma war schon anders gewesen, als sie hier hereinkam. Fröhliche Gesichter, Menschen, die sie grüßten und nun änderte sich das Klima bei diesem Gespräch auf einen Schlag. Es nahm eine beinahe intime Note an, als Katja sagte &bdquo;Ich bin Katja, eine der drei Partnerinnen von Torben. Darf ich &sbquo;du&lsquo; sagen?&ldquo;</p>
<p>Die junge Frau nickte nur. Katja nahm die Bewerbungsmappe, kam um den Tisch herum und reichte ihr die Hand &bdquo;Also Karin, ich bin die Katja und ich führe Dich jetzt einfach mal ein bisschen herum.&ldquo;</p>
<p>Als erstes kamen sie bei Isabelle und Janine vorbei, die gerade mal wieder über einen neuen Auftrag staunten, den Katja und Torben völlig überraschend an Land gezogen hatten. Die nächste Station war Torben, der sich gerade in die neue Angebotsabteilung aufmachen wollte. Er angelte sich Katja kurzerhand an der Hüfte, drehte sie einmal um sich herum und küsste sie innig.</p>
<p>&bdquo;Wow!&ldquo; entfuhr es Karin &bdquo;Wer sind denn die anderen zwei Frauen in eurer Beziehung?&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Das sind Aurora und Viktoria. Sie arbeiten als Geschäftsführerinnen in Fitnessstudios.&ldquo; Antwortete Katja.</p>
<p>Während der Führung wurde Karin mit Katja immer vertrauter, was nicht zuletzt an der ungewohnten, fröhlichen Atmosphäre in der Firma lag. Bei einem gemütlichen Essen in der Kantine fragte Karin plötzlich &bdquo;Du bist schwanger, nicht wahr?&ldquo;</p>
<p>Katja nickte.</p>
<p>&bdquo;Von Torben Holler?&ldquo;</p>
<p>Katja schmunzelte &bdquo;Ja.&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Sie sehen so glücklich aus.&ldquo; Stellte Karin fest.</p>
<p>Katja lachte &bdquo;Ja, das bin ich auch. Meine große Familie ist einfach unglaublich.&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Wie geht es seiner Stiefmutter?&ldquo; fragte Karin jetzt.</p>
<p>Katja sah sie einen Moment lang an. &bdquo;Es geht ihr gut, seit sie zu uns gezogen ist. Wir kümmern uns um sie. &ndash; Hast du noch was mit Torbens Vater am Laufen?&ldquo;</p>
<p>Karin schüttelte den Kopf &bdquo;Ich habe das sofort beendet, nachdem mir Torben &ndash; äh, Herr Holler die Situation erklärt hat. Ich&hellip; ich bin kein Flittchen, dass absichtlich Beziehungen zerstört.&ldquo;</p>
<p>Katja nickte &bdquo;Aber ein bisschen Ödipuskomplex war wohl dabei, was?&ldquo;</p>
<p>Karin fühlte sich gerade etwas unwohl in ihrer Haut &bdquo;Nein.&ldquo; Sagte sie kleinlaut &bdquo;Es ging mir mehr um seine Erfahrung.&ldquo;</p>
<p>Katja lächelte &bdquo;Ich verrate Dir jetzt mal ein Geheimnis, denn das kann ich wirklich aus eigener Erfahrung sagen: Erfahrung ist nicht halb so wichtig, wie du denkst. Wichtig ist das Gefühl. Eine Vereinigung aus der reinen Liebe heraus ist etwas völlig anderes.&ldquo;</p>
<p>Karin sah sie an &bdquo;Dafür fehlt mir der richtige Partner, der mein Herz berührt.&ldquo;</p>
<p>Katja legte ihren Kopf schräg.</p>
<p>&bdquo;Ach, eins hätte ich beinahe vergessen. Herr Holler, also der Vater, war tierisch sauer. Er denkt, dass er mich ihm ausgespannt hätte.&ldquo; Sagte Karin dann.</p>
<p>Katja fing an zu lachen. In diesem Moment kam Torben in die Kantine und sie winkte ihn zu sich. Torben kam dazu und legte Katja zärtlich eine Hand auf den Rücken.</p>
<p>&bdquo;Mein Schatz?&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Karin sagte mir gerade, dass Dein Vater sauer auf Dich wäre, weil er glaubt, dass du sie ihm ausgespannt hast.&ldquo; Erklärte Katja mit einem Schmunzeln.</p>
<p>Torben sah sie an und nickte &bdquo;Wenn man es genau nimmt, habe ich das ja auch. Aber jetzt wird mir klar, warum er mich so unflätig auf dem AB beschimpft.&ldquo; Er sah zu Karin &bdquo;Sie tragen das Herz auf dem rechten Fleck. Sie werden sehen &ndash; wenn Sie sich selbst lieben, und ich meine wirklich von Herzen lieben, dann strahlen Sie das auch aus. Sie werden sehen, dann kommt alles von allein.&ldquo;</p>
<p>Katja zog Torben zu sich und küsste ihn sanft. Karin sah zu. Sie erkannte die tiefe Liebe zwischen den beiden. Plötzlich klingelte Torbens Handy. Er zog es aus der Tasche und blickte auf das Display. Er nahm den Anruf an &bdquo;Hallo Mama, was&hellip;&ldquo;</p>
<p>Weiter kam er nicht. Plötzlich wurden seine Gesichtszüge hart &bdquo;Halt aus, ich bin gleich da!&ldquo; sagte er nur und legte auf. &bdquo;Mein Vater steht vor ihrer Tür und tobt.&ldquo; Sagte er nur und drehte sich um.</p>
<p>&bdquo;Pass auf Dich auf!&ldquo; rief Katja hinter ihm her.</p>
<p>Torben fuhr mit dem Wagen zu seiner Mutter. Vor der Haustür des Mehrfamilienhauses stand er nicht mehr. Er schloss die Haustür auf und da hörte er seinen Vater schon toben.</p>
<p>&bdquo;Mach endlich die Tür auf du Schlampe! Ich weiß, dass du da bist!&ldquo;</p>
<p>Torben sprintete die Treppe herauf. Sein Vater bemerkte ihn sofort &bdquo;Ah, der feine Herr Sohn, der dem eigenen Vater die Freundin ausspannt!&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Du erbärmlicher, alter Sack! Was willst du hier?&ldquo; rief Torben.</p>
<p>&bdquo;Du wagst es mich einen alten Sack zu nennen? Ich bin immer noch Dein Vater!&ldquo; schrie er zurück.</p>
<p>Torben baute sich vor ihm auf. Der regelmäßige Besuch des Fitnessstudios hatte aus ihm eine durchaus stattliche Erscheinung gemacht. &bdquo;Vater, dass ich nicht lache! Du bist maximal mein Erzeuger! Außerdem bist du ein verheirateter Mann mit einer überaus liebenswerten Frau, der du das Herz gebrochen hast und davor hatte ich Dich eindringlich gewarnt! Doch du notgeiler, alter Sack meinst, du müsstest deinen Schwanz in jüngere stecken! Ich hatte Dir empfohlen, besser auf den Mond umzusiedeln, solltest du Claudia das Herz brechen.&ldquo;</p>
<p>Sein Vater sah ihn eingeschüchtert an, denn Torben hatte durchaus das Format eines Kleiderschranks.</p>
<p>&bdquo;So, also, was willst du von meiner Mutter?&ldquo; fragte Torben leise.</p>
<p>Sein Vater sah ihn an &bdquo;Sie versteckt meine Frau!&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Ach! Auf einmal ist Claudia wieder deine Frau. &ndash; Weißt du, ganz ehrlich? Claudia hat ein unglaublich großes Herz, dass sie Dir geschenkt hatte. Selbst als du ihr Vertrauen gebrochen hattest, hat sie Dir noch eine Chance gegeben. Jetzt ist aber genug damit!&ldquo; sagte Torben, immer noch leise. &bdquo;Und nachdem ich gesehen hatte, was du meiner Mutter angetan hast, hatte ich Dich gewarnt, so etwas bei Claudia zu wiederholen! Du nimmst jetzt augenblicklich deine Beine in die Hand und lässt Dich nie wieder hier blicken! Für mich bist du Geschichte! Ein Mensch der derart mies mit den Gefühlen anderer umgeht, will ich nicht in meiner Umgebung haben! Und es wäre wirklich gesünder für Dich, nichts mehr zu sagen und hier aus der Stadt zu verschwinden!&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Du kennst Claudia nicht! Sie&hellip;&ldquo;</p>
<p>Torben trat mit grimmiger Miene einen Schritt auf ihn zu. Sein Vater trat schweigend den Rückzug an. Kaum war er weg, öffnete sich hinter ihm die Wohnungstür und seine Mutter stürmte hinaus. Mit Tränen in den Augen fiel sie ihm um den Hals &bdquo;Ich bin so froh, dass ich Dich habe!&ldquo; schluchzte sie und hängte an &bdquo;Du bist das einzig Positive, was er je geleistet hat!&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Na, na, Mama.&ldquo; Meinte er ruhig und hielt sie einfach nur.</p>
<p>&bdquo;Wie geht es Claudia?&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Wieder besser. Sie wird umsorgt und wir haben ihr gesagt, dass ich auch für ihr Kind da sein werde.&ldquo; Sagte Torben &bdquo;Wenn du magst, kannst du mitkommen. Ich glaube, sie würde sich freuen, Dich zu sehen.&ldquo;</p>
<p>In der Tat war es gut, dass sie zusammen mit Torben das Haus verließ, denn ihr Ex-Mann wartete unten. Als sie aus der Tür trat, wollte er auf sie zustürmen, doch direkt hinter ihr trat Torben aus dem Haus. Er schluckte, als er Torbens finsteren Blick sah. Torben ging direkt zu ihm.</p>
<p>&bdquo;Hör mir gut zu, denn ich werde das, was ich jetzt sage, nur ein einziges Mal sagen: Mama will Dich nie wieder sehen und Claudia auch nicht. Und nein, Claudia ist nicht hier! Sollte ich auch nur einmal mitbekommen, dass du sie belästigst oder belästigt hast, lernst du mich von einer Seite kennen, die Dir völlig unbekannt ist und die du nicht kennenlernen möchtest! Und jetzt mach dich vom Acker, denn auch ich habe keinen Bedarf, mich weiterhin mit Dir zu befassen &ndash; es sei denn als Trainingsgerät!&ldquo; zischte er.</p>
<p>Dann ging er zu seiner Mutter und hielt ihr die Beifahrertür seines Wagens auf. Sein Vater staunte über den Wagen. Torben fuhr zurück in die Firma. Er wusste genau, dass er seine Mutter dort einfach sitzen lassen konnte und es war auch Janine, die sich ihrer spontan annahm. Sie musste herzlich lachen, als sie erfuhr, wer sie war und dass Torben sie einfach hier geparkt hatte.</p>
<p>&bdquo;Dein Sohn ist ein ganz raffinierter Hund!&ldquo; sagte sie &bdquo;Er weiß genau, dass ich sympathische Menschen direkt anspreche und anwerbe. Wir können immer nette Menschen gebrauchen.&ldquo; Sie ging einfach ohne anzuklopfen in Torbens Büro und rief hinein &bdquo;Ich leihe mir mal deine Mutter aus.&ldquo; Dann kam sie zurück, zog sie aus dem Sofa, hakte sich unter und zog sie in Richtung Kaffeeküche. Dabei plauderte sie gemütlich drauflos.</p>
<p>&bdquo;Ich bin die Janine und war zusammen mit Isabelle die Chefin von Katja und Torben. Die beiden sind hier so erfolgreich, dass wir sie in die Geschäftsleitung holen mussten.&ldquo; Erzählte sie.</p>
<p>&bdquo;Ist das bei euch immer so fröhlich?&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Oh ja!&ldquo; bestätigte Janine &bdquo;Darauf legen wir sehr großen Wert. Wir wollen sozusagen Spaß zusammen haben und quasi nebenbei Geld verdienen. Katja und Torben sind dabei eine Klasse für sich.&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Das kann man wohl sagen.&ldquo; Sagte Isabelle, die mit einem Maxicosi in der Tür stand.</p>
<p>&bdquo;Isa!&ldquo; strahlte Janine &bdquo;Wo kommst du denn her?&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Na, von wo wohl? Von zuhause natürlich. &ndash; Wen haben wir denn hier?&ldquo; fragte Isabelle neugierig.</p>
<p>&bdquo;Das ist die Mutter von Torben.&ldquo; Erklärte Janine.</p>
<p>&bdquo;Freut mich, Sie kennenzulernen. Ich bin Isabelle.&ldquo; Streckte Sie Torbens Mutter die Hand entgegen. &bdquo;Was verschafft uns das Vergnügen?&ldquo;</p>
<p>Etwas irritiert sah Torbens Mutter die beiden an. &bdquo;Das ist sehr privat.&ldquo; Sagte sie leise.</p>
<p>In diesem Augenblick betrat Katja die Kaffeeküche &bdquo;Oh!&ldquo; sie ging zu Torbens Mutter &bdquo;Alles okay?&ldquo;</p>
<p>Sie nickte nur leicht &bdquo;Torben hat mich zwei Mal beschützt.&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Beschützt?&ldquo; fragte Isabelle.</p>
<p>&bdquo;Ja, vor seinem Vater.&ldquo; Sagte Katja &bdquo;Der hatte sich &#8211; mal wieder einer Jüngeren zugewendet, die sich gerade bei uns bewirbt, während seine Stiefmutter weinend und schwanger zuhause saß. Torben kümmert sich jetzt um seine Stiefmutter. Sein Vater hatte nun Krawall gemacht, weil er annahm, dass sie sich bei seiner Ex-Frau verstecken würde.&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Oha!&ldquo; sagte Janine nur.</p>
<p>Torbens Mutter sah Katja nur entsetzt an. Sie hatte einige Informationen zu verarbeiten. &bdquo;Katja, das ist alles sehr privat. Du kannst doch nicht&hellip;&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Das sind Isabelle und Janine, von den wir Dir schon so viel erzählt haben. Wir haben vor ihnen keine Geheimnisse und sie vor uns auch nicht. Das Einzige, wo du aufpassen musst, falls du mit Deiner Arbeit zufrieden bist, ist, dass die beiden Dich abwerben. Mehr Freude und Zufriedenheit, gute Arbeitsatmosphäre, mehr Herausforderungen und mehr Geld.&ldquo; Meinte Katja mit einem Grinsen.</p>
<p>Janine lachte &bdquo;Ich wollte sie gerade ausfragen.&ldquo;</p>
<p>Katja machte sich einen Tee und für ihre Schwiegermutter einen Kaffee. Dann gingen sie zusammen in Katjas Büro und plauderten, während sich Torben um den Betrieb kümmerte. Karin hatte einen neuen Vertrag und kümmerte sich zusammen mit Sonja, der Firmenjuristin um ihre Kündigung. Pünktlich zum Feierabend hatte auch Torbens Mutter Beate einen neuen Arbeitsplatz. Isabelle und Janine grinsten wie die Honigkuchenpferde.</p>
<p>Torben fuhr zusammen mit Katja und seiner Mutter nachhause. Für seine Mutter überraschend, ging er jedoch nicht hoch in die Wohnung, sondern ins Studio. Dort begrüßte er Aurora und kümmerte sich um seine Kinder. Katja und Beate übernahmen die Kinder, während Torben eine Trainingsrunde machte.</p>
<p>Claudia kam gerade aus einem der Kursräume. Sie freute sich, Beate zu sehen. Diese berichtete von Torbens Vater und dem Aufstand vor ihrer Tür. Claudias Blick verfinsterte sich.</p>
<p>&bdquo;Ich nehme ihn nicht für geschenkt zurück! Der soll bleiben, wo der Pfeffer wächst!&ldquo; zischte sie.</p>
<p>&bdquo;Und Dein Kind?&ldquo; fragte Beate.</p>
<p>&bdquo;Torben hat angeboten, diese Rolle zu übernehmen, und weißt du was? Ich glaube, ich werde ihn fragen, ob er auch der eingetragene Vater sein möchte.&ldquo; Sagte Claudia.</p>
<p>&bdquo;Äh, was?&ldquo; fragte Beate verdutzt und sah zu Katja, die nur breit grinste.</p>
<p>&bdquo;Dir ist schon klar, dass Dein Kind ein Halbgeschwister von Torben ist?&ldquo; fragte Beate.</p>
<p>&bdquo;Aber nur, wenn irgendjemand sagt, wer wirklich der Vater ist.&ldquo; Sagte Katja &bdquo;Es währe zum Wohle von dem Kind und Claudia.&ldquo;</p>
<p>Beate blickte zwischen den beiden hin und her &bdquo;Ernst jetzt?&ldquo;</p>
<p>Katja schmunzelte &bdquo;Naja, dann hat Torben eben seine Stiefmutter verführt oder umgekehrt. Auf alle Fälle ist so für das Kind gesorgt. Claudia kommt zur Ruhe, was auch gut für das Kind unter ihrem Herzen ist &ndash; bleibt doch in der Familie!&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Im wahrsten Sinne des Wortes!&ldquo; sagte Beate &bdquo;Wie denken Aurora und Viktoria darüber?&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Genau wie ich.&ldquo; Sagte Katja.</p>
<p>Jetzt grinste auch Claudia. Als schließlich Torben nach seiner Trainingsrunde dazukam.</p>
<p>Beate sprach ihn direkt an &bdquo;Ich bin so stolz auf Dich, mein Sohn! Dass du Claudia und dein künftiges Halbgeschwisterchen so auffängst. Zum Glück hast du nichts von Deinem Vater!&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Der soll mir nicht mehr unterkommen!&ldquo; brummte Torben nur mit finsterem Blick.</p>
<p>Seine Mutter Beate nickte &bdquo;Danke für Deine schnelle Hilfe heute. &ndash; War das Abwerbungsgespräch bei Dir in der Firma heute eigentlich geplant?&ldquo;</p>
<p>Diese frage zauberte Torben wieder ein Lächeln ins Gesicht. &bdquo;Ja. Ich kenne doch Janine und Isabelle. Die haben einen Blick für nette Menschen.&ldquo;</p>
<p>Claudia seufzte. Katja und Torben warfen sich einen Blick zu und als hätte es so sein sollen, betraten just in diesem Augenblick die eben genannten Frauen das Studio. Katja winkte sie zu sich. Sie stellte sich hinter Claudia und legte ihr ihre Hände auf die Schulter.</p>
<p>&bdquo;Das ist Claudia, Torbens Noch-Stiefmutter. Wir hatten es heute kurz von ihr.&ldquo; Meinte Katja mit einem sanften Lächeln zu Janine und Isabelle.</p>
<p>Isabelle reichte ihr die Hand &bdquo;Freut mich, Sie kennenzulernen. Ich bin Isabelle.&ldquo;</p>
<p>Zögernd ergriff Claudia die gereichte Hand und schüttelte sie leicht. Auch Janine reichte ihr die Hand &bdquo;Und ich bin die Janine.&ldquo;</p>
<p>Isabelle und Janine hatten eine Wellness-Massage gebucht und gingen zum Empfang, während Katja, Torben, Claudia und Beate hoch in die Wohnung gingen. Katja kochte zusammen mit Beate, Torben spielte mit seinen Kindern und Claudia sah ihm zu. Er blickte auf und winkte sie zu sich. Sanft umarmte er sie von hinten und strich ihr zärtlich über ihren Bauch. Claudia schloss die Augen und genoss diese intime Geste. Wieso fühlte sie sich von Torben mehr geliebt als je von seinem Vater? Sie brauchte diese Zuwendung gerade und war nicht in der Lage, sich weitere Gedanken darum zu machen. Lediglich Katja, die die beiden zum Essen holen wollte, stand in der Tür und stellte die Veränderung von Claudia fest.</p>
<p>Die Kraft, die Claudia in Torbens Armen getankt hatte, sorgten für ein entspanntes Plaudern beim Essen. So erklärte sie überraschend fest, dass sie sich in jedem Fall scheiden lassen würde. Beate sah sie an &bdquo;Du gibst ihm keine Chance mehr?&ldquo;</p>
<p>Claudia schüttelte den Kopf &bdquo;Chancen hatte er mehr als genug! Und wenn ich jetzt so in Ruhe darüber nachdenke, wird mir klar, dass ich mich hier bei&hellip;&ldquo; sie sah lächelnd zu Torben &bdquo;&hellip;meinem Noch-Stiefsohn und seinen Partnerinnen sehr viel wohler fühle als je in meiner Ehe. Ich fühle mich hier einfach geliebt, respektiert, als Mensch wahrgenommen.&ldquo;</p>
<p>Nach dem Essen saßen sie gemütlich auf der Couch. Claudia hatte sich an Torben geschmiegt und ihren Kopf auf seine Schulter gelegt. Aurora kam als erste von der Arbeit dazu und registrierte den völlig entspannten Gesichtsausdruck von Claudia. Schmunzelnd kuschelte sie sich auf seine andere Seite. Ein liebevoller Kuss zur Begrüßung und ein zärtliches Streicheln über ihren Bauch.</p>
<p>Auch Katja und Beate sahen immer wieder schmunzelnd zu dem Trio herüber. Irgendwann zog Katja ihr Handy und machte ein Foto von den dreien. Claudia war an Torbens Schulter eingeschlafen.</p>
<p>&bdquo;Hallooo.&ldquo; Grüßte Viktoria, die gerade nachhause gekommen war. Überrascht blieb sie stehen und musterte das Trio auf der Couch. &bdquo;Seht ihr was ich sehe?&ldquo; fragte sie an Katja und Beate gerichtet.</p>
<p>Katja antwortete ruhig &bdquo;Wenn du Claudia meinst, denke ich schon, dass wir das Gleiche sehen.&ldquo;</p>
<p>Viktoria hob ihre Augenbrauen und bliess die Backen auf.</p>
<p>&bdquo;Kommt, ich mache euch das Essen warm.&ldquo; Sagte Katja und stand auf.</p>
<p>Aurora meinte beim Aufstehen zu Torben &bdquo;Du solltest sie ins Bett bringen.&ldquo;</p>
<p>Erst da registrierte er, dass Claudia eingeschlafen war. Sanft nahm er sie auf seine Arme und trug sie ins Gästezimmer, wo er sie vorsichtig auf ihr Bett legte. Behutsam entkleidete er sie bis auf ihren Schlüpfer und deckte sie zu. Dann betrachtete er sie einen Moment und küsste sie liebevoll auf die Stirn.</p>
<p>&bdquo;Ihr müsst euch keine Sorgen machen &#8211; ich passe auf euch auf.&ldquo; Raunte er leise. Dann drehte er sich um und verließ das Zimmer. Leise zog er die Tür zu und ging zu den anderen.</p>
<p>&bdquo;Naaaa,&ldquo; sagte Viktoria &bdquo;ich habe gehört, dass du deiner Mutter heute geholfen hast.&ldquo;</p>
<p>Torben nickte nur. Nachdem auch Aurora und Viktoria gegessen hatten, alberten sie noch etwas auf der Couch herum. Dabei störten sie sich nicht daran, dass Torbens Mutter ebenfalls im Raum war. Beate genoss den Anblick und den liebevollen Umgang miteinander. Schließlich beendeten sie den Abend und gingen zu Bett.</p>
<p>Während Beate ein weiteres Gästezimmer bezog kuschelten sich Aurora, Katja, Viktoria und Torben aneinander.</p>
<p>Mitten in der Nacht wurde Aurora wach. Sie stand auf und ging auf die Toilette. Auf dem Rückweg kam sie an Claudias Zimmer vorbei. Sie hörte ein leises Seufzen. Aurora blieb stehen und lauschte. Dieses Mal vernahm sie ein Stöhnen. Das war eindeutig Claudia. Aurora wollte gerade weitergehen, als Claudia in offensichtlich höchster Ekstase &bdquo;Torben!&ldquo; stöhnte. Wie vom Schlag getroffen, stand Aurora da. Als ob es nochmals bestätigt werden müsste, stöhnte Claudia Torbens Namen noch ein paar Mal. Aurora zog aufgrund der Erkenntnis die Augenbrauen hoch und ging wieder in das Schlafzimmer zu den andern. Sie brauchte eine Weile, bis sie wieder einschlief.</p>
<p>Die Erkenntnis, dass Claudia sich offensichtlich in Torben verliebt hatte, beschäftigte sie. Was sie an dieser Erkenntnis jedoch sehr überraschte, war die Tatsache, dass sie Claudia gegenüber keinerlei Eifersucht empfand.</p>
<p>Am nächsten Morgen, Torben war bereits wach und wickelte die Kinder, teilte Aurora ihr Erlebnis mit Katja und Viktoria.</p>
<p>&bdquo;Das bestätigt eigentlich nur, was wir gestern Abend schon wahrgenommen haben.&ldquo; Sagte Viktoria.</p>
<p>Auch Katja war nicht geschockt, sondern zeigte nur ein paar Fotos, die sie gestern Abend mit ihrem Handy geschossen hatte.</p>
<p>&bdquo;Und wie soll das nun weitergehen?&ldquo; fragt Aurora.</p>
<p>Katja zuckte mit den Schultern &bdquo;Tja, so wie es aussieht, werden wir bald eine Frau mehr sein.&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Das sagst du so einfach.&ldquo; Meinte Aurora.</p>
<p>Viktoria nickte &bdquo;Ich glaube, Katja hat recht. Claudia ist eine ganz Liebe. Eigentlich war es mir schon klar, was passieren würde, als Torben ihr unsere Unterstützung zugesagt hat. &ndash; Und wisst ihr was? Ich bin stolz auf unseren Torben! &ndash; Ich denke, wir schauen uns das eine Weile an und hinterfragen unsere Gefühle, ob wir bereit wären, sie in unsere Herzen aufzunehmen. &bdquo;</p>
<p>Katja bestätigte &bdquo;Das sehe ich ganz genauso. Und das, was du gehört hast, zeugt davon, dass auch Claudia wesentlich mehr für Torben empfindet, als sie uns bisher gesagt hat.&ldquo;</p>
<p>So vergingen die Tage und es wurde immer offensichtlicher, was Claudia fühlte. Die Frauen kamen immer wieder mit Claudia ins Gespräch. Sie ließen dabei gezielt Einblicke in ihre Viererbeziehung mit einfließen, teils um zu sehen, wie Claudia reagiert, teils, um sie darauf vorzubereiten, wie ihr Leben aussehen könnte. Claudias Reaktionen waren größtenteils sehr klar.</p>
<p>Lediglich Torben blieb verschlossen, doch Katja erkannte seine Gefühle für Claudia in seinen Handlungen. Er behandelte sie genauso, wie alle anderen in ihrer Familie, nur verkniff er sich die kleinen Zärtlichkeiten, die er bei den anderen immer mit einstreute.</p>
<p>Eines Tages fragte sie ihn in seinem Büro, ob er etwas dagegen hätte, wenn sie seine Stiefmutter vernaschen würde.</p>
<p>Torben musterte sie amüsiert &bdquo;So, Dir ist also auch aufgefallen, was für eine Liebe sie ist.&ldquo; Stellte er fest.</p>
<p>Katja sah ihn überrascht an. Das war das erste Mal, dass er Einblick in seine Gefühle gegenüber Claudia gewährte. &bdquo;Ja, das ist sie.&ldquo; Sinnierte Katja.</p>
<p>&bdquo;Nein, mein Herz, ich habe nichts dagegen. Sie ist schwanger und vermutlich werden ihre Hormone ebenso in ihr wüten, wie bei Dir.&ldquo; Sagte Torben ruhig.</p>
<p>&sbquo;Wenn du wüsstest!&lsquo; dachte sich Katja. Dann stand sie auf, setzte sich auf seinen Schoß und begann einen leidenschaftlichen Kuss. Ihr lief ein Schauer über den Rücken. Der Kuss und Torbens sinnliche Reaktion auf sie ging ihr durch und durch. Ihre nicht gestellte Frage, ob er Claudia mehr lieben würde als sie, war damit für sie beantwortet. Sie riss sich förmlich die Kleider vom Leib. Torben war völlig überrascht und überwältigt von ihrer impulsiven Energie. Im nu hatte sie seine Hose geöffnet, seinen Liebesspeer freigelegt und ihn sich einverleibt. Mit einem zufriedenen Stöhnen wurde sie ruhiger. Es begann ein liebevoller, zärtlicher Akt. Sie fühlten einander und sie gaben einander. Eng umschlungen hielt er sie und sie spürte ihn tief in sich. Er fickte sie nicht &ndash; er liebte sie, auf die Weise, die ihnen zu eigen war. Es brauchte keine großen, kraftvollen Bewegungen.</p>
<p>Katja kam mit einer Urgewalt, als sich Torben tief in ihr ergoss. Sie stöhnte in seinen Mund. Er hielt sie eine gefühlte Ewigkeit in seinen Armen und sie fühlte sich einfach rundum beschützt und geliebt, so dass sie ganz sanft wieder landen konnte.</p>
<p>&bdquo;Deine unglaubliche Zärtlichkeit zeichnet Dich aus, Torben Holler!&ldquo; hauchte sie noch immer atemlos, doch glücklich.</p>
<p>&bdquo;Meine geliebte Katja! Du bist in mein Leben geknallt und bist der Schlüssel zu meiner Seele.&ldquo; flüsterte er.</p>
<p>Katja lächelte und begann ihre Sachen einzusammeln, doch sie hatte ihre Rechnung ohne Torben gemacht. Der packte sie sanft und setzte sie vor sich auf seinen Schreibtisch. Dann begann er sie auszulecken und katapultierte sie damit von einem Orgasmus in den nächsten. Katja wandt sich laut stöhnend in ihrer süßen Qual, doch Torben kannte kein Pardon. Sie war laut genug, dass alle vor dem Büro mitbekamen, was Katja fühlte. Erst als sie zu kaum einer Reaktion mehr fähig war, ließ er von ihr ab und zog sie sanft auf seinen Schoß, wo er sie liebevoll hielt.</p>
<p>&bdquo;Mein Gott, was war denn das?&ldquo; hauchte sie kaum hörbar, doch sie wusste, dass das eben nur möglich war, weil er sie liebte. Langsam sah sie sich um. Plötzlich begann sie leise zu lachen.</p>
<p>&bdquo;Was ist, mein Herz?&ldquo; fragte Torben.</p>
<p>&bdquo;Du brauchst einen neuen Computermonitor!&ldquo; antwortete Katja grinsend.</p>
<p>In der Tat. Auch Torben musste Lachen. Der Monitor war vom Schreibtisch gefegt worden und am Boden zerschellt. So hatte ihre Beziehung begonnen.</p>
<p>&bdquo;Ich liebe Dich so sehr!&ldquo; flüsterte Katja und begann sich anzuziehen. Torben musste sie stützen, denn sie war völlig kraftlos in ihren Beinen. Auch Torben richtete seine Kleidung.</p>
<p>&bdquo;Ich glaube, wir sollten jetzt etwas Essen gehen &ndash; Liebe macht hungrig.&ldquo; Sagte er beiläufig, woraufhin Katja wieder anfing zu lachen.</p>
<p>Schließlich sagte sie leise &bdquo;So habe ich mir eine Beziehung immer vorgestellt, Torben. Ich danke Dir, dass ich in deinem Herz sein darf.&ldquo;</p>
<p>Torben sah ihr in die Augen &bdquo;Ganz meinerseits, geliebte Katja.&ldquo; Er nahm sie auf seine Arme und trug sie aus dem Büro. Neidische Blicke folgten ihnen. Lächelnd gingen sie Händchenhaltend zu Luigis und genossen eine Pizza &sbquo;Tutto l&rsquo;amore grande&lsquo;.</p>
<p>Mit der Erlaubnis von Torben ging Katja eines Nachts zu Claudia ins Zimmer. Leise stöhnend verwöhnte sie sich, als sich Katja zu ihr legte und sie ganz zärtlich in die Arme nahm. Der erste Schreck wich schnell der Erkenntnis, dass Katja ihr nur ihre Liebe zeigte.</p>
<p>&bdquo;Ich will Dir nichts Böses.&ldquo; Hauchte Katja und strich ihr sanft über ihre Hüfte. Zärtlich zog sie Claudia zu sich und küsste sie. So wurde auch Claudia offener, bis sie sich schließlich gegenseitig verwöhnten. Katja schickte Claudia ungeheuer sanft in den Himmel und sie schliefen Arm in Arm zusammen ein.</p>
<p>Am Morgen war Claudia etwas aufgeregt, als sie zusammen erwachten &bdquo;Wenn die anderen entdecken&hellip;&ldquo;</p>
<p>Katja legte ihr nur sanft einen Finger auf die Lippen &bdquo;Sch. Alles gut, Claudia.&ldquo; Sagte sie sanft und zog sie zu sich &bdquo;Wir haben längst mitbekommen, was du fühlst &ndash; und ich wollte wissen, ob du auch so in unsere Familie passt.&ldquo;</p>
<p>Katjas Umarmung fühlt sich einfach schön und ehrlich an. &bdquo;Und?&ldquo; fragte Claudia leise.</p>
<p>Als Antwort küsste Katja sie ganz zärtlich.</p>
<p>Eine Träne kullerte über Claudias Wange &bdquo;Als Torben zu mir gesagt hat, dass er mich nicht mit dem Kind alleine lassen würde, hat irgendetwas in mir Klick gemacht. Ich sehne mich so sehr nach ihm &ndash; nein, nach euch &ndash; dass es schon weh tut. Es ist einfach so schön und harmonisch in eurer Familie, aber ich habe Angst &ndash; große Angst. Ich will eure Familie nicht zerstören.&ldquo;</p>
<p>Katja drückte sie an sich &bdquo;Ach Claudia. Torben hat Dich ins Herz geschlossen und Beate auch. Du kannst nur eine besondere Seele sein.&ldquo;</p>
<p>Als Torben am Morgen aufstand, bemerkte er natürlich, dass Katja fehlte. Schmunzelnd ging er in die Küche und bereitete das Frühstück für die Kinder vor, während er einen Kaffee von der Maschine bereiten ließ. So ausgerüstet ging er in das Kinderzimmer und wartete, bis die Kleinen wach wurden. Als erstes regte sich die kleine Lara, die ihren Papa voll im Griff hatte. Lara war längst satt, als die beiden Jungs nahezu zeitgleich wach wurden.</p>
<p>Katja und Claudia betraten das Kinderzimmer, als sich Torben um die Jungs kümmerte. Torben schenkte Claudia eine liebevolle Umarmung, während Katja schmunzelte.</p>
<p>&bdquo;Sag Mal, du bist doch ausgebildete Erzieherin.&ldquo; Sagte Torben scheinbar beiläufig zu Claudia.</p>
<p>&bdquo;Äh, ja.&ldquo; Meinte diese verdutzt.</p>
<p>&bdquo;Du solltest Dich Mal mit Viktoria unterhalten. Wir haben hier doch eine Kita.&ldquo; Fuhr Torben fort.</p>
<p>Claudia sah nur zu Katja, die breit grinste &bdquo;Unser Torben will Dich nicht mehr weglassen.&ldquo;</p>
<p>Auf der Arbeit überlegte Katja, wie sie Claudia am besten in die Familie integrieren könnte. Sie telefonierte mehrmals mit Viktoria und Aurora. Schließlich schlug sie Torben ein Abendessen vor.</p>
<p>Sie besorgten Pizza bei Luigi und fuhren nachhause zu Aurora und Viktoria. Auch Claudia war da und Torben hatte bei der Essensbestellung natürlich auch an sie gedacht.</p>
<p>Katja erzählte in groben Zügen, was sich vor einigen Tagen im Büro ereignet hatte. Viktoria grinste &bdquo;Ach so, dann verdanken wir die Pizza also einer Realität gewordenen Erinnerung.&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Nicht geplant, aber ja &ndash; es ging wieder ein Computermonitor zu Bruch.&ldquo; Lachte Katja und beobachtete dabei die kaum merklichen Reaktionen von Claudia. Sie sah kurz zu Aurora und Viktoria, die ihr beide zunickten.</p>
<p>Katja stand auf und ging zu Claudia. Sanft nahm sie sie in ihre Arme.</p>
<p>&bdquo;Ja, und dann habe ich unsere Claudia gestern Nacht besucht. Und, Claudia, was machen wir jetzt mit Dir?&ldquo; fragte Katja leise.</p>
<p>Erschrocken sah Claudia sie an. Katja ließ sie nicht los.</p>
<p>&bdquo;Wir alle haben natürlich gemerkt, wie dein Herz aufgeht, wenn du an Torben denkst. Wir wissen längst, dass du ihn liebst. Und so, wie die Dinge liegen, wirst du hier bei uns bleiben, denn es ist nicht nur für Torben keine Option, dass du zu deinem Mann zurück gehst.&ldquo; Fuhr Katja sanft fort.</p>
<p>Claudia sah sie unsicher an.</p>
<p>Katja sah zu Torben. &bdquo;Und Dich lässt sie auch nicht kalt.&ldquo;</p>
<p>Torben lehnte sich zurück. Etwas verunsichert sah er zwischen den Frauen hin und her. Er war sich natürlich über seine Gefühle gegenüber Claudia bewusst, doch nie wäre er auf die Idee gekommen, offen darüber zu sprechen. &bdquo;Ich glaube, der Mann, dem sie ihre Liebe schenkt, ist sicher einer der glücklichsten Menschen auf dieser Welt.&ldquo;</p>
<p>Katja schnappte nach Luft. &bdquo;Torben Holler! Du bist ein Stoffel!&ldquo; Oft hatten sie untereinander über die Situation gesprochen. Und dass er sofort angeboten hatte, für das Kind einzustehen, sprach ihnen allen aus dem Herzen und es war auch sehr schnell klar, dass Claudia nun bei ihnen wohnen und leben würde. Ihre gefühlsmäßige Entwicklung war auch recht schnell zuerkennen, schließlich war die gegenseitige Sympathie der beiden für alle erkennbar, seit sie Claudia kannten. Viktoria brachte es bei einem Gespräch auf den Punkt: Die beiden würden nie von sich aus über ihre Liebe zueinander sprechen. So war klar, dass sie die beiden in die Enge treiben musste, bis sie ihre Liebe zugaben. Nur dass er so einen Spruch raushaute, überraschte Katja.</p>
<p>&bdquo;Was meinst du?&ldquo; fragte er.</p>
<p>&bdquo;Ihr Herz gehört nur einem einzigen Mann!&ldquo; begann sie.</p>
<p>&bdquo;Ja, meinem Vater &ndash; auch wenn dieses Arschloch ihre Liebe nicht verdient hat!&ldquo; warf er ein.</p>
<p>Katja sah ihn kopfschüttelnd an &bdquo;Wie kommst du denn darauf? &ndash; Torben, ihr Herz gehört einzig und allein Dir!&ldquo;</p>
<p>Er sah sie nur an. Nach einem Moment senkte er schuldbewusst den Kopf. Er sah nicht, wie Katja grinste. Viktoria ergriff das Wort.</p>
<p>&bdquo;Mann, Torben! Sie lebt bei uns, sie ist Teil unserer Familie! Jetzt zeig ihr endlich Deine wahren Gefühle!&ldquo;</p>
<p>Torben sah sie an &bdquo;Ich kann doch nicht meine Stiefmutter&hellip; außerdem habe ich doch euch.&ldquo;</p>
<p>Jetzt musste Katja lachen und nicht nur sie &bdquo;Oh, du! Auf dem Papier ist sie noch deine Stiefmutter &ndash; bis zur Scheidung. Ansonsten ist sie eine junge Frau, die sich jeden Tag mehr nach Dir verzehrt &ndash; und du Dich mittlerweile nach ihr.&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Es ist echt lustig, euch beiden zuzusehen.&ldquo; Schmunzelte Viktoria. &bdquo;Wäre es nicht so traurig, wie ihr beide darunter leidet!&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Und nur damit ihr beide es wisst: Ihr seid seit mehreren Wochen Gesprächsthema Nummer eins bei uns.&ldquo; Ergänzte Aurora &bdquo;Wir haben die vielen kleinen Dinge wahrgenommen, etwa, wie Claudia an Deiner Seite zur Ruhe gekommen ist. Du hast zu ihr gestanden, als Dein Vater ihr wehgetan hat. Du wusstest, wie wichtig es für die Entwicklung des Kindes ist, wenn es der Mutter gut geht. Für uns war relativ schnell klar, was mit ihr passieren würde.&ldquo;</p>
<p>Torben sah zu Claudia, dann wieder zu Aurora. Man konnte direkt sehen, wie der Sturm der Gefühle in ihm tobte.</p>
<p>&bdquo;Ich kann doch nicht&hellip;&ldquo; begann er, brach den Satz jedoch ab.</p>
<p>Es war Claudia, die langsam verstand, was die anderen drei da vorschlugen. Zögernd stand sie auf, ging zu Torben und setzte sich bei ihm auf den Schoß. Sanft legte sie ihre Arme um seinen Nacken.</p>
<p>&bdquo;Ja, Torben, ich liebe Dich. Ich sehne mich danach, zu euch zu gehören.&ldquo; sagte sie leise zu ihm und legte zärtlich ihre Lippen auf seine und begann einen liebevollen Kuss. Es dauerte einen Moment, bis er seine Arme um sie legte, sie zu sich zog und ihren Kuss erwiderte.</p>
<p>Viktoria lächelte &bdquo;Na endlich!&ldquo;</p>
<p>Auch Aurora freute sich &bdquo;Damit schläft sie jetzt endlich bei uns!&ldquo;</p>
<p>Claudia sah überrascht zu Aurora.</p>
<p>&bdquo;Was? Du hast Familie all inclusive gebucht.&ldquo; Hängte Aurora grinsend an.</p>
<p>&bdquo;Und sie schläft nicht nur bei uns, sondern auch mit uns!&ldquo; präzisierte Viktoria.</p>
<p>Katja grinste amüsiert &bdquo;Tja Claudia, aus der Nummer kommst du jetzt nicht mehr raus.&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, was mir das bedeutet.&ldquo; Sagte Claudia leise mit Tränen in den Augen.</p>
<p>&bdquo;Na,&ldquo; sagte Torben &bdquo;da kann ich mich wohl hinten anstellen.&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Ich denke, du wirst es überleben &ndash; ich kümmere mich um Dich.&ldquo; Meinte Viktoria mit einem Augenzwinkern.</p>
<p>&bdquo;Du bist übrigens die Einzige von uns, die Torbens Nachnamen trägt, wenn du ihn nach der Scheidung beibehältst.&ldquo; Ergänzte Aurora.</p>
<p>Claudia sah sie überrascht an &bdquo;Daran hatte ich noch gar nicht gedacht. Bis eben war das Ganze hier nur ein Traum, von dem ich nie gedacht hätte, dass er jemals Wirklichkeit wird. Ich wollte alles, was mich an Torbens Vater erinnert, hinter mir lassen.&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Und wie wolltest du das Kind hinter Dir lassen?&ldquo; fragte Katja.</p>
<p>Claudia sah sie verlegen an. Schließlich antwortete sie leise &bdquo;Als Torben mir sagte, dass er für mich und das Kind sorgen würde, war es für mich gefühlt sein Kind. &ndash; Ja, ich wünschte mir sogar, es wäre sein Kind.&ldquo;</p>
<p>Torben drückte sie liebevoll an sich &bdquo;Ich werde für das Kind da sein, als wäre es mein eigenes.&ldquo; Sagte er sanft zu ihr &bdquo;Wenn du willst, tragen wir mich als Vater ein.&ldquo;</p>
<p>Claudia hatte Tränen des Glücks in ihren Augen und küsste ihn mit all ihrer Liebe. Die drei anderen Frauen zogen die Luft tief ein, denn sie spürten die Liebe von Claudia warm in ihren Herzen.</p>
<p>&bdquo;Du erfüllst mir einen Herzenswunsch!&ldquo; hauchte sie.</p>
<p>Katja, die direkt daneben stand, legte ihr eine Hand auf die Schulter &bdquo;Außerdem, wer sagt denn, dass es bei einem Kind bleiben muss?&ldquo;</p>
<p>Claudia sah sie mit großen Augen an.</p>
<p>&bdquo;Apropos,&ldquo; sagte Viktoria &bdquo;wir sind jetzt vier Frauen, davon drei schwanger, die ziemlich zeitgleich entbinden werden.&ldquo;</p>
<p>Claudia sprang auf &bdquo;Oh, das wollte ich nicht! Ich&hellip;&ldquo;</p>
<p>Torben zog sie wieder sanft auf seinen Schoß &bdquo;Ruhe bewahren. Das war lediglich eine Feststellung &ndash; kein Vorwurf. Du gehörst jetzt zu uns.&ldquo; Zärtlich legte er seine Arme um sie. Claudia fiel ihm um den Hals und schluchzte. &bdquo;Ich bin so glücklich bei euch!&ldquo;</p>
<p>Viktoria beugte sich zu ihr und küsste sie. &bdquo;Willkommen in unseren Herzen und in unserer Familie.&ldquo; Auch Aurora hauchte ihr einen Kuss auf die Lippen.</p>
<p>In dieser Nacht wurde Claudia direkt in das große Bett in ihrem Schlafzimmer bugsiert. Aurora und Viktoria verwöhnten Claudia nach allen Regeln der Kunst, während Torben hinter Katja lag und sie liebevoll streichelte. Er machte keinerlei Anstalten, sie zu verführen, was Katja sehr genoss. Überhaupt bedurfte es zwischen ihnen meist keinerlei Worte. Torben konzentrierte sich so sehr darauf, Katja einfach schöne Momente zu schenken, dass er gar nicht mitbekam, wie Claudia nach ihm rief.</p>
<p>Katja stupste ihn an &bdquo;Du wirst jetzt bei Claudia gebraucht.&ldquo;</p>
<p>Torben sah sie einen Moment lang an. Katja nickte lächelnd und Torben krabbelte zu Claudia. Zärtlich verwöhnte er sie, doch Claudia wollte gerade keine Zärtlichkeiten. In ihr brannte seit Tagen schon die pure Lust. Kraftvoll zog sie ihn über sich.</p>
<p>&bdquo;Fick mich! Blas mir die Lampen aus! Zeig mir, dass Dein Vater eine Lusche ist!&ldquo; schrie sie ihn förmlich an.</p>
<p>Das war zwar eher nicht sein Ding, doch sie schien es gerade zu brauchen. Kraftvoll rammte er sich in Claudias bebenden Leib, die ihn jubelnd in sich empfing.</p>
<p>&bdquo;Und jetzt arbeite mich in die Matratze ein!&ldquo; forderte sie und Torben tat wie gewünscht. Claudia war nicht mehr zu halten. Unter lautem Stöhnen und Keuchen hob sie ab, dass die drei anderen Frauen nur staunend zusahen.</p>
<p>Torben arbeitete schwer. Eine gefühlte Stunde rammte er sich gnadenlos in Claudia, die nicht mehr auf dieser Welt war. Beide waren klatschnass geschwitzt, als Claudia plötzlich mit einem Keuchen kraftlos in sich zusammensackte. Er rollte sich herum, dass sie auf ihm lag. Sanft legte er seine Arme um sie und hielt sie.</p>
<p>&bdquo;Er hat ihr tatsächlich die Lichter ausgefickt!&ldquo; stellte Aurora leise fest.</p>
<p>Es dauerte einen Moment, bis Claudia langsam wieder zu sich kam und einen weiteren Moment, bis sie registrierte, mit wem sie im Bett lag. Sie spürte Torben noch immer in sich.</p>
<p>&bdquo;Danke!&ldquo; hauchte sie mit einem glücklichen Glitzern in ihren Augen. &bdquo;Das habe ich jetzt gebraucht. Ich denke, jetzt sind meine Elektrolyten wieder ausgeglichen.&ldquo;</p>
<p>Viktoria schmunzelte &bdquo;Pass auf, so können wir Dich nicht oft auf unseren Torben loslassen.&ldquo;</p>
<p>Alle lachten. Sie schmusten sich aneinander, bis sie schließlich eingeschlafen waren.</p>
<p>Am nächsten Morgen wachte Claudia auf Torben liegend auf. Sie spürte seine Morgenlatte in sich und genoss jeden Millimeter. Langsam öffnete sie ihre Augen, nur um festzustellen, dass sie bereits lächelnd beobachtet wurde.</p>
<p>&bdquo;Guten Morgen, geliebte Claudia.&ldquo; Flüsterte Katja und hauchte ihr einen Kuss auf die Lippen. Auch Aurora und Viktoria schmusten sie liebevoll.</p>
<p>&bdquo;Ihr seid alle so lieb.&ldquo; Flüsterte Claudia mit Tränen in den Augen.</p>
<p>Viktoria strich ihr über den Rücken. Am Frühstückstisch überflog Claudia die eingegangenen Nachrichten auf ihrem Handy. Plötzlich wurde ihr Gesicht ernst,</p>
<p>&bdquo;Was ist?&ldquo; fragte Torben, der ihre Veränderung bemerkt hatte.</p>
<p>Wortlos hielt Claudia ihm ihr Handy hin und Torben las die Nachricht.</p>
<p>&bdquo;Oh, er will die Scheidung &ndash; welche Überraschung &ndash; und er fordert Unterhalt.&ldquo; Stellte Torben fest &bdquo;Du wirst aber nicht zu seinem Anwalt gehen.&ldquo;</p>
<p>Claudia sah ihn an. Torben reichte ihr das Handy zurück und ergänzte &bdquo;Wenn du möchtest, gehen wir mit Dir zu einem Anwalt, der wirklich was drauf hat.&ldquo;</p>
<p>Katja grinste &bdquo;Torben hat völlig recht. Dein Ex-Mann wird den Tag verfluchen, an dem sein Schwanz das Denken übernahm.&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Ihr würdet mich begleiten?&ldquo; fragte Claudia unsicher.</p>
<p>&bdquo;Na klar. Was denkst denn du?&ldquo;</p>
<p>So kam es, dass Claudia kurzfristig bei einem Anwalt saß und ihm offen darlegte, weshalb sie die Scheidung wollte. Im Beisein ihres Anwalts schrieb sie ihrem Mann, dass sie sich einen eigenen Anwalt genommen hätte und die Adresse seines Anwalts wissen will.</p>
<p>Es dauerte keine zwei Minuten und er antwortete. Aus dem, was er zurückschrieb, war offensichtlich erkennbar, dass er sauer war.</p>
<p>&sbquo;Du willst es also extra teuer? Gut, kannst du haben!&lsquo;</p>
<p>Der Anwalt beruhigte Claudia. Er empfahl ihr, sich eine neue Handynummer zuzulegen und die Korrespondenz über ihn laufen zu lassen. Damit würde sie seinen Anschuldigungen, Anfeindungen und Beschimpfungen aus dem Weg gehen. Er sah zu Torben.</p>
<p>&bdquo;Sie passen jetzt auf Sie auf?&ldquo;</p>
<p>Torben nickte.</p>
<p>&bdquo;In welchem Verhältnis stehen Sie zu ihr?&ldquo; fragte der Anwalt.</p>
<p>Torben sah zu Claudia und schmunzelte &bdquo;Sie ist meine Lebenspartnerin und noch meine Stiefmutter.&ldquo;</p>
<p>Der Blick, mit dem ihn der Anwalt bedachte, war zu köstlich. &bdquo;Unser Gegner ist Ihr Vater?&ldquo;</p>
<p>Torben nickte &bdquo;Das ergibt sich daraus wohl zwangsläufig.&ldquo;</p>
<p>Der Anwalt sah ihn einen Moment an &bdquo;Sie wollen sich also für das Kind als Vater eintragen lassen, obwohl es Ihr Halbgeschwister ist?&ldquo;</p>
<p>Wieder nickte Torben &bdquo;Das Kind kann nichts für seinen Erzeuger und Claudia bedeutet mir zu viel, um sie allein zu lassen.&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Weiß Ihr Vater von der Schwangerschaft?&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Ich denke schon. Gesagt hat sie es ihm und ich auch. Nur ob er das realisiert hat, steht auf einem anderen Blatt.&ldquo;</p>
<p>Jetzt grinste der Anwalt &bdquo;Ich habe eine Schwäche für ungewöhnliche Fälle. Das wird bestimmt lustig.&ldquo; Er wendete sich an Claudia &bdquo;Machen Sie sich keine Gedanken. Gönnen Sie sich ein neues Handy mit neuer Nummer und das Alte schalten Sie aus, wenn wir Name und Adresse des gegnerischen Anwalts haben. Um den Rest kümmere ich mich dann.&ldquo;</p>
<p>Claudia war erleichtert.</p>
<p>&bdquo;Wollen sie heiraten?&ldquo; fragte der Anwalt &bdquo;Nur aus persönlichem Interesse.&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Wollen schon, nur können nicht.&ldquo; Antwortete Torben.</p>
<p>&bdquo;Oh, Sie sind verheiratet?&ldquo; fragte der Anwalt.</p>
<p>Torben schüttelte den Kopf &bdquo;Nein. Die Situation ist eine gänzlich andere. Wenn wir Sie zu einem Hausbesuch überreden können, werden Sie es sehen.&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Klingt mysteriös.&ldquo; Sagte der Anwalt und wendete sich Claudia zu &bdquo;Ich hoffe, Sie kommen nicht vom Regen in die Traufe.&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Es ist nichts Schlimmes &ndash; nur außergewöhnlich.&ldquo; Antwortete Claudia &bdquo;Außerdem stünde auch das Trennungsjahr einer Hochzeit im Wege.&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Das ließe sich gegebenenfalls im gegenseitigen Einvernehmen verkürzen.&ldquo; Antwortete der Anwalt.</p>
<p>Torben räusperte sich &bdquo;Soweit ich weiß, geht das nur, wenn man zweifelsfrei nachweisen kann, dass man seit einem Jahr nichts mehr miteinander zu tun hatte &ndash; etwa getrennte Schlafzimmer.&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Das ist richtig.&ldquo; Bestätigte der Anwalt. &bdquo;Sie hatten erwähnt, dass es ihnen hauptsächlich um die Scheidung ginge, nicht um Unterhalt.&ldquo;</p>
<p>Torben sah einen Moment zu Claudia. Schließlich antwortete er &bdquo;Ich werde für das Kind der Vater sein &ndash; mit allen Konsequenzen. Es geht, wie Sie sagten, nicht um Unterhalt. Wenn es Claudias Verhandlungsposition nicht schwächt und sie nicht plötzlich Unterhalt an meinen Vater zahlen muss, können wir es so darstellen, dass ich der leibliche Vater von Claudias Kind bin.&ldquo;</p>
<p>Der Anwalt überlegte einen Moment, während Claudia ein verlegenes Lächeln zeigte.</p>
<p>&bdquo;Sind Sie der Vater ihres Kindes? Ehrliche Antwort.&ldquo; Fragte der Anwalt daraufhin.</p>
<p>Torben sah zu Claudia &bdquo;Ehrliche Antwort: Leider nicht, aber es muss ja nicht das letzte Kind sein.&ldquo;</p>
<p>Claudia sprang auf, fiel ihm um den Hals und küsste ihn mit aller Leidenschaft.</p>
<p>&bdquo;Ok, das war eine Liebeserklärung. Nur proforma: Die Ehe mit Ihrem Mann ist nicht mehr zu retten?&ldquo; fragte der Anwalt.</p>
<p>Claudia grinste jetzt &bdquo;Was glauben Sie? Ich erwarte ein Kind von seinem Sohn, meinem Stiefsohn.&ldquo;</p>
<p>Der Anwalt nickte &bdquo;Gut, das wäre es soweit. Teilen Sie mir Ihre neue Handynummer mit, wenn Sie die haben.&ldquo;</p>
<p>Sie verabschiedeten sich und besorgten direkt ein neues Handy. Direkt im Anschluss begleitete Torben Claudia noch in die Kita in ihrer Wellnessoase, um ihr diese zu zeigen.</p>
<p>&bdquo;Eine nagelneue Kita und Pia fungiert als Trägerin.&ldquo; Erklärte Torben. Claudia war begeistert. Sie ließ sich von einer Erzieherin herumführen, während Torben am Eingang stehen blieb.</p>
<p>&bdquo;Warum bist du am Eingang geblieben?&ldquo; fragte Claudia, als sie wieder zurück war.</p>
<p>Torben lächelte &bdquo;Sicherheit. Wir wollen nicht, dass hier jeder einfach so ein und ausgeht und das gilt auch für mich, obwohl hier auch meine Kinder spielen.&ldquo;</p>
<p>Claudia nickte. Zusammen gingen sie ins Studio, wo Pia und Viktoria am Empfang standen.</p>
<p>&bdquo;Ich bringe hier eine potentielle Bewerberin für die KiTa.&ldquo; Sagte Torben.</p>
<p>Viktoria blickte auf und kam um den Tresen. Dann küsste sie erst Claudia, dann Torben. Pia sah verwundert auf.</p>
<p>&bdquo;Ok, ich bin gespannt.&ldquo; Sagte sie und verschränkte ihre Arme.</p>
<p>Viktoria nickte Claudia zu. Diese verstand, was Viktoria meinte. Natürlich kannten sie sich, Pia und sie, als Stiefmutter von Torben. Claudia legte ihre Arme liebevoll um Torbens Hals und küsste ihn inniglich.</p>
<p>Pia hob ihre Augenbrauen. &bdquo;Ihr eifert also diesem Marco Brunner nach.&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Wenn du das so sehen möchtest.&ldquo; Meinte Viktoria gelassen.</p>
<p>&bdquo;Was heißt &sbquo;wenn ich das so sehen möchte?&lsquo; Für mich sieht das gerade so aus, als ob ihr Torbens Stiefmutter in eure Beziehung aufgenommen hättet.&ldquo; Sagte Pia.</p>
<p>&bdquo;In diesem Punkt trifft Deine Beobachtung zu.&ldquo; Antwortete Viktoria fröhlich.</p>
<p>&bdquo;Warum?&ldquo; fragte Pia nun direkt.</p>
<p>&bdquo;Ah.&ldquo; Meinte Viktoria nun &bdquo;Claudia ist schwanger&hellip;&ldquo; Weiter kam sie nicht, denn Pia fragte direkt dazwischen.</p>
<p>&bdquo;Etwa von Torben?&ldquo;</p>
<p>Torben hatte seinen Arm um Claudia gelegt. Für Claudia war diese Geste eine kleine Betätigung, dass sie nun wirklich dazugehörte, ebenso wie Viktorias beinahe selbstverständlich Erklärung.</p>
<p>Viktoria lächelte Pia an &bdquo;Ja und nein.&ldquo;</p>
<p>Wieder kam sie nicht dazu, weiterzureden, denn Pia unterbrach sie erneut &bdquo;Was soll denn das jetzt wieder heißen?&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Wenn du mich nicht ständig unterbrechen würdest, hätte ich es längst erklären können.&ldquo; Grinste Viktoria, die Pia sehr gut kannte und deshalb genau wusste, wie sie reagieren würde. Sie hatte ihre Worte mit voller Absicht so gewählt, um Pia ein wenig zu zwiebeln.</p>
<p>Pia schwieg und sah sie nur an.</p>
<p>Viktoria erklärte &bdquo;Rein körperlich ist Torbens Vater der Vater, doch er zog es vor, sich eine jüngere zu suchen. Torben hat Claudia aufgefangen und ihr versprochen, sich um sie und ihr Kind zu kümmern. Deshalb lebt sie nun schon ein paar Wochen bei uns. Und du kennst ja sicher unseren Torben. Er war für Claudia genauso da, wie für uns. Tja, und so&hellip;&ldquo;</p>
<p>&bdquo;&hellip;habe ich mich mehr und mehr in ihn verliebt.&ldquo; Wurde sie nun von Claudia unterbrochen.</p>
<p>Viktoria legte ihr lächelnd eine Hand auf die Wange &bdquo;Für Aurora, Katja und Mich war fast von Anfang an klar, was passieren würde. Torben hatte sie in unsere Familie eingeladen, indem er ihr versprochen hatte, die Verantwortung für ihr Kind zu übernehmen. Er würde sich sogar als Vater eintragen lassen. Und so sahen wir die Veränderung, die sich in Claudia vollzog. Sie wurde ruhiger und ausgeglichener. Torben hat ihr die ganze Zeit seine ganze Liebe gegeben &ndash; lediglich die körperlichen Aspekte hat er ausgelassen und natürlich hat er gar nicht mitbekommen, wie sich Claudias Herz mehr und mehr für ihn öffnete. Claudia wäre nie auf die Idee gekommen, irgendwie verlauten zu lassen, wie es um ihr Herz stand. Und so haben wir gestern Nägel mit Köpfen gemacht. Claudia schläft nun bei uns und wird sich von Torbens Vater scheiden lassen. Und so ist Torben nun der echte Vater von Claudias Kind, obwohl das Spermium nicht von ihm stammt.&ldquo;</p>
<p>Pia musterte die drei. Schließlich atmete sie durch. &bdquo;Also gut, ja. Ich dachte die ganze Zeit schon, seit ich Claudia kenne, dass sie viel besser an Torbens Seite passen würde.&ldquo;</p>
<p>Jetzt musste Torben lachen &bdquo;Du bist lustig! Du kennst meinen Vater doch gar nicht. Ich habe es immer vermieden, ihn hier einzuführen. Wie kannst du das dann beurteilen?&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Ich habe sie immer mit deiner Mutter verglichen &ndash; und da ist sie deutlich jünger &ndash; eben mehr Dein Alter.&ldquo; Verteidigte Pia ihren Standpunkt.</p>
<p>Viktoria kannte Torbens Vater &bdquo;Ich muss Pia zustimmen, denn ich kenne Deinen Vater. Pia hat ohne jeden Zweifel recht!&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Gegen Torben ist er ein Arschloch!&ldquo; meinte Claudia kurzerhand dazu. Plötzlich sah sie ängstlich zu Torben. Sie wurde sich darüber bewusst, dass er ja immer noch sein Vater war. Torben bemerkte ihren Blick und legte seinen Arm um sie &bdquo;Alles gut, mein Herz. Ich denke genauso über meinen Erzeuger. Er ist ein Arschloch!&ldquo; Er wendete sich an Pia &bdquo;Claudia ist nicht nur Erzieherin, sie hat auch die Qualifikation zur Kitaleitung.&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Das trifft sich ja ausgezeichnet!&ldquo; strahlte Pia &bdquo;Komm, lass uns reden und Kaffee trinken.&ldquo; Sie hakte sich bei Claudia unter und zog sie zur Sitzecke.</p>
<p>Torben stand noch eine Weile bei Viktoria, die ebenso genoss, von ihm im Arm gehalten zu werden. Plötzlich klingelte Claudias Handy. Torben sah, wie sie erschrak. Schnell ging er zu ihr und nahm ihr das Handy aus der Hand. Der Anrufer war sein Vater.</p>
<p>&bdquo;Ich kümmere mich um ihn.&ldquo; Sagte Torben ruhig zu ihr und nahm das Gespräch an. &bdquo;Ja&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Gib mir sofort meine Alte!&ldquo; blaffte sein Vater ihn an.</p>
<p>Torben fing an zu lachen &bdquo;Das sagst ausgerechnet du?&ldquo; fragte er, während Claudia verwundert zu Torben aufsah. &bdquo;Hör zu, Claudia ist für Dich ab sofort nicht mehr zu sprechen. Gib mir Namen und Adresse Deines Anwalts. Wenn du etwas von ihr möchtest, läuft das nur noch über ihren Anwalt. Und wage es nicht, nochmal meine Mutter zu behelligen.&ldquo;</p>
<p>Knurrend nannte ihm sein Vater seinen Anwalt, verbunden mit der Bemerkung &sbquo;Das wird Dich teuer zu stehen kommen!&lsquo;. Torben notierte sich den Namen und reagierte ruhig &bdquo;Ja, ja, du mich auch mal!&ldquo; und legte auf. Dann schaltete er das Handy auf lautlos und reichte es an Claudia. &bdquo;Heute Abend übertragen wir die Adressen auf dein neues Handy und informieren deine Freunde und Verwandte über Deine neue Telefonnummer. Wenn er nochmal anruft, nicht rangehen.&ldquo; Sagte er.</p>
<p>Claudia stand auf und küsste ihn liebevoll. &bdquo;Ich liebe Dich.&ldquo; Hauchte sie. Torben legte ihr eine Hand auf die Wange und küsste sie ebenfalls zärtlich &bdquo;Wir schaffen das.&ldquo;</p>
<p>Torben ging nochmal zu Viktoria und küsste auch sie. &bdquo;Ich fahre dann mal in die Firma.&ldquo;</p>
<p>Wie sich zeigte, tauchte er dort genau im rechten Moment auf, denn ein Kunde benahm sich bei den Verhandlungen dezent daneben. Durch die gläserne Wand konnte er sehen wie er gestikulierte und Katja, Isabelle und Janine in Abwehrhaltung dasaßen. Er betrat das Büro und hörte, wie der Typ sagte &bdquo;Ich werde Ihnen sagen, was wir machen&hellip;&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Nein, Sie nicht!&ldquo; erhob Torben streng seine Stimme &bdquo;Aber ich! Sie packen Ihre Sachen und verschwinden unverzüglich!&ldquo;</p>
<p>Irritiert sah ihn der Mann an &bdquo;Halten Sie sich aus den Verhandlungen raus!&ldquo; zischte er.</p>
<p>Torben baute sich vor ihm auf und lächelte &bdquo;Ich werde mich nicht wiederholen! Raus mit Ihnen oder ich erteile Ihnen Flugunterricht auf unserer Eingangstreppe! Aber ein bisschen plötzlich!&ldquo;</p>
<p>Torben wirkte wirklich einschüchternd, wie er sich vor dem Mann aufbaute &bdquo;Lassen Sie sich nie wieder hier blicken und richten Sie Ihren Vorgesetzten aus, dass sie jemanden schicken sollen, der weiß, was Respekt ist!&ldquo; Knurrte er.</p>
<p>Schnell packte der Mann seine Sachen und verließ eiligst das Büro. Katja sprang strahlend auf und küsste ihn &bdquo;So kenne ich Dich!&ldquo; hauchte sie &bdquo;Immer da, wenn ich Dich brauche.&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Was machen wir jetzt mit dem Auftrag?&ldquo; fragte Janine.</p>
<p>Torben schmunzelte nur &bdquo;Abwarten.&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Torben hat recht.&ldquo; Meinte Isabelle dazu.</p>
<p>Sie sollte Recht behalten, denn zwei Tage später rief der Geschäftsführer an, um sich zu erkundigen, weshalb man sie nicht mehr beliefern wollte. Janine war diejenige, die das Gespräch entgegennahm. Sie erkundigte sich, was denn der Außendienstler berichtet habe. Nachdem der Geschäftsführer die Worte seines Außendienstlers wiedergegeben hatte, klärte Janine ihn über den wirklichen Sachverhalt auf.</p>
<p>&bdquo;Wir kennen uns persönlich. Glauben Sie, dass wir uns so verhalten?&ldquo; fragte Janine.</p>
<p>Ihr Gesprächspartner wurde nachdenklich.</p>
<p>&bdquo;Sagen wir so,&ldquo; erklärte Janine &bdquo;Wir führen den Vertrag zu denselben Konditionen weiter. Wir verbitten uns aber Besuche ihrer Außendienstler vom Typ Macho.&ldquo;</p>
<p>Damit war alles gesagt und geklärt. Es stellte sich heraus, dass der Außendienstler auch bei Brunner und Merian keinen Fuß auf den Boden bekommen hatte. Bei Brunner hinterließ er bei Conny einen schlechten Eindruck, nur um dann zwei Tage später wieder mit ihr bei Merian zu tun zu haben. Diesmal ließ Conny ihn aber regelrecht auflaufen, denn sie konnte auch anders. Die Krönung der Aktion war aber die zufällige Begegnung mit Herrn Brunner. Als der Außendienstler von der vermeintlichen Verfehlung seiner Angestellten berichtete. Marco sah ihn einen Moment lang an, winkte Conny zu sich und küsste sie leidenschaftlich. &bdquo;Hast du gut gemacht, Schatz.&ldquo; Sagte Marco nur zu ihr und ließ den Außendienstler einfach stehen.</p>
<p>Der verstand gar nichts mehr. Er wollte glänzen und bessere Konditionen herausholen, doch er geriet jedes Mal an zickige Weiber. Das letztere den Namen Brunner trug, bemerkte er nicht. So musste er seinem Chef erklären, weshalb gar kein Abschluss zustande gekommen war. Er dachte sich eine hanebüchene Geschichte aus. Sein Chef sah ihn schon skeptisch an, als er die Geschichte hörte. Danach griff er zum Telefon und wollte die Geschichte von anderer Seite hören. Nun hatte er seinen Außendienstler wieder bei sich im Büro, vor sich seine Personalakte.</p>
<p>&bdquo;Sagen Sie, wissen Sie eigentlich, wen Sie da bei Brunner und Merian vor sich hatten?&ldquo; fragte er seinen Untergebenen.</p>
<p>Dem Außendienstler war zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar, dass sein Chef bereits wusste, was passiert war. So antwortete er entsprechend &bdquo;Ich kann nichts dafür, dass man dort solche Emanzen beschäftigt.&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Sie haben sich nicht gewundert, dass Ihnen bei Merian dieselbe Person wie bei Brunner gegenübergesessen hat?&ldquo; fragte der Chef ihn, während er einen Kuli zwischen seinen Zeigefingern hielt.</p>
<p>&bdquo;Das wäre mir aufgefallen!&ldquo; log er.</p>
<p>Sein Chef nahm den Kugelschreiber in die Hand und unterschrieb etwas. &bdquo;Diese Frau, die Sie da so schräg von der Seite angemacht haben, war zufällig Frau Cornelia Brunner! Ehefrau von Herrn Marco Brunner, falls Ihnen der Name etwas sagt und oberste Chefin der Firmen, die sie besucht hatten! Mit Ihrer Art eignen Sie sich höchstens als Kanalarbeiter! Sie sind fristlos entlassen!&ldquo; er schob das Papier über den Tisch &bdquo;Raus mit Ihnen! Sofort!&ldquo;</p>
<p>Der Außendienstler war sichtlich geschockt &bdquo;Aber&hellip; Ich habe mich doch nur für bessere Konditionen eingesetzt&hellip;&ldquo;</p>
<p>Sein Ex-Vorgesetzter schnaubte &bdquo;Bessere Konditionen? &ndash; Ihr Auftritt ließ jede Form von Erziehung und Benehmen vermissen! Das fällt auf uns zurück! Ich erwäge sogar eine Schadensersatzklage.&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Sie haben Recht! Es wird Zeit, dass jemand diesen Büchsen Benehmen beibringt!&ldquo;</p>
<p>Der Ex-Vorgesetzte sah ihn nur kopfschüttelnd an. Dann drückte er einen Knopf auf seinem Telefon &bdquo;Chefbüro, sofort!&ldquo; sagte er leise. Dann blickte er seinen ehemaligen Angestellten an &bdquo;Es fällt mir schwer, ruhig zu bleiben, angesichts solch maßloser Dummheit! In unserer Firma werden alle mit Respekt behandelt &ndash; auch Frauen! Mit Ihrem Umgangston eignen Sie sich in dieser Firma für exakt gar nichts!&ldquo;</p>
<p>In diesem Moment stürmten 2 Sicherheitsleute ins Büro.</p>
<p>&bdquo;Geleiten Sie dieses Subjekt direkt und ohne Umweg vor den Eingang. Er hat mit sofortiger Wirkung Hausverbot!&ldquo;</p>
<p>Erst jetzt dämmerte dem ehemaligen Außendienstler, dass sich sein Chef keinen Spaß erlaubt hatte &bdquo;Was habe ich denn falsch gemacht?&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Alles!&ldquo; brummte sein Ex-Chef und bedeutete den Sicherheitsleuten nur mit einem Nicken, dass sie ihre Arbeit machen sollen.</p>
<p>Die Beziehung spielte sich mit Claudia ein. Man konnte direkt zusehen, wie sie immer mehr aufblühte. Ein neuer Job, ein neuer Mann, der sie mit Respekt behandelte, eine Familie, die bedingungslos hinter ihr stand.</p>
<p>Bei einem Treffen mit den Anwälten und ihrem Noch-Ehemann, bei dem es um eine gütliche Einigung ging, war Torben an Claudias Seite.</p>
<p>Die Anwälte eröffneten den Vorschlag, das Kind als Kind von Torben zu betrachten.</p>
<p>Torbens Vater bekam Schnappatmung &bdquo;Niemals!&ldquo; brüllte er.</p>
<p>Sein Anwalt sah ihn einen Moment an &bdquo;Das sollten Sie sich gut überlegen! Wenn Sie darauf bestehen, dass das ungeborene Kind ihrer Noch-Ehefrau Ihres ist, handeln Sie sich einige nicht unbedeutende Verpflichtungen ein! Zum Beispiel wären Sie Unterhaltspflichtig. Darüber hinaus würde der Scheidungsrichter die berechtigte Frage stellen, wie den das Trennungsjahr vorbei sein kann, wenn Sie vor kurzem gemeinsam ein Kind gezeugt haben.&ldquo;</p>
<p>Claudia schmiegte sich an Torben, der nur ruhig dasaß und nichts weiter sagte, während sein Vater ihn wütend anfunkelte.</p>
<p>&bdquo;Warum?&ldquo; knurrte er.</p>
<p>Torben blieb völlig ruhig &bdquo;Weil ein Kind keine Sache ist. Laut deinen eigenen Aussagen, die du mir höchstpersönlich entgegengeschrien hast, wolltest du keine weiteren Kinder. Ich habe angeboten, für mein Halbgeschwister aufzukommen, weil ich Claudia sehr gerne habe und möchte, dass das Kind gut aufgehoben ist. Wenn ich die Vaterschaft übernehme, kannst du sicher sein, dass du nicht dafür belangt wirst. Eigentlich hätte ich erwartet, dass das in Deinem Sinne ist.&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Blödsinn! Du willst mir eine auswischen, weil&hellip;&ldquo; tobte er.</p>
<p>Torben unterbrach ihn &bdquo;Du bist mir völlig egal! Aber Claudia und ihr Kind nicht. Ich möchte, dass Claudia alle Kraft und Ruhe für ihr Kind hat.&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Du fickst sie! Sie ist immer noch Deine Stiefmutter!&ldquo; zischte er.</p>
<p>Dieses Mal reagierte Claudia &bdquo;Ja, na und? Er war da, als du mich abserviert hast!&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Du gibst es also zu!&ldquo; fragte Torbens Vater jetzt lauernd.</p>
<p>&bdquo;Was macht das für einen Unterschied? Du wolltest die Scheidung, weil du Dich in eine andere verliebt hattest.&ldquo; Fragte Claudia ruhig.</p>
<p>&bdquo;Du hast mich mit meinem eigenen Sohn betrogen!&ldquo; grollte er.</p>
<p>Claudia schüttelte ganz ruhig den Kopf &bdquo;Nein. Du warst derjenige, der unsere Ehe in die Tonne getreten hast. Es geht hier weder um dein verletztes Ego, noch um irgendwelche Schuldzuweisungen. Ich will die Scheidung jetzt auf jeden Fall. Wir sind nur hier, um zu klären, ob wir es uns einfach machen können oder nicht.&ldquo;</p>
<p>Torben strich ihr sanft über den Rücken.</p>
<p>&bdquo;Können wir das Kindertheater jetzt lassen und zur Sache kommen?&ldquo; fragte sie direkt.</p>
<p>Torbens Vater war völlig perplex. Nicht nur, dass Claudia ungewohnt ruhig blieb, sondern sie blieb sachlich. Er ließ sich von seinem Anwalt die Situation erklären.</p>
<p>&bdquo;Im Grunde bietet Ihnen ihr Sohn ihre Freiheit an. Er übernimmt Ihre Verpflichtungen&hellip;&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Ja, und meine Frau!&ldquo; sagte er.</p>
<p>&bdquo;Das hast du Dir selber zuzuschreiben!&ldquo; sagte Claudia.</p>
<p>&bdquo;Ich hoffe, er ist wenigstens gut im Bett, mein Herr Sohn!&ldquo; zischte er.</p>
<p>Claudia atmete durch &bdquo;Auf dieses Niveau lasse ich mich nicht herab! Er war ohne mit der Wimper zu zucken für mich da, obwohl ich der Grund war, dass seine Mutter lange Zeit unglücklich war!&ldquo;</p>
<p>Torbens Vater schluckte. Er hatte erwartet, dass seine Frau unglücklich wäre oder zumindest tierisch sauer. Das sie jetzt aber so ruhig und stark auftrat, machte ihm zu schaffen. Sein Anwalt schlug ihm vor, sich mit ihm kurz unter vier Augen zu beraten. Er stimmte zu und so verließen sie das Besprechungszimmer.</p>
<p>Claudia hauchte Torben einen Kuss auf die Lippen &bdquo;Danke, dass du bei mir bist.&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Ich habe Dir etwas versprochen, und dazu stehe ich.&ldquo; Raunte er.</p>
<p>Claudia küsste ihn erneut und musste plötzlich kichern &bdquo;Mir fällt gerade ein: Durch die Ehe mit Deinem Vater habe ich den gleichen Nachnamen wie du.&ldquo;</p>
<p>Torben schmunzelte &bdquo;Herr und Frau Holler.&ldquo;</p>
<p>Torbens Vater und sein Anwalt waren zusammen in ein Kaffee gegangen. Der Anwalt sah ihn an &bdquo;Herr Holler, wir sollten dringend klären, um was es hier geht. Sie wollten doch die Scheidung, oder?&ldquo;</p>
<p>Torbens Vater nickte.</p>
<p>&bdquo;Wollen Sie das immer noch?&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Ja, jetzt mehr denn je.&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Ihre Frau ist schwanger von Ihnen und Sie wollen das Kind nicht. Ihr Sohn hat angeboten, für Ihr Kind komplett aufzukommen. Was er und Ihre zukünftige Ex-Frau miteinander machen, spielt doch in dem Zusammenhang gar keine Rolle. Sie kommen aus der Ehe ohne jede Verpflichtung. Noch nicht einmal Unterhalt für Ihr Kind werden Sie bezahlen müssen. Das ist ein sensationelles Angebot, um das Sie viele geschiedene Männer dieser Welt beneiden würden.&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Aber mein Sohn&hellip;&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Was ist mit Ihrem Sohn? Der steht zu seiner Stiefmutter &ndash; in welcher Form auch immer. Ihrer Noch-Frau scheint er gut zu tun &ndash; oder gehören Sie auch zu denjenigen, die ihren Expartner zur Bestrafung am Boden sehen wollen? Stört es sie, dass sie das Ende ihrer Ehe so ruhig übersteht?&ldquo; fragte der Anwalt.</p>
<p>Torbens Vater überlegte, während sein Anwalt gemütlich an seinem Kaffee schlürfte. Ja, diese Argumente sind alle richtig. Nichts desto trotz hatte sein Sohn ihm die Frau ausgespannt &ndash; und das geht gar nicht! Vernunft hin, Vernunft her. Schließlich sagte er &bdquo;Ich kann das meinem Sohn nicht einfach durchgehen lassen, dass er mir die Frau ausspannt!&ldquo;</p>
<p>Der Anwalt sah ihn belustigt an &bdquo;Sie leiden an Realitätsverlust! SIE sind fremdgegangen, nicht ihre Frau. Sie hat gelitten, als Sie die Scheidung verlangt haben. Ihr Sohn hat sie unterstützt, wo Sie ihre Frau alleine gelassen haben. Das klingt zwar von mir nicht sehr professionell, doch wenn ich bedenke, dass Ihre Noch-Ehefrau keine einzige Forderung an Sie gestellt hat, obwohl ihre Anwälte ihr sicher dazu geraten haben, muss ich einfach an Ihr Herz appellieren. Stimmen Sie zu und sie sind ein freier Mann ohne Verpflichtungen.&ldquo;</p>
<p>Torbens Vater sah ihn einen Moment an &bdquo;Er hat mir nicht nur die Frau ausgespannt, sondern auch dafür gesorgt, dass meine neue Beziehung kaputtgeht.&ldquo;</p>
<p>Der Anwalt nickte &bdquo;Sie wollen Vergeltung, das kann ich irgendwie nachvollziehen und mir kann es eigentlich egal sein. Nur sollten Sie bedenken, dass er den längeren Atem hat. Er ist Geschäftsführer mit einem entsprechenden Gehalt und hat ihrer Frau die besten Anwälte, die man für Geld bekommt, an die Seite gestellt. Wenn Sie es auf eine Konfrontation anlegen, wird das richtig teuer. Die halten so lange Ruhe, solange Sie auch Ruhe halten. &ndash; Das Angebot, dass Ihre Frau und Ihr Sohn gemacht haben, ist ein Traum für Sie. Die hätten auch ganz anders gekonnt. Egal, wie Sie es drehen und wenden: wenn Sie Rache wollen, können Sie nur verlieren. Ich habe das so oft erlebt. Den beiden geht es nicht darum, Sie zu vernichten, sondern um das Glück des Kindes. Ich bin mir fast sicher, dass sie sogar bereit wären, meine Spesen zu übernehmen, wenn Sie das Angebot akzeptieren. Stellen Sie sich vor: Eine für Sie völlig kostenfreie Scheidung ohne Verpflichtungen.&ldquo;</p>
<p>Zweifelnd sah Torbens Vater ihn an.</p>
<p>&bdquo;Wenn Sie wollen, frage ich das vorsichtig an &ndash; wenn Sie bereit wären, das Angebot anzunehmen.&ldquo; Sagte der Anwalt.</p>
<p>Torbens Vater knurrte &bdquo;Es geht mir gegen Strich, dass ich klein beigeben soll.&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Hören Sie, bei dem Angebot sind Sie der absolute Gewinner! Sie bekommen weder Ihre jetzige noch ihre letzte Frau zurück, bei Ihrem Sohn sind Sie auch unten durch und das Kind wollten Sie sowieso nicht. Was wollen Sie erreichen?&ldquo; meinte der Anwalt ruhig.</p>
<p>Torbens Vater überlegte. Schließlich willigte er ein.</p>
<p>Claudia hatte es sich inzwischen auf Torbens Schoß bequem gemacht und sich an ihn geschmiegt. Sie genoss die Nähe zu ihm, die Ruhe und die Kraft, die er ihr so gab. Torben, Aurora, Viktoria und Katja waren innerhalb kürzester Zeit ihre Familie geworden. Ihr Kopf ruhte auf seiner Schulter, als ihr Mann und sein Anwalt wieder den Besprechungsraum betraten. Torbens Vater registrierte wie sein Sohn seine Noch-Ehefrau in seinen Armen hielt.</p>
<p>Der Anwalt räusperte sich. Claudia bewegte sich keinen Millimeter. Sie sah nur auf und nickte, um zu zeigen, dass sie ihn bemerkt hatte.</p>
<p>&bdquo;Mein Mandant ist mit Ihrem Angebot einverstanden.&ldquo; Sagte der Anwalt.</p>
<p>Claudia sagte nichts, denn sie fühlte, dass noch etwas kommen würde.</p>
<p>&bdquo;Er fragt, ob Sie im Gegenzug die Gesamtkosten für das Scheidungsverfahren übernehmen würden.&ldquo; Erklärte er weiter.</p>
<p>Claudia wendete sich zu Torben und sah ihm einen Moment lang in die Augen. Er nickte kaum merklich. Zärtlich küsste sie ihn.</p>
<p>&bdquo;Ich habe Dir etwas versprochen.&ldquo; Flüsterte Torben.</p>
<p>Torbens Vater atmete ein, um loszuschimpfen, doch sein Anwalt legte ihm seine Hand auf die Schulter &bdquo;Bewahren Sie Ruhe, Herr Holler. Führen Sie sich vor Augen, dass Sie selbst es vermasselt haben.&ldquo; Raunte er ihm zum.</p>
<p>Torben sagte schließlich &bdquo;Gut, wenn er die Dokumente unterschrieben hat, schicken Sie sie uns zum Unterschreiben.&ldquo; Er wendete sich an seinen Vater &bdquo;Und die Kostenübernahme gilt nur, wenn das jetzt ohne weiteres Theater über die Bühne geht.&ldquo;</p>
<p>Sie verabschiedeten sich und verließen die Kanzlei. Vor der Tür fiel ihm Claudia um den Hals und küsste ihn mit all ihrer Liebe, die sie im Herzen trug. &bdquo;Danke, dass du dabei warst!&ldquo; Wieder küsste sie ihn, als ihr zukünftiger Ex-Mann und sein Anwalt aus der Kanzlei traten. Geistesgegenwärtig legte ihm sein Anwalt gleich die Hand auf die Schulter, um ihn zu beruhigen.</p>
<p>Als sich die beiden voneinander lösten, konnte er sich jedoch einen bissigen Kommentar nicht verkneifen &bdquo;Du hast Dich ja schnell getröstet!&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Nein!&ldquo; antwortete Torben &bdquo;Sie bekommt ein Leben in Liebe und Respekt, wie sie es sich immer gewünscht und verdient hat. Im Übrigen hast du Dich doch noch schneller &sbquo;getröstet&lsquo;, sonst wären wir ja heute nicht hier gewesen.&ldquo;</p>
<p>Claudia konnte nicht anders, als ihn nochmal inniglich zu küssen.</p>
<p>Der Anwalt schob Torbens Vater weg, um weitere Eskalationen zu vermeiden. &bdquo;Ihr Sohn hat völlig recht. Ohne Ihren Ausrutscher wäre es nicht so weit gekommen, also verkneifen Sie sich weitere Spitzen! Sie sind ganz alleine an der Situation schuld und sind wirklich absolut ohne Kosten aus der Situation herausgekommen. Das sollten Sie feiern!&ldquo;</p>
<p>Torben fuhr zusammen mit Claudia zu seiner Arbeit &bdquo;Damit du siehst, wo Katja und ich arbeiten -falls mal was Unvorhergesehenes sein sollte.&ldquo; Erklärte Torben.</p>
<p>Wo auch immer sie vorbeikamen, überall wurden sie gegrüßt. Schließlich kamen sie in die Chefetage. Claudia staunte. Torben öffnete eine Tür. Claudia hielt ihn fest.</p>
<p>&bdquo;Wir können da doch nicht einfach so eintreten &ndash; erst recht ohne anzuklopfen.&ldquo; Sagte sie.</p>
<p>Torben lächelte und hauchte ihr einen Kuss auf die Lippen &bdquo;Doch, wir können &ndash; das ist mein Büro.&ldquo;</p>
<p>Claudia wurde blass &bdquo;Du bist Geschäftsführer hier?&ldquo;</p>
<p>Torben nickte &bdquo;Ja. Zusammen mit Katja, Isabelle und Janine.&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Katja auch?&ldquo;</p>
<p>Wieder nickte Torben &bdquo;Ja, mein Schatz.&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Und wer sind Isabelle und Janine?&ldquo; fragte Claudia.</p>
<p>&bdquo;Isabelle bin ich &ndash; und wir kennen uns doch schon.&ldquo; Hörten sie eine fröhliche Stimme hinter sich.</p>
<p>Claudia und Torben drehten sich um. &bdquo;Hallo Isabelle.&ldquo; Grüßte Torben.</p>
<p>&bdquo;Magst du mir deine zauberhafte Begleitung vorstellen?&ldquo; fragte Isabelle.</p>
<p>&bdquo;Na klar. Das ist Claudia.&ldquo; Erklärte Torben.</p>
<p>&bdquo;Freut mich, Dich kennenzulernen, Claudia.&ldquo; Isabelle reichte ihr die Hand &bdquo;Wie habt ihr euch kennengelernt?&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Ich bin seine Stiefmutter.&ldquo; Antwortete Claudia zurückhaltend.</p>
<p>Isabelle stutze &bdquo;Aber er hat Dich doch gerade &sbquo;Schatz&lsquo; genannt.&ldquo;</p>
<p>Torben schmunzelte &bdquo;Komm, wir erklären es Dir.&ldquo;</p>
<p>Isabelle kam mit ins Büro und machte es sich auf der Sitzecke bequem. Mit neugierigem Blick musterte sie die beiden.</p>
<p>Torben setzte sich ihr gegenüber. Claudia bleib an seiner Seite. Er zog sein Handy und informierte Katja, die ein paar Sekunden später in das Büro kam.</p>
<p>&bdquo;Hey Claudia, wie lief es heute Morgen?&ldquo; fragte sie und setzte sich zu Claudia.</p>
<p>&bdquo;Gut, Dank Torben.&ldquo; Antwortete diese leise.</p>
<p>Katja bemerkte ihre Unsicherheit &bdquo;Du wusstest nicht, dass wir zur Firmenleitung gehören, richtig?&ldquo;</p>
<p>Claudia nickte.</p>
<p>&bdquo;Ja, wir sind hier regelrecht die Treppe raufgefallen.&ldquo; Erklärte Katja fröhlich. Dann wendete sie sich an Isabelle. &bdquo;Claudia ist &ndash; noch &ndash; Torbens Stiefmutter. Leider meinte ihr Mann und Torbens Vater, sich wieder eine jüngere suchen zu müssen. Claudia ist schwanger und so hat Torben sie gleich aufgefangen und zugesagt, dass er sich um sie und das Kind kümmern würde. &ndash; Er hat sich immer gut mit ihr verstanden und Claudia ist so ein lieber Mensch, dass sie sogar mit Torbens Mutter gut befreundet ist. Wir haben sie einfach mit zu uns genommen und waren für sie da und ihr Herz hat sich mehr und mehr für uns geöffnet. Jetzt gehört sie zu uns.&ldquo;</p>
<p>Isabelle nickte &bdquo;Dann habe ich doch richtig gehört, als du sie eben &sbquo;Schatz&lsquo; genannt hast.&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Ja, das hast du.&ldquo; Bestätigte Torben, während sich Claudia an ihn schmiegte.</p>
<p>Isabelle schmunzelte &bdquo;Ok, wann kommt ihr fünf uns besuchen?&ldquo;</p>
<p>Bevor Torben etwas sagen konnte, hatte Katja ihr Handy in der Hand und rief Viktoria an. Aurora stand gerade neben Viktoria und so dauerte es Sekunden, bis ein Termin gefunden war.</p>
<p>&bdquo;Ok,&ldquo; strahlte Isabelle &bdquo;dann bis Samstag. Wir freuen uns schon auf die ausführliche Version.&ldquo;</p>
<p>Claudia schaute etwas belämmert drein. Isabelle sah ihren Blick und hockte sich vor Claudia.</p>
<p>&bdquo;Keine Angst! Wir sind ganz harmlos, versprochen.&ldquo; Meinte sie sanft zu ihr.</p>
<p>Im nu war Wochenende und die fünf auf dem Weg zu Isabelle und Janine &ndash; und noch einer Reihe anderer, von denen Claudia nichts wusste. Sie sollte vorsichtshalber Wäsche und ein kleines Kulturset einstecken, nichts Besonderes, nur falls sie übernachten würden.</p>
<p>Sie hielten vor einem etwas zurückgesetzten, sehr großen Haus mit einer großen Rasenfläche davor. Claudia staunte.</p>
<p>&bdquo;Was kennt ihr denn für Leute?&ldquo; fragte sie, denn es war ersichtlich, dass hier jemand wohnte, der sehr wohlhabend war. Viktoria schmunzelte.</p>
<p>&bdquo;Das verdanken wir Katja und Torben. Die waren als Team so erfolgreich, dass sie privat vom obersten Chef eingeladen wurden und dann gleich zu Geschäftsführern gemacht wurden.&ldquo; Erklärte sie.</p>
<p>Torben klingelte. Ein paar Sekunden später wurde die Tür von einer eleganten Frau geöffnet. Claudia erstarrte. Irgendwoher kannte sie diese Frau.</p>
<p>&bdquo;Sind wir hier bei berühmten Schauspielern?&ldquo; fragte Claudia leise an Viktoria gerichtet.</p>
<p>Viktoria schüttelte den Kopf &bdquo;Nein. Das ist Cornelia Brunner. Du hast sie bei uns in dem Sonderheft des Stadtmagazins gesehen.&ldquo;</p>
<p>Jetzt erinnerte sie sich wieder. Das Sonderheft des Stadtmagazins über die Hochzeit von Herrn und Frau Brunner. Moment! &ndash; Brunner?</p>
<p>&bdquo;Brunner?&ldquo; fragte Claudia leise. Viktoria nickte, während sie Conny begrüßte.</p>
<p>&bdquo;Kommt herein.&ldquo; Lud Conny ein.</p>
<p>Torben blieb an Claudias Seite, während Aurora, Viktoria und Katja einige Frauen begrüßten. Schließlich standen sie Marco Brunner gegenüber. Ruhig und freundlich begrüßte er Claudia.</p>
<p>&bdquo;Freut mich, Sie kennenzulernen.&ldquo; Sagte er sanft.</p>
<p>Sonja, die Firmenjuristin, erkundigte sich gerade bei Aurora, ob der Effekt angehalten hätte. Aurora nickte &bdquo;Ja, bis heute. Selbst die Liebe unserer Claudia können wir spüren.&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Interessant.&ldquo; Stellte Sonja fest.</p>
<p>Torben erklärte Claudia, dass die hier anwesenden Frauen alle zu Marco gehören würden.</p>
<p>Claudia staunte. &bdquo;Wirklich alle?&ldquo;</p>
<p>Katja schmunzelte &bdquo;Ja, und das war der Auslöser dafür, dass wir die große Familie rund um Marco Brunner kennenlernen durften. &ndash; Wie Viktoria, Aurora, Torben und ich endlich zusammengefunden hatten, arbeiteten Torben und ich als Team mit einer völlig überraschenden Effizienz. Allen war bekannt, dass Torben und ich zusammen waren und Stück für Stück fiel auf, dass auch Aurora und Viktoria dazugehörten.&ldquo;</p>
<p>Isabelle kam hinzu &bdquo;Ja, Torben und Katja waren als Team nicht zu schlagen. Was sie anfassten, wurde ein Erfolg. Mir fiel immer öfters auf, dass erfolgreiche Abschlüsse auf der Arbeit dieser beiden basierte. Dann vernahmen wir &#8211; Janine und ich &ndash; dass zu Katja und Torben noch zwei weitere Frauen gehörten. Das machte uns neugierig. Bei einem ersten Gespräch luden wir die beiden zusammen mit Viktoria und Aurora zu uns nachhause ein, wo sie dann die Natur unserer eigenen Beziehung erfuhren.&ldquo; Isabelle machte eine ausladende Bewegung mit ihrem Arm. &bdquo;Eigentlich wollte ich euch gestern eine Einladung übergeben &ndash; doch da warst du dann dabei.&ldquo; Erklärte Isabelle mit einem Lächeln.</p>
<p>&bdquo;Ich?&ldquo; fragte Claudia leise.</p>
<p>&bdquo;Ja, du.&ldquo; Sagte Janine, die ebenfalls dazukam. &bdquo;Wir wollten die Vier hier zu einer Hochzeitsfeier bei uns in Spanien einladen. Alles war geplant und gebucht &ndash; und dann haben wir gestern erfahren, dass du &ndash; ich darf doch &sbquo;du&lsquo; sagen?&ldquo; Janine sah Claudia fragend an und sie nickte. &bdquo;auch dazugehörst. Und nur damit du das weißt: wir sind potentiell neugierig!&ldquo; sagte Janine mit einem freundlichen Lächeln.</p>
<p>Claudia sah zaghaft zu Torben, der ihre Unsicherheit bemerkte und ihr sanft seinen Arm um die Hüfte legte &bdquo;Keine Angst, Schatz. Die Menschen, die du hier siehst, gehören zu den liebsten Menschen die ich kenne. Wenn du sie kennengelernt hast, wirst du sehen, dass jede hier ihre eigene Geschichte hat, die sie zu Marco und seiner Familie geführt hat.&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Das ist eine wunderbare Idee!&ldquo; strahlte Isabelle &bdquo;Komm, ich mache ein kleine Vorstellungsrunde.&ldquo; Sie nahm Claudia an die Hand und ging mit ihr zu Julia, die sich gerade mit Marco unterhielt. &bdquo;Der Herr hier&hellip;&ldquo;</p>
<p>Marco sah schmunzelnd zu Isabelle und Claudia.</p>
<p>&bdquo;&hellip;ist quasi das Zentrum der Familie. Marco Brunner.&ldquo;</p>
<p>Julia kicherte während Marco mit den Augen rollte.</p>
<p>&bdquo;Das hier ist Julia, quasi die erste von Marcos Frauen und die junge Dame bei ihr ist Claire, Marcos älteste Tochter und auf ihrem Arm hat sie ihre kleine Schwester.&ldquo; Erklärte Isabelle.</p>
<p>Julia streckte Claudia die Hand entgegen &bdquo;Schön, Dich kennenzulernen, Claudia.&ldquo;</p>
<p>Isabelle ging weiter und stellte Claudia Sonja, Kathi, Lena und Conny vor.</p>
<p>&bdquo;&hellip;und Janine und mich kennst du ja schon.&ldquo; Schloss Isabelle die Runde.</p>
<p>Claudia taute schnell auf, denn sie erkannte, dass es den Frauen in diesem Haus mit ihrem Partner Marco Brunner genauso ging wie ihr mit Aurora, Viktoria, Katja und Torben. Sie erfuhr viel über die Beziehung der anderen und gab auch selbst einiges von ihrer eigenen Gefühlswelt preis.</p>
<p>Irgendwann stellte Claudia die Frage &bdquo;Wie ist das mit der Hierarchie bei euch?&ldquo;</p>
<p>Einen Moment herrschte Stille. Es war Conny, die als erstes etwas dazu sagte. &bdquo;Bei uns gibt es keine Hierarchie. Wir alle agieren auf Augenhöhe. Das, was du siehst, resultiert aus unseren Firmen. Jede von uns tut das, was sie am besten kann.&ldquo;</p>
<p>Claudia sah sich um &bdquo;Und wolltet ihr nicht auch &sbquo;Frau Brunner&lsquo; sein?&ldquo;</p>
<p>Julia schmunzelte &bdquo;Oh ja, natürlich! Doch Marco hat uns allen etwas gegeben, das viel wichtiger ist. Wir alle haben eine geistige Verbindung zueinander, wir sind eins. Die Ehe bedeutet nur hier, auf dieser Welt etwas.&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Außerdem&ldquo; meldete sich Julias Tochter Claire zu Wort &bdquo;ist sie total veraltet!&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Claire!&ldquo; schmunzelte Julia.</p>
<p>&bdquo;Was denn?&ldquo; fragte Claire &bdquo;Schwule dürfen heiraten, Lesben dürfen heiraten und Heteros &ndash; aber immer nur zwei! Das ist doch scheiße!&ldquo;</p>
<p>Marco nahm seine Tochter in den Arm &bdquo;Meine geliebte Claire, ich gebe Dir völlig recht. Doch schau Dich um. Wir leben in einer Welt, in der nur Geld zählt. Du hast ein völlig anderes Wertesystem. Um so schöner ist es, Freunde zu finden, die unsere Werte teilen.&ldquo;</p>
<p>Alle, einschließlich Julia, waren sehr überrascht, wie er Claire von jetzt auf gleich aus ihren überschäumenden Emotionen holen konnte. Claire schmiegte sich in seine Umarmung. Liebevoll drückte er ihr einen Kuss auf den Kopf. Plötzlich war sie ein ganz sanftes Lamm, das sich an die Seite ihrer Mutter kuschelte. Julia legte schmunzelnd einen Arm um sie. &bdquo;Das war eindrucksvoll!&ldquo; sagte sie nur.</p>
<p>Marco sah sie schmunzelnd an und zog Conny zu sich. Er hatte gespürt, dass Julias Aussage sie irgendwie getroffen hatte. Sanft legte er ihr seine Hände auf die Wangen und sah ihr in die Augen. Schließlich küsste er sie liebevoll. Je länger der Kuss dauerte, desto mehr ließ Conny los. Immer stärker wurde das Gefühl eines Sonnenaufgangs in den Herzen der anderen. Als sich ihre Lippen langsam voneinander trennten, sagte Marco leise zu ihr &bdquo;Ich würde Dich jederzeit wieder heiraten.&ldquo; Conny schlang seine Arme um seinen Hals und vergrub ihren Kopf an seinem Hals.</p>
<p>&bdquo;Was war das?&ldquo; fragte Claudia leise an Torben gerichtet.</p>
<p>&bdquo;Was meinst du? Dieses warme Gefühl in deinem Herz?&ldquo; fragte er.</p>
<p>Sie nickte.</p>
<p>&bdquo;Du hast die Liebe gespürt, die zwischen Marco und Conny fließt.&ldquo; Erklärte er sanft.</p>
<p>&bdquo;Echt?&ldquo;</p>
<p>Torben lächelte und zog Viktoria zu sich. Zärtlich begannen die beiden einen Kuss. Auch dieses Mal spürte sie dieses warme Gefühl, jedoch fühlte es sich etwas anders an.</p>
<p>&bdquo;Wow!&ldquo; hauchte Claudia &bdquo;Ich wünschte, ihr könntet mich genauso spüren.&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Das tun wir, Claudia.&ldquo; Sagte Aurora mit einem Lächeln. &bdquo;In dem Augenblick, in dem du Dein Herz für uns geöffnet hattest &ndash; also der Moment, wo du dir das erste Mal wirklich gewünscht hast, zu uns zu gehören.&ldquo;</p>
<p>Claudia riss die Augen auf &bdquo;So lange schon?&ldquo;</p>
<p>Katja legte ihr liebevoll ihre Hand auf die Wange &bdquo;Ja, das war genau am dritten Tag, nachdem wir Dich zu uns geholt hatten. Ich habe deine Liebe gespürt, als Torben Dich zum Abschied morgens innig gedrückt hat.&ldquo;</p>
<p>Verlegen sah Claudia zu Boden.</p>
<p>&bdquo;Hey, wenn Dir etwas nicht peinlich sein muss, dann sind das Deine Gefühle.&ldquo; Sagte Katja leise.</p>
<p>Viktoria zog Katja zu sich &bdquo;Du bist absolut unglaublich, Katja!&ldquo; sagte sie leise und küsste sie.</p>
<p>&bdquo;Wie kommt es, dass wir uns gegenseitig spüren können?&ldquo; fragte Claudia.</p>
<p>&bdquo;Genau können wir das nicht sagen. Es hat was mit dem Kontakt zur Familie Brunner zu tun. Ob das so bleibt, wissen wir auch nicht.&ldquo; Erklärte Viktoria.</p>
<p>&bdquo;Es ist schön.&ldquo; Sagte Claudia leise.</p>
<p>&bdquo;Ja, das ist es.&ldquo; Bestätigte Viktoria &bdquo;Wir erleben unsere Beziehung so auf eine ganz besondere Weise, denn wir sind immer alle dabei.&ldquo;</p>
<p>Isabelle setzte sich dazu &bdquo;Und es zeigt auch eine besondere Verbindung zu uns &ndash; was uns sehr freut. Es ist schön, Menschen um sich zu haben, die wie wir Liebe als das Wichtigste überhaupt schätzen. Bei uns in der Firma sind Torben und Katja das beste Beispiel dafür. Sie sind zusammen mit euch zu einer absolut harmonischen und unerschütterlichen Einheit geworden, die den größten Teil unseres geschäftlichen Erfolges ausmacht. Das ist das Konzept von Marco, das wir alle leben. &ndash; Jetzt kennst du unsere Familie. Das war uns wichtig, weil die Einladung zu einer Hochzeitsfeier noch einen weiteren Teil unserer Familie zeigt.&ldquo;</p>
<p>&bdquo;Wer heiratet?&ldquo; fragte Claudia.</p>
<p>Conny trat vor und reichte ihr das Stadtmagazin. Bereits auf dem Titelbild war die Liebe deutlich sichtbar. &bdquo;Diese drei. &ndash; Björn ist ein ganz feiner Mensch und hat das Herz der beiden Schwestern Miriam und Maren erobert. Bereits am ersten Tag hatten sich Miriam und Björn verlobt. Das große und ehrliche Herz von Björn hat dann auch ihre Schwester Maren erreicht, doch Maren hatte sich geschworen, sich nur ihrem Ehemann hinzugeben &ndash; eine Seltenheit heutzutage. Das bewog Miriam dazu, ihre Verlobung zu lösen, damit Björn Maren heiraten könnte. Uns hat die tiefe Liebe dieser drei so beeindruckt, dass wir ihnen die Hochzeit schenken.&ldquo; Erklärte sie.</p>
<p>&bdquo;Wow!&ldquo; entfuhr es Claudia.</p>
<p>Isabelle lächelte &bdquo;Hier sind die Unterlagen, damit ihr planen könnt. Katja und Torben werden, wie wir ggf. den einen oder anderen Online-Termin haben, aber ich denke, das kriegen wir hin.&ldquo;</p>
<p>Es wurde eine wunderschöne Hochzeitsfeier. Das Brautrio war über alle maßen glücklich. Viktoria, Aurora, Katja, Claudia und Torben lernten nicht nur die vollständige Familie rund um Marco Brunner kennen, sondern auch eine weitere Familie, der es so ging, wie ihnen selbst.</p>
<p>Conny und Marco nahmen sich die fünf beiseite, weil sie erkannten, dass drei von den vier Frauen schwanger waren und das so ziemlich in derselben Woche. Ihnen war es wichtig, ihr Vertrauen auszusprechen.</p>
<p>&bdquo;Wir unterstützen Liebe und Kinder nachhaltig.&ldquo; Begann Conny. &bdquo;Denn das ist es, wofür wir leben.&ldquo;</p>
<p>Es war ein Baden in Liebe. Für die fünf stellte sich heraus, dass die Fähigkeit, einander zu fühlen, erhalten blieb. Sie trug auch wesentlich zum Zusammenhalt der Familie bei. Die Liebe, die sie füreinander empfanden, strahlte aus und so wurden sie immer wieder mit eindeutigen Angeboten konfrontiert. Angebote, die sie immer aus tiefstem Herzen ablehnten.</p>
<p>Pia nahm schließlich das Angebot von Marco Brunner an und hatte plötzlich Zugang zu nahezu unbegrenzten Ressourcen. Anfangs hatte Pia ihre Studios immer unter ihrer Kontrolle. Dann kam Conny und unterbreitete ihr ein Angebot, dass sie nicht ablehnen konnte: Sie gründeten zusammen eine neue Firma, in der sämtliche Studios von Marco zusammengefasst waren. Am Tag der Unterzeichnung lernte sie dann Bianca kennen, einer von Marcos Partnerinnen und musste erkennen, dass es hier nicht um ein lokales Unternehmen ging, das nur in dieser Stadt agierte, sondern um ein europäisches Unternehmen mit über fünfhundert Fitnessstudios und Pia sollte gleichberechtigte Partnerin in diesem Unternehmen sein. Sie rieb siech die Augen und sah Bianca an.</p>
<p>&bdquo;Ist das wirklich Ihr Ernst?&ldquo;</p>
<p>Bianca lachte &bdquo;Ja, natürlich. Weißt du Pia, bevor ich Marco Brunner kennenlernte, war ich einfach nur eine Trainerin in einem Fitnessstudio. Ich war zickig, unausgeglichen und fühlte mich irgendwie unvollständig. Er betrat das Studio und es war wie Erkennen. Ich kann nicht in Worte fassen, was er für mich getan hat. Tja, nach einiger Zeit ist daraus ein eigener, europäischer Fitnesskonzern geworden. Marcos Idee ist ein Konzern, in dem unsere Lebensauffassung Programm wird. Uns schwebt zum Beispiel eine eigene Akademie vor, um unsere Angestellten auf unsere besonderen Ansprüche zu schulen. Wir wollen uns von anderen abheben.&ldquo;</p>
<p>Pia sah sie einen Moment lang an &bdquo;Ich glaube, du musst mit der Schulung bei mir beginnen.&ldquo;</p>
<p>Bianca schmunzelte &bdquo;Vielleicht ein bisschen Feinabstimmung, aber ansonsten trägst du dein Herz am rechten Fleck. Marco und Conny haben da ein unfehlbares Gespür.&ldquo;</p>
<p>Aurora und Viktoria wurden Geschäftsführerinnen der deutschen Abteilung des Fitnesskonzerns. Später kam hier noch Björn hinzu, den sie auf seiner Hochzeit mit Miriam und Maren kennenlernten. Auch Claudia wuchs in eine Führungsrolle, denn firmeneigene Kitas waren ein großer Wunsch der Großfamilie Brunner. Auch hier wurde eine eigene Akademie gegründet. Der Aufbau war nicht immer leicht, doch der Erfolg gab schließlich recht. Sowohl im Bereich Fitness als auch in der Kinderbetreuung gab es nur eine kaum messbare Personalfluktuation. Wieder zwei neue Standbeine des Brunner-Firmenimperiums.</p>
<p>Viktoria, Aurora, Katja und Claudia wurden Mütter von insgesamt zwölf Kindern. Torbens Mutter Beate wurde zu einer wirklich glücklichen Oma, wie im Übrigen die Eltern von den Frauen auch. Lediglich Torbens Vater fehlte hier und das war vermutlich auch besser so.</p>
<p>Ende</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>X-Games</title>
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		<pubDate>Sat, 02 May 2026 18:40:13 +0000</pubDate>
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		<title>Ehepaar auf Abwegen, 62. Teil</title>
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		<pubDate>Sat, 02 May 2026 05:54:38 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Ehepaar auf Abwegen, 62. Teil Damals (Januar bis Juni 2011) Marco Berlinghoff saß an seinem Schreibtisch und überprüfte den Business Plan, den er in den letzten beiden Wochen für den&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<strong>Ehepaar auf Abwegen, 62. Teil</p>
<p>Damals (Januar bis Juni 2011)</strong><br />
Marco Berlinghoff saß an seinem Schreibtisch und überprüfte den Business Plan, den er in den letzten beiden Wochen für den Sexclub erstellt hatte. Damit war eine solide Basis für Mailin und Miriam geschaffen, die den Club ja vom Ehepaar Zeman erwerben und betreiben wollten. Und natürlich konnte man damit auch um eine seriöse Finanzierung ansuchen. Obwohl die Tage über Weihnachten und Neujahr in Columbus ziemlich ausgefüllt gewesen waren, hatte er es doch geschafft, den größten Teil des Plans fertigzustellen.<br />
Ein wenig irritierte Marco, dass auf der Schreibtischplatte relativ viel herumlag. Bei ihm musste alles wohlgeordnet und sortiert sein, sein Arbeitsplatz war normalerweise wie leergefegt. Das war jedoch nicht mehr möglich, seit er sich mit seiner Frau einen Schreibtisch teilen musste. Mit der Aufnahme von Heidrun und Henrik in ihre Familie hatten sie ihr Arbeitszimmer im Dachgeschoss räumen müssen und im Wohnzimmer war für beide Schreibtische kein Platz gewesen.<br />
Marco seufzte. Er liebte Sandra unendlich und hätte ihr zuliebe auf alles verzichtet, aber sie war nun mal nicht so ordentlich wie er und deshalb war es ihm schwergefallen, sein eigenes Pult aufzugeben. Andererseits aber hatte ihre Familie eine wunderbare Bereicherung erfahren. Er bereute nicht, die Kinder seiner Schwester aufgenommen zu haben, im Gegenteil, die beiden waren in den letzten beiden Jahren zu ihren eigenen geworden.<br />
Es war still im Haus, kein Wunder, es war fast halb zehn Uhr abends. Alle fünf Kinder schliefen schon, davon hatte er sich vor einer halben Stunde überzeugt. Eines der Au-pair-Mädchen war bereits aus dem Weihnachtsurlaub zurück und gemeinsam hatten sie die Kinder zu Bett gebracht. Drei von ihnen hatten ihren ersten Schultag nach den Ferien gehabt und gleich ein Bündel Hausaufgaben mitgebracht.<br />
Sandra war den ganzen Tag in der Firma gewesen und nachher noch einkaufen und hatte am Abend ihre Eltern besucht. Marco erwartete sie jetzt jeden Augenblick zurück und hoffte noch auf ein kleines Schäferstündchen, denn erst tags zuvor waren sie aus Amerika zurückgekommen und wegen des Jetlags total übermüdet gewesen. Und in Ohio hatte er seine Frau nicht im gewohnten Umfang haben können, denn die Bedürfnisse von Penny, der jungen Witwe, hatten Vorrang gehabt.<br />
Marco konzentrierte sich wieder auf die Unterlagen. Nach seinen Berechnungen sollte es nicht allzu schwer werden, einen Geldgeber zu finden. Der Club verdiente prächtig und weitete seine Angebote laufend aus. Und in jüngeren Händen mochte daraus noch mehr werden.<br />
Jetzt hörte er die Eingangstür und eilte in den Flur hinaus. Sandra war angekommen, setzte ihre Taschen ab und flog auf ihn zu. Er fing sie auf und sie begannen eine intensive Küsserei. Sie hatten einander seit dem Morgen nicht gesehen und schon wieder Sehnsucht nach einander verspürt.<br />
Sandra löste sich lachend von ihm: &bdquo;Mein Liebster, warte, ich komme gleich zu dir.&ldquo; Sie legte Wintermantel, Schal und Mütze ab und ging zur Treppe.<br />
&bdquo;Ich bin am Schreibtisch&ldquo;, rief er ihr noch nach, dann war sie oben.<br />
Ungeduldig setzte sich Marco wieder hin und versuchte sich erneut mit dem Business Plan zu beschäftigen, was ihm jedoch jetzt deutlich schwerer fiel.<br />
Nach etwa fünfzehn Minuten hörte er ein Rascheln hinter sich und drehte sich mit seinem Stuhl um. Was er sah, verschlug ihm kurzzeitig den Atem.<br />
Seine Frau hatte sich leise an ihn herangeschlichen und strahlte ihn an. Sie hatte sich oben blitzschnell umgezogen und zeigte sich ihm nun in einem Stretchkleid, das in einem mittleren Blau gehalten war und ihre Figur unglaublich gut betonte.<br />
&bdquo;Ich war nach der Firma noch kurz einkaufen&ldquo;, informierte sie ihren Mann, &bdquo;in meiner Boutique, du weißt schon, in die ich ab und zu gehe.&ldquo;<br />
Marco lächelte bei ihren letzten Worten, denn sie hatten vermutlich unterschiedliche Auffassungen, was &sbquo;ab und zu&lsquo; bedeuten konnte. Aber für ihn war völlig klar, dass sie sich in ihrer Kleidung wohl fühlen musste, und eigentlich war sie bei ihren Einkäufen nie sonderlich exzessiv gewesen.<br />
Sandra drehte sich nun um die eigene Achse und ihr Mann sah ihr mit einem etwas dümmlichen Gesichtsausdruck und starrem Blick zu.<br />
&bdquo;Ich gefalle dir anscheinend&ldquo;, strahlte sie.<br />
&bdquo;Wundert dich das, mein Liebling? Du siehst gut aus, egal, was du trägst, aber heute haut es mich wieder einmal besonders um.&ldquo; Er betrachtete sie eingehend und ließ seinen Blick über ihre Gestalt schweifen. Das Stretchkleid saß wie angegossen und die Farbe passte gut zu ihrem Gesicht und ihrem Haar. Der Ausschnitt oben war etwas gewagter, als sie sich sonst kleidete, man konnte den Ansatz ihrer Äpfelchen, wie Marco ihre Brüste zu nennen pflegte, deutlich sehen. Und unten endete das Kleid knapp unter den Popobacken.<br />
Man sah Sandra nicht an, dass sie im vierzigsten Lebensjahr stand und vier Geburten hinter sich hatte. Sie war schlank, hatte lange Beine und, das war ihrem Ausdauertraining geschuldet, gut proportionierte Muskeln an den richtigen Stellen. Natürlich war sie für Marco eine Klassefrau und die schönste Frau der Welt.<br />
&bdquo;Du bist die schönste Frau der Welt&ldquo;, meinte er nun, als seine Atmung wieder einigermaßen normal geworden war.<br />
Sie lachte ihren Mann an und es war unschwer zu erkennen, wie sehr ihr seine Worte gefielen. &bdquo;Komm&lsquo;, hilf mir aus dem Kleid&ldquo;, forderte sie ihn auf.<br />
Marco trat zu ihr, öffnete den Reißverschluss auf ihrem Rücken und gemeinsam zogen sie das Kleid ruckweise zu Boden. Sandra stieg heraus und trat zwei Schritte zurück, um ihrem Mann ein besseres Blickfeld zu bieten.<br />
Der starrte sie erneut an und sog geräuschvoll die Luft durch seine Nase. Es war atemberaubend, was sich seinem Blick bot.<br />
Sandras Gesicht glänzte vor Freude, als sie leise zu ihm sagte: &bdquo;Erinnerst du dich? Miriam vor vier Jahren im Sexclub? Dasselbe Outfit, nur ich hab&rsquo;s in Blau.&ldquo;<br />
&bdquo;Wahnsinn! Und ob ich mich erinnere!&ldquo; Marco war vollkommen hingerissen. Blaue Netzstrümpfe, ein Nichts von einem blauen Slip ouvert, zwei schmale blaue Streifen über ihren Äpfelchen, er wusste nicht, wohin er zuerst gucken sollte. Seine Hose wurde eng und beulte sich aus.<br />
Er ging auf seine Frau zu, nahm ihre Hände und bewunderte deren Eleganz. Die blaue Farbe ihrer Nägel passte genau zu ihren Dessous und als sie jetzt ihre Schuhe von den Füßen kickte, sah er, dass es bei ihren Zehen genauso war. &bdquo;Wann hast du &hellip;?&ldquo; fragte er sie überrascht.<br />
Sie lächelte nun: &bdquo;Die Nägel lackiert, meinst du? Wie ich vorhin bei meinen Eltern war, da hatte ich Zeit genug. Gefallen sie dir?&ldquo;<br />
&bdquo;Und ob! Alles an dir ist wundervoll&ldquo;, äußerte sich Marco begeistert, &bdquo;aber warum?&ldquo;<br />
&bdquo;Weil ich dir etwas schuldig bin, mein Liebster. Du hast zugelassen, dass ich mich während der Weihnachtsferien vorrangig um Penny gekümmert hab&lsquo; und du selbst viel zu kurz gekommen bist. Und das, obwohl wir sowieso zu wenig Sex in der letzten Zeit gehabt haben. Das holen wir ab sofort nach. Ich wollte dich damit überraschen.&ldquo;<br />
&bdquo;Das ist dir auch vollständig gelungen, meine bezaubernde Gattin. Du bist unglaublich.&ldquo;<br />
&bdquo;Und du bist einsatzbereit&ldquo;, lachte sie jetzt und blickte vielsagend auf seine Hose, &bdquo;dann los, ich brauche dich und ich will, dass du es mir ordentlich gibst.&ldquo;<br />
Das ließ sich Marco nicht zweimal sagen. Er nahm sie in den Arm, führte sie ins Gästezimmer und warf sie dort rücklings auf das Bett des zweiten Au-pair-Mädchens, das noch leer war, denn die Mexikanerin würde erst in zwei Tagen eintreffen.<br />
Er hielt sich nicht damit auf, sich zu entkleiden, er ließ nur seine Hosen fallen. Sandra spreizte ihre Beine und der Schlitz im Slip öffnete sich ein wenig und gab Sandras verlockenden Scheideneingang Marcos Blicken frei.<br />
Der konnte sich nun nicht mehr halten, seine Libido drängte danach, ausgelebt zu werden, und seine Hoden wollten Platz für Nachschub schaffen. Mit einem Grunzen stürzte Marco sich auf seine Frau, aber er hatte sich so weit unter Kontrolle, dass er sein maximal ausgedehntes Glied vorsichtig in ihre Muschi schob.<br />
&bdquo;Los, nimm mich &hellip; nimm mich fester &hellip; jaaahhh, &hellip; zieh&lsquo; mich durch &hellip; aaargh &hellip;&ldquo; Stoßweise kamen ihre Worte, die bald in ein Gurgeln übergingen, denn Marco schonte seine Frau nun nicht. Trotz der späten Stunde war er voll da und bereit, sich komplett zu verausgaben. Er rammelte wie ein Kaninchen und sie schien jeden Stoß zu genießen. Er stützte sich neben ihrem Kopf mit den Ellbogen ab und längst hatte er seine linke Hand auf ihren Mund legen müssen, um ihre Geräusche zu dämpfen. Da er dadurch eine Hebelwirkung erzeugte, drückte er den Kopf seiner Frau tief in die Matratze, was ihr ein Gefühl des Ausgeliefertseins vermittelte, wie sie ihm später erzählen würde. Aber das schien sie noch mehr anzutörnen.<br />
Nach zwei Orgasmen, während derer er sie nur sachte stieß, um sie wieder herunterkommen zu lassen, wollte sie es noch einmal schnell und hart. &bdquo;Küss&lsquo; mich&ldquo;, rief sie, bevor er wieder loslegte.<br />
Also beugte sich Marco zu ihr und umfing mit seinen Lippen die ihren. Sandra stöhnte und keuchte nun in seinen Mund, aber nach kurzer Zeit musste er sich wieder von ihr lösen, denn auf diese Weise bekam er zu wenig Luft. Der heftige und schnelle Sex forderte nun massiv seinen Tribut von ihm, denn seine Ausdauer hatte im letzten Jahr etwas nachgelassen, da er nicht genügend Zeit für Sport investieren hatte können.<br />
Und kurz bevor sie zum dritten Mal kommen wollte, konnte er nicht mehr. Er wurde langsamer und dann stellte er seine Fickbewegungen ein. Er hatte sich jedoch selbst gut im Griff gehabt und seinen eigenen Höhepunkt hinauszögern können.<br />
Sandra öffnete ihre Augen, die sie in ihrer Hingabe geschlossen gehabt hatte, und blickte ihren Mann fragend an. Doch keine drei Sekunden dauerte es und sie wusste Bescheid. Ihr Mann hatte alles gegeben, was er konnte, und daher würde sie keine weiteren Forderungen an ihn stellen.<br />
Marco hatte sich in der Zwischenzeit von Sandra heruntergewälzt und schnaufte vernehmlich. Sandra kletterte nun auf ihn und strich ihm mit den Fingern durchs Haar. &bdquo;Das war wirklich gut, mein Liebling, zweimal hast du mich fertiggemacht, ich liebe dich unendlich. Aber du bist nicht gekommen und ich will noch einmal. Also werde ich jetzt dafür sorgen.&ldquo;<br />
Etwas beschämt hatte Marco zunächst noch geguckt. Ein wenig wurmte ihn, dass ihm die Puste ausgegangen war, bevor sie ihren dritten Orgasmus bekommen hatte, aber wieder einmal musste er seine Frau bewundern, sie verhielt sich einfach großartig.<br />
Sandra rutschte nun nach hinten und richtete sich auf. Sie vergewisserte sich, dass Marcos Pimmel immer noch stand und brauchbar war, dann senkte sie ihren Unterleib auf ihn und begann zu reiten.<br />
Marco sah, wie sich ihr Körper auf und ab bewegte. Ihre Dessous waren ein Traum in Blau und ihr Körper war eine Augenweise. Er ließ seine Frau machen, hielt ganz still und genoss Sandras Bewegungen, die ihm durch und durch gingen. Ihre an sich bessere Ausdauer war bisher nicht gefordert worden, weshalb sie kein Problem damit hatte, die Intensität ihres Ritts zu steigern.<br />
Und wie immer bei dieser Stellung lag die Kontrolle bei ihr. Sie war die alleinige Herrin über ihrer beider Höhepunkte und scheinbar gedachte sie, sie beide kommen zu lassen.<br />
&bdquo;Los, Marco&ldquo;, rief sie zwischendurch, &bdquo;streichle meinen Kitzler!&ldquo;<br />
Der spürte, wie sich tief in seinen Hoden sein Orgasmus anbahnte, und sofort tat er, was Sandra gefordert hatte. Sie wollte gleichzeitig mit ihm kommen, das war ihm klar, und nach zwei Höhepunkten würde es bei ihr länger dauern, weshalb er nachhelfen sollte.<br />
Das Ergebnis war für beide unglaublich erfüllend. Nicht ganz, aber fast gleichzeitig erklommen sie ihre Gipfel. Fest schlang Marco seine Arme um seine wunderbare Frau, nachdem sie nach ihrem wilden Ritt auf ihm zusammengesackt war.<br />
Erschöpft und müde lagen sie da, Sandra in ihren Dessous und Marco oben im Hemd und unten rum nackt. Stillschweigend hatten sie entschieden, gleich hier im Gästezimmer zu schlafen.<br />
&bdquo;Was ist mit Zähneputzen?&ldquo;, flüsterte Sandra in Marcos Ohr.<br />
&bdquo;Geschenkt für heute&ldquo;, meinte er großzügig.<br />
&bdquo;Und hast du abgesperrt?&ldquo;<br />
&bdquo;Wann hätte ich das sollen? Beim Hereinkommen war ich viel zu erregt, wie du vielleicht bemerkt hast.&ldquo;<br />
Sandra gluckste: &bdquo;Aber wenn eines der Kinder hereinkommt?&ldquo;<br />
&bdquo;Dann kommt es eben. Wir sind ja ohnedies nicht ganz nackt&ldquo;, sagte Marco noch, dann angelte er nach der Decke und zog sie über ihre Körper. &bdquo;Im Übrigen musst du genauso auf mir liegenbleiben, meine Süße. Deine Muschi rinnt gerade aus und die Soße läuft auf meinen Pimmel. Wenn du dich neben mich legst, versaust du das Bett unseres mexikanischen Mädchens.&ldquo;<br />
&bdquo;Ach, Marco, du Dummer. Das ist vollkommen egal, wir müssen das Bett sowieso neu beziehen.&ldquo; Aber sie blieb auf ihm liegen und kuschelte sich an seine Brust.<br />
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Im Laufe des Januars entspannte sich Marcos zeitliche Situation. Bei Waldenfels wurde er in den kommenden Monaten nur noch sporadisch benötigt, das belastete ihn nicht mehr. Auch seine Reisen für seine Recherchen hatte er gut im Griff, mehr und mehr war es Sandra möglich, ihn zu begleiten. Das technische Equipment für ihr Homeoffice funktionierte klaglos. Ihr Job bei Waldenfels bestand aus Kommunikation, schriftlicher und fernmündlicher, und das konnte sie auch von zu Hause oder von irgendwo aus bewerkstelligen. Beide, Sandra und Marco, waren darüber glücklich, denn das eröffnete ihnen eine neue Qualität in ihrem ehelichen Beisammensein, und es gelang ihnen, wieder annähernd so häufig Sex zu haben wie früher.<br />
Eine Ausnahme davon gab es dann, wenn Sandra in Columbus weilte. Penny ging es zwar deutlich besser, aber zwischendurch machte sie in ihren Skype-Sitzungen durchaus den Eindruck, Sandras Gesellschaft zu benötigen. Und die war viel zu hilfsbereit, um das abzulehnen.<br />
Also flog sie schon im Februar wieder für zwei Wochen zu Penny. Die blühte auf und es blieb nicht aus, dass die beiden es fast jede Nacht in Pennys Schlafzimmer trieben. Aber Sandra hatte das vorher mit ihrem Mann abgestimmt, ihre Loyalität hatte das selbstverständlich erfordert, aber auch Penny wollte gegenüber Marco kein schlechtes Gewissen haben. Sie wollte von ihm persönlich das Okay für ihre Liebesbeziehung mit seiner Frau und war erst erleichtert, als Marco ihr am Telefon erklärte, dass er sie liebe und Sandra und er alles für sie tun würden.<br />
Penny war sehr gerührt und versicherte ihm, dass sie ihn auch liebe und vielleicht irgendwann wieder einmal zu ihm ins Bett kommen würde.<br />
&bdquo;Wann und wie immer du das mit dir selbst vereinbaren kannst&ldquo;, antwortete Marco darauf, &bdquo;ich warte gerne auf dich, nur keine Eile. Genieße deine Zeit mit Sandra.&ldquo;<br />
Sandra meldete sich nun: &bdquo;Ach, mein einsamer Liebling, möchtest du zur Anregung Fotos von uns?&ldquo;<br />
&bdquo;Aber nein, meine Liebste. Ihr schickt mir nichts. Was soll ich denn mit Fotos? Ich will ja nicht wichsen. Und du weißt doch, Clara hat vor dem Versand per Internet gewarnt. Aber ihr könnt einen Film von euch drehen, wenn ihr es gerade besonders geil macht. Den lässt du auf deinem Telefon gespeichert und wir schauen ihn gemeinsam an, wenn du wieder da bist.&ldquo;<br />
&bdquo;Ja, und dann besorg&lsquo; ich&rsquo;s dir, während wir uns den Film ansehen&ldquo;, grinste sie in die Kamera.<br />
&bdquo;Auf dieses Versprechen komme ich liebend gern zurück&ldquo;, lächelte ihr Mann zurück, dann war das Gespräch zu Ende.<br />
In der letzten Februarwoche kehrte Sandra wieder und traf auf einen Ehemann, der selbst zweimal unterwegs gewesen war und seine Frau schrecklich vermisst hatte. Es war ihr schon klar, dass die Situation unfair war. Sie selbst hatte zwei Wochen lang befriedigenden Sex mit ihrer besten Freundin und ihr Mann hatte nichts gehabt.<br />
Deshalb konzentrierte sie sich in den folgenden Tagen darauf, Marco perfekte Sexerlebnisse zu bereiten. Sie hatte mehrere Filme mitgebracht. Sie wusste ja, dass es ihn anmachte, ihren lesbischen Sex zu beobachten, und das bot sie ihm nun, während sie sich an ihn kuschelte und ihn Schritt für Schritt in Erregung versetzte, bis er nicht mehr anders konnte und sie durchvögelte.<br />
Danach waren sie locker und gelöst. Sandra teilte ihm mit, dass sie ein wenig von ihrem Gewissen geplagt werde. Das zeige aber nur, dass sie Anstand und eine hohe Moral hätte, meinte er darauf, und auch deshalb liebe er sie so sehr. Und das beruhigte sie schließlich.<br />
Und noch etwas besprachen sie. Sie beschlossen, ihre &sbquo;Brush-up-Weekends&lsquo; wieder aufleben zu lassen. Drei- bis viermal im Jahr sollten sie unbedingt stattfinden und Sandra erklärte sich bereit, die alleinige Organisation zu übernehmen, sozusagen als Ausgleich, weil sie ihren Mann noch das eine oder andere Mal alleine lassen würde, wenn sie zu Penny flog.<br />
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Sandra brachte auch eine schier unglaubliche Nachricht aus Ohio mit. Penny und sie hatten Gedankenspiele angestellt, wie Penny die Zukunft für sich und ihre Kinder gestalten könne. Job, Schule und Ausbildung, alles gingen sie durch, und es blieb nicht aus, dass Sandra ihren großen Wunsch äußerte, Pennys Familie wieder nach Deutschland zu bringen.<br />
Einerseits hatte Penny ihre Eltern, Schwiegereltern und zwei Brüder mit ihren Familien in Columbus, aber sonst nicht allzu viel Anschluss, denn zu ihrem sozialen Umfeld gehörten nur wenige Freunde, hauptsächlich solche, die ihr Mann durch seine Arbeit kennengelernt hatte, und einige aus der Schul- und Studentenzeit.<br />
In Deutschland andererseits hatte sie ihre besten Freunde, die auch die leiblichen Eltern zweier ihrer Kinder waren, ihre Freundin Paula, die ihr einen Job bei Waldenfels angeboten hatte, wann immer sie zurückkommen wollte, bei einer Firma, die sie lieben gelernt hatte, und jede Menge Arbeitskollegen, die sie schätzten. Und sie wollte irgendwann wieder arbeiten, fast ein halbes Jahr nach Davids Tod fiel ihr nun die Decke schon ein wenig auf den Kopf.<br />
Als Sandra wieder abflog, waren Penny und ihre Kinder außerordentlich traurig, und auch das bewog Penny, über einen Umzug nach Deutschland noch intensiver nachzudenken. Und dann kam jene denkwürdige Skype-Unterhaltung Anfang März, in der Alexander, Valentina, Jonathan, Heidrun, Sophia und Henrik ihre Tante Penny beknieten, zurückzukommen, und diese daraufhin in Tränen ausbrach. Sie liebte Sandros und Marcos Kinder wie ihre eigenen.<br />
Zugegeben, es war von Sandra ein klein wenig berechnend gewesen, ihre Kinder zu instrumentalisieren, aber ihr war jedes Mittel recht, um ihre beste Freundin nach Deutschland zu lotsen. Und das Ziel wurde erreicht, wenige Tage später rief Penny an und teilte ihre Entscheidung mit, die die ganze Familie Berlinghoff in Hochstimmung versetzte.<br />
Mit ausschlaggebend war sicher auch gewesen, dass sich wenige Tage zuvor der Personalchef von Davids Firma bei Penny gemeldet hatte. Er hatte ziemlich herumgedruckst, aber ihr behutsam zu verstehen gegeben, dass die Firma den Bungalow wieder anderweitig vergeben müsse, aber Penny brauche nicht Hals über Kopf etwas Neues suchen, man lasse ihr genügend Zeit, das ganze Jahr über, bis Dezember selbstverständlich.<br />
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Dann kamen die Winterferien, diesmal erst im März, weil Ostern so spät lag. Sandra hatte sich kurz nach Weihnachten um eine Buchung im Erlenhof gekümmert und fünf Tage lang wohnte die Familie Berlinghoff in einer Suite, die ähnlich hergerichtet worden war wie bei ihrem letzten Besuch. Diese hatte drei Zimmer und das mittlere war mit sechs Betten bestückt worden. Links davon, vom Gang aus gesehen, wohnten Sandra und Marco, rechts davon die beiden Au-pair-Mädchen. Die mitzunehmen war Sandras Idee gewesen, um Marco und ihr ein wenig mehr Freiraum zu gewähren, insbesondere nachts.<br />
Ihre Ankunft gestaltete sich zu einem freudigen Hallo, wie schon beim letzten Mal wurden sie von Helena Borgmann und einigen Mitarbeitern aus ihrem Team herzlich begrüßt. Alle wussten längst von Davids tragischem Tod und drückten ihre Bestürzung darüber aus.<br />
&bdquo;Ich hoffe, ihr kommt jetzt wieder öfter&ldquo;, meinte Helena dann ein wenig vorwurfsvoll, &bdquo;es ist mehr als zwei Jahre her, meine Lieben. Und die Robertsons haben sich über vier Jahre nicht blicken lassen und jetzt werden wir David nicht mehr sehen können.&ldquo; Sie schwieg betreten.<br />
&bdquo;Wie schaut&rsquo;s denn mit deinen Mitarbeitern aus, Helena?&ldquo;, wollte Marco etwas ablenken. &bdquo;Ich sehe bekannte Gesichter. Sind noch alle an Bord, die wir kennen?&ldquo;<br />
&bdquo;Fast alle, Marco. Du weißt ja von früher, dass wir eine ausgesprochen stabile Mannschaft haben. Wir haben ein sehr gutes Betriebsklima und zahlen mehr als anständig. Beide Bademeister sind noch da, auch Gisela und Cynthia und die Leute im Restaurant und in der Bar, nur Birgit setzt im Moment aus. Sie hat geheiratet und vor zwei Monaten ein Baby bekommen.&ldquo;<br />
Die Familie Berlinghoff verlebte schöne Tage. Sandra und Marco fanden die richtige Balance, ihre Zeit aufzuteilen zwischen ihren Kindern und ihren ehelichen Bedürfnissen. Die beiden Au-pair-Mädchen hatten mehr Freiraum als sonst und genossen das Wellnessprogramm des Hotels. Und es gab die Kinderbetreuung bei Gisela, die wieder sehr gut ankam. Für Heidrun und Henrik war alles neu, aber sie lernten schnell, das, was ihnen das Hotel bot, zu lieben. Und Alexander machte gern mit den Kleineren mit, obwohl er sich sonst mit seinen dreizehn Jahren schon so überlegen groß vorkam.<br />
Wenn es ihre Zeit erlaubte, leistete Helena Borgmann ihnen beim Essen Gesellschaft. Als Sandra ihr am Telefon gesagt hatte, dass ihre Familie jetzt aus fünf Kindern bestand, seit Heidrun und Henrik dazugehörten, hatte sie das kaum glauben können. Jetzt im Erlenhof waren es sechs, denn Jonathan Waldenfels war mit von der Partie.<br />
Schwer beeindruckt war sie, wie Sandra und Marco das schafften, aber dieser relativierte gleich: &bdquo;Wir haben die beiden mexikanischen Mädchen, die fast immer verfügbar sind, und wir haben Sandras Mutter und manchmal auch Paulas Kinderfrau. Die arbeitet immer noch in der Villa, obwohl Jonathan mit seinen acht Jahren eigentlich keine mehr bräuchte.&ldquo;<br />
Helena lächelte: &bdquo;Ich wette, euer Jonathan wird ziemlich verhätschelt.&ldquo;<br />
Marco grinste daraufhin: &bdquo;Nun ja, man kann nicht abstreiten, dass er manchmal den Ton angibt. Nicht bei Paula und Hildegard, die machen das genau richtig, und auch nicht bei der Kinderfrau. Aber Alfred und Heinrich lieben ihren Enkel so sehr, dass sie ihm fast jeden Wunsch von den Augen ablesen. Und das Personal der Villa ist vernarrt in ihn. Er ist für alle der ersehnte Erbe. Und Berta, die Köchin, ist schier verrückt nach unserem Jungen.&ldquo;<br />
Jetzt lachte Helena laut: &bdquo;Das kann ich mir vorstellen. Die beiden Brüder haben mir immer wieder erzählt, wie glücklich sie über Jonathan sind. Und Berta habe ich einmal kennengelernt. Die hat das Herz am rechten Fleck.&ldquo;<br />
Marco erwiderte das Lachen: &bdquo;Absolut, Helena. Ich mag Berta sehr. Sie liebt Paula seit deren Kindheit und jetzt auch ihren Sohn. Und sie wusste alles darüber, was ich bei Paula sollte. Sie hat mir klargemacht, dass ich es mit ihr zu tun bekäme, wenn ich Paula nur ein Härchen krümme. Aber schließlich war sie doch zufrieden mit mir und seither verstehen wir uns ausgezeichnet. Und sie hat Sandra und mir mit ihrer Bratpfanne gedroht, wenn wir uns nicht in Therapie begeben, um wieder zusammenzukommen.&ldquo;<br />
Sandra musste darauf ebenfalls lachen und als Helena nachfragte, denn diese Geschichte hatte sie noch nicht gehört, erzählte Sandra, wie Paula das Heft in die Hand genommen hatte, um aus ihr und Marco wieder ein &sbquo;richtiges&lsquo; Ehepaar zu machen. Eigenhändig, trotz ihrer knappen Zeit, hatte sie einen Film gedreht und zusammengestellt, in welchem alle Menschen, die Sandra und Marco nahestanden, zu Wort gekommen waren. Dazu hatte auch das Personal der Villa Waldenfels und natürlich Berta mit ihrer Pfanne gehört.<br />
Sinnend sagte Helena nach einem Moment des Schweigens: &bdquo;Paula ist eine äußerst bemerkenswerte Frau. Sie ist ihrer verstorbenen Mutter sehr ähnlich, aber doch irgendwie anders. Ihre Mutter hätte den Konzern nicht führen können, aber Paula kann das.&ldquo;<br />
&bdquo;Ja, das kann sie&ldquo;, pflichtete Marco ihr bei, &bdquo;und sie macht das hervorragend.&ldquo;<br />
Helena lächelte wieder: &bdquo;Alfred und Heinrich sind schon mit allen Wassern gewaschene Füchse. Sie haben ihre Tochter früh in diese Position berufen, vielleicht zu früh, aber sie haben Recht behalten. Schon damals haben sie das erkannt, sie haben öfter mit mir darüber geredet. Leider sind sie im letzten Jahr nur selten hergekommen, früher kamen sie mindestens jeden Monat. Ich vermisse die beiden, nicht nur in meinem Bett.&ldquo; Kaum hatte sie das ausgesprochen, blickte sie etwas besorgt um den Tisch. Aber nur Sandra und Marco hatten ihre Worte mitbekommen. Die beiden mexikanischen Mädchen waren gerade mit den Kindern beschäftigt, hätten aber die Anspielung ohnedies nicht verstanden, und die Kinder schon gar nicht.<br />
&bdquo;Ich glaube, dass sie sich in den letzten beiden Jahren große Sorgen um ihr Familienunternehmen gemacht haben&ldquo;, meinte Marco, &bdquo;die Finanzkrise war absolut kritisch wegen fehlender Kreditlinien, weniger für Waldenfels, aber für viele seiner Kunden.&ldquo;<br />
Drei Tage danach stießen Paula und Hildegard zur Familie und wieder einen Tag später kamen Paulas Väter an. Sandra hatte auch das organisiert, denn Marco hatte sie gebeten, das zu tun, er wollte in entspannter Atmosphäre den einen oder anderen Punkt ansprechen. Alfred und Heinrich Waldenfels hatten sich in den letzten Wochen ziemlich rar gemacht und waren bis auf einen kurzen Termin nicht zu sprechen gewesen.<br />
Am Freitagabend, zwei Tage vor Ende der Ferien, saßen sie in der Bar des Hotels, in jenem Bereich, in dem Sandra fast zehn Jahr zuvor unter den Händen der Brüder zwei Orgasmen erlebt hatte. Ihr Abendessen war köstlich gewesen, wie immer hatten sie den Tisch gehabt, der für die Brüder Waldenfels reserviert war, wenn sie da waren. Alfred und Heinrich waren locker, hatten Witze und Geschichten erzählt, genauso wie Sandra und Marco sie seit langem kannten.<br />
Dann waren die Kinder mit den beiden Mexikanerinnen nach oben gegangen und die Erwachsenen hatten es sich in den Sofas bequem gemacht, in denen sie nun lümmelten. Der Barmann war sofort erschienen, er gab sich anscheinend im Beisein seiner Chefin keine Blöße, und hatte die Cocktailbestellungen aufgenommen. Sandra und Marco kannten ihn von ihren früheren Besuchen und er war auch derjenige gewesen, der vor fast zehn Jahren beobachtet hatte, wie Sandra sich entblößt unter Alfreds und Heinrichs Händen rekelte, und diskret einen Paravent als Absperrung davorgeschoben hatte.<br />
&bdquo;Du bist heute nicht so lasziv angezogen wie damals, Sandra&ldquo;, erinnerte sich Alfred, &bdquo;aber möchtest du dich nicht trotzdem zwischen uns auf das Sofa setzen?&ldquo;<br />
Sandra sah ihm in die Augen und lächelte: &bdquo;Mein lieber Alfred, danke für die Einladung, aber das geht heute nicht. Ich mag euch beide sehr, das wisst ihr, und ich werde euch immer dankbar dafür sein, was ihr für uns getan habt. Und ich habe sehr gern eure Kurtisane gespielt, das war eine Zeit, in der ich orientierungslos war, und ihr habt mich wieder ins Leben zurückgeführt. Ihr habt mich gelehrt, wieder Sex zu haben, und zwar guten, nachhaltigen Sex. Und ich habe erst später Marco verstanden, dass er das mit euch vereinbart hat, ich hab&rsquo;s ja zunächst gar nicht gewusst. Aber mein Mann und ich leben nach klaren Regeln in unserer Ehe 2.0 und das verdanken wir Clara Millstedt.&ldquo;<br />
Fast bedauernd sagte Sandra das, fand Marco, aber bevor er weiter darüber nachdenken konnte, antwortete Alfred: &bdquo;Ist schon gut, meine Liebe. Schade, aber wir respektieren das natürlich.&ldquo; Und zu seinem Bruder gewandt fuhr er fort: &bdquo;Wir hätten die beiden nicht zu Clara Millstedt schicken dürfen. Die ist einfach zu gut und wir haben jetzt das Nachsehen.&ldquo;<br />
Beide lachten laut über diesen Scherz, dann setzte Heinrich fort: &bdquo;Naja, wenn wir Sandra nicht haben können, wie wär&rsquo;s dann mit dir, Helena? Ist auch schon eine Zeitlang her.&ldquo;<br />
Jetzt konnte Paula nicht mehr an sich halten: &bdquo;Papa Alfred, Papa Heinrich, seid ihr übergeschnappt? Ihr benehmt euch wie alte, geile Wölfe.&ldquo;<br />
Aber was sie damit erntete, war allgemeines Gelächter, und am lautesten lachten die beiden Angesprochenen. Helena nahm das Wort, während sie tatsächlich aufstand und sich zwischen die beiden Männer setzte. &bdquo;Soso, ihr beiden alten Halunken, ich soll also der Lückenbüßer sein, wenn ihr Sandra nicht haben könnt? Aber ich mache es gerne, denn es ist keine Schande, hinter dieser bezaubernden Frau nur Nummer zwei zu sein, hört ihr? Aber bitte, hier herunten kein Anfassen, ist das klar? Das geht nicht wegen des Personals.&ldquo;<br />
Die beiden Männer nickten. Und sie hielten den ganzen weiteren Abend ihre Hände ganz gesittet fern von ihr.<br />
Als alle jetzt schwiegen, konnte Marco endlich mit seinem ersten Punkt beginnen: &bdquo;Penny kommt mit ihrer Familie zu uns zurück. Ihr wisst das natürlich schon, aber uns geht es darum, wie wir ihr zu Wohnraum verhelfen.&ldquo;<br />
Das zu diskutieren, war jedoch nicht sofort möglich. Man wollte zunächst hören, wie es bei Penny zu dieser Entscheidung gekommen war.<br />
&bdquo;Mensch Marco&ldquo;, warf Heinrich schließlich ein, &bdquo;ich erinnere mich noch genau an unser Telefongespräch vor zehn Jahren. Du hast mir die Bewerbung Penelope Robertsons vorgetragen. Wir kannten uns praktisch nicht, außer durch den Sexabend damals in jener Bar in eurer Heimatstadt.&ldquo;<br />
&bdquo;Ja, Heinrich&ldquo;, lächelte Marco, &bdquo;und ihr habt daraufhin alles richtig gemacht. Das hat mir schon zu Beginn an eurem Unternehmen und seinen Entscheidungsträgern gefallen.&ldquo;<br />
&bdquo;Und das war der Grundstein zu einer langen und erfolgreichen Zusammenarbeit und zu unserer engen familiären Beziehung&ldquo;, meldete sich jetzt Paula, &bdquo;heute noch bin ich froh, Marco, dass du damals Papa Heinrich angerufen hast.&ldquo;<br />
&bdquo;Es war die einzige Visitenkarte, die ich hatte&ldquo;, bekannte Marco freimütig und alle lachten auf diese Bemerkung hin.<br />
Doch dann wurde er wieder ernst. &bdquo;Uns schwebt Folgendes vor: Wir möchten mit Pennys Familie in einem gemeinsamen Haus wohnen. Schließlich sind zwei ihrer Kinder auch von uns. Das bedeutet, wir reden über ein Objekt, das Platz für drei Erwachsene und neun Kinder bietet. Das wird nicht leicht, das ist uns klar. Wir haben auch nicht die notwendige Zeit, um uns selbst darum zu kümmern. Was wir brauchen, wäre jemand aus eurem Infrastrukturbereich, der uns hilft.&ldquo;<br />
&bdquo;Da mischen wir uns nicht ein, Marco&ldquo;, erwiderte Heinrich, &bdquo;das ist allein Paulas Entscheidung.&ldquo;<br />
Doch mit Paula war das einfach: &bdquo;Natürlich bekommt ihr jede Unterstützung. Das ist doch selbstverständlich, Marco. Die Bauabteilung, nein, der Infrastrukturbereich, wie die jetzt neumodisch heißt, wird alles tun, was ihr benötigt.&ldquo;<br />
&bdquo;Wir bitten um einen Ansprechpartner, mit dem wir alles koordinieren können. Für unser Haus in Kärnten ist das ja Hugo Halderbeck.&ldquo;<br />
&bdquo;Einer unserer besten Leute&ldquo;, meinte Paula, &bdquo;ja, er soll auch für euer hiesiges Haus zuständig sein. Ich werde ihm das am Montag gleich ausrichten lassen.&ldquo;<br />
&bdquo;Wie ist denn der Stand bei eurem Haus in Kärnten? Habt ihr den Plan fertig?&ldquo;, fragte Alfred nach.<br />
Sandra und Marco wechselten einen Blick, dann erwiderte Letzterer: &bdquo;Nein Alfred, nichts ist fertig. Seit Davids Tod haben wir nicht mehr weitergemacht, keine Zeit, aber vor allem keinen Antrieb dafür.&ldquo;<br />
&bdquo;Und jetzt?&ldquo;, fasste Heinrich nach.<br />
&bdquo;Jetzt ist Pennys künftige Bleibe wichtiger. Das Haus in Kärnten läuft uns nicht davon. Aber Penny muss im Dezember ihren Firmenbungalow räumen.&ldquo;<br />
&bdquo;Das wird knapp&ldquo;, meinte Paula, &bdquo;egal, ob ihr neu baut oder etwas kauft und herrichtet.&ldquo;<br />
&bdquo;Ganz genau&ldquo;, antwortete Marco, &bdquo;deshalb brauchen wir eine Interimslösung, eine möglichst einfache. Und zwar eine hier bei uns, nicht in Columbus, das wäre viel umständlicher.&ldquo;<br />
Das leuchtete allen unmittelbar ein und Paula bot daraufhin an, Penny und ihre Kinder vorübergehend in der Villa Waldenfels unterzubringen. &bdquo;Ich werde ihr das gleich morgen vorschlagen&ldquo;, sagte sie und Marco nickte ihr zustimmend zu.<br />
&bdquo;Und Sandra und ich werden nächste Woche ein Gespräch mit Herrn Halderbeck führen. Wir werden zweigleisig unterwegs sein. Einerseits eine Neuplanung auf der grünen Wiese, andererseits suchen wir ein bestehendes geeignetes Objekt.&ldquo;<br />
&bdquo;Wenn ich einen Vorschlag machen darf&ldquo;, meldete sich Alfred an dieser Stelle, &bdquo;ich würde euch raten, in unsere Stadt zu ziehen. Es wäre einfach effizienter für euch, ihr hättet kürzere Wege, zu Sandras Arbeitsplatz, zum Flughafen und zum Fernbahnanschluss. Und Schulen gibt es reichlich, mehr als bei euch.&ldquo;<br />
Jetzt schaltete sich Sandra ein: &bdquo;Darüber haben wir auch schon kurz gesprochen. Aber dann müsste Marco das Haus aufgeben, in dem er aufgewachsen ist. Er müsste es sogar verkaufen, da wir das Geld brauchen werden.&ldquo;<br />
&bdquo;Das ist ein Trugschluss, Sandra. Selbst wenn ihr in eurer Kleinstadt ein neues Domizil findet, müsste Marco trotzdem verkaufen. Die Finanzsituation ist genau dieselbe.&ldquo;<br />
&bdquo;Da hast du schon Recht, Paula&ldquo;, warf Marco ein, &bdquo;und mit diesem Problem werde ich schon fertig. Kritischer scheint mir, wie sich Gerda und Wolfgang, Sandras Eltern, fühlen werden. Schließlich ist Gerda auch laufend bei unseren Kindern im Einsatz.&ldquo;<br />
Sandra sah ihren Mann an: &bdquo;Manchmal kannst du ja richtig mitfühlend sein, mein Liebling. Das ist doch gar nicht deine Art.&ldquo;<br />
Hildegard hatte bisher schweigend zugehört, jetzt meldete sie sich jedoch erstmals zu Wort: &bdquo;Jetzt tust du Marco aber Unrecht, Sandra. Er hat durchaus seine emotionale Seite.&ldquo;<br />
Das fanden die anderen auch und Sandra tat ihrem Mann Abbitte, indem sie ihn mit zärtlichen kleinen Küssen bedeckte.<br />
&bdquo;Sieh an, sieh an&ldquo;, schmunzelte Alfred, &bdquo;Sandra weiß immer noch genau, wie sie Marco bezirzen muss. Schade, dass sie das bei Heinrich und mir nicht mehr macht.&ldquo;<br />
Da musste Sandra lachen: &bdquo;Du bist unverbesserlich, mein Lieber. Du gibst wohl nie auf.&ldquo;<br />
&bdquo;Du kennst mich doch. Ich kämpfe so lange, bis ich kriege, was ich will&ldquo;, grinste Alfred.<br />
Jetzt schaltete sich Marco ein: &bdquo;Schluss damit! Ihr beide kümmert euch um Helena und meine Frau ist mein Thema, nicht eures, klar?&ldquo;<br />
Alfred schmunzelte immer noch. Dann sagte er versöhnlich zu Marco: &bdquo;Paula hat uns ein wenig von euren Gesprächen mit Frau Doktor Millstedt erzählt. Wir wissen, dass du gut auf deine Frau aufpasst, und das ist voll in Ordnung. Heinrich und ich werden nie etwas tun, was euch beide in Probleme bringt.&ldquo;<br />
Marco lächelte ihn daraufhin an: &bdquo;Das weiß ich, Alfred, ich kenne euch ja seit vielen Jahren. Aber wenn ihr euer loses Mundwerk einsetzt, muss ich eben reagieren. Aber noch einmal zu deinem Vorschlag, in eure Stadt umzuziehen. Er ist nicht von der Hand zu weisen, muss aber wohlüberlegt sein. Wir werden alle Vor- und Nachteile gegeneinander abwägen.&ldquo;<br />
Stille breitete sich nun am Tisch aus. Es war jetzt elf Uhr geworden und rundherum lärmte es noch, etliche Tische und der Tresen waren besetzt.<br />
Marco sah, wie Alfred und Heinrich einander zunickten, dann begann der jüngere Bruder: &bdquo;Wir nehmen an, dass du noch die Finanzierung des Sexclubs auf dem Herzen hast, mein lieber Marco, haben wir Recht?&ldquo;<br />
Ja, das hatten sie. Marco war nach der Rückkehr aus dem Weihnachtsurlaub mit seinem Konzept zuerst zu seinem Schwiegervater marschiert. Wolfgang hatte den Business Plan für gut und aussichtsreich befunden, aber seine Chefs in der Bank hatten abgewunken. Die große Finanzkrise war zwar abgeklungen, aber die Nachwirkungen waren noch spürbar. Kredite waren deutlich schwerer zu erlangen als davor und für solche Clubs fast nicht zu erhalten. Auch zwei andere Banken hatten abgelehnt. Für Marco war das überraschend gewesen, aber eigentlich hatte er von Anfang an gehofft, dass die Brüder Waldenfels helfen könnten.<br />
Marco hatte daraufhin einen kurzen Termin bei ihnen gehabt, hatte ihnen den Business Plan übergeben und ein paar Worte dazu gesagt. Dann hatte er nichts mehr von ihnen gehört. Den März über würde das Ehepaar Zeman noch stillhalten, so war es ausgemacht, aber langsam musste eine Lösung her.<br />
&bdquo;Habt ihr das Konzept angeschaut und darüber nachgedacht?&ldquo;, wollte er wissen.<br />
Alfred sah den Ehemann ihrer ehemaligen Kurtisane, der gleichzeitig der Vater ihres Enkelsohns und Erben war, durchdringend an: &bdquo;Natürlich haben wir das, mein Lieber. Für uns ist alles wichtig, was du uns lieferst. Vergiss&lsquo; nicht, du hast unser Unternehmen mit der Umstrukturierung deutlich profitabler gemacht. Du hast neue Umsatzkanäle erzeugt, Produktlinien gestrafft und einige Dinge getan, die für uns alte Kerle nicht so einsichtig sind, aber Paula schwärmt davon. Und wenn unsere Tochter das sagt, gilt das auch für uns.&ldquo;<br />
Da hakte Paula ein: &bdquo;Was Papa Alfred meint, sind die sozialen Konzepte für unsere Mitarbeiter, die Hildegard übernommen hat. Meine Väter haben da Verständnisprobleme, denn meine Großeltern haben die soziale Komponente, die bei Waldenfels immer wichtig war, noch persönlich wahrgenommen. Aber bei 30.000 Mitarbeitern geht das nicht mehr. Du hast das professionalisiert. Die Ausgewogenheit zwischen dienstlicher und familiärer Zeit, die Möglichkeit, dass Frauen Führungspositionen erlangen können, der medizinische und psychosoziale Dienst, alles trägt deine Handschrift. Die gesamte Belegschaft liebt dich und war traurig, als du dich zurückgezogen hast. Und wenn wir kritische Themen mit der Arbeitnehmervertretung auszutragen haben, holen wir dich, denn mit dir arbeiten sie am besten zusammen.&ldquo;<br />
Noch nie hatte jemand das so deutlich ausgesprochen wie Paula eben. Für Hildegard war das nicht neu, trotzdem imponierte sie die Zusammenfassung ihrer Lebenspartnerin. Helena dagegen blickte etwas ungläubig und wandte sich nach rechts zu Alfred: &bdquo;Ist das wirklich wahr? Hat Marco das alles gemacht?&ldquo;<br />
&bdquo;Erstaunlicherweise ja&ldquo;, erwiderte Alfred, &bdquo;Weltweit alle Mitarbeiter schwören auf ihn. Er verbindet, ich weiß nicht wie, soziales Engagement mit konsequenter unternehmerischer Härte. Im Prinzip hat er uns durch die Finanzkrise geführt. Ein wenig Glück hatte er natürlich auch, dass er mit seiner Prognose richtig lag. Waldenfels hat dank seines Konzepts bereits das letzte Jahr wieder Rekordzahlen geschrieben.&ldquo; Er blickte wieder zu Marco: &bdquo;Also ja, mein Lieber, wir haben über deinen Business Plan nachgedacht und wir haben auch schon eine Lösung dafür.&ldquo;<br />
Manchmal war Marco durchaus aus der Fassung zu bringen. So in diesem Fall, denn mit einer echten Lösung hatte er zu diesem Zeitpunkt noch nicht gerechnet.<br />
Es war aber eine. Marco erfuhr zu seiner nicht gelinden Überraschung, dass Alfred und Heinrich den Sexclub besucht hatten. Sie hatten ein Achtaugengespräch mit Dannika und Slavko Zemann geführt und danach getrennt mit Miriam Gerber und dem Ehepaar Mailin und Hubert Puchner, die von Slavko einbestellt worden waren.<br />
Alfred und Heinrich hatten Marcos Konzept sehr genau studiert und den künftigen Eigentümerinnen intensiv auf den Zahn gefühlt. Persönlich, als Menschen, machten diese einen guten Eindruck auf die Brüder, aber es ging auch um kaufmännisches Hintergrundwissen. Und da gab es sicher noch Nachholbedarf, aber alles in allem gefielen ihnen die angehenden Unternehmerinnen.<br />
&bdquo;Und die beiden waren auch ehrlich mit uns&ldquo;, ergänzte Heinrich, &bdquo;beide haben uns ihre Lebensläufe erzählt, ganz offen. Mailin und Hubert sind ein etwas ungewöhnliches, aber durchaus harmonierendes Paar. Ihre beiden Kinder sind gut erzogen, das sagt viel über die Eltern aus. Und sie haben in ihrem Sexleben klare Regeln, auch das gefällt uns. Miriam hat letztes Jahr ihr Studium der IT-Sicherheit beendet, samt Diplomarbeit, und das neben ihrem Ganztagsjob samt Nächten im Club.&ldquo; Er grinste bei den letzten Worten leicht anzüglich. &bdquo;Sie ist ausgesprochen tüchtig. Könnten wir Miriam nicht in der IT bei Waldenfels gebrauchen, Marco?&ldquo;<br />
&bdquo;Da bin ich ganz sicher&ldquo;, erwiderte dieser schmunzelnd, &bdquo;aber sie hat sich nun mal eine andere Karriere in den Kopf gesetzt. Und dort wird sie ebenso gut sein.&ldquo;<br />
&bdquo;Das glauben wir auch&ldquo;, meinte Alfred. &bdquo;Was uns besonders gefallen hat, keine der beiden hat versucht, uns mit einem sexuellen Angebot herumzukriegen. Das ganze Gespräch lief streng seriös ab. Das spricht absolut für die beiden.&ldquo;<br />
&bdquo;Allerdings haben sie uns nach dem Gespräch durch den Club geführt.&ldquo; Heinrich war nun wieder an der Reihe. &bdquo;Und ich muss schon sagen, der hat es in sich. An sich haben wir ja wenig Erfahrung mit solchen Swingerclubs.&ldquo;<br />
&bdquo;Nicht Swinger-, sondern Sexclub&ldquo;, berichtigte Marco, &bdquo;darauf legt das Ehepaar Zeman besonderen Wert. Wie seid ihr denn verblieben?&ldquo;<br />
&bdquo;Dass wir uns die Sache durch den Kopf gehen lassen und eine Finanzierung prüfen werden. Aber Zusagen haben wir keine gemacht.&ldquo;<br />
Marco wäre bei dem geschilderten Treffen gerne dabei gewesen. Deshalb fühlte er sich schon etwas übergangen, dass die Brüder Waldenfels das Heft in die Hand genommen und ohne ihn zu informieren ein Gespräch mit Mailin und Miriam initiiert hatten. Eigentlich hatte er in diesem Fall keine Aktien im Spiel, aber es hätte seinem Ego schon gestreichelt, weiterhin die Vermittlerrolle spielen zu können.<br />
Wie fast immer, erriet seine Frau seine Gedanken. Sie legte ihre Hand auf seine und ihr Blick schien zu sagen, dass das Allerwichtigste schließlich eine Lösung sei und er immerhin alles eingefädelt habe.<br />
Das stimmte ihn wieder heiter und er fragte die Brüder Waldenfels, wie denn die Lösung nun aussehe.<br />
&bdquo;Das ist ganz einfach&ldquo;, informierte ihn Alfred, &bdquo;wir haben die Bank, die unsere eigenen Gelder verwaltet, quasi gezwungen, den beiden Damen einen Kredit zu geben, soviel, wie ihnen fehlt, und noch etwas darüber hinaus, sozusagen für Unvorhergesehenes. Wir haben uns auf eine Drittelregelung geeinigt, ein Drittel wird mit einer Grundschuld abgesichert, für ein Drittel bürgen wir und das dritte nimmt die Bank als Risiko auf die eigene Kappe. Und die Zinsen liegen deutlich unter dem Markt.&ldquo;<br />
&bdquo;Ich hätte gedacht, ihr gebt den Kredit aus eurem privaten Vermögen, so wie bei Helena und uns.&ldquo;<br />
Heinrich blickte Marco an: &bdquo;Nein, das ist nicht unsere Absicht&ldquo;, sagte er ernsthaft, &bdquo;es ist doch einiges an Unsicherheit dabei und wir wollten das Risiko nicht alleine tragen. Die Bank sollte mit ins Obligo gehen. Außerdem gehören Helena und ihr beide sozusagen zur Familie, da ist es klar, dass wir selbst einspringen, und drittens ist die Höhe des Finanzbedarfs ein ganz anderer Brocken. Dafür hätten unsere verfügbaren Barmittel nicht ausgereicht.&ldquo;<br />
Mittlerweile waren die Gläser leer und die Gruppe löste sich jetzt auf. Leicht angeschlagen waren sie, als sie nun die Treppe zu ihren Suiten hochmarschierten. Da Mitternacht vorbei war, beschlossen Sandra und Marco, in ihre Pyjamas zu schlüpfen und die Tür zum Kinderzimmer nicht zu versperren. Das war vorausschauend gedacht, denn in der Tat kamen die Kinder in den frühen Morgenstunden der Reihe nach zu ihnen.<br />
&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;<br />
Marcos vierzigster Geburtstag am 22. März wurde nicht besonders gefeiert. Er hatte wenig Lust dazu, denn der Tod seines besten Freundes lag noch nicht lange genug zurück. Aber Vorstand und Aufsichtsrat des Waldenfels-Konzerns ließen es sich nicht nehmen, einen Empfang zu organisieren, der nicht groß, aber umso herzlicher ausfiel. Dazu traf Glückwunschpost aus allen Standorten ein. Am Samstag darauf gab es dann eine kleine Feier im Rahmen der Familie, seine Mutter samt Lebenspartner John, seine Schweigereltern, sowie Paula und Hildegard waren da und das Haus platzte aus allen Nähten. Am späteren Nachmittag schalteten sich Penny und ihre Familie per Skype dazu, was zu einem fröhlichen Geplauder aller zehn Kinder führte.<br />
Ostern lag diesmal spät, die Schulferien gingen von Mitte bis Ende April. Sandra und Marco hatten die Entscheidung getroffen, getrennt zu verreisen. Das war ihnen außerordentlich schwergefallen, aber es war zu ertragen, da sie in den Wochen davor alles gemeinsam gemacht und auch viel Sex gehabt hatten, sodass ihre &sbquo;Vorratsspeicher&lsquo; gefüllt waren.<br />
Sandra flog nach Columbus und nahm Alexander und Jonathan mit. Alexander war mittlerweile dreizehn geworden und hatte nicht aufgehört, Penny anzuhimmeln. Der achtjährige Jonathan dagegen wollte unbedingt mit seinem älteren Bruder mitfliegen. Es hatte jedoch einige Zeit gedauert, bis er seine Mutter bewegen konnte, ihre Erlaubnis zu erteilen.<br />
Marco löste das Versprechen ein, das er Heidruns und Henriks Großeltern gegeben hatte. Die beiden Kinder seiner Schwester lebten mittlerweile seit drei Jahren in der Großfamilie Berlinghoff. Sie waren voll integriert und nicht mehr wegzudenken. Marco flog mit ihnen und seinen Töchtern Valentina und Sophia nach Norwegen und sie blieben zehn Tage in Sandnes bei den Großeltern Onsager.<br />
Sandra und Marco hatten dafür gesorgt, dass Heidrun und Henrik mit Oma und Opa regelmäßig telefonierten, meist mit Skype, aber jetzt war das alte Ehepaar restlos glücklich, ihre Enkel nach zwei Jahren wieder persönlich zu sehen. Sie waren deutlich älter geworden und auch nicht mehr gesund, musste Marco mit einer gewissen Besorgnis feststellen.<br />
Zweimal, am Karfreitag und am Ostermontag, besuchten sie alle gemeinsam Ingrids und Lars&lsquo; Grab. Mehr als drei Jahre lag das Begräbnis bereits zurück, trotzdem liefen Lars&lsquo; Eltern die Tränen hinunter. Beide standen dicht vor dem Grab und hatten ihre Enkel vor sich im Arm, die ebenfalls weinten, Henrik vermutlich deshalb, weil er das bei seiner Schwester sah, denn erinnern konnte er sich an seine Eltern nicht, er war bei deren Unfall erst anderthalb gewesen. Heidrun dagegen bewahrte ihre Eltern in ihrem Gedächtnis, oft und oft hatte sie darüber mit Sandra und Marco gesprochen.<br />
Marco stand etwas dahinter, seine beiden Töchter eng an sich gedrückt. Es war kalt wie meist zu Ostern in Norwegen und leichter Schneefall hatte eingesetzt. Die Nasen der Kinder waren gerötet, wegen der Kälte und weil sie ebenfalls weinten. &bdquo;Warum müssen immer alle sterben?&ldquo;, fragte Valentina leise ihren Vater, &bdquo;Tante Ingrid, Onkel Lars und Onkel David?&ldquo;<br />
Eine schwierige Frage, einer Elfjährigen nicht leicht zu beantworten. &bdquo;Sieh&lsquo; mal, meine Süße&ldquo;, flüsterte Marco ebenso, &bdquo;das weiß niemand auf der Welt, nur der Himmel entscheidet das. Aber sie sind bestimmt glücklich, dort, wo sie jetzt sind. Und es sind ja bei Weitem nicht alle, die meisten in unserer Familie sind ja noch da.&ldquo;<br />
Ernsthaft schien sie darüber nachzudenken, während sie ihren Blick hob und Marco mit tränenverschmiertem Gesicht ansah. Der angelte ein Taschentuch aus seiner Hose und trocknete ihre Tränen. Dann küsste er sie auf die Nase. &bdquo;Wichtig ist, mein Liebling, dass wir einander lieben, solange wir uns haben. Wir können nicht wissen, was in der Zukunft geschehen wird, aber die Liebe kann uns niemand nehmen. Wo immer Onkel David jetzt ist, er weiß, dass er unsere Liebe hat, und wir haben immer noch seine. Seine Liebe wird uns bleiben, mein Schatz. Und mit Tante Ingrid und Onkel Lars ist es dasselbe.&ldquo;<br />
Marco erkannte, dass er die richtigen Worte gewählt hatte. Valentinas Tränen versiegten und sie schmiegte sich an ihn, während er sich nun um Sophia kümmerte.<br />
In der folgenden Nacht schliefen Heidrun und Henrik bei ihren Großeltern und Valentina und Sophia kuschelten bei ihrem Vater. Gerade in einem solchen Moment fühlte er ganz deutlich, wie grenzenlos er seine Töchter liebte, sein &sbquo;Papa-Kind&lsquo; und sein &sbquo;Wunschkind&lsquo;, wie er sie nannte, wobei beide Kosenamen eigentlich auf alle beide zutrafen.<br />
Täglich skypten Sandra und Marco miteinander, auf beiden Seiten waren die Kinder natürlich anwesend, ihnen gehörte jeweils die erste Viertelstunde. Dann wurden sie weggeschickt und Sandra, Penny und Marco sprachen noch eine Zeitlang miteinander. Für Marco war natürlich klar, dass seine beiden liebsten Frauen ihren Intimverkehr weiter betrieben, jede Nacht waren sie zusammen, wie sie ihm kurz berichteten, aber nicht immer war Sex möglich, denn manchmal schliefen einige ihrer Kinder bei ihnen. Einzelheiten zu hören, hatte er abgelehnt, seine Sehnsucht wäre zu groß geworden, denn in Norwegen war sexuell natürlich Ebbe für ihn. Er bat Sandra darum, ab und zu ein Video aufzunehmen und erst nach ihrer Rückkehr alles ausführlich zu erzählen.<br />
Das geschah dann auch. Marco konnte sich davon vergewissern, dass Penny wieder aufgeblüht war, und nur das zählte. Der &sbquo;Weibersex&lsquo;, wie er ihn nannte, war schon geil anzusehen. Die Videos waren gut gelungen und machten Marco mächtig an, was sich in gewaltigen Liebesakten entlud.<br />
&bdquo;Ich glaube, unsere Nummern werden immer besser&ldquo;, meldete sich Sandra eines Abends, wohlig schnurrend nach Abklingen ihres dritten Höhepunkts. Dann wurde sie neckisch: &bdquo;Soll ich also immer Sex mit einer Frau haben, bevor wir es treiben, und du schaust zu?&ldquo;<br />
Marco beugte sich über seine Frau und schmunzelte: &bdquo;Darüber kann man sicher reden. Immer muss es nicht sein, aber es ist schon geil, dir und Penny zuzuschauen. Und ich freue mich darauf, zuerst die Frau zu bumsen, mit der du&rsquo;s gerade getrieben hast. Wenn ich nachher noch kann, kriegst du auch noch was ab, aber nur dann, sonst hast du eben Pech gehabt.&ldquo;<br />
Sandra lachte glockenhell: &bdquo;Mein Liebster, du wirst immer besser darin, meine Neckereien zu parieren. Untersteh&lsquo; dich, zuerst mit der anderen zu vögeln. Ich habe immer Vorrang bei dir, kapiert?&ldquo;<br />
&bdquo;Yes, my love, I&lsquo;ve understood&rdquo;, gab Marco klein bei, aber er lachte dabei fröhlich.<br />
Im Prinzip hatten sie gerade in jenem Jahr 2011 eine gute Zeit. Sie waren glücklich in ihrer Ehe, mit ihren Kindern und bei ihren beruflichen Aufgaben. Sie schafften es, genügend Zeit füreinander zu haben, obwohl Marcos Vortrags- und Publikationstätigkeit zunahm und die Planung ihres neuen Zuhauses langsam an Fahrt aufnahm.<br />
Davids Beerdigung lag jetzt schon acht Monate zurück und langsam verblasste der Schmerz in ihrem Inneren. Sie fühlten diesen zwar immer noch, wenn sie an ihren besten Freund zurückdachten, aber er wurde milder und war nun leichter zu verkraften. Und sie freuten sich sehr auf Pennys Umzug, der beim Waldenfels&rsquo;schen Logistikbereich bereits in Planung war. Konstantin Körber, der in Marcos Team zur Bewältigung der Finanzkrise ausgezeichnete Arbeit geleistet hatte, war von Paula und Marco hierfür beauftragt worden.<br />
Andrea Körber, Marcos Sekretärin, hatte sich extra bei ihrem Chef bedankt, dass er ihren Mann so förderte, denn das war natürlich auch mit Gehaltsaufbesserungen verbunden. Über sechs Jahre war es nun her, dass sie Konstantin betrogen hatte, aber sehr glücklich war ihre Ehe nun, ohne den geringsten Schatten, unter den wachsamen Augen der Therapeutin Clara Millstedt, deren Nachsorgetermine sie getreulich wahrnahmen. Vier Jahre war ihr Sohn mittlerweile alt und vor einem knappen Jahr hatte eine Tochter ihre Familie vervollständigt.<br />
&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;<br />
Am 14. Juni war es dann bei Sandra so weit, jetzt wurde sie vierzig. Unmittelbar davor war Pfingsten und das verlängerte Wochenende hatte sie für das nächste &sbquo;Brush-up-Weekend&lsquo; auserkoren. Eigentlich war ein solches im Moment nicht notwendig, denn ihr ehelicher Sex war ausgezeichnet, aber Sandra wollte ihren Mann für drei Tage ganz allein haben. Sie hatte wieder im Erlenhof gebucht und den Ablauf mit Helena Borgmann abgesprochen.<br />
Ganz zart hatte sie bei ihrem Mann zuvor abgefragt, ob sie aus dem Sexclub der Zemans ein Mädchen dazubitten sollte, Miriam vielleicht oder Tereza. Schließlich wäre sie jetzt öfter mit Penny intim gewesen und sie wollte für ihren Mann einen Ausgleich. &bdquo;Denk&lsquo; an die Augenhöhe&ldquo;, hatte sie zu ihm gesagt.<br />
Marco hatte gelacht und geantwortet, dass alles okay sei, er wolle nur sie, seine geliebte Sandra, und besonders beim &sbquo;Brush-up-Weekend&lsquo;. &bdquo;Du bist mein Ein und Alles, also sorg&rsquo; dafür, dass wir es ausgiebig miteinander treiben können&ldquo;, hatte er noch hinzugefügt.<br />
Sandra war zwar ein wenig betreten gewesen, denn sie hatte vor einer Schieflage in ihrer Ehe Angst gehabt, aber Marcos Worte hatten sie beruhigt. Also bereitete sie ihm ein unvergessliches Pfingstwochenende. Laufen, Schwimmen, Fitness und Massagen wechselten sich ab mit purem Sex. Marco ließ sich leiten, er ergab sich willig der Führung seiner Frau. Beide hatten ja gemeinsam schon einige Monate davor ihren Ausdauersport intensiviert und dieses &sbquo;Brush-up-Weekend&rsquo; schloss nahtlos daran an. Ihr Sex war perfekt, sie trieben es im Wald, auf der Liegewiese hinter derselben Baumgruppe, wo sie zehn Jahre zuvor von den Brüdern Waldenfels ein unmoralisches Angebot erhalten hatten, im Massageraum nach ihrer Behandlung, morgens nach dem Schwimmen natürlich und in ihrer Suite.<br />
&bdquo;Weißt du, mein Liebling&ldquo;, sagte Marco am Pfingstsonntag ganz ernsthaft, als sie nach einem Waldlauf gegen fünf Uhr nachmittags in ihr Zimmer zurückgekommen waren und nun, nachdem sie geduscht hatten, engumschlungen und nackt auf dem Bett lagen, &bdquo;du hast alles ganz perfekt arrangiert. Ich liebe unsere Kinder zwar sehr, aber ein Wochenende ohne sie hat doch was. Aber jetzt kommt&rsquo;s. Ich weiß nicht, wie ich es dir sagen soll, aber, hm, übermorgen wirst du vierzig. Du bist dann eine alte Frau und passt nicht mehr zu mir. Ich glaube, ich werde dich eintauschen müssen. Das wird mir zwar sehr leidtun, aber was sein muss, muss sein.&ldquo; Er versuchte, nicht zu grinsen, während er das seiner Frau ganz ernsthaft mitteilte.<br />
Natürlich durchschaute seine empathische Ehefrau seinen Scherz sofort, aber sie spielte mit: &bdquo;So, du willst mich also verlassen, du gemeiner Schuft? Gut, dass ich das jetzt weiß. Da werde ich gleich nächste Woche meinen Anwalt aufsuchen müssen. Aber ehrlich gesagt, ich spüre, dass ein gewisser kleiner Marco nicht ganz deiner Meinung ist, er scheint zumindest eine gewisse Sympathie für mich zu haben. Darf ich eine Abschiedsvorstellung mit ihm machen?&ldquo;<br />
&bdquo;Also gut, wenn du unbedingt willst&ldquo;, antwortete Marco, wobei er den Widerwilligen gab. Er liebte solche Spiele und natürlich liebte er, wie seine Frau sie mitspielte. Wie so oft nahm sie seine Phantasie auf und begann, sie auszuschmücken.<br />
Sandra wurde nach Marcos Erlaubnis sogleich tätig. Sie hatte wenig Mühe, den Pimmel ihres Mannes zum Stehen zu bringen. Dann schwang sie sich auf Marco und ließ sich auf seinen Schwanz nieder. Der glitt problemlos in ihren Lustkanal, der bereits ziemlich feucht war, denn sie war immer noch leicht erregbar und ganz besonders zu Beginn eines Rollenspiels.<br />
Sandra bewegte sich nun auf und ab. Es waren eher kurze und schnelle Bewegungen, die sie ausführte, aber gerade die brachten ihren Mann in Wallung. Er wusste, dass sie ihn in der Hand hatte, in dieser Stellung hatte sie die Kontrolle über ihrer beider Höhepunkte. Genaugenommen war ihm das nicht recht, aber er liebte sie viel zu sehr, um dagegen zu opponieren.<br />
Also ließ er sie gewähren, wie schon so oft in den vielen Jahren ihrer Partnerschaft. Und Sandra dankte es mit ihrer unglaublichen Fähigkeit, ihrem Mann größtmöglichen Genuss zu bereiten. Es dauerte nicht lang und Marco begann zu röcheln. Er fühlte sich großartig, wie seine Frau ihn nun dem Orgasmus entgegentrieb.<br />
Doch plötzlich ließ sie von ihm ab. Unter einem lauten &sbquo;Plopp&lsquo; rutschte sein Pimmel aus ihrer Fotze, während sie von ihm herunterstieg. Vorsperma quoll aus seiner Eichel, während sich sein Schwanz noch etwas zuckend auf seinen Oberschenkel legte.<br />
Vollkommen enttäuscht, denn er war ganz kurz vor seinem Höhepunkt gewesen, blickte Marco zu seiner Frau. Die sah ihn mit blitzenden Augen an, eindeutig war sie in ihrem Element: &bdquo;Du willst mich also verlassen? Wirklich? Dann ist das die Strafe für dich, du untreuer Ehemann.&ldquo;<br />
&bdquo;Du böse Hexe&ldquo;, ächzte Marco, &bdquo;du spielst &sbquo;ruinierter Orgasmus&lsquo; mit mir.&ldquo;<br />
Sandra sah ihren Mann an und strahlte: &bdquo;Aber ja, mein Liebster. Das mache ich so lange, bis du zurücknimmst, was du gesagt hast.&ldquo;<br />
&bdquo;Niemals, du Hexe, niemals&ldquo;, war Marcos entschiedene Antwort.<br />
&bdquo;Na gut&ldquo;, meinte Sandra mit gespieltem Gleichmut, &bdquo;dann machen wir weiter.&ldquo; Wieder genügten wenige Handgriffe, um Marcos Penis startklar zu machen. Erneut schwang Sandra sich auf ihn und trieb ihn in Richtung Entladung. Und aufs Neue brach sie kurz davor ab.<br />
Marco fing an, mürbe zu werden, aber noch wollte er nicht aufgeben. Obwohl sie das Spiel des ruinierten Orgasmus schon lange nicht mehr gespielt hatten, wusste er aus der Erfahrung von früher, wie Sandra dabei vorging.<br />
Den gerade erfolgten Abbruch empfand er jedoch mehr als unangenehm. Das Vorsperma netzte die Eichel und rann den Schaft entlang. Sandra war jetzt mit dem Mund dabei und schleckte alles auf, was sie von dem süßlichen Nektar kriegen konnte. Laut schlürfte sie dabei.<br />
Das erzeugte bei Marco wieder sehr anregende Gefühle, sein Penis wurde bei dieser Behandlung wieder steinhart und genau das schien Sandras Absicht gewesen zu sein. Erneut setzte sie sich auf ihn und führte das Glied in ihre mittlerweile tropfnasse Muschi.<br />
Wieder war für Marco zu erkennen, wie seiner Frau der Ritt gefiel. Sie wurde schneller und schneller und sie hatte sich selbst voll im Griff, sie kam noch nicht.<br />
Ganz anders war es bei Marco, dessen Erregung so gewaltig war, dass er die Erlösung herbeisehnte. &bdquo;Nicht, meine Liebste, nicht wieder aufhören&ldquo;, röchelte er.<br />
&bdquo;Ach Liebling&ldquo;, säuselte Sandra, während sie innehielt und ihn wieder herunterkommen ließ, &bdquo;du weißt genau, was ich hören will.&ldquo;<br />
Marco war nun weichgekocht. Er hatte natürlich von Vornherein gewusst, dass das eintreten würde, aber er hatte das Spiel initiiert und Sandra hatte es zur Vollkommenheit gebracht. Alles würde er sagen, was sie hören wollte, und noch viel mehr. Also gab er zu, einen Blödsinn geredet zu haben. Natürlich würde er sie niemals hergeben und mit vierzig sei sie keineswegs zu alt für ihn. Er liebe sie mehr als alles in seinem Leben, vielleicht ihre Kinder ausgenommen, und immer wolle er mit ihr zusammenbleiben.<br />
&bdquo;Ich liebe dich auch so sehr&ldquo;, war die Antwort seiner Frau, nachdem sie wieder losgelegt hatte, auch schon etwas keuchend. Aber sie hatte noch genügend Reserven. Sie passte ihre eigene Erregung an die ihres Mannes an und sie schaffte es tatsächlich zu einem gemeinsamen Höhepunkt. Der war erfüllend für Sandra, aber Marco machte er völlig fertig. Seine Überreizung durch die ruinierten Orgasmen war doch erheblich gewesen.<br />
Fast eine Stunde hatte das Liebesspiel gedauert und jetzt war Zeit, sich zum Abendessen fertigzumachen. Marco blickte seiner Frau nach, wie sie ins Badezimmer ging, eine wohlgeformte nackte Grazie, die von hinten mit ihren nunmehr vierzig Jahren so gut aussah, dass es Marco gar nicht in den Sinn kommen würde, nach einer anderen Frau Ausschau zu halten, ganz im Gegensatz zu seiner großspurigen Behauptung, mit der er eine Stunde zuvor ihr phantastisches Rollenspiel eingeleitet hatte.</p>
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		<title>Frauentausch und Treuetest</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Mr_Empire]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 01 May 2026 20:07:43 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Liebe Leserinnen und Leser, eine Challenge – clever getarnt als Treuetest. Die „Opfer“: Kristina und Rosi, beste Freundinnen Die „Teilnehmer“: ihre Männer Ralf und Manfred, voller Selbstvertrauen und… sagen wir&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Leserinnen und Leser,<br />
eine Challenge – clever getarnt als Treuetest.<br />
Die „Opfer“: Kristina und Rosi, beste Freundinnen<br />
Die „Teilnehmer“: ihre Männer Ralf und Manfred, voller Selbstvertrauen und… sagen wir mal: kreativer Ideen.<br />
Kann das gut gehen?<br />
Nun ja – finden Sie es selbst heraus.<br />
Viel Vergnügen<br />
Ihr<br />
Mr_Empire</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr />
<p>***** Kaffeeklatsch *****</p>
<p>Rosi und Kristina sind seit der Schulzeit beste Freundinnen – ihre gemeinsame Geschichte reicht weit zurück. Manchmal denkt Rosi zurück an den Tag, an dem Kristina ihr den ersten Liebeskummer weggetröstet hat, mit einer Tüte Gummibärchen im Schulhof. Beide sind inzwischen verheiratet und Mütter. Ihr Ritual, sich regelmäßig auf einen Kaffee zu treffen, hat Bestand: ein Ort, an dem sie sich fallen lassen und über das Leben plaudern. Der Nachmittag beginnt wie so viele – entspannt, vertraut und voller gegenseitiger Offenheit, doch heute mischt sich eine subtile Spannung in die Gemütlichkeit.</p>
<p>Rosi nippt an ihrer Tasse, ihr Blick schweift aus dem Fenster. Ein leichter Wind weht, der sie kurz an einen gemeinsamen Ausflug erinnert, damals, als sie sich im strömenden Regen lachend durch die Straßen schlugen. Sie schaut Kristina nachdenklich an, ihre Finger fahren unbewusst den Rand der Tasse entlang. „Sag mal, läuft es zwischen dir und Ralf eigentlich noch so wie früher?“ fragt sie, die Stimme sanft, aber innerlich ist sie angespannt. Ihr Kopf spielt Szenarien ab: Darf sie das fragen, oder überschreitet sie eine Grenze?</p>
<p>Kristina grinst, legt den Kopf schief – eine typische Geste, wenn sie Ironie durchblitzen lassen will. Doch während sie antwortet, fummelt sie nervös an ihrem Schlüsselanhänger, den sie immer bei sich trägt, seit sie ihn vor Jahren im Italienurlaub gekauft hat. „Natürlich! Hast du etwa den Eindruck, es wäre anders? Oder hast du was gehört? Komm, raus mit der Sprache!“ Innerlich fragt sie sich, ob sie Rosi wirklich alles erzählen möchte – manche Dinge bleiben lieber unausgesprochen. Ein Hauch Unsicherheit zieht durch ihre Mimik, den sie geschickt im Lächeln versteckt.</p>
<p>Rosi winkt ab und lächelt zurückhaltend. „Nein, nein. Es war nur eine Frage. Ich freue mich doch für dich, wenn alles gut läuft.“ Sie fragt sich, ob Kristina wirklich so entspannt ist wie sie tut. Das Gespräch fühlt sich heute weniger leicht an – als würde eine unsichtbare Hand ihre Worte abwägen.</p>
<p>Kristina nimmt einen Schluck Kaffee und sieht Rosi an – ihre Augen blitzen amüsiert, aber auch ein wenig forschend. „Und wie sieht’s bei euch aus?“ hakt sie direkt nach. „Willst du mir etwa was beichten?“ Die Frage klingt spielerisch, doch Kristina spürt ein Prickeln, als hätte sie unbewusst eine Grenze überschritten. Ihr Daumen kreist über den Anhänger, als würde sie sich Mut holen.</p>
<p>Rosi schüttelt den Kopf, ihre Wangen färben sich leicht rosa. „Nein, alles bestens. Manfred hat mir noch keinen Anlass gegeben, das Gegenteil zu glauben.“ Sie spürt, wie die Worte schwerer werden – als müsste sie sich selbst versichern, dass es wirklich so ist. Ein kurzer Zweifel flackert auf: Was, wenn sie etwas übersieht?</p>
<p>Kristina lacht schallend, doch sie schaut Rosi einen Moment länger an, als wolle sie zwischen den Zeilen lesen. „Und im Bett – läuft’s da auch rund bei euch?“ Bei heiklen Themen spielt sie gerne den Clown, um Unsicherheit zu überspielen.</p>
<p>Rosi grinst, fast ein wenig schelmisch. „Da kann ich mich wirklich nicht beschweren.“ Innerlich fühlt sie sich erleichtert, dass sie spontan und ehrlich antworten kann – doch ein kleiner Schatten bleibt: Wie tief darf die Offenheit gehen?</p>
<p>Kristina hebt eine Augenbraue, ihre Finger spielen weiterhin mit dem Schlüsselanhänger. „Das freut mich. Hast du dir eigentlich mal vorgestellt, wie es mit einem anderen Mann wäre?“ Während sie fragt, schiebt sich ein Bild aus der Vergangenheit in ihren Kopf: Wie sie damals auf dem Schulfest zusammen am Feuer saßen und über unerfüllte Wünsche sprachen.</p>
<p>Rosi runzelt die Stirn, denkt kurz nach. Ihr Herz schlägt schneller, als sie innerlich abwägt, wie ehrlich sie sein kann. „Was ist los mit dir heute? Ist Ralf etwa nicht mehr so… enthusiastisch?“ fragt sie, doch ihre Gedanken kreisen um die eigene Fantasie. Darf sie das zugeben?</p>
<p>Kristina lacht laut. „Ralf hat definitiv immer noch Power – keine Sorge. Ich bin nur neugierig, ob du auch mal fremde Gedanken zulässt.“ Ein Hauch Unsicherheit schleicht sich in ihre Stimme: Sie fragt sich, wie weit sie gehen darf mit ihrer Offenheit, ohne Rosi zu verunsichern.</p>
<p>Rosi wird nachdenklich. Ihr Blick wandert zum Fenster, und sie erinnert sich an einen Moment aus der Schulzeit, als sie gemeinsam heimlich über die Lehrer fantasierten. „Sicher gibt es Männer, die ich nicht von der Bettkante stoßen würde. Das geht dir doch genauso, oder?“ Während sie spricht, spürt sie, wie sie mit ihrer Ehrlichkeit ringt – Worte, die sie sonst für sich behält, drängen an die Oberfläche.</p>
<p>Kristina antwortet direkt, aber innerlich überlegt sie kurz, ob sie wirklich alles preisgeben möchte. „Was? Nein, ich liebe nur Ralf. Ich bleibe ihm treu – versprochen!“ Ihr Herz klopft, als sie spürt, dass die Wahrheit komplizierter ist, als sie vorgibt.</p>
<p>Rosi bemerkt die zögernde Antwort nicht. „Ach komm, ich habe ja nicht gesagt, dass du gleich zur Tat schreiten sollst.“ Sie erinnert sich an eine Szene aus ihrer Jugend, als sie Kristina dabei half, eine peinliche Situation zu überspielen – damals war Ehrlichkeit ein Spiel, heute ist sie eine Mutprobe.</p>
<p>Kristina schaut sie ernst an. Ihr Blick ist intensiv, ihre Hand umschließt den Anhänger fester. „Und du? Bist du Manfred treu – auch in Gedanken?“ Während sie fragt, fragt sie sich, was Rosi ihr wohl verschweigt – und ob sie selbst bereit ist, alles zu teilen.</p>
<p>Rosi lächelt leicht, ihre Stimme klingt sanft. Sie nimmt einen tiefen Atemzug, ringt innerlich mit ihrer Ehrlichkeit. „Ich war Manfred nie untreu und habe es auch nicht vor. Aber was in meinem Kopf passiert, bleibt mein Geheimnis.“ Sie spürt, wie sich eine Last von ihr löst, aber gleichzeitig eine neue Unsicherheit aufkommt: Wie reagiert Kristina?</p>
<p>Kristina nickt und ist nun ebenfalls ehrlich. In ihrem Kopf spielt sie Szenarien durch, die sie nie ausgesprochen hat. „Okay, dann gestehe ich auch: Manchmal stelle ich mir vor, wie es mit einem anderen wäre. Aber Ralf bleibt mein Ein und Alles.“ Ein kleines Lächeln huscht über ihr Gesicht, Erleichterung mischt sich mit der Angst, verletzt zu werden.</p>
<p>Rosi wird neugierig, ihre Stimme klingt jetzt wärmer. „Gibt’s da jemanden Speziellen? Irgendeinen Star oder so?“ Während sie fragt, denkt sie daran, wie sie als Teenager Poster von Brad Pitt an die Wand klebte und mit Kristina schwärmte.</p>
<p>Kristina lacht. „Na klar – Brad Pitt, der junge Mel Gibson, Michael Douglas. Die dürfen gerne mal in meinen Gedanken vorbeischauen.“ Sie grinst, dann fügt sie nach einer kurzen Pause hinzu: „Manchmal sind es nicht nur Promis, sondern auch Menschen aus unserem Umfeld, die mich zum Nachdenken bringen. Und bei dir?“</p>
<p>Rosi schmunzelt. Ihr Herz schlägt schneller, als sie ihre Fantasie preisgibt. „Wenn ich einen von denen aus dem Bett stoßen würde, dann sicher nur aus Versehen. Und weitergehen würde es garantiert auf dem Boden – nicht nur bei Stars.“ Während sie spricht, spürt sie, wie die Offenheit neue Nähe schafft.</p>
<p>Kristina wird direkter. Ihr Blick wird forschend, aber ihre Hände umklammern den Schlüsselanhänger etwas fester, als würde sie sich an ihm festhalten. „Gibt es jemanden aus unserem Bekanntenkreis, der dich in Gedanken mal verführen dürfte?“ Während sie fragt, überlegt sie, ob sie wirklich bereit ist, alle Antworten zu hören.</p>
<p>Rosi zögert, ihre Stimme wird leiser. Sie ringt mit ihrer Ehrlichkeit, spürt, wie sich ihr Magen zusammenzieht. „Ja, den gibt es. Wenn ich ehrlich bin – deinen Ralf. Nur in Gedanken natürlich.“</p>
<p>Kristina schaut sie überrascht an, die Hände ruhen still. Sie muss kurz überlegen, ob sie verletzt oder geschmeichelt ist. „Habe ich dich richtig verstanden? Du bist scharf auf meinen Mann?“ Ihr Herz pocht. Ein Moment des Schweigens entsteht, bevor sie ihre Offenheit wiederfindet.</p>
<p>Rosi wird verlegen, ihre Finger spielen nervös am Tassenrand. „Ich bin nicht verrückt nach ihm, aber er ist eben ein gutaussehender Mann. Bist du jetzt böse?“ Sie fragt sich, wie Kristina wohl reagieren wird – und ob sie einen prägenden Moment ihrer Freundschaft gefährdet hat.</p>
<p>Kristina lacht, ein echtes Lachen, das Erleichterung bringt. „Solange das alles nur in deinem Kopf passiert, ist das für mich völlig okay. Eigentlich ist das sogar ein Kompliment – schließlich konnte ich ihn für mich begeistern. Und Manfred ist ja auch nicht von schlechten Eltern, oder?“</p>
<p>Rosi staunt, ihr Herz wird leichter. „Du und Manfred? Hast du dir das auch mal vorgestellt?“ Sie erinnert sich daran, wie sie früher zusammen Fantasien austauschten – heute ist das Spiel erwachsener, aber nicht weniger aufregend.</p>
<p>Kristina sieht kurz verlegen zu Boden, der Schlüsselanhänger gleitet durch ihre Finger. „Ablehnen würde ich ihn nicht – zumindest in Gedanken. Ich hoffe, das stört dich nicht.“</p>
<p>Rosi lacht, ein herzliches, befreiendes Lachen. „Warum sollte es? Solange es nur Fantasie bleibt.“ Sie spürt, wie zwischen ihnen eine neue Ebene von Vertrauen entsteht – Ehrlichkeit, die nicht verletzt, sondern verbindet.</p>
<p>Kristina bekräftigt laut. „Natürlich! Ich bin Ralf treu und bleibe das auch.“ Während sie das sagt, fragt sie sich, wie viel Fantasie in einer Beziehung erlaubt ist – und wie sehr sie selbst darin Freiheit findet.</p>
<p>Rosi nickt. „Dann ist das ja wie mit Brad Pitt – alles nur Gedankenspiel. Manfred würde von mir eine Szene bekommen, wenn er mich wirklich betrügen würde.“</p>
<p>Kristina lächelt erleichtert. „Wäre ein Ausrutscher von Manfred für dich ein Trennungsgrund?“ Während sie fragt, erinnert sie sich an einen Moment, als Rosi ihr damals half, einen Vertrauensbruch in der Klasse zu verarbeiten.</p>
<p>Rosi überlegt ernsthaft – ihre Stirn legt sich in Falten. „Das kann ich nicht pauschal sagen. Hängt von der Situation ab – und von der Person, mit der er mich betrügen würde. Und du? Würdest du Ralf verzeihen?“ In ihrem Kopf spielt sie verschiedene Szenarien durch; die Angst vor einem Verlust ist groß.</p>
<p>Kristina zuckt mit den Schultern, ihre Hände ruhen jetzt still. „Schwer zu sagen. Eigentlich ist Fremdgehen für mich ein No-Go. Aber ich liebe Ralf und unsere Kinder – nach elf Jahren wirft man das nicht einfach weg.“</p>
<p>Rosi nickt. „Bei uns sind es fünfzehn Jahre und Alexis. Wenn einer von uns einen Fehler macht, steht viel auf dem Spiel – davor habe ich wirklich Angst.“ Während sie das sagt, spürt sie, wie ihre Stimme einen leichteren Ton annimmt – weil sie weiß, dass Kristina sie versteht.</p>
<p>Kristina seufzt, ein leiser, aber intensiver Moment. „Dann bleibt uns wohl nur zu träumen. Aber ich bin froh, dass wir so offen darüber gesprochen haben.“</p>
<p>Rosi stimmt ihr zu. „Ja, jetzt gibt es überhaupt kein Geheimnis mehr zwischen uns.“ Ihr Blick wandert zu Kristina, und sie erinnert sich an all die Momente, die sie gemeinsam gemeistert haben – kleine und große Herausforderungen.</p>
<p>Kristina schmunzelt und schaut Rosi direkt an. „Nicht nur das! Jetzt wissen wir, dass wir in Gedanken ab und zu ein kleines Techtelmechtel mit dem Mann der anderen erlauben.“ Ein leichtes Kichern unterstreicht, wie locker das Thema plötzlich geworden ist.</p>
<p>Rosi lacht. „Stimmt. Ich bin gespannt, wie es sich anfühlt, wenn ich weiß, dass du es erlaubst.“ Sie merkt, wie das Gespräch eine neue Freiheit schenkt – ein Spiel mit Gedanken, das die Freundschaft stärkt.</p>
<p>Kristina grinst. „Vielleicht fühlt es sich anders an – mal mit, mal ohne das Wissen, dass du es mir erlaubst. Ich werde berichten!“</p>
<p>Rosi neckt sie: „Jetzt hast du’s ja fast eilig, meinen Mann in deinen Gedanken zu vernaschen.“ Ein Augenzwinkern begleitet ihre Worte – ihre Unsicherheit ist jetzt einer ehrlichen Verbundenheit gewichen.</p>
<p>Kristina lacht. „Keine Sorge – er bleibt auch in meiner Fantasie dein Mann.“ Sie weiß, dass ihre Freundschaft stärker ist als jede Fantasie.</p>
<p>Rosi erwidert lachend: „Gut zu wissen, dass du mir Manfred nicht ausspannen willst – selbst in Gedanken.“</p>
<p>Kristina lächelt. „Ich finde es großartig, dass wir uns so gut verstehen und sogar einen Männertausch in Gedanken zulassen können.“ Ihr Blick ist warm – sie weiß, dass solche Momente ihre Freundschaft einzigartig machen.</p>
<p>Rosi stimmt zu. „Genau – aber wirklich nur in Gedanken!“ Während sie das sagt, fühlt sie sich frei und sicher – die Freundschaft ist ein Ort, an dem Fantasie erlaubt ist, aber Ehrlichkeit die Grenzen setzt.</p>
<p>Da taucht Alexis in der Tür auf und beendet das Thema. Kristina blickt einen Moment liebevoll auf Rosi, bevor sie sich verabschiedet. Sie steigt in ihr Auto, ihre Finger gleiten noch einmal über den Schlüsselanhänger. Der Nachmittag klingt aus, und beide Freundinnen wissen, dass sie in ihrer Fantasie neue Freiheiten gewonnen haben – und ihre Freundschaft dabei noch stärker wurde.</p>
<p>Im nächsten Monat lassen sich die beiden Frauen immer wieder in ihren Fantasien auf den Mann der jeweils anderen ein. Manchmal teilen sie ihrer Freundin vorher per WhatsApp mit einem Grinsen im Gesicht mit: „Heute gehört dein Mann in meinen Gedanken mal wieder mir.“ An anderen Tagen taucht das Kopfkino ganz spontan auf – ohne große Ankündigung, mit einem Hauch von Aufregung. Bei ihren Treffen sprechen sie häufiger darüber, doch diesmal bleibt es nicht nur bei oberflächlichen Schilderungen. Während einer Tasse Kaffee blickt Rosi Kristina an, ein leichtes Kribbeln legt sich in ihren Bauch.</p>
<p>„Weißt du eigentlich, wie oft ich mir vorstelle, wie Manfred mich küsst?“, fragt Rosi leise und lächelt verlegen. Kristina grinst zurück und erwidert: „Und? Was sagt dein Gewissen dazu?“ Ein Moment der Unsicherheit huscht über Rosis Gesicht, bevor sie antwortet: „Ehrlich gesagt… ich genieße es irgendwie. Aber manchmal frage ich mich schon, ob diese Offenheit unsere Freundschaft stärker macht – oder ob ich damit vielleicht zu weit gehe.“ Kristina legt ihr beruhigend die Hand auf den Arm. „Solange wir ehrlich zueinander sind, kann das nur guttun. Unsere Fantasien gehören uns – und unser Vertrauen auch.“</p>
<p>So entstehen zwischen ihnen immer wieder kleine, ehrliche Dialoge, in denen sie ihre Gedanken teilen – mal mit viel Humor, mal mit einem Hauch Selbstzweifel. Sie erzählen einander, wie und wo sie sich den Mann der Freundin vorstellen, von zarten Berührungen bis zu prickelnden Details, und spüren dabei, wie diese Offenheit nicht nur ihre Fantasie beflügelt, sondern auch das Band zwischen ihnen stärkt. nach jedem Gespräch fühlen sie sich verbundener – als hätten sie gemeinsam ein aufregendes Geheimnis entdeckt, das ihr Vertrauen auf eine neue Ebene hebt.</p>
<p>***** Schnapsidee oder geht da was *****</p>
<p>Ralf steht neben Manfred. Die beiden sind schon lange befreundet und verbringen den Abend gemeinsam mit ihren Frauen Kristina und Rosi auf der Einweihungsparty von Stefanie, einer Freundin von Kristina. Die Stimmung ist locker; überall wird gelacht, Musik schwebt durch den Raum und das Licht der Kerzen auf dem Tisch wirft warme Schatten. Beide haben schon das eine oder andere Bier getrunken – aber sie wirken nicht betrunken, sondern angenehm gelöst. Immer wieder stoßen sie mit ihren Flaschen an und beobachten das Treiben um sich herum.</p>
<p>Kristina und Rosi stehen etwa zehn Meter entfernt und unterhalten sich mit Stefanie. Beide wirken zufrieden, lachen viel und blitzen immer wieder zu ihren Männern herüber. Ralf nimmt einen Schluck vom Bier, schaut Manfred an und sagt leise: „Manfred, manchmal frage ich mich echt, wie wir so viel Glück mit unseren Frauen hatten.“ Sein Blick bleibt kurz an Kristina hängen, die gerade herzlich lacht und dabei eine Hand auf Stefanies Arm legt – eine kleine, vertraute Geste, die Ralf besonders mag.</p>
<p>Manfred nickt und erwidert: „Auf jeden Fall. Ich liebe Rosi – und sie liebt mich.“ Für einen Moment schweigt er, die Zufriedenheit ist ihm anzusehen. Er spielt kurz mit dem Flaschenverschluss, während er Rosi beobachtet, die sich elegant durch die Menge bewegt.</p>
<p>„Ich liebe Kristina auch“, meint Ralf und lässt den Blick über sie gleiten. In seinem Inneren denkt er daran, wie Kristina ihn immer wieder zum Lachen bringt – selbst nach all den Jahren. Nach elf Ehejahren und zwei Kindern sieht sie immer noch unglaublich gut aus, findet Ralf. Was er besonders an ihr schätzt, ist ihre Energie und ihr Humor, ihre Art, ihm auch an stressigen Tagen ein Gefühl von Leichtigkeit zu geben. Manchmal fragt er sich, ob sie merkt, wie sehr ihn genau diese kleinen Gesten berühren – das Lächeln, das sie ihm schenkt, wenn er von der Arbeit kommt, oder das Zwinkern, mit dem sie ihn manchmal neckt.</p>
<p>Manfred lächelt. „Da hast du recht. Beide – Kristina und Rosi – sind tolle Frauen. Sie haben sich nach den Geburten nicht gehenlassen und achten immer noch auf sich. Ich glaube, sie machen das auch für uns.“ Während er spricht, schweift sein Blick zu Kristina, die gerade mit einer eleganten Bewegung ihre Haare zurückstreicht.</p>
<p>In diesem Moment drehen die Frauen sich kurz um und schicken ihren Männern einen Luftkuss. Für einen Augenblick scheint es so, als würde Kristina ihren Kuss Manfred und Rosi den ihren Ralf schicken – vielleicht, weil die beiden nebeneinander stehen. Manfred und Ralf grinsen sich an; für einen Moment breitet sich ein Gefühl von Verbundenheit zwischen ihnen aus. Die Musik im Hintergrund wird lauter, jemand ruft ein „Prost“ durch den Raum, und Stefanie wedelt lachend mit einer Serviette.</p>
<p>Die Frauen gehen zum großen Terrassenfenster, wo die letzten Sonnenstrahlen hereinscheinen. Die Sonnenstrahlen betonen ihre schlanken Silhouetten und lassen sie fast wie Engelserscheinungen wirken. Ralf spürt einen kleinen Stich von Stolz, dabei bemerkt er, wie Kristina kurz zu ihm zurückschaut und ihm ein heimliches Lächeln schenkt. Er fühlt sich in diesem Moment angekommen – als hätte das Leben ihm etwas besonders Wertvolles geschenkt.</p>
<p>Manfred schmunzelt und meint halblaut: „Bei dem Anblick weiß ich gar nicht, wen ich heute Nacht lieber neben mir im Bett hätte.“ Er zwinkert Ralf zu, als würde er einen geheimen Witz teilen.</p>
<p>Ralf grinst zurück. „Vergiss es, das ist meine Frau – und sie ist mir absolut treu.“ Er merkt, wie ein wenig Stolz in seiner Stimme mitschwingt und nimmt einen Schluck Bier, während er Kristina beobachtet, die gerade mit Stefanie scherzt.</p>
<p>Manfred winkt ab. „Schon klar, war ja nur ein Gedanke. Ein bisschen träumen darf man doch.“ Währenddessen sieht er, wie Rosi sich von der Gruppe löst und sich ein Glas Wasser einschenkt, bevor sie zu ihm rüberkommt.</p>
<p>Ralf lacht. „Klar, träumen ist erlaubt. Warte kurz, ich muss mal auf die Toilette.“ Er verschwindet Richtung Badezimmer, wackelt dabei leicht mit den Schultern – fast wie ein Tanzschritt. Manfred bleibt am Fenster stehen und beobachtet die Frauen, während draußen ein Windstoß die Blätter an der Scheibe zum Flattern bringt.</p>
<p>Vor der Toilette wartet Ralf, bis das WC frei wird. Die Tür öffnet sich, Rosi steht plötzlich vor ihm. „Verfolgst du mich etwa?“ scherzt sie und zwängt sich wegen der Enge an ihm vorbei. Für einen Moment spürt Ralf ihren Körper dicht an sich und muss unwillkürlich an Manfreds Worte denken. Ihr Parfüm bleibt noch einen Moment in der Luft, und Ralf lächelt, als er daran denkt, wie unkompliziert und charmant Rosi ist.</p>
<p>Als Ralf schließlich im WC verschwindet, sieht Manfred, wie Kristina ihr Kleid zurechtrückt. Kurz spannt sich der Stoff über ihre Oberweite, und Manfred kann sich ein Grinsen nicht verkneifen. Rosi kommt auf dem Rückweg bei ihm vorbei und fragt: „Alles gut bei euch?“</p>
<p>„Klar, alles bestens. Ihr könnt gerne zu uns kommen, wenn ihr wollt“, sagt Manfred und schenkt Rosi ein warmes Lächeln. Die Musik wechselt zu einem ruhigeren Song, und Stefanie zündet eine neue Kerze an, während Rosi zurück zu Kristina geht.</p>
<p>Rosi gibt ihm einen Kuss auf die Wange und lächelt: „Nein, alles gut. Ihr würdet euch nur langweilen – reine Frauengespräche.“ Sie zwinkert, nimmt ihr Glas und geht zurück zu den beiden. Manfred schaut ihr nach, denkt kurz darüber nach, wie viel Vertrauen und Humor ihre Beziehung ausmacht. Er spürt, wie sich eine wohlige Wärme in ihm ausbreitet – eine Mischung aus Zufriedenheit und Dankbarkeit.</p>
<p>Kurz darauf kehrt Ralf mit zwei frischen Bieren zurück. Er reicht eins an Manfred, beide stoßen an. „Irgendwo schade, dass wir so treue Ehefrauen haben“, sagt Ralf und lacht. Manfred muss grinsen; die beiden wissen, dass das Leben mit ihren Frauen nicht immer einfach, aber umso wertvoller ist.</p>
<p>Manfred nickt. „Wäre vielleicht mal spannend – aber wir wissen beide, wie wichtig ihnen Treue ist.“ Ralf stimmt zu: „So bleibt uns halt doch nur das Träumen.“ Für einen Moment herrscht eine vertraute Stille zwischen den beiden; jeder hängt seinen Gedanken nach. In der Ferne klirrt ein Glas, jemand ruft nach Stefanie, und draußen zieht die Nacht langsam über das Haus. Die Atmosphäre bleibt entspannt und vertraut, voller kleiner, stimmungsvoller Details, die den Abend zu etwas Besonderem machen.</p>
<p>Der Alkohol wirkt langsam wie ein Schleier, der sich um ihre Hemmungen legt. Ralf spürt, wie seine Gedanken lauter werden, sein Herz klopft schneller – eine Mischung aus Sehnsucht, Abenteuerlust und einer Spur Schuldgefühl. Er schaut Manfred unverhohlen an, seine Stimme klingt ein wenig rau – nicht nur vom Bier, sondern auch vom Drang, endlich auszusprechen, was ihn umtreibt. Die Fantasie, einmal mit der Frau seines Freundes zu schlafen, ist plötzlich greifbar nah. „Wärst du wirklich bereit, mir deine Rosi für eine heiße Nummer zu überlassen?“ fragt er, und hinter seinem Grinsen verbirgt sich Unsicherheit. Er weiß, dass dies nicht nur eine Provokation ist, sondern auch ein Test – wie weit ist Manfred bereit zu gehen?</p>
<p>Manfred schweigt einen Moment. Sein Blick gleitet zu Rosi, die ihm vertrauter ist als jeder andere Mensch – doch die Vorstellung, sie zu teilen, löst in ihm ein unruhiges Kribbeln aus. Gleichzeitig lockt ihn die Idee, Kristina zu erleben, fasziniert ihn. Sein Herz pocht. Schließlich sieht er Ralf wieder an, versucht, den inneren Tumult zu überspielen. „Also wenn überhaupt, dann nur, wenn ich im Gegenzug mal deine Kristina durchziehen könnte.“ Die Worte klingen selbstbewusst, doch Manfred spürt, wie sie wie eine Welle der Unsicherheit durch ihn rollen. Es ist ein Handel, aber auch ein Risiko – für ihre Freundschaft, für ihre Beziehungen.</p>
<p>Ralf grinst breit, doch diesmal spürt er den Nervenkitzel bis in die Fingerspitzen. Die Angst, vielleicht zu weit zu gehen, vermischt sich mit dem Gefühl, etwas Verbotenes zu wagen. „Also das wäre Ehrensache. Entweder beide oder keiner!“ Sein Ton ist fest, aber in seinem Inneren hallt die Frage nach: Würden sie das wirklich tun? Was würde es mit ihnen machen?</p>
<p>Manfred lässt den Blick noch einmal zu Kristina schweifen. Er fragt sich, wie sie wohl reagieren würde – und ob er es überhaupt übers Herz bringen könnte. Die Idee eines Frauentauschs fühlt sich seltsam aufregend, aber auch gefährlich an. „Hm, Frauentausch sozusagen. Zwar in etwas abgewandelter Form, als die im Fernsehen tauschen. Aber ich könnte damit leben.“ Seine Stimme klingt leise, fast nachdenklich. Die Unsicherheit bleibt. Er weiß, dass diese Gedanken ihren Abend verändern könnten – vielleicht für immer.</p>
<p>„Also, sollen wir ihnen einfach sagen, dass sie heute Nacht die Betten tauschen – und dass wir sie natürlich auch ficken werden?“ meint nun Ralf zu seinem Freund. Ralf blickte Manfred fragend an und spürte, wie ihm die Situation unangenehm wird.</p>
<p>Manfred schüttelt den Kopf: „Nein, das können wir nicht machen. Das wäre viel zu direkt, und keine von beiden würde darauf eingehen. Die würden uns wahrscheinlich fragen, ob wir noch ganz bei Trost sind und sagen, das geht weit über ihren Treueschwur hinaus.“</p>
<p>Ralf überlegt und spricht dann offen aus: „Ich bin froh, dass Kristina mir treu ist und ich mir keine Sorgen machen muss. Aber gerade deshalb stehen wir jetzt vor einem Problem.“ Er schaut Manfred ernst an. Nach kurzem Zögern ergänzt Ralf: „Was hältst du davon, wenn wir uns zu viert treffen – bei euch oder bei uns – und versuchen, die beiden behutsam zu überreden?“</p>
<p>Manfred blickt kurz zur Seite und wirkt nachdenklich. „Mir ist gerade ein anderer Gedanke gekommen“, sagt er, wobei Unsicherheit in seinem Ton mitschwingt.</p>
<p>Ralf lehnt sich neugierig vor und hebt die Augenbrauen. „Ach ja? Was denn für einer? Lass mal hören!“</p>
<p>Manfred spielt nervös mit seinem Bierglas, bevor er fortfährt: „Eigentlich ist das Einzige, was uns von unserem Ziel abhält, die absolute Treue unserer Frauen.“ Er macht eine kurze Pause und schaut Ralf an. „Ich frage mich einfach, ob unsere Frauen wirklich so treu sind, wie wir glauben. Es reizt mich zu wissen, wie sie reagieren würden.“</p>
<p>Ralf runzelt skeptisch die Stirn. „Eine Challenge?“ fragt er und schüttelt leicht den Kopf. „Ich verstehe nicht ganz, was du meinst.“</p>
<p>Manfred lächelt verlegen, die Neugier steht ihm ins Gesicht geschrieben: „Wir könnten unseren Plan vom Frauentausch ausweiten und herausfinden, wie ernst unsere Frauen es wirklich mit der Treue nehmen.“</p>
<p>Ralf schüttelt entschlossen den Kopf und wirft einen kurzen Blick zu Kristina. „Also da brauche ich keinen Test. Kristina wird mich nicht betrügen. Das glaube ich nicht. Zumal nicht mit dem Mann ihrer besten Freundin. Also dir!“</p>
<p>Manfred lehnt sich etwas näher zu Ralf und wirkt für einen Moment nachdenklich. „Klar, das wird uns einiges an Zeit und Mühe kosten. Und wenn es nur einer von uns schafft, dann sollte der andere ihm das nicht übelnehmen, okay?“ Er schaut Ralf direkt an, sein Blick ist fordernd, aber auch etwas unsicher. „Du warst doch früher immer derjenige, der das Unmögliche möglich gemacht hat. Glaubst du, du könntest das heute noch?“</p>
<p>Ralf folgt Manfreds Blick zu Rosi und erinnert sich dabei an den kurzen Moment vor der Toilette – wie sich ihre Brüste an seine Brust gedrückt hatten. Für einen Moment schweigt er, dann schmunzelt er leise. „Okay, abgemacht. Ab morgen sind unsere Frauen Freiwild für den anderen“, sagt er und spürt ein leichtes Kribbeln im Bauch.</p>
<p>„Sehr gut, trotzdem sollten wir noch ein paar Eckpunkte abklären“, meint Manfred, während er einen kurzen Seitenblick zu den Frauen wirft, die offenbar bester Laune sind.</p>
<p>Ralf schaut Manfred neugierig an. „Was meinst du denn? Wie wir sie ins Bett bekommen oder was?“ Dabei grinst er kurz, wirkt aber auch gespannt.</p>
<p>Manfred schüttelt leicht den Kopf. „Nein, das meine ich nicht. In dieser Hinsicht sollte alles erlaubt sein – außer natürlich Gewalt. Es wird keine von beiden zu irgendwas gezwungen, einverstanden?“ Sein Blick wandert kurz zu den Frauen, die sich lachend unterhalten.</p>
<p>„Das sollte selbstverständlich sein, Manfred. Aber worauf willst du wirklich hinaus?“ fragt Ralf und mustert seinen Freund prüfend.</p>
<p>Manfred nickt nachdenklich. „Wir wollen doch wissen, ob sie uns wirklich treu sind – oder ob es einen Weg gibt, ihre Treue zu brechen, stimmt’s?“</p>
<p>„Stimmt“, bestätigt Ralf leise, während er einen Moment in Gedanken versinkt.</p>
<p>Manfred beugt sich vor, seine Stimme wird etwas ernster. „Gut, dann gibt es in diesem Test quasi zwei Phasen!“ Er lässt seinen Blick kurz von den beiden Frauen zu Ralf schweifen.</p>
<p>Ralf runzelt die Stirn, sichtlich irritiert. „Wie zwei Phasen? Ich dachte, einmal verführen und vernaschen reicht aus, um zu wissen, dass sie ihren Treueschwur nicht immer halten können.“ Er schüttelt den Kopf, versteht nicht ganz, worauf Manfred hinauswill.</p>
<p>Manfred muss lachen, nimmt einen Schluck Bier und schaut Ralf dann ernst an. „Da hast du natürlich recht. Aber ich meine den Zustand, in dem sich unsere Frauen dabei befinden.“</p>
<p>Ralf sieht Manfred immer verständnisloser an. Ihm ist klar, dass er nur Bahnhof versteht. „Kofferklauen“, denkt er und schmunzelt innerlich. Gemeinsam gehen sie in die Küche, holen sich ein frisches Bier. Da noch andere Leute dort sind und die Musik leise läuft, können sie nicht ungestört weiterreden. Also kehren sie zurück ins Wohnzimmer und stellen sich absichtlich näher an die Lautsprecherbox, was zwar bedeutet, dass sie sich förmlich anschreien müssen, aber dafür kann niemand ihr Gespräch mithören.</p>
<p>Ralf nutzt eine kurze Pause, um das Gespräch wieder aufzunehmen. „Jetzt sag schon, was meinst du denn nun mit Zustand unserer Frauen?“ fragt er laut, die Musik im Hintergrund übertönend.</p>
<p>Manfred beugt sich zu Ralf und spricht diesmal direkt in sein Ohr. „Es gibt, wie gesagt, zwei Phasen, in denen sich eine Frau befinden kann. In der ersten werden wir vermutlich kaum Chancen haben – aber wir sollten es trotzdem probieren, nur um sicherzugehen. In der zweiten Phase jedoch könnte es leichter werden, unser Ziel zu erreichen.“</p>
<p>Ralf blickt leicht genervt drein. „Mensch, Manfred, jetzt sag doch endlich, was du meinst!“ mahnt er, weil Manfred bisher nur Andeutungen gemacht hat.</p>
<p>Manfred grinst und erklärt geduldig: „Ist doch ganz einfach, Ralf. Frisch geliebt, also mit ausgeglichenem Hormonhaushalt, glaube ich, dass wir keine Chance haben. Aber was ist, wenn wir sie eine Zeit lang nicht rangenommen haben? Wenn der Hormonhaushalt ‚am Boden‘ ist und die beiden, wie man so schön sagt, unterversorgt sind? Die Frage ist, ob sie sich dann auch noch so gut unter Kontrolle halten können.“</p>
<p>Ralf schweigt einen Moment und denkt über Manfreds Worte nach. Schließlich nickt er zustimmend. „Okay, da hast du recht. Das heißt, heute Nacht erleben sie zu Hause noch eine heiße Nacht, damit der Hormonhaushalt ausgeglichen ist. Dann können wir in den ersten Tagen der ersten Phase ihre Treue testen.“</p>
<p>Während Manfred wieder zu ihren Frauen hinübersieht, trifft sein Blick Kristinas. Sie zwinkert ihm zu, als würde sie ahnen, worüber die Männer sprechen – oder sich zumindest auf die anstehende Nacht freuen.</p>
<p>Manfred wendet sich wieder Ralf zu und spricht etwas leiser: „Gut, aber einen Punkt müssen wir noch klären. Die Challenge kann ja nicht unendlich lange gehen! Außerdem können wir die beiden nicht ewig auf Entzug setzen. Oder willst du Kristina nie wieder rannehmen, nur weil ich es vielleicht nicht schaffe?“ Ein Schmunzeln huscht über sein Gesicht.</p>
<p>Ralf schüttelt entschieden den Kopf. „Nein, natürlich nicht. Genauso wenig wie du, nehme ich an. An welchen Zeitraum hast du denn gedacht?“</p>
<p>Manfred überlegt kurz, bevor er antwortet: „Ich denke, wir sollten die Challenge höchstens einen oder zwei Monate laufen lassen. Wenn keiner von uns Erfolg hat, werden wir nicht nur darunter leiden, sondern auch unsere Frauen werden sauer, weil sie nicht wissen, warum wir sie meiden. Im schlimmsten Fall zweifeln sie dann sogar an unserer Liebe.“</p>
<p>Ralf nickt. „Gut, dann sind wir uns einig. Heute Nacht sorgen wir dafür, dass sie keinen Grund zum Fremdgehen haben. Danach sehen wir, ob ein oder zwei Monate Entzug wirklich den körperlichen Zustand über den Verstand siegen lassen!“ Mit einem festen Händedruck besiegeln die beiden Männer ihre Challenge.</p>
<p>Nun wenden sie sich wieder dem Feiern zu, lachen und scherzen mit den anderen. Auch Rosi und Kristina bemerken, dass die Männer jetzt wieder ganz bei der Sache sind. Der Rest des Abends vergeht schnell, und als einige der letzten Gäste machen sich die Vier schließlich gemeinsam auf den Heimweg.</p>
<p>Nachdem sie den Motor ausgeschaltet und das Garagentor per Fernbedienung geschlossen hat, steigt Kristina aus dem Wagen. Gerade als sie die Tür hinter sich zuschlagen will, bemerkt sie, dass Ralf keine Anstalten macht, ihr zu folgen. „Schatz, kommst du?“ fragt sie mit einem leisen Zweifel in der Stimme. Ein nervöses Kribbeln breitet sich in ihrem Bauch aus – die Unsicherheit über Ralfs Verhalten lässt sie für einen Moment zweifeln, ob die Feier ihn vielleicht nicht so sehr begeistert hat wie sie und Rosi.</p>
<p>Da Ralf ihr weder antwortet noch aussteigt, wächst die Angst in ihr. Mit schnellen Schritten eilt sie um die Motorhaube zu seiner Seite. Kristina reißt fast die Tür auf und schaut ihren Schatz an. Langsam dreht Ralf sein Gesicht zu ihr, ihre Blicke treffen sich. Kristina erkennt darin etwas, das sie nur allzu gut kennt – pure Lust, aber auch eine tiefe Verbundenheit, die sie jedes Mal aufs Neue berührt. Sofort lächelt sie ihm zu, streckt ihm ihre Hand entgegen und meint voller Sehnsucht: „Komm, lass uns nach oben gehen. Ich will dich auch!“</p>
<p>Ohne Hast ergreift Ralf mit einem Grinsen ihre Hand und lässt sich von ihr aus dem Wagen helfen. Die Tür schlägt er hinter sich zu, bevor Kristina ihn um den Wagen herumführt. Als sie vor der Motorhaube sind, bleibt Ralf plötzlich stehen, zieht seine überraschte Kristina zu sich und nimmt sie in den Arm. Ihre Lippen finden sich in einem leidenschaftlichen Kuss – ein vertrautes Ritual, das die beiden in ihrer 13-jährigen Beziehung, von denen sie nun schon 11 Jahre verheiratet sind, immer wieder zelebriert haben. Kristina spürt, wie ihre anfängliche Unsicherheit von der Wärme seiner Nähe verdrängt wird und sich in aufregende Erwartung verwandelt.</p>
<p>Leidenschaftlich spielen ihre Zungen miteinander und beide genießen den intensiven Moment. Langsam, fast wie ein sanftes Streicheln, gleitet seine Hand an Kristinas Seite hinab und zieht den dünnen Stoff ihres Kleides immer höher. Kristina spürt, wie die Spannung zwischen ihnen wächst – nicht nur wegen der wilden Leidenschaft ihres Mannes, sondern auch, weil die Gespräche auf der Feier nicht immer jugendfrei waren und sie ohnehin schon angeheizt ist.</p>
<p>Natürlich bemerkt sie dies und obwohl sie gerade noch nach Oben ins Schlafzimmer gehen wollte, weiß sie das die beiden es wohl nicht mehr bis dorthin schaffen werden. Denn nicht nur ihren Mann hier in diesem Moment so wild und leidenschaftlich zu erleben hat sie heiß werden lassen. Nein auch waren die Gespräche eben nicht immer ganz jugendfrei, wodurch ihr Körper eh schon angeheizt war.</p>
<p>Im selben Moment als Kristina seine Hand an der Innenseite ihrer Schenkel fühlt, beendet sie den Kuss. Während sie sich langsam auf die Motorhaube zurücksinken lässt, spreizt sie ihre Beine. So das Ralf nun ganz einfach ihr Kleid hochschieben kann. Ein schelmisches Grinsen umspielt ihre Lippen als sie Ralf – Du Luder – sagen hört.</p>
<p>Kristina spürt, wie ihr Herz schneller schlägt. Ihre Atmung wird flacher, während Ralfs leidenschaftlicher Blick sie wie ein Magnet anzieht. Ein prickelndes Kribbeln breitet sich in ihrem ganzen Körper aus. Gedanken schießen ihr durch den Kopf: „Wie sehr er mich begehrt – und ich ihn.“ Sie will eigentlich nach oben ins Schlafzimmer gehen, doch ihr Instinkt sagt ihr, dass sie es wohl nicht mehr schaffen werden. Es war nicht nur Ralfs wilde Leidenschaft, die sie erregte. Auch die freizügigen Gespräche auf der Feier vorher hatten ihren Körper bereits angeheizt.</p>
<p>Als Kristina seine Hand an der Innenseite ihrer Schenkel fühlt, bricht sie den Kuss ab. Ein leises Zittern geht durch ihren Körper. Langsam lässt sie sich auf die Motorhaube zurücksinken, spürt das heiße Metall unter sich. Sie spreizt die Beine, gibt Ralf bereitwillig Raum, ihr Kleid hochzuschieben. Auf ihren Lippen liegt ein schelmisches Grinsen, als sie Ralf leise „Du Luder“ sagen hört. Für einen Moment fühlt sie sich frei, begehrt und vollkommen lebendig.</p>
<p>„Was ich? Was denkst du denn von mir mein Schatz?“ haucht sie ihm verführerisch zu. Während sie diese Worte sagt, spürt Kristina ein prickelndes Kribbeln in ihrem Bauch. Für einen Moment erinnert sie sich an ihre ersten gemeinsamen Nächte, als alles neu und aufregend war – und wie sehr sie es liebt, ihn immer wieder zu überraschen.</p>
<p>„Läufst du den ganzen Tag ohne Höschen rum!“ meint er zu ihr und schaut sie lüstern an.</p>
<p>„Natürlich. Ich weiß doch wie geil dich das macht!“ Kristina genießt den Moment, in dem sie die Kontrolle hat, und fühlt sich begehrt. Sie denkt daran, wie Ralf immer schon auf solche kleine Spielereien reagiert hat – und wie sie ihm damit das Gefühl gibt, ganz bei ihm zu sein.</p>
<p>„Dafür müsste ich das aber auch dann wissen!“ entgegnet Ralf ihr, während sich sein Daumen auf ihren Kitzler legt und diesen zu Rubbeln beginnt.</p>
<p>„Ah … Wirklich? Wieso bist du denn dann … jetzt so geil?“ stöhnt Kristina auf und blickt ihm dabei tief in die Augen, als ob sie eine Antwort sucht, die ihre eigenen Gefühle erklärt.</p>
<p>„Also nicht deswegen, ansonsten wären wir bestimmt schon viel früher gefahren!“ zischt Ralf und öffnet seine Hose. Schnell ist sein schon zu allen Schandtaten bereiter Freund befreit und freudig erregt schaut Kristina an sich hinab und sieht wie die schöne bläulich gefärbte Eichel sich immer weiter ihrer tropfnassen Möse nähert.</p>
<p>„Ja nimm mich Schatz … nimm was für immer Dir gehört … zeig mir das ich nicht nur dir gehöre, sondern das ich weiß das du mich auch nie wieder abgeben und immer lieben wirst!“ feuert Kristina Ralf an als seine Spitze ihre schon geöffneten unteren Lippen berührt und sich dazwischen zwängt.</p>
<p>„Da brauchst du absolut keine Angst zu haben Schatz. Ich liebe, nein ich bin dir verfallen. Du und deine geile Möse haben mich verzaubert und fest im Griff. Ich kann dich gar nicht mehr aufhören zu lieben!“ antwortet Ralf und versenkt sich bis zur Wurzel in ihr.</p>
<p>Schnell schlingt Kristina ihre Beine um seine Hüften und zieht ihn fest an sich. In diesem Moment spürt sie eine tiefe Verbundenheit zu Ralf – dieses Gefühl, dass sie vollkommen bei ihm angekommen ist. Sie genießt diese erste Vereinigung besonders, weil sie sie jedes Mal daran erinnert, wie sehr sie ihm vertraut und wie nah sie ihm ist. Kristina denkt an die vielen gemeinsamen Momente zurück, in denen sie sich auf diese Weise geliebt haben. Ralf kennt sie nach all den Jahren so gut, dass ihn ihre Reaktion nicht überrascht. Auch er genießt es, wenn sie mit ihren inneren Scheidenmuskeln spielt und damit nicht nur ihn, sondern auch sich selbst auf das Kommende einstimmt. Für beide ist dies wie ein kleines Vorspiel nach dem eigentlichen Vorspiel – auch wenn letzteres heute ausgefallen ist.</p>
<p>Kristina schaut Ralf fest in die Augen, ihr Herz beginnt schneller zu schlagen. Unsicher, aber voller Hoffnung sucht sie in seinem Blick eine Antwort. Ralf bleibt ruhig, weicht ihrem Blick nicht aus und nickt langsam, seine Hand ruht sanft auf ihrem Arm. „Meinst du das wirklich, Schatz?“ fragt sie ihn dann mit leiser Stimme, die ein leichtes Zittern verrät.</p>
<p>„Was? Das deine Möse mich verzaubert hat? Ich könnte auch sagen das ich eh gerade keine Chance hätte mich ihr zu entziehen!“ spielt ihr Ralf ein wenig den verwirrten vor.</p>
<p>Leicht variiert sie den Druck welche ihre Beine auf ihn ausüben. So das er dadurch sie immer wieder für ein paar Millimeter malträtieren kann, während sie ihre Scheidenmuskeln weiterspielen lässt.</p>
<p>Kristina schaut Ralf direkt an, ihre Stimme ist eindringlich und voller Emotionen: „Sag mir, dass ich für dich die Einzige bin – jetzt und für immer. Dass niemand außer mir dich je so fühlen wird!“</p>
<p>Ralf spürt, wie sich sein Herz zusammenzieht. Die Loyalität zu Kristina ist stark, doch die Herausforderung mit Manfred lässt ihn zweifeln. Was soll er tun? Die Gedanken wirbeln in seinem Kopf – er möchte ehrlich bleiben und Kristina nicht verletzen, aber er weiß, dass die Challenge ihn zwingt zu lügen. In diesem Moment wird ihm die schwere Verantwortung bewusst, die auf seinen Schultern lastet.</p>
<p>Kristina blickt ihn mit einer Mischung aus Hoffnung und Angst an. Sie vertraut ihm, doch die Unsicherheit brennt in ihren Augen. Ralf spürt die Verantwortung – er will sie nicht enttäuschen und gleichzeitig die Challenge nicht aufgeben. „Schatz, ich werde dich nie verlassen. Du, ihr seid mein Leben!“ antwortet er schließlich und hofft, dass Kristina nicht weiter darauf eingehen wird.</p>
<hr />
<p>In diesem Moment kommen auch Manfred und Rosi zu Hause an. Anders als bei Ralf und Kristina lassen sich die beiden Zeit; sie gehen gemeinsam ins Schlafzimmer, wo sie sich ausziehen und sich ins Bett legen. Rosi schmiegt sich sofort an Manfred und genießt die Nähe.</p>
<p>Mit sanfter Stimme flüstert Rosi ihm ins Ohr: „Schatz, ich hab richtig Lust auf dich.“ Während sie ihre Hand langsam zu seinem Schritt wandern lässt, sucht sie Nähe und Leidenschaft.</p>
<p>Manfred nimmt ihre Hand und legt sie zurück auf ihren Bauch. „Jetzt nicht, Rosi. Ich bin einfach total platt“, sagt er und versucht, möglichst überzeugend zu wirken. Doch in seinem Inneren tobt ein Konflikt: Obwohl er Rosi begehrenswert findet und sich nach ihr sehnt, zwingt er sich dazu, sie abzuweisen. Der Plan, den er zusammen mit Ralf geschmiedet hat – heute Nacht ihre Frauen zum letzten Mal für eine lange Zeit zu verwöhnen – beschäftigt ihn. Er will die bevorstehende Enthaltsamkeit früh einleiten, auch wenn es ihm schwerfällt. Gleichzeitig möchte er vermeiden, dass Rosi später Verdacht schöpft, weshalb er sie jetzt zurückweist.</p>
<p>Rosi seufzt leise und dreht sich von ihm weg. „Du sagst einfach, du bist müde? Langsam fühle ich mich echt alt, wenn du so wenig Lust auf mich hast“, murmelt sie und spürt Enttäuschung.</p>
<p>„Du würdest dich wundern, wie sehr ich dich begehrenswert finde,“ denkt Manfred heimlich, bleibt aber bei seiner Rolle und spielt weiter den erschöpften und betrunkenen. Kurz checkt er noch sein Handy, bevor er sich zur Seite dreht und bald einschläft.</p>
<p>Rosi bleibt noch lange wach und kann ihre Gedanken nicht abschalten. „Zu müde für mich, aber das Handy geht noch? Außerdem hatte ich gar nicht das Gefühl, dass er heute so viel getrunken hat. Und gefeiert haben er und Ralf auch nicht gerade ausgelassen“, denkt sie und fragt sich, ob Manfred wirklich ehrlich war.</p>
<p>Ihre Gedanken schweifen zurück – nicht nur zum heutigen Abend, sondern auch zu den letzten Monaten. Rosi versucht herauszufinden, ob es schon früher Anzeichen dafür gab, dass sich in ihrer Ehe etwas verändert hat. Schließlich beruhigt sie sich, überzeugt davon, dass sie wohl überreagiert hat, und gleitet in den Schlaf.</p>
<hr />
<p>Mittlerweile steht Kristina mit dem Rücken zu Ralf und stützt sich dabei mit den Händen auf der Motorhaube ab. Lustvoll drückt sie ihr Hinterteil Ralf bei jedem Stoß entgegen. Beide atmen schon schwer. Fühlen den Schweiß am eigenen Körper runterlaufen und kleben.</p>
<p>„Oh Gott, Schatz, was bist du heute ausdauernd!“ stöhnt Rosi, immer noch auf die Motorhaube gebeugt. In Gedanken hofft sie, dass er noch länger durchhalten wird. <em>Ich hoffe wirklich, dass du heute nicht so schnell schlapp machst – sonst bist du gleich wieder eingeschlafen, wie immer, wenn du viel getrunken hast</em>, denkt sie bei sich.</p>
<p>„Als ich dich und Rosi den ganzen Abend gesehen habe, konnte ich kaum an mich halten, Schatz! Ihr habt mich richtig heiß gemacht“, erwidert er ebenso stöhnend und lässt die Leidenschaft in seiner Stimme deutlich spüren.</p>
<p>Kristina hält inne, spürt eine Unsicherheit in sich aufsteigen und blickt Ralf fragend an. Ihr Herz klopft schneller, während sie sich fragt, ob sie ihm gerade genug ist. Mit zitternder Stimme sagt sie: „Mich und Rosi? Bist du etwa gar nicht geil auf mich? Oder denkst du gerade an Rosi? Sag mir ehrlich, was du fühlst.“ Ihre Augen suchen Ralfs Blick, in der Hoffnung, dass er ihre Zweifel zerstreuen kann.</p>
<p>Sofort beißt sich Ralf auf die Zunge. Ein stechender Schmerz breitet sich in seiner Brust aus, als ihm die Tragweite seiner Worte bewusst wird. Unruhe flackert in seinem Inneren auf, und fieberhaft sucht er nach einer plausiblen Antwort – in seinem durch Alkohol vernebelten Verstand. „Nein, natürlich nicht, mein Schatz! Ich wollte nur sagen, dass ihr beide einfach wunderschön und attraktiv ausgesehen habt.“</p>
<p>Kristina zieht die Augenbrauen zusammen und ihre Stimme klingt herausfordernd, während sie ihn fest ansieht: „Du findest eine Frau sexy und willst nicht mit ihr ins Bett?“ Sie stellt ihm die Frage, weil sie spürt, dass seine Gedanken gerade abschweifen – vielleicht zu einer anderen Frau. Er zögert kurz, bevor er antwortet, denn Kristinas direkte Art überrascht ihn und lässt ihn nach den richtigen Worten suchen.</p>
<p>„Äh, wie jetzt, Schatz? Du bist doch mein Ein und Alles – wirklich die Einzige für mich. Das habe ich dir doch eben schon gesagt!“ Ralf hält beim Zustoßen inne und sieht Kristina einen Moment lang unsicher an, als würde er nach den richtigen Worten suchen. Ein kurzer Zweifel blitzt in seinen Augen auf, bevor er weiterspricht.</p>
<p>„Das habe ich auch gehört. Aber willst du mir ehrlich sagen, dass du eine wunderschöne Frau – und Rosi ist wirklich wunderschön und sexy – nicht gerne mal vernaschen würdest?“ hakt Kristina nach. Während sie spricht, spürt sie, wie sich Unsicherheit in ihr breitmacht. Ihre Stimme klingt etwas angespannt, und sie mustert Ralf aufmerksam, auf der Suche nach einer ehrlichen Antwort.</p>
<p>„Schatz? Willst du denn mit anderen Männern mal ins Bett? Ich meine, wenn du meine Erlaubnis hättest. Welche ich mit dieser Frage beziehungsweise Antwort damit nicht automatisch gegeben habe!“ sagt Ralf und Kristina spürt, wie er beim Sprechen zögert. Seine Stimme nimmt einen unsicheren Ton an, was sie kurz nachdenklich macht. Seine Worte wirken wie ein Versuch, seine eigenen Gefühle zu ordnen und gleichzeitig Klarheit zu schaffen.</p>
<p>„Nein, ich bin deine und dir absolut treu. Ich hoffe, du weißt das und glaubst mir auch. Trotzdem kann ich kaum glauben, dass du dir nicht ab und zu bei einer attraktiven Frau vorstellst, wie es wohl mit ihr im Bett wäre“, erklärt sie ruhig weiter. Kristina blickt ihm dabei fest in die Augen, um ihm ihre Ehrlichkeit zu zeigen, während sie sich gleichzeitig fragt, wie er wohl darauf reagieren wird.</p>
<p>„Tust du das denn? Also, wenn du einen anderen Mann siehst und attraktiv findest, stellst du dir vor, wie es mit ihm wäre – und ob er vielleicht sogar besser wäre als ich?“ Wieder hört Kristina in seiner Stimme diese Unsicherheit, die ihn verrät. Sie merkt, wie Ralf innerlich mit seinen eigenen Gedanken ringt und sich bemüht, nicht zu viel preiszugeben.</p>
<p>„Natürlich tue ich das. Aber bisher kam keiner an dich heran. Der eine oder andere war nicht schlecht, doch in meinem Leben gibt es nur eine Liebe – und beim Sex bleibst du immer die Nummer Eins!“ Kristina spürte eine Welle von Nähe und Verlangen, während sie Ralfs Blick auffing. Ihr Herz schlug schneller, und ein Lächeln huschte über ihre Lippen. „Lass uns einfach genießen, ich will nicht diskutieren. Ich möchte nur fühlen, dass es dir genauso geht wie mir.“ Sie beginnt sich wieder ruhig und leicht auf seinem Mast zu bewegen, dreht dabei den Kopf nach vorn und schmunzelt verschwitzt vor sich hin.</p>
<p>Ralf merkt, dass Kristina das Thema beendet hat, und lässt es für den Moment ruhen. Auch er möchte sich ganz der Lust hingeben, denn falls er weiter diskutiert, könnte das stimmungsvolle Zusammensein abrupt enden. Mit einem Lächeln packt er sie bei den Hüften und übernimmt das aufspießen für sie. Dabei genießt er die Intensität des Moments und fühlt sich ihr so nah wie selten zuvor.</p>
<p>„Ja fick mich … fick mich in meinen geilen Arsch. Ich will, ich brauche es so hart von dir!“ feuert Kristina ihn an.</p>
<p>„Du bist ein so geiles Stück … und ich gebe dir was du brauchst!“ erwidert Ralf und verstärkt seinen Rhythmus.</p>
<p>Ihr Atem geht immer abgehackter, was ein untrügliches Zeichen dafür ist, dass sie kurz davor steht, den nächsten Höhepunkt zu erreichen. Nach ein paar weiteren kräftigen Stößen ist es dann auch soweit. Ihr ganzer Körper beginnt erst zu vibrieren. Ein wildes Wechselspiel aus Sehnsucht, Erregung und Befreiung durchströmt sie und lässt Kristina alles um sich herum vergessen. Dabei nimmt sie keinerlei Rücksicht auf Uhrzeit oder ihre Kinder – ihre Lust bricht sich lautstark Bahn und hallt kraftvoll durch die Stille der Nacht und die Garage. Die Atmosphäre verstärkt jede ihrer Bewegungen: Die kühle Luft, die auf ihrer erhitzten Haut prickelt, und die Stille, die jeden ihrer Laute noch intensiver erscheinen lässt. Sollte jemand sie hören, dann soll diese Person erfahren, welch starke Emotionen und wie intensive Leidenschaft gerade in Kristinas Körper toben.</p>
<p>Auch wenn sich sein Schatz unter und vor ihm in Ektase windet, verringert Ralf nicht sein tun und verlängert nicht nur dadurch, nein er verstärkt ihren Orgasmus sogar noch. So sehr, dass sich Kristinas mit einem Mal total verkrampft und sie sich zitternd auf die Motorhaube sinken lassen muss. Normalerweise würde sie sich sicher durch der Kälte der Motorhaube erschrecken, aber ihr Körper ist so aufgeheizt das es eine Wohltat ist. Kristina spürt, wie die Hitze ihres Körpers ihre Sinne betäubt und sie alles um sich herum vergisst</p>
<p>Allerdings muss Ralf nun sein Tun doch einstellen, so verkrampft hat sich auch Kristinas Rosette. Keine Chance mehr, sie weiter zu malträtieren, ohne ihr oder sich selbst dabei Schmerzen zuzufügen. Deshalb beugt er sich vor und legt seinen Oberkörper auf ihren Rücken. Deutlich kann Kristina sein Herz pochen spüren, und sie genießt den Moment, während sie das beruhigende Pochen seines Herzens und die Wärme seines Körpers auf ihrem Rücken empfindet. Das langsam abklingende Gefühl des Orgasmus vermischt sich mit der tiefen Nähe, die zwischen ihnen entsteht, und lässt für Kristina die emotionale Verbindung noch intensiver wirken.</p>
<p>Dann entspannt sich ihr Körper wieder. Ralfs warmer, keuchender Atem streicht prickelnd über Kristinas Nacken und lässt sie erschauern. Für einen Moment genießt sie das intensive Gefühl, das sich wie ein elektrisches Kribbeln in ihrem Inneren ausbreitet. Sie greift hinter sich, schiebt ihren Schatz sachte von sich weg und dreht sich dann wieder zu ihm um. Die beiden schauen sich tief in die Augen, und Kristina spürt ein Kribbeln in ihrem Inneren, als sie die pure Lust in seinen Augen erkennt. Ihr Herz schlägt schneller, während sich ein Gefühl von Nähe und Verlangen zwischen ihnen aufbaut. Langsam geht sie vor ihm in die Knie, wobei sie zu ihm hinaufschaut und den Blickkontakt nicht abreißen lässt. Der Moment ist erfüllt von einer intensiven Spannung, die beide spüren und genießen.</p>
<p>„Komm Schatz fick meine Titten. fick die beiden, bis du kommst und mir deine Soße nur so um die Ohren und auf die Titten schleuderst!“ haucht sie ihm entgegen.</p>
<p>„Nachher vielleicht Schatz, aber zuerst will ich noch einmal in deine heiße Möse eintauchen!“ raunt Ralf jedoch zurück.</p>
<p>„Tut mir leid, mein Schatz, aber ich bin am Ende meiner Kräfte. Noch einmal so überwältigt zu werden wie gerade, das würde ich heute wohl nicht mehr verkraften – du bringst mich einfach völlig aus dem Gleichgewicht.“ Ein sanftes, erschöpftes Lächeln huscht über ihr Gesicht, während sie zu ihm aufschaut.</p>
<p>Ralf würde sie gerne weiter bis kurz vor dem nächsten Höhepunkt lieben, doch er kennt seinen Schatz gut und weiß, dass sie ihm nichts vormacht. Als er in ihr Gesicht blickt, spürt er die tiefe Zufriedenheit in ihrem Blick und fühlt, wie ihn ein intensives Gefühl von Stolz und Nähe durchströmt. In diesem Moment wird ihm bewusst, dass er sie wirklich bis an ihre Grenzen gebracht hat, und die emotionale Verbindung zwischen ihnen scheint noch stärker als zuvor. So tritt er einen Schritt auf sie zu und bettet seinen Riemen im Tal ihrer Brüste. Mit einem breiten Grinsen drückt Kristina ihre Babys zusammen und bewegt ihren Oberkörper auf und nieder.</p>
<p>Nach ein paar Minuten bemerkt Ralf das trügerische Ziehen in seinem Sack. Sofort legt er seine Hände auf die von Kristina und verstärkt somit das zusammendrücken der beiden weichen Rundungen, zwischen denen er da gerade steckt. Nach zwei, drei weiteren Stößen explodiert dann sein Pint förmlich und spritzt sein Sperma Oben zwischen dem Tal in die Höhe. Klatscht dabei gegen ihr Kinn und tropft von dort zurück auf ihre Brüste.</p>
<p>Bevor die Quelle endgültig versiegt, schleudert Ralf vier kräftige Schübe durch die Luft. Erschöpft lässt er von Kristina ab, tritt zwei Schritte zurück und betrachtet sie voller Bewunderung. Kristina massiert den Saft des Lebens genüsslich auf ihre Brüste und wirft Ralf dabei einen zufriedenen Blick zu. Ralf atmet schwer, während die Stille im Raum die Intimität des Moments unterstreicht. Die Atmosphäre ist von einem Gefühl tiefer Nähe und verborgener Leidenschaft erfüllt, das diesen Augenblick noch eindrucksvoller wirken lässt. Der Anblick versetzt Ralf einen regelrechten Energieschub – er spürt sofort, wie sich neues Leben in ihm regt. Mit einem sanften Lächeln und einem Hauch von Humor dreht er sich zu Kristina um: „Schatz, so wie du gerade aussiehst, fällt es mir wirklich schwer, einfach nur schlafen zu gehen. Lass uns lieber nach oben gehen und uns ausruhen, bevor ich doch noch einmal nicht widerstehen kann.“ Seine Stimme klingt liebevoll und ehrlich, wodurch die Nähe zwischen ihnen deutlich spürbar wird.</p>
<p>Kristina springt schnell auf und eilt an Ralf vorbei nach oben. Dabei kann sie es nicht lassen, Ralf noch ein wenig zu necken und wackelt verführerisch mit ihrem Hintern beim Gehen. Vor dem Bett lassen die beiden ihre Kleidung einfach auf den Boden fallen und legen sich gemeinsam unter die Bettdecke. Kristina schmiegt sich eng an seine Seite, dabei presst sich ihre Brust fest an ihn.</p>
<p>Ralf spürt, wie sein Herz schneller schlägt, als Kristina sich an ihn schmiegt. Die Versuchung ist groß, doch er ringt mit sich, ihre Grenzen zu respektieren. Das macht ihn heiß, und er muss sich beherrschen, nicht noch einmal über sie herzufallen und sich einfach zu nehmen, was ihm gehört, wie Kristina es zuvor angedeutet hatte. Während Kristina schnell einschläft, liegt Ralf noch einige Zeit wach und lässt den Abend Revue passieren.</p>
<p>Ralf fragt sich, ob sie die Challenge wirklich durchziehen können oder ob er, nachdem sie ausgeschlafen und wieder nüchtern sind, besser noch einmal mit Manfred sprechen sollte. Die Unsicherheit lässt ihn nicht los, bis er schließlich einschläft.</p>
<hr />
<p>Ein paar Stunden später meldet sich das Handy von Manfred. Manfred greift schnell nach seinem Handy, findet es und schaltet den Wecker aus. Diesen hatte er noch kurz vor dem Schlafengehen gestellt, obwohl er seinen Rausch gerne noch etwas länger ausgeschlafen hätte. Während er das Handy weglegt, spürt er die Müdigkeit in seinen Gliedern, doch die Vorfreude auf seinen Plan lässt ihn nicht wieder einschlafen. Müde dreht er sich zu seiner Frau um und sieht, wie sie ruhig unter ihrer Decke liegt und schläft. Er möchte, dass Rosi in dem Moment, in dem die Challenge beginnt, vollkommen erfüllt ist und ihr Hormonhaushalt nicht durch die Zeit des Schlafens abgebaut wurde.</p>
<p>Dabei kommt Manfred nicht drumherum, sich wieder einmal eingestehen zu müssen, wie reizvoll seine Frau ist. Selbst jetzt umrahmen die vom Schlaf zerwühlten Haare ihr anmutiges Gesicht und lassen dieses fast noch schöner erscheinen. Nach und nach kann er mehr von dem schlanken Körper seiner Frau erkennen, der an genau den richtigen Stellen mit prallen Rundungen zu locken weiß.</p>
<p>Am Ende lässt er die Decke einfach am Fußende vom Bett rutschen. Sein Blick gleitet von ihren Füßen, die schlanken Beine hinauf und verfängt sich in ihrem leicht geöffneten Schritt. Ein Kribbeln breitet sich in ihm aus, während sein Blick langsam ihren Körper erkundet. Selbst jetzt obwohl es noch nicht all zu hell ist, kann er ihre Schamlippen leicht erkennen. Manfred greift sanft ihre Knöchel und zieht ihre Beine vorsichtig auseinander. Dabei bewegt er sich ruhig und achtet darauf, die Matratze möglichst wenig zu erschüttern, bis er auf Höhe ihrer Knie angekommen ist.</p>
<p>Mit sanften Händen umfasst Manfred Kristinas linkes Knie und zieht ihr Bein behutsam zu sich heran. In diesem Moment spürt er die Spannung in der Luft und das erwartungsvolle Kribbeln, das beide durchströmt. Ihr Epizentrum der Lust liegt jetzt offen vor ihm, und Manfred nimmt sich einen Moment, um den Anblick zu genießen und ihre Schönheit wertzuschätzen. Er gleitet vorsichtig zwischen ihre Beine, kniet sich näher zu ihr und lässt seinen Kopf langsam in Richtung von Rosis Herrlichkeit sinken. Dabei merkt er, wie sein Herz schneller schlägt und seine Gedanken sich nur noch um Kristina drehen. Mit seiner Zunge streicht er sanft von unten über ihre empfindliche Haut, spürt, wie sie leicht erzittert. Bis hinauf zu ihrem Venushügel, den er schließlich liebevoll mit einem zarten Kuss bedenkt.</p>
<p>Langsam senkte er sich wieder zu ihr hinab, als folge er einem leisen Ruf, der nur in der Stille der Nacht hörbar war. Zwischen ihren Schenkeln öffnete sich jene weiche, warme Zone, die ihm vertraut war wie der Atem seiner Frau. Seine Lippen fanden sie mit einer Zärtlichkeit, die zugleich suchend und sicher war, und seine Zunge glitt voran wie ein tastender Gedanke, der sich seinen Weg in ihr Inneres bahnte. Kristinas Sinne öffnen sich wie Blüten im Morgengrauen; ein prickelndes Gefühl breitete sich wellenförmig von ihrem Schritt bis in ihre Fingerspitzen aus. Obwohl sie noch schläft, reagiert ihr Körper schon auf Manfreds Liebkosungen.</p>
<p>Er legt seinen Mund fester an sie, nicht fordernd, sondern mit einer geduldigen Hingabe, die sich Schicht für Schicht vertieft. Jede seiner Bewegungen ist ein stilles Gespräch, ein Wecken ohne Worte. Und während Rosi noch im Schlaf ruht, beginnt in ihr ein kaum wahrnehmbares Beben aufzusteigen — ein erstes, warmes Aufflackern von Leben, das sich langsam durch ihr Becken ausbreitet, als würde ihr Körper sich erinnern, noch bevor ihr Geist erwachte.</p>
<p>Mit einem wohligen Gefühl erwacht Rosi, als sich der Nebel des Schlafs langsam aus ihrem Verstand löst. Ein prickelndes Verlangen breitet sich wie eine sanfte, sich steigernde Welle von ihrem Innersten aus und erfasst ihren ganzen Körper. Jeder Nerv scheint elektrisiert, ihre Haut wird von einer feinen Gänsehaut überzogen. Ihr erster Gedanke – noch mit geschlossenen Augen – ist, dass sie einen sehr erotischen, geradezu heißen Traum gehabt haben muss. Sie genießt die Wärme, die von tief innen nach außen strömt, und spürt, wie der Nachhall dieser intensiven Empfindungen wie flüssiges Feuer durch ihre Glieder fließt. Für einen Moment verliert sie sich ganz in der wohltuenden Schwere, während der Duft der Nacht und das leise Rascheln der Bettdecke ihre Sinne umschmeicheln.</p>
<p>Schon kurz darauf merkt sie, dass dieses Strahlen nicht abklingt, sondern sich mit jeder Sekunde intensiviert – beinahe unwirklich, da sie doch längst aus dem Traum erwacht ist. Sie kann sich an die Einzelheiten des Traums nicht erinnern, doch das Gefühl bleibt lebendig und fordernd. Noch halb benommen, mit pochendem Herzen und warmer Röte auf den Wangen, öffnet sie langsam die Augen und blickt neugierig an sich hinunter. Mit überraschtem Staunen nimmt sie wahr, wie der Kopf ihres Mannes sich hingebungsvoll an ihrem Heiligtum festgesaugt hat, seine Zunge federleicht und dennoch bestimmt über ihr empfindsamstes Zentrum gleitet. Ein mächtiger Schauer aus Lust und Verlangen durchströmt sie – sie spürt förmlich, wie ihre Sinne mit jeder Berührung erwachen und die Realität den Traum mühelos in den Schatten stellt. Der Geschmack von Morgenluft, das sanfte Streicheln seiner Haare an ihren Oberschenkeln und das pochende Pulsieren ihres Herzens verschmelzen zu einem überwältigenden Moment vollständigen Erlebens.</p>
<p>Rosi fährt mit einem warmen, überraschten Laut aus dem Schlaf, ihr Herz pocht wild vor Erwartung, während ein halb ersticktes Lachen, halb ein Stöhnen über ihre Lippen kommt. Das sanfte Morgenlicht streichelt ihre Haut, und sie spürt, wie das zarte Aroma von Schlaf und frischer Luft ihre Sinne umschmeichelt. „Was für eine wunderbare Art, geweckt zu werden …“ haucht sie, ihre Stimme vibrierend vor Lust und Staunen. Die Wärme Manfreds ist wie ein Strom, der durch sie hindurchfließt; ihre Hände gleiten in sein Haar, ziehen seinen Kopf näher zu sich – ein wortloses Drängen, in dem all ihr Verlangen und ihre Sehnsucht mitschwingen. In diesem Moment fühlt sie sich vollkommen geborgen und gleichzeitig elektrisiert, ihre Gedanken fliegen zwischen Traum und Wirklichkeit.</p>
<p>Die Minuten dehnen sich, werden zu einem weichen, vibrierenden Strom zwischen ihnen, der durch den Raum fließt – wie eine Melodie, die nur sie hören können. Rosi fühlt sich, als würde ihr Körper in einer Welle aus Nähe und Hingabe schweben; jeder Atemzug, jeder Blick, jede Berührung ist voller Sehnsucht. Ihr Innerstes pulsiert, und sie genießt das Spiel aus Licht und Schatten, das über ihre Haut tanzt. Schließlich, als Manfreds Präsenz fast unerträglich intensiv wird, zieht sie scharf die Luft ein. „Komm zu mir“, murmelt sie heiser, ihre Stimme getränkt von Verlangen, „ich will dich spüren … auch mit meinem Mund.“ In diesem Moment ist ihr Verlangen so klar und kraftvoll, dass sie alles um sich herum vergisst – sie will ihn, will ihn vollständig in sich aufnehmen, als ob beide für einen Herzschlag miteinander verschmelzen.</p>
<p>Manfred zögert keinen Augenblick. Sein Herz schlägt rasend, und seine Gedanken sind ganz auf Rosi gerichtet – jede Unsicherheit weicht dem Wunsch, ihr nahe zu sein. Wenige Atemzüge später sind sie ineinander verschlungen; Körper über Körper, ein Kreis aus Geben und Nehmen. Das Licht des Morgens flutet den Raum, lässt ihre Haut golden schimmern und verstärkt das Gefühl, dass sie in ihrem eigenen Universum aus Nähe und Verlangen existieren. Sein Schwanz schwebt über ihr, und doch liegt darin nichts Bedrohliches – nur Erwartung, Wärme und eine tiefe Vertrautheit. Manfred spürt, wie jeder Kontakt mit Rosi ihn elektrisiert, wie ihre Blicke sich wie unsichtbare Fäden miteinander verweben. Es ist ein Tanz, ein vertrautes Spiel, das beide kennen und lieben. Seine Gedanken kreisen um ihre Schönheit und das unsagbare Glück, sie ganz bei sich zu haben.</p>
<p>Rosi hebt den Kopf leicht, sucht ihn, sucht die Wärme die von seiner Männlichkeit ausgeht, und in ihren Augen liegt ein Funken von Liebe, der alles andere überstrahlt. Schon die erste flüchtige Berührung löst in Manfred ein leises Aufstöhnen aus, gefüllt mit einer Mischung aus Verwunderung und Hingabe. Ihre Hände gleiten an seine Hüften, führen ihn, laden ihn ein, und ihre Finger hinterlassen ein brennendes Echo auf seiner Haut. Ihre Lippen umschließen ihn mit einer Mischung aus Zärtlichkeit und Hunger, während er sich gleichzeitig tiefer zu ihr hinabbewegt, seinen eigenen Rhythmus findet – ein Rhythmus, der genau auf ihr Herz abgestimmt ist. In seinen Gedanken vermischen sich Erinnerungen und Zukunftsträume, während Rosi in diesem Moment alles für ihn ist. Zwischen ihnen entsteht ein Wechselspiel aus Atem, Bewegung und Hingabe; mal sanft, mal drängender, als würden sie sich gegenseitig in eine gemeinsame Welle hineinziehen, die sich stetig steigert – ein Ineinanderfließen, ein gegenseitiges Erwecken, das mehr sagt als Worte es je könnten. Das Licht, der Duft, das Gefühl ihrer Haut – alles wird Teil eines poetischen Tanzes, der ihre Verbindung stärker und greifbarer macht als je zuvor.</p>
<p>In diesem Moment sind ihre Gedanken und Gefühle wie zwei Ströme, die sich tief miteinander vereinen: Manfred spürt in jeder Berührung die Dankbarkeit und das Vertrauen, die Rosi ihm schenkt, während Rosi in Manfreds Armen das Gefühl hat, endlich angekommen zu sein – geborgen und entfesselt zugleich. Gemeinsam tauchen sie ein in den Morgen, in das Licht, den Duft, die Wärme, und lassen sich von ihrer Leidenschaft immer weiter treiben.</p>
<p>Mit jedem Moment intensiviert sich ihr Zusammenspiel: Ihre Körper vibrieren vor Erwartung. Rosi spürt, wie sich das lustvolle Beben in ihr immer weiter aufbaut, doch sie hält ihren Höhepunkt zurück, genießt stattdessen jeden Augenblick, bis Manfreds Körper ihr signalisiert, dass auch er kurz davor ist. Die beiden stimmen sich wortlos ab sodass sie schließlich gemeinsam dem erlösenden Höhepunkt entgegensteuern.</p>
<p>Erst in dem Moment, als Kristina spürt und Manfreds Liebessahne auf ihrer Zunge schmeckt, lässt auch sie sich fallen. So das sie gemeinsam ihren Höhepunkt erleben und genießen. Ihre Gedanken fragt sie sich, welche Welle sie weiter hin fortträgt. Das Gefühl wie ihre Zunge in seiner Sahen schwimmt oder wie ihr Verstand auf den Wellen ihres Orgasmus dahingleitet. Doch dies stört sie überhaupt nicht. Im Gegenteil jeden Schub Sahne, jeden Ritt auf einer Welle genießt sie über alles.</p>
<p>Am Ende lässt sich Manfred zur Seite von ihr wegfallen, das Bett knarrt leise und die kühle Morgenluft streicht durch das offene Fenster. Für einen Moment liegt er einfach da, spürt, wie sein Herz wild in seiner Brust pocht, während sich ein zufriedenes Lächeln auf seinem Gesicht ausbreitet. Noch immer riecht er den unverwechselbaren Duft nach Haut, Liebe und frischer Bettwäsche, der die Luft erfüllt. Rosi erholt sich schneller als er; sie betrachtet ihn mit einem Blick, der vor Glück und Zuneigung leuchtet. Ihre Augen glänzen, ihre Wangen sind gerötet, und für einen Augenblick scheint die Zeit stillzustehen. „Wow, das war atemberaubend, Schatz. Ich liebe dich!“, flüstert sie mit leiser, voller Stimme, während draußen die Vögel zwitschern und das sanfte Rascheln der Blätter die Stille begleitet.</p>
<p>„Ich liebe dich auch!“ erwidert Manfred und schaut ebenfalls zu ihr. Ihre Blicke finden und verhaken sich ineinander. Ein warmes Kribbeln breitet sich in Rosi aus, als ihre Augen Manfreds treffen und sie die Nähe zu ihm spürt. Für einen Moment scheint die Welt außerhalb des Bettes zu verschwinden, und in diesem Blick liegt ein tiefes Gefühl von Geborgenheit und Verlangen.</p>
<p>Rosi streicht sanft über Manfreds Arm und lehnt sich näher zu ihm. Mit einem verführerischen Lächeln im Gesicht meint sie: „So darfst du mich gerne öfters wecken und dann auch richtig geil rannehmen!“ Ihre Stimme ist weich und voller Lust, ihr Blick bleibt fest auf Manfred gerichtet und die morgendliche Wärme fließt zwischen ihnen hin und her.</p>
<p>„Wie erst beim nächsten Wecken?“ will Manfred wissen, seine Augen funkeln neugierig und er beobachtet jede Regung auf ihrem Gesicht, während sich seine Hand sanft auf ihre Taille legt.</p>
<p>„Hm, wenn du das gerade wirklich so verstanden hast, dann kann ich ja jetzt beruhigt aufstehen und das Frühstück vorbereiten!“ meint Rosi, ein verschmitztes Grinsen auf den Lippen, und schwingt ein Bein aus dem Bett. Die kühle Luft streichelt ihre Haut, während sie sich langsam auf die Matratze setzt und die Atmosphäre im Raum aufgeladen bleibt.</p>
<p>„Gut, mach das. Du brauchst dich allerdings nicht zu beeilen, denn dadurch muss ich dann erst noch einmal selbst Hand anlegen!“ erwidert Manfred und legt sich entspannt aufs Bett, seine Augen folgen Rosi voller Sehnsucht und ein amüsiertes Lächeln umspielt seine Lippen.</p>
<p>Rosi sitzt aufrecht auf der Matratze. Ihre Beine baumeln schon kurz über den Boden, als sie ihren Kopf noch einmal zu ihm umdreht und ihr Blick auf seinen schon wieder steil empor zeigenden Pint fällt. Ein freches Funkeln blitzt in ihren Augen auf. „Hand anlegen? Also solange ich noch so jung bin, wäre dies ein Armutszeugnis für mich, wenn du dies tun musst!“ Mit einem energischen Schwung kehrt sie aufs Bett zurück, krabbelt zu ihm hin und klettert über ihn, während ihr Lachen und ihre Lebendigkeit den Raum erfüllen.</p>
<p>Manfred will seinen Schatz noch ein wenig ärgern, weshalb er seine Hand, welche seinen Mast schon umschlossen hält, nicht zurückzieht und so Rosi sogar daran hindert sich selbst aufzuspießen. Erst nach zwei vergeblichen versuchen von ihr und dem andeuten das Rosi von ihm absteigen will, packt er schnell ihre Hüften und zieht sie auf seinen Hammer hinunter.</p>
<p>Rosi schließt die Augen, als sie Manfred ganz in sich aufgenommen hat. Ein tiefer Atemzug lässt ihre Brust erzittern, während die Wärme zwischen ihnen aufsteigt. Sie flüstert fast ehrfürchtig: „Ja … jetzt ist er wieder dort, wo er hingehört. Zuhause.“ In diesem Moment ist ihr das Wort &#8220;Zuhause&#8221; so viel mehr als ein Ort; es ist Geborgenheit, Vertrautheit und die Hoffnung auf alles, was bleiben und wachsen kann.</p>
<p>Beide lassen die Nähe auf sich wirken, genießen das Gefühl, eins zu sein. Manfred lächelt, seine Stimme ist leise und ein wenig verspielt: „Hier fühlt er sich einfach wohl, Schatz.“ Ein Augenzwinkern huscht über sein Gesicht.</p>
<p>Rosi blickt ihm tief in die Augen, ihr Blick ist fragend und verletzlich. „Du meinst, er hat nie darüber nachgedacht, sich nach einer anderen Wohnung oder einer Zweitwohnung umzusehen?“ Ihre Stimme ist von einer zarten Unsicherheit durchzogen. Sie sehnt sich nach Bestätigung, dass das Vertraute bleibt, selbst wenn sich alles zu verändern droht.</p>
<p>Manfred schmunzelt und streicht ihr beruhigend über die Wange. „Warum sollte er woanders hin? Hier ist es warm, lebendig – und du bringst selbst an grauen Tagen Licht ins Haus.“</p>
<p>Rosi lässt ihr Becken sanft kreisen, doch ihre Gedanken schweifen ab. „Manchmal… habe ich Angst, dass unser Zuhause nicht mehr so lebendig ist wie früher. Ich stelle mir vor, wie die Flure still werden, das Kinderzimmer leer steht, und das Echo von Alexis’ Lachen nur noch in Erinnerungen zu hören ist. Dann frage ich mich, ob du – oder er – vielleicht doch etwas vermisst. Manchmal kann ich die Stille schon spüren, als wäre sie ein Vorbote für das, was kommt.“</p>
<p>Manfred nimmt ihre Hand, drückt sie fest und zieht sie liebevoll an sich. Er spürt, wie ihre Unsicherheit zwischen ihnen schwebt, und möchte sie auffangen, bevor sie zur Last wird. „Schatz, er liebt es hier. Und genauso wie er sein Zuhause liebt, liebe ich dich. Und falls es wirklich zu still wird – ich kann dir ein ganzes Orchester aus Werkzeugen und Bastelmaterial vorspielen.“ Sein Versuch, die Schwere mit einem kleinen Scherz zu lösen, bringt ein Lächeln auf Rosis Lippen.</p>
<p>Rosi sieht Manfred an, ihr Blick schwankt zwischen Lächeln und Nachdenklichkeit. „In letzter Zeit fühlt sich unser Zuhause für mein Herz wirklich etwas leer an.“</p>
<p>Manfred runzelt die Stirn, seine Stimme ist sanft und voller Verständnis. „Du wirkst bedrückt, Liebling. Fehlt dir unsere alte Routine, die kleinen Streitereien um die Fernbedienung? Oder geht es um die Häufigkeit seiner Besuche? Soll ich dich öfter zum Lachen bringen?“ Während er spricht, zieht er sie ein Stück näher an sich, die Berührung wird zum stillen Versprechen, für sie da zu sein.</p>
<p>Rosi schüttelt sanft den Kopf, ihre Augen leuchten vor Wärme. „Nein, Schatz. Natürlich gibt es Momente, in denen ich mir mehr wünsche. Aber im Großen und Ganzen bin ich nicht nur zufrieden mit dem, was ich bekomme – ich fühle mich erfüllt. Ich will keinen anderen in mein Herz lassen. Aber manchmal macht mir der Gedanke Angst, dass alles, was uns jetzt noch so lebendig erscheint, bald nur noch leise Erinnerungen sind.“</p>
<p>Manfred schweigt einen Moment, seine Stirn legt sich in Falten. Mit einem ruhigen, verbindenden Satz sagt er: „Weißt du, ich verstehe deine Sorge. Das Haus wird sich verändern, aber ich bin hier – immer. Und so lange du bei mir bist, wird es niemals ganz leer sein.“ Während er spricht, nimmt er sie behutsam in den Arm, und Rosi spürt, wie ihre Unsicherheit in Verbundenheit und Trost übergeht.</p>
<p>Rosi blickt aus dem Fenster, und ihre Gedanken gleiten noch einmal in die Zukunft. „Ich meine damit, dass wir vielleicht schon in drei Jahren damit rechnen müssen, dass Alexis auszieht. Ich stelle mir vor, wie ihr Zimmer leersteht, ihre Poster verschwinden, und vielleicht bastelst du dann dort wirklich an irgendeinem verrückten Projekt für den Garten.“ Sie versucht, ihre Stimme zu heben, ein wenig Humor hinein zu bringen, doch die Sorge bleibt in ihrem Blick.</p>
<p>Manfred nickt und schmunzelt: „Tja, das ist nun mal der Lauf der Dinge, mein Schatz. Und bis dahin sollten wir unbedingt ein paar Fotos machen, bevor ich die Wände im Kinderzimmer umstreiche!“ Ein sanftes Lachen durchbricht die Nachdenklichkeit, und für einen Moment liegt Leichtigkeit in der Luft.</p>
<p>Rosi wird langsamer, ihre Bewegungen spiegeln die Ruhe wider, die sich langsam in ihr ausbreitet. „Ich habe einfach Angst davor, dass das Haus eines Tages zu still ist. Ich male mir aus, wie ich durch den Flur gehe – und jedes Zimmer ist leer, sogar die alten Legosteine liegen unbenutzt im Regal. Kein Kinderlachen mehr, das unser Zuhause erfüllt, und nicht mal du kannst das mit deinen Werkzeuggeräuschen ersetzen.“</p>
<p>Manfred lächelt sanft, fährt ihr über den Arm. „Na, bis dahin bleibt noch Zeit. Und vielleicht wird unser Haus eines Tages wieder durch das Lachen von Enkelkindern erhellt. Oder wir eröffnen eine Bastelstube – dann ist hier garantiert nie Ruhe.“ Ein leises Schmunzeln huscht über sein Gesicht, das die Schwere der Stimmung für einen Moment auflöst.</p>
<p>Rosi lächelt kurz, ihr Blick bleibt nachdenklich. „Das wäre schön, aber so lange möchte ich eigentlich nicht warten.“ Sie zieht Manfred ein wenig enger zu sich, spürt, wie die Nähe ihr Kraft gibt, und fasst all ihren Mut zusammen. Mit einer entschlossenen Bewegung setzt sie sich auf ihn, als würde sie das Leben mit jeder Faser spüren und festhalten wollen.</p>
<p>Manfred sieht sie überrascht an, sein Herz schlägt schneller. „Wie, so lange willst du nicht warten? Oder planst du schon heimlich das nächste Kinderzimmer? Sag bloß, du hast schon Tapeten ausgesucht!“ Seine Stimme ist vorsichtig, aber ein warmes Lächeln spiegelt das Vertrauen, das er ihr entgegenbringt.</p>
<p>Rosi schüttelt energisch den Kopf, ihr Blick ist fest und voller Sehnsucht. „Nein, keine Tapeten, keine Bastelprojekte. Aber ein weiteres Kinderlachen – das wünsche ich mir. Wir sind doch noch nicht zu alt, oder?“ Sie bleibt ruhig auf ihm sitzen, doch innerlich tobt die Sehnsucht, die sie endlich ausspricht.</p>
<p>Manfred hält inne, seine Gedanken sind wild, doch Rosis Blick lässt ihn weich werden. „Du möchtest wirklich noch einmal Mutter werden, Schatz?“ Seine Stimme ist bewegt, ein Lächeln ringt mit der Unsicherheit.</p>
<p>Rosi nimmt seine Hand, lässt ihre Finger in seinen ruhen und schaut ihm lange in die Augen. „Ja, sehr. Aber ich will die Pille nicht einfach absetzen, ohne mit dir darüber gesprochen zu haben. Ich hoffe, du würdest dich genauso freuen wie ich. Und ehrlich gesagt… in letzter Zeit war ich beim Nehmen schon ein wenig schusselig – vielleicht war mein Herz schon einen Schritt voraus.“ Ein schelmisches Grinsen huscht über ihr Gesicht, und für einen Moment scheint alle Unsicherheit verflogen.</p>
<p>Manfred zieht sie an sich, seine Arme geben ihr Halt. Er flüstert: „Ich liebe dich. Und wenn ein weiteres Kind dich wirklich glücklich macht, dann wäre es das Schönste für mich, noch einmal Vater zu werden – solange ich neben dir aufwache und dich zum Lachen bringen darf.“ Nach einem Moment des Schweigens berühren sich ihre Stirnen, und die Verbundenheit zwischen ihnen ist stärker als jede Sorge.</p>
<p>Rosi lächelt, ihre Stimme ist so zart wie das Licht am Morgen. „Ich liebe dich und werde immer glücklich sein, solange ich deine Nähe spüre – mit oder ohne weiteres Kind. Aber ein zweites Kind wäre wirklich ein Wunderbar für mein Herz.“</p>
<p>Manfred streicht ihr sanft über die Wange. „Dann lass uns gemeinsam in den Sonnenuntergang reiten und sehen, was das Leben noch für uns bereithält.“</p>
<p>Sofort richtet sich Rosi auf und genießt das sanfte Auf und Ab ihres Beckens, das im gleichmäßigen Rhythmus des ruhigen Trabs sanft auf und ab schwingt. Für einen Moment fühlt sie eine wohltuende Nähe, die ihre Unsicherheit in Wärme verwandelt. Es ist, als würde jede seiner Gesten eine Melodie anstimmen, die ihre Seele beruhigt – jede Berührung ein Pinselstrich, der die Leinwand ihrer Zweifel mit leuchtenden Farben übermalt. Erst nach und nach, beflügelt von seinen Worten und dem hingebungsvollen Kneten ihrer Brüste, steigert sie das Tempo. Bis Rosi in einem wilden, leidenschaftlichen Galopp, der die Luft mit Energie erfüllt, auf Manfred reitet und dabei ihre Unsicherheit in kraftvolle Nähe verwandelt. Wie ein Sturm, der über das Meer fegt, spürt sie die Freiheit und Leidenschaft, die sie beide erfasst und für einen Moment alle Sorgen vergessen lässt.</p>
<p>Immer wieder fährt sein Pint im Epizentrum ihrer Lust ein und aus, die Wärme ihres Körpers und das leise Flüstern ihrer Atemzüge lassen den Raum vibrieren vor Erwartung. Da öffnet sich plötzlich die Tür und Alexis tritt ein – sie wollte ihren Eltern eigentlich nur mitteilen, dass sie zu einer Freundin fährt und erst am Abend zurückkommt. Die beiden erstarren, überrascht und verlegen, während Alexis einen Moment lang verwundert stehen bleibt.</p>
<p>„Oh, entschuldigt!“ ist alles, was Alexis herausbringt, nachdem sie erkannt hat, dass sie ihre Eltern gerade in flagranti erwischt hat. Schnell schließt sie die Tür und verschwindet wieder. Ihr Herz schlägt wild, während sie versucht, ihre Gedanken zu ordnen und die peinliche Begegnung zu vergessen. Dabei versucht sie das Bild, wie ihre Mutter sich auf dem Schoß ihres Vaters selbst aufspießt, aus ihren Gedanken zu verbannen. Scham und Verwirrung steigen in ihr auf, und für einen Moment weiß sie nicht, wohin mit ihren Gefühlen.</p>
<p>Im ersten Moment will Rosi ihrer Tochter hinterherstürzen, doch Manfred spürt ein aufkommendes Verlangen, das ihn überwältigt. Mit einer sanften, aber bestimmten Bewegung legt er seine Hände auf ihre Hüften und hält sie zurück. Rosi spürt eine Mischung aus Aufregung und Unsicherheit, während sie sich entscheidet, ihren Ritt fortzusetzen. Der Gedanke, später mit Alexis zu sprechen, gibt ihr einen Moment der Freiheit. Manfreds Gedanken kreisen um das gemeinsame Erlebnis und die Nähe zu Rosi, die ihn immer wieder aufs Neue fasziniert. Nach nicht einmal fünf Minuten spürt Rosi, wie sich die Spannung zwischen ihnen entlädt und Manfred sie mit tief empfundener Leidenschaft erfüllt und eventuell ein kleines Geschwisterchen in ihren Bauch verströmt. Für beide ist es eine stille, innige Verschmelzung, bei der sich Unsicherheit und Hingabe zu einem intensiven Moment vereinen.</p>
<p>Der Moment, in dem Alexis überraschend ins Zimmer kam, hat Rosi einen kleinen Schock versetzt und ihre Lust kurz unterbrochen. Trotzdem erlebt sie ihren Orgasmus, auch wenn sie merkt, dass die Intensität etwas geringer ist, als sie es sich ohne diese peinliche Unterbrechung vorgestellt hätte. Rosi weiß jedoch, dass Manfred nichts für den unangenehmen Zwischenfall kann und liebt ihn über alles. Die Nähe zu ihm und das Gefühl, gemeinsam einen besonderen Moment zu teilen, bleiben für sie das Wichtigste. Zugleich ist ihr bewusst, dass Alexis ihre Eltern unwillentlich in einer sehr privaten Situation überrascht hat, was für alle Beteiligten ein ungewohntes und peinliches Erlebnis war.</p>
<p>Nachdem sich beide von ihrem Orgasmus erholt haben, steigt Rosi rasch von Manfred ab. Sie nimmt ihren Bademantel aus dem Schrank, zieht ihn schnell über und verlässt anschließend den Raum, um nach ihrer Tochter zu suchen. Schließlich findet sie Alexis in der Küche, wo ihre Tochter gerade eine Nachricht für ihre Eltern verfasst.</p>
<p>Rosi wirft einen besorgten Blick auf ihre Tochter und setzt sich langsam neben sie an den Küchentisch. Im Raum liegt die Stille eines frühen Morgens, nur das Ticken der Wanduhr ist zu hören. „Alexis, alles okay bei dir?“, fragt sie leise, während sie nachdenklich ihre Hände faltet und einen Moment zögert. Sie spürt, wie schwer ihr das Gespräch fällt, obwohl sie weiß, wie wichtig es jetzt ist.</p>
<p>Alexis vermeidet den direkten Blickkontakt und blickt stattdessen aus dem Fenster. Mit nervösen Fingern spielt sie an dem Rand ihres Glases, während sie sich sichtlich bemüht, gelassen zu wirken. „Ja klar, warum denn nicht?“, antwortet sie schließlich, wobei ihre Stimme ein wenig zu beiläufig klingt. In ihrem Inneren tobt ein Sturm aus Scham und Unruhe; immer wieder blitzen die Bilder von vorhin in ihrem Kopf auf, und sie fragt sich, ob sie ihrer Mutter je wirklich alles sagen könnte. Ein kleiner Kloß bildet sich in ihrem Hals, doch sie zwingt sich zu einem schwachen Lächeln und hofft, dass es genügt, um ihre Unsicherheit zu kaschieren.</p>
<p>Rosi beobachtet jede Regung ihrer Tochter und nimmt einen tiefen Atemzug, um ihre eigenen Zweifel zu ordnen. Sie spürt den Druck, die richtigen Worte zu finden, und gleichzeitig die Angst, Alexis zu überfordern. „Komm schon, Alexis, tu nicht so, als wäre nichts passiert“, sagt sie sanft, ihre Stimme ruhig, aber eindringlich. Sie legt eine Hand auf den Tisch, als wolle sie ihrer Tochter so Halt geben.</p>
<p>Alexis zuckt leicht zusammen. Sie wirbelt gedankenverloren das Glas zwischen den Fingern und räuspert sich, ehe sie flüsternd sagt: „Was meinst du denn, Mama? Ihr hattet halt Sex, mehr nicht!““ Ein Hauch Verunsicherung schwingt in ihrer Stimme mit. In ihrem Kopf drehen sich die Gedanken – darf sie ehrlich sagen, wie peinlich ihr die Situation ist? Für einen Moment erinnert sie sich an ein Gespräch mit einer Freundin, die einmal meinte, Eltern seien in solchen Dingen nie wirklich offen. Alexis fragt sich, ob das bei ihr und ihrer Mutter vielleicht anders sein könnte.</p>
<p>Rosi spürt die Unsicherheit ihrer Tochter und muss sich einen Moment sammeln, bevor sie weiterspricht. Sie blickt liebevoll zu Alexis und erinnert sich daran, wie ihre eigene Mutter das Thema Aufklärung stets vermieden hatte. „Richtig, trotzdem will ich mit dir darüber reden. Wir sind nämlich noch lange nicht so alt, wie du vielleicht denkst“, sagt sie schließlich mit einem kleinen, unsicheren Lächeln und merkt, wie ihre Anspannung ein wenig nachlässt. In ihr wächst der Wunsch, eine neue Offenheit zwischen sich und Alexis zu schaffen – auch wenn es ihr schwerfällt.</p>
<p>„Das habe ich doch gar nicht behauptet, dass ihr zu alt dafür wärt!“ Alexis hebt den Blick und sieht ihre Mutter zum ersten Mal direkt an. Während sie spricht, merkt sie, wie ihr Gesicht heiß wird und ein unangenehmes Kribbeln die Haut durchzieht. In Gedanken schiebt sie hinterher: <em>Eigentlich dachte ich, dass das in eurem Alter nicht mehr so häufig passiert …</em> Ein Teil von ihr würde am liebsten einfach aus dem Raum verschwinden, doch zugleich bleibt eine leise Neugier, wie ihre Eltern es schaffen, über so viele Jahre eine Beziehung mit Leidenschaft zu führen.</p>
<p>Rosi nimmt die Hand ihrer Tochter und lächelt verständnisvoll. „Siehst du, und außerdem – dein Vater ist immer noch ein liebevoller und potenter Partner.“ Die Offenheit ihrer Mutter bringt Alexis aus dem Konzept. Einerseits fühlt sie sich von der direkten Art überfordert, andererseits spürt sie einen Respekt dafür, dass Rosi keine Tabus kennt. Alexis denkt darüber nach, wie sehr sie sich solch ein Gespräch mit ihrer eigenen Mutter gewünscht hätte, und fragt sich, ob diese Ehrlichkeit nicht auch etwas Wertvolles ist.</p>
<p>„Mama, bitte …“ Alexis verdreht die Augen, bemüht sich aber, nicht zu abrupt zu wirken. „Das ist einfach zu viel für mich. Irgendwie will ich solche Details gar nicht wissen – und trotzdem frage ich mich, wie ihr das macht.“ Ihre Stimme schwankt zwischen Abwehr und echter Neugier. Sie spürt, wie der Kloß in ihrem Hals größer wird und sie sich am liebsten aus der Situation winden würde.</p>
<p>Rosi lacht leise und schaut Alexis offen an. „Was ist daran schlimm? Wäre es dir lieber, ich würde alles verschweigen? Würde jetzt so tun, als ob du uns eben nicht beim Sex überrascht hättest? Soll ich es wirklich Todschweigen oder ab jetzt nie wieder mit deinem Vater deswegen schlafen?“</p>
<p>Alexis schüttelt den Kopf und seufzt. „Nein, das nicht. Aber es ist einfach zu viel auf einmal – zu viele Eindrücke, zu viele Informationen. Und das alles an einem Morgen.“ Sie blickt ihre Mutter ehrlich und verwundert an und merkt, wie das Gespräch sie herausfordert, aber auch stärkt. Die Offenheit zwischen ihnen fühlt sich ungewohnt an, doch Alexis weiß, dass sie diese Ehrlichkeit irgendwann zu schätzen wissen wird.</p>
<p>„Hey, ich wollte dich zu nichts drängen. Im Gegenteil, du solltest deinen Vater in dieser Hinsicht auf keinen Fall in Betracht ziehen.“ Rosi lacht herzlich und zieht ihre Tochter liebevoll an sich. „So einen tollen und liebevollen Mann musst du dir schon selbst suchen – aber dein Vater bleibt für dich absolut tabu.“</p>
<p>Rosi sieht Alexis warm und fest an. „Und ganz wichtig: Wann immer du Fragen zum Thema Sex hast, kannst du zu mir kommen – egal wie alt du bist oder wie du dich fühlst. Keine Frage ist zu peinlich oder unwichtig, ganz gleich, was dich beschäftigt – keine Frage ist zu klein oder zu groß. Ich bin für dich da, wenn du unsicher bist, neugierig bist oder einfach nur reden möchtest. Auch wenn du einfach etwas wissen möchtest oder dir etwas auf dem Herzen liegt – ich höre dir zu und helfe dir gerne weiter.“</p>
<p>„Mama!“ Alexis protestiert sofort, ihre Stimme klingt entschlossen und ein wenig genervt. Sie atmet tief durch. „Keine Sorge. Papa ist für mich nur Papa. Ich liebe ihn, aber auf eine andere Weise.“ Mit einem offenen Blick sucht sie den Augenkontakt zu ihrer Mutter und spürt einen warmen Druck in der Brust. „Ich hoffe, dass ich eines Tages genauso viel Glück habe wie ihr – dass ich den richtigen finde und die Liebe bleibt.“ Alexis lächelt zaghaft, während sie ihre Mutter fest drückt. Sie spürt, wie Nähe und Geborgenheit sie durchströmen. Alexis fühlt, wie die Unsicherheit langsam von Zuversicht abgelöst wird. „Danke, dass du immer für mich da bist. Vielleicht brauche ich dich wirklich mal. Nicht nur, wenn es um Aufklärung geht.“ Kristina streicht Alexis sanft über den Rücken, wie sie es früher immer getan hat, und eine gemeinsame Erinnerung blitzt in Alexis auf – die vertraute Geste gibt ihr zusätzliche Sicherheit. Ein leises Gefühl von Geborgenheit breitet sich in ihr aus.</p>
<p>„Das wünsche ich dir von Herzen.“ Rosi lächelt und ihre Augen strahlen Wärme aus. „Vielleicht ist es nicht gleich der Erste. Aber ich bin sicher, du findest auch den der dich wirklich liebt.“ Ihre Stimme klingt sanft, mit einem Hauch Stolz. Alexis spürt, wie ihre Unsicherheit für einen Moment kleiner wird.</p>
<p>Alexis löst sich aus der Umarmung. Ihr Herz klopft schneller, doch sie fühlt sich gestärkt. „Ich fahre jetzt zu Angela“, sagt sie und wirft ihrer Mutter ein letztes Lächeln zu. In der Küchentür bleibt Alexis noch einmal stehen, dreht sich zu ihrer Mutter um und sagt mit einem frechen Grinsen: „Jetzt habt ihr das Haus für euch – genießt die sturmfreie Bude!“ Bevor Kristina etwas erwidern kann, macht Alexis sich auf den Weg zu Angela. Die Offenheit und Lockerheit ihrer Mutter hat sie für einen Moment angesteckt.</p>
<hr />
<p>Ralf erwacht langsam, als würde er aus einem tiefen Nebel zurückkehren, und schon beim ersten klaren Gedanken drängt sich die Erinnerung an die Challenge zwischen ihn und den Morgen. Noch bevor er die Augen ganz öffnet, spürt er das Gewicht der Schuld, das sich wie ein Schatten über ihn legt. Der Gedanke, Kristina nicht nur auf ihre Treue zu testen, sondern sie tatsächlich zu betrügen, lässt ihn innerlich zurückschrecken. Immer wieder erwischt er sich dabei, wie er sich von ihr distanziert – sei es, dass er Gespräche vermeidet, ihre Nähe nicht sucht oder sich in alltäglichen Momenten zurückzieht. Die Schuldgefühle sind allgegenwärtig, sie beeinflussen sein Verhalten, lassen ihn vorsichtiger, manchmal sogar kälter erscheinen. Ralf fragt sich, ob das Abenteuer und die Neugier wirklich eine solche Belastung rechtfertigen. Was, wenn er das fragile Band des Vertrauens zerreißt, das ihre Beziehung trägt? Die Angst, durch einen Vertrauensbruch alles zu verlieren – Kristina, die Familie, das Zuhause – wird zu einer leisen, aber beständigen Begleitmusik seiner Gedanken.</p>
<p>Sein Blick gleitet zu Kristina, die neben ihm liegt und halb von der Decke befreit ist. In diesem Moment der Gegenwart, im Hier und Jetzt, sieht er ihren nackten Oberkörper und ihre rechte Seite – und plötzlich spürt er ein tiefes Gefühl von Dankbarkeit, das ihn durchströmt. Die Realität rückt in den Vordergrund: Kristina hat sich für ihn entschieden, liebt ihn, schenkt ihm Vertrauen. Für einen kurzen Moment fragt er sich, wie er überhaupt auf die Idee kommen konnte, sie zu hintergehen. Doch kaum hat er diesen Gedanken zugelassen, beginnt sich die Grenze zwischen Realität und Fantasie zu verschieben.</p>
<p>Und dann, ganz plötzlich, gleitet Ralf in einen Tagtraum ab: Sein Geist entzieht sich der Realität, und er sieht nicht mehr Kristina neben sich, sondern Rosi – so, wie er sie sich heimlich ausgemalt hat. Die Fantasie ist deutlich und klar, fast greifbar. Er vergleicht die beiden Frauen, entdeckt Unterschiede und Gemeinsamkeiten: Rosis Brüste sind kleiner, ihre Nippel ausgeprägter, beide haben einen sportlich durchtrainierten Bauch, doch Kristinas Schwangerschaftsstreifen erzählen von ihrer gemeinsamen Vergangenheit. Diese kleinen Makel berühren ihn, machen Kristina einzigartig und liebenswert. Doch je intensiver er sich in die Details der Fantasie verliert, desto stärker wird das Gefühl, sich von der Wirklichkeit zu entfernen.</p>
<p>Erst als Kristina sich bewegt, holt ihn die Realität mit sanfter Gewalt zurück. Die Fantasie verblasst, und er sieht wieder seine Frau neben sich – seinen Schatz, den er beinahe aus den Augen verloren hätte. Der Wechsel zwischen Traum und Wirklichkeit ist abrupt, und Ralf spürt, wie schwer es ihm fällt, die beiden Welten voneinander zu trennen. Die Schuldgefühle kehren mit voller Wucht zurück. Doch statt Abstand zu gewinnen, merkt er, dass die Sehnsucht nach Rosi, nach dem Abenteuer, nicht kleiner wird – im Gegenteil, sie wächst.</p>
<p>Im Zwiespalt zwischen Schuld und Verlangen beginnt Ralf, die moralischen Konsequenzen zu durchdenken. Was, wenn die Wahrheit ans Licht kommt? Könnte Kristina ihm jemals verzeihen? Würde ihre Familie zerbrechen, ihre Kinder leiden? Die Vorstellung, das Vertrauen unwiderruflich zu zerstören, lässt ihn innehalten. Gleichzeitig fragt er sich, ob die Challenge nicht längst zu einem gefährlichen Spiel geworden ist, dessen Ausgang er nicht mehr kontrollieren kann. Die Entscheidung, weiterzumachen, fällt ihm schwer – und doch entscheidet er sich, zumindest vorerst, den Weg des Abenteuers zu gehen, getrieben von einer Mischung aus Neugier und Angst vor der eigenen Schwäche.</p>
<p>Während Ralf sich in seinen inneren Konflikten und moralischen Dilemmata verliert, ringt auch Manfred mit der eigenen Verantwortung. Für ihn steht der Kinderwunsch von Rosi im Mittelpunkt: Was, wenn aus der Challenge tatsächlich ein Kind entsteht – und Ralf zum Vater wird? Manfred stellt sich vor, wie Rosi und Kristina, sollten die Treuetests geheim bleiben, irgendwann eine Ähnlichkeit zu Ralf erkennen könnten. Oder schlimmer: Wenn alles auffliegt, könnte und würde Rosi das Kind eines anderen großziehen. Die Zukunft erscheint ungewiss, und Manfred fragt sich, ob er mit den Konsequenzen leben kann. Nach drei Tagen voller Zweifel und Grübelei entscheidet er sich, die Challenge nicht abzubrechen. Er beruhigt sich mit dem Gedanken, dass die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft gering sei – die Pille wirkt noch, und die Zeit ist knapp. Doch das mulmige Gefühl bleibt, und die Verantwortung für das, was geschehen könnte, lässt ihn nicht los. Beide Männer wissen, dass sie eine Grenze überschreiten, deren Folgen sie nicht absehen können – und doch gehen sie weiter, jeder auf seine Weise, gefangen zwischen Sehnsucht, Schuld und Angst vor dem, was kommen mag.</p>
<p>***** Kristinas Treuetest *****</p>
<p>Ursprünglich hatten die beiden gar nicht wirklich miteingeplant das in der Zeit ihrer Challange, auch die Sommerferien fallen würden. Doch nun kommt ihnen dieser Umstand sehr entgegen. Sie beginnen, sich ihren Frauen gezielt sexuell zu entziehen; jedes Mal finden sie einen Vorwand, warum sie nicht können oder wollen. Kristina spürt, wie die Distanz zwischen ihr und Ralf wächst. Sie fragt sich, ob sie etwas falsch gemacht hat, und die Unsicherheit lässt sie nachts wach liegen. Ihr Herz pocht schneller, wenn Ralf sich abwendet, und sie sucht verzweifelt nach Zeichen, dass er sie noch begehrt. Um ihre Sorgen zu bewältigen, telefoniert sie täglich mit den Kindern, lenkt sich mit Haushaltsaufgaben ab und versucht, ihre Zweifel nicht zu zeigen. Doch manchmal entgleitet ihr die Kontrolle: „Warum bist du in letzter Zeit so kalt?“, fragt sie Ralf eines Abends, ihre Stimme bricht. Ralf weicht ihrem Blick aus, ringt mit seinem schlechten Gewissen – er weiß, dass sein Verhalten Kristina verletzt, und fragt sich, ob das Abenteuer den Preis wert ist.</p>
<p>Alexis fährt mit Angela und deren Eltern für fünf Wochen nach Griechenland. Der lange Aufenthalt ist durch seltene Familientreffen begründet, doch Rosi besteht darauf, dass Alexis die letzte Ferienwoche wieder zu Hause ist, damit sie sich an den Alltag gewöhnen kann. Rosi vermisst ihre Tochter, ist jedoch froh, dass die Herausforderungen in dieser Zeit leichter fallen – sie muss sich weniger um das Familienleben kümmern.</p>
<p>Auch Kristinas und Ralfs Kinder sind ab der zweiten Ferienwoche bis zum Ende der fünften Ferienwoche im Jugendferienlager. Kristina macht sich Sorgen, weil das Lager in Frankreich stattfindet und Debbie erst zehn, Tilo zwölf Jahre alt ist. Ihre Ängste drehen sich um Sicherheit und Kontrolle – sie hat Angst, die Kinder könnten Heimweh haben oder etwas Schlimmes könnte passieren. Erst als sie von anderen Eltern hört, dass die Organisation zuverlässig ist und Tilo auf Debbie aufpasst, kann sie ein wenig entspannen. Trotzdem bleibt das mulmige Gefühl, und sie merkt, dass die ungewohnte Leere im Haus ihre inneren Zweifel verstärkt.</p>
<p>Ralf und Manfred sind sich einig: Die Ferien erleichtern die Challenge, denn die Kinder sind außer Haus und sie müssen keine Rücksicht darauf nehmen, dass sie in flagranti erwischt werden. Doch dieser Vorteil bringt neue Lasten. Ralf fühlt sich zerrissen zwischen Schuld und Verlangen; er fragt sich, ob er Kristinas Vertrauen zerstört und ob die Sehnsucht nach Abenteuer wirklich die Leere in ihm füllen kann. Manfred ringt mit sich, weil er sieht, wie Rosi sich verändert. Sie wird gereizter, fragt häufiger nach, warum er abends keine Nähe sucht. „Sag mal, bist du mir böse?“, fragt sie eines Morgens. Manfred weicht aus, fühlt sich ertappt, und die Schuldgefühle wachsen. Beide Männer spüren, dass ihre Frauen unausgeglichener werden – sie reagieren impulsiver, es kommt zu kleinen Streitigkeiten über Banalitäten.</p>
<p>Immer wieder stimmen Ralf und Manfred sich ab. Sie schreiben sich Nachrichten, damit der andere weiß, wann er nicht nach Hause kommen soll. „Bleib morgen länger weg“, tippt Manfred in sein Handy und Ralf antwortet sofort: „Okay, gib Bescheid, wann ich wieder zurückkommen kann. Viel Erfolg!“ In diesen Momenten fühlen sich beide wie Komplizen, doch in den stillen Stunden fragen sie sich, ob sie mit dem Spiel nicht zu weit gehen. Sie versuchen, die Normalität aufrechtzuerhalten, indem sie Gründe finden, sich mit der Frau des anderen zu unterhalten – und hoffen, dass ihre Frauen nicht miteinander über das merkwürdige Verhalten sprechen.</p>
<p>Nach vier Wochen zeigt sich die Veränderung deutlich. Kristina ist häufiger gereizt, reagiert ungewohnt scharf auf belanglose Bemerkungen von Ralf: „Kannst du nicht einmal zuhören, wenn ich spreche?“ Rosi zieht sich zurück, wirkt melancholisch und lässt sich schneller aus der Ruhe bringen. Beide Frauen reden weniger mit ihren Männern, und es kommt zu Diskussionen, die sonst nie geführt wurden. Einmal wirft Rosi Manfred vor: „Du bist nur noch unterwegs. Ist dir die Familie egal?“ Manfred schweigt, seine Gedanken kreisen um die Schuld, die ihn immer stärker belastet. Es wird beiden Männern klar, dass die Challenge nicht nur das Verhältnis zu ihren Frauen verändert, sondern auch ihre eigene Sicht auf Moral und Vertrauen. Der entscheidende Moment rückt näher – und sie wissen, dass der Preis für das Abenteuer höher ist als gedacht.</p>
<p>Am nächsten Morgen steht Ralf schon früh an der Tür, zieht seine Jacke über und wirft einen letzten, beinahe entschuldigenden Blick zu Kristina. „Ich weiß nicht, wann ich heute heimkomme“, murmelt er und meidet ihren Blick. „Kollege aus der Arbeit gibt seinen Abschied – wir gehen noch was trinken.“ Kristina zwingt sich zu einem Lächeln, obwohl sie innerlich hofft, er würde einfach mal früher nach Hause kommen. Die Sehnsucht danach, von ihm gehalten und begehrt zu werden, brennt tief in ihr. Doch sie nickt nur und sagt leise: „Viel Spaß. Pass auf dich auf.“ In ihrem Inneren pocht die Hoffnung, dass er ihren Wunsch vielleicht doch spürt.</p>
<p>Mittags. Die Stunden schleichen dahin, jede Minute scheint länger zu dauern als die letzte. Das Haus wirkt leer, das Licht im Wohnzimmer ist gedämpft, Staubtanzen im Sonnenstrahl. Kristinas Gedanken kreisen, sie vermisst ihre Kinder, Ralfs Abwesenheit lässt die Räume noch stiller erscheinen. Gegen ein Uhr klingelt es plötzlich an der Tür. Für einen winzigen Moment hüpft ihr Herz – vielleicht Ralf? Doch als sie öffnet, steht Manfred vor ihr, sein Grinsen etwas zu lässig, die Atmosphäre sofort elektrisch geladen.</p>
<p>„Hallo Manfred, schön dich zu sehen. Komm rein – Ralf ist allerdings nicht da. Hoffe, das stört dich nicht?“, sagt sie zögerlich und macht ihm unsicher Platz. Ihr Blick wandert kurz ins Wohnzimmer, als würde sie spüren, dass heute alles anders ist.</p>
<p>Manfred winkt ab, bleibt in Bewegung, als könne er die aufkommende Spannung zerstreuen. „Ach, alles gut. Ehrlich gesagt genieße ich es, mal mit einer so hübschen Frau allein zu sein.“ Seine Stimme klingt locker, doch Kristina registriert ein unstetes Flackern in seinem Blick.</p>
<p>Kristina lacht verlegen, ein dünner, unsicherer Laut. „Du bist echt ein Charmeur, Manfred.“ Sie führt ihn ins Wohnzimmer, setzt sich auf die Couch, während Manfred den Sessel wählt. Das Licht wirft lange Schatten, jedes Geräusch wirkt plötzlich lauter, die Stille zwischen ihnen ist dicht und gespannt.</p>
<p>Manfred räuspert sich, seine Stimme wird weicher. „Und, wie geht’s dir eigentlich so? Die Kids sind doch schon eine Weile weg. Ist bestimmt eine komische Umstellung, oder?“ Sein Blick sucht ihren – ehrlich interessiert, aber auch abwartend.</p>
<p>Kristina seufzt, ihre Hände klammern sich um eine Tasse. „Ja, ich vermisse sie wirklich sehr. Wir telefonieren jeden Tag, sonst würde ich das gar nicht aushalten. Zum Glück geht es ihnen gut.“ Ein zartes Lächeln huscht über ihr Gesicht, doch sie fühlt sich durchsichtiger denn je.</p>
<p>„Das freut mich wirklich“, sagt Manfred, spürbar aufrichtig. „Bei uns: Alexis ist mit Angela und deren Eltern in Griechenland. Ich glaube, die geben sie am Ende gar nicht zurück.“ Er lacht, aber in seinem Blick liegt eine feine Nervosität, eine Unsicherheit, die Kristina nicht entgeht.</p>
<p>Kristina lächelt mit; für einen Moment wird die Stimmung leichter. „Sie hat sicher eine tolle Zeit. Das sind Erinnerungen, die sie nie vergessen wird“, sagt sie und beobachtet Manfred dabei genau. „Oder was meinst du?“</p>
<p>Manfred wird ernster. „Ehrlich gesagt, ich weiß nicht. Sie erzählt nicht viel, aber Rosi und ich glauben, da läuft mehr. Mein Gefühl sagt mir, Alexis hat sich zum ersten Mal verliebt.“ Seine Stimme ist leise, Kristina sieht, wie ihn das Thema bewegt – die Luft scheint schwerer zu werden.</p>
<p>„Die erste große Liebe &#8230; vielleicht doch nur eine Ferienromanze?“ Kristinas Stirn legt sich in Falten, ihre Stimme ist sanft, mitfühlend. „Das kann ganz schön schmerzen. Aber ihr seid doch für sie da, falls sie euch braucht?“</p>
<p>Manfred nickt. „Natürlich. Wir hoffen, sie nimmt das als schöne Erinnerung mit und nicht als Herzschmerz.“ Sein Blick bleibt an Kristina hängen, nachdenklich, fast tastend. Für einen Moment wirkt der Raum enger, als könnten die Worte selbst die Luft verdichten.</p>
<p>Kristina erwidert den Blick, ihre Stimme leise, aber bestimmt: „Ihr macht das schon richtig. Ich kenne euch, vor allem Rosi – sie ist unglaublich einfühlsam.“ Die Atmosphäre ist aufgeladen, jeder Blick eine Frage, jeder Atemzug zählt.</p>
<p>Die Unterhaltung versiegt, Manfred wird ruhiger, spielt nervös mit seinem Schlüsselbund. Kristina nimmt jede Bewegung wahr, spürt, wie die Spannung im Raum steigt. Das Licht scheint jetzt noch matter, als würde es die Stimmung verstärken. Die Zeit zieht sich, alles wirkt bedeutungsschwer. Manfred räuspert sich, ringt mit den Worten. „Kristina &#8230; mal was anderes &#8230;“ Er hält inne, blickt sie an, prüfend. „Was würdest du denken, wenn &#8230; ich &#8230; also &#8230; hättest du &#8230; Lust auf einen richtig heißen Nachmittag mit mir?“ Seine Stimme ist brüchig, beinahe flehend.</p>
<p>Für einen Moment steht alles still. Kristina spürt, wie ihr Herz wild gegen die Brust donnert, ein heißer Schauer läuft ihr den Rücken hinab. Ihre Hände zittern so sehr, dass sie sie fest ineinander verschränkt, um nicht die Kontrolle zu verlieren. Das Wohnzimmer verschwimmt vor ihren Augen, das Licht flackert – oder ist das nur ihr eigenes, aufgewühltes Innenleben? Ihre Gedanken überschlagen sich, schreien durcheinander: <em>Was würde Rosi denken, wenn sie davon wüsste? Ist es das Risiko wert? Will ich das wirklich – oder will ich nur spüren, dass ich noch begehrt werde?</em> Wie ferngesteuert erhebt sie sich, abrupt, ihre Stimme schneidend, voller Fassungslosigkeit: „Bist du verrückt? Ich bin verheiratet – und deine Frau ist meine beste Freundin!“ Die Worte treffen sie selbst wie ein Peitschenhieb. Das Zittern in ihren Gliedern wird schlimmer, ihre Kehle ist wie zugeschnürt. Während sie Manfred anstarrt, blitzen in ihr Erinnerungen auf: Nächte, in denen Ralf sie kaum noch berührt hat, sein Körper immer fern, das Gespräch mit Rosi, bei Kaffee und Kuchen und Lachen – wie sie sich lachend gegenseitig versicherten, dass Fantasien erlaubt seien, solange niemand verletzt wird. Aber das hier? Die Luft ist elektrisch, voller Versuchung und Schuld. <em>Will ich das wirklich? Oder brauche ich nur endlich wieder Nähe? Und was, wenn Rosi es herausfindet?</em> Ein Teil von ihr will Manfred anschreien, ein anderer kann kaum fassen, dass sie jetzt am Rand ihrer eigenen Fantasie steht. Die Versuchung rauscht durch sie hindurch, verstärkt durch den Mangel an Zärtlichkeit, den sie seit Monaten wie einen Stein in sich trägt – und doch ist da diese lähmende Angst, alles zu verlieren, was sie liebt.</p>
<p>Manfred bleibt ruhig sitzen, sein Gesicht reglos, als hätte er mit genau dieser Reaktion gerechnet. Kristina kann kaum glauben, dass von ihm kein Wort der Entschuldigung kommt. Keine Regung, kein Rückzug – nur diese unangenehme Stille, die das Wohnzimmer wie einen Käfig erscheinen lässt. Ihr Puls hämmert, ihre Gedanken überschlagen sich. Langsam lässt sie sich wieder auf die Couch sinken, der Blick starr. <em>Ist das hier wirklich meine Realität? Bin ich so einsam geworden? Würde Ralf überhaupt merken, wenn ich einen Schritt zu weit gehe?</em> Plötzlich spürt sie, wie ihre Unterlippe zittert, ein kalter Angstschweiß auf ihrer Stirn steht. In ihrem Inneren tobt ein Sturm aus Scham, Verlangen und der Angst, dass ihr Schweigen alles zerstören könnte – oder vielleicht sogar alles verändert.</p>
<p>Das Schweigen dehnt sich. Schließlich bricht Kristina mit brüchiger Stimme die Stille: „Manfred, sag etwas. Irgendetwas, das mir hilft, das zu verstehen. Ich will wissen, dass das nicht ernst gemeint war.“ Ihr Blick flehend, ihre Gedanken ein chaotisches Gewirr aus empörter Fassungslosigkeit, verletztem Stolz und der Angst, dass ihre Freundschaft zu Rosi gerade einen tiefen Riss bekommen hat. Die Atmosphäre ist dicht wie nie zuvor – jeder Moment könnte alles verändern. <em>Vielleicht sollte ich Rosi alles erzählen, einfach ehrlich sein. Aber was, wenn sie Manfred glaubt und nicht mir? Bin ich bereit, dieses Risiko einzugehen?</em></p>
<p>Kristina erinnert sich an das Gespräch mit Rosi, an die ausgesprochene Erlaubnis, die nie mehr als ein Spiel ihrer Fantasien sein sollte. Damals, saßen sie gemeinsam im Wohnzimmer von Rosi, lachten, redeten offen über Sehnsüchte – aber alles war harmlos, theoretisch. Jetzt aber brennt in ihr ein Bedürfnis, das von Ralf in letzter Zeit zu oft übersehen wurde. Sie spürt, wie ihr Herz schneller schlägt, Schuldgefühle sich mit Aufregung vermischen, jeder Muskel in ihrem Körper angespannt ist. <em>Wenn ich jetzt nachgebe, gibt es kein Zurück. Ist es das wert?</em> Die Versuchung ist zum Greifen nah, und doch droht jeder Schritt, ihre Welt aus den Angeln zu heben.</p>
<p>Erst die langsame Bewegung von Manfreds Hand, als er sie zögernd zu seiner Jackentasche führt, reißt Kristina wieder in die Realität zurück. Ihre Blicke treffen sich, keiner weicht dem anderen aus. Kristina spürt, wie ihr Herz schneller schlägt, während Manfred sie mit einem unergründlichen Blick fixiert. Sie fragt sich, was er vorhat und ob sie ihm trauen kann. Manfred hingegen beobachtet jede Reaktion der Freundin seiner Frau ganz genau, seine Hand zittert leicht vor Anspannung. In ihm wächst die Hoffnung, dass sie sein Angebot annimmt, ohne Ralf zu informieren.</p>
<p>Dann zieht Manfred 300 € aus der Tasche und legt sie, begleitet von einem kurzen Zittern seiner Finger, auf den Couchtisch vor sich. Mit ruhiger Stimme sagt er: „Doch, ich habe es genauso gemeint. Überlege es dir gut. Hiermit kannst du dir etwas Gutes tun, ohne dass Ralf etwas davon erfährt.“ Kristina spürt einen inneren Konflikt – sie fragt sich, warum Manfred ihr das Geld anbietet und ob sie bereit ist, diesen Schritt zu gehen.</p>
<p>Ihr Mund öffnet sich erneut, fassungslos. Es ist nicht nur der Schock, dass sie sich nicht verhört hat – Manfred hat seine Absicht klar und unmissverständlich bestätigt, sogar noch einmal bekräftigt. Mit dem Angebot, ihr Geld für seine Wünsche zu geben, stellt er sie vor eine Grenze, die sie nie für möglich gehalten hätte. Kristina fühlt, wie sich in ihrem Innern ein Sturm aus Empörung, Verwirrung und einem unerwarteten Hauch von Verlockung entfaltet. Ihre Gedanken wirbeln wild durcheinander. Zwischen dem Drang, Manfred entschieden zurückzuweisen, und einer unbestimmten Sehnsucht nach etwas Neuem, Unbekanntem, kämpfen ihre Werte und Gefühle um die Vorherrschaft. Sie fragt sich, wie sie in diese Situation geraten konnte; ihre Loyalität zu Rosi und das Band ihrer Freundschaft stehen gegen das Verlangen nach Abenteuer, nach Nähe – ein Verlangen, das in den letzten Wochen unerfüllt geblieben ist. Manfred kann deutlich erkennen, dass in Kristina ein komplizierter innerer Konflikt tobt; sie ringt mit sich selbst, fühlt, wie die Unsicherheit und die Versuchung erbittert miteinander ringen.</p>
<p>Es ist beinahe so, als wären zwei Stimmen in ihr: Die eine mahnt sie zur Treue, erinnert sie an ihr Versprechen und die Bedeutung von Ehrlichkeit. Die andere lockt mit der Möglichkeit, sich endlich begehrt und lebendig zu fühlen – ein Gefühl, das Ralf ihr zuletzt nur selten geschenkt hat. Jeder Gedanke an ihn bringt Unsicherheit und Schmerz hervor, verstärkt die Sehnsucht nach einer Bestätigung, dass sie mehr ist als nur die Frau, die im Alltag nicht mehr gesehen wird. Zwischen Pflichtbewusstsein und heimlichem Wunsch nach einem Ausbruch aus der Routine steht Kristina am Rand einer Entscheidung, deren Konsequenzen sie kaum absehen kann. In ihrem Inneren entfaltet sich ein subtiler, emotionaler Kampf; die Angst, Rosi und ihren eigenen Prinzipien untreu zu werden, ringt mit dem Bedürfnis nach Nähe und Selbstbestätigung.</p>
<p>Kristinas Blick pendelt unruhig zwischen Manfred und den 300 € auf dem Tisch. Immer wieder wandert ihr Blick zu dem Geld, als könnte es ihr helfen, Klarheit zu gewinnen. Gleichzeitig presst sie unbewusst ihre Schenkel fest zusammen, ein Zeichen ihres inneren Konflikts, und rutscht nervös auf der Couch hin und her. In ihr tobt ein Sturm aus Widerstand und Versuchung – sie spürt, dass der Moment kippt, dass Manfred sie längst durchschaut hat. Ihr Herz hämmert wild, während sie sich fragt, wie weit sie bereit ist zu gehen. Doch Manfred scheint ihre Unsicherheit zu bemerken. Mit einer entschlossenen Geste holt er noch einen weiteren 100er hervor und legt ihn zu den anderen Scheinen. Für Kristina fühlt sich das wie eine weitere Eskalation an – plötzlich erscheint ihr alles gleichzeitig unwirklich und bitter real. Die Summe des Geldes auf dem Tisch wirkt beinahe wie ein Symbol für den Preis ihrer Entscheidung – und für das, was sie vielleicht zu verlieren droht.</p>
<p>Fassungslos starrt Kristina Manfred an, der Blick wechselt zwischen seinen Augen und dem Geld. Ihre Stimme ist rau vor Anspannung, als sie schließlich hervorbringt: „Meinst du das wirklich ernst, Manfred? Oder… spielst du hier gerade nur mit mir?“ In ihrer Frage liegt nicht nur Zweifel, sondern auch ein leiser Hauch von Hoffnung, dass alles doch nur ein Missverständnis ist. Gleichzeitig spürt sie das Knistern in der Luft, das den Moment immer schwerer macht. Der Gedanke, jetzt einfach aufzustehen und zu gehen, blitzt kurz auf – doch sie bleibt sitzen, wie gelähmt zwischen Angst und Neugier, zwischen Abwehr und dem Wunsch, endlich wieder gesehen zu werden.</p>
<p>Manfred blickt ihr fest in die Augen, sein Ton weich, fast beschwörend: „Schau… du kannst auf Nummer sicher gehen und die Hälfte behalten. Das Einzige, was ich dann von dir will, ist, dass Rosi nichts davon erfährt. Oder… du bekommst alles, aber dann… dann gehören wir für diesen Moment nur uns.“ Er macht eine Pause, fast so, als suche er nach einer letzten Bestätigung in ihrem Gesicht. „Es liegt bei dir, Kristina. Ich will dich zu nichts drängen, aber… ich weiß, dass du dich genauso einsam fühlst wie ich.“ Seine Worte sind leise, aber sie treffen Kristina tief. In ihr kämpfen Stolz, Schuld und das unbändige Bedürfnis, sich endlich wieder lebendig zu fühlen. Ihre Gedanken überschlagen sich, doch sie kann das Zittern ihrer Hände nicht mehr verbergen. Eine Entscheidung scheint unausweichlich – aber noch ist sie nicht bereit, sie auszusprechen.</p>
<p>Kristina sitzt still da, während ihre Gedanken unaufhörlich kreisen. Sie denkt an Rosi, an all die Momente, in denen ihre Freundin ihr beigestanden hat – wie oft Rosi ihr in schwierigen Zeiten Halt gab. Ist so eine Freundschaft wirklich mit Geld aufzuwiegen? Der Gedanke daran schnürt ihr die Kehle zu. Ihr wird klar: Wenn sie Manfreds Angebot annimmt, müsste sie Rosi belügen – eine Lüge, die wie ein Schatten auf allem liegen würde.</p>
<p>Sie versucht, die Möglichkeiten klar zu ordnen. Es gibt drei Wege. Erstens: Sie nimmt das Geld an und schweigt. Zweitens: Sie vergisst für einen Moment ihre Treue und gibt sich dem Reiz des Verbotenen hin. Drittens: Sie weist Manfred samt seinem Geld ab und erzählt Rosi die Wahrheit.</p>
<p>Doch jede Option hat ihren Preis. Nimmt sie das Geld, muss sie mit der Schuld leben, Rosi hintergangen zu haben. Lässt sie sich auf Manfred ein – ist das dann wirklich nur Ralfs Schuld? Schließlich hat er sie seit Wochen kaum beachtet, obwohl er weiß, wie sehr sie Nähe braucht. Ein schmerzhaftes Stechen breitet sich in ihrer Brust aus – Sehnsucht vermischt sich mit Wut und Unsicherheit.</p>
<p>Gleichzeitig weiß sie um die dritte Möglichkeit: Sie könnte Manfred und sein Geld einfach hinauswerfen und Rosi alles erzählen. Doch was würde das nach sich ziehen? Wahrscheinlich würde Manfred alles abstreiten. Damit würde Kristina nicht nur ihre Freundschaft zu Rosi aufs Spiel setzen, sondern vielleicht auch eine Ehe zerstören. Die Verantwortung dafür fühlt sich erdrückend an. Manfred hat diesen Ausweg bewusst nicht angesprochen – als wollte er ihr die Last der Entscheidung allein aufbürden.</p>
<p>Sie spürt, wie ihre Hände zittern. Unsicher nestelt sie an ihrem Ärmel, ihr Blick gleitet zum Boden. Dann, mit leiser Stimme und einem kaum hörbaren Beben, fragt sie: „Wie genau hast du dir das denn vorgestellt?“ Während sie spricht, vermeidet sie Manfreds Blick, als könnte sie sich hinter ihren eigenen Gedanken verstecken. Manfred registriert ihre Nervosität und das leise Zittern in ihrer Stimme, doch in seinen Augen liegt eine Mischung aus Erwartung und Unruhe.</p>
<p>Manfred lehnt sich zurück, seine Stimme ist ruhig, doch hinter der Gelassenheit verbirgt sich eine vorsichtige Erwartung. Für einen Moment vermeidet er Kristinas Blick, räuspert sich leise und spielt nervös mit einem Knopf an seinem Hemd. „Du bist eine Frau mit Lebenserfahrung, Kristina. Ich gehe davon aus, dass du weißt wie man vögelt, bumst, fickt oder nagelt! Nenn es wie du willst. Aber um es kurz und überspitzt zu sagen, damit du es auch wirklich verstehst, Klamotten runter, Beine breit und los!“ Sein Blick wandert kurz über den Tisch, bevor er zu ihr zurückkehrt. In seinem Inneren ringt der Wunsch nach Nähe mit der Angst davor, dass alles nur einen Moment lang Bestand haben wird. Die Worte wirken ernst und doch schwebt ein Hauch Unsicherheit zwischen ihnen.</p>
<p>Kristina hebt langsam ihren Blick, sucht Manfreds Augen und hält ihn fest. Ihr Herz pocht, ihre Gedanken sind ein Wirrwarr aus Zweifel und Hoffnung. Während sie spricht, presst sie ihre Hände so fest zusammen, dass ihre Knöchel weiß werden. „Aber eines muss klar sein“, sagt sie mit Nachdruck, „wenn es geschieht und wenn du nachher gehst, werden wir beide dies sofort vergessen. Keiner von uns wird je mit irgendjemandem darüber sprechen. Nicht einmal wir – selbst wenn wir wie jetzt alleine sein sollten.“ Ihr Ton bleibt bestimmt, doch ein Schatten der Unsicherheit legt sich wie ein Schleier über ihre Worte. Kristina fragt sich in diesem Moment, ob sie stark genug ist, das Geschehene wirklich hinter sich zu lassen.</p>
<p>Manfred nickt langsam. Für einen Moment wandert sein Blick zu Boden, dann zurück zu Kristina. „Damit kann ich leben“, erwidert er leise, auch wenn ein Teil von ihm hofft, dass dies nicht das einzige Mal bleiben wird. Er blickt Kristina an, sieht die Unsicherheit in ihren Augen und spürt das eigene Herz schneller schlagen. Für einen Moment fühlt er sich ihr nahe, verbunden durch das gemeinsame Wissen um das, was geschehen könnte oder wird.</p>
<p>Kristina holt tief Luft, ihre Stimme ist fester als zuvor. Mit zitternden Fingern streicht sie sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht, bevor sie spricht. „Ich bin kein Spielzeug, Manfred. Das heute wird eine einmalige Sache sein und bleiben. Das muss dir klar sein, ansonsten nimm das Geld und gehe. Ich werde Rosi nichts von deinem Angebot erzählen.“ Während sie spricht, spürt sie die Last ihrer Entscheidung. Ihr Inneres tobt: die Angst, etwas Unwiderrufliches zu tun, die Hoffnung, sich für einen Moment lebendig zu fühlen, und das Schuldgefühl, das bereits auf sie wartet. Sie ringt mit sich, doch in diesem Moment bleibt sie aufrecht, entschlossen, zumindest die Kontrolle über das Geschehen nicht vollständig abzugeben.</p>
<p>Manfred antwortet leise: „Okay. Gut, dann lass uns beginnen.“ Seine Worte klingen sachlich, doch er streicht sich nervös über die Stirn, und eine feine Nervosität schwingt mit. Kristina spürt, wie die Atmosphäre sich verdichtet; ein letztes Mal sucht sie in sich nach Klarheit, bevor sie sich dem Augenblick hingibt. Die Vereinbarung steht – doch beide wissen, dass das, was nun folgt, tiefe Spuren in ihnen hinterlassen wird. Für einen Moment ist alles still; Unsicherheit, Erwartung und ein Hauch von Hoffnung liegen zwischen ihnen, bevor sie sich auf das einlassen, was unausweichlich scheint.</p>
<p>Im schwach beleuchteten Zimmer liegt eine drückende Stille, nur der leise Atem der beiden ist zu hören. Kristina seufzt, ihr Blick bleibt gesenkt. Zögernd greift sie an den Bund ihres T-Shirts, doch ihre Bewegungen wirken unsicher – als ob sie jeden Moment innehalten könnte.</p>
<p>Manfred beobachtet Kristina aufmerksam und stoppt sie sanft, aber bestimmt. „Nicht so schnell. Für das Geld will ich schon das volle Programm bekommen.“ Er lässt eine kurze Pause, bevor er fortfährt. Ein leichtes Lächeln spielt um seine Lippen, doch in seinem Blick liegt ein ernster Unterton, der Kristina verunsichert. Sie spürt, wie seine Worte nicht nur eine Erwartung, sondern auch einen gewissen Druck ausüben. „Damit meine ich erst einen schönen Striptease und danach wirst du mir zeigen, wie gut dich Ralf eingeritten hat.“ Klärt er sie deshalb auf.</p>
<p>Also steht Kristina auf, geht um den Tisch herum, sodass sie nun frei im Raum steht. Für einen Moment wandert ihr Blick zu Manfred, der sie aufmerksam beobachtet; sein Herz schlägt schneller, während die Stille zwischen ihnen zu knistern beginnt. Kristina spürt das leichte Kribbeln unter ihrer Haut, nimmt den Duft des Raumes wahr, das dumpfe Licht, das ihre Silhouette sanft umschmeichelt. Langsam beginnt sie, sich im Rhythmus einer imaginären Musik zu bewegen und zieht sich Stück für Stück aus. Das Rascheln ihrer Kleidung klingt wie ein leiser Takt, ihre Finger gleiten über den Stoff, als würde sie jeden Moment innehalten. Auch wenn Manfred schon seit einigen Minuten klar war, dass er heute seine Challenge bestehen wird, kommt es ihm in diesem Moment doch surreal vor. Er spürt den Puls in seiner Schläfe, seine Gedanken überschlagen sich – zwischen Erwartung und Unsicherheit, Hoffnung und einem Hauch von Angst, dass dieser Augenblick bald vorbei sein könnte.</p>
<p>Während Kristina sich langsam und mit leicht zitternden Händen aus ihrer Jeans windet, spürt sie ein Wechselbad der Gefühle – eine Mischung aus Nervosität, Unsicherheit und einer prickelnden, ungewohnten Vorfreude, die ihr Herz schneller schlagen lässt. Ihre Brüste bewegen sich in einem sanften, beinahe tänzerischen Rhythmus, während der Stoff Stück für Stück ihren Körper freigibt. Manfred, der sie aufmerksam beobachtet, bemerkt, wie ihm der Atem stockt und seine Erwartung mit jedem Moment steigt. Als Kristina sich ihm schließlich mit dem Rücken zudreht, beugt sie sich tief nach vorn. Einen kurzen Augenblick zögert sie, sammelt Mut, dann schiebt sie langsam ihren Slip über die Hüften. Der Stoff gleitet wie ein ruhiger Strom an ihren Beinen hinab, und für beide liegt ein Hauch von Spannung und Unsicherheit in der Luft, der die Atmosphäre noch intensiver macht. Als Kristina aus ihrem Slip gleitet, öffnet sich für Manfred der Blick auf das Epizentrum ihrer Lust.. Der sanfte Schimmer ihrer Haut, das Spiel der Schatten im gedämpften Licht und die leichte Bewegung ihrer Hüften verleihen dem Moment eine besondere Intensität. Zwischen ihren leicht geöffneten Beinen leuchtet die Sehnsucht, die Atmosphäre verdichtet sich spürbar – für beide wird jeder Atemzug zu einem sinnlichen Versprechen.</p>
<p>Mit dem Gedanken, ihm das volle Programm zu bieten, bewegt sie sich langsam rückwärts auf ihn zu und setzt sich schließlich auf seinen Schoß. Während sie sanft mit ihrem Hintern gegen seinen Schritt drückt und kreisende Bewegungen macht, sucht sie seine Hände, zieht sie behutsam an sich heran und führt sie zu ihren Brüsten. Ein Kribbeln breitet sich aus – wie kleine Stromstöße auf ihrer Haut, die ihr Herz rasen lassen. Als Manfreds Hände ihre Brüste berühren, spürt sie, wie ein befreiendes Gefühl in ihr aufsteigt, begleitet von einer sehnsüchtigen Erwartung und einer Leidenschaft, die sie überwältigt. Für einen Augenblick blenden ihre Gedanken alles aus: Sie erinnert sich an das letzte Gespräch mit Ralf, an die leisen Vorwürfe, die zwischen ihnen im Raum hingen. Ein kurzer Stich zieht durch ihr Herz, doch die Sehnsucht nach Nähe und das prickelnde Gefühl, wieder begehrt zu werden, sind stärker als ihre Bedenken. Die Erinnerung an ihre Verantwortung und die Angst vor den Folgen verschwimmen im Hintergrund, während sie sich ganz dem Moment hingibt und spürt, wie sie für einen Augenblick all die Lasten der Vergangenheit vergisst.</p>
<p>Zum ersten Mal seit 13 Jahren streifen Hände, die nicht die ihres Mannes sind, über Kristinas Körper. Ihr Herz schlägt schneller, während sie spürt, wie diese Hände ihre Brüste massieren. Sie fühlt die Wärme seiner Hände, hört seinen ruhigen, tiefen Atem, nimmt den dezenten Duft seines Parfüms wahr, der sich mit der feinen Note ihrer eigenen Haut vermischt. Mit jeder Berührung wächst in ihr ein unerwartetes Gefühl von Lebendigkeit; das Kribbeln breitet sich aus. Kristina merkt, wie sie sich selbst in einem neuen Licht sieht – als Frau, die begehrt wird, und als jemand, der für einen Moment das Alte loslässt. Ihre Wahrnehmung verändert sich: Aus der anfänglichen Fremdheit wird ein Gefühl von Intimität und Neugier, das sie zunehmend entspannt und ihr erlaubt, den Moment zu genießen.</p>
<p>Zum ersten Mal seit 13 Jahren berühren Hände, die nicht die ihres Mannes sind, Kristinas Körper. Ihr Ihr Herz schlägt schneller, während sie spürt, wie diese Hände ihre Brüste massieren – mal leicht, mal mit etwas mehr Druck, sodass ein prickelndes Gefühl entsteht, das sich von ihren Schultern bis in die Fingerspitzen ausbreitet. Die Wärme seiner Hände mischt sich mit dem kühlen Hauch ihres eigenen Atems, der jetzt flacher und unregelmäßiger wird. Kristina nimmt den dezenten Duft seines Parfüms wahr, der sich mit dem vertrauten Geruch ihrer Haut vermengt. Sein ruhiger, tiefer Atem schwebt wie eine gleichmäßige Welle zwischen ihnen und verstärkt die Atmosphäre von Nähe. Mit jeder Berührung spürt sie ein unerwartetes Kribbeln auf ihrer Haut, das sich langsam ausbreitet. Gleichzeitig wächst in ihr ein Gefühl von Lebendigkeit. Schritt für Schritt löst sich das anfängliche Gefühl der Fremdheit auf; Neugier und Intimität gewinnen die Oberhand. Kristina merkt, wie sie sich selbst in einem neuen Licht sieht – als Frau, die begehrt wird, und als jemand, der für einen Moment das Alte loslässt. Die klare Abfolge ihrer Sinneseindrücke und Emotionen lässt sie den Moment immer intensiver genießen und mit jedem Atemzug ein Stück mehr entspannen.</p>
<p>Mittlerweile braucht es von Manfred keine Kommandos mehr. Kristina spürt, wie ihr Verlangen jede Kontrolle übersteigt; ein Zurück ist für sie nicht mehr denkbar. Ihr Herz pocht wild, während die Spannung zwischen ihnen beinahe greifbar wird. Nach einigen Minuten, in denen sie den Moment voll ausgekostet hat, steht sie selbstbewusst auf, dreht sich zu ihm um und sinkt vor ihm auf die Knie. Ihre Finger zittern vor Erwartung, als sie langsam seine Hose öffnet; jeder Handgriff ist von einer elektrisierenden Mischung aus Nervosität und Vorfreude begleitet. Mit einem sanften Zug gleiten ihre Hände an den Stoff, bis seine Hose an seinen Knien ruht, und Kristina spürt die Wärme zwischen ihnen intensiver denn je.</p>
<p>Sein Pint steht kerzengerade von ihm ab und lockt Kristina ein erstes scheues lächeln aufs Gesicht. Dennoch nähert sich ihr Gesicht seinem Schritt nur langsam, fast ängstlich. Ihr Herz schlägt schneller, während sie den glatten, gepflegten Bereich betrachtet. Ihr fällt auf, dass auch Manfred – genauso wie Ralf – seinen Schritt rasiert hat, was sie besonders anspricht und ihr ein Gefühl von Vertrautheit gibt. Sie spürt die leichte Gänsehaut auf seiner Haut, als ihre Finger vorsichtig darüber gleiten, und fragt sich, ob er genauso nervös ist wie sie. Die Sinneseindrücke vermischen sich: Sie nimmt den dezenten Duft wahr, spürt die Wärme seiner Haut.</p>
<p>Als sich ihr Gesicht dem Zauberstab nähert, spürt Kristina ein leichtes Kribbeln vor Aufregung, das durch ihren Körper läuft. Ihre Neugier vermischt sich mit einer leisen Unsicherheit – sie fragt sich, wie sich das wohl anfühlen wird, während ihr Blick aufmerksam über das Objekt ihrer Begierde wandert. Kristina bemerkt, dass er etwa zwei Zentimeter länger und etwas dicker ist als der, den sie sonst kennt. Für einen Moment muss sie schmunzeln und denkt: „Rosi, da hast du wirklich ein ansehnliches Teil zum Spielen.“ Die Erkenntnis zaubert ihr ein neugieriges Lächeln ins Gesicht, während sie sowohl die Unterschiede als auch die besonderen Details wahrnimmt – und für einen Moment erlaubt sie sich, voller Vorfreude das Unbekannte zu erwarten. Vorsichtig schiebt sich ihre Zunge heraus, umfährt zaghaft die dicke bläuliche Eichel.</p>
<p>Zu ihrer Freude ist dieser erste Geschmackseindruck dabei ebenfalls äußerst positiv: Er ist angenehm fruchtig und überrascht sie mit einer frischen, fast belebenden Note. Wodurch sie nun genüsslich ihre Zunge am Schaft hinab gleiten lässt. Seitlich unter ihrer Zunge spürt sie die dicke Ader, die sich kühl und fest anfühlt und pulsierend unter der Haut verläuft. Dann geschieht etwas was Manfred so von Rosi nicht kennt, denn ihre Zunge gleitet weiter über die Faltige Haut seine Sacks und saugt Kristina auf einmal eine seiner Murmeln in ihren Mund. Schon oft hatte er sich dies in Gedanken von Rosi gewünscht. Jedoch ist dies etwas was ihr absolut nicht gefällt und weshalb sie ihm diesen Wunsch nicht erfüllt.</p>
<p>Schon oft hatte er sich dies in Gedanken von Rosi gewünscht, weil er sich dadurch ihrer Nähe sicherer fühlte. Doch dieser Wunsch widerspricht ihren Vorstellungen völlig, Rosi mag dieses Gefühl einfach nicht. Aus diesem Grund kann sie ihm diesen Wunsch nicht erfüllen. Umso mehr kostet Manfred nun das Gefühl aus, wie sie an seiner Murmel saugt oder diese sanft mit der Zunge hin und her schiebt. Eine knappe Minute geht dies so, bis sich ihre Zunge wieder auf den Weg zurück macht. Wieder Oben angekommen stülpt Kristina ihren Mund ohne weitere Vorwarnung über seine Eichel und entlockt Manfred so ein erstes stöhnen.</p>
<p>Angespornt davon saugt Kristina den heißen Stab immer tiefer in ihren Mund und beginnt ihn heiß mit dem Mund zu verwöhnen. Sie staunt selbst darüber, das sie es geschafft hat ihre Lippen über seine Eichel zu schieben. Denn im ersten Moment war sie sich selbst nicht sicher ob sie seine fette Spitze überhaupt in ihren Mund bekommen würde. Doch nun beginnt sie ihr tun, immer mehr zu genießen. Auch deswegen, weil sie merkt wie unruhig Manfred nach und nach wird.</p>
<p>Der Fluch des Untreu sein, das schlechte Gewissen Ralf und natürlich auch Rosi gegenüber. Es ist, als ob sie diese Gedanken und Emotionen mit jedem einsaugen weiter absaugt. Bis am Ende nichts mehr davon übrig ist. Hingebungsvoll und so gut gekonnt, wie es für Kristina mit oder besser gesagt bei diesem Umfang möglich ist bläst sie Manfred den Schwanz. Spielt mal mit der Zunge an ihm. Erzeugt Unterdruck in ihrem Mund oder beißt mal sanft mit den Zähnen in die Eichel. Wie gesagt Kristina bläst im wahrsten Sinne alles Negative von sich weg.</p>
<p>Nach einigen Minuten, in denen das Vergnügen für Manfred immer intensiver wurde, endet es abrupt. Kristina richtet sich auf, steht aufrecht vor ihm und verschränkt ihre Arme vor der Brust. „Zieh dich auch aus. Jetzt will ich ficken!“ sagt sie zu ihm und geht einen Schritt zurück, damit er aufstehen und sich ausziehen kann. Während sich Manfred auszieht, setzt sich Kristina wieder auf die Couch und beobachtet ihn aufmerksam. Erwartungsvoll spreizt sie ihre Beine für ihn, voller Vorfreude auf das, was gleich passieren wird. Kristina empfindet eine Sehnsucht, ihn endlich in sich zu fühlen und zu spüren, wie er sie ausfüllt – so stark wie selten zuvor in ihrem Leben. Ihr Herz schlägt schneller, während ihre Gedanken zurückwandern – zurück zu all den Augenblicken, in denen sie voller Sehnsucht darauf gewartet hatte, ihn endlich zu spüren. Auch sie hatte in solchen Momenten sehnsüchtig darauf gewartet, ihn endlich zu spüren. Doch diesmal ist es kein Traum und keine Fantasie mehr; die Realität ist zum Greifen nah. Ihre Hände zittern leicht, sie spürt den kühlen Stoff des Sofas unter ihren Fingerspitzen, während sie das leise Rascheln ihrer eigenen Atmung und das entfernte Klopfen ihres Herzens wahrnimmt. In wenigen Sekunden wird sie es wirklich erleben. Ihr Herz rast und pocht, so als würde es kurz etwas fester gegen ihre Rippen schlagen – die Vorfreude und innere Unruhe lassen jede Faser ihres Körpers vibrieren.</p>
<p>Kristina ist beeindruckt von dem, was Manfred in diesem Moment so stolz vor sich herträgt. Ihr Blick ist wie festgenagelt auf das Schwert gerichtet; sie kann ihn nicht abwenden. So etwas hat sie in ihrem Leben noch nie gesehen, was auch daran liegt, dass sie vor Ralf nur zwei feste Freunde hatte, mit denen sie intim gewesen war und daher kaum Vergleichsmöglichkeiten besitzt. Je länger sie es betrachtet, spürt sie, wie ihr Herz schneller schlägt. Ein Kribbeln läuft ihr den Rücken hinunter und jedes Detail des verbotenen Aktes genießt sie bewusst – sie will die Zeit voll auskosten und diesen Anblick in sich aufnehmen.</p>
<p>Endlich erreicht Manfred Kristina und kniet sich sanft zwischen ihre Beine. Anders als sie es erwartet hatte, lässt er sich nicht von der Eile treiben, sondern widmet sich mit feiner Aufmerksamkeit ihrem Körper. Mit einer zärtlichen Geste senkt er sein Gesicht in ihren Schoß, und Kristina wird von einer Welle angenehmer Überraschung erfasst. Ihr Atem beschleunigt sich, ein leises Stöhnen entweicht ihr, als sie zum ersten Mal die Berührung seiner warmen Zunge spürt, die federleicht über den Brennpunkt ihrer Sehnsucht gleitet. Sie nimmt den dezenten, männlichen Duft wahr, der von Manfred ausgeht, eine Mischung aus seiner Haut und dem leichten Aroma seines Aftershaves, das ihre Sinne zusätzlich belebt. Die Berührung seiner Hände an ihren Oberschenkeln hinterlässt ein prickelndes Gefühl, als ob feine Stromstöße über ihre Haut laufen würden. In diesem Moment fühlt sie sich nicht nur begehrt, sondern auch umsorgt und verstanden – die Verbindung zwischen ihnen wächst, getragen von gegenseitiger Hingabe und stillem Vertrauen. Während Kristina die Nähe genießt, gleitet ihre Hand beinahe instinktiv in sein Haar. Manfred selbst spürt, wie sich ihr Körper unter seinen Berührungen entspannt, und eine tiefe Zufriedenheit breitet sich in ihm aus. Er genießt den Moment, in dem sie ihm ihre Zuneigung schenkt und wie ihre Finger sanft durch sein Haar streichen. Seine Gedanken kreisen um die Wärme ihrer Haut, das leise Zittern ihrer Beine und den intensiven Ausdruck in ihrem Gesicht.</p>
<p>Wieder fällt ihr ein Unterschied zwischen Manfred und ihrem Mann Ralf auf. Während Ralf sie meist leidenschaftlich und wild verwöhnt, ist Manfred überraschend zärtlich und aufmerksam. Seine Berührungen sind voller Gefühl – er lässt seine Zunge spielerisch über ihre empfindlichsten Stellen gleiten, neckt sie sanft und zieht sich immer wieder ein wenig zurück, statt sofort ganz einzudringen. Kristina bemerkt, wie ihr Herz schneller schlägt; eine Mischung aus Vorfreude und Unsicherheit erfüllt sie. Sie fragt sich, ob sie sich einfach fallen lassen soll oder ob die neue Art der Zärtlichkeit ihr vielleicht zu sanft ist. Das wohlig prickelnde Gefühl, das sich in ihr ausbreitet, lässt sie für einen Moment alles um sich vergessen und ganz in diesen Moment eintauchen. Manfreds Spiel mit Nähe und Distanz, sein scheinbar absichtliches Zurückweichen nach wenigen Millimetern, steigert ihre Spannung fast ins Unermessliche – bis er schließlich tief eindringt und das Kribbeln in ihrem Innersten einen Höhepunkt erreicht.</p>
<p>Kristina kann nicht drum herum zuzugeben das ihr seine Art sehr gefällt. Allerdings begünstigt der Zustand, das sie eine solange unberührte Zeit in ihrer Ehe bisher noch nicht gekannt hat. Das Manfred gerade so ein leichtes Spiel mit oder bei ihr hat, das nun die letzten Dämme brechen. Fest presst Kristina seinen Kopf auf ihren Schoß. Will sie so erreichen das er ihr ihren ersten Höhepunkt so schenkt. Dabei drängt sie ihm ihren Schritt ebenfalls noch entgegen.</p>
<p>Kristina spürt, wie die Sehnsucht nach Nähe immer stärker wird, und kann sich Manfred nicht mehr entziehen. Der Umstand, dass sie in ihrer Ehe bisher nie eine so lange Phase der Enthaltsamkeit erlebt hat, macht sie besonders empfänglich für Manfreds Zungenspiel. Während sie seine Berührungen genießt, merkt sie, wie ihre letzten Hemmungen fallen und sie sich ganz dem Moment hingibt. Fest presst sie Manfreds Kopf auf ihren Schoß und drängt ihm ihren Körper entgegen, bereit, endlich ihren ersten Höhepunkt nach Wochen zu erleben. Ihre innere Zerrissenheit und das intensive Verlangen lassen jede Faser ihres Körpers vibrieren – sie gibt sich dem Geschehen voller Hingabe und genießt das Gefühl, begehrt zu werden. „Ja leck mich … leck mein geiles … hungriges Fötzchen … oh ist guuut … ja genau … genauso ………… BRAUCHE ICH ES!“ feuert sie ihn erst lautstark an. Während sie ihre Lautstärke, als sie ihr Orgasmus überrollt, nicht mehr kontrollieren kann. Sie schreit ihre Ekstase hinaus, sodass der ganze Raum von ihrer Leidenschaft erfüllt wird.</p>
<p>Während Kristina wild unter ihm zuckt, bemerkt er, wie sehr sich die beiden Freundinnen im Bett voneinander unterscheiden. Rosi würde ihn nie derart direkt anfeuern und niemals so vulgär reden. Nicht, dass es ihn stören würde – im Gegenteil, ihr Dirty Talk gefällt ihm. Er fragt sich, warum Rosi sich immer zurückhält und ob sie vielleicht Angst hat, ihre Leidenschaft zu zeigen. Kristinas Offenheit überrascht ihn, doch sie zieht ihn gleichzeitig magisch an. Kristina ist leidenschaftlich und direkt, während Rosi stets zurückhaltend bleibt – nie hätte sie solche Worte benutzt. Er ist es einfach nicht gewohnt. Kristina drückt seinen Kopf nicht nur auf ihren Schoß, sondern presst ihn auch noch mit ihren Schenkeln fest wie in einem Schraubstock. Ein wohliger Schauer durchströmt ihren Körper, jede Welle lässt sie tiefer in Ekstase versinken, bis sie völlig überwältigt ihre Kontrolle verliert. Ihr Verstand wird von nichts anderem umhüllt als diesen so intensiven und lange nicht mehr gespürten Gefühlen. Nach und nach erst kommt sie wieder ins Hier und Jetzt zurück, öffnet ihre Beine und gibt seinen Kopf frei. Dann schaut sie Manfred mit glasigen Augen an und sagt, nein befiehlt fast. „Und jetzt fick mich, mach mich zu der deinen. Besorg es mir noch einmal so gut, aber diesmal mit deinem geilen Schwanz!“</p>
<p>„Nichts lieber als das!“ erwidert Manfred. Richtet sich auf und führt seinen Pint direkt vor ihre weit geöffnete Blüte.</p>
<p>„Nichts lieber als das!“ erwidert Manfred, während er verschmitzt lächelt und sein Blick sich tief in ihre Augen bohrt. In ihm mischen sich Vorfreude und ein Hauch Unsicherheit, doch der Moment zieht ihn unwiderstehlich in ihren Bann. Er richtet sich auf und führt seinen Pint direkt vor ihre weit geöffnete Blüte.</p>
<p>Kristina ist aufgeregt wie selten zuvor. Ungeduldig beobachtet sie Manfred und spürt, dass sie sich noch nie so sehr gewünscht hat, endlich von ihm genommen, erobert und zu der seinen gemacht zu werden. Die surreale Situation – ihr Gefühl, unterfickt zu sein, der Verrat an ihrem Mann, die Untreue mit Manfred, dem Partner ihrer besten Freundin – vermischt sich mit Zärtlichkeit und dem intensiven Orgasmus. All das lässt ihre Gefühle aufwallen. Sie spürt eine Mischung aus Schuld, Lust und Sehnsucht, die sie überwältigt und ihre Gedanken vollkommen durcheinander bringt.</p>
<p>Kristina ist aufgeregt wie selten zuvor. Ungeduldig beobachtet sie Manfred, während ihr Herz heftig gegen ihre Brust schlägt. Der leise Klang seines Atems dringen wie durch einen Nebel zu ihr durch und lassen die Situation noch unwirklicher erscheinen. Jetzt, in diesem Moment, spürt sie, dass sie sich noch nie so sehr gewünscht hat, endlich von einem Mann genommen, erobert und zu der seinen gemacht zu werden. Ein Hauch seines Aftershaves liegt in der Luft, vermischt mit dem vertrauten Geruch des Sofas, auf dem sie sitzt. Diese surreale Situation –unterfickt zu sein, der Verrat an ihrem Mann, die Untreue mit Manfred, dem Ehemann ihrer besten Freundin – vermischt sich mit brennender Zärtlichkeit und dem Nachhall eines intensiven Orgasmus. Sie nimmt das leichte Zittern ihrer Finger wahr, das Prickeln auf ihrer Haut, und für einen Moment meint sie, sogar das Pochen ihres Pulses in den Schläfen zu hören. All das lässt ihre Gefühle aufwallen wie eine Flutwelle.</p>
<p>Dann hat die Qual der Warterei endlich für Kristina ein Ende. Wie als würde man ihr eine glühend heiße Eisenstange gegen den Schritt drücken kommt es ihr vor als sie spürt wie seine Eichel ihre Blüte berührt. Wie dieser dicke rundliche Kopf sich zwischen ihren schon geöffneten Blütenblätter drängt und langsam in den Kelch eintaucht.</p>
<p>„Oh Gott, was für ein zärtlicher und gefühlvoller Mann er doch ist!“ denkt Kristina, während sie die Wärme seiner Haut unter den Fingerspitzen spürt. Sie achtet dabei ganz bewusst darauf, ihn als Mann und nicht als Liebhaber zu bezeichnen. Unwillkürlich zieht sich ihr Herz zusammen, als ihr die Gefahr bewusst wird: Wie schnell kann aus einem Moment der Nähe ein Verlangen entstehen, das sie nicht kontrollieren kann? Sie erinnert sich an die stillen Abende mit Ralf, an die Leere, die sie zuletzt gespürt hat. Jetzt, im Schatten der Untreue, spürt sie eine Sehnsucht, die sie erschreckt. Kristina fürchtet, dass sie, sobald sie ihn als Liebhaber betrachtet, den Wunsch entwickeln könnte, ihn noch einmal – vielleicht sogar regelmäßig – so zu erleben. Schon die Vorstellung, seine Berührungen nicht mehr missen zu wollen, lässt sie innerlich erschauern. Das darf auf keinen Fall geschehen, mahnt sie sich selbst, während sie den leisen Klang seines Atems hört und das Aroma seines Parfums, gemischt mit ihrem eigenen, ihr Bewusstsein erfüllt.</p>
<p>Währenddessen ruht Kristinas Blick die ganze Zeit auf ihrem Schoß, fast als wolle sie sich vergewissern, dass alles, was gerade geschieht, wirklich real ist. Als sie beobachtet, wie sich Manfreds heißer Körper langsam und tief in sie schiebt, spürt sie, wie sie von einer überwältigenden Welle aus Verlangen und Hingabe weggespült wird. Das sanfte Licht des Nachmittags fällt durch das halb geöffnete Fenster und taucht den Raum in einen goldenen Schimmer, auf ihren Häuten tanzen Lichtreflexe. Von draußen dringen gedämpfte Stimmen und das ferne Zwitschern der Vögel herein – all diese Sinneseindrücke verdichten sich zu einer Atmosphäre, in der alles andere unwichtig erscheint. Erst als Manfred vollständig in ihr ist, hebt sie den Blick und sieht ihm wieder direkt in die Augen. „Bleib bitte einen Moment so!“, haucht sie, ihre Stimme brüchig vor Erregung, und zieht ihn dabei noch näher an sich heran – als wolle sie ihn für einen endlosen Augenblick festhalten, bevor der Sturm erneut losbricht.</p>
<p>Kristina spürt, wie ihre Lippen sich voller Sehnsucht an Manfreds schmiegen. Ihre Zungen berühren sich, tanzen miteinander, und ein prickelndes Kribbeln jagt durch ihren Körper, während sie sich ihm hingibt. Alles um sie herum verschwimmt, als wäre sie in einem Traum, der ihre geheimsten Wünsche wahr werden lässt. Die Zärtlichkeit, mit der Manfred sie küsst und mit seiner Zunge ihre erforscht, überrascht und berührt sie tief. Sie genießt den Moment, als hätte sie nie zuvor solche Nähe gespürt; die Verbindung zwischen ihnen ist elektrisierend.</p>
<p>Mehrere Minuten verschmelzen ihre Lippen und Körper, verlieren sich in der Intensität des Kusses, bis Kristina sich schließlich sanft löst. Mit glühendem Blick schaut sie Manfred tief in die Augen. Ihr Atem geht schwer, ihre Stimme ist brüchig und voller Verlangen: „ Danke &#8230; danke für diesen ersten Moment, in dem ich dich in mir spüren konnte. Ich wollte dieses Gefühl einfach nur genießen, ganz für mich.“ Sie zieht ihn noch näher zu sich, ihre Finger gleiten verlangend über seinen Nacken. „Aber jetzt &#8230; nimm mich. Zeig mir, dass wir keinen Fehler gemacht haben, den wir später bereuen. Mach mit mir, was du willst – du hast ja schließlich alles gebucht.“ Für einen Moment hält die Zeit den Atem an. Manfred spürt, wie sein Herz schneller schlägt.</p>
<p>Mit behutsamen und ruhigen Bewegungen beginnt Manfred, sich in Kristina zu bewegen – ein und aus, ganz sanft, ohne Hast. Kristina spürt, wie eine ungeahnte Ruhe sie durchströmt. Ein sanftes Kribbeln breitet sich in ihrem Bauch aus, ihre Atmung wird tiefer und langsamer, und für einen Moment vergisst sie das Chaos ihrer Gedanken. Es fühlt sich an, als würde sich ein warmer Schleier über ihre Sorgen legen. „War das wirklich möglich? Konnte Nähe so sanft sein?“, fragt sie sich. Die Wärme seines Körpers und die Zärtlichkeit seiner Berührungen lassen sie zum ersten Mal fühlen, wie anders sich Liebe, besser gesagt Sex sanft anfühlt.. Ihr Herz, schlägt ruhig und weich, fast als würde es sich voller Vertrauen öffnen. Sie denkt zurück an ihre früheren Erfahrungen: Bisher hatte sie geglaubt, dass Männer nur leidenschaftlich und wild sein konnten, sobald sie mit einer Frau intim wurden. Alle, die sie zuvor rangelassen hatte, waren eher von der stürmischen Art, und Kristina hatte angenommen, dass dies das Normale sei – dass Männer, einmal in einer Frau, von ihren Hormonen angetrieben wild und ungezügelt agieren. Doch jetzt erkennt sie, wie wenig sie eigentlich über Liebe und Nähe weiß. „Bin ich bereit, mich auf diese neue Welt einzulassen? Oder laufe ich dadurch Gefahr mich doch zu sehr Manfred zu öffnen?“, geht es ihr durch den Kopf. Die sanfte Hingabe von Manfred öffnet ihr eine neue Welt. Mit jedem ruhigen Stoß wird ihre Sehnsucht größer, diese Erfahrung festzuhalten – als hätte sie endlich gefunden, wonach sie immer gesucht hat, ohne es zu wissen.</p>
<p>Immer wieder streicht seine Eichel über ihren G-Punkt. Sie kennt dieses Gefühl zwar, aber es so langsam und intensiv zu erleben, eröffnet Kristina eine völlig neue Dimension. Kristina spürt, wie sie sich auf diese neue Erfahrung einlässt und erkennt, dass ihre gewohnten Verhaltensmuster in diesem Moment nicht passen. Das macht sie neugierig und zugleich unsicher. Sie atmet tief durch und entscheidet sich, Manfred einfach zu vertrauen. Währenddessen kreisen ihre Gedanken: „Was passiert, wenn ich mich wirklich darauf einlasse? Kann ich meine alten Muster loslassen?“ Diese Fragen hallen in ihr nach und machen ihre Unsicherheit noch greifbarer. Normalerweise würde sie Ralf mit Dirty Talk anheizen, doch jetzt fühlt sie ganz deutlich, dass das stöhnende Anfeuern bei Manfred nicht richtig wäre. Sie merkt, wie sehr sie diese sanfte und gefühlvolle Lust genießt und ihre Sehnsucht nach Nähe kämpft gegen die Angst vor dem Unbekannten. Ihr innerer Konflikt ist deutlich: Einerseits will sie sich hingeben, andererseits fürchtet sie, das Neue durch alte Muster zu zerstören – wie eine zarte Blüte, die vom Wind der Gewohnheit bedroht wird. Kristina lässt sich darauf ein, auch wenn sie nicht weiß, wohin dieser Weg sie führen wird.</p>
<p>Auch ihr Körper zeigt deutlich, wie sehr sie sich an Manfred festhält – als würde sie bei ihm Schutz suchen. Sie lässt ihm gerade so viel Spielraum, dass er sie auf diese besondere Weise nehmen kann. Kristina hat längst das Gefühl für die Zeit verloren; es zählt für sie nur noch das intensive Empfinden. Ein zweiter Orgasmus, der wie ein Sturm über sie hinwegfegt, kündigt sich an und lässt sie alles andere vergessen.</p>
<p>Plötzlich wird Kristina von einer überwältigenden Welle der Leidenschaft erfasst, die sie völlig unvorbereitet trifft. Ihr ganzer Körper zuckt beinahe krampfhaft vor Lust, doch schafft sie es, sich an Manfred zu klammern, getrieben von einer Mischung aus Angst und Hingabe. Sie verbeißt sich in seine Schulter, aus Furcht, ihre Ekstase könnte sonst die ganze Nachbarschaft hören. Kristina spürt, wie ihr Herz rast und ihre Gedanken zwischen Unsicherheit, Scham und einem Verlangen hin- und hergerissen werden, dass sie kaum kontrollieren kann. Manfred hält sie ruhig und fest in seinen Armen, scheinbar gelassen. Dabei fühlt er das Gewitter, das tief in ihrem Innersten um ihn herumtobt, und muss sich ebenfalls eingestehen, wie sehr ihn diese Nähe bewegt.</p>
<p>Mehrere Minuten benötigt Kristina, um aus den Wogen ihrer Ekstase langsam in die Gegenwart zurückzukehren. Manfred verharrt dabei regungslos, tief in ihr, und hält sie sanft und schützend in seinen Armen. In dieser Stille spürt sie, wie ihre Sinne allmählich von dem überwältigenden Empfinden zur Ruhe finden; jeder Herzschlag scheint die Verbindung zwischen den beiden zu vertiefen. Kristinas innerer Aufruhr – das Flirren von Lust, das Echo ihrer Unsicherheit, die zarte Sehnsucht nach Geborgenheit – wandelt sich in eine stille Dankbarkeit. Manfred ahnt, dass es keinen weiteren Impuls braucht; er erkennt instinktiv, dass für Kristina dieser Moment bereits vollendet ist. Statt dem Verlangen nachzugeben, das ihren Höhepunkt noch hätte verlängern können, entscheidet er sich, ihr einfach Zeit zu schenken: Er lässt ihr Raum, um die Intensität zu spüren, um sich selbst und ihm näher zu kommen, ohne Eile, getragen von einem tiefen Verständnis und Respekt. In diesem Schweigen entsteht eine emotionale Nähe, die für Kristina ebenso neu wie kostbar ist.</p>
<p>Kristina löst sich langsam von Manfred und blickt ihm in die Augen, die ihr fast schon fremd erscheinen – so glasig und leer fühlt sie sich gerade. Sie spürt, wie eine bleierne Müdigkeit ihre Glieder durchströmt und ihr Kopf sich anfühlt, als würde er gleich platzen. Während sie versucht, ihre Gedanken zu ordnen, tauchen immer wieder Bilder von den letzten Minuten vor ihrem inneren Auge auf – die Intensität, das Gefühl, völlig überwältigt zu sein, und eine tiefe Unsicherheit, ob sie sich jemals wieder so hingeben kann.</p>
<p>Nach einem Moment des Schweigens bricht sie mit brüchiger Stimme den Dialog auf: „Manfred… das war zu viel. Bitte geh. Ich kann nicht mehr.“ Ihre Worte kommen abgehackt, fast flüsternd. „Du hast mich nicht nur an meine Grenzen gebracht – es fühlt sich an, als hättest du meinen Verstand völlig durcheinandergebracht. Sei mir bitte nicht böse, aber selbst Ralf, müsste jetzt aufhören.“ Eine einzelne Träne der Enttäuschung stiehlt sich aus ihrem Auge; sie hadert mit dem Ende dieses intensiven Moments.</p>
<p>Manfred ist unsicher, wie er die Situation bewerten soll. Zwar hat er das volle Programm bezahlt, doch bisher war es vor allem Kristina, die auf ihre Kosten gekommen ist. Das stört ihn nicht grundsätzlich – schließlich ist es ihm wichtig, Rosi mehr Freude zu bereiten, als selbst zum Höhepunkt zu kommen. Dennoch fühlt er sich dieses Mal etwas unausgeglichen, denn bislang hat er selbst noch nicht abgespritzt. Mit diesem Gedanken erhebt er sich, um herauszufinden, wie es weitergehen könnte und was der Moment noch für ihn bereithält.</p>
<p>Müde schaut sie zu ihm. Ihr Herz beginnt schneller zu schlagen, ihre Hände zittern leicht, während sie versucht, ihre Gedanken zu ordnen. Ihr Blick gleitet weiter zu den 400 €, die immer noch auf dem Tisch liegen. Für einen Moment bleibt sie an dem Geld hängen; es wirkt fast unwirklich, als würde die Realität sie aus ihrem emotionalen Nebel zurückholen. Das Licht im Raum ist gedämpft, und die Geräusche von draußen dringen nur schwach durch die Fenster, was die unwirkliche Stimmung noch verstärkt. Ihr Blick wandert vom Geld zurück zu ihm. Erst jetzt wird ihr bewusst, dass er noch nicht gekommen ist – sie hatte diesen Moment fast vergessen. Ein kurzer Schreck durchfährt sie, ihr Gehirn ringt mit der Müdigkeit und der überwältigenden Flut an Eindrücken. Kristina fühlt eine Mischung aus Unsicherheit, Pflichtgefühl und einem Rest von Lust, die sich in ihr regt. Die Erkenntnis trifft sie, als hätte sie einen Moment lang vergessen, dass auch er noch seine Erwartungen hat. Sie spürt, wie die leise Unruhe in ihrem Inneren stärker wird, als würde sie sich zwischen der Erschöpfung und dem Drang, alles zu erfüllen, was von ihr verlangt wird, hin- und herziehen lassen.</p>
<p>Mit einem entschlossenen Blick rappelt sich Kristina auf, ihre Gedanken kreisen um das Geld auf dem Tisch – sie weiß, dass sie noch nicht genug verdient hat und ihr Pflichtgefühl meldet sich. Sie kniet sich auf die Couch und streckt Manfred ihren Hintern entgegen. Über die Schulter blickend, sagt sie mit einem leichten Lächeln, das Unsicherheit und Entschlossenheit zugleich zeigt: „Da fehlt noch was, Manfred. Ich habe noch nicht das komplette Geld verdient!“ Ihr Ton ist dabei lebendig und offen, was die Atmosphäre zwischen den beiden etwas lockert und ihre Motivation klarer macht. Mit nur zwei schnellen Schritten nähert sich Manfred ihr von hinten. Für einen flüchtigen Moment legt er eine Hand sanft auf Kristinas Schulter – sein Griff ist vorsichtig, beinahe zögerlich, als wolle er ihr Sicherheit geben, zugleich aber auch seine eigene Unsicherheit verbergen. Ihr Herz beginnt wieder schneller zu schlagen, sie spürt die Wärme seiner Hand durch ihre Haut und nimmt den leisen Druck seiner Finger als Einladung wahr, sich ihm ganz zu öffnen. Kristina dreht den Kopf nach vorne, ihre Gedanken überschlagen sich: Spürt er, wie verletzlich sie sich fühlt? Oder ist es seine eigene Nervosität, die sich in dieser Berührung offenbart? Sie erwartet, erneut mit seiner Männlichkeit ausgefüllt zu werden, doch dieses Mal mischt sich zu ihrer Vorfreude ein Hauch von Unsicherheit und Neugier – sie fragt sich, ob auch für Manfred diese Nähe mehr bedeutet als bloße Lust. Für einen Moment treffen sich ihre Blicke im Spiegel der Fenster, und in seinen Augen erkennt sie einen Schimmer von Zweifel, aber auch von Verlangen, der die Situation unerwartet intensiv macht.</p>
<p>Doch als sie erkennt das er diesmal ihr Hintertürchen benutzen will, japst sie auf. „Nein bitte nicht da Manfred. Ich bin da Megastimulierbar und glaube das ich einen dortigen Orgasmus wirklich nicht überstehe!“</p>
<p>Mit einem lauten Klatschen landet seine Hand auf ihrem Hintern. Das Echo des Schlags hallt wie ein Donnerschlag durch den Raum und lässt die Luft vibrieren, während Kristina ein heißer Schmerz durchfährt, der sich sofort in pure Lust und ein intensives Prickeln auf ihrer Haut verwandelt. Für einen Moment scheint die Zeit stillzustehen – sie hört das Klatschen noch in ihren Ohren nachklingen. Die Wärme des Schlags breitet sich wie Wellen auf ihrer Haut aus, ihr Atem stockt für einen Moment. Ihre Gedanken rasen – zwischen Verwirrung und Verlangen versucht sie, das Gefühl zu fassen und zu verstehen. Das prickelnde Nachbeben und die Lust vermischen sich zu einem überwältigenden und vielschichtigen Empfinden, das ihren ganzen Körper durchdringt und auch in ihrer Seele nachhallt.</p>
<p>„Wie ausgemacht das volle Programm und da gehört für mich nun jetzt dein Po dazu!“ erwidert Manfred und setzt seinen Pint an ihrer Rosette an. Schnell zieht er noch ihre Po-Backen auseinander und schon spürt Kristina wie sich der Eindringling versucht seinen Weg durch ihr Hintertürchen zu bahnen.</p>
<p>Kristina versucht, sich so gut es geht zu entspannen und Manfred das Eindringen zu erleichtern. Kristina hatte sich aufgrund Manfreds Größe einen deutlich stärkeren Schmerz vorgestellt, doch als er ihren Schließmuskel überwindet, empfindet sie ihn als überraschend gering. In diesem Moment spürt sie eine Mischung aus Erleichterung und Nervosität – sie ist erleichtert, dass ihre Befürchtungen nicht eintreten, und gleichzeitig aufgeregt, was nun folgen wird. Ihre Gedanken wirbeln zwischen Anspannung und vorsichtiger Zuversicht, während sie den ungewohnten Reiz und die neue Nähe intensiv wahrnimmt. Um sie jedoch noch mehr davon abzulenken, gibt Manfred ihr noch einen Klapps auf den Hintern. Sofort wandelt sich der Schmerz wieder in Lust und so merkt sie kaum, das er komplett in ihr gleitet.</p>
<p>Mit ruhigen, aber kraftvollen Stößen treibt er nun seinen Pint immer wieder tief in ihr Fleisch. Was bei Kristina wahre Wunder bewirkt. Denn mit jeder Bewegung scheint er sie mit frischer Energie zu erfüllen. So sehr, dass sie nicht nur beginnt ihm ihren Hintern entgegenzustoßen. Nein auch verbal gerät Kristina in Fahrt. „Ja bums mich … stoß richtig zu!“</p>
<p>Von seiner Lust getrieben und keuchend antwortet Manfred nun, überwältigt von der aufkommenden Intensität seiner Gefühle. „Mach dir keine Sorgen, ich gebe dir alles, was du willst!“</p>
<p>„Das will ich aber auch … hoffen … vögel mir den … Verstand noch einmal raus!“ kommt es sofort von ihr. Getrieben von der Intensität seiner Bewegungen kann Kristina ihre aufwallenden Empfindungen kaum noch zurückhalten – wie von selbst findet sie zurück zu freizügigen, verspielten Worten, die aus ihrem Innersten sprudeln. Ihre Lust vermischt sich mit einer prickelnden Nervosität, und in ihrem Kopf wirbelt ein Sturm aus Gedanken, der sich in sinnlichen, ungehemmten Äußerungen Bahn bricht und die ohnehin elektrisierte Atmosphäre zwischen ihnen weiter anheizt.</p>
<p>„He, he erst nicht wollen und dann nicht genug bekommen was?“ stichelt Manfred.</p>
<p>Manfred beobachtet Kristina mit einem schmunzelnden Blick und stichelt: „He, he erst nicht wollen und dann nicht genug bekommen was?“ Dabei greift er an ihrer Seite vorbei an eine Brust. Knetet diese zweimal kräftig.</p>
<p>Manfred beobachtet Kristina mit einem schmunzelnden Blick und stichelt: „He, he erst nicht wollen und dann nicht genug bekommen was?“ Während er an ihrer Seite vorbeigreift und ihre Brust umfasst, spürt Kristina nicht nur den festen Druck seiner Finger, sondern auch die Wärme, die sich langsam in ihr ausbreitet.</p>
<p>„Wie soll man … den bei einem solch geilem … Hengst wie dir … davon genug bekommen? Oh Gott, … es kommt mir schon …. wiiieeddeerr!“ Kristina kann erneut mit ihre Lust nicht zurückhalten. Laut hallt ihr stöhnen im Raum umher.</p>
<p>Doch diesmal lässt Manfred ihr keinen Moment, um in den nachhallenden Wellen ihres Höhepunkts zu verweilen oder ihr Glücksgefühl richtig auszukosten. Ohne auf sie Rücksicht zu nehmen, nimmt er sie weiter von hinten. Zeigt ihr, das er sie zu der seinen gemacht hat und bewirkt so das sich dieser Orgasmus zu einem Multiplem hochschaukelt. Welcher dann den Höhepunkt erreicht als sie fühlt wie er den Inhalt seiner Murmeln tief in ihrem Hintern spritzt.</p>
<p>Dies ist nun endgültig zu viel für Kristina. Mit einem lauten Aufheulen stöhnt sie röchelnd, erneut auf, während ihr ganzer Körper fast spastisch zu zucken beginnt. Dabei verkrampft sich ihr Schließmuskel so sehr, das Manfred froh ist nicht mehr zustoßen zu müssen. Als ob er sich in einem Schraubstock befindet, so fest steckt er in ihrem Arsch fest. Sollte sie jetzt jemand In Flagranti erwischen, gäbe es keinen Hauch einer Chance eines schnellen Rausziehens.</p>
<p>Erschöpft und angenehm müde lässt sich Manfred sanft nach vorne sinken und ruht auf Kristinas Rücken. Die beiden spüren die Hitze, die von ihren Körpern ausgeht – eine beinahe überhitzte Intensität, die sich wie ein funkelndes Band zwischen ihnen spannt und sie vollkommen einnimmt. Diese Nähe ist so überwältigend, dass sie für einen Moment alles andere vergessen. Mit behutsamer Zärtlichkeit umfängt Manfred Kristina und streicht sacht über ihre Brüste. Kristina verspürt zunächst den Impuls, sich zurückzuziehen, doch sie bleibt. In ihrem Inneren breitet sich eine ungeahnte Freude und ein tiefes Gefühl von Geborgenheit aus. Sie fragt sich, warum sie sich gerade jetzt so sicher fühlt – vielleicht liegt es daran, wie Manfred sie hält, wie er ihr mit jeder Berührung zeigt, dass sie ihm vertrauen kann. Während sie sich ihm hingibt, spürt sie eine neue Art von Vertrauen, die sie überrascht und zugleich beflügelt. Sie genießt es, die Kontrolle abzugeben, und erkennt, dass es ihr gefällt, ihm zu folgen und zu erleben, wie er das Geschehen lenkt.</p>
<p>Bei ihr und Ralf gibt es solche klaren Führungsstrukturen nicht. Natürlich äußern beide hin und wieder Wünsche, wie sie den anderen gerade erleben möchten, doch geschieht dies stets in gegenseitigem Einvernehmen. Kristina denkt an verschiedene gemeinsame Situationen zurück: Ralf hat ihre Bedürfnisse immer respektiert und nie versucht, die Kontrolle zu übernehmen oder sie zu lenken. Gerade dieses Gleichgewicht schien ihr bislang wichtig zu sein. Trotzdem fragt sie sich, ob sie sich vielleicht nach mehr Führung sehnt oder ob ihr das vertraute Miteinander mit Ralf tatsächlich genügt. Die Erinnerung an intime Momente, in denen Ralf ihre Wünsche zwar erfüllte, aber nie wirklich die Initiative ergriff, lässt sie zweifeln. War es das, was ihr heute bei Manfred so besonders vorkam – das Gefühl, geführt und gehalten zu werden?</p>
<p>In diesem Moment stürmen Gedanken und Gefühle wie ein wildes Gewitter durch Kristinas Inneres. Sie spürt, wie ihre Unsicherheit sich in einem flauen Gefühl in ihrem Magen bemerkbar macht, ihre Hände wandern unruhig über das Sofa und ihr Herz schlägt schneller als sonst. Gleichzeitig treibt ihre Neugier sie dazu, jede Regung in ihrem Körper genau wahrzunehmen: die leichte Gänsehaut auf ihren Armen, das Kribbeln in ihrer Brust und die Frage, ob sie vielleicht eine verborgene, devote Seite in sich trägt. Immer wieder gehen ihr Sätze durch den Kopf – „Bin ich etwa devot veranlagt und weiß es nur noch nicht?“ – und sie versucht, ihre Gedanken zu ordnen, während ein innerer Dialog zwischen Zweifel und Verlangen entsteht. War es die besondere Situation heute, die alles so intensiv gemacht hat, oder steckt mehr dahinter? Die Fragen lassen sie nicht los. Kristina nimmt sich vor, im Netz nach Antworten zu suchen, um besser zu verstehen, was sie bewegt und was sie sich wirklich wünscht. Auch stellt sich ihr die Frage, ob Rosi eventuell devot ist.</p>
<p>Da sich mittlerweile ihr Anus wieder vollkommen entspannt hat und zudem auch Manfreds Hammer an Größe und Standfestigkeit eingebüßt hat, rutsch dieser in diesem Moment mit einem leisen Plop aus ihrem Arsch. Immer noch schwer atmend setzt sich Manfred neben Kristina auf das Sofa. Was sie ihm direkt gleichtut.</p>
<p>Kristina schaut Manfred mit einem unsicheren Lächeln an, ihre Stimme klingt leise und zitternd. „Manfred, meinst du, das war genug für die 400€?“ Sie spürt das Kribbeln in ihrem Magen und fragt sich heimlich, ob sie ihm wirklich das geben konnte, was er erwartet hat. Ihr Herz schlägt schneller, als sie fortfährt: „Ich hoffe, du bist nicht enttäuscht.“ Während sie spricht, merkt sie, wie schwer es ihr fällt, ihre Gefühle offen zu zeigen – vielleicht ist sie einfach zu überwältigt. Unsicherheit schwingt in ihrem Ton, und sie sucht in seinem Blick nach einer Antwort, die sie beruhigt. Sie ringt mit ihren Worten, zögert kurz und fügt dann hinzu, fast entschuldigend: „Sei mir nicht böse, aber ehrlich, nach so einem Abgang wie beim ersten Mal – Ralf dürfte mich danach gar nicht mehr anfassen. Du hast das jetzt geschafft und mir sogar zwei Mega-Orgasmen geschenkt. Dafür bin ich dir echt dankbar, aber noch einen würde ich wirklich nicht schaffen.“</p>
<p>Manfred dreht sich zu Kristina, sein Blick bleibt einen Augenblick länger als sonst auf ihrem Gesicht ruhen. Kurz bevor er spricht, streicht er fast unmerklich mit den Fingern über ihre Hand – eine Geste, die seine innere Unsicherheit verrät. Seine Stimme ist leiser als zuvor, ein Hauch von Zweifel klingt darin mit: „Das war genug, Kristina. Ich wollte dich nicht gleich beim ersten Mal überfordern.“ Während er spricht, spürt er, wie sein Herz schneller schlägt. Er fragt sich, ob er bereit ist, alles aufs Spiel zu setzen – seine Beziehung, seinen Ruf – nur um Kristina noch einmal so nahe zu sein. In ihm tobt ein Zwiespalt zwischen Sehnsucht und Vorsicht; er weiß, wie riskant das alles ist, und kann dennoch nicht aufhören, an sie zu denken.</p>
<p>Mit fester Stimme sagt sie: „Manfred, ich habe dir eben gesagt, dass es keine Wiederholung geben wird. So intensiv und schön es auch gerade war – gleichzeitig war es falsch. Es hätte schon gar nicht passieren dürfen.“ Ihre Stimme klingt bestimmt, doch in ihren Augen flackert Unsicherheit. Die Furcht steigt in ihr auf: Was, wenn sie erneut ihre Selbstkontrolle verliert? Sie spürt, wie das gerade Erlebte immer noch in ihr nachklingt und ihr Verlangen mit den mahnenden Gedanken ringt.</p>
<p>Manfred hält inne, sein Blick wandert nachdenklich zu Kristinas Gesicht. Für einen Moment scheint er ihre Hand noch einmal ergreifen zu wollen, doch er hält sich zurück. Ein Lächeln huscht über sein Gesicht, als er leise antwortet: „Warten wir ab, Kristina. Vorhin hast du doch nach mehr verlangt. Vielleicht kommt ein Moment, in dem du dich daran erinnerst und es wieder willst.“ Er zwinkert ihr zu, ohne dabei die Spannung zwischen ihnen zu lösen. Während er aufsteht und beginnt, sich anzuziehen, bleibt ein bittersüßer Nachklang in der Luft zurück.</p>
<p>Kristina schüttelt lächelnd den Kopf und zieht sich langsam an, wobei ihr Blick immer wieder zu Manfred zurückwandert. Innerlich geht ihr durch den Kopf: „Es ist besser, die Grenze zu ziehen, auch wenn alles in mir schreit, sie zu überschreiten.“ Ihre Stimme ist ruhig und fest: „Du bleibst unverbesserlich, Manfred. Aber bitte, mach dir keine falschen Hoffnungen. So schön es auch war – wir dürfen es wirklich nicht noch einmal zulassen. Die Gefahr wäre einfach zu groß.“ Während sie spricht, spürt sie erneut das bittersüße Ziehen in ihrem Bauch, gemischt mit Bedauern und Erleichterung.</p>
<p>Als beide wieder angezogen sind und sich in der Öffentlichkeit zeigen können, legt Kristina ihre Hand auf die Türklinke, zögert einen Moment und schaut Manfred tief in die Augen. Für einen zufälligen Beobachter sieht es aus, als würden sich zwei Freunde verabschieden. Doch hinter Kristinas freundlichem Lächeln verbirgt sich Unsicherheit, und während Manfred sich von ihr verabschiedet, spürt er, wie sein Herz noch immer wild klopft – ein Echo der vergangenen Stunden, das ihn auch nach dem Abschied nicht loslässt.</p>
<p>Manfred fährt langsam den dunklen Straßenrand entlang, das Steuer fest umklammert. Sein Herz pocht unruhig, und für einen Moment spürt er, wie die Schuld langsam in ihm hochkriecht – ein brennender Knoten, der ihn fast erstickt. Er hält an, blickt nervös in den Rückspiegel, als würde Kristinas Blick ihn noch verfolgen. Mit zitternden Händen greift er zum Handy, ringt kurz um Fassung, dann wählt er Ralfs Nummer. Als die Verbindung steht, klingt seine Stimme ungewohnt leise: „Du kannst jetzt nach Hause fahren, Ralf.“ Während er spricht, drängen sich Erinnerungen an Kristinas Blick und ihre Unsicherheit in sein Bewusstsein. Die Genugtuung bleibt aus, stattdessen macht sich ein seltsames Unbehagen breit.</p>
<p>Ralf antwortet fast beiläufig, doch eine leichte Spannung schwingt mit: „Und? Challenge bestanden, oder?“ Manfred hört das Lächeln in seiner Stimme, aber auch die Erwartung, fast so, als wäre das Ergebnis nicht das Entscheidende, sondern die Wahrheit dahinter.</p>
<p>Manfred räuspert sich, ringt um einen lockeren Ton, aber seine Worte wirken schwer: „Ja, Volltreffer – hat nur 400 Euro gekostet.“ Er versucht zu scherzen, doch die Ironie bleibt ihm im Hals stecken. Die Zahl klingt plötzlich banal, fast schmerzhaft.</p>
<p>Ralf lacht kurz, das Lachen klingt hohl und bricht ab. „Wie meinst du – 400 Euro?“ fragt er, als hätte er Angst vor der Antwort, aber der Wunsch nach Klarheit ist stärker.</p>
<p>Manfred starrt ins Dunkel, seine Stimme ist jetzt fast nur ein Flüstern: „Das heißt, Kristinas Schmerzgrenze liegt nach einem Monat ohne Nähe bei 400 Euro.“ Er spürt, wie die Worte zwischen ihnen hängenbleiben, schwer, fast bitter.</p>
<p>Ralf schweigt, sein Atem geht flach. In ihm bricht etwas, doch er versucht, es nicht zu zeigen: „Ich kann es kaum glauben&#8230; 400 Euro haben gereicht?“ Sein Ton ist leise, fast resigniert, und Manfred spürt, wie ihn das trifft. Plötzlich erscheint ihm alles sinnlos – die Wette, das Geld, die ganze Challenge.</p>
<p>Manfreds Stimme zittert leicht: „Sorry, Ralf. Vielleicht hätte ich das mit dem Geld nicht erwähnen sollen.“ Er bereut seine Offenheit, merkt, wie das Spiel plötzlich ernst geworden ist. Die Freundschaft fühlt sich fragiler an als je zuvor.</p>
<p>Ralf atmet tief durch, seine Worte klingen nachdenklich: „Schon okay. Es war klar, dass sowas wehtut. Aber jetzt weiß ich, woran ich bin – und was ich tun muss, damit das nicht nochmal passiert.“ In seinem Ton liegt Enttäuschung, aber auch eine seltsame Entschlossenheit. Die Wette hat mehr in ihm ausgelöst, als er sich eingestehen will – einen Kampf um Nähe, um Beständigkeit, um Kontrolle.</p>
<p>Manfred blinzelt, spürt, wie die Unsicherheit zwischen ihnen wächst. „Was meinst du damit?“ fragt er, fast schon zaghaft. Es ist weniger Neugier als die Hoffnung, dass alles irgendwie wieder heil wird – auch wenn er weiß, dass das Echo dieses Nachmittags beiden noch lange nachhängen wird.</p>
<p>„Na ist doch ganz klar. Ich muss nur dafür sorgen das mein Schatz nie unterfickt sein wird!“ erklärt Ralf.</p>
<p>Manfred atmet tief durch, die Unsicherheit sitzt ihm noch immer im Nacken. Er blickt auf das Handy, zögert, dann spricht er mit einer Mischung aus Erleichterung und verhaltenem Sarkasmus: „Okay, ich mach dann mal Schluss und fahr zu mir. Alles Gute dir noch und Tschüss!“ Ein kurzer Moment Stille, als wollte er schon auflegen. Dann fügt er – fast wie nebenbei, aber doch mit einem Anflug von Provokation – hinzu: „Ach so, eins noch: Auf eurer Couch befindet sich gerade ein deutlich nasser Fleck.“</p>
<p>Während Manfred das sagt, spürt er, wie sich das Gespräch endgültig entzieht. Die Worte wirken wie ein abschließender Stempel – eine Mischung aus Trotz und Reue. Ralf erwidert noch ein knappes „Dir auch alles Gute!“ und damit endet das Telefonat. Manfred bleibt allein zurück, mit einem seltsamen Gefühl zwischen Erleichterung und Unbehagen. Seine Gedanken kreisen: Hatte er wirklich gewonnen? Oder nur etwas verloren, das er noch nicht ganz fassen kann?</p>
<p>Ralf legt auf und bleibt einen Moment stehen, den Blick auf die Haustür gerichtet. Ein Gefühl von Kontrolle und Genugtuung mischt sich mit einer leisen Bitterkeit. Er will, dass Kristina nicht nur Schuld empfindet, sondern auch das Gefühl bekommt, dass alles beinahe aufgeflogen wäre. Die Szene soll sich in ihr festsetzen. Also verlässt er das Haus, fährt konzentriert nach Hause und öffnet bereits zehn Minuten später die Tür.</p>
<p>Kristina sitzt im Wohnzimmer und telefoniert gerade mit Rosi. Ralf nimmt die Situation bewusst wahr, seine Schritte sind absichtlich laut – er will, dass sie merkt, wie knapp alles war. Doch innerlich brodelt es in ihm. Die Unsicherheit der letzten Tage, die Enttäuschung und das Bedürfnis, wieder Kontrolle über die Beziehung zu bekommen, treiben ihn an.</p>
<p>Kristina dreht sich zu ihm, ein angespannter, fast schuldbewusster Blick. Sie sagt zu Rosi ins Telefon: „Oh, Ralf ist gerade gekommen. Ich soll dich schön von ihr grüßen, Schatz!“</p>
<p>Ralf lächelt äußerlich, doch innerlich testet er ihre Reaktion, achtet auf jede Regung. Sein Gruß klingt neutral: „Danke, ich grüße zurück!“</p>
<p>Während er überlegt, wie er weitermachen soll, spürt er die Dynamik zwischen ihnen: Sie ahnt, dass er mehr weiß, als er zeigt, und er genießt diesen kleinen Machtvorsprung. „Mal sehen, wie sie und Rosi reagieren werden“, denkt er sich, während er sich im Raum bewegt.</p>
<p>Ralf lässt die beiden noch etwas weiter reden. Dann stellt er seine Frage bewusst laut, sodass Rosi sie am Telefon ebenfalls hören kann: „Ach übrigens: War Manfred heute hier?“</p>
<p>Kristina zuckt zusammen, ihr Herz schlägt schneller. Sie antwortet, bemüht um Gelassenheit, aber ihre Stimme verrät Unsicherheit: „Äh, ja. Er war kurz hier.“</p>
<p>Ralf gibt ihnen bewusst einige Sekunden, bevor er die nächste Frage stellt, diesmal noch gezielter: „Hat er dir 400 Euro gegeben?“</p>
<p>Kristina spürt, wie die Worte wie ein Hammer auf sie niederprasseln. In ihrem Kopf überschlagen sich die Gedanken: Wie konnte er das wissen? Was weiß Rosi? Ihre Stimme zittert, als sie Rosi antwortet: „Wie, was denn für 400 Euro?“</p>
<p>Rosi fragt sofort nach, neugierig und etwas irritiert: „Wie, was meinst du mit 400 Euro?“</p>
<p>Kristina ringt mit sich – soll sie es zugeben? Die Unsicherheit wächst, aber sie entscheidet sich für Offenheit, vielleicht aus einem inneren Bedürfnis nach Ehrlichkeit: „Ja, hat er, Schatz.“</p>
<p>Rosi hakt sofort nach: „Warum hat dir Manfred das Geld gegeben?“</p>
<p>Bevor Kristina eine Erklärung finden kann, ruft Ralf energisch dazwischen: „Gut, die hatte ich ihm geliehen und die sollte er heute zurückbringen!“</p>
<p>Für einen Moment ist es still. Kristina fühlt einen Stich, als sie realisiert, was das bedeutet. Die ganze Geschichte hat eine neue Wendung genommen – und sie ist mitten in diesem Spiel, das ihr immer fremder erscheint.</p>
<p>Kristina ist fassungslos. In ihrem Inneren überschlagen sich die Gedanken: <em>Hat er </em><em>mich quasi</em><em> mit unserem eigenen Geld gekauft? Wie konnte ich mich nur darauf einlassen? Was habe ich getan?</em> Der Schock sitzt tief. Sie fühlt sich verraten und fragt sich, ob sie überhaupt noch Kontrolle über die Situation hatte.</p>
<p>Ralf, der seine Frau genau kennt, erkennt die Wirkung seiner kleinen Lüge. In diesem Moment empfindet er eine Mischung aus Genugtuung und Traurigkeit – er wollte, dass sie leidet, aber es tut ihm auch weh. Dennoch denkt er: <em>Treffer und versenkt. Zum zweiten Mal an diesem Tag, mein Schatz.</em> Nach außen wirkt er ruhig: „Okay, kannst du mir nachher geben. Ich geh erst mal duschen.“</p>
<p>Damit verlässt er den Raum. Kristina bleibt zurück, mit ihren Gedanken und einem Gefühl, als hätte sie sich selbst verraten.</p>
<p>„Ich wusste gar nicht, dass sich Manfred Geld von euch geliehen hatte“, sagt Rosi nachdenklich zu Kristina. Die Worte wirken wie ein Echo auf Kristinas innere Verwirrung.</p>
<p>Kristina sucht nach einer Erklärung, doch die Gedanken sind wirr. „Äh, wie? Ja, habe ich vorher auch nicht gewusst. Du, ich muss jetzt aber Schluss machen. Ralf möchte bestimmt gleich etwas essen. Wir hören wieder voneinander?“</p>
<p>Rosi lacht: „Klar, kein Problem. Wenn ich richtig mitbekomme, kommt mein Göttergatte ebenfalls gerade heim und verlangt sicher auch nach was Essbarem!“</p>
<p>Mit einem letzten, fast erleichterten Gruß verabschiedet sich Kristina von ihrer Freundin. Sie legt auf und bleibt einen Moment still sitzen.</p>
<p>Ihr Kopf ist voller Zweifel, Schuld und einem diffusen Wunsch nach Verzeihung – an sich selbst, an Ralf und vielleicht sogar an Manfred. Doch die Szene ist vorbei, sie muss jetzt weitermachen. Die inneren Narben werden bleiben.</p>
<p>***** Rosis Treuetest *****</p>
<p>Natürlich war auch Ralf in der ganzen Zeit nicht untätig gewesen. Immer wieder hatte er Rosi dezent getestet, wobei ihm oft der Gedanke kam, ob sie seine Anspielungen wirklich nur als harmlose Spielerei auffasste – oder ob sie vielleicht doch mehr dahinter vermutete. Einmal waren sie gemeinsam im Garten. Rosi versorgte – obwohl es Sommer war – das Vogelhäuschen mit Futter. Während sie sich konzentriert nach vorne beugte, beobachtete Ralf sie einen Moment und sagte mit einem Schmunzeln: „Also Rosi, du bist wirklich gut zu vögeln.“ Er grinste innerlich und wartete gespannt auf ihre Reaktion, neugierig, ob sie seinen Humor annahm oder konterte.</p>
<p>Ein anderes Mal hing Rosi ein Bild an der Wand auf. Mit einem zweideutigen Unterton kommentierte Ralf: „Du bist ja echt gut im Nageln.“ Schon während er sprach, fragte er sich, wie weit er mit seinen Wortspielen gehen konnte, ohne dass die Stimmung kippte.</p>
<p>Wieder ein anderes Mal trug Rosi ein enges Top. Um ihren Hals hing ein Band mit einem alten MP3-Player. Mit einer langsamen, fast demonstrativen Bewegung schob Rosi das Band unter ihr Top, sodass der Player genau zwischen ihren Brüsten lag. Dabei warf sie Ralf einen vielsagenden Blick zu. Ralf grinste und meinte mit gespielter Unschuld: „Da wäre ich jetzt auch gern – genau an der Stelle deines MP3-Players.“ Er spürte ein leichtes Prickeln und fragte sich, ob Rosi seine Anspielung bewusst erwiderte oder ihn weiter auf die Probe stellte.</p>
<p>Natürlich hatte Rosi alle Anspielungen sowohl bemerkt als auch richtig gedeutet. Für sie war das Ganze ein spielerischer Umgang miteinander, kein ernsthaftes Flirten. Sie genoss es, Ralf zu necken und ihm hin und wieder einen kleinen Denkzettel zu verpassen. Damals im Garten hatte sie sich absichtlich weit vornübergebeugt und ihm ihren Prachthintern in der engen Jeans präsentiert. Sie verweilte sogar ein paar Sekunden länger als nötig und sagte mit einem schelmischen Lächeln: „Wäre ja auch Schade, wenn nicht, oder?“ Gleichzeitig schoss ihr durch den Kopf, wie weit sie Ralf wohl reizen konnte, ohne die Grenze des Humors zu überschreiten.</p>
<p>Rosi genoss das Spiel mit den Anspielungen und fühlte sich dabei selbstbewusst und amüsiert. Ihr Verhalten war bewusst kokett, aber für sie blieb es ein lockerer Schlagabtausch. Sie hatte Spaß daran, mit Ralf zu scherzen und ihm geistreich Paroli zu bieten.</p>
<p>Als Ralf sie wegen des Nagelns ansprach, drehte sie sich zu ihm um, fuhr langsam und lasziv mit der Hand am Stiel des Hammers hoch und runter und antwortete mit einem Augenzwinkern: „Natürlich, ich weiß ganz genau, wie man mit einem Hammer umgeht!“</p>
<p>Beim Fall des MP3-Players strich sich Rosi dann langsam das Top glatt, wobei sie Ralf einen neckischen Blick zuwarf. „Ich glaube, die Musik gefällt dir nicht. Da müsste ich erst mal andere darauf abspeichern“, meinte sie lachend. Durch das Glattstreichen sah Ralf, wie sich ihre Nippel unter dem Stoff des Tops abzeichneten. Er war amüsiert und fragte sich, ob Rosi sich dieser Wirkung auf ihn bewusst war oder ihn nur weiter in ihrem Spiel zappeln ließ.</p>
<p>Nun da Manfred seine Challenge jedoch geschafft, seine Kristina geliebt hat will Ralf ebenfalls Rosi auch einmal durchrammeln. Fieberhaft sucht er nach einen Weg, wie er nun Rosi dazu bewegen kann für ihn die Beine zu spreizen. Außerdem wird die Zeit langsam knapp, denn in zwei Wochen kommen ihre Kinder wieder nach Hause. Manfreds Trick wollte und konnte er nicht einfach übernehmen. Da ihm keine passende Lösung einfällt, fährt er zunächst auf gut Glück zu ihr.</p>
<p>Manfred weiß diesmal Bescheid und lässt sich deshalb nicht zu Hause blicken. Ralf klingelt bei Rosi und wird von ihr mit einem herzlichen Lächeln empfangen. Schon im Flur nimmt Ralf den Duft von frisch gebrühtem Kaffee wahr, der aus der Küche herüberzieht. Sie betreten das Wohnzimmer, dessen große Fenster das warme, sanfte Licht der Nachmittagssonne hereinlassen. Der Raum ist gemütlich eingerichtet: Ein helles Sofa mit bunten Kissen steht neben einem niedrigen Couchtisch, auf dem eine Schale mit Obst und ein paar Zeitschriften liegen. Im Hintergrund läuft leise Musik, während von draußen das Zwitschern der Vögel zu hören ist. Ralf fühlt sich sofort wohl, als er sich neben Rosi auf das weiche Sofa setzt und mit den Fingern den Stoff der Kissen streicht. Wie schon bei Kristina und Manfred führen sie zunächst ein ganz normales Gespräch, doch Ralf spürt eine angenehme Spannung in der Luft, die ihn neugierig macht. Während er sich entspannt, fragt er sich, ob heute der richtige Moment ist, Rosi Manfreds Geheimnis zu verraten – er fühlt das Bedürfnis, etwas Besonderes zu teilen, aber zugleich die Sorge, ob es vielleicht zu viel ist.</p>
<p>„Wann hatte sich Manfred eigentlich Geld von euch geliehen?“ fragt Rosi plötzlich und neigt den Kopf leicht zur Seite, während ihre Augen neugierig aufblitzen. Sie trommelt unbewusst mit den Fingern auf dem Tisch, als wäre sie gespannt auf die Antwort.</p>
<p>„Och, das ist schon was länger her gewesen. War aber sofort abgemacht, dass er etwas mehr Zeit hat mit dem Zurückzahlen,“ antwortet Ralf und zuckt dabei entspannt mit den Schultern, während er Rosi anlächelt. Innerlich spürt er einen Anflug von Unsicherheit, ob das Thema weiter vertieft werden sollte, doch er bleibt äußerlich locker.</p>
<p>„Hm, nur komisch, dass wir Frauen davon gar nichts wussten. Ihr habt doch kein Geheimnis vor uns?“ hakt Rosi sofort nach und schaut Ralf mit erhobener Augenbraue prüfend an. In ihrem Blick schwingt ein Mix aus spielerischem Misstrauen und echter Neugier – sie will wissen, ob sie etwas verpasst hat.</p>
<p>Ralf grinst verschmitzt, während er antwortet: „Nun, alles müsst ihr halt nicht wissen!“ Er zwinkert und lehnt sich entspannt zurück, wobei er die weiche Lehne des Sofas genießt. Gleichzeitig überlegt er, wie weit er gehen kann, ohne das Vertrauen zu gefährden.</p>
<p>„Was soll das denn nun bedeuten? Zudem kenne ich das weder von Manfred noch von dir, oder sollten Kristina und ich mal ein wenig in der Vergangenheit graben und schauen, was dort zu Tage kommen wird?“ meint Rosi, ihr Blick wird fester und fast herausfordernd. Ein leises Kichern entweicht ihr, während sie Ralf mit ihren Augen fixiert – sie genießt das Spiel.</p>
<p>„Das bedeutet, dass wenn einer von uns zum Beispiel eine Überraschung für seine Frau plant, auch ihre Freundin nichts davon wissen darf. Die Gefahr, dass diese sich verplappert, wäre einfach viel zu groß bei der tiefen Freundschaft!“ erklärt Ralf und versucht, sich charmant aus der Affäre zu ziehen, während er leicht die Hände hebt.</p>
<p>„Er hat eine Überraschung für mich geplant? Los, erzähl – oder ich erzähl Kristina, dass ihr Geheimnisse vor uns habt!“ sagt Rosi mit einem breiten Grinsen. Sie tippt spielerisch mit einem imaginären Zeigefinger auf seine Brust und lehnt sich näher zu ihm. In ihrem Ton liegt ein Hauch von Erwartung – sie will wissen, was dahinter steckt, ihre Vorfreude und Unsicherheit mischen sich sichtbar.</p>
<p>Ralf blickt kurz zur Tür hinter sich, als wolle er sicherstellen, dass sie ungestört sind, und senkt dann die Stimme. Er spürt, wie sein Herz etwas schneller schlägt, während er entscheidet, das Geheimnis zu teilen: „Na schön, aber bitte wirklich kein Wort zu Kristina. Ihr habt ja bald euren 10. Hochzeitstag, und da will Manfred dich mit einem Wochenendtrip nach Paris überraschen. Bitte Rosi, verdirb ihm nicht die Überraschung und Freude!“ sagt er eindringlich und sieht ihr direkt in die Augen.</p>
<p>Rosi spürt ein Kribbeln in ihrem Bauch, als sie sich vorstellt, mit Manfred durch die Straßen von Paris zu schlendern. Ihre Augen leuchten, während sie schwärmt: „Oh, wie romantisch. Da muss ich ihm natürlich solch ein kleines, unbedeutendes Geheimnis verzeihen und natürlich verrate ich ihr nichts. Besser gesagt, es erst nach dem Trip!“ Sie lächelt verträumt und blickt einen Moment lang aus dem Fenster, das Sonnenlicht lässt die Farben im Raum warm erstrahlen.</p>
<p>„Danke Rosi, du bist echt ein Schatz und Kristina kann sehr glücklich darüber sein, dich als Freundin zu haben!“ meint darauf Ralf und lächelt sie herzlich an. Er fühlt einen Moment lang echte Dankbarkeit für die Offenheit und Wärme in ihrer Freundschaft.</p>
<p>„Danke Ralf, aber nicht nur sie hat Glück. Ich habe ebenfalls Glück, sie als Freundin zu haben!“ erwidert Rosi und grinst ihn warm an, spürbar bewegt von der Freundschaft. In diesem Moment fühlt sie sich geborgen, als sei das Wohnzimmer nicht nur ein Raum, sondern ein Ort der Verbundenheit.</p>
<p>„Aber ich glaube, das größte Glück haben Manfred und ich gehabt,“ meint dann Ralf, seine Stimme klingt dankbar und er blickt einen Moment nachdenklich auf das Sofa, spürt die angenehme Wärme des Stoffes unter seinen Fingern. Innerlich wird ihm bewusst, wie sehr er die freundschaftliche Nähe schätzt.</p>
<p>„So, wieso das denn?“ fragt Rosi sofort, ihre Neugier erneut geweckt und sie lehnt sich interessiert nach vorne. Dass das Sonnenlicht ihr Haar golden aufleuchten lässt, bemerkt sie gar nicht – sie ist ganz im Moment, gespannt auf die Antwort.</p>
<p>„Na, so gut und tief wie ihr befreundet seid, da haben wir doch wirklich Glück gehabt, dass wir euer Interesse an uns wecken konnten. Sah am Anfang ja fast so aus, als ob ihr Zwei was miteinander gehabt hättet und somit eventuell gar nicht in unserem Teich geschwommen wärt!“ erklärt Ralf und lacht dabei, seine Unsicherheit über den Gedanken durch einen Scherz überspielend.</p>
<p>Laut muss Rosi auflachen, als sie dies hört. „So hat es für euch ausgesehen?“ fragt sie amüsiert und schüttelt den Kopf, ihr Blick ist voller belustigter Überraschung. Sie genießt die Leichtigkeit des Moments, die Wärme des Raumes und die Vertrautheit zwischen ihnen.</p>
<p>„Hm … und mir ist auch hin und wieder mal die Frage durch den Kopf gegangen, ob ihr Zwei mal …“ sagt Ralf und bricht den Satz bewusst ab, während er Rosi mit einem verschmitzten Grinsen ansieht, ihr die Möglichkeit gebend, ihn zu vervollständigen. Im Innern spürt er eine Mischung aus Neugier und dem Wunsch, mehr über ihre Vergangenheit zu erfahren.</p>
<p>„Ob wir was?“ fragt Rosi amüsiert, ihre Stimme klingt spielerisch und sie lehnt sich entspannt zurück. Sie genießt den Moment sehr.</p>
<p>„Okay, wenn du es so willst. Na, ob ihr Zwei mal die lesbische Schiene gefahren seid. Sei es, um zu schauen, ob ihr lesbisch wärt oder halt nur um mal eine schöne Zeit zusammen zu haben!“ spricht Ralf dann offen aus, was er zuvor angedeutet hatte und beobachtet dabei neugierig Rosis Reaktion. Während er spricht, horcht er auf ihre Körpersprache, gespannt, ob er einen wunden Punkt trifft oder ein weiteres spielerisches Abenteuer beginnt.</p>
<p>Rosi schaut Ralf direkt in die Augen und ihm kommt es so vor, als könne er in ihrem Blick eine Mischung aus Belustigung und aufgestauter Lust erahnen. „Na, also – bist doch sonst nicht so prüde. War es jetzt etwa so schwer, die Frage auszusprechen?“ neckt Rosi ihn, ihre Stimme klingt herausfordernd und sie schmunzelt. In ihrem Inneren genießt sie das Spiel mit der Unsicherheit und die Vertrautheit, die zwischen ihnen wächst.</p>
<p>„He, das Wort prüde kenn ich nicht und nein, war es nicht!“ protestiert Ralf sofort lauthals, seine Stimme klingt energisch und er grinst sie breit an. In diesem Moment fühlt er sich befreit – das Gespräch hat etwas Leichtes, fast Intimes angenommen, das ihm gefällt.</p>
<p>Rosi lehnt sich leicht zurück, ein warmes Lächeln umspielt ihre Lippen. Innerlich spürt sie, wie ihr Herz schneller schlägt, als sie Ralfs Frage offen begegnet. „Gut zu wissen“, sagt sie mit einer scheinbar lässigen Stimme, doch ihre Gedanken sind alles andere als ruhig. Sie schaut kurz zu Ralf, dessen neugierige Miene sie daran erinnert, wie viel Vertrauen und Freundschaft zwischen ihnen existiert. „Aber um deine Frage zu beantworten – wir sind ja unter uns.“ Ihr Blick huscht zum Fenster, als wollte sie sich vergewissern, dass niemand lauscht. „Nein, Kristina und ich haben nie etwas miteinander gehabt oder versucht!“ Ihr Lachen klingt echt, doch in ihrem Inneren regt sich ein bittersüßes Gefühl. Während sie spricht, steigen Bilder aus ihrer Vergangenheit auf: Die Zeit direkt nach der Schule, bevor Manfred in ihr Leben trat. Damals, in Momenten voller Neugier und jugendlicher Unbeschwertheit, hatten Kristina und sie tatsächlich gemeinsam schöne Stunden verbracht – heimlich, fast zärtlich, immer nur für sich. Dieses geheime Band, das sie bis heute bewahrt hat, fühlt sich wie ein kostbarer Schatz an, den sie nicht ohne Kristinas Zustimmung preisgeben will. Rosi seufzt leise; die Wahrheit bleibt weiterhin verborgen, gut versteckt unter der Oberfläche ihres Lächelns. Für einen Moment gleiten ihre Gedanken ab – sollte es jemals jemand erfahren, dann nur, wenn sie und Kristina gemeinsam darüber sprechen würden. Doch dieser Tag scheint fern, fast unwirklich. Rosi taucht wieder aus ihren Erinnerungen auf und blickt Ralf an, versucht dabei, ihre innere Bewegung zu überspielen.</p>
<p>Ralf atmet aus, seine Stimme klingt plötzlich etwas leiser, fast erleichtert. „Puh, da bin ich dann aber beruhigt!“ Er schüttelt den Kopf, die Ironie in seiner Stimme ist kaum zu überhören. Gleichzeitig bleibt ein Rest Unsicherheit in seinen Augen zurück – vielleicht ist es auch ein Versuch, die Leichtigkeit des Gesprächs zu bewahren, während er vorsichtig die Grenzen ihrer Freundschaft abtastet.</p>
<p>Rosi spürt, dass hinter Ralfs Worten mehr steckt, als er zugibt. Ihr Lächeln verschwindet, ersetzt von einer sanften Besorgnis. Sie lehnt sich vor, ihr Blick wird aufrichtig. „Beruhigt? Ralf, was ist los? Gibt es Probleme zwischen euch?“ Ihre Stimme ist weich, aber bestimmt; sie sucht nach dem Kern seiner Verunsicherung, während ihre Gedanken schon Szenarien durchspielen: Ist Kristina etwa unglücklich, oder belastet Ralf etwas, das er nicht aussprechen kann?</p>
<p>Ralf hebt abwehrend die Hände, sein Tonfall wird nachdenklich. „Nein, es gibt keine Probleme in unserer Beziehung. Kristina ist mir absolut treu und wir lieben uns immer noch genauso sehr wie damals, als wir uns kennengelernt haben.“ Während er spricht, ringt er mit Worten, seine Stimme klingt unsicherer als sonst. „Daher, von männlicher Seite aus mache ich mir absolut keine Gedanken.“ Er schaut Rosi kurz an, als wolle er sich ihrer Zustimmung versichern. „Aber wenn sie eine lesbische Ader in sich hätte – oder halt bi wäre …“ Er stockt, seine Stimme wird noch leiser, fast als ob er sich für diesen Gedanken schämen würde. Die Atmosphäre zwischen ihnen wird für einen Moment ernster, beide spüren, wie tief dieses Gespräch gehen könnte.</p>
<p>Rosi schmunzelt und greift nach seiner Hand, ihr Griff ist sanft, beinahe tröstend. „Oh, vielen Dank, Ralf. Wenn ich dich gerade richtig verstanden habe – bin ich wohl die einzige, die du als Gefahr für deine Ehe und Liebe ansehen könntest oder müsstest?“ Sie blickt ihm tief in die Augen, ihr Ausdruck ist eine Mischung aus amüsiertem Verständnis und leiser Anteilnahme. Gleichzeitig spürt sie eine Welle der Zuneigung zu Kristina, und in ihr wächst das Bedürfnis, die Freundschaft zwischen ihnen allen zu schützen.</p>
<p>Ralf lächelt leicht, sein Blick gleitet auf ihre Hand, die auf der seinen liegt. „Tja, ist oder wäre halt so – wenn ihr lesbisch wärt. Bei eurer tiefen Freundschaft und deinem Aussehen …“ Er hält inne, als müsse er die richtigen Worte suchen. „Ich glaube, da müsste ich wirklich große Angst haben“, sagt er schließlich leise, ein Hauch Ironie schwingt mit. Doch in seinem Gesicht ist deutlich zu sehen, wie sehr ihm die Sicherheit und Nähe zu Kristina am Herzen liegen.</p>
<p>Rosi lacht kurz auf, doch ihre Antwort ist ernsthaft und zugleich herzlich. „Zum einen, Ralf, wenn wir lesbisch wären, dann wärt ihr erst gar nicht mit uns zusammengekommen – oder vielleicht höchstens als Alibipartner. Lesben lassen eigentlich nicht wirklich einen Mann an sich heran.“ Sie zwinkert ihm zu, die Leichtigkeit kehrt zurück. „Und zum anderen nochmals danke für das Kompliment gerade.“ Ihr Gesicht strahlt, während sie die Atmosphäre wieder ins Helle zieht, eine warme Verbundenheit breitet sich zwischen ihnen aus.</p>
<p>Ralf räuspert sich und wechselt das Thema, seine Stimme bekommt einen sachlicheren Klang. „Weißt du, wann Manfred heute nach Hause kommt?“ Die Frage schiebt sich wie eine Brücke zwischen die vertraulichen und ernsten Themen, der Dialog erhält einen neuen Fluss.</p>
<p>Rosi nimmt einen tiefen Atemzug, ihre Gedanken wandern kurz zu Manfred. Sie fühlt einen leichten Stich der Enttäuschung, doch ihre Stimme bleibt gelassen. „Oh, das wird spät. Er hat vor einer knappen Stunde angerufen und gesagt, dass sie einen Notfall in der Firma haben – das zu beheben wird wohl sehr lange dauern.“ Während sie spricht, spürt sie die Sehnsucht nach einem gemeinsamen Abend mit Manfred. „Sprich, wohl erst spät am Abend oder sogar tief in der Nacht“, ergänzt sie, ihre Worte klingen etwas resigniert, aber auch voller Verständnis für Manfreds Situation.</p>
<p>Ralf nickt und wirft einen vielsagenden Blick auf Rosi. „Hm, sowas ist nie gut. Also ein schwerer Notfall – egal in welcher Hinsicht“, sagt er mit einem leisen Unterton, der doppeldeutig wirkt. Rosi merkt, dass er auf ihre Situation anspielt, die Einsamkeit, die sie manchmal fühlt, wenn Manfred beruflich so eingespannt ist. Für einen Moment entsteht eine stille Verbindung zwischen ihnen, die das Gespräch in eine neue Richtung lenkt.</p>
<p>„Da hast du wohl recht“, erwidert Rosi und spürt, wie sich ein leiser Frust in ihr ausbreitet. „Manfred muss in letzter Zeit so viel arbeiten, dass ich gehofft hatte, mir heute mit ihm einen schönen Abend machen zu können.“ Sie lässt ihren Blick durch den Raum schweifen, ihre Gedanken kreisen um gemeinsame Momente, die immer seltener geworden sind. Ihre Stimme klingt melancholisch.</p>
<p>Ralf überlegt kurz, dann lächelt er schelmisch. „Hm, vielleicht könnte man sich ja so einen schönen Nachmittag machen?“ Seine Stimme bekommt einen spielerischen Klang, und Rosi spürt, wie die Atmosphäre leichter wird. Sie erkennt seine Bemühung, sie von ihrer Enttäuschung abzulenken, und ist ihm dafür dankbar.</p>
<p>„Was, wie meinst du das jetzt, du kleiner Schlingel!“ lacht Rosi und zieht ihre Hand zurück. Ihr Ton ist neckisch, gleichzeitig fühlt sie sich durch Ralfs Vorschlag gewärmt. Die Leichtigkeit des Moments vertreibt die dunklen Gedanken, der Übergang in einen neuen Abschnitt ihres Nachmittags gelingt sanft.</p>
<p>Ralf verdreht gespielt die Augen, sein Ton nun fast ironisch. „Na, nicht so, wie du es dir scheinbar gerade vorgestellt hast. Ich dachte eher an einen Spieleabend!“ Rosi grinst, die Lockerheit zwischen ihnen ist spürbar.</p>
<p>Sofort gleitet Rosi in Erinnerungen zurück – an Abende voller Lachen und Spielfieber mit Kristina und Manfred. „Oh ja, einen Spieleabend haben wir Vier schon lange nicht mehr gemacht. Das wäre eine schöne Idee! Aber warum erst heute Abend?“ Ihre Stimme ist enthusiastisch, ihre Augen leuchten. „Warte, ich rufe Kristina schnell an, vielleicht können wir dann diesen Nachmittag was zu dritt spielen!“ Sie springt auf, ihre Energie erfüllt den Raum wie ein frischer Wind.</p>
<p>Ralf winkt ab, sein Ton ist bedauernd, aber freundlich. „Hm, das geht leider nicht. Kristina ist heute tagsüber bei ihren Eltern – dies und das helfen“, erklärt er, wobei er sich über die Stirn streicht. Die Enttäuschung ist kurz spürbar, aber Rosi akzeptiert es mit einem verständnisvollen Nicken.</p>
<p>„Ach ja, stimmt. Davon hatte sie mir erzählt, ich hab nur vergessen, dass das heute ist.“ Rosi runzelt kurz die Stirn und bedauert den verpassten gemeinsamen Moment.</p>
<p>„Was meinst du, wir können doch alleine eine Runde spielen. Ich habe Zeit!“ Ralf schaut sie fragend an, ein schelmisches Funkeln in den Augen. Rosi überlegt kurz, ihr Herz schlägt erwartungsvoll – warum nicht? Sie lächelt und erwidert: „Warum eigentlich nicht? Wieso sollten wir zwei nicht auch ohne unsere Partner etwas zusammenspielen können?“ Ihr Ton ist leicht zweideutig, doch sie überspielt die Andeutung geschickt.</p>
<p>Für einen Moment herrscht Stille, dann fragt sie: „Was für ein Spiel schwebt dir denn vor?“ Ihre Stimme ist offen, neugierig, und in ihrem Inneren breitet sich Vorfreude aus.</p>
<p>„Du entscheidest. Immerhin bin ich hier, um dich ein wenig vom Alleinsein abzulenken“, sagt Ralf und lächelt. In Gedanken fügt er hinzu, dass er ziemlich genau weiß, welches Spiel sie jetzt wirklich ablenken würde. Doch er lässt Rosi die Wahl.</p>
<p>„Gut, wie wäre es mit einer Runde Mensch Ärgere Dich nicht zum Aufwärmen?“ Rosi grinst, ihre Begeisterung ist spürbar. „Danach können wir ja immer noch entscheiden, ob wir noch eine Runde spielen oder ein anderes Spiel wählen.“</p>
<p>„Hört sich gut an!“ Ralf antwortet, seine Stimme ist nun wieder gelöst. Für einen Moment treffen sich ihre Blicke – beide wissen, dass dieser Nachmittag anders wird als die letzten Tage voller Arbeit und Routine.</p>
<p>Schnell holt Rosi das Spiel aus dem Schrank. „Lass uns dafür aber in die Küche gehen. Am Esstisch kann man sich besser fürs Spielen hinsetzen!“ Sie führt Ralf in die Küche, die Atmosphäre ist leicht und voller Vorfreude.</p>
<p>Die beiden setzen sich gegenüber an den Tisch. Das Brettspiel ist schnell aufgebaut und die erste Partie beginnt. Rosi kegelt mal eine von Ralfs Figuren raus, mal ist es andersherum. Ausgelassen ist die Stimmung, Rosi genießt die Leichtigkeit, die das Spiel mit sich bringt. Am Ende gewinnt sie die erste Partie. Sie schaut Ralf direkt in die Augen, ein frecher Glanz darin. „Na, Lust noch eine Runde zu verlieren?“ Sie spürt, dass zwischen ihnen eine neue Nähe entstanden ist, die sie beide genießen, und für einen Moment fühlt sie sich wieder jung und unbeschwert.</p>
<p>„He, also natürlich – eine Revanche musst du mir auf jeden Fall geben!“ Ralf erwidert, sein Ton ist fordernd, aber freundlich. In seinem Blick liegt eine neue Entschlossenheit.</p>
<p>„Okay, hast ja Recht – und die gebe ich dir gern. Es ist wunderbar, mal wieder so einfach alles um sich herum zu vergessen!“ Rosis Stimme ist voller Dankbarkeit für diesen Moment der Unbeschwertheit. Ihre Gedanken schweifen ab, sie genießt das Zusammensein mit Ralf, das vertraute Spiel und die neu entdeckte Nähe.</p>
<p>„Gut, was meinst du dazu? Erhöhen wir den Einsatz etwas – der Gewinner oder die Gewinnerin darf sich nach der Partie etwas wünschen!“ Schlägt Ralf vor, seine Stimme ist jetzt fast verschwörerisch. Die Atmosphäre ist aufgeladen – beide wissen, dass dies mehr ist als nur ein Spiel, es ist ein gemeinsamer Moment voller Möglichkeiten. Rosi spürt, wie ihre Neugier wächst, und gleichzeitig genießt sie das leichte Kribbeln der Spannung.</p>
<p>Kurz lächelt Rosi süffisant, ihre Stimme klingt spielerisch. „Ach, und an was hast du da so gedacht?“ Für einen Moment treffen ihre Blicke sich, das Licht der Nachmittagssonne fällt durch das Fenster und taucht die Szene in einen goldenen Schein. In ihrem Inneren fühlt sie sich aufgeregt – was für einen Wunsch wird Ralf wohl äußern?</p>
<p>Ralf zuckt mit den Schultern und antwortet, diesmal mit einem Hauch von Unsicherheit. „Keine Ahnung. Entschuldige, war vielleicht eine dumme Idee.“ Seine Stimme ist vorsichtig, fast zögerlich, während er Rosi genau beobachtet.</p>
<p>„Also, ich hab damit kein Problem. Solange es anständig bleibt und es etwas ist, das unter Freunden okay ist – versteht sich!“ Rosi antwortet offen, doch ihre Augen blitzen vor Neugier. Während sie spricht, beobachtet sie Ralfs Reaktion und genießt das Spiel mit den unausgesprochenen Möglichkeiten des Nachmittags.</p>
<p>„Na, dann sind ja die Eckdaten geklärt. Jeder überlegt sich einen Wunsch, der unter Freunden okay ist. Aber verraten werden wir ihn erst nach der Partie – so, dass der Gewinner nie erfährt, was sich der Verlierer eventuell gewünscht hätte. Okay?“ Ralfs Ton ist nun humorvoll, fast beschwörend. Die Regeln sind abgesteckt, das Spiel beginnt, und die Atmosphäre ist voller Spannung und Vorfreude.</p>
<p>„Hm, ich denke, damit kann ich leben“, antwortet Rosi und tut so, als müsste sie erst einmal nachdenken. Ihre Stimme ist lebendig, und in ihrem Inneren breitet sich die Vorfreude auf das Spiel und die gemeinsamen Stunden weiter aus. Zwischen ihnen herrscht nun eine vertraute, spielerische Spannung.</p>
<p>Die Sonne tauchte den Raum in warmes Licht, während draußen leises Vogelgezwitscher zu hören war. Ralf legt jetzt richtig los, alles scheint für ihn zu laufen. Immer wieder grinst er, wenn Rosi patzt – und sie merkt, dass ihr die Konzentration fehlt, weil sie ständig über Ralfs möglichen Wunsch nachdenkt. Am Ende gewinnt Ralf die Revanche, seine Freude steckt förmlich an. Rosi ist ein bisschen enttäuscht, aber gleichzeitig gespannt – was wird er sich jetzt einfallen lassen?</p>
<p>Rosi schaut ihn neugierig an, ihr Herz pocht schneller. „Na, was hast du dir denn ausgedacht?“ schießt ihr durch den Kopf und sie spürt eine Mischung aus Nervosität und Vorfreude. Wird sein Wunsch harmlos sein – oder steht sie gleich einer echten Herausforderung gegenüber?</p>
<p>„Na, bist du bereit, deinen Preis einzulösen?“ fragt Ralf mit einem frechen Grinsen. Seine Stimme klingt jetzt locker und ein bisschen verschmitzt, sein Blick trifft den ihren – die Spannung zwischen ihnen ist fast zu greifen. Rosi lächelt unsicher, versucht cool zu bleiben, doch ihre Gedanken purzeln nur so.</p>
<p>„Na los, Ralf – raus mit der Sprache! Was hast du dir ausgedacht?“ erwidert sie, und ihr Lächeln wirkt herausfordernd, fast neckisch. Ihr Blick bleibt an ihm hängen – sie will wissen, wie mutig er ist, und ist gleichzeitig neugierig und leicht nervös.</p>
<p>Ralf zögert kurz, dann platzt es aus ihm heraus: „Okay, ich will einen Kuss sagen wir für zwei Minuten!“ Seine Stimme wird leiser, fast schelmisch, und Rosi erkennt, dass er zugleich nervös und erwartungsvoll ist. Ihr Herz schlägt noch schneller – damit hat sie nicht gerechnet, plötzlich prickelt die Luft vor Spannung.</p>
<p>Einen Moment sagt Rosi nichts. Ihre Gedanken überschlagen sich: Ist das jetzt wirklich der richtige Moment? Wird sie das bereuen? Aber der Wunsch ist ja eigentlich harmlos – und Neugier und Lust gewinnen die Oberhand. „Du willst also, dass ich dich zwei Minuten lang küsse?“ fragt sie, ihre Stimme zittert leicht vor Aufregung und Neugier. Sie sucht seinen Blick, will wissen, ob er das wirklich meint.</p>
<p>Ralf tritt ganz nah an sie heran, seine Augen funkeln vor Vorfreude und auch ein wenig Unsicherheit. „Nicht bloß so einen schnellen Kuss auf die Lippen – ich meine schon einen echten Kuss. So wie du ihn Manfred gibst, mit allem Drum und Dran!“ sagt er, jetzt klingt er mutig. Rosi spürt, wie ihr die Knie weich werden. Sie fragt sich, ob sie bereit ist, diesen Schritt zu gehen, und gleichzeitig fühlt sie sich lebendiger als schon lange nicht mehr.</p>
<p>Rosi versinkt in einem stillen inneren Monolog. Ihre Gedanken kreisen wie ein Wirbel: Ein Kuss, so leidenschaftlich, könnte das vielleicht schon mehr bedeuten als bloß ein Spiel? Die Grenze zwischen Freundschaft und Verlangen verschwimmt. Sie erinnert sich an das Gespräch mit Kristina. Darüber, wie sie sich erlaubten, in der Fantasie den Mann der anderen zu verführen – wie sie lachend meinten, das sei ja nur ein Gedankenspiel. Doch gerade in letzter Zeit, seit Manfred so viel arbeitet, hat sie diese Fantasien häufiger zugelassen. Vor ihrem inneren Auge taucht Manfred auf: Sie denkt an die Abende, an denen er müde nach Hause kam, kaum ein Wort für sie übrig hatte. Wie sie sich nach seinen Blicken und seiner Nähe sehnte, nach einem Moment, in dem er sie wirklich wahrnimmt. Ihr Herz pocht so laut, dass sie meint, Ralf müsse es hören; ihre Hände zittern leicht, und ein warmes Kribbeln breitet sich in ihrem Bauch aus. Sie spürt, wie ihr Gewissen sich regt – Manfred, ihr Mann, steht am Rand ihrer Erinnerung, und sie fragt sich, ob er ihr einen solchen Moment verzeihen würde. In Gedanken hört sie Kristina: &#8220;Bist du verrückt?&#8221;, würde sie rufen. &#8220;Das ist doch nicht unser Spiel!&#8221; Kristina, die Freundin, wäre sicher schockiert, würde energisch protestieren, wenn sie Zeugin des Geschehens wäre. Doch hier und jetzt sind sie allein; nur Ralf und sie, in einem Raum voller unausgesprochener Wünsche. Ihr Herz schlägt schneller, und sie fragt sich: Kann sie diesen Augenblick genießen und danach Manfred noch ehrlich begegnen? Wie viel einfacher wäre es doch, wenn sie gerade zu viert spielen würden, überlegt sie noch.</p>
<p>Rosi ist vollkommen überrascht. Sie war tief in ihren Gedanken versunken, als sie plötzlich die weichen, warmen Lippen von Ralf auf ihren spürt. Für einen Moment ist sie wie überrumpelt, doch dann lässt sie sich darauf ein und genießt es, endlich wieder geküsst zu werden. Während Ralf sie enger an sich zieht, spürt sie seine Hände auf ihrem Rücken und nimmt den dezenten Duft seines Parfums wahr. Das leise Rascheln seiner Kleidung begleitet den Moment, und mit jedem Atemzug fühlt sie, wie die anfängliche Unsicherheit langsam von einer wohligen Wärme verdrängt wird, die sich in ihrem Inneren ausbreitet. Ihr Herz schlägt schneller, und das Gefühl von Geborgenheit wächst—sie fühlt sich begehrt, auch wenn es nur für diese zwei Minuten sein sollte.</p>
<p>Rosi öffnet ihren Mund, und als ihre Zunge auf Ralfs trifft, durchströmt sie ein elektrisierendes Gefühl. Ihr Herz schlägt wild, jede Berührung lässt sie die Welt um sich vergessen. Der Kuss entwickelt sich zu einem leidenschaftlichen Tanz, bei dem Ralf den Rhythmus vorgibt – doch Rosi folgt ihm nicht nur, sie gibt sich ganz dem Moment hin. Sie spürt, wie ein warmes Kribbeln sich von ihrem Bauch bis zu ihrem ganzen Körper ausbreitet; ihre Gedanken lösen sich auf, und für einige Minuten existieren nur sie und Ralf. Mit jedem Zug wächst ihr Verlangen, sie genießt jede Nuance, jeden Atemzug, jede Bewegung. Der Kuss dauert viel länger als geplant, und als sie sich schließlich voneinander lösen, muss Rosi nach Luft ringen. In seinen Augen erkennt sie ein Echo ihrer eigenen Gefühle und ist überrascht, wie tief der Moment sie berührt hat.</p>
<p>Als wäre nichts gewesen, geht Ralf wieder zu seinem Platz und lässt sich entspannt zurückfallen. „Jetzt steht’s unentschieden. Wie wär’s mit einer Entscheidungsrunde?“ fragt er und schaut Rosi mit einem spielerischen Funkeln in den Augen an.</p>
<p>Rosi erwidert seinen Blick, ein schiefes Lächeln auf den Lippen. „Aber nur, wenn die Bedingungen die gleichen bleiben!“ sagt sie und zwinkert ihm, etwas frecher und lockerer als zuvor, zu. Ihr Herz pocht schneller – sie spürt, wie sich ein leichtes Kribbeln in ihrem Bauch ausbreitet, während die Spannung zwischen ihnen erneut wächst.</p>
<p>Ralf lächelt und lehnt sich leicht vor. „Wenn du willst – ich werd’ dir sicher keine Revanche verwehren“, antwortet er, seine Stimme klingt jetzt fast herausfordernd, als hätte er genau darauf gehofft.</p>
<p>Mit geübten Handgriffen stellen die beiden das Brett wieder auf. Diesmal spielen sie konzentrierter, jeder Zug wird abgewogen, die Spannung steigt mit jedem Würfeln. Rosi spürt, wie ihr Ehrgeiz wächst – jetzt geht es nicht mehr nur ums Gewinnen, sondern auch darum, wer den nächsten Preis bestimmen darf. Die Partie wird immer ausgeglichener, das Spiel steht auf Messers Schneide, und die Luft zwischen ihnen ist geladen von Erwartung und Aufregung.</p>
<p>Rosi versucht immer wieder, Ralf mit kleinen Gesten aus der Fassung zu bringen. Während sie scheinbar beiläufig mit der Zunge über ihre Lippen fährt, fragt sie sich insgeheim, ob ihre Spielereien überhaupt irgendeine Wirkung auf ihn haben – oder ob Ralf einfach unbeeindruckt bleibt. Ein anderes Mal setzt sie sich etwas anders hin, streicht ihre Bluse glatt und bemerkt, wie Ralfs Blick kurz hängenbleibt, als der BH unter dem Stoff sichtbar wird. Für einen Moment fühlt sie ein Prickeln der Unsicherheit: Ist sie dabei, eine Grenze zu überschreiten? Doch auch wenn sie sich bemüht, scheint all das nichts zu nützen, denn Ralf bleibt konzentriert und gewinnt erneut. Rosi spürt einen kurzen Stich der Enttäuschung, gemischt mit Neugier auf das, was als Nächstes passieren könnte.</p>
<p>Triumphierend grinst Ralf sie an, und Rosi wird plötzlich mulmig zumute. Hatte sie mit ihrem Verhalten vielleicht zu weit gespielt? Für einen Moment schießt ihr der Gedanke durch den Kopf, dass sie ihm falsche Signale gesendet haben könnte. Sie versucht, ihre Unsicherheit hinter einem lockeren Spruch zu verbergen: „Ralf, fordere jetzt bitte nichts ein, was ich nicht als Siegespreis bezahlen kann.“ Ihr Herz klopft schneller, während sie gespannt auf seine Antwort wartet und sich fragt, wie weit das Spiel noch gehen wird.</p>
<p>Ralf lächelt geheimnisvoll und lehnt sich ein Stück näher zu ihr. „Keine Sorge, ich habe nichts Unmögliches im Sinn“, erwidert er mit einem sanften, aber spürbar verspielten Unterton. Rosi atmet ein wenig auf, doch das Kribbeln der Unsicherheit bleibt – sie ist sich nicht sicher, ob sie seiner Entspanntheit wirklich trauen kann oder ob er doch noch eine Überraschung für sie bereithält. Sie spürt, wie die Spannung zwischen ihnen weiter wächst, während sie auf seinen nächsten Wunsch wartet.</p>
<p>„Eigentlich traurig, dass du so etwas von mir denkst“, sagt er. Während Ralf spricht, wandert sein Blick kurz zum Fenster, wo das gedämpfte Licht auf die Regentropfen fällt. Er lächelt leicht – ein warmes, ehrliches Lächeln, das etwas von seiner Unsicherheit verrät. Für einen Moment legt er den Kopf schief, als wolle er ihr die Unsicherheit nehmen.</p>
<p>„Entschuldige, du hast Recht. Das war vollkommen unangebracht.“ Rosi senkt kurz den Blick, ihre Finger spielen nervös am Glas, dessen kühle Oberfläche ihr plötzlich sehr bewusst ist. Während sie wieder aufschaut, spürt sie, wie ihr Herz schneller schlägt – fast so wie beim letzten Kuss, als sie sich für einen Moment komplett verloren hatte. Der Raum um sie herum ist in sanftes, gedämpftes Licht getaucht, draußen hört sie das leise Prasseln des Regens auf dem Fensterbrett – das macht den Moment zwischen ihnen noch intensiver. Nun ist sie gespannt, was er sich wünschen wird. „Also los, raus mit der Sprache. Was soll der Hauptgewinn für Mensch Ärgere Dich nicht sein?“</p>
<p>Fest schaut Ralf ihr in die Augen, als würde er die richtige Formulierung suchen. Er erinnert sich daran, wie Rosi ihn vorhin mit ihren spielerischen Gesten aus dem Konzept bringen wollte. „Nun, du hast ja gerade versucht, mich ein wenig aus der Bahn zu werfen. Also habe ich mich kurzerhand entschieden, meinen Hauptgewinn etwas zu ändern.“ Für einen Moment macht er eine Pause, die Spannung im Raum ist greifbar – Rosi spürt, wie ihr Mund trocken wird und ihre Gedanken immer hektischer werden. Sie fragt sich, was Ralf wohl verlangen wird, und ein prickelndes Gefühl breitet sich in ihrem Bauch aus, während das leise Rascheln des Regens wie ein Soundtrack für den Moment wirkt.</p>
<p>„Boah Ralf, jetzt sag schon. Nochmal einen Kuss wie eben? Diesmal nur was länger oder was hast du dir überlegt?“ Rosi merkt, wie ihre Hände fast unbewusst am Glas entlangfahren, ihr Blick klebt an Ralf, als könnte sie ihn mit der Kraft ihrer Gedanken dazu bringen, endlich zu antworten. Ihre Stimme klingt gespannt, ein leichtes Zittern liegt darin – die Ungeduld ist kaum zu verbergen. In ihrem Inneren ringt sie mit der Erwartung, ob Ralf sie wieder so überraschen und ihr Herz erneut für einen Moment zum Flattern bringen würde. Der Raum wirkt plötzlich kleiner, das Licht, das durch die Vorhänge fällt, setzt die beiden in Szene, während draußen der Regen intensiv auf das Dach prasselt.</p>
<p>Ralf atmet tief ein, das leichte Zittern in seiner Stimme kaum wahrnehmbar, als er spricht. „Mein Hauptgewinn… ich würde ihn gern teilen.“ Seine Worte kommen ruhiger, fast zögerlich, doch ein aufblitzender Schalk liegt in seinem Blick. „Erstens… ich würde gern – für den Rest des Tages, solange ich hier bin – deine Brüste sehen.“ Während er das sagt, wandert sein Blick kurz von ihrem Gesicht zu ihren in der Bluse versteckten Brüsten. Die Unsicherheit in ihm mischt sich mit einer neugierigen Erwartung; er fragt sich, ob Rosi ihm diesen Wunsch erfüllen würde oder ob er vielleicht zu weit gegangen ist. Gleichzeitig spürt er, wie sich das Spiel zwischen ihnen verändert – es ist nicht mehr nur ein harmloser Wettstreit, sondern etwas, das tiefer geht.</p>
<p>Rosi hört seine Worte, und für einen Moment bleibt es still. Ihre Gedanken überschlagen sich; sie erinnert sich daran, wie sie in der Sauna keine Scheu gehabt hatte, doch jetzt fühlt sich die Situation anders an. Ihr Blick schweift zum Fenster, das Licht der Regentropfen bricht sich darin und spiegelt ihre Unsicherheit wider. Sie überlegt, was es bedeutet, ihm diesen Wunsch zu erfüllen, und ob sie damit eine Grenze überschreitet. Nach einer kurzen Pause antwortet sie leise, fast mehr zu sich selbst als zu ihm: „Du willst meine Brüste sehen…? Das ist eigentlich kein Problem – in der Sauna sehen sie auch wildfremde Männer.“ Ihre Stimme klingt nachdenklich, und als sie langsam wieder zu Ralf schaut, sucht sie in seinem Gesicht nach einem Zeichen, das ihr die Entscheidung erleichtert. Noch bevor sie sich weiter äußert, wartet sie innerlich darauf, was er als zweiten Teil seines Hauptgewinns verlangen wird.</p>
<p>Ralf bemerkt die feinen Zweifel in ihrem Ton, doch er lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Mit einem sanften Lächeln fährt er fort: „Der zweite Teil… ich würde sie gern einmal anfassen – für zwei Minuten, während du mir einen dieser heißen Küsse schenkst, wie gerade eben.“ Er spricht behutsam, fast vorsichtig, als wolle er ihr die Entscheidung nicht abnehmen, sondern sie zu einem gemeinsamen Moment einladen. Hinter seiner ruhigen Art verbirgt sich eine Mischung aus Hoffnung und Unsicherheit: Er fragt sich, ob sie sich darauf einlassen wird oder ob er ihre Grenzen berührt hat.</p>
<p>Rosi bleibt stumm, ihre Finger gleiten langsam über das Glas in ihrer Hand. Die Luft zwischen ihnen ist dicht, und ihre Gedanken kreisen um die Frage, wie weit sie bereit ist zu gehen. Erst nach einem Moment, in dem nur das leise Prasseln des Regens zu hören ist, richtet sie ihren Blick auf Ralf. Ihre Augen spiegeln das Zögern, die Unsicherheit – und vielleicht auch eine leise Neugier. Mit vorsichtiger Stimme, kaum mehr als ein Hauch, sagt sie schließlich: „Das… geht jetzt aber nicht, Ralf.“ Ihr Ton ist nicht scharf, sondern nachdenklich, fast bittend, als hoffe sie, dass er ihre innere Unsicherheit versteht.</p>
<p>Ralf beobachtet sie aufmerksam, sein Blick bleibt ruhig und offen. „Wieso nicht?“ fragt er sanft, fast einladend, ohne Druck. „Der Kuss hat dich doch auch nicht gestört.“ Seine Worte sind nicht vorwurfsvoll, sondern vielmehr fragend, als wolle er verstehen, wo ihre Grenzen liegen. Zwischen ihnen liegt eine neue, leise Spannung – das Spiel um Nähe und Distanz, das sich gerade erst entfaltet.</p>
<p>Rosi nimmt seine Worte auf, und für einen Augenblick scheint sie in sich hinein zu horchen. Sie spürt, wie ihre Gedanken sich um die richtige Antwort winden – zwischen dem Reiz des Spiels und der Angst davor, eine Grenze zu überschreiten. Schließlich sagt sie, immer noch leise und vorsichtig: „Ein Kuss, ja… damit habe ich kein Problem.“ Ihre Stimme stockt kurz. „Auch dass du mich nackt sehen willst… das fühlt sich nicht fremd an. Aber anfassen… vielleicht ist das doch ein Schritt zu viel?“ Ihre Worte sind nicht abwehrend, sondern wie eine Einladung an ihn, mit ihr gemeinsam zu prüfen, wie weit das Spiel gehen darf.</p>
<p>Ralf lächelt, und in seinem Blick liegt ein Verständnis, das ihr Mut macht. Mit ruhiger Stimme, die die Spannung zwischen ihnen nicht auflöst, sondern verstärkt, sagt er: „Ich denke, das ist in Ordnung – und ich hätte nie erwartet, dass du kneifst. Du hast doch immer gesagt, Wett- und Spielschulden sind für dich Ehrensache.“ Er weiß, dass er damit einen wunden Punkt berührt, doch er tut es ohne Vorwurf, eher als spielerische Herausforderung, die Rosi ein weiteres Mal auf die Probe stellt. Dabei bleibt das unsichtbare Band zwischen ihnen gespannt – ein Spiel, das über das Brett hinausgeht und ihre gegenseitige Nähe und Grenzen auslotet.</p>
<p>Für Rosi gibt es kaum etwas Schlimmeres, als irgendwo oder bei jemandem Schulden zu haben – insbesondere, wenn es um Wett- oder Spielschulden geht. Während sie Ralf fragt, ob es diesmal tatsächlich nur zwei Minuten sein sollen und nicht wie eben ein längerer Kuss, versucht sie sich innerlich Mut zu machen. Ihr Herz beginnt schneller zu schlagen und ihre Hände zittern leicht, als sie sich bewusst macht, dass zwei Minuten zwar lang erscheinen, aber irgendwie zu schaffen sind. Sie hofft, dass sie diese Zeit überstehen oder ertragen kann, und redet sich ein, dass es gar nicht so schwer sein wird.</p>
<p>„Zwei Minuten. Wenn du möchtest, kannst du die Uhrzeit dabei stoppen“, bekräftigt Ralf und versucht, sie zu beruhigen. Seine Stimme ist sanft und aufmunternd, was Rosi ein wenig Sicherheit gibt.</p>
<p>Mit einem leisen Seufzen, das sowohl Unsicherheit als auch Entschlossenheit verrät, sagt Rosi: „Na gut, dann will ich mal nicht so sein und dir deinen Hauptgewinn gönnen.“ Während sie die Worte ausspricht, spürt sie, wie sich in ihrem Bauch eine Mischung aus Nervosität und Vorfreude breitmacht. Sie beginnt langsam, ihre Bluse aufzuknöpfen, wobei ihre Finger zuerst etwas unsicher wirken, dann aber zunehmend sicherer werden.</p>
<p>Genauso wie für Manfred vor einer Woche ist es für Ralf kaum zu fassen. Zum ersten Mal sitzt er Rosi gegenüber und sieht dabei zu, wie sie langsam einen Knopf nach dem anderen öffnet. Mit jeder Bewegung wird mehr von ihrer nackten Haut und ihrem BH sichtbar. Ralf spürt sein Herz schneller schlagen, während er versucht, ruhig zu bleiben – doch ein aufgeregtes Kribbeln breitet sich in seinem Bauch aus. Fasziniert beobachtet er jeden ihrer Handgriffe, kann den Blick kaum von ihr abwenden. Schließlich sitzt Rosi nur noch im BH vor ihm. Ihre Blicke treffen sich, intensiv und suchend. Mit einer Mischung aus Nervosität und Entschlossenheit gleiten Rosis Hände auf ihren Rücken, sie hält kurz inne, als wolle sie sich ihrer eigenen Courage vergewissern, dann öffnet sie den BH.</p>
<p>Langsam bringt Rosi ihre Hände wieder nach vorn. Sie achtet darauf, dass der BH nicht sofort von ihren Schultern rutscht, sondern legt ihre Hände schützend auf die Körbchen. Ein kurzer Moment der Unsicherheit durchzuckt sie, doch dann lächelt sie leicht, fast verschwörerisch. „Dann komm mal zu mir rüber, mein Lieber. Den Rest darfst du selbst auspacken!“ flüstert sie. Während sie spricht, fragt sie sich, wie es sich wohl anfühlen wird, ihm diesen letzten Schritt zu erlauben. Ihre Gedanken kreisen zwischen Vorfreude und Nervosität. Wird es sich so anfühlen, wie in ihren Fantasien? Oder wird es wie gerade bei ihrem Kuss sein, intensiver, fast animalisch.</p>
<p>Ralf braucht keine weitere Aufforderung. Sofort erhebt er sich und geht um den Tisch zu ihr. Während er näherkommt, spürt er, wie sein Puls weiter ansteigt. Als er vor ihrem Stuhl steht, erhebt sich auch Rosi. Sie steht nun direkt vor ihm, hält den BH mit ihren Händen noch an ihren Brüsten fest. Ein kurzer, unsicherer Blick huscht über ihr Gesicht. Sie fragt sich, ob sie in diesem Moment alles richtig macht, doch die Spannung und die Neugier überwiegen.</p>
<p>„Die zwei Minuten beginnen aber erst, wenn du meine Hände an ihnen fühlst – nicht schon mit dem Entfernen des BHs!“, sagt Ralf, während er seine Hände sanft auf ihre legt. Für einen Augenblick verharren beide so, und er spürt, wie sich zwischen ihnen ein Knistern aufbaut.</p>
<p>Rosi entzieht ihm zögerlich ihre Hände, der feine Stoff des BHs gleitet wie ein letzter Schutz zwischen ihnen. Beide achten darauf, dass der BH nicht achtlos zu Boden fällt, als hätte das Fallenlassen einen symbolischen Wert, einen unwiderruflichen Schritt. Ralf drückt den BH sanft gegen ihre Brüste, und in diesem Moment fühlt Rosi das aufbrausende Herz in ihrer Brust – der Puls pocht bis in ihre Schläfen. Ein warmes, fast schmerzhaftes Ziehen erwacht tief in ihrem Unterleib, als ob ihr Körper längst entschieden hätte, während ihr Verstand noch ringt. Die vertraute Küche, schwach erleuchtet vom goldenen Licht der Deckenlampe, duftet nach Kaffee und frischem Brot; leise tickt die Uhr am Kühlschrank.</p>
<p>Bevor Rosi eine Entscheidung trifft, spürt sie, wie Ralfs Hände sanft auf ihren nackten Brüsten landen – eine zarte Umarmung, die ganz leise das letzte Stück Unsicherheit in ihr zum Verstummen bringt. In dem Augenblick, als sich ihre Blicke finden und ineinander verhaken, scheint die Zeit für einen Herzschlag stillzustehen. Rosis Puls beschleunigt, ein wohliges Kribbeln breitet sich in ihr aus, als würde eine Welle warmer Vertrautheit durch ihren Körper rauschen. Die Berührung ist mehr als nur ein Kontakt – sie ist eine stumme Einladung, sich fallen zu lassen, sich in der Tiefe dieses Augenblicks zu verlieren. Während Ralf ihre Nähe genießt, schließt sie für einen Moment die Augen, nimmt jede Nuance wahr: das tiefe Pochen ihres Herzens, das Flirren auf der Haut, das stille Wissen, dass sie sich ihm gerade ein Stück mehr öffnet.</p>
<p>Nach einer Minute entweicht Rosi ein leises Seufzen. Es fühlt sich einfach zu gut an. Manfred hat sie lange nicht berührt. In ihr vermischen sich Enthaltsamkeit, die Erinnerung an seinen heißen Kuss und die Sehnsucht, sich endlich wieder als Frau zu fühlen. Dazu kommt das intensive Spiel von Ralphs Händen, das in ihr ein emotionales Chaos auslöst.</p>
<p>Ein Sturm von Gefühlen baut sich in ihr auf, als würde ihr Herz wild gegen ihre Brust pochen und ihre Gedanken wie Blätter im Wind umherwirbeln. Ihr Atem geht schneller, während ein warmes Prickeln ihre Haut überzieht. Die aufgestaute Sehnsucht überwältigt sie völlig; ihr Verstand wird von einem leidenschaftlichen Verlangen verdrängt, das sich wie eine Welle durch ihren Körper wälzt. In diesem Moment zählt nur noch das Hier und Jetzt – die Erfüllung und das Ausleben dieser lange vermissten Emotionen, während sie innerlich zwischen Vorfreude und Unsicherheit hin- und hergerissen ist.</p>
<p>Wie eine Verdurstende oder Verhungernde schlingt Rosi ihre Arme um seinen Hals, und voller Verlangen nähert sie sich mit ihrem Mund Ralf. Als ihre Lippen sich innerhalb von Sekunden finden und sie sich in einem leidenschaftlichen Kuss verlieren, durchströmt sie ein prickelndes Gefühl, das ihre Haut zum Vibrieren bringt. Sie nimmt das dezente Tick-Tack der Uhr am Kühlschrank wahr. Während Ralf sie berührt, spürt Rosi seine Wärme an ihrer Haut, ihre Hände gleiten tastend über seinen Rücken − sie genießt jede Berührung, während in ihrem Inneren das Verlangen nach Nähe immer stärker wächst. Die beiden stehen wild knutschend in ihrer Küche, beide gefangen zwischen Aufregung und Lust, während nach einer Minute Ralfs linke Hand erst auf ihren Rücken und von dort hinab zu ihrem Hintern gleitet und ein aufregendes Kribbeln durch ihren Körper schickt.</p>
<p>Ralf knetet gekonnt den Bereich durch den Stoff ihres Rocks, wodurch sich Rosi ihm immer stärker entgegen drängt. Leicht spürt sie, wie ihr Schritt gegen den seinen drückt und signalisiert damit bereits ihre Bereitschaft, ihm näherzukommen. Gleichzeitig bemerkt Rosi ein prickelndes Gefühl in ihrem Bauch. Als Ralf dann seine Hand unter ihren Rock und auf ihre nackte Po-Backe schiebt, stöhnt Rosi ihre Lust in seinen Mund hinein. Unbewusst drückt sie sich enger an ihn und spürt seine Erregung, was ihr einen Schauer über den Rücken jagt. Da ihr dies verdeutlicht, das sie beide Gefahr laufen sich so zu verlieren, das sie die letzte Grenze überschreiten, ohne dies verhindern zu können.</p>
<p>Für einen Moment genügt es Ralf, Rosis Lust und Verlangen spielerisch zu erkunden. Er spürt, wie ihre Nähe ihm einen wohligen Schauer über den Rücken jagt und sein Herzschlag schneller wird. Behutsam hebt er sie ein Stück an, dreht sie leicht in Richtung Tisch und setzt sie sanft auf die kühle Platte. Rosi fühlt, wie ihre Sinne förmlich überfluten – die Unsicherheit weicht einer intensiven Erwartung. Während ihre Lippen sich nach einer scheinbar endlosen Zeit voneinander lösen, gleiten Ralfs Lippen zärtlich über ihren Hals. Sie genießt jede Berührung, spürt seine Wärme, seinen Atem auf der Haut. Schließlich verweilen seine Lippen an ihrem erwartungsvoll aufgerichteten Nippel. Rosi schließt die Augen und gibt sich ganz dem Moment hin, ihr Innerstes flackert zwischen Sehnsucht und Erfüllung.</p>
<p>Ihre Lust bricht schon hörbar, in dem Moment aus ihr heraus, als sie nur seinen heißen Atem über ihre Brustwarze streichen spürt. Doch als sich dann seine Lippen darum schließen lässt sie sich stöhnend und genießend einfach mit geschlossenen Augen auf den Tisch zurücksinken.</p>
<p>Ralf verwöhnt ihre Brüste mit einer Hingabe, die Rosi tief berührt. Seine Finger zeichnen feurige Spuren auf ihrer Haut, sein Mund hinterlässt ein glühendes Echo aus Verlangen und Sehnsucht. Jeder Moment, jede Berührung öffnet eine neue Tür in ihr, hinter der Hitze und Erwartung lodern. Ihr Herz schlägt schneller, als Ralf mit sanften Küssen ihren Bauch erkundet; ein zartes Seufzen entweicht ihr, während sie sich ganz der intensiven Wärme hingibt, die von ihm ausgeht. Die Nähe zu ihm lässt ihre Unsicherheit langsam unter der Last leidenschaftlicher Gefühle schmelzen – sie fühlt sich ihm näher als jemals zuvor. Mit jedem weiteren Kuss versinkt sie tiefer in der Welle ihres Verlangens, bis Ralf am Saum ihres Rocks verweilt. Rosi hebt voller Vorfreude das Becken, eine stumme Einladung, die letzten Schranken fallen zu lassen und sich ihm vollständig hinzugeben.</p>
<p>Doch mitten in diesem Rausch meldet sich plötzlich die Stimme der Moral – scharf und unerbittlich. Moral ruft: „Du bist Manfred gegenüber untreu, verrätst sogar Kristina! Wie willst du später mit dem Geschehenen vor ihnen stehen und ihnen in die Augen schauen?“ Die Vorwürfe hallen wie Glockenschläge durch ihren Kopf, während Rosi innerlich ringt – Schuld und Sehnsucht wetteifern um die Oberhand. Rosi denkt: „Ist das hier wirklich meine Schuld? Konnte ich etwas tun, als Manfred mich beim letzten Gespräch so kalt ansah und mich mit seinem Schweigen verletzte? Als Kristina mir neulich sagte, ich solle auf mein Herz hören, wusste sie nicht, wie zerrissen ich bin &#8230;“ Mit brüchiger Stimme gibt sie ihrer inneren Moral eine stumme, verzweifelte Erklärung: „Ich kann einfach nicht anders, ich muss mich wieder als Frau spüren – das Gefühl, begehrt zu werden, ist stärker als jede Vernunft.“ Für einen Moment fühlt sie die Unsicherheit wie einen schweren Mantel, fragt sich, ob sie je wieder Manfred und Kristina offen begegnen kann. Doch das Verlangen drängt alles andere an den Rand, und der innere Konflikt – Schuld versus Sehnsucht – bleibt ein flackernder Begleiter, während sie ihrem Point of No Return entgegensteuert.</p>
<p>Ralf folgt ihrer Einladung und zieht ihr den Rock mit einer Mischung aus Aufregung und Nervosität aus. Als er erkennt, dass Rosi lediglich einen kleinen schwarzen Tanga trägt, hält er überrascht inne – ein Anblick, der ihn fasziniert und gleichzeitig seinen Puls beschleunigt. Rosi hält ihr Becken weiter erhoben. Signalisiert ihm unmissverständlich, dass auch dieses letzte Stück Stoff verschwinden soll. Mit einem kurzen, entschlossenen Griff entfernt Ralf den Tanga; der sanfte Druck seiner Finger lässt ihre Haut prickeln. Die wachsende Intimität wird von leisen Geräuschen begleitet – dem Rascheln des Stoffs, dem tiefen Atem der beiden, das fast wie ein Flüstern durch die Luft schwebt. Rosi genießt den Moment, spürt den sanften Druck von Ralfs Händen auf ihrer Haut und nimmt den Duft seines Parfums wahr. Erst jetzt sinkt sie entspannt zurück, schließt die Augen und gibt sich ganz dem Gefühl der Nähe hin – ihre Gedanken kreisen um das, was gleich geschehen wird, und lassen eine leise Vorfreude in ihr aufsteigen.</p>
<p>Heiß und sanft streicht Ralfs Atem über ihren Schritt, wie ein flüchtiger Sommerwind, der ihre Haut zum Kribbeln bringt. In diesem Moment durchzuckt sie ein elektrisierendes Gefühl, eine Mischung aus Vorfreude und Aufregung. Ihr Herzschlag beschleunigt sich spürbar, während sich ihre Gedanken überschlagen: Wird er ihre stumme Einladung verstehen? Ein leiser Schauder läuft ihr über den Rücken, als sie sich ganz der prickelnden Erwartung hingibt. Sie spürt deutlich, wie jede Faser ihres Körpers auf Ralfs Nähe reagiert und wie das Verlangen in ihr aufsteigt, sich ihm voll und ganz zu öffnen. Gleichzeitig mischen sich Unsicherheit und Sehnsucht in ihren Gedanken, doch das sinnliche Prickeln auf ihrer Haut lässt alle Zweifel in den Hintergrund treten – sie will diesen Moment, aber vor allem will, nein braucht sie ihn jetzt ganz.</p>
<p>„Nein nicht Ralf … ich bin schon feucht und geil genug … ich brauch dich jetzt erst einmal in mir … nachher vielleicht … aber jetzt bitte nimm mich … zeig mir … <em>das du mich</em> … wirklich begehrst und … willst!“ krächzt sie stöhnend.</p>
<p>Schnell richtet sich Ralf auf, seine Hose ist rasch geöffnet und bis zu seinen Knöcheln heruntergeschoben. Mit einem einzigen Schub versenkt er sich bis zum Anschlag in ihr. Für einen Moment durchzuckt ihn ein Anflug von Unsicherheit – ob er wirklich alles richtig macht, ob sie ihn genauso will. Doch als seine Hände ihre Hüften umfassen, spürt er, wie dieser Zweifel von einer tiefen Zufriedenheit und einer leisen Erleichterung verdrängt wird. Das warme Glücksgefühl breitet sich langsam in ihm aus, sein Herzschlag beschleunigt sich, und der Triumph, die Herausforderung gemeistert zu haben, lässt ihn innerlich aufatmen. Während er sie so hält, denkt er voller Freude: „Challenge geschafft … jetzt bist du die meine.“ Ralf fühlt sich ihr in diesem Augenblick näher als je zuvor. Auch sie spürt eine Welle der Nähe und des Vertrauens, die sie für einen Augenblick überwältigt, und gibt sich ganz dem intensiven Gefühl hin, das zwischen ihnen entsteht.</p>
<p>Erschrocken und zugleich freudig überrascht stöhnt Rosi sofort wieder auf; ihre Hände krallen sich ins Tischdecke, ihr Herz schlägt schneller und ein leises Zittern durchläuft ihren Körper. Mit geschlossenen Augen haucht sie: „Oh, wie sehr ich das vermisst habe …. Ja ist das gut … ich habe das wirklich gebraucht!“</p>
<p>Rosi hat noch nicht ausgesprochen als Ralf schon beginnt sie mit Stößen zu penetrieren. Immer wieder gleitet sein Mast in ihr rein und raus. Mit jedem kräftigen Stoß entweichen Rosi leidenschaftliche Laute, die den Raum erfüllen und Ralf überraschen. Die Intensität ihrer Hingabe trifft ihn unerwartet – so viel Feuer hatte er ihr nicht zugetraut. Während er sie spürt, wird ihm bewusst, dass Rosis Lust jede seiner Vorstellungen bei Weitem übersteigt. Ihre Begeisterung und ihr Verlangen reißen ihn mit und lassen ihn das Zusammensein neu erleben.</p>
<p>„Nennst du das <strong><em>Nageln</em></strong> … Ich dachte, mit vögeln meintest du auch … wirklich … <strong><em>VÖGELN</em></strong> !“ stachelt sie ihn mit einem frechen Lächeln an. Die zweideutigen Worte von Ralf und der leidenschaftliche Verlauf des Nachmittags lassen in ihr eine ungeahnte Neugier und prickelnde Aufregung aufsteigen, die sie bislang nicht kannte. Sie spürt, wie sich etwas in ihr verändert – ein bislang verborgener Teil ihrer selbst tritt zutage, voller Lust am Spiel und an der Provokation.</p>
<p>Gleichzeitig wird ihr klar, dass sie diese Seite ihres Wesens nur mit Ralf ausleben kann. Bei Manfred würde sie nie so sprechen oder sich so geben; sie ist überzeugt, dass er nie diese leidenschaftliche, verspielte Facette in ihr wecken könnte. Ihm fehlt genau das freche und spontane Wesen, das sie an Ralf so fasziniert und das sie in seinem Beisein entfalten darf. Ralf löst in ihr gerade eine Wildheit und ein Selbstbewusstsein aus, das sie bei Manfred nie gespürt hat – und gerade diese neue Freiheit macht sie neugierig auf alles, was noch kommen wird.</p>
<p>„Boah was bist du für eine geile Sau. Na, warte dir werde ich es schon noch zeigen!“ erwidert Ralf und steigert sein tun.</p>
<p>Noch nie hatte Manfred oder einer ihrer Ex-Freunde sie so respektlos behandelt, und normalerweise würde Rosi so etwas nicht dulden. Doch in diesem Moment, während sie von Ralf mit solcher Leidenschaft ergriffen wird, spürt sie einen inneren Zwiespalt zwischen Abscheu und Lust, der sie vollkommen überwältigt. Sie fragt sich, warum sie gerade jetzt diese intensiven Gefühle zulässt – wie es sein kann, dass sie sich von dieser rohen Direktheit nicht abgestoßen, sondern vielmehr noch stärker angezogen fühlt. Die Mischung aus Unsicherheit und Hingabe lässt ihr Herz schneller schlagen und sie erkennt, dass sie sich in diesem Ausnahmezustand auf eine Weise öffnet, die sie bisher nicht kannte.</p>
<p>„Hör auf zu labbern und &#8230; ja, stoß fester &#8230; ich bin so geil!“ haucht sie ihm entgegen, ihre Stimme zitternd vor Verlangen. Ihre Sehnsucht zieht ihn noch näher zu sich und mit jedem Stoß genießt sie es und spürt, dass sie bald wieder das ultimative Gefühl erleben wird, eine Frau zu sein. Ralf bringt sie zu jener sagenumwobenen Klippe, an die sie eigentlich nur noch Manfred hätte führen sollte. Die Intensität dieses Moments lässt sie die Bedeutung ihrer Beziehung und die widersprüchlichen Gefühle deutlich spüren – zwischen der Lust auf das Verbotene und der Sehnsucht nach tiefer Nähe.</p>
<p>Rosi bewegt ihr Becken aktiv auf Ralf zu und stößt ihm entgegen. Will, muss ihn immer so schnell es geht wieder tief in sich spüren – diesen Moment der Inspiration, der sie antreibt und erfüllt, der ihr das Gefühl gibt, lebendig und begehrt zu sein. Es ist nicht nur das körperliche Verlangen, sondern auch die Sehnsucht nach der intensiven Nähe, die sie so dringend braucht. Das ihre Hände ihre Brüste regelrecht hart durchkneten, nimmt sie kaum wahr. Anders als Ralf, der schaut sich dies fasziniert an. Erkennt das wie Rosi einen Nippel in die Länge zieht oder zwirbelt.</p>
<p>Rosi wird von ihrer Lust schneller mitgerissen, als Ralf es ahnen kann. Sie erreicht den Höhepunkt und gibt sich völlig dem Gefühl hin, das sie überwältigt. Die Wärme umhüllt sie wie eine weiche Decke, ihr Herz schlägt wild, während ihre Haut prickelnd jede Berührung aufnimmt. Ihre Sinne sind so geschärft, dass sie das leise Rascheln der Tischdecke und den Duft von Ralfs Haut noch intensiver wahrnimmt – alles verschmilzt zu einem Moment, in dem sie sich vollkommen verliert und der Wirklichkeit entgleitet.</p>
<p>„Roarrrr … IIICCCHH KKKKOOOOOOOMMMMMEEEEE!“ stöhnt Rosi schreiend auf.</p>
<p>Da Ralf wegen der Enge ihrer Scham nicht viel tun kann, beugt er sich zu ihr hinunter. Sobald sie seine Haut auf ihrer spürt, schnellen ihre Hände um ihn und umklammern ihn fest. Ein leichtes Zittern geht durch ihren Körper, als sie ihn festhält; sie spürt den warmen Atem von Ralf auf ihrer Haut, sein Duft mischt sich mit dem eigenen und lässt sie für einen Moment alles um sich herum vergessen. In der Stille des Raums hört sie das wilde Pochen ihres eigenen Herzens, das im Takt ihrer Erregung schlägt, und das kurze, raue Geräusch von Ralfs Atem, das ihre Sinne noch intensiver macht. Sie öffnet ihre Augen zum ersten Mal, seit sie und Ralf ihre Freundschaft auf diese verbotene Stufe angehoben haben, und sucht seinen Blick – genauso wie ihr Mund den seinen sucht.</p>
<p>„Was für ein Teufelsweib!“ denkt Ralf bei sich. So wild wirbelt ihre Zunge in seinem Mund herum, dass er nicht weiß, ob das größere Gewitter in seinen Mund oder tief in ihrem Schoss tobt. Ihr Atem vermischt sich mit seinem, während das Gewitter ihrer Zungen ihn völlig überwältigt. Für einen Moment verliert er sich in der Intensität dieses Kusses, spürt, wie sich sein Herzschlag beschleunigt und eine prickelnde Hitze ihn durchströmt. Die Nähe zu ihr, die Leidenschaft und das Spiel ihrer Lippen lassen ihn alles andere vergessen.</p>
<p>Rosi hatte bisher versucht, ihr Fremdgehen für den Moment zu verdrängen – sie schloss einfach die Augen, als könnte sie sich selbst vormachen, sie sei allein und würde nur fantasieren. Doch jetzt sind ihre Augen geöffnet. Der Blickkontakt mit Ralf ist eine Brücke, die sie nicht mehr zurückgehen lässt. Ihr Herz schlägt nicht nur wild, es hämmert gegen ihre Brust; mit jedem Pulsschlag wächst die Angst, dass diese Realität sie einholt. Die Schuld drückt schwer auf ihre Schultern, als würde sie jeden Moment unter dieser Last zusammenbrechen. Gleichzeitig durchzuckt sie die Sehnsucht nach Ralf wie ein heißer Strom – es ist ein Verlangen, das sie antreibt, die Grenzen zu überschreiten. Die Angst vor den Konsequenzen kriecht wie ein kalter Schatten in ihr hoch, während sie ahnt: Es gibt keinen Weg mehr zurück.</p>
<p>„Gott, ich vögel hier wirklich mit Ralf. Mit dem Mann meiner besten Freundin.“ Während der letzte Funken ihres Orgasmus langsam verblasst, flackert ein Bild vor ihrem inneren Auge auf: Sie erinnert sich an das Lachen ihrer Freundin, an die gemeinsamen Abende und die kleinen Geheimnisse, die sie miteinander teilten – und spürt, wie all das in diesem Moment auf dem Spiel steht. Ein stechendes Gefühl von Schuld legt sich wie ein schwerer Mantel auf ihre Haut. Während sie Ralf weiterhin wild küsst, beginnt ihr Herz zu rasen, angetrieben von der verbotenen Lust und der aufkeimenden Angst, entdeckt zu werden. Doch Rosi erkennt, dass sie sich diesem Spiel freiwillig hingegeben hat – auch wenn ihr Kopf gegen das lodernde Feuer ihres Körpers kämpft.</p>
<p>Ralf beendet den Kuss und richtet sich wieder auf. Dann geht er einen Schritt zurück, wodurch er sich ihr entzieht. Für einen Moment ist alles still. Rosi spürt, wie eine Leere sie erfasst, als hätte jemand ihr Herz herausgerissen. Ihr Atem stockt, die Angst vor dem, was sie angerichtet hat, kriecht in jede Faser ihres Körpers. Die Schuld wirft einen langen Schatten, lässt ihre Schultern schwer werden. Gleichzeitig pocht die Sehnsucht nach Ralf unvermindert und brennt wie ein Restglut in ihr weiter. Trotz des berauschenden Orgasmus, der ihren Körper noch erzittern lässt, spürt sie Trauer um das Verlorene und das Risiko, das sie eben eingegangen ist. Die Erinnerung an die Freundschaft, die sie vielleicht zerstört hat, schmerzt, doch ein leiser Hoffnungsschimmer flackert auf – ein Teil von ihr klammert sich an die Vorstellung, dass niemand davon erfährt. Während der andere Teil von ihr schon wieder nach dem nächsten intensiven Gefühl verlangt, bleibt sie innerlich zerrissen – gefangen zwischen Schuld, Angst, Sehnsucht und der brennenden Frage, ob dieser Moment es wirklich wert ist.</p>
<p>„War das etwa schon alles oder hellst du dein Wort und <strong><em>NAGELST</em></strong> mich wirklich richtig durch?“ Rosi schaut Ralf provozierend an, während sie ihn das fragt.</p>
<p>„Habe ich etwa gesagt das es das schon war. Dreh dich um und ich werde dir sofort wieder deine geile Fotze stopfen!“ kommt es sofort von ihm zurück.</p>
<p>Rosi spürt, wie ihr Herz schneller schlägt und ihre Hände leicht vor Erwartung zittern, als Ralf andeutet, wieder tief in sie zu kommen. Die Vorfreude breitet sich wie eine prickelnde Welle durch ihren ganzen Körper aus, sie kann kaum einen klaren Gedanken fassen. Plötzlich voller Energie springt sie vom Tisch, dreht sich schnell um und stützt sich mit beiden Händen fest auf die Tischplatte. Ihr Atem geht kurz und flach, während sie einladend ihren Hintern bewegt und dabei gespannt darauf wartet, dass Ralf seinen Worten Taten folgen lässt.</p>
<p>Ohne Eile tritt Ralf hinter Rosi. Voller Unruhe wartet sie sehnsüchtig darauf wieder von ihm aufgespießt zu werden. Allerdings überrascht sie Ralf. Denn anstatt sie sofort wieder zu erobern, dirigiert er lediglich seine Männlichkeit zwischen ihre Schamlippen. Stößt dabei oben an ihre Lustperle mit seiner Spitze. Zudem zieht er Rosi nach hinten, an sich. Beide fühlen den erhitzten und verschwitzen Körper des anderen am eigenen. Seine Hände erkundeten ihren Körper mit sanfter Entschlossenheit und finden schließlich die weichen Rundungen ihrer Brüste.&#8221;</p>
<p>Rosi ist weiterhin innerlich aufgeheizt und wartet darauf, von ihm wieder genommen zu werden. Sie lehnt sich an ihn und legt ihren Kopf in den Nacken. Sanft küsst er sie vom Schulterblatt bis zu ihrem Ohr und wandert dann weiter nach vorn. Rosi spürt ein unerwartetes Kribbeln, als seine Lippen ihren Hals berühren, und ihr Herz schlägt schneller vor Vorfreude; sie spürt, wie ihre Gedanken sich überschlagen – kaum fassend, wie sehr sie sich diesen Moment herbeigesehnt hat. Die gedämpfte Beleuchtung im Raum verstärkt das Gefühl von Intimität und lässt Rosi alles um sich herum vergessen, sodass sie nur noch die Nähe und Berührungen zwischen ihnen wahrnimmt.</p>
<p>Dabei versucht sie das Aufschreien und Begehren ihres Körpers auszublenden. Dafür fühlt es sich viel zu wunderbar an, wie seine Hände mit ihren Brüsten spielen. Wie er seinen Schwanz sanft und ruhig durch ihre Schamlippen gleiten lässt. Wobei sie ihre Beine zusammenpresst, um ihn noch deutlicher spüren zu können und natürlich dieser innige Kuss. Ein Kuss, wie ihn eigentlich nur Verliebte sich schenken – so gefühlvoll ist er. Nicht wie ihr erster Kuss, als ihre Zungen diesen heißen Tango getanzt hatten und dieser heiß und feurig gewesen war. Nein es ist ein Kuss wie ihn sich Paare beim ersten Mal geben. Fast schüchtern vor Angst eventuell den anderen enttäuschen zu können. Sie presst ihre Beine zusammen, um ihn noch deutlicher zu spüren – ihr Herz schlägt schneller, als er sie küsst.</p>
<p>Doch der Kuss lässt ihre Sehnsucht nach Ralf nur noch intensiver aufflammen. Mit jedem Berühren seiner Lippen wächst das Verlangen, ihn wieder ganz nah zu spüren; ihr Körper brennt förmlich nach seiner Nähe, ihre Haut prickelt, und die Gedanken überschlagen sich voller Erwartung. Schließlich löst sie sich behutsam von seinem Mund und flüstert mit bebender Stimme: „Bums mich … vögel mir noch einmal das Hirn raus und lass mich das hier und jetzt vergessen!“</p>
<p>Rosi beugt sich langsam über die Tischplatte. Ihre Finger gleiten sanft über das kühle Tischtuch, während ihr Herz wild pocht. Mit einem tiefen Atemzug legt sie ihr Bein elegant daneben, als wolle sie sich ganz bewusst öffnen und jede Unsicherheit abstreifen. Ralf beobachtet sie mit brennender Sehnsucht und spürt, wie die Spannung zwischen ihnen fast greifbar wird. Jetzt kann und will er sie nicht länger warten lassen. Für einen Moment scheint die Welt nur aus ihnen beiden zu bestehen, und das Spiel ihrer Bewegungen und Gefühle macht die Szene intensiver und lebendiger. Sofort setzt er an und schiebt sich der Länge nach in sie.</p>
<p>„Jaaaa Ralf … genau dort gehörst du jetzt hin!“ stöhnt Rosi auf und beginnt ihr Becken kreisen zu lassen. Bewusst hat sie seinen Namen laut ausgesprochen. Denn sie will nur noch den Moment mit ihm fühlen. Ganz gleich, was die Zukunft bringt – sie möchte, dass er weiß, wie sehr sie ihn in diesem Moment begehrt und braucht. Durch das Kreisen ihres Beckens, schafft es Rosi das seine Spitze immer wieder über ihren G-Punkt streicht da er zwar in ihr steckt, aber sich noch nicht in ihr bewegt.</p>
<p>„So dann mach dich auf deinen nächsten heißen Ritt auf meinem Schwanz gefasst!“ nachdem Ralf ihr so eine gewisse Zeit geben hat, beginnt er sie nun mit langen, tiefen und schnellen Stößen zu nehmen.</p>
<p>„Ja stoß zu … ich will dich … genauso hart in mir spüren!“ wimmert Rosi unter ihm.</p>
<p>„Hm kann es sein das Manfred dich nicht so geil fickt und werden lässt?“ fragt er Rosi auf einmal unvorbereitet.</p>
<p>Sofort versteift sie sich als sie den Namen ihres Mannes hört. Kommt die Erinnerung daran zurück das sie hier gerade etwas total Verbotenes tat. „Nicht Ralf … tue das nicht … zerstör nicht alles in dem Du Manfred erwähnst!“ keucht sie und versucht so nicht nur einer Antwort, sondern dem ganzen Thema zu entgehen.</p>
<p>Kaum hört sie den Namen ihres Mannes, schlägt ihr Herz schneller, ihre Hände beginnen leicht zu zittern. Ihre Kehle fühlt sich trocken an. Die Erinnerung daran, dass sie hier gerade etwas völlig Verbotenes tut, drängt sich mit voller Wucht zurück in ihr Bewusstsein. Mit stockender Stimme sagt sie: „Ralf, bitte… tu das nicht… zerstör nicht alles in dem Du Manfred erwähnst .“ Sie versucht, dem Thema und einer Antwort auszuweichen, um nicht noch tiefer in das Gefühlschaos gezogen zu werden.</p>
<p>„Ha, ha wusste ich es doch. So wie du abgehst. Aber schon okay entspann dich wieder und genieß einfach wie geil guter, harter Sex sein kann!“ lacht Ralf und nimmt sie weiter.</p>
<p>„Es ist so falsch … was wir tun … und doch … fühlt es sich … so guuut an!“ überlegt Rosi stumm und tut dann nichts lieber als dies. Sie schaltet, leichter als sich dachte es tun zu können, wieder den Verstand ab und genießt nur das Gefühl welches dieser heiße Stab zwischen ihren Beinen, so tief in ihrem inneren ihr schenkt. Sie gehört nun nur ihm. Ihm und seinen Schwanz. Will nein muss diesen noch einmal so heiß und geil zwischen ihren Schenkeln fühlen. Noch einmal von ihm aus dem Universum gekickt werden.</p>
<p>Wieder ist Ralf über Rosi verwundert, nicht mehr so sehr wie eben. Dennoch hätte er nie gedacht das sie so sehr abgehen würde. Klar Kristina hat auch Feuer im Blut, aber Rosi übertrifft sie doch noch um einiges. Was nicht bedeutet das er sich ab sofort seinen Schatz genauso wünschen würde. Nein er liebt sie genauso wie sie ist und wenn dies halt bedeutet das sie ruhiger zurückhaltender ist, dann ist es okay für ihn. Umso mehr genießt er jetzt wie Rosi selbst in dieser Position versucht jedem seiner Stöße ihren Hintern entgegenzuschieben.</p>
<p>„ICH WILL DICH REITEN!“ kommt es auf einmal laut von ihr.</p>
<p>Ralf hat nichts dagegen. Im Gegenteil, so kann er sich noch einmal mit ihrer Brust beschäftigen. Die beiden wechseln rasch die Positionen, und nun liegt er auf dem Rücken auf dem Tisch. Obwohl Rosi immer noch wacklige Beine hat, lächelt sie nervös und steigt dennoch voller Vorfreude auf den Tisch. Entschlossen krabbelt sie über ihn, bereit, sich ganz dem Moment hinzugeben. Sie platziert ihre Scham über seinen aufrechtstehenden Pint und während sie ihr Becken absenkt, schauen sich die beiden tief in die Augen.</p>
<p>Direkt, nachdem sie Ralf bis zur Wurzel in sich aufgenommen hat, beginnt Rosi ihren Ritt. Jedoch überspringt sie Schritt und Tritt und reitet direkt im wilden Galopp auf ihm. Mit unbändiger Energie bewegt sich Rosi rhythmisch, als würde eine verborgene Kraft sie antreiben. Kristina ist impulsiv und leidenschaftlich, doch Rosi überrascht mit einer ungeahnten Intensität, die selbst Kristinas Temperament in den Schatten stellt. Denn sie spießt sich immer komplett bis zur Wurzel auf ihn auf. Genießt das Gefühl seiner Stärke und Kraft in ihr. Was jedoch zur Folge hat, das Ralf sein Vorhaben, sich wieder ihren wunderschönen Brüsten zu widmen, sehr erschwert.</p>
<p>Rosi bemerkt das Ralfs Atem immer keuchender, abgehackter wird. Zudem beginnt die Kraft in ihr immer wilder, unkontrollierter zu zucken. Sie weiß das Ralf nun ebenfalls auf seinen Orgasmus zusteuert. Schnell steigt sie von ihm ab. Ralf der sich schon darauf vorbereitete sich gleich tief in ihr zu verströmen, schaut überrascht zu ihr.</p>
<p>„Hey was soll das … ich bin kurz vorm kommen!“ gibt Ralf protestierend von sich.</p>
<p>„Das weiß ich!“ ist alles was Rosi darauf erwidert. Schnell bewegt sie sich so, das ihre Scham nun über seinem und sein zuckender Pint vor ihrem Gesicht sich befinden. Sogleich breitet sich diese herrlich geile Gefühl zwischen ihren Beinen aus, als Ralf sie beginnt zu lecken. Zum ersten Mal kann sie sich ihn nun etwas genauer betrachten. Erkennt die Ungeduld in ihm. Das er kurz davor ist seine Ladung unkontrolliert in der Küche zu schleudern.</p>
<p>Sofort ergreift ihre Hand das Teil von Ralf, welches gerade noch so heiße Wellen durch ihren Körper hatte jagen lassen, fest bei der Wurzel. Mit festem Griff drückt sie seinen Samenleiter ab und weiß das sie Ralf nun kurz einen heißen Schmerz in die Lenden treibt. Ein paar Minuten hat Rosi ihn so im Griff, während sich Ralf unter ihrem Schoß windet. Seine Zunge flackert nur hier und da mal zwischen ihre Liebeslippen. Was Rosi jedoch nicht stört. Sie weiß das sie gleich dafür entschädigt werden wird.</p>
<p>Als sie ihn endlich wieder frei gibt kann Ralf diese jedoch nur wenige Augenblicke genießen. Heiß ist kaum der richtige Ausdruck dafür was er fühlt, als sich ihre Lippen eng um seine Spitze schieben und Rosi ihn zu blasen beginnt. Die kleine Pause hatte Rosi extra eingefügt. Sie wollte nicht das er schon nach zwei oder drei Kopfbewegungen sich in ihr ergießt. Nein schlucken will sie ihm wenn auch sie erneut kommt, doch dafür braucht es noch ein wenig.</p>
<p>So steuern die beiden nun gemeinsam ihrem Höhepunkt entgegen. Treiben sich quasi gegenseitig diesem entgegen. Bis Rosi dann Schub um Schub seine Soße in ihren Rachen gepumpt bekommt. Nun kann sie sich auch gehen lassen, denn seit knapp einer Minute wartete sie nun doch schon auf ihn. Was allerdings auch ein kleines Problem mit sich bringt, den ihr eigener Orgasmus lenkt sie von dem von Ralf ab. Denn dieser ist so stark, das etwas geschieht was ihr noch nie im Leben geschehen ist. Gehört hatte sie schon davon, doch noch nie hatte sie selbst abgespritzt und dennoch überflutet sie in diesem Moment Ralfs Gesicht über und über mit ihrem Sekret. Was dazu führt das sie vergisst zu schlucken und sich so fast an seiner Soße verschluckt als sie durch den Mund einatmen will.</p>
<p>Völlig erschöpft, den Geschmack seiner Soße noch auf der Zunge, klettert Rosi von ihm herunter und verlässt den Tisch. Sie setzt sich langsam auf ihren Stuhl zurück. Während sie dort sitzt, spürt sie eine Mischung aus Erleichterung und Unsicherheit in sich aufsteigen – diese intensive Begegnung hallt noch in ihrem Körper nach, und gleichzeitig breitet sich ein Anflug von Reue aus. Ihr Blick gleitet zu Ralf, der immer noch reglos auf dem Tisch liegt, sein Atem langsam ruhiger wird. Sie beobachtet, wie sein Pint erschlafft auf seinem Oberschenkel liegt.</p>
<p>Rosi betrachtet Ralf einen Moment lang. Das Kribbeln in ihrem Bauch ist bittersüß – Schuld mischt sich mit einer Sehnsucht, die sie kaum zugeben mag. Die Erinnerungen an das gerade Erlebte lassen sie innerlich beben, während eine tiefe Zufriedenheit sich wie eine warme Welle in ihr ausbreitet. Gleichzeitig spürt sie, wie ein Hauch von Reue ihre Gedanken streift. Sie lächelt zaghaft und blickt Ralf unsicher an. „Ralf, das war&#8230; echt eine Nummer. Ich weiß nicht, ob das hätte passieren dürfen – aber irgendwie war es&#8230; unglaublich.“ Sie stockt, fährt dann leise fort: „Weißt du, das eine Mal war schon mehr als genug. Ich glaube&#8230; es ist besser, wenn du jetzt gehst. Ich möchte hier noch&#8230; aufräumen und duschen, bevor Manfred nach Hause kommt.“</p>
<p>Ralf blickt kurz auf seine Uhr, runzelt die Stirn und ist überrascht, dass es bereits früher Abend ist. Um seine Tarnung nicht auffliegen zu lassen, spielt er sofort mit und versucht einen lockeren Ton: „Oh, schon so spät? Du hast wahrscheinlich recht&#8230; Ich sollte langsam gucken, ob Kristina schon von ihren Eltern zurück ist. Vielleicht&#8230; kann ich sogar noch schnell duschen, bevor sie da ist.“ Er lächelt verhalten und vermeidet Rosis Blick, als würde er selbst spüren, dass dies ein besonderer Abschied ist.</p>
<p>Rosi zieht sich hastig an, bemüht, ihre Nervosität zu überspielen. Sie begleitet Ralf noch zur Tür, das Knarren der Dielen unter ihren Füßen wirkt für einen Moment lauter als sonst. Auch Ralf macht sich fertig, um möglichst unauffällig das Haus zu verlassen. Kaum fällt die Tür hinter ihm ins Schloss, bleibt Rosi einen Augenblick stehen und atmet tief durch. Dann dreht sie sich um und geht mit einem spitzbübischen Grinsen ins Bad. Dort zieht sie sich langsam aus, wirft ihre Sachen in den Wäschekorb und spürt, wie die befriedigende Wärme des Moments in ihr nachklingt. Im Bad steigt der Duft von Seife auf, während das warme Wasser auf ihre Haut prasselt und sie für einen Moment alles andere vergessen lässt. Die Geräusche von draußen – ein vorbeifahrendes Auto, entfernte Stimmen – klingen gedämpft durch das Fenster. Rosi schließt die Augen und genießt den Augenblick, als würde das Wasser auch ihre Schuld für einen Moment hinfortspülen.</p>
<p>Während Ralf den Wagen durch den dichten Abendverkehr lenkt, kreisen seine Gedanken um das Geschehene. „Soll ich Manfred noch ein wenig warten lassen? Vielleicht so tun, als wäre ich immer noch mit seiner Rosi beschäftigt?“ Er lächelt kurz bei dem Gedanken, spürt aber, dass es unfair wäre. Schließlich fährt er rechts ran, nimmt sein Handy und ruft Manfred an – genauso, wie dieser es vor einer Woche gemacht hatte.</p>
<p>***** Nachspielzeit *****</p>
<p>Ralf greift zum Handy und begrüßt Manfred mit einem leichten Lächeln in der Stimme: „Challenge bestanden, du kannst nun langsam deinen Feierabend einläuten.“ Er spürt die Erleichterung, dass alles nach Plan gelaufen ist, und freut sich über die vertraute Verbindung zu seinem Freund.</p>
<p>Manfred lacht herzlich und antwortet: „Oh, doch schon? Ich dachte schon, ich müsste mir ein Hotelzimmer suchen.“ Seine Stimme klingt gelöst, die Spannung des Tages scheint von ihm abzufallen, während er den Scherz genießt.</p>
<p>Ralf entgegnet schmunzelnd: „Na komm, so spät ist es nun auch wieder nicht. Außerdem hättest du dein Vergnügen durchaus noch länger ausleben können. Lag nicht an mir!“ Er fühlt sich dabei wohltuend distanziert, das Gespräch zwischen ihnen bleibt locker und ohne Vorwürfe.</p>
<p>Manfred stimmt ihm zu, sein Ton wird etwas ernster, aber immer noch freundlich: „Stimmt, lag wirklich nicht an dir, sondern an deiner Frau! Sie hatte Angst, du würdest nach Hause kommen und uns in flagranti erwischen. Und nach dem zweiten Mal meinte sie, dass sie nun vollkommen erschöpft sei.“ Manfred denkt dabei an die intensive Begegnung und spürt, wie sich ein Hauch von Zuneigung und Verständnis für Rosi in ihm breitmacht.</p>
<p>Ralf wird neugierig und fragt nach, seine Stimme klingt überrascht: „Moment mal? Sie hat dich nach dem ersten Mal noch einmal rangelassen?“ Die Freundschaft zwischen Ralf und Manfred ist durch die Challange nun geprägt von Offenheit und gegenseitigem Vertrauen, sodass solche Fragen ganz natürlich entstehen.</p>
<p>Manfred grinst und erklärt: „Ja, hat sie. Obwohl sie nach dem ersten Mal meinte, dass sogar du sie jetzt nicht mehr anfassen dürftest! Da solltest du vielleicht etwas daran arbeiten – Kristina ist nämlich noch leidenschaftlicher, wenn sie bereits einen guten Orgasmus hatte.“</p>
<p>Ralf lacht und schlägt vor: „Weißt du, wir sollten uns wirklich mal zusammensetzen und unsere Erfahrungen ausführlich austauschen.“ Seine Stimme ist warm, das Gespräch bleibt von gegenseitigem Respekt und Vertrautheit geprägt.</p>
<p>Manfred nickt zustimmend, sein Ton wird etwas nachdenklicher: „Das wäre sicher keine schlechte Idee. Okay, ich mache dann jetzt Schluss – ich möchte schauen, wie es meinem Schatz jetzt geht.“ Er spürt eine Mischung aus Vorfreude und Unsicherheit, weil ihn die Begegnung mit Rosi noch beschäftigt und die Beziehung zu ihr gerade durch die Challange angespannt ist.</p>
<p>Die beiden verabschieden sich voneinander, das Gespräch endet in beiderseitigem Verständnis. Während Ralf wie geplant sofort nach Hause fährt, bleibt Manfred noch eine Weile unterwegs. Er hat seiner Frau gegenüber erwähnt, dass es in der Firma ein größeres Problem gibt und es daher spät werden könne. Seine Gedanken kreisen um das Erlebte und um die bevorstehende Heimkehr – die Gefühle schwanken zwischen Zufriedenheit, Reue und vorsichtiger Neugier auf das, was ihn zu Hause erwartet. Erst zwei Stunden nach dem Gespräch mit Ralf kommt Manfred schließlich bei sich an; die Beziehung zu seiner Frau, steht auf dem Spiel. Das weiß er, aber er will alles tun was nötig ist, um sie nicht zu verlieren. Trotzdem ist ihm klar, das dies der Preis ihrer Challange am Ende sein könnte.</p>
<p>Rosi sitzt auf dem Sofa und hat den Fernseher eingeschaltet. Die Dokumentation läuft, aber ihre Gedanken schweifen immer wieder ab. Sie fühlt sich heute ungewöhnlich entspannt, fast ein wenig gelassen. Das liegt daran, dass ihr Hormonhaushalt nach dem Treffen mit Ralf wieder im Gleichgewicht ist. Außerdem hat Manfred sie schon lange nicht mehr berührt, was in ihr eine Mischung aus Gleichgültigkeit und leiser Erwartung auslöst.</p>
<p>Während sie wartet, spürt Rosi eine leichte Nervosität. Sie fragt sich, ob Manfred heute anders sein wird. Gleichzeitig ist sie ein wenig gelangweilt, weil alles so vorhersehbar scheint. Ihr Körper ist ruhig, ihr Geist jedoch aufmerksamer als sonst. Sie erwartet das übliche Begrüßungsküsschen, kurz und beiläufig – entweder auf die Lippen oder die Wange.</p>
<p>Wie erwartet beugt sich Manfred zu ihr hinunter und küsst sie sanft auf die Wange. Rosi spürt dabei keine große Emotion – eher eine routinierte Nähe, die ihr inzwischen vertraut ist. Sie denkt: „Zum Glück erwarte ich schon nicht mehr, mehr. Zumindest heute nicht!“</p>
<p>Doch diesmal bleibt Manfred nicht einfach stehen. Er kniet sich vor sie hin, legt behutsam seine Hände auf ihren Bademantel und drückt ihre Beine sanft auseinander. Manfreds Blick verrät eine Mischung aus Sehnsucht und Unsicherheit. Nach der langen Zeit der Distanz möchte er Rosi wieder näherkommen und sucht nach einem Zeichen von Vertrautheit. Für ihn ist es ein Moment, in dem er den Abstand zwischen ihnen überwinden und ihre Beziehung neu beleben will.</p>
<p>Rosi schaut Manfred überrascht an. Ihr Herz beginnt schneller zu schlagen, Unsicherheit breitet sich in ihr aus. Sie spürt, wie sie nervös wird, als Manfred die Seiten des Bademantels zur Seite schiebt und ihre Knie mit seinen Händen umfasst. Ein leises Huch entweicht ihren Lippen. Mit einem sanften Ruck zieht Manfred sie nach vorne. Für einen Moment ist Rosi wie gelähmt, überrumpelt von der Situation. Blitzschnell greifen Manfreds Hände nach oben und gleiten in den Bund ihres Höschens. Weil sie nicht damit gerechnet hat, kann Manfred ihr das Stück Stoff mühelos ausziehen.</p>
<p>Das Licht im Wohnzimmer ist schummrig, draußen tropft leiser Regen gegen die Fensterscheibe und ein schwerer Duft von Lavendel, vermischt mit Manfreds Aftershave, liegt in der Luft. Manfred steht einen Moment bewegungslos, sein Herz pocht bis in den Hals, jeder Schlag scheint lauter als der Fernseher, der im Hintergrund leise summt. In seinem Kopf wirbeln Erinnerungen – Bilder von Rosi allein auf dem Sofa, wie sie schweigend ihr Buch las, während er noch in der Firma blieb, oder von den Abenden, an denen er nur das Licht im Flur sah und wusste, sie war längst schlafen gegangen. Ein bitterer Stich breitet sich in seiner Brust aus.</p>
<p>Mit einem tiefen, zögerlichen Atemzug, der seine Unsicherheit fast greifbar macht, senkt Manfred den Kopf. Die Worte – <em>„Verzeih… mir bitte…“</em> – kommen stockend, brüchig, kaum hörbar über seine Lippen. Seine Hand zittert leicht, als er behutsam das Lustzentrum seiner Frau zu liebkosen beginnt; die Berührung fühlt sich wie ein zaghaftes Anklopfen an einer Tür an, die lange verschlossen war. Die Last der vergangenen Wochen – die Einsamkeit, die Angst, sie zu verlieren – drückt schwer auf seinen Schultern. In diesem Moment sind seine Berührungen nicht nur ein Versuch, Nähe wiederherzustellen, sondern auch ein stiller, verzweifelter Ruf nach Vergebung. Ein leises Schluchzen bleibt fast unbemerkt, er schluckt seine Tränen herunter und hofft, dass Rosi ihn versteht.</p>
<p>Rosi richtet sich langsam auf, spürt den rauen Stoff des Sofas unter ihren Fingern und nimmt den würzigen Duft von Manfreds Haut wahr. Sie blickt ihn ernst an, ihre Augen wandern kurz auf seine zitternde Hand, bevor sie ihre eigene darauf legt. Ihr Daumen streichelt vorsichtig über seine Finger, um ihm Mut zu geben. Die Stille zwischen ihnen ist dicht, gefüllt von Nervosität und fragender Erwartung. Nach einer langen Pause, in der nur das leise Ticken der Uhr zu hören ist, sagt sie mit ruhiger, aber deutlicher Stimme: <em>„Warum… warum glaubst du, dass ich dir etwas verzeihen muss, Manfred?“</em> Ihre Stimme bricht kurz ab, bevor sie fortfährt. Ihre Augen suchen seine, sie will keine Ausflüchte – sie will wissen, was ihn bewegt. Ein leises Zittern in ihren Lippen verrät ihre Unsicherheit; sie hält den Blick, doch ihre Finger klammern sich fester um seine Hand.</p>
<p>Manfred hält inne, fast als hätte ihn das Echo ihrer Stimme getroffen. Eine Pause entsteht, während sein Blick an Rosis Gesicht hängen bleibt und die Geräusche des Regens draußen plötzlich lauter wirken</p>
<p>Mit brüchiger Stimme, abgehackt, fast flüsternd, antwortet er: <em>„</em><em>Weil… ich</em><em>…</em><em> weil ich in letzter Zeit kaum für dich da war.“</em> Er stockt, sein Atem geht schneller, und für einen Moment ringt er mit den Worten. <em>„Ich… habe dich allein gelassen, und… das tut mir weh… Mir fehl</em><em>e</em><em>t die Zeit für dich – und </em><em>das</em><em>… das bereue ich zutiefst.“</em> Für einen Moment kämpft er mit den Tränen, seine Hand hält Rosis fester, als würde er sich an ihr festklammern, um nicht unterzugehen.</p>
<p>Rosi atmet tief durch; das leise Rascheln ihres Bademantels begleitet die Bewegung. Die Worte nehmen sie mit, sie spürt den Schmerz in Manfreds Stimme – und das Bedürfnis, endlich wieder nah zu sein. Für einen Augenblick hält sie seine Hand fest, schenkt ihm einen liebevollen, verständnisvollen Blick. Ihre Stimme ist kaum mehr als ein Flüstern, und sie spricht langsam, mit Pausen, während ihre Gedanken noch sortieren: <em>„Manfred… ich verstehe dich. Aber du musst dich nicht entschuldigen… zumindest nicht, wenn du dich bemühst, es besser zu machen.“</em> Wieder eine Pause, in der ihre Finger sanft über seinen Handrücken gleiten, ein Zeichen der Vergebung und des Vertrauens. <em>„Es ist wichtig</em><em>…</em><em> dass wir ehrlich miteinander sind.“</em> Ein leises Lächeln huscht über ihr Gesicht, als sie seine Unsicherheit spürt – ihr Daumen fährt erneut über seine Haut, als wolle sie ihm versichern, dass zwischen ihnen noch Hoffnung besteht.</p>
<p>Die moralische Stimme in Rosi meldet sich deutlich, fast eindringlich: „Soll er ehrlich sein? Dann solltest du ihm auch erzählen, was heute zwischen dir und Rafl passiert ist.“ Während sie diesen Gedanken hört, spürt sie einen Kloß in ihrem Hals, ihr Herz beginnt schneller zu schlagen. Unsicherheit und Schuldgefühle breiten sich in ihr aus, sie fragt sich, ob sie überhaupt die Kraft und den Mut findet, Manfred alles zu offenbaren.</p>
<p>Ihre Gedanken kreisen: „Bin ich wirklich bereit, ihm das zu sagen? Was wird passieren, wenn ich es tue? Wird er mich noch lieben?“ In jeder Faser ihres Körpers fühlt sie die Unsicherheit – ihre Finger zittern leicht, ihr Atem geht flach, und sie beißt sich auf die Lippe, weil die Stimme in ihr Recht hat, aber die Angst vor den Konsequenzen und die Scham halten sie zurück. Der innere Konflikt wirkt wie eine Welle, die sie immer wieder überrollt, während sie versucht, sich zu entscheiden, ob sie sich öffnen kann.</p>
<p>Manfred sieht ihr tief in die Augen, das Licht spiegelt sich darin, und seine Unsicherheit verwandelt sich langsam in Hoffnung. Er spürt, wie die feuchte Wärme des Raumes, das rhythmische Pochen seines Herzens, ihn wieder lebendig macht – und dass die Distanz der vergangenen Wochen sich in diesem Moment aufzulösen beginnt. Mit fester Stimme, die noch einen Rest Nervosität in sich trägt, verspricht er: <em>„Nie wieder… das schwöre ich dir. Solange es in meiner Macht liegt, werde ich für dich da sein, Rosi. Du bist alles für mich, und… ich liebe dich von ganzem Herzen.“</em> Die Nähe zwischen ihnen ist greifbar – Hände verschränken sich, Blicke verharren, ein leises, stilles Versprechen, das mehr bedeutet als Worte.</p>
<p>„Ich liebe dich auch!“ haucht Rosi ihm entgegen und drückt seinen Kopf, der schon wieder zwischen ihren Schenkeln verschwunden ist, fester gegen ihren Schritt. Mit der anderen Hand zwickt sie sich selbst kurz in den Arm. „Aua, nein, ich bin wirklich nicht am Träumen“, stellt sie sofort fest. Ein Schauer läuft ihr über den Rücken, während sie realisiert, wie sehr sich ihr Leben gerade verändert. Ihre Gedanken wirbeln – so viel Neues, so viel Unsicherheit, aber auch eine seltsame Form von Freiheit und Aufbruch. Unwillkürlich schweift ihr Blick ins Leere, während sich die Erinnerungen an Ralf fast aufdrängen: Sie denkt an seine wilde, fordernde Art, wie er sie mit einer rohen Leidenschaft geleckt und gestreichelt hat – und wie anders sich Manfreds Zärtlichkeit jetzt anfühlt, wie ein wohltuender Kontrast, beruhigend und vertraut. Der Vergleich lässt sie innerlich erzittern, ein bittersüßer Nachhall beider Begegnungen. Dabei wird ihr bewusst, dass dies der erste Tag in ihrem Leben ist, an dem sie mit zwei Männern Sex hat. <strong>In ihrem Kopf </strong>schwirrt der Gedanke: Ob sie gleich einen deutlichen Unterschied spüren wird? So frisch wie die Erinnerung an Ralf ist?</p>
<p>Während Rosi in ihren Gedanken versinkt, spürt sie Manfreds sanfte, zärtliche Zungenbewegungen. Rosi bemerkt den ersten Unterschied. Manfred ist, wie sie es kennt, behutsam und genießt es, sie mit jeder Berührung zu verführen. Seine Zärtlichkeit ist ihr vertraut und gibt ihr Geborgenheit. Bei Ralf hingegen war alles wild, fordernd und voller roher Leidenschaft. Die Erinnerung daran lässt sie kurz erschauern – so unterschiedlich waren beide Momente. Rosis Finger gleiten durch Manfreds Haare, während sie die Situation reflektiert. Sie fühlt sich zwischen den beiden Männern hin- und hergerissen. Obwohl sie Manfred weiterhin von ganzem Herzen liebt, empfindet sie eine tiefe Dankbarkeit für die neue Erfahrung mit Ralf, die ihre Sicht auf Liebe und Leidenschaft erweitert hat. In ihr breitet sich ein bittersüßes Gefühl aus – Unsicherheit, Neugier und Freude vermischen sich. Sie fragt sich, wie diese neuen Erfahrungen ihre Beziehung zu Manfred verändern werden und spürt, dass ihr Herz für beide Arten von Nähe offen ist.</p>
<p>Immer deutlicher bemerkt Rosi das ihr Körper erneut aufgeheizt wird. Wie die ersten Ausläufer eines heranbrausenden Gewitters Welle um Welle gegen ihre Brandung peitschen lassen. Sich ihr Verstand wieder beginnt zu vernebeln. Mit diesem ganz besonderem Nebel, welchen sie so sehr liebt und welcher ihr heute schon zweimal die Sinne geraubt hatte. Auch hat sie schon längst wieder die Kontrolle über ihren Körper verloren, so das ihr Becken wie wild am Kreisen ist.</p>
<p>Dann trifft ihr Orkan aufs Land und Rosi verliert zum dritten Mal sämtliche Kontrolle über sich. Laut schreit sie ihren Orgasmus hinaus. Hat dabei das Gefühl, als wenn sich der Boden unter ihr auflösen und sie sich im freien Fall befinden würde. So sehr sie dieses Gefühl auch liebt und genießt, so anstrengend ist es jedoch auch. So das Rosi am Ende vollkommen erschöpft auf dem Sofa sitzt.</p>
<p>Immer deutlicher spürt Rosi, wie ihr Körper erneut aufgeheizt wird. Wie die ersten Ausläufer eines heranbrausenden Gewitters peitschen Welle um Welle gegen ihre Brandung. Ihr Verstand beginnt langsam zu vernebeln, dieser besondere Nebel, den sie so sehr liebt und der ihr heute schon zweimal die Sinne geraubt hat, zieht erneut auf. Sie hat die Kontrolle über ihren Körper längst verloren; ihr Becken kreist wie wild. Ihr Herz schlägt schneller, ihre Haut prickelt und sie spürt jede Berührung intensiver als zuvor – jede Bewegung, jeder Kontakt lässt sie die Lust noch unmittelbarer erleben. Sie fragt sich, ob sie diese Gefühle gerade intensiver empfindet, weil die Begegnung mit Ralf noch in ihr nachhallt – oder ob sie sich das vielleicht nur einbildet?Manfred richtet sich auf und öffnet die Augen. Als Rosi ihn so sieht, steigt in ihr eine Welle von Erschöpfung und innerer Unruhe auf. Sie fühlt sich ausgelaugt, ihr Körper ist müde, doch viel stärker ist die Angst, Manfred jetzt zu enttäuschen. <em>„Ich bin so erschöpft, ich weiß nicht, wie ich ihm das erklären soll. Die Angst, ihn zu enttäuschen, lähmt mich.“</em> Ihre Gedanken kreisen, werden klarer und strukturierter: <em>„Wie soll ich Manfred sagen, dass ich heute nicht kann? Ich habe Angst, ihm zu gestehen, dass ich ihn betrogen habe. Aber jetzt will er mich wieder – und ich kann ihm sein Recht nicht verwehren.“</em> Statt zu sprechen, entscheidet sie sich schweigend, ihm diesen Moment nicht zu verweigern. Während Manfred sie liebevoll berührt und sich ihr nähert, fragt sich Rosi ängstlich, ob ihr Körper die Nähe überhaupt noch zulassen kann – und ob ein Orgasmus sie tatsächlich ohnmächtig machen könnte. In diesem Zwiespalt zwischen Schuld, Angst und Nähe bleibt sie still und lässt geschehen, was zwischen ihnen passiert.</p>
<p>„Roarrrr!“ stöhnt Rosi schon bei seinen ersten Stößen auf und hat das Gefühl, das ihre Muschie noch nie im Leben so beansprucht worden ist. Womit sie auch nicht falsch liegt. Womit sie allerdings falsch liegt, ist der Glaube an sich selbst. Denn so ab- und kaputtgefickt sie sich auch fühlt, ihr Körper schreit trotzdem nach mehr.</p>
<p>So kommt es sogar das sie seine Penetration wieder beginnt zu genießen. Im sogar wieder ihr Becken entgegenbockt und sich selbst ihn sogar stöhnend noch anfeuert hört. „Ja Schatz stoß … fester … fester … tiefer, mein Schatz … oh hab ich … dich vermisst!“</p>
<p>Manfred denkt nicht daran, das Tempo oder die Kraft seiner Bewegungen zu verändern. Er kennt seine Frau zu gut, um nicht zu wissen, wie sehr sie seine Art liebt, sie zu nehmen. Dass sie heute die härtere Gangart kennengelernt und Gefallen daran gefunden hat, davon ahnt er nichts. Noch ist ihm nicht klar, dass Rosi nun auch diese neue Leidenschaft in sich trägt.</p>
<p>Immer wieder gleitet sein Riemen in gleichmäßigen ruhigen Zügen in ihr aus und ein. Es dauert so bestimmt fast 40 Minuten, bis die beiden merken das Manfreds Eiern so stark am brodeln sind, das er sich nicht mehr lange beherrschen und alles tief in ihrem Schoß ergießen wird.</p>
<p>„Ja spritz … spritz und mach mir wieder einen … dicken Bauch Schatz … komm … komm für mich!“ stöhnt Rosi und wartet angespannt darauf ihn sich in ihr abspritzen zu fühlen.</p>
<p>Dann ist es auch endlich soweit. Mit einem letzten Stoß und unter lautem stöhnen überflutet er ihre Liebeshöhle. Setzt diese komplett unter Wasser, wobei er es sogar schafft auf ihren G-Punkt zu spritzen. Das alles zusammen löst nun auch bei ihr den erlösenden Orgasmus aus. Er ist zwar stark, jedoch nicht so stark wie Rosi es befürchtet hatte. Wodurch sie sein kommen und auch ihren Orgasmus doch in vollen Zügen genießen kann.</p>
<p>Nachdem sich Manfred komplett in ihr entleert hat, zieht er seinen Riemen aus ihr heraus und setzt sich erschöpft neben seine Frau aufs Sofa. Schwer ringt er nach Atem. Er kann noch nicht einmal zu ihr rüber schauen als sie eine seine Hand, in die ihre nimmt. „Ich bin kaputt. Komm lass uns ins Bett und schlafen gehen!“ sagt Rosi zu ihm. Nur schwerfällig kann sich Manfred aufrappeln, um zusammen mit ihr ins Schlafzimmer und ins Bett zu gehen.</p>
<p>**** Wie man(n) sich auch täuschen kann ****</p>
<p>Eine Woche später, einen Tag bevor ihre Kinder wieder nach Hause kommen, treffen sich Rosi und Kristina zu einem letzten ruhigen Gespräch. Beide wissen, dass es in nächster Zeit schwierig sein wird, solche Momente zu genießen – die Kinder werden sicherlich viel zu erzählen haben. Umso mehr freuen sich die Freundinnen über diesen Abend. Während sie auf dem Sofa sitzen, streicht Rosi unbewusst mit den Fingern über den Rand ihrer Teetasse, als würde sie darin Antworten suchen. Kristina beobachtet das und lächelt leise, ihre Gedanken schweifen ab.</p>
<p>Rosi blickt Kristina fragend an, ihr Herz schlägt schneller bei dem Gedanken an die Rückkehr ihrer Kinder. Ein zögerliches Lächeln huscht über ihr Gesicht, während sie nervös die Tasse dreht. Mit einem Hauch Unsicherheit in der Stimme sagt sie: „Was glaubst du, werden wir sie morgen überhaupt wiedererkennen?“</p>
<p>Kristina lacht leise und schüttelt den Kopf. „So lang war der Monat nun auch wieder nicht, Rosi! Obwohl – bei Alexis könnte es sein, dass sie sich verändert hat.“ Mit einem verschmitzten Lächeln zwinkert sie Rosi zu, wirft dann einen kurzen, besorgten Blick aus dem Fenster, als würde sie in der Dunkelheit nach einer Antwort suchen. Die Gedanken an Alexis lassen sie nicht los.</p>
<p>Rosi runzelt die Stirn, ihre Finger verharren einen Moment am Tassenrand. „Was soll das denn jetzt heißen?“ fragt sie neugierig, ihre Stimme klingt leicht gereizt, aber auch gespannt auf die Antwort.</p>
<p>Kristina erklärt ruhig, während sie nachdenklich lächelt. Sie schiebt eine Haarsträhne hinter ihr Ohr und blickt für einen Moment ins Leere: „Alexis ist durch ihr Alter weiter in der Pubertät, da verändert sich einiges. Vor allem könnte sie jetzt nicht mehr so blass zurückkommen, sondern durch das sonnige Wetter in Griechenland einen schönen Teint bekommen haben.“</p>
<p>Rosi nickt zustimmend, ein leicht neidischer Ausdruck huscht über ihr Gesicht. Sie drückt die Tasse etwas fester, als würde sie sich an die Erinnerungen vom letzten Sommer klammern. „Da könntest du Recht haben. Hier war der Sommer ja nur kurz mal schön, und dann gleich mit über dreißig Grad, aber nie länger als fünf Tage am Stück.“ Sie seufzt und spürt eine Mischung aus Vorfreude und Unsicherheit. „Ich glaube auch, dass es für Manfred gut sein wird, wenn Alexis wieder da ist.“</p>
<p>Kristina wird sofort aufmerksam, ihre Stimme klingt besorgt, fast schon angespannt: „Wieso das? War etwas mit ihm?“ In ihrem Blick liegt eine Mischung aus Sorge und Neugier, als wäre sie darauf gefasst, etwas Unvorhergesehenes zu erfahren.</p>
<p>Rosi schaut nachdenklich aus dem Fenster, ihre Augen gleiten über die dunkle Landschaft, als suche sie darin ihre Gedanken wiederzufinden. „Ich kann es nicht mit Sicherheit sagen, aber ich glaube, die ersten Wochen waren schwer für ihn. Er hat sie sehr vermisst.“ Ein leiser Stich in ihrem Herzen erinnert sie daran, wie sehr sie sich nach Bestätigung von Manfred sehnt.</p>
<p>Kristina seufzt und legt ihre Stirn in Falten; ihr Gesicht zeigt ehrliche Anteilnahme. „Hm, bei Ralf war es genauso. Bis vor zwei Wochen war er kaum zu gebrauchen, nie zu Hause, und selbst zu ein bisschen Spaß konnte ich ihn nicht überreden.“ Sie schüttelt leicht den Kopf, ihre Enttäuschung darüber, dass auch bei ihr Nähe gefehlt hat, ist deutlich zu spüren.</p>
<p>Rosi grinst verlegen, doch hinter dem Grinsen verbirgt sich Unsicherheit. „Wie, du konntest die sturmfreie Bude auch nicht genießen?“ Ihr Ton klingt leicht ironisch, doch ihre Augen verraten, dass sie sich nach Leichtigkeit und Nähe sehnt.</p>
<p>Kristina schmunzelt, ihr Lächeln wirkt etwas resigniert. „Nein, nicht wirklich. Aber warum sagst du, du auch nicht? War bei dir auch Flaute?“ In ihrer Stimme schwingt die Hoffnung mit, im Gespräch einen gemeinsamen Trost zu finden.</p>
<p>Rosi zuckt mit den Schultern und spricht offen: „Ja, bis vor einer Woche war es wirklich ruhig. Seitdem geht es wieder aufwärts.“ Ihre Stimme wird etwas lebhafter, als sie fortfährt: „Es scheint, als ob das Ende der Ferien, also das baldige Wiedersehen mit seiner Tochter, ihn wieder wachgeküsst hat.“ Die Vorfreude mischt sich mit Erleichterung, dass wieder Bewegung in ihre Beziehung kommt.</p>
<p>Kristina grinst und sagt neckend: „Entweder das oder etwas anderes?“ Ihre Worte sind leichtfüßig, doch ihr Blick bleibt aufmerksam, als würde sie Rosi auf eine geheime Spur locken wollen.</p>
<p>Rosi schaut Kristina fragend an, ahnt aber, worauf sie hinauswill. „Etwas anderes?“ Ihre Stimme ist neckend und gluckst dabei leicht rum.</p>
<p>„Ganz genau … WAS ANDERES! Also Ralf ist seit zwei Wochen wieder mehr oder weniger der Alte und Manfred seit einer Woche!“ überlegt Kristina laut. In ihrem Gesicht blitzt Hoffnung auf, als würde sie darauf warten, dass Rosi ihre Gedanken bestätigt.</p>
<p>„Stimmt, jetzt wo du es sagst. In jeder Woche ist genau das passiert, was wir wollten!“ grinst Rosi wie ein Honigkuchenpferd von einem Ohr zum anderen. Sie wirkt dabei so zufrieden, als hätte sie gerade einen großen Erfolg gefeiert.</p>
<p>Kristina strahlt, ihre Augen leuchten vor Freude, und sie zieht Rosi dabei ein Stück näher zu sich. Mit einem begeisterten Ton sagt sie: „Richtig, Rosi. Erst nachdem sie uns bekommen haben, uns vögeln konnten – ohne zu wissen, dass wir das heimlich so geplant hatten – und wir unseren Partnertausch, also den Wechsel zwischen unseren Männern, tatsächlich umgesetzt haben.“</p>
<p>Rosi schaut einen Moment aus dem Fenster, ihre Finger spielen unruhig mit einer Tasse. „Wenn ich ehrlich bin, hätte ich niemals gedacht, dass unser Plan wirklich funktioniert. Ich meine, den Männertausch zuerst nur zu denken und dann tatsächlich durchzuziehen – das hätte ich mir ohne ihr Einverständnis nie vorstellen können.“ Sie hebt den Blick und sieht Kristina mit unsicherem Lächeln an. Im Raum liegt eine gespannte Stille.</p>
<p>Kristina lächelt beruhigend und lehnt sich leicht zu ihr. „Das stimmt, aber anscheinend haben wir das noch drauf. Unsere kleinen geheimen Spielchen, ein flirtender Blick hier und da, mal ein zufälliger Blick auf den Hintern oder ein tiefer Einblick ins Dekolleté – lach – Männer reagieren eben immer gleich.“ Ihre Stimme klingt leicht und sie schmunzelt, doch ihr Blick bleibt aufmerksam bei Rosi.</p>
<p>Rosi senkt den Kopf, ihr Grinsen verschwindet. Mit leiser Stimme sagt sie: „Sag das nicht, das macht mir Angst.“ Sie blickt nervös auf ihre Hände und atmet tief durch.</p>
<p>Kristina legt sanft ihre Hand auf Rosis und schaut ihr direkt in die Augen. „Angst, Rosi?“ Ihre Stimme ist warm und gibt Halt.</p>
<p>Rosi nickt leicht, ihre Stimme zittert: „Ja, Kristina. Ich habe wirklich Angst, dass ich Manfred verlieren könnte. Die Vorstellung, dass er sich von einer anderen Frau verführen lässt, lässt mich nicht los. Zwischen uns war alles abgesprochen, deshalb konnte ich damit umgehen, dass Manfred einmal mit einer anderen schläft. Aber wenn es plötzlich ohne mein Wissen passiert, könnte ich nicht damit umgehen. Ich weiß nicht, wie ich dann reagieren würde.“ Sie ringt um Fassung, während Kristina ihre Hand drückt.</p>
<p>Kristina schaut sie ernst an, ihre Stimme ruhig: „Glaubst du, dass Manfred dich vorher schon einmal betrogen hat?“ Im Hintergrund hört man das leise Ticken der Uhr, das die Stille im Raum noch verstärkt.</p>
<p>Rosi schüttelt den Kopf und sieht Kristina entschlossen an. Während sie spricht, ballt sie unbewusst die Hände zu Fäusten, als würde sie sich innerlich gegen einen aufkommenden Zweifel stemmen. „Nein, das glaube ich nicht. Und wenn doch, dann hat er es sehr gut vor mir verborgen.“ Ihre Stimme klingt jetzt klarer, doch ein flüchtiger Zweifel blitzt in ihrem Blick auf. Die Unsicherheit bleibt, trotz ihrer Entschlossenheit, spürbar in ihren Augen.</p>
<p>Rosi blickt Kristina mit einem vorsichtigen Hoffnungsschimmer in den Augen an. Ihre Stimme ist leise, voller Unsicherheit, aber auch gestärkt von Kristinas Zuspruch. <strong>Rosi</strong><strong> lacht </strong>aufgeregt: „Ich hoffe wirklich, dass du Recht hast. Aber eines lässt mich nicht los, geht es dir nicht genauso?“ Ihr Finger streicht nervös über die Tasse, als würde sie sich an ihr festhalten.</p>
<p>Kristina lehnt sich ein wenig vor, ein neugieriges Lächeln auf den Lippen. Sie spürt, wie die Spannung im Raum wächst, das leise Ticken der Standuhr wird deutlicher. „Wenn du mir verrätst, was dich beschäftigt, kann ich dir sagen, ob ich genauso neugierig bin.“ Ihre Augen suchen den Kontakt zu Rosi, bereit, sich auf das Gespräch einzulassen.</p>
<p>Für einen Moment schweigt Rosi und schaut aus dem Fenster, als wolle sie ihre Gedanken sammeln. Sie atmet tief durch. In ihren Augen spiegelt sich Unsicherheit und Nachdenklichkeit. „Ich frage mich einfach, warum sie es eigentlich gemacht haben. Wie du vorhin gesagt hast – wir waren für sie wohl die größte Versuchung, aber auch Gefahr. Warum gerade wir?“</p>
<p>Kristina schaut Rosi direkt an und ihr Grinsen wird breiter. In ihren Augen blitzt Abenteuerlust auf, als ob sie bereits einen Plan schmiedet. Die Atmosphäre im Raum wirkt elektrisiert, draußen hört man das entfernte Zwitschern eines Vogels. „Da stimme ich dir voll zu. Das würde ich auch zu gerne wissen! Was hältst du davon, wenn wir unseren Männern mal ein wenig auf den Zahn fühlen? Sie sollten ruhig ein bisschen ins Schwitzen kommen!“</p>
<p>Sofort huscht ein schelmisches Lächeln über Rosis Gesicht. Gemeinsam mit Kristina spürt sie, wie die Unsicherheit einer leichten Aufregung weicht. „Und wie stellst du dir das vor?“</p>
<p>Kristina lacht leise, ihr Blick voller Zuversicht und Energie. Das warme Licht im Raum hebt die Stimmung, ihre Bewegungen wirken gelöst. „Da fällt uns bestimmt etwas Geniales ein!“</p>
<p>Die beiden Frauen schließen sich fest in die Arme. Ihr gemeinsames Lachen erfüllt das Zimmer, trägt die Spannung davon und lässt eine Atmosphäre von Zusammenhalt und Vertrautheit entstehen.</p>
<p>In der nächsten Woche kehrt das Leben in beide Familien zurück, begleitet von einem aufgeregten Durcheinander. Die Rückkehr der Kinder bringt frische Energie ins Haus – überall hallen Stimmen, das Lachen der Kinder mischt sich mit dem Klappern von Geschirr und dem warmen Duft nach frisch gebackenem Brot, der aus der Küche strömt. Kristina spürt, wie ihr Herz leichter wird, als sie ihre Tochter endlich wieder in den Armen hält. Die Umarmung ist fest, beinahe verzweifelt, und Kristina schließt die Augen, um diesen Moment in sich aufzunehmen. Während sie die Stimmen und das lebendige Treiben im Haus hört, denkt sie zurück an die Wochen, in denen Frankreich für sie etwas Unbekanntes und Unnahbares blieb. Trotz der Erzählungen anderer Eltern und der vielen Berichte ihrer Kinder war das Land für sie stets mit einer leisen Unsicherheit verbunden – ein fremder Ort, an dem sie nicht mit ihren Liebsten zusammen war. Jetzt, da sie wieder vereint sind, fühlt Kristina, wie die Sorgen langsam von ihr abfallen und sie wieder ruhig atmen kann. Sie fragt sich, ob diese Zeit sie verändert hat: Vielleicht hat sie gelernt, loszulassen, ein wenig Vertrauen zu schenken und die eigenen Ängste zu überwinden.</p>
<p>Als Alexis aus dem Wagen der Familie von Angela steigt, wird Rosi von einem intensiven Gefühl überrascht – es ist, als würde sie eine Fremde empfangen. Die Geräusche der Straße und das muntere Treiben am Gartenzaun scheinen für einen Moment zu verstummen. Alexis strahlt eine neue Selbstsicherheit aus; ihre Haut ist sonnengebräunt, die neue Frisur verleiht ihr einen frischen, erwachsenen Look. Während Rosi ihre Tochter betrachtet, nimmt sie eine zarte Note von Shampoo und Sonnencreme wahr, die Alexis mitgebracht hat – Erinnerungen an griechische Sommerabende. Ihr Aussehen und ihre Haltung wirken deutlich weiblicher, fast erwachsen, und Rosi spürt einen leisen Schmerz in ihrer Brust; Stolz mischt sich mit Wehmut. In Gedanken malt sie sich aus, wie Alexis bald ihre eigenen Wege gehen wird. Das vertraute Chaos im Haus – das Hin- und Herlaufen, das Klappern in der Küche, die lebhaften Stimme – erscheint Rosi plötzlich wie das letzte Aufblühen eines vertrauten Frühlings, bevor ihre Tochter das Nest verlässt. Sie beginnt sich innerlich auf den Abschied vorzubereiten, denkt über das Loslassen nach und hofft, Alexis den Mut mitzugeben, ihren eigenen Weg zu gehen. Während sie sich bemüht, die Veränderungen zu akzeptieren, bleibt ihr ein Moment der Dankbarkeit: für die gemeinsame Zeit, für das Lachen und die Nähe, die sie heute noch genießen kann. Einzig die Gewissheit, dass Alexis mindestens noch drei Jahre bei ihr wohnen wird, macht den Gedanken für Rosi etwas leichter und erträglicher.</p>
<p>An diesem Abend sitzen die Vier bei Rosi und Manfred im Garten und genießen das schöne, warme Wetter. Obwohl Rosi darauf bestanden hatte, dass Alexis die letzte Ferienwoche zu Hause verbringt, hat sie ihr erlaubt, diese Nacht noch einmal bei Angela zu übernachten. Die Atmosphäre am runden Gartentisch ist locker und gelöst; das Lachen und Stimmen der Nachbarn vermischen sich mit dem Duft des Rasens.</p>
<p>Jeder hat ein Getränk vor sich, und die Gespräche kreisen um die Erlebnisse der Kinder. Ralf und Kristina berichten von den Geschichten ihrer beiden, und umgekehrt erzählen Rosi und Manfred, was Alexis ihnen aus Griechenland mitgebracht hat. Rosi nippt genüsslich an ihrem Wein, stellt ihr Glas zurück und lehnt sich entspannt zurück.</p>
<p>„Ach, ist das nicht ein wunderschöner Tag?“ sagt sie mit einem strahlenden Lächeln zu den anderen.</p>
<p>Die anderen stimmen ihr sofort zu, doch Rosi grinst schelmisch und fügt hinzu: „Ganz so wie damals, als du meintest, das ich gut zu vögeln wäre, Ralf! Erinnerst du dich?“</p>
<p>Sofort fällt Ralf vor Schreck die Kinnlade herunter, während Kristina und Manfred ihn erstaunt ansehen.</p>
<p>&#8221; Du hast was zu ihr gesagt Schatz? Wann war das denn, Rosi?&#8221; fragt Kristina neugierig und schaut ihre Freundin fragend an.</p>
<p>&#8220;Och, das ist erst ein paar Wochen her, Kristina. Ralf war kurz hier, und währenddessen habe ich draußen das Vogelhäuschen mit Futter befüllt&#8221;, erwidert Rosi mit einem entspannten Lächeln, als wäre es das Normalste der Welt.</p>
<p>Rosi und Kristina sehen sofort, wie blass Ralf wird und wie seine Hände leicht zittern – der Schreck steht ihm deutlich ins Gesicht geschrieben. Auch Manfred rutscht nervös auf seinem Stuhl hin und her. Innerlich amüsieren sich die beiden Frauen köstlich über die Reaktion der Männer.</p>
<p>Rosi lehnt sich mit einem verschmitzten Lächeln vor und ruft: „Ach übrigens, Schatz, dir würde bestimmt auch etwas von Ralfs romantischer Ader gutstehen!“ Sie zwinkert Kristina zu, als wolle sie ein kleines Geheimnis lüften. Dann hält sie inne, spielt ein wenig die Überraschte: „Oh, verdammt, das wollte ich jetzt gar nicht sagen, Ralf!“ Ihr Tonfall ist übertrieben, fast schelmisch, als ob sie absichtlich einen Fauxpas begeht, um die Spannung zu steigern.</p>
<p>Kristina runzelt neugierig die Stirn und fragt direkt: „Was wolltest du nicht sagen, Rosi? Und was hat das mit Ralf zu tun?“ Ihre Stimme klingt neugierig, während sie Rosi fragend mustert.</p>
<p>Ralf, sichtlich verunsichert, räuspert sich und versucht, sich herauszuwinden: „Ähm &#8230; nichts von Bedeutung, Schatz. Sie hat da, glaube ich, was falsch verstanden!“ Er schaut dabei nervös zur Seite, seine Hände umklammern das Bierglas ein wenig fester.</p>
<p>Rosi grinst nun offen und nimmt das Ganze sichtlich mit Humor. Mit einer Theatralik, die den Moment auflockert, sagt sie: „Was, ein romantisches Wochenende in Paris zum 10. Hochzeitstag, nennst du nichts?“ Sie wirft Ralf einen neckenden Blick zu, bevor sie sich an Kristina wendet: „Entschuldige, Kristina, dass ich dir die Überraschung gerade verdorben habe!“</p>
<p>Kristina reißt überrascht die Augen auf, ein breites Lächeln breitet sich auf ihrem Gesicht aus. „Ist das wahr, Schatz? Ein Wochenende in Paris?“ Sie springt fast vor Freude auf und nimmt Manfreds Hand, schaut ihn voller Glück und Liebe an. Ihre Stimme überschlägt sich beinahe: „Oh, ich liebe dich so sehr!“</p>
<p>Manfred errötet leicht, lächelt verlegen und murmelt: „Ich liebe dich halt auch, Schatz!“ Während er nervös an seinem Bier nippt, spürt man, wie ihm die Situation ein wenig über den Kopf wächst. Im Inneren hofft er, dass das Thema schnell vorbei geht.</p>
<p>Beide Frauen beobachten amüsiert, wie in den Köpfen ihrer Männer die Räder rattern. Ralf und Manfred tauschen unsichere Blicke, als würden sie fieberhaft nach einer Erklärung oder passenden Ausrede suchen. Manfred schiebt nervös sein Glas hin und her, während Ralf sich am Kragen zupft.</p>
<p>Kristina wendet sich wieder an ihren Mann und sagt mit einem Augenzwinkern: „Hm, ich müsste die Tage echt ein paar Bilder aufhängen, die die beiden im Ferienlager gemacht haben. Aber du weißt, Schatz, ich habe dafür zwei linke Hände – du müsstest mir helfen!“ Sie lächelt und stupst Ralf spielerisch an.</p>
<p>Bevor Ralf antworten kann, unterbricht ihn Rosi mit einem breiten Grinsen. Sie lehnt sich nach vorne, genießt die gespannte Aufmerksamkeit und wirft die humorvolle Bemerkung ein: „Also, wenn er nicht will oder keine Zeit hat, kann ich das auch für dich erledigen. Immerhin hat mir Ralf letztens auch mal bescheinigt, dass ich gut nageln könne!“.</p>
<p>Als Rosi das Wort „nageln“ mit einer anzüglichen Betonung ausspricht, verschluckt sich Manfred prompt und ringt nach Luft. Ralf dagegen, blickt alarmiert in die Runde. Seine Gedanken rasen: <em>„Das kann doch nicht wahr sein, was hier gerade passiert. Will Rosi etwa unsere Ehen ruinieren mit ihrer Redseligkeit? Und ob Kristina wirklich so sicher ist, wie sie immer tut?“</em> Während die Männer zunehmend nervös auf ihren Stühlen hin und her rutschen, beobachten die Frauen das Schauspiel belustigt, ihre Augen funkeln herausfordernd und amüsiert. Es ist, als ob die Rollen für diesen Abend getauscht sind: Die Männer fühlen sich wie Statisten im eigenen Stück, während die Frauen souverän Regie führen.</p>
<p>Rosi lehnt sich zu Kristina hinübe. „Sag mal, Kristina, hast du mitbekommen, dass sich die Meiers aus der Auenstraße scheiden lassen?“ Ihre Stimme ist leise, aber voller Spannung.</p>
<p>Kristina, die als Sozialarbeiterin nicht nur zuhören, sondern auch mitfühlen kann, zieht überrascht die Augenbrauen hoch. Ehrliches Mitgefühl klingt in ihrer Stimme: „Was, wirklich? Warum denn das? Ich dachte, deren Ehe läuft ganz wunderbar!“</p>
<p>Rosi, leidenschaftliche Hobbydetektivin im Dorf, schüttelt den Kopf und seufzt: „Tja, anscheinend doch nicht. Jedenfalls nicht wie unsere. Sie hat ihren Mann inflagranti erwischt!“ Die Luft knistert einen Moment lang vor Betroffenheit</p>
<p>„Nein, das gibt’s doch nicht! Der Mistkerl hat sie wirklich betrogen?“ Kristina presst die Lippen aufeinander und schüttelt fassungslos den Kopf. Dann – ein typischer Kristina-Moment – wirft sie ihrem Mann einen liebevollen, aber auch prüfenden Blick zu. In ihrer Brust breitet sich ein vertrautes Gefühl aus, das sie zurück an einen anderen Abend denken lässt. „Gott, bin ich froh, dass wir uns darüber keine Sorgen machen müssen!“</p>
<p>Rosi, mit ihrem typischen verschmitzten Charme, lächelt breit: „Da hast du wohl recht. Aber sag mal ehrlich, was würdest du tun, wenn Ralf dir fremdgehen würde?“ Sie genießt es sichtlich, das Gespräch auf die Spitze zu treiben. Währenddessen fühlen sich Ralf und Manfred wie das fünfte Rad am Wagen. Die Frauen sind so vertieft ins Gespräch, dass die Männer fast unsichtbar scheinen. Manfred schiebt nervös sein Glas hin und her, Ralf versucht mit einem unauffälligen Räuspern einen Kommentar zu platzieren, doch Kristinas Antwort kommt ihm zuvor.</p>
<p>Kristina schüttelt entschieden den Kopf und antwortet mit einem Lächeln, dessen Wärme spürbar ist: „Also, ich glaube nicht, dass Ralf mir jemals fremdgehen würde. Erinnerst du dich noch an die Einweihungsparty von Stefanie? Ich weiß auch nicht warum, aber Ralf war an dem Abend so aufgedreht, dass wir es nicht mal bis aus der Garage geschafft haben.“ Sie grinst verschmitzt und fährt fort: „Dabei haben wir sogar darüber gesprochen, und ich habe ihm gesagt: <em>‚Schön zu hören, Schatz, aber du weißt ja, ich bin da ganz egoistisch. </em><em>Ledi</em><em>glich ich habe </em><em>Anspruch </em><em> –</em><em> auf deinen strammen Hammer.‘</em> Ich glaube, er hat damals ganz genau verstanden, was ich meine!“ Kristinas Lachen ist ansteckend, und Rosi kontert prompt: „So direkt habe ich es zwar Manfred noch nie gesagt, aber die Aussage könnte von mir sein.“</p>
<p>„Ähm, hallo?! Ist euch eigentlich bewusst, dass wir auch noch hier sitzen?“ meldet sich Ralf mit einem gereizten Unterton zu Wort, seine Stimme klingt zwischen Unsicherheit und Genervtheit.</p>
<p>Wie auf Kommando wirbeln Kristina und Rosi zu den Männern herum, ihre Augen blitzen. Mit scharfem Tonfall, fast synchron, stellen sie die Frage, die wie ein Donnerschlag wirkt: „Natürlich wissen wir das! Aber was wir NICHT wissen ist: Wie seid IHR eigentlich darauf gekommen, mit zu ficken – also die Frau des jeweils anderen?“ Rosi fährt fort, ihre Stimme wird lauter und zittert vor Enttäuschung: „Das ist unfassbar! Wie konntet ihr so etwas überhaupt in Erwägung ziehen?“ Die Männer sind wie erstarrt, ihre Mienen verraten Ratlosigkeit und Schuld.</p>
<p>„Jetzt tut nicht so unschuldig! Habt ihr wirklich geglaubt, ihr kommt damit durch? Dass wir das voreinander geheim halten würden?“ zischt Rosi, die Enttäuschung und Wut in ihrem Blick kaum verbergend. Sie bohrt ihre Augen in Manfreds und Ralfs Gesicht.</p>
<p>„Jetzt redet endlich Klartext! Oder glaubt ihr wirklich, ihr kommt so einfach davon?“ mischt sich Kristina energisch ein und wirft einen strengen Blick auf beide Männer. Ihre Stimme ist fest und lässt keinen Widerspruch zu. „Wenn ihr jetzt nicht ehrlich seid, ziehen wir Konsequenzen – und glaubt mir, die werden euch nicht gefallen!“</p>
<p>Manfred schluckt nervös, seine Hände zittern leicht. „Äh… also… wie soll ich… ich weiß gar nicht…“ stammelt er, die Unsicherheit steht ihm ins Gesicht geschrieben. Schließlich ringt er sich durch, seine Stimme bricht fast: „Es tut mir wirklich leid. Ich hätte nie gedacht, dass das so ausartet. Es war meine Idee, und ich schäme mich dafür.“ Ein schuldbewusster Blick sucht Rosi.</p>
<p>Rosi unterbricht ihn unwirsch, ihre Stimme voller verletzter Wut: „Deine Idee? Wie konntest du nur! Hast du überhaupt nachgedacht, was das mit uns macht? Glaubst du, ich kann dir das einfach verzeihen?“ Ihre Hände ballen sich zu Fäusten, Tränen stehen ihr in den Augen.</p>
<p>„Ich weiß, ich habe alles verbockt. Es war dumm und egoistisch von mir“, gesteht Manfred kleinlaut, seine Stimme ist kaum mehr als ein Flüstern. „Ich wollte nie jemanden verletzen.“</p>
<p>Kristina geht dazwischen, deutlich energischer als zuvor: „Jetzt ist Schluss mit Ausreden. Wir erwarten eine ehrliche Erklärung – und danach reden wir darüber, wie ihr das wieder gutmachen könnt. Aber seid euch sicher: So etwas bleibt nicht ohne Folgen!“</p>
<p>„Manfred beginnt stotternd, seine Augen wandern unsicher über die Gesichter der Anwesenden. „Äh, wie soll ich sagen …“</p>
<p>Rosi wirft Manfred einen drängenden Blick zu und verschränkt ungeduldig die Arme. Ihre Stimme wird schärfer, als sie das Wort ergreift: „Nun, am besten fängst du ganz vorne an – und das langsam schnell. Ich denke, ich spreche auch für Kristina, wir werden langsam wirklich ungeduldig!“ Der Druck auf die beiden Männer, allen voran auf ihren Mann, steigt sichtbar.</p>
<p>Manfred holt tief Luft, seine Hände zittern, bevor er weiterspricht. Mit brüchiger Stimme gibt er schließlich zu: „Okay, ich bin schuld. Es war meine Idee!“</p>
<p>Rosi lässt ihm kaum Zeit zum Atmen. Sie beugt sich ein Stück vor, ihre Stimme hallt abrupt durch den Raum: „Was für eine Idee?“</p>
<p>„Das wir im Zuge eines Frauentausches …“ spricht er weiter.</p>
<p>Rosi verschränkt die Arme, ihr Blick ist fassungslos und bohrt sich in Manfred, während sie lautstark und empört ins Wort fällt. Ihre Augen funkeln vor Unglauben, innerlich ringt sie gegen den Wunsch laut loszulachen, wie sie so die beiden zappelnd vor sich sitzen sieht. „Im Zuge WAS? Ich glaube, ich hör wohl nicht richtig!“</p>
<p>„Beruhig dich, Rosi. Lass uns erst mal hören, was sie noch zu erzählen haben, bevor wir urteilen oder über eine Strafe nachdenken“, versucht Kristina ihre aufgebrachte Freundin zu besänftigen.</p>
<p>Ungläubig schaut Rosi zu Kristina rüber. „Ich weiß nicht, ob ich den Rest noch hören will!“, sagt sie zu Kristina und während sie spricht, spürt Rosi ein heimliches Kribbeln der Zufriedenheit – ihr Plan scheint erneut aufzugehen, und niemand ahnt etwas.</p>
<p>Kristina stemmt die Hände in die Hüften und sieht Rosi mit einem entschlossenen Blick an. Ihre Stimme klingt klar und unverblümt: „Also, das Recht müssen wir ihnen zugestehen. Es war ja nicht so, dass sie uns nur ins Bett locken wollten – wir haben uns auf das Spiel eingelassen. Und jeder weiß, dass niemand jemanden gegen seinen Willen verführen kann. Wir haben uns entschieden, mitzumachen. So ehrlich sollten wir sein.“ Ihr Ton lässt keinen Widerspruch zu, aber sie blickt Rosi dabei offen an und erwartet ihre Reaktion.</p>
<p>Rosi hebt eine Augenbraue und tut, als müsse sie über Kristinas Worte ernsthaft nachdenken. Mit einer Mischung aus Ironie und Skepsis sagt sie: „Na schön, aber wehe, mein Schatz, mir gefällt nicht, was ich gleich zu hören bekomme.“ Ihr ironischer Unterton lässt Manfred deutlich spüren, dass er jetzt in der Defensive ist, und er wirkt noch verunsicherter.</p>
<p>Manfred ringt sichtbar mit seiner Fassung, seine Finger spielen nervös mit dem Hemdknopf. „Gut, Schatz, keine Geheimnisse mehr. Alles begann auf dieser Party, die Kristina erwähnt hat. Ihr beide – ihr habt umwerfend ausgesehen, und wir waren nicht gerade nüchtern. Während wir über unsere heißen Frauen schwärmten, kam uns plötzlich dieser verrückte Gedanke …“ Seine Stimme wird leiser, Unsicherheit und Scham sind ihm ins Gesicht geschrieben.</p>
<p>Kristina geht ungeduldig dazwischen, ihr Ton scharf und direkt: „Was heißt verrückter Gedanke? Sag es einfach!“</p>
<p>Manfred zieht den Kopf ein wenig ein – seine Unsicherheit ist nicht zu übersehen. „Na ja, wir haben überlegt, wie es wohl wäre, mal einen Frauentausch zu machen …“ Er spricht die Worte fast flüsternd, als würde er sich für den Gedanken schämen.</p>
<p>Rosi schnaubt, ihre Skepsis schlägt in leichte Empörung um. „Na, das hatten wir ja schon – und dann?“ Ihre Worte klingen schneidend, doch ein leichtes Grinsen huscht über ihr Gesicht, als sie Kristina ansieht.</p>
<p>Manfred findet kaum Halt in seiner Stimme, blickt von Rosi zu Kristina und zurück. „Der Alkohol … wir kamen zu dem Schluss, dass das nie passieren würde. Ihr seid treu – das war für uns immer klar.“ Unsicherheit lässt ihn stocken, seine Hände zittern.</p>
<p>Rosi wirft ihm einen ironisch-empörten Blick zu und schüttelt den Kopf. „Und trotzdem habt ihr uns – ganz treu – verführt? Na, das ist ja ein Ding!“, ruft sie, ihre Stimme voller Spott und Empörung.</p>
<p>Ralf springt für Manfred ein, sein Ton bemüht sachlich, doch Unsicherheit und Rechtfertigung schwingen mit: „Wie Manfred schon sagte – wir waren nicht ganz zurechnungsfähig. Der Alkohol hat unsere Sinne getrübt und dann kam uns die Idee, euch dabei einem Treuetest zu unterziehen.“ Er sucht bei den Frauen nach einer Reaktion, bleibt aber vorsichtig.</p>
<p>Rosi kann sich kaum zurückhalten und springt auf, ihre Empörung nun deutlich spürbar: „Ein Treuetest? Das wird ja immer besser mit euch! Ihr habt also – bei allem Respekt – eure Frauen getestet? Ich hoffe, euch ist klar, wie absurd das klingt!“ Ihre Stimme hallt durch den Raum, sie fixiert die Männer mit einem Blick, der keine Zweifel an ihrer Haltung lässt.</p>
<p>Kleinlaut nicken Manfred und Ralf, ihre Unsicherheit ist nun beinahe greifbar. Die beiden sinken ein Stück in sich zusammen, als ob sie sich vor der erwarteten Standpauke schützen wollten. Die Spannung im Garten steigt – die Männer fühlen sich ertappt, und die Frauen stellen sich demonstrativ nebeneinander, ihre Köpfe nähern sich. Die Männer glauben, sie würden sich flüsternd absprechen, doch die Frauen tauschen nur einen bedeutungsvollen Blick aus.</p>
<p>Im nächsten Moment weiten sich die Augen der Männer, als hätten sie gerade einen Blitzschlag erlebt – verblüfft beobachten sie, wie die Frauen sich nicht etwa heimlich absprechen, sondern sich mutig und offen küssen. Kristina und Rosi verlieren sich in einem leidenschaftlichen Kuss, ihre Hände gleiten sanft über die Rücken der jeweils anderen. Während die beiden Frauen knapp eine Minute ganz in ihrer Nähe und ihrem Moment aufgehen, blenden sie die Blicke der Männer völlig aus. Ralf starrt einen Moment lang sprachlos auf die Szene, sein Mund halb geöffnet, als wolle er etwas sagen, doch ihm fehlen die Worte. Manfreds Stirn legt sich in Falten, seine Hand zuckt unbewusst zum Hemdknopf, während er krampfhaft nach einer Erklärung sucht. Für Rosi ist es, als würde ein prickelnder Strom durch ihren Körper fließen, Kristina spürt eine tiefe Verbundenheit und einen Moment des Triumphs. Als der Kuss endet, wenden sie sich den Männern zu – deren fassungslosen, beinahe hilflosen Reaktionen lassen die Frauen augenblicklich in ein befreiendes, herzliches Lachen ausbrechen.</p>
<p>Kristina wirft einen Blick auf die Gesichter der Männer und ein verschmitztes Schmunzeln schleicht sich auf ihre Lippen. „Sieh dir das mal an, Rosi. Uns wild im Bett zu erleben, macht ihnen scheinbar nichts aus – aber wenn wir selbst Vergnügen haben, kommen sie nicht klar!“ Sie lacht, die Genugtuung darüber, die Männer so aus dem Konzept gebracht zu haben, ist ihr deutlich anzumerken. Rosi grinst ebenfalls, ihre Aufregung lässt einen leichten Schauer über ihren Rücken laufen, während sie die überraschten, teils ratlosen Gesichter der Männer betrachtet. Manfred öffnet und schließt den Mund, als wolle er protestieren, findet aber keinen Ansatz, und Ralf blickt immer noch verstört auf die beiden Frauen, sein Gesicht zwischen Verwunderung und Unsicherheit gefangen.</p>
<p>„Jep, und das ist längst nicht alles, was sie wissen könnten,“ sagt Rosi mit einem amüsierten und zugleich herausfordernden Unterton. Ihre Gedanken schweifen kurz zu den Situationen, in denen sie und Kristina die Männer bewusst auf die Probe gestellt hatten. Ralf runzelt die Stirn, seine Unsicherheit wächst, er wirkt, als würde er etwas erahnen, aber nicht ganz begreifen.</p>
<p>„Was &#8230; was meint ihr damit, dass wir noch nicht alles wissen?“ Ralf findet als Erster seine Stimme wieder und blickt die Frauen abwartend an, Unsicherheit und Neugier spiegeln sich in seinem Gesicht. Manfreds Blick wandert zwischen den Frauen hin und her, seine Finger spielen nervös mit dem Hemdknopf, als würde er damit die eigene Unruhe überspielen.</p>
<p>Die beiden Frauen tauschen einen kurzen, verschwörerischen Blick aus und setzen sich wieder an ihren Platz. Rosi lehnt sich leicht vor, ihre Stimme ruhig und dennoch bestimmt: „Ihr denkt wirklich, dass <strong><em>IHR</em></strong> uns getestet habt? Glaubt ihr das tatsächlich?“ Ihre Worte klingen jetzt nicht nur stolz, sondern auch herausfordernd – sie hofft, dass die Männer nun die ganze Wahrheit ahnen.</p>
<p>„Ähm, klar. Immerhin wusstet ihr ja bis gerade eben nichts davon, dass wir euch testen wollten“, antwortet Manfred, immer noch etwas verwirrt. Seine Gedanken scheinen um die letzten Wochen zu kreisen, in denen er glaubte, alles im Griff zu haben – und jetzt merkt, wie ihm die Kontrolle entgleitet. Er blickt Ralf an, als wolle er Bestätigung suchen, doch dieser bleibt stumm.</p>
<p>Ralf schaut Rosi mit gerunzelter Stirn und einem Anflug von Verlegenheit an, seine Stimme klingt zögerlich: „Moment mal, willst du damit sagen, dass du mir absichtlich deine heißen Kurven gegen die Brust gedrückt hast?“ Seine Wangen bekommen dabei einen leicht roten Schimmer, während er unsicher auf eine ehrliche Antwort wartet.</p>
<p>Rosi grinst frech, ihre Augen glänzen vor Spaß. „Natürlich, und ich hoffe, dass dir auch der kleine Einblick in mein Dekolleté gefallen hat.“ Sie wirft ihm ein süffisantes Lächeln zu und beobachtet amüsiert, wie Ralf verlegen den Blick abwendet, aber ein leises Schmunzeln nicht unterdrücken kann.</p>
<p>Kristina schaltet sich mit einem spitzbübischen Grinsen ein: „Genauso habe ich gehofft, dass ich dir, Manfred, hin und wieder einen schönen Anblick bieten konnte.“</p>
<p>Manfred wird nervös, seine Hände spielen unruhig mit seinem Hemdknopf, und er stammelt verlegen: „Aber warum habt ihr das gemacht?“ Seine Unsicherheit ist spürbar, er sucht nach einer Erklärung, während sein Blick zwischen den Frauen hin und her wandert.</p>
<p>Ralf blickt nun wissend zu seinem Freund und versucht, die Situation zu durchschauen: „Ich glaube, sie wollten einfach sehen, wie wir reagieren – ob wir ihnen treu bleiben oder schwach werden. Besser gesagt haben die beiden scheinbar unsere Treue getestet.“ Seine Worte spiegeln eine Mischung aus Erkenntnis und leichter Verunsicherung wider und geben den anderen einen Hinweis auf die eigentlichen Beweggründe der Frauen.</p>
<p>Kristina wirft Rosi einen vielsagenden Blick zu, ihre Lippen zucken leicht. „Siehst du, Rosi – der Groschen ist gefallen.“ Die beiden Frauen grinsen sich an, ein leiser Funken Aufregung und Verbundenheit flackert zwischen ihnen, während ihre Hände unbewusst die Tischkante umklammern.</p>
<p>Ralf sitzt reglos da, seine Schultern sinken schwer wie eine Last, die plötzlich auf ihm liegt. Er vermeidet den Blickkontakt, seine Finger spielen nervös mit dem Saum der Jacke, bis er sich zögernd Kristina zuwendet. In seinen Augen schimmert ein feuchter, schwerer Schmerz – nicht nur Scham, sondern tiefe Unsicherheit, die ihn stumm macht. Kristina spürt, wie ihr Herz sich zusammenzieht, ein leiser Zweifel flackert auf: Hätte sie alles anders machen können? Ist sie vielleicht schuld an seinem Schmerz? Die Unsicherheit kriecht wie ein Schatten durch ihre Gedanken, sie fragt sich, ob sie zu weit gegangen ist – ob ihre Neugier und ihr Spiel mit den Gefühlen der Männer zu viel verlangt haben.</p>
<p>Mit sanfter Stimme, die ihre eigene Unsicherheit kaum verbergen kann, sagt Kristina: „Ralf, Schatz, bitte schau mich an.“ Ihr Blick sucht den seinen, ihre Hände zittern leicht, als sie die Finger ineinander verschränkt – fast, als wolle sie sich selbst Halt geben.</p>
<p>Ralf hebt endlich den Kopf, seine Tränen stehen sichtbar in den Augen. Kristina schaut kurz zu Rosi, deren Gesicht für einen Moment die gleiche Unsicherheit zeigt. Die Stille im Garten wiegt schwer, jeder Blick, jede Geste ist geladen mit Emotionen. Kristina ringt mit sich, ehe sie leise und bestimmt antwortet: „Nein, das habt ihr nie getan.“</p>
<p>Ralf bleibt einen Moment stumm. Seine Hände ballen sich auf seinem Schoß, die Stimme bricht fast, als er fragt: „Aber wieso dann? Es muss doch einen Grund dafür gegeben haben?“</p>
<p>Die Stille, die über der Runde liegt, ist schwer und doch voller unausgesprochener Sehnsucht. Rosi senkt den Blick für einen Moment, ihre Stimme ist sanft, fast flüsternd, als sie beginnt: „Weißt du, irgendwie sind wir durch ähnliche Gefühle gegangen wie ihr. Es war, als hätte sich langsam, beinahe unmerklich, ein Wunsch in uns eingeschlichen.“ Sie hält inne, ihr Blick sucht Manfreds Gesicht – in ihren Augen liegt ein zaghaftes Funkeln, zwischen Unsicherheit und Verlangen. „Wir haben viel fantasiert, uns gegenseitig angestachelt… und plötzlich war dieser Gedanke da, diese seltsame Spannung zwischen uns… Der Wunsch, unsere Männer einmal tauschen zu wollen.“ Rosi seufzt leise, ihre Worte sind von einem inneren Ringen begleitet, während sie Manfred direkt anschaut – als wolle sie seine Zustimmung, seine Liebe darin finden.</p>
<p>Manfred runzelt die Stirn, ein Anflug von Verwirrung spiegelt sich auf seinem Gesicht. Er räuspert sich, sucht nach Worten, während er Rosi vorsichtig ansieht. „Aber… warum habt ihr euch nicht einfach getraut, uns davon zu erzählen?“ Seine Stimme klingt vorsichtig, tastend – er möchte verstehen, aber auch nicht verletzen. Ein kurzer Gedanke blitzt in ihm auf: Hatten sie Angst vor Ablehnung? Dennoch fügt er sanft hinzu, fast wie eine leise Hoffnung: „Ich meine… ich glaube nicht, dass Ralf und ich einem gemeinsamen Abenteuer abgeneigt gewesen wären.“ Ein zaghaftes Lächeln huscht über sein Gesicht, doch Unsicherheit bleibt in seinen Augen zurück.</p>
<p>Rosi zieht die Stirn kraus, überlegt einen Moment, bevor sie leise und nachdenklich fortfährt: „Das wäre wohl die einfachste Lösung gewesen, ja… Aber weißt du, wir wollten euch beide für uns allein. Nur wir und unsere Sehnsucht, ohne die Ablenkung durch die Ehefrauen – ohne den ständigen Blick ins Gewissen.“ Sie stockt, lässt die Worte wirken, und fährt mit gedämpfter Stimme fort. „Den Gedanken an einen Vierer haben wir für den Notfall aufbewahrt, wie ein Ass im Ärmel, falls alles andere scheitert…“ Ein versonnener Ausdruck liegt auf ihrem Gesicht, die Unsicherheit mischt sich mit einem Hauch von Trotz.</p>
<p>Kristina schließt für einen Moment die Augen, atmet tief durch, als ob sie Mut sammelt. Ihre Stimme klingt leise, fast verletzlich: „Aber da war auch diese Schwierigkeit… Wir konnten ja nicht einfach zu euch treten und sagen: Ich will das du mich mal richtig fickst.“ Ein feines Zittern liegt in ihrem Ton, als sie weiter spricht. „Wir mussten euch durch subtile Andeutungen und kleine Gesten gewinnen – mit den Mitteln, die uns als Frauen zu eigen sind. Ein Spiel voller Unsicherheiten, voller Hoffnungen und Ängste.“ Sie blickt Ralf kurz an, ihre Lippen zucken unsicher, während sie sich fragt, ob er sie versteht.</p>
<p>Rosi nickt langsam, ihre Gedanken scheinen sich in ihrem Gesicht widerzuspiegeln. „Und irgendwann haben wir begriffen, dass wir damit einen unausgesprochenen Test auf eure Treue veranstalten.“ Ihr Blick schweift ins Leere, als würde sie nach Antworten suchen, nach Verständnis. „Das Ergebnis hat uns selbst Angst gemacht. Was, wenn wir scheitern? Was, wenn das Vertrauen zerbricht? Denn wenn wir euch verführen können – vielleicht könnten es auch andere.“ Ein leiser Schauder durchzieht sie, während sie sich dieser Erkenntnis stellt.</p>
<p>Ralf, bisher still, hebt den Kopf und betrachtet die Frauen mit einer Mischung aus Erstaunen und Verletzlichkeit. Seine Stimme ist brüchig, das Schweigen zwischen den Worten offenbart seine innere Zerrissenheit: „Und trotzdem habt ihr es durchgezogen?“ Er blickt von einer zur anderen, sucht nach einer Antwort, die ihm Trost spendet. In seinem Inneren ringt er mit der Frage, ob er hätte anders handeln können – ob die Verbindung zu Kristina und Rosi durch diese Offenheit nur stärker geworden ist oder ob ein Riss entstanden ist.</p>
<p>Kristina sieht ihren Mann an, ihre Augen spiegeln Hoffnung und Furcht zugleich. Ihre Stimme zittert ein wenig, doch sie zwingt sich zur Offenheit: „Ja, wir haben es gewagt… weil unsere Sehnsucht nach euch, nach dem anderen, einfach größer war als jede Angst.“ Sie hält einen Moment inne, ihre Hände umklammern unsicher die Tischkante. „Ich wünsche mir, dass das Band zwischen uns stark genug ist – dass alles wieder gut wird, und unsere Liebe bleibt.“ Ein leiser, bittender Blick trifft Manfred, als sie auf eine versöhnliche Antwort hofft, auf einen gemeinsamen Neuanfang.</p>
<p>Ralf blickt Kristina nachdenklich an, in seinem Gesicht mischen sich Neugier und eine zarte Unsicherheit. Sein Ton ist vorsichtig, fast zögerlich, als er fragt: „Apropos durchgezogen&#8230; Sag mal, Schatz, wie kam es eigentlich dazu, dass du Manfred nach deinem ersten Orgasmus noch einmal rangelassen hast? Selbst mir ist das eigentlich so gut wie nie vergönnt.“ Während er spricht, spürt Kristina, wie seine Worte in ihr eine Mischung aus Verwunderung und einer leichten Verletzung auslösen. Ihr Herz schlägt schneller, denn sie merkt, dass Ralf nicht einfach nur eine Antwort will – er sucht nach einem tieferen Verständnis, vielleicht auch nach einer Bestätigung ihrer Beziehung.</p>
<p>Kristina holt tief Luft, ihre Hände spielen nervös mit einer Serviette. Unsicherheit mischt sich in ihre Stimme, aber auch eine unterschwellige Aufregung darüber, dass sie diese intime Erfahrung teilen darf. „Na ja, mein Schatz&#8230; In dem Moment wusste ich ja nicht, dass das Geld, das vor mir auf dem Tisch lag, von uns geliehen und er es zurückbringen musste. Alles schien irgendwie aufregend und neu. Bei 400€ hatte ich das Gefühl, ihm etwas Besonderes bieten zu müssen – vielleicht war es auch ein bisschen Stolz, ihm gegenüber großzügig zu sein. Ich wollte ihm das volle Programm bieten, sprich ihn auch zum Höhepunkt bringen.“ Während sie spricht, spürt Kristina, wie ihr Herz pochert: Es war nicht nur das Geld, sondern auch die besondere Stimmung, die Nähe und die Neugier auf eine neue Erfahrung, die sie antreiben. Gleichzeitig fragt sie sich, ob Ralf das nachvollziehen kann – ihre Unsicherheit lässt sie stocken, doch sie ringt um Ehrlichkeit.</p>
<p>Ralf runzelt die Stirn, bleibt einen Moment still. Die Erinnerung an die 400€ bringt ihn ins Grübeln, seine Stimme klingt nachdenklich: „Ach ja, die 400€, die gar nicht verliehen waren und er von mir zurückbekommen hat&#8230;“ In seinem Kopf kreisen die Gedanken – hatte er damals bewusst eine Unsicherheit geschaffen, um die Reaktionen zu testen? Es war ein Spiel mit den Gefühlen, dessen Ausgang er selbst nicht ganz abschätzen konnte.</p>
<p>Kristina fährt erschrocken hoch. Ihre Stimme ist plötzlich energisch, ihr Blick fragend – Unsicherheit und Erstaunen mischen sich in ihrem Gesicht: „Wie, gar nicht geliehen und zurückbekommen hat?“ Die Worte entgleiten ihr, sie fühlt sich kurz überrumpelt, weil sie nun erkennen muss, dass vieles von Ralfs Seite inszeniert war.</p>
<p>Ralf grinst verlegen, sein Blick ist aufmerksam, fast beschwichtigend. „Das habe ich damals erfunden, um eure Reaktionen darauf zu testen.“ Hinter seinem Lächeln verbirgt sich ein Bedürfnis nach Kontrolle und Klarheit – er wollte wissen, wie Kristina und Manfred unter Druck handeln, ob ihre Gefühle und Motive echt sind. Gleichzeitig regt sich in ihm die Sorge, ob dieser Test nicht zu weit ging, ob er Kristina damit verletzt hat.</p>
<p>Kristina lacht, doch in ihrem Blick schimmert noch die Unsicherheit. Sie wedelt drohend mit der Hand, die Geste ist halb scherzhaft, halb ernst: „Boah, na warte nur!“ Es ist ihr Versuch, die Spannung zu lösen – und gleichzeitig signalisiert sie, dass Ralfs Spiel mit ihren Gefühlen nicht spurlos an ihr vorbeigegangen ist. Ein Teil von ihr ist noch immer aufgewühlt, doch sie weiß, dass Offenheit und Humor helfen können, die Situation zu entspannen.</p>
<p>Manfred beobachtet das Spiel zwischen Kristina und Ralf, seine Augen blitzen vor Erleichterung. Mit einem breiten Grinsen meint er, die Stimme etwas leiser: „Man, ihr seid mir zwei Luder. Ich bin nur froh – besser gesagt, ich hoffe, dass ihr so nur bei uns seid!“ In seinen Worten schwingt eine tiefe Wertschätzung mit, aber auch der Wunsch, dass die Grenzen ihres Spiels klar bleiben. Manfred genießt die Offenheit, doch er fragt sich, ob diese Intensität der Gefühle auch außerhalb ihrer kleinen Runde bestehen könnte.</p>
<p>Rosi springt fast von ihrem Stuhl auf, ihre Bewegungen sind voller Energie und Zuneigung. Sie setzt sich auf Manfreds Schoß, schlingt die Arme um ihn und sagt mit einem strahlenden Lächeln: „Wenn Luder, dann nur für dich&#8230;“ Nach einer kurzen Pause schaut sie in die Runde, ihre Augen glänzen vor Wärme. „Für euch!“ Ihr Ton ist herzlich, und in diesem Moment wird allen klar: Die Liebe und das Vertrauen, das sie miteinander teilen, ist das Fundament ihrer Abenteuer – und vielleicht die eigentliche Motivation, sich auf das Unbekannte einzulassen.</p>
<p>Diesmal schauen sich die beiden Männer an, in ihren Blicken liegt Verständnis und Einigkeit. Sie nicken sich zu und antworten wie aus einem Mund, ihre Stimmen warm und verbindlich: „Also damit können wir leben.“ In diesem Moment spüren alle, dass ihre Unsicherheiten und Zweifel zwar Teil ihres gemeinsamen Weges sind, aber das Vertrauen und die Zuneigung letztlich alles überwiegen.</p>
<p>„Gut.“ antwortet Rosi leise und wirft Kristina einen unsicheren Blick zu, als wolle sie sich vergewissern, dass beide wirklich bereit sind für das, was nun kommt. Kristina lächelt nervös, ihre Hände zittern leicht, bevor sie sich entschlossen auf den Tisch setzt. Auch Rosi nimmt Platz, das Holz des Tisches knarrt leise unter ihrem Gewicht. Während der Garten in gedämpftes Licht getaucht ist und ein warmer Schein auf ihre Gesichter fällt, rutschen die beiden Frauen ein Stück höher, ziehen ihre Röcke in die Höhe und spüren, wie ein Prickeln durch ihre Körper läuft. Kristina blickt zu den Männern, ihre Stimme ist zugleich fest und voller Erwartung: „Dann kommt mal her und leckt uns geil. Wir wollen das Kapitel Treuetests abschließen.“ In der Stille sind ihre flachen Atemzüge zu hören, und die Atmosphäre ist elektrisiert – voller Vorfreude, Unsicherheit und einem Hauch von Abenteuer.</p>
<p>Mit einem breiten Grinsen treten die beiden Männer direkt zu den Frauen und positionieren sich jeweils vor der Partnerin des anderen. Gerade als sie ihre Köpfe senken wollen, werden sie mit einem entschlossenen Blick und einer unerwarteten Geste von den Frauen zurückgehalten, sodass den Männern kurz der Atem stockt. In diesem Moment verdichtet sich die Spannung im Garten – beide Männer spüren das Kribbeln der Erwartung, während die Frauen die Kontrolle übernehmen. „Nicht so schnell Jungs. Geleckt wird erst zu Hause und wenn wir dann richtig geil sind, wollen wir gefickt werden und dabei jedoch zusehen wie ihr die Frau des anderen fickt. Wollen nun erleben wie es ist, einen Vierer zu haben. Zu sehen was die andere dabei und natürlich auch ihr dabei empfindet. Ist das okay für euch?“ unterbreitet ihnen Kristina ihren Wunsch.</p>
<p>Manfred grinst Ralf an und meint. „Okay erster Mösentausch!“</p>
<p>Die beiden Männer wechseln rasch die Positionen und versenken ihre Köpfe im Schoß der Ehefrau. Eine Symphonie aus Schmatzen und Stöhnen erfüllt die Stille des Gartens und verschmilzt mit dem sanften Rascheln der Blätter im Wind. Der Duft von Rosen und feuchter Erde liegt in der Luft und macht die Atmosphäre noch intensiver und sinnlicher. Es ist schon ein komisches Gefühl für die beiden Frauen. Immerhin ist es ihr erster Vierer. Das erste Mal, dass sie sich dabei zusehen können, während sie geleckt werden. Das dieser Jemand ihr dabei zuschauen kann, was auch jeder der Männer hin und wieder einmal tut. Immer wieder hören sie kurz auf, verwöhnen ihre Frauen dann in dem Moment nur mit dem Finger, während sie zuschauen wie der Freund gerade das Epizentrum der Lust seiner Frau ausgiebig leckt.</p>
<p>Vor glück jauchzend winden sich Kristina und Rosi dabei auf dem Tisch. Genießen jede Tat des Mannes. Sei es seine Zunge an und in ihr. Seine Hände welche zwischendurch dabei noch ihre Oberschenkel mit massieren.</p>
<p>„Oh ja ist das geil!“ stöhnt Kristina als Ralfs Zunge mal wieder fest auf ihrer Liebesperle rubbelt.</p>
<p>„Das stimmt … ich glaube das hätten … wir schon viel früher machen sollen!“ stimmt ihr Rosi ebenfalls stöhnend zu.</p>
<p>Ralf hebt kurz seinen Kopf und schaut von der Möse seiner Frau zu Rosi hinüber. Sieht wie diese schöne Frau dort neben der seinen sich ebenfalls voller Lust windet. Auch wenn die beiden Obenrum noch bedeckt sind, kommt in seinem Kopf sofort die Erinnerung daran wie geil ihre nackten Titten sich dabei bewegen. Wodurch er zu träumen beginnt.</p>
<p>Kristina bemerkt natürlich, dass Ralfs Aufmerksamkeit nicht mehr ganz bei ihr liegt, weil er sie nicht mehr mit seiner Zunge verwöhnt. Eigentlich hätte sie sich gewünscht, dass er sie noch ein wenig weiter liebkost, doch sie wendet sich an Rosi und fragt mit einem sanften, neugierigen Ton: „Was hältst du davon, wenn wir mal tauschen?“</p>
<p>„Eigentlich …“, beginnt Rosi und bemerkt dabei ebenfalls Ralfs Blick auf sich. „Stimmt Kristina ich glaube, das wäre jetzt angebracht!“</p>
<p>Hat Ralf Kristinas Worte nur wage mitbekommen, reißen ihn Rosis Worte sofort aus seinen Gedanken. Endlich konnte und würde er wieder diesen heißen und wundervollen Körper lieben dürfen. Ihn in Ekstase versetzen und ihre enge Scham um seinen Pint herum spüren können. Oh ja, das sind wahrlich traumhafte Aussichten für ihn. Schnell stellt er sich auf und sofort muss Kristina grinsen. „Na, du scheinst ihn wirklich beeindruckt zu haben. Hoffentlich muss ich mir keine Sorgen machen, dass du meinen Mann völlig in deinen Bann ziehst und ich am Ende zu kurz komme.“</p>
<p>Sofort schaut Ralf seine Frau an. „Schatz ich liebe dich und du wirst immer die eine in meinem Leben sein. Aber wenn ich die Chance bekomme und das sogar mit deiner Erlaubnis, eine so heiße Frau wie Rosi vernaschen zu dürfen …!“</p>
<p>„Schon gut Schatz … geh und nimm sie dir. Stopf ihr die saftige Mumu!“ entgegnet sein Schatz ihm.</p>
<p>„Ich liebe dich!“ sagt Ralf und während des ganzen Gesprächs der beiden haben Manfred und Rosi die beiden einfach nur beobachtet. Wobei Manfred schon zwei Schritte vom Tisch zurückgetreten war.</p>
<p>„Tue es, aber glaub nicht das ich mir meine nicht ebenfalls stopfen lassen werde. Komm her Manfred!“ meint sie zu Ralf und streckt am Ende Rosis Mann die Hand entgegen.</p>
<p>Ralf blickt seine Frau mit einem warmen Lächeln an. In ihm steigt die Vorfreude auf. „Schatz, du weißt, wie sehr ich dich liebe – du bist und bleibst die wichtigste Frau in meinem Leben. Aber… wenn ich mit deinem Einverständnis mit einer so faszinierenden Frau wie Rosi vögeln kann, dann muss ich das auch tun und,“ sein Blick gleitet zu Rosi. „Dich einfach genießen.“ Während er sprach, spürt er, wie sein Herz schneller schlägt, gespannt auf ihre Reaktion.</p>
<p>Seine Frau schenkt ihm ein verständnisvolles Lächeln, in dem sich ein Hauch von Aufregung widerspiegelt. „Schon gut, Liebling… geh und genieße sie, aber wehe ich höre morgen Beschwerden.“ Sie zwinkert ihm zu und fügt dann hinzu: „Ich vertraue dir, und irgendwie ist es auch für mich aufregend zu wissen, dass wir uns diesen besonderen Moment gegenseitig schenken.“ Sie spürt einen Anflug von Neugier und Stolz auf ihr gegenseitiges Vertrauen.</p>
<p>„Ich liebe dich“, flüstert Ralf leise, und in seinen Augen liegt Dankbarkeit. Während die beiden sprechen, beobachteten Manfred und Rosi sie aufmerksam. Manfred ist dabei schon ein paar Schritte zurückgetreten, um den Moment zwischen Ralf und seiner Frau nicht zu stören. Rosi hingegen fühlt ein wohliges Kribbeln und ist gespannt, wie sich die Dynamik zwischen ihnen allen entwickeln wird.</p>
<p>Mit einem verschmitzten Lächeln und einem neuen Selbstbewusstsein meint Kristina: „Tu, was du möchtest, aber glaub nicht, dass ich mir mein Vergnügen entgehen lasse. Manfred, komm her, meine Möse will auch gestopft werden!“ Sie streckt Manfred die Hand entgegen, um ihre Einladung noch zu verdeutlichen.</p>
<p>So, als ob sich die beiden Männer ihrem Schicksal ergeben, zucken sie kurz mit den Schultern und stellen sich dann vor und zwischen die gespreizten Beine der auf sie wartenden Frau. Grinsend schauen sich die beiden Freunde an und heben jeweils eine Hand. Mit einem lauten Platschen schlagen sie ihre Hände zusammen. Ralf sagt lachend: „Jetzt geht’s los!“ und Manfred fügt hinzu: „Gut dann wollen wir es mal den ausgehungerten Mösen unserer Frauen richtig besorgen. Sie sollen um Gnade betteln!“</p>
<p>Kristina wirft Rosi einen provozierenden Blick zu, während ihre Augen in einem herausfordernden Funkeln verharren. Ein amüsiertes Lächeln huscht über ihr Gesicht, das von dem warmen Licht der Tischlampe weich umrahmt wird. Sie zieht die Augenbrauen leicht hoch, ihre Lippen kräuseln sich neckisch. „Immer diese großen Worte, aber wenig dahinter“, bemerkt sie augenzwinkernd, wobei ihre Stimme einen neckenden Unterton bekommt. Im Hintergrund klirrt leise ein Glas, das für einen Moment die gespannte Atmosphäre unterstreicht; die Luft ist erfüllt vom Duft eines süßlichen Parfums, das Kristina trägt.</p>
<p>Rosi lehnt sich leicht zurück, ihre Finger gleiten spielerisch über das dunkle Holz des Tisches. Sie schaut Kristina mit einem Schmunzeln an, in ihren Augen liegt neugierige Erwartung. Ein leises Kichern entweicht ihr, während sie ihre Haare über die Schulter streicht und das Licht einen goldenen Schimmer darauf wirft. „Mal sehen, ob es diesmal mehr als nur heiße Luft gibt.“ In ihrem Ton schwingt Vorfreude mit, gepaart mit einer leichten Herausforderung. Von draußen dringt gedämpftes Stimmengewirr herein, das die intime Stimmung im Garten verstärkt.</p>
<p>Mit einem entschlossenen Blick zieht Manfred Kristinas Hüften näher an den Rand des Tisches und sein Griff wird fester. „Jetzt seid ihr dran. Wir werden euch zeigen, was wirklich dahintersteckt.“ Seine Stimme klingt fester, als er sich bemüht, selbstbewusst zu wirken; das Licht reflektiert auf den feinen Schweißperlen seiner Stirn, und für einen Moment scheint die Spannung zwischen den Dreien fast greifbar.</p>
<p>„Halt die Klappe und stoß endlich zu!“ Kristina kann es nicht mehr erwarten, endlich wieder den großen, dicken Pint von Manfred in sich zu fühlen. Doch nur wenige Augenblicke später geschieht genau dies. Ihre Augen verdrehen sich kurz nach hinten. „Roar … endlich wieder ausgefüllt“!</p>
<p>Ralfs Blick schweift zwischen dem Gesicht und dem Schritt seiner Frau, und er erkennt, wie sehr sie es genießt, von einem anderen leidenschaftlich genommen zu werden. Ein Wechselspiel aus Eifersucht und Erregung brodelt in ihm, was die Atmosphäre zwischen den beiden noch intensiver macht. Ralf spürt einen inneren Konflikt zwischen Besitzanspruch und der aufregenden Erfahrung, seine Frau in dieser Situation zu sehen. Gleichzeitig fasziniert ihn, wie offen Kristina ihre Lust zeigt und sich dem Moment hingibt.</p>
<p>„Hey Ralf, schaust du nur gerne zu? Ich bin auch noch da und will auch gefickt werden!“ reißt Rosi ihn aus seinen Gedanken und lenkt seinen Blick zu sich. Mit einem lasziven, auffordernden Lächeln und einem glühenden Blick fordert sie ihn heraus – Rosi zeigt ihm unverblümt ihre Lust und ihre Erwartung, dass er sich auf sie einlässt. Ralf kann die Spannung in der Luft förmlich greifen, während er von ihrer Offenheit und Leidenschaft angestachelt wird.</p>
<p>Natürlich erfüllt Ralf ihren Wunsch. Er legt seine Hände auf ihre Oberschenkel, zieht sie behutsam näher an die Tischkante. Einen Moment lang hält er inne, dann positioniert er sich direkt vor ihren Intimbereich und blickt sie erwartungsvoll an. Kristina und Manfred blicken gespannt und neugierig zu Rosi. Ihre Aufmerksamkeit richtet sich ganz auf Rosis Schoß. Wollen genau sehen wie es ist wenn der Pint des eigenen Mannes in der Schoß einer anderen gleitet bzw. wie die eigne Frau reagiert wenn sie von einem anderen genommen wird. Rosi und Ralf blicken zu Kristina und Manfred und beobachten gespannt deren Reaktionen. Mit einem „Uff“ kommentiert Rosi die Situation und macht damit deutlich, dass Ralf sie bis zum Abschlag ausfüllt.</p>
<p>Mit kräftigen Stößen jagt er seinen Speer in seine Partnerin. Stopft ihr so, wie gefordert ihr heißes Loch. Mit leidenschaftlicher Intensität zieht er sie näher zu sich und lässt sie den Moment spüren. Seine Hände gleiten an die Seiten ihrer Bluse und mit einem einzigen, entschlossenen Ruck öffnet er sie, sodass die Knöpfe in alle Richtungen fliegen. Ihre Augen weiten sich überrascht, während ein leises Lächeln über ihre Lippen huscht. In seinem Blick liegt ein Funken Verlangen, der die Luft zwischen ihnen zum Knistern bringt.</p>
<p>Rosi stöhnt auf, ihre Stimme klingt voller Erwartung und einem Hauch von Nervosität: „Ja, nimm sie dir … die beiden warten schon auf dich!“ Während sie spricht, presst sie ihre Hand leicht auf ihre Wonneproppen, die noch sicher im BH verborgen sind. Ihr Blick ist aufgeregt und ihre Lippen zittern vor Vorfreude, als sie Ralf direkt ansieht und ihm mit einem leidenschaftlichen Funkeln signalisiert, dass sie bereit ist, sich auf das kommende Abenteuer einzulassen.</p>
<p>Manfreds Blick gleitet von Kristinas sinnlicher Ausstrahlung zu Rosis Brüste und schließlich zu ihrem von Leidenschaft gezeichneten Gesicht, das im warmen Licht des Gartens besonders zur Geltung kommt. Ihre Augen begegnen sich, und in diesem Moment liest Manfred in Rosis Mimik eine zarte, sehnsuchtsvolle Botschaft. Mit kaum wahrnehmbarem Lippenbewegungen formt sie die Worte – ich liebe dich. Ein unerwarteter Stich durchfährt Manfreds Herz, als hätte ihre stille Liebeserklärung eine Saite in ihm zum Schwingen gebracht, die zwischen Glück und Melancholie vibriert. Für einen Augenblick wird ihm die Tiefe ihrer Verbindung bewusst, während Rosi sich den Wellen ihres ersten Orgasmus hingibt. Begeistert und zugleich bewegt von der Intensität, mit der seine Frau genießend sich fremdficken lässt, spürt Manfred einen Hauch von Stolz, aber auch einen Anflug von verletzlicher Sehnsucht. Mit diesen widersprüchlichen Empfindungen wendet er sich erneut Kristina zu, auf der Suche nach Nähe und Antwort auf seine eigenen, ungeahnten Gefühle.</p>
<p>Während sein Pint sie in ruhigen, langsamen Bewegungen sanft nimmt, gleiten seine Hände unter ihr T-Shirt und wandern zu ihren Brüsten. Auch wenn er deren sanfte Rundung noch nicht direkt spüren kann, empfindet er bereits jetzt ein intensives Kribbeln – die Wärme ihrer Haut und die feine Struktur unter seinen Handflächen lassen sein Herz schneller schlagen. In Gedanken genießt er das Zusammenspiel von Nähe und Verlangen, während ihn die Sinnlichkeit des Moments vollkommen einnimmt.</p>
<p>Sie genießt es, wie seine Hände sanft ihre Rundungen durch den Stoff ihres BHs erkunden und dabei behutsam ihre Hügel massieren. Noch mehr schätzt sie seine gefühlvolle und aufmerksame Art, mit der er sie nimmt. Immer wieder überrascht es sie – auf eine positive, freudige Weise –, dass es Männer gibt, die sich nicht nur auf grobe Leidenschaft beschränken, sondern auch zärtlich und aufmerksam sind. Natürlich weiß sie Ralfs energischere Gangart ebenfalls zu schätzen und liebt diese Wildheit, doch gerade der Kontrast zwischen leidenschaftlicher Intensität und gefühlvoller Hingabe machte den Sex damals schon zu etwas ganz Besonderem. Der Wechsel zwischen beidem verleiht dem Moment eine besondere Tiefe und lässt sie die Nähe intensiver erleben.</p>
<p>Bei Rosi ist es genau andersrum. Sie kennt von Manfred eigentlich nur den sanften, zärtlichen Liebesakt. Die Zeit, in der sie wild genommen wurde, liegt schon lange zurück. Jetzt genießt sie mit allen Sinnen, wie Ralf sie leidenschaftlich und energisch fickt. Sie feuert ihn sogar an, was Manfred überrascht, da er diese Seite an ihr bisher nicht kannte und sie sonst immer zurückhaltend war. Ihre Begeisterung für die wilde Gangart macht die Situation für Manfred besonders und lässt ihn die Dynamik zwischen ihnen neu erleben.</p>
<p>Denn es ist nicht so, als wenn er diese Gangart nicht kennt oder auch mal mag. Nein, es war vielmehr das Wissen darum, wie sehr seine Frau diese gefühlvolle Liebe genießt. Deshalb hat er diese Art der Liebe zu seiner eigenen gemacht. Doch nun zu sehen wie sehr seine Rosi unter den wilden Stößen von Ralf abgeht. Zu hören wie sie ihn immer wieder antreibt, noch fester und &#8211; wenn überhaupt möglich – tiefer zu stoßen. Während sie sich wild unter ihm windet. Ihren Kopf von einer Seite zur anderen wirft und laut stöhnt zeigt ihm das seine Frau auch eine kleine Raubkatze in sich hat.</p>
<p>Angestachelt von der Leidenschaft steigert Manfred das Tempo und die Intensität seiner Stöße. Doch Kristina legt ihm sanft die Hände an die Hüften und hält ihn zurück. „Nein, Manfred … bitte mach genauso weiter … zeig mir, wie zärtlich und einfühlsam du sein kannst … lass mich so auf die Welle der Lust gleiten … ich brauche nicht mehr viel, bis ich komme!“ stöhnt sie ihm entgegen und hofft, dass er ihren Wunsch versteht und erhört.</p>
<p>Diesmal überrascht Kristina Ralf, der bisher geglaubt hat, dass er die Wildkatze in seiner Frau nur mit seinen kraftvollen Stößen bändigen kann. Durch diese Erfahrung erkennen beide Männer, dass ihre Frauen mehr Facetten besitzen, als sie bisher angenommen haben. Diese neue Seite fasziniert sie und inspiriert sie dazu, ihre Beziehungen lebendiger und abwechslungsreicher zu gestalten. Beide nehmen sich vor, ihre Frauen künftig vielfältiger zu verwöhnen und intensiver auf deren Wünsche einzugehen.</p>
<p>Mit einem lauten Jauchzen erleben beide Frauen gemeinsam ihren Höhepunkt, was auch ihre Männer deutlich spüren. Ein wildes Gewitter lässt ihre Körper erbeben. Es fühlt sich an, als würden elektrische Impulse durch ihre Körper jagen und jede Faser zum Beben bringen.“ Nach und nach beruhigen sie sich und blicken mit glasigen Augen den Mann an, der gerade in ihnen steckt. Rosi grinst und fragt mit einem Augenzwinkern: „Braucht ihr noch lange … oder schießt ihr gleich doch nur mit heißer Luft.“ Kristina kann sich vor Lachen kaum halten und stimmt fröhlich mit ein.</p>
<p>Ralf und Manfred tauschen einen kurzen Blick. Dann sagt Ralf mit einem schelmischen Lächeln: „Ihr werdet gleich sehen, was es heißt, mit Luft zu schießen.“ Diese Bemerkung sorgt bei allen Vieren für ein breites Grinsen auf den Lippen.</p>
<p>Kristina drückt Manfred von sich und lässt sich schnell vor ihm vom Tisch auf den Boden hinab. Sie blickt zu Rosi, welche ihr nun direkt folgt. Dann sagt sie fast mit verschwörerischer Stimme: „So und jetzt wichst euch schön zu Ende und spritzt und alles ins Gesicht oder auf die Brüste. Mit einem flüchtigen Lächeln und erwartungsvoller Spannung im Blick beobachten die Frauen, wie ihre Männer vor ihnen stehen. Das leise Rascheln von Haut auf Haut vermischt sich mit dem dumpfen, rhythmischen Geräusch der schnellen Bewegungen. Die Luft ist geschwängert von einem süßlich-herben Duft, der sich mit dem Aroma des Sommerabends vermengt und das Prickeln auf ihrer Haut noch verstärkt. Im warmen Licht tanzen Schatten über die muskulösen Körper der Männer, während deren Hände entschlossen und sehnsüchtig gleiten. Kristina hält für einen Moment die Luft an. Ihr Herz klopft wild, und sie fühlt das Kribbeln bis in die Fingerspitzen. Innerlich denkt sie: <em>So intensiv habe ich das noch nie erlebt … der Anblick, dieses leise Stöhnen, das Funkeln in Manfreds Augen – alles lässt meine Lust wachsen, als würde sie sich wellenartig ausbreiten.</em> Rosi spürt, wie eine innere Unruhe sie erfasst; ihr Blick wandert zwischen Ralf und seiner Hand. Ihre Lippen formen unbewusst ein sehnsüchtiges Lächeln, während die Atmosphäre sich verdichtet und die Vorfreude greifbar wird.</p>
<p>Dann ohne jegliche Vorwarnung schießt auf einmal Ralf seine erste Ladung in Rosis Gesicht. Überrascht schafft sie es nicht schnell genug den Mund zu öffnen. Doch hat Ralf eh zu hoch gezielt, als das seine Sahne in ihrem Schleckermäulchen gelandet wäre. Landen tut sie knapp über ihrem Auge und tropft von dort aus dann auf ihren Busen. Schnell greift sie nach seinem Pint um ihn ein wenig tiefer zu drücken. Sein zweiter Schub landet jedoch immer noch auf ihrer Nase. Erst der dritte landet dann wirklich auf ihrer rausgestreckten Zunge und in ihrem Mund. Es folgen noch ein paar weitere kleinere Spritzer bis die Quelle dann versiegt. Gierig schiebt Rosi schnell ihren Kopf nach vorne und beginnt ihn zu säubern.</p>
<p>Auch Manfred ist in dieser Zeit gekommen. Allerdings hat bei ihm Kristina selbst dafür gesorgt das er ihr Gesicht vollkommen einsaut. Denn der Anblick wie Ralfs Sahne von der Stirn ihrer Freundin hinab lief und tropfte hat dazu geführt das sie auch einmal so verrucht aussehen und sein will. Das zumindest bis die beiden nachher zu sich fahren, jeder sehen konnte was sie getrieben hatte. Was für eine verruchte Bitch sie heute Abend gewesen ist.</p>
<p>Aber sie lässt es sich natürlich ebenfalls nicht nehmen Manfred zu säubern. Viel zu gern lutscht sie dafür an einem Schwanz. Ganz egal ob vor oder nachdem dieser abgespritzt hat. Erschöpft setzen sich dann erst einmal alle auf ihre Stühle. Wobei alle erst einmal kurz mit sich selbst beschäftigt sind. Über das gerade erlebte nachdenken.</p>
<p>„Wow, das war einfach Mega!“ ist es dann Kristina, die als erste ausspricht, was alle denken. Noch immer spürt sie ein prickelndes Kribbeln auf ihrer Haut und genießt die Aufmerksamkeit, die ihr zuteil wird – ihr Herz schlägt schneller als sonst, und für einen Moment fühlt sie sich vollkommen lebendig.</p>
<p>„Ja, das war es wirklich!“ stimmt ihr Rosi zu und will weiter von ihr wissen. „Sag mal, willst du dich nicht kurz waschen gehen?“ Der Ton in ihrer Stimme ist zugleich sanft und neugierig, während sie Kristina aufmerksam betrachtet.</p>
<p>„Warum? Gefällt es dir nicht zu sehen, wie geil ich deinen Mann gemacht habe, sodass er mich so einsauen konnte!“ Dabei grinst sie ihre Freundin frech an. Kristina fühlt sich dabei unbeschwert und spürt, wie ihre Lust und Selbstbewusstsein wachsen – sie genießt den Moment, in dem sie im Mittelpunkt steht. Rosi lacht daraufhin laut auf, ein unerwarteter Anflug von Aufregung durchströmt sie, der ihr ein neues Gefühl von Verbundenheit und Abenteuer vermittelt.</p>
<p>„Ganz im Gegenteil, Kristina. Du siehst einfach unglaublich aus – und zu wissen, dass es Manfreds Soße ist, die sich in deinem Gesicht verteilt und langsam trocknet, macht das Ganze sogar noch heißer.“ meint Rosi und kann nicht verbergen, dass sie ein bisschen neidisch auf ihre Freundin ist.</p>
<p>Kristina lacht und fragt dann: „Und, wie gefällt dir mein neuer Look, Schatz?“ Während sie spricht, schaut sie Manfred erwartungsvoll an und hofft auf ein ehrliches Kompliment. Ihr Herz schlägt schneller, und in ihrem Blick liegt ein leises Sehnen nach Bestätigung.</p>
<p>Manfred grinst sie an und zwinkert: „Also, an den Anblick könnte ich mich gewöhnen!“ Seine Stimme verrät, wie sehr ihm die Situation gefällt, und er genießt es, Kristina so offen und selbstbewusst zu erleben.</p>
<p>Manfred hat seit seinem Höhepunkt noch kein einziges Wort gesagt. Die anderen spüren die Spannung und richten ihre Blicke auf ihn. Während äußerlich Ruhe von ihm ausgeht, brodelt es in seinem Inneren: Er fühlt, wie sich die Erwartung der Gruppe wie ein unsichtbares Gewicht auf seine Schultern legt. Unsicher darüber, was von ihm erwartet wird, greift er langsam nach seinem Glas und nimmt einen Schluck, um Zeit zu gewinnen. Die anderen beobachten ihn ungeduldig, ihre Blicke bohren sich förmlich in ihn, doch Manfred bleibt nach außen hin gefasst. In seinem Kopf überschlagen sich die Gedanken – Zweifel, Erleichterung und sogar ein wenig Stolz mischen sich miteinander. Er ringt mit sich, sucht nach den richtigen Worten, bevor er endlich bereit ist, sich den anderen zu öffnen.</p>
<p>„Schatz, bitte sag endlich etwas! Selbst wenn du es bereuen solltest, dass wir uns gerade so leidenschaftlich miteinander vergnügt haben – ich brauche jetzt einfach eine Reaktion von dir, egal was“ spricht ihn Rosi dann direkt an.</p>
<p>Manfred lässt seinen Blick langsam von seiner Frau zu Kristina und schließlich zu Ralf schweifen. Während er jeden von ihnen ansieht, ist in seinen Augen ein Funken Unsicherheit zu erkennen – als würde er innerlich mit sich ringen. „Natürlich war es geil. Ich würde nicht nur euch, sondern auch mich selbst belügen, wenn ich es abstreiten würde.“ Für einen Moment hält er inne, atmet tief durch, und es wirkt, als ob er mit Worten kämpft, die ihm auf der Zunge liegen. Ein Schatten von Zweifel huscht über sein Gesicht, bevor er stockt und leise hinzufügt: „Aber …“ Seine Stimme klingt plötzlich etwas leiser, fast als würde ihn etwas zurückhalten, das er selbst noch nicht ganz benennen kann.</p>
<p>Kristina schaut Manfred vorsichtig an, ihre Stimme klingt zögerlich: „Aber?“</p>
<p>Manfred zuckt leicht mit den Schultern, seine Unsicherheit ist deutlich spürbar. „Naja, ich frage mich, wie wir jetzt damit umgehen sollen?“</p>
<p>Kristina lacht überrascht und ihre Augen funkeln vor Aufregung. „Ist das dein Ernst, Mann? Also von mir aus können wir das gerne wiederholen!“</p>
<p>Manfred lässt seinen Blick langsam die Runde schweifen. Die warme Abendluft trägt das leise Klirren von Gläsern und das entfernte Summen der Grillen in den Garten. Ein Hauch von Parfüm und dem würzigen Aroma der letzten Mahlzeit liegt noch in der Luft. Während Manfred jedem für einen Moment tief in die Augen schaut, verweilt sein Blick bei Rosi etwas länger – er bemerkt, wie sie nervös eine Strähne aus ihrem Gesicht streicht und mit den Fingern das Glasrand nachzeichnet. In seinem Inneren brodelt eine Mischung aus Unsicherheit und Neugier; Erinnerungen an frühere Momente, in denen ihm die Worte fehlten, tauchen auf und machen ihn beinahe schüchtern. Doch diesmal will er sich nicht verstecken. Er räuspert sich leise, seine Stimme klingt sanft, fast zärtlich, aber auch erwartungsvoll: „Und, was meinst du dazu, Schatz?“ Während er spricht, spürt er, wie sein Herz schneller schlägt – diese Offenheit fühlt sich ungewohnt an, aber auch befreiend.</p>
<p>Rosi spürt ein prickelndes Kribbeln auf ihrer Haut, als sie Manfreds Blick erwidert. Sie zieht unbewusst die Füße unter sich und spielt nervös mit dem Ring an ihrem Finger. Ihr Lächeln ist ein wenig schüchtern, doch ihre Stimme gewinnt an Sicherheit: „Also ich denke, wir kennen uns schon so lange – und jetzt sogar noch besser.“ Während sie spricht, hebt sie die Schultern und lässt den Blick über Kristina und Ralf gleiten, als suche sie Bestätigung. „Besser als normale befreundete Paare, und es hat uns allen Spaß gemacht.“ Sie lacht leise, das Lachen klingt ein wenig rau, als würde sie ihre eigenen Zweifel vertreiben. „Ich wäre definitiv dabei, wenn wir das nochmal erleben wollten.“ Während sie ihre Antwort gibt, bemerkt sie, wie sich eine vibrierende Nähe zwischen ihr und den anderen aufbaut – fast als würde die Luft im Raum plötzlich dichter werden.</p>
<p>Manfreds Blick wandert zu Kristina, die sich entspannt zurücklehnt. Sie schiebt spielerisch eine Locke aus dem Gesicht und sieht ihn mit einem frechen Grinsen an. „Hey, schau mich an, wie ich aussehe – meinst du wirklich, ich würde einer Wiederholung Nein sagen?“ Kristina zwinkert ihm zu, ihr typischer Spruch „Das Leben ist zu kurz für falsche Scham!“ kommt ihr in den Sinn und sie rutscht im Sitz ein Stück nach vorne, als wolle sie die Stimmung noch näher an sich heranziehen. Die Freiheit, die sie jetzt empfindet, wird durch das leise Ploppen einer Flasche und das Aroma von Sekt in der Luft unterstrichen, ihre Stimme ist voller Lebensfreude und ein wenig Übermut.</p>
<p>Damit ist die Entscheidung gefallen. Für einen Moment breitet sich eine gelöste Stimmung in der Gruppe aus – das Lachen klingt jetzt voller, die Gespräche werden lebendiger. Manfred spürt, wie ein Knoten in seinem Inneren sich löst und genießt das leise Knistern, das zwischen ihnen liegt. Rosi lehnt sich an ihn und atmet den Duft seines Aftershaves ein, während Kristina mit ihrem Fuß unbewusst gegen Ralfs Bein stupst. Die Freundschaft hat eine neue Ebene erreicht, auf der keine Geheimnisse oder Hemmungen mehr existieren. Von nun an wissen sie, dass sie sich immer wieder gemeinsam vergnügen können, ohne Angst vor Verurteilung.</p>
<p>Einige Zeit später, als Kristina und Ralf beschließen aufzubrechen, bleibt ein Gefühl von Verbundenheit zurück. Die Haustür knarzt leise, als Rosi fragt, etwas erstaunt Kristina anschauend: „Willst du dich nicht kurz frisch machen?“</p>
<p>Mit einem breiten Grinsen sieht Kristina Rosi an und streckt sich genüsslich. „Nein, will ich nicht. Vielleicht hat dein Mann mich ja zu diesem verruchten Luder gemacht – und wenn nicht, will ich das Gefühl heute voll auskosten.“ Mit einem frechen Augenzwinkern fügt sie hinzu: „Ich will sehen, wie die Leute gucken, falls uns jemand begegnet und es erkennt!“ Die Freiheit, sich nicht zu verstecken, macht sie mutig und selbstbewusst, das Echo ihres Lachens klingt lange nach.</p>
<p>„Boah, ich erkenne dich echt nicht wieder!“ lacht Rosi und winkt den beiden nach, ihre Hände zittern leicht vor Aufregung. Die Atmosphäre ist nun entspannt und voller Vorfreude auf das, was die Zukunft bringt – und das Prickeln des Abends bleibt noch lange in der Luft.</p>
<p>Rosi tritt leise hinter Manfred, der noch ein paar Dinge im Garten wegräumt. Sie legt ihre Arme sanft um seinen Rücken und lehnt ihren Kopf an seine Schulter. Mit einem zärtlichen Lächeln, das nur ihm gilt, flüstert sie: „Ich liebe dich.“ Für einen Moment genießt sie die Nähe, das vertraute Gefühl von Geborgenheit und erinnert sich an einen gemeinsamen Sommerabend, als sie zusammen nach Sternschnuppen gesucht hatten. In diesem Moment weiß sie, dass ihre Liebe alles überstehen kann.</p>
<p>Manfred dreht sich in ihren Armen zu ihr um, seine Hände ruhen sanft auf ihren Hüften. „Ich liebe dich auch“, sagt er leise und sieht ihr tief in die Augen. Nach einem kurzen Moment des Schweigens fragt er direkt: „Hast du dir damals wirklich ein Kind gewünscht, oder war es nur wegen des Tests?“ Während er diese Worte ausspricht, fühlt er, wie sein Herz schneller schlägt – die Sorge, vielleicht etwas aufwühlen zu können, ist ihm anzusehen.</p>
<p>Rosi spürt, wie Unsicherheit in ihr aufsteigt, während sie Manfreds Frage hört. Ihre Augen spiegeln für einen Moment diesen inneren Zwiespalt wider, bevor sie leise antwortet: „Was meinst du genau?“ Sie sucht seinen Blick, als wolle sie darin Halt finden.</p>
<p>Manfred streicht ihr zärtlich eine Strähne aus dem Gesicht – eine liebevolle Geste, die ihn an ihren ersten gemeinsamen Urlaub erinnert, als sie stundenlang am Meer saßen und sich Geschichten erzählten. Er sagt leise: „Ich meine, ob du dir damals wirklich noch ein Kind gewünscht hast, mein Schatz.“</p>
<p>Rosi atmet tief ein und lächelt sanft. „Ich bin glücklich, so wie alles gerade ist. Aber wenn du dir wirklich noch ein Kind wünschst, könnte ich mich mit dem Gedanken anfreunden.“ Während sie spricht, drückt sie seine Hände und erinnert sich daran, wie sie vor Jahren gemeinsam am Küchentisch saßen und über ihre Zukunft träumten. Sie wartet auf seine Reaktion, ihre Unsicherheit weicht langsam einer leisen Hoffnung.</p>
<p>Manfred schaut sie überrascht an, ein warmes Lächeln breitet sich auf seinem Gesicht aus. „Du würdest wirklich alles noch einmal auf dich nehmen, wenn ich mir ein weiteres Kind mit dir wünsche?“ Seine Stimme klingt voller Bewunderung und Freude, und in diesem Moment erinnert er sich an all die kleinen Abenteuer, die sie gemeinsam erlebt haben.</p>
<p>Rosi sieht ihrem Mann tief in die Augen. „Ja, das würde ich – wenn es dein echter Wunsch ist. Denn dann weiß ich, dass du wirklich glücklich wärst, Schatz.“ Sie lächelt liebevoll, denkt an den Tag ihrer Hochzeit zurück, und fügt mit einem Augenzwinkern hinzu: „Aber das hieße auch, dass bis du deinen ehelichen Pflichten nachgekommen bist und mein Bauch sich wieder mit Leben füllt, keine Wiederholung für uns infrage kommt. Denn wenn ich noch ein Kind bekomme, dann nur von dir, mein Schatz!“</p>
<p>Manfred zieht Rosi fest an sich, ihre Lippen finden sich, und sie verlieren sich in einem leidenschaftlichen Kuss. In diesem Moment spürt Rosi das tiefe Vertrauen und die Hoffnung, dass ihre Liebe und Familie in naher Zukunft wachsen wird. Eine innige Erinnerung an ein gemeinsames Lied, das sie früher zusammen gesungen haben, begleitet sie leise im Hintergrund und unterstreicht ihre Verbundenheit.</p>
<p>ENDE</p>
<p><strong>© 202</strong><strong>1</strong><strong>/26</strong><strong> Alle Charaktere, sowie der gesamte Inhalt dieser Geschichte sind mein geistiges Eigentum und unterliegen damit dem Urheberrecht. Ohne meine explizite Genehmigung dürfen sie nicht anderweitig verwendet, verändert oder kopiert werden.</strong></p>
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		<title>Der Soldat und die Künstlerin 2</title>
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		<pubDate>Wed, 29 Apr 2026 18:57:11 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Gegen 19 Uhr setzte ich mich wieder mit meinem Laptop und einem frischen Gin Tonic auf die Terrasse. Die Luft war immer noch lau und trug den Duft von Kiefern&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Gegen 19 Uhr setzte ich mich wieder mit meinem Laptop und einem frischen Gin Tonic auf die Terrasse. Die Luft war immer noch lau und trug den Duft von Kiefern und feuchter Erde. Ich versuchte, mich auf meine E-Mails zukonzentrieren, doch meine Gedanken waren so weit entfernt.<br />
Ich sah Nadjas Auto in der Einfahrt parken. Ich hatte sie bereits vor etwa zwei Stunden gehört, als sie nach Hause gekommen war. Ihre späte Ankunft war wie erwartet.<br />
Nun registrierte ich Bewegungen im Haus. Ein Licht huschte durch die Küche, dann war es wieder dunkel. Doch mein Blick blieb an den Dachflächenfenstern hängen. In Serafinas Atelier im Dachboden brannte Licht.<br />
Sie war also wieder wach. Und sie arbeitete. Die Erschöpfung und die überwältigende Entladung konnten ihre brennende künstlerische Seele nicht lange im Bett halten. Sie war wahrscheinlich gerade dabei, die Spuren unserer Tat auf ihrer Leinwand zu begutachten und vielleicht die &bdquo;Flecken&ldquo; unseres Aktes in ihr Werk zu integrieren. Die Erkenntnis, dass sie, nur Stunden nach ihrer Entjungferung und einem intensiven, gefühlsgeladenen Höhepunkt, wieder an der Staffelei stand, war ein weiterer Beweis für die unbändige Kraft, die in diesem zierlichen Mädchen steckte.<br />
Es dauerte nicht lange, und ich hörte Nadjas Schritte auf dem Kies. Sie kam um die Ecke, und mein erster Gedanke war, dass sie heute Abend anders wirkte als gestern.<br />
Sie trug wieder einen für sie typischen Hosenanzug, der ihre robusten, sinnlichen Kurven hervorragend zur Geltung brachte, und sie sah fantastisch aus. Die tiefe Erschöpfung des Vortags war gewichen; in ihren Augen lagen eine gewisse Ruhe und Klarheit.<br />
&bdquo;Guten Abend, Simon&ldquo;, sagte sie, und ihr Ton war auffallend entspannt.<br />
Ich stand auf. &bdquo;Nadja. Schön, dich nicht ganz so erledigt zu sehen.&ldquo;<br />
Sie setzte sich auf den Stuhl, den ich zurechtgeschoben hatte. Ohne Aufforderung griff ihre Hand nach meinem Gin-Glas. Doch dieses Mal kam sie nicht dazu, es zu leeren.<br />
Ich zog, in weiser Voraussicht, ein zweites,bereits gefülltes Glas Gin Tonic vom Tisch hervor und stellte es vor sie.<br />
Sie sah das Glas, dann mich und brach in ein lautes, herzhaftes Lachen aus, das die Abendstille durchbrach. &bdquo;Du bist unglaublich&ldquo;, sagte sie, nahm das Glas an sich und nahm einen tiefen Schluck. &bdquo;Du kennst mich besser, als mir lieb ist.&ldquo;<br />
Ich setzte mich wieder. &bdquo;Ich weiß&#8230;. und ich denke, dieser Abend erfordert einen Drink. Wie war der Tag im Heim? War der Albtraum heute gnädiger?&ldquo;<br />
Sie seufzte, aber es war ein Seufzen der Entspannung, nicht der Verzweiflung. &bdquo;Der Tag war ein Kampf, wie immer. Aber ich habe das Gefühl, ich habe heute einen Kampf gewonnen, der wichtiger war als alle anderen.&ldquo; Sie hob ihr Glas mir zu. &bdquo;Erzähl mir. Wie war es mit Serafina?&ldquo;<br />
Ich nippte an meinem Glas, meine Gelassenheit war eine bewusste Fassade. &bdquo;Nun, deine Tochter hat mich gemalt. Ich habe meinen Teil des Abkommens erfüllt.&ldquo;<br />
Nadja nickte langsam, ihre Augen wanderten zum Licht in Serafinas Dachatelier. &bdquo;Ich war vorhin kurz oben. Sie arbeitet weiter daran. Sie hat so verschiedene Stufen, weißt du, wann ein Bild &#039;fertig&#039; ist. Manchmal verbessert sie es tagelang, bis sie sich wirklich entscheidet.&ldquo;<br />
Sie nahm einen weiteren Schluck Gin, dann sah sie mich an, ein seltsamer, eindringlicher Blick. &bdquo;Simon, ich&#8230; ich weiß nicht, was ich zu diesem Bild sagen soll.&ldquo;<br />
Ich wartete ab.<br />
&bdquo;Es ist&#8230; intensiv. Sehr intensiv&ldquo;, fuhr sie fort, ihre Stimme sank zu einem vertraulichen Murmeln. &bdquo;Ich meine, ich wusste ja, dass du ein gut gebauter Mann bist. Du bist attraktiv und sehr männlich. Aber dieses Bild&#8230; es ist schonungslos. Es zeigt jedes Detail. Jeden Muskel. Jede&#8230; Spannung.&ldquo;<br />
Sie zögerte, spielte mit dem Rand ihres Glases, bevor sie den entscheidenden Satz fallen ließ. &bdquo;Das Bild hat mir gezeigt, dass du nicht nur ein Hauptmann bist, der weiß, wo der Hammer hängt. Sondern auch, dass du&hellip; nun, sehr gut bestückt bist.&ldquo;<br />
Mir wurde in diesem Moment schlagartig klar, was geschehen war. Nadja war oben gewesen. Sie hatte nicht nur das Gemälde gesehen, sie hatte die nackte Darstellung meines erigierten Gliedes gesehen, die Serafina in ihrer Ekstase auf die Leinwand gehämmert hatte. Die Spuren meines Samens und des Blutes auf dem Bild hatte sie vielleicht nicht verstanden, aber mein Geschlechtsteil hatte sie in voller Pracht gesehen, so wie es in Serafinas Vision existiert hatte.<br />
Ich lachte, aber es war ein angespanntes, trockenes Lachen. &bdquo;Nun, es ist ein Aktbild. Es soll anatomisch korrekt sein.&ldquo;<br />
Sie lächelte wissend, ihr Blick war nun frech und offen. &bdquo;Das ist es. Sehr korrekt. Es hat mich auf eine Weise beeindruckt, die ich nicht erwartet habe. Ein wirklich&#8230; großes Talent, meine Tochter. Und du bist ein sehr geduldiges Modell.&ldquo; Sie hob das Glas. &bdquo;Auf dein&hellip; nun ja&#8230; Stehvermögen.&ldquo;<br />
Ich stieß mit ihr an. Die Dunkelheit um uns herum schien die unausgesprochene, pornografische Wahrheit unseres Gesprächs zu verschlucken. Sie hatte mich nackt gesehen, wenn auch nur durch die Augen ihrer Tochter. Und es gefiel ihr, was sie gesehen hatte.<br />
Nadja lehnte sich vor, der Schein des Laptop-Bildschirms spiegelte sich kurz in ihren rehbraunen Augen. Ihre Stimme sank zu einem erwartungsvollen Flüstern.<br />
&bdquo;Simon, ich muss dich fragen&ldquo;, sagte sie, ihre Sinnlichkeit und die Sorge der Mutter mischten sich in ihrem Ton. &bdquo;Das Bild zeigt&#8230; nun ja. Was ist dann noch passiert? Oder besser gesagt: Ist das passiert, was passieren sollte?&ldquo;<br />
Ich nahm einen tiefen Schluck Gin. Es gab keinen Grund, jetzt noch Geheimnisse zuhaben. Wir saßen in der Dunkelheit, und sie hatte mir die Erlaubnis, fast schon den Auftrag, erteilt.<br />
&bdquo;Ja&ldquo;, sagte ich ruhig. &bdquo;Wir hatten Sex. Nachdem das Bild fertig war. Es war&#8230; es war sehr intensiv. Und auch sehr emotional für sie.&ldquo;<br />
Ich sah sie fest an, um ihre Reaktion zu beobachten. &bdquo;Aber ich habe sie gut geführt. So, wie du es dir gewünscht hast. Es war ihre erste Erfahrung, und ich habe mich gut um sie gekümmert.&ldquo;<br />
Nadja schloss kurz die Augen und atmete tief durch, eine Mischung aus Anspannung und immenser Erleichterung. &bdquo;Gott sei Dank&ldquo;, murmelte sie.<br />
&bdquo;Sie war danach völligerschöpft&ldquo;, fuhr ich fort. &bdquo;Es war zu viel für ihren zierlichen Körper. Sie hat kurz geweint, war aber letztlich sehr, sehr erleichtert und befreit. Ich habe sie in ihr Bett getragen.&ldquo;<br />
Ich lächelte leicht. &bdquo;Bevor sie eingeschlafen ist, hat sie mich aber noch dringend gebeten, morgen wiederzukommen. Das habe ich ihr versprochen.&ldquo;<br />
Nadja öffnete die Augen. Ein warmes, zufriedenes Lächeln legte sich über ihr Gesicht. &bdquo;Das ist gut. Das ist mehr als gut. Das heißt, du hast es richtig gemacht. Du hast ihr das gegeben, was dieser verrückte kleine Kopf so dringend brauchte, um zur Ruhe zu kommen.&ldquo; Sie hob ihr Glas. &bdquo;Auf den Hauptmann. Du hast meiner kleinen Künstlerin einen unschätzbaren Dienst erwiesen.&ldquo;<br />
Wir stießen an.<br />
Nadja lehnte sich noch ein Stück näher zu mir, der Schein des Lichts aus Serafinas Atelier schien über unsere Köpfe hinweg. Sie hatte eine gewisse Verlegenheit in ihren Augen, die sie aber mit einem entschlossenen Blick zu überspielen versuchte.<br />
&bdquo;Hör zu&ldquo;, begann sie, ihre Stimme war nun leiser und voller Zögern. Sie spielte mit dem Rand ihres Gin-Glases. &bdquo;Das ist&hellip; das ist wirklich ein ungewöhnlicher Wunsch und ich bitte dich, mich nicht für verrückt zu halten.&ldquo;<br />
Ich wartete ab, meine innere Spannung war greifbar.<br />
Sie sah mich direkt an. &bdquo;Simon, ich weiß, dass Serafina einen speziellen Platz in deinem Herzen hat. Und du bist der einzige Mann, dem ich in dieser Sache vertraue. Kannst du dir vorstellen, ihr erster richtiger Freund zu sein?&ldquo;<br />
Meine Fassung brach für einen Augenblick. &bdquo;Nadja, ich&hellip;&ldquo;<br />
Sie hob beschwichtigend eine Hand. &bdquo;Lass mich ausreden. Ich weiß, wie das klingt. Aber ich weiß auch, dass Serafina schon immer von dir geschwärmt hat. Sie ist total verschossen in dich. Seit Jahren. Das ist kein Geheimnis.&ldquo;<br />
Sie seufzte leise. &bdquo;Ich weiß um den Altersunterschied und darum, wie ungewöhnlich diese Situation ist. Aber ich wünsche mir einen Freund wie dich für meine Tochter. Ich will keinen dahergelaufenen Jungen, der ihre Komplexität nicht versteht. Ich möchte einen gestandenen Mann. Jemanden, der sie beschützt und ihr Halt gibt, während sie diese verrückte, erste Phase des Lebens durchmacht.&ldquo;<br />
Sie legte ihre Hand auf meinen Arm. &bdquo;Du hast jetzt das Wichtigste getan. Du hast ihre Seele beruhigt. Jetzt sei ihr Anker. Ihr fester Freund.&ldquo;<br />
Ich sah daswarme, flehende Vertrauen in ihren Augen und die unumstößliche Wahrheit ihrer Worte. Ich atmete tief durch.<br />
Ich erwiderte Nadjas Griff auf meinem Arm, der Schuss Gin wirkte nun wie ein Katalysator für meine Ehrlichkeit.<br />
&bdquo;Okay&hellip;&ldquo;, sagte ich mit fester Stimme. &bdquo;Ich muss dir auch etwas gestehen. Du hast Recht. Serafina hat einen besonderen Platz in meinem Herzen. Ich habe schon immer Gefühle für sie gehabt. Sie ist eine unglaubliche, einzigartige Frau.&ldquo;<br />
Ich zögerte, die Realität meiner Existenz holte mich ein. &bdquo;Aber ich habe Bedenken. Mein Soldatenleben ist kompliziert. Die Einsätze, die Abwesenheit. Und dann Serafinas Situation im Internat. Ich bin nicht oft genug da, um der Freund zu sein, den sie verdient.&ldquo;<br />
Nadja lächelte sanft. &bdquo;Mein Lieber, sie kennt dich nicht anders. Sie schwärmt von dir als dem Mann in Uniform, der stark und doch zart ist. Sie will dich so, wie du bist. Mit deinemSoldatenleben.&ldquo;<br />
Sie lehnte sich zurück, die Vernunft kehrte in ihr Gesicht zurück. &bdquo;Und das Internat&hellip; das ist nur nochein Jahr. Danach werden die Karten sowieso komplett neu gemischt.&ldquo;<br />
Sie seufzte. &bdquo;Dann beginnt ihr Studium. Und sie wird eventuell ausziehen. Ich weiß noch nicht genau, wie Serafina dann leben wird. Sie muss medizinisch überwacht werden, das weißt du. Aber das ist ein Problem für die Zukunft.&ldquo;<br />
Sie blickte mich aufmunternd an. &bdquo;Habt diese Zeit. Seid zusammen. Gib ihr die Stärke und die Erfahrung, die sie braucht, damit sie selbstsicher in ihr eigenes Leben gehen kann. Sei ihr Anker jetzt.&ldquo;<br />
Ich nickte, meine Entscheidung war gefällt, aber die Geschwindigkeit der Ereignisse erforderte einen Moment der Einkehr.<br />
&bdquo;Ich verstehe. Aber ich muss das jetzt erst einmal sortieren&ldquo;, sagte ich. &bdquo;Meine Gefühle, die Tragweite der Verantwortung&#8230; und natürlich muss ich mit Serafina reden. Das ist das Wichtigste.&ldquo;<br />
Nadja nahm mein Gesicht in beide Hände. Ihr Blick war warm und direkt. &bdquo;Das ist alles, was ich möchte. Sei ehrlich zu ihr. Sei ehrlich zu dir selbst.&ldquo;<br />
Sie lächelte, eine Spur von Erleichterung in ihren Augen. &bdquo;Ihr beide müsst endlich zu euren Gefühlen stehen. Versteckspiele sind nur für Menschen, die ein Geheimnis hüten müssen &ndash; nicht für zwei liebende Menschen, die füreinander bestimmt sind.&ldquo;<br />
Sie löste ihre Hände von meinem Gesicht. &bdquo;Geh morgen zu ihr. Redet miteinander. Bring die Klarheit in diese Sache, die sie verdient hat. Das ist alles, was ich mir als Mutter wünschen kann.&ldquo;<br />
&bdquo;Das werde ich tun&ldquo;, versprach ich. Der Weg war nun klar. Morgen würde ich nicht nur als ihr Liebhaber in das Atelier gehen, sondern als der Mann, der offen um ihr Herz bitten würde.<br />
Nadja erhob sich vom Stuhl, ihre Bewegungen waren jetzt entschlossen.<br />
&bdquo;Ich danke dir&ldquo;, sagte sie, ihre Stimme war tief und voller Ernst. &bdquo;Für alles. Für das Beet, für die Diskretion, die ganzen gemeinsamen Jahre. Und vor allem für das mit Serafina.&ldquo;<br />
Sie trat auf mich zu. Ich stand auf, und sie küsste mich erneut auf die Wange, diesmal war der Kuss länger und fester, fast ein leichtes Drücken.<br />
Sie trat einen Schritt zurück, ihr Blick war nun warm und zufrieden. &bdquo;Halte mein verrücktes, kleines Mädchen fest. Und zeig ihr die Welt. Du weißt, was ich meine.&ldquo;<br />
Ich nickte, meine Stimme war heiser. &bdquo;Ich weiß. Ich verspreche dir, ich werde sie nicht enttäuschen.&ldquo;<br />
Sie lächelte, drehte sich um und ging mit schnellen Schritten zu ihrem Haus. Ich sah ihr nach, bis sie in der Dunkelheit verschwand.<br />
Die Nacht war unruhig. Ich träumte von Serafina, von der Hitze ihres Körpers und dem Stöhnen, als ich sie entjungfert hatte. Ich wachte mit einer stählernen, schmerzhaften Erektion auf.<br />
Ich zwang mich aus dem Bett, unterzog mich einer langen, kalten Dusche, um die körperliche Spannung zu brechen, was nur bedingt gelang. Nach einem schnellen, stärkenden Frühstück zog ich mich an. Wieder die weiche Jeans, wieder keine Boxershort.Die Vorfreude war greifbar, aber ich bewahrte meine äußere Ruhe.<br />
Gegen elf Uhr war ich bereit. Die Sonne stand schon hoch, als ich zum Nachbarhaus ging. Ich drückte auf die Gegensprechanlage.<br />
&bdquo;Wer ist da?&ldquo;, hörte ich Serafinas Stimme.<br />
&bdquo;Na wer wohl?&ldquo;sagte ich lachend.<br />
Ein leichtes, schnelles Kichern kam über die Sprechanlage. &bdquo;Komm hoch, Simon! Die Tür ist offen. Ich bin schon im Atelier. Ich habe viel zu tun.&ldquo;<br />
Ich trat ein. Die Stille des Hauses war gewohnt. Ich begann den Aufstieg zum Dachboden, die Holzstufen knarrten unter jedem meiner Schritte. Jeder Tritt war eine Annäherung an die neue Realität, die wir gestern erschaffen hatten. Die Spannung war heute leiser, aber tiefer.<br />
Als ich die oberste Stufe erreichte und ins Atelier trat, stockte mir augenblicklich der Atem. Das Licht des Vormittags flutete herein und enthüllte eine Szene, die meine Erwartungen übertraf.<br />
Serafina stand vor der Staffelei, splitternackt. Sie hielt eine Spraydose in der Hand.<br />
Sie war so fragil, zierlich und dünn, eine Gestalt von überwältigender Schönheit. Ihr Körper war ein Meisterwerk der Jugend: Ihre Haut war von einer reinen Blässe, die im Gegenlicht leuchtete. Die spitzen, kleinen Brüste ragten heraus, die Brustwarzen waren dunkel und hart. Der flache Bauch ging in die zarte Form ihrer Hüften über. Ihre dunkelbraunen Schamhaare umrahmten die leicht geschwollene Vulva, deren großer Kitzler nach der Nachtruhe fast unschuldig wirkte, aber bereit war. Sie war wunderschön und begehrenswert, ein Anblick, der meine Erektion augenblicklich in die volle Härte trieb.<br />
In der Sekunde, als sie mich sah, ließ sie die Spraydose fallen. Mit einem Satz war sie bei mir, warf sich mir um den Hals.<br />
&bdquo;Simon!&ldquo;, rief sie, und küsste mich stürmisch. Es war ein gieriger, nasser Kuss, der sofort dort anknüpfte, wo wir gestern aufgehört hatten. Ihre kleine Zunge stieß in meinen Mund, ihr nackter Körper presste sich gegen meine Kleidung, mein harter Penis rieb sich sofort an ihrem Bauch.<br />
Nach einer langen Sekunde des heftigen Küssens ließ sie ab und sah mich strahlend an, ihre Augen glänzten.<br />
&bdquo;Es ist fertig&ldquo;, sagte sie atemlos. &bdquo;Das Bild. Es ist perfekt geworden. Besser wird es nicht. Ich habe es gerade versiegelt.&ldquo; Sie deutete auf die Spraydose am Boden. &bdquo;Mit Klarlack. Es ist jetzt für die Ewigkeit fixiert. Unser kleines Geheimnis.&ldquo;<br />
Sie zog mich am Arm zur Leinwand. Das Bild war nun ein chaotisch-schönes Zeugnis unserer Leidenschaft: die Farbwirbel, die meine muskulöse Gestalt in der Mitte umgaben, und rechts die Spur unserer Säfte, die mit dem Lack nun glänzend und unvergänglich waren.<br />
Ich sah das Bild an, meine Hand ruhte auf Serafinas zarter Schulter. Die Darstellung meines Körpers, insbesondere meines Gliedes in voller Härte, war von einer erschreckenden, fast fotografischen Genauigkeit, die in krassem Kontrast zu den wilden, emotionalen Farbwirbeln stand, die mich umgaben.<br />
&bdquo;Das Bild ist unglaublich, Prinzessin&ldquo;, sagte ich, meine Stimme war ehrlich beeindruckt. &bdquo;Du hast jedes Detail erfasst. Ich sehe so realistisch aus, während der Rest&#8230; der Rest ist der blanke Wahnsinn. Es ist ein krasser Kontrast.&ldquo;<br />
&bdquo;Danke&ldquo;, flüsterte sie, ihre Augen funkelten stolz.<br />
&bdquo;Aber eine Frage habe ich&ldquo;, sagte ich und sah von der Leinwand zu ihrem nackten Körper hinunter. &bdquo;Warum bist du nackt?&ldquo;<br />
Sie wurde augenblicklich ernster. Sie trat einen Schritt vom Bild zurück und blickte mich direkt an.<br />
&bdquo;Ich bin heute anders aufgewacht&ldquo;, erklärte sie, ihre Stimme war klar. &bdquo;Ich bin verändert. Ich habe nun das dringende Bedürfnis, nackt zu malen. Es befreit mich.&ldquo; Sie hob die Arme leicht. &bdquo;Es fühlt sich an, als gäbe es keine Barrieren mehr zwischen meiner Seele und der Leinwand. Ich glaube, ich male dann besser, leidenschaftlicher.&ldquo;<br />
Sie fuhr fort, ihre Worte überschlugen sich beinahe. &bdquo;Mein Kopf platzt vor Ideen. Ich weiß gar nicht, wohin damit. Ich habe das Gefühl, ich muss alles sofort auf die Leinwand bringen, bevor es wieder verschwindet.&ldquo;<br />
Sie trat wieder an mich heran, die Hand auf meinen muskulösen Arm legend. &bdquo;Du hast etwas in mir freigesetzt. Und das muss ich jetzt nutzen. Ich bin nicht mehr die Alte. Was jetzt kommt, ist&#8230; neu.&ldquo;<br />
Sie sah mich mit einer Intensität an, die keine weitere Frage zuließ. Sie war bereit, die nächste Stufe zu erklimmen und ich wusste, dass ich derjenige war, der sie dabei begleiten würde.<br />
Serafina nickte, ihre anfängliche Ekstase wich einer konzentrierten Entschlossenheit.<br />
&bdquo;Ich habe bereits angefangen, die neuen Ideen aufzuschreiben&ldquo;, sagte sie und deutete auf ein Skizzenbuch, das auf einem Tisch lag. &bdquo;Aber ich muss mich jetzt zwingen, eine Pause zu machen. Die Aufnahmeprüfung rückt näher. In den nächsten Tagen muss ich meine Mappe vorbereiten.&ldquo;<br />
Während sie sprach, wanderte mein Blick immer wieder wie hypnotisiert über ihren nackten Körper: die zarten Linien ihrer Schultern, die kleinen, festen Brüste, ihren flachen Bauch. Sie schien es zu genießen, meine Blicke zu spüren, sagte aber nichts dazu, sondern strahlte eine ruhige, sinnliche Akzeptanz aus.<br />
Schließlich sah sie mich fast schüchtern an. &bdquo;Simon&hellip; ich weiß, das ist vielverlangt, aber&hellip; darf ich dir meine Bilder zeigen?&ldquo;<br />
Ich nickte sofort, ohne zu zögern.<br />
Ich will alles sehen, dachte ich. Ihre Bilder, ihre Ideen, die nackte Mechanik, die ihren Kopf antreibt. Wenn diese Kunst die Tür zu ihrer Seele ist, dann will ich eintreten. Ich will alles von ihr verstehen, was mich in dieses Spiel hineingezogen hat.<br />
&bdquo;Ich möchte mich erklären&ldquo;, fuhr sie fort. &bdquo;Ich möchte, dass du siehst, was in meinem Kopf vorgeht und herausfinden, ob du meine Kunst verstehen kannst. Das ist wichtig für mich. Du bist der Erste, außerhalb der Kunstwelt, dem ich das komplett zeige.&ldquo;<br />
Ich trat einen Schritt näher, meine Augen brannten vor Interesse. &bdquo;Deine Kunst hat mich immer schon beeindruckt. Natürlich will ich sie sehen. Zeig mir alles. Ich will in deine Seele blicken.&ldquo;<br />
Sie lächelte, ihr Blick war nun warm und erleichtert. &bdquo;Komm&ldquo;, sagte sie und griff nach meiner Hand. &bdquo;Ich zeige dir, wie verrückt ich wirklich bin.&ldquo;<br />
Ich setzte mich auf die Couch, die noch immer mit dem weißen Tuch bedeckt war. Serafina ging zu einem der Regale und holte zwei große Fotoalben hervor, ein leuchtend Gelbes und ein Tiefschwarzes.<br />
Als sie sich bückte, um die Alben zu greifen, bot sich mir ein intimer Anblick. Ich schautegenießerisch zwischen ihre gespreizten, zarten Beine hindurch auf ihre offene, leicht geschwollene Vulva und ihren kleinen, runden Po. Die Lücke, die sich dabei öffnete, war verlockend und ich genoss den unschuldigen Exhibitionismus, den sie in ihrer Nacktheit ausstrahlte.<br />
Sie kam mit den Alben in den Händen zu mir zurück und setzte sich, die Alben auf meinem Schoß ablegend, direkt auf meinen Oberschenkel.<br />
Ich öffnete das gelbe Album. Ihre Nähe machte mich hart, mein Glied regte sich unter dem Stoff.<br />
Offensichtlich war sie auch nervös.<br />
Während sie sich über die Alben beugte, begann sie unbewusst &ndash; oder bewusst &ndash; ihr Becken langsam zu bewegen. Sie rieb ihren empfindlichen Kitzler sachte an meinem Oberschenkel.<br />
Mir wurde schlagartig bewusst, was für ein Nervenbündel sie war. Das war keine Verführung, dachte ich. Ich war mir sicher, sie rieb sich an mir, weil sie wegen der Präsentation ihrer Kunst wahnsinnig nervös war und diese Reibung sie beruhigte. Es war ein unbewusster, fast basaler Mechanismus, der jetzt, da sie nackt war und auf mir saß, eine zutiefst sexuelle Form annahm.<br />
Trotzdem erregte mich die warme, feuchte Berührung ihrer Nacktheit durch den Jeansstoff hindurch immens. Das sanfte, unschuldige Scheuern ihrer Vulva gegen meinen Oberschenkel war ein elektrisierendes Gefühl. Ich ließ sie gewähren und genoss es, diesen doppelten Zustand zu spüren: ihre nervöse Anspannung und meine darauf reagierende, scharfe Lust.<br />
Ich öffnete das gelbe Album, dessen dicke Seiten prall gefüllt waren. &bdquo;Was sehen wir hier?&ldquo;, fragte ich, meine Hand ruhte auf ihrer Taille, während sie ihr Becken sanft an meinem Oberschenkel rieb.<br />
&bdquo;Das Gelbe enthält Fotos meiner fertigen Werke&ldquo;, erklärte Serafina, ihre Stimme war konzentriert, obwohl ihr Körper meine harte Männlichkeit spürte. &bdquo;Landschaften, Menschen, Tiere, Gegenstände. Sie sind mit Reitern sortiert. Die Sachen, die ich für Ausstellungen und Mappen brauche. Ich fotografiere sie, damit ich nicht jedes Mal die Originale rauskramen muss.&ldquo;<br />
Dann schob sie das schwarze Album vor, das ich nun öffnete. Es enthielt eine Reihe vonPolaroidfotos, die auf den ersten Blick tatsächlich nichts mit Kunst zu tun hatten. Ich sah Blumen, Stoff, ein abgeschnittenes Stück geflochtenen Haares, einen zusammengeknüllten Brief. Die Bedeutung dieser Objekte erschloss sich mir nicht im Geringsten.<br />
Ich blickte von den Fotos zu ihr auf. &bdquo;Das sind&#8230; Gegenstände. Objekte. Ich sehe keinen Zusammenhang mit den Gemälden.&ldquo;<br />
Sie lächelte geheimnisvoll und rückte dabei ihren Schoß auf meinem Oberschenkel zurecht. &bdquo;Sie gehören zusammen. Beide Alben. Das Schwarze ist der Schlüssel zu meiner Kunst. Ohne das wären im gelben Album nur Bilder &ndash; hübsch gemalt, vielleicht &ndash; aber keine Kunstwerke.&ldquo;<br />
Ihre Augen funkelten mich an. &bdquo;Ich bin gespannt, ob du die Verbindung findest, wenn du erst einmal meine Seele in der Hand hältst.&ldquo;<br />
Serafina sah mich eindringlich an, ihr Becken rieb sich ungeduldig auf meinem Oberschenkel, während ich das schwarze Album hielt.<br />
&bdquo;Meine Werke sind echt&ldquo;, sagte sie, die Betonung lag schwer auf dem letzten Wort. &bdquo;Ichkann es nicht anders erklären. Sie sind nicht nur Abbilder von etwas. Sie sind das Ding selbst.&ldquo;<br />
Ich hob eine Augenbraue. &bdquo;Echt? Wie meinst du das?&ldquo;<br />
&bdquo;Diese Methode habe ich entwickelt, als ich elf war&ldquo;, fuhr sie fort. &bdquo;Die Idee kam mir einfach, aus dem Nichts. Und seitdem erschaffe ich so meine Kunstwerke. Und es wird immer extremer.&ldquo;<br />
Sie schlug das gelbe Album wieder auf, auf das erste Bild: eine leuchtende Blumenwiese, gemalt in einem fast fieberhaften Impressionismus. Dann tippte sie auf die erste Polaroid im schwarzen Album. Es war eine Nahaufnahme von einigen Grashalmen, ganz unscheinbar und unscharf.<br />
&bdquo;Das war mein erstes Werk mit dieser Methode&ldquo;, erklärte sie. &bdquo;Die Blumenwiese. Und das hier&ldquo;, sie zeigte wieder auf die Polaroid, &bdquo;das sind Grashalme. Ich habe diese Grasstücke in die Farbe hineinverarbeitet. Physisch. Es ist keine Darstellung von Gras. Es enthält das Gras und die Blumen, die ich gemalt habe.&ldquo;<br />
Ich nickte langsam, während die nackte, reibende Wärme ihres Körpers meine Konzentration herausforderte. Ich begann zu verstehen.<br />
Sie blätterte weiter. Das nächste Bild im gelben Album war das detailreiche Portrait einer Katze. Die passende Polaroid im schwarzen Album zeigte verstreute Katzenhaare auf einer dunklen Oberfläche.<br />
&bdquo;Die Haare der Katze&ldquo;, sagte sie beiläufig. &bdquo;Sie sind in die Textur des Pelzes eingearbeitet.&ldquo;<br />
Das wird ziemlich interessant, dachte ich. Die Frau arbeitet mit Originalmaterial. Ihre Kunst ist nicht nur eine Kopie, sondern eine physische Manifestation ihrer Emotionen und ihrer Realität.<br />
&bdquo;Du meinst, du nimmst physische Teile der Objekte oder Situationen und integrierst sie in dein Bild?&ldquo;, fasste ich zusammen.<br />
&bdquo;Genau&ldquo; hauchte sie, und das Lächeln, das sie mir schenkte, war nun nicht mehr schüchtern, sondern voller dunkler, stolzer Wahrheit. &bdquo;Ich mache meine Kunst zu einem Teil der Realität.&ldquo;<br />
Ich blätterte weiter im gelben Album, während die zärtliche Reibung von Serafinas Schoß auf meinem Oberschenkel mich beinahe jede Sekunde ablenkte. Mein Blick blieb an einem beeindruckenden Bild hängen: einem tiefen, nächtlichen Himmel, in dessen Mitte eine leuchtende Sternschnuppe oder ein Meteor die Dunkelheit zerriss.<br />
&bdquo;Das ist wunderschön&ldquo;, sagte ich. &bdquo;Wann hast du das gemalt?&ldquo;<br />
&bdquo;Da war ich sechzehn&ldquo;, antwortete sie. &bdquo;Das war eines der Bilder, die schon verkauft sind.&ldquo;<br />
Ich suchte im schwarzen Album die passende Polaroid. Ich fand es, aber es war nur eine Kopie. Es zeigte einen kleinen, unscheinbaren, graubraunen Stein, der auf einem hellen Tuch lag.<br />
Ich blickte sie fragend an. &bdquo;Ein Stein? Du hast einen Stein in den Nachthimmel eingearbeitet?&ldquo;<br />
Serafina nickte, ihre Augen glänzten geheimnisvoll. &bdquo;Nicht nur irgendein Stein. Ein Brocken eines Meteors. Ich habe im Internet danach gesucht. Ich wusste, ich brauchte einen Teil davon, um das Bild echt zu machen.&ldquo;<br />
Sie stießein leises Kichern aus, während sie sich auf meinem Bein neu positionierte. &bdquo;Ich wusste nicht, dass Brocken eines Meteors so teuer sind. Er ist in der Farbe eingearbeitet, genau an der Stelle, wo du die Sternschnuppe siehst.&ldquo;<br />
Ich spürte, wie meine Augen sich weiteten. Mir wurde immer bewusster, wie einzigartigihre Methode war. Sie malte nicht die Welt; sie inkorporierte die Welt.<br />
&bdquo;Du hast also echtes Meteoritengestein in dieses Bild eingearbeitet?&ldquo;, fragte ich ungläubig. &bdquo;Das ist nicht nur Kunst, Kleines. Das ist&#8230; mehr.&ldquo;<br />
&bdquo;Es ist die Essenz&ldquo;, flüsterte sie. &bdquo;Ohne die physische Präsenz wäre es nur Farbe auf Leinwand. Mit ihm ist es der Moment, festgehalten. Der Schlüssel ist die Echtheit.&ldquo;<br />
Ich blätterte weiter zum Reiter &quot;Gefühle&quot; und mein Blick blieb an einem kleinen, intensiv schwarz-roten Farbwirbel hängen, dessen Format vielleicht DIN A4 entsprach. Obwohl es nur Farben waren, wirkte das Bild schmerzhaft, fast gewalttätig in seiner Komposition.<br />
Serafinas Blick verdunkelte sich augenblicklich. Die fröhliche Neugier war verschwunden, ersetzt durch eine tiefe, fast bittere Melancholie. Sie stellte ihre Bewegungen ein.<br />
&bdquo;Dieses hier&#8230;&ldquo;, sagte sie leise. &bdquo;Das ist das erste Bild meines Körpers. Nicht als Akt, sondern als Gefühl.&ldquo;<br />
&bdquo;Es wirkt sehr intensiv&ldquo;, bemerkte ich vorsichtig, während ich sanft meine Hand auf ihren Oberschenkel legte. &bdquo;Was ist hier die Essenz?&ldquo;<br />
&bdquo;Der Schmerz&ldquo;, erwiderte sie, ihre Stimme war rau. &bdquo;Der Schmerz meiner Regelblutung. Meiner Endometriose. Ich verfluche mein Schicksal dafür. Dieser Schmerz fühlt sich an, als würde er mich innerlich zerreißen. Und das jeden Monat&ldquo;<br />
Ich suchte im schwarzen Album. Die passende Polaroid fand ich schnell: eine Nahaufnahme eines blutigen Tampons in ihrer zarten Hand, dessen Dunkelrot im Blitzlicht fastschwarz erschien.<br />
Serafina schlug die Augen nieder, ihre Wangen röteten sich leicht, aber nicht aus Scham, sondern aus dem Mut, diese extreme Intimität zu offenbaren. &bdquo;Ich habe das Bild komplett mit Menstruationsblut grundiert&ldquo;, flüsterte sie. &bdquo;Es ist nicht nur Farbe. Es ist mein Schmerz.&ldquo;<br />
Ich war zutiefst bewegt. Das war keine banale Provokation; das war eine radikale, fast verzweifelte Form der Selbsttherapie und Kunst. Ich zog sie sanft näher an mich, legte den Arm um ihre zierliche Taille.<br />
Sie wirkte in diesem Moment so zerbrechlich, fast wie Porzellan. Ihre Taille war unglaublich schmal und meine Hand umschloss sie mühelos. Ihre Haut war von einer fast durchscheinenden Zartheit, so weich und glatt. Doch direkt darunter spürte ich die unerwartete Härte ihrer Muskeln. Wegen der nächtlichen Verkrampfungen und der generellen Anspannung in ihrem Körper waren ihre Flanken und ihr Bauch fest wie gespanntes Leder, ein stilles Zeugnis des inneren Kampfes, den sie führte. Es war ein faszinierender Kontrast: die äußere, elfenhafte Zartheit und die innere, gespannte Stärke.<br />
&bdquo;Das ist eine unfassbare Methode&ldquo;, sagte ich, meine Stimme war voller Bewunderung. &bdquo;Du kämpfst gegen diesen Schmerz, indem du ihn in etwas Dauerhaftes verwandelst. Du verfluchst dein Schicksal, aber gleichzeitig nutzt du es als dein Material. Das zeugt von einer unglaublichen Stärke.&ldquo;<br />
Ich küsste ihren Scheitel. &bdquo;Du bist so viel mehr als nur ein wunderschönes Mädchen. Du bist eine Kämpferin.&ldquo;<br />
Sie schmiegte sich an mich. &bdquo;Aber nur, wenn ich echt bin&ldquo;, murmelte sie. &bdquo;Und das bist du auch. Deshalb zeige ich es dir.&ldquo;<br />
Ich strich ihr noch einmal über das Haar, dann sah ich sie fragend an. &bdquo;Und wie funktioniert das, wenn du Menschen, Akte malst? Hast du da auch ein Stück Haut oder&#8230;&ldquo;<br />
Serafina lächelte geheimnisvoll. Sie sprang von meinem Oberschenkel, was meine Härteunter meiner Jeans schmerzhaft aufseufzen ließ.<br />
&bdquo;Komm mit&ldquo;, sagte sie und nahm meine Hand. &bdquo;Ich zeige es dir.&ldquo;<br />
Sie zog mich zu einer Ecke des Ateliers, wo ein großes, rechteckiges Bild unter einem weißen Tuch verborgen war. Sie stellte sich davor und zog das Tuch mit einer schnellen, theatralischen Bewegung zur Seite.<br />
Mir stockte der Atem. Auf der Leinwand saß eine wunderschöne, nackte Frau auf dem Boden, die in ein Buch vertieft war. Die Darstellung war fast fotorealistisch und zutiefst weiblich. Die Frau hatte schwere, volle Brüste, die in der Pose natürlich fielen und eine Figur mit wahnsinnigen Kurven &ndash; ein großer, runder Po und breite Hüften. Es war ein Meisterwerk der Weiblichkeit und Sinnlichkeit.<br />
Ich brauchte einen Moment, um die Augen von den Kurven zu lösen. Dann schaute ich auf das Gesicht der Frau.<br />
&bdquo;Das&#8230; das ist Nadja&ldquo;, sagte ich ungläubig.<br />
Serafina nickte stolz. &bdquo;Ja. Meine Mutter. Das habe ich vor deinem Bild gemacht.Einer der weiblichen Akte. Das kommt auch in meine Bewerbungsmappe.&ldquo;<br />
Ich sah sie an, meine Gedanken rasten. Die Vorstellung der nackten Nadja, gemalt von ihrer eigenen Tochter, war eine weitere Stufe der Intimität.<br />
&bdquo;Und was ist hier das Material?&ldquo;, fragte ich, meine Stimme war heiser.<br />
&bdquo;Schau dir ihre Haare an&ldquo;, forderte sie mich auf.<br />
Ich trat näher an das Bild heran. Und tatsächlich. Feine, dunkle Strähnen waren in die dicke Farbe der langen, braunen Haare ihrer Mutter eingearbeitet. Ich sah es nun deutlich.<br />
Sie holte das schwarze Album und zeigte auf die Polaroid. Es war eine Nahaufnahme der Haarbürste ihrer Mutter, übersät mit braunen Haaren.<br />
&bdquo;Das ist die Essenz ihrer Weiblichkeit&ldquo;, erklärte Serafina. &bdquo;Ihre Haare. Ich habe ein paar von ihrer Bürste genommen und in die Farbe gemischt. Die Frau auf dem Bild ist meine Mutter, nicht nur gemalt. Es enthält meine Mutter.&ldquo;<br />
Ich war fassungslos. &bdquo;Du hast deine Mutter, ihre Haare, in die Leinwand gebracht. Das ist&#8230; das ist so schön, Kleines.&ldquo;<br />
Sie lächelte anzüglich, die Nacktheit nun wieder selbstverständlich. &bdquo;Ich weiß. Aber nur so ist es echt. Und nur Echtheit ist meine Kunst.&ldquo;<br />
Serafina blickte mich mit funkelnden, fast fieberhaften Augen an, ihre Hand lag immer noch auf meinem Arm. Die unheimliche Intensität des Nadja-Aktes wich einer neuen, aufregenden Erwartung.<br />
&bdquo;Möchtest du eins meiner nächsten Werke sehen?&ldquo;, fragte sie, ihre Stimme sank zu einem aufgeregten Flüstern. &bdquo;Es ist nur ein Entwurf. Aber ich musste damit warten, bis ich achtzehn bin.&ldquo;<br />
Die Bemerkung ließ meine Fantasie sofort explodieren. Ich nickte stumm.<br />
Sie eilte zu einem Tisch, griff nach einem einzelnen DIN-A4-Blatt und kam zurück. Auf dem Blatt befand sich eine detaillierte Bleistiftskizze: eine Vulva in Großaufnahme.<br />
Ich schaute genauer hin, und mir war sofort klar, dass es ihre eigene war. Jede Falte, jede Rundung war akribisch dargestellt.<br />
&bdquo;Hör zu&#8230;&ldquo;, sagte sie, bemerkte mein Staunen. &bdquo;Ich wurde bereits mit fünfzehn dazu inspiriert. Von einem Bild aus dem Musée d&#039;Orsay, von Gustave Courbet. L&rsquo;Origine du monde. Kennst du es?&ldquo;<br />
Ich nickte langsam. Das skandalöse, hyperrealistische Gemälde des weiblichen Geschlechts.<br />
&bdquo;Die Idee hat mich nicht mehr losgelassen&ldquo;, fuhr sie fort. &bdquo;Aber es musste echt sein. Und es muss meine sein. Ich wusste, dass ich darauf warten musste, bis ich volljährig war, damit es als Kunst durchgeht und nicht als&#8230; etwas anderes.&ldquo;<br />
Sie lächelte anzüglich. &bdquo;Einen Tag nach meinem achtzehnten Geburtstag habe ich ein Foto gemacht, das mich ganz zeigt. Nicht nur meine Vulva. Sondern alles.&ldquo; Sie deutete mit einer Hand über ihren ganzen nackten Körper. &bdquo;Ich werde mich malen. Mich selbst, nackt, so ehrlich, wie ich nur kann.&ldquo;<br />
Meine Augen weiteten sich. Das war nicht nur Courbet nachempfunden; das war eine radikale, fast brutale Selbstanalyse.<br />
&bdquo;Und wenn es fertig ist&ldquo;, fuhr Serafina fort, ihre Stimme war nun voller ehrgeiziger Kälte, &bdquo;werde ich das fertige Bild in acht Teile aufteilen. Buchstäblich zerlegen.&ldquo;<br />
Ich starrte sie an. &bdquo;Zerlegen? Du zerschneidest dein eigenes Meisterwerk?&ldquo;<br />
&bdquo;Genau&ldquo; bestätigte sie, ihre Augen funkelten. &bdquo;Dann gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder es wird zusammenhängend als ein großes, geteiltes Bild verkauft. Oder &ndash; und das ist das Spannendere &ndash; die einzelnen Körperpartien werden separat verkauft. Der Torso geht an einen, der rechte Arm an einen anderen. Mein Gesicht an einen Dritten.&ldquo;<br />
Sie zuckte mit den Achseln, eine Geste der nonchalanten Respektlosigkeit gegenüber der Konvention. &bdquo;Mir ist das egal. Hauptsache, die Echtheit ist konserviert. Und dieBotschaft klar: Ich bin zerbrochen, aber ich werde als Kunst weiterleben.&ldquo;<br />
Serafina lehnte sich mit einem Hauch von Berechnung in ihren Augen zurück und betrachtete die unsichtbaren Linien, die ihren eigenen nackten Körper zerlegten.<br />
&bdquo;Das ist nicht nur Kunst&ldquo;, erklärte sie mit kühlem Ton. &bdquo;Es ist auch ein soziales Experiment. Ich möchte herausfinden, welcher Teil einer Frau auf dem Kunstmarkt am meisten wert ist.&ldquo;<br />
Ich hob eine Augenbraue. &bdquo;Du meinst, welcher Teil deines Körpers die höchste Summe erzielt?&ldquo;<br />
&bdquo;Exakt&ldquo; bestätigte sie. &bdquo;Ich wette auf zwei Teile. Erstens, meine damals noch jungfräuliche Vulva.&ldquo; Sie deutete auf die Skizze. &bdquo;Die L&rsquo;Origine du monde in der radikalsten, realsten Form, konserviert mit&hellip; nun, du weißt schon, womit. Die Essenz der Weiblichkeit und der Unschuld, bevor du sie genommen hast.&ldquo;<br />
Sie zeigte auf ihre kleinen, festen Brüste. &bdquo;Und zweitens, meine Brüste. Auch wenn sie klein sind. Die Form, die Jugend. Ich wette, die Leute zahlen am meisten für die Teile, die sie am meisten begehren und die am meisten Tabu sind.&ldquo;<br />
Ihr Blick war nun wieder voller Herausforderung. &bdquo;Es geht darum, die Gier der Gesellschaft und ihre Obsession mit weiblicher Sexualität offenzulegen. Indem ich meinen eigenen Körper zerlege, zwinge ich sie, ihn zu bewerten. Und ich bin gespannt, ob meine Vulva mehr einbringt als meine Tittchen.&ldquo;<br />
Ich starrte abwechselnd auf die Skizze ihrer Vulva und dann auf ihren nackten Körper, der in acht bewertbare Fragmente zerlegt werden sollte. Mir fehlten die Worte. Fassungslosigkeit war der einzige Zustand, den ich empfinden konnte.<br />
&bdquo;Kleines&ldquo;, sagte ich schließlich, meine Stimme war heiser. &bdquo;Ich bin&#8230; komplett fassungslos von diesem Projekt.&ldquo;<br />
Ich lehnte mich vor und nahm ihre Hand, die die Skizze hielt. &bdquo;Das ist nicht nur Kunst. Das ist radikaler Wahnsinn. Es ist das Vorgehen einer jungen Frau, die ihre tiefsten Wunden und ihre Sexualität nimmt und sie dem Markt als ultimatives Objekt der Gier präsentiert.&ldquo;<br />
Meine Bewunderung war absolut ehrlich. &bdquo;Ich bewundere dich dafür. DieIdee, den eigenen Körper zu zerlegen, um seinen Marktwert und die sexuelle Obsession der Gesellschaft zu messen &ndash; das ist genial. Die wenigsten Künstler hätten den Mut, diese Echtheit bis zu einem solchen, buchstäblich zerteilten Ende durchzuziehen.&ldquo;<br />
Ich sah sie tief an. &bdquo;Du bist so unglaublich viel mehr als nur das Modell auf der Leinwand.Du bist die kompromissloseste Frau und Künstlerin, die ich je kennengelernt habe.&ldquo;<br />
Serafina lehnte sich stolz zurück, ihr Blick forderte meine Reaktion heraus.<br />
&bdquo;Mein Galerist hat Schnappatmung bekommen, als ich ihm von der Idee erzählt habe. Er meint, das könnte mein Durchbruch werden. Ein Echo auf Courbet, aber mit einer neuen, persönlichen Dimension.&ldquo;<br />
Sie spielte nervös mit dem Rand der Skizze. &bdquo;Aber er meint auch, das sei zu früh. Er sagte, ich sollte mir zuerst einen Namen machen. Er meint, dieses Werk ist so radikal, ich sollte es als einen Höhepunkt meines Schaffens veröffentlichen, nicht als meinen ersten großen Wurf.&ldquo;<br />
Ich nickte zustimmend. &bdquo;Das klingt nach einer klugen kaufmännischen Strategie.&ldquo;<br />
&bdquo;Ja, schon&ldquo;, sagte sie, ihre Stirn legte sich in Falten. &bdquo;Er will mir helfen, die Karriere langsam aufzubauen. Er hat mich nach weiteren Werken gefragt, die ich ihm im Laufe des Jahres präsentieren soll. Etwas weniger Explizites, aber immer noch mit meiner Echtheits-Methode.&ldquo;<br />
Sie sah mich mit Unsicherheit an. &bdquo;Aber ich bin mir nicht sicher. Ich will das Bild jetzt machen. Die Ideen explodieren in meinem Kopf. Ich weiß nicht, ob ich ein Jahr warten kann, nur um eine bessere Verkaufsstrategie zu haben.&ldquo;<br />
&bdquo;Die Kunst wartet nicht auf den Markt&ldquo;, sagte ich lächelnd. &bdquo;Aber der Markt kauft die Kunst. Du musst entscheiden, ob du zuerst die Revolution oder zuerst die Karriere willst.&ldquo;<br />
Serafina blickte mir fest in die Augen, ihre funkelnde Erregung war nun von einer tiefen, forschenden Ernsthaftigkeit abgelöst. Ihre Hand hielt die Skizze ihrer eigenen Vulva wie ein kostbares, heiliges Dokument.<br />
&bdquo;Nachdem du nun alles gesehen hast, Hauptmann&ldquo;, fragte sie, ihre Stimme war kaum mehr als ein Atemhauch. &bdquo;Nachdem du weißt, wie ich meine Mutter gemalt habe und was ich mit L&rsquo;Origine du monde vorhabe &ndash; hältst du mich für verrückt?&ldquo;<br />
Ich sah sie an, ihre Nacktheit, ihre zarte Verletzlichkeit und ihre unglaubliche, fast dunkle Ambition. Ichschüttelte den Kopf, vehement, ohne jeglichen Zweifel.<br />
&bdquo;Nein&ldquo;, sagte ich. &bdquo;Ich halte dich nicht für verrückt. Ganz und gar nicht.&ldquo;<br />
Ich trat näher, meine Hände legten sich sanft auf ihre nackten Schultern. &bdquo;Ich bin überwältigt. Und ich bin zutiefst berührt von der Radikalität deiner Kunst. Was du machst, ist nicht nur eine Technik. Es ist eine existenzielle Notwendigkeit. Du benutzt deine Kunst, um deine Realität zu besiegen, um deinen Schmerz zu transformieren.&ldquo;<br />
Ich sah das Bild der blutigen Tampons und die skandalöse Skizze ihrer Vulva in meinem Kopf. &bdquo;Du nimmst das, was dich verletzlich macht &ndash; deinen Schmerz, deine Sexualität, deine Krankheit &ndash; und verwandelst es in eine unbesiegbare Waffe auf der Leinwand. Das ist nicht Verrücktheit. Das ist genial. Und es ist der mutigste Akt der Selbstoffenbarung, den ich je gesehen habe.&ldquo;<br />
Ich küsste sie sanft auf die Stirn. &bdquo;Du bist eine echte Künstlerin. Und ich bin stolz darauf, dein Modell gewesen zu sein.&ldquo;<br />
Ich löste meine Hände von ihren Schultern und sah sie eindringlich an. Ein solches Geheimnis, eine so radikale Methode, musste sorgfältig gehütet werden.<br />
&bdquo;Serafina&ldquo;, fragte ich leise. &bdquo;Wer weiß noch Bescheid? Wer weiß, wie deine Kunst tatsächlich funktioniert, was du da wirklich in die Bilder einarbeitest?&ldquo;<br />
Sie zögerte einen Moment, dann erwiderte sie meinen Blick. &bdquo;Nur zwei Galeristen. Der erste, der mich sofort abgelehnt hat. Ich glaube, er dachte wirklich, ich sei verrückt.&ldquo; Siezuckte mit den Schultern. &bdquo;Und der zweite, der mich angenommen hat. Ich habe es ihm unter vier Augen erklärt. Er hat verstanden, dass es das ist, was meine Kunst einzigartig macht. Er hilft mir dafür zu sorgen, dass niemand diese Idee kopiert. Beim Verkauf klebe ich die passende Polaroid unterschrieben hinter jedes Bild. Als Echtheitszertifikat.&ldquo;<br />
Sie trat näher. &bdquo;Und jetzt du. Sonst niemand.&ldquo;<br />
&bdquo;Deine Mutter?&ldquo;, fragte ich.<br />
Sie schüttelte den Kopf. &bdquo;Nein. Sie sieht nur die fertigen Bilder. Nicht die Polaroids. Sie würde es nicht verstehen.&ldquo;<br />
Sie seufzte. &bdquo;Das Gremium der Kunsthochschule wird es vielleicht erfahren müssen, wenn ich die Mappe einreiche und mich erkläre. Aber bis dahin&hellip; ist es unser Geheimnis.&ldquo;<br />
Mir wurde in diesem Moment bewusst, wie tief ihr Vertrauen in mich war. Sie hatte mir das größte Geheimnis ihrer Existenz anvertraut, die Grundlage ihrer künstlerischen Identität und ihrer emotionalen Verarbeitung.<br />
&bdquo;Ich bin beeindruckt&ldquo;, sagte ich ehrlich. &bdquo;Ich bin beeindruckt, dass du mir so etwas anvertraust. Ich werde dieses Geheimnis bewahren.&ldquo;<br />
Sie lächelte, ihr ganzes Wesen strahlte nun Erleichterung aus. &bdquo;Ich weiß. Deshalb habe ich es dir gezeigt. Du bist der Einzige, der es nicht nur versteht, sondern der auch Teil davon ist.&ldquo;<br />
Sie schlang ihre Arme um meinen Nacken und küsste mich fordernd. Die Worte waren gesprochen, und die neue Ebene unserer Beziehung, die auf radikalem Vertrauen und geteiltem Tabu beruhte, war besiegelt.<br />
Wir küssten uns leidenschaftlich, der Kuss war nun ein Ausdruck von Vertrauen und geteiltem Geheimnis. Sie löste sich von mir, atmete schnell.<br />
&bdquo;Simon&ldquo;, sagte sie leise, ihre Stimme war fast schüchtern. &bdquo;Ich muss dich um einen Gefallen bitten.&ldquo;<br />
Sie nahm meine Hand und zog mich aus dem Atelier. Wir stiegen die Stufen hinab und sie führte mich in ihr Zimmer, das ich gestern nur kurz gesehen hatte, als ich sie ins Bett getragen hatte.<br />
&bdquo;Zieh dich bitte aus&ldquo;, bat sie mich.<br />
Ich tat es, ohne zu zögern. Der dünne Stoff meiner Jeans und das T-Shirt fielen zu Boden. Ich war augenblicklich sehr erregt, mein Glied schnellte in eine massive, schmerzhafte Härte.<br />
Sieblickte auf meine Erektion und errötete leicht, aber ihre Augen funkelten vor Neugier.<br />
&bdquo;Leg dich in mein Bett&ldquo;, sagte sie. &bdquo;Mein Spezialbett.&ldquo;<br />
Ich tat, wie mir geheißen. Das Bett war breiter, als es von außen wirkte und überraschend bequem. Die gepolsterten Gitter an den Seiten, die sie vor Verletzungen schützen sollten, wirkten in diesem Moment wie eine private Umzäunung. Sie legte sich nackt neben mich.<br />
Wir küssten uns, ein tiefer, gieriger Kuss, der meine Erregung nur noch steigerte. Meine Hand wanderte unweigerlich zu ihrer feuchten Vulva, doch sie hielt mich sanft zurück.<br />
&bdquo;Warte&ldquo;, sagte sie, ihre Stimme war ruhig, aber ihr Atem ging schnell. &bdquo;Ich brauche jetzt etwas anderes von dir.&ldquo;<br />
Sie sah mich mit einer Mischung aus Verlegenheit und Neugier an. &bdquo;Bleib bitte ganz ruhig liegen. Ich möchte deinen Körper kennenlernen und erforschen. Du bist der erste Mann, den ich nackt gesehen habe. Wirklich gesehen habe. Ich brauche das.&ldquo;<br />
Ich war völlig hart, meine Geduld war beinahe am Ende, aber ihre Bitte war zu ernst und zu faszinierend, um sie zu ignorieren.<br />
&bdquo;Okay, Kleines&ldquo;, sagte ich heiser. &bdquo;Erforsche mich. Alles, was du brauchst, gehört dir.&ldquo;<br />
Ich lag still, mein harter Penis zeigte stolz auf sie, während ihre Hand begann, meinen Körper zu erkunden. Ihre Berührung war zunächst zart, dann immer mutiger, ihre Finger fuhren über meine Bauchmuskeln, über meine breite Brust.<br />
Ich lag ruhig im Bett, kämpfte gegen das ungeduldige Verlangen in meiner Leiste. Serafina beugte sich über mich. Zuerst begann sie, mich mit ihren zarten Händen zu streicheln und zu erforschen. Ihre Finger glitten über meine Schultern, folgten den Linien meiner Muskeln am Oberarm.<br />
&bdquo;Du bist so stark&ldquo;, flüsterte sie, ihre Augen fixierten die gespannte Haut über meinem Bizeps. &bdquo;Überall diese feste, harte Oberfläche.&ldquo;<br />
Dann wurde sie mutiger. Ihre Hände folgten den Furchen meiner Bauchmuskeln, ihre Fingerspitzen zogen feuchte, kribbelnde Spuren auf meiner Haut. Sie beugte ihren Kopf hinunter und begann, mich mit ihrer Zunge zu erforschen.<br />
Sie leckte sanft über meine Brust, spielte mit meinen Brustwarzen, die sich sofort verhärteten. Das Gefühl ihrer kleinen, feuchten Zunge auf meiner Haut in Verbindung mit den Komplimenten erregte mich unglaublich stark. Mein Puls raste.<br />
&bdquo;Deine Haut ist so rau, so männlich&ldquo;, murmelte sie, ihre Zunge fuhr weiter hinab. &bdquo;Und so warm. Ein perfekter Kontrast zu mir.&ldquo;<br />
Ihre Hände wanderten tiefer, streichelten meine Hüften und Oberschenkel. Schließlich näherte sie sich dem Zentrum meiner Erregung.<br />
Serafina fuhr mit ihrerzärtlichen Erkundung fort, ihre nackte Haut lag kühl gegen meine heiße. Schließlich streifte ihre Hand meine Leiste und mit einem Moment der gespannten Stille ergriff sie meinen harten, pulsierenden Penis.<br />
Sie keuchte leise auf, eine Mischung aus Überraschung und Ehrfurcht. &bdquo;Ich&#8230; ich habe noch nie einen&hellip; männlichen&hellip; angefasst&ldquo;, flüsterte sie. Ihre kleinen, zarten Finger umfassten meine massive Härte. Sie bewunderte ihn, strich mit dem Daumen über die glänzende Eichel.<br />
&bdquo;Er ist so schwer&ldquo;, hauchte sie. &bdquo;Er fühlt sich an, als wäre er aus Stein gemeißelt.&ldquo;<br />
Ihre andere Hand wanderte tiefer. Sie streichelte, knetete und drückte meine Hoden, zog zaghaft an der empfindlichen Haut. Dann beugte sie ihren Kopf und küsste sie zaghaft, die feuchte Wärme ihrer Lippen war ein Schock auf meiner Haut.<br />
&bdquo;Es ist so glatt hier&ldquo;, bemerkte sie, als ihre Lippen meine rasierte Haut berührten. &bdquo;Ich mag es, dass du rasiert bist. Es macht es so&hellip; direkt.&ldquo;<br />
Ihre Worte und ihre ungehemmte Erforschung trieben meine Erregung insUnermessliche.<br />
Sie begann, mich zaghaft zu masturbieren. Ihre kleine, kühle Hand umfasste meinen Schaft, die Bewegungen waren noch unsicher, aber mit einer intensiven Neugier. Die Kühle ihrer Haut um meine glühende Härte fühlte sich atemberaubend an.<br />
&bdquo;Das ist so viel besser&ldquo;, sagte sie leise, ihre Augen funkelten mich an. &bdquo;So viel besser als in allen schmutzigen Filmen, die ich im Internat gesehen habe. Hier fühlt es sich&#8230; real an.&ldquo;<br />
Ich stöhnte tief auf. &bdquo;Du machst das wunderbar, Kleines. Das ist keine Theorie mehr. Das ist Realität.&ldquo;<br />
Ich konnte ihren Wunsch nach Erkundung kaum noch respektieren; die Lust, die sie mit ihrer unerfahrenen Hand in mir entfesselte, war zu groß.<br />
Ich stöhnte tief auf. Serafinas unerfahrene, aber unglaublich leidenschaftliche Handbewegung an meinem harten Speer war eine Folter der schönsten Art.<br />
Während ihre kleine, kühle Hand meinen Schaft bearbeitete, sah sie mich mit einem nachdenklichen Ausdruck an.<br />
&bdquo;Ich muss dir etwas gestehen,&ldquo;, sagte sie leise, ihre Stimme war kaum zu hören. &bdquo;Als ich dich gestern nackt gesehen habe&hellip; habe ich nicht gedacht, dass dein großes&#8230; Ding&#8230; überhaupt in mich passen würde.&ldquo;<br />
Serafina nickte, ihre Hand um meinen Schaft pausierte für einen intensiven Moment. Ihr Blick wurde ernst, ein wenig düster.<br />
&bdquo;Im ersten Moment tat es sehr weh&ldquo;, sagte sie offen, ihre Stimme sank zu einem ernsten Flüstern. &bdquo;Es hat gebrannt und gedrückt. Ich dachte wirklich, es zerreißt mich. Es fühlte sich an wie die Hölle, als du reingekommen bist. Es fühlte sich an, als würde ich verbrennen.&ldquo;<br />
Sie schluckte schwer. &bdquo;Meine Vulva ist ein Ort der Schmerzen. Ich habe dir von der Endometriose erzählt. Schmerzen sind ein ständiger Begleiter in meinem Leben, sei es wegen der Anfälle, der Periode oder der Arztbesuche.&ldquo;<br />
Sie sah mich mit einer tiefen, verletzlichen Intensität an. &bdquo;Aber der Schmerz gestern&#8230; war neu. Er war der Schmerz des Öffnens. Ich hoffe inständig&ldquo;, fuhr sie fort, ihre Stimme war flehend, &bdquo;dass es beim nächsten Mal besser wird. Dass mein Körper, dass meine Vulva sich an dein&hellip; gewöhnt. Weil ich will das. Ich will das Gefühl der Fülle, ohne dass es sich anfühlt, als würde ich zerbrechen.&quot;<br />
Sie lächelte wieder, ein Hauch von Hoffnung in ihren Augen. &bdquo;Aber dann war es vorbei. Und du hast mich ganz ausgefüllt. Und das war alles wert. Alles wert.&ldquo;<br />
Ihre Worte, die so offen über die Kombination aus chronischem Schmerz und dem Schmerz ihrer Entjungferung sprachen, während sie meine Härte umfasste, war ein Schock der Intimität. Es verstärkte mein Gefühl der Verantwortung, die ich ihr in diesem fragilen Leben geben konnte.<br />
Serafina fuhr mit ihrer zärtlichen, aber immer noch etwas unbeholfenen Masturbation fort. Ihre Hand um meinen Schaft war gierig, aber ihre Bewegungen zeugten von einer gespannten Konzentration. Die Kombination aus ihrer vorangegangenen, schmerzhaften Offenbarung und der jetzigen, intimen Stimulation trieb meine Erregung ins Unerträgliche.<br />
Sie sah mich mit einem entschlossenen, fast herausfordernden Blick an.<br />
&bdquo;Simon&ldquo;, sagte sie leise, aber mit fester Stimme. &bdquo;Ich will, dass du mir jetzt etwas versprichst.&ldquo;<br />
Ich stöhnte leise auf, unfähig, klare Worte zu formen. &bdquo;Was denn, Kleines?&ldquo;<br />
&bdquo;Du brauchst keine Rücksicht auf meine Schmerzen zu nehmen&ldquo;, erklärte sie, ihre Augen fixierten mich. &bdquo;Die Schmerzen inmeiner Vulva und die Endometriose &ndash; das ist mein Problem. Das ist mein Teil der Realität.&ldquo;<br />
Sie intensivierte die Bewegungen ihrer Hand, ihre Augen funkelten. &bdquo;Wenn wir das nächste Mal miteinander schlafen, will ich, dass du tust, was du tun musst. Ich will dich. Und ich will die Fülle. Wenn es wehtut, dann hält mein Körper das aus. Aber ich will nicht, dass du dich zurückhältst.&ldquo;<br />
Ich atmete scharf ein. Das war nicht nur eine Freigabe, es war ein Wunsch nach der vollen, ungefilterten Realität meiner Stärke.<br />
&bdquo;Bist du dir da sicher?&ldquo;, fragte ich.<br />
Sie nickte energisch. &bdquo;Ja. Ganz sicher. Der Schmerz gehört zu mir. Die Lust&#8230; die schenkst du mir. Und ich will beides in seiner reinsten Form. Ich will dich. Ohne Limit.&ldquo;<br />
Schließlich hielt Serafina mit ihrer Hand inne. Sie zögerte einen kurzen Moment, ihre rehbraunen Augen suchten meine. Dann beugte sie sich langsam herunter. Ihre Haare fielen wie ein dunkler Schleier über meine Leiste, und ich hielt den Atem an.<br />
Serafina begann, meinen Mast mit ihrer Zunge zu erkunden. Die zarte, feuchte Spitze ihrer Zunge streichelte die Eichel, fuhr vorsichtig über die Adern meines Schafts. Ein tiefes, verzücktes Stöhnen entfuhr mir.<br />
Sie hob kurz den Kopf und sah mich an. Ihre Augen waren verunsichert, obwohl sie gerade so Großartiges leistete.<br />
&bdquo;Du schmeckst sehr gut&#8230;&ldquo;, flüsterte sie. &bdquo;Männlich und sauber. Und so aufregend.&ldquo;<br />
Sie nahm einen tiefen Atemzug. &bdquo;Ich muss dir etwas gestehen. Ich habe auch noch nie einen Mann mit meinem Mund verwöhnt. Nie.&ldquo; Sie blickte verlegen auf mein Glied, das in ihrer Hand lag. &bdquo;Ich bin neidisch darauf, dass einige meiner Freundinnen schon so viel Erfahrung haben. Ich habe Angst, dass ich keinen Freund bekomme, weil ich nun mal so speziell bin &ndash; mit der Krankheit und so.&ldquo; Sie deutete auf ihren Kopf,<br />
Ich spürte ihre Unsicherheit, die sich auch in ihrer Technik zeigte. Sie war noch sehr unbeholfen und ungeschickt, der Rhythmus fehlte und ihr Mund war zu klein, um mich richtig aufzunehmen. Aber ich spürte ihre intensive Mühe, ihre Gier, es richtig zu machen und zu lernen.<br />
&bdquo;Schau mich an, Kleines&ldquo;, sagte ich, meine Stimme war rau und gedämpft. &bdquo;Du brauchst dir keine Sorgen zu machen. Du machst das gerade unglaublich gut.&ldquo;<br />
Sie senkte den Kopf wieder und versuchte, mich weiter mit ihrem Mund zu verwöhnen. Ihre zarten Lippen umfassten meinen Schaft, die Bewegungen waren ungelenk, aber der enge, warme Druck war eine Höllenqual der Lust. Ich spürte, wie sie mit der Zunge kreiste, die Eichel liebevoll umspielte, bevor sie wieder versuchte, tiefer zu saugen.<br />
&bdquo;Mach weiter, Kleines&ldquo;, flüsterte ich. &bdquo;Deine Unerfahrenheit ist das Schönste. Das ist besser als jede Routine. Ich will, dass du ganz neu bist. Für mich.&ldquo;<br />
Ihr Mund arbeitete weiter. Durch meine Bestärkung wirkte sie mutiger, versuchte neue Winkel. Die Kombination aus ihrer Unsicherheit, ihrem Geständnis und der nassen, warmen Berührung an meinem Glied war ein einzigartiges, verzehrendes Vergnügen.<br />
Ich lag da, mein Kopf leicht in die Kissen gedrückt, während sie sich mit dieser neuen, intimenAufgabe abmühte.<br />
Ein entspanntes, tiefes Kribbeln, eine Mischung aus höchster Erregung und Verwunderung über ihre Hingabe, breitete sich in meinem gesamten Unterleib aus. Serafina wurde einwenig variantenreicher, ihre Lippen und Zunge folgten nun forschend den verschiedenen Konturen meines Gliedes, die Unerfahrenheit wich langsam einer intuitiven Neugier.<br />
Während Serafina mich auf ihre wunderbare, unschuldige Art verwöhnte, hob ich meinen Kopf leicht an, um sie zu beobachten. Ihre Unerfahrenheit war bezaubernd und unglaublich erregend. Ihr Mund war klein und die Bewegungen waren noch nicht fließend, aber sie war gierig und konzentriert.<br />
Ihre Lippen umschlossen zärtlich die Eichel meines steifen Gliedes, der Mund saugte zaghaft, dann vorsichtig und immer wieder löste sie sich, um mit der warmen, feuchten Zunge kreisende Bewegungen über die Spitze zu machen. Sie versuchte, mehr von meinem Schaft in ihren Mund zu nehmen, scheiterte aber an der Größe, was zu einem engen, intensiven Druck führte, der mich aufstöhnen ließ.<br />
&bdquo;Oh, das ist unglaublich&ldquo;, presste ich hervor, meine Finger vergruben sich in ihrem Haar. &bdquo;Deine Zunge&hellip; das fühlt sich so gut an. So atemberaubend.&ldquo;<br />
Sie sah kurz auf, ihre Augen waren feucht vor Anstrengung und Erregung. &bdquo;Wirklich? Ich weiß nicht, ob ich es richtig mache&hellip;&ldquo;<br />
&bdquo;Es ist perfekt&ldquo;, versicherte ich ihr, meine Stimme war rau vor Lust. &bdquo;Mach weiter so. Bleib genau so&hellip; zart. Es ist so viel besser als jede Perfektion.&ldquo;<br />
Sie schien durch mein Lob befeuert. Sie senkte den Kopf wieder und saugte nun mutiger, ihre Wangen zogen sich leicht ein, als sie versuchte, tiefer zu gehen. Der Geschmack ihrer feuchten, sauberen Wärme um meine glühende Härte war überwältigend.<br />
&bdquo;Immer weiter, Liebling&ldquo;, stöhnte ich, meine Hände führten ihren Kopf leicht. &bdquo;Das ist die süßeste Art, verwöhnt zu werden. Du bist so gut darin, mich zu spüren.&ldquo;<br />
Die zärtliche, aber unerbittliche Stimulation trieb mich weiter an den Rand. Ich spürte, wie meine Kontrolle unter der kindlichen Gier ihres Mundes dahinschwand.<br />
&bdquo;Kleines&ldquo;, raunte ich heiser. &bdquo;Ich habe eine Idee. Möchtest du eine neue Position ausprobieren?&ldquo;<br />
Sie löste ihren Mund von mir und sah mich fragend an, ihre Augen waren feucht und glänzten. &bdquo;Eine neue Position? Was denn?&ldquo;<br />
&bdquo;Die 69&ldquo;, erklärte ich, meine Stimme war sanft. &bdquo;Das ist, wenn wir uns gegenseitig verwöhnen. Du kannst mich weiterhin mit deinem Mund genießen und ich kann dich gleichzeitig mit meinem Mund verwöhnen.&ldquo;<br />
Ihre Augen weiteten sich vor Überraschung, dann huschte ein aufgeregtes Lächeln über ihr Gesicht. &bdquo;Das klingt&#8230; intensiv. Ja! Das will ich probieren.&ldquo;<br />
Ich drehte mich vorsichtig, meine Erektion hielt sie dabei fest. Ich half ihr, sich richtig zu positionieren. Sie lag nun auf mir, ihr Kopf ruhte zwischen meinen Schenkeln, während ihr Schoß sich genau über meinem Gesicht befand.<br />
Wir waren in Position. Ihre feuchte, geschwollene Vulva, deren dunkelbraune Schamhaare schon leicht feucht waren, war direkt vor meinem Mund. Gleichzeitig lag mein harter Penis ideal platziert an ihrem Mund.<br />
&bdquo;Bereit?&ldquo;, fragte ich.<br />
&bdquo;Ja&ldquo;, hauchte sie, vor Vorfreude zitternd.<br />
Ich begann, ihre zarte Vulva zu lecken, meine Zunge tauchte gierig in ihre Mitte. Im selben Moment schloss sich ihr Mund wieder zaghaft um meine Eichel. Der gemeinsame Akt, die gegenseitige, synchrone Hingabe, war überwältigend. Die pure, nackte Nähe und diesimultane Lust waren ein Gefühl, das unsere Erregung ins Unermessliche trieb.<br />
In dieser Position hatte ich einen perfekten, obszönen Blick auf ihren zierlichen Po und ihren kleinen, verlockenden Anus, der sich bei jedem ihrer Atembewegungen leicht zusammenzog. Der Anblick war eine hypnotisierende Ablenkung, während ihre Lippen meinen Pfahl umfassten.<br />
Ich konzentrierte mich voll auf meine Aufgabe. Ich leckte ihre Vulva langsam undgenüsslich. Meine Zunge fuhr sanft über die fleischigen Schamlippen, ich sog den scharfen, leicht salzigen Geschmack ihrer Erregung ein. Ihre dichten Haare kitzelten mich. Gleichzeitig streichelte ich ihren geschwollenen Kitzler, übte sanften Druck aus, um ihre Lust zu maximieren.<br />
Serafina stöhnte tief, ein kehliges Geräusch, das direkt von der Intensität der doppelten Stimulation kam. Ihr Mund war weiterhin um meinen Schaft, aber der Rhythmus war unregelmäßig. Immer wieder verlor sie die Kontrolle, ihr Kopf zuckte und ihr Becken presste sich unwillkürlich gegen mein Gesicht.<br />
Diese kleinen, unkontrollierten Zuckungen, ausgelöst durch die überwältigende Lust, rissen sie kurz aus der Konzentration, sodass die Saug- und Leckbewegungen an meinem Hammer stockten.<br />
Ich hielt den Druck auf ihren Kitzler aufrecht, während meine Zunge tiefer und fordernder wurde. Ich wollte sie bis zur absoluten Hingabe treiben, bis sie sich ganz in der Lust verlor. Ihr nackter Körper zitterte über mir.<br />
Ich konnte nicht widerstehen. Der Anblick ihres zierlichen Pos und die offene Einladung, die ihre Position bot, waren zu verlockend. Ich ließ meine Zunge von ihrer Vulva abwandern und leckte vorsichtig über ihren Damm, der sensiblen Zone zwischen ihrer Vulva und ihrem Anus. Von dort aus tastete ich mich weiter vor und begann, ihren Anus behutsam zu lecken.<br />
Während ich diese neue Zone erkundete, bearbeitete ich ihren geschwollenen Kitzler weiterhin sanft mit meinem Daumen.<br />
Serafina stöhnte tief auf, aber es war ein Geräusch, das nicht nur Lust, sondern auch tiefe, überraschende Entspannung ausdrückte. Ihr Körper, der eben noch gezuckt hatte, streckte sich aus.<br />
&bdquo;Mein Gott, ist das schön&ldquo;, hauchte sie, ihre Stimme war kaum wiederzuerkennen, belegt von purer, animalischer Empfindung. Ihr Mund um meinen Speer wurde dabei ruhiger und gleichmäßiger, als würde die neue Empfindung sie in einen Trancezustand versetzen.<br />
Ich machte weiter, der Geschmack ihrer Haut, die zarte Enge des Anus unter meiner Zunge, war ein unglaubliches Erlebnis.<br />
&bdquo;Was macht das mit dir, Liebling?&ldquo;, fragte ich, meine Stimme war heiser und gedämpft, da mein Mund so nahe an ihr lag.<br />
&bdquo;Es&#8230; es erregt mich so sehr&ldquo;, flüsterte sie. &bdquo;Aber gleichzeitig entspannt es mich. Es fühlt sich an, als würdest du jede Anspannung aus meinem Körper saugen.&ldquo;<br />
Die gleichzeitige Stimulation war der Schlüssel: die zärtliche, intime Berührung hinten und die fordernde Berührung des Kitzlers vorne. Sie war nun vollständig in meiner Hand,hingegeben an die neue, tiefgreifende Form der Ekstase, die ich ihr in ihrem Bett schenkte.<br />
Während ich ihren Anus leckte und ihren Kitzler sanft massierte, spürte ich, wie ihre Vulva regelrecht auslief. Sie sonderten unablässig Nektar ab, dickflüssig und heiß, der intensiv nach Sex und purer Weiblichkeit roch. Ich leckte ihn genüsslich auf, meine Zunge folgte den Bahnen des Sekrets, das von ihrer Erregung zeugte. Ihre ganze untere Hälfte war nun rutschig und tropfnass.<br />
Schließlich löste ich mich widerwillig von ihrer tiefen, simultanen Verwöhnung. Ich drehte sie um und legte sie vorsichtig auf den Rücken.<br />
Wir blickten uns in die Augen. Ihr Blick war intensiv, fordernd, ohne Schüchternheit. Ich sah die unbändige Gier, die ich gestern entfesselt hatte und die nun in voller Blüte stand.<br />
Ich positionierte mich über ihr. Mein hartes Glied, das durch die lange, intensive Stimulation beinahe platzte, drückte gegen ihre behaarte, geschwollene Vulva. Langsam, mit bewusster, schmerzhafter Kontrolle, begann ich in sie einzudringen.<br />
Die Enge war atemberaubend. IhreVulva umschloss mich mit einer unglaublichen Festigkeit, saugte mich regelrecht ein.<br />
Ich stieß ein Stöhnen der tiefsten Befriedigung aus, als ich Zentimeter um Zentimeter in ihre Hitze glitt.<br />
&bdquo;Simon!&ldquo;, keuchte sie, ihre Hände griffen krampfhaft nach meinen Schultern. Ihr Gesicht verzog sich, die Augen füllten sich mit Tränen und ich hörte ein leises, schmerzhaftes Schluchzen. Sie litt unter der Fülle, die sie so sehr begehrte.<br />
Ich hielt inne, der Widerstand war hart. &bdquo;Kleines, ich spüre deinen Schmerz. Ich kann warten&#8230;&ldquo;<br />
Sie schüttelte heftig den Kopf, Tränen liefen ihr über die Schläfen. &bdquo;Nein! Mach weiter!&ldquo;, presste sie hervor, ihre Stimme war ein verzweifeltes Flehen. &bdquo;Ich will das! Nimm mich! Nimm mich ganz!&ldquo;<br />
Die Mischung aus ihrem Schmerz und ihrer dringlichen Forderung war überwältigend. Ich gehorchte ihrem Befehl. Mit einem tiefen Stoß brach ich den letzten Widerstand und versank vollständig in ihrer brennenden, engen Tiefe. Sie wimmerte laut auf, aber ihre Hüften pressten sich gegen meine, ein Zeichen ihrer totalen, schmerzhaften Hingabe.<br />
Ich war nun vollständig in ihr, bis zum Anschlag. Die feuchte, brennende Enge war ein überwältigendes Gefühl von totaler Besitznahme. Wir waren wieder verbunden. Ich schloss die Augen für einen Moment, um die intensive, dichte Umschließung zu genießen, bevor die Bewegung begann.<br />
Wir fanden einen gemeinsamen, langsamen Rhythmus. Meine Stöße waren tief und kontrolliert, ein bewusst gemessenes Hineingleiten und Zurückziehen, das die Enge ihrer Vulva voll ausnutzte. Die sexuelle Energie floss ungehindert zwischen unseren nackten Körpern, die durch den Schweiß und die Sekrete noch enger miteinander verschmolzen.<br />
Auch heute verkrampfte ihr zierlicher Körper immer wieder. Es war nicht mehr der reine Schock des ersten Mals, sondern das unwillkürliche Zucken, das mit ihrer neurologischen Empfindlichkeit einherging. Ihre inneren Muskeln zogen sich fest um mein Glied, was mirjedes Mal einen unbeschreiblichen Lustschub verschaffte.<br />
Doch im Gegensatz zu gestern wusste ich nun besser, wie ich damit umgehen musste, und sie nahm es hin. Sobald ich die Zuckung spürte, verlangsamte ich meine Bewegung fast bis zum Stillstand, hielt inne, um den Verkrampfungen Raum zu geben, und stieß dann sanft, aber unnachgiebig weiter.<br />
&bdquo;Ganz ruhig, Kleines&ldquo;, flüsterte ich gegen ihren Mund, während ich die Hände auf ihre Hüften legte, um unsere Verbindung zu stabilisieren. &bdquo;Lass es einfach geschehen. Lass die Wellen kommen und gehen.&ldquo;<br />
Sie stöhnte tief, ein kehliges Geräusch, das sowohl Schmerz als auch immense Lust ausdrückte. Ihre Augen waren halb geschlossen, ihr Atem ging in kurzem, stoßweisem Keuchen.<br />
&bdquo;Ich&hellip; ich kann das nicht kontrollieren&ldquo;, presste sie hervor, nachdem ihre Vulva mich mit einer besonders festen Kontraktion umschloss.<br />
&bdquo;Das musst du auch nicht&ldquo;, raunte ich, meine Stimme war rau vor Verlangen. &bdquo;Das ist meine Aufgabe. Ich führe dich, auch durch die Verkrampfungen. Du musst mir nur vertrauen und es genießen.&ldquo;<br />
Sie nickte kaum merklich, ihre Hände pressten sich gegen meine Schultern. Die Macht in diesem langsamen, kontrollierten Rhythmus war intensiver als jede schnelle Befriedigung.<br />
Ich nickte, erhöhte den Druck bei jedem Stoß minimal, um die Zuckungen in ein Muster der Lust zu verwandeln. Wir bewegten uns nun in einer tiefen, intimen Synchronität, die von der Akzeptanz ihrer Schwäche und meiner dominanten Stärke geprägt war.<br />
Wir gaben uns ganz dem langsamen, genüsslichen Rhythmus hin, den wir gefunden hatten. Jeder Stoß war eine zelebrierte Annäherung, ein tiefesVersinken in ihre brennende Enge. Mein Hammer glitt langsam, fordernd und maximal gefüllt in ihre Tiefe, bevor ich mich mit derselben kontrollierten Langsamkeit wieder herauszog, nur um den Sog ihrer Vaginalmuskulatur sofort wieder zu spüren.<br />
Die sexuelle Energie baute sich dabei nicht in wilden Schüben auf, sondern in einer stetigen, tiefen, beinahe meditativen Intensität. Die feuchte Wärme und das zarte Pressen um meinen Schaft waren eine überwältigende Sensation, die ich auskostete.<br />
Wir küssten uns immer wieder. Es waren keine stürmischen Küsse mehr, sondern tiefe, verlangende Bekenntnisse. Ich beugte mich zu ihr hinunter, und unsere Lippen trafen sich. Die Zungen verhakten sich, schmeckten nach Lust und nach der unschuldigen Hitze ihres Atems.<br />
Zwischen den Küssen hauchte ich ihr Komplimente zu, mein Atem war schwer und rau. &bdquo;Du bist so unglaublich. So heiß.&ldquo;<br />
Sie stöhnte leise, ihre Hände kraulten meinen Nacken, zogen mich tiefer zu sich. Ihre zarten Beine umklammerten meine Hüften, um dieVerbindung noch enger zu machen. Ich genoss es, wie ihr Körper sich bei jedem tiefen Eindringen sanft durchbog und ihre kleinen, festen Brüste auf meiner Brust rieben. Die Zeit schien im gepolsterten Bett stillzustehen, während wir uns in dieser bewussten, langsamen Vereinigung einander hingaben, jeder Moment des Genusses ausgekostet und zelebriert.<br />
Nach einer Weile der langsamen, tiefen Stöße löste ich mich aus ihr und sah Serafina in die Augen. Ihr Gesicht war gerötet, ihre Lippen waren gerötet von unseren Küssen.<br />
&bdquo;Möchtest du nach oben?&ldquo;, fragte ich heiser. &bdquo;Möchtest du mich reiten?&ldquo;<br />
Sie nickte sofort, ihre Augen funkelten vor Aufregung. &bdquo;Ja. Bitte.&ldquo;<br />
Ich leitete sie an. Ich stützte mich auf die Ellenbogen, während sie sich vorsichtig aufrichtete und sich über mich hockte. Das Eindringen war ein visueller und physischer Moment höchster Intensität. Mein steifes, großes Schwert suchte ihren Eingang. Sie führte mich mit zitternden Händen hinein.<br />
&bdquo;Ganz langsam&ldquo;, hauchte ich.<br />
Der Moment, als meine Eichel ihre brennende Vulva erneut berührte und mein Schaft sich in ihrer ganzen Tiefe versenkte, war für uns beide intensiv. Ich stöhnte auf, als ihre Enge mich umschloss; sie keuchte laut auf, als ich ganz in ihr war.<br />
Sie begann ihren Ritt und ich merkte sofort ihre Unerfahrenheit. Es war ein langsamer, zaghafter Ritt, ohne den üblichen Auf-und-Ab-Rhythmus. Aber sie lernte schnell. Statt ihr Becken in einer vertikalen Bewegung zu bewegen, begann sie, es vor und zurückzuschieben. Diese horizontale Bewegung war instinktiv und gewählt, denn sie zielte darauf ab, ihren großen Kitzler maximal an meinem Schambein zu reiben.<br />
&bdquo;Ahhh!&ldquo;, stöhnte sie, ihre Augen verdrehten sich, als sie den perfekten Winkel fand.<br />
Die Reibung musste für sie unglaublich intensiv sein. Die kleine, zarte Masse ihres Kitzlers wurde direkt und unnachgiebig gegen den knöchernen Vorsprung meines Beckens gedrückt. Sie schloss die Augen, ihr Atem wurde flach und schnell, während sie diese reibende Bewegung beibehielt.<br />
Ihr Körper krampfte und zuckte dabei wieder kurz, aber dieses Mal waren die Zuckungen direkt der reinen, unkontrollierbaren Lust geschuldet, die durch die gezielte Stimulation ausgelöst wurde.<br />
&bdquo;Bleib so, Kleines!&ldquo;, knurrte ich, meine Hände griffen nach ihrem Po, um ihren Rhythmus zu stabilisieren. &bdquo;Du machst das genau richtig! Hol dir, was du brauchst&ldquo;<br />
Der Blick auf ihren zuckenden, sich reibenden Körper über mir, während sie auf meinem harten Mast saß, war der Gipfel der sexuellen Macht.<br />
Während Serafina mich mit ihremungelenken, aber zutiefst effektiven Reiben verwöhnte &ndash; ihr Becken schob sich hartnäckig vor und zurück, um die maximale Reibung zwischen ihrem Kitzler und meinem Schambein zu erzeugen &ndash; genoss ich es, meinen Teil des Spiels zu spielen.<br />
Meine Hände wanderten von ihren Hüften hinauf zu ihrem Oberkörper. Ich streichelte ihre kleinen, spitzen Brüste. Sie waren fest und jugendlich und die feine Haut war bereits von der Anstrengung und Erregung gerötet.<br />
Ich begann, mit ihren dunklen Areolas zu spielen. Meine Finger umfassten die erigierten, harten Brustwarzen. Ich begann, sie kräftig zu zwirbeln und leicht zu ziehen.<br />
Sie stieß ein tiefes Stöhnen aus, das direkt mit den lustvollen Zuckungen ihres Beckens korrespondierte. &bdquo;Ohh&hellip; ja, mhhh!&ldquo;, hauchte sie, ihre Augen waren vor Lust geschlossen.<br />
Es war offensichtlich, dass diese gleichzeitige Stimulation sie in den Wahnsinn trieb. Die Schmerz-Lust-Empfindung des Zwirbelns an den empfindlichen Kirschen, gepaart mit der intensiven, horizontalen Reibung ihrer Vulva, war eine Überflutung ihrer Sinne. Sie lehnte sich in die Berührung, ihre Brüste spannten sich unter meinen Händen und ihr Reiten wurde kurz schneller, unkontrollierter.<br />
Ich intensivierte das Spiel, knetete ihre zarten Brüste und zog an den aufgerichteten Nippeln. Sie war nun vollständig auf mich fixiert, ihr Fokus lag nur noch auf den Empfindungen, die ich ihr mit Händen und Körper bereitete. Die Hingabe des nackten Mädchens über mir war überwältigend.<br />
Ihr Gesicht veränderte sich. Die anfängliche Gier wich einer tiefen, fast schmerzhaften Konzentration. Ihre Augen pressten sich zusammen, die Lippen formten sich zu einem stummen Schrei. Es war klar, dass sie unmittelbar vor dem Orgasmus stand. Ihre vor- und zurückschiebenden Bewegungen wurden langsamer, verkrampfter, als würde ihr Körper gegen die Explosion ankämpfen. Sie versuchte, die Lust so lange wie möglich zu halten, doch die Reibung an meinem Schambein und das Zwirbeln ihrer Brüste waren zu intensiv.<br />
Auch ich machte mich bereit. Der Anblick ihres sich windenden Körpers über mir, die heftigen Kontraktionen ihrer Vulva, trieben mich unerbittlich vorwärts.<br />
Schließlich traf es sie. Sie stieß ein lautes, heiseres Keuchen aus und ihr Becken presste sich mit maximaler Spannung gegen mich. Dabei wurde sie von starken, unkontrollierbaren Krämpfen durchgeschüttelt. Ihr ganzer zierlicher Körper zuckte, die Muskeln in ihren Schenkeln spannten sich hart an. Es waren die bekannten Kontraktionen, die nun direkt durch die höchste sexuelle Ekstase ausgelöst wurden &ndash; ein Sturm, der ihren gesamten Körper erfasste.<br />
Ich nutzte den Moment ihrer völligen Hingabe und ihrer heftigen Kontraktionen. Mit einem tiefen, gutturalen Stöhnen ergoss ich mich in ihren Höhepunkt. Ich drückte mich mit voller Kraft in sie hinein, meine Lanze pulsierte in ihrer krampfenden Enge. Das Gefühl der Entladung in ihre Vulva, während ihr Körper zuckte und bebte, war überwältigend und befreiend.<br />
Dann brach sie ächzend auf mir zusammen, schwer und erschöpft. Sie vergrub ihr Gesicht an meiner Schulter und begann sofort wieder zu weinen. Es waren keine Tränen des Schmerzes, sondern ein heftiges Schluchzen der emotionalen und körperlichen Entladung. Ich hielt sie fest, spürte das warme, feuchte Gemisch aus Schweiß und meinem Samen, das zwischen unseren Bäuchen klebte.<br />
Wir lagen noch eine Weile so, schwer atmend und ineinander verschlungen in ihrem gepolsterten Bett. Die Hitze unserer Vereinigung wich einer tiefen, angenehmen Wärme. Wir genossen die Nähe, unsere Körper waren noch miteinander verbunden, und wir begannen, uns sanft zu streicheln. Meine Hand fuhr beruhigend über ihren zarten Rücken. Serafina war so wunderschön, ihr Gesicht nun entspannt und leicht gerötet von der Intensität des Erlebten.<br />
Wir begannen, uns sanft zu küssen. Meine Lippen streiften ihre Stirn, ihre Wangen, dann die kleinen, spitzen Brüste, deren Warzen noch immer hart gespannt waren. Sie erwiderte die Küsse, ihre Lippen suchten meine Schulter, meine Brust.<br />
Während ich ihren Duft atmete und ihre Zartheit spürte, begann ich,mich ehrlich zu fragen, wie das weitergehen sollte. Wo führt das hin? dachte ich.<br />
Serafina hob ihren Kopf von meiner Schulter. Ihr Blick war klar und zufrieden.<br />
&bdquo;Oh mann&hellip;&ldquo;, hauchte sie, ihre Stimme war weich und glücklich. &bdquo;Das war sehr schön. So viel schöner als gestern.&ldquo;<br />
Sie streichelte meine Wange. &bdquo;Und ich fühle mich nicht so fertig. Ich bin zwar erschöpft, aber nicht so kaputt wie gestern.&ldquo;<br />
Ich küsste sie tief. &bdquo;Das freut mich, Kleines. Du bist unglaublich stark.&ldquo;<br />
&bdquo;Ich bin nur stark, wenn du mich hältst&ldquo;, erwiderte sie, und ihre Augen verrieten die ganze Hingabe. Die neue Realität war zart, intensiv und voller ungelöster Fragen, die im Moment der gemeinsamen Lust jedoch keine Rolle spielten.<br />
Wir kuschelten noch eine Weile, unsere Körper waren angenehm schwer und entspannt. Ich hielt sie fest, genoss das feine, unregelmäßige Atmen gegen meine Brust.<br />
Nach einigen Minuten löste sich Serafina mit einem leisen Seufzen von mir. Sie stand auf nahm sich ein paar lässige Klamotten vom Stuhl und ging Richtung Bad.<br />
In dem kurzen Moment, als sie aufstand, sah ich, dass Blut ihre inneren Schenkel hinunterlief, ein deutliches Zeichen für die Härte unseres gerade beendeten Aktes. Die Verletzung der zarten Haut war unvermeidlich gewesen.<br />
Auf der einen Seite zuckte mein Gewissen. Ich fühlte einen Stich der Verantwortung und der Sorge, dass ich ihr wehtat. Ich wusste, wie schmerzempfindlich sie war, und ich war derjenige, der diesen Schmerz verursachte.<br />
Auf der anderen Seite, der dunklen Seite meiner Lust, erregte es mich zutiefst. Es war die sichtbare, physische Bestätigung ihrer unbedingten Hingabe: Sie wollte diesen Schmerz. Sie nahm all das auf sich, die Gefahr des Schmerzes, die Kontraktionen, das Zerreißen, nur um mit mir zu schlafen, um die Fülle zu spüren, die ich ihr gab. Das Blut war das Siegel ihres radikalen Vertrauens und ihrer Forderung nach der echten Erfahrung. Das machte sie in diesem Moment zur faszinierendsten Frau, die ich je getroffenhatte.<br />
Ich schwang meine Beine aus dem Bett und zog mich an, die Jeans fühlte sich jetzt seltsam fremd auf der Haut an. Die Spuren unseres Aktes &ndash; die Feuchtigkeit, der Geruch, das gesehene Blut &ndash; waren noch präsent.<br />
Ich ging in die Küche, wo Serafina bereits dabei war, etwas Einfaches zu kochen.<br />
Wir arbeiteten schweigend nebeneinander, aber meine Gedanken rasten. Die Leichtigkeit und die radikale Offenheit, mit der Serafina ihre intimsten Schmerzen und ihre gewaltige sexuelle Lust offenbarte, hatte etwas in mir ausgelöst, das über das bloße Verlangen hinausging.<br />
Ich entwickelte echte Gefühle für Serafina. Nicht nur eine beschützende Pflicht, wie sie Nadja formuliert hatte, sondern etwas Tieferes. Ihre Verletzlichkeit, ihre Brillanz, ihre dunkle, krampfende Sinnlichkeit &ndash; das alles verband sich zu einer unwiderstehlichen Anziehungskraft. Die Vorstellung, dass sie mich, den reifen Hauptmann, in ihre Kunst und ihr Verlangen integriert hatte, war süchtig machend.<br />
Ich blickte auf sie, wie sie konzentriert Gemüse schnitt. Ich konnte nicht leugnen, dass sich in mir eine Besitzgier regte. Ich wollte nicht, dass ein dahergelaufener junger Mann, der von ihren Krämpfen, ihren Schmerzen und ihrer radikalen Kunst keine Ahnung hatte, einfach in ihr Leben spazierte. Ein unerfahrener Bursche würde mit ihrer Komplexität nichtumgehen können, würde die Zuckungen als beängstigend empfinden und ihre Forderung nach &quot;Echtheit&quot; nicht verstehen. Er würde sie mir wegnehmen, nur um sie dann zu zerbrechen.<br />
Nein, dachte ich entschlossen, während ich ihr das Salz reichte. Ich habe diesen Auftrag von ihrer Mutter und ich habe ihre Seele gesehen. Das hier ist nicht nur ein Akt der Hilfe. Das sind meine Gefühle. Und ich wusste noch nicht, wohin damit. Nach dem Essen musste ich unbedingt mit ihr reden. Ich möchte eine gemeinsame Zukunft für uns. Aber es sollteihre Entscheidung sein.<br />
Epilog:<br />
Liebe Leserinnen und Leser, leider ist die Geschichte hier zu Ende. Egal, was ich tue, mir fällt kein adäquates Ende für die beiden Liebenden ein. Es ist, als wäre ihre Zukunft im Nebel verborgen. Ich weiß, esfühlt sich unbefriedigend an, aber so ist es nun einmal. Jeder von euch darf sich seine eigenen Gedanken dazu machen. Vielleicht ist jemand von euch ehrgeizig genug, die Geschichte weiterzuschreiben? Ich würde mich sehr darüber freuen.</p>
<p>Copyright by exelero</p>
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		<title>Das Chaos im Leben der Maya Klein &#8211; Teil 10</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Japakl75]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Apr 2026 18:11:33 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Die Jagd &#8222;Wir können sie nicht einmal über die Satellitenverbindung lokalisieren. Ich bin völlig ratlos.&#8220; General Arnold schaute auf die Lagekarte in seinem Hauptquartier in Bristol, Großbritannien. &#8222;Nein, Mr. Luchs!&#8230;]]></description>
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Die Jagd<br />
&bdquo;Wir können sie nicht einmal über die Satellitenverbindung lokalisieren. Ich bin völlig ratlos.&ldquo; General Arnold schaute auf die Lagekarte in seinem Hauptquartier in Bristol, Großbritannien. &bdquo;Nein, Mr. Luchs! Wir sind dran. Immerhin kann sie sich melden, wenn sie den ersten Ort erreicht hat. Glauben Sie mir bitte, wenn ich Ihnen sage, dass dieses Pflänzchen nicht auf meinem Mist gewachsen ist.&ldquo; Arnold nahm einen Schluck Tee, hörte die Stimme des Deutschen, der außer sich vor Wut nur mit Mühe seine Fassung behielt. &bdquo;Sagen Sie gar nichts! Es sind erst drei Stunden vergangen und so schnell ist die Klein nicht kaputtzubekommen. Auch die Polen suchen jetzt die Umgebung des Platzes ab. Und ja, ich melde mich!&ldquo;<br />
&bdquo;Stanislav! Stanislaaaav!&ldquo;, klang ein panisches Rufen in die Werkstatt hinein.<br />
&bdquo;Was denn, Bazia? Ich habe in der Werkstatt zu tun. Was gibt es denn?&ldquo; Der sechzigjährige Automechaniker steckte den Schraubenschlüssel in die Seitentasche seines Blaumanns, trat in den Gang zum Verkaufsraum seiner kleinen Dorftankstelle und drückte die Tür auf, sich gleichzeitig mit einem alten Stofffetzen notdürftig das Öl von den Händen schmierend. &bdquo;Willst du mir keine Antwort geben, Frau?&ldquo; Er blickte zu der Kasse hinüber, dann sah er eine riesige Gestalt an der Außenseite der Durchreiche stehen. Die Decke war nur 2,20 m hoch, wahrscheinlich war dieses Ungetüm deshalb nicht in den Laden gekommen. &bdquo;Was zum Teufel ist das!&ldquo;<br />
&bdquo;Ich weiß es auch nicht. Ich verstehe das Ding nicht!&ldquo;, meinte seine fünf Jahre jüngere Frau. Adrett gekleidet, sah sie in diesem Moment besorgt aus.<br />
&bdquo;Ich würde nur gerne wissen, wo ich mich befinde!&ldquo;, fragte Maya auf Englisch.<br />
&bdquo;Ich glaube, es spricht Englisch&ldquo;, stellte Stanislav fest. &bdquo;Gefährlich scheint es nicht zu sein, sonst wäre es in den Laden gekommen.&ldquo;<br />
In diesem Moment donnerte ein großer Kampfhubschrauber über die Tankstelle hinweg. Er drehte über dem Nachbarort und suchte den naheliegenden Wald ab.<br />
&bdquo;Wenn es Deutsch könnte, das hatte ich in der Schule&ldquo;, erklärte Barbara.<br />
&bdquo;Versuche es doch einfach mal!&ldquo;, riet der Mann, während die riesige Figur weiter sprach und dabei immer wieder ihre beiden riesigen Hände vor die Scheibe hob. Dabei sah sie sich immer wieder nach Osten um, so als ob sie verfolgt werden würde.<br />
&bdquo;Und wenn es ein Spion ist? Vielleicht von den Russen?&ldquo;, spekulierte die Frau. &bdquo;Du siehst doch, dass das Ding Angst hat.&ldquo;<br />
Stanislaw sah erschrocken auf seine Frau herunter. &bdquo;Frag ihn dennoch auf Deutsch! Wir können ihm irgendetwas Falsches sagen!&ldquo;<br />
&bdquo;Können Deutsch sprechen?&ldquo;, fragte Barbara Lewandowski.<br />
Die Gestalt wirkte erleichtert und antwortete sofort.<br />
&bdquo;Es sagt, es soll zu einer Übung, hat sich aber verlaufen. Es wüsste gerne, was das für ein Ort ist.&ldquo;<br />
&bdquo;Sag Wichow! Von dort kommt eh nichts Gutes.&ldquo;<br />
&bdquo;Da wohnt meine Mutter!&ldquo;, empörte sich die Frau.<br />
&bdquo;Na, deshalb ja.&ldquo; Stanislaw wollte es nicht auf die Spitze treiben. &bdquo;Sag ihm, das wäre Rudno. Das ist nah genug, dass er es für möglich halten wird, und er wird sich noch mehr verlaufen. Was für ein Glück, dass ein Schlaukopf im letzten Jahr mit unserem Ortsschild durchgebrannt ist.&ldquo;<br />
Die Frau nannte den falschen Ortsnamen. Das riesige Ding fasste sich mit seiner riesigen Roboterhand an die linke Brust, nickte, dann lief es mit leichtfüßigen Schritten aus der Tankstelle heraus.<br />
&bdquo;Ich war in einer Tankstelle. Die haben gesagt, ich bin in einem Ort namens Rudno! Hilft Ihnen das?&ldquo; Maya klang erleichtert.<br />
&bdquo;Wir sagen den Polen Bescheid. Dann kann man Sie dort abholen. Bleiben Sie irgendwo an der nördlichen Ortsgrenze, damit Sie gefunden werden.&ldquo;<br />
&bdquo;Werde ich machen, General. Was für ein Abfuck!&ldquo;<br />
Maya lief weiter, umrundete das Dorf, um niemanden zu beunruhigen, und setzte sich dann in der Nähe der Straße an ein dichtes Gebüsch, um von der Straße aus nicht sofort gesehen zu werden. Sie verhielt sich ruhig, als der Hubschrauber noch einmal über dem Wald auftauchte. Er schien sie nicht entdeckt zu haben und so bewegte sie sich nicht. Wahrscheinlich suchten die Soldaten sie immer noch.<br />
&bdquo;Suchen die falschen Polen nach mir. Das ist doch ein Witz!&ldquo;, ärgerte sich Maya. Sie schüttelte den Kopf, rief die Summs zurück und wollte einfach nur noch abwarten.<br />
&bdquo;Der Tankwart meinte, es wäre Richtung Norden gelaufen&ldquo;, zeigte sich der Oberleutnant zuversichtlich. &bdquo;Es sprach Deutsch, was aber nichts weiter heißen muss. Aber es schien nicht aggressiv oder bewaffnet zu sein. Vielleicht hat es die Waffe weggeworfen, mit der es geschossen hat?&ldquo; Er nickte seiner Mannschaft zu. &bdquo;Auf jeden Fall soll das Ding eine merkwürdig dicke Antenne auf seinem Rücken getragen haben. Die beiden Alten glauben, es könnte ein Spion sein.&ldquo;<br />
&bdquo;Sollen wir wieder schießen, wenn wir es sehen?&ldquo;<br />
Der Oberleutnant hob seine Schultern. &bdquo;Finden wir es erst einmal, dann können wir uns überlegen, ob wir es vorsichtshalber abballern oder lieber doch nicht. Die Panzer bleiben am Wald. Wenn das Ding in der Nähe ist, wird es nur von ihnen aufgeschreckt. Gebt aber dem Hubschrauber Bescheid!&ldquo;<br />
Maya richtete ihren Blick auf den kleinen Punkt am Himmel. Sie hatte den Hubschrauber weitgehend ignoriert, doch jetzt hielt er genau auf sie zu. Er wurde rot umrandet!<br />
Sie lud rote Munition in ihre Unterarmkanone, dann fuhr sie auch noch ihre Rückenkanone aus.<br />
&bdquo;General! Ein großer Hubschrauber fliegt auf mich zu! Er hat seine Waffensysteme auf mich geschaltet!&ldquo;<br />
&bdquo;Verschwinden Sie, Klein! Laufen Sie! Hängen Sie ihn ab! Das sind Verbündete! Die müssen wer weiß was von Ihnen halten.&ldquo;<br />
&bdquo;Es gibt hier nur Felder! Dort kriegt er mich doch!&ldquo; Maya öffnete ihre Klappe am Mund und aß hektisch einen Riegel. &bdquo;Scheiße! Seine Kanone zeigt jetzt genau auf mich!&ldquo;<br />
&bdquo;Bleiben Sie ruhig und heben Sie beide Arme! Zeigen Sie an, dass Sie sich ergeben wollen!&ldquo;, riet Arnold aufgeregt.<br />
&bdquo;BRRRRRRRRRR!&ldquo;<br />
In dem Moment, wo sie die Geste vollzog, raste eine Fontänenkette aus Einschlägen auf sie zu. Sie hechtete zur Seite, während der Hubschrauber drehte und erneut anflog.<br />
&bdquo;Verfickte Scheiße! Er schießt auf mich!&ldquo;<br />
Maya schlug Haken, sprang in die Luft und hielt auf das Dorf zu. Dort schrien und kreischten Menschen, während sie die Hauptstraße entlanglief. Zwei Geschäfte, parkende Autos, ein Freisitz, in dem Menschen laut brüllend und kreischend auseinanderstoben. Ein Stuhl kippte dabei auf die Straße und wurde unter dem rechten Stiefel Mayas förmlich pulverisiert.<br />
Niemals würde der Hubschrauber schießen, wenn Zivilisten&#8230;<br />
Kugeln trommelten gegen ihren Brustpanzer. Sie sah in diesem Augenblick Soldaten vor sich, die sie mit Sturmgewehren unter Beschuss nahmen. Hinter ihr flog der Hubschrauber erneut an, schoss mit seiner Kanone, da wich sie seitlich aus und brach durch eine Hauswand.<br />
&bdquo;Die machen mich fertig, Arnold! Laufe ich über das Feld, schießen die sicher auch noch mit Raketen auf mich. Hebe ich die Arme, ballern sie weiter. Ich habe keine Ahnung, was ich machen soll.&ldquo;<br />
&bdquo;Warten Sie, Klein! Ich habe den polnischen Generalstab an der Strippe.&ldquo; Maya brach durch zwei weitere Wände, sah ein Feld vor sich, bog aber nach links, lief zu einem Nachbargebäude und brach dort durch eine weitere Wand. Besser es blieb bei Sachschäden, als dass jemand verletzt wurde.<br />
&bdquo;Passen Sie auf, Kollege! Bei dem Ding handelt es sich um keinen russischen Spion! Es, nein sie, ist Teil einer internationalen Eingreiftruppe. Sie ist nur auf dem falschen Übungsplatz gelandet. Es gab einen Fehler bei der Standortweitergabe.&ldquo; Maya hörte eine weitere aufgeregte Stimme. &bdquo;Rudno, wurde ihr gesagt.&ldquo;<br />
&bdquo;Bleiben Sie stehen, Klein! Die Polen räumen jetzt erst einmal in ihren Reihen auf. Sie wurden für einen russischen Spion gehalten.&ldquo;<br />
Aufklärung<br />
&bdquo;Als ob er einen Vorhang beiseitegezogen hätte&ldquo;, lachte ein Gefreiter. Er sah vorsichtig um die Ecke. &bdquo;Frei!&ldquo; Dann trat er durch die Tür.<br />
&bdquo;Weiter! Das Ding darf nicht noch einmal untertauchen!&ldquo;<br />
&bdquo;Stab-24/2 für VD-12/1b! Feuer einstellen! Es handelt sich bei dem unbekannten Gerät um eine verbündete Einheit! Noch einmal! Feuer einstellen.&ldquo;<br />
Tomasz sah sich entgeistert zu Piotr um, der direkt hinter ihm stand. &bdquo;Verarschen die uns?&ldquo;<br />
Der Oberfeldwebel schüttelte seinen Kopf. &bdquo;Schaut nicht so aus.&ldquo;<br />
&bdquo;Hallo!&ldquo; Kam es jetzt aus dem Nachbarraum. &bdquo;Spricht jemand Deutsch oder Englisch?&ldquo; Die Stimme klang weiblich!<br />
&bdquo;Adam! Du sprichst besser Englisch als ich&ldquo;, erklärte Tomasz, sich an den Unteroffizier wendend, der zuvor mit seinen beiden Männern aus der Scheune heraus aufgeklärt hatte.<br />
&bdquo;Kommen Sie heraus! Wir wissen jetzt, wer Sie sind&ldquo;, rief er englisch. Dennoch zeigten alle Mündungen der Infanteristen auf den Wanddurchbruch. Eine Drohne flog auf die Männer zu, surrte rasend schnell über sie hinweg und verschwand im Raum hinter ihnen.<br />
&bdquo;Sie zielen auf die Tür! Ich möchte nicht auf Sie schießen müssen.&ldquo;<br />
&bdquo;Sie haben doch gar keine Waffen mehr!&ldquo;, stellte Adam fest.<br />
&bdquo;Schicken Sie einen Mann rein, dann zeige ich ihm, was ich für Waffen habe.&ldquo;<br />
&bdquo;Wenn Sie Ihre Waffen ablegen und durch die Tür schieben, dürfen Sie mit erhobenen Händen rauskommen.&ldquo;<br />
&bdquo;Dürfen? Riskieren Sie keine dicke Lippe! Sie können froh sein, dass ich mich nicht wehren durfte.&ldquo;<br />
Tomasz wurde es jetzt zu viel, er drückte einem Soldaten seinen Karabiner in die Hand und trat mit erhobenen Händen durch die Tür.<br />
&bdquo;Co do diabła&hellip;! (Was, zum Teufel &hellip;!)&ldquo;, stöhnte er. Der rechte Arm des Wesens war auf ihn gerichtet und eine dicke Mündung zielte auf seinen Kopf.<br />
&bdquo;Wer sind Sie?&ldquo;, fragte er in gebrochenem Englisch.<br />
&bdquo;SEK, Sondergruppe Klein, Polizei NRW.&ldquo;<br />
&bdquo;Sie hätten nur ein wenig weiter nach unten scrollen müssen, Sie Hanswurst!&ldquo;, brüllte Luchs. &bdquo;Frau Klein hätte wer weiß was passieren können.&ldquo;<br />
Stevens suchte sich zu rechtfertigen. &bdquo;Man hat unserem Zielmarkierer die Koordinaten vom falschen Übungsplatz genannt. Dafür können wir nichts. Da haben unsere Verbündeten gepennt.&ldquo;<br />
&bdquo;Das können Sie ihr erklären, wenn sie wieder da ist! Die Polen haben Klein so stark unter Druck gesetzt, dass sie beinahe zurückgeschossen hätte. Können Sie sich vorstellen, was passiert wäre? Deutsche hätten auf Polen geschossen! Hätte fantastische Schlagzeilen gegeben.&ldquo;<br />
&bdquo;Ich habe versucht, sie anzurufen, aber sie geht nicht ran.&ldquo;<br />
&bdquo;Das glaube ich nur allzu gerne, nach dem Stress. Sie wird sich ausruhen müssen. Lassen Sie die Frau in Ruhe, am Nachmittag fliegt sie dann wieder Richtung Köln. Wie wir in Kleins Richtung wieder Vertrauen aufbauen können, ist mir ein Rätsel. Aber vielleicht können Sie dieses Problem ja lösen?&ldquo;<br />
&bdquo;Wir werden es versuchen, Herr Luchs. Entschuldigen Sie bitte. Es tut uns ja leid. Auch wir waren mit der Situation überfordert und haben uns große Sorgen um sie gemacht.&ldquo;<br />
Nachspiel<br />
&bdquo;Ja, General. Ein Oberleutnant Tomasz Wojciechowski steht vor mir. Er ist ganz nett, auch wenn er und seine Männer mich noch vor ein paar Minuten umbringen wollten.&ldquo;<br />
&bdquo;Da hat jemand richtig Mist gebaut, Mrs. Klein. Man hat den falschen Truppenübungsplatz markiert. Auf dem, wo Sie letztlich gelandet sind, wusste niemand etwas von Ihrem Auftauchen. Kehren Sie also mit den Polen zum Stützpunkt zurück, von dort aus fliegt Sie dann ein Hubschrauber zum Flughafen, auf dem Ihre Maschine gelandet ist.&ldquo;<br />
&bdquo;Verstanden!&ldquo; Maya wandte sich an den polnischen Offizier. &bdquo;Wollen wir dann? Mein Name ist Maya!&ldquo;<br />
&bdquo;Sie sind Frau?&ldquo;, fragte der Offizier im gebrochenen Englisch zurück.<br />
&bdquo;Ja, sieht man das nicht?&ldquo;, lachte Maya, legte dem Mann ihren riesigen Arm über dessen Schultern und bat darum, dass seine Männer endlich ihre Waffen senken sollten.<br />
&bdquo;Sie ist 2 Meter achtzig hoch, würde ich schätzen&ldquo;, stöhnte Piotr. &bdquo;Hast du die riesige Kanone auf dem Rücken gesehen? In ihrem Arm hat sie noch eine kleinere! Was hätte die mit uns gemacht, wenn wir ihr keine Wahl mehr gelassen hätten?&ldquo;<br />
&bdquo;Das wird sie uns zeigen. Denn wir haben unsere Manöveraufgabe noch nicht erledigt. Das Übungsdorf, erinnerst du dich? Wir haben sie verfolgt, aber die Ziele, die ausgeschaltet wurden, gehen auf ihre Kappe. Soll sie für uns auch noch die restlichen erledigen.&ldquo;<br />
Maya trat vor den Soldaten auf die Straße hinaus, wo sich auf der anderen Seite eine Menschenmenge gebildet hatte. Die Zivilisten erschraken furchtbar und schienen erst beruhigt, als die Soldaten zu ihnen hinüber winkten und riefen, dass alles in Ordnung war.<br />
In diesem Moment fuhren auch die beiden Achtrad-Spähpanzer vor. &bdquo;Für dich zu klein, Maya?&ldquo;, fragte Adam.<br />
&bdquo;Ich kann mich obendrauf setzen&ldquo;, schlug die Riesin vor.<br />
Vom Turm des vorderen Panzers sah die Kommandantin herunter und betrachtete die Gestalt neugierig. &bdquo;Sie ist eine Verbündete? Guter Gott! Was, wenn wir getroffen hätten?&ldquo;<br />
&bdquo;Seien wir froh, dass nur wir getroffen haben&ldquo;, meinte Tomasz zufrieden und deutete auf den Brust- und Bauchpanzer der roboterhaften Gestalt. Dort waren deutliche Zeichen von Beschuss zu sehen. &bdquo;Darf sie bei euch hinten mitfahren? Im Transportraum ist kein Platz für sie.&ldquo;<br />
&bdquo;Eine sie?&ldquo;, staunte die Unteroffizierin.<br />
Der Offizier lächelte. &bdquo;Ja, Maya heißt sie. Fällt mir auch schwer zu glauben. Aber ihre Stimme ist tatsächlich weiblich.&ldquo; Er wandte sich an den Soldaten, der zum Dolmetscher bestimmt worden war. &bdquo;Sag ihr, sie kann hinten drauf springen!&ldquo;<br />
Adam nickte. &bdquo;Würdest du hinter dem Turm Platz nehmen? Dann können wir los.&ldquo;<br />
&bdquo;Schlecht gefahren ist immer noch besser als gut gelaufen&ldquo;, lachte Maya. Sie ging in die Knie, sprang vier Meter aus dem Stand in die Höhe und krachte mit gewaltigem Getöse auf die hintere Wandung des Panzers.<br />
&bdquo;Sie macht mein Liebling kaputt!&ldquo;, schimpfte Aleksandra. Sie zeigte auf eine deutliche Einbuchtung, die die fast sechshundert Kilo der Sondereinheit in der oberen Panzerung hinterlassen hatte. &bdquo;Wie soll ich das Arthur in der Werkstatt erklären?&ldquo;<br />
&bdquo;Das tut mir leid!&ldquo;, entschuldigte sich Maya. &bdquo;Ich wollte nichts kaputt machen. Ich dachte, es geht schneller so.&ldquo;<br />
Adam übersetzte, worauf die Soldaten lachten.<br />
&bdquo;Nicht labern! Aufsitzen! Wir haben noch unsere Mission zu erfüllen. Ich will sehen, was das Ding kann, das wir da auf unser Dach gepackt haben.&ldquo;<br />
Die Motoren dröhnten, dann fuhren die Schützenpanzer die Straße hinunter, brachen nach dem Ortsausgang durch die Böschung und fuhren rechts am Waldrand entlang. Nach fünf Kilometern war man wieder am Zieldorf. Maya verstand nicht, was los war, blickte fragend zu der Kommandantin hinüber, die vor ihr im Turm saß, doch konnte sie sich nicht mit ihr verständigen. Die Heckklappen öffneten sich, anschließend bordeten die Infanteristen aus.<br />
&bdquo;Adam! Sag ihr, sie soll die restlichen Übungsziele vernichten! Das wäre mit dem Oberkommando so abgesprochen worden&ldquo;, befahl Tomasz.<br />
Maya hatte nichts dagegen. Sie hatte ja von Stevens ähnliche Anweisungen erhalten. Warum also nicht hier? Sie sprang vom Schützenpanzer herunter, während sich noch im Sprung die Drohnen von ihrer Brust lösten. Kaum war sie zum Stehen gekommen, verbanden die Hydraulikarme den Lauf des Geschützes mit der Waffenanlage auf ihrem Rücken.<br />
&bdquo;Das ist ja mal krass! Was für ein Kaliber hat diese Kanone?&ldquo;, fragte sich Piotr. &bdquo;Da! Jetzt hat sie ihre Führungsanlage aufgebaut!&ldquo;<br />
Maya ging in die Knie, kam zum Liegen und robbte hinter einen Busch, ohne Sicht auf das Dorf zu haben.<br />
&bdquo;Was hat sie jetzt vor?&ldquo;, zeigte sich Tomasz ratlos. &bdquo;Frag sie, Adam!&ldquo;<br />
Der Soldat tat, wie ihm befohlen, beugte sich über die Spezialistin der deutschen Polizei, dann kehrte er zu seinem Offizier zurück. &bdquo;Die Drohnen markieren ihr die Ziele, sie braucht dann keine direkte Sicht mehr.&ldquo; Er sah ungläubig dabei zu, wie das Geschützrohr der verbündeten Einheit sich etwas nach links ausrichtete, die nötige Elevation einstellte und über dem Helm hinweg Richtung Ort zielte.<br />
Maya drückte in diesem Moment ab. Direktes Feuern bekam sie hin, die Sondermunition aber wusste sie noch nicht einzusetzen. &bdquo;Bumbumbum!&ldquo;, donnerte die erste Dreierserie aus dem Lauf, während die mächtigen Hülsen aus dem Waffenverschluss geworfen wurden.<br />
Adam nahm eine von ihnen auf und las das Kaliber vom Hülsenboden ab. &bdquo;25,2 x 230 mm!&ldquo;, er reichte sie an seinen Offizier weiter, während die Roboterfrau weiterfeuerte. Jetzt sprang sie auf, ihre Kanone wanderte zurück in ihre Transportposition und ging in einen Ausfallschritt.<br />
Maya lief an, brach durch den Busch und lief im Zickzack auf den Ort zu. Dann hechtete sie auf das Dach des Bauernhauses, das sie wenige Stunden zuvor schon einmal durchbrochen hatte. Drei Minuten später klang es im Funk. &bdquo;Stab-24/2 für VD-12/1b! Feuer einstellen! Alle Ziele bekämpft und ausgeschaltet. Angreifer mit keiner Verteidigungskamera aufgeklärt. Das war ein Rekord! Sehr gute Arbeit!&ldquo;<br />
&bdquo;Insgesamt weniger als fünf Minuten hat die Metall-Madame gebraucht!&ldquo;, stellte der Feldwebel resignierend fest. &bdquo;Ich scheiße mir ein, wenn ich mir vorstelle, die hätte uns an den Kragen gehen wollen. Mit ihren Waffen hätte sie sogar den Panzerwagen gefährlich werden können.&ldquo;<br />
&bdquo;So wie sie springt, auch Kampfpanzern. Sie hätte denen einfach durch das Dach geballert. Schon beeindruckend, was die Deutschen da fabriziert haben&ldquo;, erwiderte Tomasz. &bdquo;Zumal sie vorhin direkt im Ziel eingeschlagen ist. Wie aus dem Nichts.&ldquo;<br />
Adam deutete auf die Gestalt, die jetzt über ein Hausdach sprang und auf sie zu gesprintet kam. Ihre Beine schleuderten ihren Körper regelrecht nach vorne, während große Erdklumpen hinter ihr in die Luft stoben.<br />
Sie war noch dreißig Meter entfernt, da bremste sie ab und kam schließlich, die letzten Meter über den Ackerboden rutschend, vor der Infanteriegruppe zum Stehen.<br />
Aleksandra lachte vom Turm aus auf die Männer herunter. &bdquo;Also um die Wette fahren hätte ich mit ihr auch nicht wollen. Mein Gott, ist dieser Anzug krass. Wenn die Deutschen damit ihre Armee ausstatten&#8230;&ldquo;<br />
Tomasz griff den Gedanken seiner Unteroffizierin auf und fragte im holprigen Englisch nach.<br />
&bdquo;Viel&#8230;&ldquo;, er berührte Maya vorsichtig an ihrem Arm, &bdquo;von diesem haben?&ldquo;<br />
Adam sprang ein, nachdem die Riesin nicht so recht wusste, was gefragt wurde, und übersetzte für den Offizier.<br />
&bdquo;Nein, es gibt nur die eine. Sie wäre viel zu teuer für allgemeine Ausrüstung und erfordert eine gewisse Größe des Trägers.&ldquo;<br />
&bdquo;Wie groß?&ldquo;, fragte der Soldat neugierig.<br />
&bdquo;Zwei Meter, mindestens.&ldquo;<br />
&bdquo;Dann werde ich wohl nicht in den Genuss kommen&ldquo;, lachte der Mann. Er war etwas über 1,70 m hoch. Er übersetzte für seine Kameraden, die nun ebenfalls einfielen.<br />
&bdquo;Abfahrt! Die Frau muss zurück zum Stützpunkt!&ldquo;, ermahnte der Oberleutnant seine Gruppe. &bdquo;Der Stab hat Befehl zur Eile gegeben.&ldquo;<br />
&bdquo;Könnte sie dieses Mal einfach nur hochklettern?&ldquo;, wandte sich Aleksandra an Adam, der die Bitte für die Deutsche übersetzte.<br />
Maya war natürlich einverstanden, stieg auf den Tritt des offenstehenden Heckeinstiegs und zog sich von dort aus auf das Dach hinauf. Vorsichtig richtete sie sich auf, kam auf die Kommandantin zu und ließ sich neben ihr auf dem Turmrand nieder.<br />
&bdquo;Abfahrt!&ldquo;, befahl die Unteroffizierin, nachdem alle Soldaten in den Beförderungsraum gestiegen waren und die Klappen sich geschlossen hatten.<br />
Wieder in Köln<br />
&bdquo;Ich bin im Flugzeug eine Runde ausgerastet, Mel. Der Stevens hat es mir versprochen, dass es keine Probleme geben würde. Was passiert? Die werfen mich über dem falschen Übungsplatz ab und die halbe polnische Armee feuert auf mich. Die sind richtig auf Zack, sag ich dir. Haben nicht lange gefackelt. Meine ganze Rüstung war wieder eingesaut.&ldquo; Sie seufzte. &bdquo;Und das, nachdem sie mich gestern schon fast beim Üben getötet haben. Ich sag&rsquo;s dir, da fliege ich lieber wieder in die Staaten oder lass mich in Brasilien mit Napalm begießen. Da sind meine Überlebenschancen höher als bei diesen gutmeinenden Schraubenschlüsselschwingern.&ldquo; Maya hatte sich in Rage geredet. Sie passierte in diesem Moment die Torkontrolle und wurde einfach durchgewunken. &bdquo;Sorry! Was geht bei euch? Ist Serki gut drauf?&ldquo;<br />
&bdquo;Türmchen?&ldquo; Melissas Stimme klang ernst. &bdquo;Kannst du dich noch an die Kollegin erinnern, die von Saskias Truppe vermisst wird?&ldquo;<br />
Maya wurde sofort anders. &bdquo;Ja, aber nicht konkret. Was ist mit ihr?&ldquo;<br />
&bdquo;Die verstümmelten Körperteile gehören zu ihr. Man hat sie zu Tode gefoltert, hat sich bei der Autopsie herausgestellt.&ldquo; Melissas Stimme überschlug sich. &bdquo;Man hätte sie nicht finden dürfen, aber es gab vor ein paar Tagen an einer Brückenabfahrt weiter im Norden eine große Polizeikontrolle, da werden die Täter sie einfach in den Fluss geworfen haben.&ldquo;<br />
&bdquo;Scheiße! Das tut mir so leid. Was für Monster sind das bitte?&ldquo;<br />
Melissas Stimme klang jetzt fast zaghaft. &bdquo;Ich weiß, wer diese Monster sind. Man muss sie nur auf frischer Tat erwischen.&ldquo;<br />
&bdquo;Mel! Bitte! Das ist kein Job für unsereins. Es wird eine Soko geben. Gib den Kollegen die Infos und die sehen zu. Ist doch gut, wenn du da helfen kannst.&ldquo;<br />
&bdquo;Hab ich vor Wochen schon. Und da hat sie noch gelebt.&ldquo;<br />
&bdquo;Bitte, Süße! Das ist nicht deine Schuld. Wahrscheinlich auch nicht die der Kollegen. Vielleicht haben deine Informationen nicht ausgereicht, um sie zu befreien?&ldquo;<br />
&bdquo;Weißt du, was das Schlimmste ist?&ldquo;, fragte Melissa. &bdquo;Dass Cindys Mörder nicht aufhören werden. Die werden sich in irgendeinem Puff dieser Scheißkerle die nächste Prostituierte kaufen, um sie zu quälen, bis sie nicht mehr am Leben ist.&ldquo;<br />
&bdquo;Wir haben nicht die Macht, das zu ändern, Mel. Wir sind Anwärterinnen. Keine Ermittlungsbeamten.&ldquo;<br />
&bdquo;Es interessiert niemanden, weil es offiziell keine Vermissten gibt. Der Druck ist nicht groß genug, verstehst du? Mich macht das fertig, Blondi.&ldquo;<br />
&bdquo;Hast du mit Serkan gesprochen?&ldquo;<br />
&bdquo;Nein! Der soll davon nichts wissen. Reicht schon, wenn ich mich zerbastel.&ldquo;<br />
&bdquo;Mel! Du unternimmst nichts! Bitte! Ich bin ständig unterwegs, ich kann nicht auf dich aufpassen.&ldquo;<br />
&bdquo;Das verlangt auch keiner von dir. Lass gut sein. Ich wollte dich nicht nerven.&ldquo;<br />
Maya schlug mit der Rechten leicht gegen das Lenkrad. &bdquo;Du hast mir nicht geantwortet.&ldquo;<br />
&bdquo;Will ich nicht. Komm einfach vorbei, wir essen Pizza und chillen eine Runde. Vielleicht muss ich dann weniger daran denken.&ldquo;<br />
&bdquo;Okay! Ich bin in einer Dreiviertelstunde da. Kannst ja schon mal bestellen.&ldquo; Sie beendete das Gespräch und dachte an die Freundin. So rau ihre Schale war, so weich war ihr Kern. Auf der anderen Seite war sie aber auch abenteuerlustig und ehrgeizig. Die Gefahr war groß, dass sie hier allein aktiv wurde.<br />
&bdquo;Ist Serki dann auch da?&ldquo;, fragte Maya.<br />
&bdquo;Ja, ich denke schon&ldquo;, kam die leise Antwort. Melissas Stimme klang belegt und nüchtern. &bdquo;Komm her und nimm mich in den Arm. Das hilft mir schon.&ldquo;<br />
&bdquo;Ja, okay. Ich gebe Gas, einverstanden? Und mit dieser Cindy hast du nichts zu schaffen, Mel! Kümmere dich um diejenigen, die du kennst! Bitte!&ldquo;<br />
Melissa hatte aufgelegt. Maya starrte auf den Bordcomputer, wo immer noch Melissa von Krolm stand. Das war der Unterschied! Sie konnte das. Während Melissa jetzt fortlaufend an das Mordopfer dachte, würde sie sich auf sich selbst und die Menschen besinnen, die ihr wichtig waren. Würde man ihr befehlen, den Mörder festzunehmen, war das etwas anderes. Aber es brauchte eine Anweisung oder eine Order. Die Freundin aber würde der Gedanke, dass solch ein Scheusal ungestraft rumlief, keine Ruhe mehr lassen. Würde sie alleine etwas unternehmen? Hatte Serkan nicht irgendetwas angedeutet? Sie erinnerte sich nicht mehr genau.<br />
Eine Nachricht ging ein. Maya öffnete sie über die Lenkradsteuerung. Sie war von Deyna. &bdquo;Mein Kleiner ist bei mir und schläft heute in Dülmen! Alles gut!&ldquo;<br />
Maya lächelte. In diesem Punkt schien Melissa wirklich recht zu haben. Sie brachte Menschen zusammen. Ob diese aber wirklich zusammenbleiben würden, hielt sie für unwahrscheinlich. Warum sollte für sie etwas anderes gelten als bei allen anderen Menschen?<br />
Sie sprach ihre Antwort an Deyna ein und schickte die Message ab. Anschließend kehrten ihre Gedanken zu der Nachricht zurück, die Melissa ihr überbracht hatte. Ein Mensch aus Saskias Umfeld war zu Tode gefoltert worden! Sie realisierte die Monstrosität dieser Nachricht und ihre Tragweite erst jetzt! Was, wenn man für Sassi Geld geboten hätte? Wäre sie dann auch verkauft und später getötet worden? Gut, nach ihr hätte man gesucht. Wahrscheinlich war das wirklich der Unterschied.<br />
Der Verkehr war flüssig, wenigstens das. Nach dem anstrengenden Tag wollte sie nur noch chillen und zur Ruhe kommen. Mit Wilma auf der Couch liegen, nicht nur für die Hündin ein Traum. Das Tier hatte eine beruhigende Wirkung auf sie. Sie seufzte. Mel war wichtiger. Die Freundin brauchte jetzt dieses Zugeständnis.<br />
Sie wählte kurz entschlossen Sandras Nummer. Sie hatte gesagt, dass sie später kam. Vielleicht aber schlief sie jetzt bei den Freunden. &bdquo;Sandra! Ich bin es. Du, ich weiß nicht, ob ich heute noch nachhause komme. Ich bin bei Melissa, es geht ihr nicht so gut.&ldquo;<br />
&bdquo;Türmchen! Hat das mit dieser Cindy zu tun? Es war in den Nachrichten. Es ist so furchtbar. Saskia hört auf! Sie steht völlig unter Schock deshalb. Wahrscheinlich hat sie diese Szene völlig unterschätzt.&ldquo;<br />
&bdquo;Besser so! Muss ich mir um sie keine Sorgen mehr machen. Dennoch, Sandra! Das schnell verdiente Geld wird sie immer wieder locken, genauso wie das nette Umfeld dort. Von daher würde ich das jetzt nicht überdramatisieren, okay?&ldquo;<br />
&bdquo;Nein, du hast recht. Lars hat sich ähnlich ausgedrückt. Ich sag nichts in dieser Richtung, versprochen! Sie soll einfach in Ruhe studieren. Sie kann doch etwas anderes arbeiten. Sie ist ein so kluger Mensch.&ldquo;<br />
&bdquo;Das weiß ich. Sonst hätte sie ja auch nicht diesen Entschluss gefasst. Sie passt auf sich auf, Sandra. Das ist super! Ich bin wirklich erleichtert. Die zweite gute Nachricht nach dieser Schockmeldung.&ldquo;<br />
&bdquo;Erzähl mir von der Ersten! Ich kann das wirklich gut gebrauchen zurzeit&ldquo;, bat Sandra.<br />
&bdquo;Eine Freundin hat sich Sorgen um ihren Freund gemacht. Sie kennen sich noch nicht lange und er hat eine wichtige Prüfung verpatzt. Zumindest glaubt er das. Sie hat angenommen, dass er sie dafür verantwortlich machen könnte, weil sie in den letzten Tagen so viel Zeit miteinander verbracht haben, aber er ist jetzt bei ihr und hat sie überrascht.&ldquo;<br />
&bdquo;Das ist schön. Liebe bahnt sich immer einen Weg. Das kann gar nicht anders sein. Sehen wir uns dann morgen, Türmchen?&ldquo;<br />
&bdquo;Ich bin mit Günter und Felicitas unterwegs. Sie stellen mich den Kindern vor. Aber so lange wird das nicht dauern. Ich bin dann auf jeden Fall abends da.&ldquo;<br />
&bdquo;Magst du diese Frau?&ldquo;, fragte die Freundin.<br />
&bdquo;Sie hat einen Namen, Sandra. Und ja, ich mag sie.&ldquo;<br />
&bdquo;Und warum hasse ich sie dann? Bin ich wahnsinnig?&ldquo;<br />
&bdquo;Frag sie! Sie spürt das mit jeder Pore ihrer Haut und glaubt auch, Bescheid zu wissen. Sie nimmt an, dass du Angst hast, dass Günter mit ihr keine Kinder haben wird.&ldquo;<br />
&bdquo;Aber, ist das so verwunderlich? Sie ist so viel älter, Maya! Sie raubt ihm sein Leben!&ldquo;<br />
&bdquo;Für mich sieht das anders aus. Günter wirkt viel gestandener, seitdem er sie hat. Er scheint ihr gegenüber völlig klar zu sehen. Und du wirst daran nichts ändern können, Sandra! Von daher versuche, ihr gegenüber offen zu sein. Wäre sie jünger und hätte sie keine Kinder, wärst du wahrscheinlich begeistert von ihr gewesen, richtig?&ldquo;<br />
Sandra schwieg. &bdquo;Wechseln wir das Thema, Türmchen. Für euch mag das einfach sein. Aber ich sehe sie als Mutter anders. Wir werden beide damit leben müssen. Sie und ich auch.&ldquo;<br />
&bdquo;Schade! Ihr raubt euch damit viel gemeinsame Zeit.&ldquo;<br />
&bdquo;Ich komme da nicht raus aus meiner Haut. Glaube bitte nicht, dass ich es nicht versucht hätte. Ich hätte ein wenig Ruhe in meinem Kopf nötig.&ldquo;<br />
&bdquo;Ich auch. Können wir ja zusammen danach suchen.&ldquo; Maya lachte. &bdquo;Mach dich bitte nicht kaputt, Sandra! Und die beiden auch nicht!&ldquo;<br />
Sandra wollte jetzt das Gespräch beenden. &bdquo;Wir sehen uns morgen, Schatz! Grüße Serkan und Melissa unbekannterweise.&ldquo;<br />
&bdquo;Ich stelle sie dir vor. Serkis Eltern kennst du ja noch von meinem Geburtstag her, erinnerst du dich?&ldquo;<br />
&bdquo;Wie könnte ich das nicht? Sie haben dir Liebe geschenkt! Darüber denke ich heute noch viel nach.&ldquo;<br />
Die restliche Fahrt verlief ruhig. Die Dämmerung setzte ein, Heiner war noch in der Arbeit, Nele bei Johanna. Wie freute sie sich, wenn sie ihre beiden wiedersah. Liebe! Auch zwischen ihnen dreien hatte sie sich einen Weg gesucht. Und was für einen.<br />
&bdquo;Hey!&ldquo; Melissa ließ Maya an sich vorbeitreten, umarmte sie, dann schloss sie die Wohnungstür. &bdquo;Serkan kocht für uns. Brauchen nichts zu bestellen.&ldquo;<br />
Melissa schien sich von Grund auf verändert zu haben. Verstört zog sich Maya die Schuhe aus, schlüpfte in Schlappen, die die Freundin für sie hat nähen lassen, und folgte ihr in die Wohnung nach, nachdem sie ihre Jacke aufgehängt hatte.<br />
&bdquo;Hey, Serki!&ldquo; Der Freund lächelte, schenkte ihr eine innige Umarmung und kümmerte sich dann wieder um die große Backform, in der etliche marinierte Fleischstücke lagen.<br />
&bdquo;Magst du Wein, Blondi?&ldquo;, fragte Melissa.<br />
Maya zögerte, dann stimmte sie aber zu. &bdquo;Äh, ja. Gerne!&ldquo;<br />
Die Freundin schenkte ein großes Glas ein und stellte es auf den Beistelltisch am Panoramafenster. &bdquo;Komm! Flacken wir uns in die Sessel, bis mein Muckel fertiggekocht hat.&ldquo;<br />
Maya griff nach dem Glas, folgte der Freundin und verstand die Welt nicht mehr. Melissa hatte schon viel bei der Arbeit erlebt. Aber der Fall der gefolterten Prostituierten schien ihr Innerstes nach außen gekehrt zu haben. Von ihrem spöttischen und überdrehten Charakter schien wenig übriggeblieben zu sein.<br />
&bdquo;Dich beschäftigt diese Cindy so sehr?&ldquo;, fragte sie nach.<br />
Melissa nahm einen Schluck aus dem Glas, überblickte das Dächermeer der Großstadt, dann nickte sie. &bdquo;Wie könnte es das nicht? Sie ist der zweite Mensch, den ich im Stich gelassen habe.&ldquo;<br />
Maya verstand sie nicht. &bdquo;Der Zweite?&ldquo;<br />
Die Freundin nickte. &bdquo;Dieser Zuhälter. Erinnerst du dich? Der uns beide um Hilfe gebeten hatte?&ldquo;<br />
&bdquo;Er hätte&#8230;&ldquo; Maya wollte wieder das Argument anbringen, dass der Mann zur Polizei hätte gehen können.<br />
&bdquo;Hätte, hätte, Fahrradkette&#8230;&ldquo;, Melissa schüttelte ihren Kopf. &bdquo;Wir sind Polizisten geworden, um die Menschen zu schützen.&ldquo;<br />
&bdquo;Aber wir können nicht jeden retten. Glaub mir, ich habe es schon versucht.&ldquo; Maya sah gespannt zu der Freundin hinüber. &bdquo;Bitte mach mir wegen diesem Wolodja kein schlechtes Gewissen!&ldquo;<br />
&bdquo;Ich habe damals mit meiner Mutter gesprochen. Sie hat dem Ganzen wenig Bedeutung beigemessen. Ein Zuhälter! Noch dazu einer, der Manni den Finger abschneiden wollte.&ldquo;<br />
&bdquo;Das hat er dir erzählt?&ldquo;, staunte Maya.<br />
&bdquo;Serkan! Schön, dass man so etwas nur über andere erfährt. Musst die beiden ziemlich zusammengefaltet haben mit deinen sechzehn Jahren.&ldquo;<br />
&bdquo;Was sollen wir anders machen, Melissa? Ich bin doch schon jetzt am Limit. Mich haben sie heute in Polen fast zusammengeschossen, nachdem mich Stevens in einer Bombe aus 19 Kilometern Höhe bei 2500 km/h runtergeschmissen hat. Ich mag anders sein als andere Menschen, aber ich kann nicht jedem helfen und du auch nicht.&ldquo;<br />
&bdquo;Aber wir können es versuchen, Maya! Immer dann, wenn wir davon erfahren. Cindy hätte eine Chance gehabt. Ich hätte mich nur selbst bequemen müssen. Ich wusste ja, wo sie war.&ldquo; Sie nahm wieder einen Schluck aus ihrem Glas.<br />
&bdquo;Bitte, Mel! Komm zur Ruhe! Du kannst es jetzt nicht mehr ändern. Wir sind in der Ausbildung. Noch ist es nicht unser Job. Vielleicht kommt es noch dazu, aber im Moment lass uns einfach fertig werden, einverstanden?&ldquo;<br />
Melissa blickte zu ihr hinüber, zwang sich zu einem Lächeln und nickte. &bdquo;Morgen Schule. Wenn das einen nicht in die Spur bringt, dann weiß ich auch nicht. Freust dich auch schon, gelle?&ldquo;<br />
Maya grinste. &bdquo;Es wird einfach nur fantastisch, Bommel beim Schlafen zuzusehen. Hat er wegen John etwas gesagt?&ldquo;<br />
Melissa nickte. &bdquo;Er ist mega happy mit dem kleinen John! Das ist fast dasselbe Bild wie bei dir und Heiner. Oder dieser Deyna und Manu. Wirklich witzig, außer mit dir hatte ich das so auch noch nicht.&ldquo; Mit ihrem Blick folgte sie zwei Tauben, die sich auf dem gegenüberliegenden Dach niederließen. &bdquo;Holli macht Bommelchen eine ziemliche Szene, weil er angeblich ihre Beziehung falsch interpretiert hat. Der tut nun auf einmal schwer verliebt.&ldquo;<br />
Maya würde am Donnerstag wieder auf den Dozenten stoßen. Hoffentlich zog er sie da nicht mit hinein.<br />
&bdquo;Soll der bleiben, wo der Pfeffer wächst. Der hat unseren Großen nur ausgenutzt. Da war ich wirklich schwer enttäuscht. Ein Mann, der so seriös und gebildet wirkt, entpuppt sich als&#8230;&ldquo;<br />
&bdquo;Scheißtucke!&ldquo;, ergänzte Melissa. &bdquo;Bommels Worte! Brauchst nicht wieder vorwurfsvoll gucken! Manchmal glaube ich, du bekommst auch noch so einen Laserblick. Würde einen dann auch nicht mehr groß wundern.&ldquo;<br />
Maya sparte sich einen Kommentar. Sie war einfach nur froh, dass Melissa ein wenig aus ihrem Loch herauskam.<br />
&bdquo;Hey, Baba!&ldquo;, hörte Maya hinter sich Serkan telefonieren. Ein Lachen tönte, dann hörte sie das Brutzeln von Fleisch.<br />
&bdquo;Wie schaut bei euch die Woche aus?&ldquo;, wollte Maya wissen.<br />
&bdquo;Franz und Helga kommen morgen. Sie bleiben über Nacht und fahren dann morgens wieder.&ldquo; Melissa grinste, während sie hinüber sah. &bdquo;Jetzt guckst du wie meine Mutter, als ich ihr davon erzählt habe. Dabei hat sie sich nicht über mich gewundert, wohlgemerkt, sondern über Serki. Dass ein Türke sich dazu hinreißen lässt, kam ihr nicht geheuer vor.&ldquo;<br />
&bdquo;Mir auch nicht!&ldquo;, stellte Maya kopfschüttelnd fest. &bdquo;Das hätte ich ihm niemals zugetraut.&ldquo;<br />
&bdquo;Du, die Männer haben sich um eine Neuauflage bemüht. Franz hat seine Sache bei mir ganz gut gemacht und Helga erst recht. Von meinem Muckel war Helga auch begeistert und von mir ja sowieso. Klappt ganz gut, schade, dass du da so &lsquo;ne Klosterschwester bist.&ldquo;<br />
Maya seufzte. &bdquo;Ihr macht mich wirklich fertig. Tut mir leid, in diesem Punkt mag ich nicht teilen. Außerdem warst du schon an meiner Muschi. Also einen Dreier hatten wir schon.&ldquo;<br />
&bdquo;Sie erinnert sich!&ldquo; Melissa lachte heiser auf. &bdquo;Ich habe ja fast geglaubt, dass ich es nur geträumt habe. Aber dann denke ich an Heiners Kanone und dein zufriedenes Kuhgesicht, das du seitdem jedem zeigst, und weiß, dass das real gewesen sein muss.&ldquo;<br />
Maya lächelte. &bdquo;Das ist mein Trösterchen. Der Tag kann noch so scheiße sein, aber wenn das Heinerle mir zwischen die Beine kommt, bin ich ganz schnell wieder happy. Er fühlt sich einfach so nice an&#8230;&ldquo;<br />
Melissa runzelte ihre Stirn. &bdquo;Hätte mich damals doch von ihm bumsen lassen sollen. Zumal ich weiß, dass Serki damit gar kein so großes Problem gehabt hätte, wenn er gleichzeitig auch bei dir gedurft hätte.&ldquo;<br />
&bdquo;Mel! Hör auf damit! Serkan ist mein bester Freund!&ldquo;<br />
Melissa lachte. &bdquo;Deshalb hat er trotzdem einen Penis, Blondi, und du eine Muschi. Sag Bescheid, wenn ihr da neugierig werdet. Wir sind für alles offen. Deyna hat in Schwerte auch schon aufmerksam zugehört, als wir in dieser Richtung Andeutungen gemacht haben. Das Einzige, was mich nervt, ist, dass die Männer so homophob auf sich reagieren. Voller Komplexe, die Typen.&ldquo;<br />
Maya spürte, dass es genau das war, was die Freundin brauchte. Sex bedeutete Mel eine Welt. Eine Handlung, die sie zuverlässig einnordete. Dort oben in ihrem Schlafzimmer hatte die Freundin eine umfangreiche Toy-Sammlung und würde sicher viel davon mit dem Freund ausprobiert haben.<br />
&bdquo;Wie sieht es bei Musti aus? Gibt es bei ihm etwas Neues?&ldquo;<br />
&bdquo;Nein! Asal beklagt sich weiterhin über ihr Leben hier. Er hört es sich an, ohne etwas daran ändern zu können. Sie geht praktisch nur zur Arbeit, anschließend nachhause und wartet ansonsten darauf, dass sie von ihm schwanger wird.&ldquo;<br />
&bdquo;Warum trifft sie sich nicht mit uns? Nur weil sie Angst hat, dass wir in die Hölle kommen? Religion ist doch scheiße, wenn sie das Leben so eng macht. Zumal Musti nichts davon nach außen trägt. Für ihn läuft das Leben kaum anders als bei einem Ungläubigen.&ldquo;<br />
&bdquo;Bevor ihr jetzt über Muslime herzieht, es gibt verschiedene Interpretationen des Koran. Strenge und sehr lockere. Das war früher bei euch Christen in Europa ähnlich und in vielen Ländern auch noch heute so. Südamerika zum Beispiel.&ldquo;<br />
&bdquo;Ja danke auch, Herr Oberlehrer&ldquo;, gab Melissa zurück. &bdquo;Frag mich in fünf Minuten noch mal, dann habe ich es schon wieder vergessen.&ldquo;<br />
Serkan lachte. &bdquo;Als ob. Du bist ein Elefant, mein Schatz. Tust nur dumm, damit du anderen jederzeit etwas vormachen kannst. Liebe Grüße von Baba! Er hat euch lieb.&ldquo;<br />
Melissa stöhnte. &bdquo;Boah! Weißt du, was das Schlimmste ist, Blondi? Der Mann meint es wirklich so. Er kann mich gut leiden und ich habe keine Ahnung, warum. Auch Elif mag mich. Sie glaubt, dass nur eine pflichtbewusste, ehrliche und starke Frau Polizistin werden kann. Das würde man ja schon allein bei dir sehen.&ldquo;<br />
&bdquo;Im Grunde genommen hat sie ja recht&ldquo;, stellte Serkan fest, während er den Esstisch eindeckte. &bdquo;Du bist zynisch, launisch und gehässig, aber insgesamt völlig harmlos.&ldquo;<br />
Melissa sah ihren Freund an, als ob er sie ins Gesicht geschlagen hätte. &bdquo;Bitte was? Ich bin harmlos? Alter! Was geht mit dir?&ldquo;<br />
&bdquo;Du versteckst deine Liebe zu den Menschen hinter dem Mantel der Unnahbarkeit, Schatz, daran ist nichts Schlimmes. Schau dir die vielen Menschen an, die dich mittlerweile lieben und ins Herz geschlossen haben.&ldquo;<br />
Melissas Blick wechselte zurück auf Maya, die lauthals lachte. &bdquo;Jetzt hör doch mal auf, du Kuh! Sag ihm gefälligst, er soll seine Klappe halten! Macht er mich grundlos fertig, der Affe, und du bestärkst ihn auch noch.&ldquo;<br />
&bdquo;Kommt schon essen, ihr beiden. Hab mir wirklich Mühe gegeben. Nächstes Mal bestellen wir wirklich lieber.&ldquo;<br />
Die beiden Frauen lösten sich aus den beiden bequemen Sesseln, traten in den Küchenbereich und setzten sich an den großen Esstisch aus Naturholz. Maya bewunderte immer wieder aufs Neue die Wohnung der Freundin. Sie war geschmackvoll und stylisch eingerichtet worden.<br />
Serkan stellte einen großen Pfannentopf auf einen Untersetzer, dazu Kartoffeln und Gemüse aus einem Römertopf.<br />
&bdquo;Deutsches Essen!&ldquo; Er lächelte und zwinkerte Maya zu, deutlich das Knurren ihres Magens vernehmend.<br />
&bdquo;Darf ich mir schon auftun?&ldquo;, kam prompt die Frage der Riesin.<br />
&bdquo;Langt zu!&ldquo;<br />
Melissa wollte schon den Deckel von der Topfpfanne anheben, da war Mayas Hand schon da. &bdquo;Erster!&ldquo;<br />
Sie lud ihren Teller voll, ließ sich dabei Zeit, sichtlich Melissa damit provozierend.<br />
&bdquo;Jetzt beeile dich schon! Damit wärst du schon wieder fertig.&ldquo;<br />
Maya lachte, nahm sich ein letztes Bratenstück und reichte die große Gabel an Melissa weiter.<br />
&bdquo;Endlich!&ldquo;<br />
Serkan grinste, nahm sich als Letzter und erfreute sich am Appetit der beiden Frauen. Es schien ihnen zu schmecken, obwohl das Geschmackliche bei Maya eine Nebenbedeutung hatte. Sie wollte einfach nur ihren Hunger gestillt bekommen.<br />
&bdquo;Wie geht es Zeynep, Jakub und dem Kleinen?&ldquo;, fragte Maya. &bdquo;Ich habe ihn noch gar nicht gesehen.&ldquo;<br />
&bdquo;David wächst und gedeiht. Aus irgendeinem Grund kann er sogar Mel leiden. Er lacht und strahlt über das ganze Gesicht, wenn sie ihn auf den Arm nimmt.&ldquo;<br />
Maya lachte. &bdquo;Wenn sie andere auf den Arm nimmt, lachen und strahlen sie selten, da hast du recht.&ldquo;<br />
&bdquo;Seid ihr blöd. Das Kind weiß einfach, wer die Guten sind. Bei Serki fängt er nach kurzer Zeit das Heulen an. Wahrscheinlich riecht er den angehenden Pädagogen.&ldquo;<br />
&bdquo;Du bist die geborene Mutti, Mel. Da kannst du dich noch so sträuben. Deine prägnante Weiblichkeit wird von den Kleinen sofort registriert.&ldquo;<br />
&bdquo;Ach, laber doch keinen! Habt ihr jetzt einen Punkt gefunden, um mich die ganze Zeit zu verarschen, oder was?&ldquo; Melissa winkte ab und aß weiter.<br />
Serkan erzählte davon, dass seine Schwester und der Schwager eine größere Wohnung suchen würden. Sie wollten nicht zu lange mit dem zweiten Kind warten, wohnten aber nach wie vor in Jakubs Junggesellenwohnung.<br />
&bdquo;Hatten wir Glück. Jeane sei Dank.&ldquo; Maya dachte in diesem Moment daran, dass sie noch gar nicht so lange aus Brasilien zurück war und wieviel sich wieder bei ihr geändert hatte. Innerhalb von wenigen Wochen.<br />
Eine eigene Wohnung, das Zusammenleben mit Heiner und Nele. Eine Veränderung, die sich noch einmal intensivieren würde, wenn sie dann die Prüfung abgelegt und hauptsächlich in Dortmund eingesetzt werden würde.<br />
&bdquo;Du kannst doch Manne schreiben. Der hat gute Kontakte, vielleicht findet er was für die beiden.&ldquo;<br />
&bdquo;Gute Idee! An ihn habe ich gar nicht gedacht. Irgendwie schon unheimlich, Knöllchen. Manni gehört schon so gut wie zur Familie. Fatima lässt keinen Zweifel daran, dass er derjenige ist, den sie heiraten wird.&ldquo;<br />
Maya machte sich sofort Sorgen. &bdquo;Überfordert ihn da bitte nicht. Er war jahrelang allein, da kann er nicht in wenigen Monaten in solchen Dimensionen denken. Ich hoffe, Fatima lässt ihm da noch Zeit. Die Frage ist nicht ob, sondern wann. Er liebt sie, dessen kann sie sich sicher sein.&ldquo;<br />
&bdquo;Meine Worte und auch die meines Vaters. Sie ist mega happy mit ihm. Sie fühlt selbst, wie stark da der Druck in ihr ist.&ldquo;<br />
&bdquo;Ich finde es Hammer, dass sie so konkret ihr Leben plant. Als ob sie da eine Liste hätte&ldquo;, stellte Melissa fest. &bdquo;Heiraten, Kinder bekommen, das ist schon fix und fertig bei ihr im Kopf. Die hat da auch keinerlei Zweifel, dass Mannischatz der Falsche sein könnte.&ldquo;<br />
&bdquo;Ist bei uns so! Nicht nur die Frauen denken in diese Richtung, sondern auch die Männer. Man möchte ein paar Generationen erleben dürfen. Das wird den meisten deutschen Paaren schwerfallen. Gefühlt werden die immer älter.&ldquo;<br />
&bdquo;Na bei euch doch auch!&ldquo;, stellte Melissa fest. &bdquo;Vor allem bei den Muckeln, die hier geboren worden sind. Man passt sich den Gegebenheiten an. Von den Frauen wird hier offensichtlich mehr erwartet als in der Türkei und das ist auch gut so.&ldquo;<br />
Serkan betrachtete sie nachdenklich. &bdquo;Ich wette mit dir, dass das viele deutsche Frauen anders sehen. Vielleicht nicht die Mehrheit, kann sein, aber ein wesentlicher Teil schon.&ldquo; Er wandte sich an Maya. &bdquo;Komischerweise habe ich bei dir und Heiner auch keine Sorge. Ich könnte wetten, du wirst innerhalb der nächsten fünf Jahre schwanger.&ldquo;<br />
&bdquo;Was?&ldquo; Maya sah schockiert zu dem Freund hinüber. &bdquo;Was soll das denn jetzt? Willst du mir ein Auge machen? Ich habe mit Heiner gesprochen. Wir warten ab, bis ich 27 oder 28 Jahre alt bin. Dann haben wir auf jeden Fall genug auf der Seite und ich kann auch ein paar Jahre Pause machen.&ldquo;<br />
&bdquo;Als ob! Wer soll denn dann die Welt vor den Menschen retten?&ldquo; Melissa lachte.<br />
&bdquo;Hat bisher auch geklappt. Schwanger passe ich ja gar nicht in die Rüstung.&ldquo;<br />
&bdquo;Das ist ein Argument&ldquo;, stellte die Freundin fest. &bdquo;Es sei denn, Stevens baut dir auch dafür etwas, was mit wächst.&ldquo;<br />
Die beiden Frauen lachten.<br />
Für Maya war es ein schöner Abend. Sie räumten zusammen den Tisch ab, spülten das Geschirr, um die gröbsten Reste zu entfernen, und gaben es in die riesige Spülmaschine. Nichts an dieser Wohnung schien gewöhnlich zu sein. Später nahmen sie wieder in den Sesseln vor den Panoramafenstern Platz, erzählten oder hingen ihren Gedanken nach. So wurde es fast 2 Uhr, bis Maya ins Bett kam und ihre Augen schließen konnte. Heiner wusste Bescheid. Er hatte kein Problem damit, wenn sie sich mal einen Abend nicht gute Nacht sagten.<br />
Treffen im Park<br />
Ein harter Tag lag hinter Maya. In der Schule waren alle aus dem Häuschen, als sie nach so langer Zeit wieder in der Klasse auftauchte. Grob wussten die anderen Anwärter Bescheid, aber darüber hinaus wurde auch viel Unsinn erzählt. Maya antwortete ausweichend auf Fragen der Kollegen, spielte ihre Einsätze von ihrer Bedeutung her herunter und zeigte sich erstaunt, wie viel zur Klasse durchgedrungen war. So wusste man einige Details über die Einsätze in den USA und Brasilien, aber auch von Polen war die Rede gewesen. Wie konnte das innerhalb eines Tages hier bekannt werden? Auch Melissa schien besorgt. Sie hatte niemandem etwas erzählt und wollte darüber unbedingt mit Mangold sprechen.<br />
Nikolaidis war hoch erfreut, als er seine riesige Anwärterin in ihrer Bank sitzen sah. Auch er schien mehr über deren Arbeit zu wissen, als er preisgab. So begrüßte er Maya überschwänglich, fragte sie, wie es ihr ging und wie der Wissensstand bei ihr war. Sie reagierte hilflos und wartete darauf, dass die Aufmerksamkeit wieder abebbte. Sie wollte doch einfach nur ihre Ruhe! Ein Blick nach rechts, Bommel schlief schon wieder. Sie war so neidisch. Sein Verstand sagte gute Nacht, während sein Unterbewusstsein für ihn lernte. Er wusste nach der Stunde alles.<br />
Mustafa hatte ähnlich damit zu kämpfen, kam aber wesentlich besser mit dem Unterricht zurecht als sie. Und Mel? Sie spielte gelangweilt mit ihrem Kugelschreiber, schrieb sich hier und da etwas auf und hörte passiv zu.<br />
Das war so scheiße! Sie versuchte ja, dem Unterricht zu folgen und Interesse zu zeigen. Aber nach zehn Minuten war es vorbei und ihre Gedanken verselbstständigten sich. Immer wieder gebändigt vom Verlangen, den Stoff irgendwie aufzunehmen. Aber das hielt nur für kurze Zeit und schon bald war sie wieder bei Heiner, Nelchen oder dem vor ihr liegenden Wochenende.<br />
Nikolaidis kannte ihre Lernschwäche und versuchte, sie bestmöglich zu unterstützen. So nannte er ihr wichtige Punkte, die sie aufschreiben sollte, forderte sie zur mündlichen Mitarbeit auf und schaffte es immer wieder, sie aus ihrem Loch herauszuholen.<br />
&bdquo;Noch ein paar Monate, dann haben wir diesen Unsinn hinter uns gebracht&ldquo;, stellte Melissa fest, trat an die Bank, wo ein paar Schüler des Kollegs saßen, und meinte direkt, dass diese sich schleichen sollten.<br />
&bdquo;Mel! Es gibt noch die anderen!&ldquo;, meinte Bommel, während Maya den beiden nachfolgte und die Nachrichten auf ihrem Handy las. Günter hatte geschrieben und sich bei ihr erkundigt, ob es heute bei ihr klappen würde. Natürlich sagte sie zu. Sie hatte deutlich gefühlt, wie wichtig den beiden das Treffen war, in der Hoffnung, dass sie zu den Kindern eine Bindung aufbauen konnte.<br />
&bdquo;Wo ist Musti?&ldquo;, fragte sie, nachdem sie sich auf die freigewordene Bank setzte.<br />
&bdquo;Der wollte noch einmal ins Sekretariat. Braucht eine Bescheinigung für das Wohngeld&ldquo;, Bommel zog sein Handy aus seiner Jacke.<br />
&bdquo;Verdient seine Frau so wenig?&ldquo;, wollte Maya wissen.<br />
&bdquo;Anscheinend nicht genug. Bei den Mieten ja auch kein Wunder&ldquo;, erwiderte Bommel. Er hatte für John gerade eine Nachricht eingesprochen. &bdquo;Maya! Ich werde dir auf ewig dankbar sein! Der Junge ist pures Gold! Ich liebe ihn.&ldquo; Der kolossale Mann beugte sich zu ihr hinüber und umarmte sie.<br />
&bdquo;Hey! Jetzt macht nicht wieder einen auf Sülze. Bitte! Muss doch nicht.&ldquo; Melissa stöhnte.<br />
Bommel ließ sich nicht beirren. &bdquo;John hält große Stücke auf das Türmchen. Genauso wie die übrige Besatzung ihres Flugzeuges. Ich würde das Teil ja so gerne mal sehen. Mit über 2 Mach durch den Himmel flitzen, episch!&ldquo;<br />
&bdquo;Blondi ist die einzige Anwärterin auf der Welt mit einem eigenen Dienstwagen und einem eigenen Dienstjet. Irgendwie schon bekloppt. Ich meine, das Ding steht in der Gegend rum und wartet im Grunde darauf, dass du zusteigst.&ldquo; Melissa kniff Maya in die Seite, doch blieb eine Reaktion aus. Stattdessen gähnte die Riesin nur, streckte sich und machte die Brottüte auf, die sie morgens beim Bäcker gekauft hatte.<br />
&bdquo;John ist begeistert von dem Job. Er wird bezahlt und abgesehen von regelmäßigen Übungen und Besprechungen hat er frei&ldquo;, erklärte Bommel. &bdquo;Wenn er sich bis zum Jahresende gut schlägt, wird er sogar verbeamtet, genauso wie die restliche Crew.&ldquo;<br />
&bdquo;Gefällt es ihm in Köln?&ldquo;, wollte Maya wissen.<br />
&bdquo;Er nennt die Stadt ein Paradies. Es gibt hier so viele Queere, wie er es anderorts nirgendwo erlebt hat. Auch von den Locations und Veranstaltungen her. Es ist eigentlich immer was los.&ldquo;<br />
&bdquo;Freue ich mich. Hat es sich gelohnt, ihm von dir zu erzählen.&ldquo;<br />
&bdquo;Gelohnt? Wir sind auf Wolke sieben, dank dir.&ldquo;<br />
&bdquo;Boah, ich kotze gleich. Hört doch mal auf mit dem Getucke! Nicht auszuhalten.&ldquo; Melissa steckte sich ihren rechten Zeigefinger in den Mund und gab Würgegeräusche von sich. Sie sah auf die Uhr. &bdquo;Gleich noch den Sudak, dann haben wir wieder einen Tag hinter uns gebracht und er auch. Ich hoffe, er schafft noch unseren Jahrgang, ohne abzuleben.&ldquo;<br />
&bdquo;Mel! Bitte! Der ist doch der Liebste von allen. Zieh nicht so über ihn her. Du magst ihn doch auch.&ldquo; Maya meinte es ernst. Sie mochte den alten Lehrer sehr.<br />
Melissa ließ einen Furz fahren und wandte sich dann Maya zu, während Bommels Gesichtszüge entgleisten. &bdquo;Alter!&ldquo;, ließ er hören. Sie selbst störte sich nicht weiter daran und grinste nur. &bdquo;Und, Schatz? Kannst du schmecken, was ich zum Frühstück hatte?&ldquo;<br />
Maya seufzte. &bdquo;Boah, bist du drauf! Manchmal könnte man wirklich glauben, du hättest einen Schwanz.&ldquo;<br />
Mustafa kam jetzt auf den Schulhof, setzte sich zu ihnen und blinzelte in die Sonne. &bdquo;Boah, ist das Wetter geil. Geh später mit meiner Frau zum Volksgarten, ein Eis essen und chillen. Vielleicht ist sie ja dann ein bisschen happy.&ldquo; Er wandte sich an seine Freunde. &bdquo;Was macht ihr noch?&ldquo;<br />
Maya erzählte von dem Treffen mit Günter und Felicitas. Auch, dass die Kinder ein Problem mit dem Freund hatten.<br />
&bdquo;Das wird klappen. Du hast so ein liebes und infantiles Gemüt, gepaart mit deinem freundlichen Kuh-Gesicht, da können sie gar nicht anders, als sich dir und später Günter an den Hals zu werfen&ldquo;, meinte Melissa. Sie gähnte. &bdquo;Ich werde ein paar Freunde in Bochum besuchen. Muss mein Türke mal selbst die Hand an sich legen.&ldquo;<br />
Bommel sah die hübsche Blondine neben sich entgeistert an. &bdquo;Was ist los mit dir? Du bist ja immer prollig und zickig, aber das heute schlägt alles!&ldquo;<br />
Maya fühlte sich sofort an den gestrigen Tag erinnert. Mel ging es nicht gut. Saskias Kollegin und deren Schicksal spukte ihr nach wie vor im Kopf herum. Hoffentlich baute sie keine Scheiße. Sie machte sich wirklich Sorgen. Sollte sie noch einmal mit ihr reden? Sie bezweifelte, dass sie da irgendeinen Einfluss auf die Freundin gewinnen konnte.<br />
&bdquo;Nichts! Was soll sein? Laber doch nicht. Ich bin wie sonst auch. Der reine Sonnenschein!&ldquo;, gab Melissa an Bommel zurück.<br />
Mustafa las auf seinem Handy. Er zog seine Stirn kraus und schüttelte seinen Kopf. &bdquo;Was für Scheißkerle!&ldquo;<br />
Bommel interessierte sich sofort. &bdquo;Was passiert?&ldquo;<br />
&bdquo;Die haben in Malaga ein Fußballstadion mit Drohnen angegriffen. 20 Menschen wurden direkt getötet, fast zweihundert weitere in der ausbrechenden Massenpanik schwer verletzt. Eine afrikanische Extremistengruppe hat sich dazu bekannt, die die westlichen Demokratien als ihre Feinde sehen.&ldquo;<br />
&bdquo;Na? Da fragt sich Blondi doch sofort, ob sie wieder los muss, um Verbrecher zu schlachten&ldquo;, spottete Melissa.<br />
Maya sah sie entgeistert an, schüttelte ihren Kopf, dann stand sie auf und ging zurück in die Schule.<br />
&bdquo;Du bist so bescheuert&ldquo;, rief Bommel, stieß Melissa hart vor ihre linke Schulter, stand auf und folgte der Riesin nach.<br />
&bdquo;Boah! Sie müsste doch bei mir mal endlich Bescheid wissen&ldquo;, versuchte Melissa, sich zu rechtfertigen. Doch Mustafa sah sie nur an und las dann schweigend auf seinem Handy weiter.<br />
&bdquo;Super! Bin ich wieder die Böse. Passt ja.&ldquo; Mel schob ihre Sonnenbrille zurecht.<br />
&bdquo;Du übertreibst halt in letzter Zeit zu oft!&ldquo;, gab der Freund beiläufig zurück.<br />
Sudak redete langsam und überbetont wie immer. Komischerweise half diese besondere Ausdrucksweise Maya sehr. Es hörte sich ein wenig so an, als ob eine Audiowiedergabe langsam wiedergegeben wurde. Viktimisierung war das Thema. Eingedeutscht so etwas wie die Opferlehre. Maya interessierte sich dafür. Auch Hollstädt hatte bei ihr dieses Thema schon angesprochen. Vieles kam ihr einleuchtend vor, anderes wiederum war neu für sie. Ein Beispiel war, dass Ermittlungen das Gefühl der Betroffenen, Opfer einer Straftat zu sein, noch intensivieren konnten. Auch gab es verschiedene Opfertypen, je nach Beziehungsgrad zum Täter.<br />
Nach drei Stunden war sie dann am Ende. So interessant der Unterricht beim &bdquo;Zitteropa&ldquo; war, wie Melissa den Dozenten titulierte, so fertig und ausgelaugt fühlte sie sich dann auch und wäre am liebsten gleich zu den Henschels gefahren, um sich mit Wilma auf der Couch zu verkriechen. Stattdessen würde sie das Tier abholen und mit ihr in den Park gehen, wo sie den Kurs mit Wolfgang gegeben hatte und dieser dann wegen zu hoher Nachfrage vom Ordnungsamt abgesagt worden war.<br />
Sie hatte nicht mehr viel über den Fitnesscoach nachgedacht. Es war in der jüngeren Vergangenheit bei ihr viel zu viel los gewesen. Selbst wenn sie gewollt hätte, sie hätte sich gar nicht mehr die Zeit am Freitag nehmen wollen, kämpfte sie doch um jede Stunde Freizeit. Selbst dann, wenn sie Sonderurlaub hatte, stand sie ja ständig unter Strom.<br />
Wolfgang hatte sich noch ein paar Mal gemeldet, von der neuen Trainerin erzählt und einer Schulturnhalle, die er angemietet hatte. Es klappte, der Unterricht ging weiter, wenn sich auch der Zuwachs mit ihrem Fernbleiben gemindert hatte. Es war trotzdem alles gut für ihn gelaufen, von daher hatte sich ihr schlechtes Gewissen an dieser Stelle in Grenzen gehalten.<br />
Würde sie ihn heute sehen? Ausgeschlossen war das nicht. Der Bekannte verbrachte gerne seine Zeit im Park, las seine Bücher und erzählte mit anderen Parkbesuchern.<br />
Wilma freute sich und wirkte gelöst. Sie hob ihre Nase in die Luft, sah sich suchend um und fand schließlich Günter mit Felicitas an einem großen Spielplatz stehen. Sie bellte freudig, wollte loslaufen, doch hielt Maya sie mühelos zurück. &bdquo;Warte auf mich, Hübsche!&ldquo;<br />
&bdquo;Hi!&ldquo;, rief sie Günter und Felicitas auf den letzten Metern zu, während die Aufmerksamkeit von immer mehr Umstehenden von den Kindern weg zu ihr überwechselte.<br />
Günter kam ihr entgegen und umarmte sie freudig. Er schien erleichtert in diesem Moment. &bdquo;Schön, dass das geklappt hat. Im schlimmsten Fall werden wir jetzt beide ignoriert.&ldquo; Er trat mit ihr zusammen an Felicitas heran, die sie nicht direkt begrüßt hatte. Warum, das konnte sich Maya denken, die Kinder sollten sehen, dass Maya vor allem mit Günter eine Verbindung hatte.<br />
&bdquo;Kommt ihr ein Stück zur Seite? Wilma darf nicht auf das Spielplatzgelände&ldquo;, bat Maya. Die ersten Kinder näherten sich Maya zögerlich, manche in Begleitung von ihren Eltern.<br />
&bdquo;Hallo! Du bist Maya, oder?&ldquo;, fragte ein Mann mittleren Alters. &bdquo;Darf meine Tochter mit dir ein Foto machen?&ldquo;<br />
Maya war einverstanden und lächelte auf das schüchterne Mädchen herunter. Es versteckte sich halb hinter dem rechten Bein ihres Vaters. &bdquo;Möchtest du auf meinen Arm?&ldquo;<br />
Das Mädchen traute sich nicht so recht und brauchte erst vom Vater Zusprache. &bdquo;Geh hin, Sofia! Maya ist eine der größten Menschen der Welt. Wer weiß, ob du noch einmal die Gelegenheit dazu bekommen wirst, Wieselchen.&ldquo;<br />
&bdquo;Wieselchen? Das ist ja süß&ldquo;, stellte Maya fest, während sie in die Hocke ging. &bdquo;Komm hergewieselt, wenn du magst!&ldquo;<br />
Das Mädchen traute sich erst, als ein anderes Kind sich Maya nähern wollte. Die Erwachsenen lachten. &bdquo;Na, dann komm du, Hübsche!&ldquo; Maya reichte Wilmas Leine an Günter weiter, hob das Mädchen in die Höhe und setzte sie vorsichtig auf ihre Schultern.<br />
Sofia guckte erst ängstlich aus der für sie ungewohnten Höhe auf die Erwachsenen und Kinder herunter, dann winkte sie ihrem Vater zu, der eifrig Fotos mit seinem Handy machte. &bdquo;Komm wieder runter, Schatz, da wollen auch noch andere Kinder!&ldquo;<br />
Das riesige mit Netzen bespannte Klettergerüst verlor zusehends an Reiz und immer mehr Kinder näherten sich Maya. Wilma ging es damit gar nicht gut und so gingen Felicitas und Günter weiter auf Abstand. Maya aber widmete sich den Kindern. So posierte sie mit Zwillingen, hob einen großen Jungen in das Kletternetz und wirbelte, langsam, dann immer schneller werdend, zwei größere Mädchen an beiden Händen haltend im Kreis herum.<br />
Maya bemerkte jetzt zwei Kinder, die zu Felicitas gerannt kamen, ehrfürchtig den riesigen Hund musterten, der sich hinter Günters Beinen versteckte, und dann aufgeregt in ihre Richtung zeigten.<br />
Der Freund sprach mit den beiden, wie sie beobachten konnte, beruhigte Wilma und schließlich näherte sich das Mädchen, um den vor Angst zitternden Hund vorsichtig zu streicheln.<br />
Wilma schien sich langsam zu beruhigen, blickte aber immer noch ängstlich zu dem Jungen hinüber, der sie neugierig beobachtete.<br />
Maya wollte jetzt eine Pause, bat um Verständnis und ging zu Günter und der kleinen Familie zurück.<br />
&bdquo;Hey, Türmchen! Das sind Felis Kinder Boris und Thea&ldquo;, stellte der Freund die beiden Kinder vor. &bdquo;Kinder, das ist meine Freundin Maya.&ldquo;<br />
&bdquo;Hey, ihr beiden. Das freut mich aber, euch kennenzulernen. Hab schon viel von euch gehört.&ldquo; Sie lächelte und bot den beiden ihre Hand. Die beiden Kinder staunten, verglichen ihre Hände mit der von der Riesin und erwiderten schließlich den Gruß.<br />
&bdquo;Ist Türmchen dein Spitzname?&ldquo;, wollte Boris wissen.<br />
Maya nickte. &bdquo;Ja, so nennt mich fast jeder. Ich habe auch noch zwei andere. Eine Freundin nennt mich Blondi und meine türkische Familie Knolle!&ldquo; Sie lächelte. &bdquo;Hast du auch einen?&ldquo;<br />
Der Junge verneinte. &bdquo;Nee. Gibt nichts für meinen Namen. Thea hat aber auch keinen. Woher kennst du Günter?&ldquo;<br />
&bdquo;Er ist der Sohn meiner ältesten Freundin. Seine Mutter hat mir super viel geholfen und er auch.&ldquo;<br />
&bdquo;Mein Vater sagt, er arbeitet mit Verrückten&ldquo;, meinte Thea.<br />
Maya antwortete nicht sofort. &bdquo;Kennt dein Vater Günter?&ldquo;<br />
Das Mädchen nickte. &bdquo;Sie haben sich schon gesehen, als Mutti uns abgeholt hat.&ldquo;<br />
&bdquo;Aber in seiner Arbeit war er noch nicht?&ldquo;, fragte die Riesin weiter.<br />
&bdquo;Nein. Wie denn?&ldquo; Die beiden Kinder lachten.<br />
&bdquo;Woher will er dann wissen, ob Günter mit Verrückten arbeitet?&ldquo; Sie blickte Thea fragend an. &bdquo;Und warum nennt er sie verrückt? Das sind Menschen, die krank geworden sind, nur, dass sie nicht bloß einen Schnupfen abbekommen haben. Und Menschen wie Günter helfen ihnen, wo andere über sie lachen.&ldquo;<br />
Das Mädchen schien zu spüren, dass Maya es nicht gut fand, was sie gesagt hatte. &bdquo;Kommst du mit uns auf den Spielplatz?&ldquo;, fragte sie hoffnungsvoll.<br />
Boris schien diese Idee zu freuen. &bdquo;Dann werden die anderen neidisch sein.&ldquo;<br />
Maya seufzte. Sie fühlte, wie ihre Stimmung gegenüber den Kindern kippte. &bdquo;Klar! Aber dann spiele ich mit den anderen auch.&ldquo;<br />
Sie ging mit auf den Spielplatz, hob die Kinder in das Klettergerüst, fing sie daraus wieder auf, wirbelte sie herum, dann waren auch andere dran. Auch Sofia war dabei und gackerte, als sie von ihr in die Luft geworfen wurde.<br />
Wie vor einer Jahrmarktattraktion standen die Kinder Schlange, schimpften, wenn eines von ihnen versuchte, sich vorzudrängeln, und riefen aus Protest nach ihren Eltern. Die brachten Ordnung in die Reihe, während Maya langsam Hunger bekam und einen Riegel essen wollte. &bdquo;Pause!&ldquo;, rief sie und deutete auf die wartenden Freunde.<br />
&bdquo;Kommst du noch mal, Türmchen?&ldquo;, fragten die Kleinen. &bdquo;Bitte! Ich war noch nicht&ldquo;, meinte ein kleiner dicker blonder Junge mit Brille.<br />
&bdquo;Aber klar. Jeder kommt mal dran, einverstanden?&ldquo; Sie winkte den Eltern zu, dann lief sie mit weiten Schritten zu Feli und Günter zurück. Wilma freute sich und hätte beinahe Günter umgerissen im Versuch, der Riesin entgegenzulaufen. &bdquo;Hey, du Doofe!&ldquo;, schimpfte er, lachte aber heiter auf, als er versuchte, der Kraft der Hündin irgendetwas entgegenzusetzen.<br />
&bdquo;Was für ein Idiot&ldquo;, meinte Thea, worauf ihr Bruder lachte. Maya hörte es, obwohl die Kinder weit hinter ihr liefen.<br />
&bdquo;Schnell einen Riegel!&ldquo; Maya lächelte. &bdquo;Die schaffen mich echt! Aber es macht Laune. Man vergisst schnell, dass man da noch vor ein paar Jahren selbst einen Haufen Spaß hatte.&ldquo; Sie kaute genüsslich.<br />
&bdquo;Du kannst wirklich gut mit Kindern&ldquo;, staunte Felicitas. &bdquo;Ich mache zehn Minuten mit, dann habe ich keine Lust mehr. Diese kindliche Fantasie ist mir über die Jahre irgendwie abhandengekommen.&ldquo;<br />
&bdquo;Soweit bin ich da ja noch nicht weg&ldquo;, erwiderte Maya.<br />
&bdquo;Wilma will sich nur von Thea streicheln lassen. Vor mir hat sie Angst&ldquo;, ärgerte sich Boris. &bdquo;Ich habe ihr doch gar nichts getan.&ldquo;<br />
&bdquo;Na, Günter dir auch nicht und du kannst ihn trotzdem nicht leiden, hab ich recht?&ldquo; Maya blickte freundlich auf den Jungen herunter. &bdquo;Wilma hat aber einen Grund. Sie wurde von einem Buben in deinem Alter gequält. Warum magst du Günter nicht?&ldquo;<br />
Felicitas wollte was sagen, doch da antwortete Boris schon. &bdquo;Er will uns unsere Mutti wegnehmen.&ldquo;<br />
&bdquo;Und wie macht er das?&ldquo;, wollte Maya wissen. &bdquo;Steckt er sie in einen Rucksack und läuft mit ihr weg?&ldquo;<br />
Der Junge sah zu ihr auf und schüttelte seinen Kopf. &bdquo;Nein. Dazu ist er doch gar nicht stark genug.&ldquo;<br />
&bdquo;Braut er einen Zaubertrank und lässt sie unsichtbar werden?&ldquo;, wollte Maya wissen.<br />
Der Junge lachte. &bdquo;Nein, das gibt es doch gar nicht.&ldquo;<br />
&bdquo;Und wie nimmt er sie euch weg? Klebt er ihr ein Namensschild auf die Stirn und behauptet dann, dass sie ihm gehört?&ldquo;<br />
Thea hatte mitgehört und mischte sich jetzt ein. &bdquo;Papa sagt, dass Mama keine Zeit mehr für uns hat, wenn Günter da ist. Und dass man selbst verrückt sein muss, wenn man Verrückten helfen will.&ldquo;<br />
&bdquo;Also ich hänge viel mit ihm ab und er ist völlig normal. Was hat er denn gemacht, dass ihr ihn für verrückt haltet?&ldquo;<br />
Die beiden Kinder sahen sich an. Dann richteten sie wieder ihren Blick auf Maya.<br />
&bdquo;Er geht mit Socken ins Bett.&ldquo;<br />
Günter lachte schallend auf. &bdquo;Na, wenn das kein Argument ist, dann weiß ich auch nicht.&ldquo;<br />
Maya fiel mit ein. &bdquo;Stimmt, das ist schon crazy, warum machst du das?&ldquo;<br />
&bdquo;Können wir dann weiter spielen?&ldquo;, fragte Boris und griff nach zwei Fingern von Mayas riesiger Hand. Er wollte sie mit sich ziehen, aber sie blieb stehen.<br />
&bdquo;Ich weiß nicht, ob ich das möchte. Wenn jemand einen eurer Freunde nicht mag, würdet ihr mit ihm spielen?&ldquo;<br />
Die beiden Geschwister sahen sich an, hoben ihre Schultern, dann liefen sie zurück zum Spielplatz. &bdquo;Dann nicht&ldquo;, rief Boris noch.<br />
Maya sah ihnen verdutzt nach. &bdquo;Alter Schwede, das sind wirklich harte Nüsse.&ldquo;<br />
Günter hob seine rechte Hand und legte sie der Freundin über den Rücken. &bdquo;Musst dir nichts draus machen, hast es probiert. Gegen die beiden sind sogar deine Skills machtlos. Immerhin halten sie zusammen. Irgendwie ist es ja auch gerecht. Die beiden können mich nicht leiden und meine Mutter Feli nicht. Immerhin hat sie zumindest meinen Dad schon geknackt, da hänge ich deutlich hinterher.&ldquo;<br />
&bdquo;Wie wäre es, wenn wir mit den beiden zu deinen Eltern fahren? Schlimmer kann es ja dadurch nicht werden, oder? Vielleicht finden die einen Draht zu den beiden?&ldquo;<br />
&bdquo;Du meinst, Sandra würde uns helfen?&ldquo;, in Felicitas&lsquo; Stimme klang Zweifel mit.<br />
&bdquo;Ich kann ja mal anrufen und fragen. Schaden wird es nichts.&ldquo; Günter zückte mit seiner freien Hand das Handy und gab einen Sprachbefehl.<br />
&bdquo;Telefonier mal! Ich muss noch ein paar Versprechen einlösen.&ldquo; Maya winkte den beiden zu, knuddelte noch einmal die Hündin, dann ging sie zurück zum Spielplatz, wo sich die Kinder sofort wieder auf sie stürzten. Auch Boris und Thea waren dabei und wurden von ihr bespaßt, wenn sie auch bei ihnen nicht viel hatte erreichen können, was Günter betraf. Sie wollte hier nicht nachtragend sein und hätte wahrscheinlich deren Mauern damit nur noch verstärkt.<br />
So liefen sie nach einer Dreiviertelstunde gemeinsamen Spiels zu Günter, Felicitas und Wilma zurück. &bdquo;Meine Ma macht für uns Abendessen. Dann könnt ihr sehen, wo Maya wohnt, wenn sie in Köln ist. Wenn ihr wollt, könnt ihr mit mir auf den Boden gehen. Dort liegen meine ganzen Spielsachen von früher herum. Dürft nicht alles haben, aber wenn euch was gefällt, können wir drüber reden.&ldquo;<br />
Der Junge zeigte zum ersten Mal echtes Interesse. &bdquo;Wirklich?&ldquo; Günter bestätigte es ihm. &bdquo;Ja, da ist sicher auch für Thea was dabei. Es gibt auch Sachen von meiner Schwester, aber da müsst ihr sie selbst fragen, wenn ihr sie mal trefft.&ldquo;<br />
&bdquo;Kommt sie heute gar nicht?&ldquo;, fragte Thea enttäuscht.<br />
&bdquo;Nein, leider nicht&ldquo;, gab Günter zurück. &bdquo;Sie muss für ihr Studium lernen. Es geht ihr auch nicht so gut. Eine Freundin von ihr ist verstorben. Da ist sie sehr traurig drüber.&ldquo;<br />
Die beiden Kinder zeigten Mitleid, wollten aber auch die Hintergründe wissen.<br />
&bdquo;Tut mir leid, aber Genaues weiß ich da nicht. Ich möchte sie da auch nicht fragen, das würde es für sie noch schlimmer machen.&ldquo;<br />
&bdquo;Als Erwin gestorben ist, war ich auch sehr traurig. Ich habe einen Tag lang geweint.&ldquo; Günter sah das Mädchen schockiert an. &bdquo;Ein Mitschüler?&ldquo;<br />
&bdquo;Nein, unsere Ratte. Sie leben nicht lange.&ldquo;<br />
&bdquo;Wollt ihr euch mein Auto ansehen? Das ist eins von der Polizei.&ldquo;, fragte Maya die Kinder ein wenig später. Die willigten begeistert ein.<br />
Thea durfte Wilma führen, während Boris nach wie vor von der Hündin als Gefahr gesehen wurde. Er durfte sie nicht anfassen, sie verfiel sofort in Schockstarre, klemmte den Schwanz zwischen ihre Hinterläufe und blieb stehen und zitterte. Günter erklärte dem Jungen, dass es bei ihm anfangs auch so war. Wenn er die Hündin öfter sehen würde und sich ruhig verhielte, würde sie früher oder später zu ihm kommen. Er müsste da Vertrauen aufbauen.<br />
&bdquo;Viel besser als sonst! Normalerweise sagt er etwas zu den beiden und sie wenden sich ab und lassen ihn stehen. Doch noch ein Fortschritt!&ldquo;, flüsterte Felicitas Maya zu, die daraufhin Erleichterung zeigte.<br />
Die beiden Kinder bestaunten das riesige Auto der Freundin. Boris durfte sich auf den Fahrersitz setzen, doch musste Maya erst für ihn den Sessel einstellen, damit er das Lenkrad erreichen konnte. Thea deutete auf die Tür der Kabine und wollte fragen, doch da kam Maya ihr schon zuvor. &bdquo;Nein, das ist keine Toilette.&ldquo; Die Kleine durfte die Polizeisignalleuchten einschalten und sie von außen bestaunen, dann schaltete Maya sie wieder aus. Boris indessen fuhr in seiner Fantasie das Fahrzeug mit lautstarken Geräuschen, die er dazu von sich gab. Felicitas musste ihm die Lippen mit einem Taschentuch trocknen, so viel Spucke produzierte er dabei.<br />
Im Haus der Henschels nahmen Günters Eltern die Kinder in Empfang, stellten sich ihnen vor und luden sie anschließend zu Kakao und Kuchen ein. &bdquo;Du bist Kinderärztin!&ldquo;, wusste Thea und fragte Sandra, ob sie gesund sei.<br />
&bdquo;Auf den ersten Blick würde ich das bejahen, aber Genaues kann ich erst sagen, wenn ich dich untersucht habe.&ldquo;<br />
&bdquo;Und du arbeitest mit Verrückten wie Günter&ldquo;, stellte Boris fest und deutete auf Lars. Der zeigte sich schockiert, während Felicitas sich eilig entschuldigte. &bdquo;Tut mir leid, dieses Bild hat ihm sein Vater in den Kopf gesetzt.&ldquo;<br />
&bdquo;Dann würde ich vorschlagen, wir rücken das schnell wieder gerade, meint ihr nicht?&ldquo; Lars fragte den Jungen, ob er schon mal traurig gewesen sei, was der Junge natürlich bejahte. &bdquo;Siehst du, und da helfe ich den Menschen, genauso wie Günter auch. Manche haben Schlimmes erlebt und schlafen dann nicht mehr. Sie können nicht mehr arbeiten, fühlen sich krank, weil der Kopf sie nicht mehr in Ruhe lässt. Und ein Psychotherapeut hilft ihnen dabei, das zu erkennen und diese Probleme zu lösen.&ldquo;<br />
Der Junge hörte aufmerksam zu. &bdquo;Dann sind die Leute später nicht mehr verrückt?&ldquo; Lars seufzte. &bdquo;Verrückt ist ein sehr schlimmes Wort, Boris. Du tust Menschen weh, wenn du es zu ihnen sagst.&ldquo;<br />
Für den Jungen war das Thema damit abgehakt. So trat er an Günter heran und erinnerte ihn an den Boden. Der junge Mann lächelte, fragte Thea, ob sie mit wollte und ging dann mit den beiden nach oben.<br />
&bdquo;So schlecht schaut das gar nicht aus. Hat das Türmchen also für euch etwas erreichen können&ldquo;, glaubte Lars zu wissen.<br />
&bdquo;Nein, das täuscht. Hab mir an den beiden die Zähne ausgebissen. Aber die Gesamtatmosphäre hat sie dann doch noch etwas geöffnet. Vielleicht schaffen wir bei den beiden ja heute noch was&ldquo;, erklärte die Riesin.<br />
Sandra wollte helfen. Die Gefahr, dass Günter, ähnlich wie Saskia, immer mehr auf Distanz zu ihnen ging, war für sie hoch. So wollte sie lieber die Frau tolerieren und die gemeinsame Zeit irgendwie hinter sich bringen. Viel darüber hinaus durfte Felicitas aber nicht von ihr erwarten. &bdquo;Hilfst du mir mit dem Essen, Türmchen?&ldquo;<br />
Maya war einverstanden. Natürlich fühlte sie, wie Felicitas mit der Situation kämpfte, schließlich wurde sie ganz bewusst von Sandra ausgegrenzt.<br />
Lars ging es nicht anders und so erbarmte er sich der Frau und bat sie in die Sitzgruppe. &bdquo;Ich kann dir ein paar Alben aus Günters Kindheit zeigen, wenn du möchtest.&ldquo;<br />
&bdquo;Danke, Lars. Das wäre lieb. Da bin ich sofort neugierig&ldquo;, lächelte die Frau gezwungen.<br />
Das gemeinsame Essen verlief ruhig, sehr zur Erleichterung Günters und Felicitas&lsquo;. Die Kinder hatten Hunger, durften sich bei den Henschels sattessen und spielten dann noch mit den Erwachsenen Riesen-Jenga. Ein Spiel, in dem man Holzstücke aufeinander schichten und möglichst hoch auftürmen musste. Auch Maya beteiligte sich daran und obwohl sie die beste Körperbeherrschung hatte, verlor sie doch freiwillig für die Kinder und trieb dabei allerlei Schabernack. So begann sie, wie aus dem Nichts, zu zittern oder riss, sich ungeschickt umdrehend, den ganzen Turm ein, obwohl sie den Stein bereits platziert hatte.<br />
Thea und Boris hatten sich jeder ein Spielzeug von Günter aussuchen dürfen. So hatte sich das Mädchen für ein Brettspiel entschieden und Boris für einen ferngesteuerten Modellbaupanzer. Dieser war mal sehr teuer gewesen, doch Günter trennte sich gerne davon, hatte sich doch sein früheres Interesse für Wehrtechnik stark ins Gegenteil verkehrt.<br />
Ob die Kinder deshalb ihm gegenüber auftauten, wussten weder Felicitas noch er selbst. Sie würden hier einfach abwarten müssen, wie Günter Maya und seinen Eltern erklärt hatte. So verabschiedeten sich die vier gegen 9 Uhr abends und versprachen Sandra und Lars, bald wieder zu kommen, nachdem die beiden dies vorgeschlagen hatten.<br />
&bdquo;Felicitas scheint eine gute Mutter zu sein&ldquo;, gab Lars seinen Eindruck wieder.<br />
&bdquo;Mag sein. Hoffen wir, dass Günter in diesem Punkt auch seine Erfahrungen machen darf.&ldquo; Sandra blickte kurz zu dem Gesicht ihres Mannes auf, dann trat sie in die Küche, um die Geschirrspülmaschine anzuschalten.<br />
&bdquo;Immerhin wird es langsam besser&ldquo;, glaubte dieser zu erkennen, nickte Maya zu und lächelte. &bdquo;Die beiden Racker sind auf jeden Fall echt und verbiegen sich für niemanden. Nur ihr Vater scheint ziemlich viel Einfluss auf sie zu nehmen, was ärgerlich ist. Aber früher oder später werden es die beiden begreifen, wer hier das eigentliche Arschloch ist.&ldquo;<br />
&bdquo;Hoffen wir es. Ich würde mich für Feli und Günter wirklich freuen. Sie passen gut zusammen und wirken trotz der Sorgen glücklich.&ldquo;<br />
Lars nickte ihr zu und griff nach ihrer rechten Hand. &bdquo;Das sieht Sandra auch so, sonst würde sie diesen Kampf mit sich nicht führen.&ldquo;</p>
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		<title>Gratwanderung im Leben der Maya Klein &#8211; Band 5</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Japakl75]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 26 Apr 2026 20:16:08 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Zurück in Köln &#8222;Scheiße!&#8220; Maya trommelte mit beiden Händen auf das Lenkrad, dabei fast vergessend, ihre Kräfte zu dosieren. Zu spät! Es kam immer wieder bei ihr vor. Sie seufzte,&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Zurück in Köln<br />
&bdquo;Scheiße!&ldquo; Maya trommelte mit beiden Händen auf das Lenkrad, dabei fast vergessend, ihre Kräfte zu dosieren.<br />
Zu spät! Es kam immer wieder bei ihr vor. Sie seufzte, doch der Kölner Stadtverkehr ließ ihr keine Chance. Gefühlt jeder Bewohner besaß ein Auto und war zu dieser Stunde unterwegs. Selbst wenn sie die Sirene eingeschaltet hätte, wäre sie nicht schneller vorangekommen. Die anderen Verkehrsteilnehmer hatten keinen Platz, um eine Spur freizugeben.<br />
Lerch! Sie würde von der Dozentin sicher einen Spruch gedrückt bekommen und Luchs eine Mitteilung schicken. Boah &#8211; nervte die Schule! Sie schaltete das Radio ein, wo noch die letzte Strophe eines Popsongs gespielt wurde. Im Anschluss gab es Nachrichten. Maya wollte abschalten, als von Neuigkeiten aus dem Bordellkrieg gesprochen wurde.<br />
&bdquo;&hellip; es gibt einen Fahndungserfolg der Kölner Soko, die eine durch das Laufhaus Queens vermittelte Prostituierte aus den Händen eines sadistischen Freiers befreien konnte. Der Neunzehnjährigen sind schwerste Verletzungen zugefügt worden, darunter Amputationen von Zehen und Fingern. Die Ermittler gehen davon aus, dass es sich um einen SM-Ring handelt, welcher über das Darknet Hurtcore vertreibt&#8230;&ldquo;<br />
Maya fühlte sich wie erschlagen. Konnte das Zufall sein? Melissa rief ausgerechnet dann Heiner an, als es hier einen großen Erfolg gab? War sie daran beteiligt? Sie hielt das durchaus für möglich. Melissa konnte stur wie ein Esel sein, wenn sie sich erst einmal etwas in den Kopf gesetzt hatte.<br />
Endlich kam wieder etwas Bewegung in den Verkehr. Ein Blick auf die Uhr &ndash; der Unterricht hatte gerade begonnen. Hastig schrieb sie Bommel eine Nachricht, damit er sie entschuldigen konnte, dann vermochte sie ein Stück weit bis zur nächsten Ampel zu fahren. Hundert-Meter-Schritte &ndash; es war wie verhext.<br />
Zwanzig Minuten später war sie dann endlich beim Berufskolleg angekommen. Sie parkte das Auto auf dem Innenhof und hetzte in Richtung Haupteingang.<br />
&bdquo;Hallo Maya!&ldquo;, riefen ihr ein paar Schüler aus einem anderen Bereich zu.<br />
&bdquo;Hallo!&ldquo;, gab sie zurück, dann war sie schon an den Treppen. Zweiter Stock, sie brauchte für jeden Absatz zwei Schritte.<br />
Frau Lerch ließ ein demonstratives Stöhnen hören, als sie die Riesin eintreten sah. &bdquo;Schön, dass Sie es dann auch geschafft haben, Frau Klein. Nehmen Sie bitte Platz!&ldquo;<br />
Maya entschuldigte sich, hob ihren rechten Arm in Richtung Klasse, lächelte und trat dann in die hinterste Bankreihe. &bdquo;Wo ist Mel?&ldquo;, fragte sie Bommel.<br />
&bdquo;Zu einer Besprechung im Präsidium. Hast du noch nicht gehört? Sie hat der Soko die Infos gesteckt. Das gab ein richtig großes Hallo! Für die Prostituierte wäre es fast zu spät gewesen.&ldquo;<br />
Maya ärgerte sich in diesem Moment über sich selbst. Melissa war ihrem Starrsinn gefolgt und hatte einen Menschen gerettet &ndash; was war daran falsch? Ahnte sie eine Gefahr für die Freundin? Oder machte sie sich hier viel zu viele Sorgen? Je mehr sie darüber nachgrübelte, desto schwieriger wurde es, diese Frage zu beantworten. Einen offiziellen Auftrag hätte es bei einer Anwärterin nicht gegeben, schon gar nicht außerhalb einer Soko.<br />
Wie sollte sie reagieren? Mel Vorwürfe machen? Würde sie nicht sowieso schon Ärger bekommen, weil sie ohne Auftrag gehandelt hatte? Noch dazu in ihrer Freizeit? Aber wie hatte sie Erfolg haben können, wo eine ganze Sonderkommission versagt hatte?<br />
Sie versuchte dem Unterricht zu folgen, doch gelang es ihr nicht. Irgendwann nahm sie die Ausführungen von der Lerch einfach nicht mehr wahr.<br />
&bdquo;Also für mich hat sie Biss bewiesen, wo alle anderen ihre Arbeit nicht gemacht haben. Der Leiter der Soko wurde vom Luchs zusammengeschissen, weil er die ersten Hinweise von Mel offensichtlich nicht ernst genommen hat.&ldquo; Mustafa streckte sich. &bdquo;Die Kleine wäre gestorben, wenn Mel aufgegeben hätte &ndash; das muss man sich nur mal klar machen!&ldquo;<br />
Bommel las dazu im Internet. &bdquo;Hurtcore! Ich kannte das Wort nicht einmal. Was für Irre sind das bitte?&ldquo;<br />
Maya hörte zu, sagte aber nichts. Sie fühlte den Wunsch in sich, Melissa anzurufen, gab diesem aber nicht nach. Das ist ein Ring! Noch dazu einer, der mit der Bande zusammenarbeitet, welche die ganzen Bordellbetriebe in Nordwestdeutschland übernommen hat. Brutal und ohne jegliche Skrupel.<br />
Ihr Magen reagierte sofort. Nicht weil sie Hunger hatte, wohlgemerkt. Sondern weil sie sich im Kopf das Schlimmste ausmalte. Sie hatte Ruhe in die Sache gebracht, hatte sich deshalb einer Kartellchefin gegenüber verpflichtet &ndash; und nun riss Melissa dieses Kartenhaus wieder ein?<br />
&bdquo;Der Täter, ein junger Mann aus Herne, hatte schon als Kind und Jugendlicher Tiere gequält und war auch handgreiflich gegenüber Mitschülern und Erwachsenen geworden. Er galt als therapiert und war über Jahre hinweg unauffällig, hatte eine Beziehung und lebte in den letzten Jahren ein bescheidenes und unauffälliges Leben&ldquo;, erzählte Bommel. &bdquo;Er war zu keiner Aussage bereit, weil er um sein Leben und das seiner Freundin fürchtet. Er beteuert, dass er die Frau nicht umgebracht hätte und sie beide einvernehmlich das Spiel zuvor gewünscht und besprochen hätten.&ldquo; Bommel seufzte und las weiter. &bdquo;Bei der gefolterten Frau handelt es sich um eine junge Mazedonierin, die nach einem heftigen Streit seit Monaten von ihrer Familie vermisst wurde.&ldquo;<br />
&bdquo;Sie hat ihre eigenen Finger und Zehen essen müssen, nachdem der Täter sie gehackt und gewürzt hatte.&ldquo; Mustafas Gesicht wurde bleich. &bdquo;Boah &#8211; ich kotze gleich.&ldquo;<br />
&bdquo;Für ihn hätte ich mir den Tod gewünscht. Was für ein Schwein. Und dann lügt er auch noch so dreist.&ldquo; Bommel legte das Handy beiseite und rieb sich mit beiden Händen über das Gesicht.<br />
&bdquo;Wie geht es John?&ldquo;, wollte Maya wissen.<br />
&bdquo;Ganz gut. Er hatte Bereitschaft in Berlin. Eigentlich wollten wir gemeinsam zu meinen Eltern fahren. Aber daraus wurde jetzt nichts. Holen wir am kommenden Wochenende nach.&ldquo;<br />
Maya griff mit ihrer linken Hand nach der Rechten des Freundes. &bdquo;Tut mir leid, daran war wohl ich schuld. Ich habe Freunde in der Nähe von Berlin besucht.&ldquo;<br />
&bdquo;Und &#8211; wie war es?&ldquo;, wollte Mustafa wissen.<br />
&bdquo;Wahnsinn! Hatten wirklich einen Haufen Spaß. Geile Stadt. Selbst das Dorf von Franzi hat was. Ruhig und inmitten der Natur. Habe auch ihre Freunde kennengelernt, die waren sehr nett zu uns.&ldquo;<br />
&bdquo;Und der Unfall? Wolltest nichts erzählen?&ldquo;, fragte Bommel beiläufig.<br />
Maya verneinte. &bdquo;Es wäre gar nicht dazu gekommen, wenn mein Anblick die Frau nicht abgelenkt hätte. Mir tut das ohne Ende leid.&ldquo;<br />
&bdquo;Ganz ehrlich, dann müsste es überall wegen dir Unfälle geben. Das kann doch keine Entschuldigung sein.&ldquo; Bommel nahm einen Schluck von seinem Kakao. &bdquo;Die hat Scheiße gebaut, nicht du.&ldquo; Er sah sie nachdenklich an. &bdquo;Geht es dir gut? Machst dir Sorgen um Melissa, oder?&ldquo;<br />
&bdquo;Wenn ich die Gewissheit hätte, dass diese Scheusale nichts von ihr wissen und sie aufhört, denen nachzujagen, würde ich mich für sie freuen. So habe ich aber nur Schiss.&ldquo;<br />
Mustafa sah sie nachdenklich an, dann nickte er. &bdquo;Kann ich verstehen. Irgendwie hatte ich mir die Polizeiarbeit anders vorgestellt. Schon aufregend, aber doch nicht so.&ldquo; Er überblickte Mayas imposante Erscheinung. &bdquo;Sorry, das hat sich jetzt blöd angehört. Ich bin froh, dass du da bist, wenn du gebraucht wirst. Aber Mel stürzt sich da freiwillig in etwas. Das ist schon ein Unterschied.&ldquo;<br />
&bdquo;Warum? Dank ihr lebt die Frau noch. Sie ist ihren Instinkten gefolgt.&ldquo; Bommel sah seine beiden Freunde missbilligend an. &bdquo;Ihr werdet ihr keine Szene machen!&ldquo;<br />
&bdquo;So wie du mir keine Szene gemacht hast?&ldquo;, fragte Maya interessiert zurück.<br />
Bommel wurde blass. &bdquo;Tut mir leid, Türmchen. Aber da hab ich Abstand gebraucht, okay? Dauerte bei mir eine Weile.&ldquo;<br />
&bdquo;Als ob du es heute anders sehen würdest.&ldquo; Maya machte sich keine Illusionen.<br />
&bdquo;Ich bin halt nicht Soldat geworden, sondern Polizist. Dass ich mal in Schlachten geraten könnte, hat man mir nicht gesagt.&ldquo;<br />
&bdquo;Lasst gut sein. Denkt lieber nach, was wir nach der Schule machen. Asals Schwester ist da und jetzt meckern sie im Chor, wenn ich zuhause bin.&ldquo;<br />
&bdquo;Geht das auf die Dauer gut bei euch?&ldquo;, fragte Bommel. &bdquo;Langsam hört sich das nicht mehr gesund an.&ldquo;<br />
&bdquo;Wir lieben uns. Irgendwann wird sie es schaffen. Sie braucht einfach nur einen Kontakt, der ihr das Leben hier vermittelt. Alles mutet ihr wie eine Hölle an &ndash; und ein wenig kann ich sie sogar verstehen.&ldquo;<br />
&bdquo;Was meinst du da genau?&ldquo;, wollte Maya wissen. &bdquo;Für mich fühlte es sich eher wie eine Hölle an, wie in arabischen Ländern mit den Frauen umgegangen wird.&ldquo;<br />
&bdquo;Es gibt da durchaus verschiedene Blickwinkel. Ich kann deinen verstehen, ich kann den meiner Frau verstehen. Gastfreundschaft, Hilfsbereitschaft, Lügen, Familie, Verantwortung sind Werte, die hier in Europa ganz anders gelebt werden. Hier geht es viel mehr um die Verwirklichung des Einzelnen und dessen Freiheiten. Teilweise aber mit starken gesellschaftlichen Auswirkungen. Bei uns gibt es da vielleicht noch höhere Werte, aber dafür andere und auch in meinen Augen gravierendere Probleme. Zwangsheirat, Frauenrechte, Strafverfolgung, Freigeistigkeit und so weiter.&ldquo; Mustafa sah auf seine Uhr. Ein paar Minuten Pause hatten sie noch. &bdquo;Und wenn ich an unser Bommele denke&#8230;&ldquo;<br />
&bdquo;Warum habt ihr geheiratet? Ist doch für euch beide Scheiße. Ich meine, du willst nicht zurück, oder?&ldquo;, fragte Bommel.<br />
&bdquo;Nein! Auf keinen Fall. Letzten Endes wird sie sich als meine Frau fügen müssen.&ldquo;<br />
Maya schloss ihre Augen. Gott, ging ihr das alles auf den Zeiger. Sie fühlte das Vibrieren ihres Handys &ndash; da hatte sie es schon aus ihrer Jacke herausgezogen. &bdquo;Heinchen!&ldquo; Sofort legte sich ein Lächeln über ihre Lippen. Sie stand hastig auf, ging ein paar Schritte zur Seite und nahm das Telefonat entgegen.<br />
&bdquo;Hey, mein Schatz! Alles gut?&ldquo;<br />
&bdquo;Hallo Maya!&ldquo; Heiners Stimme klang angespannt. &bdquo;Patricia ist am Samstag die Treppe heruntergefallen. Ihr fehlen die zwei oberen Vorderzähne und sie hat am ganzen Körper Prellungen. Sie kann von Glück sagen, dass sie sich nichts gebrochen hat.&ldquo;<br />
&bdquo;Ich würde ja jetzt sagen, dass es mir leidtut, aber&#8230;&ldquo;<br />
&bdquo;Warte, Maya! Sie hat am Montag nicht nur ihre Krankmeldung gebracht, sondern auch Torben das Geld, plus 500 Euro drauf als Entschädigung.&ldquo;<br />
Sprachlosigkeit. Ihre Gedanken rasten los und fanden souverän die Richtung nach Wustermark. &bdquo;Was denkst du?&ldquo;<br />
&bdquo;Dass es ein seeehr seltsamer Zufall ist. Ich meine, wir haben nicht direkt mit Rosalinda gesprochen, oder? Und dann innerhalb eines Tages?&ldquo;<br />
&bdquo;Du hast recht. Seltsam vielleicht, aber nicht unmöglich. Rosalinda macht auf mich nicht den Eindruck, dass sie sich in etwas einmischt, von dem sie nichts hat. Nächstenliebe ist nicht so ihr Ding &ndash; hab ich recht? Aber die Treppe runtergefallen? Das ist doch fast schon Klischee.&ldquo;<br />
&bdquo;Ich habe Petzold schon Bescheid gegeben. Für ihn ist die Sache damit erledigt und Torben nur noch erleichtert. Seine größte Angst war, dass wir ihm nicht glauben würden.&ldquo;<br />
&bdquo;Wenn wir wieder mit den Wustermarkern unterwegs sind, müssen wir trotzdem aufpassen, was wir sagen. Nicht, dass Rosalinda wirklich unsere Probleme zu ihren eigenen macht. Die Vorderzähne weg und grün und blau geschlagen &ndash; stell dir vor, das war sie!&ldquo;<br />
Heiners Stimme klang hohl. &bdquo;Sie hat zu mir gesagt, dass sie auf uns aufpassen wird. Oh mein Gott!&ldquo;<br />
Maya seufzte. &bdquo;Wird sich diese Patricia die Zähne richten lassen müssen. Eine Falsche getroffen hat es jedenfalls nicht. Stell dir vor, Torben hätte sich etwas angetan.&ldquo;<br />
Heiner gab ihr Recht. Auch er wollte nicht mehr darüber nachdenken. Die Sache war geregelt. Punkt! &bdquo;Lass uns später noch sprechen. Wollte es dir kurz erzählen.&ldquo;<br />
&bdquo;Gut, Süßer! Bis später. Hoffe, die Schicht wird nicht so hart für dich.&ldquo;<br />
&bdquo;Alles entspannt. Liebe dich, Maya! Versuche, im Unterricht aufzupassen!&ldquo;<br />
Maya sparte sich einen Kommentar. &bdquo;Bis später! Ich liebe dich auch.&ldquo; Sie beendete das Gespräch und sah, wie Mustafa und Bommel an der Tür zum Unterrichtsgebäude auf sie warteten.<br />
* * * * *<br />
&bdquo;Mel! Natürlich bin ich stolz auf dich. Es ist doch genial, dass du der Frau in höchster Not helfen konntest. Aber die haben sich nicht umsonst klar ausgedrückt. Halte dich in Zukunft raus! Du legst dich hier mit Schwerverbrechern an. Was, wenn rauskommt, dass du den Stein ins Rollen gebracht hast?&ldquo; Maya winkte noch einmal Bommel und Mustafa zu, welche die Rolltreppe zur Stadtbahnstation nahmen.<br />
&bdquo;Und dann zerstückeln die Typen weitere Frauen, weil die Soko zu blöd ist und ich zu viel Schiss habe? Dann könnte ich auch gleich mit dem Job aufhören, Blondi. Geht nicht, wirklich. Ich warte jetzt ab, was passiert, und halte meine Füße still. Aber wenn es da nicht bald mehr Neuigkeiten gibt, dann stehe ich wieder auf der Matte. Zumal sie ja jetzt den Typen haben. Er wollte sie mit Fleischerhaken an ihren Brüsten aufhängen! Nur damit du ein Bild vor Augen hast, von was für Typen wir hier sprechen.&ldquo;<br />
Maya wurde schlecht bei dieser Vorstellung. &bdquo;Wie bist du an ihn herangekommen?&ldquo;<br />
&bdquo;Ich habe den Puff in Bonn observiert. Fotos von diesen Typen hatte ich dank Agneta. Und als sie dann eines ihrer Schätzchen zu einem abseits gelegenen Haus in der Nähe der Luxemburger Grenze geschleift haben, hatte ich schon eine Ahnung. Die Frau hat sich gewehrt! Eigentlich hätte ich schon da eingreifen müssen. Als sie dann nach Stunden nicht mehr rauskamen, hab ich gehandelt. Mich hat es nur geärgert, dass ich so lange gezögert hatte. Er war schon gut dabei gewesen. Der Typ sah aus wie ein Hipster. Nie hättest du geglaubt, dass er zu so etwas imstande gewesen wäre.&ldquo;<br />
Maya hörte zu, unfähig zu einer Entgegnung. &bdquo;Aber gesehen hat er dich nicht?&ldquo;<br />
Melissa verneinte. &bdquo;In den Akten stehe ich auch nur als anonymer Hinweis.&ldquo;<br />
&bdquo;Bitte, Mel! Wenn die dich kriegen&#8230;&ldquo;<br />
&bdquo;Dann habe ich die Gewissheit, alles gegeben zu haben, was ich konnte. Wortwörtlich.&ldquo; Das Spöttische in der Stimme der jungen von Krolm fehlte in diesem Moment. &bdquo;Ich muss jetzt eh zu einer Weiterbildung in die Schweiz. Mangold hat sie mir ermöglicht. Super &ndash; bekommt mein süßer Muggel mich gleich nochmal kaum zu sehen. Hoffentlich hält er durch, das fickt mir richtig den Kopf. Im negativen Sinn.&ldquo;<br />
Maya reagierte erleichtert. Der Chef hatte also Wort gehalten, und wahrscheinlich hatte auch Melissas Mutter ein paar Strippen gezogen. An den Brüsten aufgehängt! An Fleischerhaken! Ihr Magen rebellierte bei dieser Vorstellung. Was war mit einem Menschen verkehrt, der so etwas zustande brachte?<br />
&bdquo;Blondi?&ldquo;, hörte sie Melissas Stimme. &bdquo;Sehen wir uns morgen, okay? Ich hole mal den Türken von der Uni ab und vögel ihm ausgiebig den Kopf frei. Vielleicht hilft es mir ja auch.&ldquo;<br />
&bdquo;Okay!&ldquo; &ndash; mehr bekam Maya nicht über ihre Lippen. Sie hörte den Quittungston des Gerätes, dann schob sie es zurück in ihre Jackentasche.<br />
Ausgeschlagene Vorderzähne und Hämatome am ganzen Körper. Patricia war die Treppe heruntergefallen! Oder war Rosalinda hier doch die Erklärung? Ihre Gedanken rasten. Ziellos pendelten sie zwischen Melissas Eigeninitiative und Heiners Arbeitskollegin hin und her.<br />
Wilma! Ihre Psychokrankenschwester. Zu den Henschels und mit der Hündin zusammen auf der Couch chillen. Vielleicht noch die Meditationsübungen von der Schmelzer?<br />
Sie war gerade in ihr Auto eingestiegen, da kam der nächste Anruf rein. Vala! Sie nahm das Gespräch sofort entgegen, froh, auf diese Weise schon jetzt einen Stimmungswechsel herbeiführen zu können. &bdquo;Mein Gott, freut es mich, von dir zu hören!&ldquo;<br />
&bdquo;Hey! Kein schlechtes Gewissen, Chefin! Ich habe das große Los gezogen: habe eine kleine, aber feine Wohnung in Köln, schiebe mit Jürgen richtig gerne Dienst und meine bisherigen Einsätze waren &bdquo;Maya spielen&ldquo;. Ab und an werden wir vom SEK angefordert, damit wir helfen, Wohnungen zu stürmen. Ansonsten trainieren wir. Jürgen ist dann am Jammern, aber mir gefällt es.&ldquo;<br />
&bdquo;Dann bist du nicht mehr sauer auf mich?&ldquo;, fragte Maya besorgt.<br />
&bdquo;Nein! Ich habe von Jürgen gehört, was in der Burg passiert ist. Vielleicht hätte ich da gezögert, wo du entschlossen warst? Dann wäre sein Bruder jetzt vielleicht tot.&ldquo;<br />
&bdquo;Wie geht es Erich?&ldquo; Maya musste sich eingestehen, dass sie lange nicht mehr an den Kollegen gedacht hatte. Ein Folteropfer, genauso wie die Frau, die Melissa gerettet hatte.<br />
&bdquo;Er ist noch lange nicht gesund, aber die Tendenz zeigt wohl nach oben, Chefin. Jürgen meint, sein Cousin werde in der Familie gut umsorgt, spricht schon wieder mehrere Sätze, reagiert, hat aber nach wie vor Alpträume. Dass der Niederländer noch am Leben ist, plagt ihn sehr. Trotz dessen zwanzigjähriger Haftstrafe.&ldquo;<br />
Maya schüttelte den Kopf. Der Mann würde also irgendwann wieder aus dem Gefängnis kommen. Und dann? Begann die Jagd von Neuem? Ihr schauderte bei der Vorstellung. Sie war noch nicht volljährig und hatte Todfeinde. Es war so absurd. Vor zwölf Monaten hätte sie niemals in solch eine Richtung gedacht.<br />
Hevi! Der Gedanke an die Freundin half ihr nicht. Ganz im Gegenteil &ndash; mit ihrem Verlust schien diese Entwicklung begonnen zu haben.<br />
Nein! Es war schon vorher schlimm gewesen. Sie konnte sich noch gut an dieses Wochenende erinnern.<br />
&bdquo;Geht es dir gut?&ldquo;, wollte die Isländerin wissen.<br />
&bdquo;Ich habe das Gefühl, dass der Stress immer mehr wird, statt weniger. Ich hatte ein schönes Wochenende in Berlin, aber es hilft mir trotzdem nicht aus meinem Sumpf raus.&ldquo;<br />
&bdquo;Lass uns mit Jürgen was unternehmen! Vielleicht morgen? Bitte, Chefin, es würde uns freuen. Er fragt oft nach dir. Ich darf ihm leider nichts erzählen, aber das, was er an Gerüchten gehört hat, reichte ihm schon. Du hast ihn und seinen Bruder gerettet, das wird er nie vergessen.&ldquo;<br />
&bdquo;An Erichs Schreie kann ich mich auch jetzt noch erinnern, Vala. Es war furchtbar.&ldquo; Maya wollte sich schnell wieder von dieser Erinnerung lösen. &bdquo;Wann habt ihr morgen Zeit?&ldquo;<br />
&bdquo;Morgen habe ich frei und Jürgen kann am Nachmittag. Vielleicht nach deiner Schule?&ldquo;<br />
Maya war einverstanden. &bdquo;Super! Dann können wir &lsquo;ne Runde machen, damit die Leute wieder was zu gaffen haben.&ldquo; Sie lachte. &bdquo;Ich freu mich, euch zu sehen.&ldquo; Sie dankte der Kollegin für den Anruf und verabschiedete sich. Chillen! Wilma! Ich komme!, dachte sie sich.<br />
Marlenes Junggesellinnenabschied<br />
Die letzten Wochen waren für Maya nicht einfach gewesen. Ständiges Pendeln zwischen Köln, Dülmen und Dortmund, der Besuch bei Heiners Vater in Berlin, Treffen mit Freunden, die sie stark vernachlässigt hatte, zwei Intensivtrainings in den letzten Wochen mit dem gesamten Team, dazu zusätzliche Lerneinheiten für ihre theoretische Ausbildung. Hinzu kam noch die Vorbereitung von Marlenes Junggesellinnenabschied, der sie völlig überfordert hätte, wenn nicht Anja, die älteste Freundin Marlenes, tatkräftig unterstützt hätte. Für Maya ein Wunder, dass die Frau nicht beleidigt reagiert hatte, nachdem sie von Saschas Schwester nicht zur Trauzeugin ernannt worden war.<br />
Ein ganzes Wochenende in Köln! Jede von ihnen hatte 250 &euro; dafür eingeplant, das Hotel mit Spa war gebucht, dazu eine Reihe von Locations, die man besuchen wollte. Auch der Club von Ioan stand auf der Liste. Sie hatte mit ihm schon über Saskia Kontakt aufgenommen.<br />
Neben Mayas Auto würde noch eine Kollegin Marlenes fahren, die in der Radiologie-Praxis mit ihr zusammenarbeitete. Insgesamt waren sie zu neunt.<br />
&bdquo;Hast du alles?&ldquo;, wurde sie von Heiner gefragt.<br />
Maya blickte auf den Rucksack hinunter, den sie gepackt hatte, dachte noch einmal nach, dann nickte sie. &bdquo;Klamotten für den Tag, Kleider für unseren Clubbesuch heute Abend und morgen dann Schickmicki-Restaurant. Tagsüber soll es regnen, von daher hab ich auch noch eine zweite Hose und eine Jacke dabei.&ldquo; Sie zählte weitere Dinge auf, dann schien sie zufrieden.<br />
&bdquo;Mein Gott, finde ich es ätzend, dass du ausgerechnet dieses Wochenende komplett frei hast.&ldquo; Sie blickte auf Heiners Gesicht hinunter und gab ihm einen Kuss. &bdquo;Mein Jahrgangsbester!&ldquo;<br />
Ihr Freund lächelte. Tatsächlich hatte er seinen Abschluss mit 1,2 bestanden und durfte stolz auf diese Leistung sein. Auch Nadja war glücklich über das Ergebnis und machte sich keine Sorgen, dass Heiner in ihrem Geschäft seine Aufgaben nicht finden würde.<br />
&bdquo;Du wirst das auch gut machen. Noch ein paar Monate durchhalten, Maya!&ldquo;<br />
Die Gesichtszüge der Riesin erstarrten bei diesem Thema umgehend. &bdquo;Wenn es für mich nur spürbar wäre, Heinchen. Aber ich scheine hier gegen das Vergessen anzulernen. Ich weiß es ein paar Tage, dann scheint es wieder weg zu sein. Stattdessen gehen mir tausend andere Gedanken durch den Kopf.&ldquo;<br />
&bdquo;Genieße das Wochenende! Hab einfach nur Spaß! Dein Abschluss ist noch weit weg. Du schaffst das! Ich hab da keine Angst.&ldquo;<br />
Sie nickte. &bdquo;Deine Zuversicht hätte ich gerne.&ldquo; Sie sah auf sein Handy hinunter, das auf dem Sideboard in der Garderobe lag. &bdquo;Hat sich Vladimir noch einmal gemeldet?&ldquo;<br />
Heiner nickte. &bdquo;Hat geschrieben und Fotos geschickt. Irre, wie bemüht er gegenüber Johanna und Nele ist und wie schäbig er mich ignoriert hat. Es ist sogar der Kleinen aufgefallen.&ldquo;<br />
&bdquo;Lass ihn! Dieser Mann ist nicht mehr wichtig für euch. Nele hat vielleicht später, wenn sie größer ist, mit ihm zu tun, aber auch nur dann, wenn er funktioniert. Ich denke, er kann sich vorstellen, wie wir ausrasten würden, wenn er ihr gegenüber Scheiße baut.&ldquo;<br />
Heiner winkte ab. &bdquo;Komm! Mach los! Denk nicht mehr an dieses Arschloch.&ldquo; Er zog das Gesicht seiner Freundin mit beiden Händen zu sich herunter, gab ihr einen Kuss, ließ seine Zunge mit ihrer spielen und streichelte vorsichtig über ihre Brüste.<br />
&bdquo;Nicht wuschig machen, Süßer!&ldquo; Maya lächelte. &bdquo;Sonst muss ich dich noch mal schnell vernaschen und dann komme ich noch später.&ldquo; Sie löste sich von ihm, griff nach dem Rucksack, um ihn zu schultern, warf einen letzten Blick in den Spiegel, dann trat sie hinaus in das Treppenhaus. Sie hörte von unten Deynas und Manus Stimmen, dann das Schlagen der Haustür.<br />
&bdquo;Sind anscheinend auch unterwegs.&ldquo; Sie lächelte. &bdquo;Ich rufe euch heute Abend an, okay?&ldquo;<br />
Heiner hob seinen Daumen und winkte ihr noch einmal zu. &bdquo;Grüß Marlene!&ldquo;<br />
&bdquo;Mach ich!&ldquo;<br />
Maya beeilte sich. In einer Viertelstunde musste sie am Phoenix-See sein, um sich mit den Freundinnen zu treffen, zwanzig Minuten darauf dann Marlene von der Praxis abholen. Die ahnte nichts von ihrem Glück. Nur ihr Arbeitgeber wusste Bescheid. So lief sie zu ihrem Auto, grüßte eine Nachbarin von Manfred, die sie vom Sehen her kannte, und stieg ein. Bordelektronik gestartet, die Systeme fuhren hoch und sie schaltete sich Musik ein.<br />
Marlene würde Augen machen. Das würde ein richtig geiles Wochenende werden. Sie blickte noch einmal in den Rückspiegel, wischte mit dem Zeigefinger ihrer rechten Hand über ihre Brauen und lächelte. Sie sah gut aus!<br />
Mit Anja hatte sie sich bisher einmal getroffen, die anderen Frauen kannte sie nicht. Sie war die Jüngste &ndash; der Rest war zwischen 25 und 30 Jahre alt. Gedanken machte sie sich deshalb keine. Sie war schon immer gut mit Älteren ausgekommen.<br />
Sie hatte kein Problem damit, die Frauen an der Hörder-Bach-Allee zu finden. Kurz schaltete sie die Polizeisignalanlage ein, drückte das Signalhorn und freute sich darüber, wie sehr die Frauen zusammenzuckten. Sie bremste den Wagen ab, öffnete die Tür, kam um den Panzerwagen herum und trat auf den Gehweg.<br />
Anja lief ihr schon entgegen, streckte ihre Arme nach ihr aus und drückte sie an sich. Die anderen Frauen sahen unterdessen ungläubig zu ihr auf.<br />
&bdquo;Fuck!&ldquo;, stöhnte eine füllige Brünette. &bdquo;Das ist die Maya!&ldquo;<br />
&bdquo;Hallo! Freut mich, euch kennenzulernen.&ldquo; Sie lächelte in die Runde und umarmte jede der Frauen, während Anja sie bekannt machte.<br />
&bdquo;Yvonne ist schon vom Kindergarten her mit Marlene befreundet. Manuela war mit ihr auf der Penne, Ilona und Rebecca kennen sie vom Vereinssport, Sigrid und Heidi sind Kolleginnen aus der Praxis. Marl wird ziemlich geflucht haben, als sich die beiden heute Morgen krank gemeldet haben.&ldquo;<br />
&bdquo;Dann steigt mal ein!&ldquo;, bat Maya. &bdquo;Ich habe vier Plätze, der Beifahrersitz ist für unsere Süße.&ldquo;<br />
Die Frauen beäugten staunend das Gefährt und schienen uneins zu sein, wer mit Anjas Auto mitfahren sollte. Die musste ein Machtwort sprechen und teilte die Gesellschaft einfach auf beide Fahrzeuge auf. &bdquo;Wie Kinder!&ldquo;, kommentierte sie den Vorgang.<br />
* * * * *<br />
&bdquo;Marlene!&ldquo; Fine, die Auszubildende, trat an den Empfang, wo die studentische Hilfskraft versuchte, den Job von dreien zu erledigen.<br />
&bdquo;Bitte! Ich brauche mal zwanzig ruhige Minuten, um die Anmeldungen durchzugehen.&ldquo;<br />
&bdquo;Ich habe eine Patientin, die passt nicht in die Röhre!&ldquo;<br />
Die Gesichtszüge Marlenes entgleisten. &bdquo;Ich habe dir doch gezeigt, wie wir adipöse Menschen lagern.&ldquo;<br />
&bdquo;Kannst du es dir vielleicht ansehen? Dr. Hiller meint, du hättest die meiste Erfahrung.&ldquo;<br />
&bdquo;Hat er?&ldquo; Marlene reagierte ratlos. Die Praxis war groß und bisher hatte sie geglaubt, dass der Radiologe von ihr keine große Notiz genommen hatte.<br />
&bdquo;Gut, aber schnell! Der Warteraum ist voll.&ldquo; Sie überblickte besorgt die Patienten. Durch das fehlende Personal hatten sich die Termine um eine halbe Stunde verschoben und der Tag war noch jung. So folgte sie hastig der Auszubildenden, durchlief den zweiten Wartebereich der Magnetresonanztomografie und eilte durch die Personaltür zum Untersuchungsbereich zwei.<br />
&bdquo;Nein!&ldquo; Marlene blieb abrupt stehen, als sie den riesigen Rücken ihrer Freundin sah. Sie stand wie angewurzelt, dann war sie sich sicher. &bdquo;Doch nicht etwa heute?&ldquo;<br />
Maya wandte sich zu ihr um und deutete besorgt auf das Untersuchungsgerät. &bdquo;Ich passe da wirklich nicht rein, oder?&ldquo;<br />
&bdquo;Es würde knapp werden, Süße. Aber es gibt noch eine größere Röhre in Münster.&ldquo; Sie drückte die Riesin und gab ihr Küsse auf die Wange. &bdquo;Das ist heute so ein Scheißtag, ich werde nicht abhauen können. Die sind völlig lost ohne mich. Zwei Kolleginnen&#8230;&ldquo;<br />
&bdquo;Warten unten auf dich&ldquo;, grinste Maya.<br />
Marlene fasste es nicht und hob ihre beiden Hände ans Herz. &bdquo;Ihr Schurken habt das eingefädelt?&ldquo;<br />
&bdquo;Anja! Ich bin praktisch nur Trittbrettfahrerin. Überhaupt war sie das große Organisationstalent.&ldquo;<br />
&bdquo;Du, ich weiß, was ich an ihr habe. Aber ich finde es cool, dass du es mir noch mal bestätigst.&ldquo;<br />
Der Röntgenarzt betrat in diesem Moment den Raum, versuchte die Dimensionen der Trauzeugin zu erfassen und wirkte ziemlich unsicher, während er an Marlene herantrat. &bdquo;Wir wünschen Ihnen ein schönes Wochenende! Haben Sie viel Spaß! Von uns allen &ndash; eine Kleinigkeit!&ldquo; Er reichte ihr einen großen Umschlag.<br />
&bdquo;Danke, Herr Dr. Hiller! Mein Gott, was seid ihr alle lieb! Vielen Dank!&ldquo; Marlene umarmte den Mediziner flüchtig, dann wollte sie sich umziehen und gehen. &bdquo;Wochenende!&ldquo;, flötete sie, nachdem sie durch die Tür des Personalbereichs getreten war. &bdquo;Suff! Ich komme!&ldquo;<br />
* * * * *<br />
&bdquo;Du musst noch vierundzwanzig Kondome verkaufen und vier Vibratoren!&ldquo;, lachte Yvonne, nachdem Marlene ganze zehn Kondome an einen anderen Junggesellenabschied veräußert hatte. Dessen Anhang wollte diese gleich bei den Mädels zur Anwendung bringen, aber die hatten lachend abgelehnt.<br />
Anja hatte im Auto kurze schwarze Röcke, ärmellose Blusen und Netzstrümpfe mit Haltern verteilt. Sogar für Maya hatte sie die passenden Größen aufgetrieben &ndash; wie, das wollte sie nicht verraten. Auf jeden Fall musste es ziemlich gekostet haben, denn sie betonte immer wieder, wie schwer ihr diese Aufgabe gefallen war.<br />
Maya fühlte sich nicht sonderlich wohl in diesem Outfit, wirkte sie doch so noch monströser. Zumal Anja von Heiner noch Pumps besorgt hatte. So ragte sie nun wirklich wie ein Turm aus der Gruppe heraus, von ihren sonstigen körperlichen Attributen mal ganz zu schweigen.<br />
Yvonne war ein sportlicher Typ, wirkte aber etwas jungenhaft. Ihr stand das Outfit mit Abstand am besten, fand Maya. Sigrid, Rebecca und Ilona hatten normale Figuren. Fraulich, aber auch nicht sonderlich sportlich. Heidi war klein und gertenschlank. Manuela war mollig und Anja besaß einen schlanken Oberkörper, aber einen kräftigen Po und dicke Beine. Die beiden Körperhälften schienen überhaupt nicht zusammenzupassen.<br />
Marlene verkaufte nun im Freisitz einer Eisdiele ihre restlichen Kondome. Kurioserweise war es ein Rentnerehepaar, das die letzten fünf kaufte. &bdquo;Früher hatten wir so etwas auch, jetzt freut sich unser Enkel drüber&ldquo;, lachte die Dame.<br />
Marlene und ihre Gruppe amüsierten sich ebenfalls. &bdquo;Fühlt sich sicher geil an, von der Oma Präser geschenkt zu bekommen.&ldquo;<br />
&bdquo;So, Marl! Deine nächste Prüfung!&ldquo; Rebecca las ihren Zettel vor. &bdquo;Du hast jetzt eine halbe Stunde Zeit, um einen Mann zu finden, der sich von dir auf den Mund küssen lässt. Thomas könnte ja sonst der Letzte sein.&ldquo;<br />
Marlene sah ihre Freundin entgeistert an. &bdquo;Das hast du dir ausgedacht? Dir ist schon klar, dass du auch mal heiraten wirst? Ich räche mich, du wirst sehen!&ldquo;<br />
Sie sah sich um, bemerkte einen stattlichen jungen Mann und überlegte angestrengt. &bdquo;Maya! Du unterstützt mich! Du bist schließlich meine Trauzeugin.&ldquo;<br />
Maya hob ihren Daumen. &bdquo;Logo! Kein Thema!&ldquo;<br />
Marlene zögerte, dann trat sie an den jungen Mann heran, der an einer Bushaltestelle wartete. Die Gruppe sah der Braut dabei zu, wie sie sich mit ihm unterhielt, dann kehrte sie mit ihm zurück.<br />
&bdquo;Maya! Er ist einverstanden. Du musst ihn nur hochheben und ebenfalls auf den Mund küssen. Dann weißt du schon einmal, wie es auf deinem eigenen Abschied abgehen wird.&ldquo;<br />
&bdquo;Ich? Aber ich habe doch einen Freun&#8230;!&ldquo;<br />
Marlene wischte den Einwand beiseite. &bdquo;Und ich einen Verlobten. Los jetzt! Damit wir den Armen nicht noch mehr von seiner Zeit stehlen.&ldquo;<br />
Der Mann schien gar nichts dagegen zu haben, blickte interessiert zu Mayas Gesicht auf, dann wanderte sein Blick über deren muskulösen Körper. Er selbst war um die 1,85 m und robust gebaut, hatte helle blonde Haare und kecke grüne Augen.<br />
&bdquo;Dann bringen wir es einfach hinter uns!&ldquo;, meinte die Riesin, griff dem Mann unter die Achseln, hob ihn an und gab ihm einen Kuss auf den Mund. Die Frauen lachten, während der Geküsste verstört in die Runde blickte. Auch viele Passanten zeigten sich über dieses besondere Bild amüsiert, blieben stehen und klatschten.<br />
&bdquo;Bin ich froh, dass die Absätze gehalten haben&ldquo;, meinte Maya und blickte besorgt auf ihre Füße hinunter.<br />
Marlene bekam nun ebenfalls die Möglichkeit. &bdquo;Danke, Fritz, kannst gut küssen.&ldquo; Sie winkte ihm zum Abschied zu und verneigte sich dann vor ihren Freundinnen. &bdquo;War ja nun gar kein Problem. Was kommt als Nächstes?&ldquo;<br />
&bdquo;Gruppenfoto!&ldquo;, las Ilona von der Liste ab. &bdquo;Fünfzig Leute!&ldquo;<br />
&bdquo;Und das soll ein Problem sein?&ldquo;, fragte Marlene vergnügt. &bdquo;Maya ist meine Superwaffe. Kommt! Gehen wir runter zum Fluss, da kriegen wir die Leute am schnellsten zusammen.&ldquo;<br />
&bdquo;Super, dass ich wieder zur Attraktion erklärt werde&ldquo;, schimpfte Maya. Aber sie meinte es nicht ernst. Für Marlene war es wirklich der einfachste Weg und sie als Trauzeugin nun mal in der Pflicht.<br />
So schlenderten sie die Straßen entlang, blieben immer wieder stehen, wenn sie auf andere Junggesellenabschiede stießen, tauschten sich aus und teilten für ein Stück ihren Weg miteinander.<br />
Rebecca lud die Freundinnen zu einem Eis ein, Yvonne stimmte ein Spottlied an, das sie zum Junggesellinnenabschied geschrieben hatte.<br />
Marlene steht fast vor dem Altar,<br />
Mit Herzklopfen, das ist doch klar!<br />
All die Jahre als Wilde-Ehe-Frau,<br />
Jetzt wird sie endlich Braut, schau, schau!<br />
Ein Hoch auf Marlene heute Nacht,<br />
Die den Sprung in die Ehe macht!<br />
Früher war sie noch so wild und frei,<br />
Jetzt ist die Wildheit bald vorbei!<br />
Die Zeit der wilden Flirterei,<br />
ist nun ganz bald vorbei.<br />
Statt Party gibt&rsquo;s jetzt Haushaltsplan,<br />
So fängt das Eheleben an!<br />
Ein Hoch auf Marlene heute Nacht,<br />
Die den Sprung in die Ehe macht!<br />
War mal Single, jung und frei,<br />
Das Lotterleben ist jetzt bald vorbei!<br />
Doch eines ist ganz wasserklar,<br />
Wir steh&rsquo;n immer für dich da!<br />
Heute wird noch mal gefeiert,<br />
morgen hoffentlich dann nicht gereiert!<br />
Ein letztes Hoch als Single-Frau,<br />
Bevor du sagst &bdquo;Ich will&ldquo;, genau!<br />
Marlene, heut&lsquo; gehört die Nacht nur dir,<br />
Deinen Junggesellinnen-Abschied feiern wir!<br />
Es war einfach nur süß. Maya fühlte, wie viele Gedanken sich die Freundinnen gemacht hatten. Sie selbst hatte wenig dazu beigetragen, auch wenn Marlene ihr deshalb niemals Vorhaltungen machen würde. Sie wusste ja, wie ihr Alltag aussah.<br />
&bdquo;Ein Gruppenfoto mit uns und Superwoman! Kommt, Leute! Stellt euch mit uns zusammen!&ldquo; Marlene trieb die Passanten wie ein Schäfer seine Herde zusammen. Es dauerte weniger als zehn Minuten, dann hatte sie Ordnung in die fast siebzig Leute gebracht. Es war unglaublich. Ein älterer Herr musste sehr weit zurückgehen, um ein Foto der Ansammlung zu machen, hob aber nach etlichen Aufnahmen seine rechte Hand. &bdquo;Sieht gut aus!&ldquo;<br />
Die Stimmung wurde immer gelöster. Zumal jede der Frauen von Anja einen Flachmann erhalten hatte und nach jeder erledigten Aufgabe einen Schluck Schnaps trinken musste.<br />
&bdquo;So! Der Dampfer wartet nicht. Kommt, ihr Küken! Gegessen wird auf dem Schiff.&ldquo;<br />
Sie liefen den Rhein entlang, verteilten weitere Gegenstände aus Marlenes Brautladen an Passanten und verschenkten Luftballons an Kinder. Das Wetter hielt, nur vereinzelte Tropfen kamen herunter.<br />
Maya fühlte sich frei und unbeschwert. Marlene stand im Mittelpunkt, zumindest für die Gruppe. Sie durfte einfach dabei sein und Spaß haben. So stellten sie sich in einer langen Schlange vor der Anlegestelle an, wurden aber immer wieder von anderen Passagieren vorgelassen. Schon nach wenigen Minuten betraten sie das Schiff und wurden an einen großen Rundtisch geführt, der auf sie wartete.<br />
&bdquo;Hallo! Ich bin die Ivanka!&ldquo; Sie wandte sich an Marlene. &bdquo;Eine hübsche Braut habt ihr da.&ldquo; Die reife Frau grüßte in die Runde, brachte zwei Flaschen Sekt samt Kühler und öffnete sie für den Junggesellinnenabschied.<br />
&bdquo;Das Essen besteht aus fünf Gängen. Für dich wahrscheinlich nicht ausreichend, Maus.&ldquo; Marlene sah betrübt zu Maya auf, die zwei Stühle weiter Platz genommen hatte und nur mit Mühe eine einigermaßen akzeptable Sitzhaltung gefunden hatte. &bdquo;Das passt! Ich habe meine Riegel. Macht mir nichts.&ldquo; Sie lächelte und hob ihr Sektglas. &bdquo;Was für ein geiler Abend! Ich feiere das voll, Mädels!&ldquo;<br />
Die Frauen stießen an, ihre Gläser klirrten, anschließend bestellten Rebecca, Anja und Yvonne Snacks.<br />
&bdquo;Kommst du mit auf die Toilette, Türmchen?&ldquo;, fragte Marlene.<br />
Natürlich hatte die Riesin keine Einwände und folgte der Freundin zu den Sanitärräumen.<br />
&bdquo;Und wie gefällt dir der Tag bisher?&ldquo;, wollte Maya wissen.<br />
&bdquo;Er ist total geil. Ihr seid einfach toll. Ich hab euch lieb. Für Anja denke ich mir noch was aus. Mein Gott, hat die Frau sich reingehängt.&ldquo;<br />
Maya dachte an die unscheinbare Frau. &bdquo;Sie ist im Stillen ganz groß. Ne coole Socke und in sich zufrieden und frei. Das beneide ich. Ich denke mir die ganze Zeit, dass sie einen Groll auf mich haben müsste &ndash; aber gar nicht.&ldquo;<br />
&bdquo;Du, ich habe ihr das erklärt. Sie ist meine älteste Freundin und wir haben &lsquo;ne geile Zeit zusammen gehabt. Aber eben auch tiefe Konflikte, bis hin zur Auflösung unserer Freundschaft. Bei dir ist das anders, Maya. Um dich muss man sich keine Gedanken machen. Selbst nach der Trennung von meinem Bruder hältst du an uns fest, bist eine gute Freundin und Thomas hat dank Jeane einen Karrieresprung hingelegt, der wirklich seinen Traum wahr werden lässt. Und, nachdem du Sascha sogar das Leben gerettet hast, bist du einfach mein Berg &ndash; so egoistisch sich das anhört.&ldquo;<br />
Marlene umarmte die Freundin, sah zu ihr auf und deutete anschließend auf die Kabine. &bdquo;Ich gehe schnell mal.&ldquo;<br />
Maya wartete vor einem der Waschbecken und betrachtete dabei prüfend ihr Spiegelbild. Sie musste sich vorbeugen, damit sie sich sehen konnte. Ein paar junge Frauen betraten die Toilette, grüßten Maya und verteilten sich auf die Kabinen. Maya blickte ihnen nach, dann wandte sie sich wieder dem Spiegel zu. Was ihr Make-up betraf, musste sie nicht nachbessern. Auch sie schwitzte zwar, aber erst sehr viel später als andere Menschen.<br />
&bdquo;Da bin ich wieder!&ldquo; Marlene ordnete erleichtert ihr Kleid, warf nun ebenfalls einen prüfenden Blick in den Spiegel und suchte anschließend in ihrer Handtasche. &bdquo;Ist das mein Handy?&ldquo;, fragte sie, als sie deutlich ein Vibrieren vernahm.<br />
&bdquo;Nein, meins.&ldquo; Maya zog ihr Handy hervor, blickte auf das Display und fühlte sich, als ob man ihr einen Schlag versetzt hätte. General Arnold!<br />
&bdquo;Hello, General!&ldquo;<br />
Marlene sah erschrocken zu ihr auf.<br />
&bdquo;Frau Klein! Wir brauchen Sie in Brasilien. Das Commando Vermelho (Rot) hat das Complexo Penitenciário de Gericinó (Gericinó-Gefängniskomplex) in Rio de Janeiro überfallen. Eine unbestimmte Anzahl Angreifer hat die Zentrale gestürmt,große Teile des Personals festgesetzt und als Geiseln genommen. Teile des Gefängnisses wurden geräumt, die Insassen entlassen und anscheinend mit den Mitteln der Strafanstalt bewaffnet. Diese marodieren jetzt durch die Straßen, während auch in den Favelas der Stadt der Teufel los ist.&ldquo;<br />
Maya schloss ihre Augen und atmete tief durch. &bdquo;General! Ich bin auf einem Junggesellinnenabschied&#8230;&ldquo;<br />
&bdquo;Tut mir leid! Ich wünschte, wir hätten andere Optionen. Aber es sterben mit jeder Stunde mehr Menschen. Polizei und Miliz konnten den Komplex absperren, aber die Entlaufenen greifen immer wieder die Kräfte an, plündern Geschäfte und töten und verletzen Zivilisten.&ldquo;<br />
&bdquo;Ich bin auf einem Partyschiff, mitten auf dem Rhein!&ldquo;, entgegnete Maya.<br />
&bdquo;Dann geben Sie mir den Kapitän!&ldquo;, forderte Arnold.<br />
&bdquo;Was ist passiert?&ldquo;, wollte Marlene wissen.<br />
&bdquo;Ich muss nach Brasilien!&ldquo; Der Riesin standen die Tränen in den Augen.<br />
&bdquo;Was? Aber&#8230;&ldquo; Marlene blickte erschrocken zu ihr auf.<br />
&bdquo;Ich kann es nicht ändern. Da sind wieder Wahnsinnige unterwegs, die wahllos Menschen töten.&ldquo;<br />
Sie trat hastig aus der Toilette, zog ihre Brieftasche hervor, zeigte einem Mitarbeiter des Schiffes ihren Ausweis und die Sondervollmacht und forderte ihn auf, sie zum Schiffsführer zu bringen.<br />
&bdquo;Entschuldige, Konrad. Aber die Dame ist von der Polizei und möchte unbedingt mit dir sprechen.&ldquo;<br />
Der Kapitän wandte sich erstaunt zu der riesigen Frau um, überblickte ihre Erscheinung von Kopf bis Fuß, sah dann auf das Handy hinunter und nahm es entgegen. Er hob es an sein Ohr und lauschte. &bdquo;Mein Name ist Konrad Leiner&ldquo;, antwortete der Mann auf Englisch. Er blickte wieder zum Gesicht der Riesin auf. &bdquo;Nein, das wird nicht gehen. Dafür ist das Schiff nicht ausgelegt. Aber wir könnten am Godorfer Hafen festmachen, der ist nicht weit.&ldquo;<br />
Der Offizier beendete das Gespräch und blickte zu Maya auf. &bdquo;Wir lassen Sie am Godorfer Hafen raus, dort werden Sie von einem Hubschrauber aufgenommen. Der bringt Sie anschließend zum Flughafen. Mr. Arnold ruft Sie gleich noch einmal an, nachdem er ein paar Dinge geklärt hat.&ldquo;<br />
&bdquo;Wie lange brauchen wir zum Hafen?&ldquo;, wollte Maya wissen.<br />
&bdquo;Zwanzig bis dreißig Minuten ungefähr.&ldquo; Der Mann nickte ihr zu. &bdquo;Scheint ja wirklich wichtig zu sein.&ldquo;<br />
Maya nickte. &bdquo;Ich bin bei meinen Freundinnen. Ihr Kollege weiß, wo er mich finden kann.&ldquo;<br />
Sie hatte die Brücke kaum verlassen, da klingelte ihr Handy wieder.<br />
&bdquo;Ja?&ldquo; Ihre Stimme klang leise und tonlos.<br />
&bdquo;Ich wünschte, es ginge anders, Mrs. Klein. Wir versuchen, den Schaden für Sie zu begrenzen. Darf ich die Braut kurz sprechen? Sie selbst werden ja wohl kaum heiraten, ohne mich zuvor eingeladen zu haben.&ldquo; Er lachte.<br />
&bdquo;Warum?&ldquo; Maya wurde jetzt noch unsicherer.<br />
&bdquo;Vertrauen Sie mir! Mit ein wenig Glück sind Sie nur wenige Stunden gebunden. Dank des Abwurfbehälters gehen Sie rein, räumen das Gefängnis und sind schneller wieder frei, als Sie es jetzt für möglich halten.&ldquo;<br />
Maya ging die Treppen nach unten, eilte den Gang entlang, der zum Gastraum führte, und hielt auf den Tisch zu, an dem Marlene ihre Freundinnen bereits informiert hatte. &bdquo;Marl? Der General will dich sprechen.&ldquo;<br />
Die Braut reagierte fassungslos. &bdquo;Ein General? Aber&#8230;&ldquo; Verstört nahm sie das Handy entgegen. &bdquo;Ja?&ldquo;, fragte sie auf Englisch. Ihr Gesichtsausdruck wandelte sich hin zum Staunen, dann blickte sie zu Maya auf, anschließend zu ihren Freundinnen. &bdquo;Wirklich? Das ist Ihr Ernst? Ja, ich denke schon. Ich frage sie.&ldquo; Sie senkte die Hand mit dem Telefon und wandte sich an die Gruppe. &bdquo;Lust auf einen Brasilientrip? Der brasilianische Staat lädt uns ein.&ldquo;<br />
Maya war sprachlos. &bdquo;Ihr sollt mitfliegen?&ldquo;<br />
Marlene lächelte. &bdquo;Ja. Er meint, wir können auch genauso gut in Rio feiern. Deine Kollegen dort würden für uns alles managen.&ldquo; Sie wandte sich an die Freundinnen. &bdquo;Seid ihr dabei?&ldquo;<br />
Ein gelles Schreien und Jubeln wurde laut.<br />
&bdquo;Sie kommen alle mit, Mr. Arnold.&ldquo; Marlene beendete das Gespräch und wusste nicht recht, ob sie sich wirklich freuen durfte.<br />
&bdquo;Wir fliegen wirklich mit dir nach Brasilien! Wir müssen nur eine Verschwiegenheitserklärung unterschreiben, was deinen Einsatz und das Transportmittel anbelangt. Ich soll ihm Fotos von unseren Ausweisen schicken.&ldquo;<br />
Flug nach Rio de Janeiro<br />
Ein amerikanischer und ein deutscher Armeehubschrauber warteten bereits in der Nähe des Hafenkais. Dort, wo normalerweise Schleppkähne anlegten, machte jetzt der große Ausflugsdampfer fest. Soldaten traten an die Gruppe Frauen heran, nahmen diese sichtlich verwundert in Empfang und führten sie zu vier Autos, welche sie auf die andere Seite des Hafenbeckens brachten, wo die Fluggeräte auf sie warteten.<br />
&bdquo;Mein Gott! Ich bin noch nie in so einem Ding geflogen!&ldquo;, stellte Yvonne fest. Den anderen Frauen ging es nicht anders. Sie ärgerten sich nicht weiter darüber, dass der Rotordruck ihre Frisuren verwüstete, und kletterten unter Begleitung der Besatzungsmitglieder nacheinander in die Kabinen der beiden Hubschrauber.<br />
Maya bereitete sich innerlich auf den Einsatz vor, blieb ernst und kurzangebunden. Arnold meinte es gut, die neue Einsatzdoktrin griff jetzt, sie würde klar gesagt bekommen, was zu tun war, und danach wieder nach Deutschland zurückfliegen. Vielleicht auch noch ein paar Stunden an der Copacabana chillen? Marlene und ihre Freundinnen würden es sicher feiern.<br />
Die Frauen quietschten, als das Pfeifen der Turbinen zunahm und die Rotoren immer schneller durch die Luft peitschten. Während sie abhoben, hielten sich Ilona, Rebecca und Anja ihre Bäuche fest, offensichtlich mit dem flauen Gefühl im Magen kämpfend.<br />
Marlene bemerkte jetzt das besorgte Gesicht ihrer großen Freundin, beugte sich vor, griff ihre Hand und wollte etwas sagen, doch hatten sie keine Bordsprechanlagen ausgehändigt bekommen. So musste sie warten, bis sie nach weniger als fünf Minuten wieder auf dem Flughafen Köln-Bonn vor einem riesigen Hangar gelandet waren.<br />
Die Schiebetüren der Helikopter wurden von Soldaten der Flugbereitschaft aufgerissen, ein Flughafenbus fuhr heran, im Anschluss wurden sie in den Hangar hineingefahren, dabei nur wenige hundert Meter zurücklegend. Alles musste schnell gehen. Immer wieder wurden die Frauen dazu aufgefordert, sich zu beeilen.<br />
Maya wurde von einem verwunderten John in Empfang genommen, der am Ende der Fluggasttreppe stand und auf sie hinunterblickte. Hinter ihm standen Simon, Jacque und Gaetan, die mit dem Anblick der Partytruppe ähnlich überfordert wirkten.<br />
&bdquo;Dein Flieger ist bereit, Chefin&ldquo;, rief Simon. &bdquo;Aber über unsere heutigen Fluggäste sind wir dann doch erstaunt.&ldquo;<br />
Maya rang sich ein Lächeln ab. &bdquo;Lass mal, ihnen geht es genauso. Die Süße mit dem Brautschleier ist Marlene. Es ist ihr Junggesellinnenabschied. Und damit ich Brasilien nebenbei klären kann, kutschieren wir die ganze Gesellschaft mit.&ldquo; Sie hob beschwichtigend ihre Hände. &bdquo;Idee vom General, nicht meine.&ldquo; Sie stellte die Frauen der Besatzung nach und nach vor, dann begann John damit, die besonderen Gäste auf die riesigen Sessel zu verteilen, die eigentlich der Einsatzgruppe vorbehalten waren.<br />
&bdquo;Stevens ist hinten. Er hat richtig Schiss, dir unter die Augen zu treten&ldquo;, meinte John beiläufig, nachdem er sich vergewissert hatte, dass die Brautgesellschaft ordnungsgemäß angeschnallt war.<br />
&bdquo;Warum fliegt er dann mit?&ldquo;, fragte Maya.<br />
&bdquo;Er will sichergehen, dass dieses Mal alles klappt. Die sind immer wieder die Werte durchgegangen, so laut, dass ich sie mittlerweile auswendig kann.&ldquo; Der kleine Flugbegleiter lachte.<br />
&bdquo;Ladies and Gentlemen! Start in five minutes!&ldquo;<br />
John blickte besorgt nach vorne, dann nickte er Maya zu. &bdquo;Sorry, Chefin, ich muss nach vorne.&ldquo; Er legte ihr seine Hand flüchtig auf die linke Schulter, dann verließ er den Passagierbereich.<br />
&bdquo;Chefin?&ldquo; Marlene verstand die Welt nicht mehr.<br />
Maya wandte sich ihr in dem Moment zu, in dem der riesige Bildschirm vor Mayas Sitz anging. &bdquo;Sorry, Süße, aber ich habe jetzt zu arbeiten.&ldquo;<br />
&bdquo;Wie lange brauchen wir nach Rio?&ldquo;, wollte Marlene noch wissen.<br />
Die Riesin deutete auf eine Borduhr über der Durchgangstür. &bdquo;In vier Stunden sind wir da.&ldquo;<br />
Marlene sah ungläubig zur Uhr auf, dann blickte sie aus dem Bullauge links von ihr. Die Maschine bewegte sich schon auf der Startbahn.<br />
&bdquo;Ladies and Gentlemen! Start in one minute.&ldquo; Simons Stimme klang unaufgeregt.<br />
Ein Dröhnen wurde laut, ein kräftiges Poltern durchlief die Zelle, dann war die Maschine nach wenigen Sekunden Beschleunigung schon in der Luft. Der gewaltige Schub drückte die Passagiere in die Sessel, während der General auf dem Bildschirm geduldig abwartete, bis Maya mit ihm in Kontakt treten konnte.<br />
&bdquo;Die Brasilianer wollen unbedingt verhindern, dass ein Kartellchef und zwei Putschisten aus dem Gefängnis ausbrechen. Einer der Letzteren hat 30 Millionen Dollar für seine Befreiung geboten. Sie befinden sich zusammen mit fünfzig Geiseln in der Zentrale des Gefängniskomplexes, von der aus die Einrichtung überwacht und verwaltet wird. Fast zwanzig Zivilisten sind darunter, davon zwei Drittel Frauen. Hier gab es anscheinend schon Vergewaltigungen und Misshandlungen. Unser Problem? Sie fangen sofort mit Hinrichtungen an, wenn die Einheiten der Polizei und Armee auf das Gelände vordringen.&ldquo; Der General sah sie gespannt an. &bdquo;Jetzt kommen wir zu Ihrer Aufgabe, Mrs. Klein. Sie landen direkt in der Zentrale und säubern sie von den Gegnern.&ldquo; Die Miene des Amerikaners erstarrte. &bdquo;Selbst wenn das bedeuten sollte, dass es in diesem Moment zu Verlusten unter den Zivilisten kommt.&ldquo;<br />
Maya war sprachlos. &bdquo;Dann gehe ich auf volles Risiko?&ldquo;<br />
Der Offizier schüttelte den Kopf. &bdquo;Die Brasilianer tun das. Nicht Sie, Frau Klein. Machen Sie sich das unbedingt klar! Die Verantwortlichen gehen davon aus, dass es früher oder später sowieso zu Toten kommen wird, wenn die Forderungen der Terroristen abgelehnt werden. Ich schalte jetzt den Einsatzleiter hinzu &ndash; Sie kennen ihn vom Einsatz an der Polizeikaserne.&ldquo;<br />
Maya staunte nicht schlecht, als Major Oliveira in die Kamera lächelte. &bdquo;Hallo, Mrs. Klein! Es freut mich sehr, Sie wiederzusehen.&ldquo;<br />
Die Riesin musste den Anblick des Brasilianers erst verarbeiten. Er wirkte gelöst und nicht sonderlich aufgeregt. Völlig unpassend zu der Lage, die vorherrschte.<br />
&bdquo;Ist das Ihre Idee gewesen, mich direkt in die Zentrale fallen zu lassen?&ldquo;<br />
Der Offizier nickte. &bdquo;Es wird diese Banditen völlig unvorbereitet treffen. Für uns die beste Option, die Opfer unter der Belegschaft so gering wie möglich zu halten.&ldquo;<br />
&bdquo;Und dass der Behälter Verluste verursachen könnte, macht Ihnen keine Sorgen?&ldquo;<br />
Der Brasilianer schien auch das billigend in Kauf zu nehmen. &bdquo;Wenn wir auf konventionellem Weg stürmen, sterben wahrscheinlich alle Beamten und Geiseln. Setzen wir Sie aber in die Mitte des Geschehens, werden Sie die Terroristen erledigt haben, bevor diese überhaupt reagieren können.&ldquo;<br />
&bdquo;Wie viele Gegner befinden sich dort?&ldquo;, wollte Maya wissen.<br />
&bdquo;Wir wissen es nicht genau. Aber der Anführer Paulo Gomes hat uns von dort aus eine Videobotschaft geschickt. Kein Militär, aber schon zwanzig Jahre lang als Sicario tätig und hat unzählige Menschen auf dem Gewissen. Wenn wir ihn eliminieren, wird die Stadt ein Stück sicherer sein.&ldquo;<br />
&bdquo;Okay. Ich mische mich da nicht ein. Sie geben den Weg vor, ich folge ihm. Wenn es schief geht, müssen Sie das verantworten.&ldquo;<br />
Der Major hatte mit ihrer Einschätzung kein Problem. &bdquo;Das ist uns bewusst, Mrs. Klein. Wir sind Ihnen dankbar, dass wir auf Ihre Hilfe zählen können.&ldquo;<br />
Das Display schaltete um und zeigte jetzt Zielinformationen. General Arnold erklärte die erkannte Bewaffnung der Angreifer, ihre Wehrfähigkeit und Motivation. Extrem gefährlich lautete seine Einschätzung. Es gab sogar Raketenwerfer, die gegen sie eingesetzt werden konnten.<br />
&bdquo;Ladies and gentlemen, we have reached cruising altitude, you can now unbuckle your seatbelts&ldquo;, kam es aus den Lautsprechern.<br />
Marlene wartete ab, bis Maya nach einer weiteren halben Stunde die Besprechung beendet hatte, dann fragte sie, ob es ihr gut ging. John ließ unterdessen Dokumente unterschreiben, die die Frauen zum Stillschweigen verpflichteten.<br />
&bdquo;Es war lange ruhig, Marl. Von daher hätte ich eigentlich mit so etwas rechnen müssen. Ich bin traurig, dass es ausgerechnet an deinem Wochenende passiert.&ldquo;<br />
&bdquo;Muss ich um dich Angst haben?&ldquo;, wollte die Freundin wissen.<br />
&bdquo;Nein! Ich denke nicht. Ich soll Menschen retten, aber ich weiß nicht, ob mir das gelingen wird. Im Moment sieht es so aus, als ob welche sterben werden. Das macht mich gerade ziemlich fertig.&ldquo; Ihr Handy vibrierte. &bdquo;Moment, ich bekomme wieder einen Anruf.&ldquo; Sie griff mit ihrer linken Hand nach der Rechten Marlenes, drückte diese sanft und nahm mit der freien das Gespräch entgegen. &bdquo;Ja, Eef?&ldquo;<br />
&bdquo;Wir sind ebenfalls auf dem Weg, brauchen aber zehn Stunden, bis wir da sind.&ldquo;<br />
&bdquo;Schön, da bin ich erleichtert. Nur bin ich dann schon im Einsatz.&ldquo;<br />
&bdquo;Wissen wir. Deshalb rufe ich dich an, Chefin. Wir halten das Vorhaben des Majors für einen Wahnwitz. Überraschung schön und gut, damit hat er recht. Aber du konntest den Bereich vorher nicht von den Drohnen aufklären lassen. Von daher könntest du auch direkt in eine Falle fliegen.&ldquo;<br />
&bdquo;Was schlagt ihr vor?&ldquo;<br />
&bdquo;Du landest in einem Block, der über eine Zugangsbrücke mit der Zentrale verbunden ist. Diese wird über eine Schiebebrücke unterbrochen, um einen Zugriff auf die Zentrale bei einem Aufstand unmöglich zu machen. Für dich aber kein Problem &ndash; sind gerade mal sieben Meter.&ldquo; Kurz hörte Maya Hugos Stimme, dann fuhr der Niederländer fort. &bdquo;Lass die Summs die Situation klären! So einfach wie Oliveira sich das vorstellt, ist das nicht. Das sind zwar keine ausgebildeten Militärs wie die Putschisten, aber dafür erfahrene Kriminelle, die völlig skrupellos sind.&ldquo;<br />
&bdquo;Gut! Dann soll Stevens die Koordinaten ändern. Danke euch. Ich hatte ein ähnliches Gefühl. Wir wissen nichts über die Anstalt und diese Typen.&ldquo; Sie stand vom Sitz auf und ging die Sitzreihen entlang nach hinten, wo die Ingenieure und Techniker saßen. Stevens blickte besorgt in ihre Richtung. &bdquo;Hallo, Herr Stevens. Geht es Ihnen gut?&ldquo;, fragte Maya.<br />
Der Techniker nickte vorsichtig. &bdquo;Ich hoffe Ihnen auch?&ldquo;<br />
Maya reichte ihr Handy weiter. &bdquo;Würden Sie mit Herrn Nijdam ein paar Detailänderungen besprechen? Ich gebe Ihnen hierzu meine Freigabe.&ldquo;<br />
&bdquo;Wie Sie wünschen, Frau Klein. Dieses Mal wird es keine Pannen geben. Wir haben vielfach geprüft.&ldquo;<br />
Die Riesin nickte ihm zu. &bdquo;Dann glaube ich Ihnen. Tun Sie einfach das Mögliche!&ldquo; Sie wollte sich wieder abwenden, als der Brite nachfragte. &bdquo;Sind wir gut miteinander?&ldquo;<br />
Die große Frau schenkte ihm ein Lächeln. &bdquo;Machen Sie sich keine Sorgen. Ich weiß genau, was ich an Ihnen habe. Aber ich wäre dennoch dankbar, wenn es zu keinen weiteren Pannen kommt.&ldquo;<br />
&bdquo;Dieses Mal nicht! Bitte glauben Sie uns!&ldquo;<br />
Maya lachte. &bdquo;Wäre auch blöd, wenn ich im falschen Knast landen würde &ndash; die Gefangenen würden sich totlachen.&ldquo;<br />
Der Brite überging die für ihn und sein Team sehr peinliche Erinnerung. &bdquo;Ihr Träger befindet sich in der Testphase. Er wird Ihre Ausrüstungskapazität noch einmal deutlich erhöhen. In seiner jetzigen Form hat er ein Energiereservoir für zwei Tage. Das sollte für alle längeren Einsätze ausreichend sein. Sie können ihn aber auch zwischenzeitlich laden.&ldquo; Stevens zeigte ihr ein Tablet mit einer Abbildung.<br />
&bdquo;Schaut aus wie ein Hightech-Bollerwagen mit Beinen statt Rädern.&ldquo;<br />
Stevens zeigte sich wenig begeistert von dem Kommentar. &bdquo;Er muss auch zu keiner Hundeshow, sondern Ihnen bestmöglich assistieren.&ldquo;<br />
&bdquo;Schon gut. Sie haben ja recht. Wie viel kann er denn tragen?&ldquo; Maya begann sich schon wieder von dem Thema zu lösen.<br />
&bdquo;Bis zu 100 Kilogramm!&ldquo;, erwiderte Stevens stolz. &bdquo;Ich weiß, für Sie ein lächerliches Gewicht. Aber es geht ja auch um das Volumen. Und hier haben Sie nicht unbegrenzt Raum, Frau Klein.&ldquo;<br />
Sie sah ein, dass er recht hatte. &bdquo;Gut, aber für Rio werde ich ihn kaum brauchen können. Sie passen also den Aufschlagpunkt an? Und bitte auch so, dass ich nicht durch sämtliche Decken breche. Die Brücke befindet sich im zweiten Obergeschoss.&ldquo;<br />
&bdquo;Wir werden es genau berechnen. Wir haben ein Sechs-Augen-System eingeführt, danach prüft nochmal eine KI. Von daher hoffen wir, dass jeder Fehler unterbunden werden kann.&ldquo;<br />
Maya suchte den Mann noch einmal zu beruhigen. &bdquo;Sie machen sich Gedanken, das reicht mir wirklich, Herr Stevens. Sagen Sie mir nur bitte gleich Bescheid, wenn Sie mich einrüsten müssen.&ldquo;<br />
Der Ingenieur versprach es ihr.<br />
Maya ging den Gang zurück, unterhielt sich kurz mit den Frauen, dann kehrte sie auf ihren Platz zurück.<br />
&bdquo;Warum nennen sie dich Chefin? Du bist eine Azubi, oder nicht?&ldquo;, fragte Marlene interessiert.<br />
Maya lächelte. &bdquo;Ich kann da ein paar Sachen, die kein anderer leisten kann. Von daher hat man ein ganzes Team aufgestellt, das mit mir zusammenarbeitet. Ich habe aufgrund der gemachten Erfahrungen die stellvertretende Leitung in Deutschland und im Ausland sogar die Führung.&ldquo;<br />
Marlene blickte ehrfürchtig zu ihr auf. &bdquo;Wahnsinn! Und du durftest nie davon erzählen?&ldquo;<br />
Maya verneinte. &bdquo;Sascha, als mein damaliger Freund, hat natürlich gewusst, worum es geht, aber auch er musste eine solche Erklärung unterschreiben wie ihr heute. Von daher erkläre auch bitte deinen Süßen, dass das ernst gemeint ist. Dringt davon etwas nach außen, drohen ihnen Gefängnisstrafen.&ldquo;<br />
&bdquo;Pass bitte auf dich auf! Ich mache mir jetzt echt Sorgen!&ldquo; Marlene wurden die Augen feucht.<br />
&bdquo;Musst du nicht! Wirklich! Ich bin dafür gemacht worden.&ldquo;<br />
&bdquo;Wie meinst du das?&ldquo;, wollte die Freundin wissen.<br />
&bdquo;Erzähl ich dir, wenn wir beide alt und klapprig sind.&ldquo;<br />
Marlene runzelte die Stirn. &bdquo;Aber dann wirklich.&ldquo; Sie streckte ihre Hand nach Maya aus, die ihre Geste erwiderte.<br />
Maya schloss ihre Augen, froh um ein wenig Ruhe. Sie hörte die angeregte Unterhaltung der Frauen, die Stimmen um sie herum wurden leiser, ihre Gedanken träger, dann verebbten sie ganz. Schlaf!<br />
Unerwartet<br />
&bdquo;Chefin! Es ist soweit!&ldquo;<br />
Die Riesin vernahm Johns Stimme wie aus weiter Ferne. Widerwillig öffnete sie ihre Augen, blinzelte, dann sah sie in die Runde.<br />
&bdquo;Du musst dich fertig machen. Zwanzig Minuten bis zum Abwurf.&ldquo;<br />
Sie nickte. &bdquo;Gut, okay.&ldquo;<br />
Sie streckte sich vorsichtig, raffte sich auf und ging vornübergebeugt in den hinteren Teil des Flugzeugs, wo die vier Techniker alle Vorbereitungen getroffen hatten. Maya trat an den Ausrüstungsschrank, schob dessen Lamellentür auf und nahm die Stiefelteile aus dem unteren Fach heraus. Dabei erahnte sie die interessierten Blicke der Frauen in ihrem Rücken.<br />
&bdquo;Seien Sie vorsichtig, Frau Klein. Sie haben noch weniger Platz als beim letzten Mal.&ldquo;<br />
Maya war sich dessen bewusst. Wenn sie ausgerüstet war, würde sie auf den Knien laufen müssen.<br />
&bdquo;Du schaust jetzt aus wie ein Sternenkrieger!&ldquo;, rief Ilona aus dem vorderen Bereich der Kabine.<br />
Maya reagierte nicht. Sie wollte jetzt konzentriert bleiben und nur noch an ihren bevorstehenden Einsatz denken. Wie viele würden es dieses Mal sein? Wieder dachte sie vor allem an die Menschen, die sie töten musste, und nicht an diejenigen, die dank ihr weiterleben durften.<br />
&bdquo;Abwurf in fünf Minuten!&ldquo;, mahnte Stevens. &bdquo;Legen Sie sich in die Wanne, Mrs. Klein!&ldquo;<br />
Die Riesin tat wie ihr geheißen und stieg vorsichtig in die Form, welche ihren ganzen Körper samt Rüstung aufnahm und ohne Bewegungsmöglichkeit in die Landungshaltung zwang.<br />
&bdquo;Drei Minuten noch!&ldquo; Stevens nickte einem der Operatoren zu, der auf eine rote Taste drückte. Die Wandung der Transportbombe schloss sich, nachfolgend auch der Schleusenboden des Flugzeuges.<br />
&bdquo;Abwurf in zehn, neun, acht&#8230;&ldquo;<br />
Maya fühlte einen Ruck, nachfolgend einen prägnanten Druck in ihrer Magengegend. Die Servos tönten &ndash; die Transportbombe hatte ihre Flügel ausgebreitet und glitt nun ihrem Ziel entgegen.<br />
* * * * *<br />
&bdquo;Reporter verschiedener Nachrichtenagenturen haben sich im 12. Stock des Bangu Plaza Business Centers an der Rua Fonseca zusammen mit Kräften privater Sicherheitsdienste verschanzt. Von hier aus können sie über die Dächer der Lagerhallen hinweg direkt auf den nordwestlichen Teil des Gefängniskomplexes blicken.&ldquo; Der Berichterstatter mit den angegrauten Haaren blickte über das Objektiv der Videokamera hinweg. &bdquo;Hier spricht João Teixeira, unterwegs für Globo TV Rio de Janeiro.&ldquo; Er wandte sich wieder Richtung Balkon. &bdquo;Die Straßenkämpfe in den umliegenden Vierteln machen es derzeit unmöglich, näher heranzukommen. Erste Live-Aufnahmen zeigen schwarze Rauchsäulen, die aus dem Verwaltungstrakt aufsteigen. Aber es gibt auch Brände in den umliegenden Vierteln. Wir beobachteten Kämpfe zwischen Flüchtigen und Polizeikräften, die in heftigen Schusswechseln mündeten.&ldquo; Er duckte sich, als mehrere Kugeln über ihnen in Fensterscheiben schlugen. &bdquo;Mutter Gottes!&ldquo; Der Pressemann ließ sich hinter die Brüstung auf den Boden fallen und auch der Kameramann vergaß für den Moment seine Aufgabe und suchte Schutz.<br />
Schreie tönten von der Straße her, Sirenen heulten, dann knallten helle kurze Explosionen. Von den Hügeln der Stadt wurden nun ebenfalls Kämpfe gemeldet und auch dort tobten Feuer in den Armensiedlungen. In der ganzen Stadt schien der Teufel zu wüten.<br />
Ein hohles Jaulen wurde hörbar und überlagerte immer deutlicher die übrige Geräuschkulisse.<br />
&bdquo;Teixeira! Was ist das?&ldquo;<br />
Der Reporter sah wütend zu seinem Kameramann rüber. &bdquo;Hast Schiss, selbst nachzusehen?&ldquo; Er hob seinen Kopf, während ein britischer Reporter deutlich sein Staunen zum Ausdruck brachte und in den Himmel deutete.<br />
João sah nur noch ein schwarzes Oval mit einem seltsamen Schwanz in das zentrale Gebäude des Gefängnisses krachen, wo sich eine riesige Staubwolke um den Einschlag bildete. Panische Schreie tönten auf dem Balkon und jeder ging in Deckung &ndash; man erwartete die Druckwelle einer Explosion. Doch nichts passierte.<br />
&bdquo;Ein Blindgänger?&ldquo;, fragte der Brite.<br />
Doch João wusste keine Antwort. &bdquo;Ich habe keine Ahnung. So etwas habe ich nie zuvor gesehen. Das Teil war so groß wie ein kleines Flugzeug.&ldquo;<br />
* * * * *<br />
Maya spürte, wie die Bombe nach ihrem Einschlag zum Stillstand kam. Eine kleine Detonation krachte über ihr, mit der das Heck abgesprengt wurde, dann eine zweite, deutlich stärkere. Mayas Wanne wurde ausgestoßen, teilte sich in zwei Hälften und gab dabei ihren Körper frei, so dass sie nach wenigen Metern Flug zurück in Richtung Boden fiel. Sie löste die Summs, die von ihrer Brust startend sofort die Umgebung absuchten. Von Brum bekam sie Bilder vom Gefängnis, doch nirgends waren Terroristen zu sehen.<br />
Sie orientierte sich kurz. Die Zentrale lag Richtung Norden. So trat sie gegen eine Betonwand, drückte sie ein und fand die Brücke zum Überwachungsbereich direkt vor sich.<br />
Einblendungen der Summs wurden sichtbar, Bilder von Leichen tauchten auf, dann sah sie einen grellen Blitz, dem eine Druckwelle folgte, die sie mit brutaler Gewalt traf.<br />
Sie flog nach hinten, brach erneut durch die Betonmauer und kam dahinter zum Liegen.<br />
Verwirrung!<br />
Maya begriff nicht, was mit ihr geschehen war. Ein paar Sekunden blieb sie reglos, dann versuchte sie, sich vorsichtig zu bewegen. Ihre Rüstung hatte standgehalten, die Systeme funktionierten, nur die Summs waren offensichtlich Geschichte. Keines von ihnen lieferte noch ein Bild, während die Brum-Anzeige einen riesigen Explosionspilz abbildete, der die von ihrer Transportbombe erzeugte Einschlagswolke verdrängt hatte.<br />
&bdquo;Mrs. Klein!&ldquo; General Arnolds Stimme klang in ihrem Akustiksystem.<br />
&bdquo;Mir geht es gut. Dieses Mal haben mir meine Leute den Arsch gerettet. Wäre ich in der Zentrale gelandet&#8230;&ldquo;<br />
Arnold reagierte völlig perplex. &bdquo;Sie meinen, Oliveira&#8230;?&ldquo;<br />
Maya glaubte zu ahnen, in welche Richtung der General dachte. &bdquo;Nein, ich denke nicht. Aber ich nehme an, dass es eine Falle für die Spezialkräfte gewesen ist.&ldquo; Unbeholfen kam die Riesin auf die Beine, horchte, doch blieb es um sie herum gespenstisch still. Nach wie vor wurden ihr von Brum keine Ziele angezeigt. Weder auf den umliegenden Dächern noch auf den Höfen der Gefängnistrakte.<br />
&bdquo;Ich schaue mich mal um, General!&ldquo;<br />
&bdquo;Tun Sie das, Mrs. Klein! Die brasilianischen Kollegen brechen in diesem Moment durch die Tore.&ldquo;<br />
Maya beobachtete die Zentrale, die nur noch einen Betonstumpf darstellte, der nach oben hin auffächerte wie eine Blüte. Die Wände aus Stahlbeton hatten an den meisten Stellen dem Sprengdruck nachgeben müssen, waren dabei aber nicht kollabiert. Leben? Nein &ndash; da war nichts mehr zu hoffen.<br />
Sie wandte sich um, lief die Gänge entlang, doch sämtliche Gittertüren standen offen. &bdquo;Hier ist keine Menschenseele. Es liegt überall nur Sträflingskleidung herum.&ldquo;<br />
&bdquo;Gut, Frau Klein. Oliveira gibt Ihnen ein neues Ziel. Eine Polizeistation wird belagert. Das Gefängnis hatte bisher Priorität, doch das ändert sich jetzt. Helfen Sie den Kollegen, die umliegenden Gebiete zu befrieden!&ldquo;<br />
&bdquo;Verstanden!&ldquo;<br />
Maya nahm zwei Riegel zu sich, dann lief sie los. Auf die Baulichkeiten der Anstalt wenig Rücksicht nehmend, brach sie in südlicher Richtung durch eine Mauer, fiel zwei Stockwerke nach unten und eilte einer Kolonne Polizeifahrzeuge entgegen. Hupen wurde laut, Rufe auf Portugiesisch, dann war sie schon vorbei.<br />
* * * * *<br />
&bdquo;Polizeikräfte sind jetzt auf das Gelände vorgedrungen. Von Gegenwehr keine Spur. Niemand rührt sich. Auch die Scharfschützen über uns schießen nicht. Hier spricht João Teixeira, um Ihnen live vom Ort des Geschehens zu berichten.&ldquo;<br />
João gab an seinen Kameramann ab, der abgestützt auf der Brüstung das Gefängnisgelände filmte. &bdquo;Dort ist ein riesiger Roboter!&ldquo;, rief dieser, worauf der Reporter aufschreckte und nach seinem Fernglas griff. Tatsächlich fand er nach kurzer Suche die schwarze Gestalt, die in hohem Tempo Richtung Südtor lief. &bdquo;Halt drauf, Felipe! Heute hat uns dein São Jorge wirklich Glück gebracht.&ldquo;<br />
Auch die Briten reagierten aufgeregt. &bdquo;The Angel of Vengeance!&ldquo;, rief einer von ihnen.<br />
&bdquo;Der Racheengel! Natürlich!&ldquo; João Teixeira ärgerte sich über sich selbst. Diese Maschinengestalt hatte die Putschisten in die Hölle geschickt. Er folgte mit seinem Blick dem rasanten Lauf des seltsamen Gebildes, bis es kurz darauf von den Rauchschwaden eines brennenden Autowracks verdeckt wurde, noch einmal auftauchte und Sekunden später hinter der Ecke einer Seitengasse verschwand.<br />
&bdquo;BRRRRRRR!&ldquo;, dröhnte eine schwere Maschinenwaffe. Dann kurz darauf noch ein weiteres Mal.<br />
&bdquo;Jetzt geht es euch Scheißkerlen an den Kragen!&ldquo;, jubelte Felipe. &bdquo;Komm, Teixeira! Gehen wir ihm nach!&ldquo;<br />
* * * * *<br />
&bdquo;Ich habe nichts mehr! Das checken die doch!&ldquo;<br />
Hauptkommissar Ricardo Santos sah zu dem jungen Kollegen rüber, der in diesem Moment seine Repetierschrotflinte fallen gelassen hatte. Er selbst suchte, aus der Deckung der Hauswand heraus, den Vorplatz zu überblicken und schoss mit seiner halbautomatischen Pistole auf einen Gegner, der die Polizeistation mit seinem Sturmgewehr beschoss. Dessen Kugeln schlugen gegen die Decke und die gegenüberliegende Zimmerwand. Ein greller Aufschrei tönte hinter den Männern, der sich in ein klägliches Wimmern wandelte. &bdquo;Ferreira!&ldquo; Die Kollegin schien nicht in der Lage zu antworten. &bdquo;Mendes! Sieh nach ihr!&ldquo;<br />
Der drahtige Mann robbte an zwei getöteten Kollegen vorbei. Er versuchte, deren Anblick auszublenden. Hinter ihm knallte die Pistole des Kommissars. Der erfahrene Stützpunktleiter hatte mit seiner Munition hausgehalten, während er ununterbrochen auf die Männer geschossen hatte. Zweimal hatte er getroffen, dessen war er sich sicher.<br />
&bdquo;Ferreira!&ldquo; Die jüngere Kollegin hielt sich ihre rechte Schulter. Zwischen den Fingern ihrer linken Hand rann Blut hervor. &bdquo;Warte! Ich hole was zum Verbinden! Bleib bei mir!&ldquo;<br />
&bdquo;Sie sind alle tot!&ldquo;, heulte die Kollegin. &bdquo;Die bringen uns auch noch um!&ldquo;<br />
&bdquo;Solange wir zurückschießen können, kommen sie nicht noch einmal rein!&ldquo; Mit Grauen erinnerte sich der junge Polizist an den Moment zurück, in dem fünf Männer durch die Eingangstür getreten waren, mit Gewehren auf die Trennwände der Eingangsschleuse gefeuert und dann die Rezeption gestürmt hatten. Vincenzo, ein italo-brasilianischer Veteran, hatte die Gefahr erkannt und entschlossen reagiert. Mit seiner Pistole konnte er zwei der Angreifer verwunden und das Nottor schließen, bevor er selbst von einer Schrotgarbe ins Gesicht getroffen worden war. Er hatte minutenlang geschrien und lag jetzt ohnmächtig oder tot im Nachbarraum.<br />
Er fand einen offenstehenden Verbandskasten, mit dem sie bereits zwei Kollegen versorgt hatten. Jetzt war also Ferreira dran. Die Frau verlor viel Blut, er musste ihr einen straffen Druckverband anlegen. Wieder schoss der Kommissar. Langsam und überlegt. Von draußen tönten Schreie &ndash; anscheinend hatte er etwas getroffen.<br />
&bdquo;Wie sieht es aus, Mendes?&ldquo;<br />
&bdquo;Ich verbinde Luci&ldquo;, rief der junge Beamte zurück, wischte sich die verschwitzten Haare zurück und versuchte sich, trotz erneuter Einschläge, auf die Versorgung der Kollegin zu konzentrieren. Dabei schirmte er ihren Leib mit seinem Oberkörper ab, als Staub und Putzbrocken auf sie herunterfielen.<br />
&bdquo;Zwei Magazine noch!&ldquo;, hörte Mendes den Vorgesetzten rufen. Sie hatten bereits die Kollegen nach Munition durchsucht. Zur Waffenkammer besaßen sie keinen Schlüssel. Der Verantwortliche war krank und der Schlüsselkasten von den Splittern einer Handgranate zerstört worden. Die einzelnen Schlüssel lagen überall herum, man konnte sie nicht mehr zuordnen.<br />
Nicht nur der Zugang dorthin wäre eine Möglichkeit gewesen. Hätten sie die Asservatenkammer erreicht, hätte man auf konfiszierte Waffen zugreifen können. Dort lag das Ziel der Angreifer &ndash; neun Kilo Koks waren am Vortag beschlagnahmt worden. Ein Wert von 3,4 Millionen Real! Fast konnte er die Täter verstehen. Eine für ihn kaum begreifbare Summe. Er bekam gerade mal 6800 Reals im Monat.<br />
&bdquo;Alles gut, Luci! Die Blutung ist gestoppt!&ldquo; Mendes streichelte sanft über die Stirn der Kollegin, während hinter ihm die Schüsse des Kommissars dröhnten. Wieder tönte das Gegenfeuer, doch verlor es an Intensität. Vielleicht waren Angreifer in der Nähe der Fenster? Oder hatten auch die Banditen keine Munition mehr?<br />
* * * * *<br />
João Teixeira blickte vorsichtig um die Hausecke. Sie hatten fast zwanzig Minuten gebraucht, um hierher zu kommen. Überall wurde noch geschossen. Gruppen des Commando Vermelho marodierten durch Straßen und Gassen, aber auch die fast 5000 Sträflinge des Gefängnisses. Letztere waren gut bewaffnet und schienen über ausreichend Munition zu verfügen. Wie das möglich war, blieb bisher ein Rätsel.<br />
Vorsichtig traten sie in die Gasse hinein. Felipe sah durch seine Kamera, immer auf der Lauer nach einem Motiv, das sich lohnte aufzunehmen. Er war wie João freier Mitarbeiter und konnte das Material gut verkaufen, wenn es etwas Besonderes zu sehen gab. Der Grund, warum sie das Risiko, zwischen die Fronten zu geraten, überhaupt eingingen.<br />
&bdquo;BRRRRRRT!&ldquo;, tönte es in einiger Entfernung, abgelöst von Schmerzrufen. Kurz darauf waren wieder nur die weiter entfernten Schusswechsel und Explosionen zu hören.<br />
&bdquo;Komm! Weiter!&ldquo; Teixeira deutete mit seiner rechten Hand in die schmale Straße hinein. Sie traten vorsichtig um die Ecke und blieben dabei auf der rechten Gassenseite, dicht bei den Hauswänden.<br />
&bdquo;Oh mein Gott!&ldquo; Abrupt blieb der Reporter stehen. Ein verstümmelter Leichnam hing in den Kabeln einer Stromleitung. Der Kopf war nur noch zur Hälfte vorhanden, der Oberkörper der Länge nach aufgerissen. Innereien lagen darunter auf dem Asphalt, ein Bild des Grauens.<br />
Sie machten Aufnahmen, anschließend hetzten sie weiter die Straße herunter. Wieder tauchten Leichenteile auf. Allesamt in Zivil gekleidet. Neben einigen lagen Schusswaffen, andere schienen Bürger gewesen zu sein, die zuvor auf die Banditen gestoßen waren.<br />
Wieder dröhnte die schwere Autokanone. Dieses Mal gar nicht so weit weg. Die beiden Männer rannten weiter und gingen dabei volles Risiko. Nur in den Querstraßen blieben sie stehen, um nicht überraschend auf Terroristen zu stoßen.<br />
Eine ältere Frau lehnte mit dem Rücken gegen eine Hausmauer. Ihr Rock war eingerissen worden und ihr rechtes Bein wies eine dicke Bandage auf. Sie wimmerte vor sich hin und wandte langsam den Kopf den herbeieilenden Journalisten zu.<br />
&bdquo;Können wir helfen?&ldquo;, fragte Teixeira.<br />
Die Frau verneinte und blickte müde zu ihm auf. &bdquo;Große Maschine hat geholfen. Sie hat etwas gesagt, aber ich habe sie nicht verstanden.&ldquo;<br />
Die beiden Männer sahen sich vielsagend an. &bdquo;Der Anjo Vingador!&ldquo;<br />
&bdquo;Sie hat vier Männer in meiner Wohnung getötet. Die wollten mich mit einem Messer abstechen.&ldquo;<br />
&bdquo;Wann war das?&ldquo;, wollte Teixeira wissen, während sein Kollege nach einem Krankenwagen rief.<br />
&bdquo;Zehn Minuten!&ldquo;, erwiderte die Frau.<br />
&bdquo;Ich kann niemanden erreichen. Das ganze Handynetz ist ausgefallen.&ldquo; Felipe wandte sich an die Verletzte. &bdquo;Halt aus. Die Wunde sieht okay aus, Hilfe kommt!&ldquo; Er nickte der Frau zu, dann folgte er seinem Kollegen nach, der in das Wohnhaus eindrang und die Treppe nach oben nahm.<br />
&bdquo;Mutter Gottes!&ldquo; Teixeira fühlte Übelkeit in sich aufsteigen, während Felipe sich schon übergeben musste. Vor ihnen lag ein ausgeweideter Bandit, dessen Kopf nur noch an einem Hautfetzen hing. Ein abgerissener Arm lag auf der Schwelle zu einem kleinen Wohnzimmer. Ein weiterer Körper steckte kopfüber in der Röhre eines alten Fernsehers, während sein Bein einen offenen Oberschenkelbruch aufwies. Ein weiterer Krimineller saß, scheinbar unverletzt, auf der Couch. Nur sein linker Augapfel hing aus der Augenhöhle heraus.<br />
Von draußen hörte man jetzt die schnelle Folge hell klingender Detonationen, auf die harte Abschussgeräusche folgten. Es klang relativ nah. Teixeira legte Felipe die Hand auf die Schulter, der vornübergebeugt im Flur erbrochen hatte. &bdquo;Los! Raus hier!&ldquo; Der Kollege nickte langsam, stützte sich an der Wand ab, richtete sich auf und wirkte in diesem Moment müde und ausgelaugt. So gingen sie langsam die Treppe hinunter. Teixeira spähte vorsichtig aus der Tür heraus, dann gingen sie weiter die Straße entlang.<br />
&bdquo;BRRRRRT!&ldquo;, dröhnte es nach zweihundert Metern direkt über ihnen. Blutnebel regnete auf sie herunter, während ein heller Aufschrei tönte, gefolgt von einem Gurgeln.<br />
&bdquo;Bleib stehen!&ldquo;, mahnte Teixeira seinen Kollegen. Der nickte ihm zu und richtete die Kamera auf die Fenster über ihnen. Zwei Meter voraus brach im ersten Stock eine riesige Gestalt durch die Mauer, machte einen gewaltigen Satz über die Straße und schlug in die gegenüberliegende Hauswand ein, dabei eine riesige Trümmerwolke verursachend. Steine und Mauerstücke fielen auf die Presseleute herunter, da hörten sie schon ein heiseres Brüllen von der anderen Straßenseite.<br />
Die beiden Männer sahen sich an, dann hetzten sie über die Straße, prallten aber gegen eine geschlossene Metalltür. Felipe stieß gegen den Rücken seines Partners, da er ebenfalls davon ausgegangen war, dass sie das Haus ohne Probleme betreten könnten. &bdquo;Natürlich ist sie abgesperrt! Wie konnten wir was anderes annehmen?&ldquo;, fragte Teixeira. &bdquo;Würdest du die Tür offenlassen, wenn rund um dich herum die Welt untergeht?&ldquo;<br />
Sie hasteten weiter den Gehweg entlang, der nun einen leichten Knick Richtung Südwesten machte. Immer wieder hörten sie Grollen und Poltern neben sich. Anscheinend war der Anjo Vingador nach wie vor in unmittelbarer Nähe aktiv.<br />
Ein heftiger Schusswechsel wurde vor ihnen immer deutlicher hörbar. Die beiden Reporter machten sich klein und spähten dahin, wo hundertfünfzig Meter entfernt auf einem kleinen Platz ein heftiger Kampf tobte. Das Rattern eines Maschinengewehrs wurde hörbar, während sechs Vermummte mit roten Armbändern an der Mauer eines rechtsstehenden Gebäudes langsam vorgingen. Aus dessen Fenstern wurde vereinzelt das Feuer erwidert.<br />
&bdquo;Das ist die Polizeistation des Bezirks&ldquo;, stellte Teixeira fest. &bdquo;Hast du es drauf, Felipe?&ldquo;<br />
Der Kameramann antwortete nicht. Er zeichnete die Szene schon längst auf. Der Letzte der sechs Männer blickte in dieser Sekunde zurück. Teixeiras und sein Blick trafen sich, da hob der Bandit schon sein russisches Sturmgewehr, um es auf ihn und seinen Kollegen zu richten.<br />
Das war es jetzt! Er war so gut wie tot. Er schloss seine Augen, atmete tief durch und wartete auf die Einschläge der Kugeln in seinem Körper. In diesem Augenblick glaubte er, sein eigenes Herz schlagen zu hören.<br />
Ein Grollen tönte über ihnen, da sprang der riesige Maschinenmensch direkt auf die Gegnergruppe zu. Mündungsfeuer blitzte an seinem rechten Unterarm auf, während riesige Fontänen um die Gruppe Banditen herum aufstoben. Mit einem Dröhnen landete die riesige Gestalt auf der Straße, stürzte vornüber und richtete sich an einem stark beschädigten Auto auf.<br />
Teixeira hielt seinen Blick nach wie vor auf die Stelle gerichtet, wo vor Sekunden der Bewaffnete auf ihn gezielt hatte. Jetzt gab es dort nur noch Fragmente menschlicher Körper und Spritzer von Innereien und Fleischstücken an Mauer und Boden. Die Kampfmaschine musste riesige Projektile verschossen haben.<br />
Sein Blick wechselte in Richtung des Maschinenkriegers. Der hielt seinen Kopf abgesenkt, während eine große Kanone, die er auf dem Rücken trug, aus der Liegeposition in schneller Folge feuerte. Mit jedem Abschussknall tauchten vor dem Fahrzeugwrack und an der dahinterliegenden Gebäudefront weiße Wölkchen auf, während der dahinterliegende Bereich von unzähligen Einschlägen getroffen wurde.<br />
Riesige Hülsen rollten über den Asphalt, während der Robotersoldat sich aufrichtete und zum Stehen kam. Er wandte sich zu ihnen um, während sie ihn anstarrten und sich nicht zu bewegen trauten.<br />
Teixeira sah die Rüstungsplatten mit Fleisch und Blutresten übersät. Auch wiesen sie oberflächliche Beschädigungen von Geschossen oder Splittern auf. Die Front des gesichtslosen Helms blieb auf ihn gerichtet, während er sich nicht traute, sich zu bewegen.<br />
&bdquo;Sprechen Sie Englisch?&ldquo;, klang eine kräftige, mechanisch klingende Stimme zu ihnen herüber.<br />
Teixeira nickte, dann wandte er sich zu dem Kameramann um, der in diesem Moment sein Gerät aufheben wollte.<br />
&bdquo;Aufheben ja, filmen nein!&ldquo; Die Gestalt sah die beiden Reporter eindringlich an, dann deutete sie auf den Eingang der Polizeistation. &bdquo;Geht dort rüber!&ldquo;<br />
Der Anjo Vingador! Aus nächster Nähe! Teixeira konnte sein Glück kaum fassen. Sie folgten der Kampfeinheit und wussten dabei nicht genau zu sagen, ob es sich um eine Maschine, einen Menschen oder eine Kombination aus beidem handelte.<br />
Sie hatten die Straße gequert und traten an den Eingang des Polizeireviers heran, da tauchten auf der gegenüberliegenden Seite des Platzes drei weitere Banditen auf dem Flachdach eines Gebäudes auf. Die Kampfeinheit reagierte sofort, ihr rechter Unterarm richtete sich auf die neuen Ziele, da blitzte auch schon langes Mündungsfeuer, begleitet von diesem lautstarken Brummen.<br />
Der Reporter sah Dreckfontänen in die Dachbrüstung schlagen, begleitet von hellroten Nebelschwaden. Von den Angreifern war nichts mehr zu sehen. Es schien ihm fast so, als ob er sich deren Anblick eingebildet hätte.<br />
&bdquo;Teixeira! Komm jetzt! Weiter!&ldquo; Felipes Stimme überschlug sich, während er seinen Kollegen am Oberarm packte und mit sich riss.<br />
Die beiden Reporter flüchteten durch die Doppeltür in das Innere der Station. Der gesamte Empfangsbereich war zerstört worden! Zahllose Einschläge, Blutlachen und reglose Körper zeigten sich hinter einem massiven Stahlgitter. Doch auch davor waren Spuren von Verletzungen auszumachen, wenn auch keine Verwundeten oder Toten.<br />
&bdquo;Wir kommen hier nicht weiter!&ldquo;, rief Teixeira der Maschinengestalt zu.<br />
Das gesichtslose, menschenähnliche Gebilde trat hinter den beiden Reportern an den Eingang der Wache, überblickte noch einmal den Platz, dann wandte es sich zu dem Mann um, der es angerufen hatte, nickte ihm zu, trat an ihm und dem Kameramann vorbei und riss das Gitter beiseite, als ob es sich dabei um einen Vorhang handeln würde.<br />
&bdquo;Hallo! Bitte nicht schießen, wir sind von der Presse!&ldquo;, rief Felipe.<br />
&bdquo;Weisen Sie sich aus!&ldquo;, kam es aus dem Nachbarraum. Die Männerstimme klang dunkel und autoritär.<br />
Der Kameramann nahm das Band mit dem Presseausweis, zog es über den Kopf und hielt es am ausgestreckten Arm in die Türöffnung hinein.<br />
&bdquo;Kommt langsam herein!&ldquo;, wurde er aufgefordert.<br />
Felipe hob seinen linken Arm, in der rechten die Kamera tragend. &bdquo;Wir haben auch noch etwas bei uns. Keine Ahnung ob Mensch oder Maschine!&ldquo;<br />
&bdquo;Wir haben es gesehen. Es hat geholfen.&ldquo;<br />
Teixeira folgte seinem Kollegen in das Dienstzimmer. Auch hier herrschte Chaos. Die Körper von sieben toten Beamten lagen auf dem Boden, lehnten halb über den Tischen oder saßen noch auf ihren Bürostühlen. Ein weiterer war an der Wand zusammengebrochen. Das Wehklagen einer Frau war zu hören, zwei weitere Schwerverletzte waren ohne Bewusstsein.<br />
Santos und Mendes durchsuchten die beiden Reporter nach Waffen und schienen beruhigt. Die riesige Gestalt blieb im Hintergrund, nickte ihnen zu, erklärte aber auf Englisch, dass sie ihre Waffen behalten würde.<br />
&bdquo;Mein Einsatz ist noch nicht vorbei!&ldquo;, erklärte sie den Beamten.<br />
Der alte Kommissar fasste sich als Erster. &bdquo;Danke, dass Sie geholfen haben! Ich hatte nur noch vier Schuss im Magazin.&ldquo;<br />
&bdquo;Gibt es keine Ausrüstungskammer bei Ihnen?&ldquo;, kam von der Spezialeinheit die Gegenfrage.<br />
&bdquo;Doch, aber der Schlüssel ist nicht auffindbar und der Verantwortliche nicht im Haus. Er hat Glück gehabt.&ldquo;<br />
&bdquo;Zeigen Sie mir den Raum!&ldquo;<br />
Santos wies Mendes an, ihren Retter zu führen. Der junge Beamte reagierte verstört auf dessen Anblick. &bdquo;I&rsquo;m no English!&ldquo;<br />
Die Gestalt nickte ihm zu, worauf er an ihr vorbei trat und sie durch den Gang führte. Er blieb bei einer massiven Stahltür stehen und deutete auf die Türklinke.<br />
Mit sanftem Druck schob der Maschinenmensch den brasilianischen Polizisten beiseite, legte seine rechte Panzerhand über den Türknauf, dann tönte ein Schlag, worauf sich die Tür öffnete. Dabei brach der Dreifachriegel aus der Mauer.<br />
Die Spezialeinheit deutete in den Raum hinein und trat anschließend in den Gang zurück, während Mendes die Gurte zweier Sturmgewehre über seine rechte Schulter hob und vier Magazintaschen auf beide Hände verteilte.<br />
&bdquo;Nimmst du auf?&ldquo;, fragte Teixeira seinen Kollegen.<br />
&bdquo;Die Kamera ist aus!&ldquo;, bekam er von Felipe als Antwort. Der Maschinenmensch wandte sich ihnen zu, betrachtete sie, dann wandte er sich wieder ab. Er hob immer wieder seine rechte Panzerhand an den Helm.<br />
Santos verteilte Wasserflaschen, nahm von Mendes eine Waffe und Munition entgegen und blickte durch das Fenster auf die Straße. Im Viertel war es ruhiger geworden. Vielleicht die Vorbereitung für einen neuen Angriff? Der Kommissar blickte prüfend zu der Gestalt rüber, die den unteren Teil ihres Helms geöffnet hatte und jetzt ebenfalls vom Wasser trank. &bdquo;Bleiben Sie hier?&ldquo;, fragte er vom Fenster aus.<br />
Ein Kopfschütteln als Antwort &ndash; die Spezialeinheit richtete sich auf, blieb einige Sekunden regungslos, dann ging sie durch die Doppeltür Richtung Empfang, zog das Gatter wieder in Position und verließ die Polizeistation.<br />
* * * * *<br />
&bdquo;Die Nacht senkt sich über die Stadt und die Kämpfe sind verstummt.&ldquo; Der Reporter blickte ernst in die Kamera, während Sanitäter, geschützt von Polizei- und Armeekräften, im Hintergrund tote und verwundete Polizisten bargen. &bdquo;102 Tote allein im Gefängniskomplex, ausnahmslos Beamte des Strafvollzugs, weitere tote Polizisten im Stadtgebiet, dazu noch nicht gezählte Zivilisten, die von den Banditos ausgeplündert, vergewaltigt und getötet worden sind.&ldquo; Der Reporter holte tief Luft. &bdquo;Hier spricht João Teixeira, unterwegs für Globo TV Rio de Janeiro. Mit bewegenden Bildern der Kämpfe und einem exklusiven Video zum Anjo Vingador!&ldquo; Die Bilder wurden eingeblendet, die die Kampfmaschine aus einiger Entfernung zeigten, wie sie mit ihrer riesigen Rückenkanone auf die Angreifer schoss, welche die Polizeistation belagert hatten. Nachfolgend eine weitere kurze Aufnahme in zweifelhafter Qualität, die die Rückseite der Gestalt aus nächster Nähe gefilmt hatte. Offensichtlich durch eine Handykamera aufgenommen.<br />
Der Reporter wurde wieder eingeblendet, er blickte stolz in Richtung Kameraobjektiv. &bdquo;Auch für uns kam die internationale Sondereinheit zur rechten Zeit. In dem Moment, wo der bewaffnete Mob auf uns schießen wollte, tauchte der Anjo Vingador auf, tötete die Banditen und brachte den überlebenden Beamten der Polizeistation die ersehnte Befreiung. So erging es vielen Menschen in diesen Stunden. Unbewaffnete, unschuldige Zivilisten, die in letzter Sekunde vom Racheengel gerettet worden sind.&ldquo; Der Reporter wandte sich zu dem völlig zerstörten Dienstraum um. &bdquo;Dennoch! Es befinden sich nach wie vor tausende bewaffnete Sträflinge auf den Straßen Rios! Sie werden versuchen, in den Favelas Unterschlupf zu finden. Aber auch die kleineren umliegenden Städte könnten in ihr Fadenkreuz geraten. Hinzu kommt der bedauerliche Umstand, dass alle Putschisten entkommen sind, einschließlich des Coronels Gabriel Oliveira Santos, Spitzname der Krüppel.&ldquo;<br />
&bdquo;Aus! Das war es!&ldquo; Felipe hob seinen rechten Daumen. &bdquo;Komm! Feierabend! Was bin ich froh, dass wir diese Scheiße überlebt haben.&ldquo;<br />
Strandurlaub<br />
Marlene hatte Jetlag, doch das war ihr egal. Brasilien! Nie hätte sie es für möglich gehalten, dass sie dieses Land einmal besuchen würde. Und jetzt? Sie war da! Unter der lieben Sonne am Strand unter Palmen. Unverhofft kommt oft! Es fiel ihr immer noch schwer, das zu begreifen. Zumal das Wetter fantastisch war und die Menschen freundlich und zuvorkommend.<br />
Kaum dass sie gelandet waren, hatte man sie in einen Bus gesetzt und vom Flughafen zu einem Luxusresort im Osten gefahren. Nicht weit von der Großstadt entfernt. Dort wurden sie in zwei großen Bungalows mit Meerblick untergebracht. Dazu gehörten jeweils ein Pool mit Jacuzzi und ein eigener Strandbereich.<br />
&bdquo;Kommst du mit frühstücken?&ldquo;, fragte Anja.<br />
&bdquo;Türmchen schläft noch?&ldquo;, wollte Marlene wissen.<br />
&bdquo;Ja. Kein Wunder. Sie ist erst in der Nacht zurückgekommen.&ldquo;<br />
&bdquo;Gut! Lassen wir sie schlafen. Die Arme, wer weiß, was sie erleben musste.&ldquo; Marlene dachte an die Nachrichten. Selbst die deutschen Sender hatten berichtet. Sie besann sich wieder auf die Freundin. &bdquo;Komm, Süße! Gehen wir was essen.&ldquo;<br />
Anja wartete auf die Braut, hakte sich bei ihr unter und folgte den anderen Frauen, die sich bereits zum Restaurant aufgemacht hatten. Sie hätten sich auch Frühstück in die Bungalows bringen lassen können, doch wollten sie beisammen sein.<br />
&bdquo;Was machen die Soldaten hier?&ldquo;, wollte Rebecca von einer Bedienung wissen.<br />
&bdquo;Die sind wegen der ausgebrochenen Sträflinge hier. Die Regierung macht sich Sorgen, dass es Überfälle auf die Touristengebiete geben könnte.&ldquo;<br />
&bdquo;Besteht da wirklich eine Gefahr?&ldquo;<br />
Die junge Brasilianerin nickte. &bdquo;Leider ja.&ldquo;<br />
Marlene erzählte ihren Freundinnen davon. &bdquo;Sollen wir vielleicht doch lieber zurück? Der General hat doch gemeint, dass Mayas Einsatz beendet sei.&ldquo;<br />
&bdquo;Spinnst du? Wir bleiben einfach hier im Resort. Du hast doch die Soldaten gesehen. Was soll uns da passieren?&ldquo;, meinte Rebecca.<br />
Ilona war anderer Meinung. &bdquo;Seid nicht böse. Aber ihr habt selbst die Schüsse in der Stadt gehört. Und Maya war viele Stunden im Einsatz. Lieber in Köln kleinere Kuchen backen, als hier im Paradies überfallen und abgemurkst zu werden.&ldquo;<br />
Yvonne seufzte. &bdquo;Türmchen ist bei uns oder nicht? Die zählt doch viel mehr als die Soldaten.&ldquo; Sie blickte in die Runde. &bdquo;Lasst uns einfach abstimmen!&ldquo;<br />
Die Frauen waren einverstanden. So blieb Ilona die einzige Gegenstimme. Alle anderen wollten im Resort bleiben und die Zeit genießen.<br />
Maya wachte gegen Mittag auf, suchte sich zu orientieren und blinzelte ins Tageslicht, das durch das Panoramafenster einfiel. Stimmt! Sie konnte sich noch erinnern, wie sie zum Flughafen zurückgekehrt war, sich abgerüstet hatte und mit einem Polizeifahrzeug hierhergebracht worden war.<br />
Sie nahm ihr Handy vom Beistelltisch, schaute auf das Display und fand eine Nachricht von General Arnold. Sie sollte ihn dringend anrufen. Erneuter Einsatz? Sie hoffte nicht. Nach ein paar Sekunden überwand sie sich. &bdquo;General?&ldquo;<br />
&bdquo;Mrs. Klein! Entschuldigen Sie, dass ich Sie schon wieder nerven muss. Kurz vorweg: Ich habe nichts Aktuelles für Sie. Bleiben Sie bei Ihren Freundinnen und genießen Sie Strand und Meer! Dennoch möchte ich Ihnen raten, Ihre Waffe bei sich zu tragen. Sämtliche Flüchtlinge sind durch einen Tunnel geflohen und anschließend umfassend bewaffnet worden &ndash; und zwar aus Beständen der Armee. Die Lage ist also nach wie vor angespannt.&ldquo;<br />
&bdquo;Das war nicht alles, oder?&ldquo; Maya bekam ein flaues Gefühl in der Magengegend.<br />
&bdquo;Das Commando Vermelho hat 600 Kilogramm Kokain auf den Kopf des Anjo Vingador ausgesetzt. Selbst für Hinweise zahlen sie zehntausende Real Belohnung.&ldquo;<br />
Maya schloss die Augen und holte tief Luft. &bdquo;Und was bedeutet das?&ldquo;<br />
&bdquo;Man sucht nach Männern über zwei Meter, die Ausländer sind.&ldquo;<br />
&bdquo;Was ist mit meiner Einheit? Sind meine Kollegen in Gefahr?&ldquo;<br />
Der Amerikaner verneinte. &bdquo;Nein. Die Brasilianer setzen sie zusammen mit vertrauenswürdigen Beamten ein. Sie haben nichts zu befürchten und leisten ähnlich gute Arbeit wie Sie am gestrigen Tag. Mr. Lambert, Mr. Nijdam, Mr. Loyd und Mrs. Tintory haben Großes geleistet. Die neuen Anzüge sind ein Traum, wie mir von Ihren Kollegen bescheinigt wurde. Ich denke, das Commando wird sich nicht mehr sicher sein, ob es wirklich nur einen Racheengel gibt.&ldquo;<br />
&bdquo;Man hat mich im Fernsehen gesehen. Das kann doch nur schlecht für uns sein. Gerade wenn solch eine Summe auf meinen Kopf ausgesetzt worden ist.&ldquo; Maya stand auf und trat an das Fenster. Sie überblickte die tropische Kulisse. Die erinnerte sie an den einen oder anderen Romantikfilm, den sie mit Mutti geschaut hatte. In der Realität hatte sie Ähnliches nie gesehen, selbst in Kalifornien nicht.<br />
&bdquo;Natürlich ist das ein Problem. Aber wir können es nicht mehr rückgängig machen. Dass der Coronel geflohen ist, bedeutet auf jeden Fall nichts Gutes. Er wird einen Weg gefunden haben zu kommunizieren, trotz aller Einschränkungen.&ldquo;<br />
&bdquo;Aber wie sollte das möglich sein? Er kann nichts mehr sehen, sagen oder hören.&ldquo;<br />
&bdquo;Er ist ein äußerst intelligenter Mann. Er wird einen Weg gefunden haben, sich zu verständigen. Das funktioniert zum Beispiel über Reize auf der Haut. Er kann ja noch Impulse geben mit den Körperteilen, die ihm geblieben sind.&ldquo;<br />
&bdquo;Dann steckt er hinter all dem?&ldquo; Die Stimme Mayas klang gebrochen.<br />
&bdquo;Ich vermute es. Man hatte darauf gehofft, dass Sie zur Befreiung der Zentrale hinzugezogen würden. Major Oliveira hat ja auch verlässlich in diese Richtung gedacht. Er hatte angenommen, das alles wäre für Sie ein Kinderspiel.&ldquo;<br />
&bdquo;Dann galt die Sprengfalle mir?&ldquo;<br />
Der General bestätigte ihre Annahme. &bdquo;Ich denke, dass es so ist, und unsere Analysten sehen es ähnlich.<br />
Bleiben Sie mit Ihren Freundinnen im Resort! Zeigen Sie sich aber nach Möglichkeit niemandem. Das Personal wurde registriert, die ausgehenden Gespräche werden überwacht. Sollten Sie dennoch fliegen wollen, lasse ich Sie abholen.&ldquo;<br />
&bdquo;Okay, General. Ich rede mit den Mädels. Mir wäre es lieber.&ldquo;<br />
Sie wollte aufstehen und ins Badezimmer gehen, als ein weiterer Anruf einging. Sie griff erneut nach dem gerade erst auf den Tisch zurückgelegten Handy und fand Jans Namen auf dem Display. Wie sie sich freute!<br />
&bdquo;Jan! Oh mein Gott! Wie schön ist es, dich zu hören. Geht es euch gut?&ldquo; Maya trampelte mit den Füßen auf den Boden, so sehr freute sie sich über den Anruf.<br />
&bdquo;Ja, sehr gut sogar. Wir leben alle unser Leben und sind zufrieden. Ich soll dich unbedingt grüßen. Wie sieht es bei dir und deinen Lieben aus? Ich habe die Nachrichten gesehen&#8230;&ldquo;<br />
&bdquo;Bin in Rio. Du hast recht. Aber ich habe es hinter mir und wollte gerade duschen und anschließend an den Strand hinuntergehen, bevor wir wieder abreisen. Wenigstens für ein paar Stunden diese Idylle genießen.&ldquo;<br />
&bdquo;Ich kann dich so gut verstehen, Liebes. Das Land muss ein Traum sein. Aber eben auch voller Gegensätze, hab ich recht? Copacabana auf der einen Seite, die Elendsviertel in den Hügeln auf der anderen.&ldquo;<br />
Maya trat an das Fenster und sah ein paar Joggern dabei zu, wie sie den Strand entlangliefen. &bdquo;Erzähl! Gibt es bei dir eine neue Liebe?&ldquo;<br />
&bdquo;Es gab eine, ja. Aber so schnell ich in eine Beziehung hineinfalle, so schnell plumpse ich auch wieder heraus. Es ist das alte Lied. Ich bin den Frauen zu fade. Der Falsche, wenn Frau ein Abenteuer sucht.&ldquo; In der Stimme des Freundes klang die Enttäuschung mit.<br />
&bdquo;Falsches Beuteschema! Vielleicht brauchst du eine Frau, die selbst schon genug Abenteuer hatte und es deshalb lieber ruhiger mag?&ldquo;<br />
&bdquo;Du meinst eine Polizistin wie du?&ldquo;<br />
&bdquo;Muss ja nicht. Aber vielleicht in diese Richtung? Heiner ist dir nicht unähnlich. Er ist zwar nicht besonders gebildet, aber sehr höflich, ruhig und zuvorkommend. Ich bin glücklich, wenn ich nach Hause komme und mit ihm zusammen meine Ruhe finde.&ldquo;<br />
&bdquo;Meine Liebe, wer dem Glück hinterherjagt, stolpert über das Pech, heißt das Sprichwort. Von daher soll es einfach geschehen. Ich werde genügend Gelegenheiten schaffen, versprochen.&ldquo;<br />
Sie unterhielten sich noch zwanzig Minuten, dann musste Jan den nächsten Termin wahrnehmen. Maya verabschiedete sich herzlich von ihm und freute sich auf ein baldiges Wiedersehen.<br />
Eine kurze Dusche, Haare waschen, den Bikini anziehen und eine Cap aufsetzen. Dazu gleich die Sonnenbrille &ndash; sie würde zumindest vom Gesicht her nicht ohne weiteres zu erkennen sein. Doch was zählte das, wenn ihre Größe sie überall verriet? Als sie in den großen Badspiegel sah, fand sie ihr Abbild angespannt und mit hartem Blick. Sorgen! Sie konnten jegliches Gefühl in den Zügen eines Menschen zum Versiegen bringen. Sie wollte weg von hier. Weg von der Gefahr, die in diesem Land auf sie lauerte. Santos! Er kämpfte immer noch gegen sie. Er lag auf der Lauer, stellte Fallen, und dieses Mal war es ihr Team gewesen, das sie gerettet hatte. Hätte sie der Sprengung standgehalten, wenn sie die Zentrale gestürmt hätte? Vor ihren Augen tauchte der Sprengkegel des total zerstörten Turms auf.<br />
Sie fühlte sich direkt bedroht. Ganz konkret in diesem Augenblick. Energisch trat sie vom Spiegel weg, verließ das Bad und griff nach dem Holster mit ihrer Waffe, legte ein großes Badehandtuch darüber und verließ den Bungalow. Sie hörte das Lachen der Freundinnen vom Nachbargrundstück herüber.<br />
&bdquo;Hi!&ldquo; Sie nötigte sich ein Lächeln ab, winkte in die Runde und sah Rebecca dabei zu, wie diese einen Cocktail vom Tablett hob, ihr entgegenkam und das Getränk reichte.<br />
&bdquo;Endlich bist du hier! Schau dir das an! Was freue ich mich auf den Sonnenuntergang.&ldquo; Sie deutete auf eine der Liegen. &bdquo;Wird komisch aussehen, wenn du versuchst dich zu uns zu legen.&ldquo;<br />
Marlene war umständlich aufgestanden, umarmte Maya und sah besorgt zu ihrem Gesicht auf. &bdquo;War es schlimm?&ldquo;<br />
Die Riesin winkte ab. &bdquo;Es ging. Aber ich muss mit euch sprechen. Wir müssen wieder zurück.&ldquo; Sie blickte in schockierte Gesichter.<br />
&bdquo;Aber warum? Es ist so schön hier. Maya! Das ist ein wahrgewordener Traum für uns. Weshalb sollen wir zurück?&ldquo;, zeigte sich Anja erschrocken.<br />
&bdquo;Weil niemand für eure Sicherheit garantieren kann! Auch ich nicht. In Rio und dem Umland laufen hunderte entlaufene Schwerverbrecher herum. Sie sind fast alle bewaffnet und extrem gefährlich. Das wusste niemand, als man euch eingeladen hat.&ldquo;<br />
&bdquo;Aber da sind zwei Soldaten in der Lobby. Sie haben Gewehre&ldquo;, versuchte Sigrid ein Gegenargument anzubringen.<br />
&bdquo;Ja, aber sie werden nur dann Gegenwehr leisten, wenn sie eine Chance sehen. Die wissen genau, wie ihre Gegner ticken. Vielleicht schrecken sie die eine oder andere Gruppe ab, aber das hier ist ein Luxusresort. Gut für den schnellen Dollar und Geiseln.&ldquo;<br />
Auch Marlene hatte mit der Nachricht zu kämpfen. Sie blickte in die Runde, sah die Enttäuschung in den Gesichtern der Freundinnen und wollte ihrerseits versuchen, Maya umzustimmen. &bdquo;Bitte, Türmchen! Ein Tag mit dir am Strand chillen! Lass uns morgen fliegen.&ldquo;<br />
&bdquo;Und wenn was passiert?&ldquo;, wollte Maya wissen. &bdquo;Bitte glaubt mir, die Gefahr ist da. Wie soll ich damit leben können?&ldquo;<br />
Ilona schloss sich ihr an. &bdquo;Wir sind im Paradies, aber ich feiere lieber in Köln mit euch, als hier ausgeraubt und gekillt zu werden.&ldquo;<br />
Anja, Heidi, Rebecca und Yvonne wollten unbedingt bleiben. &bdquo;Kommt schon, Leute! Die werden sich doch ganz schnell verkrümeln und untertauchen&ldquo;, meinte Letztere. &bdquo;Wann kommen wir jemals wieder her? Das ist doch ein überschaubares Risiko.&ldquo;<br />
Sigrid und Manuela blieben neutral. &bdquo;Ich schließ mich der Mehrheit an&ldquo;, meinte Letztere.<br />
Marlene trat an ihre große Freundin heran und nahm ihre Hand. &bdquo;Bitte, Türmchen! Das ist ein einzigartiger Moment an einem einzigartigen Ort. Die Chancen sind klitzeklein, dass ich jemals in meinem Leben hierher zurückkomme.&ldquo;<br />
&bdquo;Stimmt, die Chance, dass wir überfallen werden, ist deutlich höher&ldquo;, gab Maya zurück. &bdquo;Bitte, Leute! Unterschätzt die Situation nicht! Das hier ist ein erstklassiges Ziel. Es gibt im Ort nur wenig Polizei und der Sicherheitsdienst ist nicht der Rede wert. Die hauen doch alle ab, wenn es ernst wird.&ldquo;<br />
&bdquo;Aber wir haben euch überstimmt&ldquo;, gab Heidi zurück.<br />
&bdquo;Ja, aber nur weil ihr solche Situationen nicht kennt und völlig naiv mit ihnen umgeht, das ärgert mich.&ldquo; Maya griff nach ihrem Handy, hob es an ihr Ohr und wandte sich von den Frauen ab. Sie hatte noch keine zwei Schritte getan, als sie es merkte. Kein Freizeichen! Der Blick auf das Display &ndash; es gab überhaupt keine Verbindung mehr. Das Netz schien von einem Moment auf den anderen tot zu sein.<br />
Sie wandte sich an die Freundinnen. &bdquo;Geht euer Internet noch?&ldquo;<br />
&bdquo;Nein! Kein Netz!&ldquo;, erwiderte Yvonne.<br />
&bdquo;WLAN ist auch nicht mehr!&ldquo;, meinte Ilona besorgt.<br />
Mayas Gedanken begannen sich sofort zu verselbstständigen. &bdquo;Gut! Geht in den Bungalow! Alle! Sammelt Wasser in Flaschen und wartet, bis ich zurückkomme.&ldquo; Sie griff nach ihrem Handtuch, unter dem sie ihre Pistole verborgen hielt.<br />
&bdquo;Bom dia, Senhora Klein!&ldquo;, wandte sich eine füllige Rezeptionistin an sie, nachdem einige Brasilianer vor ihr Erkundigungen eingeholt hatten. &bdquo;Sie wollen sich wahrscheinlich wegen des Internets erkundigen. Tut mir leid, es gibt eine Störung.&ldquo;<br />
&bdquo;Dürfte ich vielleicht über das Festnetz telefonieren? Es ist sehr dringend.&ldquo;<br />
Die Dame öffnete eine Klappe in der Rezeption und deutete auf das dahinterliegende Büro. &bdquo;Aber sicher! Wählen Sie bitte eine Null zuvor!&ldquo;<br />
Maya nickte einer Büroangestellten zu, griff nach dem Hörer und gab die Handynummer des Generals ein. Ein Klicken wurde laut, ein Surren, dann hörte man nichts mehr. Sekunden verstrichen, dann wandte sie sich an die junge Frau. &bdquo;Geht das Telefon schon lange nicht mehr?&ldquo;<br />
&bdquo;Geht es nicht?&ldquo;, fragte die junge Frau in fließendem Englisch zurück. Maya spürte deutlich deren Aufregung, wusste diese aber nicht einzuordnen.<br />
&bdquo;Kommt das oft vor?&ldquo;<br />
&bdquo;Nein! Ich arbeite seit vier Jahren hier. Das ist das erste Mal.&ldquo;<br />
Maya nickte der Frau zu, verließ das Büro und trat an die beiden Soldaten heran, die die Lobby kontrollierten. Sie waren mit alten Sturmgewehren und Pistolen bewaffnet, sehr jung und schienen nicht sonderlich erfahren zu sein. &bdquo;Haben Sie Funkgeräte?&ldquo;, sprach sie die beiden an, doch verstanden die Männer sie nicht. Sie starrten sie nur verständnislos an und deuteten auf die Rezeption.<br />
Maya bemerkte einen kleinen Reisebus, der vorfuhr. Offensichtlich brachte er weitere Touristen. &bdquo;Entschuldigen Sie!&ldquo;, wandte sie sich noch einmal an die Rezeptionistin. &bdquo;Könnten Sie bitte die Soldaten fragen, ob sie Funkgeräte haben?&ldquo;<br />
Die freundliche Frau lächelte. &bdquo;Die werden jede Stunde über unser Telefon angerufen. Aber das ist ja jetzt tot.&ldquo;<br />
Maya schloss ihre Augen und atmete tief durch. Sie waren praktisch von der Außenwelt abgeschnitten. Kurz entschlossen trat sie auf den Vorplatz, drängte durch die Touristen, die verwundert zu ihr aufblickten, und wandte sich an den beleibten Fahrer. &bdquo;Könnten Sie mich und meine Freundinnen nach Rio zum Flughafen fahren? Ich würde Sie gut dafür bezahlen.&ldquo;<br />
&bdquo;Tut mir leid, Senhora! Ich habe jetzt Feierabend und muss meine Kinder von der Schule abholen. Meine Frau ist krank. Sie hat seit gestern Fieber&#8230;&ldquo; Der Mann fiel in einen Redeschwall, den Maya mit einer weiteren Frage unterbrechen musste. &bdquo;Vielleicht ein Kollege? Gerne auch Taxis.&ldquo;<br />
&bdquo;Ich probiere es, Senhora!&ldquo; Der Fahrer nickte ihr wohlwollend zu. &bdquo;Bitte Foto für Frau und Kind?&ldquo;<br />
Maya verneinte. &bdquo;Bitte nicht. Ich möchte keine Bilder von mir im Internet sehen.&ldquo;<br />
Der Fahrer reagierte enttäuscht, aber verständnisvoll. So verabschiedete er sich, stieg wieder in sein Fahrzeug, fuhr den Kreisverkehr des Vorplatzes entlang und nahm anschließend die Palmenallee zur Hauptstraße.<br />
Maya wartete fast eine Stunde, aber es kam weder ein weiterer Bus noch irgendwelche Taxis.<br />
&bdquo;Habt ihr zusammengepackt? Hier stinkt es zum Himmel. Kein Telefon, kein Internet!&ldquo; Maya wandte sich an die Gruppe Frauen.<br />
&bdquo;Ja, aber warum, Maya? Entspann dich! Das ist einfach unser Schicksal. Wir sollen hier bleiben, chillen und feiern.&ldquo; Yvonne tanzte auf der Stelle, während Rebecca auf die Nachbarn zeigte. Eine Gruppe aus sechs Spaniern, die ein Gesellschaftsspiel spielten und die einzelnen Züge dabei lautstark kommentierten.<br />
Die Riesin blickte in Richtung Meer. Der Strand war bisher gut gefüllt gewesen. Auch Einheimische waren dort zu sehen, viele zusammen mit ihren Kindern. Vielleicht reagierte sie wirklich über?<br />
&bdquo;Bitte! Haltet eure Sachen griffbereit! Offensichtlich hängen wir fest, aber wenn wir abgeholt werden, muss es schnell gehen.&ldquo; Sie mahnte die Frauen dazu, zusammenzubleiben. Wer irgendwohin wollte, sollte nicht allein gehen.<br />
&bdquo;Die ist ja richtig hysterisch&ldquo;, meinte Yvonne zu Marlene. Maya konnte es hören, nahm sich aber vor, die Sprüche zu ignorieren. Egal, was sie jetzt sagte, es würde diesen Eindruck nur verstärken.<br />
Der Nachmittag und Abend verliefen völlig ruhig. Nur Telefon und Internet gingen nach wie vor nicht. Auch Busse und Taxis blieben dem Hotel fern. Maya hatte wiederholt angefragt, man hatte Boten geschickt, doch waren die Transportmittel unterwegs oder die Fahrer hatten Feierabend. Offensichtlich hatte der Verkehr stark zugenommen, nachdem die Kommunikationsmittel ausgefallen waren. Viele Brasilianer wollten wahrscheinlich direkt mit Menschen sprechen, die sie nun nicht mehr telefonisch erreichen konnten. Von der Lobby aus konnte Maya den dichten Verkehr auf der Straße sehen.<br />
Besorgt schienen die Touristen im Resort nicht zu sein. Auf dem Weg zum Bungalow wurde Maya von einem italienischen Paar angesprochen, wegen ihrer Größe und ihres Aussehens bewundert und nach ihren bisherigen Eindrücken gefragt. Die beiden sprachen Deutsch und hatten zehn Jahre in Duisburg gelebt. Auch sie hatten von den entlaufenen Sträflingen gehört, wollten sich aber nicht weiter sorgen. Schließlich gab es ja die beiden Soldaten.<br />
Maya verabschiedete sich nach ein paar Minuten und begann das Gelände zu sondieren. Die Bungalows waren durch hohe Hecken voneinander abgegrenzt. Es gab jeweils fünf Schlafzimmer und ein großes Wohnzimmer, dazu ein luxuriös eingerichtetes Bad mit Regendusche und Riesenbadewanne. Die Hecken waren undurchdringlich. Man konnte die Grundstücke nur über den Vordereingang betreten. Es gab nach hinten Nottüren, doch waren diese verplombt und nur von der jeweiligen Parzelle aus zu entriegeln.<br />
Die Häuschen waren ungefähr einen Meter über dem Boden gebaut. Wahrscheinlich um Sturmfluten oder Überschwemmungen vorzubeugen. Der Zwischenraum war mit massiven Holzgittern verkleidet. Maya untersuchte diese genauer, löste mit Gewalt eines der Segmente und fand hier ein Versteck für ihre Freundinnen.<br />
&bdquo;Was machst du da, Maya?&ldquo;, wollte Ilona wissen, die sie von der Brüstung der Terrasse aus beobachtet hatte.<br />
&bdquo;Kommst du mal her?&ldquo;, bat Maya die Freundin.<br />
&bdquo;Na klar! Warte kurz! Ich ziehe mir etwas über.&ldquo;<br />
Maya sah Ilona verschwinden, hörte die Schiebetür, nach einem längeren Moment kam sie die Treppe herunter.<br />
Die Riesin deutete auf das Segment im Holzgitter und bat die Freundin, es herauszuziehen. Ilona probierte es, schaffte es aber nur mit Anstrengung. &bdquo;Lass dir im Notfall helfen!&ldquo;<br />
&bdquo;Warum das alles? Glaubst du wirklich, wir sind in Gefahr?&ldquo;<br />
Maya nickte. &bdquo;Es ist nur schade, dass du die Einzige bist, die mich ernst nimmt. Ich spüre es in jeder einzelnen Faser meines Körpers. Und bis jetzt hat mich diese Ahnung nie betrogen.&ldquo;<br />
Die ein paar Jahre ältere Frau starrte sie erschrocken an. &bdquo;Oh mein Gott!&ldquo;<br />
&bdquo;Bleib bitte ruhig! Wenn alles so kommt, wie ich es erwarte, musst du unbedingt funktionieren. Hast du mich verstanden?&ldquo;<br />
&bdquo;Ja, natürlich, Maya.&ldquo;<br />
Die Riesin griff mit beiden Händen hinter ihren Hinterkopf und zog ihren Pferdeschwanz straff. &bdquo;Gut!&ldquo; Sie deutete auf die Hecke zum Nachbargrundstück. &bdquo;Du schläfst heute in meinem Bungalow. Tausch mit einem der Mädels!&ldquo;<br />
Ilona zeigte durch eine Handgeste, dass sie verstanden hatte, und blieb dicht bei Maya stehen, die jetzt an die Hecke trat, in diese hineingriff und Zweige herausbrach. Es entstand ein Loch, durch das gerade so ein Körper passte.<br />
&bdquo;Wenn ich dich warne, kriechst du durch dieses Loch. Ihr habt dann fünf Minuten, um unter unserem Bungalow zu verschwinden. Ihr rührt euch nicht &ndash; auch dann nicht, wenn jemand behauptet, von der Polizei oder Armee zu sein. Verstanden?&ldquo;<br />
Die junge Frau nickte. &bdquo;Und was ist mit dir?&ldquo;<br />
Die Riesin kaute auf ihrer Unterlippe herum. &bdquo;Ich verschaffe euch die Zeit, die ihr braucht.&ldquo;<br />
&bdquo;Aber wie?&ldquo;, wollte die dunkelblonde Frau wissen.<br />
&bdquo;Indem ich so viele wie möglich ausschalte.&ldquo;<br />
&bdquo;Du tötest sie?&ldquo;, fragte Ilona erstaunt.<br />
&bdquo;Wenn sie uns angreifen, auf jeden Fall! Es gibt dann keine andere Option mehr.&ldquo; Maya umarmte die Frau, die sich sichtlich schockiert zeigte. &bdquo;Bitte, Ilona! Hilf mir! Ich schaffe nicht beides.&ldquo;<br />
&bdquo;Ich tue alles, was du sagst!&ldquo;<br />
&bdquo;Hey! Wo seid ihr abgeblieben?&ldquo;, fragte Yvonne.<br />
&bdquo;Wir haben uns noch ein wenig umgeschaut&ldquo;, gab Maya zurück. Sie überblickte die Gruppe. Alle hatten gegessen und tranken jetzt Longdrinks und Cocktails.<br />
&bdquo;Könnt ihr mir einen Gefallen tun?&ldquo;, fragte sie in die Runde. &bdquo;Wenn die Nacht heute ruhig bleibt, können wir noch einen Tag hier sein. Aber dann bitte ich euch &ndash; trinkt nicht noch mehr. Denn, wenn etwas passiert, müsst ihr in der Lage sein, auf meine Anweisungen zu hören.&ldquo;<br />
Die jungen Frauen freuten sich. Keine von ihnen glaubte noch daran, dass sie sich in einer Gefahrensituation befanden.<br />
Marlene hatte schon schwere Augenlider, blieb aber kontrolliert dabei. &bdquo;Ich werde eh nicht mehr alt, Leute.&ldquo; Sie gähnte.<br />
&bdquo;Heidi! Du schläfst bitte hier, Ilona bei Yvonne, Marlene und mir.&ldquo;<br />
Die Angesprochene hatte kein Problem damit. Sie sog am Strohhalm ihres Cocktails und stellte das Glas zurück auf den niedrigen Tisch neben ihrem Liegestuhl. &bdquo;Ich gehe noch mal schwimmen. Zeigt mir später einfach, welches Zimmer ich bekomme!&ldquo;<br />
Die Nacht brach herein und zeigte einen vollendeten Sternenhimmel. Er war wie aus einem Traum. Hin und wieder zeigten sich sogar Sternschnuppen.<br />
Aus dem Nachbargrundstück drang verhaltene Musik und das Getuschel der Spanier war zu hören. Auch sie schienen einiges getrunken zu haben.<br />
&bdquo;Blick nicht so ernst drein, Süße! Ich verstehe ja, dass du dir Sorgen machst. Aber seit gestern ist nichts mehr passiert. Genieß ein wenig die Zeit mit uns!&ldquo;, sprach Sigrid auf Maya ein, im Versuch sie zu beruhigen.&bdquo;Fällt mir gerade schwer. Bitte! Verlasst die Bungalows nicht! Keine Sonderlocken! Ich bin froh, wenn mich mein Gefühl trügt. Wenn es sich aber bestätigen sollte, helft ihr mir, indem ihr vorsichtig bleibt. Einverstanden?&ldquo;<br />
&bdquo;Wohin gehst du?&ldquo;, wollte Marlene wissen.<br />
&bdquo;Ein wenig an den Strand runter. Ich komme später zu euch. Nur ein wenig Ruhe!&ldquo;<br />
Sie hob ihren Arm, während Yvonne schon wieder die Musik ihrer Soundbox lauter stellte, indem sie über das Display ihres Handys wischte.<br />
Zwei der Spanier planschten ebenfalls im Meer und spielten im Mondschein Wasserball. Sie lachten ausgelassen und freuten sich ihres Lebens.<br />
Maya aber sah sich um und suchte jedes noch so kleine Detail an Veränderung zu registrieren. Blickte sie nach Osten, war alles ruhig. Man konnte die Lichter des Nachbarorts sehen. Richtung Westen gab es Blitze und aufsteigende Leuchtspuren. Es wurde noch immer gekämpft. Maya konnte undeutlich Kampfgeräusche in großer Entfernung hören.<br />
Die Stadt, an deren Rand das Resort lag, blieb unauffällig. Dass es noch immer kein Taxi oder keinen Bus geben sollte, kam ihr seltsam vor. So ging sie noch einmal zur Lobby und fragte an der Rezeption nach. Die Dame war nicht mehr zugegen, an ihrer Stelle trat ein junger attraktiver Mann aus dem hinter dem Tresen gelegenen Büro. Er hatte etwas Freches an sich, perlenweiße Zähne und muntere große Augen. Sofort setzte bei der Riesin das schlechte Gewissen ein, als sie sich dabei erwischte, dass sie an dem Mann Gefallen fand.<br />
&bdquo;Es dürfen keine Touristen befördert werden. Erlass vom Bürgermeister. Es ist zu gefährlich. Wir haben eine Touristengruppe aus Island, die wir heute nicht abreisen lassen durften. Zum Glück hatten wir noch Kapazitäten frei.&ldquo;<br />
&bdquo;Kennen Sie vielleicht&#8230;&ldquo;, bevor sie ihren Satz vollenden konnte, fiel das Licht aus. Die Energieversorgung der ganzen Stadt schien von einem Moment auf den anderen abgeschaltet worden zu sein. Kurz flackerten die Lichter und Lampen, dann sprang das Licht im Resort wieder an.<br />
&bdquo;Machen Sie sich keine Sorgen, wir haben ein Notstromaggregat. Lange her, seit wir es das letzte Mal benutzt haben.&ldquo; Das Englisch des Rezeptionisten war einwandfrei.<br />
&bdquo;Wie lange denn?&ldquo;, zeigte Maya Interesse.<br />
&bdquo;Vor drei oder vier Jahren? Aber es ging nach wenigen Minuten wieder an. Sie brauchen sich keine Sorgen zu machen. Wir haben Benzin für ein paar Tage im Tank.&ldquo;<br />
&bdquo;Ein paar Tage?&ldquo; Maya sah den Hotelangestellten erschrocken an.<br />
&bdquo;Sie sind eine sehr attraktive Frau. Sie sind besonders, das sehe ich sofort.&ldquo;<br />
&bdquo;Nett, danke. Schön, dass Ihnen das aufgefallen ist&ldquo;, entgegnete Maya verwirrt.<br />
&bdquo;Normalerweise halte ich mich gegenüber den Gästen zurück, aber Sie haben dieses gewisse Esprit&#8230;&ldquo;<br />
Maya blickte verwirrt auf ihn herunter. &bdquo;Wirklich? Äh, &#8230;&ldquo;<br />
&bdquo;Ich könnte nach meiner Schicht&#8230;&ldquo;<br />
&bdquo;Ich habe einen Freund&ldquo;, beeilte Maya sich zu sagen.<br />
Der Gigolo wischte den Einwand beiseite. &bdquo;Sie sind hier auf einem anderen Kontinent. Das gehört doch praktisch zum Kennenlernen eines Landes dazu, habe ich nicht recht?&ldquo;<br />
&bdquo;Vielen Dank, aber da werde ich ablehnen müssen&#8230;&ldquo;<br />
Der Brasilianer kam um die Theke herum. &bdquo;Das ist doch verständlich. Sollte Ihnen dennoch in der Nacht frösteln&#8230;&ldquo;<br />
Maya lachte. &bdquo;Danke, ich halte das an diesem Ort für schwer möglich.&ldquo; Sie besann sich auf ihr eigentliches Anliegen. &bdquo;Hätten Sie vielleicht privat jemanden, der uns nach Rio zum Flughafen fahren könnte?&ldquo;<br />
Der junge Mann zeigte ein wehleidiges Gesicht. &bdquo;Tut mir leid, die Stadt ist vom Militär komplett abgeriegelt worden. Die lassen ohne Kontrolle niemanden mehr rein oder raus. Es würde den ganzen Tag dauern, bis man hineinkommt, und noch einen weiteren, um wieder von dort nach Hause zu gelangen.&ldquo;<br />
&bdquo;Könnten Sie dennoch fragen? Wir würden die Fahrt gut bezahlen.&ldquo;<br />
&bdquo;Ich höre mich sehr gerne für Sie um, Senhora! Welches Strandhaus bewohnen Sie?&ldquo;<br />
&bdquo;Die Nummer neun&ldquo;, gab Maya zurück.<br />
&bdquo;Sie werden sehen, ich treibe morgen jemanden für Sie auf. Aber ich finde es schade, dass Sie schon aufbrechen wollen. Laut Ihrer Buchung könnten Sie noch bis Mittwoch bleiben. Sie haben diese wunderbare Aura&#8230;&ldquo;, begann der Mann erneut zu schwärmen.<br />
Maya hörte sich geduldig sein Geturtel an, dann ging sie zurück zu den Bungalows. Sie hörte neben dem Rauschen der Wellen Heidi mit Manuela um ein Handtuch streiten. Rebecca schlichtete, dann herrschte wieder Ruhe. Die Frauen schienen einigermaßen kontrolliert, wie sie erleichtert zur Kenntnis nahm.<br />
Sie wollte in den Garten des Bungalows treten, da sah sie drei große Motorboote, die aus westlicher Richtung kommend parallel zum Strand fuhren und auf der Höhe des Resorts eindrehten. Es waren bewaffnete Zivilisten! Sie trugen Munitionstaschen, Maschinenpistolen und Sturmgewehre!<br />
Sie reagierte sofort, riss die Gartentür auf, lief zum Bungalow und weckte Ilona. Diese war gerade erst eingeschlafen, fasste sich schnell und blickte besorgt zu der großen Freundin auf.<br />
&bdquo;Weck die anderen! Versteckt euch unter dem Haus! Ihr kommt nur dann raus, wenn ich euch hole! Versprecht mir das! Die werden rufen und euch locken wollen. Traut niemandem!&ldquo;<br />
Ilona sprang aus dem Bett und handelte sofort, während Maya schon aus dem Bungalow gerannt war.<br />
&bdquo;Marl! Steh auf! Wir müssen die anderen holen und uns verstecken. Maya hat gesagt, es kommen welche.&ldquo;<br />
Marlene hatte viel getrunken und orientierte sich nur langsam. Sie blickte verwundert zu ihrer Freundin auf und suchte den Scherz in ihren Worten.<br />
&bdquo;Ehrlich? Verarsch mich nicht, okay? Ich bin müde, Maus.&ldquo; Sie blickte verwirrt zur offenstehenden Schlafzimmertür, als könnte in dieser Sekunde dort jemand hereinkommen.<br />
&bdquo;Komm! Ich muss die anderen wecken. Bitte!&ldquo; Ilona fing an zu weinen, und so begann bei der Braut die Einsicht zu reifen, dass die Freundin es ernst meinte.<br />
Sie weckten noch Yvonne, liefen aus dem Bungalow, als sie Stimmen und Rufe hörten. Sie klangen scharf und aggressiv wie Kommandos.<br />
Ilona zeigte Marlene und Yvonne den Verschlag, den Maya angelegt hatte, und bat die beiden, sich unter dem Haus zu verstecken. Weiter hinter ihnen wurden Schreie laut, Gepolter, gefolgt vom Knallen von Schüssen.<br />
Ilona vergewisserte sich, dass Marlene und Yvonne das Gitter zurück in Position zogen, als die Tür zum Garten aufgestoßen wurde. Lichtkegel fächerten durch die Dunkelheit. Sie lief Richtung Hecke, wollte durch das Loch kriechen, als jemand brutal nach ihrem rechten Bein griff und sie zurückzog. Ein heftiger Schlag traf sie ins Gesicht, ein bärtiger Mann kam über sie und grinste auf sie herunter, während seine linke Hand zwischen ihre Beine drängte.<br />
Sie suchte sich zu wehren, versuchte, den schweren Körper des Unbekannten wegzudrücken, als dessen Kopf um hundertachtzig Grad verdreht wurde, begleitet von einem dumpfen Knacken.<br />
Ilona beobachtete, wie der Leib des Mannes von Maya weggezogen wurde, da war die Freundin schon wieder über ihr. &bdquo;Hol die anderen!&ldquo;<br />
Ilona nickte, kroch durch das Loch auf das Nachbargrundstück, als Rebecca ihr schon entgegenlief. Vom Nachbargrundstück hallten Schüsse herüber. Ein Aufschrei, gefolgt von herzzerreißendem Weinen.<br />
&bdquo;Kommt! Wir haben ein Versteck. Maya passt auf uns auf!&ldquo; Woher sie die Kraft nahm, sich normal zu artikulieren, erstaunte Ilona in diesem Moment selbst. Sie deutete auf das Loch in der Hecke, worauf Rebecca sofort darauf zustürzte.<br />
&bdquo;Manuela! Anja! Sigrid!&ldquo; Die drei Frauen hatten in einem der Schlafzimmer Schutz gesucht und machten sich bemerkbar.<br />
&bdquo;Kommt! Wir haben ein Versteck!&ldquo; Ilona zog Manuela mit sich. Sigrid half ihr dabei, die völlig verschreckte Frau aus ihrer Starre zu lösen. Draußen hörte man einen heftigen Schusswechsel, Schreie, gefolgt von Fluchen und Warnrufen. Eine deutsche Stimme war weit entfernt zu hören, die aber abrupt erstarb.<br />
Manuela heulte und wimmerte vor sich hin. Sie passte nicht durch das Loch, weshalb zuerst Sigrid und Anja hindurchkrochen und sie an den Händen zu ziehen suchten, während Ilona mit aller Kraft gegen die mächtigen Backen der Freundin drückte. Die schrie vor Schmerzen auf, drückten doch die gebrochenen Zweige in ihr Fleisch hinein.<br />
Es war ein Kampf. Rücksichtslos zogen Sigrid und Anja weiter, während Ilona presste und drückte. Nach mehreren Minuten schafften sie es schließlich. In den Nachbargrundstücken schrien Verbrecher und Opfer gleichermaßen. Schüsse peitschten, das Klirren von Glas war zu hören, das Poltern umgeworfener Möbel, das Brechen von Holz. Dann folgte das dumpfe Dröhnen eines Schusses, der so völlig anders klang als die Bisherigen.<br />
&bdquo;Wo ist Heidi?&ldquo;, wollte Ilona wissen, nachdem Sigrid, Anja und Manuela unter das Haus gekrochen waren.<br />
Die Freundinnen wussten darauf keine Antwort. Nachdem sie sich alle schlafen gelegt hatten, war Heidi nicht mehr zu sehen gewesen.<br />
Ilona zögerte kurz, kroch wieder unter dem Haus hervor, hob das Gitter zurück an seine Stelle und hastete zu dem Loch in der Bepflanzung. &bdquo;Komm zurück!&ldquo;, hörte sie noch Yvonnes Stimme hinter sich.<br />
Die junge Frau schob ihren Körper durch den Freiraum in der Hecke zurück auf das Nachbargrundstück, hastete die Treppe hinauf, betrat den Bungalow erneut und suchte nach der Freundin. &bdquo;Heidi!&ldquo;, rief sie aufgeregt. Doch ihre Suche blieb vergebens. Sie gab schließlich auf, wollte zurück in den Garten, als sich ihr ein Unbekannter in den Weg stellte. Er besaß das prägnante Gesicht eines älteren Brasilianers, zeigte ihr ein Grinsen aus schadhaften Zähnen und ließ sie nicht vorbei, als sie sich an ihm vorbei zu drängen versuchte. Stattdessen stieß er sie brutal in das Wohnzimmer zurück, worauf sie hinfiel und auf dem Boden liegen blieb.<br />
Ilona sah den Mann über sich, bemerkte das blitzende Metall einer Klinge, die aus seiner rechten Hand hervorragte, da stieß er diese in ihren Bauch. Immer wieder aufs Neue fühlte sie die Erschütterungen, heftiger Schmerz kam über sie, gefolgt von einer belastenden Übelkeit. Sie spürte, wie sich ihr Mund mit Blut füllte, verschluckte sich daran, da wurde ihr schwarz vor Augen. Tod! Ihr letzter Gedanke galt ihm.<br />
In diesem Moment hatte Maya die Freundinnen in Sicherheit vermutet. Die Männer hatten sich auf das ganze Resort verteilt, bevor sie angriffen, und es ihr so unmöglich gemacht, sie nacheinander zu bekämpfen. So musste sie die beiden Grundstücke beschützen, hatte fünf Männer getötet und abgewartet, bis die Freundinnen aus dem Nachbarbungalow von Ilona evakuiert worden waren. Anschließend wollte sie den anderen Touristen helfen, stürmte auf das Grundstück der Spanier zu, wo zwei junge Frauen in diesem Moment vergewaltigt wurden. Ihre Männer lagen tot auf der Terrasse, wahrscheinlich hatten sie sich den Angreifern entgegengestellt. Wo das dritte Paar abgeblieben war, konnte sich Maya in diesem Moment nicht erklären.<br />
Sie stürmte auf den vorderen Kerl zu, der in seinem Lustrausch gefangen immer wieder brutal sein Becken gegen den Schoß der Frau schlug. Er brüllte und röchelte dabei wie ein Tier, während Maya ihm aus dem vollen Lauf heraus mit dem rechten Fuß von hinten zwischen die Beine trat. Wie ein Fußball schoss er in die Luft, brach mit Kopf und Oberkörper durch die Decke, fiel zurück, wurde aber von den gebrochenen Hölzern der Struktur aufgefangen, die sich wie kleine Spieße durch seine Haut bohrten. Er kreischte vor Schmerzen, strampelte mit den Beinen, während das Blut aus unzähligen Wunden auf den Boden tropfte.<br />
Die junge Spanierin raffte sich auf, heulte, weinte und kreischte und wollte sich auf den zweiten Mann stürzen, der sich in diesem Moment gegen Maya wandte. Doch die riss ihn schon mit der rechten Hand hoch, boxte mit der Linken in seinen Bauch, durchbrach dabei dessen Bauchdecke, zog die Hand zurück und nahm seine Gedärme dabei mit, schlang diese um seinen Hals und strangulierte ihn damit so brutal, dass sein Genick brach. Achtlos ließ die Riesin den Körper des Vergewaltigers fallen, stürzte aus dem Bungalow, riss die Pistole aus dem Holster und schoss einem Bewaffneten in den Kopf, der in diesem Moment am Gartentor vorbei hetzte. Er war nicht allein unterwegs, und so machte die Riesin einen gewaltigen Satz über die Hecke, kam hinter zwei weiteren Angreifern zum Stehen und trat dem Hinteren brutal in den Rücken, sodass er nach vorne flog und dabei den Vordermann mit sich riss. Maya sprang ihnen nach und landete mit brutaler Energie mit beiden Füßen auf den jeweiligen Leibern, spürte warme Feuchtigkeit und harte Widerstände, dann hastete sie weiter.<br />
Zwei weitere Bungalows räumte sie von den Verbrechern, rettete dabei ein älteres Ehepaar und mahnte sie, ruhig zu bleiben, dann lief sie in Richtung Lobby und mied dabei die Wege.<br />
Aufgeregte Stimmen waren zu hören, doch achtete sie nicht weiter darauf. Sie stürmte vor, schoss einem kräftigen Kerl in den Rücken, worauf sein Leib von der Wucht des Projektils nach vorne geschleudert wurde, stieß einem zweiten, kleineren Mann den Lauf ihrer Pistole ins Gesicht, sodass dieser durch dessen Schädel brach, und schoss dabei auf zwei weitere Kerle, die hinter der Theke in Deckung gehen wollten. Dabei repetierte der Verschluss der Pistole im Kopf des Verbrechers. Hektisch drückte sie die Reste des Schädels von der Waffe, worauf der ganze Körper zu Boden sackte. Sie hetzte weiter, eilte um die Theke herum und fand dort den Rezeptionisten. Der hielt die Arme erhoben, sah schockiert auf die Mündung ihrer blutgetränkten Pistole und zitterte am ganzen Leib. Maya aber blickte an ihm vorbei, fand Heidis reglosen Körper auf dem Boden &ndash; da packte sie den Mann am Hals, hob ihn an und trat an ihre Freundin heran. Sie lebte noch, schien aber verletzt zu sein.<br />
&bdquo;Hast du sie gerufen?&ldquo;, fragte sie den Hotelangestellten, der sie vor wenigen Stunden so penetrant angemacht hatte. Der verneinte kaum hörbar, doch spürte Maya seine Lüge. Sie bemerkte ein Funkgerät auf dem Tisch, aus dessen Lautsprecher die Gespräche der übrigen Verbrecher zu hören waren. Maya wusste nun Bescheid, drückte mit der Linken zu, sah ihre Fingerspitzen in die Haut des Mannes eindringen, durchtrennte dabei die Halsschlagader, worauf er zu röcheln begann und am eigenen Blut erstickte. Sie ließ ihn fallen und stürzte im nächsten Moment auf die Freundin zu.<br />
&bdquo;Heidi!&ldquo;, rief Maya panisch. Sie begann hektisch den Körper der Frau zu untersuchen. &bdquo;Heidi!&ldquo; Sie konnte keine Wunde feststellen. Nur an ihrem Kopf gab es eine große Beule.<br />
&bdquo;Auuu!&ldquo;, stöhnte Heidi schließlich.<br />
&bdquo;Kannst du laufen? Bitte! Probiere es! Ich muss dich zu den anderen bringen.&ldquo;<br />
&bdquo;Was ist passiert?&ldquo;, wollte Heidi wissen. Ihre Augen öffneten sich, blickten zu ihr auf, die Lider begannen sich zu weiten, dann kreischte sie auf.<br />
Maya legte ihre blutgetränkte linke Hand über Heidis Mund, lauschte, dann mahnte sie die Freundin, ruhig zu bleiben. Sie wartete ab, bis die Freundin die Situation realisiert hatte, richtete sich auf und trat an die Bürotür. Vier Männer betraten vom Parkplatz aus die Lobby und schraken zusammen, nachdem sie die Leichen ihrer Kumpane bemerkt hatten, hoben ihre Waffen und sprachen aufgeregt in ihre Funkgeräte.<br />
Kurz überlegte die Riesin, dann öffnete sie das Fenster. Sie sprang kopfvoran hindurch, brach durch eine Hecke, rollte sich ab und kam mit völlig zerkratztem Gesicht zum Stehen. Sie rannte zum Lobbyeingang, wurde in dieser Sekunde vom Letzten der Männer wahrgenommen, als sie sich vor ihm fallen ließ, mit beiden Füßen gegen seinen Schritt trat und ihn damit gegen eine Betonsäule kickte, die sich hinter ihm befand.<br />
Die drei anderen Männer blickten zurück, da schoss Maya schon mit ihrer Pistole. &bdquo;BUMMMM!&ldquo;, hallte der Knall ohrenbetäubend in der Lobby nach, als das schwere Projektil zwei Leiber durchdrang, während der nächste Schuss dem letzten Mann durchs rechte Knie ging. Das Bein gab nach, worauf der Getroffene zur Seite kippte, im Sturz seine Pistole verlor und erschrocken zu ihr aufsah. Maya war unterdessen wieder zum Stehen gekommen, kam auf ihn zu und trat mit dem Fuß durch sein Gesicht, riss den Fuß nach vorne und schleuderte seinen Leib einem weiteren Verbrecher entgegen, der in diesem Moment aus dem Speisebereich in den Eingangsbereich des Resorts stürmte. Dieser wich gerade noch dem Leichnam aus, schoss auf Maya, die im nächsten Augenblick einen Schlag gegen ihren Bauch fühlte. Doch auch sie hatte abgedrückt, worauf ihre Waffe eine weitere schwere Kugel ausspuckte, die dem Schützen in die Schulter fuhr und diese bis zum Hals hinauf und runter auf Brusthöhe in Fetzen riss.<br />
&bdquo;Heidi! Bitte! Sonst kann ich niemandem anderen helfen!&ldquo;, forderte Maya die Freundin auf, nachdem sie an der Theke vorbei erneut das Büro betreten hatte.<br />
&bdquo;Du blutest!&ldquo;, stellte die Angerufene erschrocken fest.<br />
&bdquo;Das hört gleich auf. Ich muss unbedingt Riegel essen. Komm! Beeilen wir uns.&ldquo; Maya forderte die Freundin auf, hinter ihr zu bleiben, und lief los. In der näheren Umgebung war es still geworden. Nur in weiterer Entfernung fielen vereinzelt Schüsse. Einen Bewaffneten fand Maya noch am Strand bei den Booten, schoss auf zweihundert Meter, traf ihn aber erst beim dritten Schuss. Sie prüfte anschließend das Magazin, das etwas mehr als die Hälfte seiner Kapazität verloren hatte.<br />
Die Riesin betrat das Grundstück, das sie mit Marlene, Ilona und Yvonne bewohnt hatte, trat an den Bungalow heran und zog das Gatter vom Zugang des Verstecks weg.<br />
&bdquo;Seid ihr okay?&ldquo;, fragte Maya erschöpft.<br />
&bdquo;Ja, Türmchen. Nur Ilona ist nicht da. Sie wollte noch einmal rüber, nachdem Heidi nicht aufgetaucht war&ldquo;, tönte Sigrids aufgeregte Stimme.<br />
Maya war sofort wieder aufgestanden, hatte einen gewaltigen Satz über die Hecke ins benachbarte Grundstück gemacht und war die Terrassentreppe zum Bungalow hinaufgehastet, als sie den reglosen Leib hinter der offenen Eingangstür liegen sah. &bdquo;NEIN! NEIN! NEIN! NEIN!&ldquo; Sie ließ sich neben Ilonas Körper fallen, hob ihn an, fühlte und hörte aber nichts. Die riesige Blutlache und die vielen Einstiche zeugten davon, dass die Freundin schon lange verblutet war.<br />
Evakuierung<br />
Mit höchster Geschwindigkeit jagten die RHIB-Boote über das Meer ihrem Ziel entgegen. Ein Kilometer noch, dann würden sie das Resort erreicht haben. Befohlen war die Evakuierung von Zivilisten. Deutsche Frauen, die eine Spezialistin begleitet hatten, die in Rio de Janeiro eingesetzt worden war. Es war vom Angel of Vengeance die Rede gewesen. Ein Agent, der schon vor Monaten zum Mythos erhoben worden war, nachdem er im Alleingang eine Festung des IS in Großbritannien gestürmt und die darin gefangen gehaltenen Seals befreit hatte.<br />
Große Drohnen stiegen von den Booten auf und näherten sich zielstrebig dem Strand. In der dahinterliegenden Stadt wurde geschossen, während es im Resort selbst keine Auffälligkeiten zu geben schien.<br />
Die Boote brachen durch die Brandung, liefen mit gedrosselter Fahrt auf den Strand auf, worauf die Männer schweigend ausstiegen, gedeckt von Maschinengewehrschützen in den Bugen ihrer Wasserfahrzeuge.<br />
Ein harter Knall dröhnte und hallte im Gelände nach. &bdquo;Drohne ausgeschaltet!&ldquo;, hörte Lt. Marcus Rodriguez im Kopfhörer. Die Stimme des Operators James O&rsquo;Neill klang aufgeregt. Sekunden später dröhnte es erneut. &bdquo;Zweite Drohne ausgeschaltet. Nach Überflug des westlichen Sektors.&ldquo;<br />
&bdquo;Schick auf keinen Fall die letzte Drohne in diesen Bereich! Wir klären selbst auf&ldquo;, forderte der Lieutenant. Er befahl seinem Zug, sich zu sammeln, nachdem ein zweites Boot eine halbe Meile weiter östlich angelandet war und die Mannschaft sich dem Resort aus dieser Richtung näherte.<br />
Die Männer sicherten in alle Richtungen und entdeckten schnell die Leichen zweier zivil gekleideter Männer. Stark tätowiert, mit alten, völlig zerstörten automatischen Gewehren an ihrer Seite &ndash; sie gehörten wohl zu den Verbrechern, die das Resort überfallen hatten.<br />
&bdquo;Nathan! Du nimmst mit deinen Jungs die Bungalows westlich, wir die östlichen. Seid vorsichtig! Mit den Booten werden nicht nur die beiden unterwegs gewesen sein.&ldquo; Er deutete auf die großen Schnellboote, die am Strand auflagen.<br />
&bdquo;Verstanden!&ldquo;, kam die Rückmeldung vom Petty Officer First Class. Der besprach sich kurz mit seinem PO2, dann brachen sie in die vorgegebene Richtung auf.<br />
Lieutenant Rodriguez und seine Männer durchsuchten einen Bungalow nach dem anderen. Erstochene, erwürgte und erschossene Zivilisten wechselten mit den verstümmelten und zerfetzten Leichen der Verbrecher ab.<br />
Seine Männer zeigten sich irritiert von den schweren Verletzungen, die ihre Gegner aufwiesen. Als ob sich ein riesiges Raubtier auf sie gestürzt hätte. Ihrer Erfahrung war es geschuldet, dass sie bei diesem Anblick souverän blieben.<br />
Rodriguez&lsquo; Trupp klärte einen Bereich nach dem anderen auf. Überlebende schien es nicht zu geben &ndash; und das, obwohl die Angreifer so schwere Verluste hatten hinnehmen müssen.<br />
James O&rsquo;Neill hob eine große Patronenhülse vom Boden auf, nachdem sich seine Gruppe der nächsten Parzelle genähert hatte. Er reichte seinen Fund an den Lieutenant weiter, der sie staunend entgegennahm. &bdquo;Was ist das für ein Ding?&ldquo; Ehrfürchtig gab er das Objekt an Jack Thompson, seinen Stellvertreter, weiter. Doch auch dieser kannte das Kaliber nicht, das in den Patronenboden gestanzt worden war.<br />
Er war gerade durch das Tor getreten, als der vorderste Soldat von einem gewaltigen Impuls getroffen die Verandatreppe zurückflog. &bdquo;BUMMM!&ldquo;, dröhnte dabei der Abschuss einer Waffe nach. Es schien die Antwort auf die Frage seines Stellvertreters gewesen zu sein.<br />
Der nachfolgende Seal zog den Getroffenen nach hinten und feuerte dabei mit seinem Sturmgewehr wahllos Schüsse in Richtung Bungalow. Auch die anderen Soldaten schossen jetzt, einer von ihnen warf eine Handgranate, die nach wenigen Sekunden mit hellem Knall detonierte.<br />
Rodriguez mahnte seine Männer, sich zu verteilen, versuchte, die Lage zu überblicken, entdeckte aber keinen Gegner mehr.<br />
&bdquo;Was ist bei euch los?&ldquo;, fragte Nathan Philips, der Führer des zweiten Squads.<br />
&bdquo;Wissen wir nicht! Bleibt erst einmal, wo ihr seid&ldquo;, mahnte Rodriguez. &bdquo;Chen?&ldquo;, rief er den Soldaten an, der den Verwundeten aus dem Gefahrenbereich gezogen hatte. &bdquo;Was ist mit Brooks?&ldquo;<br />
&bdquo;Die Weste hat standgehalten, aber er kann sich nicht mehr bewegen und atmet nur noch flach. Was auch immer ihn getroffen hat, es scheint ihm sämtliche Knochen gebrochen zu haben.&ldquo;<br />
Rodriguez witterte einen Hinterhalt. Noch einmal beobachtete er die Front des Bungalows und wandte sich an PO3 Miller, der das Squad nach hinten abgesichert hatte. &bdquo;Bei dir alles klar, Miller?&ldquo;, fragte er den Schützen. Ein junger, aber bereits erfahrener Soldat. Doch statt einer Antwort fühlte er einen kühlen Druck in seinem Genick.<br />
&bdquo;Wer seid ihr?&ldquo;, flüsterte eine weibliche Stimme. Rodriguez überblickte seine Soldaten &ndash; außer ihm selbst und Miller schien niemand von ihnen die Gefahr bemerkt zu haben.<br />
&bdquo;Lieutenant Rodriguez von den Navy-Seals der Vereinigten Staaten von Amerika.&ldquo;<br />
&bdquo;Sagen Sie Ihren Männern, dass sie ihre Waffen auf den Boden legen sollen! Macht einer von ihnen eine falsche Bewegung, sind sie alle tot.&ldquo;<br />
Rodriguez schloss seine Augen. &bdquo;Squad! Waffen auf den Boden legen und Hände hoch!&ldquo;<br />
Die Männer fuhren herum und sahen eine riesige Frau im schwarzen Bikini hinter ihrem Leader stehen. Unter ihrem linken Arm hielt sie Miller im Würgegriff, während sie mit der Rechten eine riesige Pistole auf den Hinterkopf ihres Truppführers richtete. Ihr Blick hatte sich auf einen freien Punkt in ihrer Mitte gerichtet, wahrscheinlich weil sie so alle von ihnen passiv überblicken konnte, jederzeit bereit zu reagieren.<br />
&bdquo;Darf ich was sagen?&ldquo;, flüsterte der amerikanische Offizier.<br />
&bdquo;Fass dich kurz!&ldquo;<br />
&bdquo;Wir sollen deutsche Frauen evakuieren, darunter eine Maya Klein.&ldquo;<br />
Er hörte die Gestalt hinter sich tief durchatmen. &bdquo;Auf wessen Befehl sind Sie hergekommen?&ldquo;<br />
&bdquo;General Arnold hat meinen Vorgesetzten die Order gegeben.&ldquo;<br />
Erleichtert fühlte Rodriguez, wie der Druck auf sein Genick nachließ. Er wandte sich langsam um und blickte auf ein üppiges Dekolleté, das sich ihm entgegenragte. Überall auf der Haut der ihm fremden Frau waren Blut und getrocknete Fleischreste zu sehen. Es war ihm, als ob sich die Frau ein Schockgewand für Halloween angelegt hätte.<br />
&bdquo;Könnten Sie bitte meinen Soldaten loslassen?&ldquo;, fragte Rodriguez, dabei betont langsam zu der Frau aufblickend.<br />
Die nickte, lockerte ihren Griff, worauf der junge Soldat bewusstlos zu Boden ging.<br />
&bdquo;Sind alle anderen Zivilisten tot?&ldquo;, fragte der Lieutenant, während ein Soldat seines Squads auf Miller zustürzte. Er konnte seinen Blick nicht von dem blutverschmierten Antlitz der Riesin abwenden. Diese richtete jetzt ihre Augen auf den Bungalow. &bdquo;Marlene! Ihr könnt rauskommen&ldquo;, klang es auf Deutsch aus ihrem Mund.<br />
Die amerikanischen Soldaten beobachteten, wie eines der Gittersegmente des Fundaments sich löste und eine junge Frau hervorgekrochen kam. Weitere Zivilisten folgten, sodass ihre Zahl schließlich auf 22 anwuchs. Ihnen allen standen Angst und Strapazen ins Gesicht geschrieben, mehrere starrten apathisch vor sich hin, andere weinten vor Erleichterung.<br />
&bdquo;Gut! Ab zu den Booten, dann fahren wir zurück zum Mutterschiff&ldquo;, ordnete Rodriguez an. &bdquo;Nathan! Kommt zurück!&ldquo; Er wandte sich an den Kommandanten des zweiten Zugs. &bdquo;Jennings! Zurück zu den Booten! Mission erfüllt.&ldquo;<br />
Schockstarre<br />
Maya saß in einem für sie viel zu kleinen Sessel und überblickte die Tischbänke um sich herum. Deren Reihen waren mit den Überlebenden des Resorts gefüllt. Touristen, aber auch einige Bedienstete. Marlene und Anja weinten, Rebecca, Heidi, Sigrid, Manuela und Yvonne schienen in ihren Gedanken weit weg zu sein. Wo? Zu Hause? Die Horrornacht? Oder Ilona? Die Freundin, die lieber in Köln feiern wollte, anstatt hier unter Palmen zu sterben.<br />
War sie schuld? Marlene hatte sie vorhin umarmt, aber vielleicht noch gar nicht realisiert, was sie ihnen allen angetan hatte. Was für eine Schnapsidee, die Gesellschaft des Junggesellinnenabschieds auf diesen Horrortrip mitzunehmen. Hätte sie es nicht besser wissen müssen? Wie dumm sie alle gewesen waren. Wie naiv und arrogant.<br />
Zwei kleine Jungen weinten herzzerreißend, während ihre Mutter sie zu beruhigen suchte. Die Portugiesin war mit ihrem Mann und den Kindern als Einzige unbeschadet geblieben. Sie erzählten, dass die Verbrecher in dem Moment von ihnen abgelassen hatten, als der zerfetzte Leib eines ihrer Kumpane vom Nachbargrundstück vor ihre Füße geklatscht war. Sonst wären sie wahrscheinlich genauso gestorben wie die Engländer, die neben ihnen gewohnt hatten. Ein junges Paar mit einer pubertierenden und immer nörgeligen Tochter, wie die Portugiesin verbittert festgestellt hatte. Sie hatten sich deshalb oft beklagt.<br />
Mayas Gedanken kehrten zu der verstorbenen Bekannten zurück. Ilona! Sie hatte die Frau kaum gekannt. Wie tapfer sie gewesen war. Wäre Heidi in dieser Nacht im Bungalow geblieben, wie sie es gefordert hatte, wäre sie noch am Leben. &bdquo;Was wolltest du im Büro, Heidi?&ldquo;, wollte Maya wissen.<br />
Die Angesprochene merkte auf und sah zu ihr rüber. &bdquo;Ich hatte Hunger und wollte zum Snackautomaten gehen.&ldquo;<br />
Unfähig, auf die Antwort einzugehen, dachte Maya an den gestrigen Abend zurück. Keine der Frauen hatte zuvor Ähnliches erlebt. Vielleicht hätte auch sie leichtsinnig gehandelt? Durfte sie dieser Frau einen Vorwurf machen? Nein! Letzten Endes war es die Schuld des Generals. Das Angebot in Marlenes Richtung hätte es nicht geben dürfen. Aber auch sie hätte seinen Vorschlag von vornherein ablehnen müssen.<br />
In diesem Augenblick spürte sie in sich eine Grenze. Sie hatte Ilona praktisch in den Tod geführt. Sie zur Hilfe aufgefordert und in die Pflicht genommen.<br />
&bdquo;Wir hätten dich ernstnehmen müssen&ldquo;, meinte Rebecca schließlich. &bdquo;Nie hätten wir angenommen, dass Menschen zu so etwas imstande sind.&ldquo;<br />
&bdquo;Die Nachrichten sind voll davon. Ich hätte euch nicht mitkommen lassen dürfen. Ich kannte die Gefahr, ihr jedoch nicht.&ldquo; Mayas Augen wurden feucht. Der Anblick der toten Ilona tauchte immer wieder vor ihrem inneren Auge auf. Würde er nach wenigen Wochen verschwinden? So wie der des Jungen vom Folterhof und des Mannes auf dem Dach?<br />
Sämtliches Gepäck war verloren. Rebecca, Manuela und Anja hatten ihre Handys gerettet. Der Rest war völlig blank. Bademäntel und Unterwäsche war alles, was sie noch trugen.<br />
&bdquo;Ladies and Gentlemen! Sie erhalten Kleidung aus den Bordbeständen&ldquo;, erklärte ein stämmiger Maat des Mutterschiffes. &bdquo;Für Sie, Frau Klein, versuchen die Kollegen etwas zu schneidern. Essen und Getränke werden gleich ausgegeben, damit Sie sich stärken können.&ldquo;<br />
Maya wandte sich zu dem Unteroffizier um und fragte nach den beiden Seals, die sie verwundet hatte.<br />
&bdquo;Es geht ihnen gut, sie werden wieder gesund. Beide aber werden sich ein Leben lang an die Frau erinnern, die sich allein sechzig Schwerverbrechern entgegengestellt hat.&ldquo;<br />
&bdquo;Es tut mir leid, dass ich sie verletzt habe. Aber beim letzten Mal wurden wir ebenfalls von Spezialkräften überfallen.&ldquo;<br />
&bdquo;Sie brauchen sich nicht zu rechtfertigen. Es ist unglaublich, dass Sie überhaupt Menschen vor diesem Gesindel schützen konnten.&ldquo;<br />
Maya dankte. &bdquo;Unsere Freundin bringt das leider nicht zurück.&ldquo;<br />
Der Maat blickte in die Runde der Anwesenden. &bdquo;Ich kann Ihre Trauer verstehen. Aber all diese Menschen wären gestorben, wenn Sie in dieser Nacht nicht zur Stelle gewesen wären.&ldquo;<br />
&bdquo;Dieses Argument wird Ilonas Familie kaum trösten&ldquo;, erwiderte Marlene verbittert. &bdquo;Wir sind alle schuld, dass sie nicht mehr da ist.&ldquo; Ihr liefen erneut die Tränen über die Wangen. &bdquo;Ich weiß gar nicht, wie ich Walter unter die Augen treten soll. Er hat schon vor Jahren Angela, seine Frau, verloren&ldquo;, schluchzte sie.<br />
Anja war sofort bei ihr. &bdquo;Wir gehen alle zusammen zu ihm. Niemand konnte mit so etwas rechnen.&ldquo;<br />
Heidi blickte verbittert in die Runde. &bdquo;Maya offensichtlich schon. Hätte ich auf sie gehört, wäre Ilona jetzt bei uns.&ldquo; Ihre Stimme überschlug sich.<br />
Eine ältere Frau vom Nachbartisch wandte sich auf Englisch an die jungen Frauen. &bdquo;Ihr habt den Mann gehört. Sie ist dafür gestorben, dass wir alle noch hier leben. Wie viel schlechter wäre diese Welt, wenn es solche Menschen nicht geben würde? Sie sollten stolz auf sie sein. Das würde ihrem Tod einen Sinn geben.&ldquo;<br />
Maya schob den Stuhl zurück, stand auf und verließ die Kantine des Schiffes. Sie trat in den Gang hinaus, wich zwei Matrosen aus, die sie verwirrt betrachteten, dann ging sie ziellos weiter. Doch egal, wohin sie kam, überall standen Mitglieder der Besatzung, musterten sie verwirrt, nicht wirklich wissend, wie sie auf sie reagieren sollten.<br />
&bdquo;Mrs.!&ldquo;<br />
Maya wandte sich einem Lieutenant zu, der ihr von hinten nachgeeilt war.<br />
&bdquo;General Arnold bittet Sie um ein Gespräch.&ldquo;<br />
Es war genau das, was sie sich in diesem Moment als Letztes gewünscht hätte. Ohne diesen Mann wäre sie nicht in diese Katastrophe hineingeschlittert.<br />
Wortlos folgte sie dem Offizier, wurde in eine enge Kabine geführt, in der ein kleiner Tisch mit aufgeschlagenem Laptop stand. Sie fand auf dem Stuhl dahinter keinen Platz, also blieb sie stehen und blickte auf das Gerät hinunter.<br />
Der General gab sich reumütig. &bdquo;Es tut uns so leid, Mrs. Klein. Wir wollten den Schaden für Sie begrenzen und haben ihn stattdessen für Sie und Ihre Freundinnen immens werden lassen.&ldquo;<br />
&bdquo;Können Sie uns nicht einfach nach Hause bringen, General? Es ist im Moment das Einzige, worüber ich nachdenken möchte.&ldquo;<br />
Der hohe Offizier nickte. &bdquo;Umso schwieriger für mich, Sie erneut zu einem Einsatz&#8230;&ldquo;<br />
Maya sah fassungslos auf den Bildschirm hinunter. &bdquo;Das ist nicht Ihr Ernst&#8230;&ldquo;<br />
Doch der General nickte. &bdquo;Leider ja. Wir holen Sie mit einem Hubschrauber vom Schiff ab, bringen Sie nach São Paulo, dort wartet Ihr Flugzeug. Es geht um eine bestätigte Entführung einer Gisela Reiser, die bereits mit Ihrem Team zusammengearbeitet hat. Es gab offensichtlich aus ihrem Umfeld Hinweise in Richtung Commando Vermelho.&ldquo;<br />
&bdquo;Und jetzt stellt man mir die nächste Falle?&ldquo;, fragte Maya gereizt.<br />
&bdquo;Nein. Das ist unwahrscheinlich. Im ganzen Land gab es Tötungen von übergroßen Menschen. Es wird auf jeden Menschen Jagd gemacht, der außergewöhnlich groß ist. Zumeist Männer. Es scheint eher so, als ob diese Terroristen von Frau Reiser nähere Informationen erhoffen.&ldquo;<br />
Maya wollte den General unterbrechen, doch sprach dieser weiter. &bdquo;Sie haben keine Wahl, Mrs. Klein. Gisela weiß, wer Sie sind, und wird unter Folter alles verraten, was sie von Ihnen erfahren hat. Geschlecht, Vorname, Herkunftsland &ndash; genügend Informationen, um Sie ausfindig zu machen.&ldquo;<br />
Die Riesin wusste nicht, wie sie reagieren sollte. Wut und Angst nahmen sie zu gleichen Teilen in Besitz. Am liebsten hätte sie den Computer gepackt und gegen die Wand geworfen.<br />
&bdquo;Sie wissen, wo Gisela ist?&ldquo;, fragte sie nach einer langen Phase des Schweigens.<br />
Der General nickte. &bdquo;Ihr Bruder hat einem der Entführer sein Mobiltelefon in die Tasche geschoben. Er war nicht als Familienmitglied erkannt worden. Wir können sie so genau lokalisieren.&ldquo;<br />
&bdquo;Warum schicken Sie nicht Ihre Männer?&ldquo;<br />
&bdquo;Diese bräuchten viel zu lange. Sie aber fliegen direkt ins Ziel. Wir können Giselas Standort relativ genau bestimmen.&ldquo;<br />
&bdquo;Und wenn sie schon geredet hat?&ldquo;<br />
&bdquo;Wir haben jegliche Kommunikation unterbunden. Eines unserer Flugzeuge stört jegliche Frequenz, auf der gesendet werden könnte, die Telefongesellschaft leitet keine Anrufe aus der Region weiter. Die müssten schon Brieftauben schicken.&ldquo;<br />
&bdquo;Was ist mit meinen Freunden?&ldquo;, wollte Maya wissen.<br />
&bdquo;Die fliegen mit einer Linienmaschine. Die Familie von Ilona Müller wurde bereits über den Verlust informiert. Sie werden großzügigen Schadenersatz erhalten.&ldquo;<br />
Maya schüttelte den Kopf. &bdquo;Schadenersatz? Hören Sie sich selbst zu? Wie kann man einen Menschen ersetzen?&ldquo;<br />
Der General zeigte sich betroffen. &bdquo;Ich wollte damit sagen, dass wir die Situation der Angehörigen bestmöglich zu verbessern suchen.&ldquo;<br />
&bdquo;Ihnen ist klar, dass die Frauen in Köln&#8230;&ldquo;<br />
&bdquo;Ja, Mrs. Klein. Und ich trage schwer an meiner Entscheidung. Ich war leichtsinnig.&ldquo;<br />
Es war dieses Eingeständnis, das Maya ihre Contenance behalten ließ. &bdquo;Das Gleiche gilt für mich auch &ndash; ich hätte nicht auf Sie hören dürfen.&ldquo;<br />
Der Lieutenant, der hinter ihr gestanden hatte, machte sich jetzt bemerkbar. &bdquo;Der Hubschrauber schwebt über dem Schiff.&ldquo;<br />
Gott schickt einen Engel<br />
Wie viele Stunden saß sie jetzt schon in dieser Kiste? Gisela versuchte, sich nicht von ihrer Angst übermannen zu lassen. Stattdessen versuchte sie, ihre Wut auf denjenigen zu lenken, der sie an diese Schweine verraten hatte. Wer hasste sie so? Wer lieferte einen Menschen für Geld an solche Monster aus?<br />
Sie hatte nur eine Vermutung, was die Kerle von ihr wollen könnten. Sie hatte vom Kopfgeld gehört, das auf den Anjo Vingador ausgesetzt worden war, und auch, dass man in ganz Brasilien auf Menschen Jagd machte, die ähnlich groß waren wie dieser.<br />
Maya! Den Nachnamen der Frau kannte sie nicht. Keine Ahnung, ob er überhaupt erwähnt worden war. Dafür wusste sie, dass die Polizistin Deutsche war und man immer wieder von einem Ort gesprochen hatte, dessen Namen sie ebenfalls vergessen hatte.<br />
Sie machte sich keine Illusionen. Sobald sie diese Informationen verraten hatte, war sie tot. Es gab dann keinen Grund mehr, sie am Leben zu lassen.<br />
Sie stöhnte und versuchte, sich mehr Platz zu verschaffen, doch ließen das ihre engen Fesseln nicht zu. Immer wieder krampften ihre Muskeln, ohne dass sie sich Erleichterung verschaffen konnte.<br />
Hatte sie überhaupt eine Chance, dem Ganzen zu entkommen? Nein! Wenn überhaupt, konnte sie nur Zeit schinden, indem sie diesen Verbrechern weismachte, dass sie etwas wusste, es aber nicht sagen wollte.<br />
Würde man ihr wehtun? Gisela machte sich keine Illusionen. Natürlich würde man sie quälen, wenn sie schwieg. Und wenn sie redete, war es für sie vorbei. Diese Erkenntnis erneuerte sich immer wieder aufs Neue.<br />
Hatte sie überhaupt jemals starke Schmerzen erfahren? Sie war sich nicht sicher. Sie konnte sich schwach an Zahnschmerzen erinnern, die sie einmal geplagt hatten. War sie ein wehleidiger Mensch? Objektiv betrachtet?<br />
Sie spürte Angst in sich, nahm sich aber vor, sich dieser zu stellen. Sie wollte einen klaren Kopf behalten und mit der Situation so rational wie möglich umgehen. Folter! Sie hatte sich noch nie Gedanken darüber gemacht, wie es Menschen ergehen könnte, die einer solchen unterzogen wurden.<br />
Die Fahrt des Fahrzeuges wurde holprig. Anscheinend hatten sie die befestigte Straße verlassen. Sie stöhnte auf, als ihr Kopf immer wieder gegen die Dachverkleidung stieß, sie aber keinen Platz hatte, um sich kleiner zu machen.<br />
Wie lange sie fuhren, wusste sie nicht. Jegliches Zeitgefühl war ihr verloren gegangen. Sie spürte nur den Druck ihrer Blase stärker werden, während Durst und Hunger stetig zunahmen. Sie dachte an ihre Schwester, ihren Bruder und die Eltern. Würden sie ihr noch helfen können? Was hätte sie getan, wenn es jemand anderen aus ihrer Familie getroffen hätte? Sie dachte an die kleine Polizeistation in ihrem Ort. Als ob die Polizisten gegen diese Verbrecher aufgemuckt hätten. Die kamen erst dann zum Ort eines Verbrechens, wenn ihnen selbst keine Gefahr mehr drohte.<br />
Sie hatte das Bild ihres Bruders vor Augen. Vierzehn Jahre alt, hatte er versucht, die Entführer aufzuhalten. Sie wollten schon auf ihn schießen, als die Mutter ihn gerade noch rechtzeitig weggezogen hatte.<br />
Der Wagen hielt! Sie waren am Ziel. Gisela fühlte sich klein und erbärmlich in diesem Moment. Wie lange würde sie noch leben? Was würde man ihr alles antun, ehe man sie sterben ließ? Sollte sie nicht doch lieber einen schnellen Tod in Kauf nehmen, als wegen einer erbärmlich kleinen Überlebenschance zu leiden?<br />
Sie dachte an die weißblonde Deutsche, deren Rolle sie für eine kurze Zeit übernommen hatte. Ein einfacher Geist in dem wohl krassesten Körper, den die Welt je gesehen hatte. Sie hatte die Frau nicht leiden können, und aus der anderen Richtung hatte der gleiche Wind geweht.<br />
Anjo Vingador! Wenn sie nur käme! Sie hatte die Polizisten gehört, die von der Kampfmaschine berichtet hatten, welche die Terroristen in Rio bekämpft hatte. Selbst in Zeitungen und Fernsehen war von ihr berichtet worden. Sie hatte dabei nur an die eingebildete Kuh gedacht, die sie in der Kaserne kennengelernt hatte. Ihre Kollegen hatten dagegen nie schlecht von ihr gesprochen. Sie hatten gemeint, sie wäre die Wand, hinter der sich alle verstecken würden, wenn es hart auf hart käme. Es war wohl schon einmal der Fall gewesen. Gisela schloss ihre Augen. &bdquo;Lieber Gott! Schick mir Hilfe!&ldquo;<br />
Sie hörte die Stimmen der Männer, vernahm, wie die Motoren der Fahrzeuge verstummten, deren Türen geöffnet und wieder zugeschlagen wurden und Schritte längs des Transporters, mit dem sie gefahren worden war. Dessen Heckklappen wurden aufgerissen, dann griff man hart nach ihrem linken Oberarm und in die Seile, mit denen man ihre Beine gefesselt hatte.<br />
&bdquo;Die ist schwer! So dürre sie auch ist&ldquo;, meinte eine knurrige Stimme.<br />
&bdquo;Sie ist über zwei Meter groß, was hattest du erwartet?&ldquo;, meinte eine dunkle Stimme. &bdquo;Emil verhört sie kurz, dann gehört sie uns.&ldquo;<br />
&bdquo;Vierzehn Schwänze für unsere süße blonde Bitch. Sie wird es noch mal richtig gut haben, bevor wir sie zum Engelchen machen.&ldquo; Die beiden Männer lachten, zogen sie aus dem Fahrzeug und trugen sie einen Waldweg entlang auf eine Blockhütte zu.<br />
Gisela hatte jedes Wort verstanden. Sie machte sich keine Illusionen mehr. Man würde sie verhören, vergewaltigen und anschließend töten. Wahrscheinlich gab es schon ein Loch, in das man ihren leblosen Körper verscharren wollte. Sie fühlte Tränen über ihre Wange laufen. Sollte sie wirklich Widerstand leisten? Gegen das ihr auferlegte Schicksal ankämpfen? Sie spürte, wie die Angst vor Schmerz und Erniedrigung mit aller Macht von ihr Besitz ergriff.<br />
Sie wurde in der Hütte auf einen einfachen Holzstuhl mit Armlehnen gefesselt. Kabelbinder wurden ihr um Hand- und Fußgelenke gezogen, dann mit einer Schermaschine ihre Haare geschoren. Einer der Männer nahm ein massives Messer, fuhr damit unter ihr Oberteil und zerschnitt es in Fetzen. Er zog die Stofffragmente von ihr weg, setzte an ihrer Hose an &ndash; kurze Zeit später saß sie völlig nackt da, den gierigen Blicken ihrer Peiniger ausgeliefert.<br />
Tränen liefen über ihre Wangen. Nichts war mehr übriggeblieben von ihrer Kaltschnäuzigkeit. Ganz im Gegenteil &ndash; sie kreischte auf, als ein Wagen mit Messern, Bohrern, Zangen, Sägen und Hämmern herangeschoben wurde.<br />
Ein schlanker, gutaussehender Mann trat in den schäbigen Raum, grüßte die Männer, zog sich andächtig einen weißen Kittel über seine olivgrüne Kleidung und setzte sich anschließend eine Schutzbrille auf. &bdquo;Hallo, Gisela! Mein Name ist Emil.&ldquo; Das Gesicht des Kerls war gleichmäßig und attraktiv, sein Schnauzbart wirkte gepflegt und sorgfältig geschnitten.<br />
&bdquo;Wir wollen Antworten auf ein paar Fragen, aber bevor du sie hörst, werde ich dir unsagbar wehtun. Das spart Zeit, denn anschließend wirst du schnattern wie eine große knochige Gans.&ldquo; Er lächelte, band ihren rechten Oberarm ab, nahm eine Einwegspritze vom Tisch und setzte deren Kanüle an ihrer Armbeuge an.<br />
Er nahm ihr gegenüber auf einem schwarzen Drehhocker Platz, überblickte interessiert ihren Körper, während er den Inhalt der Spritze in ihren Arm drückte. &bdquo;Ein Aufputschmittel, damit du am Ball bleibst.&ldquo; Er lächelte, während seine Rechte sich über die Finger ihrer linken Hand legte. &bdquo;Gleich! Ein wenig dauert es, bis wir beginnen können.&ldquo; Der Mann nickte ihr wohlwollend zu.<br />
Ein heftiger Schmerz stieg in Giselas Kopf, während ein dumpfes Knacken tönte. Ein Blick auf ihre Hand &ndash; der Zeigefinger stand in einem unnatürlichen Winkel ab. Sie brüllte auf, während ihr ganzer Körper gegen die brutale Verletzung rebellierte. Sie rüttelte an ihren Fesseln, bewegte ihren Oberkörper nach vorne, da wurde sie von den Schergen wieder zurückgerissen.<br />
&bdquo;Wir machen die Hand fertig, dann stelle ich dir eine Frage, dann machen wir mit der anderen Hand weiter. Du kannst dir inzwischen die Antwort überlegen.&ldquo; Der Mann lächelte, während der Schmerz kaum an Intensität verlor.<br />
Gisela brüllte auf, als ihr nächster Finger gebrochen wurde. Blitze zerplatzten vor ihrem inneren Auge, während sich ihr Mund mit Blut zu füllen begann. Sie hatte sich vor Schmerz auf die Zunge gebissen.<br />
&bdquo;Das zweite Fingerchen!&ldquo;, frohlockte ihr Peiniger. &bdquo;Du machst gut mit, Mädchen. Bravo!&ldquo; Seine Stimme versuchte nicht erst, den Hohn darin zu kaschieren.<br />
&bdquo;Ich sag ihnen alles! Bitte!&ldquo;, wimmerte Gisela, da knackte es wieder. Sie kreischte auf, brüllte, schrie, zerrte an ihren Fesseln, während der Kerl vor ihr zufrieden grinste.<br />
Der Folterer wartete ab, bis sie sich einigermaßen beruhigt hatte. &bdquo;Wir haben noch so viel Spaß vor uns, Gisela. Genieß das doch ein bisschen! Weißt du, selten fühlt man das Leben so intensiv wie in dem Moment, in dem man unsäglichen Schmerz erleidet. Der Körper ist in solch einem Moment ein Ganzes. Alles funktioniert auf einmal. Interessant, findest du nicht?&ldquo; Mit dem letzten Satz griff er wieder nach ihrer Hand. Sie wollte diese zur Faust formen, doch er brauchte nur einen der gebrochenen Finger zu berühren und sie gab dem heftigen Schmerz sofort nach.<br />
Wieder dieses Knacken, gefolgt von der heftigen Pein, die durch ihren Arm rollte und in ihrem Kopf zu platzen schien. Sie kreischte auf, wimmerte, schloss die Augen, um ihre Hand nicht ansehen zu müssen. &bdquo;Fragen Sie mich doch bitte! Ich erzähle Ihnen alles!&ldquo;, schrie sie heraus.<br />
Ein Beben ging in diesem Moment durch die Hütte. Gefolgt von zwei hell knallenden Explosionen. Staub und Qualm drangen in den Raum, da huschte ein kleiner schwarzer Schatten zwischen Gisela und dem Mann hindurch. Die beiden Männer hinter ihr begannen zu husten, während ihr Peiniger vor ihr mit dem linken Unterarm sein Gesicht verdeckte.<br />
Minuten verstrichen, der dicke Nebel aus Schmutz lichtete sich, als die beiden Kerle aus der Hütte stürmten. Sie hatten ihre Pistolen gezogen, schussbereit. &bdquo;Fernando! Samuel! Gomez!&ldquo;, hörte Gisela ihre Rufe.<br />
Der Mann vor ihr wurde offensichtlich nervös. Von jetzt auf gleich schien sie jegliche Bedeutung für ihn verloren zu haben. Auch er zog eine Pistole aus seinem Hosenbund, warf ihr einen besorgten Blick zu, dann trat er ebenfalls an die Tür.<br />
Was sah er? Gisela sah ihn nur verschwommen, waren ihre Augen doch nach wie vor mit Tränen gefüllt. Sie suchte sich zusammenzureißen, sah schemenhaft einen riesigen Arm, der sich über die Schultern ihres Folterers legte, dann, wie er versuchte, seine Waffe nach rechts zu richten. Ein Schuss dröhnte, gefolgt von einem peitschenden Ton, dann wurde der Kerl zurück in den Raum gestoßen.<br />
Eine riesige Gestalt bückte sich durch die Tür, der gesichtslose Kopf wandte sich ihr zu, nickte, dann hörte sie eine ihr bekannte Stimme. &bdquo;Hallo, Gisela. Ich bin es!&ldquo;<br />
Die Deutschbrasilianerin kreischte auf, wimmerte, zerrte an ihren Fesseln. Sie wusste nicht warum, aber sie reagierte in diesem Moment wie wahnsinnig.<br />
Die riesige Gestalt ließ den Kerl wieder auf dem Hocker Platz nehmen, während sie mit den Krallen ihrer ausgestreckten Rechten die Kabelbinder der Gefangenen löste. &bdquo;Du bist ein richtiger Profi!&ldquo;, richtete sich die gesichtslose Front ihres Helms auf den Sadisten und nickte ihm zu. &bdquo;Keine Sorge, ich tue dir kurz weh, dann hast du es gleich geschafft. Eine kleine Genugtuung für die Menschen, die du so gequält hast wie Gisela.&ldquo;<br />
Die junge Deutschbrasilianerin hörte die Schreie des Mannes, sein Wimmern und Klagen, das Krachen und Knacken seiner Knochen, sein Gurgeln und Schlucken. Sie hielt ihre Augen geschlossen, unfähig das Szenario zu verfolgen, das sie unter anderen Umständen mit Befriedigung verfolgt hätte.<br />
Es dauerte nicht lange, dann hörte sie nur noch ein Grunzen. Vorsichtig öffnete sie ihre Augen und suchte das Horrorbild zu begreifen, das sich vor ihr zeigte. Ihr Peiniger blutete aus seinen Augenhöhlen, während aus seinem Mund breiige rote Körperflüssigkeit quoll. Selbst aus seinen Ohren dran das Blut heraus. Sie sah der riesigen Gestalt dabei zu, wie sie den Kerl vom Hocker hob, um ihn anschließend vorsichtig auf den Boden abzulegen.<br />
&bdquo;Komm! Dir wird jetzt nichts mehr passieren!&ldquo;, hörte sie die Stimme der Deutschen.<br />
&bdquo;Ich habe dich gerufen!&ldquo;, wimmerte Gisela. &bdquo;Ich habe dich gerufen!&ldquo; Immer wieder aufs Neue rief sie diesen einen Satz.<br />
&bdquo;Ich bin da. Heute Morgen ist schon eine Freundin von mir gestorben. Genug für einen Tag.&ldquo;<br />
&bdquo;Freundin?&ldquo; Gisela sah erstaunt zu dem Kopf der Kampfeinheit auf.<br />
&bdquo;Na ja, wir können ja daran arbeiten&ldquo;, hörte sie die Stimme der Riesin. Sie klang etwas verzerrt.<br />
Gisela lachte trotz aller Schmerzen auf, lehnte sich gegen die Panzerbrust ihrer Befreierin und umarmte sie. Nur den Anblick ihrer linken Hand vermied sie dabei. Die Schmerzen waren nach wie vor immens.<br />
Militär und Polizei sicherten eine Stunde später das Gelände und suchten nach Hinweisen auf weitere Verbrecher. Verwirrt registrierten sie dabei den einzigen überlebenden Täter, der geblendet, mit herausgelöster Zunge, zerstörten Gehörgängen, zerriebenen Handknochen und Füßen zu einem wehrlosen Bündel Mensch geworden war.<br />
Weder Gisela noch die Spezialeinheit gingen auf die Ursachen dieser schweren Verletzungen ein. Die Fragen der Beamten überhörten sie. Diese gaben sich schließlich nach einigen Telefonaten zufrieden und hakten nicht weiter nach.<br />
Ein junger Kommissar ließ Beweise sichern, bat Gisela darum, den Tathergang noch einmal zu schildern, und überblickte die dreizehn toten Verbrecher, die allesamt mit geborstenem Schädel auf dem Boden lagen.<br />
Ein Notarzt stabilisierte die Hand des Folteropfers und deutete auf einen Transporter, das Grauen um ihn herum nur mit Mühe ausblendend. Er hatte zuvor die schweren Verletzungen des Folterers behandelt, der jetzt mit einem Krankenwagen zu einem Gefängniskrankenhaus gebracht wurde.<br />
&bdquo;Kommst du bitte mit! Die haben mich doch sofort wieder, wenn du nicht auf mich aufpasst.&ldquo; Gisela griff mit ihrer unverletzten Rechten nach der Panzerhand der Riesin.<br />
&bdquo;Ich will einfach nur noch nach Hause, Gisela!&ldquo;, antwortete diese.<br />
&bdquo;Aber ich kann doch nirgendwo hin. Die haben überall große Menschen getötet oder entführt. Und auch meine Familie ist jetzt in Gefahr.&ldquo; Sie sah zu dem Helm der Spezialeinheit auf, dessen Front auf sie gerichtet war.<br />
&bdquo;Wegen mir, ich weiß.&ldquo; Der Helm bewegte sich von links nach rechts und wieder zurück. &bdquo;Der General soll sich etwas einfallen lassen.&ldquo;<br />
&bdquo;Komm doch bitte mit!&ldquo;, bat Gisela. &bdquo;Ich habe Angst!&ldquo;<br />
Maya erklärte sich einverstanden. Sie fühlte sich Gisela gegenüber in der Verantwortung. Genauso wie bei Ilonas Tod. Notfalls würde sie noch ein paar Tage in Brasilien aushalten müssen.<br />
&bdquo;Wie habt ihr mich gefunden?&ldquo;, wollte die Brasilianerin wissen.<br />
&bdquo;Dein Bruder hat einem der Gangster sein Handy in die Tasche geschoben. Das war dann relativ genau zu orten, bis zu dem Zeitpunkt, wo diese die Hauptstraße verlassen haben. Danach haben wir Funksignale aufgefangen und konnten deinen Standort eingrenzen.&ldquo;<br />
Gisela folgte dem Fingerzeig der Panzerfrau und stieg in einen großen Transporter des Militärs ein. Neben Maya setzten sich noch zwei brasilianische Soldaten auf die Klappsitze, dann begann die Fahrt.<br />
&bdquo;Es tut mir leid für deine Freundin&ldquo;, flüsterte Gisela und griff mit ihrer unversehrten Hand erneut nach der Panzerhand der Deutschen. Sie lehnte sich an deren Rumpf und beruhigte sich zusehends.<br />
&bdquo;Sie hat sich für andere geopfert. Dazu gehört viel Mut&ldquo;, hörte sie die blecherne Stimme.<br />
&bdquo;So wie du dich für alle opferst&ldquo;, erwiderte die Brasilianerin.<br />
&bdquo;Bei mir ist das anders. Ich weiß, dass ich besonders bin und schwer zu besiegen. Ilona besaß diese Eigenschaften nicht und war trotzdem tapfer und entschlossen.&ldquo;<br />
Gisela verstand sofort, was Maya meinte. &bdquo;Du wirst ihr ein Vorbild gewesen sein.&ldquo;<br />
Die Riesin hob die Schultern. &bdquo;Weiß ich nicht. Eigentlich kannte ich sie kaum.&ldquo;<br />
Sie schwiegen einige Minuten, in denen Gisela über diese Fügung des Schicksals nachdachte. Wenn ihr Bruder nicht gehandelt hätte, wäre sie weiter gefoltert worden und in diesem Moment wahrscheinlich schon tot oder vergewaltigt. Hoffnung &#8211; Sie hatte keine mehr gehabt. Ihr Verstand hatte nur noch nach einer Möglichkeit gesucht, dem Handeln dieses Mannes irgendwie zu entkommen.<br />
Am Ortskrankenhaus herrschte große Aufregung, als der riesige Panzersoldat neben der jungen Frau aus dem Armeetransporter stieg. Drohnen lösten sich von seiner Brust, flitzten los und klärten die nähere Umgebung auf. Dabei kreischte eine junge Frau auf, als eines der kleinen Fluggeräte ihr in der Eingangstür entgegenkam.<br />
Soldaten stiegen aus einem Schützenpanzer aus, sicherten die Umgebung und gaben Meldungen ab, während ein Kampfhubschrauber über dem Grundstück schwebte.<br />
&bdquo;Komm! Gehen wir zur Notaufnahme&ldquo;, schlug Maya vor.<br />
Gisela nickte, stützte ihre verbundene Hand mit der Rechten und trat in das Krankenhaus. Maya folgte ihr, bückte sich unter dem oberen Türrahmen durch und ging neben der Deutschbrasilianerin her, die sich ans Ende der Notaufnahmeschlange stellte.<br />
Maya spürte die Blicke der Umstehenden auf sich. Die Zeit schien für einen Moment stillzustehen, rührte sich doch sekundenlang niemand.<br />
Ein Arzt kam hektisch um die Theke herum, trat an die Panzerfrau heran, blickte zu ihr auf und fragte sie etwas auf Portugiesisch. Maya verstand ihn nicht, aber Gisela antwortete ihm. Der Mediziner nickte, überblickte Maya noch einmal, dann wandte sich seine Aufmerksamkeit Giselas Hand zu. Kurz untersuchte er die Verletzung, dann deutete er auf die Theke.<br />
&bdquo;Wir müssen warten. Es gibt wesentlich schlimmere Fälle als meinen&ldquo;, erklärte Gisela ihrer Begleiterin. Maya nickte ihr zu, während die junge Frau wieder den Kontakt zu ihrer Panzerhand suchte. Die körperliche Nähe schien ihr in dieser Situation sehr wichtig zu sein.<br />
Gisela gab der Rezeptionistin ihre Karte, schilderte ihre Verletzungen und wie es dazu gekommen war. Ein schockierter Blick der Angestellten, dann sollten sie beide Platz nehmen. Maya blieb lieber stehen &ndash; die Sitze schienen ihrer Masse nicht standhalten zu können.<br />
&bdquo;Was glaubst du, passiert jetzt mit mir?&ldquo;, wollte Gisela wissen, dabei mit ihrer gesunden Hand über ihre Stoppelglatze fahrend. Tränen liefen ihr dabei die Wangen herunter.<br />
&bdquo;Zeugenschutzprogramm wahrscheinlich.&ldquo;<br />
&bdquo;Das heißt, wir müssen wegziehen?&ldquo;<br />
Maya blickte auf sie hinunter und nickte. &bdquo;Ja. Wahrscheinlich sogar in ein anderes Land. Du kannst dich genauso schlecht verstecken wie ich. Gibt nicht viele Frauen in unserer Größe.&ldquo;<br />
Gisela blickte auf ihre bandagierte Hand hinunter. &bdquo;Und wenn ich bei dir bleibe? Mit nach Deutschland komme?&ldquo;<br />
Die Riesin zögerte. &bdquo;Würdest du dieses schöne Land hier nicht vermissen?&ldquo;<br />
&bdquo;Doch, natürlich. Aber was soll ich hier, wenn ich ständig Angst haben muss?&ldquo;<br />
&bdquo;Ich weiß nicht, was ich dir raten soll. Wirklich nicht. Vielleicht kann ich noch ein paar Einsätze machen, damit die Schweine ihr Kopfgeld wieder zurückziehen?&ldquo;<br />
&bdquo;Selbst dann könnte ich mir nicht sicher sein, ob nicht wieder solche Ungeheuer auftauchen.&ldquo;<br />
&bdquo;Gut, ich rede mit dem General. Bisher ist zumindest in Brasilien nichts besser geworden, wie es scheint.&ldquo;<br />
Auf der Flucht<br />
Gisela wurde im Krankenhaus behandelt und anschließend gemeinsam mit Maya zum Flughafen nach São Paulo gebracht. Der General hatte versprochen, sich um ihre Familie zu kümmern. Genauso, wie um die Hinterbliebenen Ilonas. Er wurde dabei von dem schlechten Gewissen getrieben, das er Maya gegenüber spürte.<br />
Arnold hatte es nur gut gemeint und wollte ihr mit den Freundinnen so weit entgegenkommen, wie es ihm möglich war. Ihr so viel von den positiven Eindrücken ihres privaten Umfelds lassen, wie man realisieren konnte. Maya hatte viel darüber nachgedacht. Sie hätte sich bemerkbar machen und allein fliegen müssen. Diese Gewissheit hatte sie jetzt.<br />
Zu spät!<br />
Schuld!<br />
Sie wog so schwer.<br />
Maya und ihre Mannschaft hatten wieder einen Hangar bezogen, ähnlich dem, den sie während der Aufstände in den USA bewohnten.<br />
Sie telefonierte viel in den letzten zwei Tagen. Natürlich hatte sie ihre Familie beruhigen müssen, genauso wie ihre Freunde. Anstrengende Telefonate, die ihr selbst viel abverlangt hatten, statt zu beruhigen. Nur das Telefonat mit Rosa war anders verlaufen. Sie hatte ganz klar zum Ausdruck gebracht, dass Marlene genauso eine Verantwortung für die Situation trug. Die stritt das auch gar nicht ab. Sie wollte den Junggesellinnenabschied wiederholen und dabei Ilona gedenken. So schnell wie möglich und natürlich im Beisein ihrer Trauzeugin.<br />
Sascha! Wahrscheinlich hatte er Gift und Galle gespuckt, nachdem er von der Situation gehört hatte. Vielleicht war es ihm mittlerweile aber auch egal? Sie hörte nichts mehr von ihm.<br />
Can und Jeane hatten ihr gestern Bilder vom Schwangerschaftskurs geschickt. Beide übten fleißig, um dem Kind den Start ins Leben so leicht wie möglich zu machen. Dabei führte die kanadische Freundin ein strenges Regiment, welchem Can aber mit viel Geduld begegnete. Nur wenn es ihm zu viel wurde, gebot er Jeane Einhalt, und zwar so energisch, dass sie einlenkte. Wahrscheinlich spürte sie selbst, dass sie mehr von ihrer Mutter in sich trug, als ihr bewusst gewesen war.<br />
&bdquo;Süße? Kommst du mit duschen?&ldquo; Deyna stand in der Tür des Frauenzimmers und sah zu ihr rüber. Sie war gerade vom Training zurückgekommen.<br />
Maya nickte, froh, dass jemand versuchte, sie aus ihren Gedanken herauszulösen.<br />
&bdquo;Gisela und ihre Familie befinden sich in Deutschland. Man bringt sie in der Nähe von Dülmen unter&ldquo;, erzählte die Estin.<br />
&bdquo;Super! Das freut mich.&ldquo; Maya empfand wirklich so. Sie wollte sich gar nicht vorstellen, wie es sich anfühlte, derart aus dem gewohnten Leben herausgerissen zu werden.<br />
&bdquo;Gisela möchte unserer Einheit beitreten. Sie will dir etwas zurückgeben dafür, dass du sie gerettet hast. Zu uns passen würde sie, finde ich. Immerhin hat sie jetzt eine klare Vorstellung davon, was für Typen da draußen rumlaufen.&ldquo; Deyna nahm für Maya und sich selbst ein Handtuch aus dem Schrank. &bdquo;Um fünfzehn Uhr haben wir Besprechung mit der Einsatzleitung. Dann geht es heute Nacht wieder los.&ldquo;<br />
&bdquo;Weißt du schon was Genaueres?&ldquo;, wollte Maya wissen.<br />
Deyna verneinte. &bdquo;Die Brasilianer bemühen sich, alles richtig zu machen und uns nicht wieder in die Scheiße zu reiten. Sie haben auch die Hilfe der Amerikaner angenommen. Auf Santos, die Generäle und Hinweise auf Standorte des Commando Vermelho wurde jetzt ein Kopfgeld von 26 Millionen Dollar und ein Anspruch auf Straffreiheit ausgesetzt. Das sollte diesen Arschlöchern noch zusätzlich Stress machen.&ldquo;<br />
&bdquo;Wie geht es Manuele?&ldquo;, wollte Maya wissen. Sie brauchte einen Themenwechsel.<br />
&bdquo;Meinem Schatzi geht es gut. Gegen das Prüfungskomitee wird ein Verfahren eingeleitet. Man geht jetzt wirklich von Betrug aus. Wahrscheinlich darf er nächste Woche noch einmal vorspielen.&ldquo;<br />
&bdquo;Echt? Wie geil! Freu mich für euch.&ldquo; Maya lächelte, folgte Deyna in den Gang, an dessen Ende der Sanitärraum für die Frauen lag. &bdquo;Wir fahren im Herbst gemeinsam nach Estland. Er soll meine Familie kennenlernen.&ldquo;<br />
&bdquo;Das hört sich schon richtig ernst an&ldquo;, staunte die Riesin.<br />
&bdquo;Ist es auch. Wie könnte es auch anders sein? Schließlich hast du uns zusammengebracht.&ldquo; Deyna begann sich auszuziehen. &bdquo;Jetzt brauchen wir nur noch jemanden für Eva. Du kennst bestimmt jemanden, der an unserem Schoko-Muffin kauen möchte.&ldquo;<br />
Maya lachte. &bdquo;Tut mir leid, aber im Moment wüsste ich niemanden.&ldquo;<br />
&bdquo;Wie geht es deiner Freundin? Du weißt schon, der Braut?&ldquo;<br />
&bdquo;Schlecht. Wir feiern noch einmal. Aber dabei soll es dann vor allem um Ilona gehen. Auch Heidi geht es beschissen. Wenn sie im Bungalow geblieben wäre, würde Ilona noch leben.&ldquo;<br />
Deyna stellte sich nackt unter die Brause und schaltete das Wasser ein. &bdquo;Schlimm! Wie krank das alles gelaufen ist. Als wir von dem Einsatz hörten, dachte ich auch zuerst, du fliegst da rein und fertig.&ldquo;<br />
&bdquo;Wie war es für euch in Rio?&ldquo; Maya fühlte das warme Wasser über ihre Haut laufen, was bei ihr einen wohligen Schauer verursachte.<br />
&bdquo;Ein Gemetzel. Ich habe sieben Kugeln abbekommen. Hab aber auch etliche von diesen Hirnamputierten umgelegt.&ldquo; Deyna drückte auf einen Spender für Duschzusatz. &bdquo;Egal, wo wir auftauchten, es herrschte schnell Ruhe. Für die Zivilisten eine echte Freude. Die haben uns gefeiert für unsere Arbeit. Das tröstet wirklich darüber hinweg, dass man wieder alles stehen und liegen lassen musste.&ldquo;<br />
Die Badezimmertür öffnete sich und Saori trat ein.<br />
&bdquo;Hey!&ldquo;, grüßte Maya.<br />
&bdquo;Hi, Saori!&ldquo; Deyna wandte sich der drahtigen Japanerin zu, die nun ebenfalls begann, sich zu entkleiden. Die hob nur ihre Hand und gab sich passiv. Kein Mensch vieler Worte.<br />
&bdquo;Schauen wir nach der Besprechung einen Film?&ldquo;, wollte Deyna von Maya wissen. &bdquo;Bis zum Einsatz ist es dann eh noch hin und ich kann nicht schlafen. Bin zu aufgeregt.&ldquo;<br />
&bdquo;Können wir gerne.&ldquo; Maya lächelte zu der Estin rüber, dann wandte sie sich zur Japanerin um, die neben ihr duschte. Die war noch drahtiger als Deyna, besaß kleine Brüste und ein für eine Frau schmales Becken. Ein paar frische Tätowierungen zierten ihre Haut. Offensichtlich Motive von Ländern, die sie bereist hatte.<br />
Saori sah zu ihr rüber, dann nickte sie verhalten. &bdquo;Okay!&ldquo;, kam ihr gerade noch so über die Lippen.<br />
&bdquo;Ich besorge die Snacks! Die Brasilianer haben geilen Stoff in der Kantine. Lohnt sich.&ldquo;<br />
Eine halbe Stunde später fand die Besprechung statt. Im Anbau des Hangars gab es einen Konferenzraum der brasilianischen Luftwaffe, in dem sonst Flugzeug- und Hubschrauberpiloten für ihre Einsätze gebrieft wurden. Ein Mann mittleren Alters nahm sie in Empfang &ndash; zivil gekleidet, in einem lässigen weißen Shirt und beigen Cargohosen. Er überblickte interessiert die eintretenden Männer und Frauen. Blond, muskulös, mit einem kurzgeschorenen Vollbart, wirkte er selbstbewusst und entspannt.<br />
&bdquo;Scheiße, ist der geil!&ldquo;, entfuhr es Deyna.<br />
Maya zeigte sich ebenfalls beeindruckt. &bdquo;Heini! Rette mich!&ldquo;, flüsterte sie Eva zu, die ebenfalls einen eingehenden Blick riskierte.<br />
&bdquo;Ich glaub, ich laufe aus&ldquo;, stellte die Afroamerikanerin leise kichernd fest.<br />
Der Brasilianer saß halb auf der Tischkante, überblickte die Menge an riesigen Menschen, dann klatschte er in seine Hände. &bdquo;Jungs, Mädels, ich denke, wir halten es zwischen uns formlos. Ich heiße Victor von Reichenau, meine Ururgroßeltern väterlicherseits kommen aus Schwaben und ich spreche neben Portugiesisch und Englisch auch Deutsch. Ich werde künftig Ihr Verbindungsoffizier und Einsatzleiter sein, wenn es etwas Besonderes in unserem Land für Sie zu erledigen gibt. Auf gut Deutsch &ndash; viele Menschen sind in solchen Fällen in direkter Gefahr und ein Eingreifen der Behörden sieht nicht erfolgversprechend aus.<br />
&bdquo;In den letzten Tagen hat Ihre Einheit die Arbeit von mehreren Hundertschaften geleistet &ndash; von dem Engel in Ihrer Mitte wollen wir gar nicht erst sprechen. Viele Häftlinge haben sich ergeben, eine noch höhere Zahl ist in den Kämpfen ums Leben gekommen und ungefähr 640 Männer befinden sich nach wie vor auf der Flucht.<br />
&bdquo;Eine dieser Gruppen führt Coronel Santos mit sich sowie die beiden Generäle, welche die Flucht organisiert und das Attentat auf Ihre Anführerin geplant haben. Die Gruppe wird von einem Banditen namens Raimundo Jurucê Maranhão geführt. Der Mann hat zwei Banken überfallen, ein großes Drogenlabor geleitet und sich vor vier Jahren freiwillig gestellt, nachdem einer der Bosse seine Schwester getötet hatte. Er hätte noch sechs Jahre sitzen müssen, dann wäre er rausgekommen. Aber wahrscheinlich war die Freiheit zu verlockend für ihn.&ldquo;<br />
Er wandte sich um, schob sich ein Laptop zurecht und ließ über einen Projektor eine Lagekarte auf die Wand hinter sich projizieren. &bdquo;Unser Lösegeldangebot, kombiniert mit einem Amnestieversprechen, hat Wirkung gezeigt. Es sind gleich mehrere Hinweise eingegangen, darunter etliche aus der flüchtigen Gruppe selbst. Nicht direkt, sondern über Nachrichten und Botschaften, die an die Bevölkerung weitergegeben wurden. Dadurch wissen wir auch etwas über deren Zusammensetzung.<br />
&bdquo;Es gibt im Nordosten von Rio de Janeiro ein dichtbewachsenes Gebirge mit einigen größeren Orten, in denen sich unsere Herzchen versorgen können. Die Serra do Mar hat viele Höhlen und versteckte Pfade, durchzogen von vielen Wasserläufen. Eine Katastrophe für jemanden, der sich dort auf der Jagd befindet und das Wild schwerbewaffnete Kriminelle sind. Wir schätzen ihre Zahl auf um die hundert.&ldquo;<br />
&bdquo;Für uns schwer zu helfen, die Energiereserven unserer Anzüge sind nach zwölf Stunden aufgebraucht&ldquo;, warf Eef ein. &bdquo;Wenn wir das Gebiet durchkämmen wollen&#8230;&ldquo;<br />
Der Mann vom Geheimdienst lachte auf. &bdquo;Da bräuchten Sie schon ein paar tausend Soldaten, um in diesem Areal etwas zu erreichen. Nein, mein Lieber. Es läuft darauf hinaus, dass wir sie aufreiben und zerstreuen. Und, um das zu erreichen, brauchen wir die Hilfe von Frau Klein.&ldquo;<br />
Maya schloss ihre Augen. Was würde jetzt kommen? Wieder ein Gebäude stürmen, das anschließend in die Luft fliegen würde? Ein Bomber mit Napalm? &bdquo;Was ist dieses Mal der Plan?&ldquo;, gab sie genervt von sich.<br />
&bdquo;Sie stürzen in die gemeldete Position und nehmen die Verfolgung auf. Wir haben den Bereich so gut aufgeklärt wie wir konnten. Es sind auch ein paar verlässliche Jäger im Gebiet sowie eine Einheit der Amerikaner, die Ihre Ankunft sichern werden. Die haben sich schon vor zwei Tagen zum Zielgebiet aufgemacht.&ldquo; Er zeigte mit dem Cursor auf ein dichtbewachsenes Gebiet. Gebirge, bis zu 2100 Meter hoch.<br />
&bdquo;Und wie lange soll der Einsatz dauern?&ldquo;, fragte Maya.<br />
&bdquo;Solange, bis Sie Santos getötet haben. Wenn Sie ihn erwischen, wird niemand mehr Interesse daran zeigen, den Anjo Vingador zu verfolgen, hab ich recht?&ldquo;<br />
&bdquo;Sie unterschätzen den Mann, fürchte ich&ldquo;, gab die Riesin zurück.<br />
&bdquo;Mag sein. Aber vielleicht unterschätzt er auch unsere Entschlossenheit, ihn dieses Mal auszuschalten.&ldquo; Es klang wie ein Vorwurf in Mayas Richtung.<br />
&bdquo;Und wir? Hocken wir weiter in diesem Verschlag?&ldquo;, wollte Saori wissen.<br />
Victor verneinte. &bdquo;Nein, ihr werdet gemeinsam mit den Amerikanern ein Basislager im Operationsraum errichten, es sichern und von dort aus unseren Engel unterstützen.&ldquo; Er sah auf seine Sportuhr. &bdquo;Maya! Vier Stunden, dann geht es für dich los.&ldquo;<br />
&bdquo;Wenn ihr mich wieder in die Scheiße schickt, hab ich langsam keine Lust mehr, eurem Land zu helfen.&ldquo; Maya sah den Mann eindringlich an.<br />
&bdquo;Glaub mir, an diesem Punkt habe ich mich auch schon befunden.&ldquo; Der blonde Schönling nickte ihr zu. &bdquo;Lateinamerika macht es einem nicht leicht. Zumindest dann nicht, wenn man auf der Seite der öffentlichen Ordnung steht. Nur, im Gegensatz zu dir habe ich keine Wahl. Ich lebe nun mal hier.&ldquo;<br />
&bdquo;Und ich habe sie?&ldquo;, fragte Maya erstaunt.<br />
&bdquo;Nun, soweit ich gehört habe, schon. Dass diese Möglichkeit von dir noch nicht in Erwägung gezogen wurde, spricht für deine Integrität.&ldquo; Er nickte ihr zu, dann wandte er sich an die Kollegen als Ganzes. &bdquo;Gut, Leute! Bereitet euch vor! Wir sehen uns im Einsatzgebiet.&ldquo;<br />
* * * * *<br />
&bdquo;Wie weit ist es noch bis zur Höhle?&ldquo;, wurde Raimundo von einem jungen Compadre gefragt. Der Mann schlug mit einer Machete Schlingpflanzen aus dem Weg, blickte zu den Wipfeln der Bäume auf und sah dann zurück, die lange Kolonne der Flüchtenden überblickend. Wolkenfetzen senkten sich über die Kulisse, hin und wieder regnete es.<br />
&bdquo;Mit etwas Glück erreichen wir sie heute Abend. Wir müssen noch über den Bergrücken und anschließend ins Tal hinuntersteigen.&ldquo;<br />
&bdquo;Woher kennst du dich so gut aus?&ldquo;, wollte der Mann wissen.<br />
&bdquo;Ich habe hier früher Schmuggelrouten mit Rückzugsräumen geplant und Depots errichtet. Siehst du dort rechts den Hügel? Da habe ich mit einer Maria einen Monat festgesteckt. Eine eisenharte Braut. Sie hat Falschgeld hergestellt. Die schlechtesten Blüten, die du dir vorstellen kannst. Dennoch sind sie in ganz Rio im Umlauf gewesen. Das Problem war nur, dass auch die Bosse damit bezahlt wurden. Wir hatten eine schöne Zeit zusammen und haben es Tag und Nacht getrieben.&ldquo; Er lachte.<br />
&bdquo;Was ist aus ihr geworden?&ldquo;, wollte der junge Sträfling wissen.<br />
&bdquo;Sie ist nach Venezuela und handelt dort mit geschmuggelten Luxusgütern. Zigarren, teure Weine, Champagner, Markenkleider, Schmuck&#8230;&ldquo;<br />
&bdquo;Wie wäre es mit ein wenig Disziplin, Maranhão? Würde den Männern sicher nicht schaden&ldquo;, ätzte ein schlanker kleiner Mann.<br />
&bdquo;Der Herr General würde gerne die Führung übernehmen. Sicher doch! Herrsche über uns! Aber ich weiß nicht, wer von uns auf dich hören möchte, Galvão!&ldquo;<br />
Ein stämmiger Mann mit auffallend vielen Pigmentflecken im Gesicht trat heran. &bdquo;Beruhigt euch! Streit bringt uns nicht weiter. Bring uns zum Versteck! Je eher wir dort sind, desto besser.&ldquo;<br />
&bdquo;Aber sicher doch, General Livramento. Es wird mir eine Ehre sein. Immerhin sind wir dank euch auf freiem Fuß, habe ich recht? Schade nur, dass ihr mich zum Mörder gemacht habt, als ihr die Zentrale gesprengt habt.&ldquo;<br />
&bdquo;Es war ein guter Plan, Raimundo! Mit ein wenig Glück hätte es diese Kreatur mit zerrissen. Was sind da ein paar Wärter? Die haben uns doch wie Dreck behandelt&ldquo;, gab der ehemalige Offizier zurück.<br />
&bdquo;Uns! Euch nicht. Ihr habt ein fettes Leben in euren Zellen geführt. Schön, wenn man sich mit Geld im Knast alles kaufen kann.&ldquo; Er seufzte. &bdquo;Heckt Santos dann wieder einen genialen Plan für seine Rache aus, wenn wir im Versteck sind?&ldquo;<br />
&bdquo;Anzunehmen. Es ist das Einzige, was ihn noch am Leben hält&ldquo;, erwiderte Livramento.<br />
&bdquo;Das mit dem Kopfgeld hat ja auch super funktioniert. Vier Millionen Dollar bringt der Anjo Vingador, 26 Millionen unser Coronel. Verlockend! Da könnte man doch fast schwach werden.&ldquo;<br />
&bdquo;Wir können auch auf deinen Schädel ein paar Millionen setzen&ldquo;, drohte Galvão. &bdquo;Bring uns zum Versteck! Dann lasse ich meine Männer kommen und du bist uns los.&ldquo;<br />
&bdquo;Sind noch welche übriggeblieben? Hat der Coronel nicht alle erwischt mit seinen Bomben?&ldquo;, ätzte Raimundo weiter.<br />
&bdquo;Es sind mehr als du glaubst&ldquo;, grinste der Ex-Offizier.<br />
Der Führer der Gruppe blieb stehen und sah den Mann nachdenklich an. &bdquo;Da hört man schon so etwas wie eine Drohung heraus. Vielleicht sollten wir euch lieber ausliefern? Immerhin hat man uns Amnestie versprochen.&ldquo;<br />
&bdquo;Wenn du nicht dein Leben lang auf der Flucht sein willst, funktionierst du!&ldquo; Der General wandte sich an die anderen Männer, die auf gleicher Höhe marschierten. &bdquo;Jeder von euch bekommt 20.000 Dollar! Wer will, bekommt einen Job in unserer Organisation und neue Pässe. Überlegt euch genau, was die bessere Option ist.&ldquo;<br />
Ein Schwarm Vögel schrak über ihnen auf und flog laut kreischend davon, begleitet von einem dumpfen Grollen. Es schien weit entfernt zu sein.<br />
Die Gruppe blieb stehen und horchte.<br />
&bdquo;Der Verrückte flippt völlig aus&ldquo;, rief jemand von hinten.<br />
Raimundo und die beiden Ex-Offiziere eilten die Kolonne zurück. Santos&lsquo; ausgemergelter Körper lag auf der Bahre, während sein rechter Unterarm hektisch auf seinen Oberschenkel trommelte.<br />
Livramento trat an den Krüppel heran, legte ihm seine Hand auf die linke Schulter, worauf dieser sein Getrommel unterbrach und nach einer kurzen Pause erneut damit begann. Sekunden verstrichen, dann wandte sich der General an Raimundo und Galvão. &bdquo;Er glaubt, der Anjo ist hinter uns her.&ldquo;<br />
Ein Raunen ging durch die Kolonne. Raimundo spürte sofort die Unsicherheit unter seinen Männern. &bdquo;Woher sollte der wissen, wo wir sind? Lasst euch nicht von unserem Narren blenden! Heute Abend sind wir in Sicherheit.&ldquo;<br />
&bdquo;Und was, wenn nicht?&ldquo;, meinte ein muskulöser Glatzkopf. Er trug sein AK-Sturmgewehr über beide Schultern und drückte die Waffe mit den Händen gegen seinen Nacken. &bdquo;Wir haben kaum noch Lebensmittel. Was essen wir, wenn wir in deinem Versteck angekommen sind?&ldquo;<br />
&bdquo;Meine Männer bringen euch was zum Beißen&ldquo;, suchte Galvão die Sträflinge zu beruhigen. &bdquo;Sie versorgen uns, solange wir uns verstecken müssen.&ldquo;<br />
&bdquo;Warum bringen wir den Krüppel nicht einfach um? Dann hat jeder, was er sich wünscht. Der Anjo ist doch auf der Jagd nach ihm und wir sind ihn los.&ldquo;<br />
In der Gruppe wurde Zustimmung laut.<br />
Galvão blickte in die Runde. &bdquo;Keiner von euch kommt lebend aus diesem Wald heraus, wenn ihr uns jetzt verratet. Das ist ein Versprechen.&ldquo;<br />
&bdquo;Dann ruf sie an! Frag sie, wo sie sind&ldquo;, forderte der Junge, der zuvor mit Raimundo gesprochen hatte.<br />
Der Offizier blickte auf das Satellitentelefon herunter, das er in den Händen hielt. &bdquo;Die Energie reicht nur noch für zwei oder drei Anrufe. Ich habe gesagt, dass ich mich heute Abend melde.&ldquo; Er überblickte die Männer. &bdquo;Kommt jetzt! Wir haben es bis hierher geschafft. Wenn wir uns jetzt uneins werden, scheitern wir zwangsläufig. Halten wir zusammen, werden wir unsere Ziele erreichen. Ihr bekommt ein neues Leben von uns &ndash; das ist ein Versprechen.&ldquo;<br />
Santos zitterte am ganzen Körper. Immer wieder drehte er seinen Kopf von links nach rechts und wieder zurück, obwohl er nichts sehen oder hören konnte.<br />
&bdquo;Der Vogel macht mir langsam Angst&ldquo;, ärgerte sich der hintere Träger. &bdquo;Was, wenn er recht hat?&ldquo;<br />
&bdquo;Dann sind wir so gut wie tot!&ldquo;, antwortete ein anderer Häftling.<br />
&bdquo;Jetzt ist genug!&ldquo;, gebot Raimundo. &bdquo;Legt einen Zahn zu, dann sind wir bald in Sicherheit und fangen ein neues Leben an.&ldquo;<br />
Die Männer zeigten sich fürs Erste zufrieden, nur der zitternde Santos sorgte weiter für Unruhe. Er schien etwas zu fühlen, was ihnen allen vorenthalten blieb.<br />
Sie folgten weiter dem Pfad, der nach einer Gabelung zusehends verwilderte. Er schien nur noch selten Verwendung zu finden, was die Männer beruhigte. Auf der anderen Seite würde es auffallen, dass er jetzt von mehr als hundert Männern wieder ausgetreten wurde.<br />
Der Wald um sie herum wurde immer wilder, während der Weg sich in engen Schleifen den Berghang hinaufschlängelte &ndash; ein kaum noch wahrnehmbarer Strich zwischen riesigen Baumfarnen, hohen Bäumen, Massen an Bambus und einem Geflecht aus Lianen und anderen Schlingpflanzen.<br />
Tiere warnten sich mit ihren Rufen vor den Eindringlingen. Raimundo mahnte die Männer, sich vor Schlangen in Acht zu nehmen. Doch hatten sie bisher Glück. Die erfahrenen Männer gingen voraus und hatten ein Auge für solche Begegnungen.<br />
Ein anhaltender Regenguss brachte Abkühlung während des beschwerlichen Aufstiegs. Für jeden Höhenmeter mussten sie gefühlt hundert Meter Weg zurücklegen.<br />
&bdquo;Pause!&ldquo;, rief Raimundo, als sie ein kleines Plateau erreicht hatten. Die Männer ließen sich sofort fallen und auch die beiden Ex-Militärs schienen einzusehen, dass diese notwendig war. In diesem Moment hörte der Regen auf und die Wärme der Sonne gewann erneut eine quälende Intensität.<br />
Ein harter Knall wurde hörbar, gefolgt von einer weiteren, heller klingenden Detonation.<br />
Die Männer erstarrten. Ihre Gesichter wandten sich um, die Gewehre wurden hochgerissen, Ferngläser gezückt und nach möglicher Deckung gesucht.<br />
&bdquo;BRRRRRRT!&ldquo;, dröhnte eine Autokanone.<br />
Dann knallten weitere harte Schüsse, denen allesamt ein helles Echo nachfolgte.<br />
Schussgeräusche aus Sturmgewehren, MPi und Pistolen tönten nun ebenfalls, kaum überhörbar. Es entwickelte sich die Geräuschkulisse eines heftigen Schusswechsels, unterbrochen von harten Einzelschüssen und den Feuerstößen der Maschinenkanone. Der Gefechtslärm verhallte, dann wurde es wieder still.<br />
Raimundo wandte sich an Galvão. &bdquo;Vielleicht versuchst du es dann doch lieber mal?&ldquo;<br />
Der Ex-Offizier der brasilianischen Armee sah ihn entgeistert an, hob aber schließlich das Telefon an sein Ohr. Er wandte den Männern seinen Rücken zu, ging ein paar Meter den Pfad weiter, dann ließ er das Gerät wieder sinken.<br />
Jeder der Anwesenden folgte dem Mann mit dem Blick. Der senkte jetzt den rechten Arm, gab mit der linken Hand eine erneute Eingabe ein und hob das Gerät wieder an sein Ohr. Flüchtig blickte er zurück, wiederholte seinen Versuch und schien in diesem Moment verzweifelt.<br />
&bdquo;Na? Kein Erfolg?&ldquo;, fragte Raimundo den Ex-Offizier, nachdem dieser zögerlich zur Truppe zurückgekehrt war.<br />
Der General sah ihn verwirrt an und nickte kaum merklich. &bdquo;Es kommt keine Verbindung zustande.&ldquo;<br />
&bdquo;Der Anjo! Er ist da&ldquo;, flüsterte einer der Männer und sah den Hügel hinauf.<br />
Raimundo und der Offizier richteten ihre Blicke auf das stark verschmutzte bärtige Gesicht, dann sahen auch sie den Hang hinauf.<br />
&bdquo;Hast du etwas gesehen?&ldquo;, wollte der Anführer wissen.<br />
Der Mann verneinte. &bdquo;Aber er ist da! Wer sollte sonst die Männer des Generals getötet haben?&ldquo;<br />
&bdquo;Vielleicht gibt es ein technisches Problem?&ldquo;, wandte Galvão energisch ein. &bdquo;Wir wissen nichts Genaues.&ldquo;<br />
Raimundo legte seinen Arm über die Schultern eines hünenhaften Sträflings. &bdquo;Nimm unseren hohen Gästen ihre Waffen ab! Wir gehen weiter, aber wenn die Herren Generäle ihre Versprechen nicht mehr halten können, sind wir auch nicht mehr an die unsrigen gebunden. Spätestens wenn wir auf Leichen oder den Anjo stoßen, wissen wir Bescheid.&ldquo;<br />
&bdquo;Und wenn er kommt?&ldquo;, wollte der ängstliche Sträfling wissen.<br />
Raimundo lächelte. &bdquo;Also ich lege meine Waffe nieder, hebe meine Arme und hoffe, dass er mich am Leben lässt.&ldquo;<br />
Ein Gemurmel ging durch die Truppe. Niemand aus der Gruppe der Gefangenen hatte Lust, sinnlosen Widerstand zu leisten.<br />
&bdquo;Kommt! Gehen wir weiter!&ldquo;, forderte der Anführer. &bdquo;Ich bin gespannt, was wir entdecken werden.&ldquo;<br />
Jegliche Arroganz war von den beiden Offizieren abgefallen. Kurioserweise hatte sich Santos inzwischen beruhigt. Galvão wollte an ihn herantreten, um ihn zu informieren, doch wurde das von den Trägern unterbunden. &bdquo;Wir sind froh, dass er Ruhe gibt.&ldquo;<br />
Angst stand den Männern ins Gesicht geschrieben. Ein junger Kerl warf seine Waffe weg. Er schien auf Nummer sicher gehen zu wollen. Ein paar weitere Kumpane folgten seinem Beispiel, andere schienen sich mit ihren Gewehren sicherer zu fühlen.<br />
Kayapó, ein kleiner indigener Mann mit stark tätowiertem Gesicht, blickte zu Raimundo auf und deutete auf den Gipfelkamm, der dreißig Meter über ihnen lag. Drei Kehren mussten sie noch laufen, um ihn zu erreichen.<br />
&bdquo;Schick ein paar von uns vor! Unbewaffnet. Ist der Anjo dort, wird er uns nichts tun, wenn es stimmt, was man sich über ihn erzählt.&ldquo;<br />
Raimundo blickte auf den kleinen drahtigen Mann im grauen Overall hinunter. Kurz überlegte er, nickte und betrachtete die Gruppe seiner Männer, die ihn umstanden. &bdquo;Gibt es noch ein paar, die den Mut haben?&ldquo;<br />
Es trat der Junge vor, mit dem er sich vor Stunden über den Wald und seine ersten Touren an diesem Ort unterhalten hatte. &bdquo;Ich!&ldquo;<br />
Ein glatzköpfiger Afrobrasilianer erklärte sich ebenfalls bereit.<br />
&bdquo;Gut. Das reicht. Schickt einen von euch zurück, wenn ihr Kontakt aufgenommen habt. Hoffen wir für euch, dass der Anjo wirklich ein Anjo ist.&ldquo; Raimundo nickte den Männern zu, die sich sofort auf den Weg machten. Selbst auf Macheten verzichteten sie.<br />
&bdquo;Gut! Gehen wir weiter. Das Ziel bleibt das Gleiche. Sind wir im Versteck, überlegen wir, wie es mit uns weitergeht. Es wird wahrscheinlich darauf hinauslaufen, dass jeder von uns für sich sein Glück versucht.&ldquo;<br />
&bdquo;Wir könnten immer noch&#8230;&ldquo;, wollte General Livramento etwas einwerfen, aber die Männer unterbanden den Versuch und geboten ihm zu schweigen. Seinen Beteuerungen wurde kein Glauben mehr geschenkt.<br />
Kayapó war ein geübter Läufer. Selbst im Gefängnis hatte er in dieser Hinsicht trainiert. Es war seit jeher eine Fähigkeit gewesen, auf die er sich im Ernstfall verlassen konnte. So hatte er sich in seinem bisherigen Leben aus unzähligen Situationen gelöst, in denen er unter anderen Umständen verloren gewesen wäre. Prügeleien, Schusswechsel, Todeskommandos der Polizei in den Favelas, Gangsterkriege, ein Großbrand und ein gewaltbereiter Vater einer Exfreundin.<br />
So machte er sich schon an den Abstieg, als seine beiden Begleiter noch auf der anderen Seite des Kamms bergan stampften.<br />
Auch hier war der Wald dicht und nur schwer zu überblicken. Er überlegte, ob er auf die beiden warten sollte, blieb stehen und sah sich um. Vögel zwitscherten über ihm in den Bäumen, Kolibris flogen zwischen den Blüten exotischer Pflanzen hin und her, das Brummen und Summen von Insekten war zu hören. Dazwischen mischte sich noch ein anderes Geräusch. Ein kleiner Quadrokopter schien ihn neugierig zu betrachten und verschwand nach wenigen Sekunden in Richtung Hügelkamm.<br />
Er folgte ihm mit dem Blick, lief zurück in Richtung seiner Begleiter, da hörte er hinter sich Zweige und Äste brechen. Erschrocken fuhr er herum und blickte auf die Bauchpartie eines großen mechanischen, menschenähnlichen Konstrukts.<br />
&bdquo;Sprichst du Englisch?&ldquo;, hörte er eine künstlich klingende tiefe Stimme.<br />
Kayapó nickte hastig. &bdquo;Bist du der Anjo?&ldquo;<br />
&bdquo;Warum sollte ich dir diese Gewissheit geben?&ldquo;, kam die Gegenfrage.<br />
&bdquo;Töte mich bitte nicht, wir wollen uns ergeben.&ldquo; Der kleine Mann überblickte die riesige Gestalt vor sich, sah die Mündung einer riesigen Waffe hinter deren Rücken aufragen, die langen Krallen an ihren Panzerhänden und Stiefeln. Sie waren mit getrocknetem Blut befleckt!<br />
Die gesichtslose Front des Gebildes nickte, dann deutete sie auf den Pfad. &bdquo;Geh vor mir. Beim kleinsten Anzeichen eines Hinterhalts bist du Matsche!&ldquo;<br />
Der Indianer nickte und ging voraus. Er rief den anderen beiden Männern zu, dass er den Anjo gefunden hätte.<br />
Die beiden Sträflinge waren stehen geblieben und trauten sich beim Anblick der Kampfmaschine nicht zu bewegen. Diese trat an sie heran, überblickte ihre Erscheinung, dann streckte sie den linken Arm aus.<br />
&bdquo;Messer!&ldquo;<br />
Der Glatzkopf schrak zusammen, griff hinter sich und zog ein langes Kampfmesser hervor. &bdquo;Ich vergessen!&ldquo;, rief er panisch auf Portugiesisch.<br />
Die Gestalt nahm es an sich und schleuderte es zur Seite. Ein prägnanter Knall dröhnte durch den Dschungel, als die Klinge bis zum Handschutz im Stamm eines kräftigen Baums steckenblieb.Es war der junge Sträfling, der den Hang hinuntergelaufen kam, begleitet von einer kleinen Drohne. Er winkte Raimundo zu. &bdquo;Er hat uns gefunden! Legt eure Waffen weg, dann lässt er euch in Ruhe.&ldquo;<br />
Amnestie<br />
Victor hatte zusammen mit der Sondereinheit und den Seals die Kolonne der Flüchtenden in Empfang genommen. Man wollte den Männern Fesseln anlegen und sie in Gefängnisbusse stecken, als Maya energisch fragte, was das sollte.<br />
Ihr brasilianischer Einsatzleiter spürte den Zorn der Riesin nur allzu deutlich, telefonierte mit seinen Vorgesetzten, worauf die Männer zwar dennoch in die Busse steigen sollten, aber zumindest keine Fesseln angelegt bekamen.<br />
&bdquo;Ihr lasst sie frei und teilt das Kopfgeld unter ihnen auf!&ldquo; Maya spürte allzu deutlich, wie wenig die Verantwortlichen Willen zeigten, ihr Versprechen gegenüber den Kriminellen einzuhalten.<br />
&bdquo;Aber hast nicht du sie gefangen?&ldquo;, warf Victor ein. &bdquo;Wärst du nicht angerückt, hätten sich diese Typen uns niemals ergeben.&ldquo;<br />
&bdquo;Es ist so, wie ich es gesagt habe. Entweder ihr löst euer Versprechen ein, oder ich setze keinen Fuß mehr in dieses Land.&ldquo; Ihre Stimme wurde immer lauter. Sie deutete auf die Gefangenen. &bdquo;Einer von ihnen wird sich bei der deutschen Polizei melden. Bleibt diese Nachricht aus oder wird sie nicht nach einer gewissen Zeit wiederholt&#8230;&ldquo;<br />
&bdquo;Ich habe verstanden!&ldquo;, warf Victor ein. &bdquo;Beruhige dich bitte! Es passiert genauso, wie es von der Regierung versprochen worden ist. Das Geld wird aufgeteilt, die Gefangenen entlassen.&ldquo;<br />
Maya wandte sich den restlichen Gefangenen zu, die auf den nächsten Bus warteten. Sie hob ihren rechten Arm, dann ging sie zurück zu ihrer Mannschaft, die in einiger Entfernung vollgerüstet auf sie gewartet hatte.<br />
&bdquo;Kommt, Kinder!&ldquo;, rief sie schon von Weitem. &bdquo;Ab zum Flughafen und zurück nach Hause.&ldquo;<br />
Maya bat im Flugzeug Saori darum, ihr für einen Moment Platz zu machen. Die Japanerin war einverstanden, ging den Gang nach vorne, während die Teamleiterin sich setzte.<br />
&bdquo;Ich habe es wieder getan, Hugo!&ldquo; Sie sah zu dem Franzosen rüber, der schon geahnt hatte, worum es ihr ging. Maya hatte ihn im Hangar gemieden, auch wenn er den Hintergrund damals noch nicht gekannt hatte.<br />
&bdquo;Du meinst den Folterknecht?&ldquo;<br />
Maya sah ihn nachdenklich an, dann nickte sie ihm zu. &bdquo;Ich konnte nicht anders. Ich habe den Mann gesehen und wusste, dass er es verdient hat. Giselas Schreie! Ich hatte solch eine Wut&#8230;&ldquo;<br />
&bdquo;Hundert Männer haben sich heute wegen dir ergeben. Sie waren gut bewaffnet, das Gelände hätte ihre Flucht begünstigt, wahrscheinlich hätte man die Mehrzahl von ihnen erst nach Wochen oder Monaten gefasst, wenn überhaupt. Der Engel! Ich habe gehört, wie sie über ihn gesprochen haben. Und dass du auch noch dafür gesorgt hast, dass die Regierung ihr Versprechen einlöst&#8230;&ldquo; Er lächelte. &bdquo;Du bist in diesem Land zur Legende geworden.&ldquo;<br />
&bdquo;Warum machst du mir keine Vorwürfe?&ldquo;, fragte sie ihn direkt.<br />
&bdquo;Weil ich glaube, dass dieser Mann es verdient hat, so behandelt zu werden. Ich möchte nicht wissen, wie vielen Menschen er auf ähnliche Weise gemartert hat wie Gisela.&ldquo;<br />
&bdquo;Und wo sind da Mittelalter und Scharia?&ldquo;, fragte sie weiter.<br />
Der Franzose dachte lange über ihre Frage nach. &bdquo;Ich habe viel darüber nachgedacht und auch mit Saori darüber gesprochen. Du handelst direkt aus der unmittelbaren Situation heraus. Bei der Mercer waren es die Angriffe auf die Zivilisten in der Turnhalle, bei dem Coronel die Morde an den Frauen und Kindern und in dieser Woche die Folter von Gisela. Ich denke, du musst solche Menschen bestrafen, um solche Situationen durchleiden zu können. Dir fehlt das Vertrauen, dass solche Kreaturen wirklich bestraft werden. Und das Schicksal, das du ihnen aufbürdest&#8230;&ldquo;<br />
&bdquo;Vielleicht bin ich genauso grausam?&ldquo;<br />
&bdquo;Dann wären die hundert Häftlinge nicht in Freiheit entlassen worden. Du hättest sie genauso getötet wie die Männer der Generäle.&ldquo;<br />
Sie blickte nachdenklich zu ihm rüber, beugte sich schließlich über ihn und drückte ihn an sich. &bdquo;Danke!&ldquo;<br />
Hugo nickte ihr zu. &bdquo;Du bist eine Tigerin! Aber eine, die zwischen Gut und Böse zu unterscheiden weiß. Glaub fest daran!&ldquo;<br />
&bdquo;Ich habe Angst vor den Grauzonen, Hugo. So wie die, die du in Afrika erlebt hast. Menschen, die durch Not und Elend eskalieren und dabei Verbrechen begehen.&ldquo;<br />
&bdquo;Wir passen auf dich auf. Du auf uns. Das klappt ganz gut. Wir sind stolz darauf, dass wir dich nicht direkt in diese Hölle abgesetzt haben, wie es dieser Oliveira wollte.&ldquo;<br />
&bdquo;Stimmt. Jetzt passt nur noch auf, dass ich nie wieder Freunde auf solche Einsätze mitnehme. Außer euch, meine ich.&ldquo;<br />
Der Franzose lächelte. &bdquo;Das werden wir zu verhindern wissen, Chefin. Da hat Arnold richtig Scheiße gebaut.&ldquo;<br />
&bdquo;Seid ihr jetzt zusammen?&ldquo;, wollte Maya von dem Franzosen wissen.<br />
&bdquo;Du meinst Saori und ich?&ldquo;, zeigte sich Hugo erstaunt.<br />
Maya nickte.<br />
&bdquo;Nein. Wir haben beide Angst vor der Möglichkeit, dass einem von uns etwas passieren könnte.&ldquo;<br />
&bdquo;Und wenn es so wäre, würdet ihr leichter damit umgehen als in einer Beziehung?&ldquo;<br />
&bdquo;Wahrscheinlich nicht, du hast recht.&ldquo; Der Franzose blickte auf seine Hände hinunter. &bdquo;Ich bin nicht gut mit Frauen. Aber die Gute will nicht hören.&ldquo;<br />
Maya lächelte. &bdquo;Macht das Beste aus eurer Zeit. Wäre schade, wenn ihr irgendwann zurückblickt und bereut.&ldquo;<br />
Wieder zu Hause<br />
Sie war alleine vom Flughafen nach Hause gefahren. Melissa war in der Schweiz, Serkan bei Verwandten in der Türkei, Can und Jeane besuchten in London Bruder und Vater. Niemand da, der sie hätte abholen können. Vielleicht normalisierte sich auch hier etwas. Ihre Freunde und Familie begannen, ihren Job zu akzeptieren und davon auszugehen, dass sie zurückkehrte. Sie schaltete den Modus für autonomes Fahren ein, hörte Musik und schloss die Augen. Sofort tauchte das Gesicht Ilonas auf, das Resort und die völlig unter Schock stehende Brautgesellschaft.<br />
Der Verkehr war dicht und stockend. Die Fahrzeit wurde mit fast zwei Stunden berechnet. Heiner würde gerade von der Arbeit nach Hause kommen. Er holte Nele von ihrem Vater ab, widmete ihr Zeit und brachte sie gegen acht Uhr ins Bett.<br />
Hoffentlich war er nicht zu müde. Sie brauchte ihn. Ihr Freund war einer der wenigen Menschen, der sie gedanklich wieder auf einen positiven Weg bringen konnte. Ilona würde nächste Woche beerdigt werden. Ihr Vater hatte darauf bestanden, dass auch sie seiner Tochter die letzte Ehre erwies. Schließlich hatten sie gemeinsam Menschen gerettet.<br />
Hatte der Mann wirklich nicht begriffen, dass sie die Verantwortung für den Tod seiner Tochter trug? Sie hätte mit dieser Gefahr rechnen müssen. Diese Erkenntnis überkam sie immer wieder. Sie dachte an die Kinder in der Kantine des Mutterschiffes. Sie wären beim Überfall mit hoher Wahrscheinlichkeit getötet worden. Und anscheinend waren die Männer nicht allein wegen ihr gekommen. Zwei andere Ferienanlagen in der Gegend waren ebenfalls überfallen und ausgeraubt worden.<br />
Sie hatte in ihrem Gepäck den Bademantel, der ihr von der Besatzung genäht worden war. Er sollte sie daran erinnern, nie wieder Menschen unnötig in Gefahr zu bringen.<br />
Ach, Marlene. Was für ein Erlebnis. Es überschattete ihre ganze Vorfreude auf die Hochzeit. Erst einmal die Beerdigung und den zweiten Abschied hinter sich bringen, irgendwie. Sascha tauchte wieder in ihren Gedanken auf. Für ihn war die Situation wahrscheinlich ein Fest. Schließlich war er nie mit ihrem Beruf einverstanden gewesen und mit diesen Sondereinsätzen erst recht nicht. Auch wenn er zwischendurch immer mal wieder signalisiert hatte, dass er stolz auf sie sei. Würde er jetzt versuchen, bei den Freunden Öl ins Feuer zu gießen? Sie hielt es für möglich. Es würde seinem Wesen entsprechen, ihr die Schuld zu geben.<br />
Ihre Gedanken wanderten weiter zu ihren Eltern. Heiner wusste Bescheid, ihr Vater und ihre Mutter hatten keine Ahnung. Würde sie schweigen? Die Versuchung war groß. Aber es würde ihr auch viel von ihrer Selbstliebe nehmen. Nein! Sie würde auch hier reinen Tisch machen müssen. Auch wenn das Wegducken äußerst verführerisch war. Gerade wenn sie an ihren Vater dachte.<br />
Sie blies die Backen auf. Ruhe! Wie, wenn der Kopf sie nicht ließ? Ilona! Da war sie wieder. Ihr toter Körper im Bungalow. Ein neues Bild, das sie wohl nie wieder loslassen würde. Wie viele weitere kamen noch hinzu?<br />
&bdquo;Hey, Süßer!&ldquo; Maya trat in die Wohnung. Heiner kam in diesem Moment aus dem Kinderzimmer heraus, eilte auf sie zu und umarmte ihre Hüfte. Sie beugte sich vor, küsste ihn auf den Mund, dann ging sie vor ihm auf die Knie und stellte dabei ihr Gepäck auf den Boden.<br />
Gesten! In solch einem Moment viel wichtiger als Worte. Heiner küsste sie, ließ seine Zunge mit der ihren spielen, legte seine Hände auf ihre Wangen. Ein vorsichtiges Tasten nach seinem Schoß &ndash; er war bereit, wenn sie es wollte.<br />
&bdquo;Hast dich wieder aufgespart?&ldquo;, fragte sie ihn, begleitet von einem Lächeln.<br />
Er nickte. &bdquo;Ja, wir können gleich, wenn du möchtest. Ich habe aber auch Essen für dich gemacht.&ldquo;<br />
&bdquo;Was denn?&ldquo;, fragte sie neugierig.<br />
&bdquo;Einen Topf Nudeln mit Bolognese.&ldquo;<br />
Ihre Gesichtszüge wurden weich. &bdquo;Boah! Geil!&ldquo; Sie fühlte seine Hände an ihrer Bluse, spürte seine Finger, wie sie die Knöpfe aufdrückten, anschließend zog er die Lederriemen ihres Holsters über ihre Schultern.<br />
Es brauchte kein weiteres nachfragen mehr. Sie griff in den Saum seines Shirts, zog es ihm über den Kopf ab und öffnete seine Hose.<br />
Er tat es ihr gleich, befreite sie von ihrem Beinkleid, nachdem sie wieder zum Stehen gekommen war, zog ihr das Höschen aus und bat sie darum, sich am Sideboard abzustützen.<br />
Maya zögerte nicht, sah in den Spiegel und beobachtete ihn dabei, wie er in die Knie ging, ihre mächtigen Pobacken auseinanderzog und damit begann, ihre Scham zu liebkosen. Sex! Es war so einfach. In solch einem Moment war sie ganz im Hier und Jetzt.<br />
Sie spürte Heiners Finger und Zunge gleichermaßen. Ihr Süßer kannte sich aus, wusste genau, welche Stellschrauben er bei ihr zu drehen hatte. So zuckte sie zusammen, als der durch ihn vermittelte Reiz für sie übermächtig wurde. &bdquo;Steck ihn rein!&ldquo;, forderte sie, als die Intensität des Gefühls in ihr weiter zunahm.<br />
Heiner kam hinter ihr zum Stehen. &bdquo;Kannst du in die Knie gehen?&ldquo;<br />
Sie sah ihn über ihre Schulter hinweg an, ließ sich auf ihre Unterschenkel herunter und reckte ihm ihr Hinterteil entgegen. Wie sehr sie sich auf diesen Moment gefreut hatte!<br />
Kurzer Druck an ihrer Vulva, da glitt sein Glied schon in ihr Inneres. Sofort drang der Lustschmerz in ihren Kopf, dieses elektrisierende Reiben in ihrer Scheide, anschließend die harten Stöße seines Beckens gegen ihre Backen. Ihr Geschlecht verengte sich um sein Glied, ließ es wieder locker, dann zog es sich erneut zusammen. Maya verlor sich in diesem Lustgefühl, keuchte auf und wimmerte, als sich ihr ganzer Körper unter dem finalen Reiz zusammenzog.<br />
Heiner legte eine Pause ein, verlangsamte, suchte auch für sich den Höhepunkt. Noch einmal klatschte sein Becken hart gegen ihre Rundungen, sein Stöhnen und Hecheln wurde immer lauter, dann ergoss er sich in ihr. Ein paar Mal bewegte er sein Glied noch langsam vor und zurück und entzog sich ihr schließlich ganz.<br />
Sie brauchten beide ein paar Minuten, um sich aus diesem Moment der Zweisamkeit zu lösen. Maya wandte sich um, drückte ihren Freund gegen ihren Körper und schloss ihn mit ihren massiven Armen ein. Seine Wärme, sein Geruch, das Gefühl von Geborgenheit &ndash; das war das Elixier, welches sie über alles Erlebte hinwegzutrösten vermochte.<br />
&bdquo;Ein Glück, dass Nelchen einen tiefen Schlaf hat&ldquo;, stellte Heiner fest. &bdquo;Komm, Maus! Zieh dir &lsquo;nen Sporti über, ich mach dir das Essen warm.&ldquo;<br />
Maya freute sich, ließ ihn frei, küsste ihn noch einmal auf den Mund und eilte ins Schlafzimmer. Ein Blick in den Spiegel des Kleiderschranks &ndash; die Anspannung war aus ihrem Gesicht gewichen. Zu Hause! So viel mehr als ein bloßer Ort für sie.<br />
Ein paar Minuten später trat sie in die Küche, umarmte ihren Freund von hinten und blickte über seinen Kopf hinweg auf den dampfenden Topf mit den Nudeln. &bdquo;Was gibt es Neues?&ldquo;<br />
Heiner sah in einem kleineren Topf nach der Sauce. &bdquo;Nelchen hat im Kindergarten einen Freund, mit dem sie vor zwei Tagen Küssen geübt hat. Sie haben Eltern gespielt.&ldquo;<br />
Maya lachte. &bdquo;Was? Ernst jetzt? Kenne ich den Jungen?&ldquo;<br />
&bdquo;Kann sein. Benjamin heißt er. Ein bisschen kleiner als sie, drahtig, schwarze lange Haare. Sein Vater ist Staatssekretär, wie ich gehört habe, von daher sicher eine gute Partie.&ldquo;<br />
&bdquo;Haben sie im Kindergarten geschimpft?&ldquo;, wollte Maya wissen, während sie sich von ihrem Freund löste und auf einen der Küchenstühle setzte. Der Tisch war von Heiner bereits eingedeckt worden, wie sie feststellte.<br />
&bdquo;Na ja. Sie haben schon gemeint, dass es ein wenig früh wäre. Aber nicht deswegen geschimpft oder so. Alles gut. Die beiden verstehen sich ja wirklich und spielen viel miteinander. Nele darf auch mal bei ihnen schlafen, wenn wir es erlauben.&ldquo;<br />
&bdquo;Hört sich doch zuckersüß an. Lernen wir die beiden mal kennen. Werden etwas älter sein, oder?&ldquo;<br />
&bdquo;Um die vierzig? Also, würde ich jetzt schätzen.&ldquo; Heiner gab den Inhalt des Soßentopfes in den großen für die Nudeln. So würde Maya nicht ständig nachnehmen müssen.<br />
&bdquo;Ich gehe jetzt mit Manuele ins Fitnessstudio. Ist nicht weit vom Geschäft weg. Nadja unterstützt mich da. Ich kann dann an diesen Tagen früher gehen. Das hat sie den anderen Angestellten auch angeboten. So bleiben sie gesünder und die Fehlzeiten reduzieren sich. Müssen halt nur planen, damit sich da nichts überschneidet.&ldquo;<br />
&bdquo;Dann bist du gut bei meiner Ma angekommen?&ldquo;<br />
Heiner nickte. &bdquo;Die haben alle einen Heidenrespekt vor mir. Dabei gebe ich mir nur Mühe und halte den Laden und das Lager in Ordnung. Der Filialleiter meinte, bei ihnen hätte es noch nie so gut ausgesehen.&ldquo; Er wuchtete den Topf auf den Küchentisch. &bdquo;Ich hoffe, das reicht.&ldquo;<br />
Maya lächelte. &bdquo;Ich bin stolz auf dich. Du wirst deinen Weg gehen, da bin ich mir sicher und meine Alten auch.&ldquo; Ihre Gedanken wechselten zum Fitnessstudio. &bdquo;Aber nicht den Mädels hinterhergucken, okay?&ldquo;<br />
Heiner grinste. &bdquo;Na, manchmal passiert das von allein. Aber denk dir da bitte nichts. Ich liebe dich, da kannst du dir so was von sicher sein.&ldquo;<br />
Sie lächelte. &bdquo;Vielleicht komme ich mal mit, um mein Revier abzustecken?&ldquo;<br />
Heiner freute sich. &bdquo;Gerne! Kennst dich da viel besser aus als ich. Der Trainer hat uns am ersten Tag was gezeigt, uns einen Trainingsplan gegeben, das war es dann aber auch schon.&ldquo;<br />
Maya begann die Nudeln mit Soße in sich hineinzuschaufeln. Sie schmeckten super, zumal sie großen Hunger hatte.<br />
Heiner setzte sich zu ihr. &bdquo;Patricia hat Torben zum Essen eingeladen. Sie möchte da etwas wiedergutmachen, hat sie gemeint.&ldquo;<br />
&bdquo;Ist das eine gute Idee?&ldquo;, fragte Maya erstaunt.<br />
&bdquo;Hab ich mich auch gefragt.&ldquo; Heiner legte für sie ein paar Servietten zurecht. &bdquo;Aber sie meint, dass sie sonst keine Ruhe finden würde, ehe er ihr nicht verziehen hätte.&ldquo;<br />
Maya runzelte die Stirn. &bdquo;Okay&#8230;, find ich spooky. Aber was soll&rsquo;s, nicht mehr dein Bier, oder?&ldquo;<br />
&bdquo;Na, als sein Freund schon irgendwo. Von daher versuche ich, mit ihm so viel Kontakt wie möglich zu halten. Er will vielleicht dann auch mit ins Training gehen, wenn wir am Ball bleiben.&ldquo;<br />
&bdquo;Hast du etwas von Can und Jeane gehört?&ldquo;<br />
&bdquo;Sie sind gut angekommen und unternehmen viel zusammen. Das letzte Mal in Freiheit sozusagen. Tim will jetzt auch nach Deutschland ziehen. Er hat die Hoffnung, dass er hier eine Frau findet. In London war er den Frauen, die ihm gefielen, nicht gut genug.&ldquo;<br />
&bdquo;Oh je. Das tut mir leid. Find ich cool, dass er Jeane nachfolgt. Tut ihr bestimmt gut.&ldquo;<br />
&bdquo;Er meint, er muss Can den Rücken stärken, wenn seine Schwester wieder durchdreht. Muss jetzt wohl öfter der Fall sein. Die Hormone scheinen bei ihr sehr aktiv zu sein.&ldquo;<br />
Maya unterbrach ihr Essen, blickte zu ihm rüber und gab sich nachdenklich. &bdquo;Hoffentlich geht das auf Dauer gut.&ldquo;<br />
Heiner gab ihr recht. &bdquo;Er versucht alles. Vielleicht zu viel? Manfred meint, Can zeige ihr zu wenig die Grenzen.&ldquo;<br />
&bdquo;Kann gut sein. Manchmal wünscht sich Frau auch eine gewisse Autorität. Vielleicht muss ich da wirklich mit ihm sprechen.&ldquo;<br />
Heiner dachte über ihre Worte nach. &bdquo;Und bei uns?&ldquo;<br />
Maya griff sofort nach seiner Linken. &bdquo;Na, oft schimpfst du ja schon mit mir.&ldquo; Sie lächelte, hob seine Hand an ihren Mund und gab ihr einen Kuss. &bdquo;Ich könnte so in dich hineinbeißen.&ldquo;<br />
&bdquo;Franz und Helga wollen im Herbst nach Norwegen. Sie haben gefragt, ob wir mitfahren wollen.&ldquo;<br />
&bdquo;Echt?&ldquo; Die Riesin versuchte, sich das vorzustellen und freute sich. &bdquo;Mein Gott, wäre das geil. Klar! Habt ihr da schon eine genauere Zeit für mich? Muss ich den Luchs fragen. Normalerweise kann ich nur dann, wenn die Polizeischule Ferien macht.&ldquo;<br />
&bdquo;Meinst du, der sagt nein?&ldquo;<br />
Sie verneinte. &bdquo;Ganz ehrlich? So oft, wie die mich in letzter Zeit in die Scheiße geritten haben, sollen die Rücksicht nehmen. Ich hoffe, ich bekomme die nächste Woche frei. Wäre nach Brasilien angebracht. Schon allein wegen Marlene. Ich werde auch noch Ilonas Vater besuchen müssen, um ihm mein Beileid auszusprechen.&ldquo;<br />
Heiner sah mitleidig zu ihr auf. &bdquo;Scheiße. Das wird hart, oder?&ldquo;<br />
&bdquo;Keine Ahnung. Er ist stolz auf seine Tochter, dass sie anderen im Angesicht der Gefahr geholfen hat. Aber sie war nun mal sein einziges Kind.&ldquo;<br />
&bdquo;Manfred hat gemeint, wenn du möchtest, kannst du mit ihm die Tage nach Schwerte fahren, um dich auf andere Gedanken zu bringen.&ldquo;<br />
Maya nickte. &bdquo;Wenn ich frei bekomme, gerne. Bisher hat sich niemand bei mir gemeldet. Keine Ahnung, ob die mich nur in Ruhe lassen möchten. Arnold ist richtig still geworden nach dieser Scheiß-Aktion.&ldquo;<br />
&bdquo;Tut mir leid. Schlimm, was du da aushalten musst.&ldquo;<br />
&bdquo;Es tut mir leid, was du und die Kleine mitmachen. Aber es geht wirklich nicht anders. Es waren eine Menge Menschen.&ldquo;<br />
&bdquo;Ich habe es doch gesehen, Schatz. Die Nachrichten waren voll von Brasilien. Viele Zivilisten sind gestorben. Das muss schrecklich gewesen sein.&ldquo;<br />
&bdquo;Einigen habe ich helfen können.&ldquo;<br />
&bdquo;Einigen? Es war von den Engeln die Rede. Ohne sie hätten die Behörden die Lage erst nach Wochen in den Griff bekommen können, meinte der Sprecher. So war aber nach wenigen Tagen schon der Spuk zum großen Teil vorbei.&ldquo; Er schüttelte den Kopf. &bdquo;Ein Mensch möchte freikommen und lässt dazu 5000 Verbrecher laufen.&ldquo;<br />
&bdquo;Kurioserweise waren es Sträflinge, die sie ausgeliefert haben. Karma! Es scheint wirklich eins zu geben.&ldquo;<br />
&bdquo;Du meinst, sie haben sich dir ergeben, oder?&ldquo;<br />
Maya nickte. &bdquo;Aber sie haben guten Willen gezeigt. Vielleicht haben die mit dem Geld wirklich eine Chance, ein neues Leben anzufangen. Viele von ihnen werden wenig Möglichkeiten gehabt haben.&ldquo;<br />
&bdquo;Wollen wir es hoffen. Aber wenn ich da an die Nordstadt denke &ndash; keine Ahnung, ob es da viele schaffen würden.&ldquo;<br />
&bdquo;Vielleicht unterschätzt man das? Wo ein Wille, da ein Weg, oder nicht? Schau dich an. Und du hast keinen Haufen Kohle bekommen.&ldquo; Sie hielt sich die Hand vor den Mund und stieß laut auf. &bdquo;Schulz!&ldquo;<br />
Sie räumten gemeinsam die Küche auf und gingen ins Wohnzimmer. Den Fernseher eingeschaltet, hockten sie sich gemütlich auf die Couch, kuschelten aneinander und waren dankbar dafür, so zur Ruhe kommen zu dürfen.<br />
Heiner las Nachrichten auf seinem Handy, während Maya einfach die Augen geschlossen hielt und ihren Kopf auf seinen Oberkörper gebettet hatte.<br />
&bdquo;Falk fragt, ob wir morgen kommen&ldquo;, hörte sie seine Stimme.<br />
&bdquo;Ja, na klar. Hab ich es hinter mir.&ldquo; Maya seufzte. In ihrer Vorstellung hatte der Vater sämtliche Infos über Brasilien zusammengetragen und würde sie morgen sofort ausfragen und anschließend zur Rechenschaft ziehen. Als ob sie das nicht selbst täte. Ilona und der Schwerverbrecher, den sie verstümmelt hatte. Wie viele Kriminelle hatte sie getötet? Sie hatte nicht mitgezählt. Aber es waren sehr viele. Und jetzt? Lag sie mit ihrem Freund zusammen auf der Couch wie Millionen andere Frauen auch. Tigerin! War Heiner dann ihr Dompteur? Sie seufzte.<br />
Bei den Eltern<br />
&bdquo;Was ist los?&ldquo;, fragte Maya ihren Vater, nachdem die Familie zu Ende gefrühstückt hatte. &bdquo;Kommen heute keine Vorwürfe oder irgendwelche Verhöre?&ldquo;<br />
Die Mutter reagierte gereizt, noch bevor der Vater selbst etwas entgegnen konnte. &bdquo;Warum fängst du jetzt an? Sei doch bitte froh, dass es anders ist.&ldquo;<br />
&bdquo;Weil ich es dieses Mal vielleicht verdient hätte?&ldquo; Maya blickte ihre Eltern abwechselnd an. &bdquo;Ich habe nicht verhindert, dass Marlene und die Mädels mitgekarrt wurden.&ldquo;<br />
&bdquo;Und du wusstest vorher, in welche Gefahr sie sich begeben würden?&ldquo;, fragte der Vater.<br />
Maya hob die Schultern. &bdquo;Nach allem, was ich bisher erleben musste? Ja, definitiv!&ldquo;<br />
Falk sah seine Tochter nachdenklich an. &bdquo;Und dass du dir in diesem Moment gewünscht hast, Teil des Abschieds zu bleiben und nur ein paar Stunden zu arbeiten, hat dabei keine Rolle gespielt? Oder für deine Freundinnen, mal eben nach Rio zu fliegen? Es ist menschlich, Fehler zu machen. Und ich bin mir sicher, dass meine Tochter das nächste Mal aufpassen wird und keine Risiken eingeht, was so etwas betrifft.&ldquo;<br />
&bdquo;Verarschst du mich jetzt?&ldquo;, fragte Maya verständnislos. &bdquo;Ist dir nicht klar, was da drüben abging? Ich habe um die hundert Menschen getötet, wahrscheinlich waren es sogar mehr. Auf einmal bist du fein damit?&ldquo;<br />
Der Vater zeigte sich unsicher. &bdquo;Ich habe im Internet die Menschen gesehen, die dem Engel begegnet sind. Frauen, Männer und Kinder, die dank ihm noch leben. Verbrecher, die sich ihm ergeben haben und nur Gutes von ihm berichten. Eine junge Frau, die gefoltert wurde, anschließend vergewaltigt werden sollte und umgebracht. Der Engel kam und hat sie beschützt, und deshalb geht sie jetzt zur Polizei, weil sie verhindern möchte, dass andere Menschen das erleben, was sie selbst hat erleben müssen.&ldquo;<br />
&bdquo;Und dass ihr das alles gar nicht passiert wäre, wenn ich nicht Jagd auf Verbrecher gemacht hätte, spielt dabei keine Rolle?&ldquo;<br />
&bdquo;Nein! Das verstehe ich jetzt. Hier bist du meine Tochter, dort eine Macht, die für das Gute einsteht. Die Touristen im Resort haben von der Riesin gesprochen, die sie verteidigt hat und wegen ihrer toten Freundin weinte. Ich wollte dich immer beschützen, Tochter, aber ich war dabei sehr egoistisch. Denn im Grunde weiß ich, dass es deine Aufgabe ist, genau das bei anderen zu tun. Du wurdest dazu geboren und bist einer der wenigen Menschen auf dieser Welt, die eine Bestimmung haben.&ldquo;<br />
Maya sah ihn entgeistert an. Nie hätte sie bei ihm mit solch einer Einsicht gerechnet. Was sie in diesem Moment aber am meisten verwirrte, war der Widerstand in sich, den sie spürte. Es schien ihr so, als ob mit Hugo und ihrem Vater zwei wichtige Gegenpole am Schwinden waren. &bdquo;Dann soll ich weiter töten?&ldquo;, fragte sie ihn ganz unverblümt.<br />
&bdquo;Wenn das bedeutet, dass du damit für das Gute eintrittst&#8230;&ldquo; Er nickte zögerlich. &bdquo;Ja. Es bringt doch nichts, dir weiterhin Vorhaltungen zu machen, nur weil ich mir für dich ein anderes Leben wünsche.&ldquo;<br />
&bdquo;Und wenn ich das irgendwann möchte?&ldquo;, fragte sie gereizt zurück.<br />
Ihr Vater schob seine offene Hand über den Tisch und freute sich, dass seine Tochter auf diese Geste reagierte. &bdquo;Dann werde ich dich dabei unterstützen, dass du es bekommst. Du hättest es dir doch schon jetzt verdient.&ldquo;<br />
Sie drückte vorsichtig seine Hand, lehnte sich zurück und hörte Heiner mit seiner Schwester sprechen. Er zeigte ihr ein Buch über die Tier- und Pflanzenwelt in Deutschland.<br />
&bdquo;Es fühlt sich so an, als ob ich aus zwei Menschen bestehen würde. Das ist so verwirrend, Papa. Ich kann Verbrecher aus dem Leben reißen, als ob ich einen Rasenmäher über den Rasen schieben würde, um Grashalme zu schneiden. Es fühlt sich so richtig an in diesem Moment. Vielleicht ist es das sogar, aber darf es so einfach sein? Und warum stört es mich jetzt, dass du so denkst? Warum bin ich nicht erleichtert? Bin ich gestört? Verrückt? Ich müsste doch glücklich sein, dass du deine Meinung geändert hast. Und &bdquo;Engel&ldquo;? Welcher Engel würde Menschen zerfetzen? Ich bin im Einsatz ein Raubtier, Papa. Sehe ich einen Menschen, der schwere Verbrechen begeht, töte ich ihn. Ich versuche nicht einmal, ihn am Leben zu lassen. Ein Engel! Dieser Vergleich klingt für mich wie Hohn.&ldquo;<br />
&bdquo;Du wirst gefürchtet und gleichzeitig verehrt. Nicht nur von den Menschen, die du gerettet hast, sondern von einem ganzen Land. Genauso wie deine Kollegen, die alles geben, um diese Welt ein wenig besser zu machen. Bitte, Schatz! Du wirst diesen Weg weitergehen, schon allein, weil du dich in der Verantwortung siehst. Daher wünsche ich mir als dein Vater nur, dass du auf ihm immer wieder Glück für dich selbst finden kannst. Dafür muss man unbedingt sorgen, sonst gehst du uns kaputt.&ldquo;<br />
&bdquo;Und dass ich Menschen getötet habe, stört dich auf einmal wirklich nicht mehr?&ldquo;, fragte sie ungläubig.<br />
&bdquo;Doch!&ldquo; Falk sah sie bestürzt an. &bdquo;Aber ich verstehe auch, dass du in solch einem Moment so handelst, wie du es für richtig hältst, und dass dadurch viele andere Menschen gerettet werden.&ldquo;<br />
&bdquo;Hört jetzt auf! Mag nicht, dass unser Tag blöd wird. Türmchen ist wieder da, genießen wir es, solange sie Zeit für uns hat.&ldquo; Nadja sprach ein Machtwort. &bdquo;Lasst Heiner und das Zuckertier nicht allein! Ich räume auf, dann können wir gleich ein wenig spazieren gehen.&ldquo;<br />
&bdquo;Bring bitte Frau Oetting noch die Einkäufe runter, Maya. Ich ziehe inzwischen die Kleine um!&ldquo;<br />
&bdquo;Soll ich mitkommen?&ldquo;, fragte Heiner.<br />
&bdquo;Nee. Mach schon.&ldquo; Maya nahm die vier Einkaufstüten, die die Eltern beim Lieferdienst mitbestellt hatten, und trat ins Treppenhaus hinaus. Von ganz oben hörte sie Stimmen und R&rsquo;nB-Musik, durchbrochen von heiterem Gelächter. Dort wohnte ein älteres Paar Anfang fünfzig, das anscheinend nicht wirklich verstanden hatte, wie alt es eigentlich war. Sie hatten keine Kinder, reisten viel und kümmerten sich um die Nichten und Neffen ihrer Geschwister.<br />
Bei Frau Oetting war es im Moment ruhig. Auch sie bekam immer wieder Besuch von Sohn und Schwiegertochter, aber da die weiter weg wohnten, war das nur alle zwei Monate der Fall.<br />
Maya klingelte. Sie kannte die Frau schon ihr ganzes Leben. Manchmal hatte Frau Oetting sie eingeladen, mit ihr zu häkeln oder Plätzchen zu backen. Erinnerungen, die sie nicht missen wollte.<br />
&bdquo;Jaaahaaaa!&ldquo;, tönte es mit schriller Stimme. Die etwas über 76 Jahre alte Frau öffnete die Tür und strahlte über das ganze Gesicht. &bdquo;Meine liebe Kleine! Wie schön es ist, dich zu sehen. Komm doch bitte rein! Und pass auf dein Köpfchen auf! Stoß dich nicht! So ein großer Mensch wie du &ndash; meine ganze Familie kennt meine Geschichten über dich.&ldquo; Sie lachte und deutete anschließend auf die Tüten. &bdquo;Stellst du sie mir bitte in die Küche? Das wäre sehr freundlich.&ldquo;<br />
&bdquo;Gerne, Frau Oetting.&ldquo; Maya bückte sich unter den Türsturz durch, durchlief den langen Flur und trug die Tüten in die Küche.<br />
Sie sah sich neugierig um, doch hatte sich nicht viel verändert, seitdem sie das letzte Mal hier war. Genau genommen seit ihrer Kindheit nicht. Nur ein Staubsaugerroboter surrte jetzt jeden Tag durch die Wohnung. Die Enkel hatten zum Geburtstag zusammengelegt und ihn der Großmutter gekauft.<br />
&bdquo;Du warst in Brasilien, hat mir die Mutter erzählt. Oh Schatz, das muss ja wirklich schön gewesen sein. Mein Dietmar war auch einmal dort. Er hat Pumpen in einem Wasserkraftwerk installiert. Ich kann dir gerne einmal die Bilder zeigen, wenn du möchtest.&ldquo;<br />
&bdquo;Das nächste Mal sehr gerne, Frau Oetting. Aber ich werde gleich wieder von der Familie abgeholt. Wir möchten einen Spaziergang machen. Sie können gerne mitkommen, wenn Sie möchten.&ldquo;<br />
Die alte Frau winkte ab. &bdquo;Ich würde euch nur aufhalten, Liebes. Meine Beine wollen nicht mehr so gerne. Aber ich wünsche euch viel Spaß! Herz mir die kleine Nele, ja? So ein liebes Mädchen. Was bin ich stolz, dass du deinem Partner bei der Sorge hilfst.&ldquo;<br />
&bdquo;Danke, Frau Oetting. Aber das ist wirklich nichts. Ich hab die Kleine ja lieb.&ldquo;<br />
&bdquo;So, wie dich deine Mutter. Ich kenne noch deine Geburtsmutti, wie du weißt, aber hätte ich dieses Wissen nicht &ndash; nie hätte ich daran gezweifelt, dass Nadja dich zur Welt gebracht hätte. Ein Segen, solche Menschen zu kennen, gerade in meinem Alter.&ldquo;<br />
Die kleine hutzelige Frau küsste die Hand der Nachbarstochter und lächelte zu ihr auf. &bdquo;Habt viel Spaß und grüß bitte alle ganz lieb von mir. Vielleicht backe ich morgen einen Kuchen, dann könnt ihr euch gerne davon holen.&ldquo; Die Alte lächelte, während Maya sich vorsichtig über sie beugte und sie umarmte. &bdquo;Ich werde dann wieder bei uns in der Wohnung sein, aber meine Eltern werden sich sicher darüber freuen.&ldquo;<br />
&bdquo;Bei Irmgard alles gut?&ldquo;, fragte Nadja interessiert, als Maya aus der Tür trat.<br />
&bdquo;Ja, alles wie immer. Sie backt morgen Kuchen, dann könnt ihr schlemmen.&ldquo;<br />
&bdquo;Wir müssen wieder Sport machen, unbedingt&ldquo;, stellte Falk fest. &bdquo;In letzter Zeit lassen wir es wirklich oft krachen.&ldquo;<br />
Nadja zog die Stirn kraus und sah zu ihrem Mann rüber. &bdquo;Sprich nur für dich, bitte! Über mangelnde Bewegung kann ich mich wirklich nicht beschweren, wie dir Heiner versichern kann.&ldquo;<br />
Der junge Mann lächelte. &bdquo;Das stimmt. Gestern hatte ich 16.000 Schritte. Da bräuchte ich gar nicht mehr ins Fitnessstudio, zumindest nicht zum Abnehmen.&ldquo;<br />
&bdquo;Ich gehe das nächste Mal mit und sehe mir das bei dir und Manu mal an. Keine Angst, Süßer, oft kann ich das sicher nicht. Aber wenn ich da bin, würde ich es schon nice finden, wenn ich mitkommen darf. Wäre schade um die Zeit.&ldquo;<br />
Heiner schien kein Problem damit zu haben. &bdquo;Manuele wird es feiern. Deyna hat auch schon Interesse gezeigt. Auch, wenn wir dann so was von gegen euch abstinken werden.&ldquo;<br />
&bdquo;Du stehst da drüber, wie ich weiß. Ich freue mich drauf. Dann kommst du mal aus einem anderen Grund zum Schwitzen.&ldquo; Sie lachte, während ihre Eltern verlegen dreinblickten.<br />
&bdquo;Hast du schon was gehört wegen nächster Woche?&ldquo;, wollte Falk von seiner Tochter wissen.<br />
Maya verneinte. &bdquo;Ich schreibe dem Luchs nachher. Ich möchte unbedingt zu Marlene. Sie meint, dass alles in Ordnung ist, aber wie könnte es das?&ldquo;<br />
&bdquo;Niemand macht dich für irgendetwas verantwortlich&ldquo;, stellte Nadja fest. &bdquo;Manfred hat mit ihr gesprochen und sie ist einfach nur froh, dass es nicht noch schlimmer gekommen ist. Du hast gewarnt, sie haben dich nicht ernst genommen. Von daher macht sie sich Vorwürfe, und vor allem Heidi geht es deshalb schlecht. Sie glaubt, die Schuld an Ilonas Tod zu tragen. Sie hat das alles für einen Witz gehalten.&ldquo;<br />
&bdquo;Habt ihr telefoniert?&ldquo;, wollte Maya wissen.<br />
&bdquo;Ja, regelmäßig. Es machen sich doch alle Sorgen, wenn du wieder unterwegs bist. Can läuft den Teppich kaputt, meint Jeane.&ldquo;<br />
Sie gingen die Straße runter, freuten sich über den Sonnenschein und hielten an einer veganen Eisdiele. Maya wollte die Familie einladen, nahm Nele auf den Arm und trat in den kleinen Verkaufsraum. Man kannte sie, grüßte und fragte nach ihren Wünschen.<br />
Sie bestellte für sich zwölf Kugeln, für ihre Eltern jeweils zwei, für Heiner drei und für Nelchen eine Kugel, aber dafür mit einem süßen Topping.<br />
&bdquo;Dürfen wir ein Foto mit dir machen, Maya? Für unsere Wand?&ldquo;<br />
Die Riesin war einverstanden. Die beiden jungen Frauen schienen tüchtig zu sein, und gerne wollte sie auf diese Weise unterstützen. So holte eine der beiden ihr Handy aus einem Hinterzimmer, bat Falk darum, das Bild zu machen, und nahm mit ihrer Partnerin Maya in ihre Mitte.<br />
&bdquo;Gehen wir Richtung Stadion?&ldquo;, wollte Nadja wissen. &bdquo;Können wir von dort aus weiter in den Wald.&ldquo; Sie hakte sich bei Falk ein, während Maya nur nickte, ihr Eis aß und auf Nele hinunterblickte. &bdquo;Sau dich nicht ein, Süße!&ldquo;<br />
Heiner sah zu seiner Freundin auf, blickte kritisch auf die große Schale mit dem Eis und dem Esslöffel in ihrer Rechten und bat sie darum, ebenfalls aufzupassen.<br />
&bdquo;Ey!&ldquo;, lachte die Große und zwinkerte ihm zu. Aber er hatte Recht &#8211; sie war ebenfalls eine Kandidatin dafür.<br />
Maya bekam eine Nachricht von Marco. Die Jahrgangsabschlussfeier wurde wegen einer Krebserkrankung einer Mitschülerin verschoben. Die wollte unbedingt dabei sein, hatte aber zum jetzigen Termin Chemo. Die Ärzte meinten, sie hätte gute Prognosen, würde aber zu schwach sein, um die Feier genießen zu können. Maya kannte das Mädchen nicht besonders gut. Ihr Freundeskreis war nicht der ihrige gewesen.<br />
&bdquo;Treffen?&ldquo;, kam schließlich noch die Frage.<br />
Maya lächelte. Sie hatte an die Schulfreunde gar nicht mehr gedacht. Es war einfach zu viel los gewesen. Sie schrieb ihm, dass sie nächste Woche vielleicht Zeit hätte, sich das aber erst im Laufe des Tages herausstellen würde. Ein Daumen-hoch-Emoji kam als Antwort.<br />
Marlene schrieb ihr. Sie schlief schlecht, hatte Ilonas Vater bisher zweimal besucht und fragte nach, ob sie morgen mitkommen wollte. Er würde sie gerne kennenlernen.<br />
Maya blieb stehen und schloss die Augen, während Übelkeit in ihr hochstieg.<br />
&bdquo;Was ist los, Türmchen?&ldquo;, fragte der Vater besorgt. Nadja, Heiner und Nele blieben ebenfalls stehen. Die Kleine kam sofort an Mayas Seite und griff nach ihrer Hand.<br />
&bdquo;Marlene fragt, ob ich morgen mit zu Ilonas Vater gehen möchte. Er würde mich gerne kennenlernen.&ldquo;<br />
Heiner legte seine rechte Hand auf die Schulter seiner Freundin. &bdquo;Geh ich mit. Gar kein Problem. Hilf dem Mann! Marlene hat doch geschrieben, dass in deiner Richtung alles okay ist.&ldquo;<br />
&bdquo;Aber nicht für mich!&ldquo; Maya schüttelte den Kopf. &bdquo;Ich hätte sie zu Hause lassen sollen.&ldquo;<br />
&bdquo;Und wie groß wäre die Enttäuschung der Frauen gewesen, nachdem dieser Arnold Marlene das Angebot gemacht hat? Du hast keine Wahl gehabt. Die hätten das niemals akzeptiert und ihr alle konntet die Gefahr nicht ermessen&ldquo;, erklärte die Mutter noch einmal.<br />
Die Riesin nickte. Nadja hatte irgendwo recht. Sie hatten sich alle auf die Tage gefreut und für die Freundinnen war Brasilien das Topping gewesen. Sie konnte sich noch an den Jubel auf dem Schiff erinnern. Aber auch, wenn sie dieses Argument immer wieder zu hören bekam, hielt seine Wirkung nicht lange an. Das Gefühl von Schuld stellte sich zuverlässig wieder ein.<br />
&bdquo;Danke euch. Ich bringe es einfach hinter mich. Vielleicht erfahre ich ja noch etwas von Ilona? Dann behalte ich sie in guter Erinnerung. Sie war wirklich tapfer.&ldquo;<br />
Sie schlenderten am Stadion vorbei und nahmen den Weg in Richtung Bolmke. So hieß das Forstgebiet, das sich südlich an das große Sportgelände anschloss.<br />
Maya fand nicht mehr in eine entspannte Stimmung zurück. Sehr zur Sorge Heiners und ihrer Eltern. Die Last des letzten Einsatzes war hoch. Auch wenn man nicht so denken sollte &ndash; das Leben eines Menschen, den man kannte, wog schwerer als das von Unbekannten.<br />
Besuch bei Ilonas Vater<br />
Maya und Heiner holten am nächsten Tag Marlene von Thomas Wohnung ab. Der Freund war auf einer kurzen Tournee und spielte für Kinder in Schulen und kleineren Stadt- und Konzerthallen.<br />
&bdquo;Hey!&ldquo; Marlene trat aus der Haustür, umarmte die beiden und atmete tief durch. &bdquo;Langsam wird es bei mir besser. Wie geht es dir?&ldquo;, fragte sie Maya.<br />
&bdquo;Geht so. Ich denke viel darüber nach.&ldquo;<br />
&bdquo;Wir alle, Süße! Wird dauern, bis wir das verarbeitet haben.&ldquo;<br />
Sie stiegen in Mayas Auto, das direkt vor dem Haus am Straßenrand parkte. &bdquo;Wie geht es Heidi?&ldquo;, fragte Maya unterdessen.<br />
&bdquo;Schlecht. Sie will nicht zur Beerdigung kommen. Dabei wäre das eine Chance für sie.&ldquo; Sie dankte Heiner, der für sie die Beifahrertür geöffnet hatte.<br />
&bdquo;Ich kann sie verstehen. Würde mich auch am liebsten wegducken.&ldquo;<br />
Marlene nickte. &bdquo;Die Beerdigung wird schön werden. Die Brasilianer haben Walter eine hohe Entschädigung gezahlt und uns auch. Als ob man sich damit das schlechte Gewissen wegkaufen könnte.&ldquo;<br />
&bdquo;Haben sie bei mir auch schon versucht. Immer wieder aufs Neue&ldquo;, erzählte Maya.<br />
&bdquo;Ist es unangebracht zu fragen?&ldquo; Marlene sah gespannt zu Maya rüber, die in diesem Moment den Wagen anfahren ließ.<br />
&bdquo;Ich habe noch nicht nachgesehen. Für mich ist wichtiger, dass ich die nächste Woche frei bekommen habe. Luchs hat sich dieses Mal damit schwer getan. Das fand ich Scheiße. Er meint, ich würde viel verpassen. Mir egal, er hat es eingesehen.&ldquo;<br />
&bdquo;Kannst du mir die Nummer deiner Psychologin geben?&ldquo;, fragte Marlene. &bdquo;Vielleicht könnte sie Heidi helfen.&ldquo;<br />
Maya verneinte. &bdquo;Sorry, aber sie ist nur für die Polizei zuständig. Aber ich kann Günter fragen, der hilft dir sicher gerne.&ldquo;<br />
Die Freundin war einverstanden. &bdquo;Super!&ldquo;<br />
&bdquo;Wie ist ihr Vater drauf?&ldquo;, wollte Heiner wissen.<br />
&bdquo;Gefasst. Ruhig. Zumindest dann, wenn ich bei ihm bin.&ldquo;<br />
&bdquo;Willst du den Kontakt zu ihm halten?&ldquo; Maya wandte sich kurz der Freundin zu.<br />
&bdquo;Ja, schon. Fühl mich da in der Pflicht. Er ist auch eine gute Haut und hat Ilona in allem unterstützt. Er hat nie viel verdient und sich mit zwei Jobs herumgeschlagen, um sie in allem zu pushen. Vielleicht komme ich dann auch besser mit meinem schlechten Gewissen klar.&ldquo; Sie schwieg für einen Moment. &bdquo;Egoistisch, ich weiß.&ldquo;<br />
&bdquo;Scheiße! Der Arme!&ldquo;, meinte Heiner, der hinter Marlene Platz genommen hatte. &bdquo;Finde es aber gut, wenn du da helfen willst. Motive hin oder her. Da sucht man für sich den besten Weg &#8211; ist normal, denke ich.&ldquo;<br />
Marlene drehte sich zu ihm um. &bdquo;Du hättest auf Maya gehört, genauso wie sie. Da zweifle ich keine Sekunde dran.&ldquo; Sie richtete wieder ihren Blick nach vorne. &bdquo;Ich hoffe nur, dass ich bei meinem Vorsatz bleibe. Die Zeit kann da viel kaputt machen und die Stärkste bin ich nicht, was so etwas anbelangt.&ldquo;<br />
Sie brauchten eine Viertelstunde, dann waren sie in Huckarde angekommen.<br />
Der 58-Jährige nahm sie freudig in Empfang, umarmte Marlene und gab Maya und Heiner die Hand. &bdquo;Kommt bitte herein. Ich habe uns Tee gemacht.&ldquo;<br />
Der schlanke mittelgroße Mann besaß ein knochiges Gesicht, tief in den Höhlen liegende Augen, schütteres Haar und schmale Lippen. Er trug einen grünen Rollkragenpullover, graue Bundfaltenhosen und alte ausgetretene Pantoffeln. Die Einrichtung der kleinen Wohnung sah schon ziemlich in die Jahre gekommen aus, war aber ordentlich aufgeräumt und gepflegt.<br />
&bdquo;Danke, dass ihr mich besucht. Im Moment habe ich vor nichts mehr Angst als davor, allein zu sein.&ldquo; Er schien über seine Worte zu stolpern. &bdquo;Entschuldigt! Damit möchte ich niemanden in die Pflicht nehmen.&ldquo;<br />
&bdquo;Mir ging es damals so, als meine Mutter gestorben ist. Trotz Vater, Schwestern und Freunden. Mit dem Alleinsein kam die Erinnerung an sie, gefolgt von Trauer.&ldquo; Meinte Heiner.<br />
Der Mann nickte ihm zu, bot den dreien Platz an und bat um einen kurzen Moment, um den Tee zu holen.<br />
&bdquo;Er scheint ganz gefasst zu sein, oder?&ldquo;, fragte Marlene die beiden nach deren Eindrücken.<br />
Maya war sich nicht sicher. &bdquo;Uns gegenüber vielleicht schon, aber sieh ihn dir an. Er sieht total ausgemergelt aus.&ldquo;<br />
Marlene sah auf ihre Hände hinunter, da hörten sie den Mann schon wieder zurückkommen. Er trug ein Tablett und stellte es umsichtig auf dem Fernsehtisch ab. &bdquo;Ich habe Kekse gekauft. Meine Frau und meine Tochter haben viel gebacken, ich selbst habe diese Gabe leider nicht. Vielleicht sollte ich es lernen?&ldquo; Er lächelte über diese Vorstellung.<br />
&bdquo;Was machen Sie beruflich, Walter?&ldquo;, fragte Heiner respektvoll nach.<br />
&bdquo;Fleischereifachverkäufer. Für meine Tochter ein Unding, sie war sehr tierlieb und Veganerin.&ldquo; Er lächelte. &bdquo;Ich habe dann gewechselt und bei einem Versandunternehmen angefangen. Nebenbei helfe ich noch bei einem Möbelhaus im Lager aus. Aber jetzt mit dem Geld, das man mir überwiesen hat, werde ich wohl eine gewisse Zeit kürzer treten dürfen. Meine Tochter bringt es mir natürlich nicht zurück.&ldquo; Sein Blick wechselte von Heiner zu der neben ihm sitzenden Maya. &bdquo;Dass sie die Leute dort im Resort allein verteidigt haben&#8230;, bei solch einem jungen Menschen kann man sich das gar nicht vorstellen. Aber wenn man sie dann sieht&#8230;&ldquo;<br />
&bdquo;Ich bin nicht stolz darauf, wirklich nicht. Mir wäre es anders lieber. Aber jetzt kann ich es nicht mehr rückgängig machen.&ldquo;<br />
&bdquo;Sie möchten keine Polizistin mehr sein?&ldquo;, fragte der Mann bestürzt. &bdquo;Aber sie haben doch gesehen, was sie bewirken können.&ldquo;<br />
&bdquo;Ich stelle mir zumindest die Frage, wie mein Leben verlaufen wäre, wenn ich einen anderen Weg eingeschlagen hätte. Mein Vater hätte es sich für uns gewünscht.&ldquo;<br />
Walter nickte. &bdquo;Verständlich. Auch, dass du mit dieser Last nicht einverstanden bist. Du bist jung, da sucht man Glück und Unbeschwertheit.&ldquo; Walter setzte sich in den alleinstehenden Sessel und nahm sich eine der Tassen. &bdquo;Bitte nehmt und schenkt euch ein!&ldquo; Er blickte noch einmal zu dieser jungen riesigen Frau rüber. &bdquo;Geben sie bitte nicht auf, Maya! Für jeden Menschen dort waren sie die Rettung in höchster Not. Es waren Kinder dabei!&ldquo;<br />
Heiner nahm sich einen Keks und dankte. &bdquo;Sehen lecker aus.&ldquo;<br />
&bdquo;Können wir dir irgendwie helfen? Ich meine auch wegen der Beerdigung?&ldquo;, fragte Marlene.<br />
&bdquo;Braucht ihr zum Glück nicht. Es war jemand vom Land da und hat mir Unterstützung zugesagt. So kann ich alles von hier aus regeln. Morgen kann ich den Sarg aussuchen, Dienstag kommt der Pfarrer, um mit mir zu sprechen.&ldquo;<br />
&bdquo;Komm bitte zur Hochzeit von Thomas und mir, Walter. Dann ist das so, als ob Ilona ein Stück weit dabei wäre.&ldquo;<br />
Der Mann lächelte. Er schien zu zögern, doch stimmte er schließlich zu. &bdquo;Es wäre mir eine Ehre, Marlene. Danke!&ldquo;<br />
Walter fragte seinen Besuch, ob er Fotoalben zeigen durfte, und natürlich willigten die jungen Menschen ein. Jeder von ihnen spürte deutlich, welch starkes Bedürfnis nach Gesellschaft den Mann in diesem Augenblick antrieb.<br />
Maya wusste selbst nicht genau, woher sie die Konzentration nahm. Aber das Leben der Familie fesselte sie. Walter hätte sich beinahe von der Frau scheiden lassen, als diese erkrankte, blieb aber bei ihr und verbrachte noch fünf anstrengende Jahre an deren Seite, bevor sie schließlich starb. Ilona war zu dieser Zeit zehn Jahre alt, fiel in ein tiefes Loch, aus dem er sie mit viel Anstrengung wieder herausgeholt hatte.<br />
Heiner erzählte ein wenig von seiner Familie, von seinem Vater, der mit dem Alkohol alles Positive in seinem Charakter abgestoßen hatte.<br />
&bdquo;Tut mir leid für dich, Heiner. Das ist nicht schön, die Kinder für die eigene Not in Haftung zu nehmen. Aber immer war ich zu Ilona auch nicht gerecht. Mehr als einmal hat der Frust aus mir gesprochen, aber mir ist zum Glück nie die Hand ausgerutscht. Ich hoffe, sie hat gespürt, wie lieb ich sie habe.&ldquo;<br />
Marlene nickte ihm zu. &bdquo;Ich habe nie etwas Gegenteiliges aus ihrem Mund gehört. Wirklich nicht. Vielleicht, dass ihr mal gestritten habt oder sie wütend auf dich war, aber das war es dann auch schon.&ldquo;<br />
Walter nickte ihr zu. &bdquo;Danke! Als Vater hier die Gewissheit haben zu dürfen, bedeutet viel.&ldquo;<br />
Zwei Stunden später gingen Marlene, Heiner und Maya in ein Café und ließen den Besuch für sich noch einmal Revue passieren. Walter ging gut mit seiner Trauer um, nahm Hilfe an und suchte den Kontakt zu anderen Menschen, die ihm halfen, seine Last zu tragen.<br />
&bdquo;Hätte meinem Alten vielleicht auch geholfen, wenn er das zugelassen hätte. Aber er wollte nichts davon wissen&ldquo;, meinte Heiner verbittert.<br />
&bdquo;Ich sehe sie immer noch vor mir und bin dann auf Heidi wütend, im Anschluss auf mich selbst. Es dreht sich ewig im Kreis&ldquo;, äußerte sich Marlene.<br />
&bdquo;Wisst ihr schon, was ihr haben wollt?&ldquo;, fragte ein junger Mann mit Brille und ziemlichem Bauch. Er schien ein gemütlicher Mensch zu sein.<br />
Die drei verneinten. Sie hatten vergessen nachzusehen. &bdquo;Ich nehme auf jeden Fall schon mal den Soja-Latte&ldquo;, erklärte Marlene nach kurzem Nachschauen.<br />
Heiner wollte einen Cappuccino und ein Stück Apfelkuchen.<br />
Maya sah zur Kuchentheke rüber, dann bat sie um den Käsekuchen. &bdquo;Den Ganzen bitte! Könntest du ihn mir in Viertel schneiden?&ldquo;<br />
Der Mann vom Service sah sie verwundert an. &bdquo;Das sind zwölf Portionen.&ldquo;<br />
Die Riesin lächelte. &bdquo;Ich weiß. Er schaut sehr lecker aus, von daher ein paar Stücke mehr.&ldquo;<br />
Der Kellner nickte, warf ihr nach dem Umdrehen noch einmal einen entgeisterten Blick über die Schulter zu und ging zurück zur kleinen Theke.<br />
&bdquo;Der kriegt sich jetzt nicht mehr ein&ldquo;, lachte Marlene. &bdquo;Hätte er wahrscheinlich nicht für möglich gehalten, dass der Umsatz so durch die Decke geht.&ldquo;<br />
Maya war schon wieder woanders. &bdquo;Sag mal, weiß Sascha von Ilona?&ldquo;<br />
&bdquo;Ja, wenn auch nicht von mir. Anjas Schwester hat es ihm erzählt. Kannst dir ja vorstellen, wie er abgeht. Für ihn steht fest, dass dein Job schuld an allem ist. Nicht du wohlgemerkt. Auch für eure Trennung natürlich. Was totaler Krampf ist. Er hat schon die nächste Beziehung in den Sand gesetzt und auch seinen Job beim Lieferdienst verloren. Lilly war in dem Moment weg, als er ihr gestanden hat, dass er wegen einer Stammkundin gekündigt worden ist. Hat zusätzlich zur Pizza auch noch sein erigiertes Glied geliefert. Der Lebensgefährte hat die beiden erwischt, als mein Bruder sein Trinkgeld in Form ihrer Vagina bekommen hatte. Bei der Versicherung läuft es gut. Da helfen ihm natürlich sein Charme und Mundwerk. Große Skrupel, den Leuten was aufzuschwatzen, hat er auch nicht. Rosa schämt sich für ihn. Er macht nicht mal vor den Nachbarn halt.&ldquo;<br />
Maya zeigte deutlich, was sie davon hielt. &bdquo;Wann lernt er es? Ist er so dumm? Oder sind ihm die Frauen scheißegal?&ldquo;<br />
&bdquo;So, der Kaffee und der Kuchen!&ldquo; Der Kellner schenkte seinen Gästen ein Lächeln, während er servierte. &bdquo;Meldet euch bitte, wenn ihr noch Wünsche habt.&ldquo;<br />
Maya fing umgehend mit dem Essen an. Es machte sie zufrieden, wenn der Hunger nachließ. &bdquo;Wie war diese Lilly drauf? Hast sie kennengelernt?&ldquo;<br />
Marlene nickte. &bdquo;War niedlich. Rothaarig, grüne Augen, sportliche Figur. Sie kam sogar mit Rosa klar. Die hatte echt Hoffnung, dass die Frau etwas aus Sascha machen könnte. So, wie bei dir vorher auch. Aber natürlich musste Brüdi sie beide eines Besseren belehren.&ldquo;<br />
&bdquo;Tut mir leid. Letzten Endes für sie alle. Muss sich scheiße anfühlen, aus der eigenen Haut nicht rauskommen zu können&ldquo;, meinte Heiner.<br />
&bdquo;Lohnt sich kein Mitleid. Der lebt den Moment. Hat in solchen Fällen dann kein Blut mehr fürs Hirn übrig.&ldquo;<br />
&bdquo;Was für ein Alptraum, ihn bei der Hochzeit sehen zu müssen. Wenn der mir einen Spruch drückt, ertränke ich ihn in der Bowle&ldquo;, drohte Maya.<br />
&bdquo;Könnte passieren. Er ist, was Heiner betrifft, voller Eifersucht&ldquo;, erklärte Marlene.<br />
&bdquo;Was? Er kennt mich doch überhaupt nicht.&ldquo;<br />
&bdquo;Na ja, hab ihm schon unter die Nase gerieben, wie glücklich Maya mit dir ist und wie gut du dich mit den Freunden verstehst.&ldquo;<br />
Heiner war das nicht recht. &bdquo;Hör damit auf, Marl! Kann kein böses Auge von jemandem gebrauchen.&ldquo;<br />
&bdquo;Okay. Verstehe ich ja. Aber wenn ihm wieder die Doofheit aus dem Gesicht fällt, kommt es über mich. Aber ich reiß mich beim nächsten Mal zusammen, versprochen.&ldquo; Marlene spürte deutlich, dass ein Themenwechsel angebracht war. &bdquo;In zwei Wochen dann der zweite Versuch, Maya, und in vier dann die Hochzeit. Machen wir das Beste draus. Bitte! Zwei Tage reichen völlig. Kein großes Programm dieses Mal.&ldquo;<br />
&bdquo;Wenn ich einen Einsatz habe, lasst ihr mich einfach fahren, okay? Bitte dann nicht schwerer machen, als es ohnehin schon für mich ist.&ldquo; Maya nickte dem Kellner zu, der in diesem Moment das nächste Viertel brachte.<br />
&bdquo;Glaub mir! Wir haben gelernt. Obwohl es dann sehr schade wäre.&ldquo; Marlene griff nach Mayas Linker. &bdquo;Das wird gut werden. Ich habe die Nummer vom General und drohe ihm mit Kloppe, wenn er dich holen kommen will.&ldquo;<br />
Maya lächelte.<br />
&bdquo;Drohe ihm, dass du deinen Bruder bei seiner Frau vorbeischickst, oder noch schlimmer bei seiner Tochter, wenn er eine hat.&ldquo;<br />
Marlene sah erstaunt zu Heiner rüber. &bdquo;Hat er jetzt nicht gesagt!&ldquo;<br />
Sie lachten alle drei über den Scherz.<br />
Kapitel 14 &ndash; Werbegeschenk<br />
Es war cool, im Club abzuhängen. Maya lag ausgestreckt auf einem der ausgesessenen Ledersofas und trank einen Schluck Bier, während Manfred es sich in einem Liegestuhl bequem gemacht hatte. Krollwitz war gerade dabei, die Sportgeräte abzustauben und zu fetten, obwohl sie niemand wirklich benutzte. Abgesehen von irgendeinem Kräftemessen unter Angetrunkenen hatte niemand die Geräte wirklich ernsthaft genutzt.<br />
Bobby polierte Gläser und füllte Getränkekästen auf, während Frooty ein Motorrad putzte. Atilla kam gerade mit einem alten VW Golf auf den Hof gefahren und kassierte Hohn und Spott dafür. &bdquo;Anlasser ist kaputt. Was soll ich machen? Nehme ich das Auto von Susi.&ldquo; Er lachte zurück und grüßte die Anwesenden.<br />
Maya hörte jetzt Toelkes Stimme, daneben auch die von Helmut. King Charles kam eine Viertelstunde später, zehn Minuten drauf Ruby und Josi. Hatte sie irgendetwas verpasst?<br />
&bdquo;Manne?&ldquo; Sie drehte den Kopf in Richtung Liegestuhl, wo der Freund mit seinem Laptop auf dem Schoß fläzte.<br />
&bdquo;Ja?&ldquo; Er wandte sich ihr zu.<br />
&bdquo;Läuft hier irgendwas?&ldquo; Maya blickte eindringlich zu ihm rüber.<br />
&bdquo;Schon. Ja. Ist aber eine Überraschung.&ldquo;<br />
Maya wurde bleich. &bdquo;Wegen mir?&ldquo;<br />
Manfred nickte. &bdquo;Schon, ja. Aber ich habe dir nichts gesagt, okay?&ldquo;<br />
&bdquo;Wegen Brasilien?&ldquo;, fragte die Riesin verstört.<br />
&bdquo;Nein, davon weiß hier niemand.&ldquo; Er gähnte, entschuldigte sich und tippte dann weiter auf der Tastatur seines Laptops.<br />
&bdquo;Du nervst mich gerade, weißt du das?&ldquo; Maya sah böse zu ihm rüber.<br />
&bdquo;Hab ich gespürt. Aber da kann man wohl nichts machen.&ldquo; Er warf ihr einen flüchtigen Blick zu. &bdquo;Die Leute meinen es gut. War ihnen ein echtes Bedürfnis.&ldquo;<br />
Maya blies die Backen auf und schloss die Augen. Sie wollte doch einfach nur chillen.<br />
&bdquo;Sie sind da!&ldquo;, jubelte in diesem Moment Zecke, als ein mittelgroßer Transporter auf den Hof fuhr. Er trug das Firmenzeichen eines amerikanischen Unternehmens.<br />
Sie wollte sich nichts anmerken lassen, hob kurz den Kopf und blickte rüber zum Tor, wo jetzt drei stattliche Männer das Gelände betraten. Sie wurden von Zecke und Atilla in Empfang genommen und sahen sich neugierig auf dem Clubgelände um.<br />
Typische Biker, zwischen vierzig und fünfzig Jahre alt, schienen sie etwas zu suchen. &bdquo;Wo ist sie?&ldquo;, fragte der kräftigste von ihnen.<br />
&bdquo;Maya! Komm mal. Da will dir jemand was übergeben.&ldquo;<br />
Die Riesin öffnete die Augen, blickte zur Decke und rührte sich für Sekunden nicht. Warum passierte das immer wieder? Sie raffte sich auf, spürte sie doch die freudige Erwartung der Anwesenden. Zecke kam in diesem Moment um die Couch herum &ndash; er hatte ihre Sneaker gesehen.<br />
&bdquo;Was passiert jetzt?&ldquo;, fragte sie müde.<br />
&bdquo;Schau es dir einfach an!&ldquo;, bat der kurzbeinige Biker. Er strahlte über das ganze Gesicht.<br />
Sie raffte sich auf und streckte sich, da sah sie die drei Männer mit verwirrten Blicken auf sie zukommen. Einer von ihnen trug eine große Spiegelreflexkamera, der andere einen Scheinwerfer.<br />
&bdquo;She looks incredible! Maya! I am Jason!&ldquo; Der Vertreter der bekannten Motorradfirma war so aufgeregt, dass er vergaß, Deutsch zu sprechen.<br />
&bdquo;Ich erinnere mich. Geht es um das Motorrad? Es sind doch noch gar nicht drei Monate vorbei.&ldquo; Sie blickte in Richtung Lkw.<br />
&bdquo;Wir haben uns beeilt. Wir waren so neugierig auf die Frau, für die wir diese Maschine gebaut haben. Und jetzt steht sie vor uns und wir können es kaum glauben.&ldquo; Er lächelte.<br />
&bdquo;Kommt, Jungs! Holt den Hobel mal runter für die Dame! Ihr wird es sicher schon in den Fingern jucken.&ldquo;<br />
Zwei Techniker ließen die Ladebühne aufklappen, während Jason sich neben die riesige Frau stellte, seinen Daumen in Richtung Kamera hob und lächelte. Maya wollte Geduld zeigen, gab eine freudige Miene zum Besten, fühlte sich aber um Stimmung und Moment betrogen. Brasilien war zu frisch, als dass sie sich über dieses kostbare Geschenk freuen konnte.<br />
Jason bat sie zum Lkw, wo in diesem Moment ein übergroßes Motorrad auf die Hebebühne geschoben wurde. &bdquo;Sie ist fantastisch geworden. Eine HD-Sportster, perfekt auf dich abgestimmt. Alles ist in etwa dreißig Prozent größer und stärker. Auch der Motor leistet mehr, fast 180 PS auf 270 Kilogramm.&ldquo;<br />
Maya schaute auf das gedrungene Motorrad mit seinem Doppelauspuff, den Ballonreifen und der mattschwarzen Lackierung. Es wirkte viel eleganter als die Bikes der anderen Member.<br />
&bdquo;Bitte zieh dich um, Maya! Wir haben dir alles mitgebracht. Genau nach Maß. Thanks, Mani!&ldquo; Er hob den Daumen in Richtung des Freundes.<br />
&bdquo;You&rsquo;re Welcome!&ldquo;, tönte es zurück.<br />
Jason nickte den beiden Männern zu. &bdquo;Danke, Pavel, thanks, Robert.&ldquo; Er wandte sich wieder an die Riesin. &bdquo;Komm! Spann uns nicht länger auf die Folter. Schnell umgezogen und dann drehst du eine Runde.&ldquo;<br />
&bdquo;Und was soll ich anziehen?&ldquo;, wollte Maya amüsiert von dem Mann wissen.<br />
&bdquo;Damned!&ldquo; Der Firmenvertreter fuhr sich mit der Hand durch den Vollbart, wandte sich zum Tor um und lief zu einem kleinen Firmenbus, mit dem die drei offensichtlich dem Lieferwagen hinterhergefahren waren. Er kam mit einem riesigen Kleidersack zurück sowie schweren Boots und einem Halbschalenhelm.<br />
&bdquo;Wir haben sogar eine Sonnenbrille für dich anfertigen lassen&ldquo;, schwärmte Jason.<br />
&bdquo;Wow!&ldquo; Maya nahm die Sachen entgegen. Annika fragte, ob sie helfen durfte, worauf die große Frau das Angebot dankend entgegennahm.<br />
Maya fühlte sich in diesem Moment nun doch aufgeregt. Das Motorrad sah fat aus und seit der Fahrschule war sie nicht mehr auf einem gefahren. Sie konnte sich noch an Cans Vergleich erinnern. Elefant auf einem Clown-Motorrad. Sie hatte sich wirklich so gefühlt. Zumal die Fahrschule ihr ein Motorrad zur Verfügung gestellt hatte, das extra für Frauen bestimmt war. Kleiner und leichter. Sie hatte kaum schalten können, aber irgendwie ging es dann doch. Zwei Tage Unterricht, dann wurde sie für ausreichend ausgebildet gehalten.<br />
Annika folgte ihr in die Damentoilette, schloss die Tür hinter ihnen ab und nahm Kleidersack, Schuhe und Helm entgegen, um sie auf dem Waschbecken abzulegen. Fasziniert beobachtete die Bikerin Maya beim Entkleiden, überblickte staunend die ausgeprägten Muskelformen unter ihrer Haut und die formschönen Brüste, die von dem massiven BH gestützt wurden. Auch das Gesäß der riesigen Freundin wirkte trotz extremer Muskulatur weiblich und voluminös.<br />
&bdquo;Was würde ich für deinen Körper geben. Oh mein Gott! Steckt viel Arbeit drin, oder?&ldquo;<br />
&bdquo;Nö. Alles angeboren. Mach nicht so viel Aufhebens drum. Für mich wäre weniger mehr. Ist aber vielleicht auch typisch Mensch. Selten, dass man zufrieden ist.&ldquo;<br />
&bdquo;Als mir die Jungs erzählt haben, du hättest die Hantelstange verbogen, habe ich gelacht. Aber jetzt glaube ich es sofort. Darf ich dich mal am Bauch anfassen?&ldquo;<br />
Maya hatte kein Problem damit und wandte sich der deutlich kleineren Blondine zu.<br />
&bdquo;Das ist ein wenig so, als ob man Bocciakugeln berührt.&ldquo;<br />
&bdquo;Heinerle hat es nicht gerade bequem mit mir. Aber er hat sich damit arrangiert.&ldquo; Maya lachte.<br />
&bdquo;Und der Sex mit dir ist für ihn kein Problem? Ich meine, wenn du mal in Ekstase gerätst. Da muss doch Lebensgefahr für ihn und sein Teil bestehen.&ldquo;<br />
Die Riesin konnte nicht anders, sie musste schallend loslachen. &bdquo;Geil!&ldquo; Sie schüttelte den Kopf. &bdquo;Bisher klappt alles gut. Ich hab ihm bisher nichts abgeklemmt, falls du das meinst.&ldquo;<br />
&bdquo;Aber deine Muskeln funktionieren auch da?&ldquo;, fragte Annika neugierig.<br />
Maya nickte. &bdquo;Klar. Aber ich scheine hier instinktiv eine Grenze zu setzen, damit meinem Süßen nichts passiert.&ldquo;<br />
Annika nahm Mayas Jeans entgegen und reichte ihr dafür die anthrazitfarbene Lederhose. &bdquo;Einen Tag du sein, ich würde es so feiern. So wie im Film, weißt du?&ldquo;<br />
&bdquo;Ich täte sofort ja sagen, glaub mir bitte!&ldquo;<br />
Annika lächelte. &bdquo;Ich kann mir schon vorstellen, wie blöd vieles für dich ist. Denke ich ans Bad, fallen mir sofort Zahnbürste und Klopapier ein, Duschkabine, Badewanne&#8230;&ldquo;<br />
&bdquo;Klopapier ist wirklich blöde. Zum Glück lasse ich bei der Verdauung wenig Reste übrig und hab auch keinen Schmierschiss.&ldquo; Sie trat an den Spiegel heran. Die Hose passte perfekt.<br />
&bdquo;Schaut mega aus. Man sieht, dass sie für dich gemacht worden ist.&ldquo; Annika reichte ihr das ärmellose schwarze Top mit dem Logo der Motorradfirma.<br />
&bdquo;Die Lederjacke ist sehr schwer. Wundere dich nicht!&ldquo;, meinte Annika. &bdquo;Das liegt an den ganzen Protektoren und dem eingenähten Nierenschutz.&ldquo;<br />
Maya lächelte, streifte sich das Top über und griff anschließend nach der Jacke. Sie schlüpfte mit den Armen in die Ärmel, zog sie über die Schultern und warf einen prüfenden Blick in den Spiegel. &bdquo;Gut! Fehlt nur noch die Swordblade-Weste!&ldquo; Sie lachte. &bdquo;Stiefel noch, dann haben wir es.&ldquo; Euphorie überkam sie in diesem Moment. Ein Gefühl, das sie dringend gebraucht hatte.<br />
&bdquo;Henry!&ldquo; Jason jubelte in die Kamera. &bdquo;Did I promise you too much? She looks incredible. You can&rsquo;t get better marketing than this!&ldquo;<br />
Henry Conner brachte bei Mayas Anblick kein Wort über die Lippen. &bdquo;Definitely a painting for our museum. What a shame that I can&rsquo;t be with you at this moment.&ldquo;<br />
&bdquo;Kannst du auf die Maschine steigen, Maya, und sie starten?&ldquo; Jason zwinkerte Richtung Kameramann, während die riesige Frau in der Lederkluft lässig auf die große Maschine stieg.<br />
&bdquo;Also wenn es um diese Maschine geht, bin ich Single&ldquo;, lachte Maya. &bdquo;Gibt nur Platz für mich.&ldquo; Sie deutete auf den fehlenden Sitz für einen Beifahrer.<br />
Jason fiel ins allgemeine Gelächter mit ein, trat an die Frau und ihre neue Maschine heran und erklärte ihr den Startablauf. Kurz darauf dröhnte der Motor und Maya blickte triumphierend in die Menge. &bdquo;Jetzt bin ich wirklich ein Swordblade!&ldquo;<br />
&bdquo;Fahr dich vorsichtig ein! Sie ist ganz folgsam, wenn du die Kupplung vorsichtig kommen lässt und beim Gas geben nicht übermütig wirst&ldquo;, gab ihr Jason noch mit.<br />
Manfred und Atilla fuhren in diesem Moment mit ihren Bikes an Maya heran und nickten ihr zu. &bdquo;Keine Sorge, wir supporten dich!&ldquo; Auch Zecke und Annika ließen es sich nicht nehmen, aber als immer mehr der Anwesenden mitfahren wollten, sprach King Charles ein Machtwort.<br />
&bdquo;Nehmt uns bitte mit!&ldquo;, meinte Jason. Er stieg bei Manfred zu, der Kameramann bei Atilla. Maya unterdessen ließ das Motorrad vorsichtig anrollen und gab behutsam Gas, während die Freunde sich hinter ihr einreihten. &bdquo;Wie geil!&ldquo; Sie fühlte den Fahrtwind im Gesicht, legte den zweiten Gang ein, kurz darauf den dritten. Sie legte sich leicht in die Kurve und fuhr die Gerade zum Ortsausgang. Es machte so ohne Ende Spaß!<br />
Der Motor wummerte, sie sah die Freunde im Rückspiegel, Manfred, der kurz den Arm hob und mehrmals nach vorne zeigte. Anscheinend sollte sie noch ein Stück fahren. So ließ sie die digitale Tachoanzeige auf 80 km/h steigen, legte sich in die nächste Kurve der Landstraße und richtete sich auf der folgenden Geraden wieder auf. Vorsichtig gab sie weiter Gas, ging auf hundert und überblickte die Landschaft um sich herum. Diese war nicht besonders eindrucksvoll, dennoch fühlte sie sich ihr nahe, ganz anders als im Auto.<br />
Eine halbe Stunde fuhren sie durch die Umgebung Schwertes, dann gab Manfred das Zeichen, dass sie umkehren sollte. Zehn Minuten später rollte Maya auf den Abstellplatz des Clubs, berauscht von dem schönen Erlebnis.<br />
Jason war mehr als zufrieden. Die Bilder sollten gut geworden sein, meinte er.<br />
Maya aber saß auf dem Motorrad und wollte sich nicht mehr so recht davon lösen. Es war einfach ein Traum. Nie hätte sie es für möglich gehalten, dass ihr das so viel Spaß machen würde. Freiheit! Dieses Wort war oft im Club gefallen, doch erst jetzt konnte sie es nachvollziehen.<br />
&bdquo;Es fühlt sich so ohne Ende geil an!&ldquo;, schwärmte sie. &bdquo;Ich muss nur aufpassen, vorhin habe ich ein paar Insekten ins Gesicht bekommen.&ldquo; Sie beugte sich zur Seite, blickte an der Seite des Motorrads entlang und klappte dann den Ständer aus.<br />
&bdquo;Musst dir ein Tuch umbinden!&ldquo;, riet Annika. &bdquo;Hätte ich dir vorher sagen sollen, tut mir leid.&ldquo;<br />
Maya antwortete nicht, trat an die Freundin heran und drückte sie an sich. &bdquo;Das war der Wahnsinn. In der Fahrschule habe ich das gar nicht so empfunden. Obwohl ich dort etliche Kilometer gefahren bin.&ldquo;<br />
Jason stieg von Manfreds Motorrad ab, kam zu ihr rüber und fragte nach einem Feedback.<br />
&bdquo;Das Teil ist ein einziges Wunder. Ich bin so glücklich. Man merkt, wie viel Power sie hat, ist aber ansonsten super zu kontrollieren.&ldquo; Sie blickte auf die Maschine hinunter, die nun ihr eigen sein sollte. &bdquo;Und sie ist wunderschön!&ldquo; Sie wandte sich wieder zu Jason um. &bdquo;Tausend Dank! Ich kann es gar nicht richtig glauben.&ldquo;<br />
&bdquo;Für uns war es ein Fest! Eine wundervolle Maschine für eine beeindruckende Person. Besser geht es nicht. Henry freut sich schon auf das Material. Es würde mich nicht wundern, wenn er nach Schwerte käme, um euch alle persönlich kennenzulernen.&ldquo; Jason gab Maya seine Visitenkarte. &bdquo;Wir müssen uns die Tage noch einmal sprechen, damit wir für die Bilder und Videos das Go von dir bekommen.&ldquo;<br />
Maya war einverstanden, ließ ihre Hand in die des Niederlassungsleiters klatschen und brachte die Männer mit Manfred, Zecke und Atilla noch zum Tor.<br />
&bdquo;Fahrzeugschein! Den hätten wir beinahe vergessen&ldquo;, fasste sich Jason an den Kopf. &bdquo;Die Überlassungspapiere habe ich Manfred geschickt.&ldquo; So wurde Maya auch offiziell zur Besitzerin der Maschine.<br />
&bdquo;Und? Freust dich doch, oder?&ldquo;, lächelte Zecke, als sie vom Tor zurück in die Halle gelaufen kam.<br />
&bdquo;Viel mehr als das. Die Arbeit war wirklich hart und ich habe es gefeiert, dass ich bei euch meine Ruhe gefunden habe, aber was ihr dann daraus gemacht habt&#8230;&ldquo; Sie wandte sich noch einmal zu dem Motorrad um. &bdquo;Sie schaut mega aus.&ldquo;<br />
&bdquo;Für uns grenzwertig, aber ja, sie ist ein Hingucker&ldquo;, warf Atilla ein. Er deutete auf King Charles, der in würdevoller Erhabenheit auf Maya zutrat. &bdquo;Nun auch offiziell, Mädchen!&ldquo; Er reichte ihr eine große schwarze Lederweste mit dem Emblem der Schwerter Swordblades.<br />
&bdquo;Wow! Die schaut genial aus!&ldquo; Maya zog die Lederjacke aus und streifte dann die Weste über ihr Top. &bdquo;Danke euch!&ldquo;<br />
King Charles wandte sich an Frooty. &bdquo;Ich hoffe, ich erlebe es noch, dass auch dieses Jüngelchen wieder eine Maschine bekommt und damit seine Weste.&ldquo;<br />
&bdquo;Verdiene zu wenig, Charly. Im Moment weiß ich nicht, wie ich es hinbekommen soll.&ldquo;<br />
Maya blickte zwischen den beiden Männern hin und her. &bdquo;Wie viel kostet denn eine Gebrauchte?&ldquo;<br />
&bdquo;Die Günstigste, die wir auftreiben können, neun K&ldquo;, meinte Zecke.<br />
Die Riesin wandte sich ab, dachte nach, wollte irgendwie etwas zurückgeben für all das, was ihr heute zuteilgeworden war. Sollte sich nicht auch Frooty freuen dürfen? Mit ihr zusammen? Sie zog das Handy aus der Hosentasche, öffnete die Banking-App und kontrollierte den Stand. Die Brasilianer hatten überwiesen.<br />
Sie erstarrte, wurde bleich, schaute immer wieder auf den Betrag. Das konnte nicht stimmen, da musste ein Fehler vorliegen. Sie wählte kurz entschlossen die Nummer von General Arnold.<br />
&bdquo;Mrs. Klein! Schön, Sie zu hören. Ich würde gerne nachfragen, wie es den Angehörigen geht, aber ich befürchte, dass ich damit bei Ihnen wohl erneuten Groll auslösen würde.&ldquo;<br />
Mayas Stimmung schlug sofort um. &bdquo;Würden Sie. Das stimmt. Von daher lassen Sie es!&ldquo; Sie besann sich auf ihr Anliegen. &bdquo;Wie kommt es, dass man mir 244.000 Euro für Brasilien überwiesen hat? Das habe ich selbst von Ihrem Land nicht bekommen. Und der Einsatz war deutlich länger und intensiver.&ldquo;<br />
&bdquo;Die brasilianische Regierung ist Ihrer Forderung gefolgt und hat den Männern, die Santos und die Generäle ausgeliefert haben, Belohnungen und Begnadigungen ausgesprochen. Trotz harscher Proteste aus der Bevölkerung. Schwer den Ärmsten der Armen zu vermitteln, dass Verbrecher auch noch für ihre Handlungen belohnt werden. Der Präsident hat sich auf den Anjo Vingador berufen mit dem Hinweis, dass man diese Belohnung nicht hätte ausrufen dürfen und für die Zukunft lernen werde. Aber dass von Ihrer Seite zu Recht darauf bestanden wurde, das gegebene Versprechen einzuhalten &ndash; damit gab sich dann auch die Bevölkerung zufrieden.&ldquo;<br />
&bdquo;Was hat das mit dem Geld zu tun?&ldquo;, wollte Maya wissen. &bdquo;Ich kann es nicht annehmen. Das fühlt sich mehr als falsch an, gerade wegen Ilonas Tod.&ldquo;<br />
&bdquo;Die Regierung hat Sie mit auf die Liste der zu entlohnenden Personen gesetzt. Zwar unter einem anderen Namen, aber das Geld hat Sie dann doch zuverlässig erreicht.&ldquo;<br />
&bdquo;Das ist fast eine Viertelmillion! Ich bin siebzehn Jahre alt!&ldquo;<br />
&bdquo;Sie sind eine Frau, die Berge an kriminellen Handlungen abgetragen hat. Allein! Sie würden eigentlich noch viel mehr verdienen.&ldquo; Der General räusperte sich. &bdquo;Dennoch verstehe ich Sie. Spenden Sie das Geld, wenn Sie es nicht für sich behalten wollen, aber ich würde Ihnen empfehlen, es zu sparen. Vielleicht für ein Haus? Gerne auch bei uns in den Staaten.&ldquo;<br />
&bdquo;Netter Versuch, aber das wird nicht passieren. Aber hier in Deutschland dann vielleicht schon irgendwann. Danke, General, ich werde es mir überlegen.&ldquo;<br />
Sie starrte in die Runde. Die meisten Mitglieder hatten sich schon wieder abgewendet, saßen in der Sitzgruppe, tranken Bier, zwei standen am Kicker. Nur King Charles, Zecke und Frooty sahen besorgt zu ihr rüber.<br />
&bdquo;Was passiert? Musst du in die Arbeit?&ldquo;, fragte Zecke.<br />
Maya schüttelte den Kopf. &bdquo;Nein. Aber ich will meine Maschine nicht völlig umsonst haben. Von daher soll Frooty sich mit mir freuen. Ich überweise euch das Geld. Sagt mir einfach wohin.&ldquo;<br />
Der ewige Prospect sah sie schockiert an. &bdquo;Mädel, das ist nicht dein Ernst. Kann ich nicht annehmen, wirklich nicht. Ich wüsste auch nicht, wie ich es dir zurückzahlen könnte.&ldquo;<br />
Maya blickte nachdenklich auf ihn hinunter. &bdquo;Du würdest mir damit helfen. Ich habe für meinen letzten Einsatz viel mehr Geld bekommen, als ich verdiene. Einen Teil davon werde ich behalten, einen anderen spenden. Und hier und jetzt geht es mir einfach darum, dass du dich mit mir freuen kannst.&ldquo;<br />
Der Prospect zog die Brauen zusammen. &bdquo;Aber das habe ich doch auch so. Du bist doch so eine liebe und coole Braut. Bin froh, dass ich mit dir hier abhängen darf.&ldquo;<br />
Maya wandte sich an Zecke. &bdquo;Checkt das aus, gebt mir die Bankverbindung, dann ist das erledigt. Wenn Frooty die Maschine nicht haben möchte, stifte ich sie dem Club.&ldquo;<br />
&bdquo;Damit kann ich gut leben! Kann ich mit euch fahren und Can sicher auch, wenn ich keine Zeit habe. Passt doch super!&ldquo;, ging Frooty freudig auf ihr Angebot ein.<br />
Zecke hob den Daumen. &bdquo;Mein Gott! Was für ein Tag. Das hört sich richtig gut an. Danke, Maya. Das ist mega von dir.&ldquo;<br />
Die Große seufzte. &bdquo;Du willst nicht wissen, was ich dafür erleben musste.&ldquo;<br />
&bdquo;Manfred hat mal was angedeutet&#8230;&ldquo;, meinte Charles. &bdquo;Dein Job ist nicht einfach, oder?&ldquo;<br />
&bdquo;Nein. Leider nicht. Kriminelle sind unberechenbar. Das muss ich immer wieder erfahren. Das Schlimmste aber ist, wozu sie imstande sind. Meine Vorstellungskraft wird immer wieder aufs Neue gefordert.&ldquo;<br />
&bdquo;So schlimm? Du bist doch noch in Ausbildung, dachte ich.&ldquo; Der Präsident sah sie bedauernd an.<br />
&bdquo;Mein Syndrom. Ich werde bei Härtefällen eingesetzt.&ldquo;<br />
&bdquo;Okay. Muss man nicht verstehen&ldquo;, gab Charles zurück.<br />
Maya winkte ab. &bdquo;Sorry, ich darf da nicht mehr sagen.&ldquo;<br />
Der Anführer des Clubs zeigte Verständnis. &bdquo;Alles gut. Hauptsache du kommst bei uns zur Ruhe, machst bei den Touren mit und hilfst dabei, dass wir alle eine gute Zeit haben.&ldquo;<br />
&bdquo;Werde ich. Das ist ein so geiles Geschenk. Ich weiß nicht, was ich sagen soll.&ldquo; Maya deutete auf die Sitzgruppe. &bdquo;Wollen wir zu den anderen?&ldquo;<br />
Die Männer waren einverstanden.<br />
Maya ließ sich neben Manfred auf einen Sessel nieder, streckte die Beine vorsichtig aus und wandte sich dem Freund zu, der ihr ein frisches Bier reichte. Sie lächelte, als er sie eingehend betrachtete. &bdquo;Was&rsquo;n los?&ldquo;<br />
&bdquo;Du schaust so heiß aus. Richtig geil!&ldquo;<br />
&bdquo;Danke, Manni!&ldquo; Maya sah an sich hinunter. &bdquo;Die Klamotten sind ja auch mal richtig cool.&ldquo; Sie überlegte kurz, dann wandte sie sich an den Freund. Sie wusste, dass sie mit ihm über alles sprechen durfte. &bdquo;Kann ich dich um einen Gefallen bitten? Ich weiß, es sind mittlerweile ziemlich viele geworden.&ldquo;<br />
&bdquo;Fährst mit mir diese Woche ein paar Touren, dann bin ich damit wieder fein&ldquo;, meinte der Freund mit einem Lächeln. &bdquo;Um was geht es denn?&ldquo;<br />
&bdquo;Ich habe für die Ergreifung eines Mannes ein Kopfgeld ausgezahlt bekommen. Vielleicht hast du davon gelesen?&ldquo;<br />
Manfred nickte. &bdquo;Klar. Coronel Santos. Es gab da einen riesigen Skandal. Die Leute sind deshalb sogar auf die Straße gegangen.&ldquo;<br />
&bdquo;Man hat mir einen Teil von diesem Geld gegeben. Ich wusste nichts davon. Und jetzt möchte ich es spenden. Der General meinte, ich solle auf ein Haus sparen. Klar, mach ich natürlich, während andere Menschen im Elend leben, das diese Männer angerichtet haben. Dann komme ich noch schlechter mit meinem Gewissen klar als ohnehin schon.&ldquo;<br />
&bdquo;Ich kann dir gerne helfen, Türmchen. Aber spenden musst du selbst, sonst zahlst du Steuern. Aber wir können uns zusammen vertrauenswürdige Organisationen suchen, die von dem Geld profitieren. Da gibt es auch in Brasilien einige.&ldquo; Er hob die Flasche an den Mund und fragte, bevor er einen Zug daraus nahm: &bdquo;Von wie viel sprechen wir denn?&ldquo;<br />
&bdquo;Zweihunderttausend?&ldquo;, erklärte ihm Maya.<br />
Er verschluckte sich und spuckte das Bier über Kutte und Hose. &bdquo;Alter!&ldquo;<br />
&bdquo;Du hast zweihunderttausend Euro bekommen für eine Woche?&ldquo;<br />
Maya wandte sich zu Krollwitz um, der fragend zu ihnen rüber sah. &bdquo;Leiser bitte! Rund zweihundertfünfzigtausend.&ldquo;<br />
&bdquo;Alter! Und ich dachte, ich würde gut verdienen.&ldquo; Manfred hob die Flasche an, während Maya mit Papierservietten das Bier von seiner Montur tupfte.<br />
&bdquo;Blutgeld. Schon klar, oder?&ldquo;<br />
Der Freund sah sie schockiert an, dann nickte er. &bdquo;Der Anjo?&ldquo;<br />
Maya nickte. &bdquo;Können wir das diese Woche erledigen? Dann habe ich es weg.&ldquo;<br />
Manfred nickte. &bdquo;Klar, kein Problem.&ldquo;<br />
Kapitel 15 &ndash; Keine Ruhe<br />
Die Tage vergingen wie im Flug. Beim Frauenarzt hatte sie sich ein neues Hormonimplantat verabreichen lassen. Nebenwirkungen gab es bei ihr keine und bisher hatte es seinen Job getan. Sie hatte Glück gehabt. Es war schon fast aufgebraucht gewesen. Durch ihre Größe und das Syndrom verbrauchte sich der Wirkstoff deutlich schneller als gemeinhin üblich. Auch das Thema Kinderkriegen hatte sie noch mit dem jungen Arzt besprochen. Er sah hier keine Anzeichen für mögliche Probleme. &bdquo;Sie sind super gesund!&ldquo;, waren seine Worte gewesen.<br />
Am Vortag hatte sie die Spenden beauftragt. Das Geld ging an eine Selbsthilfegruppe, die nach den Straßenschlachten zwischen geflohenen Verbrechern und Polizei gegründet worden war. Die kleine Organisation sammelte Geld für würdige Beerdigungen der zivilen Opfer, suchte die Hinterbliebenen zu unterstützen und so ein wenig die Not zu lindern.<br />
Maya spendete auf Manfreds Anraten über einen Spendenvermittler, so konnten sie und ihre Bankverbindung anonym bleiben. Dieser arbeitete von der Schweiz aus, sodass es auch hier später zu keinem Rückschluss auf ihre Person kommen konnte. Wie immer war Manfred perfekt vorbereitet gewesen, sodass sie die Transaktion innerhalb einer Viertelstunde erledigt hatten. Maya fühlte sich erleichtert. Im gleichen Zug hatte sie auch die 9.000 Euro an Zecke überwiesen.<br />
So saß sie jetzt wieder auf ihrem neuen Motorrad, brauste damit durch die Stadt und nahm sich den Phönix-See zum Ziel, wo sie sich mit Malte und Marco treffen wollte. Sie würde die beiden zum Essen einladen und sich ausgiebig updaten lassen, was den Tratsch an der Schule anbelangte. Vielleicht hatte Marco neue Nachrichten von Hevi? Sie schrieb ihr immer noch jeden Tag eine Nachricht. Gestern war es ein Bild von ihrem neuen Motorrad gewesen und eine kurze Erklärung, wie sie dazu gekommen war. Auch jetzt tauchte nach wenigen Augenblicken die Lesebestätigung auf, als ob die Freundin darauf gewartet hätte.<br />
Sie bog in die Hörder-Bach-Allee ein, fuhr in Richtung Kai und passierte dabei die Stelle, wo sie vor etwas mehr als einer Woche die Mädels des Junggesellinnenabschieds aufgegabelt hatte. Ilona! Wieder trat das Bild der toten Frau in ihre Erinnerung. Sie spürte deutlich, dass dies eine noch viel tiefere Bedeutung für sie hatte als de Vries&lsquo; Sohn auf dem Dach oder der Junge vom Folterhof.<br />
Marco hatte sie schon gesehen, schien sie aber nicht sofort einordnen zu können. Er machte Malte auf sie aufmerksam, deutete mit der rechten Hand auf sie, während sie noch einmal beschleunigte, den Rest der Straße herunterfuhr und am Scheitelpunkt der Wendekurve zum Halten kam.<br />
Die beiden Jungen sahen ihr sprachlos dabei zu, wie sie, auf dem Motorrad sitzend, den Helm abnahm, die Handschuhe in die Seitentaschen der Jacke stopfte, diese auszog und anschließend auf den Halteplatz eines Taxistandes deutete.<br />
&bdquo;Hey, Maya! Was geht denn nur mit dir? Es wird immer krasser. Alter! Du stellst gerade meine Welt auf den Kopf&ldquo;, jammerte Marco. &bdquo;Woher hast du denn nur dieses geile Teil?&ldquo;<br />
&bdquo;Hab ich euch nicht erzählt, dass ich Mitglied der Sword-Blades bin? Steht doch auf meiner Kutte.&ldquo; Sie lachte. &bdquo;Lasst mich nur langsam rüber rollen!&ldquo; Sie startete den Motor erneut und rollte zum Haltebereich. Dort wurde sie sofort von einem Taxifahrer angesprochen.<br />
&bdquo;Sie dürfen hier nicht parken!&ldquo; Das dicke Gesicht des Mannes füllte sich mit Blut und strahlte schließlich wie eine rote Kugellampe.<br />
&bdquo;Doch, darf ich. Aber danke für den Hinweis. Ich bin in Bereitschaft und Angehörige der Polizei NRW.&ldquo; Sie wollte den Mann nicht dumm stehen lassen und zeigte ihm ihre Erlaubnis und den Polizeiausweis.<br />
&bdquo;Äh, okay. Entschuldigen Sie!&ldquo; Der Mann fing sich wieder. &bdquo;Sie sind Maya, oder? Die Frau aus dem Stadion.&ldquo;<br />
&bdquo;Dazu darf ich nichts sagen!&ldquo;, meinte die Riesin nur, während sie den Ständer des Motorrads ausklappte. &bdquo;Aber einen schönen Tag noch!&ldquo;<br />
Der Mann dankte und hob die rechte Hand zum Abschied.<br />
&bdquo;Kommt! Gehen wir was essen, ich hab einen riesigen Hunger.&ldquo; Sie legte den linken Arm über Maltes Schulter, in der Rechten ihre Jacke haltend.<br />
&bdquo;Dein Anblick bumst mir richtig den Kopf. Ist als Kompliment gemeint!&ldquo; Marco sah immer wieder zu ihr rüber.<br />
&bdquo;Ich bin hot, was soll ich sagen?&ldquo;, gab Maya zurück. Sie schob die Sonnenbrille über die Stirn auf die Haare, als sie in den Schatten der Häuser traten.<br />
&bdquo;Woher hast du das Teil?&ldquo;, wollte Malte wissen und erneuerte damit Marcos Frage.<br />
&bdquo;Hat mir der Club besorgt. Ein Werbegeschenk des Herstellers, sozusagen. Die dürfen von mir ein paar Fotos und Videos machen, wenn ich mit den Jungs und Mädels auf Tour gehe.&ldquo;<br />
&bdquo;Geile Scheiße! Meckere noch einmal über deinen Gigantismus!&ldquo; Malte deutete auf den Freisitz eines Restaurants. &bdquo;Was haltet ihr davon?&ldquo;<br />
Marco und Maya stimmten zu. Sie fanden einen gut gelegenen Tisch am Rand, konnten von dort aus das Wasser überblicken und freuten sich über Sonne und die warmen, aber nicht zu heißen Temperaturen.<br />
Die Beine der Riesin passten nicht unter den Tisch, und so setzte sie sich ein wenig schräg, schlug sie übereinander und sah neugierig einer kleinen zierlichen Frau vom Service dabei zu, wie sie an den Tisch trat, grüßte und die Karten verteilte. &bdquo;Hallo, Maya!&ldquo;<br />
&bdquo;Hallo!&ldquo;, grüßte die Riesin zurück. Sie war im Sitzen fast genauso groß wie die Frau im Stehen.<br />
&bdquo;Wollt ihr schon die Getränke?&ldquo;<br />
&bdquo;Gerne! Ich nehme eine Cola Zero!&ldquo;, bat Marco.<br />
&bdquo;Ich ein Pils, bitte&ldquo;, meinte Malte.<br />
Maya bestellte ein stilles Wasser.<br />
&bdquo;Jeder kennt dich. Das feiere ich total. Vor allem nach deiner Aktion im Stadion. Das warst doch du, oder? Warum hätte dich der Manager sonst Maya nennen sollen? Das ganze Stadion hat im Anschluss deinen Namen gebrüllt. Episch!&ldquo; Marco spuckte ihr im Redeschwall auf die Hose. &bdquo;Scheiße! Sorry, Türmchen!&ldquo;<br />
&bdquo;Schluck ab und an mal, wenn du plapperst&ldquo;, lächelte die Riesin und ignorierte den kleinen Fleck. &bdquo;Hast du was von Hevi gehört?&ldquo;<br />
&bdquo;Nein. Seit längerer Zeit ist Sendepause&ldquo;, berichtete der Freund. &bdquo;Dabei hat die Freundin mir erklärt, dass Hevi sich bei ihr melden wollte.&ldquo;<br />
&bdquo;Ihr habt Kontakt?&ldquo;, fragte Malte erstaunt und blickte dabei zu Mayas Gesicht auf. Die Sonne blendete ihn, er saß außerhalb des Gebäudeschattens.<br />
&bdquo;Über eine Bekannte von Marco bekomme ich ein wenig erzählt. Nicht wirklich etwas Neues. Leider.&ldquo; Sie wandte sich wieder an Marco. &bdquo;Gib mir die Nummer von ihr! Wenn sie sich so lange nicht gemeldet hat, möchte ich nachforschen. Mir hat sie gesagt, dass sie Abstand braucht. Das war bei ihr offensichtlich nicht der Fall.&ldquo;<br />
&bdquo;Du glaubst, sie ist in Gefahr?&ldquo; Marcos Stimme klang unsicher.<br />
&bdquo;Wir können es nicht ausschließen, richtig?&ldquo; Maya bemerkte die Frau vom Service, die in diesem Moment die Getränke brachte. &bdquo;Könntest du gleich noch einmal kommen, wir haben vergessen zu schauen.&ldquo;<br />
Die kleine Frau zeigte Verständnis und versprach, in fünf Minuten noch einmal nach ihnen zu sehen.<br />
&bdquo;Mach jetzt! Gib mir die Nummer der Freundin!&ldquo; Mayas Stimme klang fordernd.<br />
&bdquo;Aber sie hat Hevi versprochen, nichts zu sagen. Bitte, Maya! Nachher bin ich das Arschloch.&ldquo;<br />
&bdquo;Vielleicht denkt sie jetzt anders darüber, nachdem Hevi sich nicht mehr meldet. Wie heißt sie?&ldquo;<br />
&bdquo;Chantal!&ldquo; Marco tippte auf dem Display seines Handys herum. &bdquo;Hast du jetzt. Fuck. Die wird ausrasten.&ldquo;<br />
&bdquo;Wird sie nicht, wenn sie auch glaubt, das Hevi in Not ist.&ldquo; Maya schob ihren Stuhl zurück. &bdquo;Bin gleich wieder da. Malte! Bestell das Buffet für mich!&ldquo;<br />
Der Schulfreund nickte.<br />
Maya hatte schon gewählt. Hörte ein Freizeichen, dann ein neugieriges Hallo.<br />
&bdquo;Hier spricht Maya. Hevis Freundin. Du hast jetzt länger nichts mehr von ihr gehört, oder?&ldquo;<br />
&bdquo;Maya! Oh Gott! Du, ich hab ihr geschworen&#8230;&ldquo;<br />
&bdquo;Ich weiß. Sag mir nur, ob du dir Sorgen um sie machst.&ldquo;<br />
Chantal brauchte nicht lange zu überlegen. &bdquo;Wir haben fast jeden Tag geschrieben. Jetzt aber hab ich schon länger als zwei Wochen nichts von ihr gehört. Dabei hat sie sich melden wollen. Sie wollte ihren Freund in Samarra besuchen. Eine Stadt im Irak.&ldquo;<br />
&bdquo;Was weißt du über den Freund?&ldquo;, fragte Maya gereizt.<br />
&bdquo;Er ist kein Kurde. Sie haben sich in Erbil auf dem Basar kennengelernt, als ihr Onkel dort Früchte von seinem Hof verkauft hat. Sie hat mir erzählt, dass der Typ in Samarra ein Haus hat und dort als Arzt arbeitet.&ldquo;<br />
&bdquo;Hat sie dir ein Bild geschickt?&ldquo;<br />
Chantal bestätigte ihre Vermutung. &bdquo;Er heißt Ben. Ich kann es dir gleich schicken, wenn du möchtest.&ldquo;<br />
&bdquo;Schick mir den ganzen Nachrichtenverlauf, seit dem Tag, an welchem sie dir zuerst von ihm erzählt hat. Beeile dich! Vielleicht zählt jede Sekunde!&ldquo;<br />
&bdquo;Bitte Maya! Mach mir keine Angst.&ldquo;<br />
Maya fühlte in sich hinein. &bdquo;Tut mir leid. Aber etwas stimmt nicht, ich spüre es deutlich.&ldquo;<br />
&bdquo;Ich schicke dir sofort alles rüber.&ldquo;<br />
&bdquo;Gut! Dann werde ich ein paar Gefallen einfordern. Danke, Chantal! Ich weiß, du hast ihr ein Versprechen gegeben, aber vielleicht ist sie wirklich in Gefahr.&ldquo;<br />
&bdquo;Nein! Bitte hilf ihr! Sie hat immer gesagt, dass, wenn es ihr wieder wirklich schlecht geht, sie dich anrufen würde.&ldquo;<br />
&bdquo;Und da hat ihr der Abgang nicht ausgereicht?&ldquo;, zeigte sich Maya verblüfft.<br />
&bdquo;Nein! Sie meinte, du hättest es nicht verdient, sie aus diesem Dreck zu ziehen. Du hast wegen ihr deinen Leumund vor ihren Eltern verspielt. Sie hat dich dazu gebracht, für sie zu lügen.&ldquo;<br />
&bdquo;Bullshit! Chantal! Ich rufe dich später noch einmal an. Vielleicht fällt dir ja noch was ein? Ich erledige gleich ein paar Anrufe.&ldquo;<br />
&bdquo;Hältst du mich auf dem Laufenden?&ldquo;, fragte Chantal vorsichtig.<br />
&bdquo;Ja, na klar. Schon allein, weil du Marco erlaubt hast, mir wenigstens ein wenig zu stecken. Dafür danke ich dir.&ldquo; Sie verabschiedete sich. Dann wählte sie die Nummer von General Arnold.<br />
&bdquo;Mrs. Klein. Wir sprechen uns jetzt häufiger, das freut mich.&ldquo;<br />
&bdquo;Ich habe bei ihnen etwas gut, denke ich?&ldquo;<br />
Der General blieb ernst. &bdquo;Alles, was in meinen Möglichkeiten liegt.&ldquo;<br />
&bdquo;Ich suche eine Frau namens Hevi Ahmedi. Sie ist meine älteste Freundin. Wir sind wie Schwestern aufgewachsen. Sie wurde vor zwei Wochen in Samarra das letzte Mal gesehen.&ldquo;<br />
&bdquo;Im Irak?&ldquo;, staunte der Militär.<br />
&bdquo;Ja. Sie hat einen Mann in Erbil kennengelernt. Er ist nach eigenen Angaben Arzt und wohnt in Samarra. Hevi wollte ihn besuchen, seitdem ist sie nicht mehr gesehen worden. Das liegt jetzt zwei Wochen zurück.&ldquo;<br />
&bdquo;In dieser Gegend ist der IS im Untergrund aktiv. Sie machen Jagd auf Kurden, locken die Menschen aus deren Gebieten, dann verschwinden diese. Leider keine Seltenheit.&ldquo; Er holte tief Luft. &bdquo;Geben sie mir alles, was sie haben, wir fangen sofort an.&ldquo;<br />
&bdquo;Danke General!&ldquo;<br />
&bdquo;Nicht dafür, Mrs. Klein. Wie gesagt, sie haben viel auf unser Konto eingezahlt. Wird Zeit, dass wir ihnen davon etwas zurückgeben.&ldquo;<br />
&bdquo;Noch eine Bitte!&ldquo;<br />
&bdquo;Ja?&ldquo;<br />
&bdquo;Wenn sie ihn gefunden haben, möchte ich, dass sie mich schicken!&ldquo;<br />
&bdquo;Gut! Ich werde das veranlassen. Wird Mr. Luchs wieder böse mit mir sein, aber nicht zu ändern.&ldquo; Der General lachte. &bdquo;Sowie wir etwas haben, fliegen sie los. Wir bereiten bis dahin alles vor.&ldquo;<br />
&bdquo;Danke!&ldquo;<br />
Maya beendete das Gespräch. Sie hatte bei weitem noch nicht alle Register für die Freundin gezogen. Sie wählte eine weitere Nummer.<br />
&bdquo;Willy? Hier ist Maya. Ist deine Süße zu sprechen?&ldquo;<br />
&bdquo;Nein, leider nicht. Ist es denn wichtig?&ldquo;, kam die Stimme des Berliners zurück. Sie klang aufgeregt.<br />
&bdquo;Es geht um die nächsten Treffen.&ldquo;<br />
&bdquo;Alles klar. Ich sag ihr, sie soll dich anrufen.&ldquo;<br />
Maya war noch nicht an ihren Platz zurückgekehrt, als ihr Handy brummte. Es war eine ihr unbekannte Nummer.<br />
&bdquo;Was ist los?&ldquo;, fragte Rosalinda sofort. &bdquo;Mir wurde nichts gemeldet.&ldquo;<br />
&bdquo;Vielleicht hätte ich dich auch so sprechen wollen?&ldquo;<br />
Rosalinda antwortete nicht sofort. Wahrscheinlich spielte sie in diesem Moment mit ihrem Zopf und dachte nach. &bdquo;Hau raus! Du willst was von mir.&ldquo;<br />
&bdquo;Hast du Kontakte in den Irak?&ldquo;<br />
&bdquo;Indirekt. Warum?&ldquo;<br />
&bdquo;Ich suche jemanden.&ldquo;<br />
&bdquo;Gib mir, was du hast. Ich versuche es.&ldquo; Versprach ihr die Mexikanerin.<br />
&bdquo;Und was willst du dafür?&ldquo;<br />
&bdquo;Bleib ruhig! Ich kann zu dir auch nein sagen, richtig? Wir sind Freunde, oder?&ldquo;<br />
&bdquo;Zumindest fange ich langsam an, daran zu glauben&ldquo;, gab die Riesin zurück.<br />
&bdquo;Gut! Das ist doch schon mal mehr als genug für mich.&ldquo; Rosalinda lachte. &bdquo;Schick mir die Infos und sag mir, ob noch jemand anderes sucht. Wäre blöd, wenn wir uns in die Quere kämen.&ldquo;<br />
&bdquo;Die Amerikaner. Ich habe einen General gebeten.&ldquo;<br />
Rosalinda reagierte nicht weiter verwundert. &bdquo;Arnold. Scheint okay zu sein. Gut. Leg jetzt auf! Ich melde mich die Tage bei dir. Wird dauern, bis wir sie gefunden haben.&ldquo;<br />
&bdquo;Warte bitte! Du hast keinen Zweifel daran?&ldquo;<br />
Rosalinda verneinte. &bdquo;Wer kann sich schon vor der Mafia verstecken?&ldquo; Sie lachte heiser. &bdquo;Geh jetzt was essen! Du siehst schon ganz gereizt aus.&ldquo;<br />
Maya sah sich verwirrt um. &bdquo;Woher weißt du, wo ich bin?&ldquo;<br />
&bdquo;Ich soll auf euch aufpassen. Warum wundert dich das dann?&ldquo;<br />
&bdquo;Okay. Ich geb auf und frag nicht weiter.&ldquo;<br />
&bdquo;Ungewohnt, oder?&ldquo;<br />
Maya lachte. &bdquo;Ja, irgendwie schon. Danke Ros!&ldquo;<br />
&bdquo;Müssen gucken? Wie lange ist er weg?&ldquo;<br />
&bdquo;Zwei Wochen. Eine sie. Meine erste richtige Freundin.&ldquo;<br />
&bdquo;Dann hat sie bisher in Deutschland gelebt?&ldquo;<br />
&bdquo;Ja. Hier in Dortmund.&ldquo;<br />
&bdquo;Kennst du ihre Familie gut?&ldquo;, fragte Rosalinda weiter.<br />
&bdquo;Ja. Praktisch genauso lange. Nur in letzter Zeit habe ich keinen Kontakt mehr gehabt. Nur zum Bruder noch ein wenig.&ldquo;<br />
&bdquo;Gut! Frag sie, ob sie eine Lösegeldforderung bekommen haben. Wenn ja, rufst du Willy an. Ich melde mich dann bei dir.&ldquo;<br />
&bdquo;Wieso? Warum glaubst du das?&ldquo;<br />
&bdquo;Es gibt viele Iraker in Deutschland. Und die meisten von ihnen mögen keine Kurden. Sie schauen sich nach lukrativen Opfern um, suchen nach Verbindungen im Irak und locken dann Angehörige in die Falle. So, oder ähnlich wird es gelaufen sein.&ldquo;<br />
&bdquo;Glaubst du, es waren welche vom IS?&ldquo;<br />
&bdquo;Hat dir das der General gesagt?&ldquo;, fragte Rosalinda zurück. Es klang amüsiert.<br />
&bdquo;Ja.&ldquo;<br />
&bdquo;Er hat keine Ahnung. Frag bei der Familie nach, gib mir Bescheid! Wahrscheinlich wurden sie erst vor Kurzem kontaktiert. Die Entführer warten bis die Angehörigen vor Ort durchdrehen und entsprechenden Druck bei den Verwandten in Deutschland machen.&ldquo;<br />
&bdquo;Ros?&ldquo;<br />
&bdquo;Ja?&ldquo;<br />
&bdquo;Danke!&ldquo;<br />
&bdquo;Schnickschnack. Wenn eine Forderung besteht, gib mir den Betrag. Dann weise ich genauso viel an, dass sich ein Mord noch nicht lohnt. Wir müssen da unbedingt aufpassen.&ldquo;<br />
&bdquo;Okay!&ldquo; Maya dankte noch einmal, dann beendete sie das Gespräch. Monstrosität! Willy hatte sich mal in dieser Richtung ausgedrückt. Rosalinda packte diese aus und vergewaltigte damit ihre Mitmenschen. Entweder war es Macht oder ihre kriminelle Intelligenz. Genie! Wahrscheinlich war diese Frau eins.<br />
Sie wählte Baz&lsquo; Nummer. Hevis Bruder war der Einzige in der Familie, welcher den Kontakt zu ihr gehalten hatte.<br />
&bdquo;Maya!&ldquo; Die Stimme des Freundes klang dumpf und passiv. &bdquo;Ich habe jetzt keine Zeit&#8230;&ldquo;<br />
&bdquo;Du hörst mir zu!&ldquo;, forderte Maya eindrücklich. &bdquo;Bist du bei Baba und Anne?&ldquo;<br />
&bdquo;Ja!&ldquo;, kam es kurz zurück.<br />
&bdquo;Mach mich auf laut&ldquo;, forderte die Riesin.<br />
&bdquo;Bitte Maya. Wir haben gerade&#8230;&ldquo;<br />
&bdquo;Große Sorgen, ich weiß.&ldquo; Sie wartete ein paar Sekunden ab, dann sprach sie weiter. &bdquo;Hört ihr mich?&ldquo;<br />
Es war Rebar, der Vater, welcher ihr antwortete. &bdquo;Ja, wir hören dich.&ldquo;<br />
&bdquo;Gut! Ich stelle euch Fragen, wenn ihr nicht antwortet, bedeutet das für mich ein Ja.&ldquo;<br />
Schweigen. Niemand aus der Familie reagierte in diesem Moment.<br />
&bdquo;Wird Hevi vermisst?&ldquo;<br />
Keine Antwort.<br />
&bdquo;Wurde sie entführt?&ldquo;, fragte Maya weiter.<br />
Wieder blieb es ruhig.<br />
&bdquo;Haben die Entführer Kontakt zu euch aufgenommen?&ldquo;<br />
Wieder blieb es ruhig.<br />
&bdquo;Ihr habt noch kein Geld gezahlt?&ldquo;<br />
Die Familie schwieg.<br />
&bdquo;Gut. Ich gebe euch jetzt eine Nummer. Es ist nicht die Polizei.&ldquo; Maya überlegte sich die nächsten Worte genau. &bdquo;Ich weiß, ich habe euch enttäuscht und war eine schlechte Freundin. Aber wenn ihr mich lasst, hole ich Hevi zurück. Und wenn ich alles dafür geben muss, was ich habe.&ldquo;<br />
&bdquo;Aber wie könntest du uns helfen?&ldquo;, wollte Rebar wissen.<br />
&bdquo;Es hat sich bei mir viel verändert in den letzten Monaten, Baba. Helft mir, damit ich euch helfen kann, einverstanden?&ldquo;<br />
Maya versuchte, sich an Rosalindas Einschätzung zu erinnern.<br />
&bdquo;Habt ihr in den letzten Wochen, Monaten jemand Neues kennengelernt? Hier in Deutschland?&ldquo;<br />
Schweigen. Die Familie schien zu überlegen.<br />
&bdquo;Noor! Sie hat uns dabei geholfen, Geld nach Kurdistan zu schicken&ldquo;, war Gulistan aus dem Hintergrund zu hören.<br />
&bdquo;Sie ist nicht da, oder?&ldquo;, fragte Maya.<br />
&bdquo;Nein! Sie kommt immer am Wochenende.&ldquo;<br />
&bdquo;Gut. Ihr werdet ihr nichts erzählen! Gar nichts! Falls ihr das tut, bringt ihr Hevi noch zusätzlich in Gefahr. Ganz im Gegenteil, sollte sie besonders aufdringlich sein, wisst ihr, dass sie etwas damit zu tun hat.&ldquo;<br />
&bdquo;Aber Maya. Warum?&ldquo;, wollte Baz wissen.<br />
&bdquo;Hat sie euch über das Haus ausgefragt?&ldquo;<br />
Schweigen.<br />
&bdquo;Also, ja?&ldquo;<br />
&bdquo;Das ist eine nette Frau&ldquo;, meinte Zelal, Hevis Mutter. &bdquo;Sie geht jeden Freitag in die Moschee. Ich kenne ihren Vater.&ldquo;<br />
&bdquo;Wie lange ist sie schon in Deutschland?&ldquo;, wollte Maya wissen.<br />
&bdquo;Zwei Jahre ungefähr. Sie hat vorher in München gewohnt.&ldquo;<br />
&bdquo;Verspricht mir, dass alles, was wir besprechen, in der direkten Familie bleibt! Nichts darf nach außen dringen.&ldquo;<br />
&bdquo;Maya! Warum glaubst du, dass du uns helfen kannst?&ldquo; Wollte Zelal wissen.<br />
&bdquo;Die amerikanische Regierung forscht nach und auch eine Freundin, die geschäftliche Kontakte im Irak hat. Sie kennt sich aus. Von ihr weiß ich, wie solche Leute vorgehen. Sie wird auch für euch die Zahlung vornehmen. Ihr folgt einfach allem, was sie sagt. Tut ihr das nicht, wird Hevi getötet und ihr seid euer Geld los.&ldquo;<br />
&bdquo;Hevi hat uns so verarscht und dich auch&ldquo;, drang es aus dem Hintergrund. Es war Gulistan, Hevis Schwester, die in diesem Moment ihren Frust zum Ausdruck brachte.<br />
&bdquo;Mag sein. Aber wir wollen sie alle wiederhaben. Sobald wir herausbekommen haben, wo sie ist, hole ich sie euch zurück.&ldquo;<br />
&bdquo;Kommst du vorbei?&ldquo;, fragte Baz. &bdquo;Dann könnten wir direkt miteinander sprechen.&ldquo;<br />
&bdquo;Nein! Auf keinen Fall. Nichts, was euch mit der Polizei in Verbindung bringen könnte. Ihr gebt euch passiv! Bleibt für euch! Sagt niemanden etwas! Wenn jemand fragt, sagt die halbe Wahrheit. Ihr macht euch Sorgen um Hevi. Habt lange nichts von ihr gehört.&ldquo;<br />
&bdquo;Wir wollen doch einfach nur, dass sie heil zurückkommt. Keiner wollte, dass sie nach Kurdistan geht. Was haben wir damals alles unternommen, um hier eine Chance auf ein friedliches Leben zu bekommen.&ldquo; Das Weinen von Zelal war deutlich durch das Telefon zu hören.<br />
&bdquo;Baz! Schick mir die Nummer von dieser Noor, am besten auch ihren Nachnamen. Wenn ihr ein Foto habt, hilft mir das. Wisst ihr, was sie für ein Auto fährt?&ldquo;<br />
&bdquo;Einen neuen BMW. Fünfer, glaub ich. Sie hat einen guten Job im Marketing.&ldquo;<br />
&bdquo;Gut. Wir holen uns Hevi zurück! Koste es, was es wolle.&ldquo;<br />
&bdquo;Baz! Du rufst sofort die Nummer an, die ich dir gleich gebe. Versprich es mir! Es wird sich ein Freund melden. Sag ihm, dass ich dir seine Daten gegeben habe. Sie ruft dich dann an.&ldquo;<br />
&bdquo;Mach ich. Wir halten uns alle daran. Dafür sorge ich.&ldquo;<br />
&bdquo;Möge Allah unserer Tochter gewogen sein&ldquo;, sprach Rebar. Wahrscheinlich versuchte er, seine Frau zu trösten.<br />
&bdquo;Er hat euch mächtige Verbündete geschickt. Vertraut darauf! Das, was jetzt passiert, hängt auch zum großen Teil von euch ab. Zu niemandem ein Wort! Nicht zu Freunden, nicht zu Verwandten. Zu niemandem!&ldquo;<br />
Maya beendete das Gespräch und schickte die neuen Informationen an Rosalinda. Sie traute der Mexikanerin einiges mehr zu als den Amerikanern. Warum das so war? Sie wusste es nicht. Auch hier war es eine Stimmung, ein Gefühl, welches sie trieb.<br />
Was für ein Tag! Sie bekam keine Pause. Es sollte einfach nicht sein. Nachdenklich ging sie an den Tisch zurück, nahm Platz, nickte ihren beiden Freunden zu, überblickte die Speisen, welche für sie bestellt worden waren.<br />
&bdquo;Sind bei der dritten Runde!&ldquo;, meinte Malte. &bdquo;Sorry, wir haben schon angefangen.&ldquo;<br />
Die Riesin nötigte sich für die beiden ein Lächeln ab. &bdquo;Ich hole euch schon noch ein.&ldquo;<br />
&bdquo;Gibt es Neuigkeiten?&ldquo;, wollte Marco wissen.<br />
Maya war gerade dabei, ein Sushi-Roll an ihren Mund zu führen, sah nachdenklich auf ihn runter, dann nickte sie. &bdquo;Hevi wurde entführt. Die Ahmedis sollen Lösegeld für sie zahlen.&ldquo;<br />
Marco lehnte sich zurück. &bdquo;Oh mein Gott! Und jetzt?&ldquo;<br />
&bdquo;Holen wir sie zurück. Freunde von mir sind dran. Wir haben auch schon eine Spur.&ldquo;<br />
Malte musterte sie nachdenklich. &bdquo;Wie machst du das alles?&ldquo;<br />
&bdquo;Ich habe in den letzten Monaten viele Menschen kennengelernt. Die einen sind mir etwas schuldig, gegenüber den anderen stehe ich in der Kreide.&ldquo;<br />
Maya aß schweigend vor sich hin. Auch die beiden Freunde schienen in Gedanken. Nur ab und an griffen sie nach dem Tablett, bestellten nach und reichten es an sie weiter.<br />
&bdquo;Wollen wir noch eine Runde gehen?&ldquo;, fragte Marco.<br />
&bdquo;Nee, lieber nicht. Nachher ruft jemand an. Ich muss dann sofort los.&ldquo;<br />
Mit diesen Worten klingelte ihr Telefon. Sofort ließ sie die Gabel fallen und stand wieder auf. &bdquo;Ja?&ldquo;, fragte sie nach und ging dabei ein paar Schritte. &bdquo;Hey, Heinchen! Entschuldige, hab gerade wieder viel Scheiße an der Backe&#8230;&ldquo;<br />
&bdquo;Was ist denn passiert?&ldquo;, wollte Heiner wissen.<br />
&bdquo;Hevi wurde im Irak entführt. Ich helfe jetzt ihren Eltern, sie zurückzuholen.&ldquo;<br />
&bdquo;Was? Wie kann das denn sein?&ldquo;<br />
&bdquo;Die Ahmedis wurden ausgekundschaftet. Man hat jemanden gesucht, mit dem man die Familie erpressen kann. Ihnen gehört ein Anteil an einem Mietshaus. Dem entsprechend wird man auch ein Lösegeld verlangen. Und da Hevi im Irak ist&#8230;&ldquo; Sie berichtete ihrem Freund die Einzelheiten.<br />
&bdquo;Was für eine Scheiße! Musst du los?&ldquo; Heiners Stimme klang aufgeregt.<br />
&bdquo;Nein. Bisher noch nicht. Aber wenn man ein Ziel hat, werde ich angefordert. Sei nicht sauer Süßer. Bitte! Es geht um meine älteste Freundin.&ldquo; Sie wunderte sich selbst, dass sie Hevi nicht mehr als beste Freundin sehen wollte.<br />
&bdquo;Patricia und Torben sind jetzt zusammen.&ldquo;<br />
&bdquo;Was?&ldquo; Maya glaubte in diesem Moment, nicht richtig gehört zu haben.<br />
&bdquo;Sie hat ihn nach dem gemeinsamen Essen auf den Mund geküsst und gemeint, dass sie bei ihm alles wieder gutmachen möchte.&ldquo;<br />
&bdquo;Okay. Das hört sich ganz verkehrt an.&ldquo; Maya dachte an die hübsche Verkäuferin. Das kam doch niemals von ihr.<br />
&bdquo;Für Torben nicht. Er hat sofort ja gesagt, mit ihr weitergeküsst und mich heute gefragt wie Sex funktioniert und worauf er dabei achten muss. Kam extra deshalb vorbei.&ldquo;<br />
&bdquo;Alter! Das ist doch nicht ihr Ernst. Die lässt sich von ihm vögeln?&ldquo; Maya hatte jetzt die Gewissheit. &bdquo;Das kommt von Ros, hundert Prozent. Patricia macht das nicht freiwillig.&ldquo;<br />
&bdquo;Glaub ich auch. Aber sicher wissen wir es auch nicht. Hat sie sich selbst eingebrockt.&ldquo;<br />
&bdquo;Und jetzt muss sie sich von ihm vögeln lassen?&ldquo;, fragte Maya schockiert. &bdquo;Das ist doch im Grunde genommen genau dasselbe.&ldquo;<br />
&bdquo;Ja. Und in Zukunft wird sie nie wieder einem Menschen auf diese Art schaden&ldquo;, gab Heiner zurück. &bdquo;Ich frage mich nur, was Ros davon hat. Die wird das doch nicht für Torben gemacht haben, weil er ein Freund von mir ist.&ldquo;<br />
&bdquo;Keine Ahnung. Ich weiß nicht, was diese Frau umtreibt. Vorhin hat sie die Situation um Hevi in Sekunden durchleuchtet. Es war unwirklich. Wäre sie eine Polizistin, sie wäre besser als ich. Ganz sicher.&ldquo; Sie wandte sich zu den beiden Freunden um und hob entschuldigend ihre Rechte. &bdquo;Du, lass uns heute Abend sprechen, okay? Ich bin mit Malte und Marco beim Essen und bisher haben wir nicht mehr als ein paar Sätze gewechselt. Innerlich ist mir zum Heulen wegen Hevi. Aber solange die beiden bei mir sind, mag ich mich nicht gehen lassen.&ldquo;<br />
&bdquo;Ich bin um 19 Uhr zu Hause. Dann reden wir in Ruhe, Maya. Passiert viel im Moment. Hoffentlich wird es bald wieder chilliger. Ich würde es uns wünschen.&ldquo;<br />
&bdquo;Tut mir leid Heini, wirklich. Hättest dir vielleicht &lsquo;ne Normalere suchen sollen.&ldquo;<br />
&bdquo;Als ob ich so eine noch haben wollte! Wir nehmen es so, wie es kommt. Mach dir da keine Gedanken! Ich liebe dich, Maya!&ldquo;<br />
&bdquo;Ich dich auch, Süßer! Freu mich auf gleich. Warte zu Hause auf euch.&ldquo; Ihr wurde warm bei dieser Vorstellung.<br />
&bdquo;Du bist richtig on Fire, kann das sein?&ldquo;, fragte Marco, als die große Freundin zum Tisch zurückkehrte.<br />
Sie gab ihm recht. &bdquo;Es ist wie verhext. Es nervt mich selbst, glaubt mir bitte. Ich war eigentlich immer diejenige, die sich Ruhe wünscht. Frag Malte!&ldquo;<br />
Der Freund bestätigte sie sofort. &bdquo;Viel geplappert wie die anderen Mädels hast du nie. Stimmt.&ldquo;<br />
Maya schloss ihre Augen. &bdquo;Die verarschen mich doch!&ldquo; Sie stand wieder auf, nahm das Handy und hob es an ihr Ohr. &bdquo;Ja?&ldquo;<br />
Marco und Malte sahen ihr nach. &bdquo;Ich glaube, das mit dem Essen verschieben wir. Die kommt eh nicht mehr zur Ruhe.&ldquo;<br />
Tatsächlich kehrte Maya jetzt zu den beiden zurück, zeigte ein deutlich vom Frust gezeichnetes Gesicht und schüttelte ihren Kopf. &bdquo;Sorry Jungs, aber ich muss zum Club. Da will jemand stänkern. Der Tag ist eine Katastrophe.&ldquo; Sie ließ Malte Bargeld da und entschuldigte sich noch einmal. &bdquo;Ruft mich an, okay? Ich mache das wieder gut. Abschlussfeier ist nicht drin. Tut mir leid. Gib den anderen Bescheid, ja? Einfach zu viel los gerade.&ldquo;<br />
Die beiden jungen Männer zeigten Verständnis. &bdquo;Ist schade, aber verständlich. Halt uns bitte auf Stand mit Hevi! Vielleicht können wir ja auch irgendwie helfen?&ldquo;<br />
Maya versprach es ihnen. Marco und Malte standen vom Tisch auf, ließen sich von der Freundin umarmen, dann lief sie auch schon an der Tischreihe vorbei und verschwand hinter der Hausecke.<br />
&bdquo;Entführt! Vielleicht lebt sie schon gar nicht mehr&#8230;&ldquo;, Marco blickte auf den Tisch herunter. &bdquo;Und wir sitzen hier und schlemmen.&ldquo;<br />
&bdquo;Red keinen Quatsch! Natürlich lebt sie noch. Die gehen doch kein Risiko ein, solange sie kein Geld haben. Maya regelt das. Hat sie schon immer.&ldquo; Malte war sich sicher.<br />
* * * * *<br />
Maya startete das Motorrad, setzte sich Sonnenbrille und den Helm auf und fuhr die Allee herunter. Das positive Gefühl, welches sie mit der Maschine verbunden hatte, war verschwunden. Die Katastrophe um Hevi hatte nicht gereicht, nein!<br />
Charles hatte Pimmel nach Abstimmung der Member aus dem Club ausgeschlossen und als Reaktion darauf eine Hassnachricht erhalten. Jetzt waren siebzig Legionäre vorgefahren, mit der Behauptung, dass Pimmels Schulden nun die des Clubs wären. Bisher blieb es bei dieser Aussage, mehr war nicht gekommen.<br />
Das war vor zehn Minuten gewesen und sie musste nach Hause, um ihre Pistole zu holen. Wenn es hart auf hart kommen sollte, würde sie vielleicht das Argument darstellen, welches den Konflikt zumindest für den Moment unterbinden würde.<br />
Sie fuhr schnell. Nahm keine Rücksicht auf die Geschwindigkeitsbegrenzung, war zehn Minuten später da und hastete in die Wohnung, um ihre Waffe zu holen. Zecke hatte gemeint, dass sie die Polizei nicht rufen konnten. Bisher hatten sich die Legionäre nur vor dem Club versammelt. Es kamen immer mehr hinzu.<br />
Sollte sie mit dem Auto fahren? Ja! Sie entschloss sich dazu. Sollte es Krawall geben konnte sie notfalls ihre Rüstung anlegen.<br />
Maya fuhr mit ihrem Dienstfahrzeug langsam an der langen Doppelschlange Motorräder vorbei. Die Typen sahen wirklich finster aus. Wahrscheinlich waren auch etliche bewaffnet. So erntete sie von den Bikern verächtliche Blicke, während sie zur Toreinfahrt des Clubs einlenkte und dann den Wagen so aufstellte, dass dieser die Zufahrt blockierte. Nur ein kleiner Spalt blieb frei, der sich im Notfall einfach verteidigen lassen würde.<br />
Zecke und Atilla eilten ihr entgegen. Neben ihnen waren noch Horst, Krollwitz, Charles und Frooty da. Die anderen Member arbeiteten noch oder waren auf dem Weg. Ein Streifenwagen der Polizei fuhr langsam die Straße entlang. Die Beamten hielten aber nicht und bogen in eine Seitenstraße ein.<br />
&bdquo;Was könnten die wollen?&ldquo;, fragte Maya den Clubchef.<br />
Charles überblickte die Ansammlung. &bdquo;Die testen, wie viele wir aufbieten können. Pimmel ist als Prospekt unter ihnen. Ging ziemlich schnell. Ich denke, die wollen an unser Gelände.&ldquo;<br />
&bdquo;Oder an unser Saubermannimage&ldquo;, spekulierte Atilla. &bdquo;Zumindest dann, wenn es um ihren Schmutz geht, den sie bei uns lagern wollen. Pimmel wird ihnen gesteckt haben, dass wir hier einen guten Leumund haben.&ldquo;<br />
&bdquo;Aber sicher auch, dass wir eine Polizistin in unseren Reihen haben.&ldquo;<br />
&bdquo;Deshalb werden sie versuchen, uns zu übernehmen. Entweder auf die eine oder auf die andere Weise.&ldquo;<br />
&bdquo;Und welche wären das?&ldquo;, wollte Maya wissen.<br />
&bdquo;Entweder gewaltsam, indem sie uns dazu zwingen, einen Member zum Pres zu ernennen, der in ihrem Namen handelt, oder durch einen Battle-of-the-Best. Dann tritt ihr bester Schläger gegen unseren besten Schläger an. Die dreschen dann solange aufeinander ein, bis eine Seite aufgibt.&ldquo;, erklärte Atilla. Er winkte Horst zu, der in diesem Moment auf den Hof kam. Maxim und Falko begleiteten ihn. Zwei ältere Member, die Maya nicht kannte, folgten ihnen nach.<br />
&bdquo;Es werden alle kommen, Charly&ldquo;, meinte der Fahrschullehrer. &bdquo;Hoffen wir, dass es nicht eskaliert.&ldquo;<br />
&bdquo;Die Kollegen haben auf jeden Fall die Szene auf dem Schirm. Fahren jetzt schon mit zwei Wagen vorbei. Vielleicht holen sie ja noch ein paar Bepos hinzu&ldquo;, stellte Maya sachkundig fest.<br />
&bdquo;Dann kommt die Legion ein anderes Mal wieder&ldquo;, entgegnete Atilla. &bdquo;Wir müssen das klären, unbedingt. Sonst haben wir keine Ruhe mehr.&ldquo;<br />
&bdquo;Die sind viel mehr, wenn die jetzt loslegen, gibt das eine Riesensauerei.&ldquo;<br />
&bdquo;Nein! Hier und so offen ganz sicher nicht. Das ist erst einmal ein reiner Einschüchterungsversuch.&ldquo;<br />
&bdquo;Na die Mädels haben schon mal keinen Bock mehr zu kommen. Klar. Die gehen kein Risiko ein&ldquo;, erklärte Horst. &bdquo;Und die Anwohner sind natürlich sofort beunruhigt, wenn die Deppen hier immer wieder aufkreuzen und einen auf passiv-aggressiv machen. Das könnte uns richtig in Schwierigkeiten bringen.&ldquo;<br />
&bdquo;Was wisst ihr denn über die?&ldquo;, wollte Frooty wissen.<br />
&bdquo;Na ja. Dieser Chapter macht so hübsche Sachen wie Schutzgeld, illegale Transporte, Leute für Geld einschüchtern, haben ein paar Puffs um Münster rum, verkaufen Waffen und Drogen. Sie haben einen Sicherheitsdienst und einen Gastroservice, über die sie dann das Geld waschen. Letztes Jahr haben sie in Werne einen kleinen Club zur Aufgabe gezwungen, nachdem sie einen eigenen Sicherheitsdienst aufbauen wollten. Viele Rocker arbeiten auch als Security oder Türsteher.&ldquo;<br />
&bdquo;Und wenn wir sie zum Battle-of-the-Best herausfordern? Wenn wir verlieren, dürfen die bei uns lagern, gewinnen wir, sind die Forderungen beglichen&ldquo;, schlug Maxim vor.<br />
&bdquo;Dir ist klar, dass da Berufsschläger unter denen sind? Typen, denen du nicht begegnen möchtest. Zu keiner Tageszeit&ldquo;, erklärte Atilla.<br />
Maxim blickte zu Maya rüber. &bdquo;Und wir haben unsere Süße. Der will kein Krimineller begegnen, hab ich nicht recht?&ldquo;<br />
Maya wurde hellhörig. Sie sah in die Runde der Männer, die weiter nach einer Alternative suchten, war aber schließlich einverstanden. &bdquo;Wenn wir dann alle nach Hause gehen können, kein Problem. Weiß halt nicht, was Pimmel denen über mich gesteckt hat.&ldquo;<br />
&bdquo;Spielt keine Rolle. Wir schicken Atilla vor. Er ist im Moment der Größte und Kräftigste unter uns Männern. Soll er die Herausforderung überbringen. Zumal nur unter Kuttenträgern gefightet wird. Und dass du jetzt eine hast, weiß Pimmel nicht.&ldquo;<br />
&bdquo;Gut! Dann bitte schnell. Ich möchte nach Hause.&ldquo;<br />
Atilla zögerte kurz, dann nickte er in die Runde. &bdquo;Los geht&rsquo;s! Austragungsort ist unser Hof.&ldquo;<br />
Er ging in Begleitung von Charles und Zecke zum Tor.<br />
&bdquo;Ey! Holt Emanuel her! Wir wollen reden.&ldquo;<br />
Ein Grinsen legte sich über die Gesichter der Legionäre. &bdquo;Ihr arbeitet für uns?&ldquo;, fragte einer von ihnen.<br />
&bdquo;Nein! Wir fordern euch zum Schiedskampf auf! Der Beste von euch gegen den Besten von uns. Geht ihr nicht darauf ein, habt ihr keine Ehre und morgen weiß jeder darüber Bescheid, was ihr für feige Hunde seid.&ldquo;<br />
&bdquo;Starke Töne du Opfer!&ldquo;, gab ein älterer Biker zurück. Er nickte einem Prospekt zu. &bdquo;Geh, Tweety! Hol den Boss!&ldquo;<br />
Nach ein paar Minuten tauchte ein schlanker, hochgewachsener Mann auf. Stark tätowiert, sorgfältig frisiertes Haar. Von der Montur her Biker, aber das Auftreten und Aussehen entsprach eher dem eines Geschäftsmannes. Er sprach mit dem Prospekt, anschließend mit dem älteren Member, welcher den Prospekt zuvor losgeschickt hatte. Seinen Blick auf Atilla gerichtet, winkte er einen riesigen Rocker zu sich heran und deutete dabei auf den Parlamentär der Sword-Blades.<br />
&bdquo;Gut, wir gehen auf eure Herausforderung ein. Ronald wird gegen dich kämpfen. Danach steht ihr in unserer Schuld!&ldquo; Der Pres der Legionäre schien keinerlei Zweifel an einem Sieg zu haben.<br />
Pimmel trat jetzt an ihn heran, bekam aber nur einen verächtlichen Blick. Anscheinend hatte er sich bei den Legionären unbeliebt gemacht. Kein Wunder, wenn diese seine Schulden eintreiben mussten. Er deutete auf das Auto von Maya, rief noch etwas, doch wurde er von einem anderen Legionär vom President weggezogen.<br />
&bdquo;Drei von uns, drei von euch als Sekundanten, alle anderen halten sich bedeckt&ldquo;, erklärte Atilla bestimmt. &bdquo;Unser Bester ruht sich noch aus, kommt aber gleich.&ldquo; Er nickte Ronald zu, der um die zwei Meter maß und einen mächtigen Körper besaß. Er musste um die hundertfünfzig Kilo wiegen.<br />
&bdquo;Gut! Einverstanden. Uns egal. Ihr könnt ja schon mal einen Krankenwagen für ihn rufen&ldquo;, gab sich Emanuel siegessicher, während sein Gefolgsmann grinste.<br />
&bdquo;Maya! Die Jungs sind soweit. Kannst kommen&ldquo;, rief Atilla in die Richtung der Sitzgruppe.<br />
Neugierige Blicke, dann ein Raunen. Die Legionäre hatten sich am Zaun aufgestellt, um das Schauspiel zu verfolgen.<br />
&bdquo;Hallo! Ich bin die Maya!&ldquo;, meinte die riesige junge Frau, während sie an die Gruppe Männer heranschlenderte. &bdquo;Wow, das ist ja mal ein Kerl. Wird uns bestimmt Spaß machen.&ldquo; Sie bot Ronald ihre Hand an, der entgeistert darauf heruntersah.<br />
Die Riesin zog ihre schwere Lederjacke aus, zog das Holster mit der mächtigen Pistole von ihren Schultern und gab mit ihrem ärmellosen Top die Ansicht auf ihre massive Schulter- und Armmuskulatur frei. Sie knackte ihre Hände, schlug ein paar schnelle Geraden, Cross und Haken in die Luft, sprang auf der Stelle und meinte dann, dass sie soweit wäre.<br />
&bdquo;Dir ist klar, dass unser Mann MMA-Fighter ist?&ldquo;, fragte Emanuel. &bdquo;Noch hast du ein hübsches Gesicht.&ldquo;<br />
&bdquo;Kein Problem. Ich hab gutes Heilfleisch. Deinen Affen mach ich mit zwei Fingern fertig.&ldquo; Sie grinste selbstbewusst auf den bärenhaften Schläger herunter, der sich jetzt seinerseits vorbereitete. Er war für seine Größe und Statur gelenkig. Auch er ließ jetzt Schläge und Tritte sehen und ließ sich von seinen Clubmitgliedern feiern. &bdquo;Zwei Finger schiebe ich dir in den Arsch, du Muschi!&ldquo;, meinte er schließlich abfällig.<br />
&bdquo;Tut mir leid, aber ich habe einen Freund&ldquo;, kam es von der Riesin zurück, worauf die Mitglieder des Schwerter Clubs zu lachen begannen.<br />
&bdquo;Dann legt los!&ldquo;, meinte Atilla, da hatte Ronald schon nach dem Gesicht seiner Gegnerin geschlagen. Seine Faust durchschnitt mit rasanter Geschwindigkeit die Luft, doch ging sein Schlag ins Leere. Stattdessen wich seine Kontrahentin nach links aus und schnippte mit Daumen und Mittelfinger nach dem Mund des Angreifers.<br />
Der brüllte auf, fasste sich mit zwei Händen an seinen Mund, dann spuckte er vier Vorderzähne auf den Boden aus.<br />
&bdquo;Oh sorry!&ldquo;, tat Maya schockiert. &bdquo;Wollt gar nicht so fest.&ldquo;<br />
Der Schläger der Legionäre brüllte auf, trat mit einem Frontkick nach ihr, doch tänzelte sie wiederum spielerisch zur Seite und schnippte mit den Fingern ihrer Rechten gegen seine Brust, dabei genau seinen linken Nippel treffend.<br />
Tränen schossen in die Augen des Fighters. Er heulte auf, während ein Sturm an Schmerz seinen Körper flutete. Maya aber nutzte die Gelegenheit, schnellte in einem Ausfallschritt nach vorne und ließ ihren Mittelfinger gegen seinen Schritt schnippen.<br />
Ein Grunzen tönte, dann ging der Hüne in die Knie, kippte zur Seite, seine Hände in seinen Schritt pressend. Blut quoll aus seinem Mund, während er, völlig paralysiert, seinen Qualen Herr zu werden suchte.<br />
&bdquo;Wo bleibt denn der Krankenwagen, den ihr rufen wolltet?&ldquo;, fragte die Riesin den Pres der Legionäre. &bdquo;Vielleicht sollte sich das jemand ansehen?&ldquo; Sie lächelte, ließ sich von Atilla ihre Waffe reichen, zog ihre Lederjacke wieder an und deutete auf das Tor. &bdquo;Verpisst euch jetzt! Oder ich fordere den Nächsten von euch.&ldquo;<br />
Jubel tönte in der Halle. Die Mitglieder der Sword-Blades waren völlig entfesselt in diesem Moment. Sie stürmten auf Maya ein, schlugen ihr auf Schultern und Rücken, drückten sie und stießen Pfiffe und Rufe aus. Im Hintergrund aber wurden auf der Straße die Motoren angelassen, während vier Männer der Legionäre ihren Kämpfer vom Boden aufklaubten. &bdquo;Meine Zähne!&ldquo;, rief dieser, während die Tränen über seine Wangen abliefen. Er konnte kaum gehen in diesem Moment. Ein Anwärter des Münsteraner Chapters musste sie auf der Einfahrt zusammensuchen, eher wollte sich der so hart Getroffene nicht beruhigen.<br />
&bdquo;Ihr wisst, dass das Ronald Giffert gewesen ist? Er war in über hundert Profikämpfen ungeschlagen und hat mehr Titel, als man zählen kann&ldquo;, schwärmte Frooty.<br />
&bdquo;Frag ihn doch nach einem Autogramm, Idiot!&ldquo;, gab sich Milan genervt. &bdquo;Unsere Süße hat gemeint, sie würde ihn mit zwei Fingern platt machen und genau das hat sie getan. Hast du ihre Kanone gesehen? Mein Gott! Was kann sie mit der wohl anrichten?&ldquo;<br />
Maya hatte keinen Bock auf Jubel, setzte sich in der Sitzgruppe neben Krollwitz und hob ihren linken Arm über seinen Kopf, um ihn auf der Lehnenoberseite abzulegen.<br />
&bdquo;Wenn ich jünger gewesen wäre, hätte ich ihn alle gemacht. Vielleicht hätte ich drei Finger gebraucht, da will ich nicht übertreiben&ldquo;, erklärte er ihr mit einem breiten Grinsen.<br />
Maya drückte sich an ihn und gab ihm einen Kuss auf die behaarte Wange. &bdquo;Sie sind weg, das ist die Hauptsache. Glaubst du, die geben Ruhe?&ldquo;<br />
&bdquo;Kodex! Sie wurden besiegt, die Schuld ist getilgt. In Pimmels Haut möchte ich allerdings nicht stecken. Der ist jetzt fällig.&ldquo; Krollwitz hob seine Schultern. &bdquo;Werden ihn ins Krankenhaus schicken, zusammen mit diesem Ronald.&ldquo;<br />
Ein Seufzen drang zwischen Mayas Lippen durch. Sollte sie den Legionären nachfahren? Scheiße!<br />
&bdquo;Wie schlimm wird es ausgehen?&ldquo;, wollte sie wissen.<br />
&bdquo;Er muss ein abschreckendes Beispiel abgeben. Er hat dem Club geschadet. Also sehr&ldquo;, erwiderte Krollwitz.<br />
Maya wandte sich ihm zu und blickte ihn eindringlich an. &bdquo;Dieses Mal übertreibst du nicht, bitte!&ldquo;<br />
&bdquo;Tue ich nicht Maya. Finde aber, dass dieses Arschloch dir egal sein sollte. Schau dir an, was er uns für Ärger eingebrockt hat.&ldquo;<br />
Maya durchbrach eine Mauer an Widerwillen in ihrem Kopf, stand auf und ging wortlos zu ihrem Fahrzeug, das nach wie vor als Barrikade in der Einfahrt stand. Sie stieg ohne Abschied ein, fuhr aber nicht los. Stattdessen öffnete sie die Kabine und begann sich einzurüsten. Sie brauchte vier Minuten, startete Brum und nahm die Verfolgung der Legionäre auf. Sie würden auf dem Weg nach Münster sein.<br />
&bdquo;Wo fährt sie hin?&ldquo;, wollte King Charles von Krollwitz wissen.<br />
&bdquo;Sie haut Pimmel raus. Ist &lsquo;ne gute Haut, die Kleine!&ldquo;<br />
&bdquo;Allein?&ldquo; Der Leader des Clubs sah den grauhaarigen Rocker geschockt an.<br />
&bdquo;Anscheinend schon.&ldquo;<br />
King Charles überlegte nicht lang, warf Atilla einen Blick zu, der den anderen Männern. Schweigend stiegen sie auf ihre Motorräder, griffen nach ihren Helmen und fuhren vom Hof herunter. Achtundzwanzig Männer folgten dem sechsrädrigen Einsatzwagen.<br />
&bdquo;Hallo, Frau Gollwig? Ich brauche Verstärkung, es geht um die Entführung eines Mannes. Er wird mit höchster Wahrscheinlichkeit festgehalten und soll gequält werden. Mein Standort ist lokalisierbar.&ldquo;<br />
&bdquo;In was sind sie da wieder hereingeraten Maya?&ldquo;, wollte die Polizeirätin wissen.<br />
&bdquo;Ich bin Motorradfahrerin und gehöre einem gemütlichen Club an. Ein früheres Mitglied hat uns die Legionäre auf den Hals gehetzt. Die wollten die Vereinshalle als Lager für ihre Scheiße nutzen. Sie haben einen Einschüchterungsversuch unternommen, wir haben das ausdiskutiert, jetzt sind sie wieder auf dem Rückweg. Konnten alles ohne großen Stress beilegen. Nur dem Exmitglied geht es jetzt an den Kragen, wie sie sich vorstellen können.&ldquo;<br />
&bdquo;Schön. Wie viele Männer sind das?&ldquo;<br />
&bdquo;Siebzig ungefähr. Ich würde gerne mit Signal fahren, damit ich sie schneller einholen kann.&ldquo;<br />
&bdquo;Tun sie das Maya! Ich werde alles zusammentrommeln, was wir entbehren können. Wissen sie das ungefähre Ziel?&ldquo;<br />
&bdquo;Der Chapter ist aus Münster.&ldquo;<br />
&bdquo;Gut! Seien sie vorsichtig. Die werden sich nicht so leicht aufhalten lassen, wenn es um Entführung geht.&ldquo;<br />
&bdquo;Sie haben einen Supporter bei sich. Einen schwarzen Lieferwagen. Darin wird Pimmel sein. Der Spitzname. Ich kenne den eigentlichen Namen nicht.&ldquo;<br />
&bdquo;Oh Gott! Gut! Wir versuchen sie abzufangen. Wenn wir sie aufhalten können, bleiben sie außen vor.&ldquo;<br />
&bdquo;Verstanden!&ldquo; Maya seufzte, schaltete das Signallicht ein und fuhr so schnell sie konnte. Die vorausfahrenden Fahrzeuge wichen rechts aus, während sie die 236 Richtung B1 entlang donnerte, begleitet vom kläglichen Jaulen der Sirene.<br />
Maya warf immer wieder einen Blick auf das Display. Brum hatte die Motorradkolonne gefunden. &bdquo;Schwarzen Lieferwagen überwachen&ldquo;, gab sie ein Sprachkommando. Eine grüne Raute legte sich sofort über ein Fahrzeug am Ende der Bikergruppe.<br />
Maya holte schnell auf. Befreundete Einheiten waren schon auf der 236 und schlossen zu den Rockern auf, doch in diesem Moment fuhr der Supporter mit sechs Motorrädern ab und verließ die Hauptgruppe. Wahrscheinlich hatten die Legionäre den Braten gerochen.<br />
&bdquo;Was für eine Scheiße!&ldquo; Maya schluckte ihre Wut herunter. &bdquo;Ruhe! Warum bekomme ich keine mehr? HEVI!!!&ldquo; Sie schrie den Namen ihrer Freundin in den Helm hinein, während Tränen über ihre Wange liefen. In diesem Moment brach sich die Sorge um die Freundin in ihren Gefühlen Bahn.<br />
Sie raste jetzt ebenfalls die Ausfahrt herunter, während Brum weiter dem Transporter folgte. Eineinhalb Kilometer noch, dann würde sie die Gruppe eingeholt haben.<br />
Ein paar Minuten, dann bemerkte sie die Motorräder und den Transporter zweihundert Meter vor sich. Maya ließ eine Halteaufforderung im Kühlergrill laufen, beschleunigte weiter, bis sie nur noch wenige Meter hinter den Motorrädern fuhr. Diese verlangsamten ihre Fahrt, während der Transporter in gleichbleibender Geschwindigkeit weiterfuhr. Gerissen! Die Biker kamen ja schließlich ihrer Aufforderung nach und bremsten sie damit effektiv aus.<br />
Maya überlegte nicht lang, fuhr in einen Abwassergraben hinein, Wasser spritzte um den Panzerwagen hoch und ließ eine Fontäne über die Motorradfahrer hereinbrechen, während sie durch die Rinne pflügte. Sie fuhr wieder zurück auf die Straße, nachdem der automatische Allradantrieb für die notwendige Traktion gesorgt hatte.<br />
Noch immer wollte der Transporter nicht zum Stehen kommen, trotz der Aufforderung. Maya gab Gas, überholte in einer engen Lücke und scherte nur wenige Meter vor einem Fahrzeug des Gegenverkehrs zurück in ihre Spur. Abrupt bremste sie, das ABS krachte unter dem gewaltigen Druck ihres rechten Beines, während hinter ihr die Reifen des Transporters quietschten.<br />
Sofort sprang sie aus dem Fahrzeug, funktionierte ihre Pistole zur Unterarmkanone um und lief auf den direkt hinter ihr stehenden Kleinbus zu. Sie griff in den Türgriff, ihre Krallen drangen durchs Blech, dann riss sie die ganze Tür vom Fahrzeug weg und warf sie in hohem Bogen über die Straße hinweg ins gegenüberliegende Feld.<br />
&bdquo;Raus!&ldquo;, brüllte sie, die beiden erschrockenen Biker im Auge behaltend. Der Fahrer ergab sich bei ihrem Anblick sofort, doch der Beifahrer riss die Tür auf seiner Seite auf und schickte sich an zu fliehen. Maya schoss ihn mit der grünen Munition hinterher, traf ihn ins Gesäß, worauf der Mann vor Schmerzen brüllend zusammenbrach.<br />
Maya riss den Sitzgurt aus seiner Halterung, hob den Mann aus dem Fahrersitz und eilte mit ihm zur Heckklappe, die in diesem Moment geöffnet wurde. Ein Rocker wollte sich an ihr vorbeidrängen, doch stieß sie ihn zurück in den Gepäckraum, wo er gegen die Trennwand zur Fahrerkabine prallte.<br />
Pimmel lag gefesselt im Gepäckraum. Sein Mund war blutig und seine Augen zugeschwollen. Anscheinend hatte er schon mächtig kassiert.<br />
&bdquo;Ich habe den Mann und drei der Entführer, sie können den Einsatz abbrechen&ldquo;, unterrichtete Maya die Polizeirätin.<br />
&bdquo;Unglaublich, was sie leisten Maya! Bravo. Wir haben ihren Standort und holen die Kerle ab.&ldquo;<br />
Sie knipste mit den Krallen ihrer Handschuhe die Fesseln Pimmels auf, hob ihn mit einer Hand aus dem Wagen heraus, während sie den Fahrer des Busses unter ihren Arm klemmte. Sie lief zurück zu ihrem Einsatzfahrzeug, setzte Pimmel auf den Beifahrersitz, anschließend seinen Entführer mit Kabelbindern fesselnd. Sie setzte ihn in die letzte Reihe, holte den Mann aus dem Transportraum, nahm ihn ebenfalls in Gewahrsam und füllte einen weiteren Platz mit ihm. Auch den Kerl aus dem Feld klaubte sie auf, dann aber zeigte sich in ihrem Display eine Entwicklung, die sie nicht hatte kommen sehen. Ihre Clubkollegen fuhren den Legionären hinterher, offensichtlich mit der Absicht, ihr helfen zu wollen.<br />
Maya ballte die Fäuste vor Wut. Ließ ein Brüllen hören, knallte die Heckklappe zu und stieg zurück in das Einsatzfahrzeug.<br />
Die sechs nachfolgenden Biker hatten bei ihrem Anblick längst gewendet und fuhren in die entgegengesetzte Richtung. So wendete Maya ihr Fahrzeug mitten auf der Straße unter blitzenden Signalen und jaulendem Martinshorn und raste zurück in Richtung Bundesstraße.<br />
&bdquo;Frau Gollwig? Meine Kollegen vom Club wollen mir offensichtlich helfen und sind der Hauptgruppe der Legionäre nachgefahren. Wenn die beiden Gruppen zusammenstoßen, gibt es eine Katastrophe. Die Sword-Blades sind mehrheitlich alte Männer. Die kommen niemals gegen diese Schläger an.&ldquo;<br />
&bdquo;Ich rufe die Kollegen zurück. Aber sie haben schon die Gruppe passiert und werden auf der Schnellstraße schlecht anhalten können. Ich habe zehn Busse losgeschickt. Eine Ausfahrt liegt auch in dem Bereich. Wenn die Rocker die nehmen, können wir ihnen erst einmal gar nichts mehr.&ldquo;<br />
Maya hätte beinahe das Lenkrad abgerissen, so sehr fühlte sie die Wut in sich. Sie wandte sich nach links um, überblickte den Mann, welchen sie befreit hatte und brüllte ihn an. &bdquo;Du verschissener blöder Wichser!&ldquo;<br />
Er zuckte zusammen, sah ängstlich zu ihr rüber und krallte sich an dem Anschnallgurt fest, während sie wie wahnsinnig fuhr und die vorausfahrenden Autos links und rechts überholte, ungeachtet der Straße und des Geländes.<br />
Maya wählte Zeckes Nummer, doch ging dieser nicht ans Telefon. Wahrscheinlich hörte er es gar nicht, während er auf seinem Bike saß.<br />
&bdquo;Fuck! Fuck! Fuck!&ldquo; Sie fuhr jetzt auf die Schnellstraße, während Brum den beiden Motorradgruppen folgte.<br />
Die Sword-Blades fuhren wie verrückt und schlossen schnell zu den Legionären auf. Die ersten Maschinen des Schwerter Clubs fuhren zu den hinten fahrenden Gegnern auf, bedrängten deren Maschinen und deuteten auf ein Ausfahrtsschild. Dabei hatte Atilla das Motorrad eines Bikers hart gerammt, dass dieser beinahe die Kontrolle über seine Maschine verloren hätte und in die Spur eines LKWs gekommen wäre. Dessen Horn dröhnte unentwegt, während der Fahrer außer sich vor Wut schimpfte und brüllte, dabei mit seinen Fäusten auf das Lenkrad trommelnd.<br />
Dadurch alarmiert begriffen die vorausfahrenden Legionäre erst jetzt, dass sie gefordert wurden, fuhren die Ausfahrt runter und bogen rechts in die Landstraße ein. Dort gab es einen Rasthof, auf dem man die Schlacht austragen konnte.<br />
So brachten die beiden Gruppen ihre Maschinen auf dem nur mäßig besuchten Gelände zum Halten, stiegen ab und brüllten sich wüste Beschimpfungen zu.<br />
Charles rief seine Männer zusammen, während Emanuel auf seiner Seite die Legionäre Aufstellung nehmen ließ. Die Biker zogen dabei Teleskopschlagstöcke aus ihren Taschen, Ketten, Stahlrohre mit Schraubkopf, welche als eine Art Morgenstern dienen sollten, auf Seiten der Legionäre auch Dolche und Rasiermesser.<br />
Die Schwerter hatten kaum eine Chance. Mehr als 2 zu 1 in der Unterzahl, deutlich älter und die meisten ohne jegliche Erfahrung mit solchen Konflikten, konnte die Sache nicht gut ausgehen. Dennoch waren sie entschlossen und so erwarteten sie den Angriff der Legionäre.<br />
Atilla, Zecke und Toelke positionierten sich um King Charles herum, die anderen versuchten, möglichst dicht beisammen zu stehen, um sich gegenseitig helfen zu können.<br />
Die Legionäre näherten sich ihnen langsam an. Toelke hielt einen schweren Schraubenschlüssel in der linken Hand, eine kleine Hantelscheibe in seiner Rechten. Er sah noch etwas auf sich zufliegen, wurde hart an der Stirn getroffen, taumelte zurück, als auch einige andere Member der Sword-Blades auf ähnliche Weise beworfen worden waren. Ihre Ordnung kam durcheinander, Charles brüllte, dass man zusammenbleiben sollte, als ein 40-Tonnen-LKW sich langsam zwischen die beiden Gruppen schob.<br />
Ob es der litauische Fahrer mit Absicht tat, wusste in diesem Moment niemand, aber er sorgte für Verwirrung unter den Rockern und nahm die Energie aus dem Angriff der Legionäre.<br />
Einen Augenblick später hörte man eine sich nähernde Polizeisirene, worauf die Legionäre sofort auf ihre Maschinen stiegen, die Motoren starteten und das Weite suchten. Die Schwerter unterdessen suchten verzweifelt ihre Verwundeten zu versorgen. Vor allem Toelke, der sich nicht mehr rühren wollte.<br />
Reifen quietschten, als der mächtige Panzerwagen mit Signallicht und heulender Sirene in die Kurve ging und hinter dem LKW zum Stehen kam. Eine riesige gepanzerte Gestalt sprang heraus, hastete auf die Gruppe der Rocker zu, die in alle Richtungen auseinanderstoben.<br />
Die Gestalt aber beugte sich schon über Toelke, begann ihn zu untersuchen und sah mit der gesichtslosen Front seines Helms zu Charles auf. &bdquo;Hol den Verbandskasten aus meinem Auto!&ldquo;<br />
Weitere Polizeiwagen fuhren auf das Gelände, Minuten später auch ein Krankenwagen. Doch für Toelke kam jede Hilfe zu spät. Annikas Freund, der immer ein wenig Probleme mit seiner Körperhygiene hatte und die Flaschen mit seinen Zähnen öffnete, war durch eine geworfene Stahlkugel an der rechten Schläfe getroffen und durch sie tödlich verwundet worden.<br />
Kapitel 16 &ndash; Trauma<br />
Maya kam am späten Abend nach Hause. Schweigend zog sie ihre Jacke aus, hängte sie an der Garderobe auf, Heiner nicht weiter achtend, als er aus dem Wohnzimmer kommend in den Flur trat.<br />
Manfred hatte ihn angerufen und erzählt, was passiert war. Zu der Nachricht um Hevis Entführung war jetzt auch noch der Tod des Kumpels gekommen.<br />
Scheißemagnet! Er war so aktiv wie lange nicht mehr.<br />
Maya hatte Pimmel aus den Händen der Legionäre befreit, Toelke war bei einem gerade ausbrechenden Kampf der Schwerter mit dem Münsteraner Club durch ein Wurfgeschoss getötet worden. Sie hatten Maya bei ihrer Befreiungsaktion unterstützen wollen. Ein Haufen Männer mittleren Alters, an denen nur ihr Aussehen gefährlich war. Seiner Freundin helfen? Wie lächerlich sich das anhörte, wenn man einmal gesehen hatte, wozu sie im Stande war.<br />
Er hatte lange mit dem Freund gesprochen. Der Club hatte sich in der Pflicht gefühlt, Maya zu helfen. Schließlich war sie gekommen, um seine Interessen zu verteidigen, hatte sich aber anschließend auch für Pimmel verantwortlich gezeigt, der alles verraten und verkauft hatte, was für seinen alten Club stand. Was für ein Wichser. Er sollte weiterleben, während Toelke gestorben war?<br />
Heiner hatte nie viel mit dem älteren Member gesprochen. Toelke war ähnlich ruhig wie er selbst gewesen, seine heitere Lache mal ausgenommen. Die war immer wieder zu hören gewesen. Wie es Annika ging? Seine Freundin würde am Ende sein.<br />
&bdquo;Ich habe dir Essen gemacht!&ldquo; Heiner trat an sie heran, umarmte sie, anschließend deutete er auf die Tür zur Küche.<br />
Sie nickte, ging voraus und setzte sich an den Küchentisch. Der Freund hatte einen riesigen Topf mit einem Tiefkühlgericht gemacht. Es schmeckte gut. Sie nutzten oft diese Möglichkeit.<br />
&bdquo;Manni hat es mir erzählt. Es tut mir sehr leid.&ldquo;<br />
Maya reagierte erst nach langen Sekunden, sah auf ihre Hände herunter und schüttelte ihren Kopf. &bdquo;Ich weiß nicht, wie ich das alles verpacken soll. Heute Mittag hat sich alles noch machbar für mich angefühlt. Das mit Hevi, meine ich. Rosalinda hat alles unter Kontrolle, ich vertraue darauf. Ich traue ihr da viel mehr zu als General Arnold. Irre, oder? Sie hat mich an der Stelle beruhigt, wo sonst sofort Ängste bei mir aufgetaucht wären. Wie könnte ich auch Hevi helfen, wenn ich keine Ahnung habe, wo sie ist?&ldquo; Tränen liefen ihr über die Wange. &bdquo;Es ist so unwirklich, wenn man hier in Deutschland lebt. Man glaubt immer, hier passiert so etwas nicht. Doch wenn man dann hinter die Kulissen schaut, wird einem klar, dass auch hier die Menschen über Leichen gehen. Vielleicht nur nicht so offen und häufig.&ldquo; Sie folgte Heiners Handeln, als dieser den Topf vor ihr hinstellte. &bdquo;Weißt du wie viele Schwerter heute umgekommen wären? Vier sind schwer verletzt worden, bevor die Schweine überhaupt bei ihnen waren. Die haben massive Stahlkugeln geworfen! Auf die Köpfe!&ldquo;<br />
Heiner stellte ihr eine Colaflasche hin und setzte sich zu ihr. &bdquo;Es wird auch wieder ruhiger werden. Daran glaube ich fest, Maya. Irgendwann wird jeder darüber Bescheid wissen, dass man sich mit dir nicht anlegen sollte.&ldquo;<br />
Die Riesin schüttelte ihren Kopf. &bdquo;Irgendwann wird jeder wissen, wer ich bin, wo ich wohne und wie man mich fertigmachen kann. Vielleicht bringe ich euch alle in Gefahr, anstatt euch zu schützen.&ldquo; Sie sah ihn direkt an.<br />
&bdquo;Du hörst sofort damit auf! Du hast bisher immer geholfen, wenn andere in Not waren. Weil du es konntest! So wie heute. Was wäre passiert, wenn du nicht nach Schwerte gefahren wärst? Wäre Toelke dann früher gestorben? Noch mehr Blades verletzt worden? Du hast dem Ganzen eine Grenze gegeben. Vielleicht wäre Pimmel gar nicht mehr aufgetaucht?&ldquo; Er hob seine linke Hand an ihr Gesicht, streichelte über ihre Wange, dann beugte er sich vor, stand auf und küsste sie. &bdquo;Zweifel nie an uns! Wir überlegen uns was. Okay? Irgendwie bekommen wir deinen Scheißemagneten in den Griff.&ldquo;<br />
&bdquo;Und wenn euch was passiert?&ldquo;, wollte Maya von ihm wissen.<br />
&bdquo;Dann freuen wir uns über jeden Augenblick, den wir mit dir zusammen verbringen durften.&ldquo; Heiner lächelte. &bdquo;Wir sind Familie, Maya. Da gibt es kein Loslassen mehr.&ldquo;<br />
&bdquo;Okay!&ldquo; Maya wischte sich mit dem rechten Unterarm über ihr Gesicht. &bdquo;Glaubst du, Hevi kommt zurück?&ldquo;<br />
Heiner war sich sicher. &bdquo;Natürlich. Sie hat die stärkste Verbündete, die man auf diesem Planeten haben kann.&ldquo; Er bemerkte sofort, wie sich ihre Züge verhärteten. &bdquo;Ich meine Rosalinda, Schatz. Mir ging es so wie dir. Sowie ihr Name aufgetaucht ist, wusste ich, dass deine Freundin zurückkommen wird.&ldquo;<br />
Maya stimmte ihm zu. &bdquo;Du hast recht. Wenn jemand ihr helfen kann, dann Ros. Aber das mit Patricia und Torben stört mich.&ldquo;<br />
&bdquo;Sie geht das Böse auf ihre Art an Maya. Und sie bewirkt damit etwas. Akzeptiere es bitte!&ldquo; Seine Stimme klang fordernd.<br />
&bdquo;Okay. Ich kann nicht noch mehr Baustellen brauchen.&ldquo; Sie fing erst jetzt an zu essen, ganz gegensätzlich zu ihrer sonstigen Gewohnheit. &bdquo;Erzähle mir von dir!&ldquo; Sie richtete einen hoffnungsvollen Blick auf ihn.<br />
&bdquo;Ich habe heute zusammen mit Mira den ganzen Tag Wäsche gefaltet und neue Ware aufgebügelt. Von ihr hab ich die Stoffe und Farbkombinationen erklärt bekommen und etliches über Zulieferer und Labels gehört. Was verkauft sich gut, wo liegen die Trends, wo informiert man sich, was gehypt wird und was eher ausläuft. Es ist irre, wie groß die Jagd nach etwas Besonderem ist.&ldquo;<br />
&bdquo;Macht es dir denn Spaß?&ldquo;, wollte Maya wissen. Sie versuchte mit aller Macht, nicht an die Erlebnisse des Tages zu denken.<br />
&bdquo;Ja! Definitiv. Ich musste auch im Lebensmittelhandel viel lernen. Von daher will ich mich von der Masse nicht erschlagen lassen. Mit der Zeit kommt alles und ich lese mich ein, wenn ich die Zeit dazu habe. Deine Mutter telefoniert mit mir jeden Abend eine viertel Stunde, beantwortet mir Fragen und würde sich auch die Zeit nehmen, mir weiterzuhelfen, wenn ich sie darum bitten würde. Krass, wie sie sich da für mich reinhängt.&ldquo;<br />
&bdquo;Du bist eine Option für sie. Du lebst Handel wie sie. Vielleicht möchte sie, dass du in ihre Fußstapfen trittst?&ldquo; Maya kam diese Möglichkeit logisch vor.<br />
&bdquo;Was? Das kann nicht dein Ernst sein. Ich bin Verkäufer, Maya!&ldquo;<br />
&bdquo;Das scheint sie nicht weiter zu interessieren. Sie sieht da offensichtlich viel mehr Potential in dir. Schau einfach, wohin das alles führt.&ldquo;<br />
Heiner blickte auf den Topf herunter. Er hatte gar nicht mitbekommen, dass Maya aufgegessen hatte.<br />
&bdquo;Ich war heute mit Manu im Training. Wir sind voll die Würste im Vergleich zu den anderen. Aber zum Glück nicht die einzigen Anfänger. Sind alle cool drauf. Keiner wird dumm angemacht.&ldquo;<br />
&bdquo;Nehmt ihr mich mal mit? Ich würde gerne mal was mit dir zusammen machen. Wenigstens ab und zu. Unter der Woche haben wir kaum Zeit füreinander.&ldquo;<br />
Heiner nickte. &bdquo;Klar. Warum nicht? Find ich gut und Manuele sicher auch.&ldquo;<br />
&bdquo;Nele hat für das Wochenende den Benjamin eingeladen. Ein Junge aus ihrer Gruppe. Er soll vom Freitag auf den Samstag bei ihr schlafen. Ich bin gespannt, ob das klappt. Seine Eltern sind nett und haben nichts dagegen, würden dich aber gerne auch noch kennenlernen.&ldquo;<br />
Maya nickte. &bdquo;Klar, warum nicht. Die Kleine! Ich bin oft neidisch auf sie. Man sieht selten, dass sie schlecht drauf ist. Das ist doch der Sohn von diesem Staatssekretär, oder?&ldquo;<br />
&bdquo;Ja, genau. Sie mögen Nele und haben ihr letztens ein Eis mitgebracht. Wenn sie in der Schule auch so locker bleibt und alle für sich begeistert, können wir wirklich froh sein.&ldquo;<br />
Maya blickte ihn nachdenklich an. &bdquo;Gehen wir ins Wohnzimmer und du leckst mich ein wenig? Hast du Lust?&ldquo;<br />
Heiners Gesicht hellte sich sofort auf. &bdquo;Na klar! Machen wir. Ich räume schnell auf, du kannst dich ja schon mal nackig machen.&ldquo;<br />
Maya freute sich, eilte vorher noch auf die Toilette, setzte sich auf die Schüssel und erleichterte sich. Sie begann sich schon hier auszuziehen, gab ihre Kleidung in die Wäsche, während sie die Lederhose in die chemische Reinigung geben wollte. Sie wollte sich noch weitere bestellen. Ein irrer Wunsch in Anbetracht dessen, was gerade bei ihr los war.<br />
Sie hatte sich wenig später auf der Couch zurechtgelegt. Splitterfasernackt präsentierte sie dem Partner ihren Körper, in der Hoffnung, dass er sie aus dem gedanklichen Chaos zu lösen vermochte. Das linke Bein über die Rücklehne abgelegt, das Rechte über den kurzen Teil ausgestreckt, gewährte sie ihm direkten Einblick zwischen ihre muskulösen Oberschenkel. Sie streichelte sanft ihre Brüste, sah Heiner erwartungsvoll dabei zu, wie er sich auszog und, bevor er zu ihr kam, die Tür schloss und den Fuß der Stehlampe davorstellte. Einschließen wollten sich beide nicht, aber Nele sollte auch nicht einfach so hereinplatzen können. War Maya durch den Geschlechtsverkehr abgelenkt, bestand die Gefahr, dass sie die Kleine nicht hören würde.<br />
Heiner schob ein wenig den Fernsehtisch von der Couch weg, kniete sich vor Maya auf den Boden und senkte sein Gesicht über ihre Vulva ab.<br />
Sie entspannte jetzt, schloss ihre Augen und fühlte die Feuchte seiner Zunge, welche über ihre empfindliche Haut hinweg glitt. Instinktiv legte sie ihre linke Hand auf seinen Hinterkopf, mit der Rechten streichelte sie ihre Brust. Die Augen geschlossen, war sie jetzt ganz bei sich und ihrem Freund. Erleichterung! Ein riesiges Geschenk in diesem Augenblick.<br />
Heiners Handeln wurde jetzt fordernder. Maya spürte, wie seine Zungenspitze in ihren Spalt eindrang, sich zu dessen oberem Rand schob und sanft über ihre Lustkugel hinweg glitt. Sie seufzte, fühlte, wie sich in ihrem Unterleib Spannung aufbaute und sich ihre Beine dabei, einem unterbewussten Verlangen folgend, unkontrolliert zu bewegen begannen. Ihre Muskeln an Bauch und Oberschenkel kontrahierten, ein Wimmern drang aus ihrem Mund heraus, da griff sie herrisch in seine Haare, zog ihn zu ihrem Oberkörper hinauf und fühlte schon den Kopf seines Gliedes an ihrer Scheide.<br />
Wie von selbst glitt sein Geschlecht in ihr Inneres, füllte es aus, während seine Lippen die Haut zwischen ihren üppigen Brüsten zu küssen begannen. Maya ergab sich dabei völlig seinen langsamen Stößen und dem damit verbundenen Reiz, legte ihre rechte Hand über seine Backen, mit der linken Hand drückte sie sanft auf seinen Hinterkopf. Die Seiten ihrer Oberarme drückten ihre Brüste um Heiners Gesicht zusammen, nahmen es regelrecht darin gefangen, während er seinem eigenen Trieb folgend nun sein Handeln langsam beschleunigte.<br />
Sie zog ihre Stirn kraus, fühlte tief in sich hinein, empfand Erregung und Lust in jeder noch so kleinen Faser ihres Körpers. Sex! Er war ihr ähnlich wichtig geworden wie das Bedürfnis nach Essen. Es war einfach so geil, für diesen Moment allen Ballast loswerden zu dürfen.<br />
Mayas Scheide verengte sich um Heiners Glied, verschaffte ihm ein intensives Gefühl von Enge, sodass sie sein heiseres Stöhnen zwischen ihren Brüsten heraushören konnte. Seine Hand klatschte gegen ihre linke Rippenseite, worauf sie sofort den Druck von seinem Hinterkopf nahm. Tief holte er Luft, wurde jetzt immer energischer in seinen Bewegungen und fand auf ihr seinen Höhepunkt. Für lange Sekunden schien er zu erstarren, sah an ihr vorbei, sammelte sich und zog sich schließlich aus ihr zurück.<br />
Beide begannen zu entspannen. Maya streichelte über den Rücken ihres Freundes, bettete ihren Kopf auf dem Polster und schloss die Augen. Heiner würde sich jetzt Gedanken darüber machen, warum sie nicht gekommen war. Es war sein Ziel, ihr dieses besondere Gefühl zu vermitteln. Mehr noch als die Befriedigung seiner eigenen Lust.<br />
&bdquo;Es war geil Süßer! Danke. Mir geht es jetzt viel besser.&ldquo;<br />
Heiner hob seinen Kopf, schob seinen Körper weiter zu ihr rauf, ihren großen Brüsten Rechnung tragend und blickte gespannt auf ihr Gesicht herunter. &bdquo;Lass uns einfach chillen und nichts mehr sagen, okay? Keine Hevi, kein Toelke!&ldquo;<br />
Sie war einverstanden.<br />
Kapitel 17 &ndash; Im Fitnessstudio<br />
Annika ging es schlecht. Sie war seit dem Tod ihres Freundes nicht mehr im Club aufgetaucht. Charles und Zecke hatten sie besuchen wollen, doch lehnte sie jeden Kontakt zu ihnen ab, genauso wie ihr Hilfsangebot.<br />
Wären sie den Legionären nicht nachgehetzt, wäre ihr Freund noch am Leben. Ein schwer zu entkräftendes Argument. Auch die Begründung, Maya nicht im Stich lassen zu wollen, hatte nicht gefruchtet. Die Riesin war Polizistin und wusste, was sie tat, sie dagegen hatten keine Ahnung, wie sie eindrücklich bewiesen hatten.<br />
Maya war gestern auf dem Clubgelände gewesen und hatte versucht, die Biker zu trösten, im Schwerter Krankenhaus die verwundeten Member besucht und auch Annika das Gespräch angeboten. Doch Toelkes Partnerin hatte abgelehnt. Sie wollte jetzt niemanden sehen oder hören.<br />
Von Hevi gab es keine Neuigkeiten. Aber von ihrem mutmaßlichen Entführer hatte man Informationen. Arnold hatte über die irakischen Behörden seinen Namen herausbekommen. Ein Sunnit mit dem Namen Karim Al-Rashid. Bisher unauffällig, gab es nur wenige Informationen zu diesem Mann und keinerlei Hinweise auf seinen Aufenthaltsort.<br />
Maya gab die Informationen an Rosalinda weiter. Die Mexikanerin schien schon gehandelt zu haben, denn von dieser Noor war nichts mehr zu hören oder zu sehen, hatte Baz während eines Anrufs erzählt. Ein schlanker, hochgewachsener Mann mit russischem Hintergrund war gestern bei den Ahmedis aufgetaucht und hatte ihnen detailliert die Situation ihrer Tochter geschildert sowie, was man jetzt zu tun gedachte, um sie wieder zurückzuholen. Wichtig war, ihr Zeit zu verschaffen. Auf die Frage, ob er zur Polizei gehöre, verneinte er. Er sei ein privater Dienstleister in solchen Fällen. Seine Quote sei mit rund 40% sehr hoch. Er brachte also vier von zehn Menschen lebend zu ihren Angehörigen zurück. Offizielle Vermittler kamen auf 1&ndash;2.<br />
Wie ging es der Freundin in diesem Moment? Wurde sie geschlagen? Hungerte sie? Fror sie oder wurde sie misshandelt? Hevi! Ich will dich wiederhaben.<br />
Sie schrieb nach wie vor der Freundin. Rosalinda hatte sie dazu ermahnt, auf keinen Fall damit aufzuhören. Die Entführer hätten sofort geschlussfolgert, dass sie involviert sei, was einem Todesurteil für ihre Freundin gleichkomme.<br />
* * * * *<br />
Nachdenklich blickte sie auf das Lehrbuch herunter. In der Küche sitzend, versuchte sie, wenigstens etwas von dem Unterrichtsstoff aufzunehmen. Sie hatte jetzt dreimal mit Bommel telefoniert, um den abgehandelten Stoff durchzugehen. Einmal auch mit Mel, die sofort gefühlt hatte, dass etwas mit ihr passiert war.<br />
Von Brasilien wusste sie, das von Hevi und Toelke kam für die Freundin überraschend. Hevi kannte sie nur aus Mayas Erzählungen, Toelke hatte sie aber selbst kennen und schätzen gelernt. Auch wenn er gemüffelt habe, wie sie traurig feststellte.<br />
In der Schweiz lief alles gut für Melissa. Sie wurde ziemlich gefordert, musste aber auf niemanden Rücksicht nehmen. Personenschutz, Profiling, Überwachung. Alles Disziplinen, in denen sie herausragende Fähigkeiten und einen energischen Willen gezeigt hatte.<br />
Maya pustete die Luft aus ihrer Lunge und versuchte, sich erneut aufs Lehrbuch zu konzentrieren. Den Kopfhörer mit Noise Canceling aufgesetzt, schaffte sie es zumindest, Außengeräusche stark zu dämpfen. So las sie Absatz für Absatz, machte sich Notizen, dankbar, dass sie hier eine Aufgabe gefunden hatte. Kurz tauchten Ilona und Hevi in ihren Gedanken auf, dann ging es wieder um Einsatzplanung und -durchführung.<br />
Drei Stunden schaffte sie es, am Ball zu bleiben. Für sie eine unwirkliche Leistung. Ungläubig blickte sie auf die Uhr, sah noch einmal ihre Notizen durch, dann beschloss sie, Schluss zu machen. Nele würde von Fatima abgeholt werden. Die beiden wollten zusammen kochen. Die Kleine hatte sogar schon einige Worte Türkisch von der Freundin gelernt.<br />
Sie sah auf die Uhr und beschloss, sich umzuziehen. Das Motorrad stand in Schwerte, sie würde mit dem Auto fahren. Das Studio befand sich in der direkten Innenstadt, sie würde genügend Parkplatzmöglichkeiten finden. Heiner kam von der Arbeit dorthin, Manuele fuhr mit der U-Bahn von der Musikschule aus.<br />
Der Verkehr war stockend. Maya blieb gelassen. Sie hatte genügend Zeit eingeplant. Musik über die Anlage laufen lassend, versuchte sie ihre Gedanken auf das bevorstehende Training zu lenken. Regelmäßig trainiert hatte sie schon lange nicht mehr. Ein paar Einheiten im Park mit der Sportgruppe und ein paar Übungen mit den Kollegen in Dülmen waren alles. Vielleicht tat es ihr ja ganz gut, sich unter Leuten zu bewegen, mit Heiner und Manu Spaß zu haben und dabei ein wenig vom Alltag loszulassen.<br />
Maya parkte auf einem Taxistellplatz, betrat das große Modezentrum im Erdgeschoss und ging von dort aus zu den Rolltreppen zum Fitnessstudio. Heiner hatte ihr den Weg beschrieben. Sie fand sich gut zurecht. Ein älterer Sicherheitsmann kam ihr entgegen, nahm sie staunend in Augenschein, nickte ihr aber im Anschluss wohlwollend zu. Ein paar junge Frauen folgten ihr, tuschelten aufgeregt miteinander, kannten ihren Namen und erinnerten sich gegenseitig an Mayas Auftritt auf dem Jeane-Jones-Konzert. Nichts Beleidigendes, nichts worüber sie sich hätte aufregen können. So fuhr sie mit den Personenförderbändern nach oben, dachte an Ilona und Toelke und fühlte, wie die Stimmung bei ihr zu kippen drohte. Sie war froh, als sie in der obersten Etage anlangte und den Eingang des Sportclubs erreicht hatte.<br />
Sie zog die Glastür auf, bückte sich unter dem Türsturz durch, dabei seitlich ihre Schultern eindrehend. Die Frau an der Theke nahm jetzt von ihr Notiz, während mehrere Gäste verharrten und sie mit offenen Mündern bestaunten. &bdquo;Hallo! Ich bin die Maya. Ich würde gerne ein Probetraining bei ihnen machen.&ldquo;<br />
&bdquo;Hi, Maya!&ldquo; Die junge attraktive und sportliche Frau überblickte die Erscheinung ihres besonderen Gastes für ein paar Sekunden, anschließend stellte auch sie sich vor. &bdquo;Ich bin die Bärbel. Hast du dich denn schon online angemeldet?&ldquo;<br />
Maya zog ihre Brauen zusammen. &bdquo;Äh, nein. Ich wollte mir nur die Räumlichkeiten ansehen und die Geräte ausprobieren. Mein Freund ist schon bei euch Mitglied und ein gemeinsamer Kumpel ebenfalls.&ldquo;<br />
&bdquo;Dann hätten sie dir sagen können, dass bei uns eine Einführung Pflicht ist. Warst du denn schon mal in einem Fitnessstudio?&ldquo;<br />
Maya verneinte.<br />
&bdquo;Dann würde ich vorschlagen, du wartest fünf Minuten, ich mache deine Anmeldung fertig, zeige dir die Umkleide und wir machen eine kurze Fitnessanalyse bevor wir mit dem Training beginnen.&ldquo;<br />
Maya bekam von Bärbel, nachdem sie die Unterlagen und ein Leihschloss ausgehändigt bekommen hatte, ausgiebig die Umkleide erklärt, ihr wurden die Sanitärräume gezeigt und sie dazu aufgefordert, sich umzuziehen.<br />
&bdquo;Sportlich siehst du ja schon aus. Darf ich fragen, was du für einen Beruf hast?&ldquo;<br />
&bdquo;Ich bin Polizistin.&ldquo;<br />
Bärbel gab sich wissend. &bdquo;Na, das erklärt, warum du solch eine beeindruckende Figur hast. Bewegst dich viel, oder?&ldquo;<br />
&bdquo;Wenn ich muss, dann schon&ldquo;, gab Maya zurück. Sich einen Spind in der oberen Reihe suchend. &bdquo;Lässt du mir ein wenig Platz?&ldquo;, bat sie eine füllige junge Frau, welche rechts von ihr stand. Die Angesprochene hatte ihr den Rücken zugekehrt und Kopfhörer auf.<br />
&bdquo;Uahaaa!&ldquo;, kreischte sie auf, als sie sich zu Maya zuwandte. Sie wäre fast gestürzt, wenn diese ihr nicht geholfen hätte.<br />
&bdquo;Entschuldige bitte, ich wollte dich nicht erschrecken. Aber ich brauche ein wenig mehr Platz als andere.&ldquo;<br />
Die adipöse Frau fächelte sich mit der Rechten Luft zu. &bdquo;Das geht mir auch so. Mein Gott, hast du mich erschreckt.&ldquo; Sie sah zu der Riesin auf, die sie besorgt musterte. &bdquo;Alles in Ordnung! Aber mit einem Menschen wie dir rechnet man nicht wirklich. Ich habe von dir gelesen, kann das sein?&ldquo;<br />
Maya lächelte. &bdquo;Ja. Möglich.&ldquo;<br />
&bdquo;Ich bin die Ludmilla. Hab gerade erst angefangen, wie man sieht.&ldquo;<br />
&bdquo;Lass mal, ich auch. Eigentlich wollte ich mit meinem Freund ein wenig trainieren, aber jetzt besteht Bärbel darauf, dass ich mich analysieren und mir die Geräte zeigen lasse.&ldquo;<br />
&bdquo;Du schaust aus wie eine Bodybuilderin!&ldquo;, zeigte sich Ludmilla erstaunt, den riesigen kraftvollen Körper der Riesin überblickend. &bdquo;Warum macht die das?&ldquo;<br />
&bdquo;Du, sie meinte, es wäre Vorschrift oder so.&ldquo; Maya zog sich ihren weißen Blouson aus, dann ihr Top und schließlich auch den BH.<br />
&bdquo;Ein Traum! Einmal so aussehen dürfen.&ldquo; Ludmilla begann, sich nun selbst auszuziehen.<br />
&bdquo;Du gehst es doch an. Das wird schon.&ldquo; Maya wechselte die Hose, zog ihre Sportschuhe an, welche sie mitgebracht hatte, griff nach Sport-BH und Oberteil und verstaute im Anschluss ihre Tasche und Kleidung im Spind. Es gab kaum noch Platz darin, er war viel zu klein.<br />
&bdquo;Bis gleich, Ludmilla!&ldquo; Maya lächelte, verließ die Umkleide und trat hinaus ins Studio.<br />
&bdquo;Hey, Maya!&ldquo; Heiner trat an seine Freundin heran, küsste sie, nachdem sie sich zu ihm runter gebeugt hatte, und umarmte sie daraufhin. &bdquo;Was wollen wir zuerst machen? Manu und ich sind flexibel.&ldquo;<br />
Maya umarmte auch Manuele, gab ihm Küsse auf die Wange und deutete auf Bärbel, welche die Szene mit einigem Abstand verfolgt hatte. &bdquo;Ich muss noch eine Analyse und die Einweisung machen.&ldquo;<br />
&bdquo;Ah! Okay?&ldquo; Heiner nickte der Trainerin zu. &bdquo;Dann fangen wir schon mal mit dem Aufwärmen an. Sind hinten bei den Steppern.&ldquo;<br />
Maya hob ihre Hand, winkte den beiden nach, dann folgte sie Bärbel zu einer Art Körperwaage. Sie kannte Ähnliche von den Untersuchungsräumen des Unikrankenhauses her.<br />
&bdquo;Du musst dich barfuß drauf stellen. Keine Sorge, wir desinfizieren vorher und auch sofort im Anschluss.&ldquo;<br />
&bdquo;Okay!&ldquo; Maya setzte sich in eine Sitzgruppe, zog ihre Turnschuhe noch einmal aus und nachfolgend die Sportsocken.<br />
&bdquo;Deine Größe können wir gar nicht messen. Der Auszug reicht nicht weit genug&ldquo;, meinte Bärbel verblüfft. &bdquo;Bei 2,15 m ist Schluss.&ldquo; Nervös registrierte sie ein paar Sportler, welche im Gang stehengeblieben waren, um der Untersuchung zu folgen. &bdquo;Nimm bitte die Elektrode in die Hand. Dann kann ich die Messung starten.&ldquo;<br />
&bdquo;Körperfett 13 Prozent! Das ist sehr wenig für eine Frau.&ldquo; Bärbel zeigte sich verwirrt. &bdquo;Muskelanteil 57 Prozent! Oh mein Gott!&ldquo; Sie las die letzten Werte vom Display ab. &bdquo;Viszerales Fett liegt bei 1!&ldquo;<br />
&bdquo;Ist das jetzt gut oder schlecht?&ldquo;, wollte Maya wissen.<br />
&bdquo;Ich habe noch nie solche Werte gesehen.&ldquo;<br />
&bdquo;Ich habe ein Syndrom, das bringt einiges bei mir durcheinander. Wahrscheinlich liegt es daran.&ldquo;<br />
&bdquo;Mag sein. Ich drucke dir die Werte später aus.&ldquo; Die Trainerin schien damit diesen Einführungspunkt abgehakt zu haben.<br />
&bdquo;Ich würde vorschlagen, du machst dich auf dem Laufband warm und wir messen deinen Puls dabei. Wir steigern langsam die Geschwindigkeit und prüfen deine Kondition, einverstanden?&ldquo; Bärbel wartete gar nicht erst eine Antwort ihres Schützlings ab, ging mit ihr den Gang ein Stück runter, nachdem diese ihre Schuhe wieder angezogen hatte, und deutete auf ein großes Laufband. Sie legte Maya eine Manschette um ihr linkes Handgelenk und drückte einen Knopf auf dem Display. &bdquo;Steig rauf! Ich zeige dir, wie man es einstellt. Das Teil ist eigentlich für Athleten gedacht, die auch Sprints üben wollen. Es wird bei uns aber ganz normal genutzt, im Endeffekt wurde von der Leitung nur etwas gesucht, um sich von der Konkurrenz abzuheben. Es ist aber größer und von daher besser für dich geeignet.&ldquo;<br />
Maya folgte den Ausführungen der Trainerin. &bdquo;Hier stellst du das Programm ein, hier Dauer und Geschwindigkeit. Du kannst auch eine Steigung einstellen. Oder du wählst ein Programm, das nach deinem Puls die Geschwindigkeit auswählt. Ich wähle mal als Grenze 110 Schläge die Minute. Erreichst du diese, hält das Gerät die Geschwindigkeit bzw. verringert sie wieder, solltest du einen höheren Puls bekommen. Es startet bei einer schnellen Gehgeschwindigkeit von 6 km/h.&ldquo;<br />
In diesem Moment ging Ludmilla vorbei, die neugierig zu Maya aufsah und sich ein freies Trainingsrad in der Nähe suchte.<br />
Maya ging langsam vor sich hin, dann wurde das Laufband schneller. Selbst bei 10 km/h konnte sie noch in einem zügigen Gang bleiben. Ihr Puls lag jetzt bei 32, was erneut Verwirrung bei Bärbel auslöste. Die Maschine beschleunigte jetzt langsam auf 15 km/h und hier begann die Riesin in den langsamen Lauf überzuwechseln. Ihr Puls stieg damit auf 35. Das Gerät ging jetzt langsam auf 20 Kilometer in die Stunde, worauf die Riesin in ein gemächliches Lauftempo überging. Doch ihre Beine holten weit aus und hielten der Geschwindigkeit mühelos stand. Der Puls stieg jetzt auf 38.<br />
&bdquo;Äh&#8230;! RAINER! Schau mal bitte! Es wird immer schneller!&ldquo; Bärbel sah auf das Gerät herunter. Es war jetzt schon bei 25 Kilometer in der Stunde.<br />
Der Trainer kam hastig angelaufen, beugte sich über die Armatur des Sportgerätes und drückte den Notaus, worauf sich das Laufband wieder verlangsamte. Die letzten Werte wurden angezeigt, Puls 39 bei 28 Kilometern in der Stunde. Er sah irritiert zu Mayas Gesicht auf, bat sie darum herunterzusteigen und ihm die Manschette zu geben. Er legte sie sich selbst um und begann das Programm erneut zu starten.<br />
&bdquo;Hab ich etwas falsch eingestellt?&ldquo;, fragte Bärbel besorgt.<br />
&bdquo;Nein, ich sehe nichts.&ldquo; Der Puls des muskulösen Trainers kletterte kontinuierlich in die Höhe. Nach wenigen Minuten erreichte er bei 14 Kilometern die Pulsrate von 110, hielt die Geschwindigkeit für eine Minute aufrecht, dann schaltete er wieder ab.<br />
&bdquo;Probiere du es bitte noch einmal!&ldquo; Er blickte fordernd zu der Riesin auf, legte ihr nun selbst die Manschette an und startete das Programm, nachdem die Anfängerin wieder auf das Gerät gestiegen war.<br />
&bdquo;Es ist so wie vorher auch!&ldquo;, triumphierte Bärbel. &bdquo;Der Puls geht ganz langsam in die Höhe.&ldquo;<br />
&bdquo;Mein Syndrom&ldquo;, meinte Maya. &bdquo;Lassen sie es bitte laufen. Sie können ja drauf drücken, wenn es mir zu viel wird.&ldquo; Sie nickte den beiden Angestellten zu, während sie vom Gang in den Lauf wechselte. Zwei Minuten später hatte sie die 30 Kilometer in der Stunde überschritten, bei einem Puls von 42. Ihre Beine holten jetzt schon relativ schnell im hohen Takt aus. &bdquo;Macht Spaß!&ldquo;, meinte Maya ruhig und hob ihren Daumen. &bdquo;Wie schnell geht es denn?&ldquo;<br />
&bdquo;Bis 45!&ldquo;, meinte Rainer leise. Er blickte verwirrt um sich. Fast niemand in seinem Sichtbereich trainierte noch.<br />
Die Geschwindigkeit erhöhte sich nach zwei Minuten auf 44 Kilometer in der Stunde. Die Riesin hatte jetzt einen Puls von 50. Ihre Beine schienen kaum noch das Laufband zu berühren, doch das Dröhnen ihrer Tritte hallte jetzt durch das ganze Studio. Vier Minuten verstrichen, der Puls kletterte auf 55. Rainer schüttelte den Kopf, schaltete das Programm ab worauf sich die Geschwindigkeit wieder reduzierte. Vierundvierzig Kilometer in der Stunde! Länger als 5 Minuten! Erschöpfung? Die Frau war nicht einmal ins Schwitzen geraten.<br />
&bdquo;Dir ist schon klar, dass das mit Abstand über allem liegt, was man erklären könnte. Du müsstest bei jeder Weltmeisterschaft und Olympiade abräumen.&ldquo; Rainer sah Maya dabei zu, wie sie vom Laufband stieg und bat um die Manschette.<br />
&bdquo;Ich habe es schon Bärbel gesagt. Das liegt an meinem Syndrom. Da wäre es nicht fair, wenn ich bei Wettkämpfen mitmachen würde.&ldquo;<br />
&bdquo;Dann bin ich gespannt darauf zu sehen, was dein Syndrom noch so drauf hat.&ldquo; Der Schichtführer wandte sich an Bärbel. &bdquo;Ich schau mal mit, lass euch nicht von mir stören.&ldquo;<br />
Bärbel nickte, führte Maya in den Bodenturnbereich und wollte ihr Bauchmuskelübungen zeigen, als die Riesin vorschlug, an die Geräte zu gehen. &bdquo;Grundübungen kenne ich alle vom Krav Maga her&ldquo;, erklärte sie.<br />
&bdquo;Wow! Bist du gut darin?&ldquo;, wollte Bärbel wissen.<br />
&bdquo;Ja. Über zehn Jahre lang trainiert und später auch selbst Unterricht gegeben.&ldquo; In Mayas Stimme klang Stolz mit.<br />
&bdquo;Wow! Krass!&ldquo; Rainer nickte anerkennend. &bdquo;Komm, wir gehen die Geräte schnell mit dir durch. Müssen halt immer mal wieder warten, bis sie frei sind. Machen wir heute mit dir Brust und Bizeps. Dann können wir oder die Kollegen beim nächsten Mal dir die anderen Muskelgruppen zeigen.&ldquo; Er wandte sich an die Kollegin. &bdquo;Sorry, jetzt bin ich dir in die Parade gefahren.&ldquo;<br />
&bdquo;Alles gut&ldquo;, gab die Trainerin zurück. &bdquo;Ich kriege das alles eh nicht auf die Kette. Jemanden wie Maya hatte ich noch nicht.&ldquo; Sie wandte sich an die Umstehenden. &bdquo;Geht bitte trainieren, Leute! Wir wollen hier niemanden in Verlegenheit bringen, okay?&ldquo;<br />
Rainer ließ den Sitz einer Brustmuskelmaschine herunter. Man musste hier zwei Griffe im neunzig Gradwinkel von sich wegdrücken. Bärbel wollte 20 Kilo wählen, doch Rainer riet ihr dazu, der Größe und Stärke der Riesin Rechnung zu tragen und vierzig zu wählen.<br />
Maya drückte, fühlte aber das Gewicht nicht. Es war ihr so, als ob sie einfach ihre Arme durchdrücken würde wie sonst auch. &bdquo;Können wir gleich alle?&ldquo;<br />
Bärbel sah sie entgeistert an, Rainer aber zögerte nicht. Er zog den Stahlstift zwischen den schwarzen Scheiben heraus und schob ihn unter die unterste Scheibe. &bdquo;Los geht&rsquo;s!&ldquo;<br />
Maya drückte die Griffe von ihrer Brust weg, doch war das Ergebnis das Gleiche. Sie spürte die Gewichte nicht &#8211; trotz der 140 Kilo, die auflagen!<br />
&bdquo;Bärbel! Ich denke, die Einführung ist beendet. Lass Maya einfach machen, worauf sie Lust hat. Verletzen wird sie sich offensichtlich nicht können.&ldquo; Der Verantwortliche lachte, während er dabei zusah, wie die große Frau die dreißigste Wiederholung machte. &bdquo;Das Syndrom hätte ich auch gerne.&ldquo;<br />
Maya war froh, als man sie endlich in Ruhe ließ. Ging noch einmal zurück an ihren Spind, holte sich drei Riegel und aß sie auf dem Rückweg ins Studio. Heiner war mit Manuele gerade dabei, mit Kurzhanteln die Schultern zu trainieren.<br />
&bdquo;Hey Maus! Darfst jetzt ohne Mutti?&ldquo;<br />
Maya grinste. &bdquo;Ja, schaut so. Kann ich bei euch mitmachen?&ldquo;<br />
&bdquo;Klar! Was fragst du?&ldquo; Manuele lächelte. Er nahm von Heiner die 7-Kilo-Hanteln, setzte sich auf den Sitz und drückte sie in die Höhe.<br />
&bdquo;Da haben wir die meisten Defizite. Die Muskelpartie braucht man normal so gut wie gar nicht&ldquo;, erklärte er nach 12 Wiederholungen.<br />
Maya holte sich zwei 50-Kilo-Kurzhanteln, ließ sich vorsichtig auf den Sitz herunter, in der Sorge, dass dieser ihrer Masse plus dem der Gewichte nachgeben könnte. Manuele und Heiner wechselten wissende Blicke, hoben ihre Schultern und sahen zu, wie die Riesin 20 Wiederholungen machte.<br />
&bdquo;Meint ihr, das hat irgendeinen Effekt bei mir? Ich meine, mal abgesehen davon, dass ich etwas mit euch machen kann?&ldquo;, fragte sie. Ein Bodybuilder sah fassungslos zu ihr rüber, schrak zusammen, als sie eine der Hanteln in die Luft warf und spielerisch wieder auffing. &bdquo;Brauchst du sie?&ldquo;<br />
Der Mann verneinte und so stand sie auf und legte die schweren Hanteln zurück in die Ablage.<br />
Heiner griff jetzt nach der 8-Kilo-Hantel, nahm Platz und machte seine Wiederholungen. &bdquo;Weiß ich nicht, Süße. Keine Ahnung.&ldquo;<br />
&bdquo;Fühlt sich zumindest nach ein wenig Normalität an, das habe ich wirklich gebraucht&ldquo;, stellte Maya fest, den Jungen beim Training zusehend. Sie holte sich wieder die großen Hanteln, machte 50 Wiederholungen, empfand aber auch jetzt keine Anstrengung dabei. Sie war in diesem Moment aber ganz bei sich,. Das Studio und die Gesellschaft der beiden Jungen kamen ihr wie ein Rettungsanker vor.<br />
&bdquo;Na für dich vielleicht schon, aber für jeden der dir zusieht, findet gerade ein Wunder statt. Die Typen fragen sich wahrscheinlich, wo du dir die Pillen kaufst, die du bei solcher Leistung nehmen musst&ldquo;, spekulierte Manuele.<br />
&bdquo;Sollen sie. Ist mir völlig wurscht.&ldquo; Sie baute sich hinter Manuele auf und begann seine Hände zu führen, um ihm genau so viel Kraft beizusteuern, damit er die letzte Wiederholung schaffen konnte.<br />
Zwei junge Männer traten an die Kurzhanteln heran, achteten Maya nicht weiter und gingen ein paar Sitze weiter nach rechts. Sie wurden von anderen Trainierenden gegrüßt, Hände klatschten ineinander und Umarmungen wurden angedeutet.<br />
Sie kannte die beiden! Wenn sie sich nur daran erinnern könnte, woher. Türsteher vielleicht? Leute von der Schule nicht, da war sie sich sicher.<br />
Egal! Sie wollte Zeit mit ihrem Süßen verbringen, also würde sie sich auf ihn konzentrieren. Kurz tauchte Toelke in ihren Gedanken auf. Wie würde es Annika jetzt gehen? War es nicht ein Unding, dass sie mit den beiden trainieren ging, wenn es der Bekannten so schlecht ging? Warum kam sie so schnell mit Verlusten klar? Warum wurden solche Katastrophen von neuen Ereignissen so schnell überlagert?<br />
&bdquo;Maya? Komm! Hinterer Rückenbereich. Leg dich vorwärts auf die schräg gestellte Bank und ziehe die Gewichte seitlich hoch&ldquo;, wurde sie von Manuele angeleitet.<br />
&bdquo;Okay.&ldquo; Maya ging wieder zu der Doppelschiene, in welcher die Hanteln abgelegt wurden, ignorierte neugierige Blicke und fand jetzt sogar 60-Kilo-Kurzhanteln ganz am Rand des Regals in einem Zwischenraum. Sie waren wahrscheinlich lange nicht mehr angefasst worden.<br />
&bdquo;Braucht ihr die?&ldquo;, fragte sie die beiden kräftigen jungen Männer. Die schüttelten ihre Köpfe und betrachteten interessiert, wie sie die schweren Gewichte heraushob. Die beiden Sportgeräte waren ein wenig angestaubt.<br />
Maya trug sie zurück zur Bank, zeigte den beiden triumphierend die Gewichte und stellte freudig fest, dass sie noch Größere gefunden hatte. Sie legte sich über die Bank, zeigte sich wiederum skeptisch, doch hielt die massive Stahlkonstruktion der Belastung stand. So legte sie sich über die schräg aufragende Bank, sorgte dafür, dass ihre Brüste nicht zu sehr gequetscht wurden und begann die Gewichte mit leicht angewinkelten Armen seitlich hochzuziehen. Auch hier fühlte sie keine größere Anstrengung, machte vierzig Wiederholungen und legte dieses Mal die Hanteln ab, um sie für den nächsten Satz griffbereit zu haben.<br />
Heiner und Manuele blieben ganz bei sich, nahmen zwei 4 Kilo-Hanteln und übten damit im nächsten Satz. Alle in der Nähe befindlichen Sportler unterdessen sahen zu Maya rüber und verstanden die Welt nicht mehr.<br />
Maya unterdessen überlegte immer noch, woher sie die beiden Bodybuilder kannte. Beide wirkten aufgepumpt. Irgendetwas war da. Sie konnte sich nur nicht mehr daran erinnern. Die beiden ignorierten sie bisher völlig. Nur hin und wieder hatten sie kurz zu ihr rüber gesehen.<br />
Getrieben von ihrer Neugier ging sie auf die beiden zu. &bdquo;Sagt mal, ich kenn euch, oder?&ldquo;<br />
Die beiden blickten zu ihr auf, dann verneinten sie. &bdquo;Sorry, wüsste jetzt nicht woher&ldquo;, meinte der Größere von ihnen.<br />
Maya gab sich zufrieden, ging zu Heiner und Manuele zurück, blieb aber auf halbem Weg stehen. Sie ließ eine junge Frau vorbei, die ihre Gewichte zurücklegen wollte, dann machte es bei ihr Klick. So kam sie lässig zu den beiden Männern zurück, blickte auf sie herunter und lächelte. &bdquo;Wusste ich&rsquo;s doch! Ihr habt meinen Exfreund im Sportkaufhaus blöd angemacht. Man sieht sich zweimal im Leben hat es noch von euch getönt.&ldquo;<br />
&bdquo;Na wenn es dein Ex ist, braucht es dich doch nicht weiter zu stören&ldquo;, meinte jetzt der andere. Er grinste.<br />
Die Riesin stutzte. &bdquo;Hat er irgendwo recht. Aber ihr wisst ja&#8230;, wie es in den Wald rein ruft&#8230;&ldquo; Sie nickte den beiden zu. &bdquo;Trainiert fleißig weiter, dann klappt es auch ohne Pillen und Spritzen.&ldquo;<br />
&bdquo;Du meinst, so wie bei dir?&ldquo;, lachte der Kleinere.<br />
Die Riesin nickte. &bdquo;Ja, genauso wie bei mir.&ldquo;<br />
Sie ging wieder zurück zu den Jungs, wo Manuele den Dialog von weitem verfolgt hatte. &bdquo;Alles gut?&ldquo;<br />
Maya nickte. &bdquo;Kenne ich von früher. Waren damals blöd drauf gewesen.&ldquo;<br />
&bdquo;Und jetzt geht das klar für dich?&ldquo;, fragte Manuele besorgt, den beiden Männern einen Blick zuwerfend.<br />
&bdquo;Ja. Alles gut. Brauchst dich nicht kümmern, du Warrior.&ldquo;<br />
Heiner lachte. &bdquo;Bei ihm täten sie ein paar blaue Flecke abbekommen, das sähe bei dir anders aus.&ldquo;<br />
&bdquo;Themenwechsel, Süßer. Lass uns weitermachen!&ldquo; Maya lächelte, wartete, bis sie wieder dran war und trainierte mit den schweren Kurzhanteln.<br />
Eine Traube an Menschen zeigte Interesse an ihrem Training, einige wollten Fotos und Videos aufnehmen. Heiner schritt sofort ein und verbat sich irgendwelche Aufnahmen. &bdquo;Sorry, aber sie will einfach ihre Ruhe haben, sonst kommt sie nicht mehr mit her.&ldquo;<br />
Die Leute zeigten Verständnis. Keine Sprüche, nichts. Auch von den beiden Typen nicht, welche damals Sascha so blöde angemacht hatten.<br />
Nach dem Schultertraining trainierten sie die Bizeps-Muskulatur. Auch hier verwendete Maya die gleichen Gewichte. Sie wechselten sich ab und feuerten sich gegenseitig an.<br />
Heiner und Manuele besaßen eine normale Grundmuskulatur, Letzterer auch eine Menge an Fett, die seine Arme zumindest massig wirken ließen. Überhaupt besaß Manuele deutlich mehr Kraft als Heiner.<br />
&bdquo;In die Tasten greifen ist halt auch Sport&ldquo;, meinte er nur.<br />
&bdquo;Wie lange übst du da jeden Tag?&ldquo;, wollte Maya wissen.<br />
&bdquo;Vier Stunden mindestens. Manchmal auch bis zu acht. Eigentlich hätte ich heute gar nicht trainieren gehen dürfen. Übermorgen habe ich mein zweites Vorspielen. Dieses Mal ist sogar der Stiftungsleiter dabei. Er hat einen riesigen Schiss, dass es der Korruptionsverdacht in die Medien schaffen könnte. Zwei der letzten Kommissionsmitglieder wurden suspendiert.&ldquo;<br />
&bdquo;Hoffentlich klappt es dieses Mal Manu! Ich drücke dir die Daumen.&ldquo;<br />
&bdquo;Ich bin aufgeregt. Ich muss da echt aufpassen, dass ich mich nicht reinsteigere.&ldquo;<br />
Heiner wandte sich an den Freund. &bdquo;Komm! Ran da!&ldquo; Er lächelte und reichte die Hanteln an Manuele weiter. Er drehte sich anschließend zu Maya um, die ihrerseits schon mal ihre Gewichte aufhob und abwartete, dass der Freund fertig wurde. &bdquo;Alles gut? Tut mir leid, dass die Leute dich so angaffen. Aber ich kann es auch verstehen. Bei dir schauen die 60 Kilogewichte so aus, wie bei mir die 1 Kilo-Hanteln.&ldquo;<br />
&bdquo;Du, ich bin es gewohnt. Konzentriere ich mich auf euch und klammere den Rest aus.&ldquo;<br />
&bdquo;Soll ich am Freitag mit zur Beerdigung kommen? Nadja hat gemeint, es würde klar gehen.&ldquo;<br />
Maya sah überrascht auf ihn herunter. &bdquo;Echt? Gerne Süßer! Ich hab richtig Schiss davor. Ich fühle mich immer noch schuldig. Was war das bloß für eine Schnapsidee, die Mädels mitzunehmen.&ldquo;<br />
&bdquo;Du meinst, wie die Idee der Blades, den Legionären hinterherzufahren?&ldquo; Heiner hob seine Hand an ihre Schulter. &bdquo;Maya! Du kannst die Leute nicht auch noch vor dummen Entscheidungen schützen. Toelke ist mitgefahren. Jeder Mann im Club wusste, dass es gefährlich wird. Diese Aktion war völlig idiotisch, aber würdest du mich fragen, ob ich mitgefahren wäre, hätte ich ja gesagt.&ldquo;<br />
Sie sah ihn erschrocken an. &bdquo;Bitte Süßer! Du musst da klar sehen, unbedingt. Ich bin allein am besten. Ihr helft mir nicht. Ganz im Gegenteil.&ldquo;<br />
Er gab ihr recht. &bdquo;Wie damals bei meinem Alten im Haus. Weiß ich doch.&ldquo;<br />
&bdquo;Maya! Du bist dran.&ldquo; Manuele ging zum Gestell rüber und suchte sich neue Gewichte.<br />
Maya curlte im schnellen Wechsel, machte auch hier dreißig Wiederholungen und legte dann wieder die Hanteln ab.<br />
&bdquo;Hilfst du mir beim Drücken?&ldquo;, dröhnte hinter ihr eine Bassstimme.<br />
Sie wandte sich einem großen Bodybuilder zu, der eine beeindruckende Erscheinung darstellte. 2 Meter hatte er bestimmt.<br />
&bdquo;Wie?&ldquo;, fragte sie ihn zurück.<br />
&bdquo;Ich kann nie an meine Grenzen gehen, weil meine Trainingspartner Schiss haben und zu früh am Gewicht ziehen, wenn ich hänge&ldquo;, dröhnte seine Stimme. Vollbart, Halbglatze, riesige Arme, eine extrem weit ausladende Brust und Schultern, die in ihrer Breite die von Maya übertrafen, gab er ein imposantes Bild ab. Selbst der stämmige Can würde neben ihm schmächtig wirken.<br />
&bdquo;Klar. Aber nur kurz, okay? Ich bin mit den Jungs hier.&ldquo;<br />
Heiner stellte sich vor und bot dem Riesen seine Hand. &bdquo;Bin der Heiner, ihr Freund. Das ist Manuele.&ldquo;<br />
&bdquo;Arne!&ldquo;, erwiderte der Hüne und nahm die Gesten an.<br />
&bdquo;Ich bin die Maya!&ldquo;, legte die Riesin ihre Hand in die des Kraftsportlers.<br />
&bdquo;Gehen wir rüber zu den Bänken?&ldquo;, fragte Arne.<br />
Die Riesin war einverstanden. An einer Bank lag schon eine Stange mit drei zwanzig Kilo-Scheiben an jeder Seite bereit. Das entsprach 140 Kilo Gesamtgewicht.<br />
Arne legte noch zwanzig Kilo auf jede Seite auf, sodass das Gesamtgewicht auf 180 Kilo anstieg. &bdquo;Ich drück die jetzt und wenn ich die gut hinbekomme, würde ich es noch mit den 200 Kilo probieren.&ldquo;<br />
Maya hob ihren Daumen, stellte sich hinter ihm auf, sich dabei an eine Szene aus ihrem Praktikum zurückerinnernd. Axel hatte damals einen Kollegen hopp genommen. Sie lächelte über diese Erinnerung.<br />
Arne konzentrierte sich. Seine ganze Aufmerksamkeit gehörte jetzt der Metallstange. Dann hob er sie aus der Halterung heraus, ließ sie relativ schnell auf seine voluminöse Brust herunter, um sie sogleich wieder in die Höhe zu stoßen. Dabei atmete er aus, sein Gesicht füllte sich mit Blut, aber er schaffte es, das Gewicht in die Halterung zurückzudrücken.<br />
Klatschen und Jubel wurde laut. Arne freute sich, hob seinen Oberkörper an und nickte den Umstehenden zu. &bdquo;Jetzt die 200, oder?&ldquo; Er lächelte. Wandte sich zu Maya um und nickte ihr zu. &bdquo;Wenn du dabei bist, traue ich mich aufs Ganze zu gehen. Nicht zu früh helfen, okay? Rette mich wirklich nur dann, wenn die Stange auf meiner Brust zu liegen kommt.&ldquo;<br />
Maya war einverstanden. &bdquo;Mach erst mal Pause! Dann kann ich meinen Satz machen.&ldquo;<br />
Der stämmige Mann hob seinen rechten Daumen. &bdquo;Bis gleich, Maya!&ldquo;<br />
Maya ging wieder zu Heiner und Manuele rüber, griff nach ihren Kurzhanteln, flippte die rechte Hantel in ihrer Hand und begann dann wieder zu curlen.<br />
&bdquo;Kannst du das bleiben lassen? Sonst schauen wir noch lächerlicher aus als ohnehin schon&ldquo;, kommentierte Manuele.<br />
Maya grinste nur. Machte ihre dreißig Wiederholungen und legte die Gewichte wieder ab.<br />
&bdquo;Wir gehen gleich was essen. Ich bekomme langsam Hunger.&ldquo; Sie wandte sich zu dem Bodybuilder um, welcher schon erwartungsvoll zu ihr rüber sah. &bdquo;Ich gehe mal schnell. Vielleicht schafft er es ja, ich würde mich für ihn freuen.&ldquo;<br />
Sie trat wieder hinter die Hantelbank. Ein anderer Sportler hatte schon die zusätzlichen Scheiben auf die Stange geschoben, Arne wollte jetzt jegliche Kraft für seinen Versuch aufsparen. So ging er noch einmal in sich, atmete tief durch, dann legte er sich zurück und hob seine Hände an die Stange, welche schon instinktiv die richtigen Stellen fanden, um zuzupacken.<br />
Ein kurzes Nicken, ein letzter tiefer Atemzug, da stieß er die Luft auch schon wieder aus, drückte die Stange aus der Halterung, ließ sie absenken, versuchte die Bewegung zu drehen, hielt sie wenige Zentimeter über der Brust, wollte sie wieder hochstoßen, schaffte ein kleines Stück, dann ging sie wieder nach unten. Zu schwer!<br />
Maya griff mit beiden Zeigefingern unter die Stange und versuchte nur so wenig Kraft hinzuzugeben, dass Arne das Gewicht wieder bewegen konnte. So bewegte sich die Langhantel wieder nach oben, bis Arne das Gewicht wieder in die Halterung zurückfallen lassen konnte.<br />
&bdquo;Scheiße!&ldquo;, murmelte er leise vor sich hin. &bdquo;Ich packe es einfach nicht!&ldquo; Er wandte sich zu Maya um. &bdquo;Danke, hast du super gemacht.&ldquo;<br />
Sie nickte ihm zu. &bdquo;Kein Problem.&ldquo; Sie wollte zu Heiner und Manuele zurückgehen, als er sie noch einmal ansprach.<br />
&bdquo;Würdest du mir beim nächsten Probieren wieder helfen?&ldquo;<br />
Sie wandte sich zu ihm um und zögerte. &bdquo;Du, ich bin unter der Woche in Köln. Das hier ist eine echte Ausnahme, weil ich diese Woche frei habe.&ldquo;<br />
&bdquo;Vielleicht dann am Wochenende? Die anderen haben Angst, dass sie das Gewicht nicht mehr allein gehoben bekommen und greifen zu früh ein. Bei dir brauch ich mich nicht sorgen, wie wir gesehen haben.&ldquo;<br />
&bdquo;Heiner? Könntest du mal kommen?&ldquo; Ihr Freund hatte gerade nach den Hanteln gegriffen, die ihm Manuele gereicht hatte.<br />
&bdquo;Ja klar.&ldquo; Er kam in einem lockeren Schritt zu ihnen rüber gelaufen, strich sich durch seine rotbraunen Haare und blickte im Wechsel zu ihren Gesichtern auf.<br />
&bdquo;Würdest du Arne deine Nummer geben? Ich darf nicht, wegen der Geheimnummer.&ldquo;<br />
Ihr Freund hatte kein Problem damit. &bdquo;Logo. Willst noch mal probieren, oder? War, glaube ich, ziemlich knapp.&ldquo;<br />
Arne schüttelte seinen Kopf. &bdquo;Kraft war weg. Wäre vielleicht zu schaffen gewesen, hätte ich den Versuch mit den 180 bleiben gelassen, aber so&#8230;&ldquo;<br />
Heiner gab dem Mann seine Handynummer. &bdquo;Wäre cool, wenn du uns Zeit zum Planen lässt. Mit dem nötigen Vorlauf sollte es aber klappen.&ldquo;<br />
&bdquo;Danke euch. Ich melde mich dann.&ldquo; Er hob seinen mächtigen rechten Arm und ging dann zu den Geräten rüber.<br />
&bdquo;Tut mir leid für ihn, der war jetzt richtig enttäuscht&ldquo;, meinte Maya, während sie in die Hocke ging und nach den beiden Hanteln griff.<br />
&bdquo;Wäre glaube ich jeder, der sein Ziel nicht erreichen kann. Aber vielleicht klappt es ja das nächste Mal&ldquo;, meinte ihr Freund.<br />
&bdquo;Zumindest hast du ihm nicht gezeigt, was für ein Furz diese 200 Kilo für dich sind&ldquo;, lachte Manuele. &bdquo;Das hätte ihm wahrscheinlich den Rest gegeben.&ldquo;<br />
Maya sparte sich einen Kommentar und begann mit ihrer Übung.<br />
Das Training hatte ihr gutgetan. Toelkes Tod und die Beerdigung Ilonas blieben im Hintergrund, genauso wie die Entführung Hevis. Sollte sie Rosalinda fragen, ob es etwas Neues gab? Nein! Sie würde verständigt werden, wenn es etwas Neues gab.<br />
So trennte sie sich von den Jungs, betrat die Umkleidekabine und war schon wieder in Gedanken.<br />
Was würde Rosalinda mit Noor anstellen? Wahrscheinlich war die Frau das beste Druckmittel und Informationsquelle. Doch was musste die Mexikanerin veranlassen, um an Letztere zu gelangen? In diesem Augenblick hörte sie die Schreie Erichs oder Giselas.<br />
Nein! Diese Frau hatte die Wahl gehabt und sich dafür entschieden, Menschen ins Unglück zu stürzen. Auch vertraute sie darauf, dass Rosalinda es nicht übertreiben würde.<br />
Ludmilla stand schon, mit einem riesigen Handtuch verhüllt, an der Sitzbank, schloss den Spind ab und begab sich in den Duschbereich, eine große Badetasche mit dabei. Sie nickte zwei sportlichen jungen Frauen zu, die in diesem Moment an ihr vorbeitraten. &bdquo;Hi Ludi!&ldquo;<br />
&bdquo;Hallo!&ldquo;, grüßte die füllige junge Frau zurück.<br />
Maya hatte sich inzwischen ausgezogen, nahm sich ein großes Badehandtuch und Duschgel aus ihrer Tasche und folgte der Frau nach.<br />
Ludmilla ging souverän mit ihren Äußerlichkeiten um, trotz Speckgürtel und Cellulite. Sie unterhielt sich mit einer jungen Bodybuilderin, die vor Jahren einmal magersüchtig gewesen war, wie sie erzählte.<br />
&bdquo;Hi!&ldquo; Maya grüßte, hängte ihr Handtuch auf und stellte sich an eine der freien Duschen. Zu ihrem Glück waren die Brauseköpfe nicht fest installiert. Sie konnte diese abnehmen und sich damit abbrausen.<br />
Die beiden Frauen grüßten zurück, sahen sie über einen langen Moment hinweg an, dann war es Ludmilla, die Maya ins Gespräch mit einbezog. &bdquo;Und du musst dafür wirklich keinen Sport machen?&ldquo;<br />
&bdquo;Nein. Alles angeboren bei mir.&ldquo; Maya lächelte und begann sich einzuseifen.<br />
Die junge Leistungssportlerin staunte. &bdquo;Das ist so ziemlich mein Ziel, wo ich hin möchte. Das schaut schon richtig geil aus. Aber die Größe würde mich nerven, schon allein wegen meinem Freund.&ldquo;<br />
&bdquo;Nerven tut sie mich oft, da hast du recht. Aber es ist so wie es ist. Ich muss sie akzeptieren. Von daher beneide ich euch, dass ihr etwas gegen eure Schwächen unternehmen könnt.&ldquo;<br />
&bdquo;Ich würde sofort mit dir tauschen Maya. Besser groß als fett.&ldquo;<br />
&bdquo;Wenn du erst deinen Speck abtrainiert hast, wirst du anders darüber denken&ldquo;, gab die Riesin zurück.<br />
&bdquo;Nur dauert das und anschließend muss ich die ganzen Hautlappen entfernen lassen. Das ist schon ein Brett. Ich habe oft Angst, dass ich es nicht schaffe.&ldquo;<br />
Die junge Sportlerin ermutigte Ludmilla. &bdquo;Bleib unbedingt dran! Bin ich damals auch. Zwar in umgekehrter Weise, aber es war dennoch extrem schwer für mich. Ich wog nur noch 44 Kilo und das bei meiner Größe.&ldquo;<br />
&bdquo;Ach du Scheiße!&ldquo;, entfuhr es Maya. &bdquo;Aber super, dass du es geschafft hast.&ldquo;<br />
&bdquo;Musste in eine Einrichtung und erst einmal wieder essen lernen. War &lsquo;ne blöde Zeit. Aber jetzt liegt das hinter mir. Der Sport ist alles für mich. Wenn ich auch dabei meine Magersucht gegen eine Sportsucht eingetauscht habe.&ldquo;<br />
&bdquo;Du hast eine super Figur&ldquo;, schwärmte Maya. &bdquo;Eine, die du dir verdient hast.&ldquo; Sie lächelte. &bdquo;In ein paar Jahren siehst du bestimmt auch so aus, Ludmilla.&ldquo;<br />
&bdquo;Glaubst du? Ich würde es ja feiern. Im Moment setze ich es mir zur Aufgabe, erst einmal herzukommen. Was ich dann mache ist mir gar nicht mehr so wichtig. Aber ich trainiere jedes Mal mindestens eine halbe Stunde, von daher ist schon ein Effekt da und hierher laufen tue ich auch.&ldquo; Sie blickte fragend zu der Riesin auf. &bdquo;Wie sieht es bei dir aus? Machst du bei uns weiter?&ldquo;<br />
Maya nickte. &bdquo;Schon. Zwar die nächsten Monate nur für das Wochenende, aber wenn ich dann nach Dortmund versetzt werde, kann ich auch unter der Woche kommen. Können dann auch gerne zusammen sporteln, wenn du magst.&ldquo;<br />
Ludmilla sah sie freudig an. &bdquo;Echt? Ja geil. Klar Maya. Das wäre super.&ldquo;<br />
&bdquo;Ich gebe dir gleich die Nummer von meinem Freund. Er kann dir dann schreiben, wenn wir hier sind.&ldquo;<br />
&bdquo;Gibst nicht gerne deine Nummer raus, oder?&ldquo;, fragte die Bodybuilderin.<br />
Maya verneinte. &bdquo;Bin vorsichtig damit. Liegt auch an meiner Polizeiarbeit.&ldquo;<br />
Ludmilla schien es egal zu sein. &bdquo;Du würdest mich auf jeden Fall extrem motivieren Maya. Danke dafür.&ldquo;<br />
Eine ältere Rentnerin kam jetzt ebenfalls in den Duschraum, schrak zusammen als sie Maya bemerkte und sah entgeistert zu deren Gesicht auf.<br />
&bdquo;Hallo!&ldquo;, grüßte die Riesin freundlich. &bdquo;Ich bin die Maya!&ldquo;<br />
Die Rentnerin schüttelte nur den Kopf und nahm sich eine Dusche am Ende des Raumes.<br />
Ludmilla ärgerte sich. &bdquo;Sie könnten schon zurück grüßen, finde ich.&ldquo;<br />
Die Alte schien zu ahnen, dass mit ihr gesprochen wurde, deutete auf ihre Ohren und jetzt verstanden die jungen Leute auch, worin deren Handicap bestand. Sie war schwerhörig.<br />
&bdquo;Ach du Scheiße. Da bin ich aber ins Fettnäpfchen.&ldquo; Ludmilla entschuldigte sich. Doch wurde ihr schnell klar, dass dies von der Rentnerin ebenfalls nicht gehört werden konnte.<br />
&bdquo;Für ihr Alter ist sie richtig gut beieinander. Wer weiß, was sie gearbeitet hat, dass sie taub geworden ist. Da muss man wirklich aufpassen und auf sich achtgeben&ldquo;, meinte die junge Kraftsportlerin. &bdquo;Na ja. Ich sag mal tschüss ihr beiden. Wir sehen uns bestimmt. Hat mich gefreut!&ldquo;<br />
&bdquo;Tschüss Kathrin!&ldquo;, gab Ludmilla zurück, während Maya ihren Arm hob.<br />
&bdquo;So, ich bin auch fertig Ludi. Gebe ich dir die Nummer, wenn du rauskommst. Heiner wird nichts dagegen haben.&ldquo;<br />
&bdquo;Alles klar, Maya. Danke dir. Das ist wirklich super von dir!&ldquo;<br />
&bdquo;Und? Wie fandest du es?&ldquo;, wollte Heiner wissen, als sie aus der Tür des Studios traten.<br />
&bdquo;Super! Zeit mit euch, man powert ein wenig, hat Leute um sich herum, die weitestgehend mit sich selbst beschäftigt sind und zumindest nicht die ganze Zeit gaffen. Passt für mich super. Danke, dass ihr mich mitgenommen habt.&ldquo;<br />
&bdquo;Vielleicht wirst du ja wirklich stärker über die Zeit&ldquo;, lachte Manuele. &bdquo;Wer weiß, wie deine Muskeln darauf anspringen werden.&ldquo;<br />
Maya glaubte nicht dran. &bdquo;Dafür reichen die Gewichte nicht, befürchte ich.&ldquo;<br />
Heiner begann sich dafür zu interessieren. &bdquo;Ab wann würdest du denn eine Anstrengung spüren?&ldquo;<br />
&bdquo;Ich habe das nie wirklich fertig getestet. Beim zweiten Eignungstest der Polizei, als ich für Rüstung und Waffe vermessen wurde, hab ich Schmerz und Erschöpfung zumindest leicht fühlen können. Gewicht? Keine Ahnung. Ich habe mal auf &lsquo;nem Schrotti ein bisschen herumprobiert. Aber da gab es nur den Vorderteil eines großen LKWs, den ich zusammenknüllen und werfen konnte.&ldquo;<br />
&bdquo;Du meinst einen großen? Vom Vierzigtonner?&ldquo;, erschrak Manuele.<br />
Maya nickte. &bdquo;Ja! War nichts weiter bei, wirklich nicht.&ldquo;<br />
&bdquo;Ist doch auch egal. Die werden wohl kaum Gewichte in dieser Richtung besorgen können.&ldquo; Heiner legte seinen linken Arm um Mayas Hüfte. &bdquo;Gehen wir essen, ich habe jetzt wirklich Hunger. Brückstraße? Türkisch?&ldquo;<br />
Die beiden erklärten sich sofort einverstanden.<br />
&bdquo;Wisst ihr, was mir direkt aufgefallen ist?&ldquo;, meinte Manuele.<br />
Heiner und Maya verneinten. &bdquo;Sag schon!&ldquo;, zeigte sich die Riesin neugierig.<br />
&bdquo;Na, wenn wir allein in der Muckibude sind, kommen die ganzen Poser. Die mit den Tennisbällen unter den Armen. Die, die sich so lässig grüßen. Wenn aber unsere Kurze mit dabei ist, posed keiner mehr. Wirklich niemand.&ldquo; Er lachte.<br />
Heiner gab ihm recht. &bdquo;Stimmt, ist mir auch aufgefallen. Das ist schon irgendwie geil.&ldquo;<br />
Maya seufzte. &bdquo;Schön, dass ihr euren Spaß habt. Mir geht es auf den Sack. Sollen sie doch machen wie sonst auch!&ldquo;<br />
Manuele suchte sie zu trösten. &bdquo;Aber Große! Die gewöhnen sich schon an dich. Die müssen erst einmal mit deinem Anblick klar kommen. Haste doch bei Arne gesehen, wie schnell das ging. Der war froh, dass du stärker bist als er und ihm helfen konntest.&ldquo;<br />
&bdquo;Der war irgendwie cool, fand ich.&ldquo; Maya lächelte.<br />
&bdquo;Hey!&ldquo; Runzelte Heiner die Stirn. &bdquo;Hör sofort auf damit, von anderen Männern zu schwärmen.&ldquo; Er boxte ihr gespielt auf ihren Oberarm, was bei den Passanten für einige amüsierte Blicke sorgte.<br />
&bdquo;Warte kurz, Süßer!&ldquo;, Maya drückte Heiner vorsichtig weg, griff nach ihrem Handy und hob es an ihr Ohr. &bdquo;Ah, Ros!&ldquo; Sie blieb stehen und bat die Jungs darum, vorzugehen. Ein paar Sekunden wartete sie, dann fragte sie nach. &bdquo;Hast du Neuigkeiten?&ldquo;<br />
&bdquo;Hey Türmchen. Ich weiß es wird dich abnerven, aber ich habe diese Noor in meine Gewalt gebracht. Sie hat geredet, wir wissen schon sehr viel über die Beteiligten und deren Hintermänner. Es gibt noch mehr von denen in Deutschland. Ich lasse sie ausfindig machen, dann bekommen wir sie auch noch. Hevi kommt bald zurück! Das sollte jetzt kein Problem mehr sein.&ldquo;<br />
&bdquo;Kann ich helfen?&ldquo;, wollte Maya wissen. &bdquo;Wenn ihr mir einen Tipp gebt, kann ich sofort eingesetzt werden, notfalls auch im Irak.&ldquo;<br />
&bdquo;Wir erledigen das auf meine Weise, Maya. Messer, keine Kanone. Verstehst? War eine Metapher.&ldquo;<br />
&bdquo;Was passiert mit den Männern, wenn ihr sie habt?&ldquo;<br />
Rosalinda zögerte mit der Antwort. &bdquo;Sie werden nicht gekillt, müssen aber unter Kontrolle gebracht werden. Von daher müssen wir ihnen zeigen, wer die Macht über ihr Leben hat.&ldquo;<br />
&bdquo;Besser, ich weiß keine Details, oder?&ldquo;<br />
&bdquo;Sie werden leben, sie werden arbeiten und keinem Menschen mehr schaden. Aber wir werden ein Zeichen setzen und sie damit bestrafen. Leider haben wir kein Gefängnis für solche Menschen. Wäre auch komisch. Früher war ich diejenige, die entführen ließ.&ldquo; Eine raue Lache tönte aus dem Hörer. &bdquo;Gut, Maus. Guten Hunger! Warst ja fleißig gerade.&ldquo;<br />
Maya sparte sich einen Kommentar, doch kam ihr ein anderer Gedanke. &bdquo;Sag mal, du weißt immer so viel über mich. Wie kommt es, dass du mir in Brasilien nicht helfen konntest?&ldquo;<br />
&bdquo;Du meinst im Ressort? Zwei meiner Leute sind beim Versuch gestorben, die Männer aufzuhalten. Sie hätten eigentlich mit dir in Kontakt treten sollen. Es ging alles viel zu schnell. Sie haben immer wieder die Verbindung zu dir verloren. Aber ein paar der Kerle haben dran glauben müssen. Wenigstens das.&ldquo;<br />
&bdquo;Dann sind sie wegen mir gestorben?&ldquo;, fragte Maya erschüttert.<br />
&bdquo;Nein. Wegen mir. Es war ihr Beruf. Für ihre Familien ist gesorgt. Ich trage dafür die Verantwortung. Wir hätten uns da mehr Gedanken über Logistik und Informationen machen müssen. Aber die Geschwindigkeit, mit der du eingesetzt wurdest, hat uns völlig überfordert. Von daher wäre es gut, wenn du mir demnächst zuvor Bescheid geben würdest.&ldquo;<br />
&bdquo;Aber ich weiß es doch selbst erst kurz davor.&ldquo; Maya fühlte sich in diesem Moment wie erschlagen. Dass ihr Schutz nun auch noch zwei Leben auf Rosalindas Seite gekostet hatte, belastete sie noch zusätzlich. &bdquo;Waren es Brasilianer?&ldquo;<br />
&bdquo;Ja. Und jetzt genug davon! Sie waren bereit dazu und kannten das Risiko. Ich bin stolz auf sie, du kannst es auch sein.&ldquo;<br />
Maya versuchte sich damit zufriedenzugeben. &bdquo;Ros, ich weiß nicht&#8230;&ldquo;<br />
&bdquo;Kannst aufhören! Ich weiß, dass es dir lieber wäre, du könntest jedes Mal die Rechnung wieder ausgleichen. Aber ich denke nicht so, also hörst du jetzt auf damit.&ldquo;<br />
&bdquo;Ihr kommt zu uns?&ldquo;, wollte Maya wissen.<br />
&bdquo;Gerne. Irgendwann die nächsten Wochen erfolgt der Gegenbesuch. Freuen uns drauf. Und jetzt schalte deinen Kopf aus, Türmchen!&ldquo;<br />
Kapitel 18 &ndash; Sie ist wieder da<br />
Die Beerdigung war ein Traum. So viele Menschen waren gekommen, um sich von Ilona zu verabschieden. Sogar die brasilianische Botschaft hatte jemanden geschickt, der einen dezenten Kranz auf ihrem Grab abgelegt hatte. Es nieselte leicht, Reden wurden gehalten, zwei gerahmte Bilder zierten das Grab. Maya war froh, dass Heiner sie begleitet hatte. Sie beide standen neben Walter, der, in einen einfachen schwarzen Anzug gekleidet, am Grab stand und seine Tränen laufen ließ. War ihm jetzt erst bewusst geworden, dass seine Tochter für immer gegangen war? In dem Moment, wo ihr Körper zur ewigen Ruhe gebettet wurde?<br />
Maya dachte an die Nacht zurück, in welcher Walters Tochter aus dem Leben gerissen wurde. Hatte sie Ilonas Mörder erwischt? Oder war er noch am Leben? Würde dieser Mann andere Frauen töten? Diese Vorstellung war grauenvoll.<br />
Sie schloss ihre Augen, dachte an die beiden Brasilianer, die Rosalinda zu ihrem Schutz bestellt hatte. Wahrscheinlich hatten sie nicht mit solch einem massiven und gut koordinierten Angriff gerechnet.<br />
Ihr Blick wanderte über die anderen Trauernden hinweg. Sascha! Dass ihr Ex hier aufgetaucht war, nagte massiv an ihren Nerven. Vorhin hatte sie Heiner kurz auf ihn aufmerksam gemacht. Doch der hatte mit Gelassenheit reagiert. Sollte sie es auch? Warum fehlte ihr hier die nötige Souveränität?<br />
Immer wieder sah er zu ihr rüber. Sie konnte es in ihrem Augenwinkel sehen. Wenn sie ihn nur ignorieren könnte! Hatte Marlene gewusst, dass er kommen würde? Vielleicht hatte die Freundin Angst, dass sie nicht auftauchen würde, wenn sie darüber Bescheid bekommen hätte.<br />
Empfand sie noch was für ihn? Er sollte ihr doch mittlerweile völlig egal sein. Warum reagierte sie so auf ihn? Es war doch idiotisch.<br />
Der Pfarrer hatte in diesem Moment geendet. Er gab Erde und eine Rose ins Grab, dann trat er an die Seite. Walter war der Erste, der es dem Geistlichen gleichtat. Mit festen Schritten trat er an den Rand, nahm die kleine Schaufel, gab Sand in die Grube, dann griff er nach einer der Rosen. Eine schöne Idee. Anja war es gewesen, die sie organisiert hatte.<br />
Großeltern, Tanten, Onkel, Cousinen und Cousins folgten nach. Sie alle verabschiedeten sich von Ilona, murmelten etwas, während sie am Grab standen, schwiegen, waren für einen Moment mit der Toten in ihren Gedanken verbunden. Gedachten sie der gemeinsamen Momente? Welche Bilder tauchten bei ihnen auf?<br />
Maya runzelte ihre Stirn. An welche Momente sollte sie denken? Sie kannte diese Frau gar nicht. Wenn sie Ilona nicht eingespannt hätte, wäre sie wahrscheinlich jetzt noch unter ihnen. Vielleicht hätte dann niemand sterben müssen? Zumindest von den Freundinnen nicht?<br />
Würde es ihr bei Toelkes Beerdigung ähnlich gehen? Die Schuld bei sich suchen? Würde es weitere solche Tage geben? Sie stand morgens auf und abends waren Freunde von ihr tot? Lebte Hevi noch? Rosalinda hatte souverän geklungen. Warum war sie es dann nicht?<br />
Sie schloss ihre Augen, trat in der Schlange weiter vor, ließ die Freundinnen und Arbeitskollegen Ilonas an sich vorbeigehen, dann ging sie mit Heiner wieder ein paar Schritte.<br />
&bdquo;Na Maya? Bringst jetzt nicht mehr nur die Bösen ins Grab, hab ich recht?&ldquo;<br />
Sie wollte sich umdrehen, doch legte ihr Heiner seine Hand über die rechte Schulter. &bdquo;Lass gut sein!&ldquo; Stattdessen wandte er sich um, nickte dem Ex zu und stellte sich vor. &bdquo;Hi Sascha! Ich bin Heiner, Mayas neuer Freund. Hast eine nette Schwester und Mutter.&ldquo;<br />
Sascha sah ihn entgeistert an, schwieg, vergeblich nach einer passenden Antwort suchend. Offensichtlich hatte er nicht damit gerechnet, dass Heiner ihm antworten würde.<br />
Maya fühlte den Triumph in sich. Der junge Mann aus der Nordstadt ließ sich nicht auf das Niveau eines Typen herunter, der in seinem Leben nie eine ernstzunehmende Notsituation hatte durchleiden müssen. Würde er schweigen? Oder ihr weitere Sprüche drücken?<br />
Es dauerte fünf Minuten, dann standen sie vor der Grube. Heiner schaufelte Erde über den Sarg, anschließend trat sie selbst an den Rand. &bdquo;Es tut mir so leid, Ilona!&ldquo;, flüsterte sie.<br />
Marlene wartete auf sie. Maya wäre am liebsten mit Heiner nach Hause gefahren, doch wurden sie von der Freundin energisch eingeladen, noch an der Gedenkfeier teilzunehmen. Zur Erleichterung der Riesin war Sascha nicht geblieben, es hätte ansonsten die Zusammenkunft der Trauergesellschaft für sie zur Qual werden lassen. Walter aber war ihre Anwesenheit wichtig und so bat er Heiner und sie darum, sich zu ihm an den Tisch zu setzen.<br />
Es gab reichlich zu essen und zu trinken, doch nahm sich Maya nur so viel, dass sie ihren drängenden Hunger einigermaßen beruhigen konnte. Sie lauschte den Anekdoten der Familie um Ilonas Leben, hörte heiteres Lachen, dann drückte wieder Trauer und Verzweiflung die Stimmung.<br />
Eine Stunde später schob sie den Stuhl zurück, drückte sanft mit ihrer rechten Hand Ilonas Vater auf dem Rücken und entschuldigte sich. &bdquo;Tut mir leid, ich werde angerufen.&ldquo;<br />
Der Mann zeigte sich sofort besorgt. &bdquo;Hoffentlich nichts Ernstes!&ldquo;<br />
Maya ging ein paar Schritte und blieb am Eingang der kleinen Gaststätte stehen. Sie zog das Handy aus ihrer Tasche und las den Namen auf dem Display. &bdquo;HEVI!!!!&ldquo; Sie fing sofort das Weinen an. &bdquo;Bist du das?&ldquo;, fragte sie mit verheulter Stimme.<br />
Die Stimme der Freundin klang ähnlich verweint wie ihre. &bdquo;Türmchen!&ldquo;<br />
&bdquo;Bist du in Sicherheit?&ldquo;<br />
&bdquo;Ja, ich sitze im Flugzeug. Wir starten gleich. Auch wenn ich nicht ganz verstehe, was passiert ist.&ldquo; Hevis Stimme klang kraftlos, aber gefasst. &bdquo;Eine Frau hat mir gesagt, dass du sie geschickt hast. Danke!&ldquo;<br />
&bdquo;Kommst du wieder nach Hause?&ldquo;<br />
Hevis Stimme klang brüchig. &bdquo;Ich weiß gerade nicht, wo das ist.&ldquo;<br />
&bdquo;Wo landest du? Ich kann dich abholen. Du kannst bei uns wohnen, wenn du magst. Ich habe mit meinem Freund eine eigene Wohnung.&ldquo;<br />
Die Stimme der Freundin klang jetzt gelöster. &bdquo;Türmchen! Du hast mir Fotos geschickt.&ldquo;<br />
&bdquo;Ich hatte manchmal Angst, dass du meine Nachrichten nicht wirklich lesen würdest.&ldquo; Maya weinte noch immer. &bdquo;Ich bin so froh, dass du wieder da bist. Bitte verschwinde nicht wieder.&ldquo;<br />
&bdquo;Wie könnte ich das? Du hast mich gerettet, Türmchen. Unwahrscheinlich, dass die mich hätten gehen lassen.&ldquo; Hevi schwieg für einen Moment. Maya konnte Stimmen im Hintergrund hören. &bdquo;Du, wir landen in Düsseldorf. Wenn du magst, komm mich holen. Hast ja schon ein Auto.&ldquo; Die Freundin lachte verhalten. &bdquo;Bist ein Glücksbärchi.&ldquo;<br />
&bdquo;Der Preis ist hoch. Glaub mir! Weiß deine Familie, dass du wieder da bist?&ldquo; Maya dachte an die Ahmedis.<br />
&bdquo;Ja. Sie haben die Nachricht bekommen. Ich werde mich ihnen stellen müssen, das ist mir klar. Und vielleicht habe ich genug gelitten, damit man mir verzeihen kann. Auch du, meine ich.&ldquo;<br />
&bdquo;Red kein Unsinn! Ich fahre gleich los. Ich heule die ganze Zeit, weil ich so erleichtert bin.&ldquo;<br />
&bdquo;Das mit der Wohnung Maya &#8211; ich wäre froh drüber.&ldquo;<br />
&bdquo;Kriegen wir hin. Lernst du Heiner kennen. Wirst sehen, ist eine gute Haut.&ldquo;<br />
&bdquo;Ich bin gespannt. Bis später, Türmchen. Danke, dass du mir geholfen hast.&ldquo; Die Stimme Hevis klang wieder müde und angespannt. Mit diesen Worten hatte die Freundin das Gespräch beendet.<br />
Maya wollte reingehen und Heiner Bescheid geben, als erneut ihr Telefon klingelte. Rosalinda vielleicht? Nein, es war Arnold.<br />
&bdquo;General, vielen Dank dass sie&#8230;&ldquo;<br />
&bdquo;Wir haben gar nichts getan Mrs. Klein. Ich wollte mich erkundigen, ob sie mehr wissen. Laut unseren Informationen haben die Ahmedis nichts an die Entführer gezahlt. Dafür sind in Deutschland dreizehn Iraker über Nacht verschwunden, und zwei einflussreiche Familien im Irak. Das kann doch kein Zufall sein. Es hat keine 24 Stunden gedauert und ihre Freundin war frei.&ldquo;<br />
&bdquo;General, ich habe keine Ahnung. Wirklich!&ldquo;<br />
&bdquo;Warum habe ich dann das Gefühl, dass sie mehr wissen könnten als ich?&ldquo;, erwiderte der amerikanische Offizier. &bdquo;Immerhin scheinen sie ja schon Bescheid zu wissen.&ldquo;<br />
&bdquo;Ich muss sie da enttäuschen. Hevi hat mich gerade angerufen. Bin einfach nur unendlich erleichtert gerade. Danke, dass sie ihrerseits alles versucht haben.&ldquo;<br />
&bdquo;Gerne Mrs. Klein. Auch wenn es letzten Endes anders kam, als ich es mir gewünscht hätte. Hätten gerne ein wenig von dem was sie leisten, zurückgegeben.&ldquo;<br />
&bdquo;Mir geht es anderen gegenüber ähnlich. Von daher ist alles gut, General. Haben sie noch einen schönen Abend!&ldquo;<br />
Maya eilte zurück in den Gastraum. Sie strahlte in diesem Augenblick über das ganze Gesicht. &bdquo;Heiner! Kommst du bitte?&ldquo;<br />
Ihr Freund reagierte sofort, stand auf und trat ihr entgegen. &bdquo;Was ist denn los?&ldquo; Sein Gesicht zeigte seinen Zwiespalt auf. Er wusste nicht, ob er sich freuen oder Sorgen machen sollte.<br />
&bdquo;Hevi ist wieder da! Ich möchte sie vom Flughafen abholen.&ldquo;<br />
Er war sofort einverstanden. So berichteten sie gemeinsam Walter, der augenblicklich Verständnis signalisierte. &bdquo;Das freut mich für dich Maya. Eine Freundin wiederfinden, die man bereits verloren glaubte. Ihr könnt mich ja hin und wieder besuchen kommen? Das würde mich wirklich freuen.&ldquo;<br />
Die Riesin ließ in diesem Punkt keinen Zweifel aufkommen. &bdquo;Gerne, Walter. Oft werden wir es nicht schaffen, aber immer wieder, das ist ein Versprechen.&ldquo; Sie lächelte und umarmte Ilonas Vater noch einmal.<br />
Marlene war im Austausch mit einer Cousine Ilonas, hatte sich angeregt unterhalten und war enttäuscht, als Maya ihr zu verstehen gab, dass sie gehen wollte. &bdquo;Dass man dich nicht einfach mal in Ruhe lassen kann. Verstehe ich nicht.&ldquo;<br />
&bdquo;Dieses Mal ist es etwas sehr Schönes, Marl!&ldquo; Die Riesin strahlte über das ganze Gesicht. Sie gab der Freundin Küsse auf beide Wangen, drückte sie an sich und löste sich anschließend von ihr. Sie winkte in die Runde. &bdquo;Entschuldigt bitte. Hat mich sehr gefreut, euch alle kennenzulernen.&ldquo;<br />
Auch Heiner verabschiedete sich, ging Maya nach, welche bereits die Gaststätte verlassen hatte und stieg ins Auto, welches von ihr inzwischen fahrbereit gemacht worden war.<br />
&bdquo;Hat sie es geschafft!&ldquo;, meinte er beim Einsteigen. &bdquo;Das ist so krass.&ldquo; Er griff nach dem Anschnallschloss und zog den Gurt über seinen Unterleib.<br />
&bdquo;Meinst du Ros oder Hevi?&ldquo;, fragte Maya, während sie zurückstieß, den Blick auf den Displayausschnitt mit dem Bild der Rückfahrkamera gerichtet haltend.<br />
&bdquo;Genau genommen &#8211; beide.&ldquo; Heiner runzelte die Stirn. &bdquo;Ich würde gerne wissen, wie Ros das hinbekommen hat.&ldquo;<br />
&bdquo;Sie hat ihrerseits Menschen entführen lassen. Arnold hat es mir erzählt. Hier in Deutschland, aber auch im Irak.&ldquo; Mayas Stimme klang jetzt dumpf.<br />
&bdquo;Ach du Scheiße!&ldquo; Heiner stöhnte auf.<br />
Maya nickte. Diese Tatsache versetzte ihrer Freude auf Hevi einen gewaltigen Dämpfer. &bdquo;Wir können nur hoffen, dass sie Wort hält und die Richtigen erwischt hat.&ldquo;<br />
&bdquo;Was passiert mit den Menschen?&ldquo;, wollte Heiner wissen. Er sah sie eindringlich an.<br />
&bdquo;Ich weiß es nicht genau. Aber getötet werden sie nicht. Diese Gewissheit haben wir zumindest.&ldquo;<br />
Sie fuhr vom Parkplatz auf die Straße, bog rechts ab und nahm den Zubringer Richtung B1. &bdquo;Ich hoffe einfach, dass sie sich an ihr Versprechen hält, das sie dem Pfarrer und Willy gegeben hat.&ldquo;<br />
Heiner erinnerte sich. &bdquo;Dass sie sich an die hält, welche es verdienen. Ich bete zu Gott, dass es so ist.&ldquo; Ihm kam jetzt ein anderer Gedanke. &bdquo;Ich bin froh, dass Hevi wieder freigekommen ist, das hat deinem Ex die Macht genommen. Ich glaube, er war nur wegen dir da.&ldquo;<br />
Maya nickte in einer weiten Kopfbewegung. &bdquo;Ich weiß, dass es so ist. Der wollte mir Sprüche drücken. Dass ich dieses Arschloch geliebt habe&#8230;&ldquo;<br />
&bdquo;Dafür kannst du nichts. Ich kann mir schon vorstellen, dass er die Frauen schnell rum bekommt. Hässlich ist er nicht.&ldquo;<br />
&bdquo;Von außen vielleicht nicht. In seinem Kopf ist er völlig schwarz. Der weiß genau, was er Frauen antut und nimmt es ohne Reue in Kauf. Ganz im Gegenteil, er gibt ihnen auch noch die Schuld.&ldquo; Sie griff nach Heiners linker Hand. &bdquo;Mein Gott bin ich froh, dass du gekommen bist.&ldquo;<br />
&bdquo;Aber gut gehen scheint es ihm auch nicht, oder?&ldquo;, mutmaßte Heiner. &bdquo;Sah ziemlich drüber aus.&ldquo;<br />
&bdquo;Er arbeitet jetzt als Klinkenputzer für Versicherungen und so etwas. Vielleicht genau das Richtige für ihn. Er hat alle Eigenschaften, die man für solch einen Job braucht.&ldquo;<br />
&bdquo;Du, wir sehen ihn noch einmal bei der Hochzeit, dann vielleicht nie wieder. Stehen wir auch noch durch. Thomas und Marlene sind wichtiger.&ldquo;<br />
Sie gab ihm recht. Auf der B1 stellte sie auf autonomes Fahren um, drehte mit dem Stuhl in Heiners Richtung und sah ihn nachdenklich an. &bdquo;Ich weiß gleich gar nicht, was ich zu Hevi sagen soll. Ich bin so erleichtert, dass sie wieder da ist, aber auf der anderen Seite bin ich auch wütend auf sie. Wie kann man Menschen, die man lieb hat, von heute auf morgen so aus dem eigenen Leben nullen?&ldquo;<br />
&bdquo;Sie hatte gute Gründe, finde ich. Du bist nicht gläubig Maya, deshalb kannst du ihren Standpunkt auch nicht nachvollziehen. Sie hatte nach einer Möglichkeit gesucht, um sich zu bestrafen, hat für sich alles Gute aus dem Leben verbannt und nach einer Aufgabe gesucht. Vielleicht hatte sie die ja im Irak auch gefunden? Werden wir sicher gleich hören.&ldquo;<br />
&bdquo;Ich habe die ganze Zeit geweint, als ich ihre Stimme hörte. Du dumme Kuh, habe ich gedacht. Die ganze Scheiße wäre nicht nötig gewesen, aber sie glaubt auch jetzt noch dran. Von daher hast du Recht. Vielleicht war das für sie nötig, um wieder in die Spur zu kommen. Aber der Preis ist hoch gewesen. Ich stehe jetzt bei Rosalinda noch tiefer in der Schuld als ohnehin schon. Ganz ehrlich? Ich habe Angst vor dem Tag, an dem sie meine Hilfe braucht. Denn das wird dann ein einziges Fragezeichen sein. Geht es gegen Kriminelle wie sie? Vielleicht gegen andere Polizisten? Ich habe da keine Vorstellung.&ldquo;<br />
&bdquo;Soll nicht Willy dich rufen? Oder dieser Arzt?&ldquo;, wandte Heiner ein. &bdquo;Im Grunde genommen ist das der Deal, oder nicht?&ldquo;<br />
Maya nickte. &bdquo;Stimmt. Aber glaubst du wirklich, ich könnte noch nein sagen, wenn sie mich direkt auffordert? Nach allem, was sie für mich erreicht hat?&ldquo;<br />
&bdquo;Für uns!&ldquo;, wandte Heiner ein. &bdquo;Ich stehe ja dann genauso in ihrer Schuld. Wegen ihr hat mein Alter vielleicht eine Chance. Ich bin nur gespannt, was für eine er vermittelt bekommt.&ldquo; Er lachte bei dieser Vorstellung.<br />
Maya begann nun ebenfalls darüber nachzudenken. &bdquo;Vielleicht ein Äquivalent zu diesem Diego? Victoria hat mir ein Bild von dem Mann gezeigt. Das ist ein Can mit Gangstertätowierungen und Haaren.&ldquo;<br />
&bdquo;Es muss ja eine sein, die ihn aushält. Von daher wird sie schon ziemlich strange drauf sein. Irgendwie irre. Rosalinda befiehlt einem Menschen die Beziehung zu einem anderen und diese Leute machen das. So wie Patricia bei Torben.&ldquo; Heiner überblickte den Verkehr auf der Autobahn. &bdquo;Das wäre für mich unvorstellbar. So unglaublich viel Macht in den Händen zu halten und das in ihrem Alter.&ldquo; Er griff nach seinem Handy. &bdquo;Ich muss unbedingt Johanna anrufen. Sie muss länger beim Neletier bleiben.&ldquo; Er wartete nicht auf Mayas Entgegnung, hob das Handy an sein Ohr und lächelte, als Mark sich meldete. &bdquo;Na, Alter! Alles gut bei euch?&ldquo; Der Freund erzählte von einem Spielhaus, welches sie mit der kleinen Schwester besuchten. &bdquo;Wird später. Sag Joh, sie soll nicht ausrasten und ihren Frust an Nele auslassen. Wir beeilen uns. Müssen jemanden vom Flughafen abholen. Ist für Maya. Vielleicht zickt sie dann weniger.&ldquo; Mark versprach, sich zu kümmern. &bdquo;Gut! Wir holen sie dann später von euch ab. Nicht abschieben! Sag ihr das bitte!&ldquo;<br />
Heiner grinste. &bdquo;Deine Hevi wird sicher Augen machen, wenn sie uns ganz in Schwarz sieht.&ldquo;<br />
Maya schüttelte ihren Kopf und seufzte. &bdquo;Fuck! Daran habe ich noch gar nicht gedacht. Aber können wir jetzt schlecht ändern.&ldquo; Sie sah an sich herunter und ordnete das Kleid, welches ihr Mutti auf die Schnelle besorgt hatte. Sie würde es auch für Toelke tragen können. Sie dachte in diesem Moment an Annika. Die Frau tat ihr so leid.<br />
Eine halbe Stunde später erreichten die beiden den Flughafen in Düsseldorf. Sie fuhren in den Ankunftsbereich des Terminal C und parkten auf einem der dortigen Taxiparkplätze. Maya wies sich bei den Fahrern aus, doch schienen die keine Probleme zu machen. Es waren noch genügend Stellflächen vorhanden. Auch sprach ihr Nummernschild ja dafür, dass sie ein Fahrzeug des Bundeslandes fuhr. So dankte sie den Leuten für ihr Verständnis und eilte mit Heiner in die Halle hinein, wo ein Strom an Reisenden ihnen entgegenschlug. Anscheinend waren gerade mehrere Flugzeuge gelandet und abgefertigt worden.<br />
&bdquo;Hat dir Hevi geschrieben, wann sie landet?&ldquo;<br />
Maya sah nach. &bdquo;In zwanzig Minuten mit einem Flug aus Ankara.&ldquo;<br />
Heiner sah auf den Schautafeln nach, die Ankunft des Flugzeugs würde sich zehn Minuten verspäten. &bdquo;Lass uns noch eine Kleinigkeit essen, ich sehe dir an, dass du noch Hunger hast.&ldquo;<br />
Maya verneinte. &bdquo;Alles gut, ich nehme Riegel. Bin gerade ziemlich aufgeregt.&ldquo; Sie setzten sich in den Wartebereich, wo Maya wieder in den Fokus der Anwesenden geriet. Doch sie lehnte immer wieder entschieden ab, wenn jemand ihre Aufmerksamkeit suchte. Sehr zur Enttäuschung einiger Kinder. Hier und jetzt war es wahrscheinlich gut, dass sie Schwarz trug. Die Eltern schienen damit eine Erklärung parat zu haben.<br />
Wieder ging Mayas Telefon. Es war Melissa. &bdquo;Hey Mel. Du, ich bin gerade am Flughafen. Hevi ist zurück. Wir holen sie ab.&ldquo;<br />
&bdquo;Geil. Dann spielt die wieder erste Geige bei dir. Wehe du vergisst mich dann!&ldquo; Melissas Stimme klang wie immer spöttisch und selbstbewusst. &bdquo;Nein, ich freu mich natürlich. Mich ärgert nur, dass ich immer bei dir anrufen muss.&ldquo;<br />
&bdquo;Ich habe gerade viele Sorgen, Mel. War keine Absicht, okay?&ldquo;<br />
&bdquo;Hab schon gehört. Ziemlich viel. Aber eigentlich dachte ich, dass du mit mir sprechen würdest, wenn es dir scheiße geht.&ldquo; Der Vorwurf klang deutlich aus der Stimme Melissas heraus.<br />
&bdquo;Bitte nicht jetzt, Mel. Ich war heute auf einer Beerdigung und bereite mich innerlich auf das Wiedersehen mit Hevi vor. Sag mir lieber, wie es in der Schweiz ist!&ldquo;<br />
&bdquo;Gut soweit. Scheiße teuer alles, aber der Staat zahlt und so bin ich fein damit. Lerne wirklich viel, hätte ich nicht gedacht. Die Jungs und Mädels hier kennen sich aus. Bei uns sind sogar Saudis im Kurs. Da denkt man gleich an den getöteten Oppositionellen&#8230;, wie hieß der nochmal? Weißt schon, mir fällt sein Name nicht ein.&ldquo;<br />
&bdquo;Ich habe keine Ahnung, wovon du sprichst.&ldquo;<br />
&bdquo;Bist halt blond, da kann man schlecht was gegen machen. Nein, ist schick hier. Hab auch einige Leute kennengelernt, war gestern Abend mit ihnen feiern und morgen kommt mein Türke, um mich zu besuchen und hoffentlich nach einer langen Durststrecke mein Feld zu pflügen. Tante Rosa hat sich zwar angemeldet, aber ich hoffe, sie lässt mir noch ein paar Tage. Serki fühlt sich im Moment super unsicher mir gegenüber. Aber ich kann ihm immer nur wieder sagen, dass alles in Ordnung ist. Er kommt extra auf dem Rückweg von seinem Familienurlaub nach Zürich. Ist schon süß.&ldquo;<br />
&bdquo;Grüße ihn bitte von uns. Habe ewig lange nicht mehr mit ihm gesprochen. Scheiße. Irgendwie ist gerade zu viel los bei uns.&ldquo;<br />
&bdquo;Mach dir keinen Kopf. Can kommt heute mit Jeane aus London zurück. Ihm kannst du vielleicht mal Hallo sagen. Der ist sonst die ganze Zeit am Heulen, das Sensibelchen.&ldquo;<br />
&bdquo;Hast du mit ihm telefoniert?&ldquo;, zeigte sich Maya erstaunt.<br />
&bdquo;Ja, immer wieder. Was denkst du, wie langweilig es sonst hier wäre. Kann mir ja schlecht jemanden fürs Bett suchen, so sehr ich mich auch danach sehne. Egal, muss es mir weiter mein Brumbrum machen.&ldquo;<br />
&bdquo;Ich drücke dir die Daumen, dass du mit Serki eine schöne Zeit hast.&ldquo;<br />
&bdquo;Das wird schon. Ich habe uns einen Tisch bestellt, wir können schön spazieren gehen und hier alles entdecken, so richtig kitschi und romantisch.&ldquo; Die Stimme der Freundin klang zynisch.<br />
&bdquo;Wann bist du wieder hier?&ldquo;<br />
&bdquo;Vielleicht bringe ich Serki nach Hause. Muss ja sicher gehen, dass er heile ankommt. Ich würde auch gerne zu Toelkes Beerdigung. Mir tut die Maus sehr leid, wie hieß sie noch?&ldquo;<br />
&bdquo;Annika!&ldquo;, gab Maya zurück.<br />
&bdquo;Ja, genau. Scheiße so etwas. Stahlkugel an den Kopf. Meine Ma hat gemeint, dass sie den Kerl dran bekommen werden. Seine DNA wurde gefunden.&ldquo;<br />
&bdquo;Hältst du mich da auf dem Laufenden?&ldquo;<br />
&bdquo;Natürlich Blondi! Musst du dir keinen Kopf machen.&ldquo; Melissa blieb kurz stumm, dann fuhr sie fort. &bdquo;Du, ich bekomme einen Anruf rein. Müssen Schluss machen. Viel Glück mit deiner Freundin! Ich hoffe, ihr seid wieder gut miteinander.&ldquo;<br />
&bdquo;Hoffe ich auch. Hab richtig Schiss gerade.&ldquo;<br />
&bdquo;Musst du nicht. Bist doch schon groß. Grüß Heinklein, ja? Hab euch lieb!&ldquo;<br />
Maya sah ein paar Sekunden auf das Gerät herunter, dann steckte sie es zurück in ihre Bauchtasche. Melissa! Auch hier hatte die Entfernung eine Distanz geschaffen. Sie musste sich mehr um ihre Freunde kümmern, unbedingt!<br />
Sie atmete tief durch und sah sich um. Nicht mehr lange, dann würde Hevi zurück in ihr Leben treten. Was würde sie erzählen? War sie sehr traumatisiert? Sie hatte keinerlei Vorstellung davon, was sie hier erwarten würde.<br />
Maya erkannte Hevi schon von Weitem. Sie hatte kein Haupthaar mehr! Ihr Gesicht war geschmackvoll geschminkt und goldene Kreolen steckten in ihren Ohren. Ein schwarzes Top, ein lederner Mantel und Bluejeans &#8211; sah sie süß aus! An den Füßen weiße Sneaker, war sie richtig stylisch unterwegs. Rosalinda? Sehr wahrscheinlich!<br />
Maya hob ihren rechten Arm, aber die Freundin hatte sie längst entdeckt. Türmchen. In solchen Momenten traf ihr Spitzname mehr als zu. Kaum war Hevi durch die Barriere, da war die Riesin schon bei ihr, hob die Freundin hoch, drückte sie an sich und wirbelte sie herum. Dabei kamen ihr wieder die Tränen, welche in Strömen über ihre Wangen flossen.<br />
&bdquo;Maya! Du erdrückst mich doch!&ldquo; Hevis Stimme klang neutral. Man konnte keine Stimmung aus ihr herleiten.<br />
Die Riesin stellte ihre Freundin vorsichtig auf ihre Füße zurück, ging, ungeachtet ihres Kleides in die Knie und drückte sie noch einmal an sich. &bdquo;Was haben sie mit dir gemacht?&ldquo;, fragte sie, nachdem sie sich wieder von ihr gelöst hatte.<br />
&bdquo;Die haben mich geschoren und nackt in einem Keller festgehalten. Ich musste mir mein Essen verdienen. Wie, das kannst du dir vorstellen. Ich hatte als Kurdin keinen Wert, außer dem, den meine Familie bereit war, aufzubringen.&ldquo; Ihre müden Augen blickten zu Maya auf. &bdquo;Vielleicht ist es jetzt wirklich genug gewesen.&ldquo; Sie blickte an dem riesigen Körper der Freundin vorbei. &bdquo;Ist das dein Freund?&ldquo;<br />
Heiner hob seine Hand, während Maya herumschrak. &bdquo;Ja! Hevi, das ist Heiner. Meine bessere Hälfte.&ldquo; Sie lächelte.<br />
Heiner trat an Hevi heran und umarmte sie vorsichtig. &bdquo;Herzlich willkommen!&ldquo; Es klang unsicher.<br />
&bdquo;Danke Heiner! Auch, dass ich fürs Erste bei euch unterkommen darf.&ldquo;<br />
Maya sah sich suchend um. &bdquo;Wo ist dein Gepäck?&ldquo;<br />
&bdquo;Ich habe nichts dabei. Wir können los.&ldquo;<br />
Die Riesin schloss die Augen, kam wieder auf die Beine, dann nickte sie. &bdquo;Okay. Soll Jeane dir was leihen. Morgen gehen wir dann einkaufen. Mutti hat bestimmt auch was für dich.&ldquo;<br />
Hevi lächelte. &bdquo;Danke, Türmchen! Irgendwie werde ich die Zeit bei euch wieder gut machen.&ldquo; Sie blieb an Mayas Seite, während Heiner mit ein wenig Abstand vorausging. Es war offensichtlich, dass er ihnen beiden Zeit geben wollte, sich wieder zu finden.<br />
&bdquo;Er ist lieb! Das fühle ich sofort.&ldquo; Hevis Augen starrten für einen Moment ins Leere. &bdquo;Komisch. Bei anderen kann ich das. Ich selbst aber&#8230;&ldquo; Sie sah zu Mayas Gesicht auf. &bdquo;Wie geht es Manni?&ldquo;<br />
&bdquo;Er ist mit Fatima zusammen. Erinnerst du?&ldquo;<br />
Hevi atmete tief durch. &bdquo;Ja. Das war doch die aus Serkans Familie. Er hatte sich mit ihr Sylvester schon gut verstanden.&ldquo;<br />
&bdquo;Es tut mir leid. Aber du hast einen so rigorosen Cut gemacht&#8230;&ldquo;<br />
&bdquo;Ich weiß. Bin doch gar nicht in der Position, um ihm Vorwürfe zu machen. Ist gut so, Türmchen. Wirklich! Ich komme schon wieder auf die Beine. Danke, dass du mir dabei helfen möchtest.&ldquo;<br />
Maya schüttelte ihren Kopf. &bdquo;Du bist meine Schwester. Für mich gibt es daran keinen Zweifel. Du weißt nicht, wie es in mir aussieht. Als ob alles wieder komplett wäre.&ldquo;<br />
Hevi lächelte, griff nach Mayas Hand und drückte sie. &bdquo;Du bist eine treue Seele. Unglaublich, dass du jemanden kennst, der so etwas vermag.&ldquo;<br />
Maya trat an den riesigen Wagen heran, öffnete die Tür und bat Heiner darum, in die zweite Reihe einzusteigen. Es wäre gar nicht notwendig gewesen.<br />
&bdquo;Das ist wirklich dein Auto?&ldquo;, staunte Hevi. &bdquo;Das ist ein Panzer! Oh, mein Gott!&ldquo; Sie legte sich die rechte Hand über die Brust. &bdquo;Machst du für mich Räuberleiter? Sonst komme ich da nicht hoch.&ldquo; Sie lachte verhalten.<br />
&bdquo;Du schaffst das schon.&ldquo; Maya erinnerte sich an Hevis letzte Bemerkung. &bdquo;Was meinst du, mit jemandem der so etwas vermag?&ldquo;<br />
Hevi kletterte in den riesigen Sitz, versuchte, dessen Dimensionen zu überblicken, und griff dann nach dem Gurt. &bdquo;Die hatten Schiss! Ich meine die, vor denen jeder andere Mensch Angst hätte. Die haben auch noch andere Frauen in ihrer Gewalt. Ich habe ihre Stimmen gehört. Aber gehen durfte nur ich.&ldquo;<br />
Maya wurde sofort hellhörig. &bdquo;Weißt du, wo sie dich gefangen gehalten haben?&ldquo;<br />
Hevi verneinte. &bdquo;Zwei von ihnen sollten lebendig begraben werden. Für einen eventuellen Austausch. Eventuell, verstehst du?&ldquo; Ihr kamen die Tränen, während ihre Lippen zu zittern begannen.<br />
Maya startete die Elektrik, worauf das große Display aufblitzte, welches die ganze Breite des Fahrzeuges einnahm.<br />
&bdquo;Wie kommst du zu solch einem Gefährt? Das muss doch Millionen gekostet haben.&ldquo; Sie wandte sich nach hinten um. &bdquo;Hat es sogar eine&#8230;&ldquo;<br />
Maya verneinte sofort. &bdquo;Ist meine Ausrüstung drinnen. Kein Klo.&ldquo; Sie lachte. &bdquo;Hat schon länger keiner mehr in diese Richtung gedacht.&ldquo;<br />
Hevi sah sich ehrfürchtig um, worauf sich ihr Blick mit dem Heiners traf. Die beiden tauschten ein Lächeln aus, dann war sie wieder bei Maya. &bdquo;Warum sind diese Sitze so riesig? Nur wegen dir?&ldquo;<br />
&bdquo;Nein. Wegen meiner Kollegen. Die sind fast alle über 2 Meter lang.&ldquo;<br />
Hevi sah sie erstaunt an. &bdquo;Was? Oh mein Gott!&ldquo; Sie lachte. &bdquo;Das ist ja irre.&ldquo;<br />
&bdquo;Haben diese Typen noch irgendetwas zu dir gesagt?&ldquo;, wollte Maya wissen.<br />
&bdquo;Nur, dass ich dafür sorgen soll, dass ihre Leute wieder gehen dürfen.&ldquo; Sie blickte angestrengt zu Maya rüber. &bdquo;Dabei weiß ich von nichts. Wie soll ich jemandem etwas sagen, den ich nicht kenne?&ldquo;<br />
Maya dachte an Rosalinda. Was hatte sie getan, dass diese Scheusale solch einen Schiss vor ihr schoben? Sie löste sich von diesem Gedanken und parkte aus. Nachdem sie das Flughafengelände verlassen hatten, schaltete sie wieder zurück auf das autonome Fahren.<br />
&bdquo;Warum lässt du das Lenkrad los?&ldquo;, rief Hevi. Fast hätte sie danach gegriffen.<br />
&bdquo;Das Auto fährt allein, wenn ich das möchte.&ldquo;<br />
&bdquo;Was?&ldquo; Hevi wirkte verwirrt. &bdquo;Das gibt es doch nicht.&ldquo; Sie blickte zu Heiner zurück, der sich amüsiert zeigte.<br />
&bdquo;Haben wir auch alle gestaunt. Irgendwann gewöhnt man sich daran.&ldquo;<br />
Hevi nickte ihm zu, dann wandte sie sich wieder an ihre Freundin. &bdquo;Wieso darfst du überhaupt fahren? Wegen der Polizei?&ldquo;<br />
Maya nickte. &bdquo;Mir fällt viel in den Schoß, anderes muss ich mir hart verdienen. Ich darf dir da leider nichts erzählen, Süße. Ich werde halt voll eingespannt und toure durch die Welt. Meistens bin ich dann völlig fertig, wenn ich nach Hause komme. Aber das Heinchen und die Nele fangen mich auf.&ldquo; Sie griff mit der Rechten hinter sich, worauf die Geste sofort von ihrem Freund angenommen wurde. Sie wandte sich wieder Hevi zu. &bdquo;Sollen wir gleich zu deiner Familie? Wir können dich dann gerne auch später abholen.&ldquo;<br />
&bdquo;Ja und nein. Lass uns bitte zusammen hin. Ich bin ziemlich am Ende und würde gerne versuchen zu schlafen. Bin total überdreht, innerlich aber völlig fertig. Wahrscheinlich muss ich morgen zum Arzt. Ich denke, ich brauche da Hilfe.&ldquo;<br />
&bdquo;Tut mir leid. Du wirkst gefasst und stabil, aber in deinem Inneren schaut es wahrscheinlich ganz anders aus. Wir sind für dich da. Ich kenne auch zwei Psychologen, die dir weiterhelfen werden.&ldquo;<br />
Hevi nickte nur. &bdquo;Ihr seid so lieb. Mir tut diese ganze Scheiße so leid. In meinem Kopf ist so viel kaputt, ich muss das irgendwie in den Griff bekommen. Ich weiß halt nur grad nicht, wie. Von daher vielleicht gut, wenn ich mit jemandem sprechen kann, der nicht direkt was damit zu tun hat.&ldquo;<br />
&bdquo;Wie lange hast du nicht mehr geschlafen?&ldquo;, fragte Heiner.<br />
&bdquo;Das letzte Mal im Keller. Drei oder vier Tage?&ldquo; Hevi wusste es nicht genau. &bdquo;Hatte dort kein Zeitgefühl. Es gab kein Fenster oder Uhr.&ldquo;<br />
Als nach einer dreiviertel Stunde die Stadtkulisse Dortmunds auftauchte, wurde Hevi unruhig. &bdquo;Ich habe keine Ahnung, wie meine Familie auf mich reagieren wird. Am liebsten würde ich weglaufen. Aber das hab ich ja schon, oder? Gebracht hat es mir nichts.&ldquo;<br />
&bdquo;Gib ihnen eine Chance. Sie lieben dich.&ldquo;<br />
Hevis Züge blieben hart und ausdruckslos. &bdquo;Ich hoffe, dass da noch etwas ist. Könnte verstehen, wenn es nicht so wäre.&ldquo;<br />
Rebar, Hevis Vater, öffnete ihnen die Tür. Wortlos trat er an seine Tochter heran, schloss sie in die Arme, wiegte sie darin, während Zelal, die Mutter, im Hintergrund weinte. Auch sie trat sofort an Hevi heran, nachdem der Vater sich gelöst hatte, umarmte sie und brach in einen Weinkrampf aus. &bdquo;Deine Haare!&ldquo;<br />
Baz, Aras, Jiyan und Gulistan, Hevis Geschwister, blieben im Hintergrund. Die Brüder und die nächstältere Schwester Jiyan begrüßten die Heimgekehrte überschwänglich, gaben ihr Küsse und führten sie in das Wohnzimmer.<br />
Rebar und Zelal unterdessen umarmten Maya, dankten ihr und glaubten zu wissen, wie schlecht die Chancen gestanden hatten, dass Hevi zu ihnen zurückkehrte.<br />
&bdquo;Macht es ihr bitte nicht so schwer. Sie glaubt, dass das alles zu der Strafe gehört, die ihr auferlegt wurde. Sie hofft jetzt nur noch, dass es besser wird.&ldquo;<br />
Rebar blickte zu Maya auf, dann schüttelte er seinen Kopf. &bdquo;Wir haben alle gesühnt und hoffen darauf, dass die Familie nun wieder zusammensteht. Niemand von uns will das gefährden.&ldquo;<br />
Er grüßte jetzt auch Heiner. &bdquo;Schön, den Freund unserer deutschen Tochter kennenlernen zu dürfen. Komm herein! Sei uns willkommen.&ldquo;<br />
Zelal bestand darauf, dass Hevi neben ihr Platz nahm, hielt deren rechte Hand und deutete auf bereitgestellten Tee und Gebäck. &bdquo;Bitte greif zu, Kind! Ich mache dir auch gerne was zu essen. Ich sehe doch, dass es dir schlecht geht. Kein Wunder bei all dem, was du erleben musstest.&ldquo;<br />
&bdquo;Danke Dê. Ich bin total müde. Gegessen habe ich im Flugzeug.&ldquo;<br />
&bdquo;Dein Bett ist gemacht&#8230;&ldquo;<br />
&bdquo;Ich würde gerne bei Maya schlafen. Sie hat jetzt eine Wohnung. Bitte!&ldquo;<br />
Die Familie hatte mit ihrem Wunsch zu kämpfen. Baz schlug vor, dass sie bei ihm wohnen könnte, doch Hevi wollte partout nicht.<br />
&bdquo;Sie ist ein paar Minuten da und schon dreht sich wieder alles um sie.&ldquo; Gulistan schüttelte ihren Kopf. &bdquo;Es darf nicht wahr sein.&ldquo;<br />
Die Blicke der Familie richteten sich auf die älteste Schwester, die keine Lust hatte, sich ihnen zu stellen. &bdquo;Ich geh in mein Zimmer. Schon der Gedanke, dass ich bei jemand anderem wohnen dürfte, liegt bei euch so fern&#8230;&ldquo; Sie seufzte demonstrativ auf. &bdquo;Ich hätte niemals die Erlaubnis bekommen.&ldquo;<br />
Hevi sah ihrer Schwester nach. &bdquo;Das ist auch ein Grund. Ich habe Angst, dass ich Streit zu euch trage. Ich bin allein besser dran.&ldquo;<br />
&bdquo;Und bei Maya bist du allein?&ldquo;, fragte Baz erstaunt.<br />
Hevi nickte. &bdquo;Zumindest tagsüber. Ich muss irgendwie wieder Fuß fassen, weiß aber noch nicht wie. Erst einmal bin ich nur noch müde.&ldquo;<br />
&bdquo;Und wenn Maya wieder in Köln ist?&ldquo;, fragte Baz.<br />
&bdquo;Dann helfe ich Heiner, wenn ich kann&ldquo;, entgegnete Hevi. &bdquo;Ich werde sehen, dass ich schnell eine Ausbildung und was eigenes bekomme.&ldquo;<br />
Zelal schüttelte ihren Kopf. &bdquo;Warum tust du uns das an? Warum dieser Abstand? Ich verstehe das nicht. Wir haben dir doch nichts getan.&ldquo;<br />
Hevi wandte sich ihrer Mutter zu. Ihre Gesichtszüge blieben maskenhaft. &bdquo;Ich kann gerade nicht mehr. Bitte! Ich müsste mir Gedanken um euch machen, dabei schaffe ich es kaum, mir welche um mich zu machen. Versteht ihr das? Ich habe seit Tagen nicht mehr geschlafen. Ich bin so unsagbar kaputt.&ldquo;<br />
&bdquo;Du kommst uns besuchen! Tochter! Hörst du mich?&ldquo; Rebars Stimme klang bestimmt. &bdquo;Nicht wieder ein Jahr weg.&ldquo;<br />
Hevi nickte. &bdquo;Ich komme jede Woche. Ich verspreche es. Wenn möglich auch öfter.&ldquo; Sie umarmte ihre Mutter, drückte sie an sich, dann stand sie auf und beugte sich zu ihrem Vater runter. &bdquo;Ich will jetzt fahren. Seid mir bitte nicht böse. Ich weiß, ich habe euch viele, viele Sorgen gemacht. Aber ich habe bei Mam (kurdisch: Onkel) viel geholfen. Man mochte mich dort.&ldquo;<br />
&bdquo;Können wir dich ab und zu bei Maya besuchen?&ldquo;, fragte Jiyan.<br />
&bdquo;Klar. Wenn das für Maya und Heiner okay ist?&ldquo; Hevi blickte zu Maya auf, die neben Aras gesessen hatte und gerade aufgestanden war.<br />
&bdquo;Was fragst du?&ldquo; Maya schüttelte den Kopf. &bdquo;Du bekommst das Arbeitszimmer. Die Couch dort kann man ausziehen. Kannst schalten und walten wie du möchtest. Nele könnte nur etwas laut sein, wenn sie in ihrem Zimmer spielt. Dann musst du notfalls was sagen. Heiner hat auch immer wieder mal Besuch von seinen Freunden. Die wohnen in der Wohnung unter uns, sind aber total lieb. Haben auch allesamt Freundinnen, mit denen du dich gut verstehen wirst. Manuele ist mit einer Kollegin von mir zusammen. Mark mit Heiners Schwester.&ldquo;<br />
Hevi lächelte. &bdquo;Hört sich gut an.&ldquo; Sie wandte sich an ihre Eltern. &bdquo;Ich bin jetzt wieder da! Ihr braucht euch wirklich keine Sorgen machen.&ldquo;<br />
Rebar wandte sich an Maya. &bdquo;Die Frau, welche uns geholfen hat &#8230;, ihre Stimme klang böse und bestimmt. Wir haben Angst vor ihr. Ganz anders als der Vermittler, den sie beauftragt hat.&ldquo;<br />
Maya nickte. &bdquo;Diese Wirkung hat uns Hevi zurückgebracht. Sie ist eine Frau, die sich gegenüber Männern durchzusetzen weiß. Und zwar die von der schlimmsten Sorte.&ldquo;<br />
&bdquo;Ist sie böse?&ldquo;, fragte Zelal. &bdquo;Woher kennst du sie?&ldquo;<br />
&bdquo;Ein Kollege hat sie mir vermittelt. Sie hat mir und auch Heiner schon geholfen. An Stellen, wo wir uns sonst an niemanden hätten wenden können. Und nein, sie ist nicht böse. Zumindest nicht zu Menschen, die sich nichts zuschulden kommen lassen.&ldquo;<br />
&bdquo;Ich habe einen kalten Schauer auf meinem Rücken gefühlt, als ich mit ihr gesprochen habe. Das war schon extrem&ldquo;, erwiderte Baz. &bdquo;Niemand von uns hätte gewagt, etwas anderes zu tun als das, was sie gesagt hat.&ldquo; Er nahm einen Schluck Tee. &bdquo;Mich würde interessieren, was sie beruflich macht.&ldquo;<br />
&bdquo;Sie resozialisiert kriminelle Kinder aus Drittländern, soviel ich weiß&ldquo;, gab Maya zurück.<br />
Die Familie zeigte sich überrascht.<br />
&bdquo;Sie war selbst mal eins&ldquo;, ergänzte Maya.<br />
&bdquo;Dann wird sie sich deshalb ausgekannt haben. Sie wusste genau, wovon sie sprach. Es war gruselig&ldquo;, erklärte der älteste Bruder.<br />
Hevi zeigte ihre Erschöpfung jetzt offen. &bdquo;Können wir bitte gehen?&ldquo;<br />
Maya nickte. Sie wartete ab, bis Hevi und Heiner sich verabschiedet hatten, dann machte sie selbst die Runde. Gulistan unterdessen blieb auf ihrem Zimmer. Erst als der Vater sie zur Ordnung rief, kam sie auf den Flur getreten.<br />
Hevis Schwester hatte einen riesigen Respekt vor den Eltern, hatte sich bisher in allem gefügt, schien aber angesichts von Hevis Entscheidungen nun selbst ihren Spielraum auszuloten. So fiel die Verabschiedung sehr nüchtern aus. Trotz aller Katastrophen schien die ältere Schwester neidisch auf Hevi zu sein.<br />
Eine Stunde später waren sie zu Hause. Heiner ging Nele von Johanna und Mark abholen, während Maya ihrer Freundin alles zeigte. Die Couch im Arbeitszimmer war ausklappbar, wurde von den beiden Frauen bezogen und so hatte Hevi fürs Erste ihre Unterkunft gefunden.<br />
&bdquo;Hast du Hunger oder Durst?&ldquo;, wollte Maya wissen.<br />
&bdquo;Nein, im Moment nicht. Danke dir.&ldquo;<br />
Die Riesin nickte. &bdquo;Nimm dir einfach alles, was du brauchst. Ich habe Gästezahnbürsten, meine Sachen kannst du nutzen, Handtuch und Waschlappen lege ich dir raus. Ich hebe morgen Geld ab, du wirst es brauchen, um die erste Zeit zu überbrücken. Zurückzahlen ist nicht nötig. Hilf einfach jemand anderem, wenn er in einer ähnlichen Situation ist.&ldquo;<br />
Hevi sah sie entgeistert an. &bdquo;Warum bist du null sauer auf mich, Maya? Ich verstehe das nicht.&ldquo;<br />
&bdquo;Oh, ich war sauer! Glaub mal. Aber ich konnte dich auch verstehen. Wie hätte ich an deiner Stelle reagiert? Gefühlt und gedacht? Nee, du hast einen Weg gesucht und geglaubt, ihn gefunden zu haben. Jetzt bin ich einfach froh, dass du wieder da bist.&ldquo; Sie lächelte. &bdquo;Die Glatze steht dir irgendwie. Das ist krass!&ldquo;<br />
Die Freundin lächelte, anschließend deutete sie auf das Bett. &bdquo;Legst du dich ein wenig zu mir? Bei dir kann ich es zulassen, glaub ich.&ldquo;<br />
Maya erklärte sich einverstanden. Sie fühlte sich in diesem Moment an Johanna erinnert, welche gleichfalls darauf bestanden hatte, nachdem sie vergewaltigt worden war. Sie hörte in diesem Moment Heiner zurückkommen. &bdquo;Lass mich noch kurz nach den beiden sehen, dann komme ich zu dir.&ldquo;<br />
Hevi beließ es bei einem Kopfnicken, strich sich mit ihrer rechten Hand über die Kopfhaut und wandte sich dem Bett zu.<br />
&bdquo;Ich helfe Hevi beim Einschlafen, Süßer! Ich komme später nach, okay?&ldquo; Maya trat an Heiner heran und fand Nele in seinen Armen schlafend. Kurz küsste sie die Stirn der Kleinen, dann gab sie auch ihrem Freund einen Schmatzer auf dessen Mund. &bdquo;Bringen wir unsere Mädchen ins Bett.&ldquo; Sie lächelte.<br />
&bdquo;Ich hoffe, sie kann schlafen&ldquo;, meinte der Freund, nickte ihr zu und trug seine kleine Schwester ins Kinderzimmer. Er würde sie einfach bis auf die Unterwäsche ausziehen und darin schlafen lassen.<br />
Maya holte eine Karaffe mit Wasser, zwei Gläser und kehrte zu Hevi ins Zimmer zurück. Die Freundin lag ausgestreckt auf der Liegefläche der Schlafcouch und sah zur Decke hinauf. In ihren Gedanken wer weiß wo.<br />
Die Riesin stellte das Mitgebrachte auf den Beistelltisch, legte sich dazu, wissend, dass ihre Unterbeine und Füße keinen Platz auf der Liege finden würden.<br />
&bdquo;Warum bist du froh, dass ich wieder da bin? Ich meine, du hast alles, wovon ein Mensch träumen kann, oder nicht? Du hast super Eltern, viele Freunde, bist gesund, stark, hast einen guten Job, einen perfekten Freund, sogar so etwas wie eine kleine Tochter. Wo brauchst du da jemanden wie mich?&ldquo;<br />
&bdquo;Brauch ich gar nicht lange überlegen. Du siehst nicht die Große, die Starke, die Polizistin mit der Pistole und &lsquo;nem krassen Auto. Du hast noch nicht miterleben müssen, wie ich als gerüstete Polizistin wie eine Kriegsmaschine herumlaufe und Menschen töten muss. Ich war immer nur deine Freundin. Can und Serkan sind Jungs, bei ihnen war es ähnlich, bei Zeynep auch, bei Malte und anderen Schulfreunden hörte es dann aber auch schon auf. Irgendwann hören die Menschen auf, mich als Mensch zu sehen. Ich kenne auch die Gründe, ich kann sie verstehen, aber ich fühle mich nicht wohl dabei.&ldquo; Maya sah ebenfalls in Richtung Decke, froh, dass es dort nichts gab, was sie beschäftigen müsste. Wahrscheinlich ging es Hevi in dieser Situation nicht anders. &bdquo;Wenn du ahnen würdest, wie oft es mir in der letzten Zeit richtig scheiße ging. Es ist nicht mit dem was du erlebt hast gleichzusetzen, aber dennoch belastend.&ldquo;<br />
Hevi wandte sich ihr zu, legte sich auf ihre linke Seite und hob ihre rechte Hand über den Bauch der Freundin. &bdquo;Erzähl!&ldquo;<br />
&bdquo;Findest du, das ist eine gute Idee? Schau, was du durchgemacht hast.&ldquo;<br />
&bdquo;Wird sich kacke für dich anhören, aber es würde mich beruhigen, dass ich dein Leben nicht komplett zerpflücke.&ldquo;<br />
Für einen Moment dachte Maya darüber nach, womit sie beginnen wollte. &bdquo;Ich habe innerhalb weniger Monate als Polizistin hunderte Verbrecher getötet oder verwundet, Hevi. Ich bin zur international tätigen Verbrechensbekämpferin geworden, habe inzwischen mehrere Staatsbürgerschaften erworben und immer dann, wenn es die Kacke richtig dampft, ruft man mich, um Ordnung zu schaffen. Ich trage eine Rüstung, unter der man mich nicht erkennen kann. Doch meine Größe würde mich trotzdem verraten und so hat man andere Riesenwüchsige gesucht, die mir helfen sollen, meine Einsätze zu verschleiern. Aber ich kann mich nicht immer verstecken und ab und an zeige ich, was ich kann. Unbewusst, oder weil ich dämlich bin. Und irgendwann werden dann die ersten Leute auftauchen, die mich beseitigen wollen.&ldquo;<br />
&bdquo;Du meinst umbringen?&ldquo;, entgegnete Hevi schockiert. &bdquo;Maya! Scheiße!&ldquo;<br />
Die Riesin seufzte. &bdquo;Ich bin anders als andere Menschen, Hevi. Nur fehlt mir die Vorstellung, wie sehr. Ich hätte mehr als einmal sterben sollen, doch heile ich extrem schnell oder falle in eine Art Schlaf. Es ist irre.&ldquo;<br />
&bdquo;Aber was bist du dann?&ldquo;<br />
&bdquo;Ich wurde gemacht. Meine Eltern hätten mich gar nicht bekommen sollen. Irgendwelche Russen wollten einen Menschen mit besonderen Fähigkeiten schaffen und das Resultat bin ich. Einer der Forscher hat anscheinend das Ergebnis bei meinen Eltern versteckt und die Unterlagen manipuliert. Irgendwie so. Er wollte nicht, dass es noch mehr gibt wie mich.&ldquo;<br />
&bdquo;Für mich bist und bleibst du Maya. Ich hab dich lieb! Ohne die Gewissheit, dass du hier bist, wäre ich vielleicht gar nicht nach Dortmund zurückgekommen.&ldquo; Hevi liefen die Tränen über die Wange. &bdquo;Ich kann mir nicht vorstellen, dass du in der Lage bist jemanden&#8230;&ldquo;<br />
Maya nahm ihre Worte vorweg. &bdquo;Konnte ich anfangs auch nicht. Aber du würdest staunen, wie toll ich das kann. Mir wurde das Töten praktisch in die Wiege gelegt und die einzige Genugtuung, welche ich habe, ist, dass es Mörder, Terroristen, Folterer trifft. Oder Vergewaltiger und Menschenschinder, für die ein anderes Leben nichts zählt. Nur sterben auch Menschen, die mir lieb und teuer sind. Kollegen, Freunde und Bekannte. Meist in einem Moment, in dem ich nicht auf sie aufpassen konnte. Da hab ich wirklich Angst und die macht mich kaputt. Es könnte jeden Moment wieder passieren.&ldquo;<br />
&bdquo;Wer?&ldquo;, hörte sie Hevis tonlose Stimme.<br />
&bdquo;Ein direkter Kollege und Polizist wurde gefangen und anschließend schwer gefoltert, Javier, ein weiterer Kollege, wurde in den Staaten getötet. Der Zuhälter, den ich wegen Manni vermöbelt habe, wurde von Verbrechern gehängt, die auch eine Prostituierte auf dem Gewissen haben. Er hatte mich noch um Hilfe gebeten. Einen Polizisten habe ich in Brasilien gerettet, nur damit er dann im Krankenhaus doch noch in die Luft gesprengt wurde. Man wollte mich treffen. Eine Freundin von Saschas Schwester hat es in der Nähe von Rio getroffen. Sie ist von einem entflohenen Sträfling erstochen worden, nachdem sie anderen helfen sollte. Ich hatte sie dazu ermutigt. Als Letztes dann Toelke. Einen Biker vom Motorradclub. Man hat ihm eine Stahlkugel an die Schläfe geworfen, er war sofort tot. So schaut mein Leben aus, Hevi.&ldquo;<br />
Die Freundin ging nicht direkt auf das Gehörte ein und ließ Mayas Worte für sich sacken. Sie schwieg, schien sich überwinden zu müssen, dann erzählte sie leise von sich. &bdquo;Ich habe hier in Deutschland meinen Abschluss mit Ach und Krach vom Jugendwohnen aus bestanden. Hab mir ein wenig Geld verdient, bin in den Irak zu den Verwandten und habe dort einen Platz bei meinem Onkel gefunden. Er ist wie mein Vater. Lieb und ehrenhaft. Vielleicht nicht ganz so gläubig. Er hat einen ziemlich großen Hof, beliefert von dort aus die Städte und verdient ganz gut dabei. Wir haben ihm früher oft Geld geschickt, damit er Maschinen und andere Sachen kaufen konnte. Ich habe jeden Tag zehn bis zwölf Stunden gearbeitet. Zwei Behinderte haben auch mitgeholfen. Sie waren in den Kämpfen der letzten Jahre bleibend verletzt worden. Ich habe mich gut mit ihnen verstanden. An einem Abend kamen dann Männer und suchten Arbeit. Mein Onkel hat sie abgewiesen und musste dabei sogar zu seinem Gewehr greifen. Dabei haben die Kerle auch auf Mohammed und Islam geschimpft. Sie waren gesund, während die beiden&#8230;&ldquo; Hevis Stimme klang emotionslos. &bdquo;Am nächsten Morgen hat man Mohammed erschlagen am Brunnen gefunden. Die Typen waren noch in der Nähe gewesen.&ldquo;<br />
Hevi strich mit ihrer Hand beiläufig über Mayas Bauch. Alles an der Freundin war unwirklich groß im Vergleich zu ihrer Hand. Das hatte sie schon früher oft fasziniert.<br />
&bdquo;Mein Onkel meinte, dass überall im Irak Gefahren lauern. So wirklich glauben wollte ich es nie. Zumindest in den Kurdengebieten war es ruhig, die Peschmerga überall auf Streifen und Kontrollen. Ich habe Freunde gefunden, war oft in Erbil, habe auch dort geschlafen und Kaffeehäuser und Tanzlokale besucht. Es gibt sogar eine richtig fette Mall dort. Es war okay für mich. Natürlich wird man auch immer wieder mit der Not von Menschen konfrontiert. Medikamente fehlen, du bist auf lange Sicht tot, wenn du Diabetiker bist oder Dialyse brauchst und kein Geld hast. Frauen werden immer noch versprochen, auch wenn die Mütter in der Familie einen hohen Stellenwert haben. Es ist halt alles deutlich schwerer als hier.&ldquo; Sie bat Maya um ein Glas Wasser.<br />
&bdquo;Klar!&ldquo; Die Riesin drehte sich etwas nach links, schenkte ihnen beiden ein und reichte eins der Gläser an Hevi weiter, anschließend selbst einen Schluck aus dem eigenen nehmend.<br />
&bdquo;Na ja, für mich ging das klar. Ich wollte den Bruch mit Deutschland und all diese Veränderungen halfen mir. Ich dachte, es würde für mich wieder bergauf gehen, wenn ich mich anstrenge, regelmäßig in die Moschee gehe und viel arbeite. Vielleicht auch einen Mann? Ich bin hübsch und meine Familie angesehen. Es gab einige, die mich heiraten wollten. Doch keiner von ihnen war mehr als ein Bauer. In ihrem Denken würde ich mit der Heirat in ihren Besitz übergehen. Kannst du dir das vorstellen? Die Kerle dachten wirklich so. Einer von ihnen sagte mir, Allah würde künftig über ihn mit mir sprechen. Er wollte sich praktisch mir gegenüber zum Gott erheben.&ldquo; Sie schüttelte ihren Kopf. &bdquo;In Erbil gab es auch Studenten und darunter auch klügere Männer. Ich dachte, ich hätte einen gefunden, doch der hat mich dann in seine Stadt eingeladen und direkt in die Hölle geführt. Ich dummes Schaf glaubte ihm alles, was er mir erzählte. Hab mir noch Geld von meinem Onkel geliehen. Auch seine Antennen haben komplett versagt. Er meinte, der Typ wäre in Ordnung. Wenig später hab ich dann gesehen, wie er das Kopfgeld für mich ausgezahlt bekommen hat. Ab dann hatte er nichts mehr mit mir zu tun. Wahrscheinlich hatte er schon eine weitere Frau im Visier, die er auf diese Weise verschachern konnte.&ldquo;<br />
&bdquo;In dem Moment habe ich aufgehört, an Allah zu glauben. Die Typen machten mir klar, dass sie Lösegeld in Deutschland verlangen würden und ich mir bis dahin mein Wasser und Brot verdienen muss. Ich dachte an Sklavendienste, aber sie schickten mir jeden rein, der etwas zum Ficken suchte. Als Kurdin unter Irakern war ich weniger wert als der Schmutz unter ihren Schuhen, haben sie mir erklärt. Muss ziemlich teurer Schmutz sein, bei dem Geld was ich ihnen bringen sollte.&ldquo; Sie schüttelte ihren Kopf. &bdquo;Wenigstens haben meine Vergewaltiger Gummis benutzt. Sie wollten meine Löcher nicht direkt berühren oder mich gar schwängern.&ldquo;<br />
Hevi nahm noch einen Schluck Wasser, dann reichte sie es wieder an Maya weiter. &bdquo;Es gab noch andere Mädchen. Ich habe sie nachts in den Nachbarzellen heulen hören. Ab und an haben sie welche geholt und irgendwo begraben. Wenn jemand gezahlt hat, würfelten sie aus, ob die Frauen von ihren Angehörigen gefunden werden sollten oder nicht. Die Chancen standen eins zu zwei. Man hat es ihnen zuvor gesagt.&ldquo;<br />
Maya hörte ihr zu. Hevi war durch die Hölle gegangen.<br />
&bdquo;Wenn ich nicht geglaubt hätte, dass ich das alles verdiene, hätte ich vielleicht auch mehr geweint. Von daher muss ich meinem Baby fast dankbar sein, dass es nicht leben durfte.&ldquo; Sie starrte zu Mayas Gesicht auf, die in diesem Moment nicht wusste, was sie entgegnen sollte.<br />
&bdquo;Von einem Tag auf den anderen kam niemand mehr, der mich vergewaltigen wollte. Auf einmal gaben sie mir mehr Essen und Trinken, behandelten mich mit Respekt und Begriffe wie Kurdenhure, Fotze, Stück Scheiße, du Loch kamen ihnen nicht mehr über die Lippen. Sie sahen besorgt aus. Kannst du dir das vorstellen? Die, vor denen jeder Angst haben sollte, fürchteten sich auf einmal. Es fühlte sich unwirklich für mich an. Sie gaben mir die Möglichkeit, auf Toilette zu gehen, ich durfte mich duschen und frische Kleidung anziehen.&ldquo; Sie überblickte den Körper ihrer Freundin, dann fuhr sie fort. &bdquo;Ich! Die anderen Frauen wurden nach wie vor wie Vieh gehalten. Sie kamen mich dann holen, gaben mir Handy und meine Sachen zurück, luden mich in einen Lieferwagen, fuhren eine halbe Stunde, dann wurde ich auf einer Landstraße ausgesetzt. Dort wurde ich von zwei Frauen und zwei Männern abgeholt. Die meinten nur, dass du sie geschickt hättest.&ldquo; Hevi rutschte an ihre große Freundin heran und schmiegte sich an deren Körper. &bdquo;Wie in der Schule, du warst immer da, wenn ich dich gebraucht habe.&ldquo;<br />
&bdquo;Du für mich doch auch. Hör mal auf damit!&ldquo; Maya drückte sie vorsichtig mit ihrem Arm an ihre Seite. &bdquo;Wie sehen deine Pläne aus? Du bleibst jetzt hier, oder?&ldquo;<br />
&bdquo;Ja. Schon allein, um auf dich aufzupassen. Mal zur Abwechslung.&ldquo; Hevi lächelte. &bdquo;Dass du für Heiners Schwester die Mutti spielst, ist so süß. Ich bin gespannt, mir das anzusehen.&ldquo;<br />
&bdquo;Kam alles irgendwie von allein.&ldquo;<br />
&bdquo;Was ist mit Sascha?&ldquo;, wollte Hevi wissen. &bdquo;Wenn du erzählen magst.&ldquo;<br />
&bdquo;Hab ihn heute auf Ilonas Beerdigung gesehen. Natürlich hat er mir einen Spruch gedrückt, aber Heiner ist ihm so lässig entgegengetreten, dass der Depp nicht mehr wusste, was er sagen sollte. War super! Marl meint, es geht ihm nicht gut. Zu viele Frauen verbrannt und viele Freundschaften kaputt gemacht.&ldquo;<br />
Hevi schien einen Moment nachzudenken, dann war das Thema abgehakt. &bdquo;Krass, dass du so dicht bei Manne wohnst. Da freue ich mich ja schon drauf, wenn wir uns begegnen. Vor dem Treffen habe ich aber noch mehr Angst als ich vor dem mit meiner Familie hatte.&ldquo;<br />
&bdquo;Er ist glücklich. Von daher mach dir bitte nicht zu viele Gedanken! Schiss musst du vor Fatima haben, die ist eifersüchtig&#8230;&ldquo;<br />
Hevi lächelte. &bdquo;Klar! Die weiß, was sie da für Gold geborgen hat. Zumindest so clever war ich dann auch, dass ich das schnell spitz hatte. Da hast du wesentlich länger gebraucht.&ldquo;<br />
&bdquo;Du Doofe! Reib es mir nur unter die Nase.&ldquo; Maya lachte. &bdquo;Das ist wirklich eine Macke von mir. Oft denke ich lieber erst einmal schlecht von Menschen, gerade dann, wenn sie anders sind. Da bin ich wirklich blöd.&ldquo;<br />
&bdquo;Und Jeane soll mir Klamotten leihen?&ldquo;, fragte Hevi.<br />
&bdquo;Hab ich doch gesagt. Wohnt in der Wohnung unter Manni. Alles dicht an dicht bei uns. Von daher passt das super, wenn du hier &lsquo;ne Zeit wohnen bleibst.&ldquo;<br />
&bdquo;Krass, dass die Frau mit einer einfachen Wohnung auskommen möchte. Aber alles kann man sich halt auch für Geld nicht kaufen. Erst recht keine Freundschaft zu einem Türmchen.&ldquo; Sie lächelte. &bdquo;Ich such mir &lsquo;ne Ausbildungsstelle und schau, ob ich eine WG finde. Vielleicht bewerbe ich mich ja doch noch bei deiner Mutter?&ldquo; Sie lächelte. &bdquo;Keine Sorge, ich möchte mein Glück mit euch nicht überstrapazieren. Ich denke, Pflege könnte mir gefallen. Kann ich was zurückgeben.&ldquo;<br />
Eine Weile unterhielten sie sich, dann wollte Hevi schlafen. &bdquo;Ich glaub, ich kann das jetzt.&ldquo; Sie beugte sich über ihre Freundin, gab ihr einen Kuss auf den Mund, dann deutete sie auf die Tür. &bdquo;Geh mal zu deinem Heiner. Sehe dir an, dass du Sehnsucht hast.&ldquo;<br />
&bdquo;Du weckst mich, wenn was ist?&ldquo;<br />
Hevi schüttelte ihren Kopf. &bdquo;Nein. Aber ich fühle mich okay, mach dir keine Sorgen.&ldquo;<br />
Kapitel 19 &ndash; Bei Can und Jeane<br />
&bdquo;Wie kann Mensch halten aus?&ldquo; Jeane war Mayas Schilderungen ungläubig gefolgt. Das meiste hatte sie auf Deutsch verstanden, nur hin und wieder brauchte sie Hilfe und eine Übersetzung ins Englische. &bdquo;Das so furchtbar ist.&ldquo;<br />
Can schwieg. Er hatte sich immer gut mit Hevi verstanden und hatte sich für sie ähnlich verantwortlich gefühlt, wie für die große Freundin. Ihm liefen Tränen über die Wange, während er Maya zugehört hatte. &bdquo;Was sind das für Menschen?&ldquo;, fragte er.<br />
&bdquo;Sprecht sie nicht darauf an! Ich hole sie gleich rüber. Vielleicht kannst du ihr ein paar Sachen raussuchen, Jeane? Den Rest kaufe ich dann mit ihr ein.&ldquo;<br />
Statt einer Antwort eilte Jeane ins Schlafzimmer, den großen Bauch vor sich hertragend.<br />
&bdquo;Ist bald soweit!&ldquo; Maya lächelte und blickte auf das bärtige Gesicht des Freundes herunter, der in Gedanken immer noch bei Hevi zu sein schien. &bdquo;Freust dich drauf?&ldquo;<br />
Can löste sich aus seinen düsteren Gedanken und nickte. &bdquo;Klar! Endlich ein guter Mensch mehr auf der Welt.&ldquo;<br />
&bdquo;Und sonst?&ldquo;, wollte die Freundin wissen. &bdquo;Bekommst du immer noch so viel Feuer?&ldquo;<br />
Can hob seine rechte Hand. &bdquo;Es geht. Sagen wir es so. Manchmal treibt sie mich ziemlich vor sich her, ein paar Mal ist mir der Kragen geplatzt. Aber da hat sie beigegeben und mich gewinnen lassen. Immerhin. Aber was sind das für Probleme, wenn man an Toelke und Annika denkt? Wir haben es so gut im Vergleich.&ldquo;<br />
Maya schüttelte ihren Kopf. &bdquo;Lass dich nicht von ihr unterbuttern. Das würde euch beiden schaden. Du hast eine starke Frau, sie sucht in dir den starken Mann.&ldquo;<br />
&bdquo;Starker Mann? Hast du Augen im Kopf! Sieh mich an Knolle! Geht nichts drüber.&ldquo; Er griff mit seiner Linken in seinen sehr gepflegt aussehenden Bart. &bdquo;Aber ich weiß schon. Brauchst dir keinen Kopf machen. Wenn es mir zu viel wird, sag ich es ihr schon.&ldquo; Er blickte fragend zu ihr auf. &bdquo;Und du und dein Rostkopf?&ldquo;<br />
Maya hob ihren rechten Daumen. &bdquo;Alles Tutti. Mich nervt es nur, wenn ich wieder unterwegs sein werde. Ein paar Monate noch, die stehen wir dann auch noch durch.&ldquo;<br />
&bdquo;Wann kann ich deine Maschine fahren?&ldquo;<br />
Die Riesin lächelte. Sie hatte die ganze Zeit gespürt, dass der Freund es auf etwas abgesehen hatte. &bdquo;Dann, wenn du dir den Schlüssel und die Papiere holst.&ldquo;<br />
&bdquo;Dein Ernst? So einfach?&ldquo;<br />
Maya nickte. &bdquo;Kein Problem. Bist halt dran, wenn du &lsquo;nen Kratzer rein machst.&ldquo;<br />
&bdquo;Als ob. Du hast mich viel zu lieb, als dass du mir nur ein Haar knicken würdest.&ldquo;<br />
Die Riesin streckte ihre Hand nach ihm aus, worauf Can heftig protestierte. &bdquo;Ey! Gib Ruhe. Sonst kümmert sich meine Kleine!&ldquo;<br />
Sie lachten beide.<br />
&bdquo;What are you talking about? Instead of helping me?&ldquo; Jeane zog ihre Stirn kraus und sah ihren Verlobten böse an, während sie einen Stapel Oberteile auf den Tisch abstellte. &bdquo;Holen großen Beutel aus Schrank!&ldquo; Die kleine Kanadierin ging ins Schlafzimmer zurück, dabei beide Hände gegen ihren unteren Rücken drückend.<br />
&bdquo;Sie hat wieder Schmerzen! Super!&ldquo; Can seufzte. Er trat in die Küche und holte eine große Tragetasche. Es stand das Logo eines Möbelhauses auf den Seiten.<br />
&bdquo;Magst einen Kaffee?&ldquo;<br />
Maya dankte. &bdquo;Gerne. Machst einen für Hevi mit? Dann würde ich sie gleich holen gehen.&ldquo;<br />
&bdquo;Klar! Später kommen Manne und Fati runter. Dann hat es Hevi hinter sich. Wird sich wohl kaum wohlfühlen bei uns, wenn das noch Thema ist.&ldquo;<br />
Maya nickte. Can hatte recht. Diese Auseinandersetzung stand Hevi noch bevor. &bdquo;Okay. Dann werfen wir sie mal ins kalte Wasser. Bin gleich wieder da.&ldquo;<br />
&bdquo;Hevi? Bist fertig? Can und Jeane warten schon mit Kaffee!&ldquo;<br />
&bdquo;Schau mal, ob das aussieht!&ldquo;, forderte die Freundin.<br />
Maya trat an die Badtür. Hevi hatte sich ein Kopftuch umgebunden. &bdquo;Schaut fesch aus, wenn du es so trägst. Mir gefällt es.&ldquo;<br />
Hevi warf ihr einen zweifelnden Blick zu. &bdquo;Echt, oder? Mag jetzt nicht wieder als verkrampfte Muslima rüberkommen.&ldquo;<br />
&bdquo;Tust du nicht!&ldquo; Maya fiel noch was anderes ein. &bdquo;Günter würde am Wochenende vorbeikommen. Dann kann er mit dir sprechen.&ldquo;<br />
Hevi erinnerte sich. &bdquo;Der Sohn von der Henschel, oder? Der Psychologe?&ldquo;<br />
&bdquo;Ja, genau. Er ist jetzt fertig und promoviert gerade. Hammer, dass du dich erinnerst.&ldquo;<br />
&bdquo;Na, Sandra hat ja immer wieder eine Rolle gespielt für dich, ihre Tochter habe ich auf der Geburtstagsfeier kennengelernt. Schien ganz nett zu sein.&ldquo;<br />
&bdquo;Ist sie auch. Nur hatten wir eine ziemliche Eiszeit, nachdem Sascha sie herumbekommen hatte. Sie hat danach als Prostituierte gearbeitet. Ist durch ihn sexuell hungrig geworden und hat das dann mit dieser Möglichkeit verbunden.&ldquo;<br />
Hevis Augen weiteten sich. &bdquo;Echt? Die Kleine! Scheiße! Mir tut das so leid, Türmchen. Nie hätte ich geglaubt, dass dieser Junge sich als solch ein Arschloch entpuppt.&ldquo;<br />
Maya hob die Schultern. &bdquo;Ich ja auch nicht. Mich hat das auch ziemlich beschäftigt, bis dann Heiner um die Ecke gekommen ist. Hat mir flugs seinen Knüppel zwischen die Beine geworfen, da war es dann auch schon passiert. Sascha hat dann schnell jede Bedeutung für mich verloren. Ich glaube auch, dass es das war, was ihn richtig abgenervt hat.&ldquo;<br />
&bdquo;Ich frage mich manchmal, was die kleinen Arschlöcher hier für große Arschlöcher in anderen Ländern geworden wären. In ärmeren &#8211; weißt du, wie ich meine?&ldquo;<br />
&bdquo;Oh ja. Nur zu gut. Ich habe die großen Arschlöcher schon kennenlernen dürfen. Und du ja auch. Für mich kann ich sagen, dass ich diese Treffen bereut habe und sie mich belasten, aber auf der anderen Seite diese Schweine sich an unsere Begegnung ein Leben lang erinnern werden, soweit sie noch können. Genugtuung! Eine Sache, an der ich mich festhalte. Sogar instinktiv.&ldquo;<br />
&bdquo;Die fehlt mir leider&ldquo;, gab Hevi zurück. &bdquo;Aber ich bin froh, dass wenigstens du hier etwas erreichst. Türmchen! Ohne dich wäre ich vielleicht schon tot. Und der Gedanke an die anderen Frauen raubt mir meine Ruhe. Sie sind nach wie vor dort. Ich weiß nicht, wie man ihnen helfen kann. Das stellt für mich alles in Frage. Warum ich? Warum nicht auch sie?&ldquo;<br />
&bdquo;Du hast keinen Anhaltspunkt?&ldquo;, fragte Maya noch einmal.<br />
&bdquo;Nein! Keinen!&ldquo; Hevi verneinte augenblicklich. &bdquo;Ich habe gar nicht an die Möglichkeit geglaubt, dass ich gerettet werden könnte.&ldquo;<br />
&bdquo;Hätten wir einen Ort, die Frauen wären in drei Stunden frei.&ldquo; Maya fasste einen Entschluss und griff nach ihrem Handy, während Hevi aus dem Badezimmer ging und noch einmal im Arbeitszimmer verschwand. &bdquo;Willy? Wie geht es euch?&ldquo; Sie tauschte mit dem Bekannten aus Berlin ein paar Worte aus, fragte nach, wann sie kommen würden, dann legte sie auf.<br />
Es verstrichen ein paar Minuten. Hevi und sie waren schon auf dem Weg zur Haustür, als auf der Treppe das Handy vibrierte.<br />
&bdquo;Ja?&ldquo;, hörte sie Rosalindas energische Stimme.<br />
&bdquo;Ich wollte dir danke sagen&ldquo;, erwiderte Maya.<br />
&bdquo;Brauchst du nicht. Alles gut. Leg wieder auf! Wir sprechen uns ein anderes Mal.&ldquo;<br />
&bdquo;Warte, Ros! Kann man den anderen Frauen helfen?&ldquo;<br />
Statt einer Antwort kam das Freizeichen. &bdquo;Sie hat einfach aufgelegt?&ldquo; Maya starrte auf das Handy hinunter.<br />
&bdquo;Wer?&ldquo; Hevi verstand nicht.<br />
Maya wollte etwas sagen, als sie hinter der Wohnungstür der WG ein Handy summen hörte. Kurz darauf vernahm sie Manueles Stimme. &bdquo;Wer? Aber woher hast du&#8230;&ldquo;<br />
Die Riesin trat an die Tür der WG und klopfte. &bdquo;Manu! Das ist für mich.&ldquo;<br />
Einen Augenblick später wurde die Wohnungstür aufgerissen. Das verwirrte Gesicht des Freundes blickte zu ihr auf, dann registrierte er Hevi. &bdquo;Hi!&ldquo; Er reichte kommentarlos sein Gerät an Maya weiter.<br />
&bdquo;Du wirst von den Amerikanern überwacht. Ich meine, noch mehr als ohnehin schon&ldquo;, erklärte ihr Rosalinda. &bdquo;Von daher nichts in meiner Richtung!&ldquo;<br />
Maya versprach es. &bdquo;Weißt du etwas über die Frauen? Hevi hat gemeint, dass es nicht nur sie war, die bei diesen Schweinen festgehalten wurde.&ldquo;<br />
Rosalinda schwieg lange Sekunden. Maya wurde unsicher. &bdquo;Ich hab ihr helfen können. Den anderen nicht.&ldquo;<br />
&bdquo;Erkläre es mir!&ldquo;, bat die Riesin.<br />
&bdquo;Ich bin keine Samariterin. Würde ich alle Frauen befreien, wäre ich kein Teil mehr von dieser Welt. Das heißt im Klartext, mein nächster Handel würde vielleicht nicht mehr zustande kommen.&ldquo;<br />
&bdquo;Dann können wir gar nichts machen?&ldquo;, fragte Maya schockiert. &bdquo;Obwohl du weißt, wo sie sind?&ldquo;<br />
Rosalinda bestätigte es. &bdquo;Richtig. Ich muss an das große Ganze denken. Tut mir leid. Es ist wirklich so.&ldquo;<br />
&bdquo;Fuck! Und wenn du mir die Adresse schickst? Es würde doch niemand wissen&#8230;&ldquo;<br />
&bdquo;Es reicht, dass sie es glauben würden. Leg jetzt auf! Ich hab zu tun.&ldquo; Rosalindas Stimme ließ keinen Zweifel daran, dass sie es ernst meinte.<br />
Schockiert ließ Maya das Gerät sinken, blickte zwischen ihren Freunden hin und her, dann reichte sie das Handy an Manuele weiter. &bdquo;Sie werden sterben.&ldquo;<br />
Hevis Gesicht erstarrte, ohne dass sie sonst eine Regung zeigte. Manuele dagegen erschrak. &bdquo;Von wem redest du?&ldquo;<br />
Maya reagierte hilflos. Dass Rosalinda so etwas zuließ verdeutlichte ihr, wie skrupellos diese Frau sein konnte. Auch wenn es sich für sie logisch anhörte. Verrat! Es war wahrscheinlich das Schlimmste, wofür man in der Welt ihrer Bekannten stehen konnte. &bdquo;Sie kann nicht helfen. Es würde sie als Verräterin dastehen lassen.&ldquo;<br />
Der junge, untersetzte Mann blickte zwischen den beiden Frauen hin und her, dann besann er sich auf Mayas Begleiterin. &bdquo;Ich bin Manuele&ldquo;, stellte er sich Hevi vor. &bdquo;Ihr erklärt mir nicht, worum es geht, oder?&ldquo;<br />
&bdquo;Ich bin Kurdin und wurde von einer Bekannten von Maya befreit, nachdem ich im Irak entführt worden war. Es gab auch noch andere Frauen&#8230;&ldquo; Sie nickte ihm zu und schloss für einen Moment die Augen.<br />
&bdquo;Komm mit! Trinken wir bei Jeane und Can Kaffee!&ldquo;, forderte die Riesin den Freund auf. &bdquo;Kannst auch noch später für die Prüfung lernen.&ldquo;<br />
Manuele lächelte. &bdquo;Du, die hatte ich vor eineinhalb Stunden.&ldquo;<br />
Maya sah ihn erschrocken an. &bdquo;Fuck! Vergessen! Ich hätte dich fahren können. Hatte Deyna keine Zeit?&ldquo;<br />
&bdquo;Sie hat einen Einsatz in Bremen. Ging aber auch ohne sie.&ldquo; Manuele lächelte. &bdquo;Hab das Stipendium. Da gab es gar keine Debatte mehr. Die zusätzliche Übungszeit hat mir wirklich gutgetan.&ldquo;<br />
Maya sah schweigend auf den jungen Mann hinunter, schüttelte den Kopf, dann umarmte sie ihn. &bdquo;Ich bin stolz auf dich. Wird doch noch was mit dem Pianisten aus der Nordstadt.&ldquo;<br />
&bdquo;Du bist Pianist?&ldquo;, staunte Hevi.<br />
Manuele verneinte. &bdquo;Student. Mit viel Glück werde ich aber vielleicht mal einer.&ldquo; Er deutete auf die Haustür. &bdquo;Gehen wir. Lasst mich nur meinen Schlüssel holen.&ldquo;<br />
&bdquo;My little Superwoman!&ldquo; Jeane quietschte auf, tanzte auf der Stelle und schloss Hevi in ihre Arme, ihrem ausladenden Bauch dabei Rechnung tragend. &bdquo;Mein Gott, ich glücklich sein! Gott dank sagen, dass du hier sein.&ldquo;<br />
Can schloss Hevi ebenfalls in seine Arme, wiegte sie darin und forderte sie auf, ihm in die Küche zu folgen. Dort setzten sich die jungen Menschen um einen großen Tisch, auf dem bereits Tassen standen, eine große Kaffeekanne, Milch, Teller mit belegten Brötchen und ein paar Gemüsesnacks mit Dips.<br />
Hevi sah sich neugierig um. Alles war modern eingerichtet und mit Bildern aus Jeanes Künstlerleben dekoriert. Dazwischen gab es gerahmte Fotos von Can und seiner Familie, während es keine von der Kanadierin zu geben schien.<br />
&bdquo;Sag uns, was du brauchst, und wir besorgen es dir&ldquo;, meinte Can zu Mayas Freundin. &bdquo;Ich kenne einen Haufen Leute, auch wegen &lsquo;nem Job oder &lsquo;ner Bude.&ldquo;<br />
Hevi blickte unsicher zu dem Paar hinüber, das ihr gegenüber saß. Sie hatte mit dem herzlichen Empfang zu kämpfen. &bdquo;Danke! Das wäre superlieb. Würde gerne schnell wieder auf eigenen Füßen stehen.&ldquo;<br />
Maya schwieg, rührte mit ihrem Löffel in der Tasse und merkte erst auf, als Jeane sie ansprach. &bdquo;Was ist los sein? Du Ärger haben?&ldquo;<br />
Die Riesin verneinte. &bdquo;Es gibt Frauen wie Hevi, die meine Hilfe brauchen, nur weiß ich nicht, wo sie sind.&ldquo;<br />
&bdquo;Sie wurden auch entführt?&ldquo;, zeigte sich Can schockiert.<br />
Hevi erzählte zögerlich von dem florierenden Geschäft, das im Irak betrieben wurde. Gerade mit Familien, deren Angehörige in die erste Welt ausgewandert und dort zu Wohlstand gelangt waren. &bdquo;Es gibt einen Keller in Samarra, in dem noch mindestens drei Frauen festgehalten werden.&ldquo; Ihr vorher gelöst wirkendes Gesicht verfestigte sich zur Maske.<br />
Jeane sah sie nachdenklich an, schüttelte den Kopf und stand auf. &bdquo;Wir helfen ihnen. Es nicht okay, dass ohne Hoffnung sein.&ldquo; Sie holte ihr Handy von der Anrichte, während die Freunde ihr Handeln gespannt verfolgten. &bdquo;Edi!&ldquo; Sie unterbrach für ein paar Sekunden, dann sprach sie weiter. &bdquo;I&rsquo;m fine. Listen to me! We need to talk quickly! How many followers do I have in Iraq? Samarra to be precise?&ldquo;<br />
Wieder schwieg die Sängerin einen Moment.<br />
&bdquo;Concert? No, it&rsquo;s about something else. Okay. I hope there are enough. Thank you so much!&ldquo;<br />
Maya war in diesem Moment angespannt. Sie ahnte, dass Jeane jetzt nicht mehr von ihrem Vorhaben abgebracht werden konnte.<br />
&bdquo;Pieter! Jeane speaking. Give me the codes for five bitcoins! I need them now. Okay?&ldquo; Die Sängerin legte auf und wandte sich an Hevi.<br />
&bdquo;Wenn du bereit, dann kämpfen wir um Frauen!&ldquo; Sie blickte die junge Deutschkurdin energisch an.<br />
Hevi sah sie überrascht an, wandte sich Maya zu, die ihr nach längerem Zögern zunickte.<br />
&bdquo;Wir müssen nur die Informationen irgendwie verifizieren. Sicher werden Leute darauf aufspringen, die uns betrügen wollen&ldquo;, meinte die Riesin.<br />
&bdquo;Ich weiß, wie die Keller aussahen. Ich habe die Gitterstreben gezählt, die Zellentür war mit Metall beschlagen, es gab nur Matratzen darin und einen Eimer. Wenn jemand die Frauen kennt, muss er wissen, zu welchen Zeiten die Fütterungen stattfanden. So haben sie es genannt, wenn sie uns den Fraß gebracht haben.&ldquo; Aus Hevi brachen immer mehr Details heraus, die zwar nichts über den Standort des Hauses aussagten, aber schon etwas über die Männer, die sie gefangen gehalten und sich an ihr vergangen hatten.<br />
&bdquo;Dann machen wir Video! Wir beide! Sollen Fans helfen suchen. Stadt nicht groß genug sein, dass niemand davon hören oder sehen&ldquo;, erklärte Jeane.<br />
&bdquo;Aber wenn die Entführer das mitbekommen, sind die Frauen tot&ldquo;, glaubte Can zu wissen. &bdquo;Zumal wir nicht wissen, wer die Frauen sind.&ldquo;<br />
Maya griff nun ihrerseits zu ihrem Handy. &bdquo;Willy! Noch mal wegen Dortmund. Wir haben genügend Schlafplätze&#8230;&ldquo;, die Freunde sahen sie verständnislos an. Keine Minute später legte sie auf, dann klingelte kurz darauf ihr Handy.<br />
&bdquo;Maya! Ich habe dir das erklärt&ldquo;, klang die energische Stimme aus dem Handy.<br />
&bdquo;Gib mir die Namen der Frauen! Wir versuchen es dann auf einem anderen Weg.&ldquo;<br />
Statt einer Antwort legte Rosalinda auf. Kurz darauf ging eine SMS bei Maya ein. Es standen acht Namen darauf. Sie waren in arabischer Schrift geschrieben. Sie mussten ein Übersetzungstool bemühen, um sie lesen zu können.<br />
&bdquo;Fragt euch, wie die Entführer reagieren werden, wenn sie Jeanes Beitrag hören! Bitte!&ldquo;, mahnte Can noch einmal.<br />
&bdquo;Fragen wir Manni um Rat. Er wollte eh mit Fati runterkommen&ldquo;, schlug Maya vor.<br />
Hevi schrak zusammen, rieb sich mit beiden Händen über das Gesicht, dann nickte sie. &bdquo;Er ist klug. Wenn jemand einen Weg findet, dann er.&ldquo;<br />
Maya rief Manfred an. Der Freund wollte sich gerade auf den Weg machen, er hatte Suppe gekocht. Eine, von der er wusste, dass sie Hevi besonders gerne gehabt hatte. Maya konnte seine Aufregung deutlich spüren. Auch er schien Hevi nach wie vor verbunden zu sein. &bdquo;Beeile dich bitte. Vielleicht zählt jede Sekunde.&ldquo;<br />
&bdquo;Dann komm du rauf und trage den Topf! Ich schwappe sie sonst über, er ist ziemlich schwer.&ldquo;<br />
Maya lächelte, schob ihren Stuhl zurück und trat in den Flur hinaus. &bdquo;Ich geh ihm mal helfen. Hat für uns gekocht.&ldquo;<br />
Die Tür zu Manfreds Wohnung stand offen. Maya stieg schon ein leckerer Geruch in die Nase.<br />
&bdquo;Können sie auch später essen, wenn ihr noch keinen Hunger habt&ldquo;, rief der Freund ihr aus der Küche entgegen. &bdquo;Schadet nicht, wenn sie noch ein wenig durchzieht.&ldquo;<br />
Maya umarmte Manfred, küsste ihn auf die Wange, drückte ihn noch einmal an sich, dann trat sie an den Topf heran. Wie viel Liter mochten darin sein? Mehr als zehn auf jeden Fall. &bdquo;Boah, riecht der lecker! Wo ist Fatima?&ldquo;<br />
Manfred zwinkerte ihr zu. &bdquo;Musste zur Kanzlei. Kommt aber in einer Stunde wieder.&ldquo; Er blies seine Backen auf. &bdquo;Ich bin aufgeregt. Da musste ich mich irgendwie beschäftigen. Ich habe oft an Hevi gedacht. Auch jetzt noch, wo ich mit Fati glücklich bin. Aber wenn man einem Menschen mal das Herz geöffnet hat, wird man ihn nicht so schnell wieder los.&ldquo; Er lächelte.<br />
&bdquo;Ihr geht es mit dir ähnlich, glaub mir!&ldquo; Maya nickte ihm zu, griff nach dem Topf und bat ihn darum, ihr zu folgen. &bdquo;Lass uns runtergehen, wir brauchen deinen Rat.&ldquo;<br />
&bdquo;Warum mache ich mir sofort Sorgen?&ldquo;, fragte Manfred, während er die Wohnungstür hinter sich abschloss.<br />
&bdquo;Weil du feine Antennen hast. Komm! Vielleicht zählt jede Sekunde.&ldquo;<br />
Manfred fühlte ein Grummeln im Magen, als er in die Küche seiner Nachbarn und Freunde trat. Er und Fatima verbrachten viel Zeit mit Can und Jeane. Sie aßen oft zusammen, kochten füreinander, halfen sich bei Besorgungen und suchten den Kontakt, um gemeinsam Serien zu schauen oder in die Stadt zu gehen, um etwas zu essen oder zu trinken. Doch so vertraut ihm die Wohnung war, so eindrücklich ließ ihn der Anblick Hevis zusammenschrecken. Ihre harten und müde wirkenden Gesichtszüge sowie ihr schlanker Körper im schwarzen Kleid sprachen Bände. Sie hatte die Hölle durchleben müssen. Maya hatte nicht viel preisgegeben, was mit der Freundin passiert war. Aber es musste furchtbar gewesen sein.<br />
Seine Lippen bebten, als er seiner früheren Liebe entgegentrat. Sie war aufgestanden, ließ sich von ihm umarmen, regte sich nicht, doch zeigten ihre Tränen, dass sie dieses Zusammentreffen ähnlich intensiv empfand wie er selbst.<br />
Gerührt betrachteten die Freunde die beiden, ließen ihnen Zeit, sich zu fangen, bis Maya schließlich Manfred die Situation erklärte. &bdquo;Die Frauen brauchen unsere Hilfe. Mein Kontakt kann nicht unterstützen. Er würde seinen Ruf verbrennen. Aber er hat uns zumindest die Namen gegeben.&ldquo;<br />
Manfred bat Can um dessen Notebook. Er setzte sich mit dem Gerät an den Küchentisch und recherchierte fast eine Stunde lang. Dann war er sich sicher. &bdquo;Maya! Wenn du nur den Hauch einer Chance haben möchtest, musst du praktisch vor Ort sein, wenn Jeane die Nachricht absendet. Wir brauchen Informationen vom Geheimdienst. Die Chancen sind hoch, dass in solch einer Situation Nachrichten eingehen, wenn die Verbrecher sich gegenseitig zu warnen suchen. Auch ein Standortwechsel macht in diesem Moment Sinn, genauso wie der Versuch, sich der Opfer zu entledigen. Doch dieser Schritt wird wohl nur im letzten Moment vollzogen. Denn damit wär auch ihre Kohle weg.&ldquo;<br />
&bdquo;Also der General&ldquo;, meinte Maya. Sie nickte, griff nach ihrem Handy und wählte.<br />
&bdquo;Mrs. Klein! Ich rufe Sie zurück. Wir haben gerade eine Einsatzbesprechung.&ldquo;<br />
&bdquo;Bitte schnell, General!&ldquo;, forderte Maya.<br />
Die Freunde sahen sie erstaunt an.<br />
&bdquo;Du bist Polizeianwärterin und kommandierst Generäle herum?&ldquo;, fragte Can.<br />
&bdquo;Hab halt einiges an Guthaben angehäuft. Von daher werden sie helfen müssen.&ldquo; Wie zur Bestätigung ging jetzt ein Auslandsanruf bei ihr ein.<br />
&bdquo;General! Ich habe die Namen der anderen entführten Frauen. Meine Freundin Jeane wird einen Aufruf starten, eine Belohnung ausrufen und Hevi sie unterstützen. Wir brauchen jetzt Ihre Hilfe, um die Täter zu lokalisieren, damit ich sofort zugreifen kann.&ldquo;<br />
&bdquo;Sie wollen in den Irak, Mrs. Klein? Auf eine inoffizielle Mission?&ldquo; Der Offizier schien erschrocken. &bdquo;Wie könnte ich das begründen?&ldquo;<br />
&bdquo;Machen Sie es offiziell! Fragen Sie notfalls beim Präsidenten an, ging doch in die andere Richtung auch.&ldquo;<br />
Der General schien zu zögern. &bdquo;Sie verlangen viel, Mrs. Klein.&ldquo;<br />
&bdquo;So, wie Sie von mir?&ldquo;<br />
Der Amerikaner stöhnte. &bdquo;Sie machen es einem wirklich schwer, nein zu sagen. Gut! Fahren Sie zum Flughafen Dortmund. Dort steht die Maschine. Geben Sie mir die Jones! Ich werde mein Team zusammentrommeln, dann können wir daraus eine koordinierte Aktion machen. Ist Frau Ahmedi bereit dazu? Sie kann dann schlecht einen Rückzieher machen. Das Internet wird sie nicht vergessen.&ldquo;<br />
Maya blickte Hevi fragend an, doch die nickte nur. &bdquo;Sehen Sie es als Chance. Immerhin helfen Sie Irakern. Vielleicht die Möglichkeit, ein bisschen PR zu machen? Hätten Sie sicher nötig.&ldquo;<br />
&bdquo;Sehen Sie, das liebe ich so an Ihnen, Mrs. Klein. Das Schnippische. Wenn ich mir bewusst mache, dass Sie siebzehn Jahre alt sein sollen&hellip;&ldquo; Der Amerikaner hüstelte. &bdquo;Machen Sie sich bereit. Sie starten sofort. Wir lassen dann Mrs. Jones und Mrs. Ahmedi abholen. Wir müssen uns jeden Schritt sorgfältig überlegen, sonst sind die Geiseln tot.&ldquo;<br />
&bdquo;Gut. Ich gebe meinem Freund Bescheid, dann mache ich mich los. Wie lange werde ich dorthin brauchen?&ldquo;, fragte Maya.<br />
&bdquo;Zweieinhalb Stunden, um abwurfbereit zu sein. Zumindest dann, wenn Sie gleich fahren, Mrs. Klein.&ldquo;<br />
Maya schob den Stuhl zurück. &bdquo;Gut! Ich bin auf dem Weg. Hoffen wir, dass es klappt.&ldquo;<br />
Die Freunde waren dem Gespräch gefolgt. &bdquo;Du willst jetzt dorthin fliegen?&ldquo;, fragte Hevi erstaunt.<br />
Maya nickte. &bdquo;So, wie für dich auch schon. Jetzt gilt es. In zweieinhalb Stunden bin ich über der Stadt, dann werdet ihr euren Post machen.&ldquo; Sie griff nach Hevis Hand, die sofort das Weinen anfing. &bdquo;Ihr werdet gleich von den Amis abgeholt. Macht euch fertig.&ldquo; Sie nickte Jeane zu. &bdquo;Danke! Ich hab dich so lieb.&ldquo;<br />
&bdquo;Du bist Engel sein. Nicht ich. Superwoman! Du bist Tochter von Gott. Ich glauben sicher.&ldquo;<br />
Maya wollte davon nichts hören. &bdquo;Es ist mein Beruf, Menschen vor anderen zu schützen. Traurig, dass so etwas notwendig ist. Macht bitte nicht mehr daraus. Helft Heiner mit Nele, okay? Falls es länger dauern sollte.&ldquo;<br />
Die Freunde versprachen es ihr, verabschiedeten sich schweigend, in ihren Gesichtern die Sorge zeigend.<br />
&bdquo;Schade um den Eintopf. Vielleicht ist ja noch was da, bis ich zurückkomme?&ldquo; Sie lächelte, umarmte den Freund und blickte in die Runde. &bdquo;Passt auf Can auf!&ldquo;<br />
&bdquo;Ja, na klar. Geh mal die Welt retten, Spaßbacke!&ldquo;, gab der stämmige Türke zurück. &bdquo;Ich verklopp dich, wenn dir was passiert!&ldquo;<br />
&bdquo;Fahr mit Manni in den Club und kümmert euch ein wenig, okay? Gerade wegen Annika.&ldquo;<br />
Die beiden Männer versprachen ihr auch das.<br />
Kapitel 20 &ndash; Al-Malak al-muntaqim (arabisch: Engel der Vergeltung)<br />
Ruhe! Wie wichtig ihr das noch vor ein paar Tagen gewesen war. Ilona und Toelke, Marlenes Abschied&#8230;, das war alles gerade noch so quälend präsent in ihrem Kopf.<br />
Und jetzt? Sie jagte schon wieder. Freiwillig! Nahm sich der Sorgen anderer an, die sie überhaupt nicht kannte. Dieses Mal sogar ohne einen offiziellen Auftrag.<br />
Ihre Gedanken waren bei den Frauen im Keller. Wie fühlte es sich an, auf Vergewaltiger oder Tod zu warten? Jeden Tag geschlagen und geschändet zu werden? Hilflos, vor Freunden und Familie verborgen, ohne Hoffnung auf Befreiung? Sie dachte an Hevis Worte. Selbst wenn Lösegeld bezahlt wurde, führte das in zwei von drei Fällen zum Tod der Frauen.<br />
Ihre Gedanken kreisten während der Autofahrt auch um Rosalinda. Die Frau konnte liebenswert sein, höflich und zuvorkommend, dann aber wieder hart, rücksichtslos und, im wahrsten Sinne des Wortes, über Leichen gehend. Sie verhielt sich wie ein Staatenlenker. Verschob ihre Figuren und nahm es in Kauf, wenn welche davon umfielen. Ob nun die acht Frauen oder die beiden Männer in Rio, welche sie schützen sollten.<br />
&bdquo;Freundin?&ldquo;, sie flüsterte dieses Wort. Jetzt, in diesem Moment, glaubte sie nicht daran. Was für eine Erleichterung würde es sein, wenn sie gegenüber der Mexikanerin ihre Schuld beglichen hatte? Vielleicht fühlte sich ja auch Rosalinda mittlerweile belastet? Sie kam ja immer wieder an und bat die Mexikanerin um Hilfe.<br />
Mit Blaulicht und Sirene fahrend, überholte sie die vorausfahrenden Fahrzeuge auf der linken Seite, wechselte auf die rechte Spur und nahm die Ausfahrt in Richtung Dortmunder Flughafen. Dort fuhr sie an dem Terminal vorbei Richtung Charterbereich, wurde an der Zufahrtskontrolle von zwei Männern durchgewunken und anschließend von einem Flughafenmitarbeiter in Empfang genommen.<br />
&bdquo;Frau Klein? Darf ich zusteigen? Ich soll Sie zum Hangar lotsen.&ldquo;<br />
Maya entriegelte die Beifahrertür und nickte dem kleinen schlanken Mann im blauen Overall und Warnweste zu. Anschließend fuhr sie in die von ihm gewiesene Richtung, raste an kleineren Hangars vorbei, hin zu einer Baustelle, wo eine neue große Halle entstand. Sie raste durch das fertiggestellte Tor, bog nach rechts und blieb an der Behelfstreppe stehen, die zur Eingangstür des früheren Passagierjets führte.<br />
&bdquo;Hallo Maya! In den Irak? Auweia!&ldquo; John nahm die Kollegin in Empfang, ließ sich von ihr umarmen, dann deutete er auf den Platz und schloss die Kabinenluke. &bdquo;Setz dich bitte! Wir haben schon Startfreigabe und sollen sofort abheben.&ldquo;<br />
Maya setzte sich auf ihren Platz, schnallte sich an und blickte in den Gang hinein, wo ansonsten ihre Teammitglieder Platz nehmen würden. Jetzt saßen Ingenieure dort, darunter Stevens, der ihr zunickte. Sie hob kurz ihre rechte Hand, dann konzentrierte sie sich auf den Start.<br />
Simons Stimme klang jetzt aus dem Lautsprechersystem des früheren Passagierbereichs. &bdquo;Wir starten mit Hilfsraketen, die wir später gelenkt abwerfen. Der Schub wird enorm sein. Bleibt bitte ruhig! Wir haben alles getestet, die Systeme funktionieren einwandfrei.&ldquo;<br />
Maya erinnerte sich. Sie hatte sich beim Zusteigen noch über die runden Zylinder unter den Triebwerksgondeln gewundert. Die Maschine rollte in die Sonne. Fahrzeuge des Flughafens waren zu sehen, zwei Passagiermaschinen bereiteten sich für den Start vor. Jeder Mensch in den Airbussen würde den Überschalljet jetzt zu sehen bekommen.<br />
Maya beobachtete, wie ihre Maschine auf die Rollbahn einlenkte. Sie hörte Simons &bdquo;Let&rsquo;s go!&ldquo;, dann wurde ein infernalisches Fauchen hörbar. Die Kraft, mit der sie in die Polster des Sitzes gedrückt wurde, schien unwirklich stark. Wenige Sekunden, dann knallte es, die Hilfsraketen fielen Richtung Boden, während die Maschine in den Himmel hinein schnellte.<br />
&bdquo;Auf dem Weg&ldquo;, schrieb sie Franzi. Die Schwester Willys hatte die Aufgabe, alle Texte, die sie von ihr erhielt und welche sie nicht zuordnen konnte, an eine andere Nummer weiterzuleiten. Doch die Minuten verstrichen, ohne dass sie eine Reaktion Rosalindas erhielt.<br />
Sie lehnte sich zurück. Die Möglichkeit, die Unterstützung der Mexikanerin verloren zu haben, belastete sie. Der Bogen schien überspannt. Sie hatte Rosalinda gegenüber keine Grenze mehr gekannt. Vielleicht ähnlich, wie die Behörden bei ihr?<br />
&bdquo;Sie können sich jetzt abschnallen&ldquo;, drang Johns Stimme aus den Lautsprechern. Der kleine Mann trat aus der Kabine heraus, kam zu ihr und umarmte sie noch einmal. &bdquo;Liebe Grüße von Bommel. Er vermisst dich.&ldquo;<br />
Maya freute sich. Es bedurfte weniger Worte und sie empfand in eine völlig gegensätzliche Richtung. &bdquo;Grüße ihn bitte zurück! Geht es ihm gut?&ldquo;<br />
John nickte. &bdquo;Wir verbringen so viel Zeit wie möglich miteinander. Ab und zu wird es auch mal hitzig, aber das ist doch normal, oder nicht? Gerade unter Tucken.&ldquo; Er lächelte. &bdquo;Ich bin dir so dankbar, Maya. Durch dich ist mein Traum wahr geworden.&ldquo; Er griff nach ein paar Fingern ihrer linken Hand und drückte sie.<br />
&bdquo;Frau Klein?&ldquo;, hörte Maya die Stimme Stevens. &bdquo;Dürfte ich kurz um Ihre Zeit bitten?&ldquo;<br />
Maya nickte John zu, der wieder nach vorne ging und in seinen Servicebereich trat. Der Ingenieur blickte dem kleinen Flugbegleiter nach, dann betrachtete er die Riesin nachdenklich, welche ihn erwartungsvoll ansah.<br />
&bdquo;Ich hoffe, Sie sind mir nicht mehr böse, Frau Klein.&ldquo;<br />
&bdquo;Machen Sie sich keine Gedanken! War einfach Pech. Jetzt sind Sie klüger und ich vertraue darauf, dass Sie gelernt haben. Hatte zwischenzeitlich größere Sorgen.&ldquo;<br />
&bdquo;Hab ich gehört. Es tut mir sehr leid. Ihr Einsatz in Brasilien muss furchtbar gewesen sein.&ldquo;<br />
&bdquo;War er. Aber es gab danach auch noch anderen Ärger. Das ist dann mein Bier und nicht Ihres.&ldquo; Sie schenkte dem Mann ein Lächeln. &bdquo;Haben Sie denn neue Spielsachen für mich?&ldquo;<br />
&bdquo;Ja. RUTH wird Sie auf Ihren Einsatz begleiten. Sie wird zusätzliche Ausrüstung tragen und Ihre Aufklärungskapazitäten erhöhen. Sie trägt weitere drei Drohnen und kann diese laden. Es gibt auch einen zusätzlichen Brum, der auf diese Einheit aufpasst.&ldquo;<br />
&bdquo;Eine Kollegin?&ldquo;, fragte Maya.<br />
&bdquo;Wenn Sie unsere Robotische-universelle-Transport-Hilfe als solche bezeichnen wollten, würde uns das freuen&ldquo;, gab Stevens zurück. &bdquo;Wir haben hier noch mal alles an Innovationen hineingepackt. 250 Kilogramm Hightech. Bis hin zur Möglichkeit, eine Person über hundert Kilometer weit zu tragen.&ldquo; Der Ingenieur zeigte ihr auf seinem Tablet das Bild eines schwarzgrauen Maschinengebildes. Es hatte keinen Kopf und bestand aus Rumpf und vier Beinen. Ein Haufen Behältnisse waren an ihm angebracht. &bdquo;Deshalb sind mein Team und ich auch in Dortmund. Wir mussten RUTH in die bestehenden Systeme an Bord integrieren. Für uns die Gelegenheit, die im Einsatz gemachten Erfahrungen direkt auszuwerten.&ldquo;<br />
Maya sah staunend dabei zu, wie dieses Gebilde durch die Landschaft hetzte, Hindernisse überwand und sogar hohe Mauern übersprang.<br />
&bdquo;Es kann mit Ihnen mithalten, Frau Klein. Trägt noch einmal einen kompletten Munitionssatz mit sich, kann Sie absichern und Hilfe kontaktieren, trägt hundert Riegel mit sich, Wasser und Verbandsmaterialien. Es ist auf Sie fokussiert und wird alles tun, um Sie zu schützen. Seine Energie reicht ohne Ladung für 24 Stunden. Danach braucht es neuen Wasserstoff für die Brennstoffzelle. Diese Kartuschen können wir auf Ihrem Weg platzieren, sodass diese Ihnen nicht ausgehen werden. Es kann diese auch selbstständig anfordern.&ldquo;<br />
&bdquo;Wow! Das ist ja krass.&ldquo; Maya zeigte sich beeindruckt.<br />
&bdquo;Wir bauen weitere Einheiten, die dann für Ihre Kollegen bestimmt sind. Später werden sie dann auch bei Polizei, Militär und Rettung eingesetzt werden.&ldquo;<br />
&bdquo;Das hört sich wirklich gut an! Danke!&ldquo; Maya lächelte. &bdquo;Da haben Sie und Ihr Team sich was wirklich Sinnvolles ausgedacht.&ldquo;<br />
&bdquo;Hoffen wir! Die Bilder der Frauen sind in seine Datenbank einprogrammiert worden, genauso wie ihre Geruchsbilder.&ldquo;<br />
&bdquo;Es kann riechen?&ldquo;, zeigte sich Maya erstaunt.<br />
Stevens nickte. &bdquo;Ja! Es besitzt eine empfindliche Sensorik, die kontinuierlich Messungen aus der Umgebungsluft empfängt.&ldquo;<br />
&bdquo;Ich bin gespannt. Freut es sie, wenn man sie streichelt? Ist sie stubenrein?&ldquo;<br />
Der Ingenieur lachte. &bdquo;Die Witze kamen alle schon. Aber tatsächlich hat sie eine KI, welche dem Handeln eines Hundes ähnlich agiert. Von daher freut es RUTH wirklich, wenn Sie mit ihr sprechen oder sie berühren.&ldquo;<br />
&bdquo;Ihr seid ja drauf!&ldquo; Maya schüttelte ihren Kopf. &bdquo;Bei einem eurer Meetings würde ich gerne mal dabei sein. Wie kommt man auf so etwas?&ldquo;<br />
&bdquo;Indem man Psychologen zurate zieht. RUTH soll Sie auch in Situationen unterstützen, in denen Sie demoralisiert sind und nicht mehr weiter wissen.&ldquo;<br />
&bdquo;Eine Maschine?&ldquo;<br />
Stevens lächelte. &bdquo;Eine sehr lebensnahe!&ldquo; Er nickte ihr zu, legte ihr seine rechte Hand über die Schulter und deutete an, dass er wieder nach hinten gehen wollte.<br />
&bdquo;Eine halbe Stunde, dann müssen Sie sich abwurfbereit machen. Es kann sein, dass Sie im Behälter einige Stunden ausharren müssen. Je nachdem, wie schnell wir Zielkoordinaten erhalten.&ldquo;<br />
Maya nickte ihm zu. &bdquo;Alles klar! Dann bis gleich.&ldquo; Sie lehnte sich zurück, setzte sich Kopfhörer auf und schloss ihre Augen. Kurz noch in sich gehen, bevor es dann wieder losgehen würde. RUTH! Ein Maschinenhund. Unfassbar.<br />
&bdquo;Maya! Die Übertragung beginnt in zwanzig Minuten.&ldquo; John nickte ihr zu.<br />
&bdquo;Okay!&ldquo; Maya hatte kurz Mühe, sich zurechtzufinden, dann griffen ihre Instinkte. Sie musste sich jetzt ausrüsten und in die Wanne des Abwurfbehälters legen.<br />
&bdquo;Wir spielen Ihnen den Post in das Helmdisplay&ldquo;, gab Stevens an sie weiter, nachdem sie ihre Rüstung angelegt und in einem der Sitze gewartet hatte. &bdquo;Legen Sie sich bitte in die Wanne! Wenn wir einen Zielort haben, muss es schnell gehen.&ldquo;<br />
Maya folgte der Anweisung, schulterte ihren schweren Tornister, ließ den Systemen Zeit, sich miteinander zu verbinden, dann ließ sie sich vorsichtig über die Schleuse in die Transportbombe gleiten. Dabei blitzte das Display in der unteren linken Ecke auf und zeigte das Bild ihres Social-Media-Accounts. Sie wechselte auf den von Jeane, welcher sich in ihrer Favoritenliste befand. Noch gab es keinen neuen Beitrag und so wartete sie geduldig, bis sie eine entsprechende Nachricht erhalten würde.<br />
&bdquo;Meine Lieben in alle Welt! Nach längerer Zeit wieder eine Nachricht von eurer Jeane!&ldquo;, tönte es in englischer Sprache. &bdquo;Ganz kurz! Mir selbst geht es gut. Aber es gibt Schwestern auf der ganzen Welt, denen es sehr schlecht geht. Gerade jetzt in dieser Sekunde. Eine von ihnen konnte gerettet werden. Sie steht neben mir, nachdem sie von Verbrechern im Irak entführt und vor kurzem zu unserem Glück wieder freigekommen ist.&ldquo; Das Bild wechselte auf Hevi, die apathisch in die Kamera blickte. &bdquo;Bitte helft!&ldquo;, flüsterte sie, während Tränen über ihre Wangen liefen.<br />
&bdquo;Meine Freundin ist im Irak in der Stadt Samarra festgehalten worden. Bei den von uns gesuchten Frauen handelt es sich um ihre Leidensgenossinnen, die in kurdischen Städten und Gebieten entführt worden sind und deren Familien in Europa und Amerika erpresst werden sollen. Wenn jemand von euch die Frau neben mir kennt und auch die anderen Frauen, welche gefangen gehalten werden, diese namentlich benennen, beschreiben und Details von ihrem Aufenthaltsort an uns weitergeben kann, erhält von mir einen halben Bitcoin. Führen die Hinweise zur Befreiung der Frauen, werden es insgesamt fünf sein.&ldquo; Sie deutete nach unten. &bdquo;In den Beschreibungen zum Beitrag findet ihr eine Übersicht über den Wert eines Bitcoins in der gewünschten Währung.&ldquo;<br />
Die Kanadierin blickte in die Kamera.<br />
&bdquo;An alle gottesfürchtigen und ehrlichen Menschen dort draußen. An meine Fans, an deren Freunde und Familien &#8230;, helft uns, diese furchtbare Geschichte zu einem glücklichen Abschluss zu bringen! Eine Adresse reicht und es werden rettende Engel kommen, um die Frauen aus der Gewalt von Erpressern und Mördern zu lösen. Alle Nachrichten an mich werden anonymisiert weitergegeben. Dafür stehe ich mit meinem Namen!&ldquo; Jeane blickte in die Kamera. &bdquo;An die Verbrecher dieser Welt, an die Schänder von Frauen und Kindern, die Jagd auf euch ist eröffnet!&ldquo;<br />
Maya hörte sofort, wie ein Anruf bei ihr einging. &bdquo;Mrs. Klein? Arnold hier. Sie sind bereit?&ldquo;<br />
&bdquo;Bin ich, General. Von mir aus kann es sofort losgehen. Wie sieht es bei Ihnen aus?&ldquo;<br />
&bdquo;Im ganzen Irak wird der Aufruf Jeanes geteilt. Von Männern wie von Frauen. Fünf Bitcoin! Für die meisten Menschen in diesem Land eine unwirkliche Summe.&ldquo;<br />
&bdquo;Was ist mit den Verbrechern?&ldquo;<br />
&bdquo;Es gibt offensichtlich etliche, die sich angesprochen fühlen. Der irakische Geheimdienst versucht, mit unserer Hilfe die eingehenden Infos auszuwerten. Wir bringen dabei auch künstliche Intelligenz zum Einsatz.&ldquo; Kurz hörte Maya, wie jemand an den General herantrat und mit ihm sprach, dann wandte er sich wieder ihr zu. &bdquo;Entschuldigen Sie! Bis jetzt noch nichts Konkretes. Ein Flugzeug tankt Sie im Notfall in der Luft auf. Bis dahin warten Sie bitte ab und kreisen im Zielgebiet.&ldquo;<br />
&bdquo;Alles klar. Danke für Ihre Hilfe, General.&ldquo;<br />
&bdquo;Mrs. Jones hat ein ganzes Land in Aufregung gesetzt, das ist unwirklich. Die Menschen sind aus dem Häuschen. Etliche machen sich nach Samarra auf, um nach den Frauen zu suchen. Aber auch in der Stadt selbst gehen die Bürger los, um sie zu finden. Nie hätte ich geglaubt, dass in einem arabischen Land die Resonanz auf eine kanadische Sängerin so groß sein könnte.&ldquo;<br />
&bdquo;Immerhin ist sie mit einem Moslem zusammen. Das hilft wahrscheinlich enorm&ldquo;, erklärte Maya.<br />
&bdquo;Der Türke, ich weiß. Sehr gottesfürchtig habe ich ihn allerdings nicht in Erinnerung&ldquo;, gab der General zurück. &bdquo;Ich halte Sie auf dem Laufenden. Bis später, Mrs. Klein!&ldquo;<br />
&bdquo;Bis später, General!&ldquo;, gab die Riesin zurück.<br />
Eine junge Frau im weißen Kittel kam in der Schleusenöffnung zum Vorschein und beugte sich über den Helm der Sondereinsatzkraft. &bdquo;Maya? Ich habe dir ein Namensschild gebastelt. Darf ich es dir auf deine Brust kleben?&ldquo;<br />
Maya stutzte. &bdquo;Was denn für eins?&ldquo;<br />
&bdquo;Es steht Malak Al-intiqam darauf. Das bedeutet der Engel, der die Rache bringt. Dann wird in den Augen meiner Leute die Prophezeiung Jeanes wahr.&ldquo;<br />
Maya seufzte. In dem Gesicht der jungen Frau standen die Tränen. Ihr schien es wichtig zu sein. Also stimmte sie zu. &bdquo;Begeistert bin ich nicht&ldquo;, erklärte sie. Doch wurden ihre Worte von der Technikerin beiseite gewischt.<br />
Quälende Minuten verstrichen. Minuten wurden zu Stunden, bisher gab es keine verwertbaren Nachrichten. Wahrscheinlich suchten sich die Entführer möglichst abzusichern und würden jede Aktion ihrer Leute mit Misstrauen betrachten. Lief die Aktion ins Leere? Maya wusste nicht, wie sie die Chancen einschätzen sollte. Sie aß einen Riegel, ließ sich etwas zu trinken geben, dann wartete sie weiter.<br />
Ein Anruf! Eine ihr unbekannte Nummer! Sie nahm das Gespräch über die Zungensteuerung entgegen. Eine Maschinenstimme gab ihr Koordinaten durch, wiederholte diese, dann verstummte sie.<br />
&bdquo;Stevens! Ich habe ein Ziel! Geben Sie es ins System ein und werfen Sie mich ab!&ldquo;, rief Maya energisch. Sie wiederholte immer wieder die Zahlen, aus Angst, dass sie diese vergessen könnte.<br />
&bdquo;Aber ich habe keine Infos!&ldquo;, gab der Ingenieur irritiert zurück.<br />
Maya aber schrie ihm die Zahlen entgegen. &bdquo;Machen Sie! Jetzt gilt es!&ldquo;<br />
Zwei der Techniker schlossen hastig die Schleuse, dann gab man das Abwurfsignal. Ein rotes Licht leuchtete über ihr auf, dann ein grünes. Maya hörte einen Knall, anschließend fühlte sie in ihrem Bauch das Gefühl des rasanten Sturzes. Der Behälter zitterte. Das Material wurde von dem Luftwiderstand und der daraus resultierenden Bremswirkung extrem belastet.<br />
&bdquo;Ziel ist das Gemeindehaus einer Moschee! Wenn wir uns irren, kriegen wir richtig Stress. Wie kommt es, dass Sie diese Nachricht erhalten haben?&ldquo;, tönte Stevens&lsquo; Stimme. &bdquo;Arnold weiß von nichts. Er ist auf der anderen Leitung am Rumbrüllen.&ldquo;<br />
&bdquo;Ich erkläre ihm alles, wenn ich wieder zurück bin. Sorgen Sie dafür, dass ich in unmittelbarer Nähe einschlage. Dort, wo ich niemanden verletzen kann.&ldquo;<br />
* * * * *<br />
Leila war sich sicher. Sie hatte sich die Frau genau angesehen. Einer ihrer Brüder hatte ein Foto von ihr gemacht. Sie war auch auf dem Bild schon ohne Haare gewesen. Nie hätte sie geglaubt, dass Jusuf so weit gehen würde. Wie lieb war er zu ihr als seiner Schwester? Wie oft hatte sie sein Handy nutzen dürfen und dabei auch die Fotos betrachtet, welche er aufgenommen hatte? Die junge Frau hatte ernst gewirkt. Aber in solch großer Not?<br />
Sie beobachtete schon seit einer halben Stunde das Gemeindehaus. Es wurde umgebaut. Niemand sollte dort sein. Zumal die Bauarbeiten im Moment wegen knapper Mittel gestoppt worden waren.<br />
Drei Männer standen an der Bushaltestelle der nahen Straße. Auch sie beobachteten das Gebäude. Immer wieder warfen sie Blicke darauf und versuchten, dabei unauffällig zu wirken. Woher wussten sie von den Frauen? Vielleicht ebenfalls Männer, welche die Entführten geschändet hatten? Es wurde oft Frauen Gewalt angetan. Diese Gefahr bestand ständig. Auch ein Grund, warum sie lieber verschleiert blieb.<br />
Würde sie ihren Bruder verraten, wenn sie Jeane Jones schrieb? Was sollte sie mit all dem Geld machen, das sie bekommen sollte? An ihre Familie weitergeben? Selbst weggehen und ein neues Leben anfangen? Sie hatte ein wenig Geld gespart von ihrer Arbeit auf dem Basar. Vielleicht würde es reichen, um von Bagdad aus in ein anderes Land zu fliegen? Eines, in dem man als Frau diese Kryptowährung tauschen konnte? Vierhundert Millionen Dinar! Sie konnte sich diese Summe kaum vorstellen.<br />
Sie hatte sich das Handy ihres Bruders genommen, sendete das Bild dieser Frau an den Account von Jeane Jones und machte noch ein Foto von der Baustelle des Gemeindehauses. Kurz zögerte sie, da waren die Informationen abgeschickt. Ab diesem Moment konnte nichts mehr rückgängig gemacht werden.<br />
Sie beobachtete weiter die Baustelle, sich dabei in den Schatten einer Mauer begebend. Sie ging in die Hocke und bot einen Korb Feigen an. Tat so, als ob sie diese an Gläubige verkaufen wollte, die in das Gotteshaus gingen, um dort zu beten. Tatsächlich waren schon zwei Männer gekommen und hatten von ihr gekauft.<br />
Ein junger Mann mit bärtigem Gesicht tauchte hinter einer der Bauplanen auf. Er sah zu ihr rüber, dann bemerkte er auch die Männer an der Haltestelle. Der Bus war gerade da gewesen. Spätestens jetzt mussten sie ihm auffallen.<br />
&bdquo;Allah! Schütze die Frauen vor diesen Ungeheuern&ldquo;, betete Leila. Sie schrak zusammen, als eine Nachricht bei ihr einging. Eine lange Zahlenkolonne war zu lesen! Direkt aus dem Account der Jones heraus. &bdquo;Der Engel naht&ldquo;, stand dort in arabischen Schriftzeichen.<br />
Die Irakerin hörte ein hohles Brummen über sich, richtete ihren Blick in den Himmel, deckte dabei mit ihrer rechten Hand ihre Augen ab, als ein schwarzes Gebilde mit entgegen zur Flugrichtung abgespreizten Flügeln gen Boden raste. Die Erde bebte, als das Geschoss in den Asphalt des gerade erneuerten Gemeindeparkplatzes schlug und dabei eine riesige Fontäne aus Gesteinsbrocken und Dreck aufwarf. Kurz darauf tönte ein Knall, etwas schoss aus dem zu zwei Dritteln im Boden versenkten Behälter heraus, dann bemerkte Leila eine riesige schwarze Gestalt, die auf die Baustelle zulief. Es folgte ihr ein kopfloser Hund, von dem sich in diesem Moment kleine Punkte lösten. Er lief dieser riesigen Figur aber nicht nach, sondern hetzte an der rechten Seite des Hauses entlang und verschwand dahinter.<br />
* * * * *<br />
Maya brach durch die Tür der Moschee. Ein Mann zielte mit einer AK auf sie, da hatte sie schon geschossen. Sein Schädel platzte auseinander, während aus dem Gang heraus Stimmen drangen. Die Summs klärten auf, fanden den Eingang zum Keller, während auf der Lagekarte rote Punkte auftauchten. Bisher waren es sieben Ziele.<br />
Sekunden verstrichen, dann war sie in der Halle, schoss einen beleibten Mann nieder, dessen Körper sich in einem Blutbrei zerlegte, lief dabei einem dritten Kerl nach, den sie mit ihrer rechten Hand packte, mit den Klauen ihrer Panzerhand seine Haut durchbohrte und ihn mit brutaler Gewalt gegen die Verstrebungen eines Baustellengerüsts warf. Sein Körper prallte gegen ein Stahlrohr, Maya hörte seine Wirbel brechen, er fiel er auf einen darunter liegenden Träger, wurde durch diesen abgelenkt und stürzte zu Boden. Ein paar Projektile schlugen neben ihr in die Wand, warfen horizontale Staubfontänen auf, da war sie schon im Kellergang, lief die Stufen hinunter, sich dabei aufgrund der geringen Deckenhöhe klein machend. Sie hörte Schüsse, sah zwei Männer aus einer Seitentür heraus in den Gang treten, der vordere blickte kurz in ihre Richtung, dann verschwanden sie in der nächsten Tür. Ein Schuss tönte, dessen peitschender Knall im Gewölbe nachhallte, dann herrschte Stille. Maya sah in zwei Zellen, fand jeweils eine tote, glatzköpfige Frau am Boden liegen, dann war sie bei der dritten Tür. Ein Summ surrte an dieser vorbei, markierte für sie ein Ziel, da war sie schon in der Tür.<br />
Ein bärtiger Mann hatte seine Hände gehoben, sah sie entsetzt an, während ein Revolver vor ihm auf dem Boden lag. Sie selbst stieg über einen am Boden liegenden reglosen Körper. Im Falschfarbenbild wurde Maya seine Wärme angezeigt. Er musste noch vor kurzem am Leben gewesen sein.<br />
Maya streckte ihren Arm aus, deutete auf eine junge Frau, die mit verheultem Gesicht sich in eine Ecke verkrochen hatte. Sie war völlig nackt.<br />
Maya ging in die Hocke, betrachtete den Mann, nickte ihm zu, dann hob sie den Revolver auf. Sie öffnete die Trommel der Waffe, drückte die Patronen heraus und zählte drei leere Hülsen. Es war also nicht der Tote, welcher auf die Frauen geschossen hatte, es war der Kerl vor ihr.<br />
Zwei rote Punkte näherten sich im Gang. Sie sprang auf, hechtete durch die Tür, schon aus der Bewegung heraus ihre Unterarmkanone abfeuernd. &bdquo;BRRRRRRRRRRR&ldquo;, dröhnte die Waffe, während die Projektile in Stein und Holz schlugen und die beiden Bewaffneten dabei zerfetzten. Weitere Stimmen tönten, schrien, man hörte das Klappern eines metallenen Gegenstands. Ein heller Knall krachte, dann wurde es wieder ruhig. Die Punkte in der ersten Etage bewegten sich zu einem rückwärts liegenden Ausgang, traten ins Freie, dann verschwanden sie. Einer der beiden Brums würde die Ziele mit seinen gelenkten Freifallpfeilen getroffen haben.<br />
Maya trat unterdessen in die Zelle zurück, hob beschwichtigend ihre beiden Hände, bat die Frau mit beruhigenden Worten in den Gang hinaus, ihr dabei auf Englisch versichernd, dass die Gefahr vorüber war. Hatte sie begriffen? Sie wusste es nicht genau. Wahrscheinlich verstand die Frau eher durch die Gesten, welche sie von sich gegeben hatte. Maya griff nach dem Mann, klemmte dessen Leib unter ihren linken Arm, jederzeit dazu bereit, mit der Unterarmkanone ihres rechten einen neuerlichen Feuerkampf aufzunehmen.<br />
Sie ging mit der verstörten Frau den Kellerflur entlang, drückte mit der Rechten die Zellentür auf, das Gemurmel des Mannes unter ihrem Arm ignorierend. Autos tauchten unterdessen in einem Bereich ihres Displays auf, deren Insassen von den Drohnen gelb und als bewaffnet bewertet wurden. Maya ließ sich Bilder zeigen, es waren uniformierte Männer.<br />
Die zuerst befreite Frau sprach in der Landessprache die anderen Gefangenen an, bat sie auf den Gang hinaus, sodass sich ein kleiner Zug bildete. Maya ging langsam die Treppe hinauf, sich dabei weit vorbeugend. Sie bat die Frauen zu warten, trat in die Halle und spähte in Richtung Eingangstür. RUTH und auch die Drohnen schienen die Situation nicht einschätzen zu können. Zwanzig gelbe Punkte zeigten sich ihr jetzt.<br />
&bdquo;Hallo! Internationale Sondereinheit. Die Lage ist gesichert, die Entführer bis auf einen ausgeschaltet&ldquo;, rief sie auf Englisch.<br />
Aufgeregte Stimmen waren zu hören. Schüsse dröhnten, worauf eine der Summs in Trümmern ging. Sie war dem Trupp am nächsten gewesen.<br />
&bdquo;Hören Sie damit auf, meine Ausrüstung zu zerstören!&ldquo;, rief Maya erneut. &bdquo;Ich bin von der irakischen Regierung legitimiert worden.&ldquo;<br />
Eine der Summs registrierte zwei Wurfkörper, welche in ihre Richtung flogen. Maya reagierte sofort und schlug sie in die entgegengesetzte Richtung zurück. Wieder tönten helle Explosionsschläge, Brüllen wurde laut, dann knatterten Maschinenwaffen. &bdquo;Police not good!&ldquo;, hörte Maya die Stimme von einer der Frauen. &bdquo;Not good!&ldquo;<br />
Die Riesin zögerte. Die Situation eskalierte völlig. Sie würde Polizisten töten müssen! Das konnte mit hoher Wahrscheinlichkeit die ganze Region gegen sie aufbringen! Sie spähte vorsichtig um die Ecke. Alle Ziele waren aufgeklärt. Vierzehn Männer hatten sich auf die Halle verteilt. Weitere zogen Verwundete aus dem direkten Gefahrenbereich. Funk knackte, doch hatten die Brums begonnen, die Geräte der Gegner zu stören.<br />
Maya sah zu den Frauen zurück. Sie waren panisch, hielten sich gegenseitig umarmt und blickten mit verheulten Gesichtern zu ihr auf.<br />
&bdquo;Hören Amerikaner! Wir dich gehen lassen. Gib uns Frauen!&ldquo;<br />
&bdquo;Warum? Ich habe sie befreit&ldquo;, rief Maya zurück. &bdquo;Das sollte euch doch glücklich machen.&ldquo;<br />
&bdquo;Tut es Amerikaner. Wir bringen sie zurück zu ihren Familien&ldquo;, tönte eine helle Männerstimme.<br />
&bdquo;Und warum habt ihr auf mich geschossen und mich mit Handgranaten beworfen?&ldquo;<br />
&bdquo;Wir glauben, du Verbrecher. Kollegen nicht verstehen was sagen. Ich erst jetzt gekommen um sprechen.&ldquo;<br />
Maya hörte die Aufregung in der Stimme. Der Typ log wie gedruckt. Sie stellte ihre Helmkamera auf den Handymodus um und nahm die Szene auf, um sie zu senden. Die Welt sollte mitbekommen, was hier gespielt wurde.<br />
&bdquo;Dann komme ich jetzt raus! Ich bringe einen der Verbrecher mit!&ldquo; Sie trat mit dem rechten Arm nach oben zeigend aus ihrer Deckung, trat ein paar Schritte auf die Männer zu, welche in Richtung Eingang standen, dann brachen die Schüsse schon los. Projektile prallten gegen ihre Panzerung, trafen ihren Helm, schlugen in ihren Rücken und den Gesäßschutz ein, trafen auch den Gefangenen, welchen sie unter ihrem Arm getragen hatte. Maya ließ ihn fallen, nachdem sein Körper immer wieder unter Einschlägen bebte, sprang in die Deckung zurück und brüllte ihre Wut heraus. &bdquo;Ihr verdammten Wichser!&ldquo; Sie hob ihre rechte Hand an ihren Helm, während sie auf die Frauen runter sah. Ihre Systeme liefen ohne Störung, die Panzerung hatte den kleinen Kalibern der Männer problemlos standgehalten.<br />
&bdquo;Hören Sie auf zu schießen! Ich bin Polizistin!&ldquo;, schrie sie noch einmal. Da bemerkte sie im Helmdisplay, wie einer der Summs einen Mann mit Raketenwerfer aufklärte. Es war eins der Geräte, welches bei RUTH stationiert war. Maya stürmte in den Kellereingang zurück, trieb die Frauen hinein, da dröhnte hinter ihr schon die Detonation. Gesteinsbrocken prasselten gegen ihren Rücken, während sie mit ihrem Körper die Befreiten zu schützen suchte.<br />
&bdquo;Wartet!&ldquo;, befahl sie, da war sie schon die Treppe wieder oben. Sie zielte auf einen Schützen zwischen zwei Ziersäulen, schoss auf ihn eine kurze Garbe, da zertrümmerten ihre Granaten den Gips der Verzierungen, trafen den dahinter stehenden Mann und rissen Teile seiner linken Schulter weg, den Bruchteil einer Sekunde später auch seinen rechten Arm mit der Waffe. Ein neben ihm stehender Polizist brüllte wie wahnsinnig auf und schoss mit seiner Pistole nach ihr. Hier reichte ein Schuss aus ihrer Unterarmkanone, um ihn auszuschalten. Dabei hatte sie die Mündung seiner Dienstwaffe getroffen, die in tausend Teile zersprang, welche wiederum in sein Gesicht und seinen Oberkörper schlugen. Er schrie und brüllte wie am Spieß, ließ sich auf den Boden fallen und presste seine linke Hand an sein Gesicht, während seine Rechte nur noch als blutiger Stumpf zu sehen war.<br />
Maya aber war schon wieder an der Ecke, sah den Raketenwerferschützen eine neue Ladung in das Startrohr schieben, da dröhnte ihre Kanone aufs Neue. Die erste Granate traf sein rechtes Bein, riss es auseinander, die zweite zerfetzte seine linke Hüfte, die dritte traf ihn an der Schulter und ließ sie mitsamt dem Arm in einer Blutwolke verschwinden.<br />
Außer sich vor Wut stürzte sie sich auf ihr nächstes Ziel. Sie hörte Projektile gegen ihre Rüstung hämmern, wurde auch am Gesicht getroffen, doch es war vergebens. Schon war sie bei dem schnauzbärtigen Kerl mit dem Barrett angekommen, schlug ihm die krallenbewehrte Linke ins Gesicht und trennte dabei den vorderen Schädelknochenbereich vom Rest des Kopfes ab.<br />
Ein dicker Mann brüllte Befehle, wollte eine Granate auf sie werfen, da hatte sie schon geschossen. Er ließ das Wurfgeschoss fallen, brach, von einem Projektil im Schritt getroffen, zusammen und bedeckte dabei den Sprengkörper mit seinem Leib. Der helle Klang der Detonation krachte, während Blut und Innereien des Mannes gegen Wände und Decke klatschten.<br />
Leila kauerte an der Mauer und traute sich nicht, sich zu rühren. Immer wieder ratterten Schüsse, wummerten Detonationen, durchbrochen von einem dumpfen Brummen.<br />
Zwei Schützen- und ein Kampfpanzer rasselten jetzt die Straße mit hoher Geschwindigkeit hinauf, bogen in den Parkplatz ein und nahmen den Eingang des Gemeindehauses mit Maschinenkanonen und -gewehren in dem Augenblick unter Feuer, in welchem drei Polizisten zu fliehen suchten. Von Dutzenden Kugeln der eigenen Verstärkung getroffen, brachen sie zusammen, worauf die Panzer den Beschuss einstellten. Aufgeregte Rufe erklangen, da stieg ein Zug bewaffneter Soldaten aus den beiden APCs. Die Männer waren maskiert, trugen dicke Schutzwesten und Kampfstiefel und näherten sich routiniert dem Gebäude, dabei mit ihren Waffen auf Fenster und Türen zielend.<br />
Leila nahm die Szenen versteckt mit dem Handy ihres Bruders auf. Noch einmal wurde im Inneren des Gebäudes geschossen, während kleine schwarze Punkte über den Parkplatz hinwegflogen. Die Spezialeinheit reagierte mit Verwirrung, versuchte, die Geräte abzuschießen, doch waren die zu klein und schnell, als dass sie getroffen werden konnten. Die Sturmgewehre der Soldaten knatterten, im Anschluss mussten die Soldaten nachladen. Die Kanonen der Panzer drehten sich hin und her, zeigten in den Himmel, dann wieder auf das Gebäude, während ihre Richtmechaniken summten. Doch auch sie hatten keine Chance, den Aufklärern gefährlich zu werden.<br />
&bdquo;Nicht schießen! Ich bin von der internationalen Polizei und wurde von der irakischen Regierung beauftragt zu helfen.&ldquo; Tönte es in englischer Sprache aus einem Lautsprecher. Wo dieser sich befinden sollte, war Leila ein Rätsel. Sie kannte nur die Vorrichtung in der etwas seitlich versetzt stehenden Moschee, doch kamen die Rufe nicht aus deren Richtung.<br />
Sie schrak zusammen, als ein riesiger Hund ohne Kopf und Schwanz hinter dem Gemeindehaus hervorkam, über den Parkplatz lief und den Ruf erneuerte. Doch die Männer der Sondereinheit feuerten sofort auf ihn, trafen ihn auch, doch lief dieser unbeirrt im Zickzack über den Parkplatz, seinen Ruf dabei wiederholend. Erst als die Maschinenkanonen der Panzer den Beschuss aufnahmen, lief er im schnellen Zickzack, sprang zwischendrin in riesigen Sätzen und war schon im Haus verschwunden, als einer der Schützenpanzer ihm, aus Kanone und Maschinengewehren schießend, nachfuhr.<br />
Maya ließ die Brums weiterhin den Funk stören, richtete selbst aber per Direktverbindung das aufgenommene Video an Arnold. &bdquo;Eine Stunde!&ldquo;, kam als Textnachricht zurück.<br />
Die Riesin bemerkte jetzt RUTH, die in diesem Augenblick durch den Hintereingang hereingestürmt kam. Waffen ratterten aus dieser Richtung, während der ganze Türbereich in einer Wolke aus Trümmern verschwand und sich als Staub in der ganzen Halle verteilte.<br />
&bdquo;Weiter!&ldquo; Maya spürte quälenden Hunger, hatte aber bisher noch keinen Moment gehabt, in dem sie hätte essen können. So hetzte sie auf die rückwärtige Seite des Hauses zu, passierte ein Arbeitszimmer mit Schreibtischen, Monitoren und einem großen Systemdrucker, sprang durch das vergitterte Fenster, riss die Bewehrung dabei aus der Wand und landete direkt hinter dem Panzerwagen. Einen Satz auf das Heck und sie war am Turm, feuerte mit panzerbrechender Munition durch dessen Dach und sprang in dem Moment wieder herunter, als zwei Luken aufsprangen und Flammen herausschlugen. Schreie tönten aus dem Inneren des Vehikels, während Maya zurück ins Gebäude hechtete und auf eine Gruppe Männer im Vorraum des ihr gegenüberliegenden Haupteingangs schoss. Drei von ihnen konnte sie treffen, da war sie schon wieder am Treppengang, welcher in den Keller führte. Die Summs hatten noch zwanzig Minuten Kapazität. Zwei von ihnen rief sie zurück, um sie an ihrer Brust zu laden. Sie konnte sich noch gut an Deynas Witze erinnern. Sie hatte irgendwas mit Säugen gemeint.<br />
Maya öffnete die Klappe für die Essensaufnahme an ihrem Helm, aß hastig zwei Riegel, dann schloss sie diese wieder. Sie wandte sich zu einer der Frauen um, die vorsichtig um die Ecke des Aufgangs sah. Maya zögerte nicht, ließ RUTH zu sich kommen, packte zehn Riegel aus und warf diese zusammen mit zwei Wasserflaschen den Frauen zu. Diese stürzten sich sofort darauf, eine von ihnen lachte dabei hysterisch auf.<br />
Maya gab ihnen Zeichen, dass sie tiefer in den Keller gehen sollten. Die Frauen verstanden und zogen sich zu ihrer Erleichterung zurück. Ein Summ RUTHs zeigte jetzt einen Mann der Sondereinheit, welcher eine Brandflasche in ihre Richtung werfen wollte. Maya schüttelte ihren Kopf, sprang auf und hechtete in die Halle hinein, schoss mit blauer Munition, traf die Flasche und ließ drei der Männer in einem brennenden Nebel verschwinden. Schreie tönten, Rufe wurden laut, dann hörte man das Zischen zweier Pulverfeuerlöscher. Zwei Einsatzsoldaten hatten diese vorsichtshalber von den Wänden gelöst. Die Pulverwolke lichtete sich, die beiden Soldaten husteten, nickten einander zu, dann sahen sie sich erstaunt um. Keiner ihrer Kameraden war noch am Leben. Sie ließen die Löschgeräte fallen, rissen ihre Gewehre von ihren Schultern, zielten in die Halle hinein, als sich hinter ihnen eine riesige schwarze Gestalt aufrichtete. Deren Hände schnellten nach vorne, rissen den Männern die Waffen aus den Händen und schleuderten sie zur Seite.<br />
&bdquo;Rührt euch nicht und ihr werdet leben!&ldquo;, rief das roboterhafte Wesen. Die beiden maskierten Soldaten sahen sich an, blickten zum Helm des riesigen Wesens auf, bemerkten Blut und Fleischreste auf dessen Rüstung und zeigten sich einverstanden. Sie hoben ihre Arme, wurden sofort von der Gestalt gepackt, ihre Pistolen samt Holster beiläufig von deren Pranken zusammengequetscht und anschließend ihre Leiber nach vorne gestoßen, worauf der Rechte beinahe über den Torso eines seiner Kameraden gestolpert und hingeschlagen wäre, wenn die Maschine nicht sofort nach ihm gegriffen und ihn wieder aufgerichtet hätte.<br />
&bdquo;Sagt ihnen, dass ich ein Mitglied der internationalen Polizei bin und langsam meine Geduld verliere!&ldquo;, forderte die Gestalt in englischer Sprache. Einer der Männer nickte ihr zu, da wurden sie schon vor die Tür gestoßen.<br />
Maya aber hetzte in der Zwischenzeit zurück zum rückwärtigen Bereich des Hauses, trat in den Hof, lief um die rechte Hausecke herum und warf sich auf den Boden des Parkplatzes. Auf ihrem Rücken montierte sich der Lauf auf die zugehörige Öffnung der Geschützvorrichtung, die Sekunden später in Feuerposition ging.<br />
Die Riesin ließ panzerbrechende Munition laden und zielte auf den Schützenpanzer. Sie hatte sich so platziert, dass sie durch die Gebäudeecke vor der Besatzung des Kampfpanzers verborgen blieb. Zwei Autowracks boten ihr keine Rückzugsmöglichkeiten. Sie würden von den Geschossen der Schützenpanzerkanone einfach durchschlagen werden.<br />
Die Zielhilfe zeigte das gesamte Fahrzeug grün an. Somit hatte Maya die Sicherheit, dass kein Bereich an ihm vor den Granaten aus ihrer Waffe sicher war. Das würde bei dem Kampfpanzer anders sein.<br />
Die beiden Männer liefen jetzt auf den Schützenpanzer zu, stiegen über die großen Heckklappen wieder auf und schlossen diese hinter sich.<br />
Der Schützenpanzer setzte etwas zurück, zielte weiter auf das Gebäude, während seine Wanne sich drehte und direkt mit seiner Front auf Maya zeigte. Er rollte ein paar Meter auf sie zu, wahrscheinlich wollte er auf die Rückseite des Gebäudes gelangen, wo der andere Panzer noch immer brannte und eine schwarze Qualmwolke gen Himmel schickte.<br />
Wahrscheinlich hatte der Fahrer sie entdeckt, denn jetzt drehte sich der Turm und das Kanonenrohr senkte sich. Maya zögerte bis zur letzten Sekunde, dann schoss sie auf den Drehkranz, welcher ihr als neuralgischer Punkt des Kampfgeräts aufgezeigt wurde. &bdquo;BUMM, BUMM, BUMM!&ldquo;, dröhnte die Waffe auf ihrem Rücken, während der Lauf der Kanone zurückfuhr, vom Vorholer wieder nach vorne gezogen und gleich wieder vom Rückstoß zurückgedrückt wurde. Hülsen sprangen aus dem Tornister heraus und prallten klirrend auf den Boden. Der Panzer indessen blieb stehen. Weißer Rauch stieg auf, während die Besatzung die Klappen und Luken öffnete, um sich zu retten. Einer von ihnen brannte am Rücken, warf sich auf den Boden, vergebens darum bemüht sich zu löschen. Seine Kameraden flohen, während Maya auf den Mann zustürzte, ihm die brennende Montur vom Körper herunterriss und ihn aus dem Gefahrenbereich zog. Sie hörte das Rasseln der Raupenketten des sich nähernden Kampfpanzers. Er würde in den nächsten Sekunden um die Ecke biegen. Maya hetzte zurück zum Gebäude, sprang die Fassade hinauf, dabei Teile aus dem Mauerwerk herausreißend. Sie kletterte weiter, erreichte den Dachrand, von dort aus vollzog sie einen gewaltigen Sprung auf den Turm des schweren Kriegsfahrzeugs. Mit einem hohlen Dröhnen setzte sie auf, schlug ihre Krallen durch die Luke, riss sie heraus, packte den Kommandanten, zerrte ihn aus seinem Sitz und stieß ihn vom fahrenden Fahrzeug herunter. Kreischend schlug der Mann auf, rollte um seine Längsachse und blieb schließlich liegen. Maya aber zielte mit der Mündung ihrer Unterarmkanone auf den Schützen, der erschrocken zu ihr aufsah. &bdquo;Steig aus!&ldquo;, schrie sie auf Englisch. &bdquo;Los! Los! Los!&ldquo;<br />
Der Soldat nickte, rief etwas dem Fahrer zu, der nun, wie auch der Richtschütze, seinen Zugang aufdrückte und aus der Wanne herauskletterte. Maya sprang nun ebenfalls vom Panzer herunter, kam an dessen Seite zum Stehen, griff in den Wannenrand und drückte ihn nach oben. Sie mobilisierte alle Kräfte dabei, dachte kurz an Arne, den Bodybuilder, da streckte sie ihre Arme durch und kippte den gesamten Panzer auf seine Turmseite.<br />
Leila hatte das ganze Geschehen aufgenommen, sah den riesigen Metallkörper zurück ins Gebäude laufen, kurze Zeit später nahm sie auf, wie dieser sechs halbnackte Frauen zur Moschee geleitete. Ein kleiner schwarzer Punkt kam auf sie zugeflogen, surrte über ihren Kopf, dann brauste er wieder zurück zu der riesenhaften Figur. Diese wandte sich jetzt zu ihr um, hob ihren rechten Arm und winkte sie zu sich heran.<br />
Die Irakerin erschrak furchtbar und wusste nicht, wie sie reagieren sollte, da wurde sie von dem Wesen angerufen. &bdquo;Komm her! Hilf uns!&ldquo;<br />
&bdquo;Komm!&ldquo;, rief nun auch eine der Frauen in der Landessprache. &bdquo;Es hat uns gerettet!&ldquo;<br />
Leila überwand ihre Angst, richtete sich auf, legte den Korb mit Datteln an der Mauer ab und lief zu den geschundenen Frauen hinüber. Dabei gab sie ihren Umhang an eine der Befreiten weiter, die außer einem Schurz keinerlei Kleidung mehr trug.<br />
Der Imam der Moschee kam ihnen ohne Zögern entgegengeeilt. Beide Hände unterhalb seines Kinns gegeneinanderdrückend, deutete er anschließend mit seiner Rechten auf eine Stelle an Mayas Brust.<br />
&bdquo;Al-Malak al-muntaqim!&ldquo;, rief er. &bdquo;Al-Malak al-muntaqim!&ldquo; Er war außer sich, griff nach der Panzerhand des Kriegers und zog ihn mit sich in die Moschee, während weitere Mitglieder der Glaubensgemeinschaft sich der Frauen annahmen. Diese sollten in andere Räumlichkeiten geführt werden, doch Maya unterband das sofort. &bdquo;Spricht jemand Englisch?&ldquo;<br />
Ein junger Glaubensschüler nickte und verbeugte sich vor ihr.<br />
&bdquo;Sag ihnen, dass die Frauen hier bei mir bleiben werden.&ldquo;<br />
In diesem Moment kam RUTH in die Moschee, lief leichtfüßig auf die Riesin zu und machte an ihrer Seite Platz. Der Imam starrte das Gebilde erschrocken an und wusste nicht, wie er es bewerten sollte. Hunde waren unrein und durften die Moschee nicht betreten. Aber dieses Ding war aus Metall und hatte keinen Kopf!<br />
Leila half, wo sie konnte. Sie reinigte notdürftig die Körper der befreiten Kurdinnen und half dabei, sie einzukleiden. Hubschrauber dröhnten in diesem Moment über das Gebäude hinweg, kurz darauf wurde das Gelände von amerikanischen und irakischen Soldaten besetzt. Sie sperrten den Gebäudekomplex ab, wenig später betraten Soldatinnen die Moschee und brachten die Frauen in Sicherheit. Die junge Irakerin unterdessen wusste nicht, wie es nun für sie weitergehen sollte. Ihr Bruder trug eine Mitschuld! Er würde wahrscheinlich für viele Jahre ins Gefängnis gehen, wenn sie verhört wurde. Und sie selbst? Würde sie als Verräterin in der Familie gelten? Verstoßen oder getötet werden? Tränen stiegen in ihre Augen. Wäre der Engel nicht auch ohne sie gekommen?<br />
Maya überblickte die Szene. Die Seals suchten immer wieder begeistert Kontakt zu ihr, nannten sie eine der ihren, schlugen ihr auf die Schulter und wollten erst von ihr ablassen, als eine junge Offizierin sie dazu ermahnte. Sie selbst war froh, dass der Job erledigt war, dachte kurz an die beiden Opfer, welche von diesen Scheusalen erschossen worden waren, da wurden auch diese Eindrücke von ihrer Vorfreude, wieder nachhause zu dürfen, beiseite gedrängt.<br />
&bdquo;Wir sollen Sie zum Flughafen bringen. Sie verlassen sofort wieder das Land!&ldquo;, erklärte ihr der weibliche Oberleutnant. Maya nickte, folgte ihr nach und fand die Irakerin vom Parkplatz in heller Aufregung. Sie hockte, gegen eine Säule gelehnt, auf dem Boden, wippte mit ihrem Oberkörper vor und zurück und war voller Verzweiflung.<br />
&bdquo;Sie hat uns die Adresse verraten&ldquo;, erklärte die Offizierin. &bdquo;Keine Ahnung, was passieren wird, wenn sie das Geld bekommt. Behalten wird sie es nicht und bei ihren Leuten wahrscheinlich als Verräterin gelten.&ldquo;<br />
Maya nickte, hockte sich vor der verzweifelten Frau auf den Boden, richtete ihre Helmfront auf sie und breitete ihre Arme aus. Die Irakerin sah verständnislos zu ihr auf, erhob sich zögerlich, dann trat sie vorsichtig an sie heran.<br />
&bdquo;Du musst keine Angst haben&ldquo;, meinte Maya auf Englisch. &bdquo;Du kommst mit uns, wenn du möchtest.&ldquo; Die Offizierin übersetzte, da kreischte die junge Frau auf, umarmte die Panzergestalt, welche sie vorsichtig anhob und aus der Moschee heraustrug.<br />
Kapitel 21 &ndash; Nachbesprechung<br />
&bdquo;Sie machen es uns nicht leicht, Frau Klein. Der Standort. Woher wussten Sie von ihm? Sie schlugen praktisch in dem Moment am Ziel ein, als wir den ersten sicheren Hinweis erhalten haben.&ldquo;<br />
&bdquo;Von einem Informanten, der mir auch gesteckt hat, dass Sie mich abhören&ldquo;, gab Maya gereizt zurück, ihren Blick auf das Militär-Tablet haltend, welches ihr der Lieutenant gereicht hatte. &bdquo;Nette Geste. Da fühle ich mich gleich sicherer.&ldquo;<br />
&bdquo;Ich weiß davon nichts. Aber wenn das passiert, dient es einzig Ihrem Schutz.&ldquo;<br />
&bdquo;Sollte ich darüber Gewissheit erlangen, hat mein Dienst für Ihr Land ein Ende, das kann ich Ihnen schon versprechen. Von daher seien Sie so gut und fragen Sie nach, einverstanden?&ldquo;<br />
&bdquo;Und Ihr Informant? Woher hatte er die Information, nach der wir mit all unseren Möglichkeiten gesucht haben?&ldquo;<br />
&bdquo;Ich weiß es nicht. Für mich zählt das Ergebnis.&ldquo;<br />
&bdquo;Sie haben keine Ahnung, was Sie heute geleistet haben, kann das sein?&ldquo;<br />
Maya gab keine Antwort auf seine Frage. &bdquo;Sechs Frauen befreit, die das Schlimmste durchgemacht haben. Niemand hätte ihnen geholfen. Vergewaltigt, wie Vieh gehalten, jeder Würde beraubt. Schade, dass ich nicht allen habe helfen können. Es tut mir so leid. Aber dennoch glaube ich, dass es das beste Ergebnis für sie gewesen ist.&ldquo;<br />
&bdquo;Mrs. Klein! Sie haben eine ganze regionale Industrie zum Stillstand gebracht. Von Samarra aus wurden landesweit Entführungen koordiniert. Potenzielle Ziele wurden von Beamten ausspioniert und die Informationen an Polizei und Miliz verraten. Die haben sogar Männer aus den Gefängnissen geholt, um selbst nicht mit den Entführungen in Verbindung gebracht zu werden. Selbst der Provinzgouverneur war Teil des Ganzen. Er hat auch die ganz schweren Geschütze aufgefahren, um Sie auszuschalten. Aber, dass Sie dann einen Panzer auf den Kopf drehen, hat er wahrscheinlich genauso wenig erwartet wie wir. Niemand von uns kann noch erklären, was mit Ihnen los ist. Der Imam hält Sie für einen Engel und viele Gläubige ebenfalls. Es wird im ganzen Land von Allah gesprochen, der den Rächer geschickt hat, um Unrecht zu vergelten. Al-Malak al-muntaqim! Wenn das so weitergeht, wird man Sie noch heilig sprechen.&ldquo;<br />
&bdquo;Was passiert mit der Irakerin, die uns geholfen hat?&ldquo;, überging die Riesin die Erklärung des Offiziers.<br />
&bdquo;Sie fliegt mit Ihnen nach Deutschland, um dort Asyl zu beantragen. Dadurch, dass sie von der Jones die Belohnung erhalten wird, gilt sie als Quelle. Den Staat wird sie nichts kosten, die Frau hat jetzt genug eigene Mittel. Ihr Bruder war einer der Vergewaltiger. Nach ihm wird gesucht. Das allein reicht aus, um sie zu schützen. Mal abgesehen davon, dass Sie, Mrs. Klein, es nicht dulden würden, wenn ihr etwas zustößt.&ldquo; Der General nickte ihr zu. &bdquo;Die Jones hat mit ihrer Aktion mehrere Millionen Follower in der arabischen Welt gewonnen. Vornehmlich Frauen. Auch sie gilt jetzt als Heilige.&ldquo;<br />
&bdquo;Ich will Bescheid wissen und nach der Frau sehen!&ldquo;, forderte Maya.<br />
Arnold seufzte. &bdquo;Bitten Sie Luchs darum, er weiß Konkretes. Fragen Sie nicht, wie ihm zumute ist. Dass Sie nun schon aus eigenen Motiven heraus in den Krieg ziehen, scheint ihn ziemlich aufgeregt zu haben.&ldquo; Er hüstelte. &bdquo;Die Staaten haben den Einsatz bezahlt. Ich denke, das wird ihn etwas beruhigt haben. Auch eine nachträgliche Anforderung ist auf dem Weg. So kann er sich vor seinen eigenen Vorgesetzten absichern.&ldquo;<br />
&bdquo;Da bin ich ja beruhigt. Tut gut, auch mal auf einen eigenen Beweggrund hin aktiv werden zu dürfen.&ldquo;<br />
&bdquo;Sie haben recht gehabt. Unser Ruf im Irak hat sich durch Ihren Einsatz verbessert. Auch wenn wir klargemacht haben, dass wir nur die internationale Polizeieinheit unterstützt haben. Das einzige Problem dabei ist, dass viel von Ihrem Einsatz von Beobachtern gefilmt worden ist. Darunter auch die Aktion mit dem Panzer. Mal eben umgeworfen &#8211; einen T-72, der wiegt ja nur knapp 45 Tonnen!&ldquo; Er seufzte. &bdquo;Ziehen Sie bitte nie gegen uns in den Krieg, Mrs. Klein. Nicht ohne uns die Chance zu geben, uns vorher zu ergeben.&ldquo; Der General lachte.<br />
&bdquo;Reden Sie keinen Quark! Bin froh, dass ich schon wieder nachhause kann und dieses Mal niemand sterben musste, der mir oder Freunden nahe steht.&ldquo;<br />
Arnold zeigte Verständnis. &bdquo;In ein paar Stunden landen Sie wieder in Dortmund. Dann waren Sie gerade mal zwölf Stunden unterwegs.&ldquo; Er hob seinen Daumen. &bdquo;Wegen des Informanten&#8230;, jemand mit diesen Verbindungen&#8230;&ldquo;<br />
&bdquo;Möchte nichts mit Geheimdiensten und Behörden zu tun haben. Sie haben recht. Danke, dass Sie Verständnis zeigen&ldquo;, nahm Maya seine Worte vorweg.<br />
Arnold seufzte. &bdquo;Gut, Mrs. Klein. Sollten wir in der Patsche stecken, werden wir zumindest bei Ihnen mal anfragen dürfen. Sollte es um Geld gehen, sagen Sie uns Bescheid. Es gibt durchaus Situationen bei uns, die dem heutigen Setting ähnlich sind.&ldquo;<br />
&bdquo;Werden wir sehen. Ich würde gerne aus der Rüstung rauskommen. Aber das wird schlecht möglich sein, wenn die Irakerin mitfliegt, richtig?&ldquo;<br />
&bdquo;Ja! Bleiben Sie der Engel! Die paar Stunden halten Sie dann auch noch aus.&ldquo;<br />
&bdquo;Einverstanden! Sorgen Sie bitte dafür, dass ich eine Pause bekomme, das wäre nett.&ldquo; Maya nickte dem General zu, dann schloss sie das Chatfenster und reichte das Tablet an die Offizierin weiter, die ihr gegenüber saß.<br />
&bdquo;Sie sind mein Idol, Mrs. Klein. Danke, dass Sie den Frauen Sicherheit und Frieden gebracht haben!&ldquo;<br />
&bdquo;Ich bin Maya. Kannst mich duzen, wenn&lsquo;s für dich okay ist.&ldquo;<br />
&bdquo;Ich bin Clair. Koordinatorin der Spezialkräfte und Adjutantin des Generals. Deshalb auch die Freigabe, mit dir zu sprechen zu dürfen.&ldquo;<br />
Maya legte vorsichtig die rechte Hand über den linken Schenkel der ihr gegenüber sitzenden Soldatin. &bdquo;Freut mich. Schön, es auch mal mit einer Frau zu tun zu haben.&ldquo;<br />
&bdquo;Geht mir genauso.&ldquo; Der Lieutenant lächelte. &bdquo;Und was für eine! Du machst die Welt besser, Maya. Daran glaube ich fest. Und ich bin nicht die Einzige, die das glaubt. Eva schwärmt sehr von ihrer Chefin.&ldquo;<br />
&bdquo;Du kennst Eva?&ldquo;, staunte Maya. &bdquo;Wie krass ist das denn? Woher? Sie war doch vorher gar nicht bei den Streitkräften.&ldquo;<br />
&bdquo;Nein, aber ich war es, die ihr von der Möglichkeit erzählt hat. Ich bin ihre Schwester.&ldquo; Claire lächelte. &bdquo;Nicht ihre leibliche. Meine Eltern hatten sie adoptiert, als sie noch ein Säugling war.&ldquo;<br />
&bdquo;Ich hab bisher viel zu wenig Zeit mit ihr verbracht, das tut mir sehr leid. Ich würde sie gerne näher kennenlernen. Sie ist eine gute Haut.&ldquo; Maya dachte an die Afroamerikanerin, die bisher alles richtig gemacht hatte. &bdquo;Sie ist richtig gut!&ldquo;<br />
&bdquo;Sie hat dank dir ein neues Leben. Ihr kaputter Rücken bereitet ihr nach den Operationen keine Schmerzen mehr, sie trainiert jeden Tag vier Stunden und wartet auf den Moment, an dem du sie rufst. Genauso wie die anderen Kollegen auch.&ldquo;&bdquo;Du hast von Javier gehört?&ldquo;, wollte Maya wissen.<br />
Die Amerikanerin nickte. &bdquo;Ja. Er ist als tapferer Mann gestorben. Hunderte Menschen leben noch, weil er bereit dazu gewesen ist, sie zu schützen. Er ist ein Held und für viele Seals ein Idol.&ldquo;<br />
Maya dachte an den Hispanic. Ihre Erinnerung an den Mann war noch sehr deutlich. Würde sie irgendwann verschwimmen? &bdquo;Es muss für dich blöd sein, dich mit einem Kopf ohne Gesicht zu unterhalten.&ldquo;<br />
Claire lachte. &bdquo;Geht für mich klar. Deine Stimme macht es wieder wett. Außerdem habe ich von dem Tag heute geträumt. Es ist so unglaublich, was du geleistet hast.&ldquo;<br />
&bdquo;Ich muss nichts weiter tun, als ich zu sein. Von daher ärgert es mich jedes Mal aufs Neue. Ein Mensch, dessen herausstechende Eigenschaft es ist, zu hetzen und zu töten. Noch dazu als Frau.&ldquo; Maya sah aus dem Fenster des Helikopters. Sie landeten am Rand eines großen internationalen Flughafens, dessen Fläche im Dunkel der Nacht durch Hunderte Scheinwerfer und Lampen erstrahlte. Im Osten ging in diesem Moment die Sonne auf.<br />
&bdquo;Danke für alles, Claire! Ich hoffe, wir sehen uns bald wieder. Vielleicht dann ohne Anzug?&ldquo; Sie drückte die Offizierin vorsichtig, während das Fluggerät auf den Boden aufsetzte.<br />
Kapitel 22 &ndash; Günter hilft<br />
Maya hatte wie ein Stein geschlafen. Mit Riegeln satt gegessen, war sie am frühen Morgen nachhause gekommen. Heiner war sofort aufgestanden und auch Nele wollte sie begrüßen. Aber den besonderen Empfang hatte sie von Hevi bekommen. Die Freundin hatte geweint, sie umarmt und immer wieder Danke gerufen. Dass die Frauen gerettet worden waren, half ihr dabei, ihre gewonnene Freiheit überhaupt zulassen zu können und sich wenigstens zum Teil von dem Erlebten zu distanzieren.<br />
Leila war nach einem Gespräch im Flugzeug an Luchs verwiesen worden. Maya hatte dem Vorgesetzten eine Nachricht aufs Band gesprochen, mit der Bitte, die Frau in die Obhut von Mustafa und seiner Frau Asal zu übergeben, wenn diese einverstanden seien. Sie hatte im Gespräch mit der Irakerin sofort an die Frau ihres Kollegen denken müssen. Reem, die Technikerin, welche ihr das Schild vor dem Einsatz auf die Brust geklebt hatte, übersetzte dabei für die beiden. Vielleicht halfen Asal und Leila sich gegenseitig, in Deutschland zurechtzukommen? Es wäre sicher auch für Mustafa eine Chance, Frieden in seine Beziehung zu bekommen.<br />
Heiner und Nele gingen zur WG runter, damit Maya schlafen konnte. Hevi räumte unterdessen leise die Wohnung auf und machte Wäsche. Sie wollte unbedingt den Freunden etwas zurückgeben. Toelke würde am Nachmittag beerdigt werden. Annika hatte dabei den Club ausgeladen. Nur sie und die engsten Verwandten und Freunde außerhalb des Clubs sollten an der Bestattung teilnehmen. Dabei ließ sie keinen Zweifel daran, wer in ihren Augen an seinem Tod Schuld hatte.<br />
Maya wachte gegen Mittag auf, ging auf die Toilette und überlegte, ob sie aufstehen wollte. Sie hörte Hevi hantieren, kurz darauf, wie die Freundin mit Can telefonierte. Es ging wohl um ein WG-Zimmer.<br />
Die Riesin erleichterte sich, spülte ihre Hände, blickte für ein paar Sekunden in ihr Gesicht. Trotz des Schlafes wirkte es müde und angespannt. Sie schloss ihre Augen und begann sich zu strecken. Dass Hevi schon wieder wegwollte, löste bei ihr einen latenten Ärger aus. Nach der kurzen Zeit? Nele mochte sie doch und Heiner auch. Warum wollte sie so schnell wieder irgendwo allein wohnen? Fühlte sie sich unwohl? Würde sie wieder verschwinden? Alle, die sie liebten, im Stich lassen? Warum dachte sie so? Gab es da noch etwas?<br />
Günter! Sie musste den Freund anrufen. Am besten sofort. Sie trat in die Dusche, brauste sich ab, wusch oberflächlich ihre Haare. War er mit den Kindern weitergekommen? Thea? Boris? Sie hatte die Namen der beiden schon fast wieder vergessen. Felicitas? Hatte sich die Situation mit Sandra verbessert?<br />
Sie trocknete sich ab, griff nach ihrem Handy, strich sich die nassen Haare aus der Stirn, ging zur Toilette und schloss deren Deckel, um sich draufzusetzen. Sie wählte die Nummer des Freundes. War er mit Felicitas unterwegs? Vielleicht auch mit den Kindern?<br />
&bdquo;Türmchen! Mein Gott! Du meldest dich. Was freue ich mich darüber.&ldquo; Günter lachte. &bdquo;Feli! Unsere Große!&ldquo;<br />
Maya hörte im Hintergrund Kinderlachen. &bdquo;Tut mir leid, wenn ich euch störe.&ldquo;<br />
&bdquo;Nicht schlimm. Sind mit den beiden auf einer Spielzeugmesse. Gibt hier wirklich spannendes Zeug. Da kommen sogar wir auf unsere Kosten.&ldquo; Der Freund lachte. &bdquo;Hast du die Nachrichten gesehen? Da sind erstaunliche Sachen passiert. Wir mussten sofort an dich denken.&ldquo;<br />
&bdquo;Wir?&ldquo;, fragte Maya.<br />
&bdquo;Papa in erster Linie. Ich hätte es sonst gar nicht mitbekommen. Menschen ohne Hoffnung. Bis du auftauchst.&ldquo;<br />
&bdquo;Reden wir nicht darüber, Günter. Bitte! Ich bin froh, wenn es in meinem Leben nicht darum geht. Verstehst du das?&ldquo;<br />
&bdquo;Mehr als das. Mir geht es doch auf andere Weise ähnlich. Die Leute trauen mir auch nicht zu, dass ich den Therapeuten gerne mal hinten wegfallen lassen möchte.&ldquo;<br />
&bdquo;Es tut mir leid, aber ich rufe wegen ihm an.&ldquo; Mayas Stimme klang in diesem Moment angespannt. &bdquo;Ich weiß, ist so gar nicht der passende Zeitpunkt für dich.&ldquo;<br />
&bdquo;Und für dich ist das anders, wenn die Anrufe kommen? Sag mir, wo du meine Hilfe brauchst. Feli liebt dich. Die weiß, dass du nur anrufst, wenn&rsquo;s wichtig ist.&ldquo;<br />
&bdquo;Hilf meiner Freundin! Sie ist eine der Frauen, welche im Irak gerettet wurden.&ldquo;<br />
&bdquo;Nur zu gerne. Wo ist sie?&ldquo; Die Stimme des Freundes klang entschlossen.<br />
&bdquo;Bei mir zuhause. Bring Feli und die Kleinen mit. Sie können mit Nele spielen. Jeane und Can sind auch da, ihr könnt sie dann auch gerne kennenlernen. Die sind froh, wenn wir sie ein wenig ablenken.&ldquo;<br />
&bdquo;Schick mir die Adresse! Wir machen uns auf den Weg. Jeane Jones! Mein Schatz wird durch die Decke gehen, wenn ich ihr das erzähle. Sie schaut mich gerade an, als ob ich sie hochnehmen wollte.&ldquo;<br />
&bdquo;Warte noch! Ich muss das erst noch mit Hevi absprechen. Ich schreibe dir gleich, okay?&ldquo;<br />
&bdquo;Mach das! Übrigens, Mutter ist in Russland. Sie wird in zwei Wochen zurückkommen. Sie arbeitet mit der Volkovskaya zusammen, um Kinderkrankheiten zu bekämpfen. Sie kann am Telefon nicht offen reden, wir werden warten müssen, bis sie wieder da ist.&ldquo;<br />
Maya fühlte sich wie erschlagen. Sandra war für sie in diesem Punkt aufs Ganze gegangen. Brachte sie sich in Gefahr? So wie Hevi? Russland war nicht der Irak. Hier würde sie nicht eben kurz mal hinfliegen und die Freundin befreien können.<br />
&bdquo;Ich hoffe, das ist nicht leichtsinnig gewesen. Ich habe mittlerweile richtig Schiss, wenn es um Menschen geht, die ich mag.&ldquo; Maya spürte die Aufregung in ihrer Magengegend.<br />
&bdquo;Du, meine Ma ist begeistert über den Austausch. Die Russin ist wirklich gut und sie kommen voran. Vielleicht kommt sie auch auf diesem Weg frei?&ldquo;<br />
&bdquo;Bin gespannt. Aber lass uns jetzt nicht darüber reden!&ldquo; Maya dachte an die Möglichkeit, abgehört zu werden. &bdquo;Kommt erst einmal her, wenn es Hevi zulassen kann.&ldquo;<br />
Maya griff nach ihrem Bademantel, zog ihn sich über, dann trat sie auf den Flur. &bdquo;Hevi?&ldquo;<br />
Das Klappern von Geschirr in der Küche hörte sofort auf. Die Freundin tauchte in der Tür auf und sah besorgt zu ihr rüber. &bdquo;Alles gut, Türmchen? Du schaust fertig aus.&ldquo;<br />
&bdquo;Günter würde kommen und versuchen, dir zu helfen.&ldquo;<br />
Hevi zeigte sich überrascht. &bdquo;Heute?&ldquo;<br />
Maya nickte. &bdquo;Ich glaube, du solltest das so schnell wie möglich angehen.&ldquo;<br />
Die Freundin blickte nachdenklich zu ihr rüber. Sie schien sich an dem Vorschlag zu stören, jetzt, wo er konkret wurde.<br />
&bdquo;Lass es zu! Ich mag müde sein, aber dir geht es schlecht, ich kann es fühlen.&ldquo;<br />
Hevi schloss ihre Augen, atmete schwer, während ihr Herz raste. &bdquo;Ich brauche einfach nur etwas Ruhe, Türmchen.&ldquo;<br />
&bdquo;Sprich einmal mit ihm! Danach entscheidest du!&ldquo;, forderte Maya. &bdquo;Bitte!&ldquo;<br />
Die Freundin sah ihr direkt in die Augen, während ihre Gesichtszüge zu zerfließen schienen. Tränen traten in ihre Augen. &bdquo;Und wenn er sieht, wie es mir geht? Weist er mich dann ein?&ldquo;<br />
Maya schüttelte ihren Kopf. &bdquo;Du wohnst bei mir. Wer sollte es schaffen, dich von hier wegzuholen?&ldquo;<br />
Hevi schien in diesem Moment alle Kraft in sich zu mobilisieren. &bdquo;Okay. Ich rede mit ihm. Er ist ein Freund von dir, richtig?&ldquo;<br />
&bdquo;Er wird nichts machen, was du nicht möchtest. Nur, gib dir eine Chance, Hevi! Sonst gehst du kaputt.&ldquo;<br />
&bdquo;Bin ich das nicht schon?&ldquo;, fragte die Freundin zurück. &bdquo;Du glaubst gar nicht, wie froh ich bin, dass du mir nicht in den Kopf sehen kannst. Aber dass es dein Günter könnte, davor habe ich richtige Angst.&ldquo;<br />
Maya trat an die Freundin heran, schloss sie vorsichtig in ihre Arme und drückte sie sanft gegen ihren Körper. &bdquo;Ich liebe dich! Hab ich immer. Seitdem wir uns das erste Mal gesehen haben. Ich war so glücklich, als du meine Freundin werden wolltest.&ldquo;<br />
&bdquo;Und ich deine! Ich habe sofort gefühlt, dass du was Besonderes bist. Ganz unabhängig davon, dass du größer warst und älter ausgesehen hast als wir anderen. Ich habe geglaubt, dass ich deine Freundschaft nicht mehr verdiene, Türmchen. Aber vielleicht finde ich ja einen Weg, dir etwas zurückzugeben?&ldquo;<br />
&bdquo;Das kannst du, indem du wieder Familie bist, ich dich lachen höre und wir zusammen hocken und über alles reden. Es wird nie wieder wie früher sein, das ist mir klar, so naiv bin ich dann auch nicht. Aber vielleicht ein Stück davon? Wir sind beide anders geworden in den letzten Monaten. Nicht nur du. Vielleicht hilft dir das.&ldquo;<br />
&bdquo;Nur du hast innerlich nie aufgegeben, Maya. Ein Wesen wie du es bist, kann das vielleicht auch gar nicht.&ldquo; Hevi blickte zu ihr auf.<br />
&bdquo;Ein Wesen? Warum sagst du das?&ldquo; Maya sah ihre Freundin entgeistert an. Es waren genau solche Worte, die ihr mitten ins Herz gingen. Aberkennung des Menschlichen. Diese Sicht war für sie eine Hölle.<br />
&bdquo;Weil es einen Grund dafür gibt, dass du so bist. Du bist kein Mensch. Du stehst über uns allen.&ldquo;<br />
&bdquo;Warum sagst du das? Weißt du, wie schlimm das für mich ist? Ich will genauso Normalität wie jede andere Frau auch. Ich will Heiners Nähe, ich möchte von meinen Eltern umarmt und gedrückt werden, wenn ich bei ihnen bin. Mit meinen Freunden Spaß haben und lachen dürfen. Ich blute aus meiner Muschi genauso wie jede andere Frau während ihrer Periode. Mach mich gerne schick und freu mich, wenn ich etwas Schönes tragen darf und die Leute deshalb gucken. Nicht, weil ich groß bin. Warum sollte ich keine normale Frau sein dürfen?&ldquo;<br />
Hevi fühlte deutlich, wie sehr sie Maya wehgetan hatte.<br />
&bdquo;Weil die Mehrzahl der Menschen diese Normalität nie suchen würde, wenn sie deine Macht besitzen würde. In dieser Hinsicht bist du kein Mensch. Du bist bereit zu sterben, um uns Scheusale vor uns selbst zu schützen. Stimmt doch!&ldquo;<br />
&bdquo;Es sind nicht alle Menschen so. Und du auch nicht. Hören wir auf damit! Ich gebe jetzt Günter Bescheid, zieh mir was an und dann haben wir einen schönen Tag. Du wirst sehen, der Mann ist pures Gold.&ldquo;<br />
Hevi seufzte. &bdquo;Das wird es für mich nicht leichter machen.&ldquo; Sie deutete auf die Küche. &bdquo;Setz dich erst einmal! Ich mach dir was zum Essen.&ldquo;<br />
* * * * *<br />
Die Begrüßung fiel herzlich aus. Thea und Boris stürmten sofort auf Maya zu, ließen sich von ihr hochheben und probierten aus, ob ihre Hände noch zwischen den Kopf der Riesin und die Decke passten. Sie lachten und gackerten dabei. Auch Feli freute sich, die Freundin wieder zu sehen, drückte sie und dankte für die Möglichkeit, sie besuchen zu dürfen.<br />
Günter trat als Letzter an Maya heran, überblickte deren Erscheinung und lächelte. Eine kurze Umarmung, ein paar Küsse auf die Wange, dann war Hevi an der Reihe.<br />
&bdquo;Hi! Bin der Günter, Hevi.&ldquo; Er bot Mayas Freundin die Hand, doch die sah auf sie herunter und konnte dieser Geste nicht begegnen.<br />
Maya störte das, doch ging der Freund souverän damit um.<br />
&bdquo;Hätte mich auch gewundert, nach allem, was du erlebt hast. Wollen wir gleich? Möchte dir zeigen, dass ein kurzes Gespräch für dich nichts Schlechtes bedeutet.&ldquo;<br />
&bdquo;Maya? Zeigst du den dreien das Wohnzimmer und holst anschließend deine Kopfhörer, mit denen du lernst? Ich glaube, es würde Hevi leichter fallen, mit mir zu sprechen, wenn du dabei bist.&ldquo;<br />
Hevi sah Günter erstaunt an, dann wechselte ihr Blick rüber zu Maya. Sie nickte.<br />
&bdquo;Gut! Feli? Ist es für euch okay, wenn ihr euch eine Weile allein beschäftigt? Ihr könnt schalten und walten wie zuhause. Hevi hat auch Kekse, Kaffee, Limonade und Wasser rausgestellt.&ldquo;<br />
&bdquo;Macht ihr in Ruhe. Ich spiele mit meinen Rackern etwas.&ldquo; Felicitas nickte Hevi zu und dankte für die Gastlichkeit.<br />
&bdquo;Gern!&ldquo;, kam es leise zurück.<br />
Maya holte ihre Kopfhörer, ging mit Günter und Hevi ins Arbeitszimmer, schloss die Tür hinter sich und nahm auf Geheiß des Psychotherapeuten die Freundin in ihren Schoß. Sie spielte Musik ab und schaltete für diesen Moment ihre feinen Sinne ab.<br />
&bdquo;Hevi, ich spreche mit dir ganz offen. Alles, was du sagst, bleibt in diesem Raum. Wenn du möchtest, dass wir die Zimmertür offenlassen, können wir auch das tun, dann würde ich die zum Wohnzimmer schließen.&ldquo;<br />
Die junge Deutschkurdin erwiderte gefasst, dass es so okay für sie war. Sie zog nur den rechten Arm Mayas über ihre Schulter und lehnte sich gegen die Brust ihrer Freundin.<br />
&bdquo;Wenn wir jetzt sprechen, entscheidest du worüber. Wir können jederzeit Pause machen und wenn es dir zu viel wird, sagst du bitte Bescheid!&ldquo; Günter nickte ihr zu. &bdquo;Fühlst du dich soweit, dass du mir sagen kannst, wie es dir geht?&ldquo;<br />
Hevi sah in seine Richtung. &bdquo;Im Kopf bin ich noch in diesem Keller, vor allem dann, wenn ich allein bin.&ldquo;<br />
&bdquo;Dann bist du es in diesem Moment nicht?&ldquo;, wollte Günter von ihr wissen.<br />
Hevi verneinte.<br />
&bdquo;Wie sieht es aus, wenn Maya nicht im Zimmer ist, aber in der Wohnung?&ldquo;<br />
&bdquo;Es ist dann okay. Zumindest wenn ich wach bin.&ldquo;<br />
&bdquo;Hast du in der letzten Zeit schlafen können?&ldquo;<br />
Hevi hob ihre Schultern. &bdquo;Wenig!&ldquo;<br />
&bdquo;Wenn du dich beginnst unwohl zu fühlen, versuche dich auf das Sitzen zu konzentrieren. Auf die Wärme Mayas, die Schwere ihres Armes, das Gefühl, welches ihr Körper dir vermittelt.&ldquo;<br />
&bdquo;Es geht gerade ganz gut.&ldquo;<br />
Der Psychologe blickte für einen Moment an ihr vorbei. Er wirkte völlig entspannt und gelöst. Hevi betrachtete den hageren großgewachsenen Mann. Sein Gesicht mit der randlosen Brille wirkte etwas knochig, aber die Augen hatten etwas sehr Lebendiges und Aufgeschlossenes an sich.<br />
&bdquo;Was würdest du dir wünschen, Hevi?&ldquo;<br />
&bdquo;Mir selbst vergeben zu können!&ldquo;, kam sofort ihre Antwort.<br />
Der junge Mann reagierte überrascht. &bdquo;Möchtest du mir erzählen, was du dir vergeben möchtest?&ldquo;<br />
&bdquo;Lüge und Betrug! Mein Kind wäre vielleicht noch am Leben, wenn ich aufrichtig gewesen wäre.&ldquo;<br />
&bdquo;Meiden dich die Menschen, die du belogen hast?&ldquo;, wollte Günter wissen.<br />
&bdquo;Nein! Haben sie nie. Das war für mich das Schlimmste. Ich wollte sie nicht mehr sehen. Ihnen nicht antun, mit solch einem Menschen zusammenleben zu müssen, wie ich einer bin.&ldquo;<br />
Günter zeigte Verständnis. &bdquo;Vergebung kann eine Last sein, wenn man selbst nicht dazu in der Lage ist, sich zu verzeihen. Gibt es Menschen, bei denen du das Gefühl hast, dass sie dir nicht vergeben wollen?&ldquo;<br />
Hevi zögerte. &bdquo;Meine Schwester Gulistan vielleicht?&ldquo;<br />
Der Therapeut nickte ihr zu. &bdquo;Hevi, ich würde dir vorschlagen, dass ich dir ein paar Techniken zeige, mit denen du dir Erleichterung verschaffen kannst. Ist das okay?&ldquo;<br />
&bdquo;Ja!&ldquo; Hevi brauchte gar nicht darüber nachzudenken. In dieser Sekunde war sie voller Hoffnung auf einen Hauch Entspannung.<br />
Günter zeigte ihr verschiedene Übungen, wie sie mit Atemübungen und einem sogenannten Body-Scan entspannen konnte.<br />
Hevi machte anfangs zögerlich mit, fühlte aber in sich hinein und konnte nachvollziehen, wie sich ihre Wahrnehmung verschob. Die Techniken halfen ihr tatsächlich.<br />
&bdquo;Es gibt weitere Übungen. Ich kann sie dir gerne zeigen.&ldquo;<br />
&bdquo;Das ist lieb. Gerne!&ldquo;<br />
Günter beugte sich vor und gab ihr mit ausgestrecktem Arm ein Kärtchen. Er schien auch hier die Distanz wahren zu wollen. &bdquo;Meine Nummer. Du kannst jederzeit anrufen. Das ist ernst gemeint. Immer dann, wenn du Not hast.&ldquo;<br />
Sie sah ihn ungläubig an. &bdquo;Aber&#8230;&ldquo;<br />
&bdquo;Zögere nicht! Ich habe mich für diesen Beruf nicht umsonst entschieden.&ldquo; Er nickte ihr zu. &bdquo;Lass uns mit dem nächsten Gespräch nicht zu lange warten. Vielleicht in der nächsten Woche? Ich komme hierher. Das ist kein Problem.&ldquo;<br />
&bdquo;Machst du das für Maya?&ldquo;, fragte ihn Hevi.<br />
Der Mann schüttelte seinen Kopf. &bdquo;Nein! Für einen Menschen, der ihr sehr viel bedeutet.&ldquo; Er war im Begriff, aufzustehen.<br />
&bdquo;Eine Frage, Günter!&ldquo; Hevi sah ihn direkt an. &bdquo;Wie kann ich meine Familie sehen, wenn ich das eigentlich nicht möchte?&ldquo;<br />
&bdquo;Es quält dich, wenn du sie siehst?&ldquo;<br />
Sie nickte.<br />
&bdquo;Dann sieh sie einzeln und an einem neutralen Ort. Vielleicht kannst du das dann leichter zulassen?&ldquo;<br />
Sie strich sich unwillkürlich über ihre graublaue Kopfhaut. &bdquo;Danke!&ldquo;<br />
&bdquo;Komm! Gib Maya Bescheid, dass wir fertig sind, ich schau mal nach meinem Schatz und den Kobolden.&ldquo; Er schenkte ihr ein Lächeln. &bdquo;Vergiss die Übungen nicht! Wenn du weiterhin nicht schlafen kannst, würde ich das nächste Mal eine Kollegin bitten mitzukommen. Sie kann dir notfalls etwas verschreiben.&ldquo;<br />
&bdquo;Türmchen!&ldquo; Hevi wandte sich zu der Freundin um, die in ihren Gedanken weit weg zu sein schien.<br />
Maya öffnete ihre Augen und überblickte verwundert den Raum. &bdquo;Seid ihr schon fertig?&ldquo;<br />
Hevi nickte, die Freundin auf ihren Unterarm küssend. &bdquo;Du hast recht. Mit ihm zu sprechen, hilft wirklich. Er hat mir gezeigt, was ich machen kann, wenn es mir nicht gut geht.&ldquo;<br />
&bdquo;Dann seht ihr euch weiterhin?&ldquo;<br />
&bdquo;Ja! Auf jeden Fall! Ich will nicht so weitermachen wie bisher.&ldquo;<br />
Maya umarmte ihre Freundin, küsste sie auf den Mund und strich ihr über die Wange. &bdquo;Bin stolz auf dich!&ldquo;<br />
* * * * *<br />
&bdquo;God! My Back!&ldquo; Jeanes blasses Gesicht blickte in die Runde. &bdquo;Can! Wir brauchen Kaffee!&ldquo;<br />
Der riesige Türke hatte gerade noch mit Boris Schnick-Schnack-Schnuck gespielt, während Thea von Hevi Zöpfe geflochten bekam.<br />
Die Freunde waren von Maya rübergekommen, hatten sofort einen Draht zu Can und Jeane gefunden und unterhielten ein lebhaftes Gespräch.<br />
&bdquo;Du geben mir Meeting, wenn fragen?&ldquo; Jeane drückte ihre Hände in den Rücken und blickte zu dem jungen Psychologen rüber.<br />
&bdquo;Wenn du das möchtest, kann ich beim nächsten Besuch Hevis auch bei dir vorbeischauen.&ldquo;<br />
Can merkte auf. &bdquo;Warum?&ldquo; Er sah erstaunt zu seiner Verlobten rüber.<br />
&bdquo;Weil ich nicht will sein wie Mutter. Ständig Wut.&ldquo;<br />
&bdquo;Du bist müde! Das würde mich auch gereizt machen. Du wirst nicht wie sie.&ldquo; Cans Stimme klang bestimmt. &bdquo;Du brauchst doch keinen Hirnklempner.&ldquo; Er blickte entschuldigend in Günters Richtung. &bdquo;Sorry Alter.&ldquo;<br />
&bdquo;Wenn sie das Gefühl hat, einen zu brauchen, würde ich mich nicht dagegen sperren, Can. Schaden tut es nämlich nicht.&ldquo;<br />
&bdquo;Aber es liegt doch auf der Hand, was Mrs. Little zickig werden lässt. Sie schläft kaum, weil der Kleine Rambazamba macht und ihr Rücken weh tut, oder ich irgendwelche Scheiße baue. Dafür braucht es keine Wissenschaft.&ldquo; Can suchte bei den anderen die Bestätigung, dass er recht hatte.<br />
Maya seufzte. &bdquo;Es geht wohl eher darum, dass sie lernt, besser zu schlafen und mit ihrer Gereiztheit umzugehen.&ldquo;<br />
&bdquo;Na dann vögeln wir öfter. Das hat bisher immer geholfen.&ldquo;<br />
Jeane sah ihren Partner entgeistert an. &bdquo;Why are you saying that now?&ldquo; Sie schüttelte ihren Kopf. &bdquo;Geh Kaffee holen!&ldquo;<br />
Can fügte sich. Er schien die kleine Kanadierin nicht weiter provozieren zu wollen. &bdquo;Bevor hier noch offener Krieg ausbricht&ldquo;, murmelte er, während er aufstand. &bdquo;Wir wollen uns morgen an Toelkes Grab treffen, Türmchen, bist du dabei?&ldquo;<br />
Maya zog ihre Brauen zusammen. &bdquo;Wer? Der Club?&ldquo;<br />
&bdquo;Ja&ldquo;, rief der Freund schon aus der Küche.<br />
Natürlich würde auch sie sich verabschieden wollen.<br />
&bdquo;Habt ihr Serkan und Mel Bescheid gegeben?&ldquo; Maya ging Can nach.<br />
&bdquo;Ja. Wir telefonieren hin und wieder. Mein Cousin ist nicht der einzige Türke, nach dem sie Sehnsucht hat.&ldquo;<br />
Es klingelte. Maya hörte Heiner mit Nele sprechen. Es ging wohl um Eis, welches er ihr für später versprach. &bdquo;Nehmen wir Can mit, dann hat Jeane ein wenig Ruhe&ldquo;, lachte der Freund.<br />
Maya grinste. Ein Glück, dass ihr türkischer Freund nicht über ihre Hörleistung verfügte. &bdquo;Gehe schon!&ldquo;, rief die Riesin in Richtung Jeane und eilte an die Wohnungstür, um Heiner und Nele aufzumachen.<br />
&bdquo;Hey ihr Süßen! Kommt rein!&ldquo; Maya beugte sich zu Nelchen runter, nahm sie auf den Arm und küsste dann Heiner auf seinen Mund.<br />
&bdquo;Die anderen kommen auch gleich. Können wir Pizza bestellen, wenn das klar geht. Lad ich die Bande ein.&ldquo; Heiner freute sich.<br />
Felicitas tauschte sich eingehend mit Jeane aus, die großes Interesse an deren Kunst zeigte. &bdquo;Kannst du machen Stein-Jeane, dann Can mich haben, wenn ich auf Tour.&ldquo; Sie lachte heiter.<br />
Can erzählte mit Günter und fragte ihn direkt, wie man auf solch einen Job komme und warum er nicht was Vernünftiges gelernt hat, wenn er doch schon so gescheit ist, dass es zum Studieren reichte. &bdquo;Warum nicht ein vernünftiger Arzt?&ldquo;<br />
Günter begann seinem kräftigen Gesprächspartner ein wenig zu erzählen. Von Ängsten, Manien, Psychosen, Triebtätern, Schlafstörungen, Ticks. Er berichtete ihm von den möglichen Therapien und auch welche Erfolge diese brachten. Oft bei völlig verzweifelten Menschen.<br />
&bdquo;Alter! Da bin ich wieder einmal froh, dass ich so perfekt geraten bin. Körperlich und geistig völlig gesund. Ihr werdet sehen, der Junge wird genauso. Ein strahlendes Licht von einem Mann.&ldquo; Er strich sich über das weiße Hemd, an der Stelle, wo er sich mit Kaffee bekleckert hatte. &bdquo;So eine Scheiße!&ldquo;<br />
Hevi wurde von Nele in Beschlag genommen. Sie fragte die Freundin, ob sie was mit ihr malen wollte, und sofort zeigten auch Thea und Boris Interesse. So führte Jeane die vier in das Arbeitszimmer, nachdem Hevi signalisiert hatte, dass sie sich gerne mit den Kindern beschäftigen wollte.<br />
&bdquo;Das ist oft so. Traumatisierte Menschen suchen sich einen Umgang, gegenüber dem sie loslassen können. Kinder sind da oft ein Weg&ldquo;, erklärte Günter.<br />
&bdquo;Wir haben auf den Sozialen gesehen, wie die Frauen befreit worden sind. Unglaublich, wie ihr das erreichen konntet. Aber dieser Roboter hat mir schon Angst gemacht. So etwas habe ich nie zuvor gesehen&ldquo;, meinte Felicitas. &bdquo;Da kann man nur hoffen, dass die Verantwortlichen mit solch einer Macht umzugehen wissen.&ldquo;<br />
Can grinste und wollte etwas sagen, doch kam Maya ihm zuvor. &bdquo;Ach, ich würde mir da keine Sorgen machen, Feli. Sie werden nur bei der Polizei eingesetzt, für das Militär eignen sie sich nicht und wären viel zu teuer.&ldquo;<br />
&bdquo;Das Ding wirkte menschlich, fand ich, auch wenn es nicht so aussah.&ldquo;<br />
Günter sah unauffällig zu Maya rüber und nickte ihr zu. Seine Freundin hatte wirklich keine Ahnung. Hätte sie sich für Fußball interessiert, wäre ihr längst ein Licht aufgegangen.<br />
Heiner machte den Freunden von der WG auf, die hereinströmten und sich noch zusätzlich im geräumigen Wohnzimmer verteilten. Heiner stellte sie Felicitas, Günter und den Kindern vor und auch hier kamen sofort Gespräche zustande.<br />
Maya hörte zu, saß in einem der Sessel, während Heiner von ihrem Schoß aus die Bestellungen der Freunde entgegennahm. Das war eine Situation, aus der sie Kraft ziehen konnte. Menschen um sie herum, die sie liebte, die mit ihr Spaß hatten, lachten und ihr Leben ausmachten.<br />
Manuele und Jeane gingen kurz abseits. Es ging um ein mögliches Zusammenspiel mit Thomas, Marlenes Verlobtem. Die drei hatten schon Testaufnahmen gemacht, welche nach Einschätzung Jeanes erfolgreich verlaufen waren.<br />
Franz scherzte mit Can, erzählte ihm von der Absicht, sich Tattoos stechen zu lassen. Johanna war gerade mit Mark von Freunden zurückgekommen, sie hatten sich in der Stadt getroffen und waren dort zusammen durch die Läden gezogen. Heiners Schwester redete nicht allzu viel, ignorierte ihren Bruder weitestgehend und sprach nur kurz mit Helga, während Mark in das Gespräch zwischen Franz und Can einstieg. Er wollte mit zum Tätowierer, wenn die beiden gehen würden.<br />
Günter und Felicitas ließen sich von Heiner bei der Bestellung helfen, Helga sprach Empfehlungen aus, dann war man soweit und konnte das Essen beim Lieblingsitaliener ordern. Das Restaurant war nicht so weit entfernt und man kannte sich auch schon von Besuchen her. Maya war dabei, wie so oft, der Grund, warum man eine schnelle Bindung zu den Menschen aufbauen konnte. Sie war in der Stadt bekannt und die Menschen suchten einen bleibenden Kontakt zu ihr.<br />
&bdquo;Deine Freunde haben eine bemerkenswerte Energie&ldquo;, stellte Günter fest, nachdem Heiner aufgestanden war, um Can beim Verteilen von Getränken zu helfen.<br />
&bdquo;Heiners Freunde sind mit denen von mir zusammengewachsen und verbringen viel Zeit miteinander. Ist aber weniger mir als Jeane zu verdanken. Die hat kurzerhand alle zu sich geholt, indem sie das Haus auf der anderen Straßenseite gekauft hat. Jetzt profitieren wir alle davon. Ich noch nicht wirklich, aber das ändert sich dann hoffentlich, wenn ich die Ausbildung endlich hinter mich gebracht habe.&ldquo;<br />
&bdquo;Feli fühlt sich sichtlich wohl. Trotz des Altersunterschiedes. Sie kann Can richtig gut leiden, da werde ich schon eifersüchtig. Mein Gott, was für ein Bär.&ldquo;<br />
&bdquo;Dafür ist er im Kopf ein Kind geblieben und treibt damit Jeane manchmal an den Rand der Verzweiflung. Aber umgedreht genauso. Sie fühlt jetzt, dass sie mehr von ihrer Mutter hat, als ihr klar war. Eine herrschsüchtige Frau, unter der sie Zeit ihres Lebens gelitten hat. Muss sich scheiße anfühlen, wenn man dann merkt, dass man in eine ähnliche Richtung geht.&ldquo;<br />
Günter hörte zu und sah dabei zu Jeane rüber, die in diesem Moment mit Manuele zu der Gruppe zurückkehrte. Die Kanadierin setzte sich zu Felicitas und begann erneut ein Gespräch mit ihr. Dann wandte er sich wieder Maya zu. &bdquo;Wie geht es dir?&ldquo;<br />
Maya hob ihre Schultern. &bdquo;Jetzt, in diesem Moment, fantastisch. Ansonsten fühle ich mich einfach matsche. Zu viel passiert in den letzten Wochen. Ich komme damit klar und dann auch wieder nicht. Schwer zu beschreiben. Ich schlafe gut, bin ruhig, aber der Gedanke taucht immer wieder auf, dass das eigentlich nicht sein dürfte. Hinzu kommt mein Schiss vor dem Scheißemagneten. Ich ziehe die schlimmsten Menschen an. Selbst dann, wenn ich hier in Deutschland bin. Auch privat. Dann denke ich an Heiner, das Nelchen, Familie und Freunde und hab nur noch Angst.&ldquo;<br />
&bdquo;Gehst du noch zur Schmelzer?&ldquo;, wollte Günter wissen.<br />
&bdquo;Ja. Immer wenn es möglich ist. Sie hilft mir sehr. Ich mache auch Übungen, aber meine Not bleibt zuverlässig in der Nähe. Ich habe eine Bekannte, der es ähnlich geht. Ein absoluter Machtmensch. Aber auch sie hat Angst, dass sie es irgendwann nicht mehr schafft, die Menschen zu schützen, die ihr was bedeuten.&ldquo;<br />
&bdquo;Angst kann man nicht einfach so abschalten. Aber man kann ihr etwas von ihrer Intensität nehmen. Hab Spaß mit uns, freu dich an der ausgelassenen Stimmung und arbeite dich gleich durch die zehn Pizzen, die Heiner für dich bestellt hat. Ich hab schon gehört, wie er sie dir dann nacheinander im Ofen aufwärmen möchte. Der sorgt für dich. Das ist toll mit anzusehen.&ldquo;<br />
Maya sah zu ihrem Freund rüber, der ihren Blick zu spüren schien und ihn sofort erwiderte. Er zwinkerte ihr zu. &bdquo;Ich habe ihn so lieb, es tut schon weh.&ldquo;<br />
Hevi kam mit den Kindern hinzu, setzte sich zu Maya und blieb weitestgehend passiv. Felicitas suchte das Gespräch und wollte helfen, doch blieb die junge Deutschkurdin kurz angebunden. Sie hörte lieber zu, aß an einem Stück Pizza und streichelte Nele über den Rücken, die unbedingt bei ihr essen wollte. Das, was den Großen schwerfiel, hatte das kleine Mädchen souverän erreicht. Sie hatte eine Bindung zu der traumatisierten Frau hergestellt.<br />
Boris und Thea zeigten begeistert die Bilder, welche sie mit Hevis Anleitung gemalt hatten. Der Junge zeigte die Silhouette einer Stadt, während seine Schwester eine Frau mit großem Schlapphut gezeichnet hatte. Nele hatte ein Zebra gemalt, das in der Savanne graste und war stolz darauf, auch wenn es offensichtlich war, wie stark die Unterstützung Hevis bei der Umsetzung eine Rolle gespielt hatte. Maya versprach der Kleinen, es für sie rahmen zu lassen.<br />
Es wurde Abend, bevor die Freunde auseinandergingen. Jeane war müde und wollte nur noch ins Bett, während Maya, Hevi und Heiner ihrem Verlobten dabei halfen, das Chaos zu beseitigen. Nele hatte sich zu Jeane gelegt, Can würde sie nachher aus der Schlafhöhle bergen, wie er der Kleinen versprochen hatte. So zerriss Maya die Pappkartonagen, presste sie zu einer kleinen massiven Kugel zusammen und gab diese dann in den Papiermüll.<br />
Can seufzte. &bdquo;Ne Papierpresse schafft das nicht, aber dem Knolle ist es ein Leichtes.&ldquo; Er legte Heiner den Arm über die Schulter. &bdquo;Musste nicht so oft den Müll runtertragen, hab ich recht?&ldquo; Sein dröhnendes Gelächter hallte durch die Küche.<br />
&bdquo;Könnt ich nicht, so schwer wie die Tüten dann werden&ldquo;, Heiner lächelte.<br />
&bdquo;Es passt so mehr rein, mein Gott!&ldquo;, ätzte Maya. Sie spülte jetzt die Teller vor und reichte sie an Hevi weiter, die sie in die Spülmaschine einräumte.<br />
&bdquo;Schaust du Werbung?&ldquo;, fragte Heiner erstaunt, den Stapel Prospekte auf dem Küchentisch musternd. &bdquo;Nicht nur ich. Jeane genauso. Wer den Cent nicht ehrt, ist den Euro nicht wert. Wir kaufen auch schon für die Hochzeit ein. Verschiebt sich jetzt alles auf nach der Geburt. Nine liegt im Krankenhaus und hat anschließend Reha, Jeane wäre im Moment viel zu fertig, als dass sie die Feier genießen könnte. Da siegt dann die Vernunft über die Tradition.&ldquo;<br />
&bdquo;Hoffen wir nur, dass Knolle dann auch kann. Davor haben wir beide Angst.&ldquo;<br />
Maya wandte sich zu den beiden Männern um. &bdquo;Und ich nicht, oder was? Was glaubt ihr, wie sich das für mich anfühlt? Wenigstens hab ich die Sicherheit, dass ich die Geburt meiner Kinder nicht verpasse, da hört es aber schon wieder auf.&ldquo;<br />
Hevi umarmte die Freundin. &bdquo;Früher hätte ich dir geraten mehr an dich zu denken, aber jetzt&#8230;&ldquo;<br />
&bdquo;Ich weiß das doch. Ich bin jetzt drin und komme da nie wieder raus. Ist halt so. Keine Ahnung, wie viel ich von euch und anderen Freunden verpasse. Oder von der Familie. Wir werden sehen.&ldquo;<br />
Can blickte sie nachdenklich an. &bdquo;Wenn dem so ist, feiern wir für dich noch einmal im kleineren Kreis. Das ist ein Versprechen. Du wirst dabei sein, so oder so.&ldquo;<br />
Heiner begeisterte sich an dieser Idee. &bdquo;Daraus machen wir eine Tradition. Alles, was Maya verpasst, wird nachgeholt. Zumindest unter uns Friends.&ldquo;<br />
&bdquo;Mit der Geburt des Kleinen wird das nicht gehen&ldquo;, meinte Maya lachend. &bdquo;Aber die Vorstellung tröstet mich wirklich, danke.&ldquo;<br />
&bdquo;Der Psycho ist ganz okay und seine Braut auch. Hätte ich jetzt nicht gedacht bei solch einem Schlaukopf. Ich dachte, der käme abgehoben rüber, aber gar nicht. Mit denen könnte ich um die Häuser ziehen&ldquo;, stellte Can fest. &bdquo;Auch wenn ich mir nicht vorstellen kann, wie er den Leuten den Kopf wieder gerade rückt.&ldquo;<br />
&bdquo;Weil du es nicht studiert hast, sondern er&ldquo;, erwiderte Heiner lachend.<br />
Can stutzte, dann gab er dem Freund recht. &bdquo;Könnte was dran sein. Fühlt sich für mich aber dennoch wie Hokuspokus an.&ldquo;<br />
&bdquo;Der Hokuspokus rettet Menschen, die am Abgrund stehen. Bekomm das in deinen Schädel rein!&ldquo; Hevi spuckte die Worte regelrecht aus, trat in den Flur, anschließend hörten die Freunde die Haustür gehen.<br />
&bdquo;Was hat sie?&ldquo;, fragte Can verstört. &bdquo;Hab ich doch nicht böse gemeint. Nur weil ich es nicht begreife&#8230;&ldquo;<br />
&bdquo;Du bist einfach manchmal ein Depp!&ldquo; Maya stöhnte, legte das Schwammtuch in die Ablage zurück und ging Hevi nach.<br />
Die Freundin war schon an der Straße, als die Riesin sie eingeholt hatte. &bdquo;Jetzt warte! Das ist Can, du kennst ihn schon sehr lange. Seine Zunge und sein Hirn sind nicht direkt miteinander verbunden, das weißt du doch.&ldquo;<br />
&bdquo;Er zeigt mir deutlich auf, wie es für mich weitergehen wird, Türmchen. Irgendwann sind meine Haare wieder da, irgendwann die letzten Zeichen verschwunden, die ich auf meiner Haut trage. Aber mein Kopf bleibt kaputt, verstehst du? Was denken die Leute, wenn ich eine Panikattacke bekomme? Oder einen Mann nicht berühren kann, weil ich mich anschließend übergeben muss. Mir ist das selbst bei meinem Vater und meinen Brüdern schwergefallen. Komisch, bei Can und Heiner ging es wieder. Ist das verrückt? Kriegt dein Günter mich wieder hin? Ich habe solch eine Angst, Maya. Selbst in dem Keller dort unten wusste ich, wer ich war. Es gab daran keinen Zweifel und jetzt? Vielleicht hat ja Can recht und es ist nur Hokuspokus?&ldquo;<br />
Maya ging vor der Freundin in die Hocke, legte ihre Arme um sie und sah ihr in die Augen. &bdquo;Dann glaube ich dran. Ich gehe genauso zum Psychologen und versuche, irgendwie mit allem zurechtzukommen, was ich erlebt habe. Du bleibst bitte die nächste Zeit bei uns! Keine WG! Halte dich an den Menschen fest, die du kennst. Das sind erst einmal Heiner, Nele und ich. Mit Helga hast du dich heute verstanden, richtig? Dann gehört sie dazu. Gib dir die Zeit! Rede mit Günter, finde langsam wieder in dein Leben zurück. Egal wie das künftig aussehen wird, einverstanden?&ldquo;<br />
&bdquo;Und wenn ich das nicht schaffe?&ldquo;<br />
Maya schüttelte ihren Kopf. &bdquo;Die Frage kann sich jeder Mensch stellen. Du gibst dir eine Chance, Hevi! Eine, die du dir schon lange verdient hast. Stell dir eine Frage! Wenn du an die Frauen nicht so intensiv gedacht hättest, glaubst du, wir hätten sie befreien können? Nimmst du wirklich an, ich hätte mir den Stress angetan? Sicher nicht! Menschen in Not gibt es wie Sand in der Wüste. Du hast sie befreit! Du hast den Ausschlag gegeben! Du hättest genauso einen Strich unter deine Entführung machen können, mit der Gewissheit, dass hundert anderen Frauen das Schlimmste widerfährt. Hast du aber nicht! Ganz im Gegenteil. Der ganze Ring ist aufgeflogen, dank dir und dem Opfer, welches du gebracht hast. Du bist der Engel! Nicht ich!&ldquo;<br />
Hevi querte die Straße und setzte sich auf die Steintreppe, welche zur Tür des Hauses führte, in dem Heiner und Maya ihre Wohnung hatten. Sie deutete neben sich und so setzte sich die Riesin zu ihr. &bdquo;Hören wir Musik? Haben wir früher gemacht, wenn wir Scheiße drauf waren.&ldquo;<br />
&bdquo;Früher? Etwas länger als ein Jahr ist das her.&ldquo; Maya blickte nachdenklich auf ihre Füße herunter. &bdquo;Ich bin so froh, wenn das jetzige vorbei ist. Das Nächste wird dann hoffentlich einfacher für uns.&ldquo;<br />
Hevi antwortete nicht, zog ihr Handy hervor und suchte einen passenden Song. Sie saßen eine Stunde auf der Straße, hörten leise Musik, lehnten aneinander und fanden tatsächlich in eine Stimmung zurück, die sie beide verloren zu haben glaubten. Erst als Heiner mit der Kleinen auf dem Arm aus dem gegenüberliegenden Haus trat, standen auch sie auf und gingen hoch zur Wohnung.<br />
Kapitel 23 &ndash; Toelkes Angedenken<br />
Eine lange Kolonne Motorräder fuhr die Bundesstraße 236 Richtung Schwerte. Maya hatte ihre Maschine vom Clubgelände geholt, Melissa war ebenfalls mit ihrem Motorrad gekommen. Sie fuhren ziemlich weit hinten in der langen Reihe, zusammen mit Manfred, der Fatima auf seinem Sozius hatte. Die Motoren dröhnten, die Passanten winkten, doch die Biker waren mit sich selbst beschäftigt. Franz fuhr mit Mayas Dienstwagen der Kolonne nach, Serkan im Mini von Melissa. Sie beide hatten weitere Freunde mitgenommen, jeder aus ihrer Clique wollte von Toelke Abschied nehmen.<br />
Wie schnell für Maya die Freude an dem Motorrad verflogen war! Überlagert von den vielen Ereignissen der letzten Tage, war ihr gar nicht der Raum im Kopf geblieben, sich weiter mit der Maschine auseinandersetzen zu wollen.<br />
Melissa rollte hinter ihr, schloss an einer Ampel zu ihr auf und blickte kurz zu ihr rüber. Das Gesicht der Freundin war vom Visier verborgen, doch ahnte die Riesin, wie es aussehen könnte. Starr, frei von jedem sichtbaren Gefühl und doch dadurch Bände sprechend. So beherrscht Mel auch tat, in ihrem Kopf spielte sich einiges ab, was sie nach außen hin verbergen wollte. Das hatte sie ihr in der Vergangenheit immer wieder offenbart.<br />
Die Ampel schaltete auf Grün. Maya fuhr an, Melissa reihte sich hinter ihr ein, während ein älterer Member die Führung übernahm und sie weiter durch die Stadt lotste. Sie fuhren Richtung Zentrum und bogen schließlich rechts ab, wo sich bereits ein Teil der Schwerter Swordblades auf den Parkplätzen des evangelischen Friedhofs verteilt hatten. Es waren auch etliche Autos unterwegs, die zu ihren Familien gehörten. Toelke war beliebt gewesen, anscheinend nicht nur unter den Membern, sondern auch bei deren Frauen und Kindern.<br />
Maya fand eine Doppellücke, fuhr auf den linken Stellplatz, während Mel auf dem rechten einparkte. In ihrer rotschwarzen Kombi passte sie nicht wirklich in die Gruppe der Biker hinein, doch war es ihr und auch den Blades völlig egal.<br />
Maya selbst trug eine schwarze Bomberjacke, ihre Club-Kutte und schwarze Jeanshosen mit Sneakern. Sie nahm ihren Helm ab, schob ihre Sonnenbrille über die Stirn auf den Kopf, blinzelte in die Herbstsonne und wartete, bis Melissa ihren Kopfschutz abgenommen hatte. Diese schloss zu ihr auf und blieb an ihrer Seite, bis sie zu dem Rest der Gruppe gestoßen waren.<br />
Manfred und Fatima winkten ihnen zu, sie hatten näher am Eingang einen Stellplatz gefunden. Ein paar Minuten warteten sie, dann bog auch Franz mit dem Panzerwagen auf den Parkplatz ein, direkt hinter ihm fuhr Serkan.<br />
Maya fing Nele auf, die auf sie zustürmte, hob sie auf den Arm und bat das Mädchen darum, leise zu sein. &bdquo;Die Freunde sind alle traurig wegen Toelke, verstehst du?&ldquo;<br />
&bdquo;Ist Toelke jetzt auch dort, wo meine Mutti ist?&ldquo;, wollte die Kleine von ihr wissen.<br />
Maya nickte, während eine Träne über ihre Wange lief. Sie hatte vergessen, dass Nele genau wusste, was der Tod bedeutete. Ein geliebter Mensch lebte fortan nur noch in den Erinnerungen seiner Mitmenschen weiter. Und die Kleine hatte nicht einmal diese. Wenige Fotos, Erzählungen von Heiner und Johanna, das war alles.<br />
Toelke! Immer wieder tauchte in ihren Erinnerungen die Szene auf, in der Melissa dem Clubfreund ihr Deo überlassen hatte. Wer machte ihnen jetzt die Biere auf? Maya lächelte. Der Mann war stolz darauf gewesen, dass er dies mit seinen Zähnen vermochte, wobei ihm egal gewesen war, wie sehr diese darunter litten.<br />
Jeane kam mit Can zu ihr rüber, Serkan suchte die Nähe zu seiner Freundin. Heiner unterhielt sich mit seiner Schwester, hoffentlich gab es keinen Streit. Mark und Manuele gingen bei Manfred und Fatima mit, Deyna hatte nicht kommen können. Sie und die Kollegen wurden jetzt immer öfter zu Einsätzen gerufen. Nicht nur in Deutschland, auch in den Nachbarländern.<br />
Der Friedhof war schön angelegt. Maya betrachtete die üppig bepflanzten Gräber, fand eine Rentnerin im Schatten eines großen Laubbaumes auf einer Bank sitzend und nickte ihr zu. Die hatte erst ungläubig die Menge an Rockern überblickt, dann zeigte sie sich noch einmal ihr gegenüber verwundert. Dennoch erwiderte die Alte ihre Geste.<br />
Sie liefen ein paar Minuten und blieben vor einem frischen Grab mit einem Berg aus Kränzen und Blumen stehen. Charles legte mit Hilfe Milans einen riesigen Kranz auf das Grab, darauf achtend, dass dieser nicht die der Angehörigen überdeckte. Jeder Member hatte Geld gegeben, so war dieses üppige Gebinde angeschafft worden. Krollwitz gab ein Metallschächtelchen mit einem Getrieberad in die Erde. Er hoffte, dass es tief genug war und nicht mit dem Grabschmuck entfernt werden würde.<br />
&bdquo;Gebt uns ein paar Minuten Ruhe, Leute! So, dass sich jeder von uns verabschieden kann!&ldquo;, rief Attila.<br />
Die Member folgten nur zu gerne diesem Anruf. Jeder durfte vor dem Grab stehen bleiben, seine Gedanken freien Lauf lassen und trat dann für den Nachfolgenden zur Seite.<br />
Die Riesin stutzte. Für wie viele Beerdigungen hatte sie schon gesorgt? Für wie viel Trauer und Not? Verdient? Die Angehörigen? Ganz sicher nicht. Ihnen würde es im Moment des Abschieds genauso gehen, wie ihr jetzt bei Toelke. Konnte man sich überhaupt an Schlechtes gegenüber dem Verstorbenen erinnern? Wollte man das? Wie würde es Heiner gehen, wenn sein Vater ableben würde?<br />
Zwei Beerdigungen innerhalb weniger Tage. Wie viele würden es noch werden? Würde sie sich jedes Mal schuldig fühlen? Hätte sie diesen Pimmel seinem Schicksal überlassen sollen? Keine Chance. Sie hätte es als Polizistin nicht gedurft, auch wenn es die Versuchung gegeben hatte.<br />
Nele fragte nach ihrem Schlüsselbund, um damit zu spielen. Maya reichte ihn dem Mädchen, gab ihr einen Kuss, dann war sie wieder mit ihren Gedanken bei dem Grab und dem Verstorbenen.<br />
Auf dem Parkplatz rief Atilla die Leute zusammen, dankte ihnen für das Kommen und bat darum, regelmäßig nach dem Grab des Freundes zu sehen. Ein paar der Anwesenden hatten Angehörige auf dem Friedhof und so fanden sich gleich mehrere dazu bereit, sich mit um Toelkes Liegestätte zu kümmern. Auf große Reden verzichteten die Clubmitglieder. Nur eine Fahrt durchs Umland wollte man noch zum Gedenken Toelkes unternehmen und anschließend zur Halle zurückkehren. Franz und Serkan luden ihre Fahrgäste ein, während Maya mit Melissa zu den Motorrädern gingen, sich fahrbereit machten und die Maschinen anschließend aus den Parkbuchten schoben.<br />
Ein dumpfes Dröhnen bollerte über den Parkplatz, als die vielen Motorräder angelassen wurden. Auch Melissas Motorrad heulte hochtourig auf, normalisierte sich aber sofort, als sie den Gang eingelegt und die Kupplung kommen lassen hatte. Sie rollte ein Stück voraus, während Maya nun ihrerseits ihr Bike startete und sich in der Kolonne aus abfahrenden Motorrädern einreihte.<br />
Unter anderen Umständen wäre es für sie eine völlig neue Erfahrung gewesen, mit der Gruppe zu fahren. Doch jetzt wurde dieses aufregende Gefühl von Trauer und Unwohlsein überlagert. Immer wieder gab es Momente, in denen sie das Gefühl des Dahingleitens, die Stimmung der vorbeiziehenden Landschaft und die Lässigkeit der mitfahrenden Biker genießen konnte. Die Maschine an sich passte perfekt zu ihr. Das Gerät kam spielerisch leicht mit ihrem Körpergewicht klar und auch mit der Größe gab es keine Probleme. Die Motorradbauer hatten hier viel Geschick bewiesen.<br />
Melissa hatte es da wesentlich unbequemer. Ihre Rennmaschine ließ aufrechtes Fahren nur bedingt zu. Sie suchte das Beste daraus zu machen, störte sich aber offensichtlich an der gemächlichen Fahrt. Ihre Maschine war hier völlig unterfordert. So scherte sie schließlich nach einigen Kilometern aus, winkte Maya zu und schoss an der Gruppe vorbei nach vorne. Geschmeidig legte sie sich in die nächste Kurve, da war sie auch schon nicht mehr zu sehen. Wahrscheinlich würde sie zurück zum Clubhaus fahren, um dort auf die Blades zu warten.<br />
Eine halbe Stunde später waren alle Member wieder in der alten Maschinenhalle angekommen. Getränke wurden verteilt, die Sitzlandschaft bevölkert, mit der Zeit bildeten sich einzelne Gruppen. Musik tönte aus den Lautsprechern, blieb aber dezent und dem Anlass angemessen.<br />
Maya trank einen Schluck Bier, hörte Can und Zecke sprechen, während Jeane und Melissa den Austausch suchten. Fatima saß auf Manfreds Schoß und redete auf ihn ein, Maya war neugierig, unterließ es aber dennoch, sich auf deren Dialog zu konzentrieren. Heiner saß neben ihr, während Nele zwischen den Leuten tobte und von ihnen bespaßt wurde. Es war einfach zu viel von der Kleinen verlangt, dass sie hier Trauer zeigte.<br />
&bdquo;Hey Leute! Der Boss will etwas loswerden!&ldquo;, rief Atilla. Die Menge merkte auf. Wollte King Charles doch noch etwas sagen? Maya bekam mit, wie in der Menge spekuliert wurde.<br />
&bdquo;Leute, ich trage die Verantwortung für Toelke, da hat die Anni recht. Ich hätte es besser wissen müssen. Ich habe euch alle in Gefahr gebracht.&ldquo;<br />
&bdquo;Hör doch auf! Du hast niemanden von uns gezwungen mitzufahren&ldquo;, rief Milan. &bdquo;Und niemand hat gewusst, dass Maya als Kampfroboter bei der Polizei rumläuft. Wir wollten helfen, auch Toelke.&ldquo;<br />
Charles winkte ab. &bdquo;Ihr wisst alle, wie wir ticken. Keiner hätte gerne vor den anderen als Feigling dagestanden. Von daher hat sich hier jeder in der Pflicht gefühlt. Da ich für meinen Fehler die Verantwortung trage, muss es hier eine Konsequenz geben, weshalb ich mich als President und auch aus dem Club zurückziehen werde.&ldquo;<br />
Manfred sah den alten Rocker entgeistert an. &bdquo;Und davon kommt Toelke wieder zurück? Würde er das wollen?&ldquo;<br />
King Charles&lsquo; Miene sah in diesem Moment müde aus. &bdquo;Es geht um mein Gewissen, Manni. Annika hat recht gehabt. Wie kommt man auf die Schnapsidee, mit unserer Rentnerband eine kriminelle Vereinigung anzugreifen? Ihr habt Maya gesehen, Milan hat recht. Wer hätte sich ihr als Kampfmaschine entgegenstellen sollen?&ldquo;<br />
&bdquo;Das hat niemand geahnt&ldquo;, gab Horst zurück. &bdquo;Wir wollten einen der unseren beschützen. Daran ist nichts Verkehrtes.&ldquo;<br />
Falco war es, der sich auf die Seiten des alten Präsidenten stellte. &bdquo;Versetzt euch in seine Lage! Er möchte die Verantwortung übernehmen und wir lassen ihn nicht? Soll er Ehrenmitglied werden, wenn er kein normaler Member bleiben möchte. Das entscheiden nämlich wir, nicht er.&ldquo;<br />
Die Menge verfiel in eine aufgeregte Diskussion, Maya aber stand auf, ging zu Charles rüber und schloss ihn in ihre Arme. &bdquo;Ich kann dich gut verstehen. Diesen Kampf habe ich in den letzten Wochen und Monaten oft geführt.&ldquo;<br />
Der President sah sie aufmerksam an. &bdquo;Und du machst weiter?&ldquo;<br />
&bdquo;Ich habe vielen Menschen helfen können. Höre ich auf, geht das nicht mehr. Von daher habe ich keine Wahl.&ldquo; Sie nickte ihm zu. &bdquo;Du aber schon. Wenn es dir hilft mit Toelkes Tod besser zurechtzukommen, zögere nicht! Ich würde es auch tun.&ldquo;<br />
&bdquo;Maya?&ldquo; Der President der Sword-Blades zögerte mit seiner Frage. &bdquo;Hättest du unsere Hilfe gebraucht?&ldquo;<br />
Die Riesin verneinte. &bdquo;Ich werde genau für solche Fälle eingesetzt. Geiselbefreiung, Antiterror und Ähnliches. Ich bin gewohnt gegen eine Übermacht anzutreten und allein am besten.&ldquo;<br />
&bdquo;Dann war Toelkes Tod völlig umsonst?&ldquo;, fragte Charles mit gebrochener Stimme.<br />
&bdquo;Nicht unbedingt. Toelke hat euch klar aufgezeigt, wie weit ihr füreinander gehen würdet und wie stark euer Zusammenhalt ist. Nur war der Preis dafür zu hoch.&ldquo;<br />
Der President dankte der jungen Frau, starrte vor sich hin, dann wandte er sich an Atilla. &bdquo;Ich plane die nächste Vorstandssitzung, wir bereiten die Wahl vor und wer kandidieren möchte, meldet sich dann bei euch. Ich wäre dann bis dahin noch dabei, im Anschluss dann als normaler Member. Ich muss sehen, ob ich einen Weg finde, wie ich Annika beistehen kann. Vielleicht helfen mir unsere Mädels dabei.&ldquo;<br />
Maya tat der Mann leid. Er schien am Ende zu sein. Wer konnte es ihm verdenken? Im Grunde ging es ihm wie Hevi, er wurde seine Schuld nicht mehr los. Würde es ihr einmal ähnlich gehen? Diese Sorge zeigte sich ihr immer wieder aufs Neue. Gerade, weil es hier warnende Beispiele für sie gab.<br />
Sie setzte sich zu Heiner, der seinen Arm über ihre Schultern legen wollte. Sie rutschte so zurecht, dass es ihm gelang, lehnte sich dabei gegen seinen Körper, dankbar für diese Geste. Lange würde es nicht anhalten, bis er nervös wurde. Sie war viel zu schwer für ihn.<br />
&bdquo;Wie sehr man einen Menschen vermisst, merkt man erst, wenn er nicht mehr da ist&ldquo;, stellte Heiner fest.<br />
Maya blickte ins Leere und nickte. &bdquo;Von daher &#8211; untersteh dich, mich allein zu lassen!&ldquo; Sie beugte sich etwas vor, drehte sich zu ihm um und küsste ihn auf seinen Mund. In seine Augen blickend, streichelte sie mit ihrer Rechten über seine linke Wange. &bdquo;Schon allein die Vorstellung tut so scheiße weh.&ldquo;<br />
&bdquo;Ich pass auf mich auf und du ja sowieso. Mach dir da nicht zu viele Gedanken! Bringt nichts. Das, was passieren soll, passiert. Daran kann man nichts ändern, selbst du nicht.&ldquo;<br />
Maya wusste genau, was er meinte. Gegen das Schicksal kam niemand an. Dennoch belastete sie diese Möglichkeit immens. Ein Leben ohne ihren Freund? Schwer vorstellbar.<br />
Maxim schmiss den Grill an, einige Member verabschiedeten sich wegen der Arbeit oder Familie, der Großteil aber blieb vor Ort, frischte Erinnerungen an Toelke auf und sprach untereinander ab, zur Erinnerung ein Bild von ihm aufzuhängen. Davon gab es aus der Vergangenheit genug. In einer Cloud des Clubs wurden viele tausend Fotos aufgehoben. Reisen, Ausfahrten, Feste, Eventbesuche. Die Anlässe waren zahlreich gewesen.<br />
&bdquo;Hey Knolle!&ldquo;<br />
Serkan setzte sich neben Maya auf die Lehne und blickte auf sie herunter.<br />
&bdquo;Hey! Geht es dir gut?&ldquo;, fragte die Riesin den Freund.<br />
&bdquo;Wieder, ja. Melissa und ich haben großes Wiedersehen gefeiert. Ich bin eifersüchtig, begreife aber auch langsam, dass es da keinen Grund gibt. Mel geht mit Distanz souverän um, ich reagiere völlig unsicher. Hinzu kommt, dass sie sich in der Schweiz wohl zu fühlen scheint und den ganzen Tag mit Muskelmännern und attraktiven Frauen zu tun hat. Sie hat mir Bilder gezeigt. Ich hab ihr den Druck richtig angesehen.&ldquo;<br />
&bdquo;Und wie war es in der Türkei?&ldquo;<br />
Serkan überlegte kurz. &bdquo;Eigentlich ganz okay. Aber mit bald dreißig Jahren noch nicht verheiratet zu sein, sorgt für Sorge. Meine Oma glaubt noch immer daran, dass ich eine Prinzessin heiraten werde. Der ganze Ort weiß davon.&ldquo;<br />
Maya lächelte. &bdquo;Ihr seid wichtig und trefft eure Entscheidungen allein. Mel liebt dich, zweifle nicht daran! Sie ist ja selbst erstaunt darüber. Ohne dich wäre sie wahrscheinlich weiter in ihrer Oberflächlichkeit verfangen geblieben. Habt ihr euch denn weiter mit Helga und Franz getroffen?&ldquo;<br />
Serkan sah sie mit großen Augen an. &bdquo;Darüber reden wir jetzt bitte nicht, okay? Dass ich mich drauf eingelassen habe, bereue ich nicht, aber davon erzählen&#8230;&ldquo;<br />
Die Riesin grinste. &bdquo;Ich stelle mir das schon spannend vor. Aber mit einem anderen Mann zu schlafen, käme halt für mich nicht infrage. Da bleibt es bei mir Fantasie.&ldquo;<br />
&bdquo;Es ist dieses Gefühl von Freiheit, wenn man nicht mehr in solchen Grenzen denkt. Aber das, was Helga und Mel hinbekommen, gilt für Franz und mich nicht. Wir bleiben Heten.&ldquo;<br />
&bdquo;Aber ihr könnt nackt nebeneinander liegen?&ldquo;, fragte Maya interessiert.<br />
&bdquo;Das geht für uns klar. Kein Problem.&ldquo; Er lächelte. &bdquo;Vielleicht kommen wir mit nach Norwegen. Melissa muss noch anfragen, bei dir scheint schon die Genehmigung vorzuliegen.&ldquo;<br />
&bdquo;Schön, dass ich dann auch mal davon erfahre. Habt ihr Can und Jeane gefragt?&ldquo;<br />
Serkan nickte. &bdquo;Schon, aber Jeane fühlt sich unsicher. Sie möchte in der Nähe ihrer Ärztin bleiben.&ldquo;<br />
Maya nickte, wandte sich zu der Kanadierin um, welche sich mit Ruby und Jaqueline unterhielt. Sie brauchte nicht hinhören, um zu ahnen, worum es ging. Die Freundin würde versuchen, zwischen dem Club und Annika eine Brücke zu bauen und es so auch Charles leichter zu machen.<br />
&bdquo;Wie geht es Hevi? Magst erzählen?&ldquo;<br />
&bdquo;Stabil. Aber ich kann ihr nicht in den Kopf gucken. Günter war bei ihr, sie ist gesprächsbereit. Sie hilft uns überall, versteht sich super mit der Süßen, schläft aber nach wie vor kaum. Sie hat eine riesige Blockade gegenüber ihrer Familie. Ich glaube, das ist das dickste Brett von allen.&ldquo;<br />
&bdquo;Nach allem, was sie erleben musste&#8230;&ldquo;, der angehende Lehrer schüttelte seinen Kopf. &bdquo;Du hast davon mittlerweile eine konkrete Vorstellung, was Menschen bereit sind, sich einander anzutun, Melissa auch, aber ich kann nur versuchen, mir das vorzustellen und es will mir einfach nicht gelingen.&ldquo;<br />
Maya blickte auf ihre Hände herunter. &bdquo;Lass uns von etwas anderem reden, Serki! Bitte!&ldquo;<br />
&bdquo;Entschuldige, na klar.&ldquo;<br />
&bdquo;Was geht mit Pole und Zeynep?&ldquo;<br />
&bdquo;David ist putzmunter, hat einen unglaublichen Wissensdurst und wird von den beiden intensiv gefördert. Hätte ich nicht gedacht, dass die beiden so hinterher sind. Sie wollen jetzt warten, bis der Kleine einen Platz bei der Tagesmutter hat, dann arbeiten sie am Zweiten. Jakub wurde zum Vorarbeiter befördert. Er stresst sich beruflich, damit meine Sis zuhause bleiben kann. Zumindest bis zur Tagesmutter.&ldquo;<br />
&bdquo;Die machen es richtig. Hört sich doch insgesamt nice an. Jakub ist ein Guter. Da hatte ich nie ein anderes Gefühl.&ldquo;<br />
&bdquo;Er hat sich als gläubiger Katholik in einer muslimischen Familie erfolgreich etabliert. Sogar wenn wir in der Türkei sind, gibt es niemanden, der sich an ihm stören wollte. Von daher hat der Kerl bei uns alles richtig gemacht. Bei den beiden muss sich niemand Sorgen machen. Genauso wenig wie bei dir und dem Heini. Das passt einfach.&ldquo;<br />
Maya blickte zu ihrem Freund rüber, der jetzt mit Can und Zecke sprach. &bdquo;Ich mache mir Sorgen, wie lange er mit mir durchhält. Immer wieder werde ich gerufen, immer wieder erlebt er Katastrophen mit mir. Verbrauche ich dann irgendwann mein Budget bei ihm? Hat er es satt, sich Sorgen um mich zu machen? Ich schleppe Hevi an, führe mal eben einen Privatkrieg oder kümmere mich um Clubangelegenheiten, in deren Folge ein lieber Mensch stirbt.&ldquo; Sie blickte zu Nele rüber, die Krollwitz am Bart zog, während sie dessen Geschichten lauschte. &bdquo;Und die Kleine? Was bin ich für ein Vorbild für sie, wenn ich immer wieder weg muss, anstatt für sie da zu sein?&ldquo;<br />
&bdquo;Sie hat gesehen, wie du ihre Schwester und sie vor Vergewaltigern geschützt hast. Und irgendwann wird sie auch das verstehen, was Heiner längst für sich verinnerlicht hat. Dass die Welt ohne Menschen wie dich eine sehr schlechte wäre.&ldquo; Serkan blickte nachdenklich zu ihr rüber. &bdquo;Solange sich dein Gewissen ihnen gegenüber meldet, ist alles in Ordnung, Knöllchen. Damit beruhigt mich Melissa auch. Sie macht sich Gedanken um mich und zeigt mir das, wenn wir voneinander getrennt sind. Schließlich bin ich ja ihr Heiner, verstehst du? Wer kann ernsthaft erwarten, dass das Zusammenleben mit einer Polizistin einfach sein könnte?&ldquo;<br />
&bdquo;Und wenn er eine andere trifft? Eine, die Zeit für ihn hat?&ldquo;<br />
&bdquo;Dann ist eure Beziehung kaputt und das die Konsequenz. Vorher wird es aber einiges an Zeichen gegeben haben. Heiner würde dich nie einfach so gehen lassen. Glaub das ja nicht. Er überlegt doch schon, wie er seine Zukunft mit dir gestalten kann. Er hat sich schon mit Can darüber unterhalten, wie es in Richtung Familie gehen soll. Er will Kinder mit dir! Er glaubt fest daran, dass das euer Weg sein wird.&ldquo;<br />
&bdquo;Ich habe Angst, die Menschen, die ich liebe, zu enttäuschen. Früher vor allem meinen Vater, jetzt meine Familie, Freunde, Kollegen&#8230;, sogar Rosalinda gegenüber.&ldquo;<br />
&bdquo;Wer ist das?&ldquo;, zeigte sich Serkan neugierig.<br />
Maya zögerte. &bdquo;Ich würde dir gerne von ihr erzählen, wirklich, aber ich darf es nicht. Ich habe es ihr geschworen. Sie ist eine Frau, die mir immer wieder geholfen hat. Sie als Freundin zu sehen, fällt mir schwer, vielleicht darf es auch gar nicht sein, aber auf der anderen Seite fasziniert sie mich. Zumal sie bisher keine Gegenleistung verlangt hat. Und das stört mich fast noch mehr, als wenn sie es täte. Irre, oder?&ldquo;<br />
&bdquo;Gehört sie zu deinen Berliner Freunden? Du hast Can Fotos gezeigt. Er meinte, es wäre eine Mexikanerin darunter, die gruselige Tätowierungen hat und einen Blick, als ob sie einen töten wollte.&ldquo;<br />
&bdquo;Die Plappertasche. Aber ja, das ist sie. Mehr musst du von ihr gar nicht wissen. Vielleicht lernst du sie ja auch kennen, wenn sie mich besuchen kommt. Dann kannst du dir ein eigenes Bild machen.&ldquo;<br />
&bdquo;Würde ich gerne, scheint ein interessanter Mensch zu sein.&ldquo;<br />
Maya nickte. &bdquo;Untertreibung. Du wirst staunen. Ich hab Schiss vor ihr. Da bin ich ehrlich.&ldquo;<br />
Serkan stutzte. &bdquo;Du? Wie soll das denn gehen?&ldquo; Er lachte.<br />
&bdquo;Du wirst es sehen. Kommt nicht von ungefähr.&ldquo;<br />
Maya merkte auf und wandte sich zu Heiner um, der in diesem Moment mit einem mittelgroßen Topf und ein paar Papptellern zu ihnen stieß. &bdquo;Hab ich organisiert. Schönen Gruß von Maxim. Hast dir etliche Würste und Fleischstücke verdient. Ich hole uns gleich auch noch Grünes.&ldquo;<br />
&bdquo;Danke Süßer! Fang mal unser Fohlen ein! Sonst erzählt ihr Krollwitz noch weiter Geschichten aus dem Wunderland in seinem Kopf.&ldquo; Sie lachte.<br />
&bdquo;Das darf nicht wahr sein!&ldquo;, brüllte Can und lief Richtung Tor. &bdquo;Verpiss dich, du Hurensohn!&ldquo;<br />
Maya schrak aus ihren Gedanken, richtete sich auf und blickte in die Richtung der Zufahrt. &bdquo;Pimmel!&ldquo;, stöhnte sie.<br />
Atilla und Falco liefen Can hinterher, der den stämmigen Glatzkopf in diesem Moment erreicht hatte. Letzterer hatte schon mit seiner Faust ausgeholt, als der frühere Clubmember seine Hände vors Gesicht hob.<br />
&bdquo;Es tut mir leid! Ich habe von Toelke gehört, okay? Und davon, dass ihr mir helfen wolltet.&ldquo; Pimmel sah hoffnungsvoll in Richtung Sitzgruppe. &bdquo;Ich habe Fehler gemacht, gebe ich zu. Ich würde sie gerne bei euch ungeschehen machen, wenn ihr mich lasst.&ldquo;<br />
&bdquo;Dir helfen? Nach all der Scheiße, die du gebaut hast? Ganz sicher nicht&ldquo;, brüllte Frooty. &bdquo;Von uns aus hättest du verrecken können. Die Einzige, die dir helfen wollte, ist das Mädel gewesen, welches du immer scheiße gefunden hast.&ldquo;<br />
Der Glatzkopf blickte in Mayas Richtung, die aufgestanden war und zu ihm rüber sah. &bdquo;Ich weiß das doch. Ohne sie hätten die Legionäre mich fertig fürs Grab gemacht. Wollen sie immer noch. Von daher werde ich von hier verschwinden müssen. Wollte mich von euch verabschieden und der Großen danke sagen.&ldquo;<br />
&bdquo;Hast du jetzt getan. Zieh Leine, Pimmel!&ldquo;, dröhnte Atillas Stimme. &bdquo;Niemand will hier deine Gegenwart ertragen müssen. Verkriech dich in irgendein Loch, sonst finden dich deine Freunde und beenden das, was sie schon angefangen haben.&ldquo; Pimmels Gesicht war nach wie vor von Hämatomen entstellt.<br />
Der Ausgestoßene nickte, überblickte die Gruppe und meinte noch, dass ihm Toelke leid täte. Er habe sich gut mit ihm verstanden.<br />
Melissa sah dem Mann ungläubig nach. Serkan hatte sie festhalten müssen, sonst wäre sie ihm hinterhergelaufen. &bdquo;Was für eine keimige Ratte! Der soll elendig vor die Hunde gehen!&ldquo;<br />
&bdquo;Immerhin hat er Größe gezeigt und ist hergekommen&ldquo;, stellte Manfred fest. &bdquo;Wird ihm nicht leicht gefallen sein.&ldquo;<br />
&bdquo;Du nimmst ihn in Schutz?&ldquo;, fuhr Melissa herum. &bdquo;Wegen ihm ist Stinki tot!&ldquo;<br />
&bdquo;Es haben alle verloren. Auch er. Ihm war Toelkes Tod nicht egal. Immerhin.&ldquo;<br />
Charles gab Manfred recht. &bdquo;Er hätte nicht kommen brauchen, von daher hat er seinen guten Willen gezeigt. Belassen wir es dabei. Dieser Mensch ist für uns Geschichte.&ldquo;Kapitel 24 &ndash; JGA &#8211; zweiter Versuch<br />
Marlene nahm einen Kaffeebecher von Anja entgegen und stieß mit ihren Freundinnen an. &bdquo;Danke, dass ihr euch das noch einmal antun wollt. Keine Ahnung, ob es richtig ist, dass wir den JGA wiederholen, aber so können wir noch einmal an Ilona denken und ihr danke sagen.&ldquo; Sie blickte aus dem Zugfenster und beobachtete, wie der Bahnsteig langsam nach rechts auswanderte. Maya saß ihr schräg gegenüber, streckte vorsichtig ihre Beine aus, sodass ihre Füße unter der Sitzbank Marlenes verschwanden.<br />
Anja, Yvonne, Sigrid und Heidi saßen im Bereich links von ihnen, Manuela und Rebecca hinter den vier Freundinnen. T-Shirts und Röcke gab es dieses Mal nicht, genauso wenig wie den Brautladen. Ilona! Wie oft hatte Marlene in den letzten Tagen an die Freundin denken müssen? Hunderte Male? Die Heldin hatte einen wesentlichen Teil dazu beigetragen, dass sie alle heute noch am Leben waren. Niemand zweifelte daran. Sie war entschlossen zu helfen, in dem Moment, wo die anderen Verwirrung und Angst gezeigt hatten.<br />
&bdquo;Wart ihr schon beim Psychologen?&ldquo;, fragte Anja.<br />
Sigrid, Yvonne und Heidi hatten schon einen Termin. Manuela, Marlene und Rebecca mussten noch warten. Es gab kaum freie Kapazitäten in diesem Bereich.<br />
&bdquo;Ich kann schlafen, aber immer wieder tauchen die Bilder der Nacht auf. Ich höre die Schüsse, die Schreie, kann die Sorge fühlen, was mit Ilona und Heidi passiert ist&ldquo;, erklärte Sigrid. &bdquo;Als Maya dann die anderen Leute brachte und diese erzählten, was ihnen passiert war&#8230;&ldquo;<br />
Marlene nickte. &bdquo;Ich habe wenig mitbekommen. Nur Mayas Anblick und die Leichen am Strand.&ldquo; Tränen bildeten sich in ihren Augen. &bdquo;Wenn du nicht dagewesen wärst, Türmchen&#8230;&ldquo;<br />
Mayas Gesicht wirkte steinern. &bdquo;Dann wärt ihr alle nicht in diese Not gekommen. Ich hatte mir null Gedanken darum gemacht, dass ihr in Gefahr geraten könntet.&ldquo;<br />
Sie hörte Rebeccas Stimme hinter sich. &bdquo;Woher auch? Wer hat mit einem Ausnahmezustand gerechnet? Wirklich, Maya! Wir haben dich alle überredet zu bleiben. Wir haben dich und Ilona nicht ernst genommen. Vielleicht weniger getrunken, aber das war auch alles. Du hast alles getan, um uns von dort wegzubringen. Ilona hätte noch leben können, wenn wir alle weniger egoistisch gewesen wären. Das ist kein Trost, aber wenn wir es für unser Leben beherzigen, entsteht wenigstens etwas Gutes daraus.&ldquo;<br />
Maya wandte sich zu Rebecca um und griff nach Ihrer Hand, die sie in ihre Richtung ausgestreckt hatte. &bdquo;Lieb. Aber ich sehe ihren Anblick immer noch. Dabei hält sich die Trauer bei mir in Grenzen, so als ob ich im Kopf oben kaputt bin. Ich erinnere mich, finde es entsetzlich, was passiert ist, aber es sind rationale Gedanken!<br />
Ich schlafe gut, kann mit meinem Freund lachen, mit der Kleinen spielen und im Fernsehen Serien gucken. Bei Toelke genauso. Ich erinnere mich klar an ihn, aber trauern? Er wird nie wieder mit uns abhängen und mein Bier mit seinen Zähnen öffnen. Ich habe Angst, was da mit mir los ist. Sterben meine Eltern und ich komme dann auch nach ein oder zwei Tagen damit klar?&ldquo;<br />
Die Frauen schwiegen betroffen. Dann war es Heidi, die etwas sagen wollte.<br />
&bdquo;Ich bin schuld, dass Ilona tot ist. Ich denke jeden Tag daran, was ich für ein Scheißweib bin. Wäre ich nicht zu dem Automaten gegangen, wäre die Süße jetzt bei uns. Vielleicht hättest du noch mehr Menschen retten können, wenn du mich nicht hättest suchen müssen?&ldquo;<br />
Marlene wurde es zu viel. &bdquo;Wir kriegen hier nichts mehr gelöst. Es ist passiert. Keiner von uns hatte eine Vorstellung davon, was das für Ausmaße angenommen hat.&ldquo; Sie blickte zu Maya auf, welche gedankenverloren aus dem Fenster sah. &bdquo;Und du bist nicht tot im Kopf, nur weil du die Trauer nicht so intensiv spürst wie wir. Du hast um uns gekämpft wie eine Löwin um ihre Jungen. Die Soldaten haben sich eingeschissen, als du sie gestellt hast! Ich habe sie gehört. Du bist eine Legende bei diesen Männern. Sie haben gesagt, dass sie, die andere retten sollen, werden von dir gerettet wurden. Die Besten der Besten vom Angel of Vengeance. Sie haben keinen Zweifel daran gelassen, dass du sie besiegt hättest. Eine Frau, die aus purer Liebe besteht und an das Gute glaubt und bereit ist, es mit allem, was sie ausmacht, zu beschützen. Die Ex-Freundin meines Bruders! Ich weiß noch genau, wie doof ich geglotzt habe, als er dich mit zu uns gebracht hat. Du hast Rosa standgehalten! Da hätte ich es eigentlich schon wissen müssen.&ldquo;<br />
Einen Moment überlegte Marlene, dann fuhr sie fort. &bdquo;Ich habe von dem Mädchen gehört, das du befreit hast. Der General wollte uns nicht im Unklaren lassen, wohin er dich geschickt hat. Sie wäre gestorben! Man hatte sie bereits gefoltert und wollte sie im Anschluss vergewaltigen. Doch du warst da und hast diese Mörder zur Rechenschaft gezogen. Auf der ganzen Welt muss man mit dir rechnen. Immer dann, wenn man bereit ist, anderen Menschen das Schlechteste anzutun.&ldquo; Marlene sah zu Mayas Gesicht auf, über deren Wangen Tränen liefen. &bdquo;Ich trauere um Ilona, gar keine Frage, aber ich weiß, sie wäre stolz auf dich! Genauso, wie wir alle.&ldquo;<br />
Maya legte ihren Kopf schief, ließ ihre Hände ineinandergreifen und weinte. &bdquo;Es ist so viel, Marlene &ndash; zu viel! Die ganze Welt, verstehst du? Ich habe all diese Kräfte, aber mein Kopf? Ich bin ein Lebewesen, das zum Töten bestimmt ist. Daran besteht keinerlei Zweifel mehr. Alle meine Gaben dienen nur diesem einen Zweck. Engel? Dass ich nicht lache. Ich bin ein Mensch, den es eigentlich nicht geben dürfte. Das macht mich fertig.&ldquo;<br />
Anja hatte ebenfalls feuchte Augen bekommen. &bdquo;Ich brauche mir nur vorzustellen, was die Brasilianer gedacht haben, denen du Hilfe gebracht hast. Ich habe die alte Frau im Fernsehen gesehen. Sie glaubte, sie wäre tot. Ein Polizist meinte, er hätte nur noch wenige Kugeln übrig gehabt, um sich und seine Kollegen zu verteidigen, und habe die letzten für sich aufbewahren wollen, bis du gekommen bist.&ldquo;<br />
&bdquo;Machen wir den Tag nicht zu einer Therapiesitzung! Lasst uns durch Münster schlendern, eine gute Zeit haben und dabei auch an Ilona denken. Das haben wir uns vorgenommen, oder nicht?&ldquo;, meinte Yvonne.<br />
Marlene nickte. &bdquo;Ja, du hast recht. Ich habe uns Fläschchen mitgebracht. Lasst uns vorglühen! Alkohol hilft.&ldquo; Sie bemerkte sofort, wie Maya ihre Stirn runzelte. &bdquo;Na gut, dir nicht. Bitte, Türmchen! Ilona ist bei uns. Auch auf der Hochzeit. Das verspreche ich uns allen.&ldquo;<br />
Das Wetter war kühl, diesig und sehr windig, als die Frauen aus dem Zug stiegen. Sie alle trugen Jacken und Mäntel, das war beim ersten JGA noch anders gewesen. Maya schien es so, als ob das Wetter ihnen dabei helfen sollte, nicht in eine Stimmung zu verfallen, welche dem Angedenken Ilonas nicht gerecht wurde.<br />
Münster. Sie war schon mit ihren Eltern hier gewesen, um einen Stadtbummel zu machen und den Zoo zu besuchen. Diese Ausflüge hatten ihr Spaß gemacht. Sie konnte sich noch gut daran erinnern, wie sie andere Kinder am Aasee beobachtet hatte, wie diese in kleinen Booten Segeln gelernt hatten.<br />
Maya folgte der Gruppe, hörte bei den Gesprächen zu, welche immer wieder auf die Geschehnisse in Brasilien zurückfielen. Unterdrücken? Vielleicht war das gar nicht möglich. So wenig, wie es die Biker bei Toelke konnten.<br />
Die Legionäre kamen aus Münster! Wink des Schicksals? Würde sie heute auf welche von ihnen treffen? Unmöglich war es nicht. Sie trug einen Overall, aber ihre Waffe hatte sie zuhause gelassen. Dumm? Nein! Im Moment gab es keine offizielle Aufforderung, sie ständig bei sich tragen zu müssen.<br />
Sie sahen sich einen kleinen Kunst- und Souvenirladen an. Schlenderten durch eine Ladenstraße und betrachteten Straßenmusiker dabei, wie sie sangen und Feuer spuckten. Es war beeindruckend. Ein junger Artist der Gruppe war im selben Alter wie sie selbst, glaubte sie einschätzen zu können.<br />
Eine junge Frau fragte nach einem Autogramm und bat um ein Foto für ihre Tochter. Maya wollte nicht nein sagen und ihre Begleiterinnen zeigten Verständnis. Solche Unterbrechungen gab es immer wieder, darunter auch durch eine Gruppe Männer, die ebenfalls auf einem Junggesellenabschied unterwegs waren. Marlene als baldige Braut und Henning als Bräutigam machten sich einander bekannt.<br />
&bdquo;Verkaufen können wir euch nichts, haben wir beim letzten Mal schon gemacht. Müsst in den Sexshop laufen, wenn ihr Kondome braucht&ldquo;, lachte Marlene.<br />
Henning zwinkerte ihr zu. &bdquo;Aber wir haben einiges dabei. Von daher bitte ich die Damen zum freundschaftlichen Umtrunk mit uns.&ldquo; Er wandte sich zu einem riesigen, molligen Begleiter um, der einen Rucksack bei sich trug. &bdquo;Jochen! Walte deines Amtes als Mundschenk!&ldquo;<br />
&bdquo;Sehr wohl. Die Damen! Ihr habt freie Auswahl aus sieben Sorten. Da heute Samstag ist&#8230;&ldquo; Er zählte die verschiedenen Sorten auf, wobei jede für einen bestimmten Tag der Woche stehen sollte.<br />
&bdquo;Auf das Wohl von Braut und Bräutigam&ldquo;, prosteten sich die beiden Gesellschaften zu, umarmten sich und beschlossen spontan, gemeinsam weiterzuziehen.<br />
Jochen blieb dabei an der Seite von Maya, blickte zu ihr auf und zeigte deutliches Interesse in ihre Richtung. &bdquo;Ich bin 2,05 m groß und hab&lsquo;immer angenommen, dass es nur Männer gibt, die größer sind als ich. Aber dann kommst du daher und lässt mich zum Zwerg werden.&ldquo;<br />
&bdquo;Maya ist eine Berühmtheit bei uns, hast nie was von ihr mitbekommen?&ldquo;, fragte Heidi.<br />
&bdquo;Nein! Ehrlich gesagt, nicht. Aber ich verstehe sofort, warum sie das bei euch ist. Sie ist schon sehr besonders und nicht nur wegen ihrer Größe.&ldquo;<br />
Marlene grinste. &bdquo;Und schon zieht sie ein Gesicht. Sie mag es nicht, wenn über ihr Äußeres gesprochen wird, Jochen.&ldquo;<br />
Der junge Mann zeigte sein Bedauern. &bdquo;Tut mir leid. Ich wollte sie nicht verärgern. Mir hilft es. Bin jetzt dicker und auch nicht sonderlich attraktiv, aber meine Frau stand immer auf große und stämmige Männer. Da hab ich bei ihr punkten können. Haben vor zwei Jahren meinen Abschied gefeiert.&ldquo;<br />
&bdquo;Wie groß ist deine Frau?&ldquo;, zeigte Maya Interesse.<br />
&bdquo;Okay &#8211; groß, denke ich. Eins dreiundsiebzig. Gibt da jetzt keine großen Probleme, höchstens ein paar kleine.&ldquo; Jochen zögerte, dann stellte er die Frage doch. &bdquo;Dein Freund?&ldquo; Noch nie hatte er vor einer Frau solch einen Respekt verspürt. Zumindest nicht, was das Körperliche anbelangte.<br />
&bdquo;Etwas über 1,80 m, aber nicht viel. Da ist der Unterschied schon größer.&ldquo;<br />
&bdquo;Ich habe mich noch nie gegenüber einem anderen Menschen klein gefühlt. Von daher wird mir der Tag heute in Erinnerung bleiben&ldquo;, lachte Jochen. &bdquo;Und jetzt Schluss. Kann ja verstehen, wenn du es satt hast, dich ständig über dieses eine Thema unterhalten zu müssen.&ldquo;<br />
Jochen erzählte Maya von seiner Arbeit als Physiotherapeut in einer Behindertenschule, zeigte Fotos von seiner Arbeit mit den Kindern und schien stolz auf das zu sein, was er leistete. Er fragte Maya nach ihrer Arbeit, doch sie gab vor, als Anwärterin in der Ausbildung nicht viel zu erleben.<br />
&bdquo;Das kommt sicher noch. Auf jeden Fall wird es da nicht nur Positives geben. Ich habe einen Cousin, der in Hamburg arbeitet. Es ist teilweise wirklich schlimm.&ldquo; Er relativierte sofort. &bdquo;Aber das macht den Job natürlich nicht weniger bedeutungsvoll. Ich bin sehr froh, dass es euch gibt. Bin mir sicher, dass die ziemlich ratlos geguckt haben, als sie für dich eine Extra-Uniform schneidern mussten.&ldquo;<br />
Maya lächelte. &bdquo;Haben sie auf jeden Fall!&ldquo;<br />
Henning sollte sich für die Erfüllung seiner nächsten Aufgabe bei zehn Frauen entschuldigen, dass er jetzt auf ewig vergeben sei und es bei ihrem Anblick bedauere.<br />
Was Maya gefiel: Er suchte sich nicht nur die attraktiven Passantinnen aus, sondern sprach sie querbeet an. Selbst vor einer achtzigjährigen Dame machte er dabei nicht Halt. Die blieb souverän, forderte von ihm Küsse ein und äußerte ihr Bedauern, dass er jetzt vergeben sei. Zumal sie Witwe war.<br />
Die Leute lachten und auch die beiden JGAs hatten ihren Spaß.<br />
Die beiden Gruppen beschlossen, den Tag zusammen zu bleiben, machten sich zu Fuß in Richtung Hafen auf und schlenderten durch die Straßen, wobei Jochen weiter Schnäpschen an die Frauen und Freunde verteilte.<br />
Yvonne hängte sich bei einem jungen Friesen ein, der extra aus Emden angereist war, und schäkerte ziemlich offensiv mit ihm, was dem blonden schlanken Mann sichtlich gefiel. Dabei teilten sie sich den Regenschirm der sportlichen Dortmunderin.<br />
Die knabenhafte Heidi unterhielt sich mit Anja, es schien niemanden in der Gruppe der Jungs zu geben, der ihrem Beuteschema entsprach.<br />
Maya holte einen Poncho aus ihrem Rucksack und zog ihn über, als der Regen stärker wurde. Schirme in ihrer Größe waren zu unhandlich für sie. Die Schutzkleidung war nicht schick, erfüllte aber ihren Zweck.<br />
Eine Kindergartengruppe kreuzte ihren Weg und so winkte sie den Kleinen zu, als diese zu ihr rüber riefen und wild gestikulierten. Auch sie trugen Regencapes und sahen wie kleine Fassungen von Maya aus. Sogar das kräftige Gelb stimmte überein.<br />
&bdquo;Die Zwerge denken jetzt hundertpro an ein Märchen&ldquo;, spekulierte Iris.<br />
Der Regen wurde immer stärker und so beeilten sich die beiden JGA&lsquo;s, in einem der Hafenrestaurants Unterschlupf zu suchen. Das war gut besucht, doch gab es einen großen Gesellschaftstisch, der zu ihrem Glück noch nicht besetzt worden war. So nahmen die Männer und Frauen Platz, zogen sich ihre durchnässten Jacken aus und bestellten Getränke.<br />
Maya ignorierte die Blicke und unterhielt sich lieber mit Manuela. Die Freundin arbeitete als Sozialarbeiterin. Wie gut sie sich noch daran erinnern konnte, dass auch Sascha diesen Weg gehen wollte.<br />
&bdquo;Wir arbeiten oft mit der Polizei zusammen&ldquo;, erklärte sie Maya. &bdquo;Zu manchen Familien kann ich ohne Begleitung der Kollegen gar nicht gehen. Du glaubst nicht, wie oft ich beleidigt oder sogar handgreiflich angegangen werde. Zum Glück gibt es genügend andere Eindrücke, die das wenigstens zum Teil wieder wettmachen, aber es belastet mich dennoch. Andere Kolleginnen haben es ähnlich schwer, die Kollegen tun sich da deutlich leichter.&ldquo; Sie griff nach Mayas Hand. &bdquo;Ich bin froh, dass es dich gibt. Kein Kerl auf der Welt würde es wagen, dich nicht ernst zu nehmen.&ldquo;<br />
Maya winkte ab. &bdquo;Die gibt es trotzdem. Da kann meine Größe und Statur nichts dran ändern. Gehört wahrscheinlich schon einiges in den Kopf, um hier nicht in Schubladen zu denken.&ldquo; Maya überlegte. &bdquo;Und Frauen? Beleidigen die dich auch?&ldquo;<br />
Manuela nickte. &bdquo;Ja. Oft auch noch verletzender. Die wissen genau, wie sie einen erwischen. Aber bei meinen Mandanten geht es ja auch um Existentielles. Manchmal ist die Wut auch für mich nachvollziehbar. Einfach ist mein Job nicht. Aber eben notwendig.&ldquo;<br />
&bdquo;Wie geht dein Freund damit um?&ldquo;, wollte Maya wissen. Sie wusste gar nicht genau, ob Manuela einen Partner hatte.<br />
&bdquo;Henry ist okay damit. Er arbeitet in der Pflege und kriegt auf seiner Seite auch vieles mit. Die Zeiten sind nicht einfach, viele Menschen wollen es nur nicht wahrhaben und leben lieber in ihrer Bubble und blenden alles aus, was ihnen nicht gefällt. Oder feinden diejenigen an, die eh am Boden liegen.&ldquo;<br />
&bdquo;Das dich Henry noch einmal auf den JGA lässt&#8230;&ldquo; Maya dachte wieder an Ilona.<br />
&bdquo;Er hat genug gehört und gesehen, um zu verstehen, was wir durchgemacht haben.&ldquo; Manuela hob ihr Oberteil. Es waren immer noch Pflaster auf ihrer Haut zu sehen, welche die Abschürfungen bedeckt hielten. &bdquo;Ich wäre gestorben ohne Ilona.&ldquo; Sie schüttelte ihren Kopf. &bdquo;Und ohne dich sowieso.&ldquo; Sie schwieg für einen Moment. &bdquo;Ich weiß, du magst das Thema nicht. Ich kann dich gut verstehen. Aber in meiner Erinnerung wird diese Nacht noch lange eine Rolle spielen. So, wie bei den anderen Mädels auch. Es geht gar nicht anders.&ldquo;<br />
&bdquo;Ich habe Schiss vor der Hochzeit&ldquo;, gab Maya zu. &bdquo;Ich will meinen Ex nicht sehen! Bei der Beerdigung war es schon schlimm. Ich fühle mich ihm ausgeliefert, dabei hab ich gar keinen Grund. Heiner macht mich glücklich. Er hat mir eine kleine Familie und neue Freunde geschenkt. Was für eine Bedeutung sollte da Sascha haben?&ldquo;<br />
&bdquo;Das ist doch normal. Du hast ihn einmal geliebt. Solch eine Verbindung lässt sich bewusst lösen, aber nicht unbewusst. Da spielen solche Menschen leider noch lange eine Rolle. Geht mir mit zwei Ex-Freunden genauso. War nicht schön.&ldquo;<br />
Maya blickte auf das Glas mit dem Latte Macchiato herunter, hob es an ihre Lippen und überblickte kurz die Menschen an den Nachbartischen. Oft begegnete dabei ihr Blick denen der anderen Gäste. Manche von ihnen reagierten mit einem Lächeln, andere blickten verschämt zur Seite und fühlten sich offensichtlich erwischt. Für sie selbst spielte das schon lange keine Rolle mehr.<br />
&bdquo;Oft ärgert es mich, was in meinem Kopf eine Bedeutung hat und was nicht. Dass hier ausgerechnet Sascha Platz einnimmt, und das bei den ganzen Katastrophen, welche ich erlebe, stresst mich richtig. Drückt er mir weitere Sprüche? Wie soll ich darauf reagieren? Ich habe keine Vorstellung. Kann ihm ja schlecht auf Marls Hochzeit eine Szene machen.&ldquo;<br />
Manuela nahm freudig von der Bedienung einen Teller dampfender Suppe entgegen, während Maya sich drei Riegel bereitlegte und den ersten davon auswickelte.<br />
&bdquo;Ignorieren! Was zwischen euch gesagt wurde, ist gesagt. Ihr habt nichts mehr miteinander zu tun. Rosa und Marlene stehen auf deiner Seite, da gibt es doch gar kein Wenn und Aber. Genauso Thomas. Die lieben dich und haben eine klare Vorstellung davon, wie Sascha tickt. Mach dir da nicht solch einen Kopf!&ldquo;<br />
&bdquo;Ich werde es versuchen.&ldquo;<br />
Marlene und Henning schäkerten miteinander, verbrüderten sich bei einem Glas Wein, während Yvonne und Hajo auf Tuchfühlung gingen und sich das erste Mal auf den Mund küssten. Sie schienen ziemlich unter Strom zu stehen. Maya konnte ihre Aufregung deutlich spüren.<br />
Sie wollte heute keine Spaßbremse sein. Die Mädels würden schon wissen, wie weit sie gehen wollten. Zumindest hoffte sie das.<br />
Manuela folgte ihrem Blick und schien sich ebenfalls Sorgen zu machen. Braut und Bräutigam hoben schon wieder die Gläser, erneuerten ihr Freundschaftsbekenntnis und tranken aus dem Glas des anderen.<br />
Die Stimmung wurde immer heiterer. Man bestellte zusammen Essen, welches Henning komplett bezahlen wollte, anschließend sollte es dann weitergehen. Maya war zu allem bereit, was die Folgen des ersten JGA&lsquo;s zumindest für den Moment mindern konnte.<br />
Auch Maya kam auf ihre Kosten, obwohl sie sich mit nur drei Hauptspeisen zurückhielt. Das Essen war lecker, und mit den drei Riegeln zuvor wurde sie auch satt.<br />
Anja kam um den Tisch herum und schlug vor, mit den Männern in einen Schönheitssalon zu gehen. Auch hier wollte Henning sich nicht lumpen lassen und die beiden Gesellschaften einladen. Die Euro schienen bei ihm ziemlich locker zu sitzen. Anja erzählte, dass er eine große Generalbaufirma geerbt hatte, die von einem Geschäftsführer ohne ihn geführt wurde und stark expandierte.<br />
Maya spürte sofort Ablehnung in sich. Doch Hennings Freunde schienen einfache Geister zu sein und waren keine Angeber. Henning selbst schien den Tag für sie alle so schön wie möglich machen zu wollen.<br />
Beauty-Salon.<br />
Sie war schon mal für das Fernsehen in London aufgehübscht worden. Das war es aber auch schon an Erfahrungen in dieser Richtung. Mutti schnitt ihr alle paar Wochen die Haarspitzen, die übrige Körperbehaarung rasierte sie selbst. Auch die Nägel schnitt sie selbst, waren ihre Eltern doch früher daran verzweifelt. Sie hatten sich beim Schneiden für sie abkämpfen müssen, war das Horn bei ihr doch extrem widerstandsfähig. Sie hatte noch das Bild der kaputten und stumpfen Scheren vor Augen, die im Anschluss in den Müll gewandert waren.<br />
Sie mussten telefonieren, bis sie ein Geschäft fanden, das die Menge an Personen abarbeiten wollte und konnte. Ein größerer Laden, welcher von einer gebürtigen Iranerin geführt wurde. Laut Internet eine erfolgreiche Influencerin. Rebecca und Heidi kannten sie von Beiträgen her und zeigten offen ihre Begeisterung. Die Männer sahen sich die Werbung an, doch wollten sie lieber in ein Casino gehen, in das die Frauen später nachfolgen sollten.<br />
So bezahlte Henning, Maya ging mit Manuela, Rebecca und Anja auf die Toilette, während die übrigen jungen Leute vor das Restaurant traten.<br />
Manuela ging in eine der normalen Kabinen, während Maya die für Behinderte nahm. Auch für die Freundin wäre diese die bessere Option gewesen, doch ahnte die Riesin den Hintergrund. Die adipöse Frau wollte nicht noch weiter am Rand stehen als ohnehin schon.<br />
&bdquo;Die waren richtig in Flame, habt ihr&lsquo;s gemerkt?&ldquo;, fragte Rebecca.<br />
Die Riesin versuchte, den Klogeruch der Bekannten zu ignorieren. &bdquo;Yvonne oder Marlene? Hoffentlich übertreiben es die beiden nicht.&ldquo;<br />
&bdquo;Ach, das ist nur ein wenig Flirten. Noch mal den Marktwert testen, bevor es dann endgültig ernst wird&ldquo;, schätzte Manuela ein. &bdquo;Und Yvonne? Soll sie sich austoben. Der Friese scheint doch ganz süß.&ldquo;<br />
Maya hörte deutlich eine Flatulenz, dann das Plätschern von Wasser. Manuela schien nicht gerade von Scham geplagt zu sein.<br />
&bdquo;Hübschen wir uns auf! Das wird super, Maya. Einfach verwöhnen lassen und dann noch für lau. Ich mag den Henning. Marlene anscheinend auch. Ein Glück, dass die beiden versprochen sind, sonst würden die heute heiß laufen.&ldquo; Sie kicherte, während Maya hörte, wie Toilettenpapier abgerollt wurde.<br />
&bdquo;Kommt ihr dann auch mal? Kann ja nicht sein, dass ihr hier so lange braucht wie bei &lsquo;ner Entbindung&ldquo;, schimpfte Anja.<br />
Manuela lachte. &bdquo;Manchmal könnte ich fast selbst dran glauben. Zuhause hocke ich auch mal &lsquo;ne halbe Stunde auf der Toilette. Ich muss mehr Sport machen, das regt die Verdauung an. Das dürfte aber bei dir nicht das Problem sein, oder Türmchen?&ldquo;<br />
&bdquo;War nur am Träumen, alles gut. Anja hat recht, lasst uns gehen! Die anderen warten sich sonst &lsquo;nen Wolf.&ldquo; Sie stand vom Toilettensitz auf, begann sich zu säubern und blickte anschließend über die obere Rahmenkante zu Rebecca rüber, welche am Waschbecken stand. &bdquo;Du hast Toilettenpapier am Absatz kleben!&ldquo;<br />
Rebecca schrak zusammen. &bdquo;Mein Gott! Hast du mich erschreckt.&ldquo; Sie sah an sich herunter. &bdquo;Was für Schweine! Das gibt es doch nicht.&ldquo; Sie blickte zu Maya auf, welche in diesem Moment die Tür der Kabine öffnete. &bdquo;Warum machen Frauen so etwas? Ich kapiere es nicht.&ldquo;<br />
Maya drehte sich zur Seite und beugte sich unter dem Türsturz durch. &bdquo;Ist halt nicht ihr Zuhause. Finde es aber auch assi.&ldquo;<br />
Maya trat an das zweite Waschbecken, wusch sich die Hände und prüfte dabei ihr Äußeres. Sie war zufrieden. Dezent geschminkt, gab es hier nichts zu beanstanden, wie sie fand. Manuela nahm Rebeccas Platz ein, reinigte sich gründlich und musterte ebenfalls ihr Spiegelbild. Sie besaß gleichmäßige Gesichtszüge und damit ein durchaus attraktives Gesicht.<br />
&bdquo;Was haben wir nach dem Beautysalon vor? Gehen wir wirklich mit den Typen weiter? Fühlt sich irgendwie komisch für mich an&ldquo;, meinte Maya, während sie die Treppe nach oben nahmen.<br />
&bdquo;Soll Marlene machen, wie sie lustig ist. Es ist ihr Abend.&ldquo; Manuela ließ nachdenklich ihren Blick zwischen den Freundinnen hin und her wechseln. &bdquo;Bin froh, dass das mit Ilona heute nicht so einen Schatten wirft. Vielleicht deshalb die Kerle?&ldquo;<br />
&bdquo;Kommt mir logisch vor. Also für mich geht das klar. Dürfen sie nur nicht vergessen. Das fühlt sich falsch für mich an.&ldquo; Rebecca deutete auf die Gruppe junger Menschen vor der Tür. Einige rauchten, die anderen standen etwas abseits und unterhielten sich eifrig miteinander. Auch jetzt standen Henning und Marlene dicht aneinander. In dem Moment, wo Maya sich aus der Tür heraus zwängte, lachte die Braut heiter auf und boxte den Mann an ihrer Seite spielerisch auf dessen linken Oberarm.<br />
&bdquo;Los! Keine Müdigkeit vortäuschen. Jetzt werden wir schick gemacht&ldquo;, jubelte Marlene.<br />
Der Schönheitssalon war ein Eyecatcher. Maya sah sich verblüfft um. Alles war in Weiß und Gold gehalten, wirkte aber dabei nicht kitschig. Sechs Sessel vor einer riesigen Spiegelwand, mobile Trennwände, elegante Rolltische mit Kosmetika und vielerlei Gerätschaften standen bereit.<br />
&bdquo;Willkommen im Style Infinity!&ldquo; Eine hochgewachsene schlanke Frau von etwas über dreißig Jahren nahm die beiden JGA&lsquo;s in Empfang. Ihre Gesichtszüge wirkten reglos und die voluminösen Lippen künstlich, wie Maya fand. Operiert? Alles in allem wirkte die Besitzerin perfekt und gerade dadurch auch wieder nicht. Maya empfand ihr Aussehen als übertrieben. Gerade Brust und Po wirkten gemacht auf sie. So, als ob die Frau mit ihrem Körper ein Musterbeispiel für Schönheitsoperationen bieten wollte. Tatsächlich lagen ja auch Broschüren entsprechender Niederlassungen aus.<br />
Jedes von ihnen wurde persönlich begrüßt, Sektgläser wurden gereicht und anschließend darum gebeten, auf einem der luxuriösen Sessel Platz zu nehmen. Mit Staunen sahen dabei die vier Stylisten zu Maya auf, tuschelten aufgeregt miteinander, dann trat ein junger Südländer an sie heran, der feminin auf die Riesin wirkte. Er trug ein aufwendiges Make-up, wirkte aber davon abgesehen natürlich und überhaupt nicht affektiert.<br />
&bdquo;Mein Name ist Sandro. Wir duzen uns, wenn das für dich angenehm ist?&ldquo;, schlug der Mann mit dezenter Stimme vor.<br />
&bdquo;Gerne, Sandro&ldquo;, erwiderte die Riesin und zwinkerte ihm zu.<br />
Der Stylist ließ den Liegestuhl soweit herunter, wie es ihm möglich war, und bat seine große Kundin darum, darin Platz zu nehmen. Der Stuhl war für sie viel zu klein, aber sie meinte, dass es schon irgendwie gehen würde.<br />
Der Kosmetikfachmann sorgte sich, dass sie trotz der eingeschränkten Fläche bequem saß, und überblickte professionell ihre Erscheinung. &bdquo;Es wurde mit Herrn Koller abgesprochen, dass wir bei euch eine Maniküre, Pediküre, Frisur und Styling vornehmen.&ldquo;<br />
&bdquo;Wie lange dauert das?&ldquo;, fragte Maya besorgt. Auch wenn die Ladeninhaberin mithalf, kamen sie ja gar nicht alle in der ersten Runde dran.<br />
&bdquo;Lasst mal, ich habe keine Lust auf Grundrenovierung und gehe mit den Jungs rüber in das Casino&ldquo;, stellte Heidi fest.<br />
&bdquo;Kann ich nicht auch&#8230;&ldquo;, wollte Maya sich anschließen, las aber die Enttäuschung in Sandros Gesicht und überlegte es sich anders. &bdquo;Nein, geht mal. Ich schau, was der Gute mit mir anstellen möchte.&ldquo; Sie lächelte dem jungen Mann zu.<br />
Vorsichtig öffnete der Stylist Mayas Haarknoten, kämmte die Haare mit einer Bürste gefühlvoll durch und schlug vor, sie zu waschen und die Kopfhaut dabei zu massieren. Natürlich war sie einverstanden und so bat er sie darum aufzustehen und sich in den Bereich für die Kopfwäschen zu setzen. Dort saß Sigrid bereits und winkte ihr freudig zu. &bdquo;Das ist richtig nice hier!&ldquo;<br />
Sie entspannte! Maya zeigte sich überrascht. Das Gefühl, welches die kräftigen Finger Sandros auf ihrer Kopfhaut hinterließen, sorgte für ein unwirklich positives Gefühl. Sie fühlte sich hierbei sogar an Sex erinnert! Durfte das sein? Sie zeigte sich ehrlich schockiert über diesen Gedanken. Fast hätte sie sich gewünscht, dass er auch andere Körperregionen bei ihr auf diese Weise massierte. Ein Glück, dass der Mann offensichtlich nicht an Frauen interessiert war. Sie grinste. Für seine Gedanken konnte man nichts.<br />
Sorgsam temperierte Sandro das Wasser, fragte sie, ob es sich für sie angenehm anfühlte und begann ihre Haare zu spülen und anschließend eine Reinigungslotion darin einzumassieren. &bdquo;Das fühlt sich endgeil an! Hast du das gelernt?&ldquo;<br />
&bdquo;Viele Jahre Übung und die Worte meiner Meisterin, die mir ihr Handwerk beigebracht hat. Ihr Motto: Zeige dem Kunden, dass er dir nicht egal ist.&ldquo; Er lächelte, wusch die Haare ein zweites Mal durch, dann trocknete er sie umsichtig mit einem Handtuch. &bdquo;Deine Haare sind sehr kräftig. So, wie deine ganze Statur. Das habe ich so noch nie gesehen.&ldquo;<br />
Maya schloss die Augen. Warum nahmen ihr solche Anmerkungen sofort ihre innere Ruhe? Sie verstand die Menschen doch. Ihr würde es nicht anders gehen, wenn ein Mensch auftaucht, der sie um mehr als einen halben Meter überragen würde. &bdquo;Ich hab ein Syndrom, das dafür sorgt. Stör dich bitte nicht dran.&ldquo;<br />
&bdquo;Stören? Überhaupt nicht. Ich freue mich, wenn ich besondere Menschen kennenlernen darf. Und das in jede Richtung. Ich habe vor einer Woche einem selbsterklärten Hippie die Haare geschnitten. Der war über sechzig Jahre alt, hatte bunte Rastalocken und die längsten Fingernägel, die ich je gesehen habe. Um die Fußnägel hätte sich eigentlich ein Podologe kümmern müssen. Er hat mir aus seinem Leben erzählt und ich muss ja sagen &#8230;, ein wenig hab ich mich in den Mann verliebt. Der hat solch eine Lebensfreude ausgestrahlt, es war einfach bewundernswert.&ldquo;<br />
&bdquo;Warum hat er sich von euch aufhübschen lassen?&ldquo;, fragte Maya interessiert.<br />
&bdquo;Er wollte heiraten. Eine noch mal zehn Jahre ältere Dame. Die Frau war Sängerin, lebt jetzt an der Armutsgrenze. Sie verstehen sich blind, meinte er. Sie leben schon zwei Jahre zusammen, da wollte er mit ihr den Schritt gehen.&ldquo; Er deutete wieder auf den Sessel. &bdquo;Lass uns wieder rüber gehen. Dann können wir mit den Haaren loslegen.&ldquo;<br />
Maya hielt das Handtuch an ihren Kopf, stand vorsichtig auf, nickte Sigrid zu und ging zu dem Sessel zurück. Sandro folgte ihr, kämmte noch einmal die Haare durch und griff nach der Schere, nachdem er den Kamm zurück in seine Utensilientasche gesteckt hatte, deren Gurt er um seine Hüfte trug.<br />
&bdquo;Hast du &lsquo;ne Ausbildung zum Friseur gemacht?&ldquo;, fragte Maya interessiert.<br />
&bdquo;Hairdesign! Ich hab den Beruf in England gelernt. In Nizza anschließend Make-up-Artist. Ich habe früh von meiner Großmutter Geld geerbt, das habe ich in die beiden Ausbildungen investiert.&ldquo;<br />
&bdquo;Wow! Wie lange hast du gelernt?&ldquo;, wollte Maya wissen.<br />
&bdquo;Fünf Jahre!&ldquo; Er lächelte, setzte die Schere an das Haar an und begann zu schneiden. Zumindest hatte er das vorgehabt. Er drückte mit Gewalt die Finger zusammen.<br />
&bdquo;Oh Gott! Das fühlt sich so an, als ob man Stacheldraht schneidet.&ldquo; Er blickte überrascht über das Spiegelbild hinweg in Mayas Gesicht.<br />
&bdquo;Hätten es länger einweichen müssen, das ist der Trick. Meine Ma hat da auch immer Probleme und im Anschluss Muskelkater in den Händen. Mein Vater hat ihr helfen wollen, aber sie meinte, er hätte zwei linke Hände.&ldquo; Maya lachte verhalten.<br />
&bdquo;Was ist, Sani?&ldquo;, fragte eine hübsche blonde Kollegin vom Nachbarplatz. Sie war gerade dabei, Yvonnes Frisur zu richten, die ihr offensichtlich überhaupt nicht behagte. &bdquo;Schlechter Schnitt&ldquo;, hatte sie immer wieder während der ersten Begutachtung von sich gegeben. &bdquo;Hast einen Krampf bekommen?&ldquo;<br />
&bdquo;Noch nicht.&ldquo; Er deutete auf Mayas Haar. &bdquo;Probier du einmal und sag mir, ob ich spinne.&ldquo;<br />
Die junge Frau bat Yvonne um den Moment, trat an Sani heran und nahm ihre eigene Schere. Sie maß die Strähne nach Sandros Vorgabe ab und versuchte sie zu schneiden. Sie lachte auf, als die Schere schon bei den ersten Haaren ihren Dienst verweigerte. Sie versuchte es noch einmal an einer anderen Stelle und schüttelte ihren Kopf.<br />
&bdquo;Ist es okay für dich, wenn ich es mit der Maschine und dem Kamm versuche, Maya? Mache ich mit der Schere weiter, kann ich mich wahrscheinlich für die nächste Woche krank melden.&ldquo;<br />
Natürlich war die Riesin einverstanden. &bdquo;Hoffentlich klappt es.&ldquo; Sie nickte dem Stylisten aufmunternd zu.<br />
Dieser nahm die stärkste Maschine, welche ihm zur Verfügung stand und tatsächlich gelang es mehr schlecht als recht. Immer wieder blieb sie stehen, quälte sich durch kleinere Haarbündel und schaffte es gerade so für die Spitzen.<br />
&bdquo;Die läuft richtig heiß!&ldquo;, stöhnte Sandro. &bdquo;Ich hole lieber eine zweite, bevor sie noch kaputt geht.&ldquo; Er kam kopfschüttelnd zu ihr zurück. &bdquo;Wenn das bei deinen Nägeln so weiter geht, muss ich wohl in den Baumarkt gehen, für Kettensäge und Schleifmaschine.&ldquo;<br />
&bdquo;Tut mir leid, der Stress. Ich kann auch selbst schneiden, wenn du mir die Schere gibst. Aber sie ist danach kaputt, das passiert mir leider auch immer wieder.&ldquo;<br />
Yvonne sah ungläubig zu der Freundin rüber. &bdquo;Du bist ein einziges Wunder, Türmchen. Ehrlich jetzt. Für mich haben die Brasilianer und Amis recht. Du bist ein Engel. Alles an dir ist irgendwie überirdisch.&ldquo;<br />
Maya sah die Freundin entgeistert an. &bdquo;Nicht hier! Das weißt du doch.&ldquo;<br />
Die Freundin erschrak und hob ihre Hand an den Mund. &bdquo;Entschuldige! Ist mir rausgerutscht.&ldquo;<br />
Valentina und Sandro tauschten Blicke aus, fragten aber nicht weiter nach. Maya war dankbar drum, die beiden waren Profis.<br />
Sandro gab Mayas Haar viel Volumen, riet ihr dazu, die Haare offen zu tragen und freute sich, als die Riesin sich von dem Ergebnis begeistert zeigte.<br />
&bdquo;Das schaut bombig aus!&ldquo;, stellte Maya fest. Ihre Haare wirkten lockerer und besaßen eine Form, die Maya allein nie hätte umsetzen können.<br />
Der Stylist freute sich. &bdquo;Dann schauen wir kurz nach deinen Fingern. Wenn ich bei denen nicht weiterkommen, brauchen wir die Füße nicht probieren.&ldquo;<br />
&bdquo;Wie gesagt, ich kann auch&#8230;&ldquo;<br />
Sandro wollte davon nichts wissen. &bdquo;Ganz sicher nicht, Süße. Die Nägel sind eh recht kurz. Da warst du erst vor kurzem dran, richtig?&ldquo;<br />
Maya bestätigte es ihm.<br />
&bdquo;Ich mache die Grundreinigung, weiche im Anschluss die Nägel ein, kümmere mich um die Nagelhaut und dann geht es ans Schleifen.&ldquo; Sandro nickte seiner Kundin über den Spiegel hinweg zu. Gesagt, getan. Er hob die große Hand auf einen Tisch, welchen er am Sessel aufsteckte und begann mit den ersten Arbeitsschritten.<br />
&bdquo;Ich kann ein bisschen Form reinbringen. Mit der Diamantfeile wird es gehen.&ldquo; Er lächelte, die langen Finger der riesigen Hand eingehend betrachtend. &bdquo;Hoffe ich!&ldquo; Er machte sich an die Arbeit, holte die passende Gerätschaft aus einer Schublade des Wandtisches und machte sich zuerst an ihrer linken Hand ans Werk.<br />
&bdquo;Das ist richtig schweißtreibend!&ldquo; Blitzschnell führte er die Feile über die Nagelspitze des kleinen Fingers. &bdquo;Wenn ich nachhause komme, wird Conny fragen, ob ich aus dem Steinbruch komme&ldquo;, zeigte er sich amüsiert.<br />
&bdquo;Du musst das nicht&#8230;&ldquo;, gab Maya zurück. Der Mann tat ihr leid.<br />
&bdquo;Was? Aber natürlich kriegen wir das hin. Aufgeben gilt nicht.&ldquo;<br />
Nach einer halben Stunde hatte er die Nägel der linken Hand in Form gebracht, nach einer weiteren Dreiviertelstunde die der Rechten. Seine Kräfte hatten zum Schluss nachgelassen, sodass er hier deutlich länger gebraucht hatte. Er wischte sich mit seinem rechten Unterarm den Schweiß von der Stirn und war froh, als er mit dem rechten Daumen enden durfte.<br />
&bdquo;Kurze Pause, Schatz! An den heutigen Tag werde ich mein Leben lang denken, das ist mal sicher.&ldquo; Sichtlich erschöpft wandte er sich an Maya. &bdquo;Die Fußnägel würde ich heute ausfallen lassen, wenn das für dich okay wäre.&ldquo;<br />
Selbstverständlich war Maya einverstanden. &bdquo;Klar! Sorry.&ldquo;<br />
Sandro schüttelte seinen Kopf, fragte sie, ob sie einen Kaffee mochte, und holte sich selbst einen, nachdem sie verneint hatte. Er nahm einen kräftigen Schluck aus seiner Tasse, welche die Aufschrift &bdquo;Der schönste Mann der Welt!&ldquo; und das lachende Konterfei des Stylisten trug.<br />
&bdquo;Ich würde jetzt erst einmal deine Gesichtshaut reinigen und anschließend grundieren. Ein Concealer ist nicht notwendig, ich sehe keine Makel. Du bist schon ein Wunder, Maya, da gebe ich deiner Freundin recht.&ldquo;<br />
&bdquo;Hör bitte auf damit! Ich kann das nicht leiden&ldquo;, erwiderte Maya bestimmt. &bdquo;Für mich ist es anstrengend, den Leuten zu zeigen, dass ich ganz normal ticke und mir diese Art von Feedback tierisch auf den Geist geht. Ich werde immer wieder an den Rand gedrängt, kannst du das verstehen?&ldquo;<br />
Sandro blickte sie über den Spiegel hinweg nachdenklich an. &bdquo;Ich bin metrosexuell. Glaub mir, von daher kenne ich diese Blicke nur allzu gut. Nur reagieren die Leute bei mir nicht nur verwundert oder bewundernd, sondern auch ablehnend, aggressiv oder mit Abscheu. Die meisten Leute denken, dass ich schwul bin, aber tatsächlich bin ich seit vielen Jahren mit meiner ersten Liebe zusammen und auch verheiratet. Meine Tochter wird im November drei.&ldquo;<br />
Maya ließ seine Worte sacken, wollte sie aber nicht so einfach im Raum stehen lassen. &bdquo;Du kannst dich jederzeit anders geben, Sandro. Aber wie soll das bei mir möglich sein? Mir die Beine absägen?&ldquo;<br />
&bdquo;Wenn deine Knochen so hart sind wie deine Nägel, wünsche ich demjenigen, der das versuchen wollte, viel Spaß!&ldquo; Er lachte, wurde aber sofort wieder ernst. &bdquo;Tut mir leid. Du hast recht. Da gibt es natürlich schon einen Unterschied.&ldquo;<br />
Er wollte sich wieder seiner Arbeit widmen.<br />
&bdquo;Ich trage ein wenig Foundation auf, im Anschluss ein wenig Puder, dann kümmern wir uns um deine Brauen und das Augen-Make-up. Du bist hübsch, Maya, ich hoffe, dass du dieses Kompliment akzeptieren kannst.&ldquo; Er nickte ihr zu.<br />
Maya aber seufzte nur. &bdquo;Danke! Aber das liegt im Auge des Betrachters.&ldquo; Sie rang sich ein Lächeln ab. &bdquo;Ich bin darauf gespannt, was du mit mir anstellen möchtest.&ldquo;<br />
&bdquo;Die Kunst ist, die richtigen Stellen zu betonen und andere dezenter wirken zu lassen. Deshalb schattieren wir deine Augen etwas, aber nicht zu viel. Es soll nicht unnatürlich wirken. Ganz wenig Rouge&#8230;&ldquo;, er zwinkerte ihr zu, konzentrierte sich wieder und nahm sich Zeit für seine Arbeit.<br />
Maya beobachtete jeden seiner Handgriffe genau. Hevi hätte auch das Zeug zu einem Make-up-Artist gehabt, da war sie sich sicher. Die Freundin hatte sich früher viele Gedanken um ihr Aussehen gemacht und auch um das ihrer Freundinnen. Maya selbst hatte oft von diesem Interesse und Talent profitiert.<br />
Es dauerte zwanzig Minuten und eine andere Frau blickte in den Spiegel. Es war erstaunlich, wie sehr sich ihre Ausstrahlung geändert hatte. Ihr Gesicht wirkte offener, nicht mehr so hart, vor allem, wo es jetzt einen Rahmen von voluminösem Haar bekommen hatte.<br />
&bdquo;Das ist der Wahnsinn!&ldquo;, freute sich Marlene. &bdquo;Du schaust super aus, Türmchen!&ldquo;<br />
Auch die anderen Mädels klatschten und zeigten sich begeistert.<br />
Maya hatte für sich völlig ausgeklammert, dass die Freundinnen gewartet hatten. Sie sah sich zu ihnen um und strahlte über ihr ganzes Gesicht. &bdquo;Ihr schaut ja geil aus! Wahnsinn! Müssen wohl öfter nach Münster!&ldquo; Tatsächlich hatten sich die Erscheinungen ihrer Begleiterinnen deutlich gewandelt und mit ihnen ihr Auftreten und ihre Ausstrahlung. Es war erstaunlich, wie viel Glück sie alle aus diesem Besuch zogen. Maya umarmte den Visagisten freudig. In diesem Moment war viel Last von ihren Schultern abgefallen. Sie würde zurückkehren, dessen war sie sich bewusst, aber vielleicht für den Moment?<br />
&bdquo;Jetzt komm, Türmchen! Wir wollen Heidi und die Männer nicht warten lassen!&ldquo;<br />
&bdquo;Ich habe eine Freundin, die ein großes Talent hat, dürfte sie sich vielleicht hier einmal vorstellen?&ldquo;, fragte Maya Sandro.<br />
&bdquo;Gib mir ihre Nummer, ich rede mit der Chefin. Es gibt wirklich wenige Bewerber, die kreativ und gut in der Umsetzung sind. Von daher hat sie eine Chance, wenn sie hier Befähigungen zeigt.&ldquo;<br />
Die Riesin freute sich, übertrug Hevis Nummer an Sandro und drückte ihn noch einmal. &bdquo;Danke dir. Ich hätte niemals geglaubt, dass man so viel aus mir machen kann.&ldquo;<br />
&bdquo;Gerne! Mit mehr Zeit und einem bestimmten Anlass würde da noch viel mehr gehen, von daher würde ich mich freuen, wenn du wiederkämst.&ldquo;<br />
&bdquo;Hundert Prozent. Ich mach auch Reklame für euch, gar kein Problem. Meine Mutti hat Boutiquen im Ruhrgebiet, die kann da sicher auch noch mal die Werbetrommel für euch rühren.&ldquo;<br />
Die Besitzerin nickte ihr wohlgefällig zu. &bdquo;Das wäre sicher nett. Kommt gerne wieder und viel Spaß heute Abend!&ldquo;<br />
Maya winkte noch einmal dem Team zu, zwängte sich durch die Ladentür, begleitet von dem Gefühl, dass die Stimmung der Besitzerin ihr gegenüber belastet war. Vielleicht, weil Sandro bei ihr deutlich länger gebraucht hatte als seine Kolleginnen bei ihren Begleiterinnen?<br />
Egal! Sie wollte jetzt Spaß haben, nahm Manuelas Geste an, griff nach ihrer linken Hand und schlenderte mit ihr den anderen Frauen aus der Gruppe nach. Der Regen hatte aufgehört und sollte laut Wetter-App auch für den Rest des Tages ausbleiben.<br />
Sie mussten wieder zurück in Richtung Hafen, betraten dort eine frühere Lagerhalle, welche zum universellen Funktionsbau verändert worden war. Hier wurden von Donnerstag bis Sonntag Glücksspiele angeboten und das Besondere war, dass die Gäste auch mit einer Extrasorte Chips spielen konnten, wenn sie kein Geld setzen wollten.<br />
Maya überblickte den großen Raum, betrachtete interessiert das sehr gemischte Publikum und beteiligte sich nur sehr passiv an der Diskussion, ob man um Geld spielen sollte oder nicht. Sie selbst blieb vorsichtig und wollte sich Chips ohne Geldeinsatz holen. Sigrid und Manuela schlossen sich ihr an, während der Rest der Frauen sich für fünfzig Euro Chips kaufen wollte. Marlene gesellte sich dabei zielstrebig an die Seite Hennings, welcher am Blackjack-Tisch eine Glückssträhne zu haben schien.<br />
Maya und Manuela gingen zum Roulette, kannten sie doch hier die Regeln, während Iris und Yvonne Ausschau nach Hajo hielten.<br />
Das Interesse des Publikums an der Gegenwart der Riesin verflüchtigte sich an diesem Ort schneller als anderswo. Die Anziehungskraft des Glücksspiels? Es schien ihr zumindest so. Maya überlegte mit Manuela eine Strategie, wie sie setzen sollten, doch waren sie sich einig darüber, dass die Chancen so oder so gegen sie standen.<br />
So setzte Maya auf eine Reihe, während Manuela ihr Glück mit der Farbe Rot suchte.<br />
Es war spannend! Maya ging immer mehr auf Risiko, gewann und verlor im Wechsel, machte aber dennoch ein Plus dabei. Immer wieder überlegte sie, ob sie Geld einwechseln sollte, doch war hier Manuela die treibende Kraft, welche sie davon abhielt. Würde es um einen realen Wert gehen, würde sie wahrscheinlich ganz anders spielen.<br />
So setzte sie hundert Spiel-Euro auf einen Zahlenbereich mit der Chance 1 zu 3 und zusätzlich auf die rote Farbe.<br />
Der Croupier mit dem schmalen Haarschnippsel auf der sonst kahlen Kopfhaut blickte mit seinem schmalen Gesicht in die Runde. Hochgewachsen, schmale Schultern &ndash; Maya waren sofort die schwarzen Ärmelhalter aufgefallen, welche der Mann an beiden Oberarmen über seinen Hemdsärmeln trug. Der Sinn? Sie hatte keine Ahnung. Auch Manuela konnte sich darauf keinen Reim machen. Sie hatte solche noch nie bei einem Mann zuvor gesehen.<br />
&bdquo;Faites vos jeux!&ldquo;, forderte der Spielmacher auf Französisch und ergänzte auf Deutsch: &bdquo;Machen Sie ihre Einsätze!&ldquo; Er wartete noch einen längeren Augenblick, warf die Kugel, im Anschluss schloss er das Spiel. &bdquo;Rien ne va plus! Nichts geht mehr!&ldquo;, rief er in die Runde. &bdquo;Treize, Rouge! Dreizehn Rot!&ldquo; Er nickte in Mayas Richtung, während er ihr den Gewinn zuschob. &bdquo;Le jeu est fait! Das Spiel ist gemacht!&ldquo;<br />
&bdquo;Ich gewinne schon wieder&ldquo;, freute sich Maya. &bdquo;Das gibt es doch nicht.&ldquo; Wieder überlegte sie, ob sie um Geld spielen sollte.<br />
&bdquo;Lass uns erst einmal an einen anderen Tisch gehen und vorher etwas trinken. Hab keine Lust, die ganze Zeit Roulette zu spielen.&ldquo;<br />
Maya tippte der fülligen Freundin vorsichtig in deren Seite. &bdquo;Du hast keine Chips mehr, richtig?&ldquo; Sie lachte. &bdquo;Komm! Ich gebe dir die Hälfte von meinen.&ldquo;<br />
&bdquo;Wenn ich heute Pech im Spiel habe&#8230;&ldquo;, zwinkerte Manuela Maya zu.<br />
&bdquo;Dann läuft bei mir heute nichts mehr&ldquo;, stellte Maya frustriert fest, lachte aber sofort wieder auf. &bdquo;Heiner wird eh schon schlafen, bis ich wieder zuhause bin.&ldquo;<br />
&bdquo;Ich würde ihn gerne mal kennenlernen. Man spürt, dass du ihn mit jeder Zelle deines Körpers liebst. Genauso, wie seine kleine Schwester.&ldquo;<br />
&bdquo;Kommt vorbei! Er würde sich freuen. Selbst in der kleinen Wohnung hatte er viel Besuch. Nur nächste Woche geht nicht, da kommen Freunde aus Berlin.&ldquo;<br />
&bdquo;Und die Woche drauf hat Marlene ihre Hochzeit&ldquo;, ergänzte Manuela. &bdquo;Hauptsache wir bleiben in Kontakt, Türmchen. Ich würde dich ungern als Freundin missen wollen.&ldquo;<br />
Maya versprach es, folgte ihr zur Bar und setzte sich auf einen Hocker. Ein hübscher, aber kleiner Barkeeper trat an die beiden Frauen heran, überblickte die Erscheinung der Riesin, dann besann er sich und fragte nach ihren Getränkewünschen. &bdquo;Für mich einen Weißwein bitte!&ldquo;, bat Maya, während Manuela einen Baileys haben wollte.<br />
&bdquo;Ich mag alles, was süß ist.&ldquo; Sie zeigte Maya ein breites Grinsen. &bdquo;Ich weiß, sieht man mir nicht an.&ldquo; Sie holte ihr Handy aus der Handtasche heraus und begann ihrer großen Begleiterin Fotos zu zeigen. &bdquo;Hier! So sah ich noch vor sieben Jahren aus.&ldquo;<br />
&bdquo;Du warst gertenschlank!&ldquo;, stellte Maya erstaunt fest.<br />
Manuela nickte wehmütig. &bdquo;Mein damaliger Freund war ein tüchtiger Koch und fleißiger Esser. Im Grunde genommen hat er mich fett gefüttert. Es machte ihm nichts aus, wie er immer wieder betonte. Er hatte nie eine Dürre haben wollen.&ldquo;<br />
&bdquo;Zwei Jahre später war ich dann schon dreißig Kilo schwerer. Mit dem Typen danach noch einmal fünfzehn, jetzt mit Henry wird es wieder ein wenig besser. Zumindest kann ich mein Gewicht halten.&ldquo;<br />
&bdquo;Ich hasse es, wenn solche Dinge das Leben bestimmen. Es sollte eigentlich völlig egal sein, wie jemand aussieht&ldquo;, stellte Maya fest, während sie Manuela ihr Glas zum Anstoßen anbot, welches ihr gerade vom Barkeeper gereicht worden war.<br />
&bdquo;Ist es aber nicht. Nicht nur wir Menschen ticken so. Das Aussehen spielt doch auch bei Tieren eine Rolle, genauso wie Stärke und Durchsetzungsvermögen. Das macht einen Teil der Attraktivität nun mal aus. Schau dir mein Gesicht an! Wie anders es jetzt wirkt im Gegensatz zu vorher. Und dabei weiß ich, dass ich nicht hässlich bin. Von dir will ich gar nicht anfangen, sonst nerv ich dich wieder.&ldquo; Sie nahm einen Schluck aus ihrem Glas und zeigte Maya dann weitere Bilder.<br />
&bdquo;Das ist meine Schwester Hedwig. Wir nennen sie Hedi, weil sie ihren Namen hasst wie die Pest. Sie wurde von meiner Ma nach Oma benannt. Die ist früh an Krebs erkrankt und kurz darauf verstorben.&ldquo; Sie schien mit dieser Tatsache nicht zu hadern. &bdquo;Wir haben sie nie leiden können. Weder hatte sie Geduld mit uns, noch hat sie etwas mit unserer Gesellschaft anfangen können. Dafür ist Opa Timo super drauf. Er lebt noch und erfreut sich mit 83 Jahren bester Gesundheit.&ldquo;<br />
Maya lauschte und langweilte sich kein Stück. Manuela hatte viele Interessen und kannte noch mehr Menschen. Sie sang, konnte gut zeichnen und malen und hatte sogar einen Bildhauerkurs besucht. Sie unterhielt ein kleines Atelier und schlug Maya vor, vorbeizukommen und sich von ihr malen zu lassen. &bdquo;Da mache ich dich so klein wie du möchtest&ldquo;, lachte sie.<br />
&bdquo;Das wäre mal richtig geil. Auch wenn es nur auf einem Bild ist.&ldquo; Maya freute sich über diese Möglichkeit. &bdquo;Ich nehme dich beim Wort, wirst sehen.&ldquo;<br />
In diesem Moment trat Anja mit Sigrid an die beiden heran. &bdquo;Wir haben keine Ahnung, wo Henning und Marlene abgeblieben sind. Auch die Jungs wissen nichts. Die sind genauso verwirrt wie wir.&ldquo;<br />
&bdquo;Yvonne und Hayo sind auch verschwunden!&ldquo;, ergänzte Sigrid. &bdquo;Heidi versucht anzurufen, aber bisher ist sie nicht durchgekommen.&ldquo;<br />
Maya tauschte mit Manuela verwirrte Blicke. &bdquo;Ihr glaubt jetzt nicht&#8230;&ldquo;, fragte Letztere.<br />
&bdquo;Doch! Die sind ziemlich voll gewesen und schon auf Tuchfühlung gegangen.&ldquo;<br />
&bdquo;Das darf nicht wahr sein! Die wollen beide heiraten!&ldquo;<br />
Heidi trat jetzt ebenfalls an die Gruppe heran. &bdquo;Haben den ganzen Abend verloren. Von daher werden sie das Sprichwort beim Wort genommen haben.&ldquo;<br />
&bdquo;Ich finde das nicht lustig, ehrlich!&ldquo; Maya blickte erschrocken reihum in die Gesichter der Frauen. &bdquo;Die macht sich unglücklich.&ldquo;<br />
&bdquo;Die sind erwachsen&ldquo;, erklärte Anja. &bdquo;Da machen wir nichts. Zumal wir nicht wissen, wohin die unterwegs sind.&ldquo;<br />
Maya fasste einen Entschluss und lief zum Ausgang. Manuela folgte ihr, ahnend, dass die große Freundin mit ihren besonderen Sinnen der Braut nachforschen wollte.<br />
So traten sie auf den feuchten Vorplatz. Der Regen hatte zwischenzeitlich wieder eingesetzt. Ein paar Laternen beleuchteten die Szene.<br />
Manuela blickte fragend zum Gesicht der Riesin auf und wartete darauf, dass es eine Regung zeigte. Doch die schüttelte ihren Kopf und blickte unsicher auf ihre Begleiterin herunter. &bdquo;Ich kann sie nicht hören und sehen. Scheiße!&ldquo;<br />
Maya überlegte angestrengt, dann wollte sie zurück in das Casino gehen. Vielleicht kamen die vier ja bald zurück? Und selbst wenn nur Yvonne zurückkam, wusste sie vielleicht mehr.<br />
Sie spielten Blackjack. Hier wandte sich das Glück von Maya ab. Die Regeln des Spiels hatte sie schnell mitbekommen, doch gewann sie nur wenige Spiele. Die junge schwarzhaarige Dealerin gab ihr ein paar Tricks, doch blieben auch mit ihnen die Erfolge aus.<br />
Manuela machte sich nur noch Sorgen. Es war jetzt nach 23 Uhr und die vier waren noch immer nicht aufgetaucht. &bdquo;Ich habe keine Lust mehr zu warten. Ganz ehrlich? Ich finde es scheiße von Marlene. Ich rufe Henry an, dann kann er uns holen kommen.&ldquo;<br />
&bdquo;Was habt ihr denn für ein Auto?&ldquo;, fragte Maya hoffnungsvoll.<br />
Manuela wusste sofort, worauf sie hinauswollte. &bdquo;Einen Polo! Das wird eng für uns beide, oder?&ldquo;<br />
Maya fasste einen Entschluss. &bdquo;Moment, ich rufe meinen Freund an, dann kann er das organisieren.&ldquo; Sie nahm ihr Handy zur Hand, wählte Heiners Nummer und musste ein paar Klingelsignale abwarten, bis sich die verschlafene Stimme ihres Partners meldete. &bdquo;Ist was passiert, Maya?&ldquo;<br />
&bdquo;Marlene ist mit einem Bräutigam durchgebrannt. Keine Ahnung, was mit ihr los ist. Ich möchte nach Hause, Heini. Kannst du jemanden bitten, dass er uns mit meinem Auto abholt? Ich gebe es dann per Code frei.&ldquo;<br />
&bdquo;Franz müsste zu Hause sein. Ich rufe ihn an und melde mich bei euch, okay?&ldquo;<br />
Maya hörte sein Gähnen. &bdquo;Sorry, Schatz.&ldquo;<br />
&bdquo;Alles gut! Bis gleich!&ldquo;<br />
Die beiden Frauen gingen zurück zur Bar. Die drei übrigen hatten ebenfalls keine Lust mehr. Auch die Begleiter Hennings wollten lieber in einen Club gehen und nicht noch mehr Geld verlieren als ohnehin schon. Zumal jetzt mit dem Bräutigam ihre Geldquelle verschwunden war.<br />
&bdquo;Wie blöd! Jetzt sind wir völlig umsonst aufgebrezelt worden&ldquo;, ärgerte sich Sigrid. &bdquo;Wenigstens haben wir Fotos.&ldquo; Sie bat einen Kellner darum, noch einmal ein Gruppenfoto von ihnen allen zu machen.<br />
Maya hatte kein Problem damit. Auch sie wollte eine Erinnerung an ihr besonderes Aussehen behalten. Geduldig machte der Mann vom Casinoservice von ihnen Aufnahmen in verschiedenen Konstellationen und Posen. Die jungen Frauen zeigten dabei ein Lächeln, doch machten sie sich alle Gedanken um Marlene.<br />
Das Handy Mayas vibrierte. Statt Heiner meldete sich Manuele. &bdquo;Franz ist mit Helga bei Serki und Mel zum Poppen. Von daher kann ich euch holen kommen, wenn du mir den Panzer anvertrauen magst.&ldquo;<br />
&bdquo;Ist Deyna bei dir?&ldquo;, fragte Maya interessiert.<br />
&bdquo;Ja, die schläft aber schon. Hatte einen harten Einsatz in Hamburg. Die werden ja jetzt auch ohne dich ziemlich oft eingesetzt.&ldquo;<br />
&bdquo;Gut! Ich gebe dir die Freigabe und die Adresse auf dein Handy. Danke, Manu. Bis gleich, dann können wir schnacken!&ldquo;<br />
&bdquo;Klar! Ich fahr vorsichtig. Bei dem Gerät müssen ja auch die anderen Angst haben. Einem selbst kann ja kaum was passieren.&ldquo;<br />
&bdquo;Fahr trotzdem vorsichtig. Du kannst ihn ja autonom fahren lassen.&ldquo;<br />
&bdquo;Nee. Wenn, dann will ich das Teil schon selbst lenken.&ldquo; Manueles Stimme klang begeistert. &bdquo;Ich freu mich drauf, das wird geil, damit rumzudüsen. Ich darf auch auf dem Rückweg, oder?&ldquo;<br />
Maya versprach es ihm. &bdquo;Bis gleich!&ldquo; Sie wollte ihn noch einmal zur Vorsicht ermahnen, aber das würde irgendwann lächerlich wirken. Manuele war kein Heißsporn und hatte immer Verantwortung gezeigt.<br />
Es wurde kurz nach Mitternacht, bis der Freund anrief, dass er draußen auf dem Parkplatz warten würde. Maya trommelte die Freundinnen zusammen, ging mit ihnen zur Garderobe und holte Jacken und Taschen. Keine Nachricht von Marlene. Was, wenn Thomas einen von ihnen anrief? Sollten sie lügen? Sie hatten sich vorhin an der Bar die Frage gestellt und sich allesamt schäbig gefühlt.<br />
&bdquo;Dann mal schnell eingestiegen, die Damen!&ldquo;, rief Manuele freudig. Er hatte einen großen Regenschirm mitgenommen und brachte damit die Frauen der Reihe nach zum Panzerwagen.<br />
&bdquo;Du bist ja niedlich&ldquo;, schwärmte Heidi. Sie hatte schon ein wenig getrunken.<br />
&bdquo;Danke für das Kompliment. Du auch!&ldquo; Manuele zwinkerte ihr zu, holte zum Schluss Maya &ndash; die ihm den Regenschirm abnahm, war er doch nicht groß genug, um ihr hier Unterstützung zu geben &ndash; und stieg nun ebenfalls ins Auto. Er sparte sich einen Kommentar und blieb an ihrer Seite. &bdquo;Wo ist Marlene?&ldquo;, fragte er, dabei durch die Seitenscheibe zum Eingang rüber blickend.<br />
&bdquo;Erzähle ich ein anderes Mal!&ldquo;, erklärte Maya bestimmt. &bdquo;Bring uns einfach der Reihe nach nach Hause.&ldquo;<br />
Anja war noch relativ fit und plante die Fahrstrecke auf ihrem Handy. So gab sie die erste Adresse an Manuele weiter, der sie in den Bordcomputer einsprach. &bdquo;Energie!&ldquo;, rief er und gab Gas. &bdquo;Das Teil ist so geil!&ldquo;<br />
&bdquo;Was war in Hamburg?&ldquo;, wollte Maya wissen.<br />
&bdquo;Sie haben einen Einsatz des Zolls unterstützt und einen russischen Frachter untersucht. An Bord sollten irgendwelche gefährlichen Substanzen sein, Näheres durfte sie mir nicht sagen.&ldquo;<br />
&bdquo;Ist was passiert?&ldquo;, zeigte Maya Interesse.<br />
&bdquo;Soweit ich weiß, nicht. Aber wenn meine Süße mit ihrer Truppe auftaucht, macht eh keiner mehr Mucken. Die schaut so krass aus. Sie hat mir ein Foto gezeigt, ihr Chef hat es erlaubt. Sie sah wie eine etwas kleinere Version von dir aus. Irre!&ldquo;<br />
&bdquo;Und die vier machen weiter miteinander rum?&ldquo;, wollte die Riesin wissen.<br />
Manuele lachte. &bdquo;Und wie! Franz hat nichts gesagt, aber Helga hat angedeutet, dass er und Serki&#8230;&ldquo;<br />
Maya machte große Augen. &bdquo;Nein!&ldquo;<br />
&bdquo;Doch, doch! Die lernen sich jetzt auch auf dieser Ebene näher kennen.&ldquo;<br />
Maya blickte entgeistert auf die vor ihnen liegende Straße. Es waren nur noch wenige Fahrzeuge zu sehen. Der Regen nahm unterdessen wieder zu. Was für ein seltsamer Tag!<br />
Gegen zwei Uhr kam Maya nach Hause, zog sich sofort aus, duschte und schminkte sich ab, traurig, dass ihr gewonnenes Aussehen damit wieder verlustig ging. Oberflächlich putzte sie sich die Zähne, holte sich in der Küche ein Glas Wasser, schaute ein letztes Mal nach ihrem Handy und nahm es dann mit ins Schlafzimmer. Nele schlief tief und fest. Sie konnte die Kleine ruhig atmen hören.<br />
&bdquo;Bin wieder da, Süßer!&ldquo; Maya legte sich an Heiners Seite, zog ihn an sich heran und wollte mit ihm Löffelchen liegen. Er murmelte etwas, legte seine linke Hand über die ihre, dann schlief er auch schon wieder ein. Maya reute es ein wenig, gerne hätte sie noch mit ihm geschlafen und seine Nähe gespürt.<br />
Kapitel 25 &ndash; Neue Katastrophe<br />
Maya öffnete ihre Augen, gähnte und richtete langsam den Oberkörper auf. Heiner war schon aufgestanden, sie hatte es vorhin mitbekommen. Ihr Körper fühlte sich im Moment bleischwer. Ihre Gedanken fanden sofort die Richtung Marlenes. Was war passiert? Sollte sie die Freundin anrufen? Oder warten, dass sie sich von selbst meldete?<br />
Maya sensibilisierte ihre Ohren, hörte Hevis Stimme, wie sie Nele etwas aus einem Buch vorlas, und Heiner, wie er mit seinem Vater telefonierte. Mark stritt mit Johanna, es ging wohl um einen Mitschüler von ihr. War es ernst? Egal! Sie wollte nicht länger in das Gespräch reinhören.<br />
Deyna? Manuele mühte sich redlich bei der Freundin. Sie konnte hören, wie sie miteinander schliefen. Neid! Sie hätte jetzt auch gerne ihren Heiner gehabt.<br />
Sie sammelte sich noch etwas, streckte ihre Arme aus, ließ sie wieder fallen, drehte sich zur Seite und schob ihre langen Beine aus dem Bett heraus. Noch einmal gähnte sie, dann stand sie auf. Sie hob ihre Hände an die Decke, drückte dagegen und ließ ihren Körper ein wenig nach vorne kippen. Sie sah sich um, fühlte den Druck in ihrer Blase, beschloss, rüber ins Bad zu gehen und zu duschen.<br />
In Höschen und Shirt trat sie aus dem Schlafzimmer heraus, querte den Flur &ndash; da stürmte schon die Kleine aus ihrem Zimmer heraus. &bdquo;Mayaaaaaa!&ldquo;, quietschte sie. Die Riesin fing das Mädchen auf, hob es mit spielerischer Leichtigkeit hoch und drehte sich einmal mit ihr im Kreis.<br />
&bdquo;Na, du kleine Fee? Wie geht es dir, hast du gut geschlafen?&ldquo; Sie fühlte die kleinen Händchen des Mädchens in ihrem Gesicht, dann deren Lippen, die sie wie selbstverständlich auf den Mund küssten. &bdquo;Ich habe von kleinen Affen geträumt, die waren voll süß&#8230;&ldquo;<br />
Die Kleine begann zu erzählen, während Hevi in der Tür des Kinderzimmers stehen geblieben war und zu ihnen rüber blickte. Sie beobachtete mit einem Lächeln in ihrem müden Gesicht die Szene.<br />
&bdquo;Wie geht es dir?&ldquo;, fragte Maya die Freundin, kurz den Redeschwall der Kleinen unterbrechend.<br />
&bdquo;Gut! Die Kleine ist Zucker. Ich wollte euch fragen, ob ich mit ihr zu meiner Familie kann. Dann bekomme ich das hin, glaube ich.&ldquo;<br />
Nele wandte sich zu der Freundin um und blickte auf sie herunter. &bdquo;Jaaaah! Darf ich, Mut&#8230;Maya?&ldquo;<br />
Maya lächelte. &bdquo;Wir reden mit Heini, aber ich wüsste jetzt nichts, das dagegen sprechen würde.&ldquo;<br />
Heiner hatte in dem Moment das Gespräch mit seinem Vater beendet. Anscheinend hatte es zwischen den beiden dieses Mal keinen großen Konflikt gegeben.<br />
So gingen sie zu dritt in die Küche, wo der Freund gerade dabei war, den Frühstückstisch für sie einzudecken. &bdquo;Morgen, Maya. Gut geschlafen?&ldquo;<br />
Die Riesin seufzte. &bdquo;Zu gut. Es ist wieder was Dummes passiert. Nicht bei mir, aber bei Marlene. Erzähl ich dir später.&ldquo;<br />
&bdquo;Geht es ihr gut?&ldquo;, fragte Heiner besorgt.<br />
&bdquo;Ich hoffe es. Mein Gefühl sagt nein.&ldquo;<br />
&bdquo;Sollen wir zu ihr fahren?&ldquo; Heiner schien sich Gedanken zu machen. Er mochte Marlene und Thomas sehr, Letzteren schon allein deshalb, weil er mit Manuele gut auskam und den Freund förderte.<br />
&bdquo;Ich wüsste nicht, wo sie ist. Vielleicht sogar noch in Münster? Sie hat da jemanden kennengelernt.&ldquo;<br />
&bdquo;Auf ihrem Junggesellenabschied?&ldquo;, fragte Hevi erstaunt.<br />
Maya wandte sich zu der Freundin um und nickte. &bdquo;Auch noch einen Bräutigam. Auch er hat seinen Abschied feiern wollen. Wir waren mit ihm und seinen Männern gemeinsam unterwegs.&ldquo;<br />
&bdquo;Alter!&ldquo;, stöhnte Heiner.<br />
Maya hob ihren linken Arm, während Nele nach ihrem Pferdeschwanz griff und damit zu spielen begann. &bdquo;Ich flechte dir einen Zopf&ldquo;, erklärte sie dabei.<br />
&bdquo;Danke, Süße!&ldquo;, gab Maya zurück und wandte sich dann wieder an ihren Freund. &bdquo;Nicht so vorschnell! Vielleicht ist auch gar nichts passiert und wir machen uns umsonst Sorgen.&ldquo; Sie wandte sich zu Hevi um, die sich jetzt ebenfalls an den Tisch gesetzt hatte. Gekleidet in einem schwarzen Kleid und mit rotem Kopftuch sah sie besonders aus. &bdquo;Hevi würde Nele gerne mit zu ihrer Familie nehmen. Wäre das okay?&ldquo;<br />
Heiner sagte nicht sofort ja. Er überlegte erst einmal in Ruhe. Er liebte seine kleine Schwester und würde sie niemals aus einem eigenen Interesse oder Wunsch heraus wegschicken wollen. &bdquo;Ich denke, das geht klar, wenn du da auch dein Go gibst.&ldquo;<br />
Die Riesin sah erstaunt auf ihren Freund herunter. Er bezog sie bei solchen Entscheidungen mit ein? Das war das erste Mal, glaubte sie sich zu erinnern.<br />
&bdquo;Klar! Die Familie ist superlieb. Sie wird Spaß haben, muss nur aufpassen, dass sie nicht dick wird, vor lauter Essen.&ldquo;<br />
Nele blies ihre Backen auf und begann zu gackern. &bdquo;Dann kullere ich herum wie ein Strandball!&ldquo;<br />
Maya lachte bei dieser Vorstellung. &bdquo;Und, ist der Zopf fertig?&ldquo;<br />
Die Kleine nickte. &bdquo;Machst du einen Gummi drum, Tante Hevi?&ldquo;<br />
&bdquo;Ihr hättet mich gestern sehen sollen. Wir wurden professionell gestylt. Ich sah aus wie ein Modell&ldquo;, erzählte Maya stolz. &bdquo;Kann euch nachher Fotos zeigen.&ldquo;<br />
&bdquo;Du könntest mit wenig Aufwand jeden Tag so aussehen, wenn du dir nur ein wenig Mühe geben würdest&ldquo;, erklärte ihr die Freundin. &bdquo;Das habe ich dir schon früher gesagt.&ldquo;<br />
&bdquo;Lieber nicht, sonst schnappt sie mir noch jemand anderes weg&ldquo;, lachte Heiner.<br />
Nele schien unter dieser Möglichkeit zu erstarren. Erschrocken sah sie in Mayas Gesicht, schon liefen ihre Tränen.<br />
&bdquo;Hey! Das war ein Spaß vom Heini. Als ob ich meine beiden Zuckertiere allein lassen würde!&ldquo;<br />
Die Kleine vergrub ihr Gesicht an Mayas linkem Halsansatz, während sie vorwurfsvoll auf Heiner heruntersah.<br />
&bdquo;Ich wusste nicht, dass sie da&#8230;&ldquo; Er schien selbst erschrocken.<br />
&bdquo;Lass gut sein!&ldquo; Maya wandte sich zu Hevi um. &bdquo;Wann wollt ihr denn los?&ldquo;<br />
&bdquo;Nach dem Frühstück? Wäre das okay für euch? Ich geh mit ihr auf dem Rückweg noch durch den Park.&ldquo;<br />
&bdquo;Ja, na klar. Dann können wir heute Abend zusammen sitzen, wenn du Lust hast.&ldquo; Maya beugte sich über die Freundin, um sie mit ihrem linken Arm zu drücken. &bdquo;Hab dich lieb!&ldquo;<br />
&bdquo;Ich dich auch, Türmchen.&ldquo;<br />
&bdquo;Schwerte hat angefragt, ob wir kommen wollen&ldquo;, meinte Heiner. &bdquo;Can hat mir geschrieben.&ldquo;<br />
Maya hatte keine Lust. &bdquo;Heute nicht. Ich würde gerne Zeit mit euch verbringen. Nächste Woche geht es für mich wieder los und für das Wochenende haben sich die Berliner angemeldet.&ldquo; Ihr fiel etwas ein. &bdquo;Ich habe eine Visitenkarte für dich, Hevi. Ein Stylist aus Münster würde dich gerne kennenlernen und, wenn du Interesse hast, auch ausbilden.&ldquo;<br />
Hevi sah erstaunt zu ihr auf. &bdquo;Stylist?&ldquo;<br />
&bdquo;Ja, genau. Früher hast du oft in diese Richtung gedacht, oder? Die Besitzerin ist Iranerin, das wäre doch gut, oder nicht?&ldquo;<br />
&bdquo;Kann ich erst einmal gucken? Ich weiß noch nicht, ob ich in solch eine Richtung gehen möchte.&ldquo; Die Freundin sah nachdenklich zu ihr auf, antwortete aber nicht sofort. &bdquo;Eigentlich wollte ich etwas im Sozialen&#8230;&ldquo;<br />
&bdquo;Mach etwas, wo du glücklich bist und dich entfalten kannst. Du kannst anderen helfen, wenn du dich erst einmal selbst gefangen hast.&ldquo;<br />
&bdquo;Und was ist mit dir?&ldquo;, fragte Hevi. &bdquo;Polizei war nie dein Traumjob und das, was man dir abverlangt, erst recht nicht.&ldquo;<br />
&bdquo;Jeder sollte das tun, wo er am meisten bewirken kann. Und als Visagistin sorgst du bei Frauen für eine gute Stimmung und kannst ihnen dabei helfen, sich glücklich zu fühlen. Das finde ich toll.&ldquo;<br />
&bdquo;Ich ruf an, okay? Dann werde ich ja hören, wie die so ticken.&ldquo;<br />
Maya hob den Daumen und holte eine große Packung Eier aus dem Kühlschrank. &bdquo;Könnt ihr ab der nächsten Woche einen Blick auf Johanna werfen? Fatima und Manne fliegen in die USA.&ldquo;<br />
&bdquo;Klar. Sagt mir einfach, wie ich helfen kann&ldquo;, gab Hevi zurück. &bdquo;Wenn ich aktiv bin, denke ich am wenigsten nach.&ldquo;<br />
Hevi begann, den Tisch einzudecken während Maya Rührei mit türkischer Knoblauchwurst machte. Heiner saß mit Nele am Küchentisch und zeigte ihr Wimmelbilder auf dem Tablet.<br />
Maya schaltete das Küchenradio ein und wählte den gängigen Regionalsender, der vor allem aktuelle Charthits spielte, und sang leise die Lieder mit. Dabei tänzelte sie auf der Stelle und fand in eine gelöste Atmosphäre, zumal Hevi jetzt mit einfiel. Nele wollte nun von Heiners Schoß herunter und tanzte mit den beiden Frauen in der Küche.<br />
&bdquo;Ich mache auf!&ldquo;, meinte Heiner schließlich, nachdem er die Türklingel gehört hatte. Er trat vorsichtig an der tanzenden Hevi vorbei, eilte den Flur herunter und öffnete die Tür. Staunen machte sich in seinem Gesicht breit, als er eine völlig erschöpfte Frau vor sich stehend fand. Bleich im Gesicht, verlaufene Schminke, die Haare notdürftig hochgesteckt, wirkte auch ihre Kleidung derangiert.<br />
&bdquo;Dir geht es gar nicht gut, Marlene, oder?&ldquo; Heiner trat aus der Tür, um die Freundin hereinzulassen.<br />
Die Freundin schüttelte ihren Kopf. &bdquo;Kann ich zum Türmchen?&ldquo;<br />
&bdquo;Natürlich! Die ist mit Hevi in der Küche und macht Frühstück.&ldquo;<br />
Marlene zeigte sich verlegen. &bdquo;Ich wollte euch nicht stören.&ldquo;<br />
Heiner winkte ab. &bdquo;Maya hat sich Sorgen gemacht, von daher wird sie erleichtert sein, wenn sie dich sieht.&ldquo;<br />
&bdquo;Zurecht! Ich habe Scheiße gebaut, Heiner.&ldquo; Sie schien über ihre eigenen Worte nachzudenken. &bdquo;Und dann auch irgendwie nicht.&ldquo;<br />
Maya kam in diesem Moment aus der Küche heraus, betrachtete die Freundin skeptisch vom anderen Ende des Flurs, dann näherte sie sich mit angespanntem Gesicht. &bdquo;Was ist passiert?&ldquo;<br />
&bdquo;Das, was du schon längst geahnt hast. Ich habe Thomas mit Henning beschissen.&ldquo; Marlene schloss ihre Augen und atmete tief durch. &bdquo;Es war schön. So eine Nacht hatte ich noch nie.&ldquo;<br />
&bdquo;Und jetzt?&ldquo;, fragte Heiner, nachdem Maya unfähig war zu reagieren. Seine Freundin starrte entgeistert auf Marlene herunter. Selbst zu einer sonst selbstverständlichen Umarmung zur Begrüßung kam es nicht.<br />
Marlene hob ihre Schultern. &bdquo;Ich habe Thomas angerufen und ihm davon erzählt. Ich wollte ihn nicht anlügen.&ldquo; Sie trat an die Riesin heran und umarmte deren Hüfte.<br />
&bdquo;Jetzt rück schon damit raus! Wie hat er reagiert?&ldquo;, wollte Maya wissen. Ihre Stimme klang fordernd.<br />
&bdquo;Er möchte eine Lösung finden und weiter an mir festhalten.&ldquo; Marlene spürte deutlich, wie Maya in diesem Moment auf Distanz ging. Warum das so war, verstand sie sofort. Sie stellte eine Verbindung zu ihrem Bruder her. Schließlich hatte er Maya betrogen, und sie selbst tat nun ihrem Freund das Gleiche an.<br />
&bdquo;Und du?&ldquo;, fragte Heiner weiter. Er nahm Marlene die Jacke ab und deutete auf das Wohnzimmer.<br />
&bdquo;Ich denke den ganzen Morgen darüber nach. Ficken ist nicht alles, oder? Warum fühlt es sich aber gerade jetzt danach an?&ldquo;<br />
&bdquo;War es mit Thomas nicht schön?&ldquo;, wollte Maya wissen.<br />
&bdquo;Doch! Aber eben völlig anders. Henning hat da ein anderes Level. Vielleicht so wie Heiner bei dir im Vergleich zu meinem Bruder?&ldquo;<br />
&bdquo;Nur dein Bruder ist ein Arschloch&#8230;&ldquo;, erwiderte Maya. &bdquo;Ich habe mich doch nicht getrennt&#8230;&ldquo;<br />
&bdquo;Und Thomas nicht, schon klar.&ldquo; Marlene biss sich auf die Lippe. &bdquo;Henning will mit seiner Synthia Schluss machen. Er meint, wenn er seine Braut bescheißt, kann er nicht so glücklich gewesen sein, wie er dachte.&ldquo;<br />
&bdquo;Thomas hat dich nie beschissen, oder? Da hat es doch den Schwarm von Serkan gegeben&#8230;&ldquo;<br />
&bdquo;Astrid!&ldquo; Marlene wusste sofort, worauf sie hinauswollte.<br />
&bdquo;Ich gehe mal in die Küche, Hevi helfen. Wir rufen euch, wenn es Frühstück gibt&ldquo;, erklärte Heiner.<br />
Marlene folgte ihm mit ihrem Blick, dann wechselte er zu Maya über, die ihr gegenüber in einem Sessel Platz genommen hatte. &bdquo;Ich will euch keine Umstände machen&#8230;&ldquo;<br />
Dass Maya in diesem Moment schwieg, sprach Bände. Sie war überhaupt nicht mit dem einverstanden, was sie da gerade gehört hatte.<br />
&bdquo;Du hast gerade &lsquo;ne Hasskappe auf mich, oder?&ldquo;<br />
&bdquo;Kannst du das nicht verstehen? Das stellt doch alles infrage. Hast du an Ilona gedacht?&ldquo; Der Riesin wurden bei diesem Gedanken die Augen feucht.<br />
Marlene verneinte. &bdquo;Aber du kannst doch nicht&#8230;&ldquo;<br />
&bdquo;Du kennst diesen Henning nicht! Du hast keine Ahnung, wie er tickt. Und nur weil er dich gut gebumst hat, stellst du deine Beziehung mit Thomas infrage? Nach all den Jahren?&ldquo;<br />
Die Freundin sah entgeistert zum Gesicht der Riesin auf. &bdquo;Das ist doch genau mein Problem, Türmchen! Dass ich es tue. Ich will es doch selbst nicht.&ldquo;<br />
&bdquo;Gehen wir rüber in die Küche!&ldquo;, forderte Maya.<br />
Marlene stand wieder auf und fasste nach Mayas linkem Handgelenk. &bdquo;Bleiben wir Freunde? Ich meine auch dann, wenn ich mit Thomas Schluss mache?&ldquo;<br />
&bdquo;Das ist deine Sorge?&ldquo; Maya sah die Freundin entgeistert an.<br />
&bdquo;Ich könnte es verstehen. Kann ja nachvollziehen, wie du in diesem Moment über mich denkst. Mein Bruder&#8230;&ldquo;<br />
&bdquo;Dein Bruder konnte das nicht. Er hat es nicht einmal versucht. In seinen Augen war ich schuld und mein Job. Da gibt es schon einen Unterschied für mich, Marl. Aber feiern tue ich nicht, was du da abgezogen hast. Thomas geht jetzt durch die Hölle wegen dir und seine Eltern gleich mit. Würde mir an deiner Stelle genau überlegen, ob dieser Henning das wert ist.&ldquo;<br />
&bdquo;Und &#8211; was soll ich jetzt machen?&ldquo;, wollte Marlene wissen.<br />
&bdquo;Rede mit deiner Mutter! Hat sie nicht gesagt, dass sie Ähnliches durchgemacht hat?&ldquo;<br />
Die Freundin schwieg. Zu ihrer Mutter zu gehen war ihr noch gar nicht in den Sinn gekommen. Aber wenn sie einen völlig neutralen Rat haben wollte, dann von Rosa. Türmchen hatte recht.<br />
&bdquo;Gut! Ich fahre nach Hause und erzähle ihr alles. Das allein fühlt sich schon nach Strafe an.&ldquo;<br />
&bdquo;Und Thomas?&ldquo;, wollte Maya wissen.<br />
&bdquo;Keine Ahnung. Ich weiß nicht, wie ich ihm vor die Augen treten soll. In meinem Kopf ist absolutes Chaos. Das Ganze hört sich wie ein schlechter Witz an. Zwei Brautleute ficken auf ihren Junggesellenabschieden miteinander und stellen damit alles infrage. Passt, oder? Anscheinend ist so eine Scheiße nicht nur bei meinem Bruder im Kopf präsent, sondern auch bei mir.&ldquo;<br />
Maya wollte auf ihre Worte nicht eingehen. Dass ihre Gedanken jetzt um Marlene, Thomas, Sascha und Ilona kreisten, störte sie immens. Würde das jetzt ihr Leben lang so weitergehen? Die Menschen kamen und luden bei ihr ihre Sorgen ab, hoffend, dass sie eine Lösung fand? Sie war siebzehn! Dachte sie daran zurück, wie sie vor einem Jahr ihre Welt gesehen hatte&#8230;<br />
Erneut deutete sie auf die Wohnzimmertür. &bdquo;Gehen wir was essen. Ich habe Hunger und du nach dieser Nacht sicher auch.&ldquo;<br />
Marlene war einverstanden.<br />
&bdquo;Wie bist du von Münster hierhergekommen?&ldquo;, wollte Maya auf dem Weg in die Küche wissen.<br />
Marlene grüßte Hevi und die Kleine und bekam von Heiner einen Platz am großen Esstisch gewiesen. &bdquo;Henning hat mich gefahren.&ldquo;<br />
&bdquo;Und Yvonne?&ldquo; Maya wartete darauf, dass Marlene Platz nahm, half Hevi mit dem Rührei und verteilte es auf die Teller.<br />
Marlene hob ihre Schultern. &bdquo;Sie ist Single und wird ihren Spaß gehabt haben. Zumindest muss sie sich keine Gedanken machen.&ldquo; Sie sah auf das Display ihres Handys. &bdquo;Thomas rotiert. Ich kann ihn so gut verstehen.&ldquo; Sie tippte eine Nachricht.<br />
&bdquo;Darf ich fragen, was passiert ist?&ldquo;, fragte Hevi nach kurzem Zögern.<br />
Marlene lehnte sich zurück, dankte für den Teller mit Ei und nahm sich eine Toastscheibe. &bdquo;Ich habe gerade meine Hochzeit gecrasht, indem ich die Nacht mit einem anderen Mann verbracht habe.&ldquo;<br />
&bdquo;Was heißt gecrasht?&ldquo;, wollte die kleine Nele wissen.<br />
&bdquo;So etwas wie kaputt gemacht&ldquo;, entgegnete Heiner, froh, dass er seiner Schwester zumindest dieses Wort erklären konnte. Mit seinem Englisch war es nicht weit her.<br />
&bdquo;Dann gibt es keine Feier?&ldquo;, zeigte sich das kleine Mädchen erschrocken.<br />
Heiner bemühte sich um Schadensbegrenzung. &bdquo;Bestimmt gibt es eine. Aber vielleicht erst später. Marlene sagt uns dann Bescheid.&ldquo;<br />
Die Kleine gab sich damit zufrieden und kaute an einem Marmeladenbrötchen, das ihr vom Bruder geschmiert worden war.<br />
Hevi blieb in Gedanken und klammerte das zähe Gespräch für sich aus. Sie hatte genug mit ihren eigenen Stimmungen zu kämpfen, wie Maya zu wissen glaubte. Ging es ihr nicht in abgeschwächter Form ähnlich?<br />
Marlene erzählte Heiner von Henning. Der Mann war größer und auch deutlich stattlicher als Thomas. Sie machte keinen Hehl daraus, dass sie den Bräutigam aus Münster interessant und sehr ansehnlich fand, zumal er ein Haus besaß, das sie sichtlich beeindruckt hatte. Sie störte sich selbst daran, wie sie gestand, sich gleichzeitig darüber ärgernd, wie selbstverständlich sie die Beziehung zu Thomas nahm. Sie wirkte fade im Vergleich.<br />
&bdquo;Nur weil dir der Vergleich fehlt. Das Problem ist wahrscheinlich wirklich, dass du zu früh den Richtigen gefunden hast.&ldquo; Heiner griff nach Marlenes Hand. &bdquo;Wahrscheinlich reagierst du ganz menschlich. Das wird auch Thomas verstehen.&ldquo;<br />
&bdquo;Und da schlafe ich mit jemand anderem?&ldquo; Marlene seufzte. Sie nahm einen Bissen vom Ei, schmierte sich anschließend die Scheibe Toast. &bdquo;Danke, dass ich kommen durfte. Tut mir leid, dass ich euch die Stimmung verhagele.&ldquo;<br />
&bdquo;Na, gefragt hast du nicht, aber für den Moment ist es okay. Nur später würde ich gerne mit Heiner ein wenig Zeit verbringen, Marl. Ich bin die ganze Woche in Köln, da möchte ich mich noch einmal auf uns konzentrieren.&ldquo;<br />
&bdquo;Verstehe ich doch. Macht es euch schön! Ich hoffe einfach darauf, dass meine Mutter mich nicht runtermacht. Aber vielleicht ist sie ja wirklich für eine Überraschung gut? Die Hoffnung stirbt zuletzt.&ldquo; Sie dachte an ihren Bruder. &bdquo;Sascha wird sich totlachen.&ldquo;<br />
Sie saßen noch eine Stunde beisammen, dann wollte Marlene nach Hause. Nicht zu Thomas, wie sie bestimmt erklärte. Für die nächste Zeit würde sie wieder bei ihren Eltern einziehen, damit sie einen klaren Kopf bekam.<br />
&bdquo;Danke euch! Tut mir leid, dass ich euch da so gefordert habe.&ldquo; Marlene seufzte und griff nach ihrer Jacke.<br />
&bdquo;Wir kommen mit, wenn du magst.&ldquo; Hevi rief nach Nele, die sich noch eine Puppe aus ihrem Zimmer holen wollte und darüber ins Trödeln gekommen war.<br />
&bdquo;Komme!&ldquo; Die Kleine ließ sich von Heiner drücken und von Maya auf den Arm nehmen und zur Tür tragen.<br />
&bdquo;Hab dich lieb, Süße. Pass auf Hevi auf, okay?&ldquo; Maya lächelte und gab Heiners Schwester einen Kuss auf das Mündchen. Solche Gesten waren der Kleinen wichtig. Wahrscheinlich weil sie solche Szenen von anderen Kindern und deren Eltern kannte. Anfangs hatte sich Maya daran gestört, jetzt fühlte sie die Bindung zu dem kleinen Mädchen immer stärker. Muttergefühle? Keine Ahnung. Vielleicht sollte sie darüber einmal mit Nadja sprechen? Immerhin war die Konstellation eine ähnliche wie damals, als sie sich gekümmert hatte. Auch wenn sie deutlich jünger als ihre Ziehmutter war.<br />
Sie setzte Nele vorsichtig auf den Boden ab, die wie selbstverständlich zu Hevi ging und nach deren Hand griff. &bdquo;Fahren wir mit der U-Bahn?&ldquo;<br />
Hevi bestätigte es ihr.<br />
Marlene drückte Heiner, dann war auch Maya dran. &bdquo;Danke euch. Und sei nicht böse auf mich, Türmchen. Ich weiß, ich habe richtig Scheiße gebaut.&ldquo;<br />
&bdquo;Hast du!&ldquo; Maya gab der Freundin recht. &bdquo;Tue einfach dein Bestes, um das irgendwie in Ordnung zu bringen. Am besten, ohne dass Thomas auf der Strecke bleibt und du natürlich auch nicht.&ldquo;<br />
Kapitel 26 &ndash; Ausflug und Überraschung<br />
Heiner war froh, dass er und Maya zur Ruhe kommen durften. So eilte er ins Schlafzimmer, zog sich sein Poloshirt über den Kopf aus, warf es über eine Stuhllehne und drückte im Anschluss den Knopf seines Hosenstalls auf und zog den Reißverschluss nach unten.<br />
Maya war ihm nachgefolgt, tat es ihm wortlos gleich, mit geöffnetem Mund ein erstes verhaltenes Stöhnen laut werden lassend. Auch sie zog jetzt den Bund ihrer Sporthose nach unten, stieg aus den Hosenbeinen heraus und ließ das Wäschestück achtlos auf den Boden fallen, während sie an ihren Freund herantrat, sich zu ihm hinunterbeugte und ihn auf den Mund küsste. Dabei nahm sie sein Gesicht zwischen ihre Hände, drang mit ihrer Zunge zwischen seine Lippen und fühlte, wie sich seine Hände über ihre großen Backen legten.<br />
Er drückte seinen Körper an den ihren, führte sie mit sanftem Druck zum Bett, ließ ihr Zeit, sich darauf abzulegen, und folgte ihr nach. Sanft küsste er sich ihre Unter- und Oberbeine entlang, griff vorsichtig in den Rand ihres Höschens und zog es umsichtig über ihre ausladende Hüfte nach unten. Dabei überblickte er ihre ausgeprägte Muskulatur an Bauch und Oberschenkeln, streichelte mit den Fingern seiner Linken über das schwarze krause Schamhaardreieck und senkte dann sein Gesicht darüber ab, während sich ihre rechte Hand über seinen Hinterkopf legte.<br />
Sanft küsste er über ihre Scham hinweg, ließ seine Zunge durch das krause Haar streichen und drang vorsichtig zu ihrer Vulva vor. Er hörte sie verhalten stöhnen. Längst spürte er sein eigenes Verlangen. Sein Glied war bereit, doch hielt er sich gerne für sie zurück. Sie würde ihn fordern, wenn es so weit war.<br />
So massierte er weiter ihre Scheide, drang tief mit seiner Zunge in das Innere ihres Geschlechts vor, ließ sie an den Rändern ihrer äußeren Schamlippen entlangstreichen, dabei auf ihre so deutlich fühlbare Perle eingehend. Ihre Beine begannen sich zu bewegen, sie spreizte ihre Oberschenkel, während sich ihre Unterbeine über seine unteren Gliedmaßen legten.<br />
&bdquo;Bitte&#8230;&ldquo;, stöhnte sie verhalten.<br />
Heiner lächelte. Sonst griff seine Partnerin einfach nach ihm und hob seinen Körper auf den ihren. Dieses Mal überließ sie ihm die Initiative, und so schob er seinen Körper über ihren Bauch hinweg nach oben und begann mit seiner rechten Hand, sein steifes Glied an ihre Scham zu führen. Die Vorhaut zurückgezogen, tauchte die Eichel in ihrer Scheide ein, ohne dass es hier einen fühlbaren Widerstand für ihn gegeben hätte.<br />
Heiner suchte das finale Gefühl so lange wie möglich zu verzögern. In weiten Bewegungen liebte er seine Freundin, machte Pausen, griff in ihre so massiv wirkenden Brüste, knetete sie, bedeckte sie mit seinen Küssen, um anschließend wieder sein Glied tief in ihrem Geschlecht zu versenken. Dabei fühlte er immer wieder ihre Enge in unterschiedlicher Intensität, was ihm ein unglaublich intensives Erlebnis bescherte.<br />
Der Drang zum Höhepunkt wurde in ihm jetzt immer stärker. Seine Bewegungen wurden schneller, Schweiß bildete sich auf seiner Stirn. Maya legte ihm ihre Hände über die Backen, ließ ihm aber genug Spiel, damit er sich auf ihr bewegen konnte.<br />
Er hielt für einen Moment inne, hob seinen Oberkörper an, blickte zu ihrem Gesicht auf und fand ihre Augen geschlossen. Den Mund geöffnet, atmete sie schwer, als er auch schon den fordernden Druck ihrer Hände auf seinen Pobacken fühlte. &bdquo;Mach weiter!&ldquo;, hauchte sie.<br />
Für Heiner war die Zeit gekommen, und so nahm er sie, getrieben vom eigenen Verlangen. Schnell und hart waren seine Stöße, während seine Freundin die Stirn kraus zog und ihre Lust herausstöhnte.<br />
Er war gekommen. Ein pochendes Gefühl in seinem Glied fühlend, zog er sich aus ihrer Scheide zurück. Maya hatte wahrscheinlich keinen Höhepunkt erfahren, doch hatte sie ihm das in diesem Punkt immer wieder erklärt. Es lag nicht an ihm. War in ihrem Kopf viel los, wollte sich das finale Gefühl nicht bei ihr einstellen.<br />
&bdquo;Tut mir leid, Maya!&ldquo;, hechelte er. &bdquo;Ich hole Tücher!&ldquo; Er kletterte vorsichtig von ihrem Körper herunter, stieg über ihr linkes Bein hinweg und kam um das Bett herum, nachdem er in seine Hausschuhe gestiegen war.<br />
Sie hielt ihre Augen geschlossen und reagierte erst nach einigen Sekunden. &bdquo;Was entschuldigst du dich? Hör damit auf, okay? Es war geil und hat mir geholfen.&ldquo;<br />
Er sah auf sie herunter und zögerte einen Moment. &bdquo;Es tut mir leid, dass du da weiter Stress hast. Ich komme zur Ruhe, während du&#8230;&ldquo;<br />
&bdquo;Wird bei mir auch wieder weniger, Süßer. Hab deshalb ja kein schlechtes Gewissen, okay? Muss noch ein wenig durchhalten und mit der Prüfung wird es dann auch bei mir weniger. Ich freue mich so drauf, wenn ich in Dortmund und Umgebung eingesetzt werde. Das wird cool.&ldquo;<br />
&bdquo;Glaubst du, Marlene und Thomas trennen sich?&ldquo;<br />
Maya hatte sich diese Frage selbst gestellt. &bdquo;Weiß ich nicht. Es fühlt sich auf jeden Fall nicht gut an, was passiert ist. Gerade wegen Brasilien.&ldquo; Sie blickte an ihm vorbei Richtung Küche. &bdquo;Holst du mir was? Dein Saft läuft aus mir heraus.&ldquo;<br />
Heiner lächelte und beeilte sich, ihr Papiertücher zu bringen. &bdquo;Lass uns heute mit uns beschäftigen. Vielleicht noch einmal kurz bei den Eltern vorbeischauen?&ldquo; Er reichte ihr die Blätter und legte sich wieder zu ihr. &bdquo;Kein Toelke, keine Ilona, keine Polizei.&ldquo;<br />
Mayas Handy klingelte in diesem Moment. Sofort stand ihr die Sorge ins Gesicht geschrieben. Heiner reichte es ihr, sie warf einen angestrengten Blick auf das Display. Erleichterung zeigte sich bei ihr &ndash; es war Franzi. So nahm sie das Gespräch entgegen und gab die Papiertücher an Heiner zurück, der damit begann, sie zu säubern.<br />
&bdquo;Hey, Süße! Freu mich von euch zu hören. Wie geht es der Lütten?&ldquo;<br />
&bdquo;Emilia sitzt neben mir auf der Couch und fragt, ob sie mit Nele sprechen darf.&ldquo;<br />
&bdquo;Du, das tut mir leid, aber die ist mit Hevi bei deren Eltern. Ihr kommt doch das nächste Wochenende, oder?&ldquo;<br />
&bdquo;Also ich und Emi bestimmt. Rosalinda und Willy müssen gucken, ob sie es hingebogen bekommen. Chili hat viel Stress im Moment.&ldquo;<br />
Maya zog es den Magen zusammen. Dass Rosalindas Unterstützung für sie verloren sein könnte, belastete sie immens. War es so? Oder reagierte sie überempfindlich?<br />
&bdquo;Was ist passiert? Kann ich helfen?&ldquo;<br />
Franzi verneinte. &bdquo;Du, etwas mit ihrer Arbeit. Eins der Kinder ist auf sie losgegangen und hat sie zu verletzen versucht. Sie hat &lsquo;ne ziemliche Schramme abbekommen und musste genäht werden.&ldquo;<br />
Die Brauen Mayas verengten sich. &bdquo;Ist sie in Gefahr? Weiß man Hintergründe?&ldquo;<br />
&bdquo;Du, sie hat da schwierige Fälle. Sie meint selbst, dass sie zu unvorsichtig gewesen ist.&ldquo;<br />
&bdquo;Wann weiß sie denn, ob sie und Willy mitkommen, damit ich planen kann?&ldquo;<br />
&bdquo;Du, sie kommen morgen Abend her, dann hake ich noch einmal nach. Ansonsten müsstest du dich mit uns beiden zufrieden geben.&ldquo; Franzis Stimme klang enttäuscht. Wahrscheinlich tauchte wieder ihre Eifersucht auf die Schwägerin in spe in ihrer Gedankenwelt auf.<br />
&bdquo;Wir haben euch mega gerne hier, Franzi&ldquo;, beeilte sich Maya zu sagen. &bdquo;Ich hätte mich nur gerne auch bei Ros revanchiert.&ldquo;<br />
&bdquo;Wir geben euch rechtzeitig Bescheid. Wie geht es sonst bei euch? Alles in Ordnung? Hast viel Stress in der Arbeit?&ldquo;<br />
Maya fühlte den Drang in sich, mit Franzi zu sprechen, beließ es aber bei einer Andeutung. &bdquo;Bei mir gab es eine Katastrophe nach der anderen. Durchbrochen von ein paar Lichtblicken. Ihr seid einer davon, in ein paar Wochen geht es nach Norwegen. Freue ich mich drauf. Es sei denn, mir macht wieder die Arbeit einen Strich durch die Rechnung.&ldquo;<br />
&bdquo;Norwegen? Wie geil! Alle verreisen, nur ich bleibe in unserem Kaff kleben. Das nervt echt.&ldquo; Franzi seufzte demonstrativ. &bdquo;Ich drücke dir die Daumen, Süße.&ldquo; Sie begann von einem Jobangebot zu erzählen, das ihr Mandy gemacht hatte. Sie konnte bei ihr an der Kasse arbeiten, Vorbereitungen treffen und die Kunden betreuen, indem sie Prospekte und Getränke reichte.<br />
&bdquo;Hört sich fürs Erste gut an. Helfe meiner Ma auch immer wieder in dieser Richtung. Aber darauf hängen bleiben würde ich dann auch nicht, Franzi. Musst schon gucken, dass du was Gescheites lernst, damit du dann auch entsprechend bezahlt wirst.&ldquo;<br />
&bdquo;Sagt mir jeder. Für mich geht das aber erst einmal klar. Muss da für mich erst einmal &lsquo;nen Rhythmus entwickeln.&ldquo;<br />
Die beiden Frauen erzählten noch eine Viertelstunde, dann wollte Maya kurz Emilia haben, ließ sich von deren Wochenende erzählen, versprach Nele zu drücken und zu küssen und verabschiedete sich. Sie wollte so viel wie möglich von ihrem Heiner haben.<br />
&bdquo;Ich räume die Küche auf, machst du dich dann fertig? Können wir in die Stadt fahren und dort ein wenig spazieren gehen&ldquo;, schlug ihr Freund vor.<br />
&bdquo;Stadt? Lieber einen Park, okay? Vielleicht botanischer Garten in Bochum? Ich mag dieses chinesische Haus so gerne.&ldquo;<br />
&bdquo;Hört sich gut für mich an.&ldquo;<br />
Sie küssten sich, anschließend machten sie sich fertig, zogen sich luftige Jacken an &ndash; trotz Sonnenschein und blauem Himmel sollte es kühl bleiben. Maya schrieb in die Familien- und Freundesgruppe, dass sie zu zweit unterwegs sein würden. Das würde als Signal reichen, um für sich bleiben zu können. Hevi schrieb noch, dass sie mit Nele bei der Familie gut angekommen war und mit der Mutter zusammen Kulica zubereiten wollten. Der erhoffte Effekt hatte sofort eingesetzt. Nele nahm die Familie sofort für sich ein und lenkte so von Hevi ab. &bdquo;Mein kleiner Bodyguard&ldquo;, schrieb die Freundin noch.<br />
Kurz spürte Maya den Drang, der Freundin zu schreiben, dass dies auch keine Dauerlösung sein konnte. Irgendwann würde sich Hevi ihrer Familie allein stellen müssen. Sie überlegte kurz, nahm dann aber davon Abstand. Genauso wie sie heute die Harmonie zwischen Heiner und sich nicht gestört wissen wollte, sollte auch Hevi mit ihrer Familie diese zugestanden bekommen. Sie war siebzehn Jahre alt! Sie wollte sich nicht in die Rolle der Mahnerin und Besserwisserin treiben lassen.<br />
Heiner griff nach seiner Börse und dem Handy, fasste an die Hakenleiste mit den Schlüsseln &ndash; kurz tauchten in Mayas Gedanken Overall und Dienstwaffe auf, dann aber wischte sie diese wieder beiseite.<br />
&bdquo;Komm! Gehen wir los.&ldquo; Sie wollte sich keine Sorgen machen.<br />
Heiner schloss die Wohnungstür hinter sich ab und kam ihr nach. In der WG der Freunde war es ruhig. Erst als sie durch die Eingangstür auf die Straße getreten waren, hörten sie hinter sich die Toilettenspülung.<br />
Während sie auf das Dienstfahrzeug zugingen, fragte Maya Heiner nach dem Führerschein. &bdquo;Wann willst du den denn machen?&ldquo;<br />
Heiner hob die Schultern. Er zeigte wenig Verlangen. &bdquo;Keine Ahnung. Erst einmal ist mir die Arbeit wichtig. Wenn ich dort angekommen bin, denke ich darüber nach, einverstanden?&ldquo;<br />
Maya beobachtete ihren Freund, wie er auf die gegenüberliegende Seite des Fahrzeugs trat, dann stieg sie selbst ein. &bdquo;Geld ist es aber nicht, oder?&ldquo;<br />
Er runzelte die Stirn. &bdquo;Nein! Dank dir könnte ich das ohne Probleme stemmen. Aber würdest du jetzt bei deinem Lernstress auch noch für die Fahrschule üben wollen?&ldquo;<br />
&bdquo;Hab ich doch&ldquo;, Maya lächelte. &bdquo;Na gut, in den beiden Wochen weniger, da hast du schon recht.&ldquo; Sie startete den Wagen und rollte an. Der Verkehr auf der Ortsstraße blieb mäßig. Sie kamen gut voran, das Bordsystem prophezeite, dass sie in einer halben Stunde das Ziel erreicht haben würden.<br />
Heiner schaltete Musik ein, nickte ihr anschließend zu und setzte sich seine Sonnenbrille auf. Er wippte mit dem Kopf den Takt mit, sah aus dem Fenster und schien alle Last fallen zu lassen.<br />
Wie wichtig solche Zweisamkeit war, um bei all dem Stress gesund zu bleiben.<br />
Sie selbst dachte kurz an Toelke, Ilona und Marlene. Jetzt und hier wollte sie nicht mehr an die Katastrophen denken, die sie mit diesen Menschen verband. Seit ein paar Monaten stolperte sie aus einem Desaster heraus und in das nächste hinein. Die Schlacht im Industriegelände am Güterbahnhof, der Folterhof der Meißners, Belgien, die Festung auf der Flussinsel, die USA, Mexiko, Brasilien, wieder Brasilien &#8230;<br />
&bdquo;Kriegst es nicht hin?&ldquo;, fragte Heiner besorgt. &bdquo;Du denkst wieder dran, oder?&ldquo;<br />
Maya nickte. &bdquo;Es ärgert mich selbst, Heinchen. Ich bekomme nicht genügend Ruhe im Kopf. Ich weiß, dass ich damit zurechtkomme, aber die Gedanken tauchen halt immer wieder auf.&ldquo;<br />
&bdquo;Willst du darüber sprechen?&ldquo;<br />
Sie verneinte. &bdquo;Nein! Lass uns einen schönen Tag haben! Bitte! Geht mir was im Kopf rum, dann bleibt es, wo es ist. Ich werde in der nächsten Woche einfach wieder zur Schmelzer gehen und meditieren hilft ja auch. Kann ich ja gleich mal im Botanischen Garten versuchen.&ldquo;<br />
&bdquo;Wie läuft das denn genau ab?&ldquo;<br />
Maya erklärte es ihm. &bdquo;Du, im Grunde ist es relativ einfach. Du versuchst, deine Gedankengänge abzubrechen, indem du dir ein Mantra ins Bewusstsein rufst. Du denkst an nichts und sowie dein Kopf sich verselbstständigt, rufst du dir das Mantra auf. Hört sich ein bisschen spooky an, ich weiß.&ldquo;<br />
&bdquo;Meinst du, mir würde das auch helfen?&ldquo;, fragte Heiner.<br />
&bdquo;Hast du viel, was dir durch den Kopf geht?&ldquo;<br />
Ihr Freund nickte. &bdquo;Ja, vor allem, wenn du weg bist. Aber auch so. Gerade wegen meinen beiden. Joh ist mit Mark okay, aber wirklich glücklich wirkt sie nicht auf mich. Nele hat eine Sonne im Kopf, aber jetzt beginnt dann auch die Vorschule im Kindergarten und die Anforderungen in dieser Richtung werden höher. Keine Ahnung, ob sie weiterhin so positiv mit allem umgehen wird.&ldquo; Er blickte zu ihr rüber. &bdquo;Und du kämpfst dich durch das Leben, Maya. Oft im wahrsten Sinne des Wortes. Es beeindruckt mich, ich sehe, wie wichtig das alles ist, aber ich habe auch Angst, dass du es irgendwann nicht mehr schaffst.&ldquo;<br />
&bdquo;Ich mach dann krank!&ldquo; Maya sah ihn eindringlich an. &bdquo;Ganz ehrlich. Wenn ich merke, dass ich privat etwas verliere, ziehe ich die Notbremse. Dann muss es wieder auf die althergebrachte Weise gehen.&ldquo;<br />
Heiner zeigte sich skeptisch. &bdquo;Schwer, wenn das Leben anderer davon abhängt.&ldquo;<br />
Maya schüttelte den Kopf. &bdquo;Das darf nicht das Totschlagargument für alles werden. Wenn ich im Kopf gaga werde, kann ich auch niemandem helfen. Und da steht die Schmelzer hundert pro auf meiner Seite. Die schreibt mich krank, wenn ich nicht mehr weiter weiß.&ldquo;<br />
&bdquo;Und das schaffst du?&ldquo;, blieb ihr Freund skeptisch.<br />
Sie nickte. &bdquo;Ja. In diesem Punkt bin ich entschlossen, glaub mir!&ldquo; Sie hielten auf einem Parkplatz der Universität Bochum, stiegen aus, vergaßen ihre Sonnenbrillen nicht und gingen Hand in Hand den Weg in Richtung Botanischen Garten hinunter. Auch hier grüßten die Menschen, tuschelten aufgeregt miteinander, eine Gruppe Studenten begann zu lachen, als die Riesin und ihr Freund sie passiert hatten. Heiner blickte fragend zu seiner Freundin auf, doch die blieb entspannt, und so wollte auch er seiner Neugier nicht nachgeben.<br />
So schlenderten sie die Pfade des Gartens entlang, entspannten bei dem schönen Wetter und ließen sich in der Nähe des chinesischen Gartens auf einer Bank nieder. Riesige Sequoias imponierten Maya &ndash; sie waren schlicht beeindruckend. Ihr Vater hatte ihr erzählt, dass es Bäume in Amerika gab, die tausende Jahre alt waren.<br />
Sie hatte bei ihrem Freund nie das Gefühl, dass sie ihn auf irgendeine Weise unterhalten müsste. So schwiegen sie, jeder hing für sich seinen Gedanken nach und suchte aus der Ruhe und dem Frieden des schönen Ortes Kraft zu ziehen. Es verstrich eine halbe Stunde, bis eine Nachricht auf ihrem Handy einging. Sie musste sich dazu zwingen nachzusehen.<br />
Marlene und Thomas hatten die Hochzeit bis auf weiteres ausgesetzt. Hatten sie sich getrennt? In Mayas Kopf herrschte sofort wieder Unruhe, die sich umgehend auf Heiner übertrug.<br />
&bdquo;Musst du los?&ldquo;, fragte er besorgt nach.<br />
Sie verneinte und nahm ihm damit seine Ängste. Sie hatte sofort gespürt, wie bei ihm Stress entstand. &bdquo;Nein. Die Hochzeit von Marl ist erstmal abgesagt. Keine Ahnung, was mit den beiden wird.&ldquo;<br />
&bdquo;Scheiße! Tut mir leid. Das ist eine richtige Katastrophe.&ldquo;<br />
&bdquo;Das ist deren Sorge, nicht unsere. Lass uns die Zeit genießen. Ich habe so Horror vor der Woche. Lernen, lernen, lernen. Ich stehe da vor einer Mauer und schaffe es einfach nicht, sie zu überwinden.&ldquo;<br />
&bdquo;Hättest du lieber einen Einsatz?&ldquo;, fragte Heiner. Seine Stimme klang müde in diesem Moment.<br />
Mayas Kopf wandte sich zur Seite und blickte auf ihn herunter. &bdquo;Nein, natürlich nicht. Aber ich hätte gerne die Woche oder zwei danach.&ldquo;<br />
&bdquo;Sieh es als Endspurt, Maya! Du musst da durch. Genauso wie ich. Danach lernst du bestimmt weiter, aber der Druck ist ein anderer. Das sehe ich bei deiner Ma.&ldquo;<br />
Sie stimmte ihm zu. &bdquo;Es ist jetzt Herbst. Blicke ich auf die letzten Monate zurück, hatte ich kaum Mal Ruhe. Wahrscheinlich hast du recht, lieber lernen als irgendeine weitere Scheiße. Davon gab es in der letzten Zeit zu viele.&ldquo;<br />
Heiner überblickte den Garten, sah zu einer älteren Dame und deren Begleiterin auf, die seine Freundin staunend betrachteten, da brummte dieses Mal sein Handy.<br />
&bdquo;Unbekannte Nummer!&ldquo;, zeigte er sich erstaunt, nahm aber das Gespräch dennoch entgegen.<br />
&bdquo;Ros!&ldquo; Seine Stimme klang aufgeregt in diesem Moment.<br />
&bdquo;Gib mir deine Frau, Heiner!&ldquo;<br />
Maya nahm sein Gerät entgegen und brachte sofort ihre Sorge zum Ausdruck. &bdquo;Du bist verletzt? Geht es dir gut?&ldquo; Mayas Stimme klang angespannt in diesem Moment.<br />
&bdquo;Rede keinen Unsinn! Nur ein Kratzer. Ich wusste nur nicht, ob ich nächstes Wochenende kann. Hab Stress im Moment, den ich erst einmal in kontrollierte Bahnen lenken muss.&ldquo;<br />
&bdquo;Kann ich helfen?&ldquo;, wollte Maya wissen. Es klang Sorge mit.<br />
&bdquo;Nein! Bleibt alles so, wie wir es abgesprochen haben.&ldquo;<br />
&bdquo;Es tut mir leid, dass ich so oft&#8230;&ldquo;, brach es erneut aus Maya heraus.<br />
&bdquo;Komm einfach klar, wenn ich nein sage. Es ist alles gut! Wir sehen uns am Freitag. Gib Franzi Bescheid, ab wann wir bei euch aufschlagen dürfen.&ldquo;<br />
Maya fühlte sich erleichtert. &bdquo;Emi kann bei Nele schlafen, wir pennen auf der Couch im Wohnzimmer, ihr im Schlafzimmer und Franzi im Gästezimmer. Hevi bringen wir für das Wochenende bei Can und Jeane unter, die werden da nichts gegen haben.&ldquo;<br />
&bdquo;Hört sich gut an. Können wir wieder zusammen Frühsport machen &ndash; freust du dich sicher schon&ldquo;, drang Rosalindas raue Stimme amüsiert aus dem Lautsprecher des Smartphones. &bdquo;Muss nur ein wenig aufpassen wegen der Wunde.&ldquo;<br />
&bdquo;So was von. Geil! Am Wochenende!&ldquo; Maya lachte. &bdquo;Klar bin ich dabei. Freu mich schon drauf.&ldquo;<br />
&bdquo;Ich mach mal hier weiter. Muss noch was für morgen vorbereiten, die kleinen Racker aus der Heimat wollen schließlich alle von mir bespaßt werden. Dass das in einem Messerangriff mündet, war dann aber auch für mich neu.&ldquo;<br />
&bdquo;Weißt du da was? Steckt jemand dahinter?&ldquo;<br />
Die Mexikanerin klang entspannt. &bdquo;Ach, der wurde falsch klassifiziert. Als ich ihm dann Grenzen aufgezeigt habe, wurde er aggressiv. Ich dagegen werde immer softer. Muss unbedingt meine Reflexe trainieren. Das passiert mir kein zweites Mal, das habe ich mir selbst versprochen.&ldquo;<br />
&bdquo;Und wenn er angestiftet worden ist?&ldquo;<br />
Rosalinda lachte. &bdquo;Die Polizistin hat heute frei, vergessen?&ldquo;<br />
&bdquo;Hast ja recht. Gut, Ros. Grüße bitte alle ganz lieb von uns. Wir freuen uns auf euch.&ldquo;<br />
Maya schaute erstaunt auf das Handy herunter. Die Mexikanerin hatte schon aufgelegt. Ihr Blick wandte sich dem ihres Freundes zu, der ihrer Bewegung gefolgt war. &bdquo;Das ging schnell. Ros und Willy kommen auch.&ldquo;<br />
&bdquo;Bist jetzt erleichtert?&ldquo;<br />
Sie nickte. &bdquo;Ich hatte echt Angst, dass ich bei ihr den Bogen überspannt hab.&ldquo;<br />
Heiner dachte kurz über ihre Worte nach. &bdquo;Meinst du, das ist bei einem Menschen wie ihr möglich? Die spricht doch sofort Klartext, oder nicht?&ldquo;<br />
Maya gab ihm recht. &bdquo;Ich habe noch immer Schiss vor ihr und dem, was ich vielleicht eines Tages über sie erfahren könnte. Weißt du, was ich meine?&ldquo;<br />
Heiner glaubte es zumindest. &bdquo;Ich traue ihr zu, dass sie so weit denkt.&ldquo;<br />
Sie gab ihm recht. &bdquo;Hat sie mir auch so gesagt. Schiss habe ich trotzdem. Sie weiß, dass ich gegen sie vorgehen werde, wenn man das von mir verlangt.&ldquo;<br />
&bdquo;Meinst du, deine Kollegen wissen schon etwas Konkretes?&ldquo;<br />
&bdquo;Mutmaßungen haben sie bestimmt. Aber ich weiß zum Beispiel auch, dass man sich ihrer bedient, wenn man nicht mehr weiterkommt. Mangold hat in dieser Richtung was angedeutet.&ldquo; Sie seufzte. &bdquo;Egal, Süßer. Wir machen uns mit den Berlinern ein schönes Wochenende. Hoffentlich gefällt es ihnen bei uns. Das sollte unsere Hauptsorge sein.&ldquo; Sie schloss die Augen und fühlte die Wärme der Sonnenstrahlen auf ihrer Haut. Sie tat so gut.<br />
&bdquo;Gehen wir gleich rein?&ldquo;, fragte Heiner.<br />
&bdquo;Ja, klar! Wie könnten wir herkommen, ohne &hellip;?&ldquo;, Maya sah zu dem chinesischen Garten hinüber. &bdquo;Ich werde mich da durchquetschen müssen.&ldquo;<br />
&bdquo;Dann bleiben wir lieber doch hier, oder?&ldquo;, fragte ihr Freund nach.<br />
&bdquo;Nein! Ich habe das als Kind gefeiert. Natürlich gehen wir einmal durch. Mach ich halt wieder einen auf Quasimodo.&ldquo; Sie lachte und stand auf, streckte ihre linke Hand nach ihm aus, ließ ihn danach greifen und zog ihn zu sich heran. Sie machte sich für ihn klein, gab ihm einen Kuss, anschließend drückte sie ihren Körper gegen den seinen. Nach einem Moment der Zärtlichkeit lösten sie sich voneinander, gingen den Weg zum chinesischen Haus und traten durch die doppelflügelige Eingangstür. Alles wirkte ein wenig konstruiert, dennoch stellte sich eine besondere Atmosphäre bei ihnen ein.<br />
Maya quetschte sich durch die Gänge, bückte sich im Pavillon und schob sich durch die Wassergrotte. Ein kleiner quirliger Junge bemerkte sie in diesem Augenblick und rief nach seinem Vater. &bdquo;Maya ist hier! Hörst du, Papa?&ldquo;<br />
Ehe die Riesin reagieren konnte, deutete der Junge auf den Teich. &bdquo;Schau mal! Da gibt es auch Kleine!&ldquo; Dann lief er zu einem überdachten Bereich, wo mehrere Felsen aus dem Wasser ragten, die man vom Rand aus erreichen konnte. Er hüpfte zwischen ihnen hin und her, warf seine Arme in die Luft und kommentierte lautstark jede Entdeckung. Sehr zur &bdquo;Freude&ldquo; seiner müde wirkenden Eltern und der Umstehenden.<br />
Ein Brautpaar ließ im Hauptbereich Fotos machen, während Heiner mit seinem Handy versuchte, die chinesische Kalligrafie an den Wänden zu übersetzen.<br />
Dabei erzählte er Maya davon, dass ein Freund an der Berufsschule meinte, er kenne ein Mädchen, das sich &bdquo;heiße Suppe&ldquo; auf den Rücken tätowieren ließ, in der Überzeugung, die Schriftzeichen würden &bdquo;Weg zum ewigen Frieden&ldquo; bedeuten.<br />
Maya hörte ihm zu, lachte und war dankbar. Auch hier wurde sie von den Besuchern in Frieden gelassen.<br />
Sie liefen im Anschluss durch den Park, besuchten die Gewächshäuser und bestaunten die vielen tropischen Pflanzen darin.<br />
&bdquo;Maya!&ldquo;, hörte die Riesin eine ihr bekannte Stimme. Eine große Frau hielt auf sie zu, begleitet von einem deutlich kleineren Mann.<br />
&bdquo;Jenny?&ldquo;, zeigte sich Maya erstaunt. In diesem Moment kam ihr das Zusammentreffen mit der Bekannten wie eine Offenbarung vor. Sie hatten sich seit ihrem Geburtstag nicht mehr gesehen. &bdquo;Oh mein Gott! Wie geil!&ldquo;<br />
Heiner folgte Maya langsamer nach, hielt aber respektvollen Abstand zu den beiden Frauen. Maya umarmte einen schlanken Mann, während die Bekannte seiner Freundin neugierig zu ihm rüber sah.<br />
&bdquo;Sascha sah anders aus&ldquo;, stellte Jenny fest.<br />
&bdquo;Das ist Heiner, meine neue Liebe. Wir sind schon ein paar Monate zusammen, nachdem Sascha mir seine Arschlochseite offenbart hat.&ldquo;<br />
&bdquo;Hallo, Heiner! Ich bin die Jenny und das ist Jacque, mein Verlobter.&ldquo;<br />
Heiner trat jetzt ebenfalls an die beiden heran, um sie zu begrüßen.<br />
Maya hob ihre Augenbrauen. &bdquo;Ihr seid verlobt? Mega! Wisst ihr schon wann?&ldquo;<br />
Jenny verneinte. &bdquo;Du hättest doch längst eine Einladung bekommen.&ldquo;<br />
Die Riesin zeigte ein betrübtes Gesicht. &bdquo;Ich habe mich gar nicht mehr bei euch gemeldet. Es war so viel los &#8230;&ldquo;<br />
&bdquo;Hab ich von deiner Mutter gehört. Du bist mit deinen Kollegen viel unterwegs, lernst in Köln und hast schon richtig Verantwortung. Wir sind stolz auf dich. Das hat sich bei unserem ersten Zusammentreffen noch ganz anders angehört. Da warst du traurig, weil du glaubtest, dass du niemanden für dich finden würdest.&ldquo;<br />
Maya lächelte. &bdquo;Ich hab da ein Stück Gold entdeckt. Aber du anscheinend auch. Find es toll, dass ihr heiraten wollt. Zwei gute Freunde werden Eltern und wollen die Hochzeit dann nach der Geburt des Kindes so schnell wie möglich nachholen.&ldquo;<br />
&bdquo;Was ist aus Jeane und dem großen Türken geworden? Ich kann mich nicht an seinen Namen erinnern&ldquo;, fragte Jenny.<br />
Heiner lachte, worauf Maya einfiel. &bdquo;Von denen spreche ich gerade. Aber bitte! Das soll noch geheim gehalten werden. Nicht, dass etwas davon in die Medien gelangt, weil ich getratscht habe.&ldquo;<br />
Jenny versprach es. &bdquo;Wann treffen wir uns, Maya? Zu deiner Ma hab ich Kontakt, ich gehe immer wieder bei ihr einkaufen, aber von dir würde ich auch gerne mal wieder etwas Zeit stehlen.&ldquo;<br />
&bdquo;Kommt uns gerne besuchen! Müssen nur was ausmachen. Im Moment sind bei mir die Wochenenden immer voll. Bin ja unter der Woche in Köln.&ldquo;<br />
&bdquo;Gut. Ich rufe an&ldquo;, erklärte die Bekannte. &bdquo;Hab mich ja auch nicht gerade aufgedrängt. Wir rufen uns zusammen und dann machen wir uns eine gute Zeit. Wenn die Jungs bis dahin brav sind, dürfen sie uns gerne begleiten.&ldquo; Sie lachte.<br />
&bdquo;Da mache ich mir bei meinem Süßen keine Sorgen&ldquo;, gab Maya zurück.<br />
Jacque wurde unruhig. &bdquo;Entschuldige, Cherry, aber meine Eltern&#8230;&ldquo;<br />
Jenny seufzte. &bdquo;Ja, wir werden schon pünktlich sein. Dürfen sie ja schlecht vor unserer Haustür warten lassen. Sind extra aus Brügge angereist.&ldquo; Sie wandte sich an Maya und ihren Begleiter. &bdquo;Wir machen was aus! Bitte! Nicht wieder acht Monate warten.&ldquo;<br />
Die Frauen umarmten sich, die Männer gaben sich die Hand, dann verabschiedete sich Maya von Jacque und Heiner von Jenny. Kurz winkte man sich noch einmal zu, dann lief die große Frau mit ihrem deutlich kleineren Verlobten zurück zur Universität.<br />
&bdquo;Die scheinen cool drauf zu sein&ldquo;, meinte Heiner. &bdquo;Machen einen lockeren Eindruck.&ldquo;<br />
Maya nickte. &bdquo;Auf jeden Fall. Schade, dass ich sie aus den Augen verloren habe. Aber es war so viel los und dann noch die Sache mit Sascha&#8230;, ich habe kaum an sie gedacht.&ldquo; In diesem Moment überlegte sie, ob sie noch weitere Freunde vernachlässigt haben könnte. Peggy kam ihr sofort in den Sinn. Aber auch Malte und Marco. Das Treffen mit den beiden Jungs am Phönix-See war zu einem Desaster geworden.<br />
&bdquo;Mit Peggy, meiner zweitbesten Freundin, möchte ich mich auch bald wieder treffen. Sie hat sich mit Nele gut verstanden. Auch mit ihren Eltern.&ldquo; Immer mehr Namen tauchten in ihren Gedanken auf. Vala und Jürgen, die offiziell noch immer Teammitglieder waren, aber vor allem in Köln eingesetzt wurden, Jan, der sich nach wie vor um die beiden Terroristen sorgte und von sich aus immer wieder den Kontakt zu ihr suchte, die Familie Ruiz, Hekura, der kleine Indio, Ozan, der so sehr unter seinem Riesenwuchs zu leiden hatte, Peter, der sie in die Show von diesem Deppen gebracht hatte. Wie hieß der Typ noch gleich? Ach ja, Best. Wolfgang! Oh mein Gott &ndash; wie lief der Kurs?<br />
&bdquo;Woran denkst du?&ldquo;, wollte Heiner wissen, während er sich die Blüten einer Herbst-Anemone ansah. Er kannte sich nicht aus, genauso wenig wie Maya, doch die Beschilderungen halfen.<br />
&bdquo;Es tauchen ganz viele Gesichter in meinem Kopf auf, das hätte ich nicht gedacht. Ich kenne so viele wertvolle Menschen und wenn ich dann an die letzten Wochen zurückdenke&#8230;&ldquo;<br />
&bdquo;Hast zu viel erlebt, Maya. Dir bleibt doch gar nichts anderes, als dich auf das Wichtige zu konzentrieren. Wenn es ruhiger wird, hast du auch mehr Zeit für Freunde.&ldquo;<br />
&bdquo;Gibt es bei dir solche Menschen?&ldquo;, wollte sie wissen.<br />
Heiner musste nicht lange überlegen. &bdquo;Doch, na klar! In der Verwandtschaft ein paar Onkel und Tanten. Oma und Opa von der mütterlichen Seite. Nele telefoniert immer wieder mit ihnen und auch zu Johanna gibt es Kontakt. In meiner Richtung ist es ruhig. Wahrscheinlich haben sie die Sorge, ich könnte sie auf irgendeine Weise in die Pflicht nehmen.&ldquo;<br />
&bdquo;Und Freunde und Bekannte?&ldquo;, fragte Maya weiter.<br />
Er schüttelte den Kopf. &bdquo;Nein. Ich habe meine Jungs, Can, Manne, Serkan, Melissa, Jeane&#8230;, mehr braucht es nicht.&ldquo;<br />
Sie sah ihn nachdenklich an. Hatte er recht? Nahm sie zu viele Menschen wichtig? Natürlich musste sie Prioritäten setzen, aber deshalb konnte sie noch immer Freunde treffen, die es ihr wert waren. Sie gab Heiner insofern recht, dass von der Gegenseite ebenfalls etwas kommen musste, sonst würde man sich zwangsläufig über die Zeit verlieren.<br />
Ros! Die Mexikanerin war straight. Ihr helfen? Wahrscheinlich müsste sich da schon die Hölle auftun, dass sie es war, die darauf zurückgriff. Warum aber half sie ihr? Glaubte sie wirklich daran, dass ihr Ziehvater das vom Himmel aus von ihr erwarten könnte? Wie kam sie jetzt auf diese Frau? Maya sah sich um. Sie wurde beobachtet. Und wahrscheinlich nicht nur von ihren Leuten, wie die Bekannte ihr erklärt hatte. Besser so? Sie wusste es nicht genau.<br />
Heiner ging neben ihr her, löste sich von ihrer Hand und zog sein Handy aus der Tasche. Geklingelt oder vibriert hatte es nicht, das hätte sie sofort gefühlt.<br />
&bdquo;Es gibt hier einen guten Griechen in der Nähe. Hast du Lust?&ldquo;<br />
Maya lächelte. &bdquo;Sofort! Ich habe schon wieder einen Knast, das kann nicht wahr sein.&ldquo; Sie warf einen Blick auf ihre Uhr. &bdquo;Haben wir Mittag und Abendbrot später bei meinen Eltern. Nehmen wir Hevi und die Kleine mit.&ldquo;<br />
Sie verließen den Park und fuhren die paar hundert Meter zu dem Restaurant. Es war gut bewertet und so hofften sie auf einen weiteren schönen Moment. Beide hatten es nötig, die anstehende Woche und die damit verbundene Trennung nervte das Paar.<br />
Das Restaurant lag in einer Nebenstraße. Ein großer Freisitz lud zum Verweilen ein, gut besucht von einem gemischten Publikum. Alter traf auf Jugend, verschiedene Ethnien, Pärchen, Einzelpersonen und Gruppen. Lachen, angeregte Gespräche, Klirren von Geschirr, zwei Bedienungen, die emsig zwischen den Tischen hin und her eilten.<br />
Wie sonst auch, ebbte mit dem Erscheinen der Riesin die Geräuschkulisse ab, Gäste deuteten in ihre Richtung, einige grüßten, als die beiden Hinzugekommenen an deren Tischen vorbeigingen. Ein älteres Paar wusste Mayas Namen und nickte ihr und Heiner wohlwollend zu.<br />
Die Stühle waren für Mayas Gesäß breit genug. Sie lehnte sich vorsichtig zurück und auch hier stimmte die Stabilität. War sie wieder gewachsen? Zuletzt schien sich nicht mehr viel getan zu haben. Kam noch ein Schub? War es wirklich vorbei? Sie würde Sandra fragen, wenn sie aus Russland zurück war und sich von der Freundin gründlich vermessen lassen. Es wäre so eine Erlösung, wenn ihr Körper in dieser Richtung ein Ende gefunden hätte. Was würde sie für Nachrichten von der Forscherin erhalten? Maya hatte die Sorge, dass es wieder Neuigkeiten für sie geben könnte, die sie an sich selbst zweifeln ließen.<br />
Sie machte es sich bequem, bekam eine der kunstvoll gestalteten Karten von Heiner aufgeschlagen gereicht und begann die dargebotenen Speisen zu überfliegen.<br />
&bdquo;Die schaut ja richtig fett aus!&ldquo;, zeigte sie sich begeistert. Jedes Gericht war ausführlich beschrieben und stilvoll illustriert worden. Auch der Einband fühlte sich wertig an.<br />
Heiner stimmte ihr zu. &bdquo;Da hat sich jemand richtig Mühe mit gegeben. Wenn das Essen dann genauso geil ist&#8230;&ldquo;, er sah zu ihr rüber. &bdquo;Nimmst du alle Hauptgerichte?&ldquo;<br />
Maya erwiderte seinen Blick. Sie sah ihm an, dass er in seinem Kopf zu rechnen begann. &bdquo;Ja, hatte ich vor. Was nimmst du denn?&ldquo;<br />
&bdquo;Das Moussaka, denke ich. Schmeckt sicher genial.&ldquo;<br />
&bdquo;Dann sollen sie mir das als Erstes bringen, dann können wir das zusammen probieren.&ldquo; Sie lächelte.<br />
&bdquo;Hey, Maya! Heute nicht im Stadion?&ldquo;, wurde von einem anderen Tisch aus gerufen. Ein großer, kräftig gebauter Mann winkte ihr zu. Er saß mit drei Begleitern an einem Tisch zwei Reihen weiter und trank Bier.<br />
Die Riesin reagierte verstört und wusste im ersten Moment nicht, ob sie etwas entgegnen sollte.<br />
&bdquo;Hey!&ldquo;, war es Heiner, der zurückgrüßte. &bdquo;Nein, heute nicht. Sind nicht die großen Fußballfans, wünschen aber dem BVB viel Glück.&ldquo;<br />
Die vier Männer prosteten in ihre Richtung, während Maya kurz ihre Hand hob, aber sich ansonsten wieder auf ihre Bestellung konzentrierte. Einer der Männer meinte, sie wäre arrogant, ein anderer empfand ihre Erscheinung als abartig. &bdquo;Der Kleine muss sich ja vorkommen, als ob er sich zu einem Wal ins Bett legt&ldquo;, hörte sie noch. Sie schloss ihre Augen und atmete tief durch. Warum hatte sie sich auch in die Richtung der Gruppe sensibilisiert?<br />
&bdquo;Was steht bei dir die nächste Woche an?&ldquo;, wurde sie von Heiner gefragt.<br />
&bdquo;Lernen! Immer wieder zu viel verpasst. Ich renne dem Lernziel der Klasse hinterher. In Dülmen konnte ich aufholen, anschließend habe ich wieder viel verloren. Ich muss mich jetzt ranhalten, Heinchen. Aber es ist so hart. Fürs Lernen bin ich einfach nicht geboren.&ldquo;<br />
Heiner sah eine Kellnerin mittleren Alters herantreten und gab für sie beide die Bestellung auf. Wirkte er manchmal in für ihn neuen Situationen unsicher, trat er im Alltäglichen immer selbstbewusster auf. Er nickte der Frau zu, die dankte und in Richtung Restauranteingang verschwand. Heiner wandte sich wieder Maya zu. &bdquo;Ich doch auch nicht. Aber jetzt hat das Lernen direkt mit meiner Arbeit zu tun und da fällt es mir leichter. Das wird dir genauso gehen. Es konzentriert sich alles auf das wirklich Wichtige. Das ist super. Wenn man einen direkten Bezug hat, geht das irgendwie von selbst.&ldquo;<br />
Sie hoffte es! Am Morgen war der Gedanke bei ihr aufgetaucht, dass sie lieber wieder einen Einsatz hätte, als wochenlang zu büffeln. Doch sie hatte sich nur an Brasilien zurückerinnern müssen und dieses Verlangen hatte sich umgehend wieder aufgelöst. Tote! Es waren nicht nur böse Menschen, die um sie herum gestorben waren. Ilona! Die spanischen Touristen! Sie konnte in ihrer Erinnerung deren Lachen hören, als sie ihre Spiele gespielt hatten. Schreckliche Bilder tauchten auf &ndash; jetzt, in diesem Moment, fühlte sie sich müde.<br />
&bdquo;Nele hat Spaß!&ldquo;, erklärte Heiner und zeigte ihr eine Nachricht von Hevi. Die Kleine saß inmitten der kurdischen Familie und puzzelte mit ihnen. Gulistan saß neben ihr und schien sie dabei zu unterstützen. Die Freunde lachten auf dem Bild.<br />
Maya freute sich. Nele würde jetzt ein behütetes Leben führen dürfen. Zumindest so lange, bis sie achtzehn Jahre alt war. Johanna? Heiners Schwester ging jetzt schon ihren eigenen Weg und in weniger als zwei Jahren würde sie volljährig sein. Das Verhältnis zwischen ihr und Heiner besserte sich langsam, auch dank Fatima und Manfred. Mark? Auch hier hatte sie das Gefühl, dass es vor allem Heiners Freund war, der die Beziehung am Leben hielt.<br />
Sie nahm einen Schluck aus ihrem Glas und betrachtete die Leute an den Nachbartischen. Diese wurden meist sehr schnell auf sie aufmerksam, erwiderten ihren Blick, nickten ihr zu oder winkten. Waren Rosalindas Leute unter ihnen?<br />
&bdquo;Was ist mit Torben und Patricia?&ldquo;, sprang ihr Gedanke weiter.<br />
&bdquo;Die sind zusammen. Torben fühlt sich im Himmel. Anfangs meinte er, dass Patricia noch etwas seltsam aussah, aber jetzt hat sie ihre Zähne richten lassen. Sie haben jeden Tag Sex und waren letztes Wochenende zusammen in Berlin.&ldquo;<br />
Maya sah ihn an und glaubte, nicht richtig gehört zu haben. &bdquo;Berlin? Seltsamer Zufall, oder?&ldquo;<br />
&bdquo;Wir wollten uns nicht einmischen, Maya!&ldquo;<br />
&bdquo;Und, dass Patricia jetzt jeden Tag vielleicht durch eine Hölle gehen muss&#8230;&ldquo;<br />
Heiner schüttelte den Kopf. &bdquo;So, wie Torben vor ihr. Sie wissen jetzt beide Bescheid. Er meint, sie wären ganz happy miteinander.&ldquo;<br />
Maya glaubte nicht daran. Aber sie wollte sich auch keine Gedanken mehr dazu machen. Heiner hatte recht. Sie hatte genug eigene Sorgen und musste sich nicht ständig die anderer Menschen aufladen. &bdquo;Was wollen wir mit den Berlinern machen?&ldquo;<br />
&bdquo;Na am Freitag kommt ihr mich im Laden besuchen und holt mich ab&ldquo;, schlug Heiner vor. &bdquo;Könnt ihr Mädels euch umgucken. Willy wird kein Problem damit haben. Im Anschluss Schwerte?&ldquo;<br />
&bdquo;Und die anderen Tage?&ldquo;, fragte sie. &bdquo;Danke!&ldquo;, meinte sie zu der Bedienung, die jetzt Salat als Vorspeise brachte.<br />
&bdquo;Wie wäre es mit Bowling? Ich würde uns drei Bahnen bestellen. Die Freunde werden sich sicher anschließen wollen. Morgens können wir durch die City schlendern und zusammen frühstücken. Phönix ist auch nicht weit.&ldquo; Heiner dachte kurz nach. &bdquo;Kann ich alles die Tage organisieren. Sonntag dann ausschlafen und zusammen frühstücken, dann machen sie sich am frühen Nachmittag wieder auf den Rückweg. Würde doch passen.&ldquo;<br />
Maya lächelte. &bdquo;Das hört sich richtig gut an. Danke, Süßer.&ldquo;<br />
Heiner freute sich. &bdquo;Super gerne, Maya. Das wird ein schönes Wochenende, du wirst sehen.&ldquo;<br />
Sie begannen zu essen. Maya spürte immer wieder die Blicke der anderen Gäste, versuchte, sich nicht daran zu stören, doch gelang es ihr nur bedingt. Das würde ihr ganzes Leben so weitergehen, es gab hier keinen Exit für sie.<br />
&bdquo;Schmeckt es dir?&ldquo;, fragte sie Heiner. Sie war bereits wieder fertig.<br />
&bdquo;Es ist toll! Richtig gut!&ldquo; Er nickte ihr zu.<br />
Auch sie war zufrieden. &bdquo;War &lsquo;ne gute Idee von dir.&ldquo; Sie sah sich sehnsüchtig nach der Bedienung um, dabei überlegend, ob sie nicht doch erst noch einen Riegel essen sollte. In dem Moment, wo sie in ihre Jackentasche greifen wollte, begann ihr Handy zu summen. &bdquo;Fuck!&ldquo;, stöhnte sie auf.<br />
Sie nahm das Gerät zur Hand, las den Namen auf dem Display und sah anschließend zu Heiner rüber. Auch er stand sofort wieder unter Anspannung. &bdquo;Deyna!&ldquo;<br />
&bdquo;Hey, Süße! Wie geht es dir? Bist du schon wieder in Lünen?&ldquo;<br />
Die Estin verneinte. &bdquo;Nein, Chefin. Bin mit Manu in Paris. Kannst dich erinnern? Die wollten nicht mehr warten, bis du Zeit hast, also haben sie mich eingeladen.&ldquo;<br />
&bdquo;Wann seid ihr dahin?&ldquo;, fragte Maya erstaunt, während Heiner vergebens versuchte, den Gesprächsinhalt zu hinterfragen.<br />
&bdquo;Ein Model ist krank geworden. Eine 1,90 m große Schönheit, die für eine Marke namens Giantastic Fotos machen sollte. Da sollte ich einspringen. Für einen Sieben-Uhr-Termin.&ldquo;<br />
&bdquo;Oh Gott! Wann seid ihr da los?&ldquo;, wollte Maya wissen.<br />
&bdquo;Wir haben noch nicht viel geschlafen. Irgendwann 1 Uhr nachts. Ich wäre sowieso zu aufgeregt gewesen.&ldquo;<br />
&bdquo;Und Manu? Hat er auch gemodelt?&ldquo;, fragte Maya amüsiert.<br />
&bdquo;Das war gemein, Türmchen!&ldquo;, klang die Stimme des Freundes aus dem Hintergrund.<br />
&bdquo;Du, die waren begeistert. Ich habe einen Vertrag bekommen. Muss ich nur noch mit Mangold und Luchs absprechen. Dann sind die Overalls Geschichte.&ldquo;<br />
Maya freute sich für die Freundin. &bdquo;Hört sich richtig gut an, Schatz. Freu mich sehr für dich. Aber du bleibst bei uns!&ldquo;<br />
&bdquo;Niemals würde ich die Truppe verlassen, Maya. Da machst du dir umsonst Sorgen. Ist auch alles geregelt. Wenn Sessions anstehen, habe ich freie Tage.&ldquo;<br />
Der Riesin kam jetzt ein anderer Gedanke. &bdquo;Haben sie gesagt, wann ich da hin soll?&ldquo;<br />
&bdquo;Gar nicht! Sophie meinte, dass ich die Erwartungen voll erfüllt hätte und eher einer Frau entspreche, mit der sich potenzielle Kunden identifizieren können. Du fällst zu extrem aus. Ihre Worte!&ldquo;<br />
&bdquo;Und warum hat sie mir dann ihre Karte gegeben?&ldquo; Aus Mayas Stimme klang deutlich ihr Frust heraus. Hätte sie nicht eigentlich erleichtert sein sollen?<br />
&bdquo;Du bist ein absoluter Aufmerksamkeitsmagnet. Aber ihr Chef glaubt nicht, dass die Frauen wegen dir die Wäsche kaufen würden, die du trägst. Deine Figur ist halt einzigartig, Türmchen.&ldquo;<br />
&bdquo;Wann seid ihr wieder zurück?&ldquo;<br />
&bdquo;Du, ich komme erst am nächsten Wochenende wieder nach Dortmund. Manuele schläft die Nacht in Dülmen, dann fährt er morgen weiter nach Dortmund. Ich hoffe, wir sehen uns unter der Woche. Du kommst doch zu uns in die Kaserne, oder?&ldquo;<br />
&bdquo;Weiß ich nicht genau. Aber ich sag dir Bescheid.&ldquo; Mayas Aufmerksamkeit wechselte zu einem männlichen Servicemitarbeiter, der ihr jetzt den nächsten Gang brachte. &bdquo;Maus? Essen kommt. Ich mach Schluss, okay?&ldquo;<br />
Deyna lachte. &bdquo;Hör schon deinen Magen durch den Lautsprecher. Mach mal, bevor er noch die anderen Gäste anspringt.&ldquo;<br />
&bdquo;Soooo lustig!&ldquo; Maya seufzte. &bdquo;Drück den Künstler von mir! Hab euch lieb.&ldquo;<br />
Sie aßen fertig, tranken noch Kaffee, bestellten Eis und ließen es sich in der Sonne gutgehen. Maya hatte so gar keine Lust auf Herbst und Winter. Immerhin brachten die Jahreszeiten die Prüfung näher und im nächsten Jahr um diese Zeit hatte sie es dann hoffentlich geschafft.<br />
Wieder eine Woche ohne Heiner. Diese Trennung empfand sie als Schmerz. Prompt legte sich ein belastendes Gefühl über ihren Bauch.<br />
Kapitel 27 &ndash; Abend bei den Eltern und ein Abschied<br />
Maya hatte Hevi dazu überreden müssen mitzufahren. Der Freundin stand die Erschöpfung ihres Familienbesuchs ins Gesicht geschrieben, doch Hunger hatte sie auch. Sie war nach dem Besuch mit Nele noch drei Stunden auf dem Spielplatz im Westfalenpark gewesen.<br />
&bdquo;Sie hat einen großartigen Job gemacht&ldquo;, erzählte die Freundin. &bdquo;Meine Familie war hin und weg. Fast hat sich der Besuch gut für mich angefühlt.&ldquo;<br />
&bdquo;Fast?&ldquo;, fragte Heiner nach und drehte sich zu der Mitbewohnerin um, die in zweiter Reihe saß.<br />
&bdquo;Gulistan meinte doch allen Ernstes, ich wäre privilegiert. An mich würden keine Erwartungen geknüpft, also wäre ich frei.&ldquo; Hevi strich Nele über ihr Köpfchen. &bdquo;Hab ich wieder eine Runde geheult. Frei!&ldquo; Sie lachte auf. &bdquo;Wenn die wüsste, was in meinem Schädel abgeht.&ldquo;<br />
&bdquo;Sie weiß es eben nicht besser. Im Grunde stand sie immer abseits von allem. Richtig Freunde hatte sie nie, oder?&ldquo;, ging Maya auf den Bericht der Freundin ein.<br />
Hevi gab ihr recht. &bdquo;Sie bleibt lieber zu Hause und wartet darauf, dass Vater ihr einen Kurden aus der Heimat aussucht. Gibt genügend, die nach Deutschland wollen.&ldquo;<br />
&bdquo;Triffst du dich nächste Woche mit Günter?&ldquo;, überging Maya das Gesagte.<br />
Hevi nickte. &bdquo;Schon. Es ist okay für mich. Er kommt ja extra her. Mit Jeane will er im Anschluss auch noch sprechen.&ldquo;<br />
Maya suchte einen Parkplatz. Es schien ihr so, als ob nur noch der Behindertenparkplatz frei war. So wich sie nach vergeblicher Suche schließlich auf einen Taxiplatz aus, von dem aus sie fünf Minuten gehen mussten.<br />
Heiner löste seine Schwester vorsichtig aus dem Kindersitz und hob sie auf den Arm. Deren Lider waren schwer geworden und einzig die Vorfreude auf Mayas Eltern hatte sie wach gehalten.<br />
&bdquo;Die bekommt heute die ganze Packung. Hoffentlich ist das nicht zu viel gewesen&ldquo;, äußerte sich Hevi besorgt.<br />
&bdquo;Mach dir keinen Kopf!&ldquo;, gab Heiner zurück. &bdquo;Die kann das ab. Lief lange Zeit in die gegensätzliche Richtung. Nele hatte noch nie so viele Menschen um sich herum, die es gut mit ihr meinen.&ldquo;<br />
&bdquo;Kommt! Machen wir los. Ich muss heute noch nach Köln zurück.&ldquo; Maya sah auf ihre Uhr. Es war schon nach 18 Uhr.<br />
&bdquo;Da seid ihr ja!&ldquo; Falk ging in die Knie und breitete seine Arme aus, damit Nele hineinstürmen konnte. Spielerisch hob er das Mädchen auf seinen Arm, gab ihm einen Kuss auf die Wange und drückte nun auch Hevi an sich. &bdquo;Ich freue mich so, dass du gekommen bist.&ldquo; Er begrüßte jetzt Heiner, bevor er sich dann seiner Tochter widmete. &bdquo;Schön, dass ihr es noch geschafft habt. Nächste Woche ist es ja wieder voll bei euch.&ldquo;<br />
&bdquo;Bitte keine Szene, okay? Hab schon genug im Kopf&ldquo;, zeigte sich Maya gereizt. Sie ließ sich von Heiner aus der Jacke helfen, da hob sie ihre Nasenspitze. &bdquo;Gibt es Hähnchen?&ldquo;<br />
&bdquo;Ja, wir haben ein Dutzend bestellt. Sind gerade gekommen&ldquo;, erklärte Falk amüsiert und begleitete die jungen Leute in das Wohnzimmer. &bdquo;Magst ein Bier mit mir trinken, Heiner?&ldquo; Mayas Vater hatte so etwas wie ein Ritual zwischen ihnen daraus gemacht.<br />
&bdquo;Gerne!&ldquo; Heiner sparte wie immer an Wörtern, wartete ab, bis Maya und Hevi auf der großen Couch Platz genommen hatten, und setzte sich dann in einen der Sessel. Nele stand vor dem Bücherregal und deutete auf die Fotoalben. &bdquo;Darf ich, Mutti?&ldquo;<br />
Maya zögerte einen Moment. Sollte sie Nele erinnern? Sie atmete tief durch. &bdquo;Na klar! Such dir eins aus, dann bringst du es rüber, ja? Lass uns bitte blättern!&ldquo;<br />
&bdquo;Jaha&#8230;&ldquo;, freute sich die Kleine. Natürlich suchte sie sich den dicksten Band aus und kletterte zwischen den beiden Frauen auf die Couch.<br />
&bdquo;Kommunion!&ldquo;, stöhnte Maya. Sie hatte diesen Tag als sehr anstrengend empfunden. Ihr Vater war anfangs dagegen gewesen. Sie waren alle nicht gläubig, doch hatte sie selbst darauf bestanden. Nicht wieder Außenseiterin sein. Das war damals ihr Totschlagargument für alles gewesen.<br />
Nele betrachtete aufmerksam die Fotos und ließ sich von Maya die Personen erklären. Nadjas Familie, Onkel, Tanten, Cousins &ndash; fast fünfzig Leute waren damals eingeladen gewesen.<br />
&bdquo;Ich helfe mal den Tisch eindecken&ldquo;, meinte Hevi, stand auf und ging rüber zur Küche.<br />
Maya sah ihr nach, da war Nele schon mit der Ansicht der beiden Blätter fertig. Sie kuschelte sich an Mayas Seite ein, dann bat sie darum, die nächste Seite aufzuschlagen.<br />
Heiner hörte, wie Falk und Hevi sich über den heutigen Elternbesuch unterhielten. Sollte er fragen, ob auch er helfen durfte?<br />
&bdquo;Weg ist sie&ldquo;, hörte er Maya. Er sah zu den beiden rüber und lächelte. Nele war über Mayas Oberschenkel zusammengesackt und schlief.<br />
&bdquo;Sie sagt das jetzt immer öfter&ldquo;, brach es schon aus Maya heraus.<br />
&bdquo;Sie weiß es nicht besser, Maya. Sie wünscht sich das mit uns so sehr.&ldquo;<br />
&bdquo;Und was soll ich machen? Mich Mutti von ihr nennen lassen? Aber ich bin es doch nun mal nicht.&ldquo; Die Stimme der Riesin klang angestrengt.<br />
&bdquo;Es ist ein Wort, Maya. Ich kann nachvollziehen, dass du damit überfordert bist, aber sie halt auch. Habt ja schon drüber gesprochen.&ldquo;<br />
Die Riesin legte ihre linke Hand über den Rücken des kleinen Mädchens. &bdquo;Dann lass ich sie einfach?&ldquo; Ihr Blick wechselte von der Kleinen zu ihrem Freund.<br />
&bdquo;Ja. Wenn uns jemand anspricht, können wir die besondere Situation erklären.&ldquo; Heiner zeigte ihr seine Besorgnis. &bdquo;Wird es dir zu viel?&ldquo;<br />
Maya blickte gereizt zu ihm rüber. &bdquo;Warum sagst du das jetzt? Hör auf damit! Ich suche nur für mich eine Möglichkeit. An mir hängen so viele Erwartungen und natürlich hat Nele da eine hohe Prio. Aber stress mich nicht noch zusätzlich, okay?&ldquo;<br />
Heiner fühlte den Konflikt. War es Nele, war es er selbst? Ihre Eltern? Oder einfach der Druck der anstehenden Woche?<br />
&bdquo;Du denkst jetzt nicht darüber nach. Ich möchte mich einmal nicht zusammenreißen müssen. Wenigstens solange wir hier allein sind.&ldquo;<br />
&bdquo;Wenn du willst, spreche ich mit Nele. Ich kann verstehen, das&#8230;&ldquo;<br />
Maya schloss ihre Augen. &bdquo;Und dann verschweigt sie uns, was sie sich wünscht? Nein! Sie soll es gut haben. Passt schon.&ldquo; Sie zeigte ihm einen energischen Gesichtsausdruck. &bdquo;Wir sind jetzt fertig damit!&ldquo;<br />
In diesem Augenblick brachte Falk einen Kessel in das Wohnzimmer und stellte ihn auf dem großen Esstisch auf einen der Untersetzer ab. Er blickte zu den dreien in der Sitzgruppe rüber, hob seine Augenbrauen, dann blickte er besorgt auf Heiner herunter. &bdquo;Habt ihr Streit?&ldquo;<br />
Maya hob beide Hände an die Schläfen. &bdquo;Hör auf, Paps! Bitte! Ich habe einfach keinen Bock auf Köln. Das ist alles. Gib Ruh!&ldquo;<br />
Nadja trug eine Pfanne mit Kartoffeln herein, gefolgt von Hevi, die einen großen Topf auftrug. Sie registrierte sofort Nele, die nach wie vor über Mayas Beinen lag und schlief. &bdquo;Die Kleine ist fertig. Hat sie genug gegessen?&ldquo; Sie wandte sich zu Hevi um, die das umgehend bestätigte. &bdquo;Meine Familie lässt niemanden hungrig gehen.&ldquo; Sie lächelte.<br />
&bdquo;Dann kommt! Essen wir. Und Maya!&ldquo; Sie blickte zu ihrer Tochter rüber. &bdquo;Nimm dir eine Auszeit! Ein Wort zur Schmelzer und du bist raus. Deine Prüfung kannst du auch später machen. Dann dauert es halt noch ein weiteres Jahr.&ldquo;<br />
Maya bettete vorsichtig die Kleine, deckte sie mit einer Zudecke zu und kam zum Esstisch rüber. Heiner ließ seine Freundin an sich vorbeitreten, sah selbst noch einmal nach Nele, dann folgte er ihr nach.<br />
&bdquo;Komm, Schatz! Kein Sauergesicht. Iss, dann geht es dir gleich wieder besser. Hör auf Mutti! Wenn es nicht mehr geht, lässt du dich krankschreiben. Du bist keine Maschine, auch wenn viele Menschen dich gerne als eine solche sehen möchten&ldquo;, mahnte Falk.<br />
Maya fühlte Hevis Hand auf ihrem linken Oberschenkel. Kurz blickte sie zur Seite, nickte, da zog die Freundin ihre Hand wieder zurück. &bdquo;Ich muss durchziehen. Ich will nach Dortmund und das geht nur dann, wenn ich Gas gebe. Aber ich hab so gar keine Energie dafür. Im Moment fühle ich es einfach nicht.&ldquo;<br />
Ihr Vater blickte über den Tisch hinweg zu seiner Tochter. &bdquo;Rede ganz offen mit dem Luchs. Wenn die wollen, dass du weiterhin deine Arbeit machen kannst, brauchst du Ruhe.&ldquo;<br />
Die Riesin seufzte. &bdquo;Ja, werde ich müssen. Im Moment ist mein Kopf voll.&ldquo;<br />
Nadja sah mitleidig zu ihrer Tochter rüber. &bdquo;Tut mir leid, Türmchen. Du stehst für so viele Menschen ein, aber zum erwachsen werden musst du lernen, auch für dich selbst zu sorgen. Setze Grenzen! Da hat Papa recht.&ldquo;<br />
Maya aß schweigend vor sich hin, während Falk und Nadja sich mit Hevi unterhielten. Die Freundin antwortete passiv und zurückhaltend, kein Vergleich zu früheren Zeiten. Vorbei? Sie hielt es für wahrscheinlich.<br />
Heiner blieb ruhig, nahm sich von den Kartoffeln nach, reichte Nadja die Soße und folgte dem Gespräch. War er sauer? Sie war gerade ziemlich arschig zu ihm gewesen. Sie nahm sich ein weiteres Hähnchen, riss eine Keule herunter und kaute darauf herum. Der Hunger ließ jetzt langsam nach und damit auch ihre Gereiztheit. So einfach? Sofort wanderten ihre Gedanken in Richtung Sandra und Russland, doch blockte sie das sofort wieder ab.<br />
Sie würde die Woche mit Bommel und Musti verbringen. Mel war wieder auf dem Weg in die Schweiz und schien sich dort wohl zu fühlen, auch wenn die Trennung von Serkan schmerzte. Doch sie kam zurecht, während der Freund in ständiger Sorge um ihre Beziehung verblieb.<br />
Sie aß weiter und hörte Heiner zu, der von seinen ersten Erfahrungen im Geschäft ihrer Mutter erzählte. Dabei zeigte er sich von der Arbeit begeistert und auch davon, wie zuvorkommend die Kollegen ihn behandelten. Wer sollte ihm auch blöd kommen wollen? Die wussten doch alle Bescheid.<br />
Wieder! Was war mit ihr los? Lag es wirklich nur an der Schule und dem Lernstress? Sie aß weiter, blieb passiv, in ihren Gedanken schon in Köln. Noch einmal tauchte Nele darin auf. Sie brauchte nur über den Tisch zu gucken. Was wäre aus ihr geworden, wenn Nadja sich dieser Rolle nicht angenommen hätte? Vielleicht hatte sie diese Erfahrung machen müssen, um für Nele eine ähnliche Rolle einnehmen zu können? Schicksal?<br />
Sie brauchte etwas, worauf sie sich freuen durfte. Das Wochenende mit den Berlinern fühlte sich im Moment noch wie Pflicht an. Vielleicht war das anders, wenn sie die Woche hinter sich gebracht hatte?<br />
Wann würde der nächste Einsatz kommen? Wo? Wie viele Tote würde es geben? Sie fühlte den Blick ihres Vaters, ignorierte ihn, griff erneut in den Kesseltopf und nahm sich von den Hähnchen.<br />
&bdquo;Du kannst mir sagen, Heiner, wenn Kollegen dich wegen deines Schulabschlusses verspotten&ldquo;, meinte Nadja nach kurzem Zögern. &bdquo;Ich werde kein Mobbing in meinem Team dulden.&ldquo;<br />
Heiner merkte sofort auf. Er sah sie unsicher an, überlegte, dann sprach er in seiner zurückhaltenden, langsamen Art. &bdquo;Aber warum? Sie werden sehen, dass ich gute Arbeit leiste. Und wenn du eingreifst, macht es alles nur schlimmer. Ich komme zurecht, Nadja. Die Arbeit gefällt mir sehr gut.&ldquo;<br />
Maya blickte zur Seite. Auch ihr hatte Heiner nichts erzählt. Warum nicht? Sie vertrauten sich doch. Wieder drängte Ärger in ihr hoch, doch kam ihr damit auch eine Erinnerung an Sascha in den Sinn. Sie wusste noch genau, wie sich ihr Ex aufgeführt hatte, als sie ihm nicht alles erzählen wollte, was ihr in der Arbeit widerfahren war.<br />
&bdquo;Darum geht es, Heiner. Ich möchte, dass es so bleibt. Wären die anderen Kollegen nicht loyal dir gegenüber, hätte ich nichts davon erfahren. Sie sind voll des Lobes, was dich betrifft.&ldquo;<br />
&bdquo;Das freut mich&ldquo;, gab der junge Mann zurück. &bdquo;Dann wird sich alles andere mit der Zeit auch klären.&ldquo;<br />
&bdquo;Ich dulde keinen Unfrieden in meinen Betrieben, Heiner. Von daher sieh dich bitte in der Verantwortung. Du kannst vielleicht damit umgehen, andere Mitarbeiter aber mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht, wenn sie in solch eine Situation geraten.&ldquo;<br />
Heiner schwieg, dachte nach, dann gab er Nadja recht. &bdquo;Dann spreche ich das direkt an. Kein Problem. Hab ich im Supermarkt auch.&ldquo;<br />
&bdquo;Du versprichst es mir! Gibt es Arschlöcher in den Teams, müssen diese verschwinden.&ldquo;<br />
&bdquo;Versteh ich, Nadja! Wirklich!&ldquo; Heiner nickte ihr zu.<br />
Hevi hing ihren Gedanken hinterher. Auch sie schien nicht wirklich anwesend, aß schweigend ihre kleine Portion und blickte nur ab und an zu ihrer Freundin auf.<br />
Falk versuchte verkrampft das Gespräch mit den jungen Leuten am Laufen zu halten, doch außer Heiner ließ sich niemand von ihnen darauf ein. Maya antwortete kurzangebunden und reagierte gereizt. Sie hatte keine Lust, sich gegenüber ihren Eltern zusammenzunehmen. Die nahmen es hin, wollten sie sich doch nicht im Streit von der Tochter trennen.<br />
&bdquo;Wollen wir reden?&ldquo;, fragte Heiner, als seine Freundin ihre Sachen für die Woche zusammenpackte.<br />
&bdquo;Worüber?&ldquo;, fragte sie zurück, sich kurz ihm zuwendend.<br />
&bdquo;Hab ich was falsch gemacht? Wenn ja, dann sag&lsquo;s mir bitte&#8230;&ldquo;<br />
&bdquo;Nein. Hast du nicht. Ich habe einfach schlechte Laune, okay? Gerade hab ich es so satt. Der Tag war so schön mit dir, ich will nicht weg.&ldquo; Sie blickte auf das Bett, auf das sie ihre große Reisetasche gestellt hatte.<br />
&bdquo;Fünf Tage, Maya! Dann bist du wieder da&ldquo;, versuchte er sie zu trösten.<br />
&bdquo;Und wenn die mich wieder holen? Was dann?&ldquo;<br />
&bdquo;Du kannst nein sagen.&ldquo;<br />
Maya drehte sich zu ihm um und setzte sich auf das Bett. &bdquo;Kann ich nicht! Hab ich dir oft genug erklärt. Wie sollte ich das vor mir selbst rechtfertigen?&ldquo; Sie beobachtete, wie ihr Freund an sie herantrat und vor ihr in die Hocke ging.<br />
&bdquo;Ein paar Monate durchhalten, dann bist du bei uns. Ich versuche mitzulernen. Kannst mir abends davon erzählen. Vielleicht hilft dir das?&ldquo;<br />
Sie nickte. Es tröstete sie, dass er für sie beide eine Lösung suchte. &bdquo;Ich will, dass es Nele gut geht. Nadja ist so wichtig für mich gewesen, das will ich auch für sie sein. Aber wie kann ich das, wenn ich ständig unterwegs bin?&ldquo;<br />
&bdquo;Erst einmal ist Mutti nur ein Wort für sie, Maya. Wenn sie dich so nennen darf, dann glaubt sie daran, dass du in ihrem Leben bleiben wirst. Ich denke, das ist für sie das Wichtigste. Sie hat so viel Unsicherheit in dieser Richtung erfahren und ist neidisch auf die Kinder, die Eltern haben. Normal, oder?&ldquo;<br />
Sie nickte. &bdquo;Ja, na klar.&ldquo;<br />
&bdquo;Es kommt nicht drauf an, dass du jeden Tag in ihrer Nähe bist. Telefoniere mit ihr. Fünf Minuten am Abend und sie ist happy. Glaub mir. Unsere Freunde sind ja auch noch da. Das ist eine einzigartige riesige Familie für sie, von deinen Eltern mal ganz zu schweigen.&ldquo;<br />
&bdquo;Heini, ich reiße mich die ganze Zeit zusammen. Heute konnte ich einfach nicht mehr, okay? Sei nicht sauer. Ich habe dich ohne Ende lieb.&ldquo; Maya lief eine Träne über die Wange.<br />
&bdquo;Und ich dich erst mal.&ldquo; Er kam wieder zum Stehen, gab ihr einen Kuss und umarmte sie. &bdquo;Wollen wir noch mal schnell? Die Kleine schläft und Hevi ist in ihrem Zimmer.&ldquo;<br />
Maya zögerte keine Sekunde. Vorsichtig drückte sie ihn von sich weg, stieß die Tasche von der Matratze herunter und knöpfte ihre Bluse auf. Heiner zog hastig sein Hemd über den Kopf, öffnete den Hosenstall seiner Jeans, streifte den Bund nach unten und stieg aus den Hosenbeinen heraus.<br />
Sie stöhnten, Heiner zog ihr die Stoffhose aus, streifte ihren Slip ab und kam sofort über sie. Mayas Linke griff nach der massiven Beule in der Vorderseite seiner Unterhose, löste sich wieder davon und zog seinen Leib zwischen ihre Schenkel auf ihren Oberkörper.<br />
&bdquo;Ahh!&ldquo;, stöhnte Maya auf, als sein Glied in ihr Inneres glitt. Dieses Mal ging ihr Freund hart und rücksichtslos vor, drang mit seinem Penis so tief in ihr Geschlecht ein, wie er es vermochte, und bewegte seinen Unterleib in schnellen, abrupten Stößen vor und zurück.<br />
Sie wand sich auf der Matratze, griff in seine Pobacken und zuckte zusammen, als sein Glied erneut tief in ihre Scheide eindrang. Seine Hände griffen in ihre Brüste, sie fühlte die Feuchte seiner Lippen, dann zog er sich wieder zurück, stützte sich auf ihrem massiven Rumpf ab, um erneut hart in sie hineinzustoßen.<br />
Maya spreizte ihre Oberschenkel, verschränkte ihre Unterbeine hinter seinem Gesäß und bäumte sich unter jedem seiner Stöße auf.<br />
Heiner zog sich abrupt aus ihrem Geschlecht zurück, ejakulierte über ihren Bauch, stieg über ihren massiven rechten Oberschenkel hinweg und legte sich erschöpft auf seine Seite des Bettes.<br />
Maya fühlte sich in diesem Moment frei. Sie hatte ihren Freund intensiv gespürt, auch wenn der Akt nur wenige Minuten angedauert hatte. Ficken! Zusammen mit Essen und Zeit mit Freunden und Familie eine weitere Insel, auf die sie sich immer wieder retten konnte. Wie lange reichte das? Sie schloss die Augen, tastete mit ihren Fingern nach seinem Körper und griff nach seiner Rechten.<br />
Kapitel 28 &ndash; Wieder in Köln<br />
&bdquo;Schläfst du schon?&ldquo;, fragte Maya, den Autosessel in Liegeposition, die Ankunft bei den Henschels abwartend.<br />
Serkans Stimme klang angespannt. &bdquo;Hey, Türmchen. Geil, dass du dich meldest. Hör schön, hast Redebedarf, oder?&ldquo;<br />
Maya fühlte ein schlechtes Gewissen. &bdquo;Tut mir leid, Serki. Haste mich erwischt. Willst mir erst einmal von dir erzählen? Dann fühle ich mich vielleicht nicht ganz so schäbig.&ldquo;<br />
Der Freund lachte. &bdquo;Auch eine Taktik. Aber zu deiner Beruhigung: Ich habe wirklich etwas, das ich loswerden möchte. Astrid war gerade da und hat mich nach Thomas gefragt. Haben Marl und er Ärger?&ldquo;<br />
&bdquo;Wenn du mit Ärger meinst, dass Marlene durchgedreht ist und auf ihrem Abschied einen Bräutigam gebumst hat, dann ja.&ldquo; Aus Mayas Stimme klang deutlich ihr Groll auf die Freundin heraus. &bdquo;Ich habe sie lieb, werde ihr helfen, aber da habe ich mich automatisch gefragt&#8230;&ldquo;<br />
&bdquo;Ob auch ein Sascha in ihr stecken könnte, schon klar&ldquo;, ergänzte der Freund ihre Worte.<br />
&bdquo;Woher weiß Astrid davon?&ldquo;<br />
Serkan wusste es nicht genau. &bdquo;Irgendeine Kollegin von ihr, die Thomas von einem Auftritt her kannte. Sie hat das Konzert organisiert, das er vor Astrids damaliger Gruppe gegeben hatte. Natürlich wittert die Kleine jetzt ihre Chance.&ldquo;<br />
&bdquo;Und warum hat sie mit dir gesprochen? Sie hätte doch direkt zu ihm gehen können, oder?&ldquo;<br />
Serkan verneinte. &bdquo;Sie hat keine Kontaktdaten von ihm, Knolle. Und ich habe gemeint, dass ich auch keine habe und mich da auch nicht einmischen werde.&ldquo;<br />
&bdquo;Oh Mann.&ldquo; Maya seufzte. &bdquo;Was soll ich jetzt machen? Marl anrufen? Wenn ich es nicht mache, bin ich doch so etwas wie eine Verräterin, oder?&ldquo;<br />
&bdquo;Nein! Das würde ich nicht machen. Wenn Thomas noch eine Chance sieht, wird Astrid für ihn sowieso keine Rolle spielen. Und für Marl sollte das auch kein Grund sein, zu ihm zurückzukommen, oder?&ldquo;<br />
&bdquo;Du bist so ein kluger Kopf&#8230;&ldquo;, stellte die Riesin anerkennend fest. Was ihr Freund sagte, hatte Hand und Fuß.<br />
&bdquo;Weiß ich nicht. Mel führt mich da jedes Mal vor, wenn sie es darauf anlegt. Zumindest wenn es um Merkfähigkeiten und Logik geht. Eigentlich müsste sie einen Hochbegabten-Test machen. Ich bin mir sicher, dass sie ein besonderes Ergebnis erreichen würde.&ldquo;<br />
&bdquo;Hast du es ihr vorgeschlagen?&ldquo;, fragte Maya, die Stadtkulisse Kölns überblickend. Sie sah in vielleicht eineinhalb Kilometern Entfernung den Dom, der das Lichtermeer der Stadt krönte.<br />
&bdquo;Du, keine Chance. Sie würde den Sinn darin nicht sehen, meinte sie.&ldquo;<br />
&bdquo;Hat sie recht. Die wird immer Polizistin bleiben wollen, Serki.&ldquo;<br />
Ihr deutschtürkischer Freund stimmte ihr zu. &bdquo;Weiß ich, glaub mir. Warum sollte ich auch einen Versuch unternehmen, wenn ich weiß, dass ich keine Chance habe?&ldquo;<br />
Maya dachte in diesem Moment an Rosalinda. &bdquo;Ich kenne auch so eine Maus. Die ist wahrscheinlich noch schlauer als Mel. Sie kommt uns am nächsten Wochenende besuchen.&ldquo;<br />
&bdquo;Kann ich mir kaum vorstellen. Wie kommst du darauf?&ldquo; Seine Stimme klang neugierig.<br />
&bdquo;Sagen wir es so. Sie hat einen gewissen Ruf. Manfred kannte sie vor mir und das, obwohl er sie nie getroffen hat.&ldquo;<br />
&bdquo;Jetzt machst du mich neugierig. Woher?&ldquo;<br />
&bdquo;Aus einer mexikanischen Telenovela. Die Sendung handelt von ihrem Leben in Mexiko und Deutschland&ldquo;, erklärte Maya.<br />
&bdquo;Alter! Dann hast du noch eine Berühmtheit am Start? Hat dir Jeane nicht gereicht?&ldquo; Ihm schien in diesem Moment ein Licht aufzugehen. &bdquo;Can! Er hat mir von den Fotos der Berlinerin erzählt, die du ihm gezeigt hast. Das ist doch die, die du mit Heiner besucht hast. Ich habe recht, oder?&ldquo;<br />
&bdquo;Ja. Manchmal bist du mir auch unheimlich&ldquo;, Maya meinte es ernst. &bdquo;Krass. Dass du dich an solche Kleinigkeiten erinnern kannst.&ldquo;<br />
&bdquo;Halloooo! Can meinte, ihm wäre ein kalter Schauer über den Rücken gelaufen, als er sie auf dem Foto gesehen hat. Hübsch, aber eben auch eiskalt. Ich meine, er übertreibt immer, aber ich kann mich noch gut daran erinnern, wie er mir geschworen hat, dass es ihm ernst sei.&ldquo;<br />
&bdquo;Serki?&ldquo; Maya wurde jetzt ernst. &bdquo;Wenn sie da ist, bitte kein Wort in diese Richtung. Sie ist einfach mein Berliner Besuch, okay? Auch Mel gegenüber! Sie soll sich zusammenreißen.&ldquo; Ihr kam ein Gedanke. &bdquo;Ist sie überhaupt das nächste Wochenende da?&ldquo; In ihren Gedanken mündete ein Zusammentreffen der beiden Frauen zwangsläufig in eine Katastrophe.<br />
&bdquo;Ja. Büyükanne will unbedingt ihre Prinzessin sehen. Dieses Mal, ohne ihr mit türkischen Vorstellungen zu kommen. Ob es klappt? Keine Ahnung. Meine Oma hält Mel für steinalt. Wir sind in allem viel zu spät dran. Die Vorstellung, dass wir ohne Kinder alt werden würden, kommt für sie einem Armageddon gleich.&ldquo;<br />
&bdquo;Und trotzdem will sie den Kontakt?&ldquo;, fragte Maya neugierig.<br />
&bdquo;Ja! Sie glaubt immer noch fest daran, dass Melissa eine Prinzessin ist und hat in der Heimat mächtig mit ihr angegeben.&ldquo; Serkan lachte. &bdquo;Jetzt kann sie schlecht zurückrudern.&ldquo;<br />
&bdquo;Oh je. Du warst aber auch immer schon eine Enttäuschung, Serki, das wissen wir alle&ldquo;, lachte Maya.<br />
&bdquo;Ich bin nicht schuld. Die deutsche Lebensführung meiner Eltern wird für meine fehlgeleiteten Ziele verantwortlich gemacht. Büyükanne meinte dann auch, dass diese jetzt nicht enttäuscht sein brauchen und mich einfach so lieben müssten, wie ich bin, meine Prinzessin mit eingeschlossen.&ldquo;<br />
&bdquo;Und ihr kommt zurecht?&ldquo;, fragte Maya weiter. Es tat ihr gut, mal über das Leben eines anderen sprechen und nachdenken zu können.<br />
&bdquo;Wenn wir so weit auseinander sind, kämpfe ich mit meiner Unsicherheit. Du kennst Melissa. Sie steht ständig unter Dampf und bekämpft ihre Unruhe auf ihre Weise. Aber gleichzeitig ist sie begeistert von der Schweiz, hat dort Kollegen kennengelernt, die ihre Leistungen übertreffen und ist voller Ehrgeiz, diesen Umstand zu ändern. Sie steht zwar mit ihrem inneren Assi ziemlich am Rand, aber zumindest eine der dortigen Kolleginnen hat einen Draht zu ihr gefunden. Kannst dir vorstellen, was das mit mir macht.&ldquo;<br />
&bdquo;Sie liebt dich, Serki! Hab daran keinen Zweifel! Keiner ist bis jetzt bei ihr so weit gekommen.&ldquo;<br />
&bdquo;Weiß ich doch, Knöllchen. Aber manchmal spüre ich auch deutlich, wie sie diese Bindung belastet.&ldquo;<br />
Maya seufzte. &bdquo;Ich muss mich bei ihr melden. Wenn, dann ruft sie immer an. Das ist scheiße. Nachdem wir mit dem Club an Toelkes Grab waren, haben wir uns kaum noch gesehen. Can und Jeane? Ich hoffe, das klappt am nächsten Wochenende, die mit unterzubringen. Haben ja auch von den Berlinern die Freunde kennengelernt.&ldquo;<br />
&bdquo;Na, ich bin gespannt. Wir sind auf jeden Fall dabei, wenn ihr uns die Möglichkeit gebt.&ldquo;<br />
&bdquo;Serki? Ich bin jetzt angekommen. Will noch kurz mit Lars quatschen und dann ins Bett. Hab dich lieb!&ldquo;<br />
&bdquo;Und ich dich erst mal, Knöllchen. Hoffe, du hast Ruhe und wenig Stress!&ldquo;<br />
&bdquo;Hoffe ich auch. Und du mach fertig! Die Kinder brauchen jemanden wie dich. Das weiß ich aus eigener Erfahrung, wie du weißt.&ldquo;<br />
&bdquo;Da hast du nicht unrecht. Bisher ist das Feedback gut. Sowohl von den Schülern als auch von meinen Mentoren. Werden wir sehen. Grüß mir die Henschels!&ldquo;<br />
&bdquo;Werde ich machen. Bis zum Wochenende! Melde mich vorher bei euch. Drück Melissa von mir! Wenn ich es schaffe, rufe ich sie abends mal an. Vielleicht hat sie ja dann Zeit.&ldquo;<br />
&bdquo;Die wird sich freuen ohne Ende. Die glaubt ja immer, dass du sie vergisst, sobald sie dir aus den Augen tritt.&ldquo;<br />
&bdquo;Quatsch. Ich habe meine Zicke lieb.&ldquo;<br />
Serkan lachte. &bdquo;Ich auch. Nur leider wird es bei uns mit Norwegen nicht klappen. Sie bleibt in der Schweiz verhaftet.&ldquo;<br />
&bdquo;Scheiße! Wäre nice gewesen, wenn ihr dabei gewesen wärt.&ldquo; Maya zeigte sich enttäuscht.<br />
&bdquo;Klappt dann ein anderes Mal, Knöllchen. Ist nicht schlimm. Mit der Kohle ist es eng bei mir, das ändert sich dann erst zum Ende des Jahres.&ldquo; Er verabschiedete sich noch einmal und wünschte Maya eine gute Nacht. Die Riesin räumte das Handy ein, öffnete die schwere Panzertür, betätigte beim Aussteigen den Taster zum Öffnen der schweren Heckklappe und zog ihre Taschen aus dem Transportraum, nachdem sie das Heck ihres Fahrzeugs erreicht hatte. Sie fühlte sich so müde in diesem Moment.<br />
Ihre Stimmung erfuhr sofort einen Wandel, als sie Wilma jaulen hörte. Es klang verzweifelt und klagend. Maya hörte Lars&lsquo; Stimme, da war die Tür schon offen und die Hündin wetzte ihr in weiten Sprüngen entgegen. Erst auf den letzten Metern bremste sie ab, sprang an ihr hoch und ließ sich von ihr fangen, nachdem sie ihr Gepäck hatte fallen lassen.<br />
Maya lachte, spürte die riesige Hundezunge in ihrem Gesicht, das Zucken des massigen Tierkörpers und das gequälte Winseln, womit die Hündin ihre Gefühle zum Ausdruck brachte. &bdquo;Beruhige dich doch bitte, mein Schatz!&ldquo;, mahnte die Riesin, drückte das Tier an sich und ließ es dann wieder auf den Boden herunter.<br />
&bdquo;Freu mich, dass du da bist, Türmchen. Allein in diesem Haus&#8230;, man fühlt sich darin verloren&ldquo;, wurde ihr von dem Familienvater erklärt, während seine Gasttochter ihn in ihre Arme schloss.<br />
&bdquo;Kommen Sasi und Günter nicht ab und an?&ldquo;, wollte Maya wissen.<br />
&bdquo;Ab und an trifft es ganz gut! Die sind unterwegs. Saskia war letzten Mittwoch hier.&ldquo; Der hochgewachsene schlanke Mann lächelte, sah zu ihr auf und deutete auf die Haustür. &bdquo;Lass uns reingehen. Ich bin froh, dass du gut angekommen bist.&ldquo; Lars half Maya aus ihrer Jacke heraus und wartete ab, bis sie ihre Schuhe ausgezogen und in das Regal geschichtet hatte. Dort lagen ihre Hausschuhe bereit, in die sie jetzt schlüpfte. Anstoß zu deren Anschaffung hatte Melissa gegeben, die für Maya ein Paar hatte anfertigen lassen.<br />
&bdquo;Hast du Hunger?&ldquo;, fragte Lars, dabei auf den Küchenbereich deutend. &bdquo;Ich kann dir gerne noch etwas machen.&ldquo;<br />
&bdquo;Danke, ich habe Riegel. Lass uns lieber noch etwas auf der Couch sitzen, wenn du magst.&ldquo;<br />
Lars stimmte freudig zu, ging in die Küche, holte ein Tablett nebst zwei Gläsern und einer Karaffe mit Wasser, stellte eine Obstschale dazu und brachte alles zum Wohnzimmerbereich rüber. &bdquo;Musst du morgen früh raus?&ldquo;, fragte er auf dem Weg.<br />
&bdquo;Sieben reicht. Für die Schule mag ich mich nicht Schicki machen. Mel ist noch immer in der Schweiz, also niemand da, der sich daran stören würde.&ldquo; Die Riesin hob ein Glas vom Tablett, schenkte für Lars ein, dann nahm sie sich selbst. &bdquo;Meldet sich Sandra regelmäßig?&ldquo;<br />
&bdquo;Ja, jeden Abend. Ganz zuverlässig. Ihr gefällt Russland, trotz aller Widrigkeiten, die dort vorherrschen. Die Volkovskaya scheint sich langsam von den Haftbedingungen zu erholen und sich gegenüber Sandra zu öffnen. Sie scheint zu begreifen, dass meine Frau wirklich aus Deutschland kommt und kein Systemspitzel ist, der sie überwachen und aushorchen möchte.&ldquo;<br />
&bdquo;Hat Sandra etwas wegen mir erfahren?&ldquo;, fragte Maya, worauf sich in ihrem Bauch umgehend ein flaues Gefühl einstellte.<br />
Lars nickte. &bdquo;Ich weiß nichts Konkretes, aber wir haben ein paar Zeichen abgesprochen, über die sie sich mitteilen kann. Zum Beispiel auch dann, wenn sie in Gefahr schwebt. Sie hat auf jeden Fall etwas herausgefunden.&ldquo;<br />
&bdquo;Meinst du, sie wird stark überwacht?&ldquo;, fragte Maya weiter.<br />
&bdquo;Auf jeden Fall. Die Russen passen auf, dass die Volkovskaya keine Geheimnisse preisgibt, die ins Ausland gelangen und dort genutzt werden könnten. Verständlich. Würde wahrscheinlich unsere Seite genauso machen. Sandra hat auf jeden Fall schon einiges erreichen können und mit den dortigen Forschern viel diskutiert. Iwanow ist dort noch immer ein Thema und die Kollegen haben ihr viel von dem Mann berichtet. Ein paar dieser Leute hinter vorgehaltener Hand, aber Sandra bleibt auf der Hut. Sie weiß, dass sie dort niemandem trauen darf, letzten Endes auch der Volkovskaya nicht.&ldquo;<br />
Maya beobachtete Wilma dabei, wie diese sich neben ihr einen bequemen Platz suchte. Die Hündin wollte den Körperkontakt zu ihr und schmiss sich schließlich so in die Polster, dass ihr Rücken gegen Mayas linken Oberschenkel drückte. Ein Stoßseufzer, dann war das Tier zufrieden, entspannte und begab sich direkt ins Traumland.<br />
&bdquo;Wann kommt Sandra zurück? Weißt du da schon was Genaues? Vielleicht könnte ich sie ja mit abholen kommen.&ldquo;<br />
Lars lächelte. &bdquo;Sie würde sich freuen. In zwölf Tagen genau. Der Flug steht aber noch nicht fest. Sie fliegt von Sankt Petersburg über Stockholm.&ldquo;<br />
&bdquo;Du, dann komme ich mit. Sagst mir Bescheid, bitte?&ldquo;<br />
&bdquo;Selbstverständlich, Türmchen. Meine Frau freut sich doch. Ohne dich wäre sie niemals auf die Idee gekommen, solch eine Reise zu unternehmen.&ldquo;<br />
Maya nahm ihr Handy zur Hand und trug einen Termin ein. Sie wollte unbedingt daran denken.<br />
&bdquo;Wie wird deine Woche, Türmchen? Magst erzählen?&ldquo;<br />
&bdquo;Lernen, lernen, lernen. Durch meine Einsätze und die Erholungszeit sind bei mir riesige Lücken entstanden. Ich habe versucht zu lernen, aber es ist wieder so viel passiert, Lars&#8230;&ldquo;<br />
&bdquo;Günter hat da etwas angedeutet &#8230;, es tut mir leid, Maya. Die Verantwortung lastet schwer auf deinen noch so jungen Schultern. In diesem Punkt hat dein Vater wohl recht gehabt, als er dir noch ein paar unbeschwerte Jahre gewünscht hatte.&ldquo;<br />
&bdquo;Lars! Es ist zu spät. Hätte, hätte Fahrradkette&#8230;&ldquo;, Mayas Gesichtszüge wirkten müde. &bdquo;Ich bin mittlerweile für jeden unbeschwerten Moment dankbar. Das wirklich Irre ist, dass sich das Lernen für mich noch belastender anfühlt als die Einsätze.&ldquo;<br />
&bdquo;Normal! Du überwindest hier eine Schwäche. Würde dir die Theorie liegen, wäre das anders. Mal abgesehen von den vielen unterbewussten Wahrnehmungen, die deine sensiblen Sinne mit sich bringen.&ldquo; Er nickte ihr zu. &bdquo;Du hast es bald hinter dir, Türmchen. Halte durch! Ich hatte diese Phasen während meines Studiums auch und das ohne die zusätzlichen Belastungen, denen du unterliegst. Ich kann dir ein paar Möglichkeiten zeigen, mit denen du den Lernstress im Rahmen hältst. Zumindest, wenn es um die Wiederholungen in der Freizeit geht.&ldquo;<br />
Maya lächelte. &bdquo;Das wäre super. Im Moment habe ich Beton im Kopf. Mich nervt alles nur noch. Heute zum ersten Mal auch Heiner und die Kleine. Das darf doch nicht sein, oder?&ldquo;<br />
&bdquo;Wenn du Gewissheit haben willst, dass du ein normaler Mensch bist, dann ist diese Reaktion deiner Gefühle der Beweis. Du bist überlastet! Du erlebst mehr, als du verarbeiten kannst, und alles, was sich aufstaut, bricht sich in Momenten der Ruhe Bahn. Du glaubst, es wäre das Lernen, aber dem ist nicht so. Von daher wäre es besser, wenn man dich erst einmal in Frieden lässt.&ldquo;<br />
&bdquo;Haben meine Eltern auch schon gemeint. Ich soll zur Schmelzer gehen, wenn es mir zu viel wird. Aber ich will mich nicht krankschreiben lassen, verstehst du das? Sonst streckt sich alles noch länger für mich.&ldquo;<br />
&bdquo;Dann keine Einsätze mehr. Maya! Die sollen dich in Ruhe lassen. Du kannst ablehnen, das solltest du dann auch tun. Egal, mit welchen Argumenten man dir kommt.&ldquo;<br />
&bdquo;Dann sterben Menschen, Lars.&ldquo;<br />
&bdquo;Genauso, wie wenn dein Kopf dicht macht. Dann wirst du erst einmal niemandem mehr helfen können.&ldquo; Lars sah mit einem ungewohnt ernst wirkenden Gesicht zu ihr rüber. &bdquo;Ich spreche mit Luchs! So geht das nicht mehr weiter.&ldquo;<br />
&bdquo;Ich habe mir doch alles angenommen. Wenn ich im Einsatz bin, ist es wie im Rausch. Es fühlt sich geil an, nur noch zu handeln und den eigenen Instinkten zu folgen. Ich bin gut im Töten, Lars! Ich hab Talent. Es gibt niemanden auf der Welt, der besser darin ist.&ldquo; Sie sah nachdenklich zu dem Freund und Psychologen rüber. &bdquo;Man nennt mich auch den Anjo Vingador oder Angel of Vengeance. Ich werde dafür gefeiert, dass ich die Richtigen umbringe. Männer und Frauen, die böse sind. Mörder, Vergewaltiger, Menschenhändler, Folterer &#8230;, es klingt so einfach. Aber ist es das auch? Habe ich meinen Einsatz abgeschlossen, frage ich mich, wie man als Mensch zu solch einem Wahnsinnigen werden konnte. Und mein nächster Gedanke&#8230;, werde ich bald auch so sein? Wächst in mir irgendwann die Erkenntnis, mich zur Psychopathin entwickelt zu haben?&ldquo;<br />
Sie glaubte die Bestürzung in Lars&lsquo; Augen erkennen zu können. Sie mutete ihm hier und jetzt viel zu. Doch sie konnte nicht anders. &bdquo;Hier bin ich die liebe Maya. Tochter, Freundin, der Kern, wie mich meine Freunde auch nennen. Dabei habe ich ein paar hundert Menschen auf dem Gewissen, im wahrsten Sinne des Wortes.&ldquo; Sie streichelte die Hündin, die anfing zu schnarchen. &bdquo;Bevor es mit ihnen vorbei ist, fragen sie mich immer wieder, was ich bin.&ldquo; Ihr Blick wechselte zu Lars. &bdquo;Dabei ist die Antwort ganz einfach. Ich bin der Grund, warum sie nicht mehr leben dürfen. In der nächsten Sekunde, meine ich.&ldquo; Sie sah wieder auf die Hündin herunter. &bdquo;Ich bin auch schon zur Verbrecherin geworden. Streng genommen!&ldquo; Sie schüttelte den Kopf. &bdquo;Streng genommen? Als ob ich das beurteilen dürfte. Irre, oder?&ldquo;<br />
&bdquo;Du hast zahllosen Menschen das Leben gerettet. Du weißt es doch selbst, Türmchen. Du bist nie aufgebrochen, um jemanden zu töten, sondern immer um Menschen zu retten. Du hast Geiseln befreit.&ldquo;<br />
Die Riesin ließ sich in die Kissen zurückfallen. &bdquo;Ach, Lars. Weißt du, was mir gerade durch den Kopf geht?&ldquo;<br />
Der Psychologe verneinte.<br />
&bdquo;Dass ich keinen Bock auf die Schule hab. Vielleicht bin ich doch schon eine Psycho?&ldquo; Sie wollte aufstehen, doch der Freund hielt sie zurück.<br />
&bdquo;Warte! So darfst du jetzt nicht schlafen gehen. Bitte, Maya!&ldquo; Seine Stimme klang in diesem Moment ungewohnt bestimmend.<br />
Wilma fuhr aus dem Schlaf, hob ihren massigen Kopf und sah erschrocken zu Lars rüber.<br />
&bdquo;Du bist dazu gemacht, Maya! Wahrscheinlich hast du recht. Aber du denkst über all das nach und genau das lässt dich nicht zur Psychopathin werden. Du spürst eine Veränderung in dir. Das ist notwendig, um auf die Bremse zu treten. Das müssen die Verantwortlichen einsehen. Geh zur Schule und bestehe auf einem geregelten Alltag. Darum geht es jetzt!Luchs und Schmelzer müssen auf dich aufpassen. Sie tragen da eine Verantwortung.&ldquo;<br />
Maya nickte. Sie fühlte selbst, dass ihre Familie und Freunde recht hatten. Es wurde ihr zu viel.<br />
Nach einer weiteren halben Stunde ging Maya ins Bett. Es war schon nach ein Uhr. Heiner hatte sie schon kurz nach der Ankunft geschrieben. Er solle sich keine Sorgen machen. Sie liebe ihn, genauso wie die kleine Maus, die so gerne Mutti zu ihr sagt. Wog das nicht im Grunde alles auf? Kein Grund, sich an so etwas zu stören.<br />
Wilma wollte ihr wie immer Gesellschaft leisten, rollte sich auf dem Bettvorleger zusammen, nachdem Maya sich ausgezogen hatte, und hob noch einmal kurz ihren Kopf, während die Riesin das Licht ausschaltete.<br />
Psycho. War sie eine? Was hatte das Fass bei ihr zum Überlaufen gebracht? Wirklich die Sache mit Marlene? Vielleicht die Parallelen zu Sascha, die sie zog? Sie wusste in diesem Moment genau, wie Thomas sich fühlen musste. Auch wenn Marlene Konsequenzen gezogen hatte und nicht so feige wie ihr Bruder war.<br />
Sie schloss die Augen. Sie war so unglaublich fertig. Noch einmal tauchte die Sorge vor dem Lernstress in ihren Gedanken auf, im Anschluss Santos und Mercer. Auch sie hatte schon gefoltert! War sie wirklich noch besser als solche Menschen? Siebzehn Jahre&#8230;<br />
Kapitel 29 &ndash; Start in die neue Woche<br />
Der Wecker klingelte Punkt 7 Uhr. Maya öffnete die Augen, blickte direkt auf Wilmas Nase, anschließend wechselte ihre Aufmerksamkeit auf die braunen Augen der Hündin. &bdquo;Plock, Plock, Plock&ldquo;, klopfte deren Schwanz auf den Teppichboden.<br />
&bdquo;Ich habe keinen Bock, Wilma.&ldquo; Maya blies ihre Wangen auf. &bdquo;Magst du für mich gehen?&ldquo;<br />
&bdquo;Plock, Plock, Plock&ldquo;, kam als Antwort, dazu die Hundezunge, die ihr durch das Gesicht leckte.<br />
Die Riesin lachte. &bdquo;Danke für deinen Guten-Morgen-Kuss.&ldquo; Sie raffte sich auf, öffnete die Tür und ging mit der Hündin runter ins Erdgeschoss, um sie in den Garten zu lassen. &bdquo;Morgen!&ldquo; Zu ihrer Überraschung war Lars schon auf. Der Geruch von Kaffee stieg in ihre Nase, begleitet von dem Duft aufgebackener Brötchen.<br />
&bdquo;Mach dich schnell fertig, dann packe ich dir inzwischen Kaffee und Brötchen ein!&ldquo;, schlug Lars vor.<br />
Maya freute sich, umarmte den Mann und war schon halb die Treppe rauf, als sie noch einmal seine Stimme hörte. &bdquo;Geht es dir besser?&ldquo;<br />
Sie fühlte in sich hinein, wandte sich zu ihm um, dann nickte sie. &bdquo;Ich glaube schon.&ldquo; Sie wartete seine Antwort nicht ab, nahm mit zwei weiten Schritten die restlichen Stufen und begann schon im Gang ihr Oberteil auszuziehen. Eine Viertelstunde, um zu duschen und sich grob zurechtzumachen. Hastig suchte sie sich eine schwarze Jeans und ein mintgrünes Oberteil heraus, griff nach Höschen und BH, kurz darüber nachdenkend, ob sie auch den Overall anziehen sollte. Keine weiteren Einsätze? Sie ging in das Badezimmer, den Gedanken mit aller Macht verdrängend.<br />
Sie duschte, wusch sich die Haare, föhnte sie oberflächlich und würde sich im Auto schminken. Zehn Minuten, länger brauchte sie nicht dafür. Während sie die Treppen hinunterlief, tippte sie ein &bdquo;Hab dich lieb&ldquo; in ihr Handy, nahm von Lars dankend eine große Papiertasche entgegen, drückte ihn, streichelte über Wilmas Rücken, dann war sie schon im Garten und auf dem Weg zur Pforte.<br />
Mit wenigen Schritten war sie am Fahrzeug, stieg ein und gab über Sprachbefehl die Anweisung, sie zur Schule zu fahren. Würde sie das Fahrzeug behalten, wenn sie in der nächsten Zeit Einsätze ablehnen würde? Ärger stieg in ihr auf. Warum dachte sie jetzt so? Würde sie nicht weitermachen, wenn es hart auf hart kam? Sie seufzte.<br />
Ihr Telefon vibrierte. Es war Arnold.<br />
Sie schloss ihre Augen. Neuer Einsatz!<br />
&bdquo;Ja?&ldquo;<br />
&bdquo;Hallo, Mrs. Klein. Keine Sorge, wir haben nichts für Sie. Mr. Henschel hat Mr. Luchs verständigt, der nimmt die Situation um Ihre Verfassung ernst und wir damit auch. Sie unterlagen in den letzten Monaten so vielen Einflüssen und wir nahmen an, dass Sie mit dem Stress genauso souverän umgehen würden wie mit unseren Gegnern.&ldquo;<br />
&bdquo;Und was bedeutet das jetzt?&ldquo;<br />
&bdquo;Wir haben für alle Vertragsstaaten die Anforderungsparameter erhöht. Sie werden erst einmal Ruhe haben. Die vorvorletzte Entscheidung übernehme ich, die vorletzte Herr Luchs, die letzte Sie.&ldquo;<br />
&bdquo;Und auch, wenn es um Menschenleben geht, kann ich nein sagen?&ldquo;, fragte Maya müde.<br />
&bdquo;Ja! Können Sie, Mrs. Klein. Seien Sie gewiss, dass wir es vor Ihnen auch tun werden. Erst wenn ich und Mr. Luchs nicht mehr weiter wissen, werden wir Sie ins Spiel bringen. Einsätze wie den letzten in Brasilien wird es künftig nicht mehr für Sie geben.&ldquo;<br />
Maya sparte sich einen Kommentar. Es war genau das, was Hugo meinte. Andere sollten sich den Kopf darüber zerbrechen, ob sie gebraucht wurde oder nicht. &bdquo;Okay.&ldquo;<br />
&bdquo;Mrs. Klein? Wir müssen Sie weiterhin in Bereitschaft halten. Sprich, das Flugzeug bleibt in Ihrer Nähe. Sie sind nicht die einzige Option. Aber Sie haben selbst in der Vergangenheit erlebt, was Sie bewirken können. Denken Sie an Ihren Einsatz gegen den IS oder die Rebellenbewegung.&ldquo;<br />
&bdquo;Ja, ich weiß. Ich würde nur so gerne meine Ausbildung abschließen und in Dortmund arbeiten.&ldquo;<br />
&bdquo;Das hat für uns Priorität. Sollte es vor Ihrem Abschluss noch zu einem Einsatz kommen, wird Sie Frau Schmelzer direkt betreuen. Sie verhängt dann Sperr- und Schonfristen für Sie, damit Sie die nötige Ruhe und Betreuung haben, um sich zu erholen.&ldquo;<br />
Maya sah jetzt, wie ihr Einsatzfahrzeug in die Auffahrt zum Schulgelände einbog. &bdquo;General? Ich bin jetzt da. Mein Unterricht fängt gleich an.&ldquo;<br />
&bdquo;Gut! Passen Sie auf sich auf! Wir werden das auch tun, das verspreche ich Ihnen!&ldquo;<br />
&bdquo;Haben Sie schon öfters versprochen, General&ldquo;, erinnerte Maya. &bdquo;Aber versuchen wir es, oder?&ldquo;<br />
&bdquo;Sie auf Ihrer Seite, wir auf unserer! Ihr Privatleben gehört dazu, Mrs. Klein.&ldquo;<br />
&bdquo;Ich weiß.&ldquo;<br />
&bdquo;Gibt es Probleme, haben Sie genügend Anlaufstellen. Sie müssen sich nicht mit allem allein rumschlagen.&ldquo;<br />
&bdquo;Ich muss los, General.&ldquo;<br />
&bdquo;Passen Sie auf sich auf, Mrs. Klein. Machen Sie nicht alle Probleme zu Ihren eigenen, Sie haben viele Ansprechpartner, die Ihnen helfen können, mich eingeschlossen.&ldquo;<br />
&bdquo;Werde ich versuchen.&ldquo; Maya öffnete schon die Fahrertür.<br />
&bdquo;Ich klingele ab und an bei Ihnen durch, um mich zu erkundigen, wenn Sie es gestatten.&ldquo;<br />
&bdquo;Okay. Ich muss jetzt&#8230;&ldquo;<br />
&bdquo;Gehen Sie! Viel Erfolg!&ldquo;<br />
Maya öffnete die Tür, griff ihre Tasche, die auf dem Beifahrersitz lag und zog sie nach, als Bommel hinter ihr ans Fahrzeug trat. &bdquo;Türmchen! Wie geil, dass du wieder da bist.&ldquo;<br />
Die Riesin wandte sich zu dem Freund um und sah freudig auf dessen Gesicht herunter. &bdquo;Hey, Bommelchen! Wie geil, dich zu sehen!&ldquo; Sie umarmte den Freund und drückte ihn an sich. &bdquo;Wo ist Musti?&ldquo;<br />
&bdquo;Der bringt Leila zu ihrem Betreuer und hilft beim Übersetzen. Der Dolmetscher wurde beim Gericht gebraucht.&ldquo;<br />
&bdquo;Leila?&ldquo; Maya wusste mit diesem Namen nichts anzufangen.<br />
&bdquo;Erinnerst du dich nicht? Die Frau, die im Irak geholfen hat?&ldquo;<br />
Natürlich erinnerte sie sich. &bdquo;Scheiße! Klar! Wie geht es ihr?&ldquo;<br />
&bdquo;Lass uns hochgehen! Haben nur noch fünf Minuten, bis es klingelt.&ldquo; Er deutete auf den Haupteingang.<br />
Maya war einverstanden, schulterte die Riemen ihrer Tasche und folgte dem Freund und Kollegen nach.<br />
&bdquo;Sie hat eine kleine Wohnung in der Nähe von Mustafa und Asal bekommen. Luchs hat darum gebeten, dass die beiden ihr helfen. Das funktioniert anscheinend ganz gut.&ldquo;<br />
&bdquo;Das freut mich. Super! Hat sie sich verdient.&ldquo;<br />
&bdquo;Verdient? In einem fremden Land ohne Freunde und Familie? Sie hat Angst, dass jemand sie entdecken könnte. Anscheinend glaubt die Familie, dass sie es war, die ihren Bruder und die Männer im Gemeindehaus verraten hat. Sie ist voller Angst.&ldquo;<br />
Maya trat durch die automatische Schiebetür in das Innere des Gebäudes. Mitschüler begrüßten sie, zeigten sich freudig, immer wieder wurde sie umarmt. Sie erwiderte die Gunstbezeugungen, nickte ihren Kollegen zu, dann nahm sie neben Bommel die Treppe in die erste Etage.<br />
&bdquo;Sie hat sich dafür entschieden, das Richtige zu tun. Und das Geld hat sicher auch dabei geholfen, oder?&ldquo;, zeigte sich Maya wenig beeindruckt.<br />
&bdquo;Mag sein. Aber, hast du eine Ahnung, wie viele Iraker in Köln wohnen?&ldquo;<br />
Sie wandte sich zu dem großen stämmigen Kollegen um. &bdquo;Bommel! Bitte! Ich will kürzer treten und mich auf das Lernen konzentrieren. Hilf mir dabei, okay?&ldquo;<br />
Der Freund sah zu ihr auf. &bdquo;Dir geht es nicht gut, oder?&ldquo;<br />
Maya verneinte. &bdquo;Zu viel los gewesen. Ich habe gestern sogar die Kleine und Heiner angezickt. Weiß gerade nicht so recht, wohin mit mir.&ldquo;<br />
Sie stellten sich mit dem Rest ihrer Klasse vor die Eingangstür zum Klassenzimmer. &bdquo;Wo ist Nikolaidis?&ldquo;, fragte eine Kollegin.<br />
&bdquo;Ist doch egal. Warten wir halt, bis er kommt&ldquo;, meinte Constantin. Er ging in die Knie und zog ein großes Tablet aus seinem Rucksack.<br />
&bdquo;Warum machst du nicht krank?&ldquo;, fragte Bommel Maya. &bdquo;Die Schmelzer&#8230;&ldquo;<br />
&bdquo;Ich weiß. Den Rat habe ich jetzt schon mehr als einmal bekommen, Bommel. Ich will aber jetzt durchziehen. Arnold und Luchs wollen sich dafür einsetzen, dass ich erst einmal Ruhe habe. Weißt du, was seltsam ist?&ldquo; Sie lehnte sich gegen die Wand und ging anschließend in die Hocke. &bdquo;Dass mir ausgerechnet der Fehltritt von Marlene die Birne fickt. Weißt schon, Saschas Schwester. Nicht Ilonas Tod, oder der von Toelke. Nein, eine Trennung. Auf einmal dreh ich frei, irre, oder?&ldquo;<br />
Bommel blickte hilflos auf die Freundin herunter. &bdquo;Du tickst anders. Wahrscheinlich bist du gegenüber einer anderen Art Stress resistenter.&ldquo;<br />
Maya hob ihre Schultern. &bdquo;Du meinst, wenn ich Menschen töte oder sie um mich herum sterben, lässt mich das kalt, aber wenn es um Beziehungen geht&#8230;&ldquo;, sie stutzte. &bdquo;Ach, ist egal. Wenn die nächsten Wochen einigermaßen normal laufen und ich in den Urlaub komme, krieg ich das hin.&ldquo;<br />
&bdquo;Zuversicht! Das ist das Wichtigste, Türmchen. Mach weiter, sorge für dich dabei, schon allein weil du niemandem helfen kannst, wenn du selbst kaputt bist.&ldquo;<br />
Maya nickte und griff nach Bommels Hand.<br />
In das Raunen der Gespräche um sie drängten nun zwei weitere Stimmen, verbunden mit Trittgeräuschen. Nikolaidis winkte ihnen zu, entschuldigte sich für seine Verspätung und bemerkte, wie Maya in diesem Moment auf die Füße kam.<br />
&bdquo;Frau Klein! Schön, dass Sie wieder bei uns sind. Ich habe Ihnen den versäumten Stoff zusammengefasst und Constantin Wickerl wird Sie beim Nachholen unterstützen. Jeden Tag 90 Minuten, nach der Regelunterrichtszeit. Keine Sorge, die anderen Fächer sind inkludiert.&ldquo;<br />
Constantin trat an Maya heran und hob seine linke Hand an deren Schulter. &bdquo;Eigentlich könntest du mit mir anschließend Sport machen, dann würde ich auch von deinen Stärken profitieren.&ldquo;<br />
Maya lächelte. &bdquo;Werde ich zeitlich nicht hinbekommen, sorry.&ldquo;<br />
Der Anwärter zeigte Verständnis. &bdquo;Ich kriege ein paar Groschen dafür, dann muss das reichen.&ldquo; Er lächelte.<br />
Na, ich nicht&#8230;, dachte Maya und blickte ihm nach. Sie seufzte und reihte sich zwischen den anderen Anwärtern ein, die in den Saal drängten.<br />
Maya ging zu ihrem Platz neben Bommel, der, wie sonst auch, sofort seine Schlafposition einnahm. Er bekam trotzdem alles mit und hatte überdurchschnittliche Bewertungen. So schwer sie sich selbst mit dem Stoff tat, so leicht fiel es dem Freund. Neid! Auch sie war nicht gefeit vor diesem Gefühl.<br />
&bdquo;Unser heutiges Programm beinhaltet das allseits beliebte Verwaltungs- und Polizeirecht&#8230;&ldquo;, leitete der Dozent die Unterrichtseinheit ein.<br />
Ein Stöhnen ging durch die Klasse, dem sich Maya instinktiv angeschlossen hatte. Recht war an sich schon eine Hausnummer für sie, aber Verwaltungs- und Polizeirecht nervten sie einfach nur.<br />
&bdquo;Herr Vogelsang! Erklären Sie uns doch bitte, was es mit verbindlichen Verwaltungshandlungen auf sich hat.&ldquo; Der schlanke Dozent mit den schwarzen lockigen Haaren nickte dem mittelgroßen blonden Anwärter zu.<br />
&bdquo;Ähh&#8230;&ldquo;, fühlte sich der Angesprochene ertappt. Er sah zu Sina, seiner Banknachbarin, rüber, die schadenfroh zurückgrinste.<br />
&bdquo;Herr Bommel! Wie wäre es mit Ihnen? Entschuldigen Sie bitte, wenn ich Ihren Schlaf unterbrochen haben sollte.&ldquo;<br />
Der Hüne hob seinen Kopf, blickte zu dem Dozenten rüber und zeigte ein Lächeln. &bdquo;Haben Sie nicht, Herr Nikolaidis.&ldquo; Er räusperte sich, dann gab er schon die Erklärung ab. &bdquo;Das sind offizielle Entscheidungen, die die Behörde trifft und die für den Bürger bindend sind.&ldquo;<br />
Nikolaidis ließ Agnes ein paar Beispiele nennen, im Anschluss fuhr er mit seinem Stoff fort. Maya versuchte, seinen Worten zu folgen, doch immer wieder entglitt ihr die Kontrolle über ihre Gedankenwelt.<br />
War Heiner sauer auf sie?<br />
Fühlte er sich genervt?<br />
Wie ging es Nele?<br />
Würde ihr Freund mit seiner kleinen Schwester sprechen, um sie künftig davon abzuhalten, sie Mutti zu nennen? Nein! Das war ihr nicht recht.<br />
Rosalinda tauchte auf, von einem Kind verletzt. Vielleicht ein Zeichen, wie sehr sie sich zum Positiven hin entwickelt hatte?<br />
Gesprächsfetzen drangen ihr ins Ohr. &bdquo;&#8230; sind nicht auf die Begründung, Änderung oder Aufhebung von Rechten und Pflichten&#8230;&ldquo;, da war sie schon bei Marlene.<br />
Würden sich die Freunde trennen?<br />
Was war mit diesem Henning?<br />
Maya rief das Bild des Bräutigams aus ihrer Erinnerung ab. Der Mann war nicht hässlich, wusste anscheinend eine Frau im Bett glücklich zu machen und besaß einen nicht unerheblichen Besitz.<br />
Reichte das? War nicht die Gefahr groß, dass, wenn sich Marlene auf ihn einließ, sie genauso aufs Abstellgleis geschoben wurde, wie dessen jetzige Braut? Wenn die überhaupt etwas davon mitbekommen hatte.<br />
Sie wollte sich wieder auf den Unterricht besinnen, schaffte es, ihre Aufmerksamkeit ein paar Minuten aufrecht zu halten, dann war sie wieder bei den Freunden. Thomas! Der Mann tat ihr so leid. Sie war sich sicher, dass Marlene ihm nicht weh tun wollte, aber dass ein paar Gläser Alkohol ausreichen sollten, eine jahrelange Beziehung infrage zu stellen, sprach für sie Bände. Würde Heiner so weit gehen? Nein! Sie konnte das für sich ausschließen. Er war nicht der Typ dazu.<br />
&bdquo;Kommen wir wieder zu den Rechten und Pflichten des Polizeibeamten!&ldquo;, sprach Nikolaidis in seiner gewohnt lockeren Art weiter. &bdquo;Ich weiß, wir wiederholen immer wieder vor allem diesen einen Punkt, aber führen Sie sich bitte die Notwendigkeit dieses Wissens vor Augen! Ihre ganze Karriere kann scheitern, wenn Sie sich hier nicht sicher sind.&ldquo; Er wandte sich an Erthan, der es Bommel gleichgemacht hatte. &bdquo;Herr Öztürk! Erzählen Sie uns doch bitte etwas über die Landespolizeigesetze!&ldquo;<br />
Der Mann schrak hoch, stotterte, dann sackte er förmlich zusammen. Er hatte seinen Namen gehört, aber nur die Hälfte der Frage verstanden.<br />
Nikolaidis lächelte. &bdquo;Schlafen Sie weiter, guter Mann. Frau Paplova wird Sie über die heute besprochenen Themen unterrichten, Sie können diese dann für mich bis morgen handschriftlich zusammenfassen, seien Sie so gut. Erst dann habe ich die Gewissheit, dass Sie etwas aus meinem Unterricht mitgenommen haben.&ldquo;<br />
Maya suchte sich zu erinnern. Sie wusste halbwegs Bescheid, wie sie glaubte. Meldete sie sich jetzt, würde der Dozent sie vielleicht für den restlichen Unterricht in Ruhe lassen. Sie hob ihren Arm, was vom Dozenten überrascht zur Kenntnis genommen wurde.<br />
&bdquo;Schießen Sie los, Frau Klein!&ldquo; Er nickte ihr zu.<br />
&bdquo;Die Landespolizeigesetze sind Regelungen für die Polizeikräfte des jeweiligen Bundeslandes. Sie können sich von Bundesland zu Bundesland unterscheiden.&ldquo;<br />
&bdquo;Oberflächlich gesehen haben Sie Recht, aber mir fehlt noch der Hinweis auf die Aufgabendefinition, Organisation und die Zusammensetzung der Polizeikräfte im jeweiligen Land.&ldquo; Er nickte der Riesin zu, deren Kopf bereits wieder die Flucht vor dem Unterricht angetreten hatte.<br />
Zehn Minuten später klopfte es an der Tür und Mustafa trat ein, nickte ihr im Vorbeigehen zu, setzte sich auf seinen Platz und begann, sein Tablet auszupacken auf dem er sich Notizen machte. Ging es ihm gut? Maya fühlte in seine Richtung, doch zeigte sich hier nur oberflächlicher Stress, wie sie glaubte. Kurz trafen sich ihre Blicke, dann zeigte sie sich erleichtert, nachdem er ihr ein Lächeln geschenkt hatte.<br />
Minuten langer Konzentration wechselten mit Momenten, in denen sie völlig in ihren eigenen Gedanken verfangen war. &bdquo;Liebe dich!&ldquo;, schrieb sie Heiner, sich ärgernd, damit nicht bis zur Pause gewartet zu haben. Sie freute sich, als ihr Freund ein Foto mit Kussgeste zurücksandte. Er war offensichtlich gerade dabei, Waren von einem Lieferanten entgegenzunehmen. Würde er weiter gemobbt werden? Sie hoffte, dass man ihn in Ruhe ließ. Neid. Eine hässliche Eigenschaft. Sie sah wieder zu Bommel rüber, der mit auf seinen Armen abgesenktem Kopf weiterzuschlafen schien.<br />
Im Hof saßen sie zu dritt auf ihrer Bank, blinzelten in die Sonne, die immer wieder einmal durch die dichte Wolkendecke brach. Maya hob die große Papiertüte auf ihren Schoß, die ihr Lars mitgegeben hatte, und begann zu essen, während Bommel auf seinem Handy schrieb und Mustafa kurz mit seiner Frau telefonierte.<br />
&bdquo;Frag sie, ob ihr heute zu Mels Wohnung kommen wollt. Die Prinzessin hat nichts dagegen, wenn wir ihre Bude zum Cliquentreff missbrauchen. War ihr Vorschlag.&ldquo;<br />
Mustafa sah ihn schockiert an, stand auf und ging ein paar Schritte abseits. Maya folgte dem Freund mit ihrem Blick, dann wandte sie sich Bommel zu, der sich sichtlich zu ärgern schien.<br />
&bdquo;Was ist los?&ldquo;, fragte Maya, sich auf den sich abzeichnenden Konflikt einstellend. Er lag regelrecht in der Luft.<br />
&bdquo;Asal stört sich daran, dass ihr Mann mit Schwulen abhängt. John wäre ja dann ebenfalls dabei.&ldquo; Seine Stimme klang in diesem Moment gereizt.<br />
Maya wollte sich dieser Stimmung nicht annehmen. Der Wandel zwischen zwei Welten fiel Mustafa sicher nicht leicht, aber dennoch erwartete sie von ihm, dass er zu seinen Freunden hielt.<br />
&bdquo;Ich komme gerne. Wir können was bestellen.&ldquo;<br />
Bommels Gesichtsausdruck heiterte wieder auf. &bdquo;Super, dass du kommst. Mein Kleiner freut sich einen Keks ins Gesicht. Aber bestellen brauchen wir nicht, der kocht nämlich 1a.&ldquo;<br />
&bdquo;Cool. Zum Glück weiß er, was ich mampfen kann, von daher wird es da keine Überraschung für ihn geben.&ldquo; Sie lächelte und nahm sich ein weiteres Brötchen. &bdquo;Wie geht es ihm?&ldquo;<br />
&bdquo;Gut soweit. Er bildet sich zum Drohneningenieur und -koordinator weiter. Es werden jetzt noch zwei weitere Teams ausgebildet, damit er und die Kollegen Urlaub machen können.&ldquo;<br />
&bdquo;Erst einmal wird er bei dir bleiben. Ich muss kürzer treten. Lars hat mit Luchs gesprochen, der dann mit dem Arnold. Die holen mich jetzt wirklich nur noch als letztes Mittel. Zumindest solange, bis ich die Ausbildung geschafft habe und nach Dortmund komme. Mit dem Wegfall der Belastung werde ich dann sicher auch wieder häufiger gerufen werden.&ldquo;<br />
Bommel wirkte in diesem Moment erleichtert. &bdquo;Für uns &lsquo;ne wichtige Info. Können wir planen, das ist super.&ldquo;<br />
&bdquo;Dann hast du gar keine Praxis mehr?&ldquo;, hatte Mustafa mitbekommen, als er sich der Bank wieder angenähert hatte.<br />
Maya hob ihre Schultern. &bdquo;Hab ich keine Ahnung. Werde ich sehen.&ldquo; Sie blickte zu dem Freund auf. &bdquo;Kommt ihr dann heute Abend?&ldquo;<br />
&bdquo;Nee, leider. Schwulenalarm bei meiner Frau. Sie hat die Befürchtung, dass es für sie am Tag des Jüngsten Gerichts eine schlechte Tat bedeuten würde, wenn sie mit euch Spaß hat oder eure Bindung gutheißt.&ldquo;<br />
Bommel konnte seine Wut nur schlecht verstecken. &bdquo;Keine Ahnung, warum ich so sauer reagiere. Aber ich mag sie gerade nicht.&ldquo;<br />
Mustafa blickte nachdenklich auf seinen Freund und Kollegen herunter. Er konnte ihn gut verstehen. &bdquo;Sie kommt da nicht aus ihrer Haut raus. Sie ist so erzogen worden.&ldquo;<br />
&bdquo;Und du nicht, oder was?&ldquo;, fragte Bommel gereizt.<br />
&bdquo;Tatsächlich nicht! Es gibt auch sehr gemäßigte Interpretationen des Korans und meine Eltern sind sehr liberal.&ldquo;<br />
&bdquo;Dann hoffen wir mal, dass ein Schwuler ihr nicht das Leben retten muss oder anderweitig Hilfestellung gibt. Nicht auszudenken, was dann am Tag des Jüngsten Gerichts mit ihr passieren würde.&ldquo;<br />
Mustafa setzte sich wieder zu seinen Freunden und atmete tief durch. &bdquo;Was soll ich denn machen? Ich kann nur versuchen, ihr eine Brücke zu bauen, aber sie ist es selbst, die sie immer wieder einreißt.&ldquo;<br />
&bdquo;Warum hab ich sie eigentlich nie kennengelernt? Ich bin nicht schwul&ldquo;, fragte Maya, einen entgeisterten Blick von Bommel erntend. &bdquo;Sorry, aber es interessiert mich einfach.&ldquo;<br />
&bdquo;Sie findet es nicht richtig, dass eine Frau kämpft und für Ordnung sorgt. In ihren Augen hat das weibliche Geschlecht für das Haus und die Familie zu sorgen, während der Mann sie nach außen hin präsentiert und verteidigt. Du setzt dich über diese Ordnung hinweg und kannst in ihren Augen so nie für eine Familie sorgen oder deinen Kindern die notwendige Aufmerksamkeit bei ihrem Erwachsenwerden bieten. Und da sie jetzt weiß, dass du muslimische Männer im Kampf getötet hast, sind diese damit durch dich entehrt worden.&ldquo;<br />
Bommel stand auf und lief wortlos zum Eingang zurück. Anscheinend wollte er sich Mustafas Erklärungen nicht weiter anhören.<br />
&bdquo;Ziemlich mittelalterliche Vorstellungen, findest du nicht?&ldquo;<br />
Mustafa gab ihr recht. &bdquo;Es ist wie bei den Christen auch. Es gibt dort Glaubensrichtungen, die ähnlich rückständig leben und argumentieren. Tut mir leid, wenn Bommel oder du jetzt gepisst seid, aber wenn das der Preis ist, dass ihr Asal nicht kennenlernen werdet, dann ist das so.&ldquo;<br />
&bdquo;Komm heute!&ldquo; Maya sah Mustafa eindringlich an. &bdquo;Bommel würde es eine Welt bedeuten.&ldquo;<br />
&bdquo;Und meine Frau?&ldquo;<br />
&bdquo;Wenn sie dich liebt, wird sie akzeptieren, dass du Dinge anders siehst als sie.&ldquo;<br />
&bdquo;Ich mag nichts versprechen, Türmchen.&ldquo;<br />
Die Riesin griff nach seiner Hand. &bdquo;Alles gut. Hab dich lieb, egal wie.&ldquo;<br />
Mustafas Gesichtszüge wurden weich, wechselten aber wieder zur Ernsthaftigkeit. &bdquo;Ich mag Bommel sehr. Es tut mir weh, ihn so verletzt zu sehen. Aber auch ich hätte damit zu kämpfen, wenn eines meiner Kinder sich gleichgeschlechtlich orientieren würde.&ldquo;<br />
&bdquo;Ein Weltuntergang ist es nicht, oder? Aber natürlich möchte auch ich irgendwann Oma werden. Von daher kann ich nicht behaupten, dass es mir egal wäre.&ldquo; Maya lächelte. &bdquo;Komm! Gehen wir zurück. Ich muss diese ganze Scheiße irgendwie durchleiden.&ldquo;<br />
Kapitel 30 &ndash; Ein Abend mit Freunden<br />
&bdquo;Hallo, Herr Luchs. Tut mir leid, wenn ich Ihnen wieder Sorgen mache.&ldquo; Maya wechselte die Straßenseite. Sie hatte das Auto auf dem Schulgelände gelassen und sich vorgenommen, zu Melissas Wohnung zu laufen.<br />
Die Stimme ihres Vorgesetzten klang müde. &bdquo;Machen Sie sich keine Sorgen, Frau Klein. Ich habe nicht im Ansatz das erleben müssen, mit dem Sie in den letzten Wochen und Monaten konfrontiert worden sind, und zeige denselben Stress &ndash; viele andere Polizeibeamte ebenfalls. Und natürlich muss man dann auch entsprechend reagieren und die Belastung herunterfahren, gerade bei einem so jungen Menschen wie Ihnen. Wir werden auf unserer Seite alles versuchen und Sie bitte auf Ihrer privaten Seite genauso. Bisher hatten Sie ein Händchen dafür, in schwierige oder dramatische Situationen zu stolpern.&ldquo;<br />
&bdquo;Es tut mir leid, aber&#8230;&ldquo;<br />
&bdquo;Sie brauchen sich nicht zu rechtfertigen. Man ist rund um die Uhr Polizist, und Sie halt ein ganz besonderer. Ich habe mit Frau Schmelzer gesprochen. Sie werden bei der Terminvergabe bevorzugt behandelt. Dülmen streichen wir für Sie die nächsten Wochen, Ihre Kollegen werden von Ihnen unabhängig eingesetzt.&ldquo;<br />
&bdquo;Aber ich sehe sie wieder?&ldquo;, äußerte Maya sofort ihre Sorge.<br />
&bdquo;Sie bleiben der Kopf und der Hammer des Teams. Niemand wünscht sich etwas anderes, vor allem Ihre Kollegen nicht. Aber sie können auch ohne Ihr Zutun mehr leisten als viele Einsatzkräfte, bedingt durch die besondere Ausrüstung, aber auch, weil Loyd und Lambert militärische Taktiken mit ins Spiel bringen und nicht zögern, wenn es um eskalierende Gewalt geht. Die Symbiose zwischen Polizei und Militär zeigte sich hier auf bemerkenswerte Weise.&ldquo;<br />
Maya konnte sich das gut vorstellen. Hugo und Christian hatten in den Einsätzen nie gezögert und entschlossen auf alle Situationen reagiert. Bis hin zur Bereitschaft, alles in die Waagschale zu werfen, notfalls ihr eigenes Leben.<br />
&bdquo;Es gibt noch einen weiteren Grund, warum ich Sie anrufe. Ihr Berliner Kontakt, Frau Klein &ndash; seien Sie da bitte besonders wach. Ich habe die Information, wie Sie an ihn geraten sind, und kenne auch die Hintergründe, aber ich will keinesfalls, dass das mächtigste Schwert für Recht und Ordnung von der Gegenseite instrumentalisiert wird.&ldquo;<br />
&bdquo;Aber dass es hier aus der Richtung von Recht und Ordnung schon einiges gegeben haben muss, ist Ihnen ebenfalls bekannt?&ldquo;<br />
&bdquo;Ja. Und ich kenne auch den Preis dafür. Menschen, die sich auf dieser Grenze bewegen müssen, erleiden oft ein tragisches Ende und begeben sich in eine Art Abhängigkeit, die ihnen zwangsläufig schadet. Bitte begehen Sie hier keinen Fehler.&ldquo;<br />
&bdquo;Was das betrifft, war ich schneller als Sie, Herr Luchs. Ich habe Mexiko wieder auf unsere Agenda gesetzt und dort einen seriösen Ansprechpartner erhalten, der über General Arnold einen Einsatz anfordern kann &ndash; das war es.&ldquo;<br />
&bdquo;Hoffen wir, dass es auch wirklich dabei bleibt.&ldquo; Luchs räusperte sich lautstark. &bdquo;Verstehen Sie mich nicht falsch. Die Kollegen vom Verfassungsschutz sind schon auf die Gegenseite aufmerksam geworden. Sie und Ihre Angehörigen erfahren hier doppelten Schutz und tatsächlich tolerieren wir diese Art von Absicherung auf Mangolds Fürsprache hin. Doch noch einmal! Zahlen Sie hier keinen Preis, der Sie erpressbar werden lässt!&ldquo;<br />
&bdquo;Ich werde wach bleiben, versprochen. Bisher gab es in dieser Richtung nichts und ich habe auch keine Versprechen abgegeben, die mich zur Verbrecherin werden lassen könnten.&ldquo;<br />
&bdquo;Ich vertraue darauf, Frau Klein. Sie sind jung, haben aber bisher mehr als einmal Instinkt bewiesen.&ldquo;<br />
&bdquo;Das wird auch weiterhin so sein, machen Sie sich keine Sorgen.&ldquo; Maya machte sich in eine ganz andere Richtung Gedanken. &bdquo;Und bitte! Wenn ich die Einzige bin, die helfen kann, möchte ich das wissen.&ldquo;<br />
&bdquo;Keine Sorge! Wir werden Sie informieren. Aber Einsätze, wie den letzten in Brasilien, werde ich zu verhindern wissen. Da kann sich der Ami auf den Kopf stellen. Wäre ich informiert worden, hätte es ihn nicht gegeben.&ldquo;<br />
Maya traten die Tränen in die Augen. Ilona kam ihr in den Sinn, aber auch die vielen Menschen, die ohne ihren Einsatz gestorben wären. Würde sie noch oft in solch einem Vergleich versinken? Wie war das mit Toelke? Hatte sie nicht im Grunde sein Leben mit dem Pimmels eingetauscht? Wie sehr sie diese Gedanken hasste! Und wie souverän sie immer wieder in ihrem Kopf auftauchten. Der Junge vom Folterhof! Und jetzt auch de Vries&lsquo; Sohn?<br />
&bdquo;So, Frau Klein. Genug. Sie gehen jetzt in den wohlverdienten Feierabend. Das werden jetzt lange Tage für Sie. Aber ich hoffe, die Motivation holt Sie mit den Fortschritten wieder ein, die Sie in den kommenden Wochen erleben werden. Ich übe mich da in froher Erwartung.&ldquo;<br />
&bdquo;Na gut &#8211; wenigstens Sie!&ldquo;, seufzte die Riesin, lächelte und verabschiedete sich. &bdquo;Danke für alles, Herr Luchs. Entschuldigen Sie die Sorgen, die Sie immer wieder wegen mir haben.&ldquo;<br />
Der Oberkriminalrat wollte davon nichts wissen. &bdquo;Als ob Sie noch ein unbeschwertes Leben führen könnten. Nein, Frau Klein. Sie haben den deutlich höheren Preis gezahlt und ich danke Gott an jedem Tag, an dem ich die Gewissheit habe, dass Sie uns weiterhin helfen wollen.&ldquo;<br />
Maya wollte das Handy wegstecken, als der nächste Anruf einging. Hastig nahm sie das Gespräch entgegen. &bdquo;Heini! Mein Schatz! Was bin ich froh, deine Stimme zu hören.&ldquo;<br />
&bdquo;Ich deine auch, Maya. Hattest du den Tag im Griff?&ldquo;, drang die Stimme ihres Freundes besorgt aus dem Hörer.<br />
&bdquo;Er war völlig okay. Ein bisschen Trouble zwischen Bommel und Musti. Aber das wird sich hoffentlich gleich legen.&ldquo;<br />
&bdquo;Was war denn?&ldquo;, zeigte Heiner Interesse.<br />
&bdquo;Mustis Frau ist sehr fundamentalistisch erzogen und kann mit Bommels Orientierung nicht umgehen. Der will aber, dass Mustafa hier ein Zeichen setzt und zu ihm als Freund und Kollegen steht.&ldquo;<br />
&bdquo;Hmh!&ldquo;, hielt sich Heiner bedeckt.<br />
&bdquo;Was Hmh?&ldquo;, fragte Maya nach. &bdquo;Ich kann Bommel verstehen.&ldquo;<br />
Heiner war anderer Meinung. &bdquo;Ich grundsätzlich auch. Aber während sich für ihn nichts ändert, hängt bei Mustafa der Haussegen schief. Weißt, was ich meine?&ldquo;<br />
Maya lächelte, nickte einer Familie zu, die ihr im Vorbeigehen zuwinkte, und blieb vor dem Schaufenster einer Boutique stehen, die Handtaschen verkaufte. &bdquo;Na klar. Bist ein weiser Mann, mein Prinz!&ldquo; Sie lachte.<br />
&bdquo;Ich bin wirklich erleichtert, dich so zu hören. Ich wollte mit Nele sprechen, aber sie war so aufgedreht nach der Kita&#8230;&ldquo;<br />
&bdquo;Tu das nicht! Es ist alles gut, wie es ist. Wenn sie mich als ihre Mutti sehen möchte, dann soll sie das. Ich werde mich ihr gegenüber weiter so verhalten wie bisher. Wegen dem einen Wort ändert sich nichts. Du hast recht gehabt.&ldquo;<br />
&bdquo;Jetzt bist du weise, Maya.&ldquo; Heiner lachte verhalten. &bdquo;Sie liebt und bewundert dich. Von daher ticken wir gleich.&ldquo;<br />
&bdquo;Da gibt es nichts zu bewundern. Ich bin dankbar, dass ich euch gefunden habe. Hättest du dich damals nicht getraut&#8230;&ldquo; In dieser Sekunde fragte sie sich wirklich, wie ihr Leben seitdem verlaufen wäre. Glücklicher? Ganz sicher nicht. Es gab nur einen Heiner. Sie wollte sich keinen anderen Mann mehr an ihrer Seite vorstellen. Kitschig? Schnulzig? Mag sein. Aber sie empfand nun mal so.<br />
&bdquo;Ich hatte wirklich Schiss. Aber ich hätte mich mein ganzes Leben lang gehasst, wenn ich es nicht probiert hätte.&ldquo;<br />
&bdquo;Ein Glück für uns beide, Süßer!&ldquo; Sie bog in die Straße ein, in der Melissa ihr Loft bewohnte.<br />
&bdquo;Deyna hat sich jetzt ein Auto gekauft. Sie kommt jeden Tag von Dülmen und schläft bei Manu. Bei denen hat es auch gefunkt, aber so richtig. Gestritten haben sie sich auch schon, aber da hat Manu sich durchgesetzt. Er braucht seine Übungszeit, das muss sie verstehen. Von daher auch das Auto. Ihr hat vorher einfach die gemeinsame Zeit nicht ausgereicht.&ldquo;<br />
&bdquo;Kommt er mit dieser Nähe klar?&ldquo;, fragte Maya besorgt.<br />
&bdquo;Bisher hat er nicht gemeckert. Aber selbst wenn, dann müssen sie selbst einen Weg finden.&ldquo;<br />
Maya lachte. &bdquo;Schon wieder spricht die Weisheit aus dir.&ldquo; Sie fühlte sich sofort daran erinnert, dass ihrem Freund auf Arbeit Sprüche gedrückt wurden. &bdquo;Lässt man dich in Ruhe?&ldquo;<br />
&bdquo;Maya! Du musst dir da keine Sorgen machen. Wirklich nicht. Die Leute sind okay. Und ich kann verstehen, wenn man glaubt, ich bekomme Extrawürste gebraten. Ein bisschen ist es ja auch wirklich so.&ldquo; Er erzählte ihr von der Arbeit, davon, dass er die ersten Verkäufe erzielte und auch, dass er an Gesprächen mit Lieferanten teilgenommen hatte. Die Sprachbarriere störte ihn hier sehr. Alle Erklärungen und Absprachen wurden fast immer in englischer Sprache gehalten. &bdquo;Werde hier wohl auch noch mal zur Schule müssen. Führt kein Weg vorbei. Hab mir schon Unterlagen von einem Fernkurs schicken lassen. Dann lernen wir wieder gemeinsam.&ldquo;<br />
&bdquo;Du bist mir fast unheimlich, Süßer!&ldquo; Sie wechselte die Straßenseite und hielt auf den Eingang des großen Backsteinbaus zu. Sie brauchte nicht klingeln, hatte sie doch die Zugangskarte nebst Schlüssel von Melissa bekommen. Die Freundin hatte ihr diese Möglichkeit nach der Trennung von Sascha gegeben, doch war es nie zu dem von Melissa erhofften Zuzug gekommen.<br />
&bdquo;Ich sehe die Chance, Maya. Ich strenge mich sehr an, es haben alle im Laden leichter dank mir. Sie können sich mehr auf die Kunden konzentrieren.&ldquo;<br />
&bdquo;Das ist gut. Aber sie können dadurch auch mehr verkaufen und erhalten höhere Provisionen. Von daher lass dich bitte nicht ausnutzen.&ldquo; Maya ärgerte sich, dass sie sofort in diese Richtung dachte. Die meisten Kollegen von Heiner kannte sie schon viele Jahre, und sie waren von ihrer Mutter sorgsam ausgesucht worden.<br />
&bdquo;Die geben mir die Chance. Gerade bei Neukunden. Aber ich muss im Reden besser werden. Da fehlt mir viel. Ich weiß auch noch nicht wirklich, was Trend ist und was nicht, oder welche Kleidung zu welchem Typ Frau passt.&ldquo;<br />
&bdquo;Stell dir doch einfach vor, was du an mir sehen möchtest. Welche Farbe dir besonders gefällt, welche Art von Kleidung. Ich habe da meinen eigenen Geschmack immer mit eingebracht und Mutti wäre sicher dankbar, wenn du da neue Akzente setzen würdest.&ldquo;<br />
&bdquo;Mir gefällt deine Motorradkluft an dir!&ldquo;, drang es sofort aus Heiner heraus.<br />
&bdquo;Na dann! Schau doch, ob du in dieser Richtung etwas findest und sprich das mit Mutti ab! Die ist immer offen für neue Ideen. Lässt sich bestimmt gut Marketing darauf legen.&ldquo; Maya tat das Gespräch mit ihrem Freund gut. Sie fühlte in diesem Moment, wie der Stress von ihr abfiel. So ging sie an der stilvoll eingefassten Briefkastenwand vorbei, trat an den Fahrstuhl und tippte auf den Rufknopf. &bdquo;Du brauchst unbedingt deinen Führerschein, Süßer, damit wir zusammen auf Tour gehen können.&ldquo;<br />
&bdquo;Hab Geduld, Maya! Erst einmal der Job. Bitte!&ldquo;<br />
&bdquo;Okay. Wir haben noch so viele Jahre Zeit. Du hast ja recht.&ldquo; Die Tür des Fahrstuhls öffnete sich und Maya trat aus der Kabine. Sie blickte auf den Innenhof hinunter, lief weiter zu Melissas Tür und hielt die Karte vor den Türsensor. Sie hörte Bommels und Johns Stimmen. Die Freunde unterhielten sich über Mustafa. Anscheinend konnte Bommel sehr nachtragend sein, während John ihm Verständnis zu vermitteln suchte.<br />
&bdquo;Chefin!&ldquo; John hatte sie als Erster bemerkt, ließ sein Küchenmesser auf die Anrichte fallen, mit dem er Paprika aufgeschnitten hatte, und eilte ihr entgegen.<br />
Auch Maya freute sich, erklärte Heiner kurz die Situation, umarmte John und bat ihn auf Englisch um einen Moment. Auch Bommel näherte sich jetzt, noch immer Unmut in seinen Zügen zeigend.<br />
&bdquo;Komm gleich zu euch, okay?&ldquo;, bat Maya die beiden, deutete unnötigerweise auf ihr Handy und näherte sich der ihr am nächsten befindlichen Panoramascheibe. Sie überblickte das Dächermeer, beobachtete eine Katze, die über das Geländer eines Balkons flanierte, und setzte sich in einen der Sessel.<br />
&bdquo;Hast du mit Joh Kontakt gehabt?&ldquo;<br />
&bdquo;Ja, war vorhin mit Nele drüben. Kühlschrank ist voll und Can und Jeane haben sie zum Abendessen runtergeholt. Alles in Ordnung soweit. Sie meckert nur rum, weil sie sich wie ein Kleinkind fühlt, das angeblich von jedem um sie herum kontrolliert wird. Hat nicht verstanden, dass sich die Freunde einfach nur um sie sorgen.&ldquo;<br />
&bdquo;Und was ist mit Mark?&ldquo;<br />
&bdquo;Der ist zu einer Weiterbildung in Osnabrück. Geht wohl um Arbeitsschutz.&ldquo;<br />
&bdquo;Blöd, ausgerechnet in dieser Woche. Hast du etwas von Fati und Manni gehört?&ldquo;<br />
&bdquo;Sie sind gut angekommen, das Hotel ist mäßig, aber sie haben mit den Ruiz&lsquo; eine Tour gemacht. Deyna hat den Kontakt vermittelt. Der Anblick der beiden älteren Brüder hat sie ziemlich geschockt, aber Guzman hat sofort gewusst, eine Brücke zu bauen. Deyna wollte dir Fotos schicken. Frag sie einfach, wenn sie es vergessen sollte.&ldquo;<br />
Maya überkam ein flaues Gefühl. Sie war in Pico Union völlig ausgerastet und noch voll im Kampfmodus gewesen. Was, wenn Fatima und Manfred davon hörten? Wie viele Pistoleros hatte sie getötet? Mehr als ein Dutzend? Diese Ereignisse lagen erst ein paar Monate zurück. Keine Zeit, um etwas davon zu vergessen.<br />
&bdquo;Zumindest sind die beiden älteren Jungs von Mama Ruiz noch nicht zurück im Knast. Bin gespannt, was unsere beiden erzählen werden.&ldquo;<br />
&bdquo;Das, was du uns auch erzählt hast. Zwei Seiten. Das Amerika der Reichen und das Amerika der Armen. Hier in Deutschland geht es noch, aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass alles die gleiche Richtung nehmen wird wie dort.&ldquo;<br />
&bdquo;Wenn wir es denn zulassen, oder?&ldquo; Maya fühlte in sich hinein. Sie war privilegiert und Heiner damit auch. Unwahrscheinlich, dass sie jemals unter materieller Armut leiden würden. Und der Rest? Sie hatte geschworen, ihr Leben der Allgemeinheit zu widmen. So wie Sandra oder auch Lars. &bdquo;Heini? Ich sage dir nachher noch einmal gute Nacht.&ldquo;<br />
&bdquo;Mach das. Und grüß Bommel und John unbekannterweise!&ldquo;<br />
&bdquo;Das werde ich machen, Süßer. Ich liebe dich!&ldquo;<br />
&bdquo;Ich dich auch! Nicht möglich zu beschreiben, wie sehr.&ldquo;<br />
Maya legte ihre Hand über die Brust. Während sie bei Sascha zum Schluss gezweifelt hatte, blieb dieses Gefühl bei Heiner aus. Er sprach oft ernst, aber selten, ohne wirklich etwas zu sagen zu haben. Das ließ ihn als Menschen so wertvoll für sie werden. Ach ja, sein Penis &ndash; der war auch nicht ohne. &bdquo;Bis später, Süßer!&ldquo;<br />
Sie blickte noch ein paar Sekunden auf das Display des Handys herunter, dann steckte sie es in ihre Bauchtasche zurück.<br />
Sie hob ihre Nase. &bdquo;Hühnerfrikassee?&ldquo; Sie ging zum Küchenbereich und stellte sich hinter John, um über seinen Kopf hinweg in die Töpfe und Pfannen zu linsen.<br />
&bdquo;Du wirst satt, Chefin, glaub mal.&ldquo;<br />
Maya zweifelte nicht daran. Zwei riesige Töpfe mit Reis köchelten vor sich hin.<br />
&bdquo;Wie geht es euch?&ldquo;, wollte Maya von John wissen.<br />
&bdquo;Soweit gut. Auch wenn sich Bommel wegen Musti ziemlich ärgert.&ldquo;<br />
&bdquo;Und du nicht?&ldquo;, fragte Maya.<br />
Der kleine zierliche Mann verneinte. &bdquo;Warum denn auch? Wir werden die Meinung von Asal nicht ändern können. Mustafa muss aber mit ihr zusammenleben, nicht wir.&ldquo;<br />
&bdquo;Hat mein Heiner auch gemeint, als ich ihm davon erzählte. Aber ich hätte mir da von Mustafa schon mehr Loyalität gewünscht, gebe ich zu.&ldquo;<br />
Bommel schien froh zu sein, dass er mit seiner Meinung nicht allein stand. &bdquo;Ich mir auch, glaub mal! Die Frau kennt uns nicht! Was geht sie meine oder Johns Sexualität an?&ldquo;<br />
&bdquo;Sie hat eine andere Lebens- und Sichtweise vermittelt bekommen, Schatz. So, wie wir unsere. Sie glaubt an etwas. Im Grunde geht es uns doch nicht anders.&ldquo;<br />
&bdquo;Nur dass wir keinen negativen Einfluss auf ihr Leben nehmen, oder?&ldquo;, gab Bommel genervt zurück.<br />
&bdquo;Und sie tut das?&ldquo;, fragte John zurück.<br />
&bdquo;Jaaaaa! Genau das tut sie! Mustafa ist mein Freund. Er ist auch Moslem, oder habe ich da etwa etwas falsch verstanden?&ldquo;<br />
&bdquo;Lassen wir doch das Thema. Mustafa hat eine Entscheidung getroffen. Respektieren wir das!&ldquo; Maya streckte ihren rechten Arm aus und legte ihre Hand über Bommels linke Schulter. &bdquo;Rufen wir lieber unsere Meli-Maus an!&ldquo;<br />
Die beiden Männer waren einverstanden. Auch sie wollten dem Abend eine andere Stimmung geben.<br />
&bdquo;Blondi? Ist was passiert?&ldquo;, fragte Melissa gespielt besorgt. &bdquo;Du rufst doch sonst nicht bei mir an. Hast ja jetzt deine beste Freundin wieder.&ldquo;<br />
Maya blickte in die Kamera ihres Handys und lachte. &bdquo;Ja, ja. Stimmt schon, aber sie ist halt nicht so &lsquo;ne Zicke wie du eine bist. Niemand meckert so schön wie unsere gemeine Melissa.&ldquo;<br />
&bdquo;Ach, Blondi, wie vermisse ich deine ruhige, gemütliche Beschränktheit. Erst wenn man dich ein wenig neckt, bricht so etwas wie Kreativität aus dir hervor. Das ist schon niedlich.&ldquo; Die Freundin wandte sich an die Männer, die vor Maya standen. &bdquo;Na? Wie geht es unseren Popopops?&ldquo;<br />
Bommel hob seine rechte Hand an die Stirn. &bdquo;Das hat sie jetzt nicht gesagt.&ldquo;<br />
&bdquo;Warum? Ist doch keine Beleidigung. Hab es auch ab und an gerne mal im Hintertürchen. Da kann man mir immer &lsquo;ne Freude mit machen. Und Blondi hat sicher auch schon. Die tut immer nur keusch und anständig, dabei habe ich sie schon ganz anders erleben dürfen.&ldquo;<br />
Maya lachte und nahm von John ein Glas mit Cola entgegen. Die beiden Männer hatten sich Longdrinks gemixt, aber da Alkohol bei der Riesin keine Wirkung zeigte, hatte sie es bei dem Softgetränk belassen. &bdquo;Wie läuft es im Land der Banken und des Käses? Haben die Eidgenossen noch nicht die Schnauze voll von ihrer adligen Arschigkeit?&ldquo;<br />
&bdquo;Was? Die lieben mich! Zu ihrem Leidwesen rein platonisch. Ich hätte gerne auch die Kraft meiner Vagina ins Land getragen, aber so muss mein Esprit und berufliche Kompetenz ausreichen. Wollte gerade los und mit einer Schweizer Kollegin ins Kino gehen. Steht auf Frauen! Und ich muss brav bleiben.&ldquo; Die blonde Beauty zeigte einen gequälten Gesichtsausdruck. &bdquo;Wir sehen uns am Wochenende, Silberkopf. Serki hat schon erzählt, dass du einen besonderen Besuch erwartest und von mir feine Zurückhaltung verlangst. Da ist man ja schon neugierig, wen du da anschleppst.&ldquo;<br />
&bdquo;Du wirst einfach offen für die Berliner sein und sie nicht weiter hinterfragen. Versprich mir das! Keine Sprüche oder Andeutungen.&ldquo;<br />
Melissa schwieg für einen Moment. &bdquo;Du machst es richtig spannend. Warum glaube ich, dass da jetzt mehr hinter steckt, als nur ein bloßer Besuch?&ldquo;<br />
&bdquo;Selbst wenn dem so wäre, geht es nur mich etwas an. Versteh das bitte. Es ist mir wirklich wichtig, dass die Berliner sich bei uns wohl fühlen.&ldquo;<br />
&bdquo;Und warum sollten sie das nicht? Ich bin bisher mit all deinen Freunden gut ausgekommen.&ldquo;<br />
&bdquo;Eine meiner Freundinnen wird dir den Kopf ficken. Deshalb. Und wahrscheinlich nicht positiv.&ldquo;<br />
&bdquo;Aber warum? Deute es mir wenigstens an, damit ich mich darauf einstellen kann.&ldquo;<br />
&bdquo;Würde es darauf ankommen, wäre sie stärker als ich&ldquo;, erklärte Maya ohne Umschweife.<br />
&bdquo;Wie? Du bist unbesiegbar, Blondi. Hör mal auf, so etwas zu sagen, das macht mir Angst. Es gibt sonst niemanden wie dich.&ldquo; Melissas Stimme klang jetzt besorgt.<br />
&bdquo;Du wirst es am Wochenende sehen und fühlen. Nur hältst du dich bedeckt, Melissa!&ldquo;<br />
&bdquo;Hast du Ärger? Mangold oder meine Mutt&#8230;&ldquo;<br />
&bdquo;Nein! Ich habe keinen Ärger. Ganz im Gegenteil. Und das soll sich nicht ändern. Verstanden?&ldquo; Mayas Stimme klang in diesem Moment resolut.<br />
&bdquo;Boah, Alte. Ich habe mich ja richtig auf den Film gefreut. Aber jetzt hast du mir da einen großen Stein in den Kopf gepflanzt.&ldquo;<br />
&bdquo;Der wird durch das Heu weich gebettet, musst dir keine Sorgen um ihn machen&ldquo;, gab Maya zurück. &bdquo;Erzähl mir von deiner Kollegin! Wie heißt sie und wie ist sie drauf?&ldquo;<br />
Maya blickte kurz zur Seite. John begann jetzt, für sie den Inhalt einer Pfanne in einen der Töpfe zu kippen. So musste sie nicht ständig nachnehmen.<br />
&bdquo;Ach, Hanne ist super. Vom Köpfchen her nicht ganz so flink wie ich, aber vom sportlichen Aspekt her top. Besser als ich, bis auf das Schießen. Aber sonst? Ausdauernd und kraftvoll für eine Frau. Gut, in ein paar Wochen werde ich besser als sie sein, aber in diesem Moment übe ich mich noch in Bewunderung. Und ja, ich wäre gerne mal ihr Ziegenpeter gewesen.&ldquo;<br />
&bdquo;Wann bist du dort fertig?&ldquo;, wollte Bommel wissen.<br />
&bdquo;Zwei Monate noch, dann habe ich meine Abschlussprüfung und bin ausgebildete Personen- und Objektschützerin. Auf dem Niveau des Special-Service!&ldquo; Melissas Stimme klang stolz.<br />
&bdquo;Na toll. Wird sie noch eingebildeter&ldquo;, seufzte Bommel. &bdquo;Was bin ich froh, dass ich bald mein Dienstzimmerchen bekomme und Aktenberge abarbeiten darf.&ldquo;<br />
&bdquo;Verschwendete Ressourcen&ldquo;, stellte Melissa fest. &bdquo;Du könntest so ein guter Polizist werden, Fluffi, wenn du nicht so ein Weichei wärst.&ldquo;<br />
&bdquo;Nenn ihn nicht so!&ldquo;, forderte John. &bdquo;Er würde für Menschen, die er liebt, alles geben.&ldquo;<br />
Melissa schüttelte den Kopf. &bdquo;Pass mal auf, kleiner Mann. Ich gebe dir recht, unser Bommel ist die gute Seele selbst, aber er könnte niemanden schützen, wenn das bedeuten würde, jemand anderen dabei ernsthaft verletzen zu müssen. Aber das ist ja auch nicht weiter schlimm. Jeder eben so, wie er kann.&ldquo;<br />
Maya sprach ein Machtwort. &bdquo;Pack den Schwanz, den du nicht hast, wieder ein, Mel! Bitte! Ich will Spaß mit euch haben.&ldquo;<br />
&bdquo;Hast ja recht. Sorry, Blondi. Ich vermisse euch. Es ist okay hier, aber so weit weg von euch ist halt auch nicht ohne.&ldquo;<br />
&bdquo;Danke, dass wir hier sein dürfen, Mel, das ist wenigstens ein bisschen so, als ob du hier wärst.&ldquo;<br />
&bdquo;Für mich auch, Blondi. Nur, tut mir den Gefallen und bleibt von meinen Zimmern oben weg. Du weißt warum. Ich möchte nicht, dass Bommel und John mein Chaos abbekommen.&ldquo;<br />
&bdquo;Werden wir nicht. Versprochen.&ldquo;<br />
&bdquo;Was schaut ihr euch an?&ldquo;, wollte John wissen.<br />
&bdquo;Ein Drama über ein lesbisches Pärchen im Berlin der Kriegsjahre. Toll, die Alte will mich nur heulen sehen. Soll gut sein. Werde mir noch ein Päckchen Taschentücher holen müssen.&ldquo;<br />
&bdquo;Bleib stark. Nicht, dass die Braut dir an die Wäsche will&ldquo;, riet Bommel.<br />
&bdquo;Dafür habe ich mein Lahmacun zu lieb. Jetzt habt ihr mich noch gefühlsduseliger gemacht. Danke auch dafür.&ldquo;<br />
&bdquo;Ich frage mich, was dabei ist, sich eine Liebe einzugestehen&ldquo;, meinte Bommel. &bdquo;Ist doch etwas Schönes.&ldquo;<br />
&bdquo;Du kennst mich, oder? Warum glauben alle, dass ich es bei Serki nicht versauen könnte? Das kapiere ich nicht.&ldquo;<br />
Maya seufzte. &bdquo;Du, Marlene und Thomas sind so gut wie auseinander. Da hätte niemand geglaubt, dass bei den beiden etwas schief laufen könnte. Warum kann es bei euch nicht andersherum sein?&ldquo;<br />
&bdquo;Ja, ja. Ich hoffe es ja, so ist es nicht. Mal sehen, Lamettabaum. Was macht ihr heute noch?&ldquo;<br />
&bdquo;Du, wir hocken uns nach dem Essen in deine Sitzgruppe und schnacken eine Runde. Wird super.&ldquo;<br />
Melissa sah auf ihre Uhr. &bdquo;Macht es euch schön. Nur bringt anschließend alles wieder in Ordnung, ja? Sonst muss die Mutti mit euch schimpfen, wenn sie nach Hause kommt.&ldquo;<br />
&bdquo;Wird nicht nötig sein&ldquo;, lachte Bommel. &bdquo;Zumindest unten ist alles top. Da sorgen wir schon für. Hab viel Spaß, Mel! Grüß deine Hanne unbekannterweise.&ldquo;<br />
&bdquo;Werde ich machen. Hab euch lieb!&ldquo;, gab Melissa zurück.<br />
Maya trug mit Bommel auf. Der große Esstisch war schon zuvor von John eingedeckt worden.<br />
&bdquo;Dann lassen wir es uns schmecken&ldquo;, erklärte John freudig, tat Bommel auf und nahm sich dann selbst, während Maya schon den Löffel tief ins Frikassee getaucht hatte. Ihr Magen sprach schon seine eindringliche Sprache. John lachte, als er das deutliche Knurren vernahm.<br />
&bdquo;Wie geht es dir in Köln?&ldquo;, fragte Maya nach den ersten Bissen.<br />
&bdquo;Mir geht es so gut wie noch nie. Die Community ist hier riesengroß, der Bildungsgrad hoch und damit auch die Kommunikation für mich kein Problem. Ich muss mich zusammenreißen, um überhaupt noch Deutsch zu lernen.&ldquo;<br />
&bdquo;Woher in Kanada kommst du?&ldquo;, wollte Maya wissen.<br />
&bdquo;Aus einem kleinen Ort in der Nähe von Montreal. 2500 Einwohner, im Grunde eine Ansammlung kleiner Höfe. Erzkonservativ. Könnte genauso gut ein Kaff im mittleren Westen der USA sein.&ldquo;<br />
&bdquo;Dann hattest du es sicher nicht leicht, oder?&ldquo;, fragte Maya weiter.<br />
&bdquo;Wer hat das in der Schule schon? Aber du hast recht. Ich war nie der Kleinste, aber einer der Kleinen, und in meiner Pubertät zeigten sich meine Vorlieben schnell. Von einem Tag auf den anderen wollten alte Freunde nicht mehr, dass ich bei ihnen übernachte, wahrscheinlich weil die Tucke mir früh ins Gesicht geschrieben stand.&ldquo;<br />
&bdquo;Und deine Eltern?&ldquo;, fragte Maya weiter.<br />
&bdquo;Sie haben mich zwar nicht geschlagen aber dennoch Gewalt angetan. In ihren Augen ist Homosexualität der Hölle entsprungen und so haben sie mich auch zur Läuterung in ein katholisches Umerziehungscamp gesteckt. Lauter schwule Jungs auf einem Haufen. Kannst dir vorstellen, wie das endete. Ich habe dort die nötige Klarheit gefunden, die mir noch gefehlt hat.&ldquo; Er lachte, wurde dann aber wieder ernst. &bdquo;War eine beschissene Zeit für mich.&ldquo;<br />
&bdquo;Und wie ist es heute?&ldquo; Maya sah ihn nachdenklich an. Sie hatte es schwer gehabt? Nicht, wenn sie solche Geschichten hörte.<br />
&bdquo;Na ja. Wir treffen uns zu den Feiertagen. Mit meiner Mutter geht es, mein Vater meidet mich, meine Schwester ist der Stolz der Familie. Sie meldet sich gar nicht bei mir. Ihr Mann arbeitet als Priester. Da passt ein Schwuler nicht ins Weltbild.&ldquo;<br />
&bdquo;Fickt mich diese Scheißwelt ab&ldquo;, ärgerte sich Bommel. &bdquo;Ich hätte das von Mustafa echt nicht gedacht.&ldquo;<br />
&bdquo;Er hält zu seiner Frau, was hast du erwartet?&ldquo; Maya seufzte. &bdquo;Soll er für sich einen Weg finden. Er versucht halt, in beiden Welten zurechtzukommen.&ldquo; Sie kratzte den Topf aus und schaute nach, ob in dem anderen noch etwas übrig war. &bdquo;Darf ich?&ldquo;, fragte sie.<br />
Natürlich waren die Männer einverstanden.<br />
Es war ein schöner Abend. Maya erfuhr einiges über das Zusammenleben der Beiden, hörte sie sich gegenseitig necken und spürte die Harmonie zwischen ihnen. Es gab auch immer wieder mal Diskussionen. John schien eine ziemliche Zicke zu sein, wenn ihm etwas gegen den Strich ging. Doch auch Bommel hatte einen schwierigen Moment, in dem er von seiner Enttäuschung gegenüber dem gemeinsamen Kollegen und Freund keinen Abstand gewinnen konnte. Die Sache mit Mustafa schien ihm an die Substanz zu gehen.<br />
Irgendwann kehrte zwischen den dreien Ruhe ein. Schweigend saßen sie in den bequemen Sitzmöbeln, überblickten die Stadt und jeder hing für sich seinen Gedanken nach. Maya dachte an Nele und ihre Wünsche. Sie hatte das Problem, nicht die Kleine. Ein Wort! Sie nahm einen Schluck aus ihrem Glas, sah auf die Uhr &ndash; es war schon nach Mitternacht.<br />
&bdquo;Ey Leute! Ich muss los. Sonst komme ich gar nicht mehr ins Bett. Sehen uns morgen, Bommel. Hoffentlich nervt mich die Schule nicht so.&ldquo;<br />
&bdquo;Unwahrscheinlich. Die ersten vier Stunden sind bei der Lerch.&ldquo;<br />
Maya stöhnte auf. Sie hatte das verdrängt.<br />
Sie rief noch einmal kurz bei Heiner an. Er würde noch nicht schlafen. Die Boutique, in der er arbeitete, öffnete erst um 10 Uhr, er selbst hatte Spätschicht und würde erst um 11 Uhr anfangen müssen.<br />
&bdquo;Wie war es?&ldquo;, fragte er direkt, nachdem er das Gespräch angenommen hatte.<br />
&bdquo;War ein super Abend. Wir haben mit Meli telefoniert, die natürlich wieder ein bisschen abnerven musste, John hat für uns ein super Essen gezaubert und anschließend haben wir entspannt gemauschelt und zusammengesessen.&ldquo;<br />
&bdquo;Freut mich für euch. Geht es Bommel besser?&ldquo;<br />
&bdquo;Nein, er ärgert sich nach wie vor. Er sieht sich selbst als guten Menschen. Von daher versteht er nicht, dass er angefeindet wird. Aber lass uns nicht wieder davon anfangen. Was habt ihr gemacht?&ldquo;<br />
&bdquo;Hevi war heute Morgen im Arbeitsamt und hat sich schlaugemacht. Günter war nachmittags hier und hat mit ihr und Jeane gesprochen. Es scheint den Frauen einiges gebracht zu haben. Von daher bin ich auch schon am Überlegen. Vielleicht täte es mir gut?&ldquo;<br />
&bdquo;Frag Günter. Wenn er die Möglichkeit hat, hilft er auch dir, da bin ich mir sicher.&ldquo;<br />
&bdquo;Vorhin haben Hevi und ich zusammen gekocht. Das war cool. Sie ist nach wie vor schweigsam, aber ich ja auch, von daher hat es gut gepasst.&ldquo;<br />
Maya lachte. &bdquo;Das kann ich mir gut bei euch vorstellen.&ldquo; Sie verließ in diesem Moment das Gebäude, trat auf die Straße und beeilte sich, zurück zur Schule zu kommen. Die Vorstellung, in ein paar Stunden wieder dort sein zu müssen, ärgerte sie sehr. &bdquo;Freu mich, dass ihr euch versteht. Ist sie noch auf?&ldquo;<br />
&bdquo;Sie ist in ihrem Zimmer und liest. Sie hat von Günter ein Buch empfohlen bekommen. Da geht es um Entführungsopfer und wie diese gelernt haben, mit ihrem Leben umzugehen.&ldquo;<br />
&bdquo;Hört sich gut an. Weißt du, ob sie sich in Münster gemeldet hat?&ldquo;<br />
&bdquo;Ja, hat sie. Sie wird in der nächsten Woche einen Probetag machen. Bin gespannt. Das Gespräch verlief anscheinend gut.&ldquo;<br />
&bdquo;Hat sie erzählt, dass sie traumatisiert ist?&ldquo;, wollte Maya wissen.<br />
&bdquo;Ja, hat sie. Sie wollen ihr trotzdem die Chance geben.&ldquo;<br />
&bdquo;Bin ich froh. Vielleicht schafft sie es ja. Und selbst wenn nicht, hat sie es probiert und weiß, dass sie noch Zeit braucht.&ldquo;<br />
&bdquo;Jeane hat gemeint, sie würde Hevi mit auf Tour nehmen, wenn es nicht klappt. Sie hat eine tüchtige Visagistin in ihrem Team, bei der sie etwas lernen könnte.&ldquo;<br />
Maya fühlte Wärme in ihrem Herzen. &bdquo;Unsere kleine Große. Es ist schon irre, was sie alles bewegen kann.&ldquo;<br />
&bdquo;Na, sogar Can. Das schafft sie souverän. Der steht völlig unter ihrem Kommando. Gibt er selbst zu.&ldquo; Heiner lachte.<br />
Sie telefonierten die ganze Rückfahrt über und beendeten das Gespräch erst, als Wilma ihr klägliches Jaulen hören ließ. Maya beeilte sich, zur Tür zu kommen, schloss sie auf, drückte sie umsichtig auf, begrüßte das Tier und erntete dessen eifrige Liebkosungen.<br />
Lars schlief bereits und so wollte auch sie sich damit beeilen, ins Bett zu kommen.<br />
Kapitel 31 &ndash; Die Flut<br />
Mustafa hatte am nächsten Morgen nichts zu lachen. Bommel begrüßte zwar den Freund, zeigte ihm aber in aller Deutlichkeit, dass er mit der Situation unzufrieden war. Mustafa fragte nach, bekam von dem Kollegen genau erklärt, worum es ihm ging, und auch, dass er nur mit Menschen zusammen sein wollte, die ihn vollständig akzeptierten.<br />
&bdquo;Und das tue ich nicht?&ldquo;, zeigte sich Mustafa erschüttert.<br />
&bdquo;Nein! Sonst wärst du gestern gekommen.&ldquo;<br />
&bdquo;Meine Frau&#8230;&ldquo;<br />
&bdquo;Kann kein Grund sein, Freunde zu meiden. Oder schreibst du ihr vor, mit wem sie verkehren darf?&ldquo;<br />
Mustafa verneinte. &bdquo;Aber Bommel, ich habe es dir doch erklärt&#8230;&ldquo;<br />
&bdquo;Kann schon sein. Nur verstehen tue ich deine Erklärung nicht und akzeptieren kann ich sie auch nicht. Lass gut sein. Du hast dich für die Sicht deiner Frau entschieden und ich mich dafür, mich mit echten Freunden zu umgeben.&ldquo;<br />
&bdquo;Alter! Dein Ernst? Nur weil ich gestern nicht zu euch gekommen bin, machst du mir solch eine Szene?&ldquo;<br />
Bommel verneinte. &bdquo;Nein. Nicht nur deshalb. Was, wenn John und ich heiraten? Kommst du dann auch nicht? Oder wir ein Kind adoptieren? Glaubst du wirklich, es kommt in die Hölle, weil es schwule Väter hat?&ldquo; Der stämmige Hüne setzte sich auf die Bank im Hof und zog seine Tasche nach. Mustafa blieb unschlüssig stehen, sich uneinig darüber, wie er auf die Situation reagieren sollte. Hilfesuchend blickte er sich um. Wenn Maya dagewesen wäre, hätte sie ihnen eine Brücke gebaut. So, wie sonst auch.<br />
&bdquo;Du kannst schon zwischen mir und meiner Frau unterscheiden, oder? Ich wäre gekommen, aber es gab nun mal anderes, was mir wichtig war.&ldquo;<br />
&bdquo;Der Hausfrieden, schon klar. Lass gut sein. Wir sind Kollegen, belassen wir es dabei.&ldquo;<br />
Mustafa sah nicht ein, auf Abstand zu gehen, und setzte sich auf die freie Fläche der Bank. Zwanzig Minuten hatten sie noch, bevor der Unterricht anfing. Wie stand Maya dazu? Würde sie ihm auch die Schuld an der Situation geben? Er wollte Asal einfach nur nicht wieder in das Loch zurückstoßen, aus dem sie sich dank Leila endlich gelöst hatte. Die beiden Frauen verbrachten Zeit zusammen und verstanden sich bisher ausnehmend gut. Die Irakerin hielt Maya für einen Engel. So, wie viele ihrer Landsleute auch. Gekommen, um im Namen Allahs begangenes Unrecht zu strafen.<br />
Ein Blick zur Seite &ndash; Bommel würdigte ihn keines Blickes. Der Kollege las etwas auf seinem Handy und nickte nur kurz zwei Jahrgangskollegen zu, die an ihnen vorbei zum Eingang gingen.<br />
&bdquo;Hey, ihr beiden!&ldquo; Maya kam hastig zur Bank gelaufen, setzte sich zwischen die Männer und schien deren Stimmung für sich auszuklammern. Sie beantwortete auf ihrem Handy eine Nachricht von Jeane, die fragte, wie das kommende Wochenende aussehen würde. Auch die Freundin wollte die Berliner Besucher wiedersehen. Franziska hatte durchaus mit ihrer lockeren, lebensfrohen Art gepunktet. Selbst Fatima hatte aus der Ferne so etwas wie Neid gezeigt, als es hieß, dass man sich hier erneut treffen wollte.<br />
Natürlich spürte sie die Stimmung zwischen den Männern in aller Deutlichkeit. Wollte sie sich in den Konflikt einmischen? Nein, sie verstand die Beweggründe beider Seiten. Letzten Endes mussten Mustafa und Bommel selbst Wege finden und nicht nur ihr zuliebe den Frieden wahren. Sie hatte genügend eigene Sorgen und wollte dafür sorgen, dass es weniger wurden und nicht mehr.<br />
Lerch! Sie blickte auf die Uhranzeige des Handys, mit der festen Absicht, nicht früher zum Unterricht aufzubrechen als nötig. Die Jungs warteten auf sie, es hatte sich so eingebürgert. Nahmen große und kräftige Menschen automatisch eine Leitfigur ein? Wenn ja, dann schien das nicht vom Geschlecht abhängig zu sein.<br />
&bdquo;Weiß jemand von euch, worum es heute gehen wird?&ldquo;, wollte sie wissen.<br />
Mustafa hatte keinen Plan, aber Bommel konnte souverän den Inhalt der letzten Stunde aus seiner Erinnerung abrufen. &bdquo;Organisiertes Verbrechen im Stadtumfeld. Mit Bezug auf die Kölner Stadtgeschichte. An sich ganz spannend, wenn die Lerch nicht so herumfabulieren würde.&ldquo;<br />
Maya fühlte sich von einer Sekunde auf die andere müde. Wie gerne hätte sie jetzt die Uhr vorgedreht. Dazu kündigte sich bei ihr die Mens an. Super! Dann würde das Vögeln am Wochenende wohl entfallen. Sex war für sie ein wichtiges Mittel, um Ausgleich zu finden, es ärgerte sie sehr, wenn dieser ausfallen sollte.<br />
Die Lerch schien sich über Mayas Erscheinen zu freuen. Die Dozentin wusste längst Bescheid über Mayas Einsätze im In- und Ausland, wenn auch wenig Konkretes. &bdquo;Heute ohne Waffe, Frau Klein?&ldquo;, fragte sie interessiert.<br />
&bdquo;Ist im Auto eingeschlossen&ldquo;, gab Maya zurück, während sie sich auf ihren Platz setzte.<br />
&bdquo;Sehr gut. Ich muss zugeben, dass mich solche Gerätschaften nervös machen. Auch wenn ich weiß, dass diese ein notwendiges Übel darstellen.&ldquo; Sie wandte sich an den Jahrgang. &bdquo;Gut! Richten Sie sich in Ruhe ein, dann legen wir auch schon los. In der heutigen Lesung nehmen wir die verschiedenen kriminellen Organisationen in Augenschein, die in der Geschichte der Stadt eine Rolle spielen und spielten&#8230;&ldquo;<br />
Maya interessierte sich. Nie hätte sie geglaubt, dass in der Stadt so gefährliche Organisationen tätig waren, darunter die Ndrangheta, die Mocro-Mafia, Camorra, Balkan-Gangs und verschiedene Rockerbanden. Frau Lerch ging dabei näher auf die verschiedenen Gruppierungen ein, teilte mit den Anwärtern die Informationen, die man ihr freigegeben hatte, und stufte das Bedrohungspotenzial ein, das die verschiedenen kriminellen Organisationen für die Gesellschaft darstellten. So wurde die italienische Mafia in ihrem Auftreten eher als gemäßigt eingestuft, während die Mocro-Mafia und die Balkan-Banden ein hohes Gewaltpotenzial aufwiesen.<br />
&bdquo;Frau Klein hat hier ja schon selbst einige Erfahrungen machen müssen&ldquo;, gab die Dozentin mit Hinblick auf den Tiefgarageneinsatz im Frühjahr von sich.<br />
Maya spürte sofort die Blicke der anderen Anwärter auf sich, fühlte, wie ihr die Röte ins Gesicht stieg, und sehnte sich danach, dass der Fokus der Klasse wieder von ihr abfiel. Außer Bommel, Mustafa und Melissa wusste ihres Wissens niemand, dass sie schon Hunderten von Verbrechern das Leben genommen hatte.<br />
Das Monster in ihr schien tief und fest zu schlafen. Hoffentlich blieb das noch lange so.<br />
Sie schaffte es zwei Stunden lang, konzentriert zu bleiben, hatte viel mitgeschrieben und schaltete den Voicerecorder ihres Handys ein, als ihre Gedanken begannen, sich zu verselbstständigen. Rosalinda hatte ihr in Berlin erzählt, dass sie so in den ersten Schuljahren gelernt hatte und damit den Anstoß gegeben. Diese Idee war für sie nicht neu gewesen, aber wie so oft, hatte sie sich nicht dazu durchringen können.<br />
Das Wetter wurde trüb und grau. Dunkle, fast schwarze Wolken hingen am Himmel. Starkregen war angesagt, doch schon jetzt trommelte es gegen die Fensterscheiben, was von den Anwärtern mit Unmut kommentiert wurde. Die Mittagspause im Freien fiel damit aus. Auch Maya ärgerte sich, dass sie mit Riegeln auskommen musste. Zum Glück hatte sie genug dabei.<br />
Sie blieb in der Mittagspause im Klassenraum, telefonierte mit ihrer Mutter, kurz auch mit Hevi. Ihrer Freundin ging es soweit gut. Sie machte gerade die Wohnung sauber und würde später einkaufen gehen. Sie war ständig getrieben, irgendetwas zu unternehmen, um nicht in Ängste oder gar Panikattacken zu verfallen. Später ging es mit Jeane zum Frauenarzt. Can hatte auf der Arbeit viel zu tun und hatte sich nicht freinehmen können.<br />
Für Jeane eine willkommene Unterstützung. Die kleine Frau hatte früh einen großen Bauch bekommen, was nicht unüblich, aber dafür umso hinderlicher war. Sie schlief schlecht, litt darunter und freute sich auf die Entbindung, trotz der Angst davor. Würde es mit dem Kleinen für sie ruhiger werden? Wahrscheinlich. Can wollte sich Elternzeit nehmen und würde sich kümmern.<br />
&bdquo;Wir sehen uns dann gleich nach Sudak?&ldquo;, fragte Constantin.<br />
&bdquo;Ja, na klar.&ldquo;<br />
Der schwarzhaarige Anwärter zeigte sich aufmunternd. &bdquo;Wir bekommen schon was in deinen Kopf rein. Du machst das super.&ldquo;<br />
Maya seufzte. &bdquo;Schön, wenn wenigstens einer daran glaubt.&ldquo;<br />
Constantin lachte. &bdquo;Ich glaube tatsächlich daran. Du bist ja nicht doof, sondern nur unkonzentriert.&ldquo;<br />
&bdquo;Betrachtet man das Ergebnis, kommt es wohl auf dasselbe hinaus.&ldquo; Sie ließ es zu, dass der junge Mann sich ihr gegenüber auf den Stuhl der vor ihr liegenden Bankreihe setzte. &bdquo;Warst du schon immer solch ein Schlaukopf?&ldquo;<br />
&bdquo;Nee, hab angefangen, für das Abi zu lernen und erst dann verstanden, dass ich gar nicht so schlecht bin, wenn ich regelmäßig was mache. Der Stoff hier interessiert mich, das motiviert zusätzlich.&ldquo;<br />
&bdquo;Mich doch auch!&ldquo; Maya hielt kurz inne. &bdquo;Na ja, zumindest vieles.&ldquo; Sie blickte in das runde Gesicht des Kollegen, der jetzt seine randlose Brille abnahm und sie zu putzen begann. Seine Haare zeigten schon stark ausgeprägte Geheimratsecken. &bdquo;Wie sieht es bei dir eigentlich aus? Wohnst du in Köln?&ldquo;<br />
&bdquo;Chorweiler! Ist aber gar nicht so schlimm, wie immer gesagt wird. Entwickelt sich ganz gut. Ausländeranteil ist hoch, aber auch die Studenten halten Einzug, insgesamt eine gute Mischung. Fühle mich dort ganz wohl. Die Miete ist ein Brett, aber das ist überall in Köln so. Da kann man suchen, wo man will.&ldquo;<br />
&bdquo;Musst nebenbei was machen?&ldquo;, fragte Maya weiter.<br />
Constantin nickte. &bdquo;Arbeite in einem Maklerbüro am Empfang. Dank dir konnte ich aber die Stunden kürzen. Meine Nachhilfe wird nicht schlecht bezahlt. Von daher sorgst du gerade für Entspannung, auch wenn es nur für ein paar Monate ist.&ldquo;<br />
&bdquo;Lebst du allein?&ldquo;<br />
&bdquo;Ja. Fluch und Segen, sag ich immer. Hätte schon gerne eine Partnerin, aber habe halt kaum Zeit für Privates. Meine Ex wollte nicht auf mich warten und hat Schluss gemacht, als ich ihr mein Vorhaben steckte, Polizist zu werden.&ldquo;<br />
&bdquo;Scheiße!&ldquo;, drang es aus Maya heraus. &bdquo;Doofe Kuh.&ldquo;<br />
&bdquo;Verständlich. Frauen sind da oft viel rationaler. Ich habe sie schon verstehen können. Sie wollte nie weg von zu Hause. Also aus unserem Ort, meine ich&ldquo;, ergänzte er.<br />
&bdquo;Woher kommst du?&ldquo;<br />
&bdquo;Dahlem, ein winziger Flecken am Nordrand der Vulkaneifel. Schön gelegen. Man bleibt dieser Heimat vom Gefühl her auf jeden Fall verhaftet. Ich bin immer wieder froh, wenn ich dort ein paar Tage relaxen kann. Meine Eltern haben einen alten Bauernhof zum Landgasthof umgebaut. Gerade beliebt bei Familien.&ldquo;<br />
&bdquo;Hört sich richtig gut an&ldquo;, zeigte sich Maya beeindruckt.<br />
&bdquo;Ist es auch. Wenn du Lust hast, kannst du mit deinem Freund mal ein Wochenende bei uns verbringen. Für lau! Meine Eltern sind große Fans, nachdem sie dich im Fernsehen gesehen haben und meine Geschichten dazu gehört haben.&ldquo;<br />
Das Gesicht der Riesin wurde ernst, was Constantin sofort registrierte. Er kannte diese Eigenschaft an ihr. Sie mochte keine Aufmerksamkeit, die über das Gewöhnliche hinausging.<br />
&bdquo;Es bleibt halt nicht aus, Maya. Du bist ein so interessanter Mensch, da möchte man auch ein wenig mit der Bekanntschaft angeben, wenn man sie hat.&ldquo;<br />
Sie schwieg, wollte nicht weiter darauf eingehen. Constantin spürte, dass das Vertrauen zwischen ihnen durch seine Erklärung nachhaltig gestört worden war. Idiot!, dachte er sich. Er hatte bisher immer einen Draht zu Maya gesucht, wusste über deren Charakter eigentlich gut Bescheid und schaffte es dennoch, die Riesin zu verprellen.<br />
&bdquo;Du, ich werde noch ein wenig lesen, bevor es weitergeht. Haben noch zehn Minuten.&ldquo; Constantin stand auf und schob den Stuhl zurück an seinen Platz. Maya nickte nur und biss von ihrem Riegel ab.<br />
&bdquo;Da braut sich richtig was zusammen&ldquo;, erklärte der junge Mann noch, als ein regelrechter Sturzregen losbrach. &bdquo;Klimawandel! Wo das noch endet, möchte man sich gar nicht ausmalen.&ldquo; Constantin trat an eines der Fenster und sah auf den Hof herunter. Auch Maya gab jetzt ihrer Neugierde nach, stand auf und trat neben ihn.<br />
&bdquo;Boah, so etwas habe ich noch nie gesehen&ldquo;, gestand sie ein. Das Wasser stand fünf bis zehn Zentimeter hoch im gesamten Hof, auch noch aufgewühlt durch Sturmböen.<br />
Constantin hatte seine Wetter-App geöffnet. Eine breite rosafarbene Wand zog über die Stadt. Drei Stunden sollte das noch so weitergehen.<br />
Immer wieder tönten Sirenen von Feuerwehr, Polizei und Krankenwagen. In den Nachrichten kam, dass ein Pflegeheim evakuiert werden musste.<br />
Ein Anwärter des zweiten Jahres sah in den Klassenraum hinein. &bdquo;Euer Unterricht ist abgesagt. Sudak schafft es nicht, hierher zu kommen. Viele Straßen stehen unter Wasser, so sehr, dass die Öffis nicht mehr durchkommen.&ldquo;<br />
&bdquo;Da bin ich froh, dass ich mein Fahrzeug gestellt bekommen habe&ldquo;, sagte Maya.<br />
Constantin nickte. &bdquo;Wird mir nicht weiterhelfen. Der Großteil des öffentlichen Nahverkehrs steht still.&ldquo;<br />
Die Riesin sah auf den Kollegen herunter und überlegte. Der Drang, einfach zu den Henschels zu fahren und zu chillen war groß, auf der anderen Seite würde sie mit Constantin ein paar Stunden lernen und dann früher Feierabend machen können, ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen.<br />
&bdquo;Wollen wir ein paar Stunden machen? Dann kannst du was aufschreiben, wenn dir damit geholfen ist.&ldquo;<br />
Der junge Mann sah zu ihr auf, froh darüber, dass sich das Verhältnis zwischen ihnen wieder entspannte. &bdquo;Klar. Pensum hätten wir ja für heute so oder so gehabt. Auch wenn ich noch nicht weiß, wie ich nach Hause kommen soll.&ldquo;<br />
&bdquo;Mach dir keinen Kopf! Ich fahre dich heim, kein Problem.&ldquo;<br />
Constantin erklärte den Stoff in einer geduldigen und ruhigen Art. Selbst Recht, eines von Mayas Problemfächern, schien nicht mehr ganz so belastend zu sein. Sie machten regelmäßig Pausen, festigten noch einmal den Stoff, indem sie darüber diskutierten, und immer wieder riss der Kollege Witze oder gab Anekdoten wieder, die er erlebt hatte. Er hatte Esprit, das musste Maya sich eingestehen, auch wenn seine Erscheinung eher durchschnittlich war.<br />
* * * * *<br />
&bdquo;Pierre! Wir kommen da nicht rein. Die untere Ebene säuft ab und auch die Notausgänge laufen voll. Die Treppen sind nicht nutzbar, da gehen regelrechte Wasserfälle runter.&ldquo; Der stämmige Feuerwehrmann verzweifelte und auch der Truppführer schien ratlos zu sein. Die Tiefgarage schien das Sammelbecken der ganzen Gegend zu sein, und es sollte noch zwei Stunden so weiterregnen! Das Wasser der ganzen Umgebung lief in Richtung Rhein und damit auch nach Köln.<br />
&bdquo;Versuchen wir, einen klaren Kopf zu behalten. Es muss einen Weg geben, oder?&ldquo;<br />
Ein älterer Feuerwehrmann schüttelte den Kopf. &bdquo;Unsere Rettungsseile sind nicht lang genug, und selbst wenn wir die Eingeschlossenen damit erreichen, müssten wir sie einzeln herausziehen.&ldquo;<br />
&bdquo;Wie viele sind unten eingeschlossen?&ldquo;, fragte Lamas.<br />
&bdquo;Laut unserer Drohne vierundzwanzig Personen. Darunter eine Gruppe Archäologiestudenten, die eine Stadtexkursion unternommen haben, und zwei Kinder. Eines davon schon etwas älter. Die jungen Leute von der Uni wollten ein historisches Mauerstück untersuchen, das auf der untersten Ebene bei den Bauarbeiten freigelegt und als Schaustück der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden ist.&ldquo;<br />
&bdquo;Und jetzt kommen sie die Auffahrt nicht mehr hinauf, weil die vier Pkw darin feststecken&ldquo;, ergänzte Lamas. &bdquo;Hineingetrieben wie Holzstückchen.&ldquo; Er suchte nach einer Lösung, fragte in der Zentrale, doch die dortigen Kollegen hatten weder einen Rat für ihn noch Verstärkung. &bdquo;Fahrt den Zug von der Abfahrt weg. Sonst wird er auch noch reingespült&ldquo;, befahl Lamas. Auch bei ihnen oben stieg das Wasser unaufhörlich an.<br />
&bdquo;Maximal eine Stunde haben sie noch, dann saufen sie ab. Die Kanalisation fasst kaum noch Wasser. Dadurch steigt der Pegel pro Minute um einen Zentimeter.&ldquo;<br />
Lamas schüttelte den Kopf. &bdquo;Und wir schauen praktisch zu. Schicke ich jemanden von euch runter, ist er so gut wie tot.&ldquo;<br />
&bdquo;Vierundzwanzig Menschen!&ldquo;, stöhnte Thomas, sein Stellvertreter.<br />
&bdquo;Ja Herrgott, was soll ich denn machen?&ldquo; Lamas&lsquo; grollende Stimme ließ eine Gruppe Passanten zusammenschrecken, die ihre Hilfe angeboten hatten. Darunter zwei, deren Angehörige unten in der Tiefgarage eingeschlossen waren. Den beiden Männern standen die Tränen im Gesicht.<br />
&bdquo;Könnt ihr euch noch an die riesigen Polizisten erinnern? Ihr wisst schon, die vom SEK. Sie haben die Frau aus der brennenden Wohnung herausgeholt. Ihr Mann wollte sie und das gemeinsame Kind darin umkommen lassen. Die sind riesig und durch die Rüstung sehr schwer. Mehr Kraft haben sie auch, von daher könnten sie es vielleicht zu den Eingeschlossenen hinunterschaffen.&ldquo;<br />
&bdquo;Und dann? Räumen sie die Fahrzeuge weg? Ziehen die Leute einzeln heraus?&ldquo; Lamas hielt das für unmöglich. &bdquo;Die mögen bei der Polizei super Arbeit leisten, aber die saufen doch noch schneller ab, als wir gucken können. Wenn die in Tiefwasser geraten, sind die schneller Geschichte, als wir Amen sagen können.&ldquo;<br />
&bdquo;Ich kann doch mal anfragen. Die schätzen ihre Fähigkeiten doch viel genauer ein als wir. Vielleicht schaffen sie die Fahrzeuge weg? Das würde vielleicht schon helfen. Dann könnten sie die Leute mit einem Seil aus der Ebene ziehen&ldquo;, ließ der Feuerwehrmann nicht locker.<br />
&bdquo;Justus! Die Leute befinden sich im hintersten Eck. Dort, wo das Wasser durch die Abläufe in die Kanalisation drückt. Alle Gullis sind offen! Tritt jemand rein&#8230;&ldquo;<br />
Thomas gab dem jungen Kollegen jedoch recht. Man sollte wenigstens bei der Polizei anfragen, ob sie eine Idee hatten.<br />
&bdquo;Na schön. Wir klammern uns an jeden Strohhalm.&ldquo; Lamas hob sein Handy ans Ohr. &bdquo;Feuerwehrzug IX, Oberbrandmeister Lamas. Befinden uns an der Tiefgarage Rudolfplatz, die gerade absäuft, und 24 Zivilpersonen sind in der untersten Ebene eingeschlossen. Wir haben keine Möglichkeiten für die Rettung.&ldquo; Er wurde unterbrochen und schwieg für Sekunden, seinen Männern dabei einen ungeduldigen Blick zuwerfend. &bdquo;Mir ist klar, dass ich bei der Polizei angerufen habe&#8230;&ldquo;, seine Stimme überschlug sich. &bdquo;Jetzt hören Sie mir zu, verdammt! Die großen schwarzen Männer! Wir haben sie während eines SEK-Einsatzes gesehen. Vielleicht würden sie uns helfen können.&ldquo; Lamas verlor jetzt seine Contenance. &bdquo;Hören Sie mir zu! Mir ist klar, dass es sich dabei um Antiterrorkräfte handelt und diese nicht für Feuerwehreinsätze bestimmt sind. Geben Sie mir Ihre Einsatzleitung, dann kann ich mit ihr diskutieren.&ldquo;<br />
Ein Freizeichen wurde hörbar. Der Beamte hatte einfach aufgelegt.<br />
Lamas folgte jetzt seiner Wut. Er rief einen Bekannten bei der Einsatzzentrale an, der auch Kontakt zur Leitstelle der Polizei hatte. &bdquo;Achim! Es geht um das Leben von 24 Zivilisten. Darunter Kinder. Ich brauche einen Kontakt zur Polizeileitstelle. Rapido! Vielleicht kann uns einer der Riesen helfen, die immer wieder in der Stadt zu sehen sind.&ldquo;<br />
Der Freund versprach sein Möglichstes. Lamas dankte und beendete das Gespräch. Er wollte sich von den Kollegen nicht nachsagen lassen, dass er nicht alles unternommen hätte. Es dauerte fünf Minuten, dann klingelte sein Telefon.<br />
&bdquo;Einsatzleitstelle, von Krolm. Es tut uns leid, aber wir können nicht das Leben unserer Kollegen aufs Spiel setzen. Keiner von ihnen ist in dieser Richtung ausgebildet worden.&ldquo;<br />
Lamas wurde bleich. &bdquo;Dann sind die Leute dort unten tot. Sehen Sie wirklich keine Möglichkeit? Wir haben gesehen, wie die Kollegen Mauern eingerissen haben&#8230;&ldquo;<br />
&bdquo;Die Technik ist nicht wasserfest. Sie würde versagen, wenn sie&#8230;&ldquo;, drang es aus dem Hörer.<br />
&bdquo;Gut! Dann bleibt uns nur beten. Danke Ihnen&#8230;&ldquo;<br />
* * * * *<br />
Maya folgte aufmerksam Constantins Erklärung, fasste noch einmal seine Aussage zusammen und schrieb sie für sich auf. Draußen im Gang waren die Stimmen der Anwärter zu hören, niemand von ihnen schien willens, sich bei diesem Wetter auf den Nachhauseweg zu machen. Stattdessen harrte man lieber im Kolleg aus und machte das Beste aus der unfreiwillig gemeinsamen Zeit.<br />
Constantin suchte in seinen Unterlagen nach einer Information, als ihr Handy zu läuten begann. Es war Melissa!<br />
&bdquo;Hey Prinzessin! Musst du nicht artig sein und&#8230;&ldquo; Sie kam nicht dazu, ihren Satz zu beenden.<br />
&bdquo;Stopp, Silberlocke! Geht um die Wurst. Meine Mutter hat angerufen. Sie hat mit mir Rücksprache gehalten, wegen eines Rettungseinsatzes in der Innenstadt. Es geht um zwei Dutzend Zivilisten, die in der untersten Ebene einer Tiefgarage eingeschlossen sind. Die Feuerwehr kommt nicht durch. Das gesamte überschüssige Wasser der Umgebung läuft in den Bau und reißt alles mit sich. Noch vierzig Minuten und die Leute ertrinken&#8230;&ldquo;<br />
&bdquo;Mel! Ich kenne mich doch mit so etwas gar nicht aus.&ldquo; Mayas Stimme überschlug sich.<br />
&bdquo;Versuche es! Bitte! Es sind zwei Kinder dabei.&ldquo; Melissas Stimme klang jetzt nicht mehr gefasst. Maya hatte sie noch nie so gehört.<br />
&bdquo;Gib mir die Adresse! Es läuft so wie immer. Ich komme eh nicht mehr raus aus der Nummer.&ldquo; Der Riesin standen die Tränen in den Augen.<br />
&bdquo;Ich soll mal Ruhe bekommen? Wie denn?&ldquo;<br />
&bdquo;Rudolfplatz! Beeil dich! Wenn es jemand schafft, dann du!&ldquo;<br />
Maya sprang auf, verlor kein Wort der Erklärung in Richtung Constantin, riss die Bänke zur Seite, so dass diese krachend umkippten, und lief zur Tür des Klassenzimmers. Der junge Mann sah ihr perplex nach &ndash; da hatte sich seine Kollegin schon durch die Türöffnung gequetscht und war auf dem Gang verschwunden. Er eilte ihr nach, sah in die verwunderten Gesichter der anderen Anwärter, doch Maya war schon an der Treppe abgebogen.<br />
Die Männer an der Tiefgarage blickten besorgt auf den Drohnenbildschirm. Deren Akkumulatoren hatten bald ihre Ladung aufgebraucht. Für den Rückflug würde es nicht mehr reichen. Die Feuerwehrleute sahen auf dem Bildschirm des Drohnenpiloten, dass die Zivilisten sich auf Autodächer verteilt hatten, mit Handy-LEDs die Umgebung ausleuchteten, Männer zwei Kinder auf den Armen trugen und besorgt auf das steigende Wasser herunter sahen. Ihre Gesichter schienen ausdruckslos. Niemand von ihnen schien noch die Hoffnung zu haben, dass es eine Rettung geben könnte.<br />
Das klägliche Geheul einer Polizeisirene wurde hörbar, dann bog, eine riesige Wasserschleppe hinter sich herziehend, ein Panzerwagen um die Ecke. Er driftete um die Kurve, warf eine Flutwelle auf, die gegen die Schaufenster der Ladengeschäfte klatschte, dann kam er vor dem Einsatzfahrzeug der Feuerwehr zum Stehen.<br />
Verwundert blickten die Männer des Einsatzzuges zu dem Fahrzeug hinüber, dessen Türen geschlossen blieben. Wenn man doch noch Verstärkung geschickt hatte, warum stieg diese dann nicht aus?<br />
Der junge Feuerwehrmann watete durch das zwanzig Zentimeter hohe Wasser auf das dreiachsige Fahrzeug zu, versuchte durch dessen tiefschwarz getönten Scheiben zu blicken, klopfte an die Tür und fragte nach, was los sei.<br />
&bdquo;Moment!&ldquo;, klang eine gereizte Frauenstimme aus dem Inneren.<br />
&bdquo;Es ist eine Sie!&ldquo;, rief Justus in die Richtung seiner Kollegen.<br />
Zwei weitere Minuten tat sich nichts, dann öffnete sich die Heckklappe und eine riesige Robotergestalt kletterte aus dem Fahrzeug. &bdquo;Hallo! Bin die Maya, ich soll euch helfen kommen.&ldquo; Sie blickte im Vorbeigehen auf den jungen Feuerwehrmann herunter, der sie neugierig in Augenschein nahm.<br />
Lamas&lsquo; Augen weiteten sich. Die Verstärkung sah aus wie ein Wesen, das der Hölle entstiegen war, um sie zu zerfleischen. Eine riesige Pistole hing an einer Halterung an ihrem rechten Oberschenkel, ein langes Rohr ragte hinter ihrem gesichtslosen Helm empor. Die Hände waren mit langen Krallen bewehrt und auch die Fußspitzen zeigten solche scharfkantigen Bewehrungen. Riesige Schulterschützer, ein mächtiger Brustpanzer, schmale Panzerringe um die Hüfte, dann wieder starke Plattenelemente, die Oberschenkel und Unterschenkel bedeckt hielten.<br />
&bdquo;Sollst du uns wirklich helfen?&ldquo;, stotterte der Leiter des Einsatzteams.<br />
Der schwarze Panzerkopf zeigte eine Nickbewegung, während sich drei kleine Fluggeräte von der Brust der Gestalt lösten. Sie verschwanden sofort in der Zufahrt der Tiefgarage. &bdquo;Könnt ihr mir sagen, wie?&ldquo;<br />
Lamas hob seine Schultern. &bdquo;Wir sind ratlos. Ich kann niemanden runterschicken, meine Jungs würden sofort vom Wasser mitgerissen werden. Zumal auch noch Fahrzeuge die Zufahrten blockieren. Die Rettungsgänge gleichen Wasserfällen. Da kommt niemand mehr hoch. Dazu hat der Wasserstand noch nicht mal seinen Peak erreicht und steigt weiter an.&ldquo;<br />
&bdquo;Sie heißt Maya&ldquo;, stellte Justus amüsiert fest.<br />
Lamas wirkte irritiert, dann schien ihm die Erkenntnis zu kommen. &bdquo;Klein? Du bist die Polizistin, die den Jungen abgelenkt hat. Nur schaut deine heutige Montur ganz anders aus als damals.&ldquo;<br />
&bdquo;Wir haben keine Zeit, oder?&ldquo;, antwortete die mechanische Stimme ungeduldig.<br />
Lamas gab ihr recht. &bdquo;Es zählt jede Minute, Maya. Und wir haben keinen Plan. Wir wissen nicht, wie wir dich einsetzen sollen.&ldquo;<br />
Maya sah interessiert zu dem Drohnenpiloten der Feuerwehr hinüber. &bdquo;Darf ich mich mit deiner Steuerung verbinden? Dann könnt ihr mich führen, wenn ich unten bin. Meine eigenen Drohnen werden als Repeater fungieren. So bleiben wir in Kontakt. Alles andere werden wir sehen.&ldquo;<br />
Der Feuerwehrmann stimmte zu. &bdquo;Mein Gerät ist gerade abgestürzt. Hab gerade noch gesehen, wie die Leute zusammengezuckt sind. Die haben jetzt keine Hoffnung mehr.&ldquo;<br />
&bdquo;Ich muss keine Rücksicht nehmen, oder?&ldquo;, fragte die Polizistin, das Gebäude betrachtend. &bdquo;Ich meine, wenn ich was kaputt machen muss?&ldquo;<br />
&bdquo;Menschenleben zählen mehr. Alles andere übernimmt die Versicherung. Beeil dich bitte! Wenn du weißt, wie du helfen kannst, leg los!&ldquo;<br />
&bdquo;Zwanzig Minuten noch und die Leute werden überspült und gegen die Decke gedrückt&ldquo;, mahnte Thomas.<br />
Die riesige Gestalt antwortete nicht, wandte sich von den Männern ab und lief mit spielerischer Leichtigkeit zur Auffahrt, hechtete elegant über die Schranke und war dann nicht mehr zu sehen.<br />
Lamas wandte sich sofort seinem Kollegen mit der Steuereinheit zu, dessen Display jetzt einen Verbindungsbildschirm zeigte. Eine Zahl war zu sehen, eine Frequenz, dann installierte sich ein Tool und der obere Bereich der Tiefgarage wurde sichtbar.<br />
Die Männer sahen den Tiefgaragenboden auf dem Display, da dröhnte und donnerte es und eine Schaumwand stieg vor den Füßen der Gestalt empor. Anschließend beugte sich die Spezialeinheit vor, tauchte ihre riesige linke Hand ins Wasser und zog sie wieder zurück. &bdquo;Der Boden ist ziemlich fest. Vielleicht bremst aber auch das Wasser meine Granaten&#8230;&ldquo;, drang es aus dem Lautsprecher. Wieder dröhnte es und die Feuerwehrmänner sahen Beton und Staub von der Decke herunterkommen. &bdquo;Okay, ich weiß jetzt, wie ich es mache. Ich komme zurück und ihr gebt mir alles an Seilen, Netzen und Schläuchen, was ihr habt. Ihr müsst mir helfen, allein schaffe ich es nicht.&ldquo;<br />
* * * * *<br />
&bdquo;Ist das ein Presslufthammer gewesen?&ldquo;, fragte eine junge Studentin. Ihre Lippen bebten und hatten aufgrund der Unterkühlung eine blaue Färbung angenommen, wie sich im Schein ihres Handylichts zeigte.<br />
&bdquo;Nein. Es klang eher wie Schüsse&ldquo;, meinte einer der Männer vom gegenüberliegenden Autodach. Er hielt eine Frau fest, die vor ihm auf dem Wagendach lag. Er würde sie bald stützen müssen, das Wasser hatte sie fast schon erreicht und stieg unaufhörlich weiter.<br />
&bdquo;Du musst runter, Clemens. Ich kann nicht mehr&ldquo;, rief ein junger Mann und hob einen kleinen Jungen von seinen Schultern.<br />
&bdquo;Egal was es ist&ldquo;, meinte ein rüstiger Rentner. &bdquo;Sie versuchen, uns zu retten.&ldquo; Er deutete auf eine winzige Drohne, die sie ausspähte.<br />
&bdquo;Aber wie?&ldquo;, fragte eine elegant gekleidete Frau ängstlich, auf die Spiegeloberfläche des steigenden Wassers herabblickend.<br />
Krachen und Dröhnen ertönte über ihnen, so laut, dass es sogar durch die dicke Betondecke drang. Wieder dieses dumpfe Grollen, dann wurde etwas mit grellem Quietschen verschoben. Ein Stanzgeräusch tönte, als ob ein riesiger Hammer auf Metall einhämmerte.<br />
&bdquo;Das Wasser! Es steigt jetzt langsamer!&ldquo;, rief einer der Studenten freudig.<br />
Die Stimmung der Gruppe verbesserte sich und Zuversicht kehrte zurück. Erneut knallte und krachte es, man hörte, wie Dinge verschoben wurden, dann wurde es wieder still.<br />
&bdquo;Dort!&ldquo;, schrie eine der Frauen und richtete das Licht ihres Handys in die Richtung, wo die Ab- und Auffahrt der Ebene lag. Eine riesige schwarze Gestalt watete durch das Wasser, griff nach dem Kofferraum eines Kleinwagens, riss das Fahrzeug herum und verschob es zur Auffahrt. Sie beachtete die Menschen auf den Wagendächern nicht weiter, schob das Vehikel vor sich her und drängte damit in die Schräge zur nächsten Ebene.<br />
&bdquo;Das Ding verbarrikadiert die Abfahrt!&ldquo;, erklärte der Rentner fassungslos. Er sah, wie die Gestalt wieder auftauchte und einen großen SUV verschob und die Schräge hinaufdrückte.<br />
&bdquo;Oh mein Gott! Das ist meiner!&ldquo;, meinte die gut gekleidete Frau und stöhnte auf. Mit einem gewaltigen Tritt kickte das Konstrukt den Zweitonnenwagen in den Zwischenbereich der beiden Ebenen hinein, und das, obwohl ihm das Wasser bis zur Hüfte stand. Riesige Fontänen stiegen auf, brachen sich an der Decke und klatschten wieder zurück, so dass die Menschen das Wesen nicht mehr sehen konnten. Ein Brüllen wurde laut, dann wurde es wieder still.<br />
&bdquo;Wir schaffen das, Irene!&ldquo;, sprach der Alte seiner Frau zu, die reglos zwischen seinen Beinen hockte und mit ihrem Rücken gegen seine Brust lehnte.<br />
Die riesige Gestalt hielt jetzt inne, sah in ihre Richtung, zögerte, blickte zu einem Kombi hinüber, entschied sich aber dazu, zu ihnen rüberzukommen.<br />
Sorge trat in die Gesichter der Menschen, während die riesige Gestalt auf das alte Pärchen zuhielt.<br />
&bdquo;Ihr Herz schlägt nicht mehr&ldquo;, klang es verzerrt aus dem Helm heraus. Der Alte erschrak, blickte auf seine Frau herunter, schüttelte sie, doch blieb der Körper reglos.<br />
&bdquo;Kann jemand erste Hilfe?&ldquo;, fragte die Gestalt.<br />
Es meldeten sich gleich mehrere Studenten, nur befanden sie sich auf benachbarten Fahrzeugen. Einer von ihnen wollte schon ins Wasser steigen, als der Riese ihn aufhielt.<br />
&bdquo;Warte! Wir müssen Platz machen.&ldquo; Er bat den Alten darum, sich von seiner Frau zu lösen, worauf dieser schweigend nickte. &bdquo;Ich werde sie auf ein anderes Wagendach tragen. Dann können sich die jungen Leute kümmern. Geben Sie ihre Frau noch nicht auf!&ldquo; Die Stimme der Riesengestalt klang mechanisch und blechern.<br />
&bdquo;Können Sie ihr nicht helfen?&ldquo;<br />
Die Gestalt verneinte. &bdquo;Ich weiß nicht, wie stark der Druck sein darf, den ich ausüben müsste. Bin die Falsche dafür.&ldquo; Sie griff ihm vorsichtig unter die Arme. Die verfrorene junge Frau schaffte es zu helfen, zog die reglose Rentnerin von ihm weg und begann deren Körper zu stützen.<br />
Das Roboterwesen trug den Alten zu einem anderen Wagendach, nahm gleich zwei Studenten auf die Schultern und trug diese zu der Hilfebedürftigen hinüber. Die jungen Männer begannen sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen und sprachen sich hierzu ab.<br />
Maya löste den unteren Gesichts- und Kinnpanzer, aß vier Riegel, dann machte sie weiter. Vier Autos schob sie zu einer Wand zusammen und verkeilte sie so, dass kaum noch Wasser in die Ebene eindringen konnte. Dabei boxte und trat sie das Metall zurecht, so dass eine regelrechte Schottwand entstand. Das hatte sie auch in den oberen Ebenen getan. Wie viele Autos sie dabei zerstört hatte, ahnte sie nicht. Es waren sicher Dutzende gewesen.<br />
&bdquo;So! Ihr hört mir jetzt alle zu! Ich reiße jetzt ein Loch in die Decke! Es wird das Wasser aus der oberen Ebene in die untere abfließen lassen, doch das ist egal. Über uns gibt es Feuerwehrmänner, die euch helfen werden nach oben zu gelangen. Sowie ihr oben seid, helft ihr sofort mit. Ich komme nach und wir brechen durch die nächste Decke. Kein Streit! Ich entscheide, wer zuerst nach oben darf.&ldquo;<br />
&bdquo;Was ist mit meiner Frau?&ldquo;, fragte der Rentner besorgt.<br />
&bdquo;Wir nehmen sie mit.&ldquo; Sie blickte fragend zu den beiden jungen Männern hinüber, die sich redlich mühten. &bdquo;Noch nichts!&ldquo;, rief die junge Zivilistin, ihrem Blick begegnend.<br />
&bdquo;Gut! Steckt eure Handys weg und haltet euch die Ohren zu. Es wird jetzt extrem laut&ldquo;, befahl das Roboterwesen.<br />
* * * * *<br />
Lamas hörte eine Explosion unter sich. Er konnte sogar die Vibration unter seinen Stiefelsohlen spüren.<br />
&bdquo;Zurück!&ldquo;, mahnte Thomas, sah man doch eine riesige Wasserblase aufsteigen, die bis zum Kofferraum des alten Ford hochschwappte, auf dem die zwei Männer Schutz gesucht hatten. Sie hielten Schläuche und zwei Packnetze bereit. Es musste gleich sehr schnell gehen.<br />
&bdquo;Meinst du, sie kommt durch?&ldquo;, fragte Lamas zweifelnd, da donnerte es noch einmal und kurz darauf wieder. Der Boden wackelte, Wasser klatschte vor ihnen zur Decke auf und ergoss sich wieder auf den Boden. Ein Strudel bildete sich und die Klauenhand der Riesin wurde sichtbar, die jetzt den Boden weiter einriss.<br />
&bdquo;Los!&ldquo;, schrie Lamas, da kletterte Thomas schon vom Fahrzeug herunter und ließ das große Transportnetz durch das Loch hinab.<br />
Maya schob eines der Fahrzeuge unter das Loch, löste das jüngste Kind aus den Händen seines Vaters, stieg auf das Wagendach, das sofort ihrem Gewicht nachgab, und stemmte den Kleinen in die Höhe. Dessen Händchen tasteten ihre Helmfront ab, begleitet von einem Lächeln. Lamas war da, brachte das Kind in Sicherheit, anschließend folgte das zweite nach, als Nächster ein junger Mann, der sofort fragte, wie er helfen konnte.<br />
Maya hob Männer und Frauen durch die Öffnung, arbeitete wie besessen, während das Wasser der oberen Ebene in die untere abfloss. Das machte die Arbeit oben leichter, behinderte sie jedoch zusehends bei der ihren. Zum Glück hatten sie die Fahrzeuge in der Etage über ihnen gesichert, sonst wären sie vielleicht gegen das Loch gespült worden. Das Wasser reichte Maya nun bis zur Schulter. Besorgte Gesichter blickten zu ihr herab, zweifelnd, ob sie die obere Ebene noch erreichen konnte. &bdquo;Geht weg!&ldquo;, schrie die Riesin, dann tauchte sie ab, sammelte alle Kräfte und stieß sich aus dem Wasser. Mit brutaler Energie brach sie mit ihren Schultern durch das zu schmale Loch, krallte sich mit ihrer rechten Hand in den Betonboden, griff mit der Linken nach und zog sich aus der Öffnung heraus. Wie viel Energie sie verballert hatte? Sie fühlte sich ausgelaugt und müde in diesem Moment.<br />
&bdquo;Nächste Ebene!&ldquo;, rief Lamas. Sie konnten jetzt durch das Wasser waten, dessen Sog deutlich nachgelassen hatte.<br />
Maya forderte Geduld ein. Sie bat einen jungen Studenten, ihren Tornister zu öffnen und ihr weitere Riegel zu reichen. Sie aß sechs Stück davon, hoffend, dass es nun für eine Weile reichen würde.<br />
&bdquo;Gut! Ich bin so weit.&ldquo; Sie blickte hinüber zu der Alten, deren Herz wieder zu schlagen begonnen hatte. Dennoch hatte die Rentnerin das Bewusstsein noch nicht zurückerlangt.<br />
&bdquo;Ohren zuhalten! Passt auf die Kleinen auf!&ldquo;, rief Maya und stellte sich in Position, um die Rückenkanone in Stellung zu bringen. Deren Richtmechanismus surrte, der Verschluss lud pneumatisch durch, die Mündung zeigte auf ein Kreuz, das Lamas an die Decke gesprüht hatte. Die Kollegen über ihnen sollten die Mitte der Ebene meiden, damit sie von keinem der mächtigen Projektile getroffen wurden.<br />
Maya konzentrierte sich, dann brüllte die Kanone auf. Ein Blitz an der Mündung, die Rückschlagflammen an der Mündungsbremse &ndash; der Lauf fuhr vierzig Zentimeter zurück, wurde von den Puffern seiner Bettung gefangen, während das Projektil in die Decke schlug. Sie schoss drei weitere hinterher, da hatte das letzte Geschoss die Betondecke durchschlagen. Maya zog einen edlen Benz aus dessen Parkposition, schob ihn unter das Loch und stieg hinauf. Sie hob dabei ihre Klauenhände, griff nach den Rändern der Deckenöffnung und brach Teile heraus, sie damit verbreiternd. Lamas und Thomas hatten die Netze geborgen und warfen sie jetzt Justus und einem weiteren Kollegen zu, die über ihren Köpfen auftauchten.<br />
&bdquo;Wir schaffen es! Großer Gott!&ldquo;, jubelte der junge Feuerwehrmann.<br />
* * * * *<br />
Mehr als zwanzig Riegel hatte sie während des Einsatzes gegessen! Noch nie zuvor hatte sie ähnlich viel Energie verbraucht wie hier und jetzt. So saß sie schweigend in der offenen Heckklappe auf dem Boden ihres Einsatzfahrzeugs, blickte auf glückliche Feuerwehrleute und gerettete Zivilisten herunter, die vor ihr standen und stolz und gelöst wirkten. Die Männer hatten nicht aufgegeben und vierundzwanzig Menschen das Leben gerettet.<br />
&bdquo;Constantin? Bist du noch in der Schule?&ldquo;, fragte die Riesin, die nach wie vor voll gerüstet war.<br />
&bdquo;Maya! Mein Gott! Ich habe mir Sorgen gemacht. Was war los?&ldquo;<br />
&bdquo;Erzähle ich dir später. Also, ja?&ldquo;<br />
Der Kollege bestätigte es ihr.<br />
&bdquo;Gut, dann hole ich dich jetzt ab. Ich habe es dir versprochen und so auch einen Grund, mich hier wegzumachen.&ldquo;<br />
Lamas und seine Männer protestierten, forderten Maya auf, noch einen Moment bei ihnen zu verweilen, doch wollte die Riesin weiter. Sie fühlte sich müde und wollte so schnell wie möglich nach Hause. Enttäuschung um sie herum. Dankesrufe und Beifall schienen regelrecht an ihr abzuprallen. So schloss sie die Schotttür hinter sich, quetschte sich durch den Mittelgang nach vorne, setzte sich auf den Fahrersitz und fuhr vom Platz, zurück zum Kolleg. Der Regen! In diesem Moment hatte er aufgehört.<br />
Viele der Straßen standen nach wie vor unter Wasser. Passanten wateten durch die zu Flüssen und Seen gewordenen Straßen und Plätze, Anwohner und Geschäftstreibende suchten die Schäden an Häusern, Wohnungen und Läden einzuschätzen. Eine ältere Frau weinte, während sie ihren zerstörten Blumenladen begutachtete.<br />
Maya seufzte, wollte nur noch zum Kolleg, Constantin einladen und ihn anschließend nach Hause bringen.<br />
Doch auch dabei blieb es nicht. Fünf weitere junge Männer und Frauen lud sie in ihr Fahrzeug, weitere Schüler harrten immer noch im Gebäude aus. Angewiesen auf den öffentlichen Nahverkehr, wussten sie nicht, wohin mit sich.<br />
&bdquo;Magst du erzählen?&ldquo;, fragte Constantin die nach wie vor gerüstete Kollegin. Die anderen Kollegbesucher hatten ähnlich irritiert ausgesehen, als sie die Riesin in dieser Montur am Steuer sitzend fanden.<br />
&bdquo;Nein! Wirklich nicht. Lasst mich bitte nur in Ruhe!&ldquo; Mayas Stimme klang in diesem Moment aggressiv.<br />
Constantin nahm es hin, unterhielt sich mit einem anderen Anwärter, der hinter ihm saß, und fragte dann die anderen Mitfahrer nach ihren Adressen. Die Kollegin würde durch die ganze Stadt cruisen müssen, um alle nach Hause zu bringen.<br />
Nach zwei Stunden Autofahrt war Andreas, ein Anwärter aus der oberen Jahrgangsstufe, übrig geblieben. Er sprach kein Wort mit ihr, schien von ihrer Erscheinung eingeschüchtert zu sein und saß still und leise auf seinem Platz in der letzten Sitzreihe. Er wohnte in der Nähe von Bonn, Maya hatte seinetwegen einen langen Umweg auf sich nehmen müssen.<br />
Es war halb acht abends, als ihr Vater anrief. Sie hatte gerade den schweigsamen Fahrgast ausgeladen und mit wenigen Worten verabschiedet, als das Gespräch in ihrem Helmdisplay eingeblendet wurde.<br />
&bdquo;Ja, Papa?&ldquo;<br />
&bdquo;Wie klingst du, Kind? Deine Stimme hört sich an wie&#8230;&ldquo;<br />
&bdquo;Sorry, ich bin ziemlich groggy. Hab noch keine Zeit gehabt, meine Rüstung abzulegen. Das ist der Stimmenverzerrer.&ldquo;<br />
&bdquo;Du bist wieder in den Nachrichten! Du hast vierundzwanzig Menschen vor dem Ertrinken gerettet.&ldquo;<br />
&bdquo;Das war die Feuerwehr, Papa. Ich habe nur geholfen.&ldquo;<br />
&bdquo;Die Männer und Frauen sagen was anderes. Ohne dich wäre das nicht möglich gewesen. Mein Gott, die beiden Buben hatten solch ein Glück. Die Eltern haben geweint, als sie von ihrer Rettung erzählt haben.&ldquo;<br />
&bdquo;Papa? Das ist nicht meins. Ich will einfach nur zu den Henschels und mit der ollen Wilma kuscheln. Ich stehe gerade völlig neben mir. Ich hatte noch nicht einmal Zeit, mich abzurüsten. Hab die letzten zwei Stunden meine Mitschüler nach Hause gekutscht. Hier geht gar nichts mehr mit den Öffis.&ldquo;<br />
&bdquo;Du hättest bei der Feuerwehr offensichtlich ähnlich viel erreichen können&#8230;&ldquo;, brach es aus ihrem Vater heraus.<br />
&bdquo;Nein, hätte ich nicht! Denn ich habe mit den Kanonen Löcher in die Decke des Parkhauses geschossen und mich dank der Helm- und Drohnentechnik mit der Feuerwehr absprechen können. Solch eine Ausrüstung haben die Kollegen nicht und heute war sie entscheidend.&ldquo;<br />
Ihr Vater schwieg. &bdquo;Wir sind trotzdem stolz auf dich. Das ganze Internet ist voll des Lobes.&ldquo;<br />
&bdquo;Nicht ganz. Das Parkhaus ist wahrscheinlich auf Monate geschlossen. Die Betreiberfirma behält sich vor, von der Stadt Schadensersatz zu verlangen. Und noch steht nicht fest, ob alle von mir angerichteten Schäden auch von der Versicherung übernommen werden. Dabei hat mir die Feuerwehr freie Hand versprochen.&ldquo; Bommel hatte es ihr vorhin geschrieben.<br />
&bdquo;Dann zahlt eben das Land oder der Staat. Du bist Beamte, was können dir die schon?&ldquo;<br />
&bdquo;Es regt mich nur auf! Was zählt das Materielle, wenn es um Leben geht? Mich kotzen die Menschen so an.&ldquo;<br />
&bdquo;Kann ich verstehen, Kind. Aber jetzt hast du es geschafft. Komm erst einmal zur Ruhe. Wir telefonieren morgen noch einmal, einverstanden?&ldquo;<br />
Maya versprach es und war froh, dass sie das Gespräch beenden durfte. Heiner! Sie würde sich bei ihm noch melden, bevor sie sich dann auf die Couch legte. Müde! Sie fühlte ihre Knochen bleischwer. Sie wollte gerade aufstehen und nach hinten gehen, um sich abzurüsten, als der nächste Anruf einging. Es war die Einsatzzentrale.<br />
&bdquo;Ja?&ldquo;, überschlug sich ihre Stimme.<br />
&bdquo;Hier ist von Krolm&ldquo;, klang eine energische Stimme aus dem Hörer. &bdquo;Ich wollte mich bei Ihnen bedanken, Maya. Das, was Sie heute geleistet haben, war Großes. Ich weiß, dass Sie unter starkem Druck stehen, aber vielleicht tut es Ihnen auch mal gut, diese Seite der Medaille zu erfahren.&ldquo;<br />
&bdquo;Ja, ist schon was anderes. Aber die Gefahr fühlt sich ähnlich an und auch heute wäre beinahe eine Frau gestorben.&ldquo;<br />
Von Krolm schien mit einer Antwort zu zögern. &bdquo;Sie ist tot, Frau Klein. Der Stress war zu viel für ihr Herz.&ldquo;<br />
&bdquo;Das tut mir sehr leid. Scheiße.&ldquo; Maya empfand wirklich so. Sie hatte die Sorge des alten Mannes um seine Frau noch deutlich in ihrer Erinnerung.<br />
&bdquo;Ruhen Sie sich aus! Und noch einmal, Maya! Wir sind froh und glücklich, dass Sie uns helfen, die Menschen zu beschützen.&ldquo;<br />
&bdquo;Danke. Werde ich. Bis bald, Frau von Krolm. Danke für den Anruf.&ldquo; Floskeln, mehr nahm sie aus dem Dialog nicht mit.<br />
Sie wählte Heiners Nummer. Das einzige Gespräch, auf das sie sich in diesem Moment wirklich freute.<br />
&bdquo;Hallo Mutti, hier spricht deine Nele!&ldquo;, piepste es aus dem Ohrhörer heraus.<br />
&bdquo;Süße! Wie schön es ist, dich zu hören.&ldquo; Tatsächlich wurde es Maya in diesem Moment warm ums Herz. &bdquo;Was machst du gerade?&ldquo;<br />
&bdquo;Mit dir telefonieren&ldquo;, kam es prompt zurück.<br />
Maya lachte. &bdquo;Nein, ich meine, bevor ich euch angerufen habe.&ldquo;<br />
&bdquo;Tante Hevi und ich machen Bratkartoffeln. Heini musste dringend aufs Klo, ist aber gleich wieder da. Ich durfte heute das Messer halten. Ich war ganz vorsichtig.&ldquo;<br />
&bdquo;Toll. Pass auf, ja? Nicht, dass du dich schneidest.&ldquo;<br />
&bdquo;Tante Hevi meint, man muss die Augen darauf halten, dann passiert das nicht.&ldquo;<br />
Maya hörte Musik im Hintergrund dudeln. Wie gerne wäre sie jetzt bei den dreien. &bdquo;Wie war es in der Kita? Habt ihr etwas Besonderes gemacht?&ldquo;<br />
&bdquo;Ja, wir waren im Tierpark. Ich habe all meine Butterbrote gegessen. Susi meint, dann werde ich genauso groß und stark wie du, weil wir doch verwandt sind.&ldquo;<br />
Maya konnte nicht anders, sie musste lachen. &bdquo;Mein Schatz! Selbst wenn nicht, dann musst du trotzdem gut essen. Aber dick werden solltest du dann auch nicht.&ldquo;<br />
Sie fand in der Nähe des Henschel-Hauses eine Stellfläche, parkte ein und stellte den Motor ab. &bdquo;Hat dir denn ein Tier besonders gut gefallen?&ldquo;<br />
&bdquo;Jaaaaa, ich mag die Kamele. Heini meint immer, die Johanna wäre eins. Ich finde sie aber lieb.&ldquo;<br />
Maya lachte erneut. &bdquo;Warst du auch bei den Ziegen drin?&ldquo;<br />
&bdquo;Ich habe sie gefüttert. Für zwei Euro bekommt man eine Futterbox. Meine hat ganz lange gedauert, bis sie leer war.&ldquo;<br />
Maya quälte sich aus dem Sitz heraus, schloss die Tür und ging auf das Tor zu. Sie grüßte ein junges Paar, das seinen Zwergspitz ausführte. Man kannte sich vom Sehen. Warum sie aber jetzt so doof guckten, darauf konnte sie sich keinen Reim machen. Vielleicht wegen der Nachrichten?<br />
Sie trat durch die Gartentür, nahm den Plattenweg zum Haus und wunderte sich, dass sie Wilma noch nicht hörte. Vielleicht weil Günter und Saskia da waren? Ihre Autos standen auf der Auffahrt vor der Doppelgarage.<br />
&bdquo;August wurde von einem kleinen Zicklein angerempelt. Er hat einen richtigen blauen Fleck bekommen und laut geweint. Susi meinte, er wäre eine Heulsuse. Frau Moritz hat geschimpft.&ldquo; Die Kleine sprach ohne Punkt und Komma.<br />
&bdquo;Warte mal, Süße! Ich mach kurz die Tür auf, einverstanden?&ldquo;<br />
&bdquo;Ja, Mutti.&ldquo; Maya wollte nach ihrer Tasche greifen, um den Schlüssel herauszusuchen, da fiel es ihr wie Schuppen von den Augen.<br />
&bdquo;Scheiße!&ldquo;<br />
&bdquo;Das darf man doch nicht sagen, Mutti. Nur machen.&ldquo; Die Kleine kicherte vergnügt.<br />
Maya drehte sich auf der Stelle, schlug die Hand vors Gesicht,sah und hörte die gepanzerte Klauenhand auf den Helm prallen. &#8211; Sie hatte vergessen, sich abzurüsten! War sie wirklich in ihren Gedanken so weit weg gewesen? Kein Wunder, dass die beiden auf der Straße gegafft hatten.<br />
Sie überblickte den Plattenweg und erschrak furchtbar. Jede der Wegplatten, auf die sie getreten war, hatte sich im aufgeweichten Boden zentimetertief abgesenkt. Sie war mit der Panzerung dreimal so schwer wie sonst. Wenigstens hatte sie den Geschütztornister im Wagen gelassen.<br />
&bdquo;Ich mache auf!&ldquo;, klang Saskias Stimme vergnügt aus dem Haus heraus. Wilma schnüffelte an der Tür, blieb aber auffällig ruhig. Wahrscheinlich war die Hündin verwirrt, da sie die Freundin hörte, aber nicht riechen konnte.<br />
&bdquo;Mutti? Bist du noch dran?&ldquo;<br />
&bdquo;Warte, Nele!&ldquo; Maya verfiel in eine regelrechte Panik. Sie wollte nicht, dass die Freunde sie so zu Gesicht bekamen. Sollte sie über den Rasen zurücklaufen? Nein! Das ging nicht. Sie würde bei jedem Schritt tief in den Boden einsinken. Die Platten? Nein, auch hier würde sie den Schaden nur vergrößern.<br />
Sie hörte hinter sich die Tür, vernahm ein grelles Kreischen, Saskia sackte zusammen und blieb auf dem Boden hocken. Wilma quiekte auf, lief in die Wohnung zurück, wo Günter und Lars aufgeregt miteinander sprachen und zur Tür eilten.<br />
&bdquo;Wartet! Ich bin es! Nicht erschrecken. Bitte!&ldquo;, rief Maya. Sie besann sich auf die Kleine. &bdquo;Nele! Ich ruf gleich wieder an.&ldquo; Sie beendete das Gespräch über die Zungeneingabe, da standen Vater und Sohn in der Tür.<br />
&bdquo;Ach du großer Gott! Maya! Das bist du doch, oder?&ldquo;, rief Lars aufgeregt.<br />
&bdquo;Es tut mir so leid. Ich habe die ganze Zeit telefoniert und dabei vergessen, das Ding im Fahrzeug abzulegen. Ich habe den ganzen Weg kaputt gemacht.&ldquo; Sie beugte sich über Saskia, die jetzt langsam wieder zur Besinnung kam.<br />
&bdquo;Sasi? Geht es dir gut?&ldquo;<br />
&bdquo;Türmchen? Oh mein Gott! Sind wir in Gefahr?&ldquo;, stöhnte die junge Frau.<br />
Günter bat Maya darum zu warten. &bdquo;Es gibt Bohlenbretter im Gartenschuppen. Die können wir über den Weg legen, um dein Gewicht zu verteilen.&ldquo;<br />
&bdquo;Warte! Ich helfe dir, Junge.&ldquo; Die beiden Männer verschwanden im Haus. Sie gingen wahrscheinlich hinten auf die Terrasse und von dort aus weiter in den Garten.<br />
Saskia fasste sich bemerkenswert schnell. &bdquo;Du hast heute die Menschen in der Tiefgarage gerettet. Trägst du deshalb dieses Ding? Wie sagt man eigentlich dazu?&ldquo;<br />
&bdquo;Es ist meine Dienstausrüstung. Sorry, ich wollte dich nicht erschrecken. Ich bin voll durch, ich weiß gerade nicht, wo mir der Kopf steht.&ldquo;<br />
&bdquo;Das tut mir leid, Türmchen. Muss schlimm gewesen sein. Was wären die Menschen ohne dich? Die waren so erleichtert. Sie sagten, dass sie sich schon mit dem Tod abgefunden hatten. Sogar die Kleinen haben aufgehört zu weinen und nur noch abgewartet.&ldquo;<br />
&bdquo;Sasi! Bitte! Ich kann nicht mehr. Ich wollte einfach nur nach Hause kommen.&ldquo;<br />
Sie war erleichtert, als sie die Stimmen der Männer hörte. Die schleppten mehrere lange Holzbretter, bugsierten sie durch die Eingangstür nach draußen und legten sie über die Gehwegplatten.<br />
&bdquo;Versuche es! Wenn es nicht klappt, ist es so&ldquo;, meinte Lars. &bdquo;Wir bauen hinter dir ab und legen vorne an. So kommst du zurück zur Straße.&ldquo;<br />
&bdquo;Nach einer Weile merke ich sie nicht mehr.&ldquo; Maya waren die Umstände furchtbar unangenehm. Zumal jetzt auch Nachbarn auftauchten und fragten, ob sie helfen durften.<br />
&bdquo;Nicht nötig, Maik. Danke dir. Wir kommen schon klar. Maya hat vergessen, ihre Rüstung abzulegen. War die ganze Zeit im Gespräch&ldquo;, erklärte Günter. Er öffnete die Gartentür, durch die Maya jetzt hindurchtrat, das Dutzend Menschen um sich herum ignorierte, zu ihrem Einsatzfahrzeug lief und dort durch die Heckklappe einstieg. Sie schloss sie hinter sich, öffnete die Kabine und begann sich hastig umzuziehen. Sie sah ein wenig derangiert aus, als sie, mit ihrer Tasche in der Hand, wieder auf die Straße trat.<br />
Lars und Günter hatten aufgepasst. Niemand hatte von Maya Fotos oder Videos gefertigt. &bdquo;Sie war heute im Einsatz. Dankt es ihr bitte, indem ihr sie in Ruhe lasst!&ldquo;, bat der jüngere Henschel dabei.<br />
Wilma kam ihr vom Haus aus entgegengelaufen, sowie sie durch die Gartentür getreten war. Ihrer vorherigen Unsicherheit beraubt schien sie erleichtert, dass jetzt die echte Maya da war und nicht dieses Trugbild, das sie genarrt hatte.<br />
Maya ließ die stürmische Begrüßung des Tieres über sich ergehen, ging in die Hocke, um es zu herzen, und spürte dabei immer wieder die große Hundezunge in ihrem Gesicht.<br />
&bdquo;Lass mich doch erst einmal ankommen, Süße!&ldquo;, bat Maya.<br />
Lars und Günter sammelten die Bohlen wieder ein und trugen sie zurück zum Schuppen, während Saskia Maya begrüßte. &bdquo;Hallo, du Hübsche. Tut mir leid, dass ich so erschrocken bin. Aber für einen Moment dachte ich, der Teufel steht vor mir und möchte mich für meine Sünden holen.&ldquo; Sie nahm die Jacke von Maya entgegen und hängte diese über einen der Garderobenhaken.<br />
&bdquo;Wie geht es Heiner und der kleinen Maus? Mein Bruder hat mir von ihnen erzählt.&ldquo;<br />
&bdquo;Soweit gut. Ich muss meinen Süßen unbedingt zurückrufen. Hatte bisher nur das Nelchen dran.&ldquo;<br />
Lars und Günter kamen in dem Moment zurück, als Maya sich auf dem Sofa niederließ. Wilma wich nicht von ihrer Seite, legte sich neben ihrem linken Oberschenkel nieder und meldete damit ihren Besitzanspruch an.<br />
&bdquo;Hey, Türmchen!&ldquo; Günter beugte sich über die Riesin, drückte sie und ließ sich von ihr Küsse auf die Wange geben. &bdquo;Hast einen harten Tag gehabt, was?&ldquo;<br />
&bdquo;Kann man so sagen. Bin einfach froh, hier zu sein.&ldquo;<br />
Lars tat es jetzt seinem Sohn gleich, sagte Maya Hallo und deutete auf den Esstisch. &bdquo;Komm erst einmal an, dann essen wir.&ldquo;<br />
Sie war der Familie so dankbar. Die gingen wieder auf Abstand, hielten sich im Küchenbereich des riesigen Raums auf und begannen damit, gemeinsam den Tisch einzudecken.<br />
&bdquo;Hallo, Süßer! Was bin ich froh, dich zu hören.&ldquo;<br />
&bdquo;Da ist einiges bei euch runtergekommen. Unwirklich! Die ganze Stadt stand unter Wasser. Ich habe mir echt Sorgen um dich gemacht.&ldquo;<br />
&bdquo;Du, ich habe alles gut hinbekommen. Der Tag war einfach nur wieder ziemlich lang. Wie sah es bei dir aus?&ldquo;<br />
&bdquo;Ich habe heute viel im Verkauf gearbeitet. Also direkt an der Kundin. Es wird langsam. Marie meinte, ich wäre ganz gut gewesen. Muss mich aber mit Fashion noch mehr auseinandersetzen. Trendanalysen der letzten Jahre hat sie mir als Hausaufgabe mitgegeben.&ldquo;<br />
&bdquo;Und der Pfosten, der dich&#8230;&ldquo;<br />
&bdquo;Kein Wort, Maya! Wirklich. Ist es nicht wert. Musst dir keinen Kopf machen. Der Laden sieht dank mir super aus. Ich bin da hinterher und hab mein erstes Meeting gehabt.&ldquo;<br />
&bdquo;Du, das freut mich. Find es super, dass du dich da wohl fühlst.&ldquo; Sie dachte an die Freundin. &bdquo;Mit Hevi alles in Ordnung?&ldquo;<br />
&bdquo;Solange sie bei uns ist oder drüben bei Can und Jeane, schon. Sie hilft, wo sie kann, und kommt nur nicht damit zurecht, allein zu sein. Nele hat das mitbekommen und ihr angeboten, bei ihr zu schlafen. Bisher hab ich noch nicht ja gesagt. Ich wollte das erst mit dir besprechen.&ldquo;<br />
Maya fühlte in sich hinein. War das zu viel? &bdquo;Du, Nele darf da nicht in die Pflicht genommen werden. Hevi muss das in diesem Fall allein schaffen.&ldquo;<br />
&bdquo;Hat sie selbst auch so gesehen. Aber Nele wollte unbedingt helfen. Sie mag Hevi sehr gerne und nennt sie Tante.&ldquo;<br />
&bdquo;Die Kleine! Die kascht sich jeden, den sie mag und der nicht bei drei auf den Bäumen ist.&ldquo; Maya lachte.<br />
&bdquo;Sie freut sich sehr auf Emi. Die ist natürlich auch schon ihre Schwester.&ldquo; Heiner zeigte sich amüsiert, dann fragte er nach Details ihres Tags. &bdquo;War es schlimm in der Schule?&ldquo;<br />
&bdquo;Es ging. Die Hälfte des Unterrichts fiel aus, der Rest war okay. Hab noch ein wenig mit Constantin gelernt, dann musste ich zu einem Feuerwehreinsatz. Ich habe mich noch nie so fertig angefühlt, Heini. Ich habe einen Riegel nach dem anderen gegessen. Das hatte ich so noch nicht.&ldquo;<br />
&bdquo;Okay? Anstrengender, als wenn du gegen Verbrecher kämpfst?&ldquo;, wunderte sich der Freund.<br />
&bdquo;Ja! Deutlich sogar. Ich musste richtig klotzen, um den Menschen zu helfen. Ich war so kaputt, ich konnte mich gar nicht so richtig über ihre Rettung freuen.&ldquo;<br />
&bdquo;Dann ruh dich jetzt aus! Ich sage dir später noch mal gute Nacht, einverstanden?&ldquo;<br />
Maya freute sich darauf. Kurz sah sie sich um und vergewisserte sich, dass die Henschels sie nicht hören konnten, da brach das Verlangen schon aus ihr heraus. &bdquo;Ich würde dir so gerne einen lutschen und dann auf deinen Schoß steigen, mein Süßer. Du bist für mich die beste Medizin, nur leider ist die Bloody Mary da und du eben nicht.&ldquo;<br />
&bdquo;Wir machen uns trotzdem ein schönes Wochenende, wirst sehen.&ldquo; Heiners Stimme klang selbstbewusst. &bdquo;Can ist schon aufgeregt und Manfred landet zusammen mit Fati am Freitag, sodass die beiden mit von der Partie sind.&ldquo;<br />
&bdquo;Wie läuft es mit Joh?&ldquo;<br />
&bdquo;Sie kommt gut zurecht und lässt die Wohnung stehen. Hat Jeane von sich aus mit der Wäsche geholfen. Da scheint sich auch bei ihr langsam was zu bewegen. Schule geht. Im Grunde ähnlich wie bei dir. Sie hat halt keinen Bock aufs Büffeln.&ldquo;<br />
&bdquo;Schwester im Geiste&ldquo;, meinte Maya, während sie Wilma über den Nacken kraulte.<br />
&bdquo;Nele will dich noch mal kurz haben.&ldquo;<br />
Maya hörte, wie das Gerät wechselte, dann vernahm sie schon die piepsige Stimme des kleinen Mädchens. &bdquo;Du wolltest mir noch Fotos von Wilma schicken, Mutti!&ldquo;<br />
&bdquo;Mach ich gleich. Und du schlaf schön, ja? Ich zeige Wilma auch ein paar Fotos von dir. Und wir sehen mal, wann ihr euch kennenlernen könnt. Einverstanden?&ldquo;<br />
&bdquo;Versprichst du es mir?&ldquo;, fragte die Kleine.<br />
&bdquo;Na, das wird nicht schwer einzuhalten sein. Früher oder später passiert das zwangsläufig. Vielleicht mag Günter sie ja auch mal mitnehmen, wenn er Hevi helfen kommt.&ldquo;<br />
&bdquo;Jaaaahhh!&ldquo;, zeigte sich die Kleine begeistert.<br />
&bdquo;Süße! Ich muss jetzt Schluss machen. Die Henschels wollen essen und mein Magen spricht schon wieder eine deutliche Sprache.&ldquo;<br />
&bdquo;Was sagt er denn?&ldquo;, wollte die Kleine wissen.<br />
&bdquo;Dass er Hunger hat&ldquo;, lachte Maya. &bdquo;Schlaf schön, Mausezahn!&ldquo;<br />
&bdquo;Du auch, Mutti. Ich habe dich lieb! Einmal rund um die Welt!&ldquo;<br />
&bdquo;Alles in Ordnung zu Hause?&ldquo;, fragte Lars.<br />
&bdquo;Ja. Die Kleine sieht mich mittlerweile als ihre Mutter an. Manchmal fühle ich mich damit überfordert. Will ihr aber auch nicht vor den Kopf stoßen.&ldquo;Lars zeigte Verständnis. &bdquo;Schwierige Situation. Letzten Endes zählt natürlich, was du möchtest, und das müssen dann sowohl Heiner als auch die Kleine akzeptieren. Auf der anderen Seite steht natürlich, wie die Kleine auf diese Ablehnung reagieren würde. Sie sucht nach festen und beständigen Strukturen.&ldquo;<br />
&bdquo;Ich habe schon mit Heiner gesprochen. Wir wollen es zulassen. Es liegt dann halt an uns, anderen zu erklären, was es damit auf sich hat.&ldquo;<br />
Lars nickte ihr zu. &bdquo;Wenn du das kannst, umso besser. Wie ist dein Verhältnis zu der Kleinen?&ldquo;<br />
&bdquo;Geht nicht besser. Ich habe sie richtig lieb.&ldquo;<br />
Der Freund und Psychologe nickte. &bdquo;Dennoch ist sie nicht dein leibliches Kind, aber das hat für Nadja auch nie eine Rolle gespielt. Die wäre für dich ins Feuer gesprungen, und da du diesen Vergleich hast, kannst du dir natürlich schon ausmalen, was das für die Kleine bedeuten wird, wenn du ihren Wunsch in dieser Richtung anerkennst.&ldquo;<br />
Maya lächelte. Ihre Miss Mini! Sie hatte sofort ihre Welt aufhellen können. Vielleicht ging es Hevi ähnlich?<br />
&bdquo;Wie läuft es bei euch? Mögt ihr erzählen?&ldquo;, besann sie sich auf ihre Freunde.<br />
Günter lächelte. &bdquo;Ich habe im Moment viel um die Ohren, aber es lohnt sich. Dank Hevi habe ich vielleicht sogar ein Thema für meine Doktorarbeit gefunden. Ich habe sie gefragt, sie will mich unterstützen und damit ihren Erlebnissen einen Sinn geben. Von daher muss ich ihr dankbar sein für diese Möglichkeit.&ldquo;<br />
&bdquo;Wie geht es Feli und den Kindern?&ldquo;<br />
&bdquo;Gut! Den Kleinen ist es langsam zu anstrengend, gegen mich Front zu machen. Von daher wird es zwischen uns langsam aber stetig lockerer.&ldquo; Er hob seinen rechten Daumen, um die Aussage zu unterstreichen.<br />
&bdquo;Und bei dir?&ldquo; Mayas Blick wechselte zu Saskia hinüber, die bis dahin passiv zugehört und auf ihrem Handy gelesen hatte.<br />
&bdquo;Soweit ganz gut. Abgesehen von ein paar Stammkunden habe ich aufgehört. Ich komme gut mit dem Studium klar und in der WG läuft es so lala. Die beiden sind oft zickig und würden mich gerne wieder loswerden. Es ist mittlerweile bei ihnen angekommen, dass ich &lsquo;ne Nutte bin.&ldquo;<br />
&bdquo;Ich dachte, du hättest ganz aufgehört&ldquo;, zeigte sich Maya erstaunt.<br />
&bdquo;Habe ich auch angenommen. Aber dann habe ich gesehen, wie hoch mein zeitlicher Einsatz fürs Geldverdienen ausfallen würde, und da bin ich dann doch lieber mit ein paar meiner früheren Stammkunden zusammen. Ein paar Stunden Arbeit in der Woche und ich komme gut zurecht.&ldquo;<br />
Maya vermied es, in die Gesichter von Vater und Sohn zu schauen. Es war offensichtlich, dass sie mit den Aussagen Saskias zu kämpfen hatten. Die nahm kein Blatt vor den Mund. Vielleicht aus Selbstschutz? Sie schien ihre eigene Würde mit dieser Offenheit hochhalten zu wollen.<br />
&bdquo;Was, wenn du jemanden kennenlernst?&ldquo;, wollte Maya wissen. &bdquo;Hörst du dann auf?&ldquo;<br />
Saskia schien über ihre Frage nachzudenken. &bdquo;Es gibt jemanden, der mich mag, so ist es nicht. Aber das würde sich für den Moment falsch anfühlen.&ldquo;<br />
&bdquo;Aber auf den Strich gehen tut es nicht?&ldquo;, brach es aus Lars heraus.<br />
Die Tochter reagierte locker. &bdquo;Ich bin doch nicht auf der Straße, Papa. Keiner meiner Kunden ist unseriös, ihr braucht euch da keine Sorgen machen. Alles gestandene Männer. Ich habe ihre Daten und sichere mich auch auf andere Weise ab.&ldquo;<br />
&bdquo;Alter!&ldquo; Günter schüttelte den Kopf. &bdquo;Hör doch einfach auf. Vier anstrengende Jahre und du bist fertig.&ldquo;<br />
&bdquo;Nö, Bruder. Mir ist es lieber so. Die Arbeit bockt mich und fühlt sich richtig für mich an.&ldquo;<br />
Die beiden Männer tauschten vielsagende Blicke aus, dann hatten sie genug von diesem Thema.<br />
&bdquo;Ach ja. Bea, meine frühere Freundin, die dich in den Sozialen gedisst hat, Maya, hatte Kontakt mit Sascha. Ich wollte dir das sagen, bevor du es auf anderen Wegen erfährst. Er wollte sie anscheinend für sich gewinnen, doch hat die Gute abgelehnt. Sie glaubt, er wollte nur einen Vorwand schaffen, um in deiner Nähe zu sein.&ldquo;<br />
&bdquo;Was?&ldquo; Maya blickte entgeistert zu der Freundin hinüber. &bdquo;Wie lange ist das denn her?&ldquo;<br />
&bdquo;Ein paar Wochen? Er dachte wahrscheinlich, er könnte sie mit ein paar Insights von dir ködern. Aber weder gefiel er ihr, noch wollte sie sich erneut die Hände an diesem Thema verbrennen. Sie hat praktisch als Influencerin neu anfangen müssen, nachdem sie ihre Show bei dir abgezogen hat. Sie gibt jetzt die Geläuterte und berät User, wie sie auf Hassnachrichten im Internet reagieren sollen. Krasseste Alte ever! Aber sie war schon immer so drauf. Fähnlein im Wind.&ldquo;<br />
&bdquo;Können wir anfangen?&ldquo;, fragte Lars und hob die Deckel von den Töpfen. Es gab Klöße und Pellkartoffeln.<br />
Maya aß und hörte dem Gespräch am Tisch zu. Günter erzählte von Boris, der Schwierigkeiten in der Schule hatte, Lars von einer Patientin, die nach dem Verkauf ihres Hauses dieses pünktlich zum Eigentümerwechsel angezündet hatte. Der Brand hatte auf eines der Nachbarhäuser übergegriffen. Der Käufer war außer sich. Haus und eingesetztes Geld waren damit erst einmal verloren. Versicherung? Da stand ein großes Fragezeichen.<br />
&bdquo;Die Polizei hat sie in eine forensische Psychiatrie eingewiesen, doch der behandelnde Arzt diagnostizierte anders als ich. Wahrscheinlich wird sie in den normalen Vollzug überwiesen. Der Kollege hat zu wenig Therapieplätze und schwerere Fälle. Zum Glück ist niemand verletzt worden. Ein Hund hatte die Nachbarn rechtzeitig geweckt.&ldquo;<br />
&bdquo;Scheiße! Das tut mir leid.&ldquo;<br />
Lars nickte. &bdquo;Sie ist jetzt noch in der Geschlossenen. Ich versuche, den Kontakt zu halten, wenn man mich lässt.&ldquo;<br />
Saskia widmete sich während des Essens schon wieder ihrem Handy. Machte sie neue Termine aus? Maya ärgerte sich selbst, dass sie in diese Richtung dachte. &bdquo;Ich weiß ja, dass wir nicht darüber sprechen wollten, aber Maya hat heute die Frau des Oberbürgermeisters gerettet&ldquo;, erklärte die Henschel-Tochter. &bdquo;Kommt auf allen Nachrichten.&ldquo;<br />
Die Riesin sah sie verwirrt an. &bdquo;Das sollte doch wohl egal sein, oder?&ldquo;<br />
&bdquo;Na ja. Einen Unterschied macht es schon. Zumal die Feuerwehr immer wieder erklärt, dass du den entscheidenden Beitrag geleistet hast. Ein Sprecher der Polizei reagierte entsprechend und meinte, es wäre eine Ausnahmesituation gewesen. Die eigenen Kräfte wären schon am Limit angelangt.&ldquo;<br />
Günter hatte selbst zum Handy gegriffen. &bdquo;Super! Jetzt heißt es, dass Maya nur eingesetzt worden ist, um die Frau des Bürgermeisters zu schützen.&ldquo;<br />
&bdquo;Mir egal! Wirklich! Sollen die labern, was sie wollen. Ohne Melissa wäre ich gar nicht dort gewesen. Und der Vorschlag anzufragen, kam von einem einfachen Feuerwehrmann.&ldquo;<br />
&bdquo;Das haben die Geretteten bestätigt. Aber natürlich wird es nicht von allen geglaubt. Man spricht von einem großen Fragezeichen, ob dieser Dienst nicht der Obrigkeit vorbehalten war.&ldquo;<br />
Lars sprach ein Machtwort. &bdquo;Genug davon! Maya hat hier eine eigene Entscheidung getroffen und wird das auch weiterhin tun.&ldquo;<br />
&bdquo;Würde mich nur nicht wundern, wenn die Feuerwehr auch noch&#8230;&ldquo;<br />
&bdquo;Reicht jetzt, Sohn! Maya ist erschöpft und die müssen das verstehen. Werden weiter die Sorgen der Welt an sie herangetragen, brennt sie irgendwann aus und kann niemandem mehr helfen. Dessen sollte man sich bewusst sein.&ldquo;<br />
Maya aß schweigend vor sich hin. Der heutige Einsatz war so ganz anders gewesen als die gegen Verbrecher. Er hatte sich körperlich viel belastender angefühlt. Es ging nicht darum, jemanden zu töten, sondern Leben zu retten.<br />
Eine ganz andere Hausnummer! Zum Töten gemacht? Es schien wirklich so zu sein. Das für sie normale Szenario ging ihr viel leichter von der Hand als solch ein Rettungseinsatz.<br />
Günter tat ihr die nächste Portion auf, während Saskia den Fernseher anschaltete. Nachrichten wurden übersprungen und so sahen sich die vier eine Quizsendung an. Wilma saß neben Mayas Stuhl und schielte nach dem Essen. Sie bettelte passiv, was mindestens genauso aufdringlich war wie das Quietschen oder Jankern anderer Hunde.<br />
Doch zur Enttäuschung der Hündin blieb Maya hart. Sandra hatte sie darum gebeten. Man tat der Hündin keinen Gefallen, sie an Menschenessen zu gewöhnen. Doggen hatten eh schon Probleme mit ihren Herzen, da musste man sie nicht auch noch an salzhaltige Kost gewöhnen.<br />
Wie es der Freundin jetzt wohl ging? Zwei Wochen! Was würde sie dieses Mal über sich erfahren? Kurz verweilten ihre Gedanken bei Sandra, dann wanderten sie schon weiter.<br />
&bdquo;Wie läuft es eigentlich im Club? Hast du noch Kontakt?&ldquo;, fragte sie Saskia nach längerem Nachdenken. Kurz wechselte ihr Blick zu Günter hinüber, der zufrieden mit seinem Vater abklatschte, als er eine anspruchsvolle Frage richtig beantworten konnte.<br />
&bdquo;Er ist zu einer Insel im Bordellkrieg geworden. Diese Typen, die man für die Puffmorde verantwortlich macht, haben jetzt Konkurrenz bekommen. Wahrscheinlich ein französischer Ring. Er agiert ähnlich brutal und in Duisburg hat es schon eine Schießerei mit Toten gegeben. In Gelsenkirchen wurden zwei Schweden tot unter einer Brücke gefunden. Sie wissen anscheinend ganz genau, wo sie zuschlagen müssen.&ldquo; Saskias Stimme klang zufrieden. &bdquo;Was bin ich um jedes dieser Arschlöcher froh, das kaltgemacht wird. Egal auf welcher Seite.&ldquo;<br />
&bdquo;Und Ioan? Wie geht es ihm?&ldquo; Maya erinnerte sich noch gut an den Manager. Er war &lsquo;ne coole Type. Sie hatte sich geärgert, als sie sich ihm gegenüber so schnell geöffnet hatte. Von seiner Wirkung auf Mitmenschen Sascha nicht unähnlich.<br />
&bdquo;Gut. Er baut den Laden aus, modernisiert ihn und sorgt dafür, dass es seinem Team gut geht. Als ich das letzte Mal bei ihm war, meinte er, dass jemand die Hand über den Club halten würde. Anders könnte er es sich nicht erklären.&ldquo; Saskia lächelte. &bdquo;Und eine 17-Jährige hat das gemanagt. Türmchen! Ich weiß nicht, wie ich dir danken soll. Auch dafür, dass du wieder mit mir sprichst.&ldquo;<br />
Maya schenkte ihr ein Lächeln. &bdquo;Heiner! Ohne dich hätte ich ihn nicht gefunden. Außerdem weiß ich nicht, wie lange ich noch von Sascha verarscht worden wäre.&ldquo;<br />
Die junge Henschel lachte. &bdquo;Wir, Missi! Er ist schon ein Süßholzraspler. Aber eben auch ein Affe. Egal! Liegt hinter uns beiden.&ldquo;<br />
&bdquo;Ich habe ihn auf der Beerdigung von Ilona gesehen. Er hat mich so angenervt. Mein ganzer Körper hat auf ihn reagiert. Warum ist das so? Er sollte mir doch egal sein, oder nicht?&ldquo;<br />
&bdquo;Er war deine erste große Liebe, du warst in ihn verknallt. Ging mir ja nicht anders, Türmchen. Da bleibt immer was zurück. Weißt du denn, wie es ihm geht?&ldquo;<br />
&bdquo;Nicht viel.&ldquo; Maya nahm einen Schluck Wasser. &bdquo;Hat seinen Job als Ausfahrer verloren, weil er es mit einer Kundin getrieben hat. Davor hatte er anscheinend ein nettes Mädel, aber das war halt nicht blöd genug, um bei ihm zu bleiben. Er macht jetzt irgendwelche Türgeschäfte, nach meinem letzten Stand.&ldquo;<br />
&bdquo;Er ist und bleibt ein Windhund. Sollte ein Buch über sein Leben schreiben. Würde sich sicher verkaufen. Oder in den Sozialen seine Geschichte erzählen.&ldquo; Saskia seufzte. &bdquo;Ist schon krass, dass man sich in solch einen Jungen verlieben kann.&ldquo;<br />
&bdquo;Was ist mit dem Typen, der für dich schwärmt?&ldquo;, fragte Maya weiter.<br />
&bdquo;Ach, er ist ein Netter. Kommilitone. Kennst du das? Er schaut ziemlich normal aus, es ist nett mit ihm zu reden, aber viel mehr geht nicht. Er hatte bisher nur eine Beziehung und die war auch nicht sonderlich lang.&ldquo;<br />
&bdquo;Weiß er, dass du eine Prostituierte bist?&ldquo;<br />
Saskia nickte. &bdquo;Ja. Ich habe es ihm gesagt. Ich dachte, damit würde ich es ihm leichter machen und ihn abschrecken. Aber er meinte nur, dass er damit kein Problem hätte, solange ich mich schütze.&ldquo;<br />
&bdquo;Das ist schon irgendwie spooky.&ldquo;<br />
Saskia nickte. &bdquo;Er wirkt insgesamt ziemlich verzweifelt. Von daher habe ich ihm &lsquo;ne klare Ansage gemacht. Er sagt, er hätte es verstanden.&ldquo;<br />
&bdquo;Meinst du, man muss mit ihm reden?&ldquo;, zeigte sich Maya besorgt.<br />
&bdquo;Du, das ist ein Lieber, brauchst dir keinen Kopf machen. Außerdem kenne ich mittlerweile ein paar Leute, die notfalls bei ihm eine Grenze ziehen würden.&ldquo;<br />
&bdquo;Jetzt mache ich mir &lsquo;nen Kopf um dich!&ldquo; Maya fühlte in sich hinein, es war tatsächlich so.<br />
&bdquo;Türmchen! Du hast mir schon mal geholfen. Lass los! Da ist nichts weiter, glaub mir bitte! Hätte ich das gewusst, hätte ich dir nichts davon erzählt. Wenn ich Hilfe brauche, würde ich es dir sagen &ndash; habe ich doch schon einmal.&ldquo;<br />
&bdquo;Gib mir seinen Namen und seine Adresse! Wenn er dich nicht in Ruhe lässt, sag ihm, eine Polizistin weiß über ihn Bescheid.&ldquo;<br />
Lars und Günter wurden jetzt hellhörig. &bdquo;Müssen wir uns da Sorgen machen, Sis?&ldquo;, fragte Letzterer.<br />
&bdquo;Nein! Natürlich nicht. Ich habe nicht mal Kunden, wo das ein Problem wäre. Hört auf damit! Ihr könnt beruhigt sein.&ldquo;<br />
&bdquo;Na, wenn das für dich kein Thema ist, kannst du mir ja auch seine Daten geben. Bitte, Sasi! Ich will mir nicht auch noch um dich Sorgen machen müssen.&ldquo;<br />
Die Freundin sah sie an, dann entspannten sich ihre Gesichtszüge. &bdquo;Gut! Dann bekommst du sie. Aber du stresst ihn nur dann, wenn es einen Grund dafür gibt! Der Arme scheißt sich ein, solltest du bei ihm aufkreuzen. Er ist ziemlich sensibel. Ich musste jedes Wort abwägen, das ich in seine Richtung geäußert habe. Kann auch anstrengend sein, wenn du ständig Gefahr läufst, falsch verstanden zu werden.&ldquo;<br />
&bdquo;Das Problem hatte ich nie. Aber mir sind jetzt auch noch nicht viele Typen hinterhergelaufen.&ldquo;<br />
&bdquo;Keine, von denen du weißt!&ldquo; Saskia lächelte. &bdquo;Du bist &lsquo;ne Hammer Frau, Türmchen! Dass du daran noch zweifelst.&ldquo;<br />
Maya stieß Luft aus dem Mund. &bdquo;Ich kann damit nichts anfangen, Saskia. Wirklich nicht. Ich versuche es ja. Stolz? Keine Ahnung. Irgendwo ganz weit hinten, vielleicht? Für den Moment bin ich einfach nur müde.&ldquo;<br />
&bdquo;Gehen wir Mädels rüber zur Couch. Machen wir es uns gemütlich!&ldquo; Saskia wandte sich an den Hund. &bdquo;Komm, du alte Tröte! Wer zuerst auf der Couch ist, darf sich ans Türmchen kuscheln.&ldquo;<br />
&bdquo;Ich habe zwei Seiten&ldquo;, lachte Maya, da war Wilma schon an ihr und Saskia vorbeigehetzt. Mit einem gewaltigen Satz sprang sie auf die Polster, so als ob sie jedes Wort der jungen Henschel verstanden hätte.<br />
&bdquo;Die hat&rsquo;s raus! Es ist verrückt&ldquo;, lachte Saskia, stieg der Hündin hinterher und umarmte deren Hals. Wilmas Interesse aber galt Maya, die sich nun an deren andere Seite setzte.<br />
&bdquo;Chillen! Wie geil das ist!&ldquo; Maya öffnete ihre Haare, schob sich einen zur Couch gehörenden Hocker zurecht und legte sich mit dem Oberkörper über die Couch. Sie hob ihre Beine über den Schemel, da war Wilmas Kopf schon da und legte sich auf ihrem Hals ab.<br />
Saskia kuschelte sich in den Rücken der Hündin ein, kraulte sie, und die Welt war für die drei in Ordnung. Ab und an hörte Maya Lars und Günter lachen oder ein paar Worte wechseln, den Sound aus den Lautsprechern des Fernsehers, dann wurde es wieder ruhig.<br />
Maya dachte an Heiner, fühlte erneut das Verlangen in sich, dann wurde auch dieses Gefühl schwächer und verebbte schließlich ganz. Das verhaltene Schnarchen Wilmas hörte sie noch, dann verstummte auch dies.<br />
Kapitel 32 &ndash; Normaler Mittwoch?<br />
&bdquo;Türmchen? Aufstehen! Genug geschlummert!&ldquo; Maya öffnete erschrocken ihre Augen und blickte in Saskias ungeschminktes Gesicht. Erst langsam reifte in ihr die Erkenntnis, dass sie die Nacht auf der Couch durchgeschlafen hatte. Sie fand sich mit zwei Decken zugedeckt, von Wilma war nichts zu hören oder zu sehen.<br />
&bdquo;Die ist draußen&ldquo;, erriet Saskia ihre Gedanken.<br />
&bdquo;Komm! Mach dich frisch, dann kannst du mich mit in die Stadt nehmen, im Gegensatz zu dir finde ich keinen Parkplatz. Die Öffis fahren noch immer nicht voll, von daher werden viele Pendler ihre Autos genommen haben.&ldquo;<br />
Maya gähnte, richtete sich langsam auf und zeigte sich lustlos.<br />
&bdquo;Papa hat dir schon &lsquo;ne Brottüte gepackt&ldquo;, wurde ihr noch von der jungen Henschel erklärt, da lief diese auch schon mit flinken Schritten die Treppe hinauf. &bdquo;Ich lass die Tür offen. Dann kannst du dich schon mal ausziehen, während ich dusche&ldquo;, rief sie noch runter.<br />
Maya dankte ihr noch, doch war die Freundin schon weg.<br />
&bdquo;Morgen!&ldquo;, grüßte Lars, der gerade durch die Haupteingangstür reingekommen war.<br />
&bdquo;Morgen!&ldquo;, gab die Riesin tonlos zurück. Sie setzte sich auf den Couchrand und suchte sich zu sammeln. Die Wand! Sie war so hoch und dick, genau vor ihr. Unsichtbar, allein in ihren Gedanken existent.<br />
&bdquo;Du sprühst ja vor Energie. Hast nicht gut schlafen können? Wir wollten euch drei nicht wecken. Ihr lagt so süß ineinander verknotet auf dem Sofa.&ldquo;<br />
Maya lächelte. &bdquo;Zu gut, Lars. Ich muss mich irgendwie berappeln.&ldquo;<br />
&bdquo;Das schaffst du, ich bin mir sicher.&ldquo; Er lächelte. &bdquo;Heute gibt es keine Unwetterkatastrophe, zumindest behauptet das der Wetterbericht.&ldquo;<br />
&bdquo;Da bin ich beruhigt&ldquo;, gab Maya zurück.<br />
Wilma musste draußen ihre Stimme gehört haben, stürmte zurück ins Haus, rutschte auf dem glatten Steinboden des Wohnzimmers aus, schlitterte in der Kurve und fand schließlich auf dem Teppich der Sitzgruppe Halt. Sofort kam sie mit ihrem großen Hundekopf zwischen Mayas Beine, ließ sich streicheln und wedelte dabei mit dem Schwanz.<br />
&bdquo;Süße, ich muss mich fertig machen&ldquo;, flüsterte sie der Hündin zu, drückte sie vorsichtig von sich weg und stand auf.<br />
&bdquo;Muss mich beeilen&ldquo;, erklärte sie Lars völlig unnötig, nahm in weiten Sätzen die Treppe, holte aus ihrem Zimmer die Wechselkleidung und kam ins Bad, wo Saskia gerade aus der Dusche trat.<br />
Einen sportlichen, schlanken Körper, kleine, aber formschöne Brüste, wunderschöne Beine &ndash; sie entsprach so ziemlich dem Ideal einer Frau, das sich Maya für sich selbst gewünscht hätte. &bdquo;Du schaust so hübsch aus&ldquo;, drang es aus ihrem Mund.<br />
&bdquo;Echt? Sagen meine Kunden auch. Ich selbst finde mich gar nicht so besonders. Viele Kurven habe ich nicht. Aber vielleicht ist man selbst nie mit sich zufrieden? Wird wahrscheinlich so sein.&ldquo; Saskia trat ans Waschbecken und nahm ihre Gastzahnbürste auf. &bdquo;Wie wird dein Tag heute?&ldquo;<br />
&bdquo;Ganzen Tag lernen. Also Scheiße&ldquo;, gab Maya zurück. &bdquo;Deiner?&ldquo;<br />
&bdquo;Bis heute Nachmittag Vorlesungen, dann einen Kunden. Superhübscher Typ, aber leider auch ein wenig eklig. Er steht auf Anpinkeln.&ldquo;<br />
Maya sah sie erschrocken an. &bdquo;Echt?&ldquo;<br />
Saskia lächelte. &bdquo;Also ich ihn. Sonst würde ich es nicht machen wollen.&ldquo;<br />
Maya zog sich aus, warf ihre Wäsche vom Vortag achtlos auf den Boden und trat dann in den Duschbereich. Hatte sie sonst Probleme, fand sie in dem üppigen Badezimmer ausreichend Platz.<br />
Über den Spiegel hinweg nahm Saskia die Familienfreundin in Augenschein. Sie wusste um Mayas Bedenken zu ihrem eigenen Aussehen, aber es blieb dabei. Es gab nun mal keinen anderen Menschen auf dieser Welt, der ihr auch nur im Ansatz gleichen würde.<br />
&bdquo;Ich habe mich ernsthaft gefragt, ob ich auch einen Freier finden würde, wenn ich in diesem Bereich tätig wäre.&ldquo;<br />
Saskia lachte. &bdquo;Weißt du was? Ich glaube, das fragen sich viele Frauen, die sich mit einer Nutte unterhalten.&ldquo;<br />
&bdquo;Unwahrscheinlich, dass jemand auf den Tittenturm steigen wollte, oder?&ldquo;, meinte Maya, während sie ihre Schultern und Brüste einseifte.<br />
&bdquo;Du, es gibt für jede Frau einen Mann, der sich interessiert. Und bei dir wären es sicher nicht wenige. Schon allein aus Neugierde. Von daher würdest du sicher &#039;nen guten Euro machen.&ldquo; Saskia blickte sie über den Spiegel hinweg an. &bdquo;Aber dein Interesse war nur hypothetisch, oder?&ldquo;<br />
&bdquo;Ja! Na klar! Oh. Mein. Gott! Ne Polizistin, die nebenberuflich auf den Strich geht. Wäre bestimmt DIE Lachnummer. Der Luchs würde Augen machen, wenn ich meinen Nebenjob bei ihm anmelden würde.&ldquo; Maya lachte schallend, woraufhin Saskia einstimmte.<br />
&bdquo;Du bist super drauf, Türmchen. Wenn ich bei meinen Eltern bin, komme ich mir oft wie eine Fremde vor. Gerade wenn meine Ma da ist. Ich verstehe sie, aber ich möchte mein Leben so führen, wie ich es für richtig halte. Kannst du das nachvollziehen?&ldquo;<br />
&bdquo;Ich täte mich auch schwer, wenn meine Tochter ihren Körper verkaufen würde. Und du wahrscheinlich auch. Fühlt sich einfach nicht gut an, auch wenn man dich dabei in Sicherheit weiß. Mal von dem ganzen Tratsch im Bekanntenkreis abgesehen.&ldquo;<br />
Saskia wirkte für einen Moment nachdenklich. &bdquo;Aber soll ich darauf Rücksicht nehmen? Es ist mein Leben. Nicht das meiner Eltern oder das der Bekannten und Verwandten.&ldquo;<br />
Maya stieg aus der Kabine raus und griff nach einem der Handtücher am Wandhalter. &bdquo;Müsste, könnte, würde&#8230;&ldquo;, sie seufzte. &bdquo;Werde ich auch oft mit konfrontiert.&ldquo;<br />
Die beiden Frauen zogen sich an, schminkten sich flüchtig, dann mussten sie unbedingt los. Maya hatte längst die Gewissheit, dass sie zu spät kommen würde.<br />
&bdquo;Entschuldigung!&ldquo;, rief Maya in Richtung Nikolaidis, nachdem dieser sie dazu aufgefordert hatte, einzutreten.<br />
&bdquo;Ihnen sei es verziehen, Frau Klein. Reicht ja nicht, dass Sie zwei Dutzend Menschen das Leben retten, Sie müssen noch andere Herrschaften des Kollegs nach Hause fahren.&ldquo; Der Lehrer schien über diesen Umstand zu grollen. &bdquo;Sie müssen mehr auf sich achten, sonst werden Sie nicht alt.&ldquo;<br />
&bdquo;Ich habe eher die gegenteilige Befürchtung&ldquo;, gab Maya zurück und lief den Mittelgang nach hinten zu ihrem Platz.<br />
&bdquo;Und das heißt?&ldquo;, fragte der Dozent neugierig.<br />
&bdquo;Ach nichts. Entschuldigung noch mal.&ldquo; Maya winkte verlegen, dann nahm sie Platz.<br />
Bommel hob kurz seinen Kopf, blickte zu ihr rüber und nickte ihr zu. &bdquo;Hab dir &lsquo;ne Nachricht geschrieben.&ldquo;<br />
&bdquo;Tut mir leid. Bin gestern voll weggeschnarcht und heute Morgen viel zu spät aufgestanden.&ldquo;<br />
&bdquo;Haben wir gemerkt. Geht es dir gut?&ldquo;<br />
Sie nickte dem Freund zu, da hörte sie schon die kernige Stimme des Lehrers. &bdquo;Wenn Sie dann Ihre Aufmerksamkeit auf den Unterricht lenken würden, Klein und Bommel?&ldquo;<br />
Maya sah aus dem Fenster, blickte ab und an auf ihr Handy, hörte die Stimmen von Lehrer und Anwärtern, nahm aber nur wenig von dem Gesagten auf. Heiner hatte ihr einen Morgengruß geschickt, auf den sie, heimlich unter dem Tisch schreibend, antwortete. Nikolaidis war ein erfahrener Dozent, wahrscheinlich ignorierte er ihr Verhalten.<br />
Heute würde es trocken bleiben. Wenigstens das. Sie freute sich auf die Bank und die Brötchentüte von Lars. Sie griff nach ihrer Bauchtasche und entnahm ihr drei Riegel. Sie hatte schon im Auto welche gegessen. Woher kam ihr Hunger auf einmal? Lag es wirklich nur an dem Einsatz gestern? Sie fühlte ihre Menstruation, wenn auch der Schmerz für sie ausblieb. Wahrscheinlich lag es an ihr. Dank ihres Depots war die Blutung nur sehr mäßig. Vielleicht gab es doch noch ein wenig Sex am Wochenende? Sie lächelte bei dem Gedanken. Ihr Heinerle würde sich auf jeden Fall freuen.<br />
Herr Förster, der Leiter des Berufskollegs, trat in der Mittagspause an die Bank heran, verwundert von den drei Anwärtern beobachtet, blieb er vor der großen jungen blonden Frau stehen, welche gerade dabei war, ein Brötchen an ihren Mund zu führen.<br />
&bdquo;Hallo Frau Klein. Ich möchte Sie nicht beim Essen stören, aber das Büro des Oberbürgermeisters rief an und bat um einen Termin bei Ihnen. Man möchte sich offiziell bedanken.&ldquo;<br />
Mayas Gesichtszüge schliefen ein. Es war genau das, was sie hasste. &bdquo;Dankt man auch den Feuerwehrleuten?&ldquo;<br />
Der Kollegleiter zeigte sich verwirrt. &bdquo;Davon habe ich keine Kenntnis. Auf jeden Fall wäre es sicher auch für Sie erfreulich, solch eine Ehrung&#8230;&ldquo;<br />
Die Riesin schüttelte ihren Kopf. &bdquo;Ich mag so etwas nicht. Bestellen Sie dem Bürgermeister einen lieben Gruß, ja? Ich will einfach nur meine Ruhe haben.&ldquo;<br />
&bdquo;Aber er wird darauf bestehen&#8230;&ldquo;, versuchte der Kollegleiter den Druck auf die Anwärterin zu erhöhen.<br />
&bdquo;Zum Glück hat er darüber nicht zu entscheiden. Er kann sich gerne bei Herrn Luchs über meine mangelnde Bereitschaft beklagen, aber es bleibt dabei, ich mag solch einen Bohei nicht. Soll er die Feuerwehrleute ehren, die mich gerufen haben. Ohne sie wäre ich nicht da gewesen und hätte allein auch den Verunglückten nicht helfen können.&ldquo;<br />
Der Kollegleiter wirkte unschlüssig. &bdquo;Und wenn man die Mannschaft mit Ihnen zusammen &#8230;&ldquo;<br />
&bdquo;Was ist eine Ehrung wert, wenn sie nicht von Herzen kommt? Nee, lassen Sie es gut sein. Wir haben alle nur unseren Job gemacht.&ldquo; Sie nickte dem Mann zu und widmete sich wieder ihrem Brötchen, das sie sich ganz in den Mund stopfte und zu kauen begann. Dabei blickte sie dem Mann nach und schüttelte ihren Kopf. Fast hätte sie ihn Affen genannt, dabei hatte er nur das getan, was ihm von höherer Instanz aufgetragen worden war.<br />
&bdquo;Mir tut er ja leid. Der wird jetzt den ganzen Frust der hohen Politik abbekommen&ldquo;, stellte Mustafa fest.<br />
&bdquo;Maya hat aber Recht! Die können sich ihre Scheiße in die Haare schmieren. Die Rettungskräfte haben in der ganzen Stadt alles gegeben und zig Menschenleben gerettet. Wenn er jetzt nur Maya ehren will, bestätigt er doch im Grunde nur, was das Internet in ihre Richtung spekuliert hat.&ldquo;<br />
&bdquo;Er will sich mit ihr in Szene setzen. Sind halt Politiker.&ldquo;<br />
Mustafa wandte sich um. Ein Presseteam aus Kameramann, Tonaufnahme und Reporterin näherte sich der Bank. Ein Kollegschüler führte sie.<br />
&bdquo;Maya? Da sind welche vom Fernsehen&#8230;&ldquo;, meinte der brünette junge Mann verlegen.<br />
Die Riesin nickte ihm zu, nahm sich ein weiteres Brötchen, sah darauf herunter und biss hinein.<br />
&bdquo;Hallo Frau Klein! Mein Name ist Nancy Wickert, ich komme vom Ruhr-Rhein-Kanal. Wir bitten Sie um ein Interview bezüglich der gestrigen Rettungsaktion in der Tiefgarage&#8230;&ldquo;<br />
Bommel überblickte die drei Presseleute, dann schüttelte er seinen Kopf und sah wieder auf sein Handy herunter. Maya unterdessen kaute weiter und ließ sich nicht stören. Ein Blick in die Tüte, da nahm sie die nächste Semmel und führte sie an ihren Mund.<br />
&bdquo;Sie wollen nicht mit uns reden, kann das sein?&ldquo;, fragte die Pressefrau sichtlich aufgebracht. &bdquo;Sie stehen in der öffentlichen Wahrnehmung, das Interesse der Kölner&#8230;&ldquo;<br />
&bdquo;Meine Kollegin hat es nicht so mit Aufmerksamkeit. Wenn sie ihr ein schönes ruhiges Plätzchen bieten würden, auf dem sie gut chillen könnte, würde sie bestimmt nicht nein sagen&ldquo;, erklärte Mustafa.<br />
&bdquo;Frau Klein. Sie haben schon so viele Menschen geholfen und beschützt&#8230;&ldquo;, versuchte es die Reporterin ein weiteres Mal, doch die Riesin faltete in diesem Moment die Tüte zusammen, dann ein weiteres Mal, knüllte den Rest zusammen und warf ihn in den zwanzig Zentimeter hohen Schlitz eines zehn Meter entfernten Papierkorbs. Sie stand auf, blickte noch einmal auf die Bank herunter und schenkte der Pressecrew ein Lächeln. &bdquo;Hallo Kölner! Hab euch lieb!&ldquo; Sie winkte in Richtung des Objektivs und ging dann an der Reporterin vorbei.<br />
&bdquo;Wollen Sie vielleicht&#8230;&ldquo;, versuchte es die Berichterstatterin bei Bommel und Mustafa, doch die lächelten nur und taten weiter unbeteiligt.<br />
&bdquo;Können Sie uns etwas über Maya Klein sagen?&ldquo;, wollte die Pressefrau nicht aufgeben, eine junge Schülerin dabei ansprechend.<br />
&bdquo;Wen?&ldquo;, tat die verwundert.<br />
&bdquo;Die Große! Sie ist gerade in das Gebäude&#8230;&ldquo;<br />
&bdquo;Nee. Kenn ich nich. Aber ich habe einen eigenen Kanal, bin voll die gute Tänzerin.&ldquo; Die junge Frau führte ein paar Tanzschritte aus und wurde anschließend von der Reporterin und deren Team einfach stehengelassen. Die Presseleute schienen jetzt aufgegeben zu haben und kehrten zu dem Eingang zurück, vor dem ihr Übertragungswagen stand. &bdquo;Blöde Wichser&ldquo;, rief ihnen die Schülerin hinterher und hob ihre Rechte, um zusätzlich den Mittelfinger zu zeigen.<br />
* * * * *<br />
Constantin mühte sich redlich. Er gab nicht auf, selbst dann nicht, wenn Mayas Unlust schon fast beleidigend auf ihn wirkte. &bdquo;Pause!&ldquo;, hieß es dann. Und nach fünf Minuten: &bdquo;Komm! Machen wir weiter!&ldquo; Das Zeitfenster, in dem sich die hochgewachsene Blondine zu konzentrieren vermochte, wurde dabei immer kleiner, bis sie schließlich kaum noch auf den Input reagierte, den er ihr vermitteln wollte.<br />
&bdquo;Lassen wir es gut sein. Hast noch mal eineinhalb Stunden alles gegeben, das muss heute reichen.&ldquo;<br />
Sie wirkte erleichtert. Sofort fiel die ganze Last des Lernens von ihr ab, sie wurde gelöster und ihre Gesichtszüge weicher. Hektisch packte sie ihre Sachen zusammen und wollte keine Sekunde länger im Saal bleiben als notwendig. Gerade so, dass sie nicht vergessen hatte, sich von ihrem Kollegen zu verabschieden. In der Tür zum Flur blieb sie noch einmal stehen, wandte sich zu ihm um und fragte nach. &bdquo;Fahren die Busse heute?&ldquo;<br />
Constantin nickte. &bdquo;Komm heim. Brauchst nicht extra auf mich warten.&ldquo;<br />
Die Riesin lächelte. &bdquo;Danke! Superlieb, dass du mir hilfst.&ldquo;<br />
&bdquo;Du schaffst das, wirst sehen!&ldquo;<br />
Maya nickte, winkte ihm noch einmal zu, dann war sie schon verschwunden. Er hörte ihre Schritte, blickte nachdenklich zur Tür, begann dann auch seine Tasche zu packen.<br />
Langsam bewegte er sich am Lehrertisch vorbei, blickte auf sein Handy herunter und seufzte. Es gab nur Ersatzverkehr und die Busse würden brechend voll sein.<br />
Er ging den leeren Gang des Schulgebäudes entlang, lief mit schnellen Schritten die Treppe herunter und trat aus dem Schulgebäude hinaus auf den Hof. Der Himmel war wolkenverhangen und trüb, regnen würde es aber wohl nicht. Zumindest sagte das der Wetterbericht.<br />
Der mächtige Dienstwagen Mayas stand nach wie vor auf dem Hof. Man konnte nicht durch die stark getönten Scheiben in das Innere sehen. Er versuchte es dennoch, hob seine beiden Hände ans Glas und drückte seine Nasenspitze gegen die Scheibe. War die Kollegin in die Stadt gegangen? Egal. Kurz betrachtete er sein Spiegelbild, ordnete seine Haare, dann schulterte er den Riemen seiner Tasche.<br />
Er verließ das Gelände, trat auf den Gehweg, bog nach rechts ab und suchte in der App nach der Bushaltestelle. Er würde noch ein weiteres Mal umsteigen müssen. War der Bus nicht so voll, dass der Fahrer den Zustieg versagte, würde er hoffentlich ohne Probleme nach Hause kommen. Der Berufsverkehr war fast vorbei, dennoch stauten sich die Fahrzeuge auf der Straße.<br />
Er lief hundert Meter den Gehweg herunter, bog um die nächste Straßenecke und fand fast fünfzig Menschen an der Haltestelle stehen. Er hob seine Rechte an die Stirn, schloss die Augen und stöhnte. &bdquo;Fuck!&ldquo; Zumal er nicht der einzige Passant war, der auf die Station zuhielt.<br />
Im Kopf ging er die Liste von Freunden und Bekannten durch. Er dachte sogar an Murat, einen Nachbarn. Sie verstanden sich nur oberflächlich. Der Mann war ziemliches Klischee. Er wusste bis heute nicht, womit dieser sein Geld verdiente.<br />
Sollte er sich ein Taxi rufen? Er sah auf seinen Kontostand. &bdquo;Scheiß auf das Geld.&ldquo; Die Nummer der Taxizentrale brauchte er nur im Internet zu recherchieren. Besetzt! Es war so klar. Er merkte auf, sah sich um, fand andere Menschen an der Haltestelle, die anscheinend nach ähnlichen Möglichkeiten suchten.<br />
&bdquo;Der Bus!&ldquo;, riefen gleich mehrere Stimmen. Eine Frau wirkte erleichtert und schob einen Kinderwagen näher an den Randstein heran. Sie schien damit ein Zeichen setzen zu wollen, doch wurde sie von einem älteren Mann zurückgezogen. Constantin wollte schon einschreiten, bemerkte aber jetzt selbst die tiefe Pfütze direkt vor ihnen am Straßenrand.<br />
&bdquo;Was soll das!&ldquo; Die Frau suchte sich zu wehren, doch sprang jetzt Constantin hinzu und zeigte auf die Wasserlache. Der Bus fuhr langsam vor, das Wasser schwappte auf den Gehweg und überschwemmte ihn, trotz der Umsicht des Fahrers. Durch die Fenster des Fahrzeugs sahen die dichtgedrängten Fahrgäste auf sie herunter, zeigten Mitleid, ein paar von ihnen winkten den Wartenden zu.<br />
&bdquo;So eine verfickte Scheiße!&ldquo;, zeigte sich die Mutter verzweifelt, dankte den beiden Männern und schien ratlos.<br />
&bdquo;Wo müssen Sie hin?&ldquo;, fragte Constantin.<br />
&bdquo;Chorweiler! Wie wahrscheinlich die meisten hier. Der Kleine braucht &lsquo;ne frische Windel und Hunger hat er auch.&ldquo;<br />
Durfte er die Kollegin fragen? Die würde wahrscheinlich in die Stadt gegangen sein. Vielleicht zum Shoppen oder was essen? Irgendetwas, das ihr den Lernstress nahm. In diesem Moment fing der Kleine zu weinen an. Etwa zwei Jahre alt, schien er jetzt von der Verzweiflung der Mutter angesteckt worden zu sein.<br />
&bdquo;Kann ihr Mann Sie nicht holen?&ldquo;, wollte er wissen.<br />
Die Frau sah ihn entgeistert an. &bdquo;Dazu müsste ich einen haben. Und falls Sie den Vater meinen, der hat sich kurz nach der Geburt ins Ausland verpisst. Nicht einmal die Alimente zahlt er.&ldquo; Sie sah auf die Uhr. &bdquo;Was soll das werden? Es muss doch Notfallpläne für so etwas geben. Meinetwegen karren die uns mit einem Lastwagen.&ldquo;<br />
Laut Ersatzfahrplan kam der nächste Bus in einer halben Stunde und es standen jetzt über 70 Leute an der Haltestelle. Constantin hatte sich längst auf eine lange Wartezeit eingestellt. Der Kleine aber schien jetzt völlig am Rad zu drehen und ließ sich auch nicht auf dem Arm seiner Mutter beruhigen. So fasste er einen Entschluss und nahm sein Handy zur Hand.<br />
&bdquo;Ja?&ldquo;, tönte Mayas Stimme. Sie klang angespannt. Wahrscheinlich ahnte sie bereits, dass er sie um etwas bitten könnte.<br />
&bdquo;Du, es ist mir total unangenehm. Ich stehe hier mit einer riesigen Gruppe an der Haltestelle und der letzte Bus ist einfach an uns vorbeigefahren. Ob der Nächste halten wird, weiß ich auch nicht&#8230;&ldquo;<br />
Schweigen. Würde sie sich eine Ausrede einfallen lassen? Wahrscheinlich nicht. Eher ihm direkt absagen. Verstehen könnte er es. Sie hatte es satt, ständig in die Pflicht genommen zu werden.<br />
&bdquo;Schick mir deinen Standort!&ldquo;, klang ihre müde Stimme aus dem Hörer.<br />
&bdquo;Maya, danke! Ich mach das wieder gut, musst nur sagen wie.&ldquo;<br />
&bdquo;Lass mal. Bis gleich!&ldquo;<br />
Constantin fühlte sich belastet. Er musste an die Worte von Nikolaidis denken. Nutzte er seine Kollegin aus? Sie stand auf einem ganz anderen Stresslevel als dem, welchem sie unterlagen. Maya musste Stoff aufholen, sollte in einem Jahr das lernen, wofür sie die doppelte Zeit hatten, und gleichzeitig schwierige Einsätze zum Erfolg führen.<br />
Eine neue Traube Menschen trat an die Gruppe Wartender heran, blickte sorgenvoll zur Anzeigetafel auf, sah auf Handys oder Armbanduhren und äußerte ihre Wut. Ein Taxi fuhr vorbei, das umgehend von mehreren Passanten herangewinkt wurde, doch es hielt nicht an und entschwand schnell im laufenden Verkehr aus ihrer Sicht.<br />
Eine Viertelstunde dauerte es, da fuhr das dreiachsige Dienstfahrzeug der Kollegin vor. Constantin trat sofort an die Beifahrertür, öffnete sie und fragte Maya, ob sie die Mutter und das Kind mitnehmen könnten.<br />
&bdquo;Ja, macht schnell, bitte!&ldquo;, bat die Riesin.<br />
&bdquo;Kannst du hinten aufmachen, wegen dem Kinderwagen?&ldquo;, bat Constantin, worauf sie auf eine Stelle des Displays drückte.<br />
&bdquo;Kommen Sie!&ldquo;, rief er der Frau zu. &bdquo;Sie können mitfahren. Meine Kollegin ist so freundlich.&ldquo;<br />
Die Frau überblickte erstaunt das riesige Fahrzeug, besann sich aber und stimmte begeistert zu. &bdquo;Danke! Vielen Dank. Sie glauben gar nicht, wie mir das hilft.&ldquo; Erst jetzt registrierte sie die Größe der Fahrerin. &bdquo;Mein Gott! Du bist Maya!&ldquo;<br />
Andere Passanten drängten zum Auto und fragten, ob noch Plätze frei wären. Constantin sprach ein Machtwort. &bdquo;Lassen Sie die Frau gefälligst in Ruhe zusteigen!&ldquo; Er half ihr, trat wieder an die Beifahrertür und drückte einen jungen Mann weg, der einfach an seiner Stelle hatte einsteigen wollen. &bdquo;Halt mal den Ball flach&ldquo;, gab er ihm zu verstehen.<br />
&bdquo;Es können noch drei Personen mitfahren. Such die Leute aus, die es nötig haben. Alte oder Behinderte!&ldquo;, forderte Maya auf.<br />
Constantin vergewisserte sich, dass die Frau mit dem Kleinen gut untergebracht war, und fand noch eine junge Schülerin sowie ein älteres Ehepaar, das nach Chorweiler wollte. Er half ihnen beim Zusteigen und schützte sie vor missbilligenden Rufen und dem Drängen anderer Passanten, die seine Auswahl infrage zu stellen suchten.<br />
Maya schaltete kurz das Polizeisignal ein, als die Menge immer aufgebrachter reagierte. Es half, die Leute wichen zurück.<br />
Das junge Mädchen zeigte sich begeistert. &bdquo;Maya! Ich habe dich im Fernsehen gesehen!&ldquo;<br />
Auch das Ehepaar erkannte die große Frau wieder. &bdquo;Gott sei Dank, dass es Menschen wie dich gibt.&ldquo;<br />
Maya nickte nur, wartete darauf, dass Constantin ins Fahrzeug geklettert war, und fuhr direkt an, nachdem er die Panzertür geschlossen hatte. Sie sah über die Rückkamera den Linienbus, doch auch dieser hielt nicht, sondern reihte sich hinter ihr ein. Ihr taten die Menschen einfach nur leid. Wie ätzend es sein musste, wenn man keine Möglichkeit hatte, nach Hause zu kommen. Chorweiler lag zwölf Kilometer vom Stadtzentrum entfernt.<br />
&bdquo;Sie fahren ein seltsames Fahrzeug&ldquo;, stellte der ältere Herr fest. Er sah sich in der Kabine um. &bdquo;Ist das eine&#8230;&ldquo;<br />
Maya schüttelte den Kopf. &bdquo;Nein. Ein Gepäckraum.&ldquo; Sie wollte einen Themenwechsel. &bdquo;Auch mutig von Ihnen, bei diesen Verhältnissen in die Stadt zu fahren.&ldquo;<br />
&bdquo;Meine Frau brauchte ihre Lymphdrainage. Da haben wir leider keine Wahl. Wir können nur hoffen, dass es zum nächsten Termin wieder besser läuft.&ldquo;<br />
&bdquo;Bekomme ich gleich ein Foto mit dir, Maya?&ldquo;, fragte die Schülerin.<br />
&bdquo;Klar. Warum gehst du so weit weg zur Schule?&ldquo;, stellte sie die Gegenfrage.<br />
&bdquo;Ich muss auf eine Kirchenschule gehen&ldquo;, erklärte das Mädchen.<br />
&bdquo;Wie alt bist du?&ldquo;, wollte Constantin wissen.<br />
&bdquo;Neun Jahre! Und du?&ldquo;, fragte es ihn zurück.<br />
&bdquo;23 Jahre. Ich werde Polizist und lerne zusammen mit Maya auf der Schule.&ldquo;<br />
&bdquo;Aber die ist schon Polizistin, ich habe sie in der Stadt gesehen.&ldquo;<br />
&bdquo;Dachten wir auch. Sie war doch immer wieder in den Nachrichten.&ldquo;<br />
Die Riesin schüttelte den Kopf. &bdquo;Ich bin in Ausbildung. Das sind nur Praxiseinsätze. Muss noch eine Weile.&ldquo; Sie lächelte, tippte auf dem Display herum und drehte anschließend ihren Sessel um. Die vier Fahrgäste erschraken furchtbar.<br />
&bdquo;Es fährt von alleine, wenn ich das will&ldquo;, beschwichtigte Maya.<br />
&bdquo;Wenn Sie in der Ausbildung sind, warum gibt man Ihnen ein Auto?&ldquo;, wollte die Mutter wissen.<br />
&bdquo;Maya ist groß und kräftig. Sie setzt sich durch, wo wir Kleinen abstinken&ldquo;, erklärte Constantin.<br />
&bdquo;Und gestern retten sie mit der Feuerwehr 24 Menschen. Dauert bei ihr wohl etwas länger, dass ihr das Wasser bis zum Hals steht&ldquo;, spekulierte der Alte.<br />
Maya lachte. &bdquo;Ja, das ist mal ein Vorteil. Hab ich noch gar nicht daran gedacht.&ldquo; Sie nickte ihm zu.<br />
Der Verkehr blieb zähflüssig. Man stellte sich einander vor, und so hatten es Constantin und Maya mit der Mutter Friderike und Joshua zu tun, mit Elena und Fritz sowie Lia.<br />
Elena sprach wenig, bot aber aus ihrer großen Tasche Kichererbsen-Chips an, die überraschend gut schmeckten, wie Constantin und Maya fanden. Letztere bekam sofort Hunger und nahm sich Riegel, um nicht durch ihren knurrenden Magen aufzufallen.<br />
Es war dann doch eine angenehme Dreiviertelstunde, die man hier verbrachte. Lia zeigte ein Foto von ihrem Pferd, das nur unwesentlich größer als ein Pony war. Die Rasse sei in Island heimisch und beherrsche eine Gangart, die keine andere Pferdeart konnte. Maya zeigte sich interessiert und ließ sich vom Eifer der Kleinen anstecken.<br />
&bdquo;Du kannst zum Reiten kommen, wenn du möchtest.&ldquo;<br />
Maya lachte. &bdquo;Du, ich bin viel zu schwer für deine Süße.&ldquo;<br />
&bdquo;Es gibt doch im Stall noch größere Pferde. Und wir haben ganz dicke Menschen beim Therapiereiten.&ldquo;<br />
&bdquo;Maya steigt einfach aus dem Stand auf&ldquo;, lachte Constantin.<br />
Die Gruppe fiel mit ein, nur Maya schwieg. Sie mochte solche Sprüche nicht.<br />
&bdquo;Also kommst du?&ldquo;, fragte die Kleine.<br />
Maya zögerte. Sie wollte hier keine falschen Hoffnungen wecken. Auf der anderen Seite würde ihr solch ein Ausflug vielleicht auch gut tun. Sie dachte sofort an Nele. Wie sehr würde sich die Kleine über solch ein Abenteuer freuen.<br />
Das Handy des kleinen Mädchens klingelte. Es holte aus seiner Umhängetasche ein Kinderhandy heraus.<br />
&bdquo;Hallo Papa!&ldquo; Maya konnte die aufgeregte Stimme des Vaters hören, ohne sich darauf sensibilisieren zu müssen. Er machte sich Sorgen. Die Kleine war überfällig. Anscheinend wartete er an der Bushaltestelle auf seine Tochter. &bdquo;Ich werde gefahren. Wir durften in die Busse nicht einsteigen.&ldquo;<br />
&bdquo;Bei wem?&ldquo;, fragte der Mann erschrocken nach.<br />
&bdquo;Hier sind Tante Elena und Onkel Fritz, Friderike, der kleine Joshua, Constantin und Maya&ldquo;, erklärte die Kleine aus einer bemerkenswerten Gedächtnisleistung heraus. Man hatte sich zuvor eher flüchtig einander vorgestellt.<br />
&bdquo;Wer fährt?&ldquo;, hörte Maya die Stimme des besorgten Vaters.<br />
&bdquo;Niemand. Das Auto kann allein fahren&ldquo;, erklärte die Kleine geduldig.<br />
&bdquo;Lia! Bitte! Keine Späße! Gib mir den Fahrer!&ldquo;<br />
&bdquo;Maya! Mein Papa möchte dich haben.&ldquo; Die Kleine schob ihre Brille zurecht und reichte der Riesin das Handy in der bunten Hasenhülle.<br />
&bdquo;Hallo. Mein Name ist Maya Klein. Ich fahre einen Kollegen nach Hause, der seinen Bus nicht bekommen hat, und da noch vier Plätze in meinem Wagen frei waren, habe ich &#8230;&ldquo;<br />
&bdquo;Maya Klein?&ldquo;, antwortete die angespannt klingende Männerstimme.<br />
&bdquo;Ja. Ich bin Polizeianwärterin. Unsere Ausbildungsstätte ist in der Nähe&#8230;&ldquo;<br />
&bdquo;Bitte Maya! Ich möchte meine Tochter in Sicherheit wissen. Könnten Sie bitte den Standort teilen? Ich bin kurz davor, die Polizei anzurufen.&ldquo;<br />
&bdquo;Sie können gerne beides. Die Zentrale kann mein Auto tracken. Warten Sie einen Moment! Es müsste gleich bei Ihnen etwas zu sehen sein.&ldquo;<br />
&bdquo;Ich sehe nichts! Bitte! Geben Sie mir meine Tochter wieder!&ldquo; Seine Stimme klang jetzt panisch.<br />
&bdquo;Solange er telefoniert, gibt es keine Internetverbindung. Von daher erreicht ihn dann auch keine Standortmitteilung&ldquo;, erklärte Constantin.<br />
&bdquo;Papa! Du musst dir keine Sorgen machen! Ich kann schon die Häuser sehen.&ldquo; Lias Stimme klang völlig ruhig. Wahrscheinlich kannte sie dieses Verhalten von ihrem Vater.<br />
&bdquo;Ich soll mit Video anrufen&ldquo;, erklärte Lia, beendete das Gespräch mit ihrem Vater und öffnete die Messenger-App. Die Kleine kannte sich aus. Wahrscheinlich kommunizierte sie schon auf diese Weise mit ihren Freunden.<br />
&bdquo;Zeig mir die Leute, Schatz!&ldquo;, bat der Mann, und so drehte die Kleine das Handy so, dass die Selfie-Kamera auf Elena und Fritz zeigte. Die beiden Alten winkten in die Kamera, während Friderike ihren Beutel hob und ihr Gesicht dahinter versteckte. Constantin winkte in die Kamera, dann war Maya an der Reihe.<br />
&bdquo;Oh mein Gott! Sie ist es wirklich!&ldquo;, zeigte sich der Mann verblüfft. Andere Menschen tauchten im Hintergrund auf und blickten über seine Schultern.<br />
&bdquo;Bitte! Macht jetzt kein Ding draus, okay? Wir bringen dir die Kleine gleich. Dann ist aber auch gut. Ich würde gerne irgendwann nach Hause.&ldquo;<br />
Der Mann kam nicht dazu zu antworten. Eine stark geschminkte Südländerin mit Basecap schob ihr markantes Gesicht vor die Kamera und winkte. &bdquo;Maya! Strongest woman on World. Isch lieb disch, Bruda!&ldquo;<br />
Constantin lachte schallend auf, während Maya rot im Gesicht wurde.<br />
&bdquo;Äh, Hallo!&ldquo;<br />
Lias Vater bat darum, weiter sprechen zu dürfen. Er schien jetzt erleichtert zu sein.<br />
&bdquo;Meine Tochter kann euch die Bushaltestelle beschreiben. Ich warte dort auf sie.&ldquo;<br />
&bdquo;Dann bis gleich!&ldquo;, meinte Constantin, während Maya den Sitz wieder in Fahrposition brachte. Der Stau hatte sich aufgelöst und so konnten sie die Fahrt in normaler Geschwindigkeit fortsetzen.<br />
Maya kannte die Trabantenstadt bereits von ihrem gestrigen Fahrdienst her, wusste, wo sie Constantin rauslassen musste, doch bestand dieser darauf, erst einmal die übrigen Mitfahrer zu verabschieden.<br />
So hielten sie an einer Bushaltestelle, an der um die dreißig Menschen warteten. Wahrscheinlich machten auch sie sich Sorgen um Angehörige, die es noch nicht geschafft hatten, nach Hause zu kommen.<br />
Maya wollte erst nicht aussteigen, ahnend, dass die Menge sie nicht so schnell wieder gehen lassen würde, doch bettelte Lia darum, dass sie ihrem Papa Hallo sagte. Auch wollte sie ein Foto mit ihr zusammen, und so sagte sie schließlich ja, ahnend, dass es nicht dabei bleiben würde.<br />
Zu ihrer Überraschung waren es Elena und Fritz, die eine Erinnerung an diesen besonderen Fahrdienst wünschten, während Friderike einfach nur mit ihrem Kleinen nach Hause wollte. Constantin half ihr mit dem Wagen, da war sie auch schon weg. Gerade so, dass sie sich dazu aufraffen konnte, sich zu verabschieden.<br />
&bdquo;Ey! Maya!&ldquo; Jetzt drängte eine junge Südländerin durch die Menge, gefolgt von zwei weiteren dunkel pigmentierten Frauen. Schneejeans, Bomberjacke, Basecap und ein stark geschminktes Gesicht &ndash; Maya tat sich nicht schwer damit, ihren Bruda wieder zu erkennen.<br />
Lässig klatschte die schlanke Frau mit ihr die Rechte ab, umarmte die Hüfte der Riesin und blickte zu ihr auf. &bdquo;Lass uns Foto, Chica!&ldquo;<br />
Maya kannte das. Nun wollten alle Anwesenden sich mit ihr zusammen ablichten. Lehnte sie ab, galt sie als arrogant, stimmte sie zu, würde sie bei der Menge an Menschen zwanzig Minuten posieren. So willigte sie ein, froh, wenn sie es schnell hinter sich bringen konnte.<br />
Immer mehr Menschen traten hinzu, bis es der Riesin nach einer halben Stunde zu viel wurde. Sie sah nun ihren Feierabend völlig den Bach runtergehen. Constantin suchte sie in Schutz zu nehmen, erklärte der Menge, dass seine Kollegin auch noch etwas Zeit für sich brauchte und noch nichts gegessen hatte.<br />
Bruda hatte dafür eine Lösung. &bdquo;Kommst du Döner, Chica! Meine Schwester beste Bude in Chorweiler! Guckst du! 4,2 Sterne!&ldquo; Sie zeigte Maya stolz ihr Handy.<br />
&bdquo;Ich würde dich ja einladen&#8230;&ldquo;, meinte Constantin, &bdquo;aber bei der Menge&#8230;&ldquo;<br />
Der Vater von Lia war mit seiner Tochter bei Maya geblieben. Er hatte mitbekommen, worum es ging, und so bat er die Riesin, zwei Döner für den Fahrdienst übernehmen zu dürfen. Weitere Anwohner aus Chorweiler schlossen sich an, und so sammelte Constantin Geld für 14 Döner ein. Maya lächelte. Sie würde keine Probleme damit haben, diese auch aufzuessen.<br />
Bruda zeigte ihnen den Weg, Maya wollte sich verabschieden, aber die Menge dachte gar nicht daran, sich von ihr zu lösen, und wollte jetzt selbst zur Dönerbude. So entstand ein regelrechter Menschenzug, dem sich immer mehr Neugierige anschlossen.<br />
&bdquo;Ich bin die beste Rapperin im Ghetto. Mir folgen 66000 Menschen in den Sozialen&ldquo;, erzählte Bruda von sich. &bdquo;Wie heißt du dort? Dann folge ich dir.&ldquo;<br />
Maya blickte hilflos drein. Sie hatte immer wieder den Vorschlag bekommen, einen Account einzurichten, unter anderem mit Hevi zusammen, doch hatte sie diesen nie gepflegt. Sie hatte ein paar Posts mit der Freundin gemacht, aber die Aufmerksamkeit war dann so groß geworden, dass es für die beiden zur Pflicht wurde. Kurz erzählte sie der jungen Frau davon, die mit Enttäuschung reagierte. &bdquo;Du hättest Millionen Follower auf der ganzen Welt, täte bestimmt nur ein paar Tage dauern.&ldquo;<br />
&bdquo;Sie macht sich daraus nichts&ldquo;, erklärte Constantin. &bdquo;Es nervt sie höchstens.&ldquo;<br />
&bdquo;Bescheidene Frau! Wo gibt es so etwas? Du bist Ikone, Alter! Menschen beten zu dir, du bist eine feuerspeiende Vulkaninsel im Ozean des Gewöhnlichen.&ldquo; Bruda schien sich mit Mayas Charakterzug schwerzutun.<br />
Lia fasste nach Mayas Hand, Constantin blieb auf ihrer anderen Seite.<br />
Basslastige Beats drangen aus der Soundbox einer Begleiterin von Bruda. Die bestand darauf, dass leiser gemacht wurde, war sie doch dabei, Maya von sich und ihrer Familie zu erzählen. So erfuhr die Riesin, dass Bruda eigentlich Chaima hieß und dies die Stolze bedeutete. &bdquo;Passt Auge, Bruda!&ldquo; Sie hatte fünf Schwestern und meinte, dass ihr Vater keine Söhne konnte. &bdquo;Meine Ma wirkt ganz abgegriffen, so oft wie sie es versucht haben.&ldquo; Die stylische junge Frau winkte ein paar Jungs zu, die von der anderen Straßenseite aus den merkwürdigen Zug verfolgt hatten. &bdquo;Treffen uns gleich an der Brücke! Bringt genug Weed mit, ihr Ficker!&ldquo; Sie überlegte kurz, wo sie stehen geblieben war, dann ging es weiter. &bdquo;Meine Sis sind meine Gang. Wir sind alle hübsch und sehen geil aus. Wir sind die Party im Ghetto. Jeder will mit uns abhängen und uns an die Wäsche.&ldquo; Sie sah stolz zu Maya auf. &bdquo;Is aber nich. Wenn mich jemand will, dann muss er Antrag. So wegen Gott und so, weischt?&ldquo;<br />
Maya musste bei dieser Ausführung an Hevi denken. Früher hätte die Freundin die Frau gefeiert, heute aber mit Sicherheit ganz gegenteilig empfunden. Unbeschwert. Wieder so ein Wort, das für Maya erst mit den Erlebnissen der letzten Monate eine Bedeutung bekommen hatte. Hevi empfand ihr Leben als einen Betonklotz, der auf ihr lastete. Würde sie ihn jemals wieder loswerden? Maya hatte dazu im Internet recherchiert, aber für sich keine zufriedenstellende Antwort gefunden. Anscheinend konnten die Traumata in ihrer Wirkung verringert werden, würden aber nie ganz verschwinden oder durch bestimmte Anlässe wieder auftauchen.<br />
&bdquo;Hey Sis! Bring voll die Gruppe. Wollen alle Essen kaufen!&ldquo; Chaima trat an die Theke, wo eine kleine dickliche Frau entgeistert die Masse an Menschen registrierte, die in ihren kleinen Imbiss drängte. Als sich dann aber Maya durch die Eingangstür bewegte und sich vorsichtig wieder aufrichtete, fasste sie sich ans Herz. &bdquo;Du bist Maya! Ich habe voll die Geschichten über dich gehört.&ldquo;<br />
Die Riesin winkte ihr schüchtern zu und bekam in diesem Moment von Chaima einen Platz auf einem Stapelstuhl angeboten. &bdquo;Du, der wird nicht halten. Sorry!&ldquo;<br />
Die Frau sah sie skeptisch an. &bdquo;Bist du fett? Nein! Es kommen Dicke her, die über hundert Kilo wiegen.&ldquo;<br />
&bdquo;Er wird zusammenbrechen. Mein Po passt auch in die Dinger nicht rein.&ldquo;<br />
Die Leute lachten heiter auf, während Maya sich verlegen gab.<br />
&bdquo;Sister! Gibst du den Stuhl aus dem Büro. Der hält bestimmt.&ldquo;<br />
Chaima eilte hinter die Theke, während die kleine Lia mit ihrem Vater und Constantin an dem Tisch Platz nahmen, an dem Maya stand und irritiert auf die Menge hinunterblickte. Was sahen diese Menschen nur in ihr?<br />
Eine Stunde später betrat Maya mit Constantin dessen kleines Apartment. Der Kollege hatte darauf bestanden, dass sie noch einen Kaffee mit ihm trank, bevor sie nach Hause fuhr.<br />
&bdquo;Ziemliches Chaos bei dir&ldquo;, stellte die Riesin fest. Sie konnte nicht aufrecht stehen, die Decke war zu niedrig für sie. So überblickte sie mit gesenktem Kopf vollgestellte Regale, fand hinter Bücher- und Zeitschriftenbergen ein einfaches Bett, der einzige wirklich zugängliche Platz war der Schreibtisch nebst Arbeitsstuhl. Eine Querflöte in einem Stehhalter registrierte sie noch, dann folgte sie dem Kollegen nach.<br />
&bdquo;Es ist mein Chaos. Also meine Ordnung. Ich finde mich blind zurecht.&ldquo; Er trat aus dem kleinen Wohnzimmer heraus in den Flur und von dort in die noch kleinere Küche, die aus Kühlschrank, Herd, Spüle und einem Stehschrank bestand.<br />
&bdquo;Die Einweihungsfeier fiel bei dir wahrscheinlich nicht besonders üppig aus, habe ich recht?&ldquo;, fragte die Riesin, worauf der Kollege lachte.<br />
&bdquo;Nein. Wirklich nicht. Mein Vater hat mir geholfen, das war es dann aber auch schon. Haben uns tatsächlich in der Bude einen Döner gegönnt. Damals war es noch ein anderer Besitzer.&ldquo;<br />
&bdquo;Besonders war er nicht&ldquo;, fand die Riesin. &bdquo;Aber ich bin satt geworden, das ist für mich das Wichtigste.&ldquo;<br />
Der Freund gab ihr recht. &bdquo;Billiges Fleisch. Das sieht man sogar am Spieß. Es gibt noch einen zweiten Dönerimbiss im Osten des Viertels, aber der ist auch nicht wesentlich besser.&ldquo;<br />
&bdquo;Was ist mit Frauenbesuch? Hast du nicht die Sorge, dass die schreiend wieder wegläuft?&ldquo;<br />
&bdquo;Na ja. Im Moment geht es nicht anders, und wirklich vorstellen kann ich es mir auch nicht.&ldquo; Er stellte eine Espressokanne auf den Herd und sah sich zu der Riesin um, die sich hinter ihm in die Küchenkammer gequetscht hatte. Wie eine zweite Wand zeigte sich ihr Körper, es war einfach nur irre. Fast hätte er ihren Busen berührt.<br />
&bdquo;Warum ist hier die Decke höher?&ldquo;, wunderte sich Maya.<br />
Constantin blickte ebenfalls auf und hob die Schultern. &bdquo;Seltsam. Keine Ahnung. Ist mir noch nie aufgefallen.&ldquo;<br />
&bdquo;Du spielst Querflöte?&ldquo;, fragte sie weiter.<br />
Der junge Mann nickte. &bdquo;Als Jugendlicher war ich noch nerdiger als heute. Ich war Fan von Friedrich dem Großen, und da der Querflöte gespielt hat, habe ich es dann auch gelernt. Ich nehme heute noch eine Stunde Unterricht in der Woche, damit ich nichts verlerne.&ldquo; Er trat an den Kühlschrank und entnahm ihm eine Flasche Bio-Vollmilch, suchte in einer Holzkiste nach einem Milchaufschäumer und im Schrank nach einem Messbecher.<br />
Maya sah ihm dabei zu, wie er für sie beide Latte machte, und nahm schließlich eines der Gläser entgegen. &bdquo;Wohin?&ldquo;, fragte sie ihn.<br />
&bdquo;Wir gehen raus auf den Hausflurbalkon. Da stehen ein Klapptisch und vier Stühle. Eigentlich verboten, aber es stört sich niemand daran.&ldquo;<br />
&bdquo;Sagt der angehende Polizist!&ldquo;, lachte Maya.<br />
&bdquo;Sagt er, genau&ldquo;, gab Constantin schmunzelnd zurück. &bdquo;Werden aber wie im Imbiss den Bürostuhl für dich holen müssen. Die Campingstühle halten deinem Gewicht dann erst recht nicht stand.&ldquo;<br />
Gesagt, getan. Sie holten den Bürostuhl, schoben ihn durch den Hausflur zum recht langen wie auch breiten Balkon und fanden dort zwei junge afrikanische Frauen, die rauchten und Musik hörten. Sie saßen etwas links versetzt und sahen neugierig zu ihnen rüber. Eine war eher klein und untersetzt, die andere über 1,80 m groß mit sehr schlanker Figur. Sie besaßen freundliche, aufgeschlossene Gesichter, ihre Haare waren beide zu pilzartigen Frisuren geformt und die Kleidung war erdfarben und luftig. Sie sahen cool aus, wie Maya fand.<br />
&bdquo;Hey Sarah, hi Betty! Alles gut bei euch?&ldquo;<br />
&bdquo;Logo! Bei dir alles klar?&ldquo;, gab die Größere zurück. &bdquo;Bohooo, was bringst du denn da für eine Queen?&ldquo; Sie wandte sich an ihre Freundin. &bdquo;Du siehst sie auch, Sarah, oder?&ldquo;<br />
&bdquo;Ich gucke genauso doof drein. Wow! Das ist mal eine Sis. Wie habt ihr euch kennengelernt?&ldquo;<br />
Maya hob ihre rechte Hand und grüßte in die Richtung der beiden, in der Linken das Kaffeeglas haltend.<br />
&bdquo;Sie ist eine Kollegin, von daher braucht ihr euch für mich nicht zu freuen.&ldquo; Er rollte den Bürostuhl auf den Balkon heraus, was von den beiden Frauen mit fragenden Gesichtsausdrücken quittiert wurde. Diesmal blieb jedoch eine Erklärung aus, und so ließ sich Maya einfach darauf nieder, überblickte die Häuser der Siedlung und nahm einen Schluck aus dem Glas. &bdquo;Ist ganz nice hier!&ldquo;<br />
&bdquo;Auf jeden Fall! Sitze hier oft mit meinem Lappi und lerne. Das klappt ganz gut.&ldquo;<br />
Maya fühlte die Blicke der beiden Frauen, honorierte aber, dass diese davon absahen, das Gespräch mit ihr zu suchen. So genoss sie die Aussicht, fühlte den kühlen Wind in ihrem Gesicht und lauschte der afrikanischen Rhythmusmusik.<br />
War am heutigen Abend der Scheißemagnet aktiv gewesen? Maya brauchte für sich nicht lange nach einer Antwort zu suchen. Sie hatte Menschen geholfen, sich danach sattessen dürfen, bekam jetzt eine besondere Aussicht sowie einen megaleckeren Kaffee geboten und hörte das erste Mal bewusst moderne afrikanische Musik.<br />
&bdquo;Eigentlich ist es ganz friedlich hier, oder?&ldquo;, wollte Maya von Constantin wissen.<br />
&bdquo;Brennpunkt vielleicht nicht mehr. Aber es gibt hier schon noch viel Kriminalität. Gerade die Jugendcliquen haben es in sich. Schwer einzuschätzen, vor allem für uns Frauen&ldquo;, erklärte Betty, die Kleinere der beiden. &bdquo;Es gibt da &lsquo;ne Gruppe aus zwei Dutzend Nordafrikanern, die hier nervig auf schwere Jungs machen. Die haben sogar schon Schutzgeld von den Läden in der Gegend verlangt, aber dann von den ganzen Leuten aus den umliegenden Gebäuden aufs Maul bekommen. Haben den Zusammenhalt unterschätzt.&ldquo;<br />
&bdquo;Studiert ihr hier?&ldquo;, fragte Maya interessiert.<br />
&bdquo;Ja. Beide Medizin. Wir kriegen das von unserem Land gesponsert.&ldquo;<br />
&bdquo;Woher kommt ihr?&ldquo;, fragte die Riesin weiter.<br />
&bdquo;Von den Seychellen. Ist schon ein Privileg.&ldquo;<br />
&bdquo;Krass. Kenne ich nicht. Wo ist das?&ldquo;<br />
Constantin war es, der es ihr erklärte. &bdquo;Indischer Ozean, nordöstlich von Madagaskar. Klein, aber fein. Den Menschen geht es dort relativ gut.&ldquo;<br />
Die beiden Frauen lächelten. &bdquo;Relativ trifft es gut. Definitiv zu klein, wenn man andere Länder kennt. Es fühlt sich an, als ob man gefangen wäre. Klar, dank des Tourismus sind wir relativ reich, aber man hat halt irgendwann alles gesehen, kennt jeden und hat das Gefühl, in einem Gefängnis zu sitzen.&ldquo;<br />
&bdquo;Woher könnt ihr so gut Deutsch?&ldquo; Maya sah die beiden verwundert an. &bdquo;Es ist perfekt!&ldquo;<br />
&bdquo;Wir sind seit sechs Jahren hier und haben drei Jahre zuvor schon angefangen zu lernen. Köln ist okay, aber man ist halt in den Augen der anderen trotzdem schwarz. Man spürt die Distanz und die Klischees.&ldquo;<br />
&bdquo;Wann seid ihr beiden fertig?&ldquo;<br />
&bdquo;In zwei Jahren. Dann geht es wieder für mindestens fünf Jahre zurück. Praktisch um die Ausbildung zurückzuzahlen. Ob wir dann bleiben werden, wird man sehen.&ldquo;<br />
&bdquo;Und wenn ihr hier jemanden kennenlernen würdet? Müsstet ihr trotzdem zurück?&ldquo;<br />
&bdquo;Wir müssten viel mehr zurückzahlen, als man für uns ausgegeben hat. Von daher unwahrscheinlich.&ldquo;<br />
Betty drückte ihre Zigarette aus, griff anschließend nach einer Dose Energydrink und sah über das Betongeländer hinweg auf die Straße herunter. &bdquo;Wenn man von den Spacken redet, tauchen sie auch schon auf.&ldquo;<br />
Getrieben von ihrer Neugier, riskierte Maya jetzt selbst einen Blick. Constantin folgte ihrem Beispiel, sah auch hinunter und kratzte sich am Hinterkopf. &bdquo;Marokkaner, Algerier und Libyer. Die meisten haben nur &lsquo;ne große Klappe und sind Mitläufer, aber von einem weiß ich, dass er schon im Knast war, und drei weitere haben Anzeigen wegen Gewaltdelikten. Vor allem gegenüber Frauen verhalten sie sich wie Schweine.&ldquo;<br />
Sarah war anderer Meinung. &bdquo;Sind nicht alle so. Es gibt auch anständige Jungs im Viertel. Aber das hier ist schon ein ziemlicher Scheißhaufen.&ldquo;<br />
Maya wollte sich gerade abwenden, als einer der jungen Männer zu ihr aufblickte. &bdquo;Constantin?&ldquo;<br />
Er blickte sie fragend an. &bdquo;Scheißemagnet?&ldquo; Maya nickte. &bdquo;Ruf die von Krolm an! Ich habe zwei der Typen wiedererkannt. Die haben damals mit diesem Gas Axel und Juliane ins Krankenhaus geschickt. Die haben heute noch mit den Folgen zu kämpfen.&ldquo;<br />
&bdquo;Wen von ihnen meinst du?&ldquo;, fragte Sarah neugierig und riskierte einen Blick.<br />
&bdquo;Groß, grüner Trainingsanzug und der eine mit Jeans und Lederjacke. Beide haben Locken und sehen sich ziemlich ähnlich.&ldquo;<br />
&bdquo;Maya! Du wolltest kürzer treten!&ldquo;, bat Constantin.<br />
&bdquo;Ruf an! Ich muss sofort runter zum Wagen. Die beiden Affen kriege ich.&ldquo;<br />
Sie stürmte los und hörte noch Constantins &bdquo;&#8230; geben sie mir von Krolm, es ist wichtig!&ldquo;. Die Tür zum Treppenaufgang aufgerissen, stürmte sie schon hinunter, dabei jeden Absatz mit einem weiten Schritt nehmend. Es dauerte keine zwanzig Sekunden und sie war unten auf der Straße. Das Auto stand auf dem Anwohnerparkplatz, die Gruppe befand sich auf der anderen Hausseite. Ihr Kollege würde die Kerle im Auge behalten, während sie sich umzog.<br />
Sie startete über die App Brum, worauf sich die Dachschleuse mit dem Katapult öffnete. Ein heller Knall und das Fluggerät stieg, zum Schreck eines Hundebesitzers, in den Himmel hinauf. Sein Retriever bellte und bäumte sich auf, nur mit Mühe von seinem Herrchen gehalten.<br />
Die Seitentür aufgerissen, stieg Maya in den Innenraum, zog die Tür hinter sich und trat an die Kabine. Besonnen bleiben! Wenn sie jetzt überhastet reagierte, war vielleicht alles vergebens. So schnell sie konnte, legte sie ihre Rüstung an. Keinesfalls würde sie es noch einmal riskieren, dieses Gas ins Gesicht zu bekommen. Würde sie ähnlich darauf reagieren wie Axel und Juliane? Immerhin hatte auch sie den intensiven Brand auf ihrer Haut gefühlt.<br />
Sie hatte sich den Halskragen umgelegt und hob den hinteren Teil des Rücken- und Brustpanzers über dessen Rand, hängte ihn ein, dann war das Vorderteil an der Reihe. Die Lamellen, die ihren Bauchbereich schützten, hatte sie zuvor angelegt. Eine Minute später war sie gerüstet, hob den Helm über ihren Kopf und ließ ihn vorsichtig herunter. Er zog beim Aufsetzen an ihren Haaren, sie hatte hier nicht genug Sorgfalt walten lassen, als sie diese zum Knoten gebunden hatte.<br />
Sie holte die Pistole aus dem Safe und arretierte sie im Unterarm, dann schulterte sie den Tornister mit der schweren Kanone. Sie würde den Lauf gleich nach dem Aussteigen ausfahren lassen, die Typen sollten nicht einmal auf die Idee kommen, Widerstand zu leisten.<br />
Was war nur mit ihr los? Jeden Tag irgendwelche Scheiße. Würde das ihr ganzes Leben so weitergehen? Sie machte sich Sorgen, dass sie ausbrannte. Wie könnte das anders werden &#8211; bei diesem Stresslevel? Und, suchte sie nicht selbst danach? Warum konnte sie in einer Situation wie dieser nicht Ruhe bewahren und vielleicht sogar wegschauen?<br />
Die Anzeige zeigte ihr Verstärkungen, die sich ohne Sirene annäherten. Sie würden die Gruppe dennoch alarmieren. Sie konnte sich noch gut an ihren Einsatz in der Nordstadt erinnern, wo die Georgier von den Anwohnern gewarnt und sogar angeleitet worden waren. Bestimmt gab es hier ähnliche Abhängigkeiten.<br />
Ein Anruf kam herein. Zuerst dachte sie an Heiner, dann an Constantin, es war aber von Krolm, die sich meldete.<br />
&bdquo;Frau Klein? Bleiben Sie im Wagen oder gehen Sie zurück in die Wohnung Ihres Kollegen. Wir brauchen Sie heute nicht mehr. Das SEK schickt ein Team. Sperling und Lúthersdóttir sind dabei. Wir wollen Sie nicht schon wieder im Zentrum eines Einsatzes wissen. Dennoch gute Arbeit!&ldquo;<br />
&bdquo;Was ist mit Brum?&ldquo;, wollte Maya wissen.<br />
&bdquo;Unsere Kollegen fordern nachher die Übertragung an, geben Sie diese über die App frei!&ldquo;<br />
&bdquo;Okay!&ldquo; Mayas Stimme klang gelöst. &bdquo;Kann ich mich abrüsten?&ldquo;<br />
&bdquo;Ja, tun Sie das. Machen Sie Feierabend, Frau Klein! Das ist eine Gruppe Halbstarker. Für die Kollegen vom SEK kein Level!&ldquo;<br />
Dachte Maya an Brassi oder Flacker, hatte von Krolm wohl recht. Die Männer waren aus anderem Holz geschnitzt als gewöhnliche Streifenpolizisten. So rüstete sie sich in Ruhe ab, schaltete dabei Musik ein und überlegte, ob sie zu ihrer Gastfamilie fahren sollte. Doch sie wollte auf Brum warten. Seine Kapazitäten waren zu wichtig, als dass sie im Notfall darauf verzichten konnte.<br />
In Ruhe zog sie sich um, verstaute die Teile in der Kabine, sperrte die Waffen in das Abteil und verließ das Fahrzeug, nachdem sie alles verräumt und eingeschlossen hatte. Gelöst ging sie zurück zum Haus, klingelte und ließ sich von Constantin per Summer die Eingangstür aufmachen. In dem Moment, wo sie die Tür aufdrückte, rollten langsam zwei große zivile Transporter links und rechts am Gebäude vorbei. Wahrscheinlich hatten sie die Absicht, die Jungen einzukreisen.<br />
Sie trat in die Fahrstuhlkabine, beugte sich vor, um darin Platz zu finden, und drückte auf den Knopf für die 5. Etage. Nach einer halben Minute Fahrt trat sie auf den Flur, öffnete die Tür zum Balkon und winkte den dreien zu, die am Geländer standen und auf die Jugendgang hinunterblickten.<br />
&bdquo;Kommt zurück! Wenn sie euch sehen, bringen die euch vielleicht später damit in Zusammenhang.&ldquo; Die drei reagierten erschrocken, traten von der Brüstung weg und setzten sich wieder auf die Stühle. Sie rückten dabei in Richtung Geländer, und Constantin hob sein Handy und nutzte die Kamera, um darüber hinweg zu spähen. Die Frauen folgten seinem Beispiel, während Maya auf das Display ihres Kollegen sah. Die Gruppe junger Männer wurde jetzt auf die sich langsam annähernden Transporter aufmerksam. Sie achteten sie zunächst nicht groß, dann aber schienen sie misstrauisch zu werden. Drei Jüngere aus der Gruppe fingen an zu laufen, gingen in einen regelrechten Sprint über und waren schon an dem rechts vom Haus auffahrenden Transporter vorbei, noch ehe die Besatzung aussteigen konnte. Vier SEK-Beamte nahmen die Verfolgung auf, während ein gerüsteter Panzersoldat auf die restlichen Jugendlichen zuhielt. Wieder lösten sich Jungen aus der Traube, sprinteten los, und das Schauspiel wiederholte sich nun auch auf der linken Seite. Die Kollegen vom SEK reagierten ebenso, rannten hinterher und verteilten sich dabei im Gelände. Zurück blieben zwei Beamte, darunter die zweite gepanzerte Einheit.<br />
Wer war Jürgen und wer Vala? Jürgen war größer, doch aus diesem Blickwinkel waren sie nicht zu unterscheiden. Die Beamten trugen Schutzmasken, hatten also aus den Erfahrungen mit den Tätern gelernt und gingen kein Risiko ein.<br />
&bdquo;Die schauen beeindruckend aus&ldquo;, meinte Constantin, das Schauspiel gespannt verfolgend. Maya bestätigte diesen Eindruck, sie hatte sich ja selbst nie während eines Einsatzes betrachten können. Mal als winziger Punkt aus Brums Kameraaugen aber davon abgesehen?<br />
Die Jugendlichen warteten ab, als sich die drei Beamten näherten. Beide schweren Einheiten zogen jetzt ihre Pistolen und richteten sie auf die Gruppe. Die Beamtin suchte die beiden jungen Männer heraus und forderte sie auf, sich hinzuknien, da lockerte sich die Struktur der Gang auf. Vala und Jürgen reagierten verwirrt, tauschten einen unsicheren Blick aus, schon zogen gleich mehrere der jungen Männer Sprühflaschen.<br />
Ein Warnruf drang aus Mayas Mund, während Constantin ruhig blieb und meinte, sie hätten doch Masken und Helme auf.<br />
Doch es war kein Reizgas, sondern Sprühfarbe, wie man sie für Graffiti verwendete. Damit blendeten sie den ungerüsteten Beamten, aber auch Jürgen und Vala bekamen Farbe auf ihre Helme gesprüht. Was für ein Irrsinn! Von jetzt auf gleich war deren Überlegenheit dahin. Hätte ihr dasselbe passieren können? Unwahrscheinlich. Ihre Reflexe waren dafür zu schnell.<br />
Ein Jugendlicher trat hinter einen der Riesen, hockte sich hin, während zwei gleichzeitig frontal gegen dessen Körper sprangen. Wie ein Baum kippte der Beamte über das Hindernis in seinem Rücken und schlug der Länge nach auf den Asphalt.<br />
Dem SEK-Beamten wurde die Maske vom Kopf gezerrt, worauf ein weiblicher Kopf sichtbar und sofort mit Schlägen traktiert wurde. Dabei wurde ihr die Waffe abgenommen. Eine Katastrophe!<br />
Der zweite Panzersoldat schlug um sich, erwischte einen der Jugendlichen am Kopf, wurde aber anschließend von einer ganzen Traube dieser Kerle umgerissen. Jetzt wurde es Maya zu viel, sie sprang vom Hocker auf, hob beide Hände an die Brüstung und sprang darüber hinweg, begleitet vom Kreischen der beiden Frauen und dem entsetzten Schreckruf Constantins. Maya schlug mit brutaler Gewalt auf dem Betonboden auf, rollte sich ab, fühlte aber keinerlei Schmerz. Sie wusste, dass ihr Körper das ab konnte. Sie erinnerte sich noch gut an den Reifenstapel auf dem Schrottplatz, auf dem sie sich das erste Mal ausprobiert hatte.<br />
Die Polizistin wurde von einem der Jugendlichen gegen den Kopf getreten, während andere aus der Gruppe versuchten, Rüstungsteile von Valas und Jürgens Schutzkleidung zu lösen. Es schien ihnen nicht zu gelingen, und so wandte sich Maya zuerst den Jungen zu, die die Polizistin umstanden.<br />
Aus dem vollen Lauf heraus sprang sie dem Schläger gegen die Brust, fällte ihn, riss dabei einen zweiten mit sich und schleuderte ihn mit ihrer Rechten in die drei Meter entfernt stehende Gruppe hinein. Diese hatte einen der auf dem Boden liegenden gepanzerten Kollegen umstanden und mit Tritten und Schlägen bombardiert. Einer der jungen Männer war immer wieder mit seinem ganzen Körpergewicht auf die Brust des Wehrlosen gesprungen. Ein anderer benutzte einen langen Schraubenzieher, mit dem er auf die Helmverglasung einhämmerte. Zeit! Maya brauchte jede Sekunde, um möglichst viel Schaden von ihren Kollegen abwenden zu können.<br />
Dem Dritten schlug sie mit der flachen Hand ins Gesicht, was ein brutales Knacken zur Folge hatte. Der ließ die Pistole fallen, schlug auf den Boden auf und rührte sich nicht mehr. Maya aber war schon weitergestürmt, wurde jetzt von den Jugendlichen registriert, doch war es zu spät. Sie war schon bei ihnen, ehe sie sich von dem Aufprall des menschlichen Wurfkörpers hatten erholen können. Maya sprang mit ihrem rechten Fuß voran seitlich in den Stand eines stämmigen Kerls, der gerade wieder auf die Beine gekommen war, drückte ihm beide Füße weg und brachte ihn dadurch erneut zu Fall. Sie griff mit ihrer Linken nach und verstärkte den Impuls, mit dem er aufschlug, noch. Einem rechts von ihm stehenden dunkelhäutigen Jungen schlug sie die Faust gegen das Kinn, das krachend nachgab, da war sie schon bei zwei anderen, die ihre Sprühflaschen auf sie zu richten suchten. Sie übersprang die beiden, griff im Überschlag nach ihren Jacken und riss sie in einem weiten Bogen mit sich, sodass sie zehn Meter entfernt zu Boden gingen. Einer landete in einem großen Strauch, der andere prallte gegen den Rand eines offenstehenden Müllcontainers.<br />
Im schnellen Laufschritt hielt sie auf den zweiten gepanzerten Beamten zu. Die Schläger hatten sie bemerkt, zogen es aber vor, das Weite zu suchen, kamen doch nun auch die SEK-Beamten zurück. Die schossen mit Pistolen und Sturmgewehren in die Luft und konnten zumindest einen von ihnen stellen, der vor Maya zu fliehen suchte.<br />
Die Riesin unterdessen stürzte zur Beamtin zurück, ließ sich neben ihr auf die Knie fallen und suchte sie zu stabilisieren. Sie blutete aus einer großen Wunde am Hinterkopf und zeigte keine Regung mehr. War sie tot? Nein, sie konnte noch einen Puls fühlen. &bdquo;Krankenwagen! Schnell! Macht schon!&ldquo;, brüllte sie, doch waren Sirenen von Polizei und Rettungskräften schon zu hören. Ein SEK-Beamter ließ sich neben ihr nieder, holte aus seinem Overall ein Verbandspäckchen und suchte die Kollegin erstzuversorgen. Dazu hatte er sich die Maske heruntergerissen und konnte nur mit Mühe seine Beherrschung aufrechterhalten.<br />
Langsam richtete sich die Riesin auf, sah dabei zu, wie Vala und Jürgen die Helme abgenommen wurden, und fand diese völlig paralysiert vor. Sie hatten anscheinend gar nicht begriffen, was da mit ihnen passiert war.<br />
Maya überblickte jetzt die Gebäudefront. Nicht nur Constantin, Sarah und Betty sahen vom Balkon herunter, fast in jedem Fenster waren Zaungäste zu sehen, die den Vorfall beobachtet hatten. Rettungskräfte strömten auf den Platz, brachten Hilfe und versorgten Beamte wie auch Kriminelle. Drei von denen rührten sich nicht mehr.<br />
&bdquo;Frau Klein!&ldquo; Einer der SEK-Beamten deutete auf einen der Transporter. &bdquo;Kommen Sie! Wir bringen Sie auf die Rückseite. Sie sollen nach Hause fahren.&ldquo;<br />
Kapitel 33 &ndash; Schmutzige Wäsche<br />
Scheißemagnet! Maya hatte Lars davon erzählt.<br />
Wie hoch war die Wahrscheinlichkeit, dass sie die Täter sehen würde?<br />
Wie hoch standen die Chancen, dass sich die Bande aus Jugendlichen so verbissen zur Wehr setzte, noch dazu gegen das SEK?<br />
Und diese Typen waren zuvor von Anwohnern verprügelt worden?<br />
Vielleicht, weil sie von den Bürgern Chorweilers als ernsthafte Gefahr wahrgenommen wurden?<br />
Wie dumm und arrogant konnte man sein?<br />
Vor allem nach der zurückliegenden Reizgasaktion?<br />
Luchs hatte gestern Abend noch angerufen. Er war ähnlich fertig wie sie selbst. Dass sie hatte eingreifen müssen und dann noch ohne Schutz, war für ihn einer Katastrophe gleichgekommen. Von Krolm wurde wegen Unterschätzung der Gefahrensituation ein Verfahren angehängt. Die Kollegin vom SEK lag im künstlichen Koma, ihr Schädel war an mehreren Stellen gebrochen, Vala und Jürgen waren mit blauen Augen davongekommen. Ganz anders die Angreifer unter den Jugendlichen. Zwei waren vor Ort verstorben, vier schwerstverletzt. Das Internet zeigte sich hier zwiegespalten.<br />
Gleich mehrere Interessengruppen versuchten, die Geschehnisse für ihre eigenen Zwecke zu instrumentalisieren. Die einen lobten Maya für ihre Tat und dankten ihr, dass sie diese Gefahr eingedämmt hatte, andere sprachen von Polizeigewalt gegen Ausländer, die keine andere Chance gehabt hätten, als ihren Unterhalt in kriminellen Handlungen zu suchen.<br />
Sollte sie zur Schule gehen? Nein, sie wollte sich krank melden. Auch Heiner und ihre Eltern hatten ihr gestern dazu geraten. Es war einfach zu viel geworden.<br />
Melissa hatte sich am zurückliegenden Abend gemeldet und versucht, sie zu beruhigen. Doch hatte sie wenig Erfolg gehabt. Zumal sich ihrer Mutter schwere Vorwürfe machte. Wäre Maya gerüstet gewesen, wäre die Situation wahrscheinlich eine völlig andere gewesen.<br />
Dieses Mal hatte sie nicht aus dem Schutz der Rüstung heraus getötet, sondern wie zuvor in Los Angeles und Rio als Maya Klein. Zwei junge Menschen! Ausgelöscht, innerhalb von Sekunden. Sie hatte einfach gehandelt. So wie sie von ihren Instinkten geleitet worden war. Raubtier? Killer? Vielleicht eine Kombination aus beiden?<br />
Sie fasste einen Entschluss, nahm ihr Handy auf und wählte die Nummer von Herrn Luchs.<br />
&bdquo;Herr Oberkriminalrat? Ich würde mich gerne krank melden. Ich habe kaum geschlafen&#8230;&ldquo;<br />
&bdquo;Machen Sie das bitte nicht, Frau Klein! Wir haben wieder unser Versprechen Ihnen gegenüber nicht halten können, das tut mir leid. Frau von Krolm hat es versucht, ist aber kläglich gescheitert. Dank Ihnen haben wir die Kerle! Das allein ist es, was zählt! Das sehen auch die Anwohner so. Man ist erleichtert, dass die Polizei diesmal etwas unternommen und Entschlossenheit gezeigt hat. Gut, vor allem Sie.&ldquo; Er wurde kleinlaut. &bdquo;Aus dem fünften Stock springen&#8230;, es gibt Videos davon. Langsam wird es schwer für uns, Ihre Leistungskraft zu erklären.&ldquo;<br />
&bdquo;Herr Luchs! Ich bin wirklich am Limit. Ich will nicht jeden Tag unglücklich sein. Der Druck ist einfach zu hoch. Man nennt mich im Internet eine Mörderin und Nazischlampe, die auf junge Ausländer Jagd macht. Das werde ich doch nie wieder los.&ldquo;<br />
&bdquo;Das sind vereinzelte Nachrichten. Die Mehrheit der Bevölkerung ist auf Ihrer Seite, vor allem in Chorweiler. Sie haben das Viertel sicherer gemacht, auch wenn das bedeutet, dass jemand dafür hat sterben müssen. Bleiben Sie am Ball! Ich gebe für Sie ein Verbot für Sondereinsätze aus. Sie werden bis zur Prüfung nicht mehr eingesetzt, das ist kein Versprechen mehr, sondern ein offizieller Beschluss.&ldquo;<br />
&bdquo;Sie versprechen es?&ldquo;, fragte Maya skeptisch.<br />
&bdquo;Ja. Sie haben bald Urlaub, nutzen Sie ihn! Kommen Sie wieder auf die Füße und konzentrieren Sie sich ansonsten auf die Schule!&ldquo;<br />
&bdquo;Hätte ich das gestern nicht melden sollen?&ldquo;, fragte Maya kleinlaut.<br />
&bdquo;Sie wissen die Antwort auf Ihre Frage selbst am besten. Niemals hätten Sie solch potente Gefahrenquellen laufen lassen dürfen. Es wäre für den Moment vielleicht egal gewesen, nicht aber für die Zukunft. Früher oder später wären diese Männer wieder straffällig geworden und hätten wie gestern andere Jugendliche in diese Richtung beeinflusst.&ldquo;<br />
&bdquo;Ich wollte nur noch Vala und Jürgen helfen. Der Kollegin natürlich auch. Als der eine Typ dann auch noch die Waffe hob&#8230;, ich bin einfach durchgedreht.&ldquo;<br />
&bdquo;Nein, sind sie nicht, es war notwendig! Man hätte auf Sie geschossen. Das schätzt auch die Staatsanwaltschaft so ein. Die Täter hätten fliehen können. Dann wäre niemandem etwas geschehen. Oder sich stellen. Ein paar hätten vielleicht ins Gefängnis müssen, aber die Mehrzahl war bis gestern unauffällig. Ein paar faule Eier im Korb &ndash; das Sprichwort beschreibt die Situation sehr gut.&ldquo;<br />
Maya raffte sich auf. Gab Bescheid, dass sie in die Schule fahren würde, nahm ihn aber noch einmal beim Wort. Ruhe! Sie brauchte sie unbedingt.<br />
Ein Anruf bei Frau Schmelzer &ndash; sie hatte einen Termin außerhalb der normalen Sprechzeit erhalten. Auch die riet dazu, weiterzumachen, weil sie sonst Gefahr lief, einen kompletten Einbruch zu erleiden.<br />
&bdquo;Mörderin!&ldquo; Das Wort hätte sie nicht lesen dürfen. Es blieb in ihrem Kopf, egal wie sehr sie sich dagegen zu wehren suchte. Luchs hatte recht, es waren kaum welche aus Chorweiler selbst darunter. Die Videos hatte sie sich nicht angesehen, sondern nur die Kommentare darunter gelesen. Raubtier, Furie, Walküre, Carnivora, Steroidenbitch&#8230;, durchsetzt von vielen Spekulationen. Ein Sprung aus dem fünften Stock eines Hochhauses! Es gab keinen Anzug, der das erklären konnte, genauso wenig, dass sie zwei der Jungen mehr als zehn Meter weit geworfen hatte.<br />
&bdquo;Was stimmt mit dir nicht?&ldquo;, fragte sie sich, als sie in den Spiegel sah. &bdquo;Warum hast du gestern nicht die Klappe gehalten?&ldquo; Sie blickte in ihr müdes Gesicht. Schminken? Nein! Es war ihr hier und jetzt egal, wie sie aussah.<br />
Schweigen. Jeder der Mitschüler blickte zu ihr auf, Nikolaidis sah ihr besorgt nach, während sie durch den Mittelgang hindurch zu ihrem Platz ging. Sie war eine Stunde zu spät. Wahrscheinlich sah man ihr an, dass sie sich hier und jetzt an einen weit entfernten Ort wünschte. Weg vom Kolleg, weg aus der Stadt, vielleicht weit weg aus Deutschland.<br />
Andere Eindrücke sammeln, zur Ruhe kommen, nicht ständig begleitet von der Sorge, dass der nächste Einsatz kommen könnte. Würde es überhaupt noch einen Menschen auf der Welt geben, der ihre Fähigkeiten für normal hielt? Erklärbar? Wahrscheinlich nicht.<br />
Sie packte ihre Sachen aus, nickte Bommel und Mustafa flüchtig zu, vergaß Constantin nicht, der sie betroffen betrachtete. Ihr rannen Tränen über die Wangen. Sie wischte sie energisch weg. Konzentrieren? Keine Chance! Sie würde einfach die Stunden absitzen und dann nach Hause fahren. Ohne Umwege. Pause? Sie wollte im Klassenraum bleiben, wenn es soweit war.<br />
Sie ignorierte den Unterricht und fühlte sich nur zur Anwesenheit verpflichtet. So vergingen die ersten beiden Stunden sehr zäh, und in der Pause fragten gleich mehrere Anwärter ihres Jahrgangs, ob sie mit runter auf den Hof käme. Sie wollte für sich bleiben und entschuldigte sich, die Sorge ihrer Kollegen in deren Gesichtern lesend. Sie wollte ihre Ruhe haben und sich vor weiteren negativen Einflüssen schützen. Bommel wollte bleiben, doch bestand sie darauf, allein zu sein.<br />
Sie packte ihre Brote aus, die sie sich beim Bäcker gekauft hatte, las die Nachrichten auf dem Handy und bat vor allem ihre Eltern um Ruhe. Sie hatte nicht die Kraft, sich jetzt auch noch rechtfertigen zu müssen. Vor allem ihrem Vater gegenüber.<br />
Ihr Vater hatte geschrieben, die Mutter hatte eine Nachricht aufgesprochen, Can dreimal angerufen. Serkan hielt sich bedeckt, Heiner wartete darauf, dass sie erzählte, wenn sie Bedarf in dieser Richtung hatte. Er hatte ihr ein kurzes Video von Nele geschickt, in dem seine Schwester in das Objektiv der Handykamera hineingestrahlt hatte und meinte, dass sie sie lieb hatte.<br />
Ramon, 15 Jahre alt, und Achmed, 17 Jahre, hatten ihren Angriff auf die Beamtin mit ihrem Leben bezahlt. Ihre Eltern trauerten und klagten die brutale Reaktion der Polizei an, den Angriff ihrer Kinder auf die Frau dabei ausklammernd. Im Zeitungsinterview wünschten sie den Kindern der Beamtin den Tod, sollte sie welche kriegen, um dasselbe zu durchleiden, wie sie in diesem Moment.<br />
Mit siebzehn verflucht. Es war sicher nicht das erste Mal. Sie stöhnte auf, lehnte sich zurück und schloss für einen Moment die Augen. Sollte sie weiterlesen? Neugierde und Sorge vor weiteren Anfeindungen hielten sich die Waage.<br />
Eine rechtskonservative Partei fokussierte sich auf ihre genetische Mutation. Es wundere nicht, dass das Supersyndrom in einer deutschen Frau auftauchen würde, und man freue sich darauf, dass hier das urdeutsche Wesen in seiner Reinheit in Erscheinung trete. Es war sogar von groß, blond, stark die Rede. Auch, dass sie den Kampf gegen Verfremdung und Ausländerkriminalität nicht nur angenommen, sondern auch souverän gewonnen hätte. Es wurde ihr sogar eine Mitgliedschaft in der Partei angeboten. Maya wollte fast kotzen! Was für eine Nazischeiße!<br />
Eine Feministin stieß in ein ähnliches Horn. Sie sprach von dem Recht auf Verteidigung einer Frau gegen gewaltbereite Männer. Sie wünschte sich mehr Geschlechtsgenossinnen, die Angriffe auf Frauen so entschieden beantworteten, wie sie es getan hatte, um den Männern zu zeigen, dass sie eben nicht die Schwächeren waren.<br />
Viele Chorweiler nahmen Maya in Schutz. Sie hatten die Szenen beobachtet und klar zum Ausdruck gebracht, dass sie Nothilfe geleistet hatte, um die Beamten zu beschützen. Wären die Jugendlichen weggelaufen oder hätten sich ergeben, wäre nichts passiert. Luchs hatte recht.<br />
Bommel schickte ihr eine Nachricht. Presseteams standen vor dem Tor des Geländes, das von vier Beamten abgeriegelt worden war. Konnte sie jetzt nur noch unter Polizeibegleitung das Gelände verlassen? Brauchte sie Personenschutz?<br />
Sie legte das Handy beiseite, aß, versuchte, ihre chaotischen Gedanken irgendwie zu ordnen. Ruhe! Wie oft hatte sie sich diese gewünscht? Bisher vergebens.<br />
Sie hörte Schritte auf dem Flur, anschließend wurde die Tür zum Saal aufgerissen.<br />
&bdquo;Hey Blondi! Alles frisch?&ldquo; Melissa trat ein, hielt zielstrebig auf sie zu, im Gesicht ein freudiges Lächeln zeigend.<br />
&bdquo;Mel? Was machst du hier? Was ist mit der Schweiz?&ldquo;<br />
&bdquo;Bin früher zurückgekommen und bleibe erst einmal hier. Ich passe jetzt auf dich auf. Du darfst nicht so viel ins Nachdenken kommen, Zartheit.&ldquo;<br />
&bdquo;Wann bist du bitte losgefahren?&ldquo;, wunderte sich Maya. Sie hatten gestern erst telefoniert.<br />
&bdquo;Heute früh um sechs ungefähr.&ldquo; Melissa umarmte die Riesin und gab ihr wie selbstverständlich einen Kuss auf den Mund. &bdquo;Wir gehen nachher noch in die Stadt, schauen uns ein paar Geschäfte an, gehen was Essen und später darfst du dann zu den Henschels. Denk nicht so viel nach, hörst du! Und nicht ins Internet gehen! Abends telefonierst du dann mit dem Heinerle, zum Gutenachtsagen. Könnt ja ein bisschen Telefonsex machen. So von wegen Perle schrubben und so.&ldquo;<br />
Maya konnte nicht anders, sie musste lachen. Vor allem als Melissa wie selbstverständlich ihren alten Platz freiräumte. &bdquo;Das ist meiner! Nur weil man mal ein paar Tage weg ist&#8230;&ldquo;<br />
&bdquo;Constantin und ich müssen später lernen&#8230;&ldquo;, wollte Maya zu bedenken geben.<br />
&bdquo;Du, das hat man mir schon gesagt, dass das Kind hier Förderung braucht. Keine Sorge, ich stehe diese Zeit mit dir durch und hole auf, was ich verpasst habe. Ist nicht viel, in der Schweiz habe ich mir das Pensum schicken lassen.&ldquo;<br />
&bdquo;Und du hast das nebenbei mal eben gelernt?&ldquo; Aus Mayas Stimme sprach der Frust.<br />
&bdquo;Ja, aber dass ich hier nicht dein Maßstab sein sollte, weißt du genau. Ich bin die schlauste Wurst hier. Na gut, es kann sein, dass unser Brain noch ein paar Punkte mehr auf seiner Uhr hat.&ldquo; Sie lächelte. &bdquo;Und nun störe die Tante nicht, damit sie sich auf den Unterricht vorbereiten kann.&ldquo;<br />
Melissa! Maya kapierte es noch immer nicht. Dass man von offizieller Seite so schnell reagiert hatte, sprach für sie Bände. Sie sollte weiter funktionieren und im Ernstfall ihre Arbeit machen können. Menschen töten, um andere zu retten. Was musste in den Köpfen der Mütter und Väter der beiden Jungen vorgehen? In denen der Geschwister? Sie mochte sich das gar nicht vorstellen. Würde sie an deren Stelle auch bei ihr die Schuld suchen? Es schien ihr wahrscheinlich.<br />
Frau Schmelzer kam, sprach in der letzten Pause mit ihr, in der nächsten Woche standen dann gleich drei Termine an. Auch hier schien man sie unbedingt stabilisieren zu wollen. Ihr Köpfchen musste gesund bleiben, damit die Waffe der Allgemeinheit weiterhin funktionieren konnte.<br />
&bdquo;So, jetzt gehen wir erst einmal Läden gucken. Sollte jemand von der Presse auftauchen, ignorieren wir sie, notfalls holen wir Kollegen&ldquo;, erklärte Melissa.<br />
&bdquo;Und warum können wir nicht zu dir oder den Henschels?&ldquo;, wollte Maya wissen. &bdquo;Mir ist jetzt nicht nach Shoppen. Lass uns doch einfach nur chil&#8230;&ldquo;<br />
&bdquo;Du musst dich zeigen, Maya! Du hast keine Verbrechen begangen, im Gegensatz zu diesen Kloppos. Die Kollegin ist immer noch nicht aufgewacht. Die liegt weiterhin im Künstlichen und muss nach wie vor stabilisiert werden. Die Kerle, die man festnehmen konnte, sitzen in U-Haft! Von daher halte dich nirgends zurück! Nicht du bist die Schuldige, das soll jeder sehen und vor allem verstehen.&ldquo;<br />
Melissa blieb vor Mayas Dienstfahrzeug stehen. &bdquo;Overall und Waffe sind jetzt wieder deine ständigen Begleiter. Wir können nicht ausschließen, dass es Typen gibt, die Rache nehmen wollen.&ldquo;<br />
Maya entriegelte das Auto, ließ Melissa an sich vorbei einsteigen, stieg selbst zu und schloss die Panzertür hinter sich. Sie zog sich bis auf die Unterwäsche aus, holte einen Overall aus der Ausrüstungskammer und zog sich wieder an.<br />
War das nötig? Maya wurde bei dieser Vorstellung schlecht. Noas Bild kam ihr in den Sinn. Rücklings niedergestochen von Unbekannten. Konnte ihr dasselbe passieren? Unwahrscheinlich. Aber was würde sie mit denjenigen machen, die es versuchen wollten? Würde derjenige solch einen Angriff überleben? Würde sie sich jetzt aus Sorge um ihren Ruf zurückhalten und damit andere gefährden? Erneut als Mörderin und Faschistin dargestellt werden, weil sie auf dem Gewalt-Level reagierte wie ihre Gegner?<br />
&bdquo;Gönne deinem schönen Köpfchen eine Pause!&ldquo; Melissa hatte in ihrer Handtasche gekramt, deutete auf einen der Sessel und forderte die Freundin damit auf, sich hinzusetzen. Sie kramte ihre Schminksachen raus, reinigte Mayas Gesicht mit einem Feuchttuch und begann sie zu stylen. &bdquo;Du musst unbedingt auf dich achten, hörst du?&ldquo;<br />
&bdquo;Es kam mir heute nicht wichtig vor. Ich fühle mich gerade ziemlich hässlich.&ldquo;<br />
Melissa sparte sich einen Kommentar. Sie schminkte die Kollegin, flocht ihr einen Zopf und zeigte sich im Anschluss zufrieden. Maya trug Schwarz. Auch hier schien sie zu zeigen, dass sie das Geschehene bedauerte. Von der Heldin zur Täterin in nur einem Tag. Musste man auch erst einmal schaffen. Zum Glück hatte sie diesen Gedanken nicht laut ausgesprochen.<br />
Auf der Straße zeigten sich die Bürger Maya gegenüber unsicher. Sie wurde gegrüßt, so war es nicht. Kinder wollten auch jetzt Bilder von ihr, aber es lag eine andere Note auf diesen Kontakten. Der gesellschaftliche Konflikt lastete darauf, oder bildete sie es sich nur ein? Vielleicht wurde sie auch paranoid?<br />
&bdquo;Kopf aus! Mach deine Fotos mit den Leuten, sag lieb Ja und Amen und dann ist auch gut&ldquo;, forderte Melissa.<br />
&bdquo;Kindermörderin!&ldquo;, zischte ein Südländer, drängte an ihr vorbei und spuckte aus. Maya blieb stehen, sah ihm entgeistert hinterher, während Melissa sie weiterzog.<br />
&bdquo;Ignorieren! Lass dich nicht darauf ein! Damit machst du es noch schlimmer.&ldquo;<br />
Es gab auch andere Stimmen. Doch in Mayas Kopf hallte nur das Wort Kindermörderin nach. Und diese Kinder hätten umgekehrt töten dürfen? Hätte sie diese Typen nach dem Alter fragen sollen, während sie auf den Körpern der Kollegen herumsprangen?<br />
Ein junger Familienvater bat für sich, seine Frau und Kinder um ein Foto und dankte Maya mit den Worten: &bdquo;Schön, dass es noch Beamte gibt, die unser Deutschland verteidigen.&ldquo; Dabei betonte er das &bdquo;unser&ldquo; über Gebühr.<br />
Melissa und Maya tauschten vielsagende Blicke aus. War es falsch gewesen, nicht zu reagieren? Durfte man nicht mehr die eigene Meinung äußern aus Sorge, falsch verstanden zu werden?<br />
Sie betraten ein Modegeschäft, in dem Melissa stöbern wollte. Maya ließ sich anstecken und wenigstens für den Moment herrschte bei ihr eine gelöstere Stimmung. &bdquo;Schaut das geil aus?&ldquo;, hielt Melissa ein modisches hellblaues Oberteil in die Höhe. Der v-förmige Kragen überlappte sich wie bei einem japanischen Kimono.<br />
&bdquo;Richtig super!&ldquo; Sie nahm ihr Handy zur Hand und machte ein Foto, während Melissa eine passende Hose suchte. Sie fand eine Graue, die perfekt passte.<br />
&bdquo;Ich probiere mal kurz!&ldquo;, beschloss die hübsche Blondine, drückte Maya ihre Handtasche in die Hand und verschwand in eine der Kabinen.<br />
Maya zeigte sich für einen Moment unschlüssig, dann begann sie damit, die aufgehängten Kleidungsstücke durchzugehen. Passen tat ihr freilich nichts, aber wenn ihr etwas besonders gefiel, würde ihre Mutter versuchen, es für sie aufzutreiben.<br />
Sie hörte eine aufgeregte Diskussion an der Kasse. Zwei Frauen stritten darum, wer sie bedienen sollte. Nicht weil sie beide daran Interesse zeigten, sondern weil die eine mit einer Bestellung beschäftigt war und die andere vorgab, Angst vor ihr zu haben. &bdquo;Sie bringt Leute wie mich um&ldquo;, war die Begründung gegenüber der Kollegin.<br />
Maya blickte erschrocken auf, sodass sich in diesem Augenblick ihr Blick mit dem der dunkleren Verkäuferin traf. Auch die Angestellte war zusammengezuckt, wahrscheinlich weil sie angenommen hatte, dass sie von der Riesin gehört worden war. Offensichtlich hielt sie das aber für unmöglich auf diese Entfernung.<br />
&bdquo;Sie bringt Verbrecher um. Du hast doch gesehen, was die Schweine mit der Polizistin gemacht haben&ldquo;, war die Kollegin anderer Meinung. &bdquo;Da muss man schon mal die Kirche im Dorf lassen.&ldquo;<br />
&bdquo;Und du glaubst wirklich, dass sie bei deutschen Kids genauso gehandelt hätte? Wer&lsquo;s glaubt.&ldquo;<br />
Maya reagierte fassungslos. Eine neue Stufe. Sie war nicht nur ein Monstrum, dem das Menschliche aberkannt wurde, jetzt war sie auch noch Rassistin. Sie fühlte Tränen über ihre Wange laufen. Hatte sie nicht nur ihre Kollegin beschützt? Hatte sie nicht auch ausländische Türsteher vor deutschstämmigen Ultras verteidigt? Sollte sie hingehen und sich rechtfertigen? Sie spürte den Drang in sich.<br />
In diesem Moment zog Melissa den Vorhang beiseite, wollte sich Maya zeigen, als sie die Tränen im Gesicht der Freundin bemerkte. &bdquo;Was ist passiert?&ldquo; Sie überblickte den Körper der Freundin, fand aber keinen Anhaltspunkt. &bdquo;Hat jemand angerufen? Schicken sie dich etwa wieder&#8230;&ldquo;<br />
Maya wischte sich die Tränen aus den Augen und wollte sich zusammenreißen. In diesem Moment wechselte Melissas Aufmerksamkeit zu den beiden Servicekräften über, die die Veränderung im Gesicht der Riesin offensichtlich bemerkt hatten. &bdquo;Haben die was gesagt?&ldquo;<br />
&bdquo;Die eine glaubt, ich hätte anders gehandelt, wenn es deutsche Jugendliche gewesen wären.&ldquo; Mayas Stimme klang heiser.<br />
Melissa sah missmutig zu ihr auf, dann kam ihr trockenes &bdquo;Ach so.&ldquo;<br />
&bdquo;Das war es?&ldquo;, wollte Maya wissen.<br />
&bdquo;Die ist halt dumm, was soll ich sagen?&ldquo; Melissa blickte geringschätzig zu den beiden Angestellten rüber, suchte weiter und ignorierte mehr oder minder die Gemütsstimmung ihrer Freundin. Maya folgte ihr widerwillig und wollte nur noch diesem Laden entkommen.<br />
&bdquo;Kann ich Ihnen helfen?&ldquo;, wurde Melissa schließlich gefragt.<br />
Die Blondine betrachtete die schwarzhaarige Frau eingehend, dann nickte sie. &bdquo;Ja, tatsächlich können Sie das.&ldquo;<br />
Die Verkäuferin sah sie erwartungsvoll an, dabei die neben ihr stehende Riesenwüchsige ignorierend.<br />
&bdquo;Wenn eine Muslima die Jungs tödlich verletzt hätte, weil sie ihre Kollegen vor deren brutalem Angriff schützen musste, hätten Sie diese dann auch als Rassistin bezeichnet?&ldquo;<br />
Die Augen der Verkäuferin weiteten sich. Erschrocken sah sie Melissa an, dann wechselte ihr Blick doch noch auf das Gesicht der Riesin über.<br />
&bdquo;Wissen Sie, ich bin die zweitbeste Freundin dieser Person. Eigentlich sogar nur die Drittbeste. Eine irakische Kurdin ist ihre beste Freundin seit der ersten Klasse und eine kleine Zwölfjährige ihre zweitbeste. Ihr längster Freund ist mein Partner, ein Moslem. Sein Cousin gehört ebenfalls zu unserer Clique &ndash; wie passt das in Ihr Bild von einer Rassistin? Erklären Sie es mir bitte! Diese Frau ist noch nicht mal volljährig und hat ihr Leben mehrfach für Menschen wie Sie aufs Spiel gesetzt. Hautfarbe war egal, genauso wie der Intelligenzquotient. Vielleicht überdenken Sie Ihre oberflächliche Äußerung noch einmal?&ldquo; Melissa redete sich jetzt in Rage. &bdquo;Eigentlich sind Sie die Rassistin. Für Sie ist alles ganz einfach, richtig? Da muss man nicht nachfragen. Tut ein Polizist dem Falschen Gewalt an, aus welchen Gründen auch immer&#8230;&ldquo;<br />
&bdquo;Hör auf!&ldquo; Maya sprach ein Machtwort. &bdquo;Du machst es nur noch schlimmer! Als ob sie ihre Meinung wegen dir ändern würde. Ich habe keine Lust mehr! Wirklich, Mel. Ich will doch nur noch in Ruhe gelassen werden.&ldquo;<br />
Melissa sah die Verkäuferin herablassend an. &bdquo;Sie haben keine Ahnung von nichts. Von daher werde ich hier auch nichts kaufen.&ldquo;<br />
&bdquo;Aber wie konnte sie mich&#8230;&ldquo;<br />
Melissa verlor jetzt völlig ihre Beherrschung. &bdquo;Und was hätte das geändert, du hirnamputierte K&#8230;&ldquo;<br />
Maya legte ihre linke Hand über den Mund ihrer Freundin, zog sie mit sich und entschuldigte sich bei der Verkäuferin. Sie verließen den Laden, Maya zerrte Melissa noch ein paar Meter von dessen Eingang weg, dann nahm sie ihre Hand von deren Mund. &bdquo;Diese dumme Fot&#8230;&ldquo;, schon hatte Maya wieder ihre Hand über die Lippen ihrer Freundin gelegt.<br />
&bdquo;Du hörst jetzt auf! Danke, dass du mich verteidigen willst, aber es bessert gar nichts.&ldquo;<br />
&bdquo;Weißt du, wie mich das ankotzt? Als Polizist bist du immer nur das Arschloch. Entweder auf der einen Seite oder auf der anderen. Nazi und Rassist auf der einen, Systemknecht der woken Volksfeinde auf der anderen. Warum man sich da nicht nur den Arsch aufreißen, sondern auch noch im Ernstfall sein Leben&#8230;&ldquo;<br />
&bdquo;Mel! Bitte! Du hattest mir versprochen, wir schalten ab.&ldquo;<br />
&bdquo;Ich kann dich halt nicht heulen sehen, was soll ich machen?&ldquo; Sie suchte ein Taschentuch in ihrer Tasche und reichte es an Maya weiter. &bdquo;Musst ein bisschen Ordnung in deine Visage bringen, mein ganzes Arrangement ist jetzt für den Arsch.&ldquo;<br />
Maya ging weiter. Sie wollte jetzt nur noch nach Hause.<br />
&bdquo;Blondi! Jetzt zieh nicht den Schwanz vor dummen Leuten ein! Es ist unser Job, auch die Blöden zu beschützen. Haben wir uns so ausgesucht. Wütend kann man mal sein, aber&#8230;&ldquo;<br />
Die Riesin blieb stehen und wandte sich zu Melissa um. &bdquo;Was, aber?<br />
Checkst du es nicht?<br />
Ich bin in den Augen der Leute vollends zum Alien geworden. Eigentlich war ich es doch schon immer.<br />
Diese Typen haben Kollegen angegriffen! Zweimal! Einmal mit einem potenziell tödlichen Nervengas! Das ist ein Mordmerkmal! Wären sie volljährig, würden sie ein Leben lang hinter Gitter kommen. Und diese Frau nennt mich eine Rassistin? War sie dabei? Hat sie sich die Bilder und Videos angesehen? Auf Vala wurde mit einem Schraubenzieher eingestochen! Ihr Visier war fast zerstört. Glaubst du, dieser Wichser hätte dann aufgehört?&ldquo;<br />
Maya sah verbittert auf ihre Freundin herunter. &bdquo;Mel, ich kann nicht mehr! Ich stehe seit Monaten unter Dauerfeuer, reiße mir den Arsch auf, um eine gute Polizistin zu sein, und werde verheizt. Vielleicht ist es besser&#8230;&ldquo;<br />
&bdquo;Du hörst jetzt sofort auf damit! Du hast die Welt schon ein wenig besser gemacht, das weißt du selbst. Jetzt aufzugeben gilt nicht. Dazu hast du schon zu viel durchgemacht. Auf keinen Fall machst du das!&ldquo;<br />
Maya reagierte nicht. Sie sah eine junge Punkerin entgeistert an, dann ging sie weiter. Melissa folgte ihr, wissend, dass sie ihre Freundin jetzt nicht alleinlassen durfte. &bdquo;Lösch das Video!&ldquo;, rief sie noch der Frau mit den grellgelb gefärbten Haaren zu.<br />
Die Riesin hielt erst in einem kleinen Park inne, ließ sich auf eine Bank nieder, lehnte sich zurück und schloss ihre Augen. Hinschmeißen! Es war solch ein verführerischer Gedanke. Keine Sorgen mehr! Nicht mehr lernen müssen! Vielleicht doch noch bei Jeane anfangen? Alien! Sie war eins. Wo war der Unterschied? Vielleicht war es besser, wenn die Leute über sie lachten? Sie war es doch gewohnt, den Clown zu spielen.<br />
&bdquo;Du hast schon viel Anerkennung erfahren für das, was du geleistet hast, oder?&ldquo;, fragte Melissa. &bdquo;Du bist Ritterin der englischen Krone und hast von den Amis &lsquo;nen Orden verliehen bekommen. Und guck mal die ganzen Staatsbürgerschaften, das Auto&#8230;&ldquo;<br />
Maya sah vor sich hin und zeigte sich nicht willens zu antworten. Sie schüttelte nur den Kopf und folgte mit ihrem Blick dem Flug zweier Vögel.<br />
Melissa setzte sich neben ihre Freundin, schwieg nun ebenfalls und lehnte sich gegen deren Seite. Sie spürte deutlich, wie schlecht es Maya in diesem Augenblick ging. Nichts, das man mit ein paar Worten wieder gerade rücken konnte. Lernstress? Vielleicht der Auslöser für ihre Kollegin, alles zu hinterfragen.<br />
&bdquo;Es sind Menschen gestorben, Melissa, die heute noch leben würden, wenn ich diesen Job nicht machen würde. Ich weiß, dass es viele andere Menschen gegeben hätte, die jetzt tot wären, so ist es nicht. Es ist eine Waage, mit der man das alles irgendwie vor sich zu rechtfertigen sucht. Aber ich hasse mich dafür, dass mir das Töten so leicht fällt. Dass ausgerechnet das mein einziges Talent sein soll, das mich besonders macht &ndash; verstehst du das? Und wenn ich richtig unter Stress stehe, wie damals in den USA, dann sinkt meine Hemmschwelle immer weiter. Ich werde zu einer Bombe, die jederzeit hochgehen kann. Stoße ich dann auf Kriminelle, regele ich das. Wie, das kannst du dir vorstellen. Im Grunde war es auch gestern so. Es hat nur Sekunden gedauert. Kein Vergleich zum Tag davor, wo man Stunden brauchte, um Leben zu schützen.&ldquo;<br />
&bdquo;Und du willst nicht, dass dein Leben so aussieht, habe ich recht?&ldquo;<br />
Maya nickte. &bdquo;Ich wünschte mir, etwas anderes an mir zu entdecken, worin ich gut bin. Es verletzt mich so tief, dass es Menschen gibt, die mich als Rassistin sehen oder als Killerin. Ich habe Menschen beschützt und andere zur Rechenschaft ziehen wollen. Das ist doch belegt! Warum glauben Leute dann trotzdem etwas anderes? Das verstehe ich nicht.&ldquo;<br />
&bdquo;Es war zu viel für dich. Das sieht man jetzt ein. Du hast doch gemerkt, meine Ma wollte dich raushalten. Dass es so schief ging, lag am Einsatzleiter des SEK. Er hatte sein Debüt. Ging ja schließlich nur um ein paar Jugendliche. Wärst du nach Hause gefahren, wären die Kollegin und vielleicht auch Vala und Jürgen tot, zumindest aber schwer verletzt worden.<br />
Maya, du hast sie gerettet!<br />
Was spielt es da für eine Rolle, was irgendwelche Idioten von dir denken? Dank dir leben diese Menschen noch, werden irgendwann Kinder bekommen, die wiederum welche und so weiter. Denk an Britannien! Stell dir vor, die Arschlöcher hätten Erfolg gehabt! Hunderte Menschen wären gestorben! Auch Kinder und Frauen! Sie alle leben dank dir, feiern Feste, gehen zur Arbeit, helfen anderen Menschen&#8230;&ldquo;<br />
Die Riesin hatte schon wieder Tränen in den Augen. &bdquo;Und wenn ich aufhöre zu helfen? Dann ist der Umkehrschluss, dass künftig tausende Menschen wegen meiner Unterlassung sterben?&ldquo;<br />
Melissa grinste. &bdquo;Unterlassung? Hast ja doch noch was gelernt im Unterricht.&ldquo; Sie wurde sofort wieder ernst.<br />
&bdquo;Es ist das alte Lied, Maya. Es singt jeder, der sich für das Wohl seiner Mitmenschen einsetzt. Das gehört dazu! Du brauchst eine Pause! Musst das Erlebte erst einmal verarbeiten und das Lernen irgendwie in den Griff bekommen! Es ist für dich erst einmal vorbei. Luchs wird dafür sorgen. Du würdest ihn doch gar nicht mehr ernstnehmen, wenn es anders wäre.&ldquo;<br />
&bdquo;Und der Arnold ruft dann nicht mehr an, wenn es bei ihm brennt?&ldquo; Maya zeigte deutlich ihre Skepsis.<br />
&bdquo;Er kann anrufen, dann verweist du auf Luchs. Es ging vorher ohne dich, die nächste Zeit wird es wieder ohne dich gehen müssen. Du bist krank und musst erst wieder gesund werden dürfen, Missi. Und wenn man dich dann einsetzt, muss man einsehen, dass auch du deine Grenzen hast. Es ist doch für alle ein Learning. Man weiß jetzt Bescheid und wird sich darauf einstellen. Gib nicht auf, Blondi! Bitte! Was wäre denn noch von uns übrig?&ldquo;<br />
&bdquo;Es ist so unglaublich verlockend, Mel. Einfach zum Luchs gehen und sagen, dass ich aufhöre. Ciao mit V. Ich glaube nicht, dass ich es bereuen würde. Mein Vater wäre &#8230;&ldquo;<br />
&bdquo;Weiß ich nicht. Du weißt genau, was du geleistet und erreicht hast. Noch einmal, Türmchen! Die schrauben den Anspruch zurück, du schaffst mit unserer Hilfe die Prüfung, anschließend geht es für uns beide nach Dortmund und wir machen von dort aus weiter. Ich, indem ich für deinen Schutz sorge &#8211; du, indem du weiterhin die bösen Menschen auf dieser Welt zur Rechenschaft ziehst. Kannst du dir nicht vorstellen, wie die feiern würden, wenn es dich auf einmal nicht mehr geben würde?&ldquo;<br />
&bdquo;Du willst deine Wohnung aufgeben?&ldquo;, zeigte sich Maya erstaunt. &bdquo;Was ist mit Serkan? Er wohnt doch so gut wie bei dir.&ldquo;<br />
&bdquo;Unsere Freunde sind in Dortmund. Von daher fällt mir das nicht schwer. Vermiete ich die Bude. Dann haben wir die neue Wohnung für lau und noch was obendrauf. Ist doch super. Dortmund ist günstiger, passt! Und wenn ich wegen Serkis Studium noch ein wenig bleiben muss, dann ist das halt so. Penn ich in der Zeit bei Hevi im Bett. Die wird sicher nichts dagegen haben.&ldquo;<br />
Maya lächelte, aber der von Melissa erhoffte Ausbruch an Heiterkeit blieb aus. Nachdenklicher Blick, ansonsten reglos, schien sie nicht auf ihren Scherz eingehen zu wollen.<br />
&bdquo;Denk an Bommelchen und John. An Vala und Jürgen! An deine ganze Truppe in Dülmen! Wie schnell werden die Verluste haben? Du hast ihnen so oft den Arsch gerettet&ldquo;, fuhr Melissa fort. &bdquo;Glaubst du wirklich, die hören bei dir auf zu betteln, wenn es ihnen zu teuer wird? Und du? Sagst du nein, wenn es um zig Menschenleben geht?&ldquo; Melissa griff nach ihrer Hand. &bdquo;Es geht nicht um das Weitermachen, Türmchen. Es geht um das Wie!&ldquo;<br />
Maya hatte ihr zugehört, schwieg weiter, dann nickte sie. &bdquo;Können wir etwas essen gehen? Mir geht es anschließend besser.&ldquo;<br />
Melissa war natürlich einverstanden. &bdquo;Meine Mami lädt uns ein. Sie will bei dir einiges gut machen. Sie fühlt sich schuldig.&ldquo;<br />
&bdquo;Wie sieht es bei ihr aus?&ldquo;, wollte Maya wissen. Dass die alte von Krolm Ärger hatte, belastete sie zusätzlich.<br />
&bdquo;Was sollen die ihr schon können? Sie hat dich rausgehalten, wie es Luchs gefordert hat, die SEK-Leitung hat es vergeigt, eigentlich alles ganz klar. Dank dir hat es auf unserer Seite keine Verluste gegeben, das ist in den Augen der Verantwortlichen das Wichtigste. Die Täter waren erwiesenermaßen Verbrecher, von daher ist das Ganze schon so gut wie erledigt.&ldquo;<br />
&bdquo;Keine Verluste?&ldquo; Maya schüttelte den Kopf. &bdquo;Was ist mit der Kollegin? Was, wenn sie nie wieder gesund wird?&ldquo;<br />
&bdquo;Du meinst die Lapphus?&ldquo;<br />
&bdquo;Wenn sie so heißt.&ldquo;<br />
&bdquo;Die schafft das schon. Ist eine tüchtige Beamtin und ein kleiner Sohn wartet auf sie.&ldquo;<br />
* * * * *<br />
Lars erwähnte die Vorfälle mit keinem Wort. Er schien zu spüren, dass bereits zu viele Worte gesprochen worden waren. So saß er auf der anderen Seite der Couch, las in einem Buch, während seine Gasttochter neben der Hündin lag und die Augen geschlossen hielt. Sie hatte vorhin mit einem Freund gesprochen. Er schien sich viele Sorgen um sie gemacht zu haben. Verständlich. Ihm ging es nicht anders. Wie würde es ihm gehen, wenn Saskia die geborene Jägerin wäre und hunderte Kriminelle in aller Welt getötet hätte? Im Moment des Konflikts ohne Skrupel und später mit dieser Rolle hart ins Gericht gehend. Menschen konnten unter solch einer Last zerbrechen. Nur, dass Maya kein normaler Mensch war. Sie reagierte in allem besonders, wenn auch auf ähnliche Weise wie andere Männer und Frauen.<br />
Er blickte auf sein Handy. Günter hatte ihm eine Nachricht geschrieben. Auch die Familie war in heller Aufregung und teilten sich die Nachrichten. Das Video einer jungen Punkerin ging viral. Sie hatte Maya belauscht und dabei aufgezeichnet. &bdquo;Ich bin in den Augen der Leute vollends zum Alien geworden&#8230;&ldquo;<br />
Lars sah es sich zweimal an. Im Grunde war es Mayas Kapitulationserklärung. Sie wollte nicht mehr. Sein Blick überflog die Anzeige, es waren mehr als 21.000 Kommentare eingegangen!<br />
Fast ohne Ausnahme sprachen sich die Bürger Kölns und ganz Deutschlands dafür aus, dass die Riesin als Polizistin weitermachte. Der Tenor der Menge war: Wenn Maya ein Alien war, dann wollten auch sie welche sein.<br />
Natürlich sprangen auch wieder rechte und linke Trittbrettfahrer auf, aber diese wurden von der Menge schnell mundtot gemacht. Schuld war nicht die Polizistin, die ihre Kollegen verteidigt hatte, sondern diejenigen, die junge Männer in Ghettos zu Kriminellen erzogen. Ob nun direkt durch irgendwelche Beeinflussung oder indirekt durch die versagende Politik und Gesellschaft.<br />
&bdquo;Schuld sind doch die Eltern. Anstatt unserer Polizei Unglück zu wünschen, hätten sie sich Hilfe holen müssen. Die wurden doch nicht als Verbrecher geboren&ldquo;, schrieb ein Geistreich83.<br />
Dessen Sicht fand Anklang und der allgemeine Tenor ging immer mehr in diese Richtung. Schuld hatten die Eltern der Täter. Sie sollten es nicht wagen, diejenigen anzugreifen, die sich gegen diese Monster verteidigt hatten.<br />
Lars seufzte. Er konnte praktisch zusehen, wie sich hier der nächste Mob organisierte. Ein paar Minuten las er noch, da kam eine weitere Nachricht von Falk. Der Freund ersuchte um Rat, wie er mit seiner Tochter umgehen sollte. Offensichtlich tat sich Mayas Vater schwer damit, dass die Gegner seiner Tochter nun Namen und Gesichter besaßen. Minderjährige. Das machte es zusätzlich schwierig. Einer der Jungen war in Mayas Alter.<br />
Sollte Falk seiner Tochter Vorwürfe machen, würde das noch zusätzlichen Druck auf sie ausüben. Das durfte auf keinen Fall passieren. Lars drückte sich hier in aller Deutlichkeit aus.<br />
Wilma merkte auf, da klingelte es schon. Maya schrak aus dem Schlaf, richtete sich auf, dann weiteten sich ihre Augen. &bdquo;Nele! Heiner!&ldquo;<br />
Sie sprang auf, stürzte an die Tür, gefolgt von der Hündin. Auch sie schien neugierig zu sein, wer da zu Besuch kommen wollte.<br />
Maya riss die Haustür auf, lief über den beschädigten Plattenweg zur Gartentür und öffnete diese. Nele erschrak beim Anblick der riesigen Hündin und griff nach der Hand ihres Bruders, der ähnlich reagierte. Die Hündin tat es ihr in abgewandelter Form nach und versteckte sich hinter Maya.<br />
Die aber hob schon das kleine Mädchen auf ihre Arme, umarmte ihren Freund und brachte kein Wort heraus. Tränen liefen über ihre Wangen, während Heiner ihr einfach nur seine Nähe schenkte. Minuten verstrichen, in denen sich die drei nicht loslassen wollten. Erst als Nele auf Wilma zeigte und fragte, ob sie den Hund streicheln durfte, löste man sich voneinander.<br />
&bdquo;Lass sie noch, Süße! Die hat erst einmal Angst vor dir. Da musst du geduldig sein, okay? Irgendwann wird sie neugierig auf dich werden.&ldquo;<br />
Die Kleine ärgerte sich, nahm die Worte Mayas aber hin. Sie wollte auf den Boden, blieb in der Nähe ihrer erklärten Wunschmutti und bestaunte den vor ihr hockenden riesigen Hund.<br />
&bdquo;Wie seid ihr&#8230;&ldquo;, Maya standen die Tränen in den Augen.<br />
&bdquo;Hab mir frei genommen, die Kleine von der Kita geholt und bin in den Zug gestiegen. Vom Bahnhof aus dann mit dem Taxi. Manne hatte die Adresse.&ldquo;<br />
Maya nahm seine Hand und drückte diese zwischen ihre prägnanten Brüste. Ihr Herz pochte wie wild in diesem Moment. &bdquo;Du hast keine Ahnung, wie sehr du mich gerade rettest!&ldquo;<br />
Heiner lächelte und wog mit seiner Rechten ab. &bdquo;Na ja, ich kann mich da schon erinnern&#8230;&ldquo;<br />
Maya ahnte, worauf er hinaus wollte, und ging darüber hinweg. &bdquo;Kommt rein! Lars wird sich freuen, euch endlich kennenzulernen.&ldquo;<br />
Tatsächlich schien sich der Gastgeber über die Abwechslung im Haus zu freuen. Der Zustand seiner Gasttochter hatte ihn beschäftigt, und dass jetzt ihr Freund gekommen war, um ihr aufzuhelfen, hatte sofort einen Stimmungswechsel verursacht. Vor allem, da dessen kleine Schwester keinerlei Berührungsängste ihm gegenüber zeigte. Sie nahm ihn einfach bei der Hand und ließ sich von ihm das Haus zeigen. Sie nannte ihn dabei Onkel Lars und stellte Fragen nach allen möglichen Dingen, die ihr gerade in den Sinn kamen. Wer auf einem Foto an der Wand war, ob sie eine Porzellanfigur halten durfte, ob er sie einmal vom Kindergarten abholen wollte und wann sie Tante Sandra kennenlernen könnte.<br />
Wilma blieb skeptisch gegenüber den Neuankömmlingen, taute aber zumindest Heiner gegenüber auf. So wollte sie sich von ihrem Platz an Mayas Seite nicht verdrängen lassen und bestand darauf, dass er auf deren andere Seite zum Sitzen kam. &bdquo;Sie scheint da irgendwelche Rechte dir gegenüber geltend zu machen&ldquo;, lachte er.<br />
Maya fühlte sich gelöst. Lars hatte sich jede Mühe gegeben, sie aufzufangen, Melissa ebenfalls, aber letzten Endes zählte nur Heiner und die Kleine. So umarmte sie ihren Freund, ließ sich mit ihm zusammen rücklings auf das Couchpolster fallen, was Wilma sofort zum Anlass nahm, sich an deren Seite einzukuscheln. Dabei seufzte sie auf und schloss direkt die Augen.<br />
&bdquo;Der Hund ist so geil&ldquo;, flüsterte Heiner.<br />
&bdquo;Ist sie nicht, glaub mir. Wenn jemand geil ist, dann bin ich das.&ldquo; Maya lächelte. &bdquo;Ich habe meine Tage, Süßer, aber vielleicht sind sie ja am Wochenende vorbei? Dank des Depots lassen sie auch schnell wieder nach.&ldquo;<br />
Er ging nicht weiter auf ihre Worte ein, streichelte behutsam mit seiner Rechten über ihre Gesichtshaut und näherte sich dann für einen sanften Kuss auf ihre Lippen.<br />
Welch unerträgliche Spannung für Maya. Seine Nähe schien ihren ganzen Körper unter Strom zu setzen. Ähnlich ihrem Hungergefühl sprang sie regelrecht auf ihren Freund an. Unruhig fingen ihre Beine an sich zu bewegen, ihr rechter Arm schob sich unter seinen Oberkörper, da hatte sie ihn schon angehoben, sich auf den Rücken gelegt und seinen Leib auf ihren Rumpf gebettet. Er musste seinen Körper über ihre aufragenden Brüste schieben, um weiter ihr Gesicht erreichen zu können. So gaben sie sich ihren Zärtlichkeiten hin, Wilma hob ab und an ihren Hundekopf und sah über ihren eigenen Körper hinweg zu ihnen rüber, horchte in die Wohnung hinein und suchte anschließend wieder eine bequeme Position.<br />
Sie küssten und streichelten sich weiter, kämpften gegen ihre Erregung an und suchten sich zu entspannen. Schwer für Maya. Sie konnte in aller Deutlichkeit sein erigiertes Glied fühlen.<br />
Es fiel ihnen beiden schwer, sich zu beherrschen, also lösten sie sich nach einem weiteren leidenschaftlichen Kuss voneinander, beschlossen zu schauen, wo Lars und Nele abgeblieben waren und fanden die beiden im Arbeitszimmer, wo die Kleine mit einem Tablet und Stift bunte Bilder malen durfte. Es war viel Krickelkrackel, aber es schien ihr Spaß zu machen, und sie erklärte dem Freund jeden ihrer Striche. &bdquo;Sie ist zuckersüß, eure Kleine.&ldquo;<br />
&bdquo;Jetzt bist du dran, Onkel Lars!&ldquo;, forderte Nele, ihre beiden Zieheltern ignorierend.<br />
&bdquo;Aber sicher doch!&ldquo;, meinte der Psychologe und fing an, einen gelben Hund mit großen Ohren zu malen.<br />
&bdquo;Wilma ist das nicht&ldquo;, stellte Nele fest, &bdquo;die hat ein schwarzes Fell.&ldquo; Dass der Hund viel zu kurze Beine hatte und auch die Schnauze eher kurz war, spielte für ihren Einwand offensichtlich keine Rolle.<br />
Heiner und Maya winkten Lars zu, der völlig in sich ruhte. Er schien kein Problem zu haben, für die Kleine die Nanny zu machen.<br />
So ging das Paar zurück in das Wohnzimmer, Maya holte für sich und Heiner Gläser mit Wasser und sie setzten sich an die Theke. &bdquo;Hast du Hunger?&ldquo;<br />
Heiner verneinte. &bdquo;Ich habe heute mit Kollegen zu Mittag gegessen und für die Zugfahrt Brote gemacht.&ldquo;<br />
Maya hob ihre Hand an sein Gesicht und streichelte sanft über seine Wange. &bdquo;Ich habe dich so lieb. Jetzt ist für mich alles gut.&ldquo;<br />
&bdquo;Mel meinte, du wärst in Not. Sorry, Maya, ich versuche, deine Polizeiarbeit nicht so sehr an mich heranzulassen. Can flippt aus, wenn er Nachrichten über dich hört, und auch meine Kollegen haben erzählt, was da in der Siedlung passiert ist.&ldquo;<br />
&bdquo;Wie haben die reagiert?&ldquo; Maya kannte viele von Heiners Kollegen persönlich. Wurde sie jetzt auch von ihnen gemieden? So wie die Verkäuferin heute?<br />
&bdquo;Sie stehen auf deiner Seite. Brauchst dir keine Gedanken machen. Auch im Internet ist die Stimmung in deine Richtung gekippt. Jemand hat sogar die Namen der Jungen veröffentlicht. Viele Leute haben ihnen über die Sozialen gedroht. Die werden jetzt ihres Lebens nicht mehr froh.&ldquo;<br />
Maya schloss die Augen. &bdquo;Die sollen alle einfach nur Ruhe geben und mich in Frieden lassen. Ich werde nur noch in die Schule gehen und danach hierher kommen. Eigentlich wollte ich noch zu Wolfgang und mir den Kurs ansehen. Aber auch darauf habe ich keine Lust mehr.&ldquo;<br />
Heiner blieb nachdenklich, nahm sein Glas Wasser von ihr entgegen und tat daraus einen Schluck. &bdquo;Vielleicht besser. So blöd es klingt. Morgen fahren wir zusammen nach Dortmund, holen unsere Berliner ab und machen uns eine gute Zeit.&ldquo;<br />
&bdquo;Hauptsache sie lassen Ros in Ruhe. Hab keinen Bock auf noch mehr Stress. Manfred weiß, wer sie ist. Serkan wird bestimmt auch recherchiert haben. Sorgen macht mir Mel. Da prallen zwei Welten aufeinander.&ldquo;<br />
Heiner rückte mit seinem Hocker näher an sie heran. &bdquo;Du kannst dir nicht mehr über alles und jeden Gedanken machen, Maya. Vor allem nicht über das, was war.&ldquo;<br />
&bdquo;Leichter gesagt als getan. Im Moment ist alles für mich eine Last.&ldquo;<br />
Sie schloss die Augen. &bdquo;Wenn sie doch endlich Wort halten würden, ich wäre so froh.&ldquo;<br />
&bdquo;Wollen wir mit Jeane und Can telefonieren? Ich habe ihnen versprochen, mich zu melden, wenn ich bei dir bin.&ldquo;<br />
Maya zögerte. &bdquo;Und wenn er dann nervt? Er tickt mittlerweile 1 zu 1 wie mein Alter.&ldquo;<br />
Heiner hatte schon gewählt. &bdquo;Du machst dir doch genauso Sorgen um alles und jeden. Dich ärgert doch nur, dass du dieses Mal der Grund bist.&ldquo;<br />
Die Riesin seufzte und blickte lustlos auf das Smartphone ihres Freundes herab. Es war Jeane, die das Gespräch entgegennahm. &bdquo;Was ich froh sein, dich sehen zu können!&ldquo; Jeane sah erleichtert aus. &bdquo;So viel Ärger haben. So viel böse Energie. Komm nachhause zu uns. Dann es wird besser gehen sofort. I am sure.&ldquo;<br />
&bdquo;Wie geht es euch?&ldquo;, wollte Maya den Themenwechsel erzwingen. &bdquo;Seid ihr lieb zueinander?&ldquo;<br />
Jeane zeigte ein wehleidiges Gesicht. &bdquo;Ich meine Doof lieb haben. Aber er macht mich so angry. Und wenn er sagen okay, dann ich noch mal Wut.&ldquo; Die kleine Frau schüttelte den Kopf. Sie war weder geschminkt noch sonderlich frisiert. &bdquo;Ich sehen mein Mother, Maya! When I look in the mirror&#8230; I am her. It&acute;s scary!&ldquo;<br />
&bdquo;Es ist aber nicht so schlimm, dass ihr euch&#8230;&ldquo;<br />
Jeane schien zu ahnen, worum es ihr ging. &bdquo;You mean separation? Noooo! Oh my God! Ich machen Therapy, Günter zeigen mir Way wie Wut aus mir heraus.&ldquo;<br />
&bdquo;Can kann nervig sein, das weiß ich, aber er liebt dich&#8230;&ldquo;<br />
Jeane lächelte. &bdquo;Ich wissen das. Er ein Teil von mein&#8230;, nein mir. Right? Du nicht Sorgen machen musst. Viel Liebe und gut Bums.&ldquo;<br />
Maya lachte. &bdquo;Heiner hört zu!&ldquo;<br />
Die berühmte Sängerin wurde bleich. &bdquo;Damned!&ldquo; Sie lachte. &bdquo;Aber er gut machen auch bei dir, right?&ldquo;<br />
&bdquo;Leider nein. Ich habe meine Tage. Er würde mir so gut tun, wenn er mich vögeln würde. Aber vielleicht am Wochenende.&ldquo; Sie besann sich wieder auf Jeane. &bdquo;Wo ist der Dicke?&ldquo;<br />
&bdquo;Er in Basement. Bauen an Kinderwagen, welchen gekauft billig. Nun kaputt und er machen richtig wollen.&ldquo;<br />
Maya lachte. &bdquo;Und das kriegt er hin?&ldquo;<br />
Jeane hob die Schultern. &bdquo;Nein. Ich nicht glauben das.&ldquo; Ihr Gesicht wirkte angespannt. &bdquo;Und morgen kommen Freunde aus Berlin?&ldquo;<br />
&bdquo;Ja. Ich hole sie vom Bahnhof ab. Seid ihr da?&ldquo;<br />
Jeane nickte. &bdquo;Manfred sagen, interessante Mensch. Wenn meinen von Freunden? Franziska eher simple? Not meant in a bad way.&ldquo;<br />
&bdquo;Lernt sie einfach kennen! Das empfindet jeder anders.&ldquo; Maya konnte deutlich spüren, dass Jeane unsicher wurde, aber wahrscheinlich auch neugierig. &bdquo;Wie geht es dem kleinen Rabauken?&ldquo;<br />
&bdquo;Er Can sein in klein. Er rauben mir Nerv so much. Ich kaum schlafen. Oft ich am Tag müde sein und Augen closed. Ich froh, wenn Can wach und ich schlafen.&ldquo;<br />
&bdquo;Ein paar Monate noch&#8230;&ldquo;<br />
Jeane schloss die Augen. &bdquo;I know&#8230;&ldquo;<br />
&bdquo;Ist das Maya?&ldquo;<br />
Die Riesin hörte Schritte im Hintergrund, dann schob sich Cans mächtiger Oberkörper ins Bild. Seine Spiegelglatze glänzte im Deckenlicht, während sein Gesicht Freude zeigte. &bdquo;Was bin ich froh, Knolle! Geht es dir gut?&ldquo;<br />
&bdquo;Besser. Heiner ist da. Wir wollen uns gleich frisch machen, die Kleine ins Bett bringen und morgen früh nach Hause fahren. Ich freue mich so auf euch. Köln geht mir gerade extrem auf die Nerven.&ldquo;<br />
&bdquo;Wir wissen alles aus dem Netz. Ich weiß nicht, was ich sagen soll, es tut mir leid. Wenn ich mir vorstelle, mein Sohn könnte so werden&#8230;&ldquo;, er schüttelte seinen mächtigen Kopf. &bdquo;Das macht mir Angst, Maya. Ich weiß ja, dass du nicht anders konntest, aber für die Eltern&#8230;&ldquo;<br />
&bdquo;Sie haben mir ein böses Auge gemacht, Can. Sie wünschen mir für meine Kinder dasselbe Schicksal. Sorry, wenn sich da mein Mitleid in Grenzen hält.&ldquo;<br />
&bdquo;Da spricht die Trauer aus ihnen. Ich kann das schon verstehen. Aber jetzt rottet sich ein Mob zusammen und will ihnen an den Kragen gehen, mit dem Vorwand, dich zu beschützen.&ldquo;<br />
Maya wurde bleich. Von jetzt auf gleich fühlte sie sich um zehn Jahre gealtert.<br />
&bdquo;Sie berichten im Fernsehen darüber. Zweitausend besorgte Bürger sind in Chorweiler aufgetaucht und bestimmt 120 gewaltbereite Kanaken, die sie daran hindern wollen, Lynchjustiz zu betreiben. Polizei war da, ist aber gleich wieder gefahren, meinte die Presse. Wahrscheinlich warten sie Verstärkung ab.&ldquo;<br />
&bdquo;Aber woher wollen die wissen, wen sie angreifen sollen?&ldquo;<br />
&bdquo;Die haben die Information. Das ganze Internet hat sie. Die Namen und Adressen wurden schneller geteilt, als man gucken konnte. Nicht nur von den beiden toten Idioten, sondern auch vom Rest der Gruppe. Garantiert jemand aus deiner Richtung, der da sein Maul nicht halten konnte. Irgendein Bulle, meine ich.&ldquo;<br />
&bdquo;Du, das müssen die Kollegen regeln. Ich begebe mich ganz sicher nicht in diese Scheiße.&ldquo;<br />
&bdquo;Erwartet keiner von dir. Ist nicht mehr deine Show. Freu mich, wenn du morgen auftauchst.&ldquo;<br />
&bdquo;Ich mich auch. Kann ich dich knuddeln und quetschen&ldquo;, neckte Maya den Freund.<br />
&bdquo;Ja, und Jeane ist dann Witwe, oder was? Nee. Gib mir ein Bussi und das war es dann auch. Ich muss funktionieren. Meine Süße steht so unter Druck, die kann jede Sekunde aufs Neue hochgehen. Ich kann es ihr nicht mal verdenken. Nicht richtig schlafen zu können muss die Hölle sein.&ldquo;<br />
&bdquo;Can! Morgen, wenn die Berliner kommen, hältst du die Bälle flach. Bitte, okay? Die sind alle in Ordnung. Jeder auf seine Weise.&ldquo;<br />
&bdquo;Und eine besonders. Manne weiß wieder mehr, sagt mir aber kein Wort. Schön, egal. Mal sehen, wie die ticken. Können ihnen ja die Nordstadt zeigen, dann wissen die, wo Heiner und ich herkommen.&ldquo;<br />
&bdquo;Du hast doch nie direkt in der Nordstadt gelebt&#8230;&ldquo;<br />
&bdquo;Aber mein Hood ist trotzdem dort. Dass ihr das nicht kapieren wollt.&ldquo; Can zeigte sich beleidigt. &bdquo;Gut, Knolle. Ich creme jetzt meiner Süßen den Bauch ein. Vielleicht spüre ich ja wieder den Kleinen, wie er nach mir knufft. Da geht mir immer wieder das Herz auf. Dauert nicht mehr lange, dann gibt es zwei von uns.&ldquo; Er lachte mit dröhnender Stimme.<br />
&bdquo;Himmel hilf&ldquo;, tat Maya verzweifelt, da hatte der Freund schon aufgelegt.</p>
<p>Jan Klappenbach<br />
Rheinische Straße 14<br />
44137 Dortmund<br />
flapsbrook@yahoo.de</p>
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		<title>Lindas Suche nach Liebe 89 und 90</title>
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		<pubDate>Sun, 26 Apr 2026 10:24:10 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Greta blickte dem Weihnachtsmann hinterher, wackelte einmal kurz mit dem Hintern und schmunzelte, bevor sie sich wieder ihrer Arbeit zuwandte. &#8222;Wer war denn seller?&#8220;, fragte Alexander etwas befremdet. &#8222;Letztsches Jahr&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Greta blickte dem Weihnachtsmann hinterher, wackelte einmal kurz mit dem Hintern und schmunzelte, bevor sie sich wieder ihrer Arbeit zuwandte.<br />
&bdquo;Wer war denn seller?&ldquo;, fragte Alexander etwas befremdet.<br />
&bdquo;Letztsches Jahr wars dein Vater&ldquo;, lachte sie. &bdquo;Da hat er sell aber nit gmacht&ldquo;, ergänzte sie.<br />
Der Souschef schüttelte den Kopf und begann selbst zu lachen. Abgesehen davon, dass es so eine Idee in ihrem Hotel früher überhaupt nicht gab &#8211; wenn sein Vater so etwas bei Agathe getan hätte&hellip;&hellip; Er dachte dabei an die Folgen im Hotel der Familie Hofr und richtete seine Arbeitsutensilien für den nächsten Schritt.&nbsp;<br />
Die erste Vorspeise wurde aufgetragen, an der Schanktheke kehrte Ruhe ein.<br />
&bdquo;Soll ich der Lea helfen und ihr Teller auf Tabletts zu den Tischen tragen?&ldquo;, fragte Daniel Oswald.<br />
Seine Cousine lief in das neue Restaurant, hatte mit die weiteste Strecke.<br />
&bdquo;Wenn sell willscht. Ich werd hier in nächschter Zeit allein fertig. Dem Madl wär auf alle Fäll gholfen. Die freut sich sicher&ldquo;, antwortete er überrascht.<br />
Es ging tatsächlich bedeutend rascher. Sie liefen mit zwei Tabletts, Lea räumte zuerst das von Daniel ab, im Anschluss ihr eigenes und manchmal stand ihr Cousin schon wieder mit dem nächsten vor ihr.<br />
Identisch funktionierte es bei den weiteren Gängen und dem Nachtisch, das Abräumen verlief genauso flott. Daniel bewunderte Lea immer mehr wie sie sich in italienischer Sprach verständigte und zielsicher die richtigen Tische fand, Getränke und Essen servierte. Erst jetzt konnte er sich richtig umschauen. Lea übertrieb nicht im Vorfeld, es handelte sich wirklich um ein absolutes Luxushotel. Gegen zehn leerte sich das Restaurant bis auf einige wenige Tische.<br />
Oswald, der Daniel zeitweise nach dem Essen alleine gelassen hatte, tauchte wieder auf. Lena meinte sie könnten nun Feierabend machen. Sie bat die beiden ins Büro.<br />
&bdquo;Ich habe mit Sofia telefoniert. Sie würde euch morgen mittags nochmal ausleihen. Könntet ihr uns wieder aushelfen? Allerdings bedeutet sell ihr kommt nach mittags erscht etwas schpäter auf die Piste.&ldquo;<br />
Lea nickte umgehend. &bdquo;Natürlich helfe ich dir. Morgen ist vermutlich eh die Hölle los an den Liften. Was ist mit dir, Daniel?&ldquo;<br />
&bdquo;Aber klar doch! Ich bin dabei&ldquo;, stimmte er zu.<br />
Sie zogen sich um und setzten sich auf den Motorschlitten. Ein Blick auf das wundervoll beleuchtete Haus von außen aus völliger Dunkelheit.<br />
&bdquo;Könntest du etwa nach 50 Metern nochmal anhalten? Ich möchte ein Bild vom Hotel bei Nacht aufnehmen und einstellen&ldquo;, meinte Daniel.<br />
Natürlich machte Lea das sehr gerne. Der Anblick des mit Lichtern behängten Gebäudes, einfach umwerfend, sie erstellte ebenfalls eine Aufnahme.<br />
&bdquo;Hier oben ist es wunderschön&ldquo;, sagte Daniel leise, beim Blick hinab nach Compatsch.<br />
Lea konnte nur zustimmen. Alleine so in der Nacht mit dem Motorschlitten durch diese Landschaft zu fahren, das hatte etwas für sich. Die feiernden Menschen in den Häusern bekamen dies alles gar nicht mit. Kurz darauf fuhren sie in den Hof des Hotels. Alles hell erleuchtet, nur die Terrasse lag im Dunkeln.<br />
Auch dort schoss Daniel ein Foto des Hauses und gemeinsam betraten sie das Hotel. Die Küche hatte bereits geschlossen, jetzt erst merkten die zwei, dass sie selber noch gar nichts gegessen hatten. Lena erkannte oben diesen Fehler kurze Zeit später, als die anderen Mitarbeiter beisammen saßen und die Reste des Menüs vertilgten.<br />
Zielsicher steuerte Lea die Bar an. Dort gab es Erdnüsse und andere Knabbereien an denen sie sich gütlich tun konnten. Ihre Mom und Robert saßen gemeinsam mit Sofia, Andreas, sowie Jogi Volk und Mate an einem Tisch. Die Kinder schliefen schon lange.<br />
&bdquo;Hat die Lena mit euch schon gschprochen?&ldquo;, begrüßte sie Sofia.<br />
&bdquo;Ja, wegen morgen hat sie uns gefragt. Ich hoffe nur es ist dir Recht&ldquo;, antwortete Lea.<br />
Sofia schnitt eine leichte Grimasse.<br />
&bdquo;Sell wird schon funktionieren. Bei uns fallen in der Kuch ungefähr ab zwölf der Xander und die Nicki aus, dazu die Hedda. Aber ich hab schon nach Ersatz gschaut. Seller ischt hoffentlich bis um elf da. Und wenn der Robbi wieder die Theke macht geht&rsquo;s gut aus.&ldquo;<br />
Ihr Mann lachte. &bdquo;Aber du darfscht dich warm anziehen. Ich hör ihn schon wieder läschtern.&ldquo;<br />
&sbquo;Der Ersatz&lsquo;, um den es ging, lag um diese Zeit schon im Bett. Sofia telefonierte einfach mit Carola und schilderte ihr die &bdquo;Notsituation&ldquo; in der sie, oder besser gesagt Lena steckte.<br />
&bdquo;Wenn du damit leben kannst, was dein Bruder dir gegenüber deswegen von sich gibt, dann denke ich geht es in Ordnung. Wir fahren einfach früher los als gewohnt. Die Kinder halten das inzwischen problemlos aus, können im Auto schlafen und geben am Abend eher Ruhe&ldquo;, meinte die Schwägerin.<br />
Sie klärte Dennis über die Probleme auf, unterbreitete ihrem Mann den Vorschlag, dass sie mit Linda direkt bei Oswald im Service half, er die Theke übernahm und Lea bei Sofia in der Küche, dazu Tom am Tresen, doch Dennis lehnte ab.<br />
&bdquo;Erstens fehlen meiner Schwester immer noch Leute und zweitens kann ich Lena nicht so schwach anreden. Bei Sofia ist das einfacher&ldquo;, grinste er.<br />
Daniel lag völlig erschöpft in seinem Bett. Das bisschen Getränke einschenken und mithelfen hatte er sich wesentlich leichter und einfacher vorgestellt. Er wollte eifrig arbeiten, sich auf diese Art bedanken, dass er mitfahren durfte. Es machte tatsächlich Spaß, strengte jedoch an, besonders wenn der Muskelkater vom Skifahren in den Beinen steckte.<br />
Wobei er immer noch nicht verstand was die beiden Hotels miteinander zu tun hatten. Das Haus oben direkt neben der Piste kam ihm wesentlich feudaler vor. Alleine dieser Ausschank und die Arbeitskleidung, welche er dazu erhielt. Seine Gedanken wanderten zu den Eltern. Weder Vater noch Mutter hatte es interessiert was er über Weihnachten machte.<br />
&acute;Du bist volljährig. Such dir einfach jemanden zum Feiern. Andere haben in dem Alter bereits eine Familie&ldquo;, schrieb ihm Mutter Gudrun. Das hatte er getan. Mit Hilfe seiner Schwester kam er hier auf die Alm und das, was er bisher erlebte und sah, übertraf alle seine Erwartungen. Das Bad mit Lea, Tante Karin und Robert teilen, kein Problem für ihn. Dieser Robbi &ndash; ein toller und gelassener Typ, genauso wie die Sumers.<br />
Linda, sie steckte hinter allem. Wenn er sie einmal alleine traf wollte er sich nochmals entschuldigen. Damals, in Gegenwart von Rita und Lea &ndash; er wusste selbst, es ging daneben in diesem Club. Trotzdem erlaubte sie, seine Teilnahme. Die Kindheitserinnerungen kamen hoch und ihm fast die Tränen, als er an die Cousine mit den kurzen Haaren und den Gummistiefeln dachte. Er schämte sich plötzlich furchtbar dafür.<br />
Weihnachtsgrüße wollte er in den Status einstellen. Bisher verzichtete er auf jegliche &bdquo;Aktivität&ldquo; in den sozialen Medien angesichts des momentanen Aufenthaltes. Seine Eltern wussten nicht einmal wo er sich befand. Offenbar interessierte es sie nicht. Keines der beiden fragte nach. Die Fotos von beiden Hotels bei Nacht &ndash; ob die beiden diesen Anblick wohl kannten? Doch bevor er nach seinem Telefon greifen konnte schlief er bereits.<br />
Im Hause Wezer standen alle Erwachsenen in ihre Gedanken vertieft an diesem Abend vor dem Christbaum, während die Kinder sich über die Geschenke her machten. Wie schnell diese Zeit verging, dachte Carola. Beinahe jedes Jahr hatte sie in diesen Momenten dieselben Gedanken. Marie und Anne gehen zur Schule, Felix ist bereits acht Jahre alt.<br />
Dennis hingegen sah mit Stolz auf seine Familie. &sbquo;Eine Frau, die ich liebe, vier prächtige Kinder&lsquo;, stellte er für sich zufrieden fest und dazu warf er immer auch ein Auge auf Marianne. Seine &bdquo;Mama&ldquo; lehnte sich an Heiko, hatte ihr Glück schon lange gefunden. Er dachte an Diana, welche im letzten Jahr hier neben ihnen stand. Eine Halbschwester, deren Geschichte nicht nur ihn sehr berührte. Die nach seiner Knochenmarkspende dem Tod von der Schippe sprang, wie sie sich selber ausdrückte und nahm nun an der Seite von Ben Becher eine tolle Entwicklung. Hoffentlich kehrte der Krebs nicht zu ihr zurück. Auch er bangte darum, obwohl er ihr gegenüber immer alle Sorgen wegwischte.<br />
Dazu Linda, deren Entfaltung ihn selber erstaunte. Eine sehr hübsche, junge Dame, der das Leben Spaß machte, war aus dem Mädchen geworden, das völlig verschüchtert angefangen hatte vor über fünf Jahren hier zu arbeiten.<br />
Heute fuhr Linda am Nachmittag gemeinsam mit den Kindern auf das Dorf zu ihrem Opa, der sie bat Xaver und Agnes die besten Grüße von ihnen allen auszurichten. Barbara und Gerda gaben ihr eine Tüte mit Plätzchen für die zwei Almler mit.<br />
Nun bekam sie wie jedes Jahr ein Geschenk von ihm und seiner Frau. Diesmal besorgte Carola einen Gutschein für das Sportgeschäft auf der Alm. Carola wusste ihre &bdquo;kleine Schwester&ldquo; träumte von einem neuen Skianzug. Linda hingegen musste ein paar kleine Tränen verdrücken. Angefangen von einem 50 Euro Schein im ersten Jahr, den sie erst nach dem Winterurlaub haben wollte, über ein Paar tolle Schuhe, eine Handtasche und eine Jacke, bis zu neuer Skikleidung &ndash; es gelang Carola immer ihr eine Freude zu bereiten.<br />
Aber sie war inzwischen so selbstständig, dass auch ihr zuletzt immer wieder Kleinigkeiten einfielen. Persönliche Geschenke, bei denen nicht der Wert, sondern das Mitdenken im Vordergrund standen. Dennis und Carola bekamen daher eine kleine Auszeit, ein &bdquo;Dinner in the dark&ldquo;. Beide freuten sich darüber, besonders auch deswegen, dass Linda hier subtil auf Carolas Gedanken einging, im Betrieb würden bald zwei blinde Kräfte anfangen und Carola beschäftigte sich mit der Thematik der Integration, über dieses Dinner, begleitet von blinden Menschen, wäre vielleicht ein anderer Zugang oder Verständnis möglich.<br />
Sehr früh gingen sie zu Bett, um vier Uhr wollten sie aufstehen und bereits vor fünf losfahren um die Alm so gegen halb elf zu erreichen.<br />
Tom würde von Linda um halb fünf abgeholt, obwohl Dennis und Carola ihm anboten er könne bei ihnen übernachten. Doch das lehnte er ab, wollte die Familie nicht stören, obwohl er fast schon dazugehörte.<br />
Auf, und am Fuße der Alm wurde genauso gefeiert. In Seis unweit der Talstation der Bergbahn versammelte sich die ganze Familie bei der Oma. Sie lud lange im Vorfeld zum für sie besonderen Weihnachtsfest ein. Das völlig neue und moderne Haus, dessen Vorzüge sie schnell erkannte, nachdem sie zuerst ihrem alten, abgebrannten nachtrauerte. Dazu voll mit Leben. Ihr Enkel Martin, Melissa seine Frau und natürlich der kleine Urenkel. Die Sorgen vom letzten Jahr, als sie erstmals um diesen Zeitraum selber daran zweifelte den, oder die Urenkel großziehen zu können, verflogen mit der Ankunft von Mellis Mutter. Genauso wie ihre Tochter fand sie in Martina eine sehr freundliche und hilfsbereite Frau, die ihr genügend Freiheit mit dem kleinen Martl gab, sie mit dem Kinderwagen durchs Dorf fahren ließ und ihn trotzdem versorgte, falls sie nicht gerade oben auf der Alm bei Sofia arbeitete, sich auch später um sie kümmern würde. Das spürte die alte Frau, ohne dass sie jemals darüber sprachen. Weiterhin symbolisierte Martina für sie die Erfüllung ihres alten Traumes vom Bau der eigenen Pension, die aktuell nebenan entstand.<br />
Daneben leitete Melissa die Versöhnung zwischen ihr und dem Sohn Valentin ein, während sie selber auf eine radikale Tour die beiden Brüder wieder zusammenbrachte. Die Familie zeigte sich nun komplett geeint, der Stolz aller alten Menschen. Gina, Anna und Valentin &ndash; inzwischen häufige Gäste im Haus, feierten in diesem Jahr auch bei ihr. Für das Fest selbst erhielt sie Hilfe von Martina, welche so einiges über die Zubereitung von regionalen Weihnachtsgerichten und Plätzchen lernte.<br />
Melissa hingegen hielt sich immer öfters im Gemeindeamt auf. Die Arbeit dort gefiel ihr, sie lernte dabei fleißig weiter italienisch und die meisten Kolleginnen unterstützten die junge Deutsche. Schnell fanden einige heraus, dass es in diesem Jahr ohne weiteres möglich erschien im Vorfeld von Weihnachten ein paar Tage zu erkranken um zuhause Plätzchen zu backen, während Melissa sie im Uffizia vertrat. Der Bürgermeister knurrte zwar, jedoch nicht so laut wie in den Jahren zuvor und ließ seine &bdquo;damischen Weiber&ldquo; gewähren. Er freute sich an der Zielstrebigkeit mit der die Frau des Neffen die Arbeiten anging.<br />
Am Weihnachtsabend feierte er im eigenen Haus mit Frau und Kindern, nachdem Anna, Valentin und Gina mit der Familie des Sohnes, der Oma und Martina feierten. Der kleine Martl krabbelte langsam immer mehr auf dem Boden umher und die alte Krippe welche seit Generationen aufgestellt wurde, nebst Weihnachtsbaum musste vor ihm gesichert werden. Der Bürgermeister kam mal schnell vorbei, einfach um seine Verbundenheit mit der Familie zu zeigen und auch um zu beweisen, dass er und sein Bruder wirklich wieder zusammen gehörten. Martina erhielt eine Einladung von ihrem Pensionswirt, dem Hias, welche sie unter Hinweis auf die eigene Familie in der Nachbarschaft ablehnte.<br />
Oben auf dem Bauernhof ging es dagegen sehr lebhaft zu. Vier Familien lebten inzwischen dort. Susanne lud Xaver und Agnes ein, den Abend bei und mit ihnen zu verbringen um nicht alleine zu sein. Die beiden stimmten gerne zu, besonders wegen den Kindern, die von ihnen das erhielten was den Enkeln angedacht wurde. Opa Toni befand sich auch im Haus während Oma Maria nur kurz vorbeischaute, denn ohne sie ging in der Küche des Hotels an einem solchen Abend absolut gar nichts.<br />
Xander und Nicole arbeiteten sowieso, während in dem kleinen Austragshäuschen viele Tränen flossen. Die meisten davon vergoss Drea. Sie dachte, wie konnte es auch anders sein, an die vergangenen Weihnachtsfeste. Ursprünglich wollte sie arbeiten, Emilia sollte mit ins Hotel um vielleicht etwas von dem weihnachtlichen Flair mitzubekommen, aber genauso um zu vergessen. Vielleicht mit den Kindern der Sumers spielen bis diese ins Bett mussten. Mit dem plötzlichen Erscheinen von Gerhard vor ein paar Tagen änderte sich alles. Der Wunsch gemeinsam mit ihm in dem kleinen Häuschen vor dem Christbaum zu stehen nahm überhand und Sofia erkannte diesen Wunsch, gab ihr kurzerhand frei. Allerdings mit dem Hintergedanken sie an den beiden Feiertagen entsprechend einspannen zu können. Jetzt stand sie also mit ihrer Tochter und dem Mann, den sie liebte, vor dem bunten Christbaum, dachte zurück an die letzten vier, trüben und einsamen Weihnachtsfeste. Feiertage, an denen die hartgesottensten Frauen, Einbrecherinnen, Mörderinnen oft wie die Schlosshunde heulten, wenn sie sich gemeinsam vor einem einfachen Christbaum, mit ein paar Strohsternen behängt versammelten. Auch sie weinte beim Gedanken an ihre Tochter, mit dem Bild vor Augen Emilia staunend als Kind vor dem Baum und in Erinnerung an die früheren Feste. Teils glaubte sie manchmal, wie im Traum zu leben.<br />
Emilia erging es ähnlich. Weihnachten im Elternhaus, das Fest des Friedens. Regelmäßig dachte sie in den letzten Jahren traurig an ihre Mama und daran was sich ohne sie im Haus abspielte. Mit Frieden und einem schönen Fest hatte das nichts zu tun. Auch sie weinte beim Anblick ihrer schluchzenden Mutter, die dann einfach etwas tat, das ihr in letzter Zeit Halt und Sicherheit gab. Sie begrub ihr Gesicht an der Brust von Gerhard, ließ sich einfach gehen und weinte hemmungslos. Der hingegen legte den Arm um ihre Schulter, drückte sie leicht gegen sich und streichelte beruhigend über ihre Haare deren angenehmen Duft er gerne roch als er ihm in die Nase stieg.<br />
Ein kurzer Blick zu Emilia, die mehr oder minder hilflos dabei stand und ihn bittend ansah.<br />
&bdquo;Komm her&ldquo;, flüsterte er leise, nahezu zärtlich, vollführte eine entsprechend einladende Geste, mit dem anderen Arm und schon schmiegte sich das Mädchen vertrauensvoll gegen ihn, genauso wie ihre Mutter.<br />
Für Gerhard bedeutete dieses Weihnachten einen großen Einschnitt in seinem Leben. Ohne seine Schwester diese Tage zu verbringen &ndash; völlig ungewohnt. Es gab auf der anderen Seite jedoch zwei Menschen, die ihm noch mehr das Gefühl gaben gebraucht zu werden, die sich von ihm beschützt fühlten, ja bei Drea wusste er inzwischen, dass sie ihn liebte. Eine andere Liebe wie zu seiner Schwester, auch wenn er es ähnlich sah wie das Verhältnis zu Sabine. Sie konnten gemeinsam im Bett liegen aber er unterdrückte seine Gefühle und wollte sie nicht dazu drängen, da er wusste was sie und Emilia erlebten. Doch die Umarmungen und Küsse &ndash; es war etwas völlig anderes, stellte er schon länger fest.<br />
Der hünenhafte Mann aus Deutschland spürte, beide fühlten sich in seiner Nähe sicher. Besonders merkte er es auf dem Weihnachtsmarkt, als Emilia sich beim Anblick ihrer Oma zuerst sehr ängstlich verhielt. Er nahm sofort wahr, das Mädchen suchte in diesem Moment Schutz und diese Geborgenheit fand sie sehr schnell. Besonders als er Mimi derart abfertigte, stellte er ihre spürbare Erleichterung fest.<br />
Vor allem sie drängte darauf nochmals den Weihnachtsmarkt in Bozen zu besuchen. Am Abend wenn Lichter die Buden und Ausstellungen erhellten. Als Drea zögerte nahm ihre Tochter sie in den Arm und meinte sie brauche keine Angst zu haben, Gerhard beschütze sie beide. Eine Ansage, die ihn mit Stolz erfüllte und ihre Mutter tatsächlich aufatmen und lächeln ließ. Umgehend stimmte sie zu. Gemeinsam fuhren sie alle drei später am Abend in die Stadt, um die schönen Buden bei Dunkelheit anzuschauen. So sehr wünschte sich die Mama nach mehreren Jahren der Abstinenz diesen Anblick, der zu Beginn ihre Augen mit Freudentränen verschleierte.<br />
Sie liefen dabei sogar lange nicht gesehenen Bekannten über den Weg, welche sie freudig ansprachen, respektvoll auf Gerhard blickten, allerdings nicht nach seiner &bdquo;Funktion&ldquo; in dessen Beisein fragten. Die meisten fragten nur nach der Gegenwart. Wie geht es euch, was macht ihr, lauteten die meisten Fragen. Nur ein etwas älteres Paar rührte ein wenig tiefer auf.<br />
&bdquo;Naaa Emilia, du schauscht aber jetzt wieder ganz gut aus seit bei deiner Mama bischt. Wirscht froh sein, dass aus dem Haus von denen pädophilen Drecksäuen draußen bischt. Und die Mimi braucht niemanden erzählen, dass selle nix gemerkt hat von der Sauerei&ldquo;, sagte die Frau, welche daraufhin von ihrem Mann einen deutlichen Rempler erhielt.<br />
Emilia schmiegte sich unvermittelt gegen Gerhard, der musste in dem Fall von den beiden darauf angesprochen werden.<br />
&bdquo;Niemand hät was dagegen ghabt, wenn den Ambros auch gleich seinem Buben hinterher runtergworfen hättescht&ldquo;, sagte der Mann zu ihm.<br />
&bdquo;Ich denk dem reichts auch so&ldquo;, antwortete Gerhard Futtner.<br />
Keine Sekunde hatte er Mitleid mit beiden Gagsteigers, der Privatklage von Ambros und Fredo konnte er äußerst gelassen entgegensehen. Nachdem er erfuhr, was die beiden den Frauen angetan hatten, bedauerte er im Stillen Ambros Gagsteiger nicht noch ein paar Faustschläge ins Gesicht versetzt zu haben. Auf dem Parkplatz stand er nahe davor beim Anblick des am Boden liegenden und weinenden Mädchens sowie der Tatsache, dass der Alte das Mädchen brutal an den Haaren gezogen hatte. Seine Kraft, gepaart mit der damals aufgetretenen Wut und der Erinnerung an seine Schwester, hätte ausgereicht um Kiefer und Nasenbein zu brechen, sowie einige Zähne auszuschlagen. Aber in Bruchteilen von Sekunden spielten sich damals in seinem Kopf viele Gedanken ab, darunter eine Warnung, dass er bereits einmal deswegen selber im Gefängnis saß. Als Tobias Breitener in seinem Kopfkino vor ihm auftauchte, hatte er den alten Gagsteiger bedauerlicherweise bereits losgelassen.<br />
Stefania Brunetti meinte es würde sowieso sehr lange dauern bis dieser Fall gegen ihn zur Verhandlung käme. Die neue Gerichtspräsidentin priorisiere zuerst alle Anklagen des Staates, zuvor gäbe es ganz sicher die Prozesse gegen die beiden Männer wobei die Staatsanwaltschaft eine ganze Liste an Anklagepunkten gegen die zwei Gagsteigers erstellte. Momentan hatte alles Zeit, denn beide befanden sich in Verwahrung. Keine Chance freizukommen gab es für sie, denn es fand sich nicht einmal mehr einen Anwalt, der sie verteidigen wollte. Voraussichtlich würde ihnen ein Pflichtverteidiger zugeteilt werden. Doch das lehnte ein stolzer Ambros Gagsteiger von Natur aus ab.<br />
Gerhard wusste nicht was er Drea und Emilia schenken sollte, genauso wenig wie sie ihm. Am Ende fiel ihm etwas zweckmäßiges für Emilia ein. Er wusste ungefähr ihre Konfektionsgröße und kaufte im Sportgeschäft eine tolle, neue Winterjacke, da ihre alte für die Schule bereits leicht schäbig wirkte. Es gelang ihm sogar diese so zu verstecken, dass selbst Drea sie nicht entdeckte. Mit ihr vereinbarte er, sich gegenseitig nichts zu schenken. Genauso wie sie ihrer Tochter erklärte auch diese erhielte von ihr kein Geschenk. &sbquo;Besser so&lsquo;, dachte Emilia, lagen doch im Jahr zuvor feine Spitzendessous von ihrem Vater unter dem Baum.<br />
Den ganzen Weihnachtsabend verbrachten sie alleine in dem kleinen Häuschen. Agnes hatte sie mit Plätzchen versorgt. Die Einladung von Susanne zu ihnen zu kommen lehnten sie ab, wollten alleine zu dritt feiern. Die Freude von Emilia kannte dagegen keine Grenze als Gerhard ihr Geschenk holte. Erneut gab es reichlich Tränen, sogar seitens der Mama, die nicht damit rechnete, dies als weiteren Beweis der Fürsorge ihres Freundes ansah.<br />
Spät am Abend stieg Emilia wieder in ihr Zimmer hoch und Drea ging mit Gerhard zu Bett. Zwischen den beiden bestand mehr oder weniger ein &bdquo;normales&ldquo;, geschwisterliches Verhältnis, mit Ausnahme der Küsse und Umarmungen, die weit darüber hinausgingen. Die Frau spürte die Schläge ihres Mannes immer weniger und empfang ihre Gefühle für Gerhard immer deutlicher, wenn sie in seinen Armen lag. Aber nach wie vor konnte sie es sich nicht vorstellen, von einem fremden Menschen an den Brüsten, zwischen den Beinen, oder an der nackten Haut ihres Körpers, abgesehen von Händen und Armen &#8211; berührt zu werden. Als besonderen Horror stellte es sich für sie dar, wenn sie irgendwo gefesselt oder angebunden wäre. Obwohl, auch dieser Alptraum sie inzwischen sehr selten heimsuchte, entgegen der ersten Zeit ihres Gefängnisaufenthaltes.<br />
Keine Ruhe bedeuteten die restlichen Feiertage für die Drei. Drea wurde gebeten an den beiden Feiertagen in der Küche und am zweiten Feiertag zusätzlich beim Catering mitzuhelfen, dazu sollte Emilia, zeitweise auf Sofias Kinder aufpassen. Gerhard nahm tatsächlich den &bdquo;Job&ldquo; beim Liftbetreiber an, er wurde noch vor den Feiertagen schnell eingelernt, um an der Talstation eines Liftes arbeiten zu können. Skifahren zeigte ihm Emilia in einer Art Crash-Kurs.<br />
Am Morgen des ersten Weihnachtsfeiertages telefonierte er mit seiner Schwester. Für beide ein seltsames Gefühl an Weihnachten nicht zusammen zu feiern, dies war nur während des Gefängnisaufenthaltes von Gerhard so gewesen. Doch beide schienen glücklich zu sein mit ihren neuen Konstellationen und ihren Beziehungen. Wann würden sie sich wieder treffen?<br />
Sabine fasste erneut für den Sommer einen Betriebsurlaubs ihres Etablissements ins Auge. Aktuell gäbe es absolut keine Möglichkeit es herrschte Hochbetrieb. Aber ihre Neugierde auf die Frau, welche ihr Bruder offenbar ernsthaft liebte stieg mit jedem der seltenen Telefonate. Wie sehr wollte sie feststellen und provozierte ihn entsprechend. Natürlich achtete sie in erster Linie von Berufswegen auf die körperlichen Attribute, versuchte ihm eine Beschreibung zu entlocken.<br />
&bdquo;Sell was du jetzt denkst kannscht dir auf der Schtell abschminken&ldquo;, brummte er wütend als sie ihn fragte ob Drea kräftige Titten und stramme Nippel besitze.<br />
&acute;Aber Hallo!&acute;, dachte seine Schwester entsetzt aufgrund dieser heftigen Antwort. Da schien es einen aber besonders erwischt zu haben. Da sie mit ihrem Sammy harmonierte, vergönnte sie Gerhard sein Glück, auch wenn eine gewisse Eifersucht in ihr heranwuchs. Sie sah geistig eine Almlerin aus Südtirol im Dirndl mit aufgemotzten Titten, welche vermutlich, richtig straff eingespannt oben aus dieser komischen Bluse quollen, dazu stramme Waden, einen Rock mit Schürze, vor sich.<br />
Sabine dachte schon einmal daran eine &bdquo;Maid von der Alm&ldquo; für ihr Haus zu akquirieren. Es gab einen Kunden, der auf so etwas stand, aber keines ihrer Mädchen zeigte sich bereit extra wegen diesem Typen eine Investition für ein Dirndl zu tätigen. Alle rechneten damals hoch, was sie bezahlen mussten, dazu wie lange es dauerte bis sie die Summe wieder &bdquo;einvögelten&ldquo;.<br />
Eine der infrage kommenden Frauen unterbreitete dem Typen tatsächlich einen Vorschlag. Ein Abo für zwanzigmal vögeln. Im Voraus bezahlbar, sogar mit zehn Prozent Rabatt. Für achtzehn Treffen sollte er im Voraus bezahlen, die letzten erhielt er frei. Letztlich ging er nicht darauf ein, obwohl er zu den regelmäßigen Kunden gehörte.<br />
Diese Freundin von Gerhard! Eventuell gab es doch eine Chance überlegte Sabine. Aber die Reaktion des Bruders sorgte für ein Sinken ihrer Hoffnung gegen Null.<br />
Wezers erreichten die Alm bereits kurz nach zehn vormittags, eine erleichterte Sofia strahlte beim Anblick ihrer Familie. Mit einem Ohr hörte sie den ganzen Morgen auf die Staumeldungen von der Brennerroute. Heiko strahlte, da es noch nichts zu tun gab, holten sie als erstes die Schneekatze von oben, da Franz an den Feiertagen, ohne An- und Abreisen, sich nicht im Dienst befand.<br />
Gemeinsam mit Tom und Linda schaffte Heiko das Gepäck nach oben, dazu luden sie dringend benötigte Waren aus Deutschland für das Hotel aus, welches den Bus an den Rand des Übergewichtes brachte.<br />
Vier Säcke mit Krapfengold und drei Eimer Hiffenmark, dazu das Frittierfett. &sbquo;Silvesterkrapfen&lsquo; &ndash; bei der Erwähnung dieses Begriffes vor einigen Wochen durch Geli bekam besonders Maria große und freudige Augen.<br />
Wezers begrüßten die Familie und Karin in der Küche, daneben Robbi, sowie Lea, welche den beiden Daniel vorstellte. Dieser schluckte zunächst, wurde sehr beklommen, als er so unvermittelt Herrn und Frau Wezer gegenüberstand. Menschen, die er bisher nur aus der Zeitung kannte. Umgehend bedankte er sich für die Möglichkeit in der Ferienwohnung übernachten zu dürfen.<br />
Die üblich Hektik kam auf im Reich von Andreas Sumer, die Arbeiten liefen auf vollen Touren an. Es kam, wie angenommen. Die Terrasse samt dem Restaurant wurde mit zusätzlichen á la Carte Gästen sehr voll.<br />
So gegen elf füllten sich die Tische, jetzt gab es für alle zu tun. Sogar Marianne fand sich plötzlich in der Küche wieder. Lea und Daniel schwangen sich zuvor auf einen Motorschlitten, verabschiedeten sich nach oben, Emilia blieb bei den Kindern, bekam die vier Wezers dazu. Kein Problem, alle kannten sich und waren gut erzogen, beschäftigten sich mit den neuen Geschenken. Robert, Dennis und Heiko kümmerten sich um Getränke, Tom schaffte derweil den Nachschub heran. Dazu stand Linda schnell in ihrem Dirndl, mit Sofia und Lisa auf der Terrasse, während Carola in der Küche aushalf, bis Andreas plötzlich kurz nach zwölf Xander und Nicole mitteilte, sie sollten die Arbeit beenden, sich zuhause schnell umziehen, dann nach oben zu Oswald und Lena kommen. Um halb eins müssten sie unbedingt dort im Hotel sein. Dieselbe Aufforderung erging an Hedda, welche als Springerin servierte.<br />
Von allen dreien gab es ungläubige Blicke, ein aufmunterndes Nicken von Sofia bestätigte diese ungewohnten Worte. So sahen sie einander lediglich etwas seltsam an und machten sich auf den Weg. Was sollte das denn werden, überlegten alle drei, nur Nicole hatte eine leise Ahnung.<br />
Schon länger geplant, hatte Sofia nach einem Telefonat mit Lena zugestimmt, den Dreien am ersten Weihnachtsfeiertag entsprechend bis zum Abend frei zu geben. Sie sollten für halb eins nach oben geschickt werden, in beiden Hotels würde zu dem Zeitpunkt die Hektik nach dem großem Boom wieder abflauen.<br />
Lea und Daniel hatten wiederum sehr viel zu tun. Zunächst, nachdem sie dort ankamen, entschuldigte sich Lena dafür, sie am gestrigen Abend ohne Essen gehen gelassen zu haben.<br />
&bdquo;Wir sind nicht verhungert&ldquo;, lachte Lea. &bdquo;Ich selber habe erst daran gedacht, als wir unten bei Sofia ins Haus gegangen sind.&ldquo;<br />
Heute sollten sie unbedingt und unaufgefordert zum Mittagessen in die Küche und den Aufenthaltsraum gehen. Lea wusste wo der sich befand. Lena teilte ihnen mit, sie wäre vermutlich nicht anwesend, wenn die Küche nach dem Mittag schloss.<br />
Denn Oswalds Frau hatte in ihrer Wohnung das Wohnzimmer teilweise ausräumen lassen und nach Rücksprache mit ihrem Mann in aller Stille eine Festtagstafel erstellt, für zehn Personen gedeckt. Für das, was sie plante, erhielt sie vom Chef des Hauses einen ganz dicken Kuss und auch einiges mehr, nachdem sie ausgerechnet eines Abends im Bett über diesen Plan sprach. In der Küche wussten nur der Cuoco und ein weiterer Mitarbeiter Bescheid. Sie sprach mit ihnen den Einsatzplan des Personals ab und der Küchenchef hatte gegen ihre Bitte nichts einzuwenden.<br />
Daneben gelang es ihm ohne viel Aufhebens nebenher eine Gans schmoren zu lassen.<br />
Auf die Frage seines Stellvertreters was es mit dieser auf sich habe, antwortete er, die wäre speziell von jemanden auf halb eins bestellt. Erstaunt blickte Josef Hofr auf, als Nicole, Xander und kurz darauf Hedda das Hotel betraten und ihn ahnungslos fragten, ob er etwas wisse, weshalb sie um halb eins hier sein sollten.<br />
Lena erschien parallel und bat alle Hofrs, nebst Partnerinnen zu deren Überraschung nach oben in ihre Wohnung. Dort gingen ihnen die Augen über. Die ganze Familie zu Weihnachten an einem Tisch, das gab es noch nie, solange die Männer denken konnten! Nicht nur Josef Hofr zeigte sich gerührt. Gerade ihn bat Lena sich an die Stirnseite am Fenster zu setzen.<br />
&bdquo;Dass ich sell noch erleb&hellip;&hellip;&hellip;&ldquo;, sagte er kopfschüttelnd während die Tränen flossen.<br />
Selber träumte er noch vor ein paar Tagen von dieser Situation, so mit seinen Söhnen und Enkeln an Weihnachten am Tisch zu sitzen, auch davon, dass er an dieser Stelle saß. Dazu kam ihm gegenüber am anderen Ende Lena, seine geliebte Schwiegertochter. Alexander zerteilte die Gans, Lena und Ossi füllten immer wieder die Beilagen nach und ergänzten. Träume werden wahr, nicht nur in diesem Fall. Öfters bereits träumte der alte Mann von Situationen, die er plötzlich in Realität sah. Agathes ruinierte Frisur oder sie im Gefängnis wie sie ihn durch die Gitterstäbe hindurch anjammerte. Wobei soweit würde es ganz sicher nicht kommen.<br />
Zurück in der Realität klatschte er plötzlich mitten während des Essens und rieb sich die Hände.<br />
&quot;Kinder, was bin ich in froh, dass zu Weihnachten die Gans zum erschten Mal ruhig auf dem Tisch liegt und nit keifend an der Übergabetheke schteht.&quot;<br />
Alexander verschluckte sich fast bei diesen Worten, Oswald schüttelte den Kopf, lachte genauso wie die anderen.<br />
&bdquo;Vater, von so einem dürren Gschtell, täten nit anmal mir alle satt werden&ldquo;, meinte der Direktor.<br />
&bdquo;Also ihr habt ja Ansichten&ldquo;, empörte sich Magda. &bdquo;Und wann redescht du über mich so?&ldquo;, fragte sie Josef.<br />
&bdquo;Also dich würd ich ganz sicher nit als Gans braten wollen&ldquo;, sagte er empört.<br />
Es entstand eine kleine Pause, Lena begann zu grinsen, kannte inzwischen ihren Schwiegervater.<br />
&bdquo;Ich wart jetzt drauf, dass er sagt, du bischt ihm zu alt und zu zäh.&ldquo;<br />
Empörte Blicke bei Josef Hofr.<br />
&bdquo;Also, sell ganz sicher nit. Ich hab meine Magda schon zum fressen gern, aber nit so wie ihr es jetzt meints&ldquo;, komplimentierte er und gab ihr einen Kuss.<br />
Dann fuhr er auf Kosten der Schwiegertochter in Meran fort.<br />
&bdquo;Bei der Agathe selber wär sell sicher an großes Problem. Nix gscheites bringscht aus der mehr raus. Höchschtens noch einen Geflügelfond, wenn sie lang genug kochscht. Haut und Knochen und an paar Haar, wobei mich schon interessiert hätt wer selle so zugerichtet hat. Vielleicht hat die probiert im Knascht sich genauso aufzuführen wie daheim&ldquo;, grinste er. &bdquo;Da haben&acute;s die Gans da drinnen vielleicht schon entschprechend gerupft.&ldquo;<br />
Mehr als zwei Stunden saßen sie beisammen und unterhielten sich prächtig. Das schönste Weihnachten, welches Josef Hofr im Kreise seiner Söhne und Enkel jemals erlebte, das wusste er ganz sicher. Ein richtiges Gefühl der Zusammengehörigkeit der ganzen Familie lag in diesem Raum und daneben der Stolz, dass sie es alle, einschließlich ihm selber geschafft hatten. Auszubrechen aus dieser Herrschaft der weiblichen Dominanz im Hause Hofr in Meran. Die jetzigen Partnerinnen der Hofrmander besaßen keinen Funken Ähnlichkeit mit seiner Frau, unter der auch er Zeit seines Lebens litt, Agathe und Daniela, schon gar nicht mit Wilma. Nachdenklich sah Josef in die fröhliche Runde. Allen, mit Ausnahme von Oswald, würde er im kommenden Jahr eine Woche Jesolo spendieren. Seiner Magda und sich natürlich auch. Denn am meisten freute er sich selber darauf.<br />
Als sie sich schließlich nach Kaffee und Kuchen trennten standen viele andere Mitarbeiter der Hotels bereits auf den Skiern. Besonders die neu angekommenen aus Deutschland. Die Kinder drängelten unten bei Sofia, konnten von Emilia zum Ende kaum noch gebändigt werden. Doch sie an so einem Tag alleine loszuschicken ging absolut nicht.<br />
Dennis wurde zeitweise genauso ungeduldig. Er wollte es langsam angehen lassen, nicht unbedingt gleich die schwierigen Pisten bewältigen. Also machte er sich mit seinem Nachwuchs als erstes auf um die Abfahrt neben dem Hotel von Oswald anzugehen.<br />
Allen vier Kids geriet dies zu langweilig, sie fuhren schnell mit Linda und Tom zu den höheren Pisten. Die Wartezeiten an den einzelnen Liften gestalteten sich halbwegs erträglich. Carola und Dennis fuhren gemeinsam Laurin und Spitzbühl, trafen sehr schnell auf bekannte Gesichter.<br />
Danny Sommer bemühte sich ihre beiden Jungs und Jens nach einem halben Tag Skikurs weiter fortzubilden, ihnen das Skifahren beizubringen. Vorsichtig bewegten sie sich etwas abseits ganz am Rand der Piste entlang im Pflug. Das ging allen mächtig in die Beine.<br />
&bdquo;Na komm, das Gleichgewicht könnt ihr doch alle halten&ldquo;, meinte Carola, zeigte wie es besser ging.<br />
Querfahrt, Talski belasten, Bergski ausfahren, Körpergewicht auf diesen verlagern und schon drehten sie in die andere Richtung. Es gab zwar einige Stürze, doch auch die Jungs und Jens Pfeifer fanden mehr Gefallen an dieser Art als zuvor unter Führung der Mama.<br />
Am Abend fielen sie todmüde in die Betten, sogar Jens zeigte wenig Ambitionen auf mehr als schlafen, denn ein wahnsinniger Muskelkater befiel ihn in den ersten Tagen, zur Schadenfreude seiner Daniela. Wie eine Ente watschelte er durch das Hotel.<br />
Gemeinsam klang der Abend in der Bar aus. Daniela erzählte ihnen aus dem Staunen gar nicht mehr herausgekommen zu sein, denn diesen Anbau gab es bei ihrem letzten Aufenthalt noch nicht, genauso wenig wie die neue Bar.<br />
Dennis und Carola verzichteten bei Jens auf das vertrauliche &bdquo;Du&ldquo;, da es sicher unpassend gewesen wäre sich von ihm duzen zu lassen und mit Max Weber immer noch anders zu kommunizieren.<br />
Linda und Tom saßen mit dabei und ersetzten am Abend Lea, nebst Daniel. Lena klagte Carola ihr Leid mit dem Unfall der Serviererinnen.<br />
&bdquo;Die damischen Trutschen &ndash; ausgrechnet kurz vor Weihnachten&ldquo;, schimpfte sie.<br />
Dennis und Carola lachten.<br />
&bdquo;Mach dir keine Sorgen. Ich glaube Lea hilft bei dir hier oben samt Daniel sehr gerne, Linda und Tom sind genauso da. Eng wird es nur an Silvester werden, da hat Sofia bereits Ansprüche angemeldet. Fast auf die ganze Familie. Wie üblich&ldquo;, machte sie gleich aufmerksam.<br />
Lena nickte. Sie sprach bereits mit der Chefin des Hotels Sumer über dieses Thema. Eine Kraft hatte sie ihr abgeluchst! Noch vor dem Jahreswechsel erhielt sie eine Nachbestellung mit neuen Dirndln für ihre Kellnerinnen. Farblich und im Design dieselben, sie orderte lediglich drei Stück zusätzlich für Heddas Konfektionsgröße mit, da sie keines mehr auf Vorrat hatte. Zukünftig konnte die Norwegerin bei ihr aushelfen um mit ihrem Freund öfters beisammen zu sein.<br />
Die Kinder unten beaufsichtigte an Silvester ganz sicher Marianne. Aber trotzdem benötigte sie noch ein bis zwei Helfer im Service, die ihr Sofia zugestand, falls ihr Bruder bei ihr im Hotel mithelfen würde. Darüber sollte Lena selber mit den entsprechenden Personen reden.<br />
&bdquo;Der Oswald hat gsagt, dass du und dein Mann früher hier oben immer wieder&hellip;&hellip;&hellip;..&ldquo;, begann sie vorsichtig.<br />
Carola lächelte. &bdquo;Das ist richtig. Aber mit den Kindern ist es nicht mehr so einfach. Sofia braucht eine Aufsicht für ihre eigenen Kids. Das übernimmt Marianne, gemeinsam mit den unseren. Dennis und ich möchten gerne mit der Familie zusammen bleiben. Wir helfen unten mit. Frage doch einfach Linda und Tom oder Lea und Daniel.&ldquo;<br />
Auch an anderer Stelle machten sich zwei Menschen einige Tage vorher auf den Weg, da sie Weihnachten nicht zuhause verbringen wollten. Ein außergewöhnliches Weihnachtsfest sollte es werden, darüber einigten sie sich im Vorfeld. Kati beantragte rechtzeitig Urlaub. Sie arbeitete die letzten drei Jahre, seit sie auf dieser Wache Dienst tat, immer an Weihnachten, übernahm während dieser Zeit die Nachtschicht. Daher gab es keine großen Probleme ihr auch mal über die Feiertage Urlaub zu geben.<br />
In den Wochen seit seiner Ankunft in Deutschland hatte Korri Blut gerochen auf Vergnügen, auf die ganze Welt, Sonne und Meer. Er dachte nicht mehr an Schnee, Dunkelheit, viele Lichter, die Weihnachtslieder in der Kirche und dem Christbaum im Wohnzimmer zuhause. Dort wurde traditionell am Weihnachtsabend über eine halbe Stunde gebetet bevor die Geschenke ausgepackt werden durften. Für die Kinder, vor allem in jungen Jahren eine richtige Tortur, denn im Anschluss daran ging es in die Christmette. Gemeinsam buchten sie daher zehn Tage in der Dominikanischen Republik. Ein großes Hotel, besser gesagt ein Club, speziell für junge Menschen wie sie. Direkt am Strand mit vielen Angeboten für Tauchen und Wasservergnügen. Weihnachten in der Sonne, davon träumte Korri.<br />
Einfach völlig ausbrechen aus der Tradition wollte er. Eine besondere Freude würde es für ihn werden Fotos vom Strand einzustellen. Darauf freute er sich diebisch. Sein Vater &ndash; er stellte sich bildlich vor wie er reagierte. Explodieren vor Wut! Und die Mutter vermutlich sofort in die Kirche rennen und für die verdorbene Seele des Sohnes beten.<br />
Die beiden harmonierten nach wie vor sehr gut, er schaffte es sogar, dass seine Freundin in den letzten Wochen zu seinem eigenen Erstaunen ihren Musikstil überdachte, teilweise ins Lager der volkstümlichen Blasmusik wechselte. Nach der Rückkehr aus Japan gab es immer wieder Weihnachtskonzerte und Veranstaltungen bei denen Korri mit der Kapelle aufspielte. Inzwischen hörte auch sie diesen Darbietungen sehr gerne zu.<br />
Das Üben zuhause begrenzte sich allerdings auf eine bestimmte Zeit, die von der Hausverwaltung genehmigt wurde. Auf der einen Seite fühlten sich einige Mitbewohner gestört, andere hingegen freuten sich, wenn er spielte, fragten sogar nach Auftritten. Katinka unterbreitete sogar den Vorschlag umzuziehen, etwas außerhalb, damit er bessere Möglichkeiten zum Üben habe.<br />
Ihre Gedanken bewegten sich dabei inzwischen in eine andere Richtung. Mittelfristig gesehen, vielleicht in zwei oder drei Jahren wollte sie Kinder und hatte sich bereits unauffällig bei Linda über die Möglichkeiten bei der wezerschen Kita erkundigt. Ohne Argwohn zu hegen gab die Kameradin ihr die Auskunft, dass Mitarbeiter von Wezer und Wolf sehr wohl ihre Kinder dort unterbrachten und das bereits mit wenigen Monaten. Nun ja, etwas wollte sie schon von ihren Kindern haben, vielleicht die ersten Jahre bei der Polizei auf Teilzeit gehen. Den Lohn ihres Freundes sah sie als gut bis sehr gut an, besonders nachdem er ihr freudestrahlend mitteilte, dass Paul Wolf ihn fragte, ob er daran dachte auch im neuen Jahr wieder zurück zu kommen und hier weiterzuarbeiten. Nachdem Korri ihm erklärte er würde über Weihnachten nicht nach Südtirol fahren und selbstverständlich im nächsten Jahr bei Wezer und Wolf antreten, gruppierte Paul ihn umgehend ab Januar bei den Monteuren in der Rubrik &acute;mit Erfahrung&acute; ein.<br />
Er werde sich doch nicht die bereits angekündigten Montagen in Norwegen, Island, Kanada und auf keinen Fall das große Lager in Japan entgehen lassen. Sicher kam einiges dazu. Daneben habe er sogar etwas von einem Auftrag aus Australien läuten hören, gestand er ein. Seine Zukunft sehe er nicht nur mit solchen Voraussetzungen in Deutschland. Er fühle sich pudelwohl. Den Chef freuten diese Worte und Dennis erhielt von Paul Wolf den &bdquo;Auftrag&ldquo; unbedingt nach weiteren solcher geschickten Typen in Südtirol Ausschau zu halten.<br />
&bdquo;Da musst du dich an die Mädels vom Fußballverein wenden und dort etwas kräftiger mit Sponsoring tätig werden&ldquo;, klärte der ihn auf. &bdquo;Die müssen die Jungs dazu bringen kräftig zu fensterln um sie im Anschluss nach Deutschland zu holen. Am besten ist gleich du setzt eine Prämie aus. Mach im Sportheim einen Aushang. &lsquo;Fahndung, Mechatroniker aus Südtirol, die sich langfristig nach Deutschland verändern wollen, gesucht. Kontakt beim nächsten Trainingslager des Damenteams vom Polizeisportverein auf der Seiser Alm.<br />
Ansprechperson ist jede hübsche, junge Frau des Teams, die noch nicht vergeben ist. Für jeden Burschen, der hier angeschleppt wird, gibt es eine Kopfprämie. Eventuell anfallende Nebenkosten, wie Grundausrüstungen für Babys nebst Kinderwagen werden mitbezahlt&acute;&ldquo;, forderte Dennis humorig eine entsprechende Werbekampagne.<br />
Korri und Kati befanden sich gerade auf dem Weg zum Flughafen nach München, als ein Anruf aus Südtirol bei ihm einging.<br />
&bdquo;Bub, wann kommscht heim? Du wirscht doch ganz sicher nit Weihnachten in Deitschland verbringen wollen?&ldquo;, erkundigte sich seine Mutter mit besorgtem Ton.<br />
&bdquo;Sell verbring ich NIT in Deitschland. Aber zu euch komm ich trotzdem nit! Die Kati und ich gehen über Weihnachten woanderscht hin&ldquo;, lautete die Antwort.<br />
&bdquo;Aber du wirscht doch ganz sicher in die Kirch gehen, am Fescht der Geburt unseres Herrn?&ldquo;, fragte die Mutter nahezu verzweifelt.<br />
&bdquo;Wenn mir die Zeit dazu haben und ich eine Kirch find, dann schauen mir einmal. Ansonschten auch nit. So oft und so lang wie ich bisher in meinem Leben an Weihnachten in der Kirch gehockt und gekniet bin, sell reicht für etliche Jahr im Voraus, Mutter.<br />
Die Kati und ich wünschen euch allen ein Frohes Fescht und viel Schpaß. Vergesst vor lauter Beten nit es Feiern. Viele Grüß an den Vater, er soll sich nit zu arg aufregen wegen mir. Den großen Schtecken mit dem er mich schlagen will kann er verbrennen. Seller wird sicher ziemlich dürr werden, bis ihr mich wiederseht. Grüß an meine Gschwischter. Wir sitzen grad im Auto. Machts es gut. Ciao, Ciao.&ldquo;<br />
Damit beendete er das Gespräch.<br />
&bdquo;Mir schicken ihnen an paar Fotos wenn mir in der Sonne auf den Liegestühlen liegen. Was meinscht wie die dann explodieren, besonders der Vater&ldquo;, grinste er seine Freundin an.<br />
Kati erstaunte mit welcher Sicherheit ihr Korri sich in dem großen Flughafen MUC bewegte. Mexiko und Tokio, von hier aus startete er bereits dorthin und saugte bei den ersten beiden Flügen alles neugierig auf. Wusste genau wo sie sich anstellen mussten, die Sicherheitsschleuse, der richtige Flugsteig. Genauso problemlos fand er ihre Plätze im Flieger. Kati flog bisher gerade einmal von der Heimatstadt aus nach Mallorca. Dazu nicht mit so einem modernen und großen Flugzeug. Als der Flieger abhob lehnten sich die beiden zurück, sahen einander glücklich lächelnd an.<br />
Sieben Stunden später landeten sie an ihrem Ziel bei fast dreißig Grad. Ein wunderbarer Wechsel zu den wenigen Grad über Null in Deutschland. Das Hotel lag direkt am Meer. Ihr Zimmer mit Meerblick, lud gleich dazu ein die Betten zu testen. Im Anschluss schlüpften sie in die Badekleidung und machten sich auf den Weg hinunter zum Strand. Eine schöne Zeit lag vor ihnen stellten sie fest. Lediglich der Jetlag sorgte anfangs für eine Einschränkung des Vergnügens als sie am frühen Abend bereits müde wurden. Doch junge Menschen stecken so etwas schnell weg, daher teilten sie sich den nächsten Tag bereits besser ein.<br />
Weihnachten? Ach ja, das bemerkten die beiden fast gar nicht, höchstens anhand der Feierlichkeiten im Restaurant und einem etwas verkümmerten, mit wenigen Kugeln versehenen Baum in einer Ecke des Foyers. Es wäre ohne genauso gegangen. Erst einen Tag später wünschten sie ihren Eltern &sbquo;Frohe Weihnachten&lsquo;. In Badehose und Bikini, dazu mit einer Weihnachtsmannzipfelmütze vor diesem Christbaum im Hotel stehend machten sie ein Selfie von sich und schickten es an die Eltern.<br />
Lachende Icons und spitze Sprüche folgten seitens Katis Eltern. Aus Südtirol antwortete dagegen der Vater von Karl.<br />
&acute;Wart nur bis du heimkommscht. Dann werd ich dir zeigen und lernen die Feier zur Geburt Chrischti so zu missachten&acute;, schrieb dieser anstelle eines Grußes.<br />
&bdquo;Da drauf kannscht lange warten&ldquo;, knurrte Korri finster und schüttelte den Kopf. Der lernte es vermutlich nie.<br />
Katinka las die Mitteilung und küsste ihren Freund, brachte ihn umgehend auf andere Gedanken. Zum Glück bin ich diesen Schritt in die große Stadt gegangen, dachte der junge Südtiroler erleichtert.<br />
In Deutschland feierten die Familien traditionell. Ben und Diana einigten sich wortlos zuhause zu bleiben. Sie sprachen von Anfang an darüber wo sie den Christbaum aufstellten, was gekocht und gegessen wurde, luden die Omas und Opas ein, damit diese sich an Tristans Freude beglücken konnten, mit der er seine Geschenke öffnete und den Christbaum mit den schönen Lichtern und glitzernden Kugeln betrachtete. Dianas zweites Weihnachtsfest in ihrem neuen Leben.<br />
Gerne erinnerte sie sich an das letzte im Hause des Bruders. Nur kurz kämpfte sie bei den Gedanken daran mit den Tränen, wurde schnell abgelenkt von Ben und Tristan, sowie den Großeltern. Daneben fungierte sie als Gastgeberin, hatte daher vor lauter Arbeit gar nicht viel Gelegenheit nachzudenken. Die Omas halfen ihr alle beide beim Aufräumen und abspülen, sie sollte schließlich selber etwas von diesem Abend haben. Tristan wurde sehr schnell müde, er schlief in den Armen seiner Mama ein.<br />
Am ersten Feiertag fuhren sie nach Heidenheim und besuchten ihre Oma, die sich darüber sehr freute.<br />
Erneut brachte sie ihre Begeisterung zum Ausdruck hier zu leben, natürlich Diana so glücklich und gesund zu sehen. Tristan trug ebenfalls zu ihrer Freude bei. Die Tochter erschien, während sie in dem kleinen Appartement beim Kaffee saßen, zusammen mit dem Enkel vorbei. Sie erschrak förmlich beim Anblick von Diana, Ben und Tristan. Beide wollten nur ein frohes Fest wünschen, nach der Mutter sehen, wie sie sich ausdrückte. Beim Anblick der Besucher hatte sie keine Zeit um eine Tasse Kaffee zu trinken oder ein Stück des Kuchens zu essen, welchen Diana mitbrachte.<br />
Die bemerkte einen auffällig suchenden Blick von Tante und Cousin, der in eine Frage an Tristan mündete.<br />
&bdquo;Na, hast du von der Uroma wenigstens auch ein schönes großes Geschenk bekommen?&ldquo;, wollte sie wissen.<br />
Der Junge verstand natürlich die Frage nicht, rannte zu seiner Mama und schmiegte sich gegen Diana, schaute diese seltsame Oma misstrauisch an, ein Zeichen, er mochte sie nicht.<br />
&bdquo;Die sind nur gekommen und wollten abkassieren. Aber daraus wird nichts. Keinen Cent kriegen die mehr von mir&ldquo;, sagte die Oma finster nachdem die beiden weg waren.<br />
&bdquo;Weißt du noch wie sie sagte, sie werden mich nie besuchen oder nach mir schauen? Die Geldgier hat sie nun doch hergetrieben. Aber jetzt bist du da, das hat ihr überhaupt nicht gepasst. Mit dem dummen Geschwätz und der Frage an Tristan wollte sie mich nur erinnern ihrem Buben etwas zu schenken. Das habe ich sofort bemerkt.&ldquo;<br />
Tristan bekam tatsächlich nichts von der alten Dame. Dafür aber Mama Diana ein Geschenk in Form von Geldscheinen, mit der Auflage sie solle für den Kleinen und auch sich etwas Hübsches kaufen.<br />
Im Hause Knaus tauchte Markus mit Rita und Melinda gegen Mittag des 24. Dezember in etwa zur selben Zeit auf wie im Jahr davor. Die Kleine stand erneut ganz überrascht aber erfreut vor dem Baum und fragte bei diesem Anblick als erstes Opa Kurt, ob sie auch wieder so viele Geschenke bekäme wie beim letzten Mal. Die Schwester von Marcus fehlte in diesem Jahr, sie feierte mit Freundinnen. Die Eltern hatten keinen Einwand. Rita dachte am Abend erneut an das letzte Fest, hier im Haus. Seither vergoss sie keine einzige Träne der Trauer mehr.<br />
Die Erinnerung daran sorgte bei ihr dann doch für feuchte Augen als sie sah wie glücklich ihr Töchterchen mit dem Opa die Geschenke auspackte. Allerdings geschah etwas womit sie nicht rechnete. Marcus lächelte sie an, legte die Arme um ihre Taille küsste sie und flüsterte ihr leise ins Ohr.<br />
&bdquo;Rita, du weißt doch sicher inzwischen wie sehr ich dich und Melinda liebe. Willst du mich heiraten?&ldquo;<br />
In dem Moment war es mit der Beherrschung vorbei. Sie lächelte ihn an, schlang die Arme um seinen Hals legte den Kopf auf seine Schulter und begann zu weinen, nachdem sie ihm zuvor ein begeistertes und erleichtertes &bdquo;ja&ldquo; ins Ohr flüsterte.<br />
So sehr wünschte sie sich, dass er ihr diese Frage stellte, hoffte nahezu darauf, rechnete jedoch nicht an diesem Abend damit.<br />
Zurück in die Gegenwart holte sie die erschrockene Stimme ihrer Tochter.<br />
&bdquo;Du Opa, warum weint die Mama denn. Ist sie wegen etwas traurig?&ldquo;, fragte sie Kurt ganz befremdet.<br />
&bdquo;Ich denke nicht, dass sie traurig ist, Melinda. Manche Menschen weinen auch vor Freude und Glück&ldquo;, entgegnete er und nahm die kleine Dame auf den Arm, die ihrer Mama lediglich eine neue Puppe zeigen wollte, die sie ausgepackt hatte.<br />
Rita übernahm ihr Töchterchen und bestätigte, dass sie sich nur so sehr darüber freue, weil der Papa sie heiraten wolle. Das verstand die Kleine dann doch nicht so recht, aber die Welt schien für sie wieder in Ordnung zu sein. Oma Hanne lenkte sie ab und schnell vergaß sie das Bild der weinenden Mama.<br />
Marcus hatte für sie einen Ring, sowie einen Blumenstrauß gekauft. Den ersten persönlichen Schmuck und die ersten Blumen, welche sie geschenkt bekam. Hanne freute sich mit den beiden, genauso wie Kurt. Melinda ermüdete sehr schnell und wollte ins Bett. Als ob sie etwas ahnte, beharrte sie darauf diese Nacht bei Oma und Opa zu schlafen. Weder Rita noch Marcus erhoben einen Einwand.<br />
Die vier Erwachsenen saßen noch einige Zeit zusammen, wobei Rita immer wieder auf den Ring blickte. Der passte sogar. Erst jetzt erinnerte sie sich an eine Begebenheit, die sie vor etwa einer Woche verwunderte. Marcus hielt seinen kleinen Finger neben ihren Ringfinger. Da maß er offenbar ab, welche Größe sie benötigte. Es tauchten bei ihr die ersten Fragen auf, doch sie schwieg. Größere Wohnung, wann wollten sie heiraten, das nächste Kind. Aber der Abend war heute zu schön um solche Probleme zu erörtern.<br />
Als sie später alleine im alten Zimmer von Marcus standen, begann Rita erneut zu weinen. Ihr Verlobter umarmte sie von hinten und küsste sie in den Nacken.<br />
&quot;Bitte vergiss alles Schlimme, was du in den vergangenen Jahren erlebt hast. Ich liebe dich und will alles dafür tun um dich und Melinda glücklich zu machen.&quot;<br />
Rita drehte sich um, er küsste ihre Tränen einfach weg und im Anschluss sanken sie eng umschlungen und ohne ihre Lippen voneinander zu lösen, einfach auf das Bett. Marcus begann sie auszuziehen, schob das Shirt hoch und öffnete ihre Hose. Rita löste ihren BH, ihr Freund strich vorsichtig mit der Zunge über ihre Brustwarzen.<br />
Mit den Slips bekleidet kuschelten sie sich unter der Decke aneinander.<br />
&quot;Dein Liebessaft schmeckt mir besser als deine Tränen&quot;, flüsterte er ihr ins Ohr, streifte den Slip ab, spreizte ihre Beine ging mit dem Kopf dazwischen Langsam leckte er auf der Innenseite ihrer Oberschenkel entlang, saugte leicht an ihrer Haut, züngelte darüber. Rita öffnete sich so gut es ging, stellte die Beine etwas auf, damit er besser an ihren Kelch kam. Dieser war bereits feucht, als er ihn erreichte und mit der Zunge darüberstrich.<br />
Komm Marcus, dachte sie beglückt, suche meine Perle und liebkose sie, versetze mich in diesen schönen Lustzustand, der mir diese einzigartigen Gefühle verschafft und für mich fast genauso schön ist, wie das Eindringen mit deinem Glied. Am liebsten hätte sie nach unten gegriffen und selber ihre Schamlippen gespreizt um ihm ihre Klit zu präsentieren. Sehnsüchtig erwartete sie die Berührung und das darauf erfolgende elektrisieren ihres ganzen Körpers. Aber er wollte sie leiden lassen, leckte zuerst die frisch enthaarte Venus, drang vorsichtig ein und saugte ihren Nektar auf, der allerdings noch nicht so üppig floss.<br />
Tief stieß er mit der Zunge vor, erregte sie immer weiter, Rita kannte dieses angenehme Gefühl. Allerdings nicht zu vergleichen mit dem Moment, wenn Marcus die Knospe berührte und dadurch beinahe ihr ganzer Körper von einem Blitz durchzuckt wurde. Sie spürte den Höhepunkt über sich hereinbrechen, wand sich in diesem Wohlgefühl auf dem Bett, jammerte und japste ihren Orgasmus hinaus. Als er am Abklingen war, fühlte sie plötzlich wie er erneut zuschnappte, seine Zähne vorsichtig ihr Lustknöpfchen bearbeiteten. Sofort begann sie wieder zu stöhnen,<br />
Sie drängte ihn auf den Rücken und saß schon oben auf. Trotz des Höhepunktes soeben war ihr Appetit noch nicht gestillt. Langsam pfählte sie sich mit seiner Stange, brachte diese in die richtige Position und genoss jeden Zentimeter, den er eindrang. Es ging tiefer als mit der Zunge, leicht glitt er in die erregte Höhle, versetzte sie erneut in einen Zustand höchster Erregung.<br />
Rita kreiste langsam mit dem Becken, bewegte es gelegentlich vor und zurück, zog ihre Vaginalmuskeln zusammen, entspannte sie wieder. Es machte unheimlich Spaß ihren Verlobten so zu beherrschen. Alle anderen Gedanken schob sie in diesen Momenten zur Seite. Diese Lust zu spüren, sein Glied tief in ihrem innersten, es gab nichts schöneres für sie. Verbunden mit dem Glück so geliebt zu werden. Immer wieder hörte die junge Frau auch in solchen Momenten die Worte, &acute;willst du mich heiraten&acute;. Ja, sie wollte und zwar so schnell wie möglich, wenn es nach ihr ging. Die Freude darüber, gepaart mit der Lust die er gerade in ihr entfachte verursachte ein wohliges Gefühl.<br />
Marcus fasste nach ihren Brüsten, streichelte sie sanft und reizte mit den Handflächen ihre Warzen. Er liebte es von ihr geritten zu werden, aber etwas anderes mochte der junge Mann noch mehr in dieser Situation. Einfach die Lippen gespitzt, dazu leicht auf und zu gemacht. Umgehend verstand Rita was er wollte und beugte sich nach vorne, damit er eine ihrer Brustwarzen mit dem Mund erreichen und daran saugen konnte.<br />
Ein schönes Gefühl und als Zeichen seiner Liebe empfand sie es, wenn er daran nuckelte. Ihre Gedanken wanderten erneut in die Zukunft. Er wollte ein eigenes Kind oder auch zwei, gestand er ihr damals als sie über ihr Fachabitur sprachen. Sie wollte nicht lange darauf warten. Aber dann tauchten erneut die Gedanken auf, an eine größere Wohnung und.. und &hellip; und.<br />
Ein kräftiger Stoß durch ihn von unten erinnerte sie daran, dass sie &bdquo;nachgelassen&ldquo; hatte. Rita kicherte und revanchierte sich umgehend mit heftigen Bewegungen, die ihn sehr schnell aufgeilten, dann dafür sorgten, dass er sich plötzlich zuckend in ihr bewegte und sein Sperma in ihren Körper schoss. Rita spürte den Höhepunkt zeitgleich mit Marcus, bäumte sich auf und sank mit einem lauten Seufzer auf ihm zusammen. Gemeinsam erlebten sie das Abflauen ihrer Kontraktionen bevor sie sich von einander lösten.<br />
Schlafkleidung brauchten sie in dieser Nacht nicht. Melinda würde sie sicher nicht wecken oder morgen früh besuchen. Sie hatte Oma und Opa, schlief mit ihnen unten im Erdgeschoss, während das Zimmer von Marcus oben lag. Als erstes würde die Kleine morgen früh mit den Großeltern im Bett herumalbern und sich im Anschluss mit den neuen Spielsachen beschäftigen. Die Eltern interessierten in solchen Momenten nur zweitrangig. Sie kannte sich in dieser Wohnung inzwischen sehr gut aus. Die beiden Verlobten küssten sich lange und sehr ausdauernd. Im Anschluss kuschelte Rita sich eng an ihren Geliebten.<br />
&bdquo;Willst du es deinen Eltern auch sagen?&ldquo;, fragte Marcus plötzlich.<br />
Sofort schüttelte sie den Kopf.<br />
&bdquo;Als erstes erfahren es Linda und der Opa, Tante Karin und Lea. Vielleicht später einmal Tante Gertrud. Und die erst kurz vor knapp. Aber mehr Personen müssen es aktuell nicht unbedingt wissen.&ldquo;<br />
Am nächsten Morgen fertigte sie ein Selfie an. Sie und Marcus küssten sich, und im Anschluss streckte Rita ihre Hand mit dem Ring vor die Kamera. Zum Schluss legte sie sich den Zeigefinger auf den Mund und lachte dabei. &acute;Bitte nicht weitersagen`, lautete die Bildunterschrift.<br />
Empfängerinnen des Clips gab es nur vier. Die Schwester von Marcus, dazu Linda, Lea und Karin. Opa Anton wollte sie es persönlich sagen, aber erst nach dem Besuch von Tante Gertrud.<br />
Im Hotel Sumer startete am zweiten Feiertag das Catering zusätzlich neben dem voll laufenden regulären Restaurantbetrieb. Die &bdquo;Arbeitsgäste&ldquo; aus Deutschland verzichteten daher am Vormittag auf die Piste zu gehen, halfen mit. Besonders Robert und Dennis erkannten, was hinter dem Catering alles an Aufwand steckte. Drei Aufträge nahm Sofia für diesen Tag an. Ein Mittagsbuffet für vierzig Personen, dazu Kaffee und Kuchen und zwei weitere jeweils in etwa mit der gleichen Anzahl von Gästen, die zuerst eine Kaffeetafel bestellten und später ein Abendbuffet. Weitere Aufträge lehnte sie ab, denn Andreas fragte sie ernsthaft ob sie ihn und die Mitarbeiter kaputtmachen wolle. Den Aufbau der Tische für das Buffet nahmen Robbi und Daniel mit zwei der eingeteilten Frauen vor Ort bereits am frühen Vormittag vor. Die Belieferung um die Mittagszeit erfolgte durch die beiden, nebst Heiko. Im Anschluss belieferten der Kater und Heiko die beiden Kaffeetafeln nacheinander und schickten Daniel zum Skifahren, der sich trotzdem anbot weiter mitzuhelfen.<br />
Eine gewisse &bdquo;Vorarbeiterfunktion&ldquo; was das Catering anbelangte übernahm inzwischen Drea Gagsteiger. Sofia stellte fest, dass sie sehr zuverlässig und mit Übersicht in diesem Bereich arbeitete, in der ganzen Region bekannt und offenbar sehr beliebt zu sein schien. Von völlig unbekannten Menschen wurde sie dabei oft angesprochen, es gab gute Trinkgelder und immer wieder hörte sie Lobesworte über ihre &bdquo;Tat&ldquo;. Einerseits freute sich die Frau darüber, auf der anderen Seite wollte sie die Vergangenheit einfach vergessen, wurde aber dadurch immer wieder an dieses Leid erinnert.<br />
Emilia befand sich oft mit ihr im Hotel, häufiger jedoch beim Skifahren. Ihre Freundin Anni kam regelmäßig mit auf die Alm, durfte nach Rücksprache mit den beiden Mamas sogar einmal bei ihr übernachten und schlief im Wohnzimmer auf der Couch, denn oben war es doch etwas zu eng. Gerhard und Drea schafften es sogar gemeinsam Freizeit zu erhalten. Der Deutsche machte langsam Fortschritte was das Skifahren anbelangte und traute sich inzwischen auch mal vorsichtig die längere Abfahrt am Puflatsch zu nehmen. Trotzdem gab es blaue Flecken an Hüfte und Hinterteil bis er plötzlich eine Abfahrt ohne Sturz schaffte. Er schickte seiner Schwester einen von Emilia aufgenommenen Clip, den diese zuerst gar nicht einordnen konnte und nachfragte, wer denn dieser unbeholfene Skifahrer sei. Ob es sich um einen Touristen handle, den sie kennen sollte.<br />
Karin, Robert, Lea und Daniel nutzten die Möglichkeiten genauso aus wie die Wezers, wobei fast jeden Abend zwei Personen bei Lena im Service arbeiteten, oftmals unterbrachen Lea oder Linda den Skitag um die Mittagszeit, zum auszuhelfen.<br />
Auf der Terrasse von Oswalds Haus tauchten am ersten Tag nach den Feiertagen vier Skifahrer, Tagesgäste, erst gegen Ende der Restaurantzeit zum Mittagessen auf. Einheimische, stellte Linda fest, die sie bediente. Nachdem sie das Essen in den höchsten Tönen lobten und bezahlt hatten, fragten sie, nach dem Souschef des Hauses, Alexander Hofr. Doch der fuhr ausgerechnet an diesem Tag gemeinsam mit seiner Greta Ski, im Grödnertal. Aus diesem Grund erschien dessen Bruder der Chef persönlich und identifizierte die vier umgehend als Nachbarn der Familie Hofr in Meran. Sofort setzte er sich zu ihnen an den Tisch und bat Linda doch bitte seinen Vater und Ossi zu holen. Es gab ein freudiges Wiedersehen und die drei Hofrs erfuhren aus erster Hand, was alles ablief im Hotel und dessen Umfeld.<br />
Oben an der Spitze des Gesprächs stand der Fernsehbericht über das Weihnachtsmenü. Noch finsterer hätten die drei Weiber danach geschaut. Das Haus an sich offenbar momentan ausgebucht, aber nach Ansicht der Nachbarn fehlten die Tagesgäste zum Essen. Früher stand um die Mittagszeit oft die ganze Straße voll mit Autos.<br />
Sie selber besuchten das Restaurant einmal bei der Wiedereröffnung und nun am zweiten Feiertag. Problemlos erhielten sie frei Plätze, Agathe stand mit einem älteren Herrn in der Küche und Daniela bediente, schaute wie immer, sehr grantig, während Wilma sich ausschließlich hinter der Theke aufhielt, offenbar Probleme mit dem Gehen hatte und eine Krücke benutzte um sich fortzubewegen.<br />
Die Qualität der Speisen &ndash; na ja. Als sehr &bdquo;launisch&ldquo; wurde die Küche bezeichnet. Teilweise gut, dann wieder weniger. Die Preise hatten nochmal angezogen, besonders für die Getränke. Dazu der unfreundliche Service. Als Einheimischer musste man das nicht unbedingt haben, es gab in Meran weitere Möglichkeiten zum Essen zu gehen. Daneben fiel ihnen auf, dass gerade die beiden Frauen im Restaurant überraschenderweise stark geschminkt zu sein schienen. Das widersprach dem früheren Eindruck.<br />
Die drei Hofrs sahen einander an und lachten. Josef klärte sie mit einem hämischen Schmunzeln über die Ursache auf, besonders über die Gehbehinderung von Wilma. Der Besuch der drei Weiber auf der Alm &ndash; die Nachbarn kamen aus dem Lachen gar nicht mehr heraus.<br />
&bdquo;Wenn bei selle die Fassaden immer noch zugeschpachtelt und überlackiert werden müssen, dann habt ihr aber wirklich eine gute Arbeit geleischtet&ldquo;, sagte der Opa anerkennend zu Ossi.<br />
Die Gäste erkannten was sich bei den Hofrnachbarn verändert hatte und stellten fest, es schien sich nicht negativ auszuwirken. Besonders Josef kam ihnen wesentlich lebhafter vor.<br />
&bdquo;Gut schaut ihr alle aus&ldquo;, bestätigten sie den drei Anwesenden.<br />
Sie wollten sich unbedingt wieder melden, desweiteren auch im Kreis bekanntmachen wo die Hofrs zu finden wären und wie es ihnen ginge, sagten sie zu bevor sie sich verabschiedeten.<br />
Oswald informierte Dennis Wezer am selben Tage darüber, dass der Bürgermeister nach ihm fragte. Er hätte etwas unter vier Augen mit ihm zu besprechen. Was mochte das wohl sein, überlegte Dennis und lud das Gemeindeoberhaupt ein, ihn hier oben am Abend zu besuchen. Der erschien mit einem Skidoo sowie einem Rucksack.<br />
Nach der Begrüßung setzte der Bürgermeister eine grimmige Miene auf.<br />
&bdquo;Wie lange wollen du und deine Fußballweiber den Korri noch feschthalten? Seine armen Eltern schimpfen und jammern sich fascht die Seele aus dem Leib.<br />
Der Bub geht doch vollkommen unter, in dem sündigen Deitschland, wo er von den halbnackerten Fußballhexen feschtghalten wird&ldquo;, brummte er Dennis an.<br />
Doch der schüttelte umgehend überlegen grinsend den Kopf.<br />
&bdquo;Korri siehst du so schnell nicht wieder. Im Gegenteil &ndash; ich habe den Auftrag bekommen hier bei euch weitere solcher Typen aufzuspüren. Kannst du mir einen Tipp geben wo es hier in der Gegend noch ein paar so geschickte Mechatroniker gibt wie den Korri?&ldquo;, fragte er ernsthaft und mit interessierter Miene.<br />
&bdquo;Zudem hängt im Sportheim der Polizei ein Fahndungsaufruf. Für jeden Mechatroniker und guten Mitarbeiter, den eines unserer Mädels bei den Trainingslagern von der Alm mitbringt, gibt&rsquo;s eine Prämie von der Firma. Beim nächsten Trainingslager sollen sich die Mädchen gezielt solche Burschen aussuchen, über diese hermachen, umgarnen, auf die Matratzen zerren, die Beine breit machen und mit nach Deutschland bringen.&ldquo;<br />
Es gelang ihm tatsächlich ein gespanntes Gesicht beizubehalten, die Ernsthaftigkeit seiner Worte rüberzubringen. Noch dazu als er der Mimik seines Gegenüber entnahm, dass der ihm dies auch noch abnahm. Das passte dem Bürgermeister gar nicht merkte er sofort.<br />
&bdquo;Meinscht sell jetzt wirklich im Ernscht?&ldquo;, fragte das Gemeindeoberhaupt.<br />
&bdquo;Natürlich! Du hast doch sowieso schon unheimliches Glück gehabt, dass der Martl überhaupt wieder zurückkam. Was meinst du, wenn wir dem dasselbe Angebot gemacht hätten wie dem Korri, der wäre sofort geblieben. Der fliegt jetzt nach Frankreich, Mexiko, Japan, Kanada und montiert dort unsere Maschinen, ist dadurch voll begeistert. Meinst du es gibt nicht noch mehr Burschen hier bei euch, die sich dafür interessieren?&ldquo;<br />
Der Bürgermeister schluckte, wusste keine schlagfertige Antwort. Dennis setzte sofort nach.<br />
&bdquo;Nicht nur immer einseitig denken! Ihr habt meine Schwester, die Susanne, Nicole, Geli, Melissa und ihre Mutter. Dazu den Gerhard, welcher sich vermutlich genauso hier niederlässt. Das sind sieben Personen.<br />
Und im Gegenzug? Gerade einmal zwei. Die Teresa und den Korri. Also kann ich noch fünf abwerben.&ldquo;<br />
&bdquo;Und was ischt mit der Vroni?&ldquo;<br />
&bdquo;Die habe ich ganz vergessen. Aber da gibt es doch noch Verbindungen zu ihrer alten Heimat, habe ich gehört.&ldquo;<br />
Der Bürgermeister begann zu grinsen.<br />
&bdquo;Selle sollt besser in Deitschland bleiben. Die Alm und es ganze Tal bis runter nach Bozen hat über die ausgerenkte Goschn von ihrer Mutter gelacht und frohlockt. Wenn die Vroni wieder heimkommt &ndash; selle hat nix zum Lachen bei der Zenz.<br />
Die Pircherin, die Mutter von der Teresa hat ihre Lektion gelernt. Selle redet nit mehr vom schwulen Architekten. Und den Benedikt lässt sie auch in Ruh, ischt nur noch richtig schtolz auf ihre Kinder und den Enkel. Die tät ihre Teresa sofort wieder aufnehmen.&ldquo;<br />
&bdquo;So weit wird&rsquo;s hoffentlich nicht kommen&ldquo;, antwortete Dennis.<br />
Der Bürgermeister nickte. &bdquo;Sell glaub ich dir. Aber wegen dem Korri brauchscht dir auch keine Gedanken machen. Sagscht ihm einen schönen Gruß. Er soll nur bei euch bleiben. Dem Eugen trau ich alles zu. Wenn der den Buben in die Finger kriegt, der schperrt ihn wochenlang ein und verprügelt ihn wie es schlimmschte Stück Vieh, wo in einem Schtall schteht. In dem Moment denkt seller nit an die chrischtlichen Werte. Ihr müsst nur aufpassen, dass selle nit doch einmal auftauchen, bei euch in Deitschland und den Buben holen wollen.<br />
Die Mutter vom Korri hat bei der Melli und meiner Schwägerin der Anna schon nachgfragt wo selle wohnen, aber der Valentin hat zu ihr gsagt, sell ischt sehr gfährlich einfach nach Deitschland zum fahren und den Buben dort zu suchen. Die Schtadt ischt so groß, da kommt man ohne genaue Adresse nit weit. Und wenn man vor einem Schild schteht wo zum lesen ischt &acute;Alle Richtungen&acute; dann ischt man ganz verloren. Dann kommens zu einer Bruck wo die Schiffe obendrüber fahren.<br />
Aber ich sag dir eins! Die geben keine Ruh und meinen mit Gottes Hilfe finden sie überall hin und auch ihren Karl. Der Valentin hat sie aber gfragt ob sich der Herrgott wohl in Sodom und Gomorra überhaupt auskennt und nit gar am End Feuer und Schwefel runterlässt wenn sie dort sind. Und sell hat den zweien dann doch schwer zum denken geben.&ldquo;<br />
Dennis lachte, wusste von Linda wie die Damen der Polizei bereits darüber sprachen Korris Eltern zu &acute;empfangen&acute;, wenn sich die Möglichkeit bot und sie ihnen in die Hände fielen. Doch das verschwieg er seinem Besucher.<br />
Er sah auf den Rucksack des Bürgermeisters, wusste er konnte sich einen Spruch ihm gegenüber erlauben.<br />
&bdquo;Hast deine Brotzeit oder den Wein mitgebracht? Meinst, du kriegst nix in dem Hotel&ldquo;?<br />
Sofort wurde der Amtsträger nochmals sehr ernst und tat geheimnisvoll. Unbedingt wollte er mit ihm alleine sein.<br />
Sie nutzten Oswalds Büro, setzten sich an den Besprechungstisch. Dort holte der Bürgermeister aus dem Rucksack eine alte und zerbeulte grüne Kassette.<br />
&bdquo;Sell hat mir der Hubr gebracht! Die habens beim Abbruch von dem alten Hof gefunden, den du kauft hascht.&ldquo;<br />
&bdquo;Und was ist da drinnen?&ldquo;, fragte Dennis erstaunt.<br />
Der Bürgermeister zuckte mit den Schultern.<br />
&bdquo;Sell weiß ich nit. Du hascht es Haus gekauft, also ghörts dir.&ldquo;<br />
Dennis sah die Box an. &bdquo;Sieht aus wie eine alte Geldkassette.&ldquo;<br />
&bdquo;Der Hardl hat nie Geld ghabt, seit ich denken kann, und solang er lebte. Woher auch? Der hat drei Kühe gemolken, an paar Schafe und Geißen gefüttert und sell hat ihm greicht. Es Arbeiten hat seller nit erfunden. Der ischt lieber vor seinem Haus gsessen, hat seine Pfeife graucht und den jungen Madln nachgschaut.&ldquo;<br />
&bdquo;Und was ist mit den Pachteinnahmen von den sechs Hektar Wiesen geschehen, die ihm gehörten?&ldquo;, grinste Dennis<br />
Erstaunt blickte der Bürgermeister ihn an.<br />
&bdquo;Welche sechs Hektar Wiesen?&ldquo;<br />
&bdquo;Siehst du Bürgermeister, alles weißt du auch nicht von deiner Gemeinde und der Alm. Ich war noch mehr überrascht als ich davon erfuhr. Die hat ein Bauer von etwas weiter hinten auf der Alm bewirtschaftet und dem Hardl, solange er hier oben wohnte dafür Pacht bezahlt. Danach nutzte er sie weiter, mit der Genehmigung des Mannes pachtfrei, bis sie verkauft oder übernommen würden und die Erben oder Käufer sich bei ihm meldeten.&ldquo;<br />
Der Bürgermeister sah ihn nochmal sehr erstaunt an.<br />
&bdquo;Sechs Hektar Wiesen? Bischt sicher, dass sell schtimmt?&ldquo;<br />
Dennis nickte ernst. &bdquo;Der Notar hat mir die Grundbuchauszüge gezeigt und kopiert. Er meinte nur, dass ich diesen Teil der Alm sehr günstig bekommen habe, aber nachdem die Erben so unverschämt gewesen sind, sah er keine Veranlassung darauf aufmerksam zu machen, hat einfach die Urkunden aufgesetzt.&ldquo;<br />
&bdquo;Und was machscht jetzt damit?&ldquo;<br />
&bdquo;Der Toni wird es vermutlich nutzen. Er kauft sich neue Maschinen, auch für die Hangbearbeitung, investiert da einiges an Geld. Außerdem sind das Flächen auf denen Kräuter wachsen, welche die Agnes sammelt. Die ist froh darüber, denn dann schimpft niemand mehr, wenn sie vor dem Mähen durchs Gras stapft und es wird auch nicht einfach mehr gemäht ohne Absprache mit ihr.&ldquo;<br />
Der Bürgermeister schüttelte den Kopf. Dass ausgerechnet ihm so etwas entging! Erneut sah er nachdenklich auf die Kassette, schwieg allerdings.<br />
&bdquo;Warum hast du sie nicht aufgemacht?&ldquo;, fragte Dennis der seinem Blick folgte.<br />
&bdquo;Sell ischt bei uns eine Sache der Ehre&ldquo;; lautete die Antwort. &bdquo;Die gehört dir und damit baschta.&ldquo;<br />
Dennis sah das Blechkästchen an und nahm es in die Hand, schüttelte es. Nichts konnte er hören. Trotzdem merkte er am Gewicht, dass etwas darin sein musste. Alte Papier und persönliche Unterlagen des Hardl? Auch er wollte wissen was sich darin verbarg. Entsprechende persönliche Unterlagen und alte Papiere mit denen er schon gar nichts anfangen konnte, vielleicht auf die Alm oder doch den Angehörigen gehörten? Das brauchte er nicht daheim in Deutschland.<br />
&bdquo;Und wie bringen wir die jetzt auf?&ldquo;, fragt er den Bürgermeister.<br />
&bdquo;Am beschten mit einem Hammer und einem Schtemmeisen&ldquo;, antwortete der.<br />
&bdquo;Und wo bringen wir so etwas her? Meinst du es gibt im Hotel solche Werkzeuge?&ldquo;<br />
&bdquo;Sell denk ich nit. Aber wenn willscht &hellip;&hellip;..&ldquo;<br />
Er griff erneut in seinen Rucksack und förderte die beiden Teile zu Tage.<br />
Da packte wohl jemanden die Neugierde und daher sorgte er entsprechend vor, dachte Dennis und grinste. Erwartungsvoll blickte ihn der Bürgermeister an. Er wollte ihm nicht den Spaß verderben wobei Heiko sicher eine Möglichkeit fände, sie hier zu öffnen.<br />
Dennis nickte dem Mann zu. Er hielt die Kassette fest und es benötigte nur drei Schläge bis der Verschluss nachgab und das Schloss brach. Den beiden gingen die Augen über. Die Box sprang quasi von alleine auf, denn richtig vollgestopft mit Geldscheinen, übten die einen gewissen Druck aus. Ein großer Teil bestand aus Lire, trotzdem erkannten sie etliche zweihunderter und hunderter an Euroscheinen. Ein Zettel lag obenauf. Zwar deutlich geschrieben, aber für Dennis unleserlich. Nur wenige Zeichen konnte er entziffern, erkannte die altdeutsche Schrift. Der Bürgermeister nahm das Blatt zur Hand und las vor.<br />
&bdquo;Dieses Geld stammt aus meinen Pachteinnahmen für die Wiesen die ich nicht mehr bewirtschafte. Für meine paar Viecher reichte das, was um den Hof herum wuchs. Wer das hier findet darf es behalten, oder soll damit etwas Gutes tun.<br />
Ich hoffe nur es fällt nicht meinen gierigen Erben in die Hände, aber die haben schon gesagt sie verkaufen den Hof und dadurch hoffe ich, dass sie es nicht bekommen. Die Finder sollen es auf keinen Fall denen überbringen. Falls ihr, als Erben es trotzdem finden solltet, wünsche ich, dass euch das Geld Unglück bringt.<br />
Ich bitte aber darum, zwanzig Jahre lang einmal im Jahr an meinem Geburtstag in der Kirche eine Messe für mein Seelenheil lesen zu lassen, damit ich zumindest so lang nit ganz vergessen werd.&ldquo;<br />
Die beiden blickten sich erstaunt an.<br />
&bdquo;Was willscht jetzt damit machen?&ldquo;, fragte der Bürgermeister.<br />
Dennis sah schweigend auf den Tisch.<br />
Der Bürgermeister räusperte sich. &bdquo;Also den Erben brauchscht es nit geben. Sell wollt der Hardl nit.&ldquo;<br />
Dennis nickte mechanisch. &bdquo;Das ist mir schon klar! Soll ich alles dem Pfarrer geben?&ldquo;<br />
Sein Gegenüber verzog das Gesicht.<br />
&bdquo;Die Kirch jammert immer am meischten, hat aber Geld mehr als gnug. Selle laufen in den schönschten und teureschten Meßgwänder umeinander, die koschten mehr als es zehnfache wie die Amtstracht für einen Bürgermeischter. Dazu ischt die Kirch teilweise ein reines Kommerzunternehmen. Schau doch runter nach Bozen in die Schpedition wie viel Laschtwagen da schtehen. Und wenn die beauftragscht kannscht auch nit mit einem Vergelts Gott bezahlen, da kriegscht eine Rechnung und die ischt nit klein. Gerade die oberen in Rom reden oft recht dumm daher und tun als ob sie verhungern täten. Sell ischt ganz sicher nit der Fall. Die brauchens auch nit&ldquo;, antwortete er.<br />
&bdquo;Wer hat es überhaupt gefunden?&ldquo;, wollte Dennis wissen.<br />
&bdquo;Sell weiß ich nit. Der Hubr hats mir gebracht. Es ischt beim Abriss im Schutt auftaucht, hat er gsagt. Ich denk der schwarze Schorsch hat alles aufgladen. Wer sonscht noch dabei gewesen ischt weiß ich nit.&ldquo;<br />
Erneutes Überlegen. Der Bürgermeister beobachtete ihn und wusste inzwischen, ein Dennis Wezer dachte vermutlich nicht daran dieses Geld selber zu behalten. Dessen Überlegungen wanderten in verschiedene Richtungen. Dem Finder in jedem Fall einen Finderlohn zu bezahlen und der Rest? Langsam kristallisierte sich eine gewisse Vorstellung heraus.<br />
&bdquo;Weißt du was Bürgermeister! Jetzt trinken wir einen Schoppen Wein, zählen das Geld und schauen mal welche Summe herauskommt, dann sehen wir weiter&ldquo;, schlug Dennis vor.<br />
Mehrere Millionen kamen dabei zusammen. Lire allerdings. Jeder der einzelnen 500.000 Lire Scheine hatte knapp einen Wert von 250 Euros. Unverhofft trat Oswald ein. Er wusste nicht, dass Dennis und der Bürgermeister hier saßen, stutzte und sah auf den Tisch mit dem vielen Geld.<br />
&bdquo;Woher kommt sell denn jetzt?&ldquo;, fragte er überrascht.<br />
&bdquo;Da schaust du jetzt aber! Der Bürgermeister und ich haben einen Tresor geknackt&ldquo;, antwortete Dennis und deutete auf die Kassette.<br />
&bdquo;Wo habt ihr den gefunden?&ldquo;, wollte Oswald wissen.<br />
&bdquo;Was hältst du vom Keller des Hotels? Der Bürgermeister kennt sich überall hervorragend aus. Er weiß genau wo er suchen und einbrechen muss&ldquo;, flunkerte er weiter und deutete auf die beiden Werkzeuge.<br />
Ungläubiges Staunen. Doch ein Oswald Hofr kannte den Besitzer inzwischen genauso gut und überlegte gerade ob er ihn fragen sollte damit einen weiteren Anbau zu finanzieren. Rasch klärte er seinen Direktor über den wahren Hintergrund auf. Dennis wollte mit Xaver reden was den alten Hardl anbelangte und woher das Geld stammen könnte. Er bat den Bürgermeister es mitzunehmen und umtauschen zu lassen. Auf keinen Fall wolle er es für sich behalten. Die Finder sollten den angemessen Finderlohn bekommen und mit dem Rest wollte er zusammen mit seiner Frau sprechen und etwas überlegen, wobei er eine Vorstellung besaß.<br />
&bdquo;Weischt du wann die Teresa und ihr Mann wieder einmal af die Olm kommen?&ldquo;, fragte der Bürgermeister Dennis.<br />
&bdquo;Hier herauf höchstens zum Skifahren. Übernachten werden sie unten bei Teresas Familie. Müsstest einfach mal nachfragen. Warum? Brauchst du ihre Dienste als Architektin?&ldquo;, wollte er wissen.<br />
Darauf erhielt er vom Oberhaupt der Gemeinde keine Antwort.<br />
Tags darauf setzte Dennis sich ins Auto des Hotels Sumer und fuhr gemeinsam mit seiner Frau und Jogi Volk in Richtung Bozen. Sein Ziel: Das Weingut. Trotz dem Schnee wirkte der ganze Komplex imposanter und mächtiger als auf den Bildern, die Carola kannte. Volk staunte ebenso als sie im Innenhof anhielten.<br />
&bdquo;Das sieht ja aus wie eine richtige Burg&ldquo;, erkannte er begeistert.<br />
&bdquo;Pass auf, dass nicht gleich aus einer Türe ein Ritter kommt und mit einem Schwert auf dich losgeht&ldquo;, warnte Dennis.<br />
Die Ritter und Burgfräuleins erschienen relativ rasch angesichts des unbekannten Fahrzeugs, strahlten als sie Dennis erkannten. Der stellte ihnen seine Begleiter vor. Jogi Volk, der für etwas zusätzlichen Umsatz sorgte, davor natürlich seine Frau Carola. Dennis hingegen lernte Anneliese kennen, die Freundin von Michl.<br />
Es folgte eine Besichtigung der Kellerei, sie warfen einen Blick in das Lager, wo immer noch einiges an Wein stand der verkauft werden sollte, auch wenn die beschlagnahmte und teils vernichtete Ernte vollkommen fehlte, eine große Lücke hinterließ. Im Anschluss setzten sie sich im Haus zusammen, da das Büro aktuell nicht beheizt wurde.<br />
Jogi wurde gebeten etwas wegzuhören als es um Zahlen und angedachte Investitionen ging. Dennis hörte schnell heraus, es herrschte Uneinigkeit, was dieses Thema anbelangte.<br />
Während Luna fortschrittlich und in die Zukunft dachte, investitionsfreudig wirkte und auf eine komplett neue Abfüllanlage drängte, bremste Anneliese. Sie wollte sparen und kleine Schritte unternehmen, spekulierte nicht zu sehr mit den Einnahmen der Weine des letzten Jahrgangs, der in den Fässern und Tanks lagerte. Jedes gab seine Meinung ab, wollte Dennis überzeugen. Es entstand nahezu ein Putt, denn die beiden Männer schlossen sich der Meinung ihrer Freundinnen an. Er erkannte darin eine Gefahr für die Zukunft des Weingutes. Dies musste er umgehend so gut es ging beseitigen.<br />
&bdquo;Also Leute, so geht es nicht!&ldquo;, begann er ungewohnt energisch und schüttelte dabei den Kopf.<br />
&bdquo;Wir können uns nicht leisten, dass über jedes Thema so lange und heftig debattiert wird. Bene und Michl sind Teilhaber und Geschäftsführer. Sie alleine entscheiden in der Regel gemeinsam mit mir. Luna ist für den fachlichen Teil im Thema Weinbau verantwortlich, ist nach den Aussagen von euch in diesem Part die kompetenteste. Und das werde ich berücksichtigen. Ich wollte mich aus dem operativen Geschäft komplett heraushalten und euch diesen Part überlassen, ging davon aus, dass ihr euch in jeglicher Hinsicht schnell einig seid, so wie ihr mir damals gemeinsam euer Konzept vor dem Kauf vorgelegt habt.<br />
Jetzt merke ich bereits, dies ist offensichtlich nicht möglich. Daher läuft es zukünftig so, dass ihr mich über alles informiert, wenn ihr nicht schnell zu einer gemeinsamen Lösung kommt. Dann will ich die Argumente hören und werde daraufhin entscheiden. Das bedeutet für euch und für mich einiges mehr an Arbeit.<br />
Aber um unbedingt klar zu stellen. Ich möchte dieses Weingut voranbringen. Mir wurde gesagt es hatte früher eine Vorreiterrolle in der ganzen Region was Qualität und Fortschritt anbelangte und die soll es wieder bekommen. Ich sehe in euch die große Chance es zu schaffen, mit neuen Ideen und frischem Wind. Nur dazu müsst ihr an einem Strang ziehen und euch nicht gegenseitig mit Kleinigkeiten zerfleischen.<br />
In dem Fall stimme ich Bene und Luna zu. Bestellt eine neue Abfüllanlage und die gewünschten Geräte für die Zukunft. Handelt vielleicht gut mit den Verkäufern, macht ihnen klar, dass noch mehr Bestellungen dieser Art kommen, dann bemühen die sich preislich. Wenn ihr nicht zurechtkommt wendet euch an mich.&ldquo;<br />
Sofort spürten alle welcher Wind hier blies und gerade Anneliese sah sich plötzlich auf den Boden der Tatsachen zurückgesetzt. Sie dachte anfangs genauso wie die anderen drei mitentscheiden zu können, doch die Worte von Dennis zeigten ihr dessen Standpunkt und ihre Position eindeutig auf. Nichts, oder nicht viel hatte sie zu sagen. Aber sie wollte unbedingt hierbleiben. Es gefiel ihr, das Leben in dieser Burg, gemeinsam mit ihrem Freund.<br />
Im großen Wohngebäude standen immer noch viele Räume leer. Carola konnte sich schon vorstellen hier ab und zu abzusteigen, in der Burg zu leben. Sicher ein völlig neues Gefühl. Der Begriff &bdquo;Ferienwohnung&ldquo; geisterte ihr durch den Kopf. Dann schlug Jogi in Gegenwart aller plötzlich vor eine Probierstube, sowie eine kleine Jausenstation nach Art der Alm einzurichten.<br />
Die vier schauten etwas entsetzt zu Dennis. Der schüttelte spontan den Kopf.<br />
&bdquo;In diesem Bereich handelt es sich um ein reines Privatgebäude. Da haben solche öffentlichen Räume nichts verloren. Ich denke auch ihr wollt nicht, wenn plötzlich fremde Menschen in eurem persönlichen Wohnbereich herumlaufen. Dazu muss das Haus in dem Fall Toiletten zur Verfügung stellen. Das geht schon gar nicht. Die Haustüre bleibt für alle anderen zu. Dahinter haben nur Personen was verloren, die hier wohnen oder von den Bewohnern hereingebeten werden. Das Einzige was ich mir vorstellen könnte, wäre eine kleine, abgetrennte Ferienwohnung, quasi ein Appartement. In dem kann im Bedarfsfall jemand von uns übernachten, wobei dazu eine weitere Wohnung zusätzlich zur Verfügung steht.<br />
Probierstube und Imbiss bieten sich höchstens drüben in der Kellerei an. Nochmal! Hier im privaten Bereich haben meiner Ansicht nach fremde Personen nichts zu suchen. Aber ich bin hier offen. Wenn ihr anderer Meinung seid, können wir hier schon so etwas machen.&ldquo;<br />
Carola bemerkte wie die vier erleichtert aufatmeten und den Kopf schüttelten. Luna unterbreitete einen Vorschlag. Es gab schon eine kleinere Probierstube und daneben eine etwas größere Kammer in der lauter Gerümpel und altes Zeug stand, eine Türe weiter ein Raum in dem früher zurückgegebene Flaschen aufbewahrt und gereinigt wurden. Auch die wurde nicht mehr benutzt. Keine schlechte Idee, fand Dennis, doch es ging auch um die Frage von Sanitärräumen, wie Toiletten. Teresa Klein sollte sich das einmal anschauen, kürzte er jede weitere Diskussion ab.<br />
&bdquo;Denen hast du jetzt anständig die Meinung gegeigt&ldquo;, stellte Volk wenig später auf der Rückfahrt fest.<br />
&bdquo;Das ist ganz normal wenn ihm etwas nicht passt. Anders kannst du den Laden nicht zusammenhalten&ldquo;, entgegnete Carola.<br />
Jogi meldete sich gleich mal an, als Nutzer der Ferienwohnung. Unbedingt wollte er einen Bericht über dieses Weingut verfassen.<br />
&bdquo;Da fließt noch einiges an Wasser den Eisack herunter bis es soweit ist und die entsprechend eingerichtet wird&ldquo;, kürzte Dennis ab.<br />
Kurz nach Mittag kehrten sie auf die Alm zurück, trafen auf der Terrasse bei Sofia lediglich Heiko und Marianne. Der &bdquo;Rest&ldquo; sei heute in Val Gardena, erfuhren sie.<br />
Und das war auch der Fall. Kaum liefen am Morgen die Lifte musste es schon losgehen. Dort angekommen fuhren sie sofort nach Wolkenstein hinab. Emil und Felix gaben keine Ruhe bis alle, einschließlich Karin und Lea mit nach oben zur Bergstation Ciampinoi fuhren. Da bekam sogar Robbi ein etwas ungutes Gefühl vom Weltcupstart aus beim Blick nach unten. Karin und Lea schüttelten umgehend den Kopf, drehten mit den Zwillingen Richtung &bdquo;Damenstrecke&ldquo; ab während sich die anderen vorsichtig in den Hang wagten.<br />
Keiner der Männer wollte kneifen. Daniel schwitzte gewaltig bis er unten an der Waldgrenze ankam wo sie sich mit den ängstlicheren weiblichen Teilnehmerinnen trafen. Ritas Bruder wunderte sich selber darüber wie er diesen Hang ohne Sturz überstand. Nahezu senkrecht ging es in seinen Augen hoch. Erleichtert atmete er auf dieses steile Stück geschafft zu haben. Doch nach kurzer Fahrt standen sie plötzlich an der Einfahrt zur sogenannten &bdquo;Mauer&ldquo;, welche fast das identische Gefälle aufwies wie der obere Hang.<br />
Es ging genauso gut, lediglich Emil stürzte und rutschte über hundert Meter auf dem Hosenboden bis es wieder flacher wurde. Der Sturz war keinesfalls schmerzhaft, ihm glitt einfach der Ski weg. Schlimmer für ihn allerdings der Spott seiner drei Geschwister, denn auch die Mädchen konnten in dieser Beziehung sehr gut austeilen nachdem sie den Steilhang ohne Sturz überwanden. Trotzdem fuhren alle noch einmal hoch und über die rückwärtige Abfahrt, vorbei an Selva, zur Talstation, bevor sie wieder auf die andere Seite übersetzten.<br />
Danach bot sich Daniel eine Gelegenheit auf die er wartete. Er wollte alleine mit Linda in einem Sessellift sitzen. Kaum befanden sie sich in der Luft begann er zu reden.<br />
&bdquo;Du Linda. Ich möchte mich bei dir nochmals entschuldigen. Und zwar für alles. Auch das was früher in der Kindheit auf dem Hof gewesen ist.<br />
Erst jetzt, wenn man erwachsen wird steigt man dahinter, wie Scheiße das Verhalten dir gegenüber damals war. Ich kann nur hoffen, dass du es mir verzeihen kannst. Du bist so eine tolle Frau geworden und ich bewundere dich ganz ehrlich, vergönne es dir was du erreicht hast. Dafür komme ich mir im Nachhinein immer schäbiger vor.<br />
Besonders dir gegenüber aber auch meiner Schwester Rita. Ich bin von meinen Eltern beeinflusst worden, und erst jetzt, wo sie sich trennten merke ich auf einmal wie wenig ich die beiden interessiere. Sicher, ich bin nun auch volljährig und sollte mein Leben selber in die Hand nehmen. Aber an Weihnachten vor einem Jahr flehten sie mich noch an unbedingt bei ihnen zu bleiben nachdem sie mit Rita so eine Pleite erlebten.<br />
Und ich Trottel habe das alles geglaubt. Genauso wie das was man über dich früher sagte. Mama, Onkel Fritz und Tante Else hauptsächlich.&ldquo;<br />
Linda schwieg. Zuerst überlegte sie nachzufragen, doch dann wollte sie gar nicht hören was die anderen von ihr hielten. Sie ahnte es, bekam es oft genug zu Ohren. Daniel fasste ihr Schweigen anders auf.<br />
&bdquo;Linda, ich meine es ehrlich. Mein blödes Verhalten geht mir seit dem Treffen in diesem Club nicht mehr aus dem Kopf. Da habe ich mich genauso dämlich angestellt und ärgere mich seither bis heute darüber.&ldquo;<br />
Solche klaren Worte erwartete sie nun nicht von ihm, spürte &ndash; er meinte es tatsächlich ehrlich.<br />
&bdquo;Daniel, wenn ich nicht vergessen könnte, wärst du ganz sicher nicht hier und würdest auf keinen Fall in der Ferienwohnung übernachten. Ich finde es schön von dir, dass du mir das so sagst.<br />
Weißt du, die Momente an denen ich an mein früheres Leben zurückdenke werden immer weniger, wobei es sicher schreckliche Augenblicke gegeben hat, welche ich mein ganzes Leben lang nicht vergesse. Zu denen gehören vermutlich nicht die Zeiten in denen du mit dabei warst. Es gab deutlich Schlimmeres, was ich dort auf dem Hof erlebte und das ich nicht so einfach abschütteln kann, auch keine Entschuldigung dafür akzeptiere.<br />
Halte dich in Zukunft an deine Schwester. Vor allem wenn du dich von deinen Eltern trennen möchtest und ausziehst. Es ist nicht richtig wie sie dich behandeln, andererseits haben sie recht, du kannst auf eigenen Beinen stehen. Rita hilft dir sicher dabei, Marcus Knaus wird für dich eine kleine Wohnung besorgen, wenn du es willst. Er und seine Eltern betreiben ein Immobilienserviceunternehmen und vermieten viele Wohnungen.<br />
Deine Schwester mag dich und wird dir vermutlich dabei helfen anfangs Fuß zu fassen. Sei einfach nett zu ihr und zu Melinda. Die zwei haben sehr lange die Bindung zu einem Angehörigen vermisst. Besonders Rita litt sehr darunter und ist auch heute noch misstrauisch.&ldquo;<br />
Nachdenklich saß Daniel neben ihr, stimmte jedem Satz den sie sagte zu. Er hielt es in diesem Augenblick besser sich zukünftig an Linda zu halten. Da sprach eine erfahrene junge Frau, die ihm offenbar nichts mehr nachtrug und aufgrund seiner ehrlichen Worte einen Schlussstrich zog. Die anderen erkannten, es fiel offenbar etwas vor zwischen den beiden während der Fahrt im Lift, denn Daniel wirkte nachdenklich seit dem Aussteigen an der Bergstation. Es tat aber dem Vergnügen keinen Abbruch.<br />
Abends wirkte er zeitweise immer noch sehr grüblerisch. Er hatte Weihnachtsgrüße an seine Eltern geschickt, mit einigen Bildern. Von beiden erhielt Daniel keine Antwort. Im Gegensatz zu seiner Schwester. Die schickte ihm umgehend ein Bild von Melinda, Marcus und ihr vor dem Weihnachtsbaum, schrieb allerdings nichts von der Verlobung. Dazu wünschte sie ihm weiterhin viel Spaß. Den hatte er, fühlte sich sauwohl hier auf der Alm zusammen mit Lea, Rita und Robbi. Nach dem heutigen Nachmittag auch mit Linda und ihrem Freund Tom.<br />
Daniel bedauerte lediglich, dass es am Ende nicht mehr oft dazu reichte oben im Hotel von Oswald zu arbeiten. Aber bei Sofia gab es genauso zu tun und er hatte keine Probleme damit nochmal ein paar Stunden Skifahren sausen zu lassen, um beim Aufbau eines größeren Silvesterbüffets zu helfen als Sofia ihn fragte.<br />
Dennis traf daneben gleich zu Beginn des Aufenthaltes auf den neuen Mitarbeiter am Lift. Er wusste nichts von dem Job Gerhards, war entsprechend überrascht. Drea lief ihm lediglich einmal im Hotel kurz über den Weg, seine Schwester klärte ihn über die genommene Entwicklung in deren Leben auf.<br />
Ja, man wollte sich in ein paar Tagen einmal zusammensetzen, da Drea nach wie vor keinen Mietvertrag hatte und nicht wusste wie hoch die Miete sein würde, davor etwas Angst bekam. Gerhard beruhigte. Er kannte Dennis Wezer inzwischen sehr gut und weiterhin wollte er dazu schießen, denn schließlich wohnte auch er fest hier oben.<br />
Der Vermieter vereinbarte einen Besuch in dem kleinen Häuschen in Anwesenheit von Gerhard, Emilia und Drea. Bei der Gelegenheit wollte er mit dem Xaver reden. Zufällig lief, oder besser gesagt fuhr, ihm an diesem Tag bei der nächsten Abfahrt der Hubr über den Weg, der nach seinem Mitarbeiter sehen wollte, den er wie alle seine Maurer abgemeldet hatte. Als er vom neuen Job erfuhr, erschrak er zuerst und hatte Sorge, Gerhard bliebe bei dieser weniger anstrengenden Arbeit bei der Bergbahn auch im Sommer. Doch der beruhigte ihn umgehend worauf der Bauunternehmer nur noch hoffte, er würde sich nicht beim Skifahren verletzen. Spontan fragte Denis ihn nach der Kassette und erfuhr, dass Gerhard sie entdeckte und zusammen mit dem schwarzen Schorsch aus dem Schutt barg.<br />
Dennis enthielt ihm den Inhalt nicht vor, nachdem der Bauunternehmer Familienschmuck oder Dokumente darin vermutete. Einen entsprechenden Finderlohn würden die beiden unbedingt erhalten, der Rest &ndash; Dennis hatte bereits einen Gedanken den er mit seiner Frau teilte. Carola stimmte der Idee umgehend zu.<br />
Am selben Abend erschien der Bürgermeister im Hotel und brachte das Geld. Frisch getauscht und abgezählt. Die vermutete Summe wurde nochmal nach oben korrigiert. Auch er sprach mit Hubr, zeigte sich mit der Lösung von Dennis vollkommen einverstanden.<br />
Neues zu berichten wusste er von Korris Familie. Die anderen drei Kinder muckten offenbar auf und wurden sofort rigoros von den Eltern weggesperrt, nachdem Korri die Feiertage irgendwo am Strand in der Südsee verbrachte und die Geschwister ihn plötzlich darum beneideten, dies den Eltern auch mitteilten.<br />
Carola und Dennis schwangen sich wiederum auf den großen Skidoo und fuhren über die Piste nach unten auf den Hof. Zuerst besuchten sie Agnes und Xaver. Dennis fragte nach dem alten Hardl und dessen &bdquo;Vermögensverhältnissen&ldquo;.<br />
Ein alter Knauserer sei er gewesen, der jede Lira am liebsten nochmal geteilt hätte und jeden Heuhalm einsammelte, auch mal mit dem Rechen beim Heumachen sich an der &bdquo;Grenze&ldquo; zu den danebenliegenden, nicht ihm gehörenden Wiesen &bdquo;vertat&ldquo;, einfach hinüberlangte um etwas mehr zu bekommen. Auch Xaver machte sich bereits Gedanken darüber wo dessen Geld hingekommen sei, denn umsonst gab es bei einem Hardl nichts solange der auf der Alm lebte.<br />
Er verlangte sogar von der Agnes jedes Jahr einen gewissen, nicht gerade geringen, Vorrat an Schnaps, für die von ihr gesammelten Kräuter auf seinen Wiesen.<br />
&bdquo;Seller hat oft einen Zünder in der Krone ghabt und ischt zu mir kommen, er braucht nochmal einen Kräutergeischt zum einreiben. Aber mit sellem hat er sich nur innerlich eingerieben&ldquo;, erinnerte sich die alte Bäuerin.<br />
&bdquo;Man soll über die Toten nix schlechtes sagen&ldquo;, fuhr sie fort und seufzte dabei. &bdquo;Der Herr geb dem Hartl die ewige Ruh, und ein Glaserl Schnaps dazu.&ldquo;<br />
Im Anschluss besuchten sie die drei im Austragshäuschen. Drea und Emilia warteten äußerst nervös. Gerhard gelang es nicht komplett sie zu beruhigen, nachdem er den Besuch von Dennis ankündigte. Drea kannte den Chef der Wezerwerke ganz flüchtig von der Taufe her, wechselte mit ihm ein paar Worte aber ansonsten &ndash; dieser Name, für Drea Gagsteiger ein Begriff der Respekt, fast schon Furcht einflößte, auch wenn Gerhard begeistert von ihm erzählte. Genauso wie Sofia, die sehr oft humorvoll abfällig von ihrem kleinen Bruder sprach. Es gab eine freundliche, eher zurückhaltende, fast ängstliche Begrüßung durch die zwei Frauen. Er bemerkte ihre Beklommenheit und fragte sie als erstes wie es ihnen gehe.<br />
Sehr gut lautete die Antwort mit einem Blick auf Gerhard, wobei sie wussten, dass er auf Vermittlung von Dennis Wezer hier in der Region arbeitete. Aber alles hatte er noch nicht von seinem Leben in Deutschland erzählt.<br />
Dennis freute sich, er habe gehört, dass seine Schwester und sein Schwager sie in jeglicher Hinsicht unterstützten, sollte es Probleme gäbe könne sie sich ohne Zögern direkt an ihn wenden.<br />
&bdquo;Eine Sofia Sumer neigt oft dazu die Leute für sich auszubeuten&ldquo;, meinte er mit einem Schmunzeln, als er das erstaunte Gesicht von Drea Gagsteiger sah.<br />
&bdquo;Das ist nicht der Fall&ldquo;.<br />
Drea kämpfte kurz mit den Tränen und versicherte weiter sie könne jederzeit noch mehr arbeiten. Emilia wäre selbständig und meist bei Agnes oder auch im Hotel bei den Kindern.<br />
&bdquo;Auf keinen Fall noch mehr! Und schon gar nicht in diese Richtung etwas verlauten lassen. Das nutzt die sofort aus&ldquo;, unterbrach Dennis empört.<br />
&bdquo;Ihr möchtet doch etwas Zeit gemeinsam verbringen. Nehmt euch die Freizeit unbedingt. Wenn ihr Sofia den kleinen Finger gebt, greift sie nach der ganzen Hand&ldquo;, grinste er in Richtung Emilia.<br />
Schnell fragte Andrea nach der Miete. Noch keinen Cent zahlte sie bisher dafür, rechnete mit einer immensen Nachzahlung. Die Antwort verblüffte sie.<br />
&bdquo;Das Haus steht ansonsten doch leer. Ihr bezahlt die Nebenkosten und wenn von meiner Hausverwaltung in Deutschland jemand hier Urlaub macht, erstellt der einen Mietvertrag, der ab dann Gültigkeit hat wenn er unterzeichnet wird.&ldquo;<br />
Sie glaubten nicht richtig zu hören als er den Mietpreis nannte, den sie sofort akzeptierten. Gerhards Ferienwohnungen, welche er das Jahr über mietete kosteten den Hubr mehr, sogar einzelne Zimmer in Privatwohnungen lagen oft darüber.<br />
Andrea Gagsteiger fragte wie lange sie hier wohnen könnten.<br />
&bdquo;Reicht euch denn dieser Wohnraum aus? Meine Schwester hat bereits Angst, dass ihr ins Tal ziehen wollt, besonders wenn nächstes Jahr die Bausaison losgeht&ldquo;, meinte er mit einem Blick auf Gerhard Futtner.<br />
Alle drei schüttelten wie auf Kommando den Kopf.<br />
&bdquo;Also die Emilia und ich fühlen uns hier oben wohl und wollen nit mehr runter ins Tal&ldquo;, begann Andrea.<br />
&bdquo;Und mir gfallt&acute;s genauso da heroben. Ich hab es schon vermisst nachdem ich im letzten Jahr die meiste Zeit hier af dr Olm war&ldquo;, ergänzte Gerhard.<br />
&bdquo;Ist es nicht etwas zu klein für drei Personen?&ldquo;, fragte Carola.<br />
&bdquo;Die Emilia hat oben ein schönes Zimmer und hier unten &hellip;&hellip;.. na ja es reicht schon aus&ldquo;, erwiderte Drea.<br />
Dennis lächelte.<br />
&bdquo;Im Frühjahr werden wir, da hinten wo ihr den alten Hof abgerissen habt, ein neues Haus bauen&ldquo;, sagte er zu Gerhard.<br />
&bdquo;Vermutlich entstehen Wohnungen und wenn ihr wollt, könnt ihr dort einmal einziehen. Da solltest du mit Teresa ausmachen wie ihr euch das vorstellt. Sie kann die Pläne der Wohnungen entsprechend nach euren Wünschen und Angaben anfertigen. Ab Baubeginn hast DU es mit in der Hand, wann die Fertigstellung erfolgt!&ldquo;<br />
Das wärs! Selber dachte Gerhard beim Abbruch daran was aus dem Grundstück wohl würde, sprach bereits mit den beiden darüber. Alle drei strahlten über das ganze Gesicht.<br />
Dennis griff in seine Jackentasche, holte ein Kuvert hervor und übergab es Gerhard, der ihn überrascht anblickte.<br />
&bdquo;Der dir zustehende Finderlohn für die Kassette aus dem Abbruchhaus&ldquo;, erklärte ihm der Eigentümer.<br />
Der schwarze Schorsch erhielt eine geringere Summe, das begründete er Gerhard gegenüber entsprechend. Dieser sah seine beiden Frauen an. Spontan hatte er eine Idee was er damit machen wollte, wobei er dies auch locker von seinem Verdienst hätte bezahlen können.<br />
Jesolo! Dorthin zu reisen, den beiden Venedig zu zeigen, am Strand zu liegen und im Meer zu baden. Auch wenn es während der Hauptarbeitszeit in den Ferien sein sollte. Diesen Wunsch wollte er sich erfüllen dazu Drea nebst Emilia mitnehmen. Darum wollte er sich baldigst kümmern. Carola Wezer &ndash; sie war die Ansprechpartnerin hierfür. Jeden Tag sah er sie am Skilift. Ganz sicher hatte sie ein offenes Ohr für ihn, was eine Buchung anbelangte. Oder sollte er damit doch noch warten?<br />
Dennis und Carola erkundigten sich über Emilias berufliche Pläne und nickten zufrieden als sie von dem Angebot hörten eventuell im Kindergarten eine Ausbildung zu absolvieren. Sofia schilderte ihrer Schwägerin im Vorfeld, dass Drea Gagsteiger sehr wohl Verantwortung übernehmen könne und sie ihr eventuell den Bereich Catering fest übergebe. Sehr anpassungsfähig in allen Lagen und Situationen wäre sie, könne jedoch aufgrund zurückgewonnener Sicherheit auch ihren Standpunkt vertreten. Sie lege inzwischen die Schüchternheit ab und wäre vor allem durch den Vorfall mit ihrem Mann in der Region sehr bekannt und beliebt.<br />
&bdquo;Wenn etwas sein sollte, das ihr nicht selber bewältigen könnt, zögert nicht, euch wie bisher an meine Schwester oder auch an uns zu wenden&ldquo;, gab der Chef der Wezerwerke ihnen zum Abschluss mit auf den Weg.<br />
Nachdem Carola und Dennis sich verabschiedeten standen die drei beisammen und umarmten sich.<br />
Wezers läuteten an der Tür von Toni und Susanne. Die Kinder lagen bereits im Bett. Dennis wollte mit Toni wegen der neuen Maschinen für den Hof reden. Der recherchierte inzwischen, fiel aber auf den Boden der Tatsachen zurück. Gebrauchte Schlepper gab es genügend in der gewünschten Größenordnung zu kaufen, sogar sehr günstig, denn der Trend ging zu immer größeren Maschinen, dafür gaben die Landwirte ihre gebrauchten, kleineren zurück, wodurch ein Überangebot entstand und die Preise stark fielen.<br />
Aber der Raupenschlepper nebst Zubehör für die Hangbearbeitung kostete doch einiges mehr als gedacht. Ein &bdquo;deitscher&ldquo; Hersteller, baute diese Maschinen, der zuständige Händler in der Nähe von Brixen verlangte sehr viel Geld dafür.<br />
&bdquo;Brauchst du den Händler oder kannst du im Bedarfsfall alles selber richten?&ldquo;, fragte Dennis.<br />
&bdquo;Es meischte mach ich selber, und für die Elektronik hab ich meine Freind die sell an den Pischtenraupen richten&ldquo;, stellte Toni klar.<br />
Dennis nickte, fand gedanklich bereits eine Lösung<br />
&bdquo;Die Firma ist mir bekannt, der Immobilienservice Knaus ist dort Kunde mit Mähern und ähnlichen Geräten. Die bauen solche Geräte in Deutschland um neben den Autobahnen die Hänge zu mähen. Wenn du willst frage ich mal nach. Notfalls kaufen wir das alles in Deutschland und setzen es einfach auf der Alm ein, wenn du den Händler nicht brauchst.&ldquo;<br />
&bdquo;Aber trotzdem ischt sell immer noch sehr teuer&ldquo;, zweifelte Toni.<br />
Dennis nickte und blickte ihn an.<br />
&bdquo;Jetzt pass mal auf! Beim Abriss fanden Gerhard und der schwarze Schorsch eine alte Geldkassette. Der Bürgermeister hat sie mir gebracht, da ich der Eigentümer des Hauses bin.<br />
Und die enthielt einen Haufen bedrucktes Papier. Geldscheine! Viele Lire und auch Euros. Der Hardl wollte, dass auf keinen Fall seine Erben davon etwas bekommen. Jedes Jahr solle an seinem Geburtstag in der Kirche für ihn eine Messe gelesen, mit dem Rest etwas Gutes getan werden.<br />
Ich habe als erstes dem Gerhard und dem Schorsch einen Finderlohn ausbezahlt, morgen geh ich zum Pfarrer und mach das mit dem Seelenheil vom Hardl klar und mit dem Rest kaufen wir die Maschinen. Ob es insgesamt reicht weiß ich allerdings nicht, es ist schon eine erkleckliche Summe. Ich behalte es einmal bei mir und werde, wie gesagt versuchen von zuhause aus die Geräte billiger zu kaufen.&ldquo;<br />
Toni schluckte zuerst, seine Frau strahlte ihn an. Auch sie machte sich bereits Gedanken über die Finanzierung, wusste er wollte diese Maschinen unbedingt. Aber das finanzielle Risiko machte ihrem Mann schwer zu schaffen und sorgte für schlaflose Nächte.<br />
Susanne atmete erleichtert auf. &bdquo;Danke&ldquo;, sagte sie ganz leise zu Carola.<br />
Dennis fragte bei seiner Schwester nach dem Pfarrer.<br />
&bdquo;Seller kommt morgen ganz sicher zum Skifahren und kehrt bei uns zum Essen ein&ldquo;, antwortete sie.<br />
Bei dieser Gelegenheit erinnerte ihr Bruder sich an das Gespräch mit Korri im Hotel bei Wezer Ost.<br />
&bdquo;Du sag mal Frau Sumer, wer überwacht eigentlich bei dir wie oft du zum Pfarrer gehst um zu beichten, wie lange du dabei im Beichtstuhl sitzt und wie lange du brauchts um die auferlegte Buße abzubeten?&ldquo;<br />
Seine Schwester sah ihn entgeistert an.<br />
&bdquo;Sag mal, hascht du zu viel von deinem Lagrein erwischt? Wie kommscht den auf so einen Quatsch?&ldquo;<br />
&bdquo;Das hat der Korri erzählt. Dem seine Mutter kontrolliert das anscheinend ganz genau.&ldquo;<br />
Sofia begann zu lachen.<br />
&bdquo;Sell weiß ich. Die war vor ein paar Wochen hier und hat mir die Ohren vollgejammert wegen ihrem Korri, wieviel Angscht sie haben, weil er vom richtigen Weg abzukommen droht. Sie hat mich gefragt ob ich nit die Adress von der Kati wüsst, oder zumindescht wo die wohnt, ob sell in der Nähe von einer Kirch lebt. Ich war froh wo ich die wieder los ghabt hab.&ldquo;<br />
&bdquo;Hat die dich nicht versucht zu bekehren? Am End bekommst du hier auf der Alm einen ganz schlechten Ruf. Ich denk bei dir muss man da schon aufpassen.<br />
Werd mich morgen mal beim Pfarrer erkundigen, was er so über die Frau Sumer berichtet. Oder ob er gleich sagt das ist ein hoffnungsloser Fall für die Kirche&ldquo;, grinste ihr Bruder sie an.<br />
&bdquo;Da solltescht du erst mal vor deiner eigenen Türe kehren&ldquo;, fauchte Sofia zurück.<br />
Dennis flüchtete lachend. Oswald wartete oben im Hotel auf ihn.<br />
Es gab eine gewisse Unruhe innerhalb der Belegschaft, denn in der Regel sickerte um diese Zeit bei Anwesenheit der Familie Wezer seit der Übernahme durch, wie das Jahr lief und ob die Mitarbeiter mit einer zusätzlichen Gratifikation rechnen durften. Es gab erneut gespaltene Meinungen unter den Mitarbeitern. Der Anbau im vergangenen Jahr kostete viel Geld, welches schließlich verdient werden musste, eine Summe von weit über einer Million kursierte durch das Haus. Das musste erst einmal bezahlt sein, vermuteten einige. Dagegen standen vermutlich Rekordeinnahmen, denn das Hotel zeigte sich immer sehr gut belegt. Dazu brachten die abgehaltenen Seminare richtig Geld in die Kasse. Und außerdem gab es sogar im letzten Jahr einen Bonus, obwohl das Hotel während der Bauzeit einige Wochen schloss, keine Einnahmen verbucht und danach mit Ermäßigungen den Kunden gegenüber seinen Gewinn reduzierte.<br />
Dass es gut lief stellten die Besitzer genauso fest. Auffällig dabei &#8211; die besondere Steigerung im Bereich Küche und Restaurant, wo sehr hohe Einnahmen nur einer geringen Steigerung an Personalkosten gegenüberstand, wie Dennis süffisant anhand der Vergleichszahlen vorlas.<br />
Das vorläufige Ergebnis &ndash; ein Traum für jeden Hotelbesitzer. Dennis und Carola beschlossen spontan eine wesentlich höhere Summe an die Belegschaft auszuschütten. Allen voran sollte der Chefkoch eine besondere Belohnung erhalten. Einmal als dienstältester Mitarbeiter des Hotels und daneben musste gerade er sehr viel an Prügel einstecken, wobei er selber mit seiner Sturheit einen großen Anteil hatte. Aber im Nachhinein erkannten sie aktuell keinerlei Probleme mehr, es gab plötzlich zwei hervorragende Köche.<br />
Sie vereinbarten, im Frühjahr würde er sich heimlich still und leise in einen Urlaub verabschieden, den er, ohne dass die anderen es erfuhren, auf Kosten des Hotels, in Jesolo verbringen konnte. Das regelte Carola. Oswald verkündete der Belegschaft die Nachricht noch vor Silvester, einfach aus Motivationsgründen, denn er merkte, das lange und sehr arbeitsintensive Jahr hinterließ Spuren. Es brauchte diesen Schub, der am Ende voll funktionierte. Erstaunt hörten Ossi und sein Vater, was der Direktor vor ihnen allen verkündete. Sie sollten genauso anteilig für die geleistete Zeit in den Genuss dieser Bonuszahlung kommen.<br />
Die Belegschaft vergötterte die ganze Familie Wezer nahezu, angefangen von der Putzfrau bis hin zum Chefkoch und der Hotelleitung. Es würde wohl so weitergehen. Für das kommende Jahr gab es im ersten Halbjahr kaum mehr freie Betten, Weihnachten und Silvester ebenfalls bereits ausgebucht und dazwischen beherrschten Vorbuchungen für Seminare sowie von Urlaubsgästen den Kalender.<br />
Sofias Schulfreundin Vanessa reservierte bereits vier Termine, gleich dazu auf Anweisung ihres Chefs mehrere geführte Touren auf den Plattkofel, den Schlern und weitere begleitete Bergwanderungen. Beim Auftauchen des Namens dieses Unternehmens klingelte bei Oswald besonders die Trinkgeldkasse. Als großzügig hatte er diese Gruppe in Erinnerung. Dazu die bayerischen Ministerien, bei denen er gute Preise ansetzen konnte, besonders wenn sie das ganze Haus oder zumindest den neuen Flügel buchten um zu sogenannten Klausurtagungen alleine zu sein.<br />
Oswald selber und seine Frau erhielten als Lenker des Hotels eine besondere Gratifikation. Das gleiche galt für seinen Vater der aufgrund seiner Rente mit einem geringen Lohn in den Büchern vermerkt wurde, der aber im ganzen Haus inzwischen als die gute Seele des Hotels galt. Er freute sich besonders darüber, einfach weil er vom Besitzer nicht vergessen und seine Leistung anerkannt wurde.<br />
Oswald wollte unbedingt ein Stück Amerika erkunden, vielleicht auch gleich zweimal gemeinsam mit seiner Frau. Wobei &ndash; als er dieses Ziel erwähnte, erkannte er leuchtende Augen bei seinem Vater, der umgehend seine Magda ansah und von Las Vegas, San Francisco und Los Angeles zu schwärmen begann.<br />
Am Ende würden die beiden mitkommen? Dennis erwähnte ausdrücklich, dass Josef Hofr einen genauso hohen Anteil erhalten sollte wie er. Sein Vater, lediglich als Aushilfskraft gemeldet, arbeitete vermutlich neben ihm und seiner Frau am meisten im Hotel.<br />
Lena dagegen wünschte sich Florida, erfuhr von Carola wie schön es dort sei. Kreuzfahrt an der Küste entlang. Die Bahamas, den Charme von Kuba &hellip;&hellip;. Richtig wässrig machte Frau Wezer ihr den Mund nach diesen Zielen.<br />
&bdquo;Warum nicht zweimal in Urlaub gehen? Einmal mit unseren Eltern nach Kalifornien, Nevada und Arizona. Und später unternehmen wir diese Kreuzfahrt. Bahamas, Florida, Kuba&hellip;&hellip;&ldquo;, schlug er vor.<br />
&bdquo;Pass auf! Wenn dein Vater das hört, kommt er auch noch mit&ldquo;, meinte seine Frau.<br />
Euphorie und große Begeisterung trugen nun das ganze Hotel noch vor dem Jahreswechsel.<br />
Dennis wollte als erstes den Wunsch des alten Mannes erfüllen. Er suchte den Pfarrer beim Mittagessen auf der Terrasse seiner Schwester auf, um bei ihm die gewünschten Messen für sein Seelenheil und zur Erinnerung an den alten Eigenbrötler zu bestellen. Dies bezahlte er jedoch aus seiner eigenen Tasche, rundete den vom Pfarrer ermittelten Betrag noch auf. Warum? Das konnte er selber nicht benennen.<br />
Im Hotel stöhnte seine Schwester hingegen vor lauter Arbeit. Insbesondere der Auftrag ein großes Silvesterbuffet zu catern überforderte die Küche nahezu. Eine Unmenge an weiteren Anfragen für diesen Abend lehnte sie ab.<br />
Das größte Problem bildete das Personal für das auswärtige Buffet, beziehungsweise musste eine verantwortliche Person vor Ort sein um das Kommando führen. Hilfskräfte gab es genügend. Und Drea wollte sie nicht unbedingt dazu einteilen, ihr das Vergnügen gönnen, gemeinsam mit ihrer Tochter und Gerhard neben Weihnachten den Beginn des ersten neuen Jahres nach ihrer Freilassung zu begehen.<br />
Überraschenderweise klärte sich Maria bereit die Leitung der Veranstaltung zu übernehmen. Der Auftraggeber &ndash; ein Verein, dessen Vorstand mit ihr gemeinsam zur Schule ging und auf den sie damals ein Auge warf. Der zeigte ihr zu dem Zeitpunkt jedoch die kalte Schulter und heiratete eine Frau aus der Nähe von Sterzing. Eine sehr hübsche Person, die sich an seiner Seite als Ehefrau sonnte und ihn die ganze Arbeit machen ließ. Lange zurück lag diese verschmähte Liebe, aber die Sumers Maria hatte ein Gedächtnis wie ein Elefant und wollte ihm beweisen, was für ein fleißiges Weib er verschmähte. Obwohl, mit ihrem Toni machte sie vielleicht den besseren Fang, dachte sie immer wieder zufrieden.<br />
Den Aufbau übernahmen Robbi, Dennis, Heiko, Tom und Daniel. Für mehr als zweihundert Personen, warmes und kaltes Büffet, dazu Kuchen und Torten, Sekt um Mitternacht und später kleine Snacks. Ein sehr großer Auftrag, an der Obergrenze ihrer Kapazität, den sich Sofia fürstlich bezahlen ließ. Alles musste fertig und in Warmhalteboxen oder Kühlbehältern verstaut sein, bevor die Küche bei Sumers von den eigenen Gästen aus Restaurant und Terrasse beschlagnahmt wurde. Es funktionierte bestens. Das warme Essen stand vorgeheizt an Ort und Stelle als der Vorstand erschien und sich nach dem aktuellen Stand der Vorbereitungen erkundigte.<br />
&bdquo;Von unserer Seite passt alles&ldquo;, erklärte ihm Maria selbstbewusst.<br />
Für Getränke hatte das Hotel genauso gut gesorgt, Sekt und Wein stand neben Bier und den alkoholfreien Getränken in ausreichenden Mengen bereit. Die Verantwortlichen und der Vorstand atmeten erleichtert auf. Das erlebten sie in den letzten Jahren schon anders. Maria wusste davon und setzte daher gleich noch einen Satz drauf.<br />
&bdquo;Nur eins sag ich dir gleich! Es Trinkgeld sollt nit unbedingt schpärlich ausfallen, wenn mir uns schon Silveschter wegen euch um die Ohren schlagen&ldquo;, machte sie ihm in Gegenwart ihrer Kolleginnen und der weiteren Umstehenden klar.<br />
Oben auf der Alm herrschte die bekannte Hektik an diesem Tag. Die beheizte Terrasse wurde in den letzten Tagen für diesen Abend fast bis auf den letzten Platz vorreserviert. Alle befanden sich im Einsatz, mittlerweile schon Routine.<br />
Sofia gab Hedda nach oben zu Oswald ab. Sie genügte Lena, denn wie im letzten Jahr bot das Haus erneut sein komplettes Silvestermenü in Buffetform an. Stolz schlüpfte die Norwegerin in das neue Dirndl. Auch ihr gefiel es farblich besser wie das entsprechende Gegenstück bei Sofia. Doch keinesfalls wollte sie die im Stich lassen. Sie ermöglichte ihr schließlich den problemlosen Start in ihr neues Leben nach ihrer Flucht aus Norwegen. Und Loyalität schätzte sie über alles.<br />
Im Hotel neben der Skipiste erwarteten die beiden &bdquo;Flüchtlinge&ldquo; aus Meran erstmals in ihrem Leben das Neue Jahr außerhalb der Küche im Freien. Das Tüpfelchen auf dem &bdquo;i&ldquo; bestand darin, dass die beiden Paare zusammen sein konnten. Gemeinsam mit den Angehörigen wollten sie an Mitternacht feiern und fröhlich sein. Lediglich Xander und Nicki fehlten, die unten bei Sofia arbeiteten, jedoch auch Zeit fanden ihnen per Handynachricht Bilder und Grüße zu übermitteln.<br />
Punkt Mitternacht startete das obligatorische Feuerwerk. Tränen gab es diesmal nur wenige. Alexander und Ossi kämpften an der Seite von Greta und Hedda erfolgreich dagegen an. Noch nie sahen sie ein Feuerwerk gemeinsam mit einem Menschen in den Armen, den sie liebten.<br />
Sofia schickte Drea gegen zehn nachhause, als es in der Küche etwas ruhiger wurde. Sogar Xaver und Agnes traten um Mitternacht noch auf den Hof um mit Toni, Sofia und den drei Bewohnern vom Austragshaus zu feiern. Erneut weinten Drea und Emilia heftig an der breiten Brust von Gerhard. Doch es handelte sich diesmal um Tränen der Erleichterung und Freude. Ein neues Jahr begann, sie wollten nicht nur das alte hinter sich lassen, sondern damit die ganze Zeit mit all ihren Schrecken. Ihre Devise lautete nur noch nach vorne blicken. Auf einen Neubeginn, ein Leben ohne Gefängnis, Angst, Gewalt, Unterdrückung und Übergriffe.<br />
Ganz kurz gingen die Gedanken der beiden zu ihren Peinigern, fast gleichzeitig dachten sie an die Situation auf dem Parkplatz unten, am Spitzbühl, sahen Ambros und Fredo wie sie abtransportiert wurden. Nochmals ein erleichterter Seufzer und dann drückten sie Gerhard Futtner ganz fest. Aus ihm bestand ihr neues Leben, er war für sie beide die Zukunft. Nie mehr wollte Drea ihn loslassen.<br />
Toni hatte Sekt eingeschenkt. Susanne holte dazu Orangensaft für Emilia. Danach gab es für die Männer Kräutergeist. Zurück im Häuschen überlegte Drea auch ihre Liebe neu zu beginnen. Doch so sehr sie auch in sich hineinhörte, immer noch fühlte sie sich nicht dazu bereit. Und Gerhard drängte sie keineswegs dazu. Er brummte zufrieden, wenn sie sich im Bett gegen ihn schmiegte und seinen Atem spürte, in seiner Armbeuge lag, oder sogar an seine Brust gelehnt einschlief.<br />
Im Hotel Sumer zückte Lea ihr Handy und suchte nach einem bestimmten Motiv. Ihre Mom und Robbi hatten sich allerdings so gut versteckt, dass sie nur noch das Ende des heißen Kusses aufnehmen konnte und die zwei noch dazu mit dem Licht des Smartphones störte.<br />
Nichts wurde es mit einem eifersüchtig machenden Clip für den Status. Sie stießen gemeinsam an, lachten zufrieden. Tom und Linda standen zusammen bei Dennis, Carola und den Kindern, neben Heiko, während Daniel gebannt auf das Feuerwerk sah und nicht nur in diesen Momenten seine ganzen Sorgen vergaß. Erleichtert den Draht zu seiner Schwester und Linda gefunden zu haben, wurde ihm in den letzten Tagen erst richtig bewusst, dass er auf diese Art und mit deren Hilfe den Weg in sein eigenes Leben antreten wollte. Es fehlte ihm nur noch ein nettes Mädchen wie Linda als Freundin.<br />
Tatsächlich ertappte er sich bei dem Gedanken seine Traumfrau habe eine gewissen Ähnlichkeit mit der früher so geächteten Cousine. Vielleicht etwas schlanker gebaut, aber trotzdem. Charakterlich sah er sie inzwischen als Vorbild. Es gab ein gewisses &bdquo;Feedback&ldquo; von seinen Kumpels auf die Veröffentlichungen auf seinem Handy, doch von seinen Eltern kam absolut nichts. Sogar die direkten Nachrichten an die beiden mit den Neujahrswünschen und einem Selfie mit dem Feuerwerk im Hintergrund blieben unbeantwortet. Im Gegensatz hierzu erhielt er von seiner Schwester einen Clip. Gemeinsam mit Marcus und Melinda wünschten sie ihm ein frohes neues Jahr. Etwas seltsames fiel ihm dabei jedoch auf. Hatte Rita tatsächlich schon immer diesen Ring am Finger? Bisher kannte er sie nur ohne Schmuck.<br />
Dennis lief durch die anderen Gäste hindurch, suchte nach Bekannten um mit ihnen anzustoßen. Plötzlich sah er etwas, das er selber nicht glauben konnte. Erstaunt schloss und öffnete er mehrmals die Augen bei diesem Anblick. Er war doch nicht betrunken. Schnell ging er zu Carola.<br />
&bdquo;Komm bitte mit! Ich muss dir unbedingt was zeigen.&ldquo;Denn was er sah, konnte er zuerst nicht glauben.<br />
Doch plötzlich meldete sich sein Telefon. Mitsch und Bianca schickten Neujahrsgrüße, einen kleinen Clip aus ihrem Wohnzimmer, wünschten eine Frohes Neues Jahr, sowie Grüße an die ganze Familie, nebst Andreas und Sofia.<br />
Die Kinder offenbar im Bett. Dennis und Carola grinsten sich an. Sofia befand sich inzwischen mit Marianne oben bei den Kindern, aber Andreas fanden sie in zusammen mit seinen Küchenmitarbeitern, zeigten ihm den Clip. Zu dritt stellten sich mit dem Rücken zum Feuerwerk, Heiko nahm ein kurzes Video auf mit den dreien, Arm in Arm die, Sektgläser haltend in die Linse lachend und die Grüße erwidern. &acute;Senden&acute; gedrückt und ab gings.<br />
&bdquo;Schick diesen Clip doch auch an andere Personen zuhause&ldquo;, forderte ihn seine Frau auf.<br />
Hubert Klein, Tobias Breitener, Ben und Diana erhielten dieselbe Nachricht. Daneben Onkel Erwin, der sofort antwortete. Besser gesagt seine Frau, die einen Clip anfertigte, der den Onkel beim Anzünden einer größeren Feuerwerksbatterie zeigte.<br />
Nicole, Xander, Geli und Hubsi kamen zu ihnen um anzustoßen, wechselten ein paar Worte, Andreas schenkte nochmal nach, das Feuerwerk erreichte plötzlich seinen Höhepunkt, auch ein Dennis Wezer sah sehr gerne auf die wundervoll leuchtenden riesigen Sternenbuketts, Flimmerwolken und Kometenschweife in allen Farben.<br />
&bdquo;Du wolltest mir doch etwas bestimmtes zeigen&ldquo;, erinnerte ihn seine Frau plötzlich.<br />
&bdquo;Ach verdammt! Das habe ich tatsächlich vergessen. Hoffentlich ist dieses Bild noch vorhanden&ldquo;, meinte er, fasste sie an der Hand und schlängelte sich mit seiner Frau erneut durch die vielen Gäste zum Rand der Terrasse.<br />
Unvermittelt blieb er stehen und grinste. Tatsächlich es gab diesen Anblick nach wie vor.<br />
&bdquo;Schau mal da drüben!&ldquo;<br />
Carola stutzte und lachte ungläubig.<br />
Knutschend und nahezu entrückt stand der mit allen Wassern gewaschene &bdquo;Onkel Jogi&ldquo; mitten unter den anderen Gästen.<br />
Seine Partnerin: Mate Nielson, Heddas Tante!<br />
Der Altersunterschied spielte offenbar keine Rolle vor allem, so wie die sich aneinander drückten, ging er fest davon aus, dass da bereits mehr vorgefallen war oder zumindest geschehen würde als nur küssen, denn deutlich erkannte er wie Heddas Tante ihr Becken gegen ihn drückte und dabei unauffällig stoßende und teilweise kreisende Bewegungen vollführte. Der &acute;Schnellrammler&acute; hielt offenbar dagegen, schien in voller Aktion, ungeachtet der ganzen Leute um sie herum, darunter auch Kinder.<br />
Dennis und seine Frau grinsten sich an. Ausgerechnet mit Mate, die sie selber eher als einen Eisberg und Karrierefrau betrachteten. Aber auch solche zeigten Gefühle und brauchten Liebe. Dies hätte Dennis jedoch hier nicht so erwartet. Carola, die aufgrund seiner Aufregung zuvor mit etwas anderem rechnete, zeigte sich darüber genauso erstaunt und kicherte über das entsetzte Gesicht ihres Mannes, umarmte Dennis und küsste ihn, deutete dieselben Bewegungen wie Mate an.<br />
Sie gingen auf die beiden zu, Dennis räusperte sich und grinste noch mehr, als sie sich voneinander lösten. Schrecken oder Verlegenheit erkannte er bei keinem. Sie wünschten einander ein frohes Neues Jahr und tranken einen Schluck Sekt. Anschließend hatten Wezers erneut viel zu tun, denn nach Feuerwerk und Mitternachtssekt auf der Terrasse, sowie vor dem Hotel, feierten viele Gäste weiter, verlangten nach Getränken und Snacks. Es gab auch Kaffee und Kuchen, sowie frisch gebackene Silvesterkrapfen.<br />
Als der Betrieb gegen halb zwei nachließ fuhren Wezers nach oben. Der im letzten Jahr gekaufte Motorschlitten befand sich rege im Einsatz. In erster Linie nutzte, ja verteidigte Lena dieses Gefährt. Nur gelegentlich &bdquo;durften&ldquo; ihr Mann sowie ihr Schwiegervater damit fahren. Wenn sich jedoch der große Chef persönlich im Haus befand hatte er das absolute Vorrecht.<br />
In der Bar des Hotels herrschte noch reger Betrieb. Die Hofrs feierten mit den Gästen, wie auch untereinander. Besonders Alexander und Ossi fanden sie leicht bis mittelmäßig angeheitert. Gerade von den beiden musste der Beginn dieses Jahres einfach ausgelassen gefeiert werden. Für sie gab es in Meran bisher maximal einen Schluck Sekt. Wenn das Feuerwerk richtig losging, trieb Agathe sie zurück in die Küche zum Vorbereiten und Spülen, während sie draußen Sekt ausschenkte. Was ihnen weiterhin blieb: Am nächsten Morgen die Überreste des Feuerwerkes, welches die Gäste oft vor dem Haus zündeten, aufzuräumen. Hedda und Ossi verabschiedeten sich kurz nach dem Eintreffen von Dennis und Carola, Greta und Alexander übernachteten im Hotel, ebenso wie Magda, wobei es für sie inzwischen fast üblich war bei Josef zu bleiben.<br />
Der Neujahrstag brachte für Sumers schon ab dem Morgen viel Arbeit mit sich. Sofia und Andreas mussten früh aufstehen. Cateringaufträge für Neujahr hatte Frau Sumer angenommen, dabei aber nicht bedacht, dass sie selbst erst um drei ins Bett kommen würden. Der Wecker riss sie kurz nach fünf aus dem Schlaf. Beide atmeten erleichtert auf, als Daniel und Robbi relativ früh auftauchten, mit nach unten fuhren und bei Andreas zum Abbau des Silvester- sowie dem Aufbau der Neujahrsbüffets anpackten. Die Betriebsamkeit in der Küche wirkte inzwischen völlig normal.<br />
Glücklicherweise begrenzte Sofia das Angebot über die Speisenauswahl für das Catering gewaltig. Sie begründete es den Auftraggebern gegenüber mit dem immensen Aufwand für die Küche des Restaurants an solchen Tagen. Entweder das bestellen was angeboten wurde oder woanders anfragen. Die Beschickung funktionierte bestens, es dauerte jedoch einige Tage, bis der Schlafmangel wieder ausgeglichen war.<br />
Sofia und Andreas baten Carola und Dennis zu einer Besprechung unter acht Augen. Sie zogen ebenfalls eine Bilanz des abgelaufenen Jahres mit nahezu identischen prozentualen Ergebnissen wie bei Oswald.<br />
Besonders die Küche schrieb noch prägnanter wie oben, ein ganz dickes Plus. Dennis überlegte. Hier gab es doch keine Einsparungen beim Personal? Seine Schwester erkannte den Blick ihres Bruders und lächelte.<br />
&bdquo;Was glaubscht wie unsere Konditoreiabteilung Geld für die Kuch gscheffelt hat. Zunäscht die Krapfen und dann erscht die Fototorten.&ldquo;<br />
&bdquo;Dafür solltest du der Geli etwas Besonderes springen lassen&ldquo;, meinte ihr Bruder.<br />
&bdquo;Wol, wol! Fragt sich nur was? Daneben solltens die anderen nit unbedingt mitkriegen.&ldquo;<br />
Carola fand schnell eine Lösung.<br />
&bdquo;Eine Woche Jesolo mit ihrem Hubsi. Und das kannst du einfach so verpacken, dass die es selber bezahlen. Wenn du Angst davor hast, dass es trotzdem jemand mitbekommt machen wir es einfach über uns, Wezer Deutschland.&ldquo;<br />
&bdquo;Sell wär mir Recht. Die Nicki und die Susi blicken da inzwischen schon etwas durch, in der Buchhaltung.&ldquo;<br />
Die Gratifikation an die Mitarbeiter legten sie gemeinsam fest, nachdem ein paar Umbuchungen zugunsten des Caterings vorgenommen werden sollten, die den Gewinn des Hotels verringerten und dem Rosengarten Catering aufgrund der Investitionen gut taten. Über die dadurch entstehende anteilige Gewinnschmälerung der stillen Teilhaber des Hotels Dennis und Carola verlor niemand ein Wort.<br />
Investitionen sollten getätigt werden. Frau Sumer wünschte unter anderem einen neuen, größeren Skidoo nach dem Vorbild des im letzten Jahr von Dennis für sich gekauften, der bei Oswald stand. Dieses Gefährt aus Kanada, groß, sehr luxuriös ausgestattet, dazu die Kunststoffteile auffällig in der Farbe des Hotels und bestens motorisiert. Lena erschien regelmäßig damit im Winter bei ihr, wenn sie ihre Praxis öffnete oder etwas abholte, sorgte dabei nach wie vor bei Einheimischen und Gästen für große Aufmerksamkeit, daneben erregte das Gerät jedesmal, wenn es vor der Tür stand, Neid in ihr. Doch Herr Wezer schüttelte den Kopf.<br />
&bdquo;Wozu das denn? Damit du den ganzen Tag damit über die Alm brausen kannst und deine Pflichten als Hotelchefin vernachlässigst? Zielst du darauf ab? Du bekommst immer mehr neue Mitarbeiterinnen, es wird nicht mehr lange dauern, dann repräsentierst du nur noch und lässt die anderen arbeiten. Nicole und Susanne in Rezeption und Büro. Drea übernimmt das Catering, für deine Kinder hast du Emilia, wobei die auch immer größer und selbständiger werden. Es dauert bestimmt nicht lange bis die im Hotel eingesetzt werden. Dann legst du nur noch die Füße hoch, oder fährst im Winter den Skidoo spazieren&ldquo;, echauffierte er sich.<br />
Nun musste sogar sein Schwager widersprechen.<br />
&bdquo;Also Dennis, deine Schweschter ischt die Seele vom Hotel und, wie man heutzutage sagt, die General Managerin. Ohne selle geht gar nix im ganzen Haus! So kannscht nit reden!&ldquo;<br />
Er klang empört dabei. So heftig widersprach er noch nie. Sogar seine eigene Frau wunderte sich darüber. Aha, dachte Dennis. Natürlich halten die beiden zusammen. Es fixierte Andreas mit einem starren Blick.<br />
&bdquo;Heißt das, du willst auch mit dem neuen Motorschlitten fahren?&ldquo;<br />
Der Koch wusste nicht was er antworten sollte. Und Dennis bohrte weiter.<br />
&bdquo;Vermutlich denkt ihr mehr ans Schlittenfahren als an das Hotel. Ihr wohnt doch nicht so abseits der Straßen wie der Oswald und habt dazu mehrere solcher Geräte in den Garagen stehen! Wozu braucht ihr dann so einen großen Schlitten?&ldquo;<br />
Erneut keine Antwort. Er freute sich die beiden so verlegen vor sich zu sehen.<br />
&bdquo;Gebt&lsquo;s doch zu! IHR braucht ein Statussymbol&ldquo;, setzte er einen letzten Punkt.<br />
In der folgenden Pause weidete er sich an den leicht entsetzt wirkenden Gesichtern. Gar nichts hatte er einzuwenden, fragte sich sowieso weshalb sie ihn danach fragten. Die Kosten lagen etwa in der Höhe eines besseren Kleinwagens. Sofia und Andreas erkannten nicht das hintersinnige Lächeln in seinem Gesicht, wohl aber Carola, auf die Sofia mit einem vorsichtig fragenden Blick schielte. Das erfasste Dennis.<br />
&bdquo;Gib dir keine Mühe. Carola bringst du in dieser Hinsicht auch nicht dazu ihre Meinung zu ändern&ldquo;, knurrte Dennis seine Schwester an.<br />
Er wartete kurz, ließ die Worte nachhallen und ergänzte.<br />
&bdquo;Eins sage ich euch! Die Plastikteile werden die Grundfarbe eures Hotelwappens haben, damit er sich von dem von Oswald abhebt. Es wird ein Zweisitzer. Und damit eines klar ist! Wenn wir hier vor Ort sind, steht er mir, meiner Frau, oder auch Linda zur Verfügung&ldquo;, grinste er in die zwei verdutzten Gesichter.<br />
Carola begann zu lachen, denn bereits zuhause hatten sie das tolle kanadische Modell bestellt. Die Lieferzeit betrug aufgrund der Sonderfarbe fast sechs Wochen, während der für Oswald im letzten Jahr zufällig in der gewünschten Farbe am Lager stand. Das Teil sollte drei Tage nach ihrer Abreise auf der Alm eintreffen.<br />
Andreas lachte, während Sofia anfangs leicht verärgert wirkte, erst etwas später zu schmunzeln begann. Einen so hereinzulegen &ndash; ihrem Bruder hatte sie einfach nichts entgegenzusetzen.<br />
Über ein weiteres Thema berichteten Schwester und Schwager den Besuchern bei diesem Gespräch. Den Sturm der &bdquo;Hofrweiber&ldquo; auf das Hotel. ofr&ldquo;hofrweiber&ldquo;H<br />
Lachen musste Dennis als Andreas ihm den &bdquo;Action-Film&ldquo; im Foyer zeigte. Carola berichtete ihm bereits davon nach einem Telefonat mit Sofia, doch die bewegten Bilder &#8211; eine ganz andere Sache. Auch er sah sich mehrmals die Schlägereien an. Hubsi mit Wilma. Deutlich erkennbar die Bewegungen mit der er ihr die eigenen Hände ins Gesicht stieß. Dennis konnte sich zudem annähernd vorstellen wie wütend Gelis Freund nach der Spuckattacke wurde.<br />
&bdquo;Also das musst du mir nochmal in Zeitlupe zeigen&ldquo;, forderte er den Schwager auf als er sah wie Maria Agathe Hofr überwältigte.<br />
Ossi und Hedda gegen Daniela, die doppelte Ohrfeige. Überrascht zeigte er sich vor allem über die Ähnlichkeit zwischen dieser Daniela und Linda. Beide könnten tatsächlich Zwillinge oder zumindest Schwestern sein, bis auf die Haare und den Gesichtsausdruck. Tauschen wollte er auf keinen Fall, so wie seine Schwester es ihm mit einem hämischen Tonfall vorschlug. Linda nach Meran schicken und dafür Daniela mit nach Deutschland nehmen.<br />
&bdquo;Ich denke eher, dein Mann schickt dich zu den beiden und behält dafür Linda. Andreas, wenn ich das so sehe, wissen wir ganz bestimmt was wir an unseren Frauen haben&ldquo;, bemerkte er erleichtert.<br />
Sein Schwager stimmte umgehend zu. Carola und Sofia lachten sich an.<br />
Doch Dennis hatte eine weit bessere Idee.<br />
&bdquo;Was haltet ihr davon, Maria dorthin zu schicken?&ldquo;<br />
&bdquo;Ob die mit allen beiden fertig wird ist fraglich. Und außerdem &ndash; was täten wir hier ohne unsere Tant? Die brauchen wir unbedingt&ldquo;, konterte Sofia sofort und ihr Mann nickte.<br />
Der Rest des Aufenthaltes verging wie im Flug. Bei herrlichstem Wetter und Schnee herrschte Vergnügen pur. Immer wieder unterbrochen von etwas Aushelfen an der Theke oder beim Catering, auch oben bei Oswald und Lena, aber dem Vergnügen tat es keinen Abbruch.<br />
Lena betrat am Abend vor der Abreise das Hotel, suchte nach Daniel und Lea. Abrechnen wollte sie mit den beiden. Und das, was sie ihnen auf den Tisch zählte, verursachte bei Daniel nahezu Schnappatmung. Dasselbe galt tags darauf am Morgen bei Sofia, die im Anschluss mit Robert und Karin entsprechend verfuhr.<br />
Gerade die beiden Männer wurden völlig überrascht, noch dazu als sie erfuhren, dass sie nicht einmal die Liftkarten zu bezahlen hatten. Diesen Aspekt glaubte Daniel seinem Cousin René nicht, als der ihm davon erzählte. Konnte das wirklich wahr sein, fragte sich Ritas Bruder. Zwei Wochen Traumurlaub im mit Abstand tollsten Skigebiet, das er bisher befuhr und dann noch mit mehr Geld über den Brenner zurückfahren, als er auf der Anreise bei sich trug. Und zwar nicht nur ein paar Euro. Er glaubte zu träumen als sie ins Auto stiegen und losfuhren.<br />
Aber nein &ndash; tatsächlich fuhr er hier die ganze Zeit Ski wie noch nie. Direkt neben dem Hotel in die Skier steigen und los gings. Keine langen Anfahrten oder Fußmärsche zu den Liften, oft noch hunderte Meter in den unbequemen Skischuhen vom Parkplatz zur Bergbahn. Dazu Val Gardena, die Saslong, das gab genügend Gesprächsstoff mit den Kollegen und Freunden, die von Ischgl schwärmten, oder anderen Skigebieten sich über die langen Wartezeiten an den Liften aufregten. Die schnellen Vierersessel, ein weiterer Traum. Wann erhielt er wohl nochmal so eine Gelegenheit? Unbedingt musste er sich an Linda halten. Besonders nachdem sie anbot ihn weiter zu unterstützen.<br />
Was hatte wohl René verbrochen, dass er nicht mitkommen durfte? Wirklich nur, weil er darüber redete? Auf dem Rückweg fuhr erneut Lea fast die ganze Strecke. Erst kurz vor München wechselte sie mit Robert da er im angekündigten Stau etwas erfahrener wirkte als sie selber.<br />
Wezers betraten am ersten Werktag nach ihrer Rückkehr die Firma und kaum saß der Chef an seinem Schreibtisch läutete sein Telefon. Amtmann Scharf bat erneut um ein sehr dringendes Treffen.<br />
Das verärgerte den Chef der Wezerwerke direkt, vor allem, wenn ihn jemand am Morgen des ersten Arbeitstages mit solchen Lappalien belästigte. Aufdringlicher als den Fuchser nahm er in diesem Moment den geschäftsführenden Bürgermeister wahr. Er leitete den Anruf an Frau Müller weiter mit dem Hinweis, sie soll ihm einen Termin in frühestens zwei Wochen, besser erst Ende des Monats geben.<br />
Als erstes kümmerte er sich um die aktuellen Probleme. Davon gab es nicht viele. Der Betrieb im neuen Jahr lief genauso weiter wie er im alten aufhörte. Kleinigkeiten fielen immer aus der Reihe, mit denen die entsprechenden Abteilungen den Chef in der Regel nicht belästigten.<br />
Dennis konnte sich um die überhänglichen Aufgaben von der Alm kümmern. Kurt erhielt den Auftrag nach den Geräten für Toni zu schauen, selber kümmerte er sich um das Weingut. Hier wollte er zukünftig am Drücker bleiben, bis er den Eindruck gewann, es lief nach seinen Vorstellungen. Als erstes besprach er sich mit Frau Metzer, bat sie während ihres Skiurlaubs doch gleich mal der Kellerei einen Besuch abzustatten. Die Investition der neuen Ausrüstung befürwortete auch sie im vollen Umfang.<br />
Doch am nächsten Tag erhielt er von Bene eine Kopie des Angebotes, das ihm die Haare zu Berge stehen ließ. Umgehend konsultierte er Ina Metzer, die ihm nach kurzer Recherche mitteilte, diese Firma wäre die Einzige in Mitteleuropa welche solche Abfüllanlangen und Ausrüstungsgegenstände für den Weinbau herstellte. Extrem teuer kamen ihm die Preise vor. Er sprach mit seiner Frau, die in einer gewissen Richtung dem nachgehen wollte. Kurt Knaus musste dazu erneut herhalten und bei derselben Firma anfragen, da der Name Dennis Wezer als Teilhaber in den Unterlagen des Weinguts stand wenn jemand genaue Auskünfte einholte.<br />
Und siehe da, der Immobilienservice erhielt eine wesentlich günstigere Offerte als die Kellerei in Südtirol selber. Ein Grund für Dennis Wezer zur Höchstform aufzulaufen. Er bat Kurt den zuständigen Vertriebsmitarbeiter für ein Gespräch zu bestellen. Bene und Michl sollten nachfragen und versuchen den Preis nach unten zu handeln.<br />
Seine Frau stieß beim Abarbeiten ihrer Mails auf eine Nachricht, welche ihr von der &acute;Info&acute; aus weitergeleitet wurde. &acute;Persönlich. Bitte an Frau Carola Wezer weiterleiten&acute;, stand im Betreff. Sie stammte vom 23. Dezember, Absenderin eine A. Koenig. Auf Viren überprüft landete die Nachricht in ihrem Speicher. Carola stutzte zuerst doch beim Öffnen wusste sie wer der Absender war. Ein Foto der Familie König aus dem Bayerischen Wald mit dem kleinen Baby, daneben beste Wünsche an die Familie Wezer, verbunden mit der Nachfrage wie es denn Bianca ginge, die doch zum selben Termin entbinden sollte wie sie.<br />
Annika König, geborene Titz. Der Stolz der Klasse, arrogant bis in die Haarspitzen gemeinsam mit ihrem damaligen Freund Linus Kampf. Ein richtiges Ekelpaket nicht nur für sie. Es tat so gut sie beim ersten Klassentreffen zu demütigen mit dem Finale, dass sie als Frau Wezer es schaffte sich Dennis unter den Nagel zu reißen. Was mochte damals wohl in Annika vorgegangen sein? Vermutlich kämpfte sie wochenlang mit Neid und Eifersucht.<br />
Und nun? Eine zärtliche und glückliche Mama, denn diesen Eindruck gewann sie anhand des Fotos. Nachdenklich passierten ein paar Vorgänge aus der Vergangenheit ihr geistiges Auge, bevor Annika plötzlich in ihren Gedanken hinter dem Tresen an der Seite ihres Freundes Luggi König auftauchte. Wie hatte die sich verändert! Vom Callgirl und Edelnutte zur Mutter und Ehefrau. Sie veränderte sogar ihren &bdquo;Typ&ldquo;, die vormals sehr langen Haare trug sie nun nur noch nackenlang, das Gesicht schien etwas voller geworden zu sein. Im nächsten Augenblick dachte sie an Eva und ihr Gesicht nahm ernste Züge an. Nichts hatte sie von ihr gehört, seit sie Ben und ihren kleinen Sohn einfach sitzen ließ.<br />
Carola beantwortete die Mail, schrieb für ihre Verhältnisse relativ viel an Text, auch persönliche Punkte.<br />
Die Nachfrage zu Bianca! Carola griff zum Telefon, rief die Freundin an. Ihre Michaela wuchs und gedieh, die andern drei Jungs genauso. Demnächst würde sie bei ihr vorbeikommen, wenn sie ihre &sbquo;Lackel&lsquo; in die Kita brachte.<br />
&bdquo;Ich schicke dir mal Weihnachtsgrüße von einer alten Schulfreundin zu&ldquo;, bereitete Carola sie vor und sandte ihr gleichzeitig die Mail.<br />
&bdquo;Ist das wirklich jetzt diejenige, welche ich meine?&ldquo;, fragte Bianca erstaunt nach Sichtung des Bildes und der Grüße.<br />
Carola lachte. &bdquo;Sieht doch so aus. Aber ich erzählte dir doch schon von ihrem Wandel. Auf dem Foto macht sie einen völlig entspannten Eindruck, wirkt auf mich direkt sympathisch.&ldquo;<br />
&bdquo;Du hast Recht, ich erkenne sie kaum wieder. Und das Baby sieht richtig süß aus. Ganz sicher ist es nicht von Linus. Der bringt sowas hübsches sowieso nicht zustande&ldquo;, entgegnete Bianca.<br />
&bdquo;Wenn sie so schreibt und nach deinem Kind fragt, dann möchte sie Kontakt mit dir haben. Schreib sie doch einfach auch mal an. Telefonnummer steht keine dabei. Vielleicht braucht sie Rat und will sich den bei einer erfahrenen Mama holen&ldquo;, vermutete Carola.<br />
&bdquo;Ausgerechnet die! Meinst du wirklich diese 180 Grad Wendung bleibt?&ldquo;<br />
&bdquo;Denk an Eva. Dann hast du das entgegengesetzte Beispiel&ldquo;, erinnerte Carola.<br />
Bianca stimmte ihr zu. Den Versuch wollte sie einmal wagen. Abbrechen konnte sie so etwas wieder schnell.<br />
Auf dem Dorf feierten die Geschwister Hinderer gemeinsam Weihnachten. Hans und Gerda hatten einen Weihnachtsbaum besorgt, Barbara allerdings auch. Und sogar Anton wollte ein eigenes kleines Bäumchen in seiner Wohnung haben. Es gehörte für sie einfach dazu, zur Tradition selber einen in der Wohnung stehen zu haben. Alle vier freuten sich darüber hier, in ihrer alten Heimat zu sein. Am meisten jedoch Anton, welcher mit seiner Rührung stark kämpfte um dann doch noch einige Tränen zu vergießen. Der morgendliche Blick aus dem Fenster, hinüber zum Nachbarn, sein Dorf, das Schlagen der Glocke vom Kirchturm, all das vermisste er doch. Besonders in der Stadt im Haus der Familie Wezer, die es ihm aber trotzdem so einfach machte dort zu leben. Er freute sich über Linda, die sich um ihn annahm und das Leben in seiner alten Heimat ermöglichte. Nach einem &bdquo;ausgefallenen&ldquo; Weihnachtsfest wie er selber sagte, saß er an alter Stelle in einer neuen Wohnung zusammen mit seinen beiden Geschwistern, fühlte sich als der glücklichste Mensch im Dorf.<br />
Es gab in der Region die Tradition des &bdquo;Christbaum Lobes&ldquo;. Die Nachbarn und Bekannten kamen um die Plätzchen zu probieren und nach einem Lob auf den schönen Christbaum ein Schnäpschen oder Likörchen zu trinken. An vorderster Front hierbei natürlich die alte Müllerin. Vorsicht walten ließ sie allerdings bei zwei Häusern. Unterbauer und Heubauer. Sie fragte daher die anderen Nachbarn was es denn da an Schnaps gäbe, nachdem sie höchstens noch einen Eier- oder Kirschlikör trank.<br />
&bdquo;Die haben alle miteinander einen ganz guten Schnaps aus Südtirol mitgebracht. Der pfeift ganz schön runter&ldquo;, erzählte ein Nachbar, der neben dem Heubauer wohnte.<br />
&bdquo;Laut dem Franz ist das sogar Medizin&ldquo;, klärte er sie begeistert auf. &bdquo;Da musst du mindestens vier davon trinken, bei den Unterbauern im Haus. &bdquo;Der Hans und die Gerda haben genauso einen Christbaum, wie die Barbara und der Anton. Mit jedem von denen musst du anstoßen.&ldquo;<br />
Diese Medizin kannte sie inzwischen. Den Heubauern mied sie daher genauso. Dieses seltsame und scharfe Zeug musste sie nicht haben. Der Brummschädel und ein paar blaue Flecken blieben in Erinnerung. Der Mann erzählte ihr dies allerdings nur, weil sie darüber im Haus des Heubauern lachten, als er und seine Frau erzählten wie die alte Müllerin damals nachhause wankte.<br />
Was die Südtiroler wohl sonst noch alles soffen? Sie überlegte lange, wusste nichts, oder nicht viel über dieses Land. Eine gewisse Neugier packte sie am Ende. Sie erkundigte sich bei Ihrem Sohn, ob der nicht einmal Lust hätte, im Sommer dorthin zu fahren. Einfach nur ein paar Tage um zu schauen wo der Anton und seine Geschwister im Sommer lebten. Wenn man auf diese Alm rauffahren konnte und nicht nur ein schmaler Pfad für Mensch und Tier dort hinaufführte wollte sie es wagen.<br />
Am besten wenn der Heubauer sich gerade dort oben aufhielt. Sie wusste inzwischen, die Leute sprachen Deutsch. Ein sehr seltsames Deutsch zwar, wie sie an den vier Sommerfrischlern hörte, die nach wie vor einige Worte dieses Dialektes behielten, auch wenn sie das meiste wieder in ihrer heimatlichen Mundart redeten.<br />
&bdquo;Warum nicht!&ldquo;, meinte der Sohn. &bdquo;Wenn du alles bezahlst können wir schon mal ein paar Tage dort unten Urlaub machen.&ldquo;<br />
Das wollte sie sich noch einmal überlegen.<br />
Die Hinderers ahnten davon nichts, denn sonst hätten sie sicher laut gelacht. Sie passten sich selbstverständlich wieder der alten Tradition an, besuchten selber Bekannte und Nachbarn, auch mal getrennt. Die Schulfreunde von Hans &ndash; ein anderer Jahrgang als bei Anton.<br />
Doch einen Besuch wollten sie gemeinsam &bdquo;empfangen&ldquo;. Rita meldete sich tatsächlich bei Gertrud um ihr einen Tag anzugeben an welchem sie den Vater besuchen könnten. Gertrud bekam plötzlich doch etwas Angst.<br />
&bdquo;Dein Vater wird dich schon nicht fressen&ldquo;, machte ihr Mann Mut.<br />
Der ältesten Tochter zitterten gewaltig die Knie als sie aus dem Auto stiegen und das ganze Haus erst richtig ansah. Ein riesiges Gebäude erkannten sie. Das hatte nichts mehr mit dem Haus zu tun welches früher hier stand.<br />
Gertrud bewegte sich fast mechanisch auf das Haus zu. Noch bevor sie auf die Beschriftung der Wohnungsschilder schauen konnte öffnete Gerda bereits die Haustüre, begrüßte beide mit einem freundlichen Lächeln und bat sie einzutreten. Ihr Vater saß gemeinsam mit Hans und Barbara im Wohnzimmer der größeren Wohnung. Die Miene von Anton verfinsterte sich beim Anblick seiner Tochter. Etwas beklommen sah Gertrud in das ernst wirkende Gesicht von Anton Hinderer. Der sah wirklich gut aus, das erkannten sie und ihr Mann sofort.<br />
&bdquo;Hallo Papa&ldquo;, sagte sie mit leicht zitternder Stimme.<br />
Sie merkte umgehend, er freute sich nicht unbedingt sie zu sehen. Er antwortete mit einem Brummen.<br />
&bdquo;Wir wollten einfach mal nach dir schauen, sehen wie es euch allen hier geht. Auch Tante Barbara, Onkel Hans und Tante Gerda besuchen.&ldquo;<br />
&bdquo;Bei mir habt ihr euch verlaufen. Ich sollte eurem Willen nach im Altersheim sein&ldquo;, antwortete er leicht bissig.<br />
&bdquo;Also Papa! Meinst du nicht, die alten Geschichten sollten endlich begraben werden?&ldquo;<br />
Anton sah seine Geschwister der Reihe nach an, danach Achim und am Ende die Tochter.<br />
&bdquo;Alt? Was heißt hier alt? Das vorletzte Weihnachten habe ich vor zwei Jahren HIER verbracht, gemeinsam mit deiner Mutter und den Kindern von Johann und Else. Damals habt ihr nur angerufen. Vor eineinhalb Jahren brannte das Haus ab und dann wolltet ihr mich abschieben und entmündigen lassen. Hat nicht geklappt!<br />
Weißt du das nicht mehr? Ist das schon so lange her? Danach hast du mich mit deinen Geschwistern in meinem Sommerdomizil besucht. Da wolltet ihr mich abzocken, mein Geld holen. Hat auch nicht geklappt.<br />
Das letzte Weihnachtsfest verlebte ich bei Barbara in ihrer Wohnung weil ich kein anderes Zuhause hatte, nicht mit auf die Seiser Alm wollte, und meine Kinder es nicht einmal für nötig gehalten haben sich zu melden. Und heuer habe ich wieder hier gefeiert. In einem neuen Haus, zusammen mit meinen Geschwistern! Und du weißt ganz sicher wem ich das zu verdanken habe. Derjenigen über die ihr immer am meisten hergezogen seid, das Aschenputtel vom Unterbauern.&ldquo;<br />
&bdquo;Und die wohnt vermutlich im oberen Stockwerk&ldquo;, antwortete Gertrud.<br />
Anton stutzte, sah überrascht seinen Bruder an und deutet mit dem Kopf in Richtung Gertrud.<br />
&bdquo;Das hört sich fast so an als ob die anderen ihr gar nichts gesagt hätten&ldquo;, stellte er fest.<br />
Hans nickte stumm. Erneut sah Anton seine älteste Tochter an.<br />
&bdquo;Redest du nicht mehr mit deinen Geschwistern? Die waren hier, aber nicht zu Besuch, sondern nur zum Spionieren. Sie wissen was sich hier alles abspielt und wer da oben wohnt.<br />
Wobei &ndash; alles wissen sie auch nicht&ldquo;, grinste er nach kurzem Zögern.<br />
&bdquo;Aber ich werde dir mal was sagen. Genau über mir lebt eine nette Frau, die zu dem Pflegedienst gehört, der die Büroräume über den Garagen und die zweite Hälfte vom Haus angemietet hat. Daneben gibt es eine weitere kleine Wohnung über der von Barbara. Darin wohnt ein Berufsverbrecher und Zuhälter.&ldquo;<br />
Gertrud und Achim sahen ihn entsetzt an, erkannten aber aufgrund des leichten Lächelns, dass an dieser Aussage etwas nicht stimmte.<br />
&bdquo;Und in der größeren Wohnung über Hans und Gerda sind Karin und Lea eingezogen&ldquo;, ergänzte Anton mit etwas Stolz in der Stimme.<br />
Erstaunte Blicke von Gertrud und Achim.<br />
&bdquo;DIE lässt du einziehen? Deine Schwiegertochter, die sich von DEINEM Sohn getrennt hat? Also Papa, das kann doch nicht dein Ernst sein! Am Ende ist die mit dem Typen da oben gar noch liiert.&ldquo;<br />
&bdquo;Genau so ist es! Und einziehen habe nicht ich sie lassen, sondern der Besitzer des Hauses, oder besser gesagt seine Teilhaberin und Managerin, die das hier alles mit organisiert und verwaltet. Aber ich sag dir eins &ndash; ich freue mich, dass Karin und Lea dort oben wohnen. Die kümmern sich wenigstens um uns. Genauso wie Robbi, ihr Freund. Zuhälter und Schwerverbrecher ist er nur für die alte Müllerin und vermutlich deine Geschwister&ldquo;, grinste er.<br />
Gertrud straffte sich plötzlich und ging einen Schritt auf ihren Vater zu.<br />
&bdquo;Papa, ich bin eigentlich in erster Linie hierhergekommen um mich bei dir zu entschuldigen. Es tut mir wirklich sehr leid, was nach dem Brand zwischen uns alles vorfiel. Es ist überhaupt nicht richtig gewesen wie wir uns dir gegenüber verhalten haben. Wirklich! Ich bedaure alles furchtbar, und ich hoffe du kannst mir mein Verhalten verzeihen.&ldquo;<br />
Die letzten Sätze sprach sie mit zittriger Stimme, kämpfte tatsächlich mit den Tränen.<br />
Anton Hinderer schwieg, sah die älteste Tochter abschätzend an. Als sehr berechnend kannte er sie von früher. Meinte sie es ernst oder wollte sie nur etwas bei ihm erreichen fragte er sich und blieb misstrauisch. Gertrud kannte ihn sehr gut.<br />
&bdquo;Papa, ich habe mich von Fritz und Gudrun abgewandt. Nachdem ich Rita mit ihrer Tochter traf und mich mit ihr unterhielt merkte ich wie sehr Gudrun mich &#8211; eigentlich uns alle &#8211; angelogen und manipulierte was sie betraf. Es stimmte hinten und vorne nicht was meine Schwester uns über Rita erzählte. Ich konnte erst mitfühlen wie es ihr erging nachdem ich mit ihr sprach und sie besuchte. Auch bei ihr war es ein Fehler vier Jahre lang zuzuschauen und nicht zu helfen&ldquo;, sagte sie leise.<br />
Erstaunt sah Anton sie an.<br />
&bdquo;Und wie war es dann bei Linda? Da habt ihr achtzehn Jahre lang zugeschaut und nichts getan. Tut dir das auch leid?&ldquo;<br />
Eine überraschende Frage, mit der die Tochter nicht rechnete.<br />
&bdquo;Linda?&ldquo;, sagte sie ganz spontan etwas abschätzig und überlegte einige Sekunden. &bdquo;Der hast DU doch auch nicht geholfen und kannst jetzt nicht uns oder mich verantwortlich machen.&ldquo;<br />
Diese Antwort überraschte und verärgerte den alten Mann. Er wollte gerade Luft holen um richtig loszulegen und am Ende seine Tochter rauszuwerfen, dann erkannte er im letzten Moment in Barbaras angespanntem Gesicht ein fast unmerkliches Kopfschütteln.<br />
Daher dachte Anton kurz nach und wählte seine Worte etwas gemäßigter.<br />
&bdquo;Ihr wisst genau wie es auf dem Hof zuging. Ich habe Linda so gut es ging beschützt und versucht ihr zu helfen. Aber eure Mutter und Else haben nur sehr wenig zugelassen. Ich schämte mich immer dafür. Aber du, Fritz und Gudrun, ihr hättet sehr wohl was unternehmen können! Von außen her, ohne dass es bemerkt worden wäre. Dazu hättet ihr euch nicht ihr gegenüber so eklig verhalten dürfen wie ihr es gemacht habt. Sie hat alles mitbekommen und registriert, sich gemerkt wer gut zu ihr gewesen ist und wer nicht.<br />
Ich habe mich bei Linda entschuldigt, sie hat es angenommen, obwohl ich ihr auch nicht böse gewesen wäre, wenn sie mich abgelehnt hätte. Glaubt mir, so erleichtert war ich noch nie in meinem Leben, als sie mich damals in den Arm nahm, nachdem ihr drei &#8211; meine eigenen Kinder &#8211; mich derart niedermachen wolltet. Was denkst du eigentlich wie ich mir nach dem Feuer im Krankenhaus vorkam? Im Krankenhaus, ohne Dach über dem Kopf und meine Familie, meine drei Kinder, für die ich alles tat, standen am Bett und überlegten in MEINER Gegenwart laut wie sie mich abschieben konnten. Linda und Frau Wezer kamen mir damals vor wie zwei Engel, die mich aus dem Feuer und dem Rauch retteten, die mich damals umgaben. Seither läuft mein Leben ganz anders.<br />
Es ist als ob ich nach dem tragischen Unglück den Raum verlassen habe in dem ihr euch befindet, einfach eine Türe zumachte und eine neue auf. Hinter der neuen Türe standen Linda und neben ihr Carola und Dennis Wezer.&ldquo;<br />
Anton machte eine kleine Pause.<br />
&bdquo;Linda hat mich an der Hand genommen und geführt. Ins Haus der Familie Wezer, wo ich herzlich aufgenommen wurde und zur Ruhe kam. Dann nahm sie mich mit auf die Seiser Alm. Dort sollte ich mich einfach erholen, traf auf zwei Menschen, die mit ihren Kindern ähnlich schlechte Erfahrungen machten wie ich. Die nahmen mich auf und wurden zu Freunden, zeigten mir, dass ich ihnen helfen konnte, wieder etwas Wert hatte, nicht nutzlos vor mich hin vegetierte und anderen zur Last fiel. Ich bekam dort wieder richtig Lust und Freude am Leben. Barbara hat mich dort hinauf begleitet, lebte den Sommer über bei der Agnes und dem Xaver.<br />
Linda brachte eines Tages Rita und ihre Melinda mit auf die Alm. Was glaubt ihr wie ich mich darüber freute? Als ich von eurem Verhalten ihr gegenüber hörte schämte ich mich ihr gegenüber genauso für meine Kinder wie bei Linda. Sofia, die Schwester von Dennis Wezer, mochte Rita und Melinda genauso und schlug vor die Kleine dort oben taufen zu lassen. Für Rita und mich eine große Freude. Zur Taufe von Melinda brachte sie Karin und Lea mit. Dass die zwei Fritz verlassen haben finde ich richtig. Karin hat mit Robbi einen Partner, der einen wesentlich besseren Charakter hat als mein eigener Sohn.<br />
Euer Besuch &ndash; ich sage mal nichts weiter dazu. Im Herbst flogen wir mit einem Flugzeug zurück. Das erste Mal in meinem Leben, dass ich geflogen bin. Und das war wunderschön.&ldquo;<br />
Er lächelte genüsslich bei diesen Worten.<br />
&bdquo;Noch schöner für mich war es nach der Ankunft hierher zu kommen und zu sehen wie das Haus entstand. Es wäre sogar schon fertig gewesen, wenn die Kaschbauers Marlies nicht immer Prügel in den Weg geworfen hätte. So verbrachte ich das letzte Weihnachten bei Barbara.<br />
Hans und Gerda haben eine genauso unverschämte Nachkommenschaft wie ich. Linda und Frau Wezer helfen auch ihnen. Unser Haus wurde im Frühjahr fertig, wir konnten alle einziehen. Doch trotzdem &#8211; den ganzen Sommer über waren wir in diesem Jahr zu viert auf der Seiser Alm. Der Heubauer Franz hat uns zweimal dort oben besucht. Wir sind erst vor der Kerwa wieder zurückgeflogen und hier richtig eingezogen.<br />
Du kannst dir gar nicht vorstellen wie schön das ist wieder hier zu sein! Durchs Dorf gehen, die alten Bekannten und Nachbarn sehen, mit ihnen reden. Dazu die Neuigkeiten der alten Müllerin zu hören, besonders was sie über uns erzählt. Die hat sich kein bisschen geändert. Es ist schön hier herinnen zu sitzen, mit Hans, dem Nachbarn und dem Baumbauer einen Schafkopf zu dreschen. Keinen Moment ist mir langweilig, genauso wie auf der Alm, wo wir die Schafe und Ziegen versorgt haben, Weiden bauen, Heu machen, Schnaps brennen und vieles mehr. Ich vermisse überhaupt nichts, mir geht es richtig gut. Und eines habe ich am allerwenigsten vermisst. Das seid ihr!<br />
Aber jetzt vergessen wir alles für ein paar Stunden. Setzt euch, esst Plätzchen von Barbara und Gerda. Die haben noch die alten Rezepte von meiner Mutter, eurer Oma, aufbewahrt und sie heuer allesamt wieder gebacken. Wir haben, nachdem sie selber nicht mehr backen konnte, nur noch die paar mickrigen von eurer Mutter bekommen, die am Ende alle gleich schmeckten. Aber von den guten Sorten ist sowieso nichts mehr da. Der Hans und ich haben in den Dosen schon ziemlich aufgeräumt. Genauso wie mit dem Stollen. Auch nach dem Rezept der Oma.&ldquo;<br />
Damit nahm er etwas die beklommene Stimmung, welche durch seine vorherigen Sätze entstand. Doch es kam an bei seiner Tochter. Achim beobachtete sie genau. Er stimmte dem alten Schwiegervater vollkommen zu. Positiv überrascht von seinem Anblick ahnte er sofort, dass es nicht mit einer einfachen Entschuldigung getan sein würde. Er erwartete eine noch heftigere Ansage, erkannte aber genauso die Blicke von Barbara.<br />
Achim versuchte immer wieder etwas ausgleichend zu wirken, konnte seine Frau trotzdem nicht viel beeinflussen. Die anschließende Unterhaltung ging um das Dorf im Allgemeinen. Gertrud fragte nach einigen Freunden und Freundinnen. Sie lachten sogar herzhaft als das Gespräch auf die alte Müllerin und das &bdquo;Bordell&ldquo; hinter dem Haus kam. Neidisch wurde Gertrud beim Besichtigen der Wohnungen. Alles neu und modern eingerichtet. Sie konnte es sich nicht verkneifen zu fragen, wer denn diese tollen Küchen bezahlt habe.<br />
&bdquo;Die gehören zur Wohnung. Böden, Farbe der Wände, das konnten wir alles selber aussuchen, bezahlt hat das der Vermieter&ldquo;, klärte Barbara sie auf.<br />
Nun standen sie wieder beim Thema, das sie nach der ersten Predigt des Vaters vermeiden wollten. Aber die Neugierde siegte bei Gertrud über die Vernunft.<br />
&bdquo;Und wem gehört das Haus überhaupt? Wezer oder Linda?&ldquo;<br />
Über diese Frage diskutierten die Bewohner bereits im Vorfeld ausgiebig mit Linda. Und die meinte nach Rücksprache mit Dennis und Carola, es läge nichts daran die Wahrheit zu verheimlichen. Jederzeit könnten die wahren Verhältnisse durch einen Blick in die Grundbücher erkannt werden. Und was hatten sie davon wenn sie die Unwahrheit erzählten? Gar nichts.<br />
&bdquo;Dein Opa kann, wenn er möchte, sie komplett aufklären. Was ist Schlimmes dabei, wenn sie es erfahren?&ldquo;, vertrat Dennis seine Meinung, welche Linda an ihn weitergab.<br />
Anton rechnete daher mit dieser Frage und bereitete die Antwort vor. Er berichtete ihnen wie die Bank ihn damals als gebrochenen alten Mann, nachdem Johann und Else im Gefängnis saßen, übers Ohr ziehen wollte. Das hatte seine Kinder damals überhaupt nicht interessiert. Sie bekamen lediglich Angst ihm Geld anbieten zu müssen. Er musste einfach diesen Seitenhieb anbringen. Wie der ihm damals unbekannte Chef von Linda einschritt und dem arroganten Bankdirektor zeigte wo der Hammer hing.<br />
&bdquo;Unser ganzes ehemaliges Anwesen samt dem Haus hier gehört einer Gesellschaft an der Linda beteiligt ist, wobei Dennis Wezer ihr sehr viel freie Hand lässt. So wie sie mir erzählte, wollen sie noch abwarten bis sie alles aufteilen und Lindas Anteil herauslösen.&ldquo;<br />
&bdquo;Was heißt hier Lindas Anteil? Bekommt sie am Ende gar etwas aus dem Erbe von unserem Hof?&ldquo;<br />
Gertrud zeigte sich plötzlich erregt.<br />
&bdquo;Und was ist mit uns? Wir durften anscheinend nur bezahlen damit&hellip;&hellip;..&ldquo;<br />
Offensichtlich hatte ihr Mann dies erwartet, er unterbrach sie nicht nur sondern wies sie mit strengen Worten zurecht.<br />
&bdquo;Gertrud, sei still! Ich verstehe genau und weiß was Anton meint. Du hast deinen Anteil bekommen. Und zwar zur Genüge, als wir geheiratet haben. Genauso wie deine Geschwister. Selbst danach habt ihr immer wieder Geld nachgeholt. Seien wir mal ehrlich. Der Hof lag damals bereits am Boden, wurde finanziell von Christa gerettet und im Anschluss durch Johann und Else stark verschuldet, gegen die Wand gefahren. Wenn von den ganzen Krediten und Schulden etwas aus dem Verkauf übrig ist, dann hat Linda das meiste Anrecht darauf.<br />
Was ihr für dieses Haus zahlen musstet, geht allein auf eure eigene Gier und Dummheit wegen dem Testament zurück. Bezahlt habt ihr es nicht an Linda, Wezer oder Anton, sondern an die Versicherung. Und ich sagte dir damals schon, dass ihr dabei sehr billig weggekommen seid. Würde mich nicht wundern, wenn auch da der Wezer zu euren Gunsten eingegriffen hätte.&ldquo;<br />
Erstaunt, eher entrüstet sah Gertrud auf ihren Mann. Anton nutzte die Situation, um seiner Tochter eine weitere kräftige verbale Ohrfeige mitzugeben.<br />
&bdquo;Genau so ist es! Dein Mann hat schon immer mehr im Hirn gehabt wie du&ldquo;, sagte er anerkennend.<br />
&bdquo;Ihr wisst aber nicht alles, was hier noch passierte. Zum Beispiel, dass der Vater von Christa eine Art Sparvertrag für Linda abschloss, der bei ihrer Volljährigkeit fällig wurde. Geld, das Else sofort abzweigte, Linda darum betrog.&ldquo;<br />
Seine Tochter schluckte zwar schwer, schwieg aber. Bisher lief der Besuch ganz gut, sie glaubte dem Vater vielleicht einige Schritte näher gekommen zu sein. Als einziges der vier Kinder. Genau das wollte sie nicht aufs Spiel setzen. Wer weiß wozu es noch einmal gut sein konnte.<br />
&bdquo;Haben Fritz und Gudrun dich auch schon besucht?&ldquo;, fragte sie weiter.<br />
Falsche Frage, denn sofort verfinsterte sich das Gesicht von Anton Hinderer noch mehr.<br />
&bdquo;Die sollen es ja nicht wagen&hellip;&hellip;&hellip;&hellip;&hellip;&ldquo;, begann er grimmig.<br />
Barbara und Gerda begannen zu kichern.<br />
&bdquo;Die haben uns natürlich schon besucht. Erinnerst du dich nicht daran als sie bei uns auf der Alm gewesen sind?&ldquo;, lachte seine Schwester.<br />
Anton nickte und grinste. &bdquo;Da hast du allerdings Recht. Ein ganz kurzer Besuch im Sommer. René hat ihnen den Weg gezeigt &hellip;&hellip;&hellip;.. Ihr wisst sicher was da oben passiert ist?&ldquo;<br />
Achim erinnerte sich an den Besuch bei Rita und begann ebenfalls zu schmunzeln.<br />
&bdquo;Rita hat etwas erwähnt, als wir sie besuchten. Die erzählte davon, dass Fritz Lea mitnehmen wollte und du ihn mit einer Mistgabel gepikst hast.&ldquo;<br />
&bdquo;Gepikst ist gut&ldquo;, ergänzte nun Hans. &bdquo;Ich glaube der Hans hat nie in seinem Leben einem Tier im Stall so kräftig die Mistgabel reingejagt wie dem Fritz. So wütend habe ich den noch nie gesehen wie damals.&ldquo;<br />
&bdquo;Wollten die wirklich Lea mit Gewalt mitnehmen?&ldquo;, meinte Gertrud.<br />
&bdquo;Ja! Aber sell ist dem Fritz schon schlecht bekommen. Die hat ihn, als er nach ihr griff, auf den Boden geschmissen und nach Polizeiart überwältigt bevor er überhaupt kapiert hat was geschah. Der Robbi hat ihr das gut beigebracht. Und dann hat der Xaver gesagt er soll von seinem Hof verschwinden. Da hat der Fritz gemeint wir könnten ihn alle am Arsch lecken. Sell konnt ich nit stehen lassen, wenn mein Sohn unseren Gastgeber so schwer beleidigt. Und da hat ich eine richtige Wut ghabt. Geleckt hab ich ihn dort nicht, aber&hellip;&hellip;. &ldquo;<br />
Er grinste und schwieg.<br />
&bdquo;Du weißt ganz sicher, dass Gudrun von Theo rausgeworfen wurde und bei Fritz wohnt&ldquo;, blieb seine Tochter bei diesem Thema.<br />
Ihr Vater nickte. &bdquo;Die Linda hat mir den Grund erzählt. Was musste die sich auch so blöd einmischen. Die denkt wohl immer noch sie ist die Beste und die Gescheiteste, weiß alles besser.&ldquo;<br />
&bdquo;Glaubst du wirklich, dass es stimmt was Linda erzählt?&ldquo;, zweifelte Gertrud.<br />
&bdquo;Aber ganz sicher!&ldquo; entgegnete ihr Vater empört.<br />
Dann sah er seine Tochter erneut grimmig an.<br />
&bdquo;Du brauchst gar nicht versuchen sie bei einem von uns in Misskredit zu bringen. Linda ist, wie ihre Mutter, ein ganz ehrlicher und offener Mensch, der es nicht nötig hat mich anzulügen. Ihr vertraue ich am allermeisten, neben meinen Geschwistern.&ldquo;<br />
Er wurde dabei etwas lauter.<br />
&bdquo;Daneben gibt es noch Rita, Lea, Karin und deren Freund, den Robert!<br />
Und die Wezers. Das sind sowieso besondere Menschen&ldquo;, fügte er nachdenklich hinzu.<br />
&bdquo;Aber am meisten stolz bin ich auf meine drei Enkelinnen. Die haben alle einen guten Charakter und, angefangen mit Linda, soviel Selbstbewusstsein und Freude in sich aufgebaut, es macht richtig Spaß sie zu erleben. Auch beim Fußballspielen.&ldquo;<br />
&bdquo;Sag nur du gehst auf den Sportplatz?&ldquo;, fragte Achim erstaunt.<br />
&bdquo;Natürlich! Linda, Lea und Rita spielen dort. Alle drei. Und zwar ziemlich gut. Lest ihr keine Zeitung? Du &ndash; die Linda kann schon auch mal richtig rangehen und reinhauen, dass die Fetzen fliegen&ldquo;, grinste er begeistert.<br />
&bdquo;Dazu haben die Mädels passende Partner gefunden. Wenn ihr Rita besucht habt, kennt ihr ganz sicher Marcus. Der Tom, Lindas Freund, ist ein sehr netter Mann. Leas Liebe mit Eric ist erst am Anfang. Aber der ist auch freundlich und sehr geschickt. Er hat uns geholfen den Hühnerstall einzurichten. Wie gesagt, um mich herum sind momentan lauter liebe Menschen.&ldquo;<br />
Gertrud verbiss sich die Frage ob seine eigenen Kinder nicht dazugehörten. Sie wollte unbedingt alleine mit Tante Gerda reden und sie ausfragen ob es wirklich so war wie er es ihnen beschrieb. Diese kannte sie als etwas kritisch, jedoch geradeheraus und ehrlich. Sie folgte ihr daher in die Küche mit dem Vorwand ihr beim abspülen zu helfen, wobei sie den Geschirrspüler bereits gesehen hatte.<br />
Was sie dabei erfuhr, passte ganz und gar nicht in ihr Bild. Gerda bestätigte die Worte des Schwagers vollkommen. Dazu erzählte die Tante ihr, dass Anton sie zuerst gar nicht sehen wollte. Doch Linda und besonders Karin redeten so lange auf ihn ein bis er am Ende zustimmte.<br />
Ausgerechnet Karin! Das überraschte die Nichte. Wenig später verabschiedeten sie sich. Ihr Fazit fiel sehr gemischt, eher aber etwas negativ aus. Es gab zwar eine gewisse Annäherung, aber das alte Verhältnis, die lockere Unterhaltung zwischen Vater und Tochter, flammte nur ganz kurz und sporadisch auf wenn das Gespräch um das Dorf und seine Bewohner ging. Ein ihr gegenüber misstrauischer Vater stellte sie fest, der absolut kein negatives Wort über seine Enkelin Linda zuließ. Nachdenklich saß sie neben ihrem Mann im Auto. Sie stellte fest, dass es allen, die ein gutes Verhältnis zu Linda hatten, offenbar sehr gut ging. Achim platzte in ihre Gedanken mit einer Frage.<br />
&bdquo;Willst du deinen Geschwistern von diesem Besuch erzählen?&ldquo;<br />
Gertrud überlegte und zuckte mit den Schultern.<br />
&bdquo;Besser wohl nicht&ldquo;, meinte sie.<br />
Vom Besuch bei Rita hatte sie auch kein Wort verlauten lassen, als sie mit ihrer Schwester vor einigen Tagen telefonierte. Gudrun und Fritz &ndash; beide veränderten sich immer mehr, besonders ihre Schwester sah sie mit anderen Augen nach den Gesprächen mit Rita. Sie hatte sich selber von der Jüngeren in Bezug auf ihr Patenkind nahezu einwickeln lassen. Genauso wie gegen den Vater. Obwohl sie von ihm in der Kindheit immer benachteiligt wurde. Als Älteste musste sie bereits als Kind immer mitarbeiten, während die Kleineren spielen durften. Auch dann als Gudrun im Alter von zwölf sich vor dem Putzen des Hauses drückte und es immer an ihr abging.<br />
Daher zeigte sie kein Mitleid mit Linda. Sie war eben auch die Älteste. Genauso berechnend wie die anderen verhielt sie sich. Die sollte als Erbin ausfallen, denn einen Anspruch hatte sie allemal. Ihre Mutter rettete schließlich den Hof. Aber in diesem Fall schloss Gertrud sich der Meinung ihrer Geschwister an. Linda machte immer den Eindruck eines richtig dummen Bauerntölpels in ihrer zerlumpten Kleidung und den Gummistiefeln, mit denen sie meistens zu sehen war. Sie sah sie vor sich, mit den kurzen Haare dazu die Schulleistungen&hellip;&hellip;<br />
Wenn sie jetzt darüber nachdachte kam sie zu dem Ergebnis, dass die älteste Tochter ihres Bruders von ihrer Stiefmutter und der Oma, ihrer eigenen Mutter, in dieses Klischee gezwängt wurde. Als sie erfuhr, dass sie eine Ausbildung im Haushalt mache, dachte sie wie die beiden: Für Linda würde sich ein Mann finden, der ihr ein Kind machte und sie dadurch zu sich nahm. Wobei &#8211; damals zweifelte sie ernsthaft ob sich ein vernünftiger Typ fände, der dieses hässliche Entlein überhaupt anfasste. Gertrud erkannte sich getäuscht zu haben.<br />
Von den Gedankengängen der Tante wusste Linda nichts als sie nach ihrer Rückkehr den Opa aufsuchte und die Plätzchen von Agnes brachte. Eine Flasche Kräutergeist gab der Xaver mit, hatte Angst, der würde ihnen ausgehen. Anton und Hans strahlten anhand der Flasche. Gelegentlich tranken sie gerne ein Gläschen, während die beiden Frauen auf ihren angesetzten Schlehen- und Hagebuttenlikör warteten. Erneut begleiteten sie die vier Kids und erzählten ihnen vom Skifahren und dem tollen Feuerwerk auf der Alm. Linda kam gar nicht dazu viel selber beizutragen, denn schnell drängten die Kinder auf die Rückfahrt.<br />
Robert, Karin und Lea hingegen berichteten zuvor ausführlicher, was es auf der Alm alles an Neuigkeiten gab. Über die Begleitung durch Daniel und dessen eifrige Mithilfe, die Hektik über Weihnachten, an Silvester und an Neujahr wegen des Catering. Gerda und Barbara bedauerten Sofia wegen der vielen Arbeit. Hätten sie am Ende doch mitfahren sollen um auch zu helfen, sie entsprechend zu entlasten, überlegten sie laut.<br />
&bdquo;Also bitte!&ldquo;, Karin blickte die beiden entrüstet und empört an.<br />
&bdquo;Wenn die jemanden braucht, dann soll sie sich die entsprechenden Leute holen. Dennis zieht sie immer damit auf, redet von ihrer Gier. Er meint das nicht so, hat jedoch nicht ganz Unrecht mit seiner Ansicht. Der große Umtrieb hat für sie dazu eine andere Seite. Ich möchte nicht wissen wie Sofia strahlt, wenn sie in der Neujahrsnacht die Kasse abrechnet. Die arbeiten da oben sicher nicht mit Verlust und verdienen an jedem Essen, an jedem Getränk. Was meint ihr was da alles an leeren Sektflaschen herumstand? Ich bin erschrocken als ich sah wieviel sie gebunkert hatten. Das Getränkelager stand nach den Feiertagen rappelvoll, vor allem mit Sekt. Ich dachte das reicht bis Fasching. Und einen Tag nach Neujahr fanden sich da nur noch ein paar vereinzelte Kartons. Ich glaube die haben im Hotel und bei dem Catering weit über eineinhalb Paletten gebraucht.<br />
Was glaubt ihr was in der Küche los gewesen ist? Geli und Doro haben Torten gerichtet wie am Fließband. Teilweise halfen Lea, Linda und Carola mit. Sogar Marianne Achter haben sie dazu geholt. Emilia ist für Sofia das neue Kindermädchen, Lisa wurde genauso eingesetzt. Was meint ihr &ndash; da ist schon immer voller Betrieb wenn Restaurant und Terrasse voll besetzt sind?<br />
Sicher. Und wenn dann noch für 200 Personen kleine Schnitzel, Cordon bleu, Lendenstückchen, Hähnchenbrüste nebst allen Beilagen wie Gemüse, Bratkartoffeln, Rösti und vieles mehr zubereitet werden muss? Was ist das dann? Ich kann es sagen: Da ist die Hölle los!<br />
Das Silvesterbuffet hat Maria vor Ort geleitet. Die fehlte in der Küche, aber Drea soll das jetzt alles übernehmen, den ganzen Cateringbereich. Sie ist sehr emsig bei der Arbeit. Doch Weihnachten und Silvester hat Sofia ihr freigegeben.&ldquo;<br />
&bdquo;Wie geht&rsquo;s denn ihr und der Emilia?&ldquo;, fragte Barbara besorgt.<br />
Karin nickte und lächelte dabei.<br />
&bdquo;Die fühlen sich sehr wohl und ich sehe sie total entspannt. Beide lachen immer öfter, gerade Emilia geht mit den Kindern so richtig auf. Du weißt allerdings selber, man kann in einen Menschen nicht unbedingt hineinsehen. Ich hoffe nur sehr das Mädchen kann mit der Zeit vergessen was ihr angetan wurde und findet in einigen Jahren einen lieben und verständnisvollen jungen Mann, der sie gut behandelt und versteht.<br />
Außerdem ist Gerhard Futtner bei ihnen eingezogen und die Agnes sagt seither wirken sie richtig fröhlich und machen auf sie den Eindruck einer richtigen Familie. Ich glaube der hat das Gespür für die Situation und die beiden Frauen, obwohl ich ihm das nicht zugetraut habe.&ldquo;<br />
Alle vier wirkten erleichtert. Oft dachten sie an Drea und den Vorfall auf dem Parkplatz, der die vier alten Leute sehr entsetzte.<br />
Der Alltag lief für die Rückkehrer langsam wieder an. Dienst für Robert, Arbeit in der Küche von Wezer bei Karin und Lea ging zur Schule. Daneben gab es gewaltigen Nachholbedarf zwischen ihr und Eric. Über zwei Wochen sahen sie einander nicht. Regelmäßig übernachtete er nun wieder bei ihr, wobei Lea auch bei ihm schlief. Die Müllerin beobachtete genau wann Erics Auto vor dem Haus der Hinderers stand, notierte die Daten und rechnete hoch. In etwa wusste sie inzwischen was so ein &bdquo;Collgörl&ldquo; die Nacht kostete.<br />
Fraglich für sie blieb nur wo der Zuhälter regelmäßig am Morgen mit seinem großen BMW hinfuhr. Solche Typen liegen doch meist bis zum Mittag im Bett, wusste sie aus dem Fernsehen.<br />
Einige angekündigte Proben und Schulaufgaben standen bei Lea nach den Ferien auf dem Programm. Das Halbjahreszeugnis &ndash; es wurde maßgeblich für die Bewerbungen. Hektik setzte bei vielen Klassenkameraden und Kameradinnen ein während sie selber gelassen blieb. Alle Noten glatt, lediglich in Englisch stand sie zwischen eins und zwei. Der Ehrgeiz in ihr strebte nach der besseren Note. Beste Voraussetzungen für eine Arbeit im Büro von Wezer. IT-, oder Industriekauffrau? Oder doch in den Kindergarten? Schwer für sie eine Entscheidung zu treffen.<br />
Ihr Bruder beobachtete sie in der Schule im Kreis ihrer Freundinnen, traute sich aber nicht an sie heranzutreten. Schwer an ihm nagten die Bilder während der gesamten Weihnachtsferien. Bilder von den Pisten, die Bergstation des Puflatsch, der Blick hinab vom Ciampinoi. Er biss fast vor Wut in das Kissen seines Bettes. Ein Foto traf ihn dabei sehr schwer. Daniel, sein Cousin, mit Trachtenhemd, Bistroschürze und einem Tablett mit Getränken. Den Ort konnte er nicht lokalisieren, es handelte sich nicht um das Hotel Sumer. Doch dann kam ihm die korrekte Lösung. Das vornehme, obere Hotel neben dem Panoramalift. Dort saßen die Trinkgelder vermutlich noch lockerer als im Haus von Sofia.<br />
Er hätte heulen können vor Wut. Sicher verdiente der Cousin dabei genauso Geld wie er. Vielleicht sogar noch mehr, denn ihm wurde unvermittelt bewusst, Daniel arbeitete nicht nur oben im vornehmeren Hotel, bestimmt hatte er alles frei und erhielt die Liftkarte gratis. Und das gleich für über zwei ganze Wochen. Wenn der das Doppelte von ihm bekam&hellip;. Er dachte an den Führerschein und Leas Roller.<br />
Zuhause herrschte dicke Luft. Sein Vater und die Tante stritten sogar an Weihnachten. Er musste dem Vater zustimmen, denn die Tante sorgte zwar für den Haushalt, allerdings mussten sie selber weitere zusätzliche Arbeiten übernehmen. Obendrauf rechnete sie die Kosten für die Einkäufe ab, Miete zahlte sie keine. Fritz drängte seine Schwester immer mehr selber etwas beizusteuern.<br />
&bdquo;Du hast kostenfreie Wohnung und Logis&ldquo;, warf er ihr an den Kopf.<br />
Offenbar fand sie inzwischen eine Stelle als Putzfrau in einem Reinigungsunternehmen mit 30 Stunden pro Woche. Das sorgte für etwas mehr Ruhe. René überlegte weiterhin zu seiner Mutter zu ziehen. Die Frage lautete nur ob sie ihn wollte. Dazu kam, sein Vater hielt ihn quasi wie ein Faustpfand fest.<br />
&bdquo;Du kommst nicht zu ihr bevor ich nicht Lea hier bei uns in der Wohnung sehen darf&ldquo;, brüllte er ihn eines Tages an, als der Junge ihm bei einem Streit seine Überlegungen mitteilte.<br />
Wie sollte das gehen bei dem gerichtlich festgelegten Annäherungsverbot? Fritz merkte selber, dass seine Situation nicht zum Besten stand. Diese Lea Gabler und ihr Freund zogen zwar die Anzeige gegen ihn zurück und forderten ihn über den Anwalt auf, dasselbe zu tun, aber sein Verteidiger empfahl ihm den Vorschlag nicht zu akzeptieren, die Chancen auf Schmerzensgeld stünden gut. Einen von der Gegenseite vorgeschlagenen, außergerichtlichen Vergleich lehnte er nach Rücksprache mit dem Anwalt genauso ab, denn dabei verdiente der kaum etwas. Dies verriet er ihm natürlich nicht.<br />
Auf der anderen Seite drückten die Gedanken über die Zahlungen an seine Frau und noch mehr die gegen ihn laufenden Ermittlungen wegen illegalem Waffenbesitz im Zusammenhang mit einem Angriff auf seine geschiedene Frau sein Gemüt. Wenn hierbei auch nur entfernt zur Sprache käme, dass er im Sommer versuchte die gemeinsame Tochter Lea mit Gewalt aus Italien zurückzuholen als sie dort bestens beaufsichtigt Urlaub machte, könne sogar eine Strafe ohne Bewährung herauskommen. Und diese Gefahr bestand unbedingt. Denn als Zeugin sah er vor Gericht sicherlich Frau Karin Hinderer. Dazu deren Freund, den Polizisten. Hätte ich in dem Supermarkt doch nur die Finger von ihr gelassen, dachte Fritz verzweifelt.<br />
In dieser Beziehung sollte er auf alle Fälle die Füße stillhalten. Sich strikt an die ausgesprochenen Annäherungsverbote halten um nicht noch mehr Schaden anzurichten, empfahl sein Rechtsbeistand. Besonders dieses Thema wollte er vor seiner Schwester verbergen. Ihre drängenden Fragen nach der Durchsuchung der Polizei nach Waffen hatte er mehr oder weniger wütend abgetan.<br />
&bdquo;Das geht dich einen Scheißdreck an. Wenn dir was nicht passt kannst du sofort gehen&ldquo;, brüllte er sie an, worauf Gudrun schwieg.<br />
Da die Polizei nichts fand konnte es sich auch um einen Irrtum handeln vermutete sie. Nicht dazu passten die Briefe vom Gericht und seinem Anwalt, welche er umgehend verbarg und in einem Ordner ablegte, den er unter Verschluss hielt. Besitz eines Schlagrings, der unter der Rubrik Waffe geführt wurde. Zeuge PHK Katzer, las er auf dem ihm zugestellten Schreiben. Seither besaß der Macker seiner Frau auch einen Namen.<br />
Am Ende heiratete Karin ihn auch noch, nahm bestimmt seinen Namen an. Ob sie sich gerne als Katze bezeichnen lässt? Vermutlich ja, er kannte ihren Humor. Katze Karin, das passte zu ihr, er hatte sie gelegentlich selber, aufgrund der ersten beiden Buchstaben ihres Vornamens, so genannt. Erneut einem Anfall nahe dachte er daran wie dieser Kater seine Katze mauste. Am Ende benutzte er noch dieselben Worte und Begriffe wie er früher. In seinem Kopfkino sah er die beiden nackt im Bett liegen, die Laute Karins, deren Stöhnen, klangen ihm in den Ohren und vergingen auch nicht als er daran dachte wie er sie oft hernahm, kräftig auf den Hintern schlug. Jetzt gab es niemanden mehr an dem er sich abreagieren konnte, besonders sexuell.<br />
Gudrun schielte hingegen immer wieder auf ihr Handy, wartete auf eine Nachricht ihres Sohnes. Sie würde jedoch nicht antworten beschloss sie, nachdem er immer noch zu seinem Vater hielt und bei ihm wohnte. Plötzlich entdeckte sie im Status Fotos vom Skifahren, das Bild von zwei Hotels bei Nacht von außen. Dazu ein Selfie, welches er vor einem Spiegel stehend aufnahm. In einem Trachtenhemd mit aufgestickten Emblem und einer Bistroschürze gab er ein hübsches Bild ab stellte sie fest. Doch wo befand er sich? Dieses eine Hotel, hatte sie das nicht schon mal gesehen? Allerdings fiel ihr nicht ein woher sie es kannte.<br />
Sie schrieb eine Nachricht an ihren Mann. &acute;Wo ist Daniel.&acute;<br />
&acute;Das weiß ich doch nicht&acute;, erhielt sie umgehend zur Antwort.<br />
Doch dann hielt René ihr plötzlich sein Smartphone unter die Nase.<br />
&bdquo;Ist das nicht Daniel?&ldquo;, fragte er sie.<br />
Ein Filmclip im Status seiner Schwester hatte seine Aufmerksamkeit erregt. Mehrere Personen fuhren nacheinander flott auf den Kameramann, oder in diesem Fall die Kamerafrau zu und nahe vorbei. Lea, Linda, danach zwei junge Burschen. Die Freunde der beiden? Eher nicht, denn der erste schien fast sein Cousin Daniel zu sein. Er erkannte sogar die Piste anhand des Hintergrundes. Die nach innen ragenden Masten, an denen Fangnetze hingen, dazu erkannte er ein größeres Podest. Dort stand während des Rennens eine Fernsehkamera. Die fuhren auf der Saslong!<br />
Gudrun hingegen traf beinahe der Schlag. Sie erkannte den Skianzug ihres Sohnes sofort! Er befand sich gemeinsam mit Karin und Lea auf der Seiser Alm! Im ersten Moment wurde ihr schwindelig, sie musste sich setzen. Der Neffe erkannte aufgrund der Reaktion seiner Tante, die plötzlich bleich im Gesicht wurde, es musste der Cousin sein.<br />
&bdquo;Ist dir nicht gut Tante Gudrun?&ldquo;, klang er fürsorglich.<br />
&bdquo;Doch, doch&ldquo;, meinte sie schnell, genau das Gegenteil verspürend.<br />
Und es wurde bei den nächsten Gedanken noch schlimmer.<br />
Wie schaffte er es mit den Zweien auf die Seiser Alm zu gelangen? Das ging doch nur über Linda &ndash; sie hörte es oft genug von Karin. Die erkannte sie auch auf dem Clip. Und wenn er Kontakt mit Linda hatte und gemeinsam mit ihr Ski fuhr, dann &ndash; ein weiterer schrecklicher Gedanke keimte in ihr hoch &ndash; wusste er sicher auch von Rita, traf sich vermutlich schon mit ihr. Am Ende befand sie sich mit ihrer Tochter und diesem Knaus auf der Alm! Sie begann zu zittern bei diesem Gedanken. Wenn Daniel die Wahrheit erfuhr würde das Verhältnis zu ihr vermutlich genauso gestört werden. So sehr sie auch überlegte, es fiel ihr keine Ausrede ein mit der sie positiv punkten konnte.<br />
Nachts, alleine im Zimmer, überfiel sie der Jammer und das Selbstmitleid. Als der ärmste Mensch auf dieser Welt fühlte sie sich momentan. Die Rückkehr zu ihrem Mann entfernte sich immer mehr, wenn der auch so stur blieb und sie von sich aus nicht zur Rückkehr bewegte. Rita wollte sowieso nichts von ihr wissen, begegnete ihr ablehnend, geradezu feindlich, enthielt ihr die Enkelin. Und nun wandte sich Daniel sicherlich auch von ihr ab. Ihr Vater &ndash; zu dem traute sie sich sowieso nicht gehen, genauso wenig wie zu Tante Barbara und Tante Gerda. Beide hielten zu Anton, der sie verstieß. Und warum? Wegen Linda!<br />
Sie bemerkte gar nicht, dass sie sich in die eigene Tasche log. Mit dem vermeintlichem Wissen nichts oder nicht viel falsch gemacht zu haben schlief sie schließlich ein. In Kürze begann für sie die Arbeit, wobei sie erst kurzfristig erfuhr wo sie eingesetzt werden sollte.<br />
Daniel hingegen betrat nach seiner Rückkehr die Wohnung. Nichts hatte sich geändert. Der Vater saß vor dem Fernseher, brummte lediglich unverständlich als er eintrat und hallo sagte. Keine Frage wo er herkam, keine nachträglichen Neujahrswünsche &ndash; überhaupt, völlige Interesselosigkeit. Zumindest aufgrund der Bilder und Filmclips erwartete er eine Nachfrage. Doch Theo Schmidt ignorierte seinen Sohn quasi völlig. Genauso wie zu dem Zeitpunkt als er die Wohnung verließ. Daniel fühlte sich tief enttäuscht.<br />
Es reichte ihm endgültig! In diesem Moment beschloss er unwiderruflich auszuziehen. Sich endgültig von den Eltern zu lösen und den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen. Auch wenn er alleine bliebe. Am heutigen Tag fühlte er sich zu müde um etwas zu unternehmen. Morgen früh wollte er seine Schwester anrufen und sie bitten ihm eine kleine Wohnung suchen zu lassen. Später lag er im Bett und rechnete hoch was er alles neu brauchte für einen eigenen Hausstand. Sein Entschluss stand fest. Hier blieb er nicht mehr. Vielleicht schaffte er den Anschluss zu Rita, Lea und Linda. Gerade die wandelte sich nach seiner Entschuldigung im Lift ihm gegenüber völlig, ebenso wie ihr Freund. Sogar die Familie Wezer kam ihm etwas freundlicher vor als sie einander mehrmals über den Weg liefen.<br />
Selbstverständlich erzählte Linda Tom, Dennis und Carola von der Entschuldigung des Cousins, die sie als wirklich ehrlich und real auffasste. Als sie am Abend im Bett nochmals darüber nachdachte musste sie sogar schmunzeln. Lea, Rita und nun Daniel! Dazu Tante Karin. Bei Achim und Gertrud wusste sie nicht so recht wie sie die beiden einsortieren sollte. Eine gewisse Einsicht konnte sie vielleicht schon erkennen. Die Herzlichkeit und Freundlichkeit einer Tante Karin entdeckte sie jedoch bei weitem nicht. Besser auf Distanz halten, dachte sie.<br />
Tatsächlich schickte Daniel seiner Schwester tags darauf eine Nachricht, ob er bei ihr vorbeikommen dürfe. Rita erwartete ein Dankeschön aufgrund des vermittelten Urlaubs. Als sie dann hörte, er suche eine kleine Wohnung freute sie sich umso mehr. Die Wut auf ihre Eltern &ndash; immer noch sehr stark in ihrem Innersten vorhanden. Den Bruder wusste sie plötzlich auf ihrer Seite, dazu entdeckte er den Ring und freute sich als sie ihm erzählte, Marcus und sie würden heiraten. Die Eltern erfuhren von ihm ganz sicher nichts.<br />
Eine kleine Wohnung, nicht so besonders teuer, wünschte er sich. Nach Möglichkeit in der Nähe seiner Arbeitsstätte und etwas zentral gelegen. Es dauerte nicht lange bis er welche besichtigen konnte, wobei Hanne ihm die Vor-, jedoch auch schonungslos die Nachteile aufzählte, welche er übersehen hätte. Nicht unbedingt etwas dabei wie er es sich vorstellte.<br />
&bdquo;Auch gut! Ich kenne inzwischen dein Anforderungsprofil und wenn du nicht unbedingt musst, dann warten wir einfach bis etwas Geeignetes kommt. Aber schau bitte selber auch danach, denn wir haben nicht alle Wohnungen hier in der Stadt im Blick, betreuen nur einen kleinen Bruchteil von dem was auf dem Markt ist&ldquo;, empfahl ihm die künftige Schwiegermutter seiner Schwester.<br />
Dennis fuhr zum Werk drei, der Termin mit dem Verkäufer für die ganzen Edelstahlteile und eine neue Abfüllanlage für das Weingut stand an. Es handelte sich dabei um den Besitzer und Chef des kleinen Unternehmens selbst. Die Verhandlungsversuche in Südtirol brachten absolut nichts. Bene erklärte Dennis am Telefon ziemlich niedergeschlagen, der Verkäufer machte sich nicht einmal die Mühe sie zu besuchen obwohl er in der Gegend von Trient wohnte. Der Preis stünde fest und sei im Voraus komplett bei Auftragserteilung bezahlbar, die Lieferzeit betrage unter Vorbehalt 16 bis 20 Wochen. Das wäre im Mai oder Juni. Bis dahin wollten sie bereits abgefüllt haben.<br />
&bdquo;Uns ischt es so vorkommen, als ob selle uns gar nit für voll nehmen&ldquo;, sagte er nahezu mutlos.<br />
&bdquo;Mach dir keinen Kopf darüber, das ist normal. Vermutlich spricht sich in der Branche herum was im Zusammenhang mit dem Weingut geschah und das schlägt sich eben alleine über den Namen auf diese Art nieder.&ldquo;<br />
Der Verkäufer zog im Vorfeld Erkundigungen über das Unternehmen Knaus ein. Durchwegs positiv wurde die Zahlungsmoral als das wichtigste der Auskunft bewertet. Er fragte sich natürlich was ein Immobilienservice mit Weinbau zu tun hatte. Vorsichtig etwas nach oben korrigiert setzte er seine Preise an, gespannt was ihn erwartete.<br />
Dennis wollte gleich mal Eindruck erwecken und überreichte dem Besucher seine Visitenkarte als Geschäftsführer der Wezerwerke. Daran hatte dieser etwas zu kauen, erkannte Herr Wezer sofort. Der Verkäufer fragte vorsichtig nach ob die Wezerwerke ihren Horizont ausgeweitet hätten.<br />
&bdquo;Es handelt sich eher um ein Steckenpferd des Chefs&ldquo;, lächelte Dennis.<br />
Eine plausible Erklärung. Nun musste er nur noch wissen wo Dennis diese von ihm zu liefernden Maschinen und Geräte in etwa geographisch einsetzen wollte. Er vermutete das nächstgelegene Weinbaugebiet am Main. Doch dazu schwieg Dennis zu Beginn.<br />
Im Anschluss ging es umgehend zur Sache. Herr Wezer bot alles an Tricks auf um den Preis zu drücken. Das gelang ihm bis zu einer gewissen Grenze. Auch da schien ihm die komplette Offerte immer noch zu teuer.<br />
&bdquo;Wo liegt denn ihre Kellerei, Herr Wezer?&ldquo;, wollte sein Partner plötzlich erneut wissen.<br />
Aha! Jetzt ging es ans Eingemachte, dachte Dennis. Zeit die Karten auf den Tisch zu legen.<br />
&bdquo;Das Weingut liegt in Südtirol, etwas südlich von Bozen&ldquo;, lautete die Antwort, wobei er den Verkäufer genau beobachtete.<br />
Er bemerkte sofort den Schrecken im Gesicht des Mannes.<br />
&bdquo;Handelt es sich am Ende gar um diese Kellerei, welche im vergangenen Jahr pleite ging und inzwischen von zwei jungen Männern betrieben wird?&ldquo;, entfuhr es ihm entsetzt.<br />
&bdquo;So ist es&ldquo;, bestätigte Dennis.<br />
Daran hatte sein Gegenüber kräftig zu schlucken. Dennis erkannte sofort die Verunsicherung, setzte direkt nach.<br />
&bdquo;Was ist daran jetzt so schlimm? Wollen sie auf deren Kosten unbedingt reich werden oder haben sie kein Interesse ihre Produkte dorthin zu liefern? Haben ihnen am Ende die anderen Weinbauern vor Ort das Messer auf die Brust gesetzt und gesagt, wenn du dahin lieferst brauchst du zu uns gar nicht mehr zu kommen? Müssen sie an den dortigen Verband Provision bezahlen, oder was ist sonst los?&ldquo;<br />
Es herrschte Schweigen. Der Mann wurde derart überrumpelt, dass er nicht mehr wusste was er sagen sollte. Dennis sah, wie man so schön sagt, das Momentum auf seiner Seite, hatte noch mehr Überraschungen, zog zwei Angebote aus seinen Unterlagen.<br />
&bdquo;Sie mögen zwar im deutschsprachigen Raum der einzige Hersteller sein, aber es gibt sowohl in Frankreich als auch in Spanien und in Italien weitere Anbieter. Und stellen sie sich vor, die sind billiger wie sie. Und zwar nicht nur um ein paar läppische Prozent. Das macht bei dem Umfang unserer Investition einen fünfstelligen Betrag aus. Den sind wir nicht bereit ihnen in den Rachen zu werfen. Wenn wir uns mit euch nicht einigen, sie dürfen mir glauben, dann tauchen dort in einigen Wochen Monteure aus Frankreich, Spanien oder dem Friaul auf. Und glauben sie mir, unser Weingut hat in der Region südlich von Bozen schnell wieder eine Vorreiterrolle. Die jungen Leute sind nicht nur fachlich sehr fähig, davon überzeugte ich mich inzwischen. Sie haben in der Gegend sogar bei den älteren Kollegen ein gewisses Ansehen aufgrund ihres modernen Fachwissens. Es wird an sie sicher Fragen geben, warum kaufen die ihre Abfüllanlage wohl dort ein und nicht bei ihnen?&ldquo;<br />
Erneut begann der Mann zu schlucken. Dennis und Kurt erkannten wie es in ihm arbeitete.<br />
&bdquo;Herr Wezer, wie lange habe ich Zeit um das zu klären?&ldquo;, fragte er unsicher.<br />
Ein überraschter Blick.<br />
&bdquo;Was wollen sie klären? Müssen sie mit ihrem Vertriebler vor Ort Rücksprache halten wie er die Situation sieht und welchen Schaden er befürchtet wenn der Auftrag in die Binsen geht? Ich weiß wie solche &bdquo;Bedenkzeiten&ldquo; funktionieren. Sie haben zwei Tage dafür! Dann will ich ihren allerletzten Preis. Die Konditionen dazu können sie sich selber aussuchen. Entweder vierzig Prozent bei Montagebeginn, wenn die Teile bereits angeliefert sind, der Rest nach Fertigstellung. Oder aber komplett gegen Vorkasse mit einem Nachlass von fünf Prozent und gegen Vorlage einer selbstschuldnerischen Bankbürgschaft. Dazu gibt es einen festen Zeitpunkt zu dem alles fertig sein muss, mit Ausweisung einer täglichen Konventionalstrafe in Höhe von einem Prozent der gesamten Auftragssumme bei Überschreitung.&ldquo;<br />
Selbst Kurt Knaus legte bei diesen Aussagen die Ohren an. Da sprach ein Geschäftsmann, der sich seiner Worte und der Macht seines Namens bewusst war. Er ermöglichte dem völlig überrumpelten Verkäufer jedoch sich zu sammeln, neu zu sortieren und sein Angebot nochmals zu überarbeiten ohne das Gesicht zu verlieren. Eilig hatte der Mann es plötzlich sich zu verabschieden. Am übernächsten Tag wolle er sich melden. Direkt bei Herrn Dennis Wezer in den Wezerwerken.<br />
Nachdem er das Haus verlassen hatte besprachen sie das Angebot über die Maschinen für Toni. Dennis staunte über die Fotos des an den steilsten Hängen operierenden flachen Geräts mit den breiten Gummiraupenketten. Er dachte bei diesem Anblick an die Gesichter von Xaver und Agnes, die sich zeit ihres Lebens mit der mühevollen Handarbeit dort herumquälten. Er dachte aber auch an die Hinderers und den Heubauern, denen es einfach Spaß machte in alter Tradition und Erinnerung wieder einmal so zu arbeiten.<br />
&bdquo;Wenn ich sehe wie du vorhin mit dem Vertreter umgesprungen bist, empfehle ich dir, selber anzurufen und den Endpreis auszuhandeln&ldquo;, schlug Kurt vor, nachdem Dennis meinte die angebotenen Preise wären sicher nicht das Ende der Fahnenstange.<br />
Herr Wezer schmunzelte. Er hatte selber nicht geahnt, dass sein Name überall solchen Eindruck hinterließ wie soeben beim Produzenten für Abfüllanlagen sowie Edelstahlbauteile für den Winzer- und Brauereibedarf.<br />
Danach besprach Dennis sich mit Kurt sowie dessen Frau und Marcus. Es ging um einige Vorgänge, laufende Abrechnungen und weitere geschäftliche Angelegenheiten. Zum Abschluss hatte Hanne noch etwas Privates auf dem Herzen.<br />
&bdquo;Besteht die Möglichkeit, dass Rita neben der Woche Skiurlaub Ende Januar auch im März schon wieder Urlaub bekommt?&ldquo;, fragte sie.<br />
Dennis zuckte mit den Schultern.<br />
&bdquo;Das liegt absolut nicht in meinem Einflussbereich, sondern in dem der Abteilung. Sie soll das mit Timo und Schatz vereinbaren. Gibt es einen besonderen Grund, weil DU danach fragst?&ldquo;<br />
Hanne wurde verlegen, Marcus sogar etwas rot im Gesicht, während Kurt lediglich leicht schmunzelte.<br />
&bdquo;Falls du es noch nicht gehört hast &ndash; Marcus und Rita haben sich verlobt. Und wir haben die beiden samt Melinda zu einer Kreuzfahrt eingeladen. Kurt und ich sind dabei, nehmen Melinda, damit die zwei etwas für sich sind.&ldquo;<br />
Dennis begann zu lachen, sah sie und Marcus an. Er kannte die Familie inzwischen so gut, dass er sich schon einiges von seinen Sprüchen erlauben konnte.<br />
&bdquo;Was soll das denn heißen? Kommen die zuhause nicht mehr dazu? Wird Rita von der Firma so beansprucht, dass sie keine Zeit hat, oder nehmt ihr Marcus so heftig in Beschlag? Ich hoffe lediglich, dass ihr Rita nicht abwerben wollt?&ldquo;<br />
Erneut wanderte sein Blick von einem zum anderen. Empörte Blicke und dazu ein Schmunzeln. Er erntete bei allen dreien leichtes Kopfschütteln. Marcus klärte ihn auf.<br />
&bdquo;Also das mit dem Stress ist ganz sicher nicht der Fall. Meine Eltern wollen vermutlich eine Kreuzfahrt machen und tarnen diese dann eben dadurch.<br />
Das Thema mit dem Abwerben ist bereits durch. Rita gefällt es sehr gut bei den Wezerwerken und mit ihrer Arbeit. Das Betriebsklima ist bestens. Wir haben das bereits erörtert und mehr Nachteile als Vorteile festgestellt, falls sie im Betrieb meiner Eltern mitarbeitet&ldquo;, sagte Marcus mit sicherer Stimme.<br />
Dennis zog die Augenbrauen nach oben und nickte.<br />
&bdquo;Dann hoffe ich, dass ihr mit der Familienplanung relativ zeitig beginnt. Denn soviel ich höre, halten meine Vertriebsleute sehr viel von ihr und planen sie für verantwortungsvollere Tätigkeiten ein, besonders wenn Schatz in Rente geht&ldquo;, lächelte er.<br />
Dann wandte er sich direkt an Marcus.<br />
&bdquo;Sucht euch auf jeden Fall schnell eine größere Wohnung, die strategisch optimal liegt. Günstig zwischen den Wezerwerken, eurem Büro hier und daneben für Opa und Oma gut zu erreichen, damit sie auf die Kids aufpassen können.&ldquo;<br />
&bdquo;Da hätte ich schon einen Vorschlag zu machen&ldquo;, schaltete sich Hanne ein, als ob sie auf diesen Satz wartete.<br />
Dennis stutzte, bemerkte dabei wie Marcus erstaunt zusammenzuckte und seine Mutter anblickte. Er dachte an das neue Wohngebiet, hatte dort sogar bereits etwas ins Auge gefasst. Eine bereits verkaufte Wohnung, bei der die Zahlung noch ausstand und vermutlich auch nicht mehr erfolgte, denn die Käufer, ein Ehepaar, standen vor der Trennung. Aber Hanne redete von einem anderen Haus.<br />
&bdquo;Das neue Gebäude im Zentrum, wo diese Massagepraxis und die Passage reinkommen soll. Dort sind doch oben Wohnungen geplant. Das wäre der ideale Standort! Tiefgarage, absolut zentral, nicht unbedingt weit hierher und genauso gut sind die Wezerwerke zu erreichen. Das ist doch ein absoluter Traum.&ldquo;<br />
Offenbar sprach sie weder mit Marcus noch mit ihrem Mann darüber im Vorfeld. Denn beide blickten sie erstaunt an. Marcus erholte sich als erster von der überraschenden Aussage.<br />
&bdquo;Und wer soll das bezahlen? Du hast doch selber gesagt, das gibt Luxuswohnungen, hast dazu einen Quadratmetermietpreis genannt, der für mich und Rita nahezu utopisch ist. Wir haben in diese Richtung etwas ganz anderes geplant, aber darüber sind wir uns noch nicht ganz einig und daher warten wir noch etwas um länger zu überlegen wie wir das alles handeln können. Außerdem wollen wir nicht in ein paar Jahren schon wieder umziehen. Das müssten wir aber wenn Kinder da sind, denn auf der Straße können sie nicht spielen und Grün gibt es in der Nähe des Hauses nicht.<br />
Mutter, lass das bitte Rita und mich alleine entscheiden. Wir haben in etwa eine Vorstellung, was wir machen wollen, aber über ungelegte Eier rede ich nur ungern. Wenn es Konkretes zu verkünden gibt sprechen wir darüber.&ldquo;<br />
Hanne stand etwas perplex da, während ihr Mann zu den Worten des Sohnes zustimmend nickte. Dennis staunte. Da versuchte sich jemand offenbar in die Lebensplanung von zwei jungen Menschen einzumischen, wurde jedoch abrupt gebremst. Richtig so, dachte er dabei und applaudierte dem jungen Mann in Gedanken.<br />
Im Anschluss besuchte er das Architekturbüro, erfragte den aktuellen Stand seiner laufenden Vorhaben und führte ein längeres Gespräch mit Hubert und Hecker. Zu guter Letzt besuchte er Teresa und bat sie bei ihrem nächsten Aufenthalt in Südtirol das Weingut in Augenschein zu nehmen, erklärte ihr was ablief und was gewünscht wurde, dazu seine eigenen Vorstellungen und Wünsche. Daneben informierte er sie über die neue Konstellation auf der Alm mit Drea und Gerhard.<br />
&bdquo;Wenn ich dich so reden hör, soll das Haus für drei Familien gebaut werden. Den Gerhard und die zwei Hofrs&ldquo;, grinste sie.<br />
&bdquo;Von mir aus kannst du für dich auch noch eine Wohnung mit einplanen. Es ist schon ein großer Vorteil eine Ferienwohnung vor Ort zu haben. Rede mal mit meiner Frau. Du musst nicht immer das ganze Zeug mit hin- und herschleppen, sperrst einfach ab und wenn du wieder aufsperrst findest du alles wieder so wie du es verlassen hast. Für dich wäre ein Büro dort oben ganz sicher von Vorteil&ldquo;, schlug Dennis vor.<br />
Teresa nickte nachdenklich. Aber es gab doch Bedenken in menschlicher Hinsicht.<br />
&bdquo;Was meinscht wie meine Mutter enttäuscht wär, wenn ich nit mehr zu ihr kommen würd? Die umsorgt uns doch nach Schtrich und Faden. Und es ischt schon schön, wenn man in der Früh aufschteht und sich an den gedeckten Tisch mit frischem Kaffee und Semmeln setzen kann&ldquo;, schwärmte sie lächelnd.<br />
&bdquo;Aber du hascht schon Recht! Ein Büro wär nit verkehrt, ich hab selber schon dran gedacht.&ldquo;<br />
&bdquo;Dann plan doch einfach eines ein. Separater Raum, vielleicht über einer Garage oder sonst irgendwo im Haus wo niemand dich ablenkt und du selber auch keinen Menschen störst. Nur etwas abgelegen ist es dort oben. Bis du von deinen Eltern aus da hinauf fährst, das dauert eine Zeit, genauso wie die Rückfahrt.<br />
Warum richtest du nicht im Hause deines Vaters etwas Entsprechendes her? Am besten noch mit einem Schild vor dem Haus &ndash; &acute;Architekturbüro Klein, Zweigstelle Südtirol&acute;. DAS wäre doch ein Aufmacher und eine Werbung.&ldquo;<br />
Teresa begann zu lachen.<br />
&bdquo;Dann kommen Interessenten und niemand ischt da. Außer meiner Mutter. Und selle erzählt denen eine Schtory, dass es ihnen die Zehennägel aufbiegt! Nan, nan, sell tu ich mir nit an&ldquo;, schüttelte sie den Kopf.<br />
Beim Verlassen des Büros begegnete Dennis Vroni mit den beiden Kindern. Sie wirkte leicht nachdenklich auf ihn. Das kam nicht von ungefähr. Ihre ernste Miene hatte einen derartigen Hintergrund, welcher Teresa bereits Kopfzerbrechen bereitete.<br />
Sie feierte mit Kleins gemeinsam Weihnachten. Das zweite Fest für sie und Teresa in Deutschland, wie auch der Jahreswechsel. Doch im Gegensatz zum vergangenen Jahr, als sie keinerlei Kontakt in ihre Heimat besaß und erst gar nicht wollte, gab es in diesem Jahr regen Schriftverkehr. Natürlich mit ihrem Vater, aber noch mehr mit Matteo. Fast wäre ihr Anfang Dezember etwas ganz Dummes passiert und eine Antwort mit einer heißen Liebeserklärung sowie der Aufforderung sie zu besuchen, &sbquo;sie würde bei zeitiger Anmeldung ihr Kammerfenster nur angelehnt lassen&lsquo;, wäre bei ihrem Papa gelandet. Erst im letzten Moment bemerkte sie das Missverständnis, hatte sich dem &acute;Senden&acute; Button schon ziemlich genähert um den Finger im nächsten Moment ganz überrascht zurück zu ziehen, dann den Text an Matteo zu schicken. Ihn zu provozieren war ihr Ziel. Doch dann folgte eine Situation welche sie so nicht erwartete, die sie aber angenehm überraschte<br />
So legte Vroni eines Tages in Teresas Büro nach der Mittagspause Unterlagen ab, während die Chefin sich bei einem Außentermin befand. Plötzlich glaubte sie eine bekannte Stimme, in Tönen ihrer Heimat zu hören, dazu die von Hubert, schon im nächsten Moment betrat der mit Matteo das Büro von Teresa.<br />
Vroni wurde von seinem Anblick derart verblüfft, konnte im ersten Moment gar nichts sagen, fühlte lediglich wie sie rot im Gesicht wurde. Hubert wusste zwar von der Liebschaft, jedoch nichts von der heutigen Anreise Matteos. Dieser setzte sich einfach am Morgen in sein Auto und fuhr Richtung Deutschland, nachdem es in der Firma einige &sbquo;eilige Planungsaufträge&lsquo; gab.<br />
Hubr Senior kam auf diese Idee. Er wusste dem Sohn gefiel die Cousine von Teresa, wobei, er sah sie ebenfalls gerne. Ein sauberes Madl, hübsches Gesicht, genügend Holz vor der Hütte und nicht auf den Mund gefallen, jedoch immer freundlich. Er kannte ihre Geschichte, die ganze Familie. Das große Mundwerk der Mutter und die fleißige Art des Vaters steckte in ihrem Blut. Aber vermutlich nicht die einverleibende und dominierende Art der Mutter, welche ein Baumeister Hubr bereits aus der Jugendzeit kannte. Es herrschte bereits damals das Gerücht über die Zenz, dass sie gewaltig Haar auf den Zähnen hätte, Alwin von ihr mehr oder minder zum Altar &bdquo;gezerrt&ldquo; wurde weil viele andere einen Bogen um sie machten. Die Vroni hingegen sei ein zwar spritziges, aber doch eher ruhiges Mädchen, genau wie er und sein Sohn sie sich vorstellten, annähernd besaß sie die Charakterzüge von Hubrs Frau.<br />
Einige Geschäftsmänner im Umkreis mit Töchtern im Alter von Matteo fragten bei ihm in den vergangenen zwei Jahren nach, ob er und sein Sohn nicht Interesse zeigten eine eheliche Verbindung zwischen den Familien zustande zu bringen. Er lehnte ab. In der Region verbreitete sich inzwischen die Meinung der Hubr würde sehr gutes Geld verdienen und somit sollten Sohn und Tochter eine gute Partie abgeben.<br />
Doch der Baumeister ahnte woher der Wind wehte, denn zuvor gab es in dieser Hinsicht wenig Interesse. Seine Kinder sollten sich ihre Partner selber aussuchen und sich nicht vom Geld und der Firma beeinflussen lassen. Er machte seinem Sohn jedoch klar, dass er von der Tochter eines Fuhrunternehmers doch bitte die Finger lassen möge und wies ihn dezent darauf hin, im Falle einer Verehelichung mit der bildhübschen Tochter des Betonwerkes hätte er vermutlich eine der schönsten Frauen in der Region, könne jedoch damit rechnen selber zu kochen, zu putzen und den ganzen Haushalt zu machen, da die sich in dieser Hinsicht überhaupt nicht bemühte, sich von Kopf bis Fuß bedienen ließ, genauso wie deren Mutter.<br />
Bei Vroni spekulierte er anders. Fleißig bei der Arbeit, das wusste er von Teresa, konnte gut mit Kindern und mit zwei Geschwistern ganz sicher geerdet. Matteo brauchte eine etwas festere Hand, die ihm zwar Freiheiten ließ, aber trotzdem teilweise zeigte wo es lang ging. Diese Meinung vertrat seine Frau genauso. Die erkannte allerdings die kleine Lissi als Makel, wobei sie das kleine Mädchen sympathisch fand, denn die hatte sie bei der Taufe bereits angelacht.<br />
&bdquo;Ein Weib, das schon ein lediges Kind mitbringt! Sell ischt nit gut&ldquo;, jammerte sie.<br />
Der Bauunternehmer nickte. Aber er sah dies ausschließlich als Angelegenheit seines Sohnes und sprach ihn darauf an nachdem er bemerkte, Matteo hatte sich in die junge Frau verliebt.<br />
&bdquo;Sell ischt doch nit schlimm. Es Kind schaut aus wie die Vroni. Ich hab mit der Teresa geschprochen wie sell alles passiert ischt. Der Vater von der Lissi will nix von ihr und dem Kind wissen und sie schon gleich gar nit was von ihm.&ldquo;<br />
&bdquo;Muscht ausprobieren Bub ob ihr zusammen passt. Am beschten zuerscht nacheinander mit an paar Madeln. Denk dran &ndash; drum prüfe wer sich ewig bind, ob sich nit noch was Besseres find&ldquo;, reimte der Baumeister und schlug seinem Sohn auf die Schulter.<br />
&bdquo;Vater, sell geht dich zwar nix an, aber ich hab schon an paar Weiber hinter mir. Selle sind alle auf MICH losgangen und haben mir schön ins Gesicht getan.<br />
Was? Du bischt der Bub vom Hubr, dem Baumeischter? Und schon sind sie an mir ghängt wie Kletten, haben gleich gfragt wie es Gschäft lauft und meischt hat nit mehr viel gfehlt, dass wissen wollten wieviel ich bei dir verdien und wann ich es Gschäft erb. Sowas will ich nit und brauch ich auch nit. Die Vroni war da am Anfang ganz anderscht&ldquo;, grinste er verträumt und dachte an den Auftritt am Wohnmobil.<br />
Ganz sicher wurde er sich erst beim letzten Treffen im Rahmen der Einweihung in Val Gardena. Die Stunden im kalten Auto als er sie später abholte. Reden und Küssen.<br />
Aber auch da! Der Vater lag schon richtig &hellip;&hellip;.<br />
Wie lange kannten sie sich nun schon? Im Prinzip erst wenige Stunden in denen sie sich persönlich sahen und in letzter Zeit über den Kontakt mittels Handynachrichten. Viele Küsse tauschten sie bereits, allerdings nur virtuell. Aber sie wussten tatsächlich überhaupt nichts voneinander, wenn er so nachdachte. Er verliebte sich in ihr Aussehen und die freche, schnippische Art. Diese Spontanität sagte ihm genauso zu wie der zärtliche und liebevolle Umgang mit ihrer Tochter, den er beobachtete. Tatsächlich war er in sie verknallt, wobei er in seinem Alter schon den Unterschied zwischen Liebe und Liebe auseinanderhalten konnte. Bei Vroni hatte er das Gefühl jemanden gefunden zu haben, mit dem er sich gut verstand, die ihm zwar sagte wo es lang ging, aber den Eindruck erweckte ihn zu respektieren und nicht nur auf sein Geld aus zu sein.<br />
&bdquo;Fahr einfach los, ohne dass mir was in Deitschland sagen, dass du überhaupt kommscht. Und dann wartescht wie die Vroni sich verhält. Du buchscht kein Zimmer und ich denk selle wird dich mit zu sich nehmen, wenns dich mag. Dann siehscht gleich wie die Wohnung ausschaut. Wenn sie recht schlampig beieinander ischt und alles kreuz und quer herumliegt, muscht überlegen ob selle die Richtige ischt&ldquo;, gab ihm der schlaue Vater einen klugen Rat.<br />
Das setzte Matteo um, schnappte sich die benötigten Unterlagen und fuhr eines frühen Morgens los in Richtung Deutschland. Am Ziel angekommen staunte er erst einmal als er vor dem riesigen Gebäude stand. &acute;Architekturbüro Klein, 1. Stock&acute; las er auf dem Firmenschild, neben &acute;Wezerwerke, Werk 3, EG&acute;, sowie &acute;Immobilienservice Knaus. 2. Stock&acute;.<br />
Der Anblick beeindruckte ihn gewaltig. Er betrat das Gebäude, sah sich um und ging die Treppe hoch.<br />
Wo mochte er wohl Vroni finden? Sicher nicht hier im Büro, dachte er. Die Knie zitterten leicht beim Betreten der Räume. So sah es also hier aus. Biggi lächelte als er sich vorstellte, denn seine Herkunft konnte er nicht verbergen sobald er zu reden anfing.<br />
Teresa sei momentan nicht im Hause, erfuhr Matteo. Hubert kam dazu, hatte den Dialekt in seinem Büro gehört und freute sich ihn zu sehen, fragte erstaunt ob er mit seiner Frau einen Termin abgesprochen hätte, da er selber nichts davon wusste oder ihn einfach übersah.<br />
&bdquo;Nan, nan!&ldquo;, wiegelte er schnell ab.<br />
Spontan erfolgte diese Fahrt auf Anraten des Vaters, der ihn bat mit Teresa einige Pläne für neue Objekte durchzugehen. Offenbar wehte hier ein anderer Wind was Termine anbelangte als bei ihnen daheim, wo jeder einfach in den Betrieb kam wie er wollte und sagte, hier bin ich und das will ich.<br />
Hubert zeigte ihm das komplette Büro, stellte ihm die anwesenden Mitarbeiter vor. Mit einigen telefonierte er bereits. Als das Büro Klein im vergangenen Jahr seinen Ausflug auf die Alm unternahm war er leider verhindert. Überrascht wurde er von der Größe dieses Büros und der einzelnen Räume. Er kannte einige Architekten in Bozen und der Umgebung, in welcher sie arbeiteten. Kleinere Ingenieurbüros, oft im Keller oder dem Dachgeschoss eines Wohnhauses. Maximal vier oder fünf Beschäftigte saßen dort in kleinen und engen, meist dunklen Zimmern. Erstaunt sah er hier auf die großzügigen und hellen Räume, die moderne Büroeinrichtung. Teresa Klein las er an einem Schildchen neben einer Tür die Hubert öffnete. Die ist doch gar nicht da, überlegte Matteo. Doch beim Betreten erkannte er von hinten eine Frau, die an einem Tisch stand und Unterlagen sortierte, sich sofort umdrehte als sie hörte, dass jemand hereinkam. Sein Herz klopfte höher. Die Frau mit der er nicht gerechnet hatte, Vroni!<br />
Matteo merkte, dass sie genauso überrascht zu sein schien wie er selber und sogar errötete. Die Einrichtung und Ausstattung von Teresas Büro interessierte ihn plötzlich nicht mehr. Er könne gerne hier in Gesellschaft von Vroni auf seine Frau warten schlug Hubert Klein vor, den er zuvor mitten aus seiner Arbeit riss, schon verschwand er. Doch das bekam er nur im Unterbewusstsein mit. Mehrere Sekunden herrschte Schweigen, sie blickten einander nur an. Die beiden Kinder hielten gerade ihren Mittagsschlaf in einem Laufstall und konnten nicht einmal durch das Eintreten von Matteo und Hubert geweckt werden. Weder Vroni noch der junge Hubr wussten was sie sagen sollten.<br />
Doch die junge Südtirolerin bewies etwas mehr Schlagfertigkeit und Witz.<br />
&bdquo;Wie kommscht du hierher? Hascht dich am End gar bei dir daheim verfahren und bischt auf einmal hier gschtanden&ldquo;, lächelte sie ihn an.<br />
&bdquo;So ischt sell sicher nit. Vielleicht hab ich Sehnsucht ghabt und wollt dich sehen? Vielleicht hab ich dringend was mit der Teresa zu beschprechen?&ldquo;<br />
Vroni zog die Augenbrauen hoch.<br />
&bdquo;Selle sind aber zwei stark verschiedene Gründe, die nit zusammenpassen. Da muscht dich schon für einen entscheiden&ldquo;, meinte sie.<br />
&bdquo;Du warscht der gröschte Grund&ldquo;, lächelte er sie an.<br />
&bdquo;Und die Teresa ischt nit da&ldquo;, antwortete sie.<br />
&bdquo;Wol, wol! Der Hubert hat gsagt ich soll hier auf sie warten. Und du sollscht mir Gsellschaft leischten&ldquo;, strahlte er sie an.<br />
Die beiden machten ein paar Schritte aufeinander zu, doch bevor sie direkt voreinander standen ging die Türe auf und Biggi trat ein.<br />
&bdquo;Vroni, bietest du dem Gast einen Kaffee an?&ldquo;, fragte sie.<br />
&bdquo;Wol, wol. Weischt du, bis wann die Teresa kommt?&ldquo;<br />
&bdquo;Ich habe mit ihr soeben telefoniert. Eine knappe halbe Stunde wird es dauern bis sie eintrifft.&ldquo;<br />
Biggi bemerkte den Blick, welchen sich die beiden zuwarfen und erkannte was hier offenbar ablief. Die Sekretärin schmunzelte und schloss die Türe von außen, merkte sofort sie störte nur.<br />
&bdquo;Kann es sein, dass der Matteo Hubr nicht nur wegen den Plänen hergekommen ist und ein Auge auf euer Kindermädchen geworfen hat?&ldquo;, fragte sie Hubert im Anschluss.<br />
Der seufzte, nickte dabei und grinste.<br />
&bdquo;Was meinst du welche Angst Teresa momentan hat, dass die Vroni irgendwann mal wieder zurückkehrt und sie ohne Kindermädchen und Haushaltshilfe dasteht!&ldquo;<br />
Das konnte Biggi gut verstehen.<br />
In Teresas Büro hingen die zwei aneinander und küssten sich als ob sie sich auffressen wollten. Ganz sicher kam er in erster Linie wegen ihr, ahnte Lissis Mutter bereits als sie seinen strahlenden Blick erkannte. Vroni freute sich darüber.<br />
&bdquo;Bleibscht über die Nacht hier? Hascht ein Zimmer gebucht?&ldquo;, fragte Vroni ihn, nachdem sie einander ausgiebig geküsst hatten.<br />
&bdquo;Nan, Zimmer hab ich noch keines. Weischt du wo ich übernachten könnt?&ldquo;<br />
&bdquo;Wol, wol! Hascht eine Leiter dabei?&ldquo;<br />
&bdquo;Nan, hab ich nit&ldquo;, sagte er in einem bedauernden Ton.<br />
&bdquo;Hmmmm&hellip;&hellip;&ldquo;, überlegte sie nachdenklich, zog die Stirn in Falten. &bdquo;Was machen mir denn dann?&ldquo;<br />
&bdquo;Gibt&rsquo;s keine andere Möglichkeit? Zum Beischpiel eine Treppen.&ldquo;<br />
&bdquo;Wol, wol. Aber ich denk bei den Burschen wie du einer bischt, ischt sell verpöhnt. Und selle die über die Treppen kommen, haben keine Power in der Hosen, sagt man doch so.&ldquo;<br />
Matteo lag auf der Zunge zu fragen ob der Vater von Lissi wohl über das Kammerfenster gekommen sei. Aber das verkniff er sich lieber. Er wollte gerade etwas anderes sagen als plötzlich Lissi aufwachte und leicht zu greinen begann. Sofort nahm Vroni sie hoch, doch der kleine Hubert wachte ebenfalls auf und blickte sie erstaunt an. Sie drückte Matteo einfach ihre Tochter auf den Arm und nahm Teresas Sohn. Gemeinsam gingen sie in einen anderen Raum, den Teresa teilweise speziell dafür ausgestattet hatten. Gerade mit dem Wickeln fertig geworden hörten sie deren Stimme auf dem Flur. Was? Solange hatten sie geknutscht? Die beiden Babys zu wickeln nahm doch nicht so besonders viel Zeit in Anspruch.<br />
Sie gingen zurück in ihr Büro. Matteo trug Lissi, Vroni dagegen Hubertchen. Ihre Tochter blieb völlig ruhig.<br />
&bdquo;Servus Matteo&ldquo;, begrüßte die Architektin erstaunt den Gast. &bdquo;Was führt dich denn so überraschend zu uns nach Deitschland?&ldquo;<br />
&bdquo;Mir haben an paar neue Aufträg wo der Vater gmeint hat du sollscht sell planen. Und daher bin ich gleich selber losgfahren&ldquo;, sagte er.<br />
Teresa lächelte.<br />
&bdquo;Ischt sell wirklich der einzige Grund?&ldquo;, fragte sie weiter und sah etwas auffällig auf das Shirt von Vroni, auf dem sich ihre Brustwarzen deutlich abzeichneten.<br />
Beide wurden rot und lächelten verschämt. Die Chefin wollte die Verlegenheit nicht noch größer werden lassen, trotzdem ein wenig nachbohren.<br />
&bdquo;Wirscht heut nit mehr zurückfahren. Hascht schon ein Zimmer?&ldquo;, fragte sie Matteo.<br />
&bdquo;Wenn mir sagscht wo ich hier eine Leiter herbekomm gibt&rsquo;s vermutlich eine Übernachtungsmöglichkeit für mich&ldquo;, grinste er mit einem Seitenblick auf Vroni. &bdquo;Wenn nit muss ich mir eine Unterkunft mit einer Treppe suchen.&ldquo;<br />
Teresa lachte lauthals los, während das Gesicht von Vroni die Farbe einer sehr reifen Tomate annahm.<br />
&bdquo;Also eine Leiter geht gar nit&ldquo;, sagte Frau Klein nahezu empört. &bdquo;Selle müsstescht bei uns im Garten in die Blumen reinschtellen. Auch wenn jetzt momentan nix blüht, reintappen müscht immer. Außerdem ischt damit zum rechnen, dass die Nachbarn sofort die Polizei anrufen. Hier in Deitschland heißt eine Leiter am Fenschter was ganz anderes wie in Südtirol. Nämlich, dass einbrochen wird. Und am End umschtellt die Polizei das Haus, einer von denen schteigt mit der Pischtolen im Anschlag die Leiter hoch, und dann&hellip;.. Was sieht der wohl?&ldquo;<br />
Matteo und Vroni machten ein betroffenes Gesicht und reizten Teresa erneut zum Lachen.<br />
&bdquo;Ich denk der Weg über die Treppen ischt bequemer&ldquo;, feixte sie.<br />
Ein triumphierender Blick Matteos, während Vroni erneut errötete.<br />
&bdquo;Ischt es euch überhaupt recht, wenn der Matteo bei mir übernachtet?&ldquo;, fragte sie plötzlich Teresa.<br />
&bdquo;Zurzeit ist in der Schtadt nur schwer ein Zimmer zu bekommen. Und außerdem ischt besser, er kommt zu dir als du zu ihm in sein Hotel. Was machscht dann mit deiner Lissi?&ldquo;<br />
Nochmal wurden alle beide rot. Im Anschluss ging es zum nebensächlichen Grund des Besuches. Teresa und Matteo setzten sich an den großen Tisch und besprachen die von ihm mitgebrachten Aufträge, wobei Teresa gleich einen Produktdesigner, oder wie man früher sagte, technischen Zeichner dazuholte. Es ging schon schneller als via Telefon, auch wenn der Zeitaufwand für die Fahrt die Ersparnis ganz bestimmt nicht aufhob.<br />
Nachdem sie alles abgeklärt hatten sprachen sie über die Projekte, insbesondere welche Baustellen als erstes begonnen werden sollten. Im Anschluss daran waren Teresa und Matteo &bdquo;fertig&ldquo;, die Architektin wollte noch etwas arbeiten. Sie rief nach Vroni, die sich mit den beiden Kindern beschäftigte.<br />
&bdquo;Meinscht du kannscht den Kleinen noch für ungefähr anderthalb Schtund übernehmen? Solang werden mein Mann und ich noch brauchen. Wenn willscht kannscht heimfahren und dem Matteo zeigen wo er die Leiter nit anschtellen darf&ldquo;, grinste sie. &bdquo;Oder läscht dir von ihm helfen, die zwei Kinder die Treppen raufzutragen.&ldquo;<br />
&bdquo;Sell gfallt mir so, wenn ihr zwei rot werdet&ldquo;, ergänzte sie nach einer kurzen Pause spöttisch.<br />
Vroni fuhr vorneweg, Matteo hinterher. Erstaunt stand er vor dem Haus, erkannte schnell wo Vroni wohnte und stutzte beim Betreten ihrer Wohnung enorm. Sofort erkannte er die planerische Hand von Teresa. Lediglich deren Wohnung hätte ihn noch interessiert. Danach traute er sich jedoch nicht zu fragen. Doch alleine dieses Appartement, ein Traum für ihn. Alles zweckmäßig, übersichtlich, hell und freundlich stellte er auf den ersten Blick beim Betreten fest.<br />
Erst danach sah er sich um. Wirklich sauber aufgeräumt, lediglich im Zimmer von Lissi sah es etwas unordentlich aus. Vroni zog ihrer Tochter und Hubertchen dort die warmen Jacken aus und legte sie auf den Boden, damit sie spielen konnten. Dabei erkannte sie seine Blicke.<br />
&bdquo;Die Kleine hat heut früh schon ein bisserl abgeräumt bevor wir gangen sind, als ich auf dem Klo saß&ldquo;, grinste sie verlegen.<br />
&bdquo;Langsam zieht selle sich überall hoch und wenn ihr was in die Finger fällt wird&rsquo;s mittlerweile einfach weit weggeworfen. Sell macht ihr Schpass.&ldquo;<br />
&bdquo;Und was macht dir Schpass?&ldquo;, fragte er sie zärtlich.<br />
&bdquo;Eher was anderes&ldquo;, lächelte sie ihn an umarmte ihn und gab ihm einen intensiven Kuss.<br />
Feurig erwiderte er. Beide wollten dasselbe, das schien bereits klar als Matteo das Büro von Teresa betrat. Er griff ihr mit beiden Händen an den Po drückte sie fest gegen sich, wollte ihre Brüste spüren und sie gleichzeitig etwas fühlen lassen. Doch sofort hörten die beiden ein lautes Schreien vom Boden her.<br />
Lissi zeigte sich empört darüber was dieser Flegel mit ihrer Mama anstellte. Vroni lachte und nahm sie auf den Arm. Sofort machte Hubert klar, dass er sich vernachlässigt fühlte. Denn in der Regel setzte oder legte sich Vroni in solchen Situationen selber zu den beiden auf den Boden. Sie gab ihre Lissi erneut an Matteo und nahm den Jungen hoch. Beide Babys waren dadurch zufrieden. Die Erwachsenen lachten sich bedauernd an. Da ging wohl nichts ohne die zwei erkannten sie.<br />
Natürlich wusste eine Vroni wie sie ihr Töchterchen müde machen konnte und noch vor der angekündigten Zeit holte Teresa ihren Sohn ab. So dauerte es nicht lange bis Lissi grantig wurde. Die Mama gab ihr das Fläschchen und legte sie dann ins Bett. Matteo stand neben ihr, sah zu wie der Kleinen die Augen zufielen. Die Mutti blieb noch kurz neben dem Bettchen stehen. Er legte Vroni seine Hand auf den Po und streichelte darüber. Diese Geste sorgte für ein gewisses Empfinden in ihr. Sie sehnte sich inzwischen lange nach einer derart liebevollen Berührung.<br />
Mehr als eineinhalb Jahre vergingen seit sie zuletzt ihre Lust befriedigen konnte mit einem Mann, der sie überlistete und betrog. Ein hübscher und heißblütiger Italiener, in den sie sich verguckte, der ihr sehr viel Amore versprach und dem sie sich in einer warmen Sommernacht hingab ohne an die Folgen zu denken. Als sie ihre Schwangerschaft bemerkte und ihm mitteilte, er würde Vater, beschimpfte er sie sofort, schlug das Mädchen sogar und verschwand auf Nimmerwiedersehen. Nach ein paar Wochen erfuhr sie, dass er bereits eine Frau und zwei Kinder hatte, wobei seine Frau erneut schwanger zu sein schien.<br />
Dazu kam damals der Verlust ihrer Arbeit, als die Chefin ihren Mann verdächtigte Vroni geschwängert zu haben, den Beteuerungen aller zwei nicht glaubte und sie feuerte. An Liebe und Zärtlichkeit dachte sie damals nicht, noch weniger nach der Rückkehr ins Elternhaus, wo ihre Mutter sie behandelte wie eine Schlampe und die verheirateten Geschwister ihr dasselbe Gefühl der Ablehnung vermittelten. Alle betrachteten sie als das schwarze Schaf in der Familie, verhielten sich dementsprechend. Lediglich ihr Papa nahm sie in unbemerkten, allerdings sehr seltenen Momenten in den Arm.<br />
Als ein Glücksfall entpuppte es sich für sie an der Hochzeit ihrer Cousine teilzunehmen, wozu sie zuvor keine große Lust hatte. Sie solle doch mitgehen um auf andere Gedanken zu kommen, meinte ihr Papa damals. Doch plötzlich unterhielt sich die Braut mit ihr, tröstete und Vroni merkte, die Architektin verstand sie, und setzte sich über die Meinung ihrer Familie hinweg. Der Vorschlag von Teresa zu ihr nach Deutschland zu kommen wirkte einerseits wie eine Erlösung, andererseits aber sah Vroni ein Risiko. Sie wusste, es gab nur Teresa um sie herum, ansonsten stand sie alleine in einer fremden Umgebung, ja sogar in einem fremden Land. Doch was hatte sie zuhause? Besonders niemanden der es mit ihr gut meinte. Die immerfort keifende und schimpfende Mutter, welche bereits am frühen Morgen, wenn sie aufstand keinen guten Morgen wünschte, sondern fast täglich damit anfing ihr mitzuteilen, was für ein törichtes Weib sie wäre sich von einem verheirateten Typen schwängern zu lassen. Dazu einen Vater der die Unterstützung unter der Fuchtel der Mutter arg vermissen ließ, besser gesagt bekam sie den Eindruck es wurde ihm verboten.<br />
Alles ging auf einmal sehr schnell und als sie richtig zu sich kam fuhr sie mit Nicole bereits über den Inn und befand sich in Deutschland. Teresa kümmerte sich rührend um sie, die kleine Wohnung, nahezu ein Traum. Der Vorschlag wie es nach der Geburt für sie weitergehen konnte, zeigte sich für sie sofort als tolle Lösung. Neue Freundschaften mit Biggi, mit anderen schwangeren Frauen bei der Geburtsvorbereitung, dazu Teresa und Tabea.<br />
Es lief alles bestens, wenngleich sie doch die Berge vermisste. Sie verspürte schon etwas Wehmut wenn Teresa nach Brixen, Bozen oder ins Grödner Tal fuhr. Erleichtert erfuhr sie von der Cousine, dass sie ihren Papa über seine Enkelin informierte.<br />
Dann erfolgte auch für sie die Rückkehr im Wohnmobil. Sie hätte Teresa küssen können als sie ihr den Vorschlag unterbreitete. Mehrere Tränen verdrückte sie beim Anblick ihrer Heimat, der bekannten Berge auf der Fahrt durch das Eisacktal und hinauf auf die Alm. Das Wiedersehen mit ihrem Papa nach fast einem Jahr, eine riesige Freude für sie seinen Stolz und sein Glück zu sehen als er seine Enkelin auf dem Arm hatte. Der Rest dieses Aufenthaltes machte nur noch Spaß. Der Pfarrer amüsierte sich am meisten darüber, dass die beiden Omas es immer noch nicht wussten. Mit dem größten Vergnügen würde er die Taufe vornehmen, brachte sogar den Vorschlag ins Spiel Zenzi und Genovefa erst im letzten Moment in die Kirche zu lotsen.<br />
&bdquo;Selle depperten Gsichter möchte ich auch gerne sehen, wenn ich aus der Sakrischtei rauskomm&ldquo;, lachte er damals.<br />
Für Vroni einen Wendepunkt bedeutete die erste Begegnung mit Matteo. Teresa sah ihn durch ein Fenster im Wohnmobil auf die Baustelle fahren. Er würde sich schon bemerkbar machen meinte sie, da gerade Hubert von ihr gewickelt wurde.<br />
Doch das heftige Poltern gegen die Tür und die Reaktion ihrer Tochter, die dabei erschrak, machte Vroni wütend. So ein ungehobelter Ochse! Dem wollte sie gleich die Meinung geigen. Das was vor der Türe stand gefiel ihr dann trotz der Wut auf Anhieb. Ein sehr fescher Bursche stellte sie fest. Es hielt sie allerdings nicht davon ab ihn anständig zu rüffeln, auch wenn es ihr danach leid tat. Schon da ging er ihr im Anschluss nicht mehr aus dem Kopf.<br />
Die Taufe auf der Alm. Große Angst überkam sie vor der Begegnung mit ihrer Mutter, was sich auch bewahrheitete. Teresa und Hubert sagten im Vorfeld zwar Unterstützung zu, falls Zenzi zu heftig werden sollte. Vroni erkannte aber bei einem hilfesuchenden Blick zu den beiden, dass Teresa und Genovefa in inniger Umarmung zusammenstanden und Hubert seinen Sohn auf dem Arm hielt.<br />
Der Zufall kam ihr zu Hilfe oder wie der Pfarrer später sagte, gab es einen göttlichen Fingerzeig, als ihre Mutter sich den Kiefer ausrenkte. Nach dem ersten Schrecken musste auch sie sich beherrschen um nach der Diagnose der beiden Ärzte nicht lauthals zu lachen. Sehr erleichtert atmete sie versteckt auf und drückte sich ihre Lissi vors Gesicht, damit die Schadenfreude nicht erkennbar wurde. &acute;Klassische Maulsperre&acute;! Hoffentlich hält dieser Zustand sehr lange an, überlegte sie damals.<br />
Es hätte vermutlich den ganzen Tag über einen Kampf gegeben. Den Kampf um ihre kleine Lissi, den ihre Mutter ohne Rücksicht und mit allen Mitteln geführt hätte. Sie traute ihr sogar zu, dass sie ihr die Kleine mehr oder minder entriss und hoffte auf die Unterstützung ihres Vaters. Aber das Thema erledigte sich von selbst. Erleichterung bei der jungen Mama.<br />
Doch zu ihrer Überraschung stand danach plötzlich Matteo vor ihr. Nur um seine Aufmerksamkeit und die seiner Familie zu erregen, begann sie ihn zu foppen. Seine Verlegenheit, die Begegnung im Keller und die ernste Entschuldigung, sie merkte plötzlich, dass sie sich in ihn verliebte.<br />
Lange hallte die Begegnung mit ihrer Mutter, nebst der &bdquo;Rettung&ldquo; vor ihr, in ihrem Kopf nach. Es herrschte eine gewisse Angst vor einer neuen Begegnung und sie zögerte zuerst als Teresa sie bat zur Eröffnung des Hotels mitzukommen. Nachdem sowohl die Cousine als auch Onkel und Tante ihr klarmachten, sie würden ihre Mutter im Falle eines Erscheinens nicht an sie heranlassen, stimmte sie zu und bereute es nicht.<br />
Zum ersten freute sie sich über die erneute Begeisterung ihres Vaters über seine Enkelin und die Schadenfreude über den Auszug des Papas daheim konnte sie genauso genießen. Danach die Begegnung mit Matteo bei der Eröffnung des Hotels. Die ersten Küsse im Wohnmobil und noch mehr das Treffen im Auto. Wenn es Sommer gewesen wäre &ndash; sie hätte ihn auf der Stelle irgendwo im Freien vernascht. Den Ärger und die Wut ihrer Mutter bekam sie am Telefon mit, erschrak über so viel Starrsinn.<br />
Aber es blieb die Sehnsucht. Zur Hochzeit von Benedikt wollte sie zuhause bleiben. Was sollte sie dabei, wenn Hubert seine Frau begleitete. Den kleinen Hubert würde Tante Vefa sowieso in Beschlag nehmen. Sofort stimmte sie zu als Teresa vorschlug ihre Mutter zu provozieren, wartete selber gespannt auf das Ergebnis. Und das erschreckte sie, obwohl Teresa nicht ganz diese Heftigkeit und Vehemenz beschrieb mit der Zenzi auftrat. Aber alleine die Tatsache, dass beide Kleins wütend wurden, zeigte ihr wie unverschämt der Auftritt ihrer Mutter gewesen sein musste. Das machte sie etwas mutlos in puncto einer weiteren Rückkehr in ihre Heimat. Damit liebäugelte sie nun doch leicht in fernen Gedanken an Matteo. Alleine konnte sie dort ihrer Mutter nicht standhalten. Und außerdem wollte sie Teresa nicht einfach so stehen lassen mit dem kleinen Hubert. Vor ihr wurde sie schließlich &bdquo;gerettet&ldquo;. Es wäre undankbar, nahezu unverschämt sie nun im Stich zu lassen.<br />
Und jetzt stand plötzlich erneut Matteo vor ihr, der offenbar ernsthaft um sie warb. Sicher kam er nicht extra aus Südtirol hierher gefahren wegen der Pläne und auch nicht nur um mit ihr zu schlafen. Wobei, das wollte sie auf alle Fälle selber, die verlangenden und drängenden Küsse fortsetzen, dazu das Aneinanderdrücken. Er wollte eindeutig dasselbe, sie wollte es sehr schnell.<br />
Und kaum schlief der kleine Engel tief und fest, lachte deren Mama den neben ihr stehenden, genauso ungeduldigen Hubr Junior an und leise schlichen sie sich aus dem Zimmer. Vroni dirigierte ihn Richtung ihres Schlafzimmers. Auch dort erkannte er, es sah ordentlich aus, lediglich das Bett hatte sie nicht gemacht. Das störte ihn nicht. Erneut stürmische Küsse und dabei machten sich beider Hände selbständig. Vroni griff ihm an die Hose, am liebsten hätte sie ihm die Jeans heruntergezerrt, denn beim &acute;Spielen&acute; im Büro wurde sie bereits sehr feucht, bekam Angst es würde zu sehen sein.<br />
Matteo lief genauso heiß, konnte auch im Gespräch mit Teresa die Augen kaum von Vroni lassen, bewunderte den hübschen kleinen Knackarsch in der engen Jeans, besonders wenn sie sich bückte. Bei Frauen im Dirndl gab es diesen optischen Augenschmaus leider nicht. Dafür stellte er in diesen Situationen bereits fest, dass die vordere Auslage in seinen Augen ganz prächtig ausfiel, stellte sich in Gedanken die junge Frau nackt vor. Vorsichtig streichelte er ihre Brüste, spürte die erigierenden Warzen. Lange würde er es nicht mehr aushalten, denn sein Glied schmerzte vom Druck gegen die Kleidung. Er hoffte nahezu Vroni würde zumindest seine Hose öffnen, Knopf und Reißverschluss, damit &bdquo;er&ldquo; sich dort etwas ausdehnen konnte.<br />
Erneut küsste er sie, seine Hand suchte den Saum ihres Shirts und wanderte darunter. Aber zu seiner Überraschung und Schrecken zuckte sie plötzlich zusammen, machte einen Schritt zurück und sah ihn entsetzt an. Was habe ich jetzt falsch gemacht, fragte Matteo sich. Mit einem verzweifelten Blick sah sie ihn an.<br />
&bdquo;Du, ich kann nit. Ungeschützt will ich nit mit einem Mann schlafen, noch dazu habe ich momentan meine heißen Tage. Und Kondome gehören nit zu meinem Hausschtand. Sowas brauch ich in der Regel nit.&ldquo;<br />
Matteos Gesicht entspannte sich. Er lächelte, griff in die Hosentasche und holte ein kleines Schächtelchen heraus, hielt es in die Luft und winkte damit. Wenn sie weggegangen wäre und irgendwoher ein Kondom geholt oder sich ihm ohne Schutz und Erklärung hingegeben hätte, er wäre enttäuscht gewesen. Für ihn ein Beweis sie agierte sorglos oder zeigte sich vorbereitet auf Herrenbesuch.<br />
Vroni atmete erleichtert auf, schoss im nächsten Moment übermütig eine kleine Spitze ab.<br />
&bdquo;Wieviel hascht da drinnen. Meinscht die reichen?&ldquo;<br />
&bdquo;Fünf Schtück! Wann muscht morgen früh aufschtehen?&ldquo;<br />
&bdquo;Um halb sieben&ldquo;, antwortete sie.<br />
&bdquo;Sell sind knappe 12 Schtunden. Wenn wir jetzt anfangen, können wir um neune, um zwölfe und um dreie in der Nacht, und nochmal um sechse für eine halbe Schtund&ldquo;, strahlte er sie entwaffnend an.<br />
&bdquo;Hältscht sell aus?&ldquo;, fragte nun er spitzbübisch.<br />
Jetzt war Vroni baff und begann aus Verlegenheit ebenfalls zu lachen.<br />
&bdquo;Na dann fang mal an&ldquo;, sagte sie im nächsten Moment und warf sich auf ihn.<br />
Sie landeten auf dem Bett und aufgrund seiner Ansage eilte es ihr nun seine Hose zu öffnen. Vor Erregung zitterte sie dabei leicht, der Knopf bereitete fast Schwierigkeiten, dann schaffte sie es. Vor lauter Gier zerrte sie ihm gleichzeitig Hose und Unterhose vom Körper. Matteo erhielt gar keine Gelegenheit sich um das zu kümmern was er eigentlich wollte, sie selber auszuziehen. Bevor er damit beginnen konnte erledigte sie es selber und schlüpfte mit ihm splitternackt unter die Decke, denn plötzlich fröstelte sie leicht.<br />
Die Lust darauf von ihm so schnell wie möglich geliebt zu werden tat ein Übriges. Ihr kleiner Baumwollslip war im Zwickel völlig durchfeuchtet, das wollte sie ihn nicht spüren lassen. Vroni drückte sich gegen ihn, erneut küssten sie sich. Der Griff an sein Glied, sie ließ ihm allerdings noch genügend Platz damit er selber zum Zuge kam. Matteo streichelte ihren Bauch und tastete sich langsam nach unten, erreichte die feinen Härchen ihrer spärlich behaarten Scham.<br />
Sie öffnete ihre Schenkel und schnell spürte er den Ansatz ihrer Spalte und die Feuchtigkeit. Sie wartet nahezu darauf dachte er dabei, ist richtig heiß. Genauso wie er selber. Denn das leichte Umschließen seines Kolbens mit der Hand, dazu die entsprechenden Bewegungen, sorgten bei ihm für ein starkes Aufflammen der Gefühle. Doch einfach reinstecken wollte er ihn auch nicht, wusste, ein schönes Vorspiel gehörte dazu, es machte auch ihm Spaß und steigerte seine Erregung ihren Körper zu erkunden.<br />
Vorsichtig teilte er mit dem Finger ihre äußeren Schamlippen, traf darunter schnell auf die kleinen Labien. Da musste doch irgendwo der Kitzler sein, forschte er weiter und ertastete ihn, spürte im gleichen Moment wie seine Freundin zusammenzuckte und leise stöhnte. Matteo bohrte etwas weiter, spürte das enge Löchlein und sein Finger drang vorsichtig tiefer ein.<br />
Vroni konzentrierte sich auf sein Spiel und bewegte ihr Becken seiner Hand entgegen, wollte dass er ihre Klit berührte und stöhnte erneut als sie seine Handfläche dort spürte. Es war einfach schön so etwas zu spüren.<br />
Beinahe mechanisch und vollkommen auf sich selber konzentriert hielt sie sein Glied fest und drückte es entsprechend ihrer eigenen Erregung immer fester. Schnell lechzte er nahezu danach von ihrer wundervollen Grotte aufgenommen zu werden, die Schamlippen zu durchpflügen und von ihrer Vagina sanft massiert zu werden. Er ließ von ihr ab, richtete sich auf und stülpte das Kondom über, schlug dazu die Decke zurück. Mit einem Lächeln betrachtete er die vor ihm liegende nackte Gestalt.<br />
Eine richtige Traumfrau war sie für ihn. Oben angefangen mit dem hübschen Gesicht, den schönen braunen Augen und ihren langen Haaren. Wundervolle Lippen, die zum Küssen einfach einluden. Runde feste Brüste, aus denen die Nippel richtig groß hervorstachen, aber dennoch nicht zu auffällig schienen. Der flache Bauch, die Vertiefung ihres Nabels und das Becken, ihr ausgeprägter Schamhügel und die schmale Spalte mit dem kleinen Fell. Dazu hatte sie ein breites Becken und kräftige Schenkel.<br />
Er dachte an sein letztes Abenteuer, eine junge Frau aus Bozen, spindeldürr, den Busen mit einem Push-up BH aufgemotzt. Sein Vater bekam sie zu Gesicht und zeigte sich nicht unbedingt begeistert.<br />
&bdquo;Du bischt der Erbe von einem Baugeschäft und brauchscht eine Frau, die was darschtellt und nit so einen dürren Schrogn. Da meinen die Leut du gibscht ihr nix zum Essen&ldquo;, hatte der damals festgestellt.<br />
Sie passten dazu auch nicht zusammen und beim Vögeln hielt die überhaupt nichts aus, stellte er schnell fest. Gespannt wartete er auf das Verhalten von Vroni.<br />
Er schätzte es einer Frau zu zeigen was in einem Matteo Hubr an Power so steckte, liebte es ein Weib kraftvoll zu stoßen und tief einzudringen, mochte es aber auch wenn seine Partnerin ihm ebenfalls zeigte, dass sie ihn liebte und in der Lage war seinem dicken Riemen etwas Gutes zu tun, er dabei entspannen und sich verführen lassen konnte ohne selber aktiv zu sein.<br />
Heute, beim ersten Mal mit ihr, wollte er anfangs vorsichtig sein, denn diese Vroni bedeutete mehr für ihn als ein Bettabenteuer. Wie würde sie wohl reagieren wenn er etwas kräftiger &hellip;..? Unbedingt wollte er ihr zeigen wie sehr er sie mochte.<br />
Langsam senkte er sich herab, küsste sie und berührte mit seiner harten Latte suchend ihre Scham. Na, wo ist denn nun wieder der Eingang, überlegte er und stieß aber immer wieder gegen die falschen Stellen. Vroni lächelte und mit einem Griff lenkte ihn seine Freundin zwischen ihre unteren Lippen. Bevor sie ihn freigab strich sie sich damit noch ein paar Mal über den Kitzler und begann dabei bereits leicht zu stöhnen. Vorsichtig drang er ein. Verdammt, ist das schön dachte er dabei. Mit gemächlichen Bewegungen brachte er sie beide langsam auf einen immer höheren Lustlevel. Matteo hörte ihr leises Stöhnen bei jeder Berührung seiner Spitze an ihrem Muttermund und fühlte dabei selber das Ansteigen seiner Lust, die sich immer mehr in Gier verwandelte. Er musste sich immer weiter beherrschen um nicht Vollgas zu geben.<br />
Ihre Geräusche wurden lauter und stachelten ihn an. Vroni stieß ihm erneut entgegen. Es war schön von einem Menschen, den sie liebte und der ihr Glück bescherte, so genommen zu werden. Zärtliche Worte und Küsse, aber auch sein strammer Pfahl, der einerseits beinahe zur Nebensächlichkeit verkam, andererseits im Zusammenspiel mit den weiteren &bdquo;Zutaten&ldquo; aber dafür sorgte, dass sie Gefühle erlebte wie noch nie in ihrem bisherigen Leben. Aber etwas fester durfte er schon noch, überlegte sie und stieß ihm erneut hart entgegen. Matteo verstand, jubelte innerlich und legte einen Zahn zu.<br />
Das gefiel ihr sofort besser und ihr Stöhnen wurde nahezu ein begeistertes Jauchzen. Nie hätte sie sich das so träumen lassen dachte das Mädchen bevor sie in Ekstase geriet und gemeinsam mit ihrem Freund einen Orgasmus erlebte, der sie zum Aufbäumen brachte und den Matteo noch verstärkte indem er immer wieder tief in sie stieß während sein Kolben das weißliche Sperma in das Kondom pumpte.<br />
Danach lagen sie schwer atmend nebeneinander.<br />
Es machte beiden so richtig Spaß.<br />
Was sollte er jetzt sagen? Fragen ob es ihr so gefallen hatte? Ganz sicher nicht, obwohl er es gerne gewusst hätte, denn so etwas erwies sich als absoluter Lustkiller oder Machospruch.<br />
&bdquo;Du bischt eine ganz tolle Frau. Vroni, ich liebe dich&ldquo;, flüsterte er leise, beugte sich zu ihr und küsste sie erneut sehr zärtlich.<br />
Das waren Worte, die sehr gut taten und ihre Seele ebenso streichelten wie die sanften Hände ihres Geliebten den Körper. Doch nachdem sie sich wieder trennten tauchten bei beiden Fragen auf, die sie für sich behielten und auf welche beide momentan keine Antwort wussten.<br />
Würde Vroni wieder zurückkehren in ihre Heimat, dachte Matteo. Was sagt wohl Teresa dazu, wenn er einfach ihr Kindermädchen &bdquo;entführte&ldquo;? Liebte sie ihn tatsächlich oder wollte sie einfach nur Sex mit einem jungen Mann haben? Was sagten seine Eltern wohl zu dieser Verbindung? Der Vater wusste ganz sicher von seinem Schwarm, gab ihm mehr oder minder den Auftrag sie sich näher &bdquo;anzuschauen&ldquo;. Von seiner Mutter hörte er bisher nur ein paar Sprüche, er bräuchte so ein Weib das ihm zeigte wo es lang ging. Das nahm er mit einem Schmunzeln auf, als positive Einstellung nach deren Aussagen bei der Taufe.<br />
Aber wie reagierte sie wenn er plötzlich eröffnete, die Vroni zu holen und zu heiraten. Selber wusste er wie sich die Leute, unter anderem seine Mutter, ihre Mäuler über Frauen zerrissen die ledig waren, aber schon ein Kind hatten. Er wollte unter keinen Umständen, dass die kleine Lissi darunter litt.<br />
Vroni beschäftigten ähnliche Gedanken. Teresa wäre sicher nicht erfreut. Für ein dauerhaftes Abenteuer wohnten sie zu weit auseinander. Liebte er sie? Vermutlich schon! Nur hierher fahren um mit ihr zu schlafen, das traute sie ihm dann doch nicht zu. Dazu hätte er in seiner Heimat genügend Möglichkeiten. Aber eine Rückkehr nach Südtirol barg einige größere Risiken. Wie würde sie und vor allem Lissi von der Familie Hubr aufgenommen? Gerade der Begriff Schwiegermutter hatte keinen guten Klang in ihren Ohren. Was noch hinzukam &ndash; ihre eigene Mutter! Die stand sofort auf der Matte und forderte rücksichtslos ihre Rechte als einzige Oma ein, würde sich sogar mit Matteos Mutter anlegen. Probleme über Probleme dachte sie und schlief mit einem tiefen Seufzer ein.<br />
Am nächsten Morgen weckte Lissi die beiden auf. Nichts war es mit allen drei Stunden einmal. Sie schliefen beide durch. Tatsächlich vergaß sie den Wecker zu stellen. Schon sehr spät. Bereits in zwanzig Minuten sollte sie Hubert bei Teresa abholen. Erschrocken schoss sie aus dem Bett. Die ursprünglich beabsichtigte Verwendung des nächsten Kondoms kam ganz sicher nicht mehr zum Tragen. Schnell holte Vroni ihre Tochter aus dem Bett nebenan, ging in die Küche und begann Frühstück zu machen. Lissi hatte kräftig Hunger, sah aber trotzdem äußerst erstaunt auf den seltsamen Onkel, welcher plötzlich in der Küche auftauchte. Doch zumindest beschäftigte er sich mit ihr. Von ihm erhielt sie auch ihre Flasche. Also gehörte er zu den guten Menschen. Sie beobachtete ihn mit ihren schönen braunen Augen, die ganze Zeit während sie trank.<br />
Vroni schickte inzwischen eine Nachricht an Teresa, sie schaffe es nicht zur vereinbarten Zeit Hubert abzuholen. Die Antwort &ndash; sie mögen sich ruhig Zeit lassen, aber nicht zu lange, denn sie habe später einen Außentermin. Dazu kam die Frage ob Matteo heute zurückfahren würde.<br />
&acute;Warum fragst du?&acute;, schrieb sie zurück.<br />
&acute;Könnte ihn auf einer Baustelle für ein paar Stunden gut gebrauchen. Meinscht er könnt noch eine Nacht dranhängen? Vielleicht fragscht ihn mal`, lautete die Antwort.<br />
Sie zeigte die Nachricht ihrem Freund. Der zeigte sich nicht abgeneigt.<br />
`Matteo hat keine Arbeitsklamotten dabei&acute;, schrieb sie Teresa.<br />
&acute;Braucht er nit. Helm, Schuhe und Jacke kriegt er von uns&acute;.<br />
Die beiden lachten sich an. Eine weitere gemeinsame Nacht! Dagegen hatte niemand etwas einzuwenden.<br />
Papa Hubr brummte anfangs nur etwas erstaunt als Teresa ihn später anrief und mitteilte, dass das Abklären einen Tag länger dauern würde, es seien Probleme aufgetreten.<br />
&bdquo;Kann der sell sich nit mehr rühren und kommt nit aus dem Bett? Hat die Vroni ihn heut Nacht so fertig gmacht?&ldquo;, knurrte er gemütlich und mit einem hörbaren Grinsen im Unterton.<br />
Teresa lachte, die beiden standen neben ihr, hörten teilweise mit was der Hubrvater sagte und wurden erneut rot im Gesicht.<br />
&bdquo;Sell ischt nit so. Die schtehen grad neben mir, sind gut drauf, aber ich müsst heut eine Bauschtell aufmessen, damit die abgrechnet werden kann und bräucht jemand der mir dabei hilft. Unsere eignen Mitarbeiter sind alle anderweitig im Einsatz.&ldquo;<br />
Hubr hatte nichts dagegen, bei ihm herrschte momentan absolute Ruhe im Betrieb.<br />
Matteo staunte nicht schlecht als Teresa mit ihm in die Innenstadt fuhr und dort in ein Gebäude führte das Dennis Wezer gehörte und kurz vor der Fertigstellung stand. Der Gast aus Südtirol zeigte sich überrascht von der Größe des riesigen Hauses mitten in der Stadt und sah sich mit den Augen eines Bauunternehmers um. Viele neugierige Fragen stellte er der Architektin über die Bauweise sowie die Konstruktion, genauso jedoch über logistische Probleme wie Zufahrtsmöglichkeiten und Lagerplatz vor Ort für das Material. Eine ganz andere Welt tat sich für ihn auf.<br />
Die Aufmaße mussten erstellt werden. Er kannte diese Arbeiten. Nicht aber, dass es dafür einen Laser gab, der einfach in die Mitte eines Raumes gestellt, sämtliche Längen, Breiten, Höhen und Flächen berechnete. Sogar die Putzdicke und jegliche Unebenheiten an Wand und Boden stellte dieses Gerät fest.<br />
&bdquo;Sellen bring ich mal mit nach Südtirol und mess aus was der Hubr alles zusammenfabriziert. Da kommen alle Bausünden auf&ldquo;, schmunzelte Teresa ihren Begleiter an.<br />
&bdquo;Mir machen immer eine saubere Arbeit. Alle unsere Kolonnen&ldquo;.<br />
Er klang selbstsicher.<br />
Ein überlegenes Lachen. &bdquo;Jetzt hascht aber gewaltig gelogen. Was meinscht wie oft früher dein Vater auf die Bauschtellen kommen ischt oder schon zuvor gsagt hat, schauts dass ihr den Putz an bisserl dünner auftragts? Sell wird sich nit geändert haben. Oder wie oft der Bodenleger geflucht hat wenn ein Raum nit genau im rechten Winkel gwesen ischt. Da hat der Hubrvater oft Trinkgelder zahlen müssen. Meinscht sell hat sich bis heut geändert? Ich kann dir der Reih nach aufzählen welche die gröschten Schlamper bei euch in der Firma sind.&ldquo;<br />
&bdquo;Sell hat bisher kaum eine alte Sau interessiert&ldquo;, erhielt sie zur Antwort.<br />
&bdquo;Bei uns in Deitschland rennen keine alten Säue auf der Bauschtell umeinander&ldquo;, machte sie ihm klar, wies jedoch im nächsten Moment darauf hin, dass Unregelmäßigkeiten zwar festgestellt, aber nur im äußersten Notfall als Druckmittel eingesetzt würden, wenn die ausführende Firma zum Beispiel selber Mehrforderungen ansetzte.<br />
Er nahm die erforderlichen Maße gemeinsam mit ihr auf und zeigte sich von allem hier tief beeindruckt.<br />
&bdquo;Willscht am End gar hierbleiben?&ldquo;, fragte sie ihn vorsichtig.<br />
Er zögerte sogar einige Sekunden bevor er den Kopf schüttelte. Teresa lachte.<br />
&bdquo;Schafft die Vroni es nit dich hierzubehalten?&ldquo;<br />
Er lächelte versonnen und blickte sie direkt an.<br />
&bdquo;Nan, ich denk nit. Was tätscht du sagen, wenn ich sie mitnehmen würd?&ldquo;<br />
Teresa legte die Stirn in Falten.<br />
&bdquo;Du nimmscht mir und der Tabea es Kindermädchen. Aber wenn sie es selber will werd ich sie nit aufhalten und dem Glück meiner Cousine nit im Weg schtehen. Aber über eins muscht dir klar sein: wenn die Mutter von der Vroni, meine Tante Zenz sell weiß, habt ihr vermutlich keine ruhige Minut mehr. Die wird mit allen Möglichkeiten probieren die Vroni oder zumindescht die Lissi zu bekommen, jeden Tag bei euch vor der Haustür schtehen. Es einzige Mittel ischt ihr zäunt euer Grundschtück ein und schafft euch einen scharfen Hund an. Vor denen hat sie Angscht, sell weiß ich. Aber was anderes &ndash; was sagt deine Familie dazu, wenn du ein lediges Madl mit einem Kind ins Haus bringscht?&ldquo;<br />
Matteo nickte. &bdquo;Dem Vater ischt es egal. Seller hat gsagt ich muss mit dene leben und gemeint ich müsst es Madl wie mein eigenes sehen, sonscht geht&rsquo;s nit gut. Und die Mutter hat bei der Tauf af dr Olm schon gemeint, ich bräucht so ein Weib wie die Vroni, nachdem mir uns begegnet sind.&ldquo;<br />
Die Architektin lächelte aufgrund dieser etwas einfältigen, aber ehrlichen Aussage. Den Hubr selber kannte sie als Menschen der den anderen viel freie Hand gewährte, erst dann eingriff wenn es unbedingt erforderlich erschien, aber trotzdem immer alles im Blick haben wollte. Und seine Frau? Eine sympathische und warmherzige Person, die sie während ihrer Ausbildung immer wieder schützte und unmittelbar nach ihrem Unfall, als es ihr gerade wieder besser ging, im Krankenhaus auftauchte und ihr Mut zuredete. Noch vor ihren Tanten und Onkels saß sie an ihrem Bett, obwohl es sich nicht um einen Arbeitsunfall handelte.<br />
Entscheiden mussten es die beiden selber. Egoistisch dachte sie daran mit Vroni eine enge Vertraute zu verlieren, mit der sie auch intime Dinge teilte. Dafür bekam sie, wenn überhaupt, eine Katze im Sack, die sie über eine Stellenausschreibung suchen musste, eine völlig fremde Person. Sie dachte an Hedda. Die sollte ursprünglich diesen Job übernehmen. Doch die hatte ihr Glück auf der Alm gefunden. Das stellte sie bei der Taufe fest nachdem sie die Norwegerin mit einem jungen Mann im Hotel ganz innig turteln sah. Nun ja, noch befand Vroni sich bei ihr.<br />
Tags darauf fuhr Matteo Hubr nach einer weiteren tollen Nacht wieder zurück. Erneut verschliefen sie am Morgen und der Abschied erfolgte eher flüchtig und schnell. Vereinbart hatten sie nichts Weiteres. Keinen Besuch und kein Wiedersehen. Man wollte einfach dem Schicksal seinen Lauf lassen. Teresa bemerkte jedoch eine nachdenkliche Wehmut in den Augen ihrer Cousine. Hatte sie solche Sehnsucht nach Matteo oder dachte sie über dasselbe nach wie sie? Ein Leben an seiner Seite in der Heimat. Wie konnte das aussehen? Akzeptierten die Hubrs sie und ihre kleine Lissi? Und vor allem, wie würde sich ihre Mutter verhalten.<br />
Teresa wartete einfach ab. Vroni würde sicher mit ihr darüber reden. Ganz offen wollte sie ihre Meinung abgeben. Das Glück &ndash; lag es für sie nahe oder entpuppte es sich als ein weiterer Fehlgriff? Nach zwei Nächten mit Matteo konnte Vroni sicher nicht viel von ihm wissen.<br />
Nicht weit von ihnen entfernt wohnten vier Personen, die sich über die Weihnachtsferien noch besser kennen lernten. Jens Pfeifer und Daniela Sommer hatten den Skiurlaub samt den beiden Jungs in vollen Zügen genossen. Die zwei Buben standen inzwischen sehr sicher auf den Brettern und Jens gewann in dieser Zeit auch eine gewisse Routine und Freude an diesem Sport, auch wenn er mehrere blaue Flecken davontrug. Doch er zeigte sich als Mensch der selber über sich lachen konnte. Obwohl sie sich täglich sahen und beinahe schon zusammenlebten, zeigte dieser Urlaub doch ein paar neue Aspekte, abseits vom täglichen regelmäßigen Trubel und der Arbeit zuhause.<br />
Jens, auf der einen Seite doch der etwas steifere Norddeutsche, taute während des Aufenthaltes immer weiter auf. Wenn sie gemeinsam mit Dennis, Carola, daneben meist in Gesellschaft von Tom und Linda, am Abend in der Bar bei Oswald saßen gab es viel zu erzählen und zu lachen. Carola erhielt den Eindruck die beiden passten zusammen und Daniela Sommer bestätigte ihr dies bei einer gemeinsamen Fahrt im Lift. Ein glücklicher Zufall mit diesen zwei Wohnungen brachte sie zusammen und nach der Attacke durch ihren Mann, welche ihr bewies, dass es endgültig Aus war zwischen ihnen, dachte die Lehrerin plötzlich an eine Zukunft mit Jens Pfeifer. Was sie sich allerdings von ihm wünschte, konnte oder durfte sie ihm sicher erst später verraten: ein Mädchen&hellip;<br />
Nach der Rückkehr begann für alle wiederum der Alltag. Und der hieß Computer für Jens und Schüler für Danny. Auf der Alm versuchten die Wezers ihren Kindern den Respekt gegenüber Daniela zu vermitteln. Das gelang, denn alle vier verhielten sich in der Schule achtungsvoll ihr gegenüber. Langsam begannen Jens und Danny sich ernsthafte Gedanken über eine gemeinsame Zukunft zu machen. Gemeinsame Zukunft, weitere Kinder, die Frage nach einer entsprechenden Wohnung, das beschäftigte sie neben ihrer Arbeit.<br />
Dennis hingegen erzielte einen wichtigen Etappensieg, wie er es nannte. Sein Einkaufskonzept für die Kellerei ging auf, der Lieferant gewährte ihm einen entsprechenden Abschlag, bevorzugte die Vorabzahlung mit dem vorgeschlagenen Nachlass gegen Bankbürgschaft. Leicht niedergeschlagen fühlten sich die jungen Chefs des Weingutes, nachdem sie erkannten, dass ein Dennis Wezer offenbar wesentlich mehr draufhatte und bewegte als sie vermuteten. Doch es tat gut zu wissen, sie standen nicht alleine da und konnten von ihm vermutlich viel lernen.<br />
Eine besondere Genugtuung für die jungen Menschen war es als der Verkäufer vor Ort bei ihnen erschien um die genauen Maße mit ihnen abzusprechen sowie die Vorarbeiten anzugeben. Besonders Luna zeigte sich dabei sehr kleinkariert und beharrte auf genaue Angaben, die sie im Anschluss schriftlich bestätigte. Sie wusste etwas mehr, als die anderen, kannte den Verkäufer und ahnte, dass dieser ein falsches Spiel mit ihnen trieb. Nicht ganz sicher mit ihren Vermutungen wollte sie jedoch abwarten, erst im letzten Moment die Vermutung aussprechen, bevor sie teuer kauften. Sie wusste jetzt Dennis Wezer hinter sich, einen Mann, dem anscheinend niemand etwas vormachen konnte. Da freute einen die Arbeit gleich umso mehr.<br />
Der große Chef schickte ihnen die ganzen Unterlagen und bat um weitere Bearbeitung. Was er ihnen gleich zu Beginn vehement klarmachte &ndash; bezahlt würde alles, was sie bestellten umgehend und unter Abzug des in den Nebenbestimmungen zum Auftrag festgelegten Skontos, außer es gab Probleme wie unvollständige Lieferungen oder sonstige Mängel. Für diese Anlage war dies ausgenommen, aber ansonsten hatte auf Anweisung von Dennis jede kleine Rechnung sofort überwiesen zu werden.<br />
Denselben Ablauf wandte er bei den Maschinen für Tonis Almwirtschaft an. Dennis quetschte den Lieferanten aus. Zahlung vorab, in einer Zeit wo in dieser Sparte überhaupt nichts lief, die Firmen um jeden Euro froh waren den sie an Einnahmen verbuchen konnten. Absprache mit Toni und danach erfolgten die Bestellungen. Dasselbe Procedere, Bankbürgschaft, Zahlung, Lieferung im Frühjahr, wenn die Alm wieder zu grünen begann.<br />
Und dass Toni nicht mehr viel zu bezahlen hatte was die Erntegeräte für die Hänge anging, freute ihn besonders als Dennis ihm erklärte was er dafür verwendete.<br />
Auf der Alm lief die Nebensaison, und sie lief sehr gut. Überall gab es volle Belegung, es hätten den Anfragen nach noch viele Betten belegt werden können. Die Terrasse und das Restaurant bei Sumers galt inzwischen als Ziel für alle die mittags ausgiebig speisen wollten oder am Abend vor deren Rückkehr ins Tal noch Appetit auf Kaffee und Kuchen oder ein zünftiges Abendessen hatten. Genauso wie für die Gäste der umliegenden Gäste der Pensionen. Gerade das Beheizen und Einhausen der Terrasse seit ein paar Jahren entpuppte sich als Volltreffer. Stolz war Sofia immer noch auf diese Idee ihres Bruders. Mit ihrer modernen Software konnte sie sogar die Umsätze von Restaurant und Terrasse differenzieren und brauchte nicht lange um das Ergebnis festzustellen. Die Ertragsstelle &bdquo;Terrasse&ldquo; hielt sie eines Abends ihrem Mann zum Vergleich mit den anderen unter die Nase und entlockte ihm ein begeistertes Lächeln.<br />
&bdquo;Schatzl! Mir arbeiten jetzt noch fünfzehn Jahr, dann übergeben mir es Haus an unsere Kinder und machen uns ein schönes Leben, bereisen die ganze Welt&ldquo;, schlug er vor.<br />
&bdquo;Schpinnscht wohl!&ldquo;, lautete die empört Antwort. Der Andi ischt dann zwanzig und die Anna siebzehn. Die werden dir schon sagen was Sache ischt. Da wollen die erscht was von der Welt sehen und dann kommen die Alten dran.&ldquo;<br />
&bdquo;Mir haben noch die Susi, die Nicki und die Tant. Dann können mir unseren Urlaub machen.&ldquo;<br />
&bdquo;Sell könnten mir doch schon jetzt machen. Nur die Anna ischt noch an bisserl zu klein. Aber ich könnt mir schon vorschtellen in ein paar Jahr mal über zwei oder drei Wochen weiter weg zu verreisen. Besonders wenn die Nicki ihre Zusatzausbildung hat und Hotelfachfrau ischt. Da kann ich mir schon mal eine Reise auf einem Schiff oder zwei Wochen woanderscht hin denken. Kurz Flugreisen könnten die jetzt schon aushalten.&ldquo;<br />
Ihr Mann träumte genauso davon. Lenas Erzählung, besonders von den Malediven, hing ihm lange nach. Genauso wie der Wunsch nach Amerika zu reisen. Vertretungen im Hotel gab es bald genug. Da konnten noch ein paar Weiber von der Sorte der Agathe Hofr auftauchen. Sie sahen sich gerüstet!<br />
Plötzlich wurde Andreas jedoch ernst.<br />
&bdquo;Sell wird schpäter ein Problem werden. Wenn unsere eigene Kinder nachdrängen und im Hotel mitarbeiten brauchen mir vermutlich keine Führungskraft wie die Nicole als deine Schtellvertreterin.&ldquo;<br />
&bdquo;Sell ischt vollkommen richtig. Meinscht mein Bruder hat nit soweit denkt, wo er vorgschlagen hat der Nicki die Ausbildung machen zu lassen? Überleg mal weiter. Bis dahin gehen der Oswald und die Lena auch in Rente und der Dennis braucht für sein Hotel da oben eine neue Leitung.&ldquo;<br />
Das fiel ihrem Mann erst jetzt auf. Langsam begann er zu nicken. Der Schwager &ndash; nicht umsonst bewunderte er ihn. Dennis dachte einfach langfristig und an alles.<br />
Sofia schlug sich gedanklich mit anderen Problemen herum. Aktuell durfte niemand ausfallen. Alle ihre Arbeitskräfte befanden sich im vollen Einsatz, einschließlich ihr selber. Hedda und Lisa servierten viel auf der Terrasse und sie überlegte ob sie nicht gar Emilia &bdquo;anbaggern&ldquo; sollte, damit sie sich etwas Geld verdienen könne. Doch Andreas bremste. Das Mädchen ging noch zur Schule und wenn, dann höchstens in den Ferien.<br />
&bdquo;Manchmal hat dein Bruder schon Recht mit dem was er sagt&ldquo;, hielt er ihr ernsthaft vor.<br />
Wiederum musste sie ihm still zustimmen. &acute;Du kannst die Tochter von Herbert Wezer zu sein, nicht ableugnen&acute;, grinste Dennis sie einmal an und sorgte für Empörung. Die beiden jungen Frauen rannten in den Stoßzeiten wie verrückt, die Küche kam immer wieder an ihre Grenzen. Besonders wenn Catering angesagt war. Wobei hinter Sofias Tun eine gewisse Absicht lag. Sie beobachtete Drea, forderte sie bei dieser Arbeit immer mehr. Fragen wie `was würdest du machen, meinst du die Küche schafft das, wieviel Personal brauchen wir deiner Meinung nach dazu&acute; fielen Drea nicht auf, ihre Chefin verfolgte damit allerdings einen bestimmten Zweck.<br />
Hedda hatte mal von Sofia einen verbalen Ausspruch übernommen. `Ein bisschen zack-zack&acute;, rief die Chefin oftmals in die Küche, wenn es ihr zu lange dauerte. Und als Hedda wieder einmal auf Essen warten musste und erstmals diesen Begriff an der Übergabetheke gebrauchte ohne richtig zu wissen, was er bedeutete, unterbrachen schlagartig sämtliche Mitarbeiter ihre Arbeit und starrten sie geschlossen, nahezu feindselig an, dass sie erschrak. Später erzählte sie davon Sofia, die in schallendes Gelächter ausbrach und ihr erklärte was dies hieß.<br />
&bdquo;Lass dich ja nicht einschüchtern! Du kannst diesen Satz sehr gerne verwenden, wenn die nicht funktionieren&ldquo;, gab sie ihr mit auf den Weg.<br />
Die junge Norwegerin dachte immer noch an ihre Tante. Mate verlängerte ihren Aufenthalt nach Weihnachten im Haus um ein paar Tage, das nicht ohne Grund. Sie bekam zuvor rein zufällig mit, dass Mate die Nächte mit Jogi Volk verbrachte, der genauso etwas länger blieb. Das Zimmerpersonal unterhielt sich und dabei hörte sie unabsichtlich zu. Der Satz, das Zimmer 17 wäre seit zwei Tagen nahezu unberührt, ließ bei ihr alle Alarmglocken läuten, da sie wusste, es handelte sich um das Zimmer ihrer Tante. Dafür gab es im Zimmer 27 offenbar ein zerwühltes Bett und deutliche Spuren, die nicht auf die Übernachtung einer einzelnen Person hinwiesen, obwohl es sich auch um ein Einzelzimmer handelte. Der Bewohner hieß Jogi Volk &ndash; sie kannte ihn. Ein Freund der Familie Wezer, im Vergleich zur Tante relativ alt, groß und angenehm, aber mit einer Vollglatze auf der nur noch vereinzelte rötliche Haare sprossen.<br />
Dieser Verdacht schockte sie nahezu! Und er wurde bestätigt, denn die beiden hingen die ganze Zeit zusammen. Das fiel ihr erst zu diesem Zeitpunkt auf. Gerade Mate versuchte das Techtelmechtel vor der Nichte zu verbergen. Die amüsierte sich darüber nachdem sie von dem unberührten Bett wusste, wollte jedoch etwas mehr in Erfahrung bringen. Daher fragte sie Dennis Wezer eines Abends oben in der Bar bei Oswald, ob sie ihm eine Frage stellen dürfe worüber derjenige um den es ging, nichts davon erfahren sollte.<br />
Dennis stimmte sofort zu, gespannt was Hedda von ihm wollte. Eine Auskunft über Jogi Volk. Was war er für ein Typ, hatte er eine Frau und so weiter. Dennis ahnte den Grund ihrer Frage. An diesem Abend floss der Wein etwas üppiger als sonst und lockerte die Zunge von Herrn Wezer. Daher erzählte er von der Geschichte aus seiner Kindheit, dass Jogi Volk ein sehr sauberer Mensch sei und erklärte ihr gleich den Begriff &acute;mit allen Wassern gewaschen&acute;. Bereits dieser Aspekt erheiterte die junge Norwegerin gewaltig, genauso wie ihren Freund, der mit dabei saß. Doch Dennis lüftete im gehobenen Weindunst ein weiteres Geheimnis.<br />
&bdquo;Man sagt Jogi Volk nach, dass er bei gewissen Dingen mit Frauen eine absolute Granate sein muss. Angeblich ist er gut bestückt und bei dieser Beschäftigung flink und schnell wie ein Kaninchen, like a Rabbit&ldquo;, ergänzte er auf Englisch, nachdem sie das Wort Kaninchen vermutlich nicht verstand und Ossi auch erst überlegen musste, den Begriff als Karnickel einstufte.<br />
Nicht nur sie, sondern auch ihr Freund machte große Augen und es gab erneut viel zu lachen bei derart intimen Angelegenheiten, denn beide wussten wie es bei diesen Tieren beim Paarungsakt zuging. Und die Vorstellung von Tante Mate und Jogi bei dieser Betätigung in der passenden Geschwindigkeit regte nicht nur die Fantasie der Beiden an. Dennis und seine Frau schmunzelten ebenfalls beim Abspielen des Kopfkinos.<br />
Hedda erinnerte sich nun immer daran, wenn sie die beiden sah. Mate bemühte sich nach wie vor den Schein zu wahren. Das fiel besonders schwer, wenn Hedda im Restaurant arbeitete und plötzlich auftauchte. Immer saßen die zwei gemeinsam an einem Tisch. Sie amüsierte sich über das Verhalten der Tante wenn die versuchte eine gewisse Distanz gegenüber Jogi zu wahren, sobald sie auftauchte.<br />
&bdquo;Gib dir keine Mühe. Ich weiß bereits, dass du dich in der Nacht von ihm kräftig und schnell durchschütteln lässt&ldquo;, sagte sie in ihrer Muttersprache als sie einmal den beiden das Essen servierte und Mate erneut gegenüber Volk sich etwas reserviert benahm, nachdem sie ihn unmittelbar zuvor anlachte, was der Nichte nicht verborgen blieb. Dazu lächelte sie und ihr Tonfall hörte sich an, als wünsche sie einen guten Appetit.<br />
&bdquo;Was hat sie gesagt?&ldquo;, fragte der Schnellrammler noch in ihrer Gegenwart.<br />
Bevor Mate antworten konnte lächelte Hedda ihn an.<br />
&bdquo;Ich habe meiner Tante für die kommende Nacht einen guten Appetit gewünscht&ldquo;, lautete die Antwort, verbunden mit einem etwas frechen Grinsen.<br />
Entsetzt und mit gerötetem Gesicht blickte die Mitarbeiterin von Wezer-Ost ihrer Nichte nach. Ein etwas überraschter, fragender Blick von Volk und ein nahezu ängstlicher von Mate in das Gesicht ihres Gegenübers. Was hieß denn da guter Appetit für heute Nacht, überlegte er?<br />
&bdquo;Sie hat uns durchschaut&ldquo;, presste Mate heraus.<br />
&bdquo;Na und? Was ist daran so schlimm? Glaubst du sie berichtet darüber in ihre Heimat und deiner Familie? Hast du davor Angst?&ldquo;<br />
Nein, das hatte sie nicht. Genauso wenig wie vor einem beruflichen Nachteil durch Dennis. Der wusste seit Silvester davon und winkte sofort ab. Für sie war es ein Abenteuer wie es schon viele in ihrem Leben gab. Ungebunden und unverheiratet und trotzdem keine Kostverächterin, was die Liebe anbelangte. Sie wählte sorgfältig aus, ging nicht mit jedem ins Bett. Es musste schon einiges zusammenpassen.<br />
Ein Typ wie Jogi Volk entsprach ursprünglich nicht ihrem Beuteschema. Zu alt und nicht besonders gut aussehend, lautete ihre erste Einschätzung. Doch in diesem Fall erlag sie tatsächlich seinem Charme und seinem Witz, fand ihn plötzlich sympathisch. Sie liefen gemeinsam Ski, unterhielten sich auf derselben Wellenlänge. Ein in Liebesdingen sehr erfahrener Mann wie Volk wusste wann er sie wie anschauen und anreden musste. Sein Flirten wurde immer intensiver, sie antwortete, zeigte sich auf einmal nicht abgeneigt. Daneben tat auch bei ihr der Alkohol in der Bar einiges dazu, dass sich beim gemeinsamen Hochfahren im Aufzug aus der Kellerbar die Tür des Aufzugs im ersten OG wieder schloss. Erst eine Etage höher trat sie gemeinsam mit Jogi Volk heraus, allerdings nicht ohne zuvor die Türe zu blockieren damit diese nicht schließen konnte, denn zuvor wollte sie noch testen, ob dieser Mann auch gut küsste.<br />
Der Test fiel zu ihrer Zufriedenheit aus und so landeten sie in seinem Zimmer und seinem Bett. Beim Ertasten des Teils in seiner Hose wuchs ihre Lust oder bereits besser gesagt die Gier, diesen Mann in sich zu spüren. Jogi enttäuschte sie nicht. Ein völlig neues Gefühl in jeder Hinsicht und dazu benahm er sich derart zärtlich, dass sie sich kurz überlegte mit ihm eine feste Beziehung zu versuchen. Doch dann erinnerte Mate sich doch noch dunkel daran, dass er im vergangenen Jahr mit einer anderen Frau hier vor Ort poussierte.<br />
Während des Essens nach der &bdquo;Bloßstellung&ldquo; durch Hedda fielen ihr aber die Worte der Nichte von vorhin ein und sie stutzte bei deren Nachbetrachtung. Woher wusste die von den Eigenschaften ihres Geliebten? Kräftig und schnell durchschütteln &ndash; eindeutig gebrauchte sie die beiden Begriffe. Entsetzt fiel ihr eine Lösung ein. Hatte sie am Ende auch schon mit ihm&hellip;.?<br />
Das schockierte sie erheblich! Der Frage musste sie unbedingt auf den Grund gehen. Nach dem Essen beobachtete sie Hedda, und als diese Geschirr abräumte und hinaustrug stand die Tante auf und ging hinterher. Sie begegneten einander im Flur. Mate musste wiederum das freche Grinsen bei ihrem Anblick aushalten, aber sie erwartete nach ihrer ersten Frage, dass es ersterben würde und einem verlegenen und roten Gesicht wich.<br />
&bdquo;Hast du mit ihm auch schon, weil du so gut über seine Fähigkeiten Bescheid weißt?&ldquo;, fragte sie erneut in ihrer Muttersprache.<br />
Hedda lachte ihr ins Gesicht.<br />
&bdquo;Nein! Ich bin mit meinem Ossi vollkommen zufrieden. Das ist ein toller Liebhaber in jeglicher Beziehung. Aber das ist anscheinend in seiner Heimat bekannt und ich habe es erfahren, als ich nach ihm fragte.&ldquo;<br />
Sie grinste noch breiter und fuhr im lüsternen Ton fort. &bdquo;Stimmt das! Ist er wirklich so gut? Versäume ich etwas wenn ich ihn nicht ausprobiere?&ldquo;<br />
Der Tante stellten sich die Haare zu Berge. Was war denn hier los? Stand ihr wirklich die Nichte Hedda gegenüber, die ihr vor wenigen Tagen ihren Freund vorstellte, oder hatte die sich inzwischen in einen männerfressenden Vamp verwandelt?&ldquo;<br />
Sie zog es vor zu schweigen, machte sich jedoch trotzdem Gedanken über ihre Nichte. Bei wem hatte die wohl Erkundigungen über Jogi Volk eingezogen? Die einzige Antwort für sie lautete &ndash; Dennis Wezer. Ausgerechnet ihren Chef! Und was wusste der über ihren Liebhaber? Er war mit dem Vater von Dennis gut befreundet erfuhr sie von Jogi selber. Aber weshalb kannte Dennis dessen &sbquo;wortwörtlichst&lsquo; hervorstechende Attribute und Eigenschaften bei der Beglückung von Frauen?<br />
Sie wusste diese sehr zu schätzen. Ursprünglich nur mal für eine Nacht gedacht, ein ganz normaler One-Night-Stand, wurde es inzwischen nahezu eine Sucht von ihr sich in verschiedenen Stellungen nehmen zu lassen. Und dazu noch mehrmals pro Nacht. Der unscheinbare Typ, ganz sicher nicht der Schwarm aller Frauen, bewies ungeahnte Fähigkeiten eine Frau wie sie großartig zu befriedigen. Mate machte sich bereits Gedanken über weitere Treffen. Lediglich hier auf der Alm unter den Augen von Hedda konnten diese stattfinden. Doch was konnte ihr dieses Vergnügen schaden?<br />
Dennis und Carola Wezer verhielten sich ihr gegenüber auch danach völlig normal. Sie traute ihnen nicht zu, dass sie dagegen etwas einzuwenden hatten. Und ansonsten? Hedda &ndash; dieses spöttische kleine Luder! Aber nein &ndash; die würde ganz sicher nicht nach Norwegen melden, wenn sie Tante Mate auf frischer Tat beim Küssen mit einem wesentlich älteren Mann ertappte. Und falls doch &ndash; es ging niemanden was an. Die Familie traf sie lediglich zwei oder dreimal im Jahr und da sprachen sie mittlerweile über andere Dinge als Männer.<br />
Sofia kämpfte plötzlich unerwartet mit personellen Sorgen. Für Geli stand wiederum Blockunterricht in Deutschland an, nach dessen Ende einige ihrer Klassenkameraden und Kameradinnen die Prüfung ablegten. Dabei handelte es sich um diejenigen, welche Lehrzeitverkürzung erhielten oder bei der letzten Prüfung, die sie gemeinsam mit Nicole absolvierten, durchfielen. Geli selber konnte diesen Block genauso als Vorbereitung auf ihre eigene Prüfung im Sommer nutzen. Wobei sie nicht den Ehrgeiz besaß, diese extrem gut abzulegen. Ihre Zukunft lag offen vor ihr. An der Seite von Hubsi ein Leben auf der Alm, arbeiten im Hotel Sumer, dazu das Gästehaus.<br />
Nicht nur aufgrund ihres fröhlichen Lachens gehörte sie zu den beliebtesten Mitarbeiterinnen im Hause Sumer. Es machte Spaß, besonders die Anerkennung, welche sie im Hotel von allen Seiten wegen ihrer Konditorenkünste erhielt. Sehr oft berichtete dazu das Cateringteam von der Begeisterung der Gäste.<br />
Das Verhältnis zum Elternhaus trübte ihre gute Laune etwas. Zu Weihnachten bekam sie zusammen mit den Weihnachtswünschen der Eltern die Mitteilung, dass ihr Zimmer mittlerweile anderweitig belegt sei und sie sich für die Dauer ihres Aufenthaltes während der Blockschulung eine neue Unterkunft suchen müsse. Einfach so, ohne Rücksprache mit ihr. Das enttäuschte sie gewaltig. Wobei sie während der letzten Besuche eine gewisse Ablehnung der Familie ihr gegenüber bemerkte. Es gab nie eine Frage wie es ihr auf der Alm gefiel, geschweige denn die Andeutung zu einem Besuch, nicht einmal seitens ihres Vaters. Seit sie es ablehnte zwischen Weihnachten und Silvester nach Deutschland zu kommen nur um für den Geburtstag des Vaters am 28. Dezember zu backen, stieß sie auf vollkommene Ablehnung. Höflich wies sie darauf hin, dass diese Tage für das Hotel sehr arbeitsintensiv seien, wobei sie nicht einmal Sofia oder Andreas wegen Urlaub anging. Die beiden hätten ganz sicher nicht abgelehnt, aber sie bevorzugte selber die Arbeit im Hotel und die Freizeit in den Armen ihres Freundes oder auf der Piste zu verbringen.<br />
Geli fragte bei Nicole nach, die jedoch genauso wie bisher von zuhause aus zur Berufsschule ging. In der Schule gab es für die auswärtigen Schüler Zimmer, oben auf der Etage in welcher die Nonnen lebten. Von denen gab es schon seit mehreren Jahren nur noch wenige der frommen Schwestern, die einen Teil des oberen Stockwerks belegten und einen abgetrennten Teil bewohnten. Die restlichen Räume wurden an Schüler für kleines Geld vermietet. Doch diese Zimmer waren zu dem Zeitpunkt bereits voll besetzt. Geli verzweifelte beinahe, denn auch eine Tante von ihr, die in der Stadt wohnte, konnte ihr nicht helfen. Nicki wusste weiter und fragte bei Linda nach einer Möglichkeit. Die trug dieses Problem unmittelbar an Carola heran.<br />
&bdquo;Geli, das ist doch die Konditorin welche bei Sofia die tollen Torten backt?&ldquo;, fragte Dennis.<br />
&bdquo;Wenn ihr keine andere Möglichkeit findet, warum bietet ihr nicht unser Gästezimmer für diesen Zeitraum an?&ldquo;, stellte er in den Raum.<br />
Carola zögerte anfangs, stimmte nach einem Telefonat mit Sofia jedoch zu. Vielleicht gab Geli ein paar Geheimnisse ihrer Rezepte preis. Aber dann fiel ihr ein, dass die kleine Wohnung in der Talstraße momentan leer stand, sich quasi im &bdquo;Standby&ldquo; Modus befand.<br />
Erleichterung bei der Azubine. Auf die Frage, was sie dafür bezahlen müsse erhielt sie von Sofia die Antwort, sie solle sich im Hause Wezer einladen lassen und denen eine gute Torte backen.<br />
Andreas erhielt erneut eine Einladung als Mitglied des Prüfungsausschusses zu fungieren. Er zögerte aufgrund der vielen Arbeit in seiner Küche.<br />
&bdquo;Sag zu und verschwind nach Deitschland! Mir bringen sell eine Woch ohne dich hin&ldquo;, sagte die Tant.<br />
Frustrierend für den Chefkoch. ER &ndash; offenbar jederzeit ersetzbar. Maria allerdings nicht. Denn die jammerte bereits bei jeder Kleinigkeit sie könne und dürfe nicht ausfallen wenn es so viel Arbeit in der Kuch gab.<br />
Für Dennis und Carola stand der Neujahrsempfang beim Bürgermeister an. Inzwischen für Carola eine sehr beliebte Routine. Nur dunkel erinnerte sie sich an ihren ersten Auftritt an der Seite von Dennis, als sie mit zittrigen Beinen die breite Treppe hochstieg. Mittlerweile freute sie sich darauf, meist gab es die Qual der Wahl, zu wem sie sich stellen oder setzen sollte. Denn sie kannte inzwischen sehr viele Personen, wobei sie sich am liebsten mit denen aus der sogenannten &bdquo;wohltätigen Damenclique&ldquo; unterhielt.<br />
Ihr Mann sah sich meist umgeben von Vorständen der Vereine und Organisationen die etwas von ihm wollten, nämlich sein Geld. Im vergangenen Jahr kamen aufgrund seiner Verletzung und des dadurch erforderlichen schnellen Verschwindens viele zu kurz.<br />
Der Bürgermeister nebst Gemahlin begrüßte Herrn und Frau Wezer vor dem Eingang zum Saal mit einem Lächeln. Ihm fiel beim Anblick von Dennis etwas ein. Er wusste von der &bdquo;smarten&ldquo; Lösung im Industriegebiet. Das brachliegende Baugelände bis zum Zeitpunkt des Verkaufs ein eher kleiner Makel, der ihm angelastet wurde, trotzdem ein Stachel mit dem die Opposition ihn gelegentlich quälte, der nun aus dem Weg geräumt war. Die Anzeige des Naturschutzes kannte er genauso, ebenso die Auflösung. Er wusste, ein Dennis Wezer trug ihm und der Stadt in dieser Hinsicht nichts nach.<br />
Aber mit feinem Gespür stellten gewisse Herrschaften in der Verwaltung fest, dass eine offizielle Übergabe und Einweihung der Halle mit dem Dank an die Handwerker und Beteiligten in diesem Fall nicht stattfand. Offenbar schien Herr Wezer verärgert zu sein. Als erstes wollte das Stadtoberhaupt ihn darauf gleich bei der Begrüßung kurz ansprechen. Dennis winkte ab. Es ging schlichtweg um ein Zeitproblem und die Notwendigkeit das Gebäude so schnell wie möglich in Betrieb zu nehmen.<br />
&bdquo;Ich kann doch nicht bei der Fertigstellung jeder Hundehütte, die ich baue eine Zurschaustellung der Verantwortlichen mit anschließender Fütterung an einem Buffet vornehmen und draußen warten inzwischen die Fahrzeuge mit den Waren, die dort eingelagert werden sollten.&ldquo;<br />
Sätze die er mit einem Schmunzeln vortrug, welche der Bürgermeister vollkommen verstand. Erleichterung beim Stadtoberhaupt.<br />
Auch in Bezug auf die &bdquo;Rache&ldquo; von Dennis Wezer gegenüber dem Naturschutzverband wurde er noch vor dem Betreten des Saales informiert. Der Vorsitzende dieses Vereins wollte mit Herrn Wezer am Rande des Empfangs reden, denn der Ausfall eines solchen Spenders riss ein hübsches Loch in den Haushalt.<br />
&bdquo;Selber schuld&ldquo;, grinste er und der Gastgeber nickte.<br />
Doch genauso warteten die Vereine, vor allem Sportvereine, welche im vergangenen Jahr leer ausgingen und heuer ganz dezent fragten ob Herr Wezer erscheine.<br />
&bdquo;Herr Wezer! Treten sie ein! Die komplette Meute ist dort drinnen angetreten und wartet sehnsüchtig darauf ihnen die Spenden aus der Tasche zu leiern&ldquo;, lachte das Stadtoberhaupt und vollführte dabei eine einladende Bewegung in Richtung des Saales.<br />
&bdquo;Und sie kassieren bereits vor dem Eintritt die Steuern ab&ldquo;, konterte Dennis spontan, so dass alle vier lachten.<br />
&bdquo;Das ist nicht korrekt. Zuerst geben sie Spenden weg und nur von dem was übrigbleibt erhalten die Stadt und der Staat seine Steuern.&ldquo;<br />
Beim Eintreten erkannte Dennis umgehend, der Bürgermeister hatte nicht gelogen. Viele Blicke richteten sich sofort auf ihn. Wohin sollten sie sich wenden überlegte er als sie in alle Richtungen lächelnd und mit einem Kopfnicken grüßten.<br />
&bdquo;Da drüben stehen Hubert und Teresa&ldquo;, erkannte seine Frau und umgehend steuerten sie auf die beiden zu, welche sich in einer Unterhaltung mit dem Stadtbaumeister sowie dem großen Bauunternehmer befanden, der im vergangenen Jahr für die CaDeWe den Wohnpark errichtete. Freundliche Begrüßung durch diese Vier.<br />
Schnell entführte Carola Teresa, die in ihrem Dirndl wiederum einen auffälligen Blickfang bot, während es bei den Herren um neue Bauten im beginnenden Jahr ging. Der Landrat des Kreises näherte sich als erster und versuchte Herrn Wezer höflich von den Gesprächspartnern weg zu lotsen, wollte mit ihm unter vier Augen reden. Dennis gab nach, im Hinterkopf den offenstehenden Termin mit Scharf.<br />
Vermutlich steckte der Landrat hinter dieser Geschichte dachte er und wollte sich selber im Vorfeld informieren bevor er dem Bürgermeister gegenübertrat. Doch als der Landrat es schaffte und mit ihm einige Schritte entfernt von den weiteren Gesprächspartnern stand, stürmten bereits zwei andere Herren heran und positionierten sich um Dennis damit dieser nicht entkommen konnte, unterbrachen einfach das Gespräch.<br />
&bdquo;Herr Wezer, wie geht es Ihnen? Letztes Jahr sind sie so schnell wieder verschwunden, ich hatte gar keine Gelegenheit mich nach ihrem Befinden zu erkundigen.&ldquo;<br />
Diesen und ähnliche Sätze hörte er mehrfach. Beinahe amüsiert nahm Dennis diese Avancen zur Kenntnis. Er musste sich mehrfach fast auf die Zunge beißen um nicht zu sagen, dass ihm dies eine große Menge an Geld eingespart hätte, fragte sich allerdings weshalb sie es nicht auf dem direkten Weg versucht hatten. Es begann der übliche Smalltalk, immer weitere Partner gesellten sich hinzu, doch keiner traute sich in Gegenwart der anderen seine &bdquo;Anliegen&ldquo; vorzubringen.<br />
Der Vorsitzende der Naturschützer fasste sich ein Herz.<br />
&bdquo;Herr Wezer, kann ich sie einmal kurz unter vier Augen sprechen?&ldquo;<br />
Dennis zog erstaunt die Augenbrauen hoch. In diesem Moment betrat der Bürgermeister den Saal und die gesamte Aufmerksamkeit galt seiner Rede. Wie jedes Jahr fast dasselbe, die Dauergäste wussten es inzwischen, doch was sollte er auch sagen. Im Anschluss ging Dennis tatsächlich mit dem Herrn vom Naturschutz vor die Tür.<br />
Der äußerte sein aufrichtiges Bedauern über den Vorfall mit der Anzeige und meinte er würde umgehend veranlassen, dass diese zurückgezogen werde. Entschieden schüttelte Dennis den Kopf, mochte das künstliche Gehabe des Mannes sowieso nicht.<br />
&bdquo;Wissen sie, ich bin im Prinzip sehr positiv dem Naturschutz gegenüber eingestellt. Das muss meiner Meinung nach einfach sein. Aber in diesem Fall fand ich es mehr als übertrieben. Auch wenn Erdwespen eine seltene Art sind und was weiß ich sich noch alles auf dem Gelände tummelte. Alleine der Schaden, welcher durch die Ratten entstand, rechtfertigt für mich das schnelle Beseitigen und Bebauen. Zudem hatten sie genügend Zeit um die geschützten Tiere umzusiedeln. Soviel ich hörte wurde mehrere Tage nichts unternommen, nachdem ihre Mitarbeiter anfangs flüchteten, beziehungsweise ging das Erdbauunternehmen davon aus, das Gelände wäre frei. Nach meinen Informationen hielten die Arbeiter dieser Firma sogar Ausschau nach seltenen Tieren, konnten allerdings nichts entdecken.<br />
Was die Anzeige anbelangt habe ich eine andere Meinung. Vermutlich wissen nicht nur sie in ihrer Organisation darüber Bescheid wer welche Summe spendet. Und wenn meine Spendengelder dazu benutzt werden um mich anzuzeigen damit ich angeklagt werde und eine Strafe bezahlen muss, dann dürfen sie mir nicht böse sein, wenn ich zukünftig andere Projekte und Organisationen unterstütze. Warum kommt niemand zu mir um zuvor darüber zu reden? Vor Weihnachten tauchte eine Frau auf, die offenbar meinte mich mit einem kurzen Rock, einer offenen Bluse und schönen Augen dazu bewegen zu können kräftig in die Tasche zu greifen. Aber das, was ich ihrer Dame sagte gilt. Und ich werde nicht davon abweichen.&ldquo;<br />
Als die beiden den Saal betraten erkannten die Wartenden, dieses Gespräch schien für den Bittsteller nicht so erfolgreich, eher wenig erfreulich gewesen zu sein. Hubert und der Stadtbaumeister freuten sich innerlich. Keine gute Idee um mit Herrn Wezer in den &bdquo;infight&ldquo; zu gehen verstanden einige der Weiteren. Der Präsident des Eishockeyvereines wagte es dann doch, Herrn Wezer in Gegenwart aller anderen vorsichtig anzusprechen, ob in diesem Jahr die Mittel für Werbung und Sponsoring erneut gekürzt wären. Ein erstaunter Blick von Dennis.<br />
&bdquo;Was heißt hier gekürzt? Unser Werbe- und Sponsoringbudget ist in jedem Jahr gleich und hängt vom Umsatz und Gewinn ab. Aber wenn verschiedene Partner, die gewöhnlich von uns bedacht werden, nicht von sich aus auf uns zukommen und danach fragen, wird es eben eingespart oder anderweitig verbraten. Ja glauben sie am Ende gar wir sollen auf die entsprechenden Stellen zugehen und fragen ob wir sie finanziell unterstützen dürfen?&ldquo;, fragte er nahezu empört in die Runde.<br />
&bdquo;Natürlich ist im vergangenen Jahr nicht so viel abgerufen worden wie im Jahr zuvor. Da blieb einiges auf diesem Konto. Daher haben wir das Geld zum Jahresende hin anderweitig verwendet und für dieses Jahr eine Neuverteilung noch nicht festgelegt, sind gerade am überlegen, ob gerade dieser Topf der Sportförderung nicht wesentlich geringer bestückt wird. Dafür könnte beispielsweise mehr für soziale Zwecke gespendet werden.&ldquo;<br />
Ein Alarmsignal für fast alle Umstehenden, denen anzusehen war wie sehr sie diese Aussage schockierte.<br />
&bdquo;Aber&hellip;Herr Wezer! Sie sind doch letztes Jahr um diese Zeit noch krank gewesen&ldquo;, sagte einer entsetzt.<br />
Dennis grinste. &bdquo;Ich war genauso hier beim Neujahrsempfang, bin allerdings aus diesem Grund früher gegangen. Doch warum ist diese Veranstaltung der einzige Zeitpunkt um mich nach Unterstützung zu fragen? Wenn ich nicht in der Firma bin gibt es entsprechende Personen die sich darum kümmern. Neben mir und meiner Frau hat die Firma Wezer Prokuristen und Personal, welches hierfür zuständig ist.&ldquo;<br />
Die Herren sahen einander an. Plötzlich entstand unter ihnen eine Diskussion über die Bedeutung ihrer Sportarten, Fernsehgelder und Personalkosten der Vereine, die Wichtigkeit von Sponsorengeldern. Eine Gelegenheit für den Landrat mit Dennis zu reden.<br />
&bdquo;Sind sie eigentlich in die Vorgänge der Gemeinde involviert?&ldquo;, fragte er ihn.<br />
&bdquo;Nein, bin ich nicht! Ich weiß nur, dass ihr Statthalter, Herr Scharf, unbedingt mit mir reden will. Aber er hat die Eigenschaft immer dann anzurufen, wenn es wirklich am ungünstigsten ist. Einmal kurzfristig vor Weihnachten, zu einem Zeitpunkt zu dem ich bereits beruflich abgeschaltet hatte und mich gedanklich in den Weihnachtsferien befand und am ersten Tag nach unserer Rückkehr, als ich gerade einmal wenige Minuten hinter meinem Schreibtisch saß und andere Dinge im Kopf hatte als die Gemeinde.<br />
Ich habe ihn an meine Sekretärin verwiesen, die ihm vermutlich einen Termin gab. Aber diesen entdeckte ich bisher noch nicht in meinem elektronischen Terminkalender. Haben sie eine Ahnung was er von mir will?&ldquo;<br />
Der Landrat zuckte mit den Schultern.<br />
&bdquo;Es geht vermutlich um die Bürgermeisterwahlen. Da sind sie im Rathaus gerade dabei einiges vorzubereiten und darüber möchte er wahrscheinlich mit ihnen reden. Obwohl er mir ausdrücklich mitteilte, er werde sich nicht einmischen und ansonsten nach den Wahlen zwar einen neuen Bürgermeister anlernen, doch im Anschluss nicht mehr zur Verfügung stehen. Jedes Mal, wenn er auf das Dorf kommt, befindet diese Kommune sich tiefer im Schlamassel.<br />
Scharf selber hat ein gewisses Konzept erarbeitet, das er dem neuen Bürgermeister ans Herz legen will. Aber es gibt einige Lücken in der Finanzierung, wo er beim besten Willen nicht weiß wie er sie schließen kann.&ldquo;<br />
&bdquo;Das bedeutet er will mich nach meiner Meinung fragen. Wenn alles passt und ich zustimme, soll vermutlich im Anschluss eine kräftige finanzielle Spritze oder ein günstiges Darlehen von meiner Seite aus fließen, welche die Gemeinde vor der Pleite bewahrt. Und welche Sicherheiten bietet die Gemeinde?&ldquo;<br />
Der Landrat lächelte. &bdquo;Welche Sicherheit kann ihnen ein nackter Mann bieten, der vor ihrer Türe steht und etwas von ihnen verlangt?&ldquo;<br />
&bdquo;Vielleicht ein paar Felder und Waldstücke. Oder die Beteiligung der Gemeinde an der Bahnstrecke. Die dringendsten Arbeiten sind doch auf diese Haltestelle bezogen, soviel ich weiß. Überdachungen, Sitzplätze und ein Parkplatz.&ldquo;<br />
Der Landrat schluckte. Das Tafelsilber der Gemeinde. Besonders die Bahn bezahlte keinen schlechten Obolus, wenn alles lief. Dennis Wezer kannte sich offenbar aus. Keine Zusage ohne Gegenleistung. Doch auch einer dieser geldgeilen Unternehmer, welcher nichts umsonst macht, dachte er sich.<br />
&bdquo;Das müssen sie mit der Gemeinde selber ausmachen. Ich fragte mich nur ob es für sie nicht möglich wäre, finanziell den Bürgern dort etwas unter die Arme zu greifen.&ldquo;<br />
&bdquo;Was passiert eigentlich, wenn eine Gemeinde Pleite geht?&ldquo;, fragte Dennis plötzlich. &bdquo;Gibt es in dem Fall auch einen Konkurs mit einem anschließenden Insolvenzverfahren?&ldquo;<br />
&bdquo;Das ganz sicher nicht. Eine Kommune kann nicht Pleite gehen. Wenn sie zahlungsunfähig ist, wird sie unter Zwangsverwaltung gestellt und dabei geprüft was machbar ist. Die Kommunalaufsicht des Landkreises übernimmt dann die Kontrolle. Investitionen sind nicht mehr möglich. Das würde sogar die Sanierung der Infrastruktur betreffen, auch die Entwässerungsanlagen, einschließlich Aus- oder Neubau der Kläranlage. Dazu heißt es sparen, sparen, sparen, geschaut was an Vermögen zu Geld gemacht werden kann. Absehbar werden zusätzlich Steuern und Abgaben entsprechend erhöht.&ldquo;<br />
&bdquo;Und wie sieht es mit der Haftung bei den Verantwortlichen aus? Die kommen am Ende fast ungeschoren davon! Siehe Gugginger.&ldquo;<br />
&bdquo;So einfach ist es auch wieder nicht. Die müssen schon bis zu einem gewissen Punkt dafür gerade stehen. Im Fall Gugginger ist jedoch nichts zu holen, das ist bereits länger abgeklärt. Und das Gericht hat einfach so entschieden ihr eine Bewährungsstrafe aufzubrummen, welche durch die Verurteilung in ihrem Fall jedoch aufgehoben wurde und nun als Haftstrafe vollstreckt wird.&ldquo;<br />
&bdquo;Dafür, dass sie Geld unterschlug, kam die für meine Begriffe sehr, sehr billig davon. In der Regel wird in unserem Land ein Eigentumsdelikt schwerer bestraft wie die Unversehrtheit eines Menschen. Wenn jemand einen anderen schlägt, der dabei unglücklich stürzt und stirbt, ist das Körperverletzung mit Todesfolge, hat oft nur eine Bewährungsstrafe zur Folge, während bei Steuerhinterziehung sofort meist eine fixe Haftstrafe erfolgt. Im Fall von Gugginger war es die Beteiligung an einem vorsätzlichen Mordversuch. Und wie sieht es eigentlich beim Rotbauer aus?&ldquo;<br />
&bdquo;Nun, der hat nicht so viel Schaden angerichtet wie seine Vorgängerin. Dem muss das Fehlverhalten erst nachgewiesen werden und ich denke schon, dass er in einem gewissen finanziellen Rahmen zur Rechenschaft gezogen werden kann und zahlen muss.&ldquo;<br />
Dennis schüttelte den Kopf. Wie so oft, die Allgemeinheit musste bezahlen wenn Führungspersonen Mist bauten und denen passierte, wie im Fall Gugginger, fast nichts.<br />
Der Bürgermeister persönlich trat hinzu, entschuldigte sich dafür Herrn Wezer kurz entführen zu müssen, bat ihn um ein kurzes Gespräch. Es gab, von der Opposition im Rathaus hochstilisiert, einen erneuten &bdquo;Schandfleck&ldquo; in der Innenstadt. Ein Gebäude, welches leer stand und dringend saniert werden musste. Im Besitz der Stadt, brachte diese aktuell nicht das Geld dafür auf, dazu gab es Streit im Stadtrat wegen der zukünftigen Nutzung. Einem Verkauf stimmten zwar alle Stadträte zu, jedoch aus einer Ecke kamen Vorbehalte gegen die CaDeWe. Die würden bald die ganze Innenstadt beherrschen, behauptete eine Frau, von der er sogar den Namen erfuhr. Stadträtin einer Partei welche dem Naturschutz nahestand.<br />
Dennis entlockte diese ehrliche Aussage ein leichtes Schmunzeln. In mancher Hinsicht ließ er gerne auch mal sein Geld spielen und hegte Rachegedanken. Kurt Knaus berichtete ihm erst vor einigen Tagen, dass unmittelbar neben einem Gebäude, welches ihm gehörte, ein weiteres verkauft werden sollte. Es beherbergte unter anderem auf zwei Etagen ausgerechnet diese Partei, die er überhaupt nicht mochte, daneben das Büro der Naturschützer.<br />
Wenig Interesse zeigte er im Gespräch mit seinem &bdquo;Verwalter&ldquo; daran. Jetzt wollte er Kurt bitten genaue Erkundigungen einzuziehen was die Belegung und die Mieteinnahmen anbelangte. Das Einzige was er wusste &ndash; die Heizungsanlage musste sehr dringend erneuert werden. Zwei Mieter befanden sich also dort, die nicht unbedingt die beste Meinung von Dennis Wezer besaßen. Kaufen und die Mieten gleich mal kräftig erhöhen dachte er bei den Worten des Stadtoberhauptes. Für die alte Bruchbude zeigte er dadurch genauso Interesse. Er bat Hubert gleich mal mit dem anwesenden Stadtbaumeister einen gemeinsamen Termin zur Besichtigung zu vereinbaren, ihm den Wert mitzuteilen und dabei am besten von Kurt Knaus eine Analyse erstellen zu lassen, ihm einen Vorschlag zu erstellen. Zufriedenheit beim Bürgermeister. Alles lief wie von ihm gewünscht.<br />
Die Zeit verstrich wie immer sehr schnell. Dennis fand seine Frau in angeregter Unterhaltung mit Teresa Klein und einigen weiteren Frauen. Auf dem Nachhauseweg erzählte sie ihm von den Sorgen der Architektin wegen Vroni. Hedda fiel ihm ein. Aber das wollte er der jungen Frau nicht antun, denn er sah sie genauso mit Ossi Hofr zusammen und stellte fest, sie machte einen sehr gelösten und glücklichen Eindruck.<br />
Dennis wurde kurz darauf außerhalb von Wezer wieder gefordert. Robert Katzer wollte mit ihm reden. Ein längeres Gespräch konnte es werden, ließ er über Linda ausrichten. Heike Müller informierte ihn dass dieser Herr Scharf erneut angerufen hatte und fragte ob der Termin in Ordnung ginge. Er wollte in die Firma kommen. Gerade dieser Aspekt erstaunte Dennis. Daneben erhielt er einen Anruf von Ben. Frau Veronika Ritter fragte nach, wann sie ihn persönlich sprechen konnte. Es ginge nicht um geschäftliche Fragen, teilte sie Ben mit, der natürlich fragte ob er ihr helfen könne.<br />
Fortsetzung folgt<br />
&nbsp;</p>
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		<title>Diamantensuche in Afrika</title>
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		<pubDate>Sat, 25 Apr 2026 05:11:28 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Diamantensuche in Afrika</p>
<p>Es war in den 1920 er Jahren. Das britische Empire hatte seinen Einflussbereich in Rhodesien gefestigt. Firmen plünderten das afrikanische Land regelrecht aus. Dieser Teil der britischen Kronkolonie in Afrika war vermeintlich reich an Bodenschätzen und so siedelte Sir Arthur mit seiner ganzen Familie nach Afrika über. Auch ihn hatte die Schatzgräberstimmung erfasst, obwohl er selber aus betuchtem Hause kam und eigentlich das Familienunternehmen übernehmen sollte.<br />
Während Sir Arthur und Cassandra die Überfahrt genossen, plagte seine Frau Agatha eine üble Seekrankheit. Tagelang betrat sie nicht einmal das Deck und auch an Essen dachte sie nicht. Cassandra hingegen untersuchte das ganze Schiff.<br />
Wie Kinder so waren, betrat sie Bereiche, die den Besuchern so nicht angedacht waren. Das kleine blonde Mädchen erschrak zu Tode als plötzlich ein großer tiefschwarzer Mann vor ihr stand.<br />
Er sah die Angst in den Augen des Mädchen und kniete sich vor sie hin um weniger bedrohlich zu wirken. Sie war nicht das erste Kind, welches sich hier herunter verirrte aber sie war die erste, die nicht gleich schreiend davonrannte. Noch schaute sie ihn abwartend an, doch als er sie anlächelte und sie seine weißen Zähne blitzen sah, veränderte sich ihr Gesichtsausdruck.<br />
Die Kleine schaute sich diesen fremden Mann plötzlich mit neugierigen Augen an. Ihre kleinen schneeweißen Finger berührten seinen Arm und rieben als könne sie ihm die Farbe oder den Schmutz davon abwischen.<br />
Sicher bekam sie schwarze Hände, da er der Heizer war aber das schwarze seiner Haut blieb. Er griff neben sich in ein Regal, nahm einen Lappen und reichte ihn ihr. Der Lappen war auch nicht mehr ganz sauber aber den schlimmsten Dreck nahm er dennoch von ihren Fingern.<br />
„Mngobo“ rief es aus dem großen Kesselraum hinter ihm und er schaute kurz zurück. Er winkte mit seiner Hand und verabschiedete sich so von der kleinen Cassandra. Ein erstes Lächeln huschte über ihr Gesicht und ihre Hand winkte nun auch ihm.<br />
Die Tür ging hinter ihm zu und eine warme Wand aus stickiger Luft schlug Cassandra kurz entgegen. Sie drehte sich um und stieg wieder die Treppe hinauf in den Passagierbereich.<br />
Cassandra eilte zu ihrer Mutter und erzählte von ihrer Begegnung. Völlig aufgelöst berichtete sie ihr von dem ersten schwarzen Mann, den sie je gesehen hatte. Agatha war trotz ihres eigenen Zustandes unheimlich besorgt. „Du gehst da nicht wieder runter. Das sind alle Wilde.“ nahm sie ihre Tochter ins Gericht. Allerdings blieb Agathas Tonfall ungewohnt ruhig dabei. Cassandra aber deutete ihre ruhige Art total falsch. Agatha war kurz davor sich erneut zu übergeben und Cassandra deutete ihre ruhige Art als nicht wirklich ernst gemeintes Schimpfen.<br />
Schon am nächsten Tag stand Cassandra wieder vor dieser Tür, an der sie gestern Mngobo begegnet war. Langsam schob sie die schwere Eisentür auf und blickte vorsichtig hinein. Unheimliche Hitze schlug ihr entgegen aber ihre Neugier trieb sie weiter. Sie stand auf einem Eisenpodest und schaute in den riesigen Maschinenraum. Sie sah die Kessel lodern und vier schwarze Männer, die im Rhythmus Kohle in den gefräßigen Schlund schaufelten.<br />
Cassandra erkannte den Mann von gestern sofort.<br />
Mutig stieg sie die Eisenstiege hinunter. In ihrer Hand hielt sie die Eisgekühlte Limonade, die sie extra für Mngobo mitgebracht hatte. Er sah gestern so verschwitzt aus, dass sie sich dachte, er könne eine Erfrischung gebrauchen.<br />
Die Männer hielten mit ihrer Arbeit inne und schauten das kleine Mädchen verwundert an.<br />
„Guten Tag Mr. Mngobo ich habe ihnen eine Limonade mitgebracht. Ich dachte sie haben vielleicht Durst.“<br />
Cassandra wirkte wieder ein wenig eingeschüchtert aber als sie die 4 Männer lachen sah und seine 3 Freunde Mngobo zu ihr vorschoben, entspannte sie sich schnell.<br />
„Entschuldigung meine Herren“ wandte sich Cassandra nun an die anderen, die sich gerade wieder ihrer Arbeit zuwenden wollten. „Ich wusste nicht, dass sie zu viert sind, dann hätte ich noch 3 Flaschen mehr mitgebracht.“<br />
„Das ist schon in Ordnung Missy. Wir werden uns diese hier einfach teilen.“<br />
Mngobos Worte ließen Cassandra strahlen und die Männer nahmen ihr freundliche Nicken, dankend auf.<br />
Mngobo und seine Freunde hatten noch nie eisgekühlte Limonade getrunken. Cassandra war beeindruckt wie gleich sie die Flasche unter sich aufteilten. Mngobo war als letztes dran, während die ersten Zwei schon wieder Kohle in die Flammen schaufelten.<br />
„Vorsicht Missy“ Mngobos starke Hand hielt Cassandra zurück. Sie war aus Neugier fast zu nah an die Kesselöffnung getreten.<br />
Cassandra sah Mngobos Schaufel daliegen und griff danach. Sie war ganz schön schwer und sie konnte sie mit den 5 Kohlen darauf kaum anheben, während die anderen Männer ihre bis oben hin vollgepackt hatten. Cassandra versuchte wie sie, die Kohlen mit Schwung in die riesige Öffnung zu bekommen aber so richtig klappte das nicht. Mngobo griff mit an den Stiel und gemeinsam schafften sie es und ihre Kohlen wurden von dem feurigen Schlund verschluckt. Cassandra war stolz auf sich. Sie sah auch den Stolz in den Gesichtern der Männer, die so etwas sicher noch nie erlebt hatten.<br />
Cassandra war so unheimlich heiß geworden, dass ihr der Schweiß in Strömen lief. Sie hatte sogar einen großen schwarzen Schmierer auf ihrer Stirn, vom Versuch sich den Schweiß abzuwischen.<br />
„Danke für die Hilfe“ machte Mngobo mit strahlendem Gesicht, nahm ihr die Schaufel aus der Hand und reichte ihr die leere Limo Flasche.<br />
Heute winkten ihr 4 lachende schwarze Männer als sie sich verabschiedete.<br />
Fortan kam Cassandra jeden Tag mit 4 Flaschen kalter Limonade und während die Männer tranken, schaufelte sie Kohle. Mngobo hatte ihr extra eine kleine Schaufel besorgt und es war schon so, dass die Männer auf sie warteten.<br />
Ihr Vater hatte mit seinen Geschäftspartnern zu tun und bemerkte nicht was Cassandra so trieb. Agatha hingegen war noch immer mit sich beschäftigt aber sie dachte Cassandra würde sich immer beim Spielen so schmutzig machen.<br />
Cassandra kam ein letztes Mal in den Kesselraum und sie verabschiedeten sich wie gute Freunde. Morgen früh würden sie Kapstadt erreichen. Sie waren jetzt fast 3 Wochen unterwegs gewesen. Es war fast als müsse Mngobo sich sogar eine kleine Träne verkneifen. Er nahm Cassandra in die Arme und wünschte ihr Glück und ein langes Leben.<br />
Das Schiff legte an und Agatha kniete sich, obwohl das nicht Ladylike war auf den Boden und dankte Gott für festen Untergrund.<br />
Alles war so aufregend. Cassandra war von dem vielen Neuen angetan. Arthur Conely allerdings wusste aus Erzählungen, dass man die trügerische Schönheit nicht unterschätzen durfte. Sie verbrachten die Nacht in einem Hotel. Endlich schwankte das Bett nicht mehr und alle erfreuten sich an Agathas neu gefundenen Hunger. Gefühlt hatte sie 10 Kilo Gewicht auf dieser Schiffsreise verloren. Zum Glück hatte Agatha einiges zum Zusetzen. Es waren schöne weibliche Rundungen übriggeblieben, was auch Sir Arthur wohlwollend zur Kenntnis nahm als sie des Abends zu Bett gingen.<br />
Seine Männlichkeit meldete sich. Nach knapp 3 Wochen, in denen seine Frau zu nichts zu gebrauchen war, hatte sich auch bei ihm ein mächtiger Druck aufgebaut. Da aber Cassandra ebenfalls in ihrem Hotelzimmer schlief, musste er notgedrungen weiterhin enthaltsam bleiben.<br />
Die mehrtägige Zugfahrt setzte ihnen noch zusätzlich zu. Die Stimmung war inzwischen recht angespannt. Einzig Cassandra nahm die vielen neuen Eindrücke mit Staunen wahr. Sie konnte auch nicht verstehen, warum sie in einem recht bequemen Zugabteil mit anderen Weißen Platz gefunden hatten und die Einheimischen auf die offenen Wagen am Ende des Zuges sprangen.<br />
Sir Arthur erklärte ihr, dass sie etwas ganz Besonderes wären und sie sich nicht mit den Einheimischen einlassen sollte. Die wären nur zum Arbeiten gut. Cassandra als 7-jähriges Kind verstand die ganze Sache nicht wirklich. Sicher hatten sie in England auch Bedienstete aber selbst die wurden nicht so behandelt.<br />
Allerdings war sie von der Schönheit dieses Landes total begeistert. Sie reisten durch karge Landschaften und wenig später grünte und blühte es überall. Tiere, die sie aus dem Londoner Zoo kannte, begegneten ihr hier in freier Wildbahn. Die Löwen die das Dampfross nur von Weitem abschätzig beobachteten, wirkten hier viel größer und Majestätischer. Dann waren da auch noch einige Giraffen mit ihren Jungen. Sie wirkte irgendwie staksig als die Flucht antraten.<br />
„Vor denen musst du dich vorsehen“ erklärte ihr ein älterer Herr, der das begeisterte Mädchen beobachtet hatte und zeigte in Richtung Fluss. „Die sind gefährlicher als alle anderen Tiere.“<br />
So sahen die schwergewichtigen Riesen gar nicht aus. Cassandra zuckte zusammen als gerade in diesem Moment ein Flusspferd emporschnellte und sein Maul weit aufriss. Der alte Mann nickte bloß als Cassandra ihn nun wissend anschaute.<br />
Berge lösten die flache Landschaft ab, in denen eigenartigen Dörfern angesiedelt waren. Sie merkte gar nicht als sie die Grenze zu Südrhodesien überquerten und sie sich ihrem Ziel näherten.<br />
Agatha war sicher die Einzige, die dieser Reise nichts abgewinnen konnte. Ihre Skepsis zu seinem Vorhaben nach Afrika zu gehen, hatte sie Sir Arthur zwar mitgeteilt aber als brave Ehefrau, tat sie was ihr Mann beschloss.<br />
Sie war deutlich gezeichnet von der Reise. Erst die schreckliche Schiffspassage und jetzt noch eine Zugreise die sich endlos hinzog. Trotz des ständigen Gerüttel hatte sie sich wieder ein wenig erholt. Das monotone klack klack der Schienen ließ sie die meiste Zeit schlafen. Glücklicherweise war das Essen angenehm und sie behielt es sogar bei sich. Ihre Kräfte kehrten langsam zurück, denn die brauchte sie noch für die Aufgaben, die auf sie warteten.<br />
Arthur fiel dem fremden Mann sofort in die Arme. Sie standen auf dem Bahnsteig und auch Agatha umarmte ihn freundlich. Der Mann schaute Cassandra freundlich an und reichte ihr seine Hand. „Hallo junge Dame. Wir kennen uns noch nicht. Ich bin dein Onkel William.“<br />
Zaghaft legte sie ihre Hand in seine. Er war braun gebrannt und seine Hand wirkte rau und grob, obwohl er ganz vorsichtig war als er ihr die Hand schüttelte.<br />
Onkel William winkte zwei Helfer heran und wies sie auf einer fremden Sprache an, die Koffer zu holen und in die Autos zu laden.<br />
Gemeinsam verließen sie den Bahnhof, der mit nichts in England zu vergleichen war. Das kleine Gebäude sah schäbig aus und außer den Gleisen erinnerte hier nichts an einen Bahnhof.<br />
Cassandra wollte dem schwarzen Fahrer, der ihr die Wagentür aufhielt, die Hand geben und ihn begrüßen aber ihr Vater riss ihre Hand weg. „Steig ein“ befahl er etwas unwirsch. „Ich habe dir doch gesagt, lass dich nicht mit ihnen ein.“<br />
So angespannt hatte sie ihren Vater selten erlebt. Es wirkte als wäre er ein anderer Mensch, seit sie hier waren. Cassandra beobachtete alles ganz genau. Sie nahm auch wahr, dass ihr Onkel, den sie gerade erst kennengelernt hatte, mit dem Kopf schüttelte.<br />
„Komm lass die Damen alleine fahren. Du steigst bei mir ein.“<br />
Sir Arthur schaute zwar etwas verwirrt aber stieg zu seinem Bruder, der sich selber ans Steuer setzte.<br />
Die 2 Kofferträger gehörten auch zu ihm und nach ein paar Anweisungen in der Sprache, die Cassandra nicht verstand, schlossen sie nach den Damen die Tür und nahmen vorne Platz. Schon setzte sich ihr Tross in Bewegung.<br />
Agatha nahm ihre Tochter in die Arme. Sie machte sich Sorgen um ihre Zukunft. Auch war sie die Ängstlichere und war ein wenig entsetzt, dass ihr Mann, sie und ihre Tochter so einfach in die Hände dieser zwei Wilden gab.<br />
Das Auto folgte dem von Onkel William. Allerdings hielten sie einigen Abstand. Die Piste auf der sie fuhren war staubig und schlecht befestigt.<br />
„Was ist mit dir los?“ nutzte William die Gelegenheit und wies seinen kleinen Bruder zurecht. Ihm war das ruppige Benehmen seiner Tochter gegenüber aufgefallen.<br />
„Entschuldige,“ antwortete dieser „die Überfahrt war anstrengend. Agatha ist die ganze Zeit nicht aus der Kabine gekommen.“<br />
William schmunzelte „Du Lüstling.“<br />
Arthur schaute ihn verwirrt an und verstand erst jetzt. „Nein eher das Gegenteil. Sie war die ganze Zeit Seekrank und als wir wieder an Land waren, war Cassandra immer dabei und bei meinem Glück ist sie seit gestern auch noch unpässlich.“<br />
„Deine Frau ist in den letzten 10 Jahren eine Schönheit geworden. Die paar Pfunde weniger stehen ihr außerordentlich gut aber wenn du Druck abbauen willst, kann ich dir behilflich sein.“<br />
Arthur winkte ab. Er hatte nicht wirklich verstanden was William meinte aber es schmeichelte seinem Ego, dass sein großer Bruder, seine Frau für eine Schönheit hielt.<br />
Dieses Land war so ganz anders als dieses zum Teil verregnete aber immer grüne England. Wilde Tiere standen einfach so an der Straße und schauten sie, in ihren Autos an als wären sie die Eindringlinge in ihrem Revier.<br />
Sie fuhren gerade durch ein großes hölzernes Tor, das die Einfahrt zu einer Farm darstellte.<br />
William war schon über 10 Jahre in Afrika und hatte sich hier sein Reich aufgebaut. Zu Agathas und Cassandras Freude züchtete er nicht nur Rinder, sondern auch Pferde.<br />
Agatha war nach der staubigen Landschaft erstaunt, hier so viel Grün vorzufinden. Lang gezogen lag ein schönes gemauertes Haus vor ihnen. Ställe, Hütten, Brunnen, Beete und so vieles mehr begeisterten die Neuankömmlinge, die hier die nächste Zeit zu Hause sein würden. Exotische Blumen säumten die umlaufende Terrasse. In allen Farben schimmerten sie und ließen für diesen Augenblick alle Strapazen der langen Reise vergessen.<br />
William führte seinen Bruder und die beiden Frauen ins Haus und zeigte ihnen alles.<br />
Agatha stieg als letzte die Treppen hinauf. Peinlich berührt senkte sie verschämt den Kopf. Gerade kam ein Stallbursch mit einem Pferd an der Lounge vorbei. Solche Muskeln hatte Agatha noch nie gesehen. Die schwarze Haut glänzte vom Schweiß in der Sonne und seine blitzenden weißen Zähne als er sie grüßte, ließen die ohnehin schon heißen Temperaturen noch ansteigen. In England war es nicht üblich nur mit einer kurzen Hose bekleidet in der Öffentlichkeit herum zu laufen.<br />
Auch wenn Agatha zu Boden schaute, riskierten ihre Augen noch einmal einen Blick. Nicht nur dass sie rot angelief, nein auch ihr Herz schlug plötzlich wild und heftig. Schnell folgte sie den Anderen.<br />
Das Haus war wundervoll. Selbst Cassandra hatte ihr eigenes Zimmer bekommen. Die beiden Burschen hatten inzwischen die Koffer auf die Zimmer gebracht, wo Agatha sofort begann sich häuslich einzurichten.<br />
Sie brauchte eine Ablenkung und da kam ihr dies gerade recht. Immer wieder erschien vor ihrem Auge dieser glänzende Körper.<br />
Cassandra ging inzwischen allein auf Erkundungstour. Onkel William hatte ihr geraten innerhalb des inneren Zaunes zu bleiben, weil es auch Raubtiere gab, die kleine Mädchen fressen würden. Sein Gesicht war dabei äußerst ernst, sodass sie noch nicht wusste ob er sie bloß foppen wollte.<br />
Hier gab es keine weißen Angestellten. Überall traf Cassandra auf Arbeiter und Arbeiterinnen, die das kleine blonde Mädchen argwöhnisch beäugten. Die Ställe waren gigantisch. Hier hatten mindestens 100 Pferde Platz.<br />
Am Rande des Grundstückes standen 5 einfache Lehmhütten mit einem Strohdach. Cassandras Neugier trieb sie natürlich auch dahin. Vorsichtig schob sie die Decke beiseite, die als Tür diente. Die Frau dahinter wirkte äußerst erschrocken. Cassandra lächelte und schaute neugierig, was sie da gerade tat.<br />
Die Frau wirkte eher ängstlich. Weiße Menschen brachten meist nichts Gutes. Cassandra hatte keine Scheu und kniete sich einfach vor die Frau hin. Ihre Furchtlosigkeit war eine bemerkenswerte Eigenschaft, konnte aber in dem ihr unbekannten Terrain auch gefährlich sein.<br />
Die dunkle Frau schaute sie fragend an. Sie war auch verwundert, dass die Kleine so ganz alleine unterwegs war. Cassandra fragte die Frau, was sie da gerade machte aber ihr Englisch war nicht so gut. Mit Händen und Füßen fragte die Cassandra noch einmal und da sah sie es dieses Blitzen, das Alle hatten, wenn sie lachten.<br />
Die Frau griff in die Schüssel, formte einen kleinen Fladen und warf ihn einfach so ins Feuer. Dafür holte sie einen fertig gebackenen aus der Glut. Mit einer Bürste, die eher einem Haarbüschel glich, fegte sie die Asche davon ab. Es roch verführerisch und Cassandras Nase schnüffelte nach dem frisch gebackenen Brot.<br />
Die Frau reichte ihr den Fladen und deutete an, dass sie probieren solle. Cassandra brach sich ein Stück ab und gab ihr den Rest zurück. Selbst diese kleine Geste, die für Cassandra selbstverständlich war, erstaunte die Frau. Sie war es gewohnt, dass sich die Weißen nahmen, was sie in die Finger bekamen. Und nun kam dieses kleine Mädchen und nahm sich nicht mehr als sie brauchte.<br />
Es schien ihr zu schmecken. Lächelnd verfolgte die fremde Frau, wie die Kleine das Stück Brot verzehrte. Bald musste sie sich aber verabschieden. Selten hatte sie ein so freundliches Gesicht gesehen als die Kleine winkend von dannen zog.<br />
Schon am nächsten Tag war Cassandra wieder bei ihr und legte ein kleines Körbchen mit Äpfeln vor ihre Hütte. Während Cassandra schnell Kontakt zu den einheimischen Arbeitern fand, tat sich ihre Mutter recht schwer, sich einzugewöhnen.<br />
Sir Arthur hingegen stürzte sich in seine Arbeit. Als Anteileigner der Mineral Company war er nach Afrika gekommen um die 3 Ertragreichsten Minen, noch ertragreicher zu machen. Folglich besichtigte er schon am 2. Tag die erste Mine persönlich.<br />
Agatha suchte, nach dem sie sich etwas zurechtfand, ihr Heil im Reiten. William stellte ihr ein Pferd zur Verfügung, welches Agatha einige Tage betreute und herumführte, bevor sie sich traute es zu besteigen.<br />
Sie war viel im Stall und auch wenn sie es selber für unschicklich hielt, schweifte ihr Blick immer wieder zu Simba dem schwarzen Hühnen.<br />
Agatha hatte sich vorgenommen ihren ersten Ausritt zu wagen. Simba zeigte ihr, wo die Sättel hingen und bereitete ihr Pferd vor. Agatha war anscheinend etwas aus der Übung, sodass Simba ihr hilfreich zur Seite stand. Sie musste sich nur noch aufschwingen. Seine kräftige große Hand fasste ihren Hintern und hob sie mit einer sagenhaften Leichtigkeit in den Sitz.<br />
Ein englischer Stallbursche hätte es nie gewagt, einer Lady an ihren Allerwertesten zu fassen, um ihr zu helfen. Erstaunt blickte sie in diese Augen, die immer zu lachen schienen. Sie wusste aber noch immer nicht, ob er sie anlächelte oder sie auslachte.<br />
„Bleiben Miss innerhalb des Zaunes. Draußen können es gefährlich sein. Viele Löwen.“<br />
Seine besorgten Worte schallten wie ein Echo durch ihren Kopf, denn noch immer spürte sie seine kraftvolle Pranke auf ihrer Pobacke.<br />
Der Ritt befreite ihren Geist. Endlich fühlte sie sich wieder frei und für einen kurzen Moment verschwanden all ihre Bedenken.<br />
Agatha suchte nach Simba als sie zurückkam aber er war weit und breit nicht zu sehen. Sie hatte ihren Hengst ganz schön getrieben und er musste abgerieben werden. Sie kannte das aus ihrer Kindheit. Ihr Vater bestand darauf, dass jeder ihrer Geschwister und sie, sich um ihre eigenen Tiere kümmern mussten.<br />
Agatha schaute sich noch einmal um und zog sich ihr gutes Kleid aus. Fein säuberlich legte sie es über das Gatter, bevor sie die Gurte des Sattels löste und das Pferd davon befreite. Agatha schnaufte mächtig als sie den Sattel herunterhob. Umgehend nahm sie sich Stroh und begann den Hengst abzureiben.<br />
Sie war schon fast fertig auf der einen Seite als sie Simbas Stimme hinter sich hörte. „Miss nein, ich machen!“ klang er fast panisch als würde er Ärger bekommen, wenn er es ihr überließe.<br />
„Schon gut“ antwortete Agatha „ich habe das früher auch immer selber gemacht.“<br />
„Nein Miss“ erhob er noch einmal das Wort und während er mit einer Hand voll Stroh über die Haut des Hengstes rieb, hielt er mit der anderen ihre Hand fest. Agatha schaute ihn kampfeslustig an. Dieser Bursche, sei er auch noch so groß, konnte ihr doch nichts verbieten. Sie nahm Stroh in ihre andere Hand und begann damit erneut das Pferd trocken zu reiben.<br />
Noch immer hielt er ihre andere Hand im Griff als ihm bewusstwurde, dass er sie gerade berührte. Seine Hand zuckte erschrocken zurück, doch ihr Lächeln beruhigte ihn. Sollte sie doch, dachte er sich.<br />
Agatha auf der Einen und Simba auf der anderen Seite rieben den Hengst trocken. Sie beäugte ihn genau. Er war fast einen Kopf größer als sie. Im Gegensatz zu ihr konnte er mühelos über den Rücken des Pferdes schauen. Agatha sah wie sich seine Nasenflügel aufbäumten, fast wie die Nüstern des Pferdes. Seine Lippen waren dunkel und wulstig. Verwunderlich, sie wirkten trotz der Härte seiner Arbeit und der Umgebung, weich und sanft. Agatha merkte, dass sie sich vorstellte, wie es wäre, sie zu berühren.<br />
Simba hatte seine Seite viel schneller fertig als sie ihre und kam nun, um ihr zu helfen. Schweißperlen rannen über diesen muskelbepackten Körper und ließen seine Haut in dem Lichtdurchfluteten Stall glänzen.<br />
Agatha hatte seinen ganzen Körper begutachtete und war an der riesigen Beule in seiner Hose hängen geblieben.<br />
Erschrocken schaute sie wieder auf. Allerdings wurde es augenblicklich peinlich als sie merkte, was der Grund dieser heftigen Ausbuchtung war.<br />
Aufgrund der sagenhaften Hitze hatte sie schon am zweiten Tag ihr Korsett ausgelassen. Unbewusst hatte sie sich ihm nun nur in ihrem Miederhemdchen präsentiert, welches von der Hitze und vom Abreiben des Hengstes, durchnässt an ihrem Körper klebte. Sein Blick war auf ihre schönen weichen Vorbauten gerichtet. Der nasse Stoff verbarg nur noch wenig. Selbst ihre dunklen Warzenhöfe leuchteten durch den dünnen nassen Stoff. Aber was Agatha noch mehr Beschämte, waren ihre Brustwarzen die sich ihm hart und lustvoll entgegenstreckten.<br />
Agatha schrak zusammen und hielt ihre Arme bedeckend vor ihren Körper.<br />
„Entschuldigung Miss“ stammelte der verzweifelt klingende Riese.<br />
Ihr war so heiß, wie lange nicht mehr als sie ihr Kleid nahm und sich in einer leeren Buchte anzog und aus dem Stall rannte.<br />
Agatha fiel es schwer ihre Gedanken zu sortieren. Glücklicherweise war Sir Arthur abends von einer Tour mit William zurückgekommen. Er wusste nicht was ihm passierte. Sie waren nun schon über eine Woche hier und Agatha hatte noch nie seine ehelichen Pflichten eingefordert. Nur heute war alles anders. Sie fegte wie ein Wüstensturm über ihn hinweg und verdurstete auf halber Strecke.<br />
Allerdings wusste Agatha bis dato auch nicht, dass William ihn schon am zweiten Tag nach seiner Ankunft zu seinem Freund Richard mitgenommen hatte. Dieser betrieb knapp eine Autostunde entfernt eine Farm.<br />
An diesem besagten Tage, nahm William seinen Bruder beiseite.<br />
„Du brauchst etwas Auslastung hast du gesagt? Ich habe da eine Überraschung für dich.“ Nachdem sie bei Richard angekommen waren und er seinen Bruder ausreichend vorgestellt hatte, überreichte er Richard ein kleines Päckchen. Dieser nickte bloß und William nahm seinen Bruder mit sich. Er kannte den Weg ganz genau. Ein hübsches junges Dienstmädchen kam ihnen entgegen. William zog sie in seine Arme, küsste sie und hob ihren Rock, sodass Arthur ihre nackte Kehrseite begutachten konnte.<br />
„Na wäre sie was für dich?“ Arthur überlegte anscheinend zu lange, deshalb gab er sie mit einem Kuss und einen Klapps auf den Hintern frei.<br />
So zogen sie weiter. Hinter jedem Zimmer verbarg sich eine schwarze Schönheit und auch Arthur fand endlich seine Sprache wieder und den Deckel zu seinem Topf.<br />
Das junge Mädchen war kaum 18 Jahre alt. Für William war sie schon fast zu dürr aber genau das schien Arthur besonders zu gefallen. Allerdings war er auch ein hochnäsiger Egoist wie er im Buche steht. Kaum hatte er ihr den Rock hochgezogen, legte er sie über den Tisch und schon nach wenigen Minuten, war sein wochenlang angestauter Druck weg. Er hatte sich nicht einmal die Zeit genommen diesen schönen jungen Körper zu bewundern. Das Mädchen hatte zierliche kleine spitze Brüste. Sie wirkten fast wie Miniaturzuckerhüte. Hätte er genauer hingesehen, wäre ihm sicher auch nicht, dieses fein gekräuselte Haar auf ihrer Scham entgangen oder dieses zarte rosafarbene Fleisch, das sich hinter ihren dunklen Schamlippen verbarg. Es war traurig aber all das entging Arthur.<br />
Richard führte kein Bordell, nein er stellte seine Hausangestellten gegen einen kleinen Obolus zur Verfügung.<br />
Arthur nahm diesen Dienst fortan regelmäßig in Anspruch. So war es auch nicht verwunderlich, dass Agatha als sie ihn am dringendsten brauchte nur heiße Luft und Frustration erntete.<br />
Cassandra war inzwischen ein gern gesehener Gast in der Hütte. Sie hatte inzwischen Chaka ihren Mann kennengelernt. Es war erstaunlich wie schnell Cassandra die Sprache lernte und im Gegenzug auch Suris englisch verfeinerte.<br />
Die ausländischen Damen der hiesigen Gesellschaft trafen sich einmal die Woche zu einem kleinen Plausch. Nach gut einem Monat erhielt Agatha ebenfalls ihre erste Einladung. Die Einsamkeit machte ihr zu schaffen. Sämtliche Aufgaben übernahmen die Bediensteten, die aber zum Großteil ihre Sprache nur mäßig konnten, weshalb eine Kommunikation fast unmöglich war. Von den Standesunterschieden mal abgesehen.<br />
Agatha fand sich nach anfänglichen Schwierigkeiten schnell zurecht. Die Frauen allen Alters waren mit den gleichen Problemen belastet wie sie.<br />
Kathi einer der etwas älteren Damen brachte die Sache auf den Punkt. Dass sie kein Blatt vor den Mund nahm schockierte Agatha zu nächst zwar aber in ihren Erzählungen erkannte sie sich wieder.<br />
„Die Kinder waren im Internat und mein Mann fast ständig auf Geschäftsreise“ erzählte sie „und immer nur selber Hand anzulegen, war mir irgendwann nicht mehr genug.“<br />
Agatha leuchtete bei ihren Worten wie eine Tomate, was Kathi belustigte und dazu bewog, der Sache noch die Krone aufzusetzen.<br />
„Ich habe mir dann einen der schwarzen Burschen genommen. Oh man meine Kleine,“ sprach sie jetzt explizit Agatha an „der war vielleicht ordentlich gebaut.“<br />
Agatha schossen augenblicklich die Bilder aus dem Stall in den Sinn, wo sie fasziniert Simbas Beule unter dem Stoff fixiert hatte. Damals glaubte sie noch, so „Große“ würde es nicht geben aber als Kathi nun auch noch mit ihren Händen eine so unglaubliche Größe aufzeigte, schoss Agatha das Blut in alle Regionen ihres Körpers. An diesen Abenden wurde auch oft ein Gläschen Cherry zu viel genippt oder was noch tödlicher war, sie brachte den Schnaps der Einheimischen mit. Diese Abende wurden dann besonders lustig aber am Morgen danach, wollte man lieber sterben.<br />
Kathi hatte ihr auch dazu geraten ein Kindermädchen einzustellen. Für eine Siebenjährige gäbe das viel mehr Sicherheit, denn die Einheimischen kannten die Tiere, die gefährlich waren und es würde auch für Agatha mehr Freiheit bedeuten.<br />
Sir Arthur war sofort begeistert von der Idee als Agatha das bei ihm ansprach.<br />
Cassandra wurde dazu geholt und auch sie war der Sache nicht abgeneigt, würde es ihre Aktivitäten doch auf einen größeren Umkreis ausweiten.<br />
Zu guter Letzt wurde sogar Onkel William eingeweiht. Er kannte die Leute hier am besten und hatte vielleicht eine Idee, wer geeignet sein könnte.<br />
Als Cassandra Suri ins Spiel brachte waren alle verblüfft und schauten William fragend an. Sie war die Frau eines seiner Feldarbeiter, der als friedlich und zuverlässig galt.<br />
„Nun gut,“ sprach Arthur „wir werden morgen mit ihr sprechen und sehen ob sie für die Stelle geeignet ist.“<br />
Aber da stand Cassandra schon in der Tür und rief „Ich frag sie gleich.“ und war augenblicklich schon verschwunden. Wenige Minuten später kam sie mit Suri an der Hand zurück ins Haupthaus. Suri hatte Cassandras Redeschwall kaum folgen können. Als sie, die völlig Verdutzte an der Hand hinter sich herzog.<br />
Mit gesenktem Kopf stand sie vor den Herrschaften und jetzt war es Agatha die auf sie zuschritt und mit ihrer Hand das Kinn anhob, damit sie ihr ins Gesicht schauen konnte. Suri hatte so warme und liebevolle Augen, dass Agatha ihr wenig Schlechtes zutraute und begann sie ins Bild zu setzen.<br />
„Wir suchen für Cassandra ein Kindermädchen.“ Ein Begriff den Suri noch nie gehört hatte und sie konnte sich auch nichts darunter vorstellen. Im Dorf wurden die Kinder von der Gemeinschaft erzogen. An ihrem Gesichtsausdruck erkannte Agatha schnell, dass sie nicht wusste, was gemeint war.<br />
„Wir würden dich dafür bezahlen, dass du auf Cassandra aufpasst, mit ihr spielst und mit ihr lernst. Wir wollen wissen, dass sie in guten Händen ist, wenn wir unterwegs sind.“ Damit zeigte sie auf sich, Sir Arthur und auch William.<br />
Cassandra strahlte sie schon an und nickte eifrig mit dem Kopf. Nun kam auch Suri ein Lächeln ins Gesicht und als die Kleine sie umarmte und Suri schützend ihre Hände auf ihren Kopf legte, wusste auch Agatha, dass Suri die beste Wahl war.<br />
Die Beiden hatten sich sowieso schon angefreundet und Cassandra war so oft bei Suri, dass es nur noch ein Bonus war, dafür auch noch bezahlt zu werden.<br />
So verging die Zeit. Arthur war ständig unterwegs und Agatha suchte ihr Heil auf dem Rücken der Pferde. Obwohl ihr die anderen Frauen zu einer Affaire rieten, konnte sie sich nicht dazu durchringen, ihren Mann zu betrügen. Er hingegen hatte weniger Skrupel bewiesen und lebte sich nach Gut Dünken aus.<br />
Suri war nun schon fast ein Jahr Cassandras Kindermädchen und mit ihren 28 Jahren war sie ihr mehr eine große Schwester. Agatha unterrichtete Cassandra vormittags und diese gab ihr Wissen nachmittags an Suri weiter, die inzwischen gut englisch sprach und auch schon etwas schreiben konnte. Im Gegenzug brachte Suri ihrem Schützling Shona bei, die Sprache der Einheimischen. Cassandra war so fleißig, dass nach einem Jahr ihr kein Einheimischer mehr einen Bären aufbinden konnte.<br />
Cassandra hatte in dieser ganzen Zeit die Farm nicht verlassen. Agatha plante einen langgezogenen Frauentreff übers Wochenende. Zur gleichen Zeit waren aber auch Sir Arthur und William unterwegs. Suri musste nun 3 komplette Tage auf Cassandra aufpassen. Und gerade nun, wollte auch noch eine ihrer Schwestern heiraten. Sie besprach sich mit ihrem Mann und setzte sich mit Cassandra zusammen.<br />
„Meine Schwester heiratet übermorgen und ich würde gern dabei sein.“<br />
Suri hatte noch nicht einmal ihre Frage gestellt als Cassandra schon fröhlich und aufgeregt aufsprang und jubelte „Hurra, wir gehen zu einer Hochzeit.“<br />
Suri freute sich das Cassandra keine Angst vor so vielen fremden Menschen hatte. Dafür hatte sie etwas Angst, wie ihre Familie auf Cassandra reagieren würde. Keine Frage sie waren Gastfreundlich aber jeder wusste inzwischen, dass die kleine Weiße, die Tochter des Minenbesitzers war, der seine Leute nicht gerade freundlich behandelte.<br />
Cassandra ging ganz unbefangen mit zu der Hochzeit, denn sie wusste nicht, welchen Ruf ihr Vater hatte.<br />
Neugierig sog sie das Neue in sich auf. Warum hat sie ihren Rucksack bloß mitgenommenen und warum lässt sie ihn nie aus den Augen? Suri wunderte sich nur kurz als sie auch schon im Dorf waren.<br />
Cassandra wurde von den Dorfbewohnern argwöhnisch beäugt. Sie war noch nie außerhalb der Farm gewesen. Geschweige denn, dass sie ein Dorf der einheimischen Bevölkerung besucht hatte. Alles hier war so anders. Die Gerüche, die Lehmhütten, die Kleidung ja ihre ganze Lebensweise waren ihr völlig fremd, dabei wohnte sie selber nur etwa 15 Minuten Fußmarsch vom Dorf entfernt.<br />
Suri trat vor die Älteren und klatschte in die Hände. Ohne Aufforderung folgte Cassandra ihr und tat es ihr nach. Dies war ein Zeichen der Ehrerbietung an die Älteren. Erstaunt schauten sie die schwarzen Gesichter an und mindestens genauso schaute auch das Mädchen.<br />
Cassandra nahm neben Suri auf dem Boden, im Kreise ihrer Familie Platz. Sie beobachtete neugierig was alles geschah.<br />
Sie beobachtete wie der Bräutigam versuchte seine Braut frei zu kaufen. Nach zähen Verhandlungen, in denen einige Rinder den Besitzer wechselten waren sie sich einig.<br />
Der Vermittler begann mit einer kleinen Zahlung, um den Mund zu öffnen. Dies war das synonym um überhaupt in die Verhandlungen einzutreten. Dann gab es einen Preis um die Ahnenlinie der Mutter zu ehren um dann endlich in die Verhandlungen über das Brautgeld einzutreten.<br />
Rusambo, der Teil in dem der Bräutigam die sexuellen Rechte an der Frau zugesprochen bekommt, übersetzte und erklärte Suri lieber nicht aber Cassandra verstand mehr als sie dachte.<br />
Es war nicht so, dass damit die Braut bezahlt wurde. Nein, vielmehr war es als Huldigung an die Eltern und die Familie gedacht.<br />
Suri erzählte Cassandra, wie auch ihr Brautgeld immer noch bezahlt werde. Diese Art von Ratenzahlung soll die Familien auf Dauer miteinander verbinden.<br />
Für Cassandra war das alles sehr Aufregend. Noch verwunderlicher war für sie, die Musik die diese ganze Werbung begleitete.<br />
Ausgelassen wurde gefeiert und getanzt. Irgendwann war Cassandra verschwunden. Suri sprang hektisch auf als sie ihren Schützling nicht mehr sah. Doch ihre Angst war unbegründet. Sie hatte sich zu den Gleichaltrigen gesellt und versuchte, wie die Shona zu tanzen.<br />
Ein Junge aber rempelte sie immer wieder an. Es war offensichtlich, dass er sie provozieren wollte.<br />
Suri war schon herbeigeilt und wollte ihr helfen aber das war gar nicht nötig.<br />
„Na du kleines dummes weißes Mädchen. Hast du dich verlaufen?“ verhöhnte er sie, in dem Glauben sie könne ihn sowieso nicht verstehen.<br />
Cassandra die den ganzen Abend noch nichts gesagt hatte, platzte der Kragen. „Das ich weiß bin, dass sehe ich selber aber ich bin nicht klein und schon gar nicht dumm.“ antwortete sie ihm in perfektem Shona.<br />
Alles hielt den Atem an, denn sie hatte ihn in gleichem Atemzug an seinem Ohr gepackt und er wand sich jetzt wimmernd unter ihrem Griff.<br />
Seine Mutter stand plötzlich neben ihnen, schaute zu Suri und fragte dann „Was hat er getan?“<br />
„Er hat mich Klein und dumm genannt und er hat keinen Respekt vor mir.“ gab Cassandra mit einer ruhigen engelsgleichen Stimme zurück.<br />
Suris ältere Schwester schaute zu ihr und wandte sich dann wieder an Cassandra. „Dann bring ihm Respekt bei. Ich sehe du wirst meine Hilfe nicht brauchen.“<br />
So wie sie sich umdrehte und sich dem Feste wieder zuwandte, folgte ihr ein klägliches „Mutter“.<br />
Cassandra war der Meinung seine Strafe war ausreichend und entließ sein feuerndes Ohr aus ihrem Griff. Suri strafte ihn trotzdem noch mit einem Blick, legte den Arm um ihren Schützling und nahm sie erst einmal mit sich.<br />
Ohne es absichtlich getan zu haben, hatte sie sich den Respekt der Älteren verdient. An ihrem Platze angekommen, schnappte sich Cassandra ihren Rucksack und trat vor das Brautpaar.<br />
Suri stockte schon wieder der Atem. Diese Kleine war wie ein Sack Flöhe zu hüten. Immer wieder war sie weg.<br />
„Entschuldigt bitte. Ich kenne eure Bräuche nicht allzu gut aber bei uns ist es üblich, wenn man zu einer Hochzeit eingeladen wird, dem Brautpaar ein Geschenk mitzubringen. Cassandra griff in ihren Rucksack und holte eine wirklich schöne glänzende Kette hervor und legte sie in die Hände der Braut. Die schien ganz verlegen zu sein und bedankte sich für das schöne Geschenk. Nun bekam auch der Bräutigam ein, in ein Tuch eingewickeltes Geschenk. Ungläubig und behutsam packte er es aus. Es war ein überaus gutes Jagdmesser in einer Lederscheide.<br />
Für viele mögen das eine Kleinigkeiten gewesen sein aber für diese Leute waren es Kostbarkeiten.<br />
Wieso sprichst du unsere Sprache so gut? fragte der Stammesoberste aus dem Hintergrund und alles verstummte als er sprach.<br />
Cassandra erklärte ihn, dass sie die Sprache von Suri lernte und ihr im Gegenzug, englisch und das Schreiben beibrachte. Sein Blick fiel auf Suri, die etwas ängstlich ihren Kopf einzog aber nach einer anerkennenden Geste seinerseits, mit stolzgeschwellter Brust dastand.<br />
Der Ausrufer hielt für alle sichtbar die Kette und das Messer in die Höhe.<br />
„Geschenke von Sir Arthur.“ rief er aus aber das wollte sich Cassandra nicht gefallen lassen, deshalb unterbrach sie ihn. „Das sind Geschenke von mir. Mein Vater weiß nicht einmal, dass ich heute hier bin.“<br />
Der Ausrufer schaute erstaunt zum Ältesten, der ihm mit einem Schmunzeln zunickte. „Die Geschenke sind nicht von Sir Arthur sondern&#8230;“ er stutzte. Er kannte nicht einmal den Namen des kleinen Mädchens.<br />
„Cassandra“ warf Suri ein und war noch stolzer, dass der Name ihrer Kleinen ausgerufen wurde.<br />
„Diese Geschenke sind von Cassandra!“ wiederholte er seinen Aufruf und fortan kannte jeder im Dorf, den Namen des kleinen blonden Mädchens.<br />
Das Fest ging bis tief in die Nacht und Cassandra tobte mit den anderen Kindern herum und war glücklich und ausgelassen. Nur Ajani, dem sein Ohr immer noch weh tat, hielt Abstand von dem kleinen blonden Wirbelwind.<br />
Zum Zurückgehen war es viel zu spät. Suri lag zwischen Suri und Chaka, umringt von der restlichen Familie. So etwas kannte sie von ihren Eltern nicht. Suri lag mit nacktem Oberkörper neben ihr als wäre es das natürlichste der Welt. Für Suri war es das auch. Cassandra strich zaghaft über die schwarze Brust. „Du bist schön.“ entwichen ihr leise die letzten Worte bevor sie die Augen schloss und an Suri gekuschelt einschlief. Chaka schaute seine Frau lächelnd an. Sie wird einmal eine gute Mutter sein und er hätte sicher nichts dagegen, wenn ihre Kinder ein wenig so wie dieses kleine Mädchen wären.<br />
Es war früher Morgen als Cassandra wach wurde. Alle anderen waren schon aufgestanden und hatten ihr Tagwerk begonnen.<br />
„Kann ich mich hier etwas waschen?“ fragte Cassandra, die vor der Hütte sitzende Suri. Cassandra war noch immer nicht ganz wach, denn sie gähnte herzzerreißend und streckte sich.<br />
„Gleich hinter der Baumgruppe ist der Fluss.“ antwortete Suri und schickte sich an aufzustehen und sie zu begleiten.<br />
„Das schaffe ich schon allein.“ wehrte Cassandra deren Bemühungen ab, auch weil sie sah, dass sie eine Aufgabe hatte.<br />
Schon als sie der Baumgruppe näherkam, hörte sie die anderen. Vor ihr tat sich ein malerischer Ort auf. Ein kleiner Wasserfall ließ das Wasser knapp 10 Meter in die Tiefe stürzen. Unten alberten die Mädchen, die sie gestern kennengelernt hatte. Sofort als sie sie sahen, winkten sie ihr zu und da war auch er wieder. Ajani stand mit zwei anderen Jungen oberhalb des Wasserfalls und stürzte sich von dort ins Wasser. Einer seiner Freunde folgte ihm, wobei der Dritte dann doch nicht genug Traute aufbrachte und lieber wieder herunter kletterte.<br />
Cassandra saß am Rande des Flusses und erfrischte sich. Das war ein Bild welches sie so nicht kannte. Sicher hatte sie mitbekommen, dass die Schwarzen nur wenig Kleidung trugen aber sie hatten überhaupt keine an.<br />
„Schaut mal Wasserscheu ist sie auch noch.“ Na klar das konnte doch bloß wieder aus Ajanis vorlautem Mund kommen.<br />
„Na warte,“ machte Cassandra „wenn ich dich in die Finger kriege.“<br />
Ohne Scheu zog sie ihre Sachen aus und stürzte sich ins Wasser. Als sie wieder auftauchte und bei den anderen Mädchen ankam, stichelte er schon von oben.<br />
„Da musst du schneller sein und vor allem, musst du hier rauf kommen aber du bist ja ein Mädchen und traust dich nicht.“<br />
Da kannte er aber Cassandras Kampfeslust nicht. Sie folgte den schon ausgetretenen Pfad und stand kurze Zeit später fast neben ihm. Doch er sprang. Cassandra stand oben und sah wie er wieder auftauchte, sich das Wasser aus den Haaren strich und zu ihr heraufschaute.<br />
„Da musst du wohl wieder zurücklaufen.“ frotzelte er in ihre Richtung. Cassandra holte kurz Luft und sprang. Hätte sie ein Höschen angehabt, hätte sie sich vor Angst eingepinkelt aber diesem frechen Kerl Genugtuung zu geben, widersprach ihrem ganzen Wesen.<br />
Knapp neben ihm tauchte sie ein. Er hatte nicht einmal die Zeit sich darauf vorzubereiten als ihn die Wasserwand traf und sein vorlautes Mundwerk zum Schweigen brachte.<br />
Ajani bekam den Mund nicht wieder zu. So etwas traute sich mancher Junge nicht. Sie hatte sich seinen Respekt erkämpft und das merkte man sofort in seinem Umgang mit ihr. Er stand vor ihr und klatschte in die Hände. Er zeigte ihr somit seine Achtung.<br />
Den ganzen Tag wich er nicht mehr von ihrer Seite. Sie verstanden sich plötzlich richtig gut aber Suri und Cassandra mussten wieder zurück.<br />
Die kleine resolute Achtjährige hatte mächtig Eindruck geschunden im Dorf, ohne sich dessen wirklich bewusst zu sein.<br />
Jetzt da Cassandra wusste, dass das Dorf gar nicht weit war, beschwatzte sie Suri zu weiteren Besuchen. Tagsüber war das Dorf fast verwaist. Wenige Männer konnten noch von ihrem selbst Abgebauten leben. Die wenigen Tiere die sie besaßen reichten zum Überleben aber nicht zum Leben. Daher zog es viele der Männer in die Minen. Die Arbeit dort war hart aber es sicherte ein regelmäßiges Einkommen und man war weniger abhängig von wilden Tieren, die über die Herden herfielen oder anderen Plagen die über die Felder zogen.<br />
Cassandra war verwundert als sie erfuhr, dass selbst der neunjährige Ajani in den Minen arbeitete.<br />
War es ihre Neugier oder die Wiedersehensfreude die Cassandra dazu trieb, ihren Vater zu überreden, sie mit in die Mine zu nehmen.<br />
„Du musst aber den ganzen Tag mit dortbleiben. Ich kann nicht wegen dir extra zurückfahren.“ Er hoffte vergeblich, sie durch diese harte Ansage davon abbringen zu können. Cassandras Eigensinnigkeit und Zielstrebigkeit, die er sonst so sehr bewunderte, machte ihm gerade das Leben schwer.<br />
Sir Arthur war um 6.00 Uhr aufgestanden und hoffte…….<br />
Cassandras strahlendes Gesicht zerstörte seine Hoffnung aber sogleich. Sie trug festes Schuhwerk, Hose und eine derbe Jacke. Offensichtlich wusste sie ganz genau, auf was sie sich einließ. Sie hatte sogar schon gefrühstückt und war abmarschbereit. Die Arbeiter aus dem Dorf liefen gut eine halbe Stunde bis zur Mine aber die Straße machte einen langen Umweg über die einzige Brücke weit und breit, sodass sie mit dem Auto mindestens genauso lange unterwegs waren.<br />
Cassandra wunderte sich über die hohen Zäune und ihr Vater erklärte ihr, dass das nötig sei, um das diebische Gesindel im Zaum zu halten.<br />
Sein Auto wurde ohne Kontrolle durchgelassen.<br />
Sir Arthur nahm Cassandra an die Hand. Eine Mine war kein ungefährlicher Ort. „Was macht der Mann da?“ fragte Cassandra ihren Vater. Er sah kurz hinüber und sah wie sein Vorarbeiter gerade einen Arbeiter auspeitschte.<br />
Cassandra war von diesem Anblick total entsetzt. Ihr Vater rief seinen Vorarbeiter zu sich, der daraufhin von dem Mann abließ.<br />
„Was gab es schon wieder?“<br />
Der Vorarbeiter winkte ab. „Das übliche mit dem faulen Pack.“ Sir Arthur nickte nur und stellte dem grobschlächtigen Mann, seine Tochter vor. Cassandra blickte ihn böse und vorwurfsvoll an und auch wenn er sich liebkind machen wollte, waren ihre Fronten geklärt. Die Beiden würden nie Freunde werden.<br />
Sir Arthur nahm seine Tochter an die Hand und zeigte ihr die Mine. An der Siebanlage zeigte er ihr nach was sie hier suchten. Winzige funkelnde Steine verließen das Sieb und die Waschanlage. Die Ausbeute der letzten Woche passte gerade einmal in eine Kaffeetasse und stellte Sir Arthur absolut nicht zufrieden. „Alles nur Kleine und zu wenig.“ fauchte er gefrustet seinen Vorarbeiter an.<br />
„Kann ich mir auch welche suchen?“ Cassandras Abenteuerlust war geweckt. Sir Arthur wusste, welch riesige Erdmassen nur für diese paar Steine nötig gewesen waren. Er wollte aber seine Tochter nicht enttäuschen. Anderenfalls wäre sie dann auch eine Weile beschäftigt und würde ihn bei seinen Geschäften nicht stören.<br />
„Gut sagte er aber dieser Minenschacht ist zu gefährlich.“ Mittlerweile hatte sich die Mine, gut 10 Meter tief ins Erdreich gegraben.<br />
„Wie wäre es, wenn sie drüben in dem neuen Claim ihr Glück versucht?“ schlug der Vorarbeiter seinem Chef vor. Dort waren noch keine anderen Arbeiter zugange und da es dort erst 3 Meter tief abging konnte ihr eigentlich nichts passieren.<br />
Sir Arthur fand den Vorschlag fantastisch. Der Vorarbeiter grinste. Er hatte eine einfache Möglichkeit gefunden sich der Kleinen zu entledigen.<br />
„Du,“ sprach er einen Jungen an, der gerade einen Korb Erde in das Sieb kippte. „komm her. Das ist die Tochter von Sir Arthur. Du passt heute auf, dass ihr nichts passiert.“<br />
Cassandra musste Schmunzeln, denn unter dem staubigen Gesicht erkannte sie Ajani. Nur so kannte sie ihn nicht. Er sah nicht einmal hoch und nickte nur.“<br />
Ajani nahm etwas Ausrüstung mit, die sie brauchten. Der neue Minenschacht sollte in etwa 100 Meter Entfernung in den Boden getrieben werden. Sir Arthur widmete sich seinen Dingen und auch der Vorarbeiter wandte sich wieder seinen Aufgaben zu.<br />
„Was ist mit dir los?“ trat Cassandra jetzt energisch Ajani entgegen.<br />
„Wir dürfen die Weißen hier nicht ansprechen, sonst gibt es Schläge.“<br />
Cassandra war immer mehr entsetzt. Sie führte ein behütetes Leben, welches durch diese Grausamkeit finanziert wurde. Es war das erste Mal, dass sie darüber nachdachte.<br />
Ajani zeigte Cassandra wie man nach Diamanten sucht und nach der ersten Stunde war er wieder der Junge, den Cassandra bei der Hochzeit kennengelernt hatte.<br />
Nach 2 Stunden hatten sie nicht einen Stein gefunden und Cassandra war ein wenig frustriert. Aus Frust haute sie mit ihrer Hacke tief in die harte Erde. Hatte sie einen Funken geschlagen oder was war das Blitzen? Vom Diamantenfieber erfasst grub sie in der lockeren Erde. Ihre feinen Finger litten unter dem kratzigen Sand und Geröll, welches sie zur Seite schob. Plötzlich, was war das? Ein unscheinbares Funkeln zeigte sich in der Erde. Cassandra holte diesen Stein hervor. Ajani wurde augenblicklich nervös. So einen großen Stein hatte er noch nie gesehen. Als er ihn im Wassereimer abgespült hatte, bekam er fast den Mund nicht mehr zu. Niemand hier in der Mine, hatte jemals einen so großen Stein gesehen.<br />
„Dein Vater wird stolz auf dich sein.“<br />
Cassandra aber interessierte ihr Vater nicht. Sie hatte das Leid in der Mine gesehen.<br />
„Ich schenke ihn dir,“ machte sie und reichte Ajani den Stein. „damit kann das Dorf genug Rinder kaufen.“<br />
Sie hatte nicht wirklich eine Relation von dem, was sie hier gefunden hatte. Der Stein war so viel wert, dass es sogar Ajanis Vorstellungen bei Weitem überstieg.<br />
„Dafür könnte ich dich von deinen Eltern freikaufen und dich zur Frau nehmen.“<br />
Jetzt lachte Cassandra laut auf. „Wer sagt denn, dass ich dich frechen Kerl haben will?“ Irgendwie fühlte sich diese Achtjährige geschmeichelt, dass dieser Junge sie heiraten wollte.<br />
„Ich kann den Stein aber nicht behalten. Wir werden jeden Abend durchsucht und wer Diamanten hat, wird ausgepeitscht und als Dieb verhaftet.“ Seine Worte klangen irgendwie traurig, ob der vertanen Chance.<br />
„Dann behalte ich ihn eben, wenn du nicht willst und kaufe dich von deinen Eltern frei.“ Cassandra hatte das nur aus Spaß gesagt aber schnell merkte sie, dass diese Sache von Ajani absolut ernst gemeint war.<br />
Er nickte. „Du wirst bestimmt nicht kontrolliert.“<br />
Cassandra gab Ajani einen kindlichen, unschuldigen Kuss auf die Wange, bevor sie eine Hacke nahm und mit neuem Mut weiter grub. Erst als Sir Arthur sich zum Aufbruch rüstete, merkte er, dass seine Tochter noch immer voller Eifer bei der Sache war.<br />
Inzwischen hatten sie noch einige kleinere Diamanten gefunden, die aber zusammen kaum noch in Cassandras Hand passten.<br />
Sir Arthur überschlug sich fast als er die Ausbeute der Beiden sah. Knapp hundert Mann hatten eine ganze Woche gearbeitet und die zwei Kinder hatten an nur einem Tag fast eine gesamte Wochenausbeute gefunden.<br />
„Wir graben ab morgen dort drüben“ rief er seinem Vorarbeiter zu als er die Diamanten auf die Waage legte. Am liebsten wäre er jetzt hiergeblieben aber Cassandra gähnte schon mächtig und ein bisschen Vater steckte auch in ihm. Der Tag war lang und so hart zu arbeiten war sie nicht gewohnt. Schon auf dem Heimweg schlief sie im Auto ein.<br />
Cassandra schaffte es gerade noch, mit Agathas Hilfe sich auszuziehen und fiel dann todmüde in ihr Bett.<br />
Selbst in ihren jungen Jahren spürte sie die Strapazen des letzten Tages. Ihre Fingernägel waren abgebrochen und der Dreck hing noch immer darunter. Sich zu waschen hatte sie gestern beim besten Willen nicht mehr geschafft.<br />
Plötzlich war sie hellwach. Wo waren ihre Sachen. Die Wäsche von gestern war verschwunden.<br />
Suri hatte mitbekommen, dass Cassandra aufgewacht war und kam ihr entgegen. „Wo sind meine Sachen?“ empfing sie ihr Kindermädchen. In ihrer Stimme schwang ein wenig Panik mit.<br />
Die habe ich zu Karani zum Waschen gebracht. Suri konnte Cassandra nicht folgen, so schnell stürmte die los. Als sie das Mädchen eingeholt hatte, sah die wesentlich entspannter aus. Allerdings schien sie etwas zu verstecken und es auch Suri nicht zeigen zu wollen.<br />
Wenn sie auch gestern frei hatte, bestand Agatha auf den Unterricht. Cassandra war aber heute mächtig abgelenkt. Immer wieder musste sie daran denken, wie Ajani sagte „Damit kaufe ich dich frei.“ Ein Lächeln zog in ihr Gesicht und selbst Agatha merkte, dass es mit Cassandras Konzentration heute nicht weit her war.<br />
Kurzerhand entließ sie ihre Tochter deshalb aus ihrem Unterricht. Nun hatte aber Agatha ein Problem. Was sollte sie mit diesem angebrochenen Tag anfangen.<br />
Normalerweise ritt sie nicht um die Mittagszeit aus, dazu war es viel zu heiß. Doch heute machte sich eine Wolkendecke am Himmel breit, die es angenehm erträglich machte. Sie ließ Simba ausrichten, er solle ihr Pferd für einen Ausritt vorbereiten. Seit diesem ominösen Tag versuchte sie ihm aus dem Wege zu gehen, was ihr aber nur mäßig gelang. Schließlich war er für die Pferde und somit auch für ihres zuständig. Agatha wusste auch nicht, was immer mit ihr in seiner Nähe passierte und das Gerede ihrer Freundinnen, von den gut gebauten Schwarzen, machte es ihr nicht gerade einfacher. Immer wieder ertappte sie sich, wie sie seine Muskeln begutachtete und ihr Blick tiefer zu der Ausbeulung in seiner Hose wanderte.<br />
„Miss müssen aufpassen. Ein Unwetter zieht heran.“ gab Simba ihr mit auf den Weg. Sie ertappte sich schon wieder, wie sie ihn mit ihren Blicken auszog, erschrak und versuchte sich selbst zu schelten. Nur deswegen reagierte sie so schnippisch als sie zu ihm sagte „Ich weiß was ich tue.“<br />
Agatha stieg auf ihr Pferd und ritt, ohne zurückzublicken, davon. Sie war noch nicht einmal aus dem Stall, da tat ihr, ihre Reaktion schon leid. Jetzt umzukehren wäre aber ein Zeichen der Schwäche und sie würde vielleicht in die Verlegenheit kommen, ihm erklären zu müssen, warum sie so abweisend reagiert hatte.<br />
Sie ritt wie eine Verrückte, um diesen Kerl aus dem Kopf zu bekommen. Ihr Hengst dampfte und auch ihr stand der Schweiß auf der Stirn. Irgendwie war es unheimlich schwül und drückend heute.<br />
Hätte sie mal lieber auf Simba gehört. Wie aus heiterem Himmel öffneten sich über ihr alle Schleusen. Die geballte Kraft der Natur ergoss sich über ihr.<br />
Fast noch schneller trieb sie ihren Hengst zurück. Im Stall angekommen schnaufte nicht nur das Pferd.<br />
Er grinste sie schelmisch an. Ihre nassen Sachen ließen kaum noch Fragen offen, was ihr Körper einem Mann zu bieten hatte.<br />
„Miss gehen ins Haus. Ich kümmere mich um das Pferd.“<br />
„Ich kann mich selber um mein Pferd kümmern.“ blaffte sie ihn barsch an und griff nach einer Hand voll Stroh um den Hengst abzureiben. Agatha wusste nicht, warum sie ihn schon wieder so anfuhr, dabei hatte er es doch nur gut gemeint. Es war wie ein Déjà-vu. Er rieb den Hengst auf der einen Seite ab und sie auf der anderen.<br />
Das Wasser tropfte ihr aus allen Poren. Simba trat zu ihr. Sie traute sich nicht einmal ihn anzuschauen. Von ihrer Frisur war nichts mehr übrig. Die nassen Haare hingen sogar in ihr Gesicht. Simba wollte ihr nur die nasse Haarsträhne aus dem Gesicht streichen, doch er hatte noch immer das Stroh in der Hand.<br />
„Was soll das? Willst du mich etwa wie das Pferd abreiben?“<br />
Er hielt den Mund aber seine Augen sprachen Bände.<br />
„Was bildest du dir ein?“ versuchte sie einen kläglichen Versuch ihn und ihr eigenes Drängen aufzuhalten.<br />
Dieses Mal hatte er kein Stroh mehr in der Hand als er ihr die Haare aus dem Gesicht strich und sie ihn direkt ansehen musste.<br />
„Du&#8230;“ Ihre Hände schlugen sacht gegen seine Brust. Kein Schlag der so einen Mann aufhalten würde aber auch kein Schlag der im Ansatz ernst gemeint wirkte. Ihre Hände streichelten über seinen stahlharten Brustkorb.<br />
Agatha wusste nicht mehr was sie tat. Irgendetwas in ihr hatte das Kommando übernommen.<br />
Simba griff mit seinen großen Pranken fest in ihren Hintern. Agatha atmete schwer als er sie an sich zog. Nicht einmal der Stoff vermochte seine Kraft einzubremsen. Simba knetete ihre wundervollen Pobacken und langsam verlor Agatha den Halt. Er hatte sie angehoben und wie von alleine hatten sich ihre Beine um seine Hüfte geschlungen. Sein Blick war so begierig und seine Lippen kamen den ihren immer näher.<br />
Agatha hatte keine Gegenwehr mehr als sie sich in diesen Kuss ergab. Immer wilder jagte seine Zunge in ihren Mund. Ihr Becken brannte schon lange lichterloh und die eisenharte Stange, die sie an ihrem Schoß spürte, zündete die nächste Stufe.<br />
Simba ließ sie herab, drehte sie um und hob ihren nassen Rock hoch. Ihr Herz klopfte ihr bis zum Hals als sie spürte, wie er ihren Schlüpfer nur mit einem Ruck von ihrem Leib riss. Es war als fielen ihr die Augen heraus. Sie spürte wie etwas Gewaltiges sie dehnte und in sie eindrang. Mittlerweile war sie so feucht, dass sie ihn ohne Schmerzen in sich aufnahm. Sie hätte vor Lust schreien können, so intensiv fühlte sie sich ausgefüllt.<br />
Agatha hörte sich selber aufstöhnen als er sie völlig aufgespießt hatte. Sie zitterte vor Lust als er begann sie zu stoßen. Agatha verlor bei diesem kraftvollen Angriff ihr Gleichgewicht und prallte gegen die Boxenwand.<br />
Ihr Hände klammerten sich an die Gitter, die oberhalb der Holzwand angebracht waren. Tief, heftig und animalisch nahm er sie jetzt und Agatha fühlte sich so beseelt, wie noch nie.<br />
Ihre Schreie wurden immer abgehackter und lauter, bis sie einen Höhepunkt erlebte, wie sie es nie geglaubt hätte. Simba stieß ungehindert weiter, sodass bis er sich grunzend in ihr ergoss und sich ein weiterer Orgasmus in Agathas Körper ausbreitete.<br />
Langsam sank sie ins Stroh. Simba hielt sie noch immer in seinen starken Armen, streifte ihr das Kleid ab und streichelte bedächtig über ihre schneeweißen Brüste. Obwohl er große Hände hatte, konnte er sie nicht umfassen. Seine schwarzen Finger schraubten sich um ihr weiches Fleisch. Auch Agatha nahm jetzt das Werkzeug ihrer Begierde in die Hand. Sir Arthur konnte sich nicht einmal im Geringsten mir diesem Prachtexemplar messen. Nicht einmal ihre nebeneinander gelegten Hände konnten seine Länge messen und vor allem war er immer noch so unglaublich hart.<br />
Simba drückte ihre Beine weit auseinander und Agatha verfolgte, mit weit aufgerissenen Augen, wie dieser gewaltige Prügel sich zwischen ihre Schamlippen trieb. Agatha hechelte als sie die Dehnung spürte und er sich immer tiefer in sie bohrte. Die Gier war in ihren Augen zu sehen. Sie wollte ihn spüren, jetzt, hier, hart und tief. Ihr Becken zuckte seinem Kolben entgegen und ihre Hände umschlangen, lustvoll schreiend, seinen Hintern und zogen ihn gefühlt noch tiefer in sie hinein.<br />
Simba schickte seine Herrin noch zwei weitere Male in ungeahnte Sphären.<br />
Er gab ihr aber auch das Gefühl, nicht nur ein Objekt der Lust gewesen zu sein. Er küsste sie bevor er sich wieder an seine Arbeit begab.<br />
Agatha lag immer noch nackt im Stroh der Pferdebox. Neben ihr stand ihr Hengst und schaute zu ihr herunter und schnaufte sie an. Er hatte ihnen die ganze Zeit zugesehen. Was mag wohl jetzt in seinem Kopf vorgehen.<br />
Agathas Grinsen wollte nicht mehr aus ihrem Gesicht weichen. Sir Arthur hatte ihr noch nie solche Gefühle beschert und vor allem auch nie so lange durchgehalten, dass ihr die Beine weich wurden. Simbas Lebenselixier lief noch immer weiß und klebrig aus ihr heraus.<br />
Agatha spürte diesen Ritt auch noch am nächsten Tag. Doch der Glückseligkeit folgte irgendwann der Katzenjammer als ihr bewusst wurde, dass sie unwiderruflich die letzte Stufe überschritten hatte.<br />
Simba versuchte ihr, genauso wie sie ihm aus dem Weg zu gehen. Glücklicherweise war Agatha sowieso, die nächsten 2 Tage nicht in der Lage zu reiten. Trotzdem hatte sich in Agatha ein Schalter umgelegt. Ohne dass es ihr selber bewusst war, nahm sogar Cassandra die Veränderungen ihrer Mutter wahr. Sie wirkte fröhlicher, ausgelassener als hätte sie sich endlich mit dem Leben hier angefreundet.<br />
Es war eine Zeit der Glückseligkeit im Hause der Connelys. Selbst Sir Arthur war weit weniger Griesgrämig. Seit Cassandra in dem neuen Claim so erfolgreich war und er dort graben ließ, hatte sich der Ertrag der Mine um ein Vielfaches gesteigert.<br />
Allerdings war Sir Arthur deshalb auch nicht mehr zu Hause. Wenn er nicht in eine der Minen zu Gange war, vergnügte er sich ausgiebig mit Richards Mädchen.<br />
William wusste wo Arthur sich herum trieb und er sah wie seine junge Frau, zwar aufblühte und immer schöner wurde aber er sah auch, dass sie alleine war. Mit kleinen Gesten, Komplimenten und Geschenken machte William ihr den Hof. Auch wenn er auch älter als Arthur war, machte er weit mehr her. Er war harte Arbeit gewohnt und von ansehnlicher Statur. Mit seinen 40 Jahren war sein Bart bereit teilweise ergraut und auch in seinen Haaren zeichnete sich ein Silberstreif ab. Das alles machte ihn zu einer ehrerbietenden Erscheinung und so manche Dame hechelte dem begehrtesten Junggesellen im Umkreis von 200 Meilen nach.<br />
Es war eines Abends. Die Drei hatten wieder einmal ohne Arthur zu Abend gegessen. Es war schon spät, Agatha saß auf der Veranda und lauschte in die Stille. Der Sonnenuntergang hier war einfach traumhaft. Cassandra war schon im Bett und selbst das Personal hatte sich schon zurückgezogen. William kam mit einem Blumenstrauß und einer Flasche Wein zu ihr.<br />
Arthur hatte ihr schon Jahre keine Blumen geschenkt. Agatha wirkte etwas erstaunt aber freute sich wirklich über diese schöne Geste.<br />
„Möchtest du?“ fragte William und hielt ihr die Flasche Rotwein entgegen. Agatha schmunzelte und nickte mit dem Kopf. William setzte sich erfreut zu ihr und stellte zwei Gläser auf den Tisch.<br />
Sie unterhielten sich und Agatha erfuhr erstmals nach so langer Zeit, was William so alles tat und dass er vor Arthur nach Afrika geflüchtet war. Agatha wirkte erstaunt. Dieses nach außen hin einvernehmliche brüderliche Verhalten war nur Fassade. Alles was sie noch zusammen hielt, waren die Familiären Bande. Dass die Zwei charakterlich völlig unterschiedlich waren hatte Agatha aber auch schon mitbekommen.<br />
Die Flasche war fast von alleine ausgetrocknet und William nahm erfreut zur Kenntnis, dass Agatha eines weiteren Glases nicht abgeneigt war.<br />
Umgehend hatte William eine weitere Flasche aus dem Keller geholt und eingeschenkt. Agatha merkte die Leichtigkeit die ihren Körper erfasst hatte und genoss die Hand, welche ihren Arm streichelte.<br />
Sie schnurrte wie ein Kätzchen als sie Williams Lippen auf ihre Schulter spürte. Sanft und zärtlich zog sich das Kribbeln immer weiter zu ihrem Hals.<br />
Agatha reckte ihren Kopf genießend nach oben. Hals Ohrläppchen, Wange Lippen. William hatte sich immer weiter vor geküsst und war freudig erstaunt, dass Agatha ihren Mund öffnete und seinen Kuss erwiderte.<br />
Heiß brannten seine Finger auf ihren Schultern, die ihre Träger langsam zur Seite schoben.<br />
Seine Küsse folgten wieder ihrem Hals. Agatha atmete heftig ein als seine Lippen ihr Dekolleté berührten und es mit tausend zärtlichen Küssen bedeckten. Mittlerweile hatte er den oberen Ansatz ihrer Brüste erreicht und ein heftiger Schauer des Wohlbefindens jagte durch ihren Körper.<br />
Agatha hatte nicht einmal wahrgenommen, dass ihre Hände verzückt in seinen Haaren kraulten, während er sich immer tiefer vorküsste. Seine Hände wagten einen vorsichten Angriff und legten ihre rechte Brust frei. Sanft und prickelnd spürte sie seine Lippen an ihrer Knospe und ein leichter Seufzer entfuhr ihrem Mund.<br />
Ihr Blick schaute verwundert auf den Schopf, der sie gerade so göttlich verwöhnte. Ihre Erziehung sollte ihm eigentlich Einhalt gebieten aber seine Zärtlichkeiten, nahm Besitz von ihrem Verstand und ließ ihn in Raum und Zeit zerfließen. Agatha drückte schwer keuchend, seinen Kopf noch fester auf ihre Brust. Wenig später traf auch ihre andere Brust ein leichter Windhauch und seine Zunge sprang auf ihre linke Knospe über.<br />
Agatha begann die Knöpfe seines Hemdes zu öffnen, während seine Finger unter ihr Knielanges Kleid tauchten und ihre Schenkel entlangfuhren. Agatha hob ihren Po aus als sie seine Finger am Saum ihres Unterhöschens spürte. Langsam und bedächtig zog er sie über ihre Schenkel und hob ihre Füße heraus.<br />
Agatha war sich absolut bewusst, dass ihr Paradies frei zugänglich vor ihm lag. Ihr Herz pochte zwischen ihren Beinen und alles in ihr wollte diesen Mann.<br />
William stand auf und streifte sich langsam sein Hemd ab. Agatha blickte auf diesen Körper, nutzte die Chance und öffnete seine Hose, die ebenfalls zu Boden fiel. Nackt wie Gott ihn geschaffen hatte stand William vor ihr und sein steifes Zepter reckte sich mit glänzender Spitze ihrem Antlitz entgegen.<br />
Nun erhob auch Agatha sich. William sah so aus als würde er sich nicht trauen, deshalb übernahm sie jetzt die Regie. Sie brauchte diesen Mann. Sie brauchte diesen Schwanz. Jetzt!<br />
Ihre Nasenflügel blähten sich auf. Alles in ihr vibrierte als sie ihn zurück auf seinen Stuhl drückte und ihre Beine über ihn schwang.<br />
Agatha griff unter ihr Kleid und führte sein Zepter an ihren Eingang. Seine Schwanzspitze hatte ihren Eingang gerade einmal überwunden, da wimmerte sie schon das erste Mal lustvoll auf. Seine Augen strahlten eine unendliche Glückseligkeit aus als Agatha ihm tief in die Augen schaute und sich weiter auf ihn sinken ließ. Sie spürte seine zärtlichen Hände überall. Mal kneteten sie sanft ihre weichen Berge, bevor sie sich fest in ihren Po krallten. Agathas Becken tobte immer ungeduldiger auf seinem Schoß. Keuchend, stöhnend, wimmernd näherte sie sich unaufhaltsam ihrem Höhepunkt.<br />
William zog sie ganz fest an sich als Agatha ihre Erlösung fand und bebend auf seinem Schoß zappelte.<br />
Ein liebevoller zärtlicher Kuss besiegelte ihre Verbindung. William erhob sich. Agatha klammerte sich erschrocken an ihm fest. So trug er sie in ihr Schlafzimmer, legte sie in ihr Bett und zog ihr das Kleid aus, welches sie noch immer anhatte.<br />
Agatha schaute ihm tief in die Augen und wusste, dass sie noch lange an diese Nacht denken würde.<br />
Cassandra war schon aufgestanden als sie Onkel William, nur mit einer Decke um die Hüften, aus dem Zimmer ihrer Mutter kommen sah.<br />
Sie war schon lange kein Kind mehr, wie das alle dachten. Tränenüberströmt lief sie los. Sie war sich der Tragweite noch lange nicht bewusst und schon gar nicht, konnte sie realisieren was hier wirklich passiert war.<br />
Schnell lief sie zu Suris Hütte. Ihre Freundin war die Einzige bei der sie jetzt Halt finden konnte. Seltsame Geräusche drangen aus der kleinen Hütte. Cassandra zog vorsichtig den Vorhang beiseite.<br />
Chaka kniete hinter Suri und nahm sie, wie die Hengste die Stuten. Schon oft hatte Cassandra dies auf der Weide gesehen und Simba hatte ihr erklärt, dass so die Fohlen entstehen.<br />
Suri blickte in Cassandras Gesicht, schob Chaka beiseite und warf sich eine Decke um. Cassandra saß inzwischen an der Lehmhütte und weinte.<br />
Suri kam zu ihr und nahm sie in den Arm. Sie versuchte Cassandra zu erklären, dass sie und ihr Mann versuchen ein Kind zu bekommen, bevor sie merkte, dass das nicht das eigentliche Problem war. Suri war beindruckt wie einfühlsam Chaka reagierte. Auch er setzte sich nun an ihre Seite und nahm sie in den Arm. Suri war erstaunt, dass sie sich mehr an ihn lehnte und zu erzählen begann.<br />
Für sie und ihre Landsleute war der Umgang mit der Sexualität kein Tabuthema, wie in der versnobten englischen Oberschicht. Cassandra hatte schon viele barbusige Frauen gesehen. Selbst sie war nackt mit den anderen Kindern baden gegangen aber sie hatte ja auch noch keinen Busen. Warum war das eigentlich ein Tabuthema? Suri erzählte, dass auch viele Shona vor ihrer Hochzeit schon Sex hatten. Ein Kind in einer genehmigten Beziehung zu bekommen war aber einfacher, weil die ganze Familie dann hinter ihnen stand. Auf einfachste Weise klärten sie das nicht mehr so kleine Mädchen auf, denn in ihrer Gesellschaft könnte sie in wenigen Jahren schon heiraten.<br />
Cassandra überlegte lange ob sie ihnen von ihrer Mutter und Onkel William erzählen sollte. Eigentlich hatte sie ja nichts gesehen aber schicklich war es nicht, dass er fast nackt aus dem Zimmer einer verheirateten Frau kam.<br />
Cassandra beobachtete ihre Mutter von da an ganz genau.<br />
Seit einiger Zeit schlich sich Cassandra abends ins Dorf und wartete auf Ajani. Die beiden hatten sich richtig angefreundet. Sie gingen des Abends mit den anderen im Fluss baden. Sie schaute Adjani das erste Mal bewusst zwischen die Beine. Nein er war noch kein Mann. Zu Chaka fehlte noch ein ganzes Stück und so klein und schlaff wie bei Ajani aussah, passierte da nichts. Er schaute etwas verwirrt als sie ihn mit einem Lächeln begutachtete.<br />
Cassandra traf eine Wasserwand und schlagartig war sie wieder da und es entbrannte eine wilde Wasserschlacht, die weit hin zu hören war.<br />
Ajani begleitet sie noch bis zum Zaun. „Und du willst mich wirklich heiraten?“ fragte Cassandra den völlig überrascht dreinblickenden Jungen, der aber sofort lächelte und sie ernsthaft ansah.<br />
„Ja das will ich wirklich, wenn ich genug Geld für deine Familie habe.“<br />
Innerlich freute sich Cassandra, dass er immer noch an seinem Vorhaben festhielt. Sie hauchte ihm einen zaghaften Kuss auf die Wange, bevor sie lachend hinter dem Zaun verschwand.<br />
Cassandra konnte nicht jeden Tag verschwinden. Ihr Vater würde das überhaupt nicht erlauben und ihre Mutter wäre zunehmend besorgt gewesen, wenn sie es gewusst hätte. Meist sagte sie ihr, dass sie nur einen kurzen Abstecher zu Suri machen würde, die ja ungefährlicher Weise auf der Farm lebte.<br />
Die Einzige, die Bescheid wusste aber genauso wenig davon angetan war, war Suri.<br />
Cassandra wartete schon im Dorf, auf die aus der Mine heimkommenden Männer. Freudig fielen sich Ajani und sie sich in die Arme. Casandra erzählte was sie den Tag über gelernt hatte und Adjani erzählte, wenn er einen großen Stein gefunden hatte. „Er war bei Weitem nicht so groß wie der, den du damals gefunden hast aber mit dem hätte ich dich freikaufen können.“<br />
Der Gedanke schien sich in sein Hirn eingebrannt zu haben und irgendwie erfreute Cassandra dies.<br />
„Kannst du mir Lesen und Schreiben beibringen so wie Suri?“ Ajanis Frage kam unerwartet aber Cassandra freute sich. „Du meinst also, es wäre besser, wenn mein zukünftiger Mann Lesen und Schreiben kann?“ versuchte sie ihn eine wenig anzustacheln. Doch für Ajani war das Alles kein Scherz und er nickte mit ernstem Gesicht.<br />
„Gut aber vorher habe ich noch ein Geschenk für dich.“ Ajani schaute diesmal Cassandra verwundert an und nahm das eingepackte Schächtelchen an sich. Noch einmal schaute er Cassandra fragend an. Ihr nickendes und lächelndes Gesicht gab ihm Mut und er öffnete das Schleifchen.<br />
Ajani fielen fast die Augen heraus. „Bist du verrückt? Dafür bringen die uns alle um.“<br />
Das war nun nicht gerade die Reaktion, die Cassandra erwartet hatte. Die Enttäuschung war in ihrer Stimme zu hören. „Aber ich dachte du wolltest….“ versagte ihre Stimme.<br />
„Ja das will ich immer noch aber du weißt nicht, zu was die Minenbosse fähig sind, wenn sie davon erfahren. Es sind schon Männer deswegen ins Gefängnis gekommen und wir haben sie nie wieder gesehen.“<br />
Jetzt wurde Cassandra erst klar wie gefährlich dieses Geschäft eigentlich war und ihr Vater war Teil davon.<br />
„Was machen wir jetzt mit dem Diamanten?“ fragte Cassandra sichtlich nervös. „Ich werde ihn verstecken. Vielleicht brauchen wir ihn noch einmal.“<br />
Cassandra war erleichtert und umarmte Ajani.<br />
Cassandra wurde Älter und sah nun bewusst wie die Schwarzen unterdrückt wurden. Dann kam diese Woche, die ihr ganzes Leben aus den Angeln hob.<br />
Cassandra hatte inzwischen toleriert, dass ihre Mutter sich gelegentlich Onkel William hingab. Sie spürte, dass es ihrer Mutter guttat. Ihre anfänglich melancholische Art hatte sich in Lebensfreude umgewandelt. Sie wirkte nach Onkel Williams Besuchen glücklich und befreit.<br />
Cassandra liebte es, wenn ihre Mutter so war, daher behielt sie ihr Geheimnis auch für sich.<br />
Allerdings wusste Cassandra auch nicht, dass gerade ihre Mutter sie am meisten enttäuschen würde.<br />
Suri und sie machten gerade zusammen Schularbeiten als ihr Vater, von Weitem zu sehen war. Sein Auto kam gerade die lange Auffahrt herauf.<br />
„Hol deine Mutter. Wenn Sir Arthur jetzt schon kommt muss etwas passiert sein.“<br />
Cassandra rannte los. Meist war sie um diese Zeit von ihrem Ausritt zurück und müsste jetzt eigentlich in ihrem Zimmer sein. Da war sie aber nicht. Cassandras nächstes Ziel war der Stall.<br />
Tränen standen ihr in den Augen als sie ihre Mutter so sah. Ähnlich wie Suri bei Chaka, kniete ihre Mutter nackt vor Simba. Agathas Brüste schaukelten bei jedem Stoß. Cassandra hielt sich die Ohren zu. Das Klatschen seines Beckens an ihrem Hintern und ihre lustvollen Schreie die durch die ganze Halle schallten, waren eindeutig zu viel. Cassandra wollte nicht sehen wie dieser riesige Pferdeschwanz ihre Mutter aufspießte. Immer wieder klatschte Simba auf ihre nackte Pobacke, bis Cassandras entsetzter Schrei ihrem Treiben, ein abruptes Ende bescherte.<br />
Simba verpackte panisch sein riesiges Teil und Agatha suchte eiligst ihre Sachen zusammen. Als Agatha zurück ins Haupthaus kam saß Arthur auf der Terrasse mit einer Flasche Scotch neben sich. Er war bleich wie eine Leiche.<br />
Agatha hingegen leuchtete in einem Rot, dass von ihrer Aufregung und ihrer Panik herrührte, entdeckt worden zu sein.<br />
Obwohl sie sofort nach Cassandra sehen wollte, hielt sie Arthurs Verfassung davon ab.<br />
„Was ist passiert?“ fragte sie ihn als sie merkte, dass er das Glas Scotch in einem Zug lehrte.<br />
„Die Mine ist eingebrochen. Es gib haufenweise Tote.“ In Arthurs Stimme war ein Bibbern zu hören. Der sonst so überhebliche Mann, schien am Bodenzerstört. Auch wenn Agatha und ihr Mann nicht mehr viel gemein hatten, nahm sie ihn in die Arme und versuchte ihn zu trösten.<br />
Agathas Welt fühlte sich wie ein Polo Ball an. Immer wieder wurde sie zwischen ihren drei Männern hin und her geschossen.<br />
Suri versuchte derweil Cassandra zu trösten, doch die wollte noch immer nicht mit der Sprache herausrücken.<br />
Aufgeregt kam das Dienstmädchen zu ihnen ins Zimmer gestürmt. „Die Mine ist eingebrochen!“<br />
Ihre Mutter war plötzlich ihr geringstes Problem. „Ajani“ hallte ihr panischer Schrei durchs ganze Haus. Cassandra war nicht mehr zu halten. Erst am Zaun hatte Suri die Kleine eingeholt.<br />
„Du kannst in der Mine nichts machen. Lass uns im Dorf warten.“ Cassandra wechselte ohne ein Wort zu sagen die Richtung. Auch dort war die Meldung bereits angekommen und die Frauen versammelten sich auf dem Platz und schauten sehnsüchtig in Richtung aus der die Arbeiter jeden Tag kamen. Es wurde Abend als die ersten Männer wieder zu sehen waren und die glücklichen Schreie der Frauen durch die Bäume hallten.<br />
Fünf Frauen standen noch wartend da. Ajanis Mutter hatte ihren Arm um Cassandra gelegt. Sie kannte das Mädchen, das mit ihrem Sohn befreundet war, inzwischen auch ganz gut.<br />
Erst als es spät und schon richtig dunkel war merkte Agatha, dass ihre Tochter nicht da war. Aufgeregt suchte sie die ganze Farm ab. Arthur konnte ihr nicht dabei helfen, denn er lag in dem Liegestuhl und schlief seinen Rausch aus.<br />
Auch Simba lief ihr über den Weg und half ihr bei der Suche. Erst bei Chaka erfuhren sie, dass die Beiden ins Dorf gegangen waren um auf die Männer zu warten, die aus der Mine kamen.<br />
So schnell war Agatha in ihrem ganzen Leben noch nicht gerannt und sah ihre Tochter, die im Schoß von Ajanis Mutter eingeschlafen war. Simba übersetzten und erklärte ihr, dass sie immer noch auf 4 Männer und Ajani warteten. Hier erfuhr sie auch, dass sich Cassandra mit Ajani angefreundet hatte und praktisch jeden hier im Dorf kannte. Agatha lebte nun schon Jahre hier und kam heute das erste Mal zu diesen Leuten.<br />
Wieder kam ein Mann durch die Nacht gestürzt und seine Frau fiel ihm weinend und glücklich um den Hals.<br />
„Ajani?“ fragte seine Mutter hoffnungsvoll und erntete nur ein bedauerndes Kopfschütteln. Agatha blieb neben ihnen sitzen. Simba und Suri brachten ihnen Decken, denn die Nächte wurden auch hier recht kühl.<br />
Erst der nächste Tag brachte die traurige Erkenntnis. Ajani war tief unten in einem der Schächte gewesen als die Minenwände nachgaben. Im Gegensatz zu den andern 3 Männern, hatte man seine Leiche noch nicht gefunden.<br />
„Nein, nein er ist nicht Tod.“ schrie Cassandra als Simba und Agatha sie nach Hause bringen wollten. Sie weinte aber sie hatte keine Tränen mehr. Simba war einfach stärker und nahm sie auf seine Schulter und trug sie bis auf die Farm.<br />
Cassandra war völlig fertig mit sich und der Welt. Tage lief sie wie ein Zombie durch die Gegend und gewahrte nichts mehr, was um sie herum passierte.<br />
Agatha machte sich nun Sorgen um Arthur und um ihre Tochter.<br />
Es waren inzwischen 3 Tage vergangen. Sir Arthur war gestern das erste Mal wieder in der Mine gewesen. Er hatte das Grauen gesehen. Bewusst sich seiner Verantwortung nicht gestellt zu haben, suchte er noch immer nach seiner Willensstärke, mit der er diesen Posten angetreten hatte.<br />
Der Frust saß tief in seinen Knochen. Seine Frau war nicht im Haus und die Flasche inzwischen sein bester Freund geworden.<br />
Agatha war mit Cassandra auf der Farm unterwegs. Sie wollte endlich mit ihr reden. Schließlich gab es zwischen ihnen noch etwas zu klären.<br />
Suri räumte unterdes Cassandras Zimmer auf und sammelte im ganzen Haus ihre Sachen zusammen. Über das Bett gebeugt merkte sie gar nicht wie sich Arthur näherte und sie packte. Sonst hatte er sich zwei Mal die Woche bei seinen Huren ausgetobt und nun war er schon eine ganze Woche hier. Sicher tat der Alkohol sein Übriges aber das rechtfertigte seine Tat nicht im Geringsten.<br />
„Hab dich nicht so du schwarze Schlampe“ schrie er Suri an, die sich aus seinem Griff lösen wollte. „Ihr rennt doch sonst auch immer nackt herum“ Arthur riss mit einem kräftigen Ruck ihr Kleid in Fetzen. Grob griffen seine Hände nach ihren Brüsten. Arthur hatte Suri aufs Bett gedrückt und war gerade dabei seine Hose zu öffnen als Cassandra, angelockt durch Suris Hilfeschreie, auf ihren Vater sprang und versuchte ihn von Suri wegzuzerren.<br />
In seiner Rage gab er ihr einen Schubs und Cassandra knallte mit voller Wucht gegen den Schreibtisch.<br />
Jetzt war auch Agatha da und realisierte schnell die Situation. Scheppernd zerbarst die große Porzellanvase auf seinem Kopf und schickte ihn ins Land der Träume.<br />
Die Stimmung im Haus war getrübt. Cassandra hatte zum Glück nur ein paar wenige Schrammen und blaue Flecke. Suri hatte schnell das Weite gesucht und Agatha saß nun am Bett ihrer Tochter. Noch immer brannte etwas auf ihrer Seele aber es war wieder einmal nicht der richtige Moment.<br />
Das ganze Haus hörte den Streit zwischen Agatha und Sir Arthur als er wieder nüchtern war. Da die Stimmung auf absehbare Zeit nicht besser zu werden schien, hatten die Beiden beschlossen, Cassandra in eine Mädcheninternat nach Salisbury zu schicken.<br />
Das Thema war schon einmal aufgekommen. Sir Arthur hatte sich Gedanken über Cassandras Erziehung gemacht. Nun sollte sie endlich zu einer englischen Lady erzogen werden. Gegen Cassandras Einspruch, wurde sie am nächsten Morgen nach Salisbury abgeschoben.<br />
Ihre grenzenlose Freiheit wurde augenblicklich durch englische Zwänge eingeschränkt. Es dauerte nicht einmal 3 Tage und sie wollte ausbrechen.<br />
Allerdings herrschte dort eine Hierarchie, die Cassandra erst nicht verstand.<br />
Nicht die Lehrer, Erzieher oder Aufseher maßregelten die Schülerinnen, sondern die älteren Mädchen übernahmen das. So sollten sie auf die Kolonialstrukturen vorbereitet werden. Sie waren die Elite und herrschten über die Anderen.<br />
Cassandra durfte die ersten 4 Wochen nicht einmal nach Hause schreiben, geschweige denn Briefe erhalten. Auch dauerte die Post etwa 3 Tage bis nach Hause. Cassandra hatte einen herzerweichenden Brief an ihre Mutter geschrieben, die selber noch an dieser Situation zu knabbern hatte.<br />
Agatha besuchte Suri ab und zu. Da Cassandra nun nicht mehr hier wohnte, war sie auch nicht mehr im Haus beschäftigt. Suri hatte noch immer Angst vor Sir Arthur aber war dankbar, dass Agatha ihr geholfen hatte.<br />
Schon am Tag nach Cassandras Abreise gab es dann doch erfreuliche Nachrichten. In der Mine wurde nach 4 Tagen ein Überlebender Junge, in einem Schacht gefunden. Er war schwer verletzt und ins Krankenhaus gebracht worden. Niemand wusste wer es war und das Krankenhaus war sehr weit weg. Suri bat Agatha um Hilfe.<br />
„Ajani?“ fragte sie. „Ist es Ajani den sie gefunden haben?“<br />
Agatha wusste es nicht aber auch sie hatte den Namen schon einmal gehört. War das nicht der Junge um den sich Cassandra Sorgen gemacht hatte?<br />
„Komm“ machte Agatha und zerrte Suri mit in die Scheune, wo das Auto stand. Suri stand diesem Blechkasten skeptisch gegenüber. Nur durch Agathas Zureden überwand sie sich und stieg ein. „Ajanis Mutter?“ fragte sie vorsichtig. Agatha nickte und sie fuhren zum Dorf. Sie zu überzeugen in das Mobil des Teufels einzusteigen war noch viel schwerer.<br />
Gemeinsam fuhren die 3 Frauen, die gut 80 Kilometer durch die staubige Landschaft.<br />
Agathas Auftreten öffneten ihnen sämtliche Türen und bald standen sie Tränenüberströmt vor dem Krankenbett. Es war Ajani!<br />
Er sah wirklich übel aus und die Tage ohne Essen hatten ihm extra noch zugesetzt.<br />
Der Oberarzt trat an sie heran. Sein Benehmen ließ wirklich zu wünschen übrig. „Wer übernimmt die Hospitalkosten für den Jungen?“ Niemand hatte Agatha je so explodieren sehen.<br />
„Selbstverständlich übernimmt das die Minengesellschaft. Schließlich waren ihre schlampigen Sicherheitsmaßnahmen für das Unglück verantwortlich.“ Die beiden schwarzen Frauen schauten Agatha entsetzt an und als der Arzt noch einmal ansetzen wollte, hob Agatha noch einmal an.<br />
„Wissen sie nicht wer ich bin?“ Der Arzt war vor Schreck einen Schritt zurückgetreten. „Ich bin Agatha Connely. Die Frau des Minenbetreibers. Gibt es noch mehr Fragen?“<br />
Er traute sich nicht einmal zu antworten, sondern schüttelte nur mit dem Kopf, bevor er sich aus dem Staub machte. Suri hatte inzwischen Ajanis Mutter Agathas Worte übersetzt, die sich ihr jetzt gleich dankend zu Füßen warf.<br />
„Cassandra hat es immer gewusst, dass er noch lebt!“ sagte sie. Suri nickte und übersetzte es auch Agatha. Nun nickte auch sie. Die zwei Kinder hatten die drei Frauen in dieser schweren Zeit zusammengebracht.<br />
Ajani erholte sich schnell. Agatha sorgte für ihn und seine Familie. Schon als sie erfuhr, dass Ajani noch lebte, setzte sie sich hin und schrieb Cassandra einen Brief. Sie wusste ja nicht, dass die Mädchen im ersten Monat keine Briefe empfangen durften. Als Mutter machte sie sich schon Sorgen als Cassandra nicht antwortete. Lag es etwa an ihr? Konnte sie ihr wirklich nicht verzeihen?<br />
Der erste Monat im Internat war vergangen. Sie hatte es schwer sich anzupassen. Einfach so reiten zu gehen oder ins Dorf zu Ajani zu laufen, war hier nicht möglich. Nichts war möglich.<br />
Emotionslos ließ sie alles über sich ergehen. Für sie gab es keinen Grund weiterzuleben. Ihre Eltern hatten sie maßlos enttäuscht und Ajani der sie heiraten wollte, hatte sein Leben in der Mine gelassen. Auch wenn das Herz ihr etwas anderes sagte, steckte der Schmerz tief.<br />
Nach einer endlos langen Zeit, bekam sie endlich die Briefe ihrer Mutter ausgehändigt.<br />
Ein lauter Freudenschrei hallte durch das ganze Internat. Nichts anderes zählte mehr. Alani lebte! Schnell antwortete sie und wollte alles ganz genau wissen aber am liebsten hätte sie ihren Koffer gepackt und wäre zu ihm gefahren.<br />
Cassandra war wie ausgewechselt. Trotzdem tat sie sich schwer damit, Freundschaften zu schließen. In ihrer Klasse gab es ein oder zwei tyrannische Mädchen die allen anderen das Leben schwer machten. Das war wahrscheinlich das Beispiel der kolonialen Erziehung, andere zu unterdrücken.<br />
Da war noch dieses andere Mädchen, die ähnlich wie sie, immer Abseits stand. Sie wurde weitestgehend von den anderen gemieden. Auch wenn Clairice einen europäischen Namen hatte, deutete ihre Milchkaffeebraune Haut von keiner reinen Herkunft.<br />
Ihre gemischtrassige Herkunft machte ihr Leben unter den Weißen nicht gerade einfach. Ihr Vater stand zu ihr. Er liebte sie und ihre Mutter und wollte ihr deshalb die beste Erziehung ermöglichen. Clairice wollte seinen Traum nicht zerstören und ertrug das Martyrium der Mitschüler.<br />
Wieder einmal hatte Beatrix die Klassenzicke sie am Wickel und reizte sie bis aufs Blut.<br />
Die Beleidigung die sie Beatrix als Revanche an den Kopf warf prallte an ihr ab.<br />
Nur Cassandra lachte herzhaft auf. „Warum beleidigst du die armen Ziegen so?“ fragt sie das Mädchen zurück, die erschrocken aber lächelnd den Kopf senkte. Sie hatte nicht erwartet, das sind noch andere Mädchen im Internat ihre Muttersprache sprachen. Fortan waren die beiden Mädchen nicht mehr auseinander zu bringen und wenn es Geheimnisse zu bereden gab, wussten sie, wie sie es vor den anderen verbergen konnten.</p>
<p>Allerdings war es genau das, was Beatrix erneut auf die Palme brachte, woraufhin sie sich nun Cassandra, zum erklärten Feind Nummer eins auserkoren hatte.<br />
Cassandra war aber eine Kämpferin und wies Beatrix schlussendlich in die Schranken. Schon am Ende des Schuljahres hatte sie die Führung übernommen und helfende Strukturen eingeführt. Die Lehrer, die anfangs skeptisch dem gegenüberstanden, sahen die ausgezeichneten Leistungen dieser Klasse. Cassandra rief eine Art Nachhilfe ins Leben.<br />
Irgendwie zeichnete sich so langsam ein Faden in ihrem Leben ab. Erst brachte sie Suri das Lesen und Schreiben bei und hatte auch bei Ajani damit angefangen und nun half sie ihren Mitschülern, das Beste aus sich heraus zu holen.<br />
„Willst du mal Lehrerin werden?“ fragte sie Clairice abends als sie in ihrem Zimmer saßen. Im Inneren wusste Cassandra die Antwort schon eine ganze Weile. Das Lernen fiel ihr leicht und sie freute sich, wenn die anderen Fortschritte machten, mit ihrer Hilfe.<br />
Sehnsüchtig erwartete sie die Ferien. 3 Wochen nach Hause. 3 Wochen zu Suri und Ajani. Nun gut mit ihrer Mutter hatte sie ihren Frieden gemacht, obwohl keiner der Beiden das Thema in ihren Briefen je wieder angesprochen hatte.<br />
Cassandra begrüßte ihre Mutter und rannte schnurstracks zu Suri. Sie fiel vor ihr auf die Knie. Ihr ganzes Gesicht drückte ihre unbändige Freude aus. Suri hielt ein kleines Baby in den Armen. „Chaka und du?“ fragte Cassandra obwohl bei Suris glücklichem Gesicht nichts anderes möglich war. Sie umarmten sich und Suri legte ihr, ihre kleine Cassy in die Arme.<br />
„Warum habt ihr nichts gesagt? Ich hätte doch ein Geschenk mitgebracht.“<br />
Suri streichelte über ihre Wange. „Es sollte eine Überraschung für dich sein und du bist für uns alle, das größte Geschenk.“<br />
Suri musterte Cassandra. Sie hatte sich in diesem Jahr ganz schön verändert. Nicht nur ihr Auftreten hatte sich verändert, sondern auch ihr Körper. Mit ihren fast 14 Jahren wurde sie langsam zur Frau und die ersten weiblichen Formen prägten ihren schönen Körper.<br />
Sie redeten lange als langsam die Dämmerung über sie hereinbrach.<br />
„Ajani?“ Cassandras Frage kam leise und vorsichtig.<br />
„Er arbeitet wieder in der Mine. Lauf schon los. Er weiß nicht, dass du zu Besuch kommst.“ Cassandra strahlte übers ganze Gesicht und konnte die kleine Cassy nicht schnell zurück in Suris Arme legen.<br />
Sie rief Chaka, der gerade kam nur noch einen Glückwunsch zum Nachwuchs zu und verschwand in Windeseile. Er schaute seine Frau fragend an. „Ajani“<br />
Lächelnd setzte er sich neben seine Frau und schaute dem davoneilenden Blondschopf nach. Sie rannte den Männern die aus der Mine kamen entgegen. „Cassandra“ rief Ajani als er sie erkannte. Noch in vollem Lauf sprang sie ihn an und umarmte ihn. Auch er schlang überglücklich seine Arme um sein Mädchen. Die Männer neben ihnen nahmen die Zwei mit einem Schmunzeln zur Kenntnis.<br />
Gemeinsam gingen sie nach Hause, wo Cassandra auch seine Mutter begrüßte und umarmte. Ajani und seine Mutter erzählten, dass Agatha ihnen sehr geholfen hatte. Sie hatte sogar mit ihrem Mann die Übernahme der Krankenhauskosten vereinbart und Ajani wieder eingestellt als er wieder gesund war.<br />
„Bleibst du zum Essen?“ Cassandra gehörte im Dorf sowieso schon zur Familie also war das weniger eine Frage als eine Festlegung.<br />
„Los waschen!“ rief Ajani und griff Cassandras Hand. Für ihn war das immer noch ganz natürlich seine Sachen fallen zu lassen und sich in das Wasser zu stürzen. Ein bisschen Dame hatte die Erziehung im Internat doch in ihr hervorgebracht. Ungewohnt beschämt überlegte sie anfangs noch, ob sie ihr Unterhemd anbehalten sollte. Sie hatte aber auch die Veränderungen an Ajani bemerkt. Er war jetzt gut einen halben Kopf größer als sie und sein muskulöser Oberkörper erinnerte sie mehr an Simbas Anblick, den sie aber gern vergessen würde. Nichtsdestotrotz spürte sie ein eigenartiges Gefühl in ihrem Inneren. Sie die Kämpferin fasste sich ein Herz und warf ihr Unterhemd beiseite als Ajani kurzzeitig untergetaucht war. Schnell rannte sie ins Wasser und Minuten später alberten sie wie früher herum.<br />
Cassandra tauchte vor Ajani auf. Das Wasser bildete einen glitzernden Schein um sie als sie ihre langen blonden Haare, mit einer Kopfbewegung nach hinten warf. Ajani stand wie angewurzelt vor ihr. Heute sah er sie das erste Mal mit anderen Augen.<br />
Ob er jetzt schon die junge Frau sah, die sie gerade wurde oder einfach nur ihre Schönheit bewunderte, wusste Cassandra nicht als sie ihn mit einem zaghaften Kuss auf den Mund aus seinen Betrachtungen riss.<br />
Cassandra stand schon wieder am Ufer als er sich dessen bewusst wurde und ihr folgte. Fröhlich und ausgelassen kamen sie zu Ajanis Mutter zurück, die schon wartete und sie mit einem wissenden Lächeln empfing.<br />
Die Tage vergingen wie im Flug. Agatha brannte noch immer das Unausgesprochene auf der Seele aber sie hatte Angst das gute Verhältnis zu ihrer Tochter erneut zu zerstören. Doch sie fand keine Ruhe, wenn sie das nicht geklärt wusste.<br />
Es war der Tag bevor Cassandra wieder ins Internat musste als Agatha sie beiseite nahm. „Mein Schatz ich möchte dir noch etwas erklären.“ Cassandra ahnte sofort worum es ging und wollte schon abblocken aber ihre Mutter wollte nicht länger schweigen.<br />
„Dein Vater und ich haben nicht aus Liebe geheiratete. Als du uns damals im Stall gesehen hast……“ Agatha verstummte und schaute ihre Tochter hoffnungsvoll an. „Ich brauche auch etwas Zuneigung und ja ich brauche auch Sex.“<br />
Sie hatte gerade ein Tabuthema angesprochen, welches in ihren gehobenen Kreisen, niemand offen ansprach. Durch Suri, der sie alles gebeichtet hatte, hatte sie viel gelernt. Intimität war für diese Leute etwas ganz Normales.<br />
„Simba hat mir gutgetan. Er hat mir neuen Lebensmut gegeben, wenn dein Vater sich bei seinen Huren vergnügte.“<br />
Cassandra standen die Tränen in den Augen. So richtig glaubte sie ihrer Mutter noch nicht. „Und was war das dann mit Onkel William?“ ließ Cassandra die Katze aus dem Sack.<br />
Agatha hatte keine Ahnung, dass ihre Tochter auch von dieser Affaire wusste. Ja, sie hatte sich nicht richtig verhalten aber sonst hätte sie diese schwere Zeit nicht überstanden.<br />
„William ist so ganz anders als Simba und dein Vater. Er ist zärtlich und liebevoll. Ich glaube sogar er liebt mich.“ Cassandra sah in den Augen ihrer Mutter etwas, was sie so noch nie gesehen hatte. Liebte sie ihn etwa auch?<br />
„Hast du einmal gesehen, dass dein Vater mich einfach so in den Arm genommen hat?“<br />
Cassandra konnte sich wirklich nicht an so etwas erinnern und seit sie Ajani geküsst hatte, fühlte sie etwas, wovon sie nicht wusste was es war. War es das von dem ihre Mutter sprach.<br />
Agatha war äußerst überrascht als ihre Tochter sie in den Arm nahm. Sie war schon viel erwachsener als sie vorerst angenommen hatte.<br />
Agatha hatte nach dem Vorfall im Stall alle ihre Liebeleien eingestellt. Simba wie auch William konnten sie nicht verstehen. Sie tat das nicht wegen Arthur, nein sie tat das wegen Cassandra.<br />
Sie war schon wieder Monate im Internat als sie ein Brief ihrer Mutter erreichte. Die Mine warf zu wenig ab. Sie konnte bei Weitem nicht mit den Minen, der British South Africa Company in Südafrika mithalten und drohte, da sie zum gleichen Konsortium gehörten, geschlossen zu werden.<br />
Anders sah es mit der Mangan- und der Goldmine aus, für die ihr Vater verantwortlich zeichnete. Außerdem engagierte er sich seit kurzem auch politisch. Die anderen beiden Minen lagen näher an der Hauptstadt, wo er sich auch mehr Aufstiegschancen in der Politik erhoffte. Agatha berichtete von dem geplanten Umzug und war glücklich, sie dann öfter sehen zu können.<br />
Der ersten Freude folgten die Wehmutstropfen. Jeglicher Kontakt zu Ajani würde abreißen. Cassandra brach es das Herz.<br />
Doch Cassandra gab nicht so schnell auf. Über William kamen ihre Briefe zu Suri und Suris Briefe zu ihr. So blieb Cassandra immer auf dem Laufenden, was zu Hause passierte. Auch William erfuhr so wie es Agatha und ihr ging. Er hatte sich wirklich in sie verliebt und trauerte der gemeinsamen Zeit nach.<br />
Jahre vergingen und aus dem Mädchen wurde eine bildhübsche junge Frau.<br />
Agatha und Arthurs Ehe bestand nur noch auf dem Papier. Sie wohnten schon nicht einmal mehr zusammen. Allerdings kam Arthur seinen finanziellen Verpflichtungen ohne Widerspruch nach und finanzierte seine Frau und Cassandras Schule weiterhin.<br />
Agatha hatte ohne Cassandras Wissen wieder Kontakt zu William aufgenommen und er hatte sie auch schon im Geheimen besucht. Agatha wie auch er, wollten ihrer Liebe eine 2. Chance geben. Agatha jedoch erbat sich die Zeit, die Cassandra brauchte ihre Schule abzuschließen. William war froh nun doch noch eine Möglichkeit zu bekommen, mit Agatha zusammen zu sein und wartete geduldig seine Zeit ab. Dieses letzte Jahr würde er auch noch überstehen.<br />
Sie waren in ihrem letzten Schuljahr und Cassandra bemerkte bei ihrer Freundin einige Veränderungen. Nicht nur das sie mit ihren leicht gekräuselten Haaren, ihrer seidenweichen leicht braunen Haut wunderschön aussah, nein ihre Augen strahlten eine Tiefe ab, die überaus faszinierend war.<br />
Es kränkte Cassandra schon ein wenig, dass sie plötzlich Geheimnisse vor ihr zu haben schien.<br />
In den Zimmern war schon Ruhe eingekehrt und Cassandra machte sich auf den Weg, Clairice endlich zur Rede zu stellen. Früher trafen sie sich oft gemeinsam und erzählten aus ihrem früheren Leben.<br />
Vor Clairice Zimmertür stoppte Cassandra plötzlich. Seltsame Geräusche klangen aus ihrem Zimmer. Vorsichtig öffnete sie die Tür einen kleinen Spalt.<br />
Cassandra war entsetzt und fasziniert zugleich. Erst dachte sie Beatrix, die über Clairice thronte würde ihr etwa antun wollen aber die beiden waren vollkommen nackt.<br />
Während Beatrix zärtlich und genüsslich an ihrer braunen Brust nuckelte, hatte Clairice ihr Gesicht in ihrem Schoss platziert. Die Geräusche, die Beatrix von sich gab, kannte Cassandra bereits von ihrer Mutter. Dieses wollüstige hingebungsvolle Stöhnen hatte auch Simba, Agatha entlockt als sie sich ihm hingab.<br />
Nun sah sie Clairice Zunge die Beatrix Schoss entlang fuhr und sie genüsslich ausleckte. Ihr Stöhnen wurde immer intensiver und als Beatrix ihren Höhepunkt erlebte, vergrub sie ihr Gesicht zwischen Clairice Beinen.<br />
Ihr junger Körper schüttelte sich vor Lust, bis die Wellen langsam abebbten.<br />
Beatrix richtete sich wieder auf, drehte sich zu Clairice und strahlte sie zufrieden an. „Du bist verrückt“ hauchte sie ihr zu, bevor sie ihr einen sinnlichen Kuss gab und sich an ihre Seite schmiegte. Clairice hatte ihren Arm um sie gelegt und küsste sie erneut.<br />
Cassandra schloss leise die Tür. Das Ganze hatte sie mächtig mitgenommen und sie sehnte sich ebenfalls einen Menschen herbei, der ihr solche Gefühle entlockte.<br />
Ihre Brustwarzen standen steif und als sie wieder in ihrem Bett lag, kam sie nicht umhin, in Gedanken an das Gesehene, eine Hand in ihrem feuchten Schoss zu vergraben.<br />
Die letzten Wochen bis zu ihrem Schulabschluss waren wie im Fluge vergangen. Sie hatte jetzt Ajani 5 Jahre nicht gesehen. Laut Suri war er nach Schließung der Mine in die Stadt zu seinem großen Bruder gegangen. In ihrem letzten Brief stand aber, dass er vorhatte wieder zurück zu kehren, was Cassandras ganze Hoffnung war.<br />
Agatha und William hatten den Umzug, zurück auf die Farm organisiert. Sie hatten mit Arthur reinen Tisch gemacht und er hatte der Scheidung bereitwillig zugestimmt. Ob aus den Beiden etwas werden würde, stand noch in den Sternen aber momentan war Agatha glücklich. Und Cassandra konnte ihr Glück kaum fassen, hatte sie doch nach 5 Jahren die Gelegenheit Suri, Cassy, Chaka und vor allem Ajani wiederzusehen.<br />
Die Kleine war ein wahrer Wonneproppen und obwohl sie Cassandra nicht kannte, waren die Beiden gleich ein Herz und eine Seele. Das war die Cassandra von der ihr, ihre Mutter so viel erzählt hatte und die ihr ab und zu ein Geschenk geschickt hatte. Auch Agatha freute sich Suri und die kleine wieder zu sehen.<br />
„Musst du nicht los?“ sprach Suri Cassandra mit einem verschmitzten Lächeln an.<br />
Sie hatte schon erzählt, dass Ajani einen neuen Job auf einer nahen Farm angenommen hatte. Die Maisernte war zwar längst vorbei aber das Dreschen des Maises war noch in vollem Gange und die Tage lang.<br />
Cassandra hatte ihn 5 Jahre nicht gesehen aber es zog sie unaufhaltsam zu ihm. Ajanis Mutter saß auf dem Platz und flocht gerade einen Korb als eine weiße Frau an ihr vorbei in ihre Hütte stürmte.<br />
Da war es wieder dieses Geräusch, das ihr schon so viel Unheil brachte. Sie riss die Decke weg und sah einen nackten schwarzen Männerhintern, der sich wie ein Dampfhammer zwischen die weit gespreizten Beine eines Mädchens fallen ließ. Cassandra stand wie versteinert da. Wie konnte er nur?<br />
Mit Tränen in den Augen stürmte sie davon. Dass Ajanis Mutter sie zurückrief, hörte sie bei ihrem Schluchzen nicht mehr. Sie rannte, sie wusste nicht wohin sie rannte, sie rannte einfach immer gerade aus. Zurück zu Agatha und William wollte sie nicht. Das Glückliche Paar konnte sie jetzt, einfach nicht ertragen.<br />
Irgendwann war sie völlig außer Puste und setzte sich an einen Baum. Sie hatte die Sicherheit des Dorfes verlassen. Ihr Schluchzen hatte unbemerkt eine Löwin angelockt. Keine 50 Meter vor ihr stand sie und schaute Cassandra, fauchend an. Sicher hatte sie ihre Jungen in der Nähe aber für einen Rückzug war es jetzt zu spät. Schritt für Schritt näherte sich das riesige Tier, dem die junge Frau nichts entgegen zu setzen hatte. Ihre Schritte wurden schneller und sie ging definitiv auf Angriff.<br />
Cassandra verschränkte die Arme vor ihren Augen als würde das etwas nutzen. Eigentlich war sie die Kämpferin aber die Löwin hatte sie in einem verletzlichen Moment erwischt.<br />
„Auwaaahui“ jaulte die große Raubkatze auf als sie der erste große Stein traf, dem gleich noch ein Weiterer folgte. Ein großer schwarzer Mann kam laut schreiend aus der Dämmerung und warf weitere Steine nach ihr.<br />
Glücklicherweise war sie davon so überrascht, dass sie das Weite suchte.<br />
„Miss, sie sollten nicht hier draußen rumlaufen. Cassandra schaute vorsichtig auf. Das war, das war…….wirklich Ajani.<br />
„Miss“ versuchte er ihr ein Wort zu entlocken „woher kommen sie?<br />
Irgendwie belustigte es Cassandra, dass er sie nicht erkannte. Hatte sie sich wirklich so verändert?<br />
Cassandra war aufgestanden. Früher waren sie gleich groß aber heute überragte sie Ajani um einen ganzen Kopf. Er musterte sie von oben bis unten. Er hatte noch nie eine so gutgekleidete Lady gesehen.<br />
Er lief immer einen halben Schritt hinter ihr. Überall hatten die weißen den Vortritt und die selbstverwaltende Regierung der Briten hatte dieses Problem und die Rassenunterschiede sogar noch verstärkt und Missachtung unter strenge Strafe gestellt.<br />
Cassandra ließ ihn zappeln. Sie musste sich ehrlich gesagt, sogar das Lachen verkneifen.<br />
Ihr Weg führte am Fluss vorbei als Cassandra stehen blieb und auf das Wasser schaute. Es war schon dunkel geworden aber der fast volle Mond warf ein gedämpftes Licht auf das Plateau und den Fluss. Das Geräusch des Wassers, welches prickelnd die Stille unterbrach, erregte Cassandras Körper genauso wie der schwarz glühend Körper, der neben ihr stand.<br />
„Ein schöner Ort zum Baden“ Cassandra hatte ihre Worte leise und so berauschend gesprochen, dass Ajanis Herz wild zu klopfen begann. Sei es das immer noch pulsierende Adrenalin, welches immer noch in seinen Adern floss aber er antwortete „Ja“.<br />
„Dann los“ befahl die schicke Lady und kickte ihre Schuhe beiseite, um sich dann den Reißverschluss ihres Kleides zu öffnen.<br />
„Miss, Miss das geht nicht“ sagte er panisch. Wenn jemand ihn mit einer nackten weißen Frau erwischen würde, wäre das sein Ende. Sie würden ihn nicht einmal auspeitschen, sie würden ihn gleich erschießen.<br />
Trotzdem ließ sie das Kleid fallen und zog auch noch ihr Unterkleid aus bis sie sich splitternackt ins Wasser stürzte.<br />
Total entsetzt schaute er der verrückten Weißen nach. Strahlend hell blitzten ihre schönen Brüste auf als sie wieder auftauchte und zu ihm aufschaute.<br />
„Früher hattest du nicht so eine Angst vor mir.“<br />
Ajani überlegte. Das konnte doch nicht sein. „Cassandra?“ kam seine verhaltene Frage im gleichen Augenblick mir seiner Erleuchtung.<br />
Sie beobachtete ihn genau als er sich auszog. Die harten Bauchmuskeln, die kräftigen Arme und das Ding zwischen seinen Beinen, dass immer mehr zu wachsen begann. Langsam schritt er auf sie zu.<br />
Sanft legten sich ihre Hände auf seine Brust, während er ihr ganz tief in die Augen sah und sein Glück noch immer nicht fassen konnte. Diese wunderschöne Frau war seine Cassandra. Seine kräftige Hand fasste ihren Hintern und zog sie jetzt ganz dicht an ihn heran. Langsam beugte er sich zu ihr herunter und Cassandra öffnete ihre Lippen, die im nächsten Augenblick die seinen berührten.<br />
Das war kein Kuss mehr unter Kindern. Nein, dieser Kuss entfachte ein Feuer, dessen Glut schon Jahre schwelte, zu einem Großbrand.<br />
„Sei sanft zu mir“ hauchte sie ihm ins Ohr als er sie hochhob und sie ihre Beine um seine Hüften schlang. Langsam öffnete sich ihr Schatzkästchen, das erste Mal für einen Mann. Ein kurzer Ruck und ein leicht verzerrtes Gesicht hatten sie zu seiner Frau werden lassen.<br />
Er verwöhnte ihre wundervollen Brüste. Er saugte an den Kuppen, ihrer schneebedeckten Hügeln und raubte ihr die Sinne. Er fuhr so tief in ihre Grube ein, dass sie kaum noch Luft zum Atmen hatte. Ajani hob sie in den Himmel der Lüste und entlockte ihr animalisch Laute, die Cassandra sich selber nie zugetraut hatte.<br />
Sie küsste und sie liebte ihn und als sie ihn bestieg, wusste sie warum ihre Mutter nicht ohne William sein konnte.<br />
Die Zeit war wie im Fluge vergangen und Ajanis Mutter sah nicht mehr das junge Mädchen, welches vorhin weggelaufen war, sondern eine glückliche Frau.<br />
Neben ihr saß ein junger Mann und die junge Frau, die Cassandra vorhin in der Hütte gesehen hatte. Es war ihr ein wenig peinlich als sie erfuhr, dass Ajanis älterer Bruder war, den sie vorhin gesehen hatte.<br />
Tage der Glückseligkeit und der Lust folgten. Zwei Tage später wollte Cassandra, Ajani ihrer Familie vorstellen.<br />
Es war schwer für sie ihn jeden Tag gehen zu lassen und dass sie nicht beisammen sein konnten, wenn sie wollten. Ajanis Bruder war mit seiner Frau noch in die Hütte der Eltern gezogen, was den ohnehin schon begrenzten Platz noch mehr strapazierte. Somit war kein Platz für ihre Zweisamkeit.<br />
Agatha war ihre Mutter und sah sofort, dass sie mit keinem Kind mehr sprach als sie Cassandra bat, Ajani zum Abendessen mitzubringen. William und sie wollten den Mann, der ihre Tochter so verzaubert hatte, doch endlich richtig kennenlernen.<br />
Cassandra hatte keine Zeit gehabt Ajani vorzuwarnen, so wusch er sich schnell und lief mit Cassandra an der Hand in Richtung Farm. Sein Herz klopfte wie wild. Er hatte die Farm von William Connely noch nie betreten und heute, sollte er sogar zum Abendessen ins Haupthaus kommen.<br />
Hunger hatte er keinen. Die Steine die in seinem Magen hin und her kullerten und ihm dieses besagte Unwohlsein bescherten, trieben ihm sogar die Schweißperlen auf die Stirn. Hätte Cassandra seine Hand nicht festgehalten, wäre er sicher geflüchtet.<br />
Agatha umarmte ihn gleich. Diese Nähe zu den Weißen war er nichtgewohnt. Cassandra zählte dabei nicht. Sie war schon immer seine Freundin und er sah sie nicht als etwas anderes. Sie gehörte einfach zu ihm.<br />
Agatha kannte Ajani schon von den Krankenhausbesuchen, war aber dennoch positiv überrascht, was für ein ansehnlicher junger Mann aus ihm geworden war.<br />
Vor William Connely hatte er die meiste Angst, schließlich war er der Besitzer von all dem hier. Er war zwar bei seinen Leuten als gerechter Mann angesehen aber Ajani kam hier als Freund von Cassandra und wusste nicht wie er das auffassen würde. Der feste Männerhandgriff zur Begrüßung zeigte ihm aber, dass er sich nicht über Ajani stellte.<br />
Sie saßen beim Essen, keiner monierte Etikette oder seinen Umgang mit Messer und Gabel. Sie unterhielten sich ganz normal.<br />
„Wie habt ihr euch denn eure Zukunft vorgestellt?“ fragte William so nebenbei und sah in zwei erschrockene Gesichter.<br />
Ajani schien sich schneller gefangen zu haben als Cassandra, die eigentlich immer noch nicht wusste, wohin das Leben sie führen würde.<br />
„Ich wollte sie schon immer heiraten.“ antwortete Ajani und lächelte seine Traumfrau dabei glückselig an.<br />
„Ja“ mischte sich jetzt auch Cassandra ein „er wollte mich schon heiraten als wir Kinder waren.“<br />
Agatha strahlte, wenngleich sie auch wusste, dass so eine Verbindung Probleme mit sich bringen würde.<br />
„Hast du das Brautgeld schon zusammen?“ fragte William belustigt. Er kannte die einheimischen Traditionen, die aber der englischen entgegenstanden, die eher der Braut eine Mitgift der Eltern zusicherte.<br />
Wie ernst Ajani das meinte, sahen sie erst als er in seine Hosentasche griff und den größten Diamanten auf den Tisch legte, den William je gesehen hatte. Agatha und William verschlug es die Sprache.<br />
„Der ist Millionen wert.“ Williams Worte schockten nun auch die anderen Drei, die sich das niemals vorstellen konnten.<br />
„Pass gut auf deine zwei Schätze auf.“ sprach ihn William an und legte ihm den Stein wieder in die Hand und blickte Cassandra an. Sein freundlich nickendes Gesicht, wirkte wie die Zustimmung zu ihrer Beziehung.<br />
Auch Agatha legte ihre Hände auf die der Beiden und führte sie zusammen.<br />
Ajani fiel ein Stein vom Herzen. Nie im Leben hatte er sich vorstellen können, so warmherzig empfangen zu werden.<br />
Agatha wie auch William hatten sich mit der Lebensweise der Einheimischen angefreundet und das Land und die Leute lieben gelernt. So waren sie toleranter als die meisten Weißen.<br />
Cassandra nahm Ajani mit in ihr Zimmer. Die vielen neuen Eindrücke flashten ihn gewaltig. Er hatte zwar schon einmal ein Bett gesehen aber noch nie in einem geschlafen. Erst traute er sich nicht aber als Cassandra sich rückwärts einfach hineinfallen ließ, legte er sich zaghaft neben sie.<br />
Er hatte eine ganz andere Welt betreten und das nur weil er Cassandra kannte und liebte. Sie strich mit ihrer Hand über seine Lippen.<br />
„Und war es so schlimm?“<br />
„Sie waren so nett zu mir“ antwortete er als könne er es immer noch nicht fassen. „Sie lieben dich genau wie ich.“ Ihre Blicke trafen sich und es gab keine Zweifel, dass er sie nicht lieben würde. Sanft berührten sich ihre Lippen zu einem Kuss, zu einem Versprechen. Schnell hatte die Leidenschaft sie erfasst. Das Händchenhalten unter dem Tisch hatte sie verbunden und gegenseitig Halt gegeben aber jetzt brauchten sie sich.<br />
Cassandras Hände fuhren in das Hemd, welches sie ihm mitgebracht hatte. So ungewohnt wie sich der Stoff auf seiner Haut auch anfühlte, war es nicht unangenehm. Ihre weiche Hand aber war, um so vieles besser. Knopf für Knopf öffnete sie es und schob es von seinen Schultern. Ihre Lippen ließen seine Haut prickeln. Zart hauchte sie ihre Küsse auf seine Brust, biss ihn sacht in seine kleine Brustwarze, bis er nun seinerseits begann ihr Kleid zu öffnen.<br />
Vorsichtig schob er es von ihren Schultern. Cassandra schaute ihn die ganze Zeit an. Seine Augen funkelten je mehr Haut er von ihr sah.<br />
Cassandra stand plötzlich auf und ließ das Kleid von ihrem Körper gleiten. So etwas hatte Ajani noch nie gesehen. Dieser seidige hauchzarte Stoff des Negligés, welches Cassandra nur für diesen Moment angezogen hatte, lies ihn staunend ihren schönen Körper betrachten. Aufgeregt stachen ihre Brustwarzen durch den dünnen Stoff, den Ajani jetzt ganz vorsichtig berührte.<br />
Die Frauen in seinem Dorf trugen meist ein Tuch um ihren Körper gewickelt, wenngleich auch einige ihre Brüste unverhüllt ließen. Cassandra scheute sich nicht ihm ihre Brüste zu zeigen aber sie aus dieser anregenden Verpackung zu schälen, hatte etwas ganz Besonderes.<br />
Der Stoff fühlte sich unter seinen Fingern irgendwie kühl und glatt an und legte sich um Cassandras Brüste, wie eine zweite Haut. Ajani spürte alles als er mit seiner Hand, ihre Rundungen verwöhnte.<br />
Cassandra keuchte leise auf. Er hatte den Druck erhöht und ihr wunderbare Gefühle beschert. Ihr Blick fiel nach unten auf seine Körpermitte. Die Beule in seiner Leinenhose war unverkennbar.<br />
Ihre Hand streckte sich nach seiner. Cassandra zog ihn zu sich hoch und Ajani folgte ihr. Seine Hose konnte ihren flinken Fingern nicht lange widerstehen. Voller Freude sprang ihr, sein wippender Schwanz entgegen als sie den Hosenbund über seinen Hintern drückte und sie langsam zu seinen Füßen fiel.<br />
Beide waren sie neugierig aber noch immer recht unerfahren. Cassandra kam nicht umhin, diesen schwarzen Prügel in ihre Hand zu nehmen. Noch immer konnte sie nicht begreifen, wie sie ihn in ihrem zarten Körper aufnehmen konnte.<br />
Seit sie ihre Freundin Clairice mit Beatrix gesehen hatte, ging ihr das Bild nicht mehr aus dem Kopf, wie sie zärtlich durch ihren Schoß leckte und sie so hingebungsvoll ihren Gefühlen freien Lauf ließ.<br />
Cassandra deutete ihm an sich auf das Bett zu legen, bevor sie über ihn stieg.<br />
Ajani war völlig verwirrt aber auch angetan. Ein ungewöhnlicher Duft drang in seine Nase und als er plötzlich Cassandras Zunge an seiner roten Spitze spürte und ein angenehmes Zucken durch seine Stange ging, ahnte er zu verstehen.<br />
Vor ihm öffnete sich gerade die wundervollste Blüte. Seine Zunge tauchte in ihren Nektar und er sah wie sie sich immer weiter öffnete. Berausch von ihrem süß salzigen Geschmack labte er sich immer intensiver an ihr.<br />
Ihr Stöhnen vermischte sich mir seinem, als Cassandra ihre Lippen um den roten Apfel schloss.<br />
Je mehr er in die Tiefen ihre Blüte vordrang und ihr nie gekannte, wunderbare Gefühle bescherte, umso mehr schraubte sich ihre Hand um seinen Stamm.<br />
Seine Finger öffneten ihre Blütenblätter weiter, bis ihr zuckersüßer Stempel zum Vorschein kam, den seine Lippen augenblicklich genüsslich einsaugten und ihr einen Lustschrei entlockten, der bestimmt im ganzen Haus zu hören war.<br />
Cassandras Becken zuckte unkontrolliert und immer wieder berührte ihre Blume seine Lippen, was es für sie nicht gerade einfacher machte. Ihr Höhepunkt war so gewaltig und währte gefühlt ewig, sodass sie völlig erschöpft auf ihm zusammenbrach.<br />
Wie konnte er Cassandra seine Liebe besser zeigen als so. Der Anblick entschädigte ihn dafür, dass sie es nicht mehr geschafft hatte, ihn ebenfalls über die Klippe zu treiben aber dafür hatten sie noch ein ganzes Leben.<br />
Der süße Hintern vor seinen Augen, brauchte eine ganze Weile bis er sich wieder bewegte. Cassandra wälzte sich von Ajani herunter und legte sich neben ihn. Sein Arm empfing sie liebevoll und zog sie dicht heran.<br />
„William hat bei deinem Boss Bescheid gesagt. Du musst morgen nicht arbeiten.“ Ajani blickte sie erschrocken an. Er brauchte das Geld für seine Familie. Dass er einen Millionenschatz in seiner Hosentasche hatte, realisierte er noch immer nicht, mal davon abgesehen, dass er als Schwarzer ihn niemals zu einem angemessenen Preis verkauft bekäme, wenn überhaupt.<br />
„Onkel William will morgen mit dir etwas bereden.“<br />
Was für Cassandra eine ganz normale Sache war, machte Ajani nervös. Während Cassandra neben ihm schlief, grübelte er nach.<br />
Es war schon weit nach Mitternacht als Cassandra wach wurde und Ajani immer noch nicht schlafend sah.<br />
„Mach dir keine Sorgen. Wenn Onkel William etwas Schlimmes vorhätte, würdest du jetzt hier nicht liegen.“<br />
Cassandra drehte sich um und rückte mit ihrem zuckersüßen Po bis zu ihm heran. Es war dunkel und trotzdem konnte er ihr schelmisch grinsendes Gesicht sehen als sie ihren Hintern an seinem erwachenden Schwengel rieb. Schnell hatte sie Ajani auf Betriebstemperatur und auf andere Gedanken gebracht. Cassandra stellte ein Bein etwas auf und er fand den Weg auch im Dunkeln. Cassandra biss sich auf die Hand als er ihr Löchlein weitete. War der beim letzten Mal auch so groß? Immer tiefer drang er vor und sprengte bald ihre Vorstellungskraft. Sie spürte ihn überall. Langsam begann er sich in ihr zu bewegen und Cassandra stemmte sich ihm nun auch noch fordernd entgegen.<br />
Wimmernd vor Lust presste sie ihre Hand immer fester auf ihren Mund. Die Gefühle waren so unbeschreiblich. Wie gerne hätte sie jeden daran teilhaben lassen aber es war mitten in der Nacht.<br />
Aber auch Ajani, dessen Vorstöße jetzt schneller und intensiver kamen, röchelte schon lustvoll hinter ihr. Seine Hand griff enthusiastisch in ihre Brust als er nicht mehr an sich halten konnte. Cassandra spürte wie sein Liebessaft ihr Innerstes flutete und eine ungekannte Wärme verbreitete.<br />
Cassandra spürte, dass sie nur noch diesen einen letzten Kick brauchte um selber auch noch einmal abzuheben, deshalb drückte sie ihren Po energisch gegen sein Becken. Ajani blieb standhaft, auch wenn seine Männlichkeit schon an Härte verloren hatte, reichten zwei kurze Stöße, um Cassandra ihren Höhepunkt erleben zu lassen.<br />
Eng umschlungen und noch immer in ihr fand auch Ajani endlich Ruhe und war bald eingeschlafen.<br />
Die Sonne stand schon am Himmel als Ajani hochschreckte. Er war es nicht gewohnt, so lange zu schlafen. Das musste an dem weichen Bett liegen, dass ihn irgendwie festhielt. Oder lag es doch an dem schönen Engel, der neben ihm lag. Ihr blondes Haar lag auf dem Kopfkissen verstreut und umrahmte ihr liebliches Gesicht. Sein Blick wanderte über ihren makellosen Körper, ihre zwei reizvollen Orangen, ihren straffen Bauch bis hin zu dem kargen blonden Haardreieck, welches ihre jetzt wieder geschlossene Blüte beschützte.<br />
Ajani konnte sich an ihr einfach nicht satt sehen.<br />
Alle vier frühstückten gemeinsam. So etwas kannte er gar nicht. Meist reichte ihr Essen nur für ein oder zwei Mahlzeiten am Tag. Seltsam war auch, wie die Bediensteten ihn anschauten, weil er am Tisch der Herrschaft saß.<br />
Agatha tippte Cassandra leicht an den Arm. „Er hat dich ganz schön schreien lassen.“ Der entsetzte Blick ihrer Tochter belustigte sie. „Keine Angst“ fuhr sie fort „du weißt ja, dass ich auch meine Erfahrung, mit etwas großem Schwarzen hatte.“ Während Agatha ihrer aufmunternd zulächelte, kniff William ein Auge zusammen, über das nebenbei gehörte.<br />
Er hatte eine Idee gehabt, die er jetzt aber erst einmal vorbringen wollte und stellte seine Verwunderung hinten an. „Ajani ich habe gehört du kannst etwas lesen und schreiben.“ Er blickte zu Cassandra die ihm vor ihrem Weggang Einiges beigebracht hatte.<br />
„Ich würde dir, wenn du möchtest, eine Anstellung anbieten.“ fuhr William fort. „Ich brauche hier eine rechte Hand, die sich mit mir zusammen um die Geschäfte kümmert. Du wärst zuständig für die Lohnzahlungen, die Einteilung der Arbeiter und auch noch einiges mehr.“<br />
William blickte Ajani an, der sein Glück nicht fassen konnte aber dem auch die Angst, vor der riesigen Verantwortung anzusehen war.<br />
„Eine Bedingung habe ich allerdings noch.“ Ajani schaute William mit großen Augen an. Jetzt kam der Hammer. Das Angebot klang viel zu schön, um wahr zu sein.<br />
„Du musst erst noch einmal zur Schule, damit du richtig Lesen, Schreiben und auch Rechnen kannst.“<br />
„Ich kann doch nicht… Wer soll mich denn unterrichten?“ fragte Ajani ungläubig.<br />
„Das könnte ich doch machen. Suri habe ich es doch auch beigebracht.“ Cassandras Idee stieß auf reges Interesse.<br />
Agatha allerdings wollte das Ganze noch etwas ausweiten. „Mit nur einem Schüler, das lohnt sich doch nicht. Wie wäre es, wenn wir eine kleine Schule einrichten.“<br />
Cassandra war von dieser Idee begeistert. Insgeheim war das schon lange ihre Berufung. Die Männer standen der Sache allerdings noch etwas skeptisch gegenüber.<br />
Der Tag verging wie im Fluge. William zeigte ihm die Farm und begann Ajani mit seinen Aufgaben vertraut zu machen.<br />
Es war Abend geworden und William lag neben Agatha im Bett. „Willst du mir davon erzählen?“ kam seine Frage in die Dunkelheit gerichtet.<br />
„Was meinst du?“ fragte Agatha zurück obwohl sie ahnte, worauf er anspielte. Sie hatte seine Reaktion gesehen und vielleicht auch ein wenig damit gespielt.<br />
„Es war noch vor deiner Zeit.“ begann sie leise zu erzählen. Arthur war seinen ehelichen Pflichten schon seit Wochen nicht nachgekommen. Schon als wir hier ankamen, hatte mich der große Kerl fasziniert. Jeden Tag ritt ich aus und hoffte ihn zu sehen. Wir kamen uns schon sehr nahe aber ich war eine verheiratete Frau. Es hat fast ein Jahr gedauert. Ich wollte ihn und ich brauchte ihn und ich wollte endlich sehen was die riesige Beule in seiner Hose verbarg. Ich zog mich aufreizend an und verführte ihn. Oh Gott war Simba groß. Er konnte fast mit meinem Hengst mithalten. Ich schrie den ganzen Stall zusammen als er mich nahm. Mein Gehirn hatte sich ausgeschaltet und ich lebte nur noch die Lust.“<br />
Es herrschte Stille in ihrem Schlafzimmer, mal von dem gleichmäßigen Rascheln abgesehen. Agatha lauschte und griff unter Williams Decke. Sie fühlte seine Hand die um seinen Stamm geschlungen war. Erschrocken hörte er mit seinen Bewegungen auf.<br />
Agatha lächelte in sich hinein als ihre Hand sein Glied umschloss. „Seine Eichel sprengte fast meinen Eingang als er in mich eindrang.“ raunte sie lasziv in die Dunkelheit und wichste, an seiner statt weiter. „Er war so groß, dass er in meinem Inneren anstieß und ich Gefühle verspürte, die ich so nie kannte.“<br />
William keuchte an ihrer Seite, genoss ihre Behandlung und lausche ihren Worten.<br />
„Ich spürte ihn einfach überall. Seine Hände griffen so gierig nach meinen Brüsten und er trieb seinen Speer immer tiefer in mich hinein.“<br />
Agatha hatte mit ihren Worten auch ihr Tempo erhöht und spürte schon das verräterische Zucken in ihrer Hand.<br />
„Es war so animalisch. Er nahm mich wie ein Tier und es gefiel mir. Ich schrie meine Verzückung laut heraus als mich mein Höhepunkt regelrecht erschlug.“<br />
Agatha hatte ihr Bemühungen so verstärkt, dass William zusammen mit ihrem verbalen Höhepunkt, nicht mehr an sich halten konnte und sich röchelnd in und über ihrer Hand verströmte. William brauchte eine ganze Weile um sich zu sammeln. Agatha hatte inzwischen mit ein paar Tüchern seine große Sauerei beseitigt.<br />
„Vermisst du seinen Großen?“ fragte William, mit immer noch belegter Stimme in die Stille.<br />
Agatha musste etwas überlegen. Sie wollte ehrlich zu ihm sein, das hatte er verdient. „Ich liebe Dich aber manchmal kommt es mir schon in den Sinn. Es hatte nichts mit Liebe zu tun aber er hat meinem Körper auf ganz besondere Weise Leben eingehaucht.“<br />
Wieder war Stille eingetreten als William erneut begann. „Willst du das noch einmal erleben?“<br />
„Ich liebe dich“ antwortete Agatha „und obwohl wir nicht verheiratet sind bin ich dir treu.“<br />
„Das habe ich nicht gemeint.“ begann William erneut „Willst du das noch einmal erleben, wenn ich dabei bin, bei dir bin und euch zusehe?“<br />
Er konnte zwar Agathas funkelnde Augen in diesem Moment nicht sehen und er hörte auch nicht wie schnell ihr Herz plötzlich schlug aber er hörte, dass sie deutlich schwerer atmete. Agatha beugte sich über ihn, ja sie schob sich über ihn und küsste ihn leidenschaftlich. Wenn das nicht eine Antwort war die er verstand und sich erhofft hatte.<br />
In den nächsten Wochen waren alle ganz umtriebig. Ajani baute Tische und Bänke, während die Damen den Schulraum dekorierten, der von einem Abstellraum zu einem Solchen umgewandelt wurde.<br />
Es war schwer die Leute im Dorf davon zu überzeugen, ihre Kinder in die Schule zu schicken aber als Cassandra eine kostenlose Mahlzeit jeden Tag anbot, füllte sich ihr kleiner Schulraum rasend schnell.<br />
Auch Suri war mit im Boot. Sie unterstützte Cassandra wo sie nur konnte. Sie kochte die Mahlzeiten, welche für viele Familien sicher der Hauptgrund war, ihre Kinder dort hin zu schicken.<br />
Ajani lernte gut und es stellte sich schnell heraus, dass er ein cleverer Bursche war und gut mit Zahlen umgehen konnte. Nach der Schule erledigte er noch Arbeiten für William bevor er manchen Tags erschöpft neben Cassandra ins Bett fiel.<br />
Einmal die Woche gönnten sie sich ein Bad im Fluss, welches weniger dem Waschen galt als ihre Seele und ihren Geist wiederzubeleben. Meist gingen sie spät in der Nacht, um alleine zu sein.<br />
Cassandra saß im seichten Wasser und erwartete ihren Wasserspringer, der zu ihren Füßen auftauchte und sich über ihren zarten Körper hermachte.<br />
Sie waren jetzt schon 6 Monate ein richtiges Paar und ihm wurde es niemals leid, ihr die erregendsten Gefühle ins Gesicht zu zaubern.<br />
Sein stählerner schwarzer Leib schob sich über ihren Körper. Eine Hibiskus Blüte, die er gepflückt hatte strich sanft über die Knospe ihrer Brust, umrundete sie und strich zwischen ihren süßen Bergen hindurch, über ihren Bauchnabel, ihren Schoß und verzierte letztendlich, eingeklemmt zwischen ihren Beinen, den Eingang zu ihrem Paradies.<br />
Doch nicht lange blieb sie das Einzige, was dort verweilte. Ajanis Zunge tauschte den Platz mit der schönen Blüte und verwöhnte Cassandra, die ihre Beine angewinkelt aufstellte und ihm ihre Köstlichkeiten frei zugänglich machte. Es dauerte nicht lange und Cassandra schreckte die Vögel, der ganzen Umgebung, mit ihrem erlösenden Schrei auf.<br />
Die junge Liebe genoss ihr Leben und arbeitete hart. Cassandra ging in ihrer Arbeit als Lehrerin voll und ganz auf. Ajani füllte seinen Posten immer besser aus. Da er die Arbeiter gut verstand und ihre Sorgen nachvollziehen konnte, optimierte er die Arbeitsweise so, dass sie allen gerecht wurde.<br />
William hingegen konnte sein nächtliches Gespräch mit Agatha nicht vergessen. Noch immer ritt sie fast täglich aus und er fragte sich ob Simba ihr noch immer zu Gefallen war. Agatha hatte aber seit sie mit William zusammen war, zu Simba eine verhaltene Distanz aufgebaut. Ihm war auch klar, dass Intimitäten mit der Frau des Bosses zu riesigen Schwierigkeiten führen würde und respektierte dies, obwohl Agathas anregender Körper seinen Unterleib regelmäßig zucken ließ.<br />
Auch wenn William erst ein wenig überrascht war, dass Agatha Sex mit seinem Stallburschen hatte, war er über sich selber mehr erstaunt, wie jedes Mal dieses Bild vor seinen Augen, einen Ständer in seine Hose zauberte. In seinem Hirn hatte es sich bereits manifestiert. Er wollte sehen wie dieser riesige Prügel Agatha aufspießte.<br />
Es war ein Tag wie jeder andere. Agatha hatte sich ihren Hengst geschnappt und doch war etwas anders. Simba hatte ihn für sie gesattelt und hielt ihn an der Leine bis sie kam. Sein Blick musterte sie heute so, wie vor vielen Jahren als sie beide ihre Lust auslebten. Agatha versuchte das zu ignorieren, doch sein animalischer Gesichtsausdruck, versetzte ihre Hormone in Schwingung.<br />
Den ganzen Ausritt über ließ sie sein Gesichtsausdruck nicht mehr los. Sie würde nicht. Sie gehörte nun zu William. Trotzdem spürte sie ihre Erregung und die ständige Reibung des Sattels, war auch nicht gerade hilfreich ihren Schoß zur Ruhe zu bringen.<br />
Sie hoffte, ja sie betete darum, dass Simba nicht im Stall wäre, wenn sie wieder kam. Agathas Herz pumpte wie verrückt als sie ihn schon an ihrer Box warten sah.<br />
Sie kam den offenen Gang im Schritttempo entlang geritten. Simba trat einen Schritt auf sie zu. Er lächelte sie so überlegen an und streifte ganz absichtlich mit seiner Hand ihr Bein. Was passierte hier nur? Alle Blitze die in ihrem Körper einschlugen, trafen sich in ihrer Körpermitte.<br />
Nein, sie durfte das nicht. Simbas Zähne blitzten als er sie anlächelte und nun half er ihr auch noch beim Absteigen. Seine kräftige Hand hielt ihre Pobacke auch noch fest als sie schon auf dem Boden stand.<br />
„Ich kann nicht!“ hörte sie sich sagen, obwohl irgendetwas in ihr am liebsten über ihn hergefallen wäre.<br />
Simba zog sie gegen ihren Willen an sich heran. Sie spürte an ihrem Bauch seine große Erwartungshaltung. Wie von alleine griff ihre Hand nach seinem Hammer, der sein Hosenbein füllte und fast bis zu seinem Knie reichte.<br />
„Ich kann nicht!“ wimmerte sie mit ihrem letzten Rest an Selbstachtung. Wie in einem Schleier sah sie William, zufrieden lächelnd durch das Gatter schauen. Er schloss seine Augen und nickte ihr zu. Hatte er ihr gerade sein Einverständnis gegeben? Hatte er das vielleicht sogar eingefädelt? Wie sehr musste er sie lieben, um ihr dieses Geschenk zu machen.<br />
Nun gab es für Agatha kein Halten mehr. Sie ergab sich in Simbas Küsse und drückte sogar, seinen Kopf noch fester auf ihre Brust, die er gerade stürmisch in Besitz nahm. Agatha stöhnte laut auf als er an ihre Brustwarze knabberte und saugte. William hielt die ganze Zeit Blickkontakt und er lebte sichtlich ihre Gefühle.<br />
Ihre Bluse und ihr BH hatten sich längst in Luft aufgelöst. Simba kniete ihr zu Füßen und zog ihr gerade Stiefel, Hose und ihren Slip aus. Agathas Augen glänzten vor Lust. Simba war die Urgewalt der Natur, während William für sie Halt und Zuneigung verkörperte. Immer noch an die Wand gelehnt streckte sie ihre Hand nach William aus, die er ergriff.<br />
Ein lustvoller Schrei hallte plötzlich durch die Box. Simba hatte zwei Finger in ihren tropfenden Eingang getrieben und ihren Lustknubbel zusätzlich mit seiner Zunge verwöhnt. Agathas Schreie wurden lauter und abgehackter und sie quetschte Williams Hand, wie bei einer Geburt. Simba trieb sie sekündlich ihrem Höhepunkt näher.<br />
William sah wie ihr Körper bebte. Begeistert nahm er die kleinen Eruptionen wahr, die ihre schönen Brüste erschütterten und die Brustwarzen die so hart und lustvoll von ihnen abstanden. Doch noch schöner war ihr krampfhaft, geil verzerrtes Gesicht, dass ihren leidenschaftlichen Höhepunkt in jeder Faser widerspiegelte.<br />
William sah Simbas glänzende Finger, die er schmatzend aus Agatha zog.<br />
Wie als wolle er sich noch einmal vergewissern, schaute er zu William. Dieser atmete fast genauso schwer wie Agatha aber nickte Simba aufmunternd zu. Ja er konnte es kaum noch erwarten.<br />
Simbas Hose fiel und William konnte gar nicht glauben was er da sah. Jetzt war Simba nicht mehr zu bremsen. Er hob Agatha aus, die ihre Beine reflexartig um seine Hüfte schlang. Vorsichtig legte er sie ins Stroh, wo schon eine Decke bereit lag. Während sie noch keuchend ihrem ersten Höhepunkt hinterher hechelte, packte er ihre Beine, warf sie über seine Schultern und trieb mit seinem Koloss ihren Eingang auseinander. Agatha jammerte, vor Lust und Schmerz. Ihre schönen großen Brüste schwappten im Rhythmus seiner Stöße.<br />
Agathas Augen suchten stetig den Blickkontakt mit William. Ab und an erblickte sie ihn im Taumel ihrer Lust, in dem sie stöhnend ihre Augen immer wieder schloss.<br />
Sie winkte ihn zu sich heran. Simba hingegen ließ sich überhaupt nicht beirren als William sich neben Agathas Kopf kniete und ihre Hand nahm.<br />
Er sah wie diese brachiale, schwarze Stange seine Frau aufspießte und ihr Schreie entlockte, die er noch nie von ihr gehört hatte.<br />
William spürte schon an ihrem schraubstockartigen Griff, dass Agatha sich ihrem nächsten Höhepunkt näherte. Ihre Augen wirkten völlig entrückt und sie war schon nahe einer Ohnmacht als ein mächtiger Orgasmus ihren Körper schüttelte.<br />
Simba hämmerte sie unbeirrt weiter und Agatha fiel gleich wieder in ihr nächstes Hoch.<br />
William war von Simbas Durchhaltevermögen begeistert, denn erst als Agathas Körper erschlafft zusammensackte, zog er sich aus ihr zurück und William beobachtete wie die gewaltigste Eichel, die er je gesehen hatte begann zu sprudeln. Drei gigantische Schübe schossen seinen weißen Saft bis zu Agathas Kinn. Laachen seines Spermas hatten sich auf und um ihre Brüste gebildet.<br />
Simba schnaufte weit weniger als William es erwartet hätte. Er beugte sich zu Agatha und küsste sie plötzlich ganz liebevoll. Williams Augen sagten ihm „Danke“ und so zog er sich zurück.<br />
Agatha sah William überglücklich an, der sich nun neben sie legte und an sie schmiegte. Seine Traumfrau sah besudelt und benutzt aus aber weder sie noch er bereuten es. Seinen Finger, der Simbas Sperma von ihrer Brustwarze klaubte, fing Agatha sofort mit ihrem Mund ein.<br />
ihre Lebensgeister erwachten noch einmal und nun war sie es, die sich bei ihm bedankte. Hier stand noch ein ungenutztes Arbeitsgerät, was jetzt noch einen Acker durchpflügen konnte. Agatha ritt William bis sie sich noch einmal gemeinsam vereinigten.<br />
Obwohl sie gerade Sex mit einem anderen hatte, schweißte sie das Ganze nur noch mehr zusammen. Sie lebten Wochenlang von dieser Erinnerung.<br />
Simba strahlte, wenn er Agatha sah. Auch wenn er selber Familie hatte, genoss er es diese weiße Frau zu nehmen. Auch in seinem Stamm gab es Frauen mit großen Brüsten aber Agathas waren etwas ganz Besonderes. Er wusste ganz genau, dass sie irgendwann wieder zu ihm kommen würde und er würde es genießen.<br />
Cassandra beobachtete die Nachrichten, die aus Europa kamen mit Besorgnis. Dort war der Krieg ausgebrochen und England war in diesen Disput mit hineingezogen worden. Die Nachrichten aus der Heimat kamen nur spärlich auf ihrer Farm an und für Ajani schien das alles so unendlich weit weg. Doch Cassandra erzählte von ihren Großeltern, an die sie sich nur noch wenig erinnern konnte, die ihnen aber einige Male im Jahr schrieben.<br />
Grandmas erste Briefe waren voller Skepsis als Cassandra ihnen von ihrer Liebe zu Ajani schrieb, doch das änderte sich schnell. Die liebevollen Zeilen hatten sie nun eher neugierig auf ihn gemacht.<br />
Die Briefe wurden immer spärlicher als die Nachrichten von der Bombardierung Englands berichteten. Sie zu besuchen, war nicht möglich, da selbst die Schiffsrouten um Afrika nicht mehr sicher waren. In jedem Lebensabschnitt spürten sie die Veränderung, die dieses schlimme Ereignis mit sich brachte. Einige Engländer gingen in die Heimat zurück um, wie sie meinten ihre Pflicht für König und Vaterland zu leisten. Für Cassandra war das trotzdem so weit weg. Sie grübelte viel, ob sie sich überhaupt noch als Engländerin fühlte. Sie war zwar dort geboren aber ihre Heimat, war hier.<br />
Just in dieser schweren Zeit gab es auch eine schöne Nachricht. Endlich war Cassandra schwanger. Es hatte Jahre gedauert und Cassandra zweifelte schon an sich. Umso größer war die Freude als Agatha sie beiseite nahm. Ihr waren die kleinen Veränderungen als Erste aufgefallen. Cassandra legte stetig zu und schien einen mehr als gesunden Appetit zu haben. Während Ajani ihre weiblichen Rundungen genoss, wusste ihre Mutter noch ehe Cassandra es ahnte, dass es passiert war.<br />
Langsam wölbte sich ihr Bäuchlein und nun wurde es auch allen anderen bewusst.<br />
„Cassandra,“ sprach ihre Mutter sie nun an. Sie selber brach mit den alten Konventionen, wenn sie diese für überholt hielt aber ein Kind zu bekommen, ohne verheiratet zu sein, war immer noch ein NoGo für sie.<br />
„willst du Ajani nicht endlich heiraten?<br />
Cassandra lebte wie Mann und Frau mit ihm und nun bekamen sie zusammen ein Kind. Die Jahre waren wie im Fluge vergangen und immer wieder jagte ein Projekt das Andere. Zurzeit baute Ajani für sie auf der Farm ein eigenes Haus. Eigentlich war auch jetzt kaum Zeit dafür aber ihre Mutter hatte sicher recht.<br />
Ihr Vater, Sir Arthur war vor gut einem Jahr, wie viele nach Europa zurückgekehrt. Er würde also nicht bei ihrer Hochzeit dabei sein. Ja, sie wusste nicht einmal ob er noch lebte. Doch sie wusste auch, dass er als Offizier und Adliger, wohl eher in London im Ministerium einen Platz erhalten würde. Cassandra war sich auch gar nicht so sicher, ob sie ihn überhaupt dabeihaben wollte. Ihr gegenüber war er nicht der fürsorglichste Vater aber er hatte immer gut für sie gesorgt.<br />
Vielleicht war es auch besser so, ohne den Zwist zwischen den Brüdern erneut heraufzubeschwören, da ihre Mutter nun auch zu William gehörte.<br />
Da auch die Shona schon längst den christlichen Glauben angenommen hatten, war die Eheschließung weit weniger problematisch als anfangs gedacht. Sie pflegten ihre Traditionen aber waren den englischen Gewohnheiten nicht abgeneigt. Um beidem Gerecht zu werden planten Cassandra und Ajani zwei Hochzeiten.<br />
Die Mädchen im Dorf, die sie von früher her kannte oder die durch ihre Schule gegangen waren kümmerten sich rührend um sie.<br />
Cassandra wurden viele kleine Zöpfe geflochten in denen die schönsten und buntesten Perlen eingearbeitet waren. Kamee, Ajanis Mutter hatte ein traditionelles Gewand für sie genäht. Sie war so stolz auf ihren Jungen und sie liebte Cassandra inzwischen, wie eine eigene Tochter. Sie mit dem Babybauch zu sehen, ließ ihr Herz aufgehen.<br />
Das gewickelte Gewand brachte durch diesen großen Ausschnitt ihre schon ordentlich angeschwollenen Brüste aufreizend zur Geltung. Die Perlen die sie überall zierten, konnten nur unwesentlich von ihrer Schönheit ablenken.<br />
William war ein wenig überfordert als Ajani, wie es Tradition war, mit ihm den Brautpreis aushandeln wollte. Hier übernahm aber Agatha mit Freuden. Sie wussten, dass er noch immer den Diamanten hatte und sie hatten ihm geraten niemanden davon zu erzählen. Ihre Verhandlung war deshalb rein rhetorischer Art um die Tradition zu wahren.<br />
Das Fest wurde im Dorf und mit dem ganzen Dorf gefeiert. William lebte nun schon so viele Jahre hier und erst mit Cassandra und ihrer Mutter lernte er die Leute richtig kennen und lieben.<br />
Einen Fruchtbarkeitstanz zu tanzen, war zwar bei ihrem Anblick unnötig aber Kamee bestand darauf, in der Hoffnung es würde nicht das einzige Kind bleiben.<br />
So ausgelassen hatte Cassandra ihre Mutter und William schon lange nicht mehr gesehen. Allerdings hatten sie auch kräftig von dem Kachasu, dem selbstgebrannten Maisschnaps der Einheimischen genascht.<br />
Die fruchtige Note hatte es Agatha angetan und bald war sie mehr als nur gelöst. Sie tanzte Tänze von denen sie noch nie gehört hatte.<br />
William war immer an ihrer Seite und musste, ob er wollte oder nicht. Es war schon nach Mitternacht als Agatha schwitzend und erschöpft zum Sitzen kam. William hielt sie in seinen Armen. Während sie dem ausgelassenen Treiben weiter zusahen.<br />
Cassandra hatte sich schon vor einer Weile einen ruhigen Platz gesucht. Mit ihrem Bauch war sie nicht mehr ganz so agil. Ajani hatte die Drei schon sitzen und verschnaufen sehen und kam nun zu ihnen.<br />
„Möchtest du nach Hause?“ fragte er Cassandra, denn er machte sich immer Sorgen um sie. Stumm nickte sie.<br />
„Ein bisschen Ruhe wäre jetzt schön.“ schickte sie ihm dann doch noch hinterher.<br />
Das Brautpaar verabschiedete sich offiziell in ihre erste Hochzeitsnacht. Die 15 Minuten bis zur Farm würden ihnen in dieser angenehm kühlen Nachtluft guttun, besonders ihrer Mutter.<br />
Suri, Chaka und ihre Tochter blieben über Nacht bei ihrer Familie und so zogen die Vier allein los. Cassandra funkelte Ajani an und leitete ihn in eine andere Richtung. Agatha und William folgten ihnen ohne Fragen zu stellen.<br />
„Habt ihr etwas gegen eine Erfrischung?“ warf Cassandra ins Halbdunkel der Nacht. Agatha glühte noch immer vom Tanzen und dem Schnaps der ihren Körper noch immer durchheizte.<br />
„Gern doch aber….“ Die letzten Worte blieben ihr im Munde stecken als sie, den Wasserfall und die seichte Stelle des Flusses sah. Nun war sie schon so viele Jahre hier und kannte diesen romantischsten, aller Orte nicht.<br />
Während sie und William noch immer staunten, sprang Ajani und wenig später auch Cassandra splitternackt vor ihren Augen in den Fluss.<br />
Agatha schaute William verwundert an.<br />
„Hey ihr Angsthasen, euch schaut schon keiner was ab.“ Ihr Lachen schallte über das Wasser zu ihnen hinüber. Agathas Augen leuchteten und trotzdem drehte sie sich verlegen zur Seite als sie begann sich auszuziehen. Vor 15 Jahren als sie frisch aus England kamen, hätte nicht einmal im Entferntesten geglaubt, so etwas zu machen. Sei es ihre neu gewonnene Lebensfreude oder der Schnaps, es war ihr egal. Sie tat es.<br />
Langsam glitt sie mit verschränkten Armen vor der Brust ins Wasser. Oh ja, die Abkühlung tat ihrem Körper und ihrem Kopf gut. Hinter sich hörte sie das leise Plätschern als William ihr folgte. Das Wasser war flach aber sie schwammen einige Meter. Agatha drehte sich auf den Rücken um nach William zu sehen. Außer ihrem Gesicht umspülte das Wasser noch ihre zwei wundervollen Berge, die leicht aus dem Wasser hervorschauten. William der näher war als sie dachte, konnte diesem entzückenden Anblick nicht widerstehen. Agatha jauchzte kurz auf als er ihre Beine fasste und sie zu sich heranzog. Sein leidenschaftlicher Kuss trieb schon wieder die Hitze in ihren Körper. Minutenlang lagen sie sich in den Armen und vergaßen, dass sie gar nicht allein waren.<br />
William hielt sie noch immer in seinen Armen als Agatha nach den anderen Beiden Ausschau hielt. Ajani saß auf der anderen Seite des Flusses im seichten Wasser. Auf allen vieren näherte sich Cassandra und setzte sich auf seinen Schoß. Sein harter Kolben klemmte zwischen ihren Bäuchen als auch Cassandra ihn liebevoll küsste. Seit sie schwanger war, konnte sie ihre Gelüste kaum noch zügeln. Sie aß, sie naschte und sie vernaschte ihren Mann mehr als sonst. Seit der Schwangerschaft hatte sie irgendwie ein gesteigertes Verlangen nach körperlicher Zuneigung.<br />
Ajani strich sanft über ihren runden Bauch, streichelte ihre Brüste und küsste sie erneut ganz liebevoll.<br />
Agatha stand und schaute glücklich zu ihrer Tochter.<br />
„Ist es nicht schön die Beiden zu sehen?“ flüsterte sie William zu, der sie hinter ihr stehend, noch immer umarmt hielt. Agatha spürte einen sanften Kuss an ihrem Hals und genoss seine Berührungen.<br />
Was sie aber nicht erwartet hatten, war, dass Cassandra jetzt keine sachten Streicheleien wollte. Sie schlang ihre Arme um Ajanis Hals, hob ihren Körper an und bohrte sich diese harte Stange in den Bauch.<br />
Ajani wollte sie bremsen, weil er Angst um das Baby hatte. Cassandra hingegen ritt ihn wie besessen. Sie brauchte ihn, sie wollte ihn und zwar jetzt.<br />
Ihr Stöhnen wurde schnell lauter und er versuchte sie zu halten und zu führen. Ihre Brüste waren inzwischen fast so groß wie die ihrer Mutter. Ajani konnte nicht sagen, dass ihm das missfiel.<br />
Liebevoll knetete er das weiche, lustvolle Fleisch während Cassandra, laut stöhnend und keuchend, kurz vor ihrem Höhepunkt stand.<br />
Agatha biss in ihre Hand. William schien das Bild der Beiden so angetörnt zu haben, dass seine Finger den Weg in Agathas heißen Schoß gefunden hatten. Flink rieb er ihre Perle, während zwei Finger tief in ihre feuchte Welt eintauchten. Agatha krampfte um seine Eindringlinge und ließen sie fast zusammen mit Cassandra über die Klippe springen. Sie sank in Williams Arme. „Warum haben wir das nicht schon früher getan“ hauchte sie ihn, mit einem Kuss über ihre Schulter hinweg an.<br />
Die anderen Beiden lagen sich noch immer in den Armen. Agatha und William zogen sich leise zurück. Sie überließen ihnen diesen ganz besonderen Moment.<br />
Eine Woche später folgte dann die kirchliche Trauung. Nun war es Agatha, die dafür sorgte, dass Ajani angemessen gekleidet war. Er sah wie ein Gentleman aus, in seinem Anzug. Sie mochte den Jungen inzwischen wie einen Sohn. Als sie ihn so sah konnte sie nicht anders und nahm ihn in den Arm. Tränen rannen über ihre Wangen. Sie wusste, dass er ihre Tochter so glücklich machte, wie William sie.<br />
Die Trauung war ein Traum und die folgende Feier war nicht weniger ausgelassen als die vor einer Woche.<br />
Einziger Wehmutstropfen für Cassandra war, dass Clairice es nicht geschafft hatte. Sie wohnte am anderen Ende des Landes, wo gerade einige Unruhen herrschten und Reisen gefährlich machten. Sie hatten sich nun schon Jahre nicht gesehen aber ihr Kontakt riss nie ganz ab.<br />
Suri hatte den Unterricht übernommen und die junge Mutter war mit ihrem Baby ein gern gesehener Gast bei den Kindern. Inzwischen waren Ajani und Cassandra in ihr eigenes Haus gezogen und waren glücklich mit ihrem kleinen Sonnenschein. Ajani übernahm immer mehr Aufgaben auf der Farm und William zog sich still und leise zurück. Agatha genoss die freie Zeit mit ihm in vollen Zügen.<br />
Es war ein Freudentag als die Nachricht kam, dass der Krieg zu Ende war. Auch wenn ihre Heimat jetzt hier war, schlug ihr Herz noch immer für England.<br />
Langsam kamen auch wieder Briefe von dort. Leider auch schlechte. Cassandras Vater war während eines Bombenangriffes ums Leben gekommen. Cassandra haderte eine ganze Weile mit sich. Sie liebte ihren Vater trotz allem, was er getan hatte.<br />
Allerdings kamen auch wieder Nachrichten von ihren Großeltern. Sie lebten noch. Die Freude darüber, wischte die Schatten über den Tod ihres Vaters von ihrer Seele.<br />
Schnell setzte sich Cassandra hin und schrieb ihnen von ihrem ersten Urenkel. Noch immer war das Reisen nicht so einfach. Viele Schiffe waren versenkt worden und die Reiserouten mussten erst wieder aufgebaut werden. Auch Großvater Fabrik hatte Schäden erlitten, die erst einmal repariert werden mussten. So dauerte es ganze drei Jahre, bis sie ihren Besuch ankündigten. Die beiden Mittsiebziger wagten doch wirklich diese lange Reise. Großmutter Charlotte musste ihren Mann George regelrecht von der Arbeit loseisen. Mit Arthur hatte er seinen Nachfolger verloren und William machte keinen Hehl daraus in Afrika bleiben zu wollen. Die große Hoffnung ruhte nun darauf, William zu überzeugen sein Herumtreiberleben, wie George es nannte, zu beenden und seine Familiären Pflichten anzutreten.<br />
Marie war inzwischen 3 Jahre und blieb bei Agatha und William, während sich Ajani und Cassandra auf den Weg ins Nachbarland machten, um die Zwei Senioren in Kapstadt abzuholen.<br />
Mit dem Auto fuhren sie nach Salisbury. Einen Tag waren sie unterwegs gewesen, bevor sie den Zug bestiegen. In der Zweiklassengesellschaft der Hauptstadt war es für ihn besser als Cassandras Diener zu reisen, doch als man ihn ihres Abteils verweisen wollte, schritt Cassandra ein.<br />
„Er sorgt für meine Sicherheit und ohne ihn fühle ich mich nicht wohl. Er bleibt hier in meinem Abteil. Ist das klar?“ fauchte sie den älteren Herrn an, der sicher zur Eisenbahngesellschaft gehörte. Er machte seinen Diener vor der resoluten Dame, die den Schwarzen in das Abteil zog und die Tür hinter sich schloss.<br />
„Es tut mir leid“ entschuldigte sich Cassandra leise und mit einem Lächeln.<br />
„Habe Missy noch Wünsche?“ stieg Ajani in das Spiel ein.<br />
„Einen Kuss“ antwortet diese schlagfertig und strahlte ihn an als sie ihre Arme um seinen Hals legte. Diesen Wunsch erfüllte er seiner Herrin nur zu gerne.<br />
Cassandra nickte kurz ein. Gegen Abend wurde sie wieder wach, weil ihr Magen knurrte. Mit Ajani konnte sie kaum in den Speisewagen gehen. Die meisten Schwarzen fuhren auf den offenen Wagen, hinten am Zug mit.<br />
„Geh einfach und bring mir was mit“ forderte sie Ajani auf, der ihren Zwiespalt sah.<br />
„Weist du, ich habe da eine bessere Idee“ konterte Cassandra. „Du baust das Bett auf und ich hole zwei Portionen und wir essen hier.“<br />
Der Kuss den Cassandra bekam, war Antwort genug. Ajani schloss hinter ihr die Tür und bereitete das Bett vor. Schnell war sie zurück und genossen die Nacht, in der Privatsphäre ihres Abteils.<br />
Cassandra hatte ihre Großeltern fast 20 Jahre nicht gesehen aber Grandma Charlotte hatte sich überhaupt nicht verändert. Gut sie hatten auch Fotos geschickt aber dieses liebevolle Gesicht sah Cassandra das letzte Mal mit sieben und das hatte sich bei ihr eingebrannt. Die beiden Frauen lagen sich in den Armen. Auch Großvater George bekam seine Umarmung, wenngleich man sofort seine englische Zurückhaltung spürte.<br />
Ajani hatte sich bis jetzt im Hintergrund gehalten als Charlotte auf ihn zutrat.<br />
„Du bist bestimmt Ajani?“ sprach sie ihn an und als dieser zaghaft nickte, fiel sie ihm um den Hals. Er war von dieser Überschwänglichkeit total überrascht. Engländer zeigten selten Gefühle und schon gar nicht einem Schwarzen gegenüber.<br />
Cassandra zog ihre Großmutter sacht von ihrem Mann weg. „Grandma, das ist nicht gut, hier so offen einen Schwarzen zu umarmen.“<br />
Charlotte und George wussten offensichtlich nichts von hiesigen Gegebenheiten.<br />
George musterte Ajani ausgiebig. Ajani erwiderte seinen Händedruck mit kräftiger Hand. Das Abchecken hatte begonnen. Georges gab seine Enkelin nicht so einfach her.<br />
Der Zug fuhr schon am Abend zurück. Somit mussten sie sich nicht erst ein Hotel nehmen. Südafrika war politisch zunehmend problematischer geworden. Seit die Nationale Partei die Regierung übernommen hatte, war der Weg zur strikten Rassentrennung frei. Auch waren Ehen zwischen Weißen und Schwarzen mittlerweile geächtet.<br />
Am nächsten Abend übernachteten die Vier in Salisbury, bevor Charlotte am nächsten Mittag endlich Agatha und ihren Sohn wieder in die Arme schließen konnten. Aber noch viel mehr begeisterte sie der kleine Wirbelwind, der keine Berührungsängste hatte und seine Urgroßmutter sofort umarmte. Ihre dunklen Augen und ihre unbekümmerte Art entlockten sogar George ein verhaltenes Schmunzeln.<br />
Die nächsten Tage machten sich George und Charlotte mit allem vertraut. Vielmehr führte die kleine vorwitzige Marie ihre Urgroßeltern herum. Charlotte hatte sofort einen Narren an ihr gefressen und war begeistert wie die neunmalkluge Dreijährige sie herumführte.<br />
George blieb stehen und beobachtete Ajani, der gerade einen seiner Arbeiter freundlich aber bestimmt zurechtwies. Er sah wie seine Leute ihn respektierten, obwohl er doch ihr Vorgesetzter war. Tagelang verfolgte George ihn und sah sich seine Arbeitsweise genau an. Auch wenn er sich ihm gegenüber immer noch distanziert zeigte, faszinierte ihn der junge schwarze Mann. Von seiner Klugheit und seiner Besonnenheit hatte er sich in den nächsten Wochen ebenfalls überzeugt.<br />
Charlotte hingegen lernte Suri, die Schule und auch das Dorfleben kennen.<br />
Aus den anfänglich geplanten 4 Wochen, wurden schnell 3 Monate. So sehr George Williams Lebensweise verstehen konnte, so sehr zogen ihn auch seine Geschäfte zurück nach Hause.<br />
Sie saßen alle beim Abendbrot als George ein ernstes Gesicht aufsetzte und das Wort erhob.<br />
„Wir werden leider in den nächsten Tagen nach England zurückfahren. Ich gehe mal davon aus, dass du das Familienunternehmen nicht weiterführen willst?“ wandte er sich an William. Sie hatten gleich nach ihrer Ankunft dieses Gespräch geführt und seither nie wieder erwähnt.<br />
„Ich habe gesehen, mit wieviel Herzblut du an deiner Farm hängst und ich kann dich verstehen. Deshalb habe ich mir etwas anderes überlegt.<br />
Ajani ich habe dich und Cassandra die letzten Wochen beobachtet.“ Selbst Charlotte blickte ihren Mann jetzt verwundert an.<br />
„Du hast Durchsetzungsvermögen, handelst umsichtig und bist ein cleverer Bursche, daher möchte ich euch anbieten, zu uns nach England zu kommen, euch das Erbe unserer Familie anzusehen und wenn ihr möchtet, die Firma zu übernehmen.“<br />
Es herrschte eine Totenstille am Tisch. George hatte seine Entscheidung nicht einmal mit Charlotte oder William besprochen. Der Mann, der sich meist sehr distanziert ihm gegenüber gezeigt hatte, bot ihm gerade an, seine Firma zu übernehmen. Hätte Ajani blass werden können, hätte er jetzt heller als der weißeste Weißkäse ausgesehen.<br />
Ungläubig schaute er zu Cassandra. Er fühlte sich hier wohl mit seiner Frau und England wäre eine ganz neue Welt für ihn. Allerdings leuchteten seine Augen. Die Aufgabe reizte ihn schon gewaltig, denn er war neugierig, wissbegierig und abenteuerlustig.<br />
„Ihr müsst euch nicht gleich entscheiden. Wir fahren erst in einer Woche.“ George nickte Ajani aufmunternd zu und klopfte ihm väterlich auf die Schulter.<br />
Cassandra und Ajani hatten in den nächsten Tagen sehr viel zu bereden und abzuwägen. Er als Schwarzer in einer englischen Firma, würde Probleme hervorrufen, von denen sie noch nicht einmal etwas ahnten. Andererseits fürchtete Ajani zunehmend um die Sicherheit seiner Familie. Immer öfter hörte man von kleineren Unruhen und Überfällen. Kleine Rebellengruppen lehnten sich gegen die Herrschaft der Obrigkeit auf, die ihre Rechte einschränkte und ihn und sein Volk demütigten. Glücklicherweise schwappten die Unruhen von Südafrika noch nicht über die Grenze aber das war nur eine Frage der Zeit.<br />
Dieses Mal wollte Marie, Charlotte und Grandpa George mit zum Schiff bringen also nahmen sie die Kleine mit. Cassandra gefiel das überhaupt nicht aber Marie wickelte einfach alle um den Finger.<br />
Der Abschied von Agatha und William war tränenreich. Es war wahrscheinlich, dass sie sich nie wieder sehen würden. Die beiden Mittsiebziger würden so eine weite Reise nicht noch einmal überstehen und William tat sich schwer seine Farm allein zu lassen.<br />
Wie schon vor 3 Monaten parkten sie ihr Auto in Salisbury und stiegen in den Zug. Zum Glück hatten sie ihre Abteile vorbestellt, denn der Zug war außergewöhnlich voll.<br />
Ajani machte sich keine Sorgen als Cassandra nicht gleich wieder kam als sie Essen holen wollte. Marie hatte sich bei Charlotte und George einquartiert und sicher aßen sie im Speisewagen noch gemeinsam.<br />
Ajani bereitete derweil die Betten für die Nacht.<br />
Es war fast eine ganze Stunde vergangen. Ajani machte sich so langsam Sorgen. Er hörte plötzlich lautes Gekicher, was sogar den Lärm der Räder übertönte. Es klopfte an seiner Tür.<br />
Vorsichtig öffnete Ajani sie einen Spalt und blickte in das schöne Gesicht einer Frau, die er nicht kannte.<br />
„Lässt du uns endlich herein?“ hörte er plötzlich eine Stimme im Hintergrund, die ihm wiederum absolut bekannt war.<br />
Mit samt der fremden Frau drängte Cassandra schnell in ihr Abteil und schubste, sie ob der Enge auf Ajani, der auf das Bett gefallen war.<br />
„Hey, der gehört mir!“ kicherte Cassandra als sie die beiden sah und schnell die Tür abschloss.<br />
Clairice zog sich etwas verlegen zurück. So forsch sollte ihr Kennenlernen nicht von statten gehen.<br />
„Hi ich bin Clairice“ stellte sie sich vor und reichte Ajani die Hand. Der wiederrum schaute Cassandra fragend an. „Aus der Schule?“<br />
Ja, Cassandra hatte ihm alles erzählt auch die erotischen Erfahrungen, die sie durch den Türspalt gemacht hatte. Ajani musterte Clairice jetzt genauso wie sie ihn und ein leichtes wissendes Schmunzeln umspielte seine Mundwinkel.<br />
„Angenehm!“ erwiderte er und bat ihr dieses Mal den Platz neben sich an.<br />
„Wir haben uns im Speisewagen getroffen.“ erzählte Cassandra während sie auf das Bett kroch und sich im Schneidersitz zu den Beiden setzte. „Sie ist mit ihren Eltern im Zug. Sie gehen zurück nach England. Sie wohnten nahe der Grenze und die Rebellenüberfälle kamen immer näher.“<br />
Ajani machte ein ernstes Gesicht. Erneut dachte er darüber nach, Georges Angebot anzunehmen.<br />
Das Essen war auf dem Bett ausgebreitete und alle drei griffen nach Herzenslust zu. Cassandra hatte sich mal wieder etwas Soße an die Wange geschmiert, doch bevor Ajani es sah, kümmerte sich Clairice schon darum.<br />
Mit ihrem Finger zog sie sanft über Cassandras Wange und einen Augenblick blieb die Zeit in ihrem Abteil stehen. Selbst Ajani sah die Funken die zwischen den Augen der beiden Frauen hin und hersprangen.<br />
Um die verzwackte Stimmung etwas aufzuheben, versuchte Clairice etwas mehr über Ajani zu erfahren. Sie ärgerte sich immer noch, nicht bei der Hochzeit dabei gewesen zu sein.<br />
Clairice hatte so eine ungezwungene offene Art, die ihn sofort an seine Frau erinnerte. Sie war wirklich eine Schönheit mit ihrem hellbraunen Teint und ihren lockigen langen Haaren.<br />
Ihre Augen wanderten unaufhörlich zwischen Cassandra und Ajani hin und her.<br />
„Hey der gehört mir!“ spaßte Cassandra und stupste Clairice neckend in die Seite.<br />
„Keine Angst, meine Intensionen liegen wo anders.“ antwortete diese mit verschmitztem Lächeln.<br />
„Ich weiß“ kam nun Cassandras prompte Antwort und ihre Hand streichelte, zärtlich über Clairice Wange. Verdutzt blickte diese ihre Freundin an. Cassandra hatte sich zu ihr vorgebeugt und gab ihr nun einen sanften aber bestimmten Kuss auf ihren Mund. Ihre Augen strahlten und sie konnte noch immer nicht verstehen, was hier gerade geschah als Cassandra ihr Angebot erneuerte und ihre sinnlichen Lippen, erneut auf die ihren presste.<br />
Völlig überrumpelt öffnete Clairice ihren Mund und gewährte Cassandras fordernder Zunge Einlass.<br />
Ajani war von dem Angriff seiner Frau ebenso überrascht, allerdings kannte er die Geschichte von Clairice und er wusste um die Sehnsucht seiner Frau, auch wenn sie es nie so direkt ausgesprochen hatte.<br />
Es war schon ein berauschender Anblick diese wunderschönen Frauen zu sehen, deren Kuss von Sekunde zu Sekunde hitziger wurde.<br />
Einen Augenblick war Ajani versucht, die Zwei allein zu lassen, damit sie sich einander offenbaren konnten aber er war viel zu sehr gefesselt.<br />
Schwer atmend hatte sich Clairice losgerissen und schaute Cassandra und Ajani fragend an.<br />
„Ja ich weiß, dass du mich liebst und wenn du dich damals nicht mit unserer Klassenzicke vergnügt hättest…“ Cassandra hatte ihre Worte mit Bedacht gewählt und hielt kurz inne. Clairice Gesicht schwankte zwischen Entsetzen und Verwunderung.<br />
Cassandra aber ließ ihr keine Zeit sich zu erklären. Ihre Hand hatte Clairice Kopf gefasst und mit sanftem Zug, erneut zu einem Kuss herangezogen.<br />
Ajani sah wie ihre Finger sich an die Flanken seiner Frau legten und ihre Konturen entlangfuhren. Wie ein Künstler, der sein Werk noch einmal begutachtete, nahm Clairice jedes Detail in sich auf. Deutlich zeigte sich schon Cassandras Erregung als die Finger, das erste Mal über die harten Knospen hinwegstrichen und ihr ein wohliges Schniefen entlockten. Cassandra durchfuhr ein lustvoller Schauer und Ajani sah wie ihre Nasenflügel vor Erwartung bebten.<br />
Nichtsdestotrotz bemerkte er aber auch Clairice Erregung als Cassandra ihre kleinen spitzen Erhebungen in ihren Händen drückte und auch ihr ein lustvolles vergnügtes Seufzen entfuhr.<br />
Ajani sah wie ungeduldig seine Frau an der Bluse ihrer Freundin zupfte. Ihre Finger tauchten unter den Stoff und streiften über die samtbraune Haut. Clairice hatte den Kuss schon längst gelöst und genoss diese zärtlichen Berührungen sichtlich. Ihre Augen waren geschlossen während ihr Mund, halboffen, hechelnde Laute des Wohlbefindens von sich gab.<br />
Ihr Unterhemd, samt ihre Bluse schob sich immer weiter nach oben, je forscher Cassandra in Richtung ihrer Brust drängte. Irgendwann nahm sie ihre zweite Hand zur Hilfe und fasste in den Stoff. Was sie vorhatte war mehr als deutlich und, dass sie von Clairice jetzt keine Widerworte dulden würde, war auch allen hier im Raum klar. Langsam gingen ihre Arme nach oben und streckten sich über ihren Kopf in die Höhe.<br />
Die Beiden schauten sich tief in die Augen, bevor Cassandra sie von ihren Kleidungsstücken befreite und ihren wundervollen, karamellfarbenen Oberkörper freilegte.<br />
Achtlos flogen die Kleidungsstücke beiseite. Mit glänzenden Augen beugte sich Cassandra zu ihr und hauchte einen sanften Kuss auf den Gipfel ihrer kleinen spitzen Brust. Clairice strich über Cassandras Haar und drückte ihren Kopf noch einmal sanft auf ihre kleine Erhebung. Cassandras Zunge umkreiste forsch dieses sinnliche Gebilde und ihre Lippen schmiegten sich lustvoll saugend um dieses weiche Fleisch.<br />
„Uuuhiiii“ entfuhr ein langer, lustvoller Laut ihrem Mund und noch Einer und noch Einer. Ihr Atem ging schnell und wurde zunehmend hektischer und erst jetzt sah Ajani, dass Cassandra auch noch gleichzeitig, heftig über den Zwickel in Clairice Schritt rieb. Ihr ganzer Körper reagierte zunehmend erregter auf diese Behandlung und ihr Hintern rutschte total nervös auf dem Bett hin und her.<br />
Dass Cassandra wusste, was sie wollte, war Ajani schon bekannt aber, dass sie Clairice so forsch und intensiv verführte, überraschte ihn schon.<br />
Die völlig verblüffte schaute Cassandra mit großen Augen an als diese unvermittelt ihr Oberteil auszog. Cassandra war als Mädchen schon eine Augenweide aber jetzt war diese einzigartige Frau, nur noch ein verführerischer Traum. Clairice fasste fast schüchtern an diese traumhafte Brust. Warm umhüllten ihre zarten Finger das weiche Fleisch. Cassandras harte Spitze bohrte sich heiß, in ihre Handfläche.<br />
Cassandra forderte einen erneuten Kuss ein und zog Clairice über sich. Ihre Körper berührten sich. Nackte Haut lag auf nackter Haut und Verlangen lag untrüglich in der Luft.<br />
Ajani hatten die beiden Frauen völlig ausgeblendet. Er saß so dicht neben ihnen und verfolgte gebannt, dass Spiel dieser wunderschönen Leiber.<br />
Clairice spürte überall auf ihrer Haut, die zärtlichen Finger. Ein wohliges Kribbeln hatte ihren ganzen Körper erfasst. Ja sie bemerkte nicht einmal, dass jemand ihr die Beinkleider abstreifte und zärtlich über ihren Po strich. Cassandra blickte kurz lächelnd zu Ajani auf, als er auch ihr die Hose auszog.<br />
Ihre lüsternen Blicke trafen seine Augen und ihr leichtes Nicken, zeigte ihm, dass er in ihrem Liebesspiel willkommen war.<br />
Clairice kniete noch immer leicht über Cassandra und versank immer tiefer in ihren Küssen.<br />
Ein lustvoller Schrei füllte das Abteil. Ajani hatte seinen schwarzen Stamm an das rosafarbene Fleisch gedrückt und Clairice Eingang geweitet. Ihre weit aufgerissenen Augen schauten geradewegs in Cassandras strahlendes Gesicht. Ihre zärtlichen Lippen, die sie auf ihren Mund presste, ließen ihre Bedenken augenblicklich schwinden und dieses wohlige Gefühl genießen, welches von ihrem Körper Besitz nahm. Sie spürte Ajanis harten Riemen, der sich langsam und machtvoll immer tiefer in sie Vortrieb.<br />
Clairice holte scharf Luft und war nicht mehr in der Lage den Kuss mit Cassandra aufrecht zu erhalten, stattdessen sank ihr Kopf auf deren Brust nieder. Clairice hörte das Herz aufgeregt schlagen, welches unter diesen weichen Kissen, den Takt angab. Ihr Po hatte sich dadurch etwas mehr aufgerichtet und somit den Eintrittswinkel von Ajanis Männlichkeit verändert. Clairice tränten die Augen. Solch wundervolle Gefühle waren ihr noch nie zu Teil geworden.<br />
Während sich Ajani langsam, behutsam aber tief in ihr versenkte, streichelte Cassandra über ihren Körper. Ihre kleinen spitzen Brüste rieben auf dem Bauch ihrer Freundin und wurden von deren Fingern noch zusätzlich verwöhnt. Clairice schwebte von Wolke zu Wolke. Immer höher führte sie der Weg zum Olymp und mit jeder Faser ihres Körpers spürte sie das Ende ihres Weges kommen.<br />
Ajani war für einen Mann unheimlich zärtlich und trotzdem spürte sie seine geballte Männlichkeit, in seinen kräftigen Händen die ihre Hüfte hielten und seinem zuckenden Instrument, dass sich gerade gewaltig in ihr entlud und ihren Körper letztendlich zum Explodieren brachte. Jede Salve die er in sie schoss, jagte eine weitere brennende Lustwelle durch ihren Leib, bis sie erschöpft und glückselig komplett auf Cassandra niedersank.<br />
Doch sie fand keine Ruhe. Seine Hand die Cassandras Lustzentrum nun suchte und verwöhnte, berührte auch ihre empfindliche Stelle dabei immer wieder.<br />
Clairice Erregungszustand schien gefühlt nie abklingen zu wollen. Auch Cassandra schien endlich Erlösung finden zu wollen. Mit einem liebevollen Kuss rollte sie Clairce von sich und deutete Ajani an sich hinzulegen.<br />
Clarice sah erstaunt die Größe, die da noch immer aufrecht in Ajanis Körpermitte stand. Hatte sie wirklich dieses Ungetüm in sich gespürt? Hatte sie wirklich diesen Riesen in sich aufnehmen können? Allein der Gedanke ließ die Säfte in ihrem Lustzentrum erneut zusammenlaufen und ihre Knospen steinhart werden.<br />
Mit offenem Mund sah sie wie Cassandra sich langsam auf ihm nieder ließ. Clairice sah voller Begeisterung die leichte Erhebung in ihrer Bauchdecke, die seine Eichel hervorrief.<br />
Ajani stöhnte gierig auf als Cassandra begann, ihr Becken kreisen zu lassen. Diesmal war er es, der Clairice in ihr Liebesspiel einband. Eine Hand griff nach der Brust seiner Frau und die andere suchte Clairice Pendant. Lustvoll krallte er in das weiche Fleisch und bereitete somit nicht nur sich Wohlbefinden.<br />
Cassandras Hand forderte und geleitete sie zu ihnen heran. Sie kniete nun direkt neben Ajanis Kopf, der dem animalisch geilen Geschmack dieser Frau nicht widerstehen konnte und seine Zunge hervorschnellen ließ. Kurz tauchte seine Zunge zwischen ihre Labien und traf das Herz ihres Lustzentrums. Clairice zuckte stöhnend zusammen. Hatte er etwa gerade..? Er wollte noch mehr. Seine Hände versuchten sie näher heran zu dirigieren und nach einem fragenden Blick zu Cassandra, die schon ganz wo anders war, traute sie sich und setzte sich auf sein Gesicht.<br />
Ajani schien berauscht von der Mischung seiner Säfte und ihrem Nektar. Wie von Sinnen trieb er seine Zunge in ihren zuckenden Schlund.<br />
Clairice schrie erneut verzückt auf und zog damit Cassandras Aufmerksamkeit in ihren Bann.<br />
Während Ajani ihre Pobacken spreizte um tiefer eintauchen zu können, fanden sich die Zungen und Münder der Frauen zu einem erneuten Kuss.<br />
Clairice Beine waren weich wie Pudding und zitterten unentwegt. Ihre Hände hatte sie, Halt suchend in Cassandras Brüsten verkrallt. Je mehr sie die Emotionen dahin trugen, umso intensiver presste und drückte sie das weiche Fleisch.<br />
Clairice lag schon fast gänzlich auf Ajani und saugte sich immer heftiger an Cassandras Brüsten fest, während ihre Hände, an ihrer Perle rubbelnd, permanent spürten wie Cassandra Ajanis Luststab verschlang.<br />
Gegenseitig trieben sich die Drei unaufhaltsam einem gigantischen Höhepunkt entgegen.<br />
Als Ajani den dünnen Steg entlang leckte und Clairice Hintertürchen, mit seiner Zunge berührte, war es um sie geschehen. Ihr Becken schlug heftig auf sein Gesicht und ihr Griff um Cassandras Brust wurde zum Schraubstock. Ihr ganzer Körper versteifte sich und wartete darauf, wieder frei gelassen zu werden. Sie bekam nicht einmal mit, dass Cassandra nur wenige Augenblicke später ihr Tor zum Himmel öffnete und dies äußerst laut kundtat. Krampfend und zuckend bebte ihr ganzer Unterleib und hob völlig ab.<br />
Ihr krampfendes Becken hatte Ajanis erste Flut noch aufgenommen aber als sie plötzlich zur Seite fiel und ihn aus ihrem Schoß entließ, suchte sich sein Lustsaft ein anderes Ziel.<br />
Wie aus einem Gewehr schossen die Fontänen und trafen in Clairce Gesicht und ihre Haare, die gerade in der Flugbahn gekommen waren.<br />
Keiner der Drei konnte so schnell erfassen, was da gerade mit ihnen passiert war. Cassandra hielt noch immer leicht zuckend, ihre Knie fest zusammengepresst, während Clairice ratlos um sich schaute und das klebrige Zeug von ihrem Auge wischte.<br />
Sie hatte sonst nicht viel mit Männern am Hut aber als Ajani sie freundlich anlächelte und seine Arme ausbreitete, nahm sie seine Einladung gerne an.<br />
Zum ersten Mal fühlte sie sich in den Armen eines Mannes richtig wohl und als er sie an sich zog und sie auch noch liebevoll, auf ihre Spermaverschmierten Mund küsste, fühlte sie sich das erste Mal im Leben angekommen.<br />
Cassandra nahm auf seiner andern Seite Platz und küsste sowohl ihn als auch sie, mit gleicher Intensität.<br />
Sie lagen noch keine 20 Minuten so da. Jeder hing seinen Gedanken nach und versuchte das Erlebte einzuordnen als plötzlich der Zug mit einem nervig quietschenden Geräusch zum Halten kam und das monotone „Klack Klack“ der Räder abrupt verstummte.<br />
Was war passiert? Plötzlich waren alle Drei wieder im Hier und Jetzt. Sie hatten kaum Zeit sich etwas über zu werfen als sie schon Schüsse und lautes Gekreische vernahmen. Männer mit Gewehren rissen die Tür zum Abteil auf und trieben sie mit samt den anderen Passagieren aus dem Zug.<br />
Sie waren mitten im Niemandsland. Ein kleiner Bahnhof an dem der Zug sonst nicht einmal hielt und schon gar nicht mitten in der Nacht.<br />
Dreißig Bewaffnete, in ranzigen Uniformen hielten die ganzen Passagiere im Schach, während eine Handvoll von ihnen, das Hab und Gut der Reisenden plünderte.<br />
Ein junger Kerl, etwa in Cassandras Alter schien der Anführer zu sein. Langsam schritt er die Reihen ab und deutete auf vereinzelte Passagiere, die sein Gehilfe sofort erschoss.<br />
Vier Weiße lagen schon tot am Boden als Cassandras gellender Schrei „Aufhören“ die Reihe entlang hallte. Sofort wand er sich, von dem vor ihm stehenden Gentlemen ab und kam schnellen Schrittes auf Cassandra zu.<br />
„Wieder so eine feine Dame. Sie hat sogar noch 2 Diener dabei und wundert sich, dass wir nach Freiheit streben.“<br />
„Wieder so ein unwissender Schwarzer, der mit Vorurteilen seinen Rassismus an Unschuldigen auslebt.“ antwortete Cassandra in seiner eigenen Sprache zurück. Er schien für einen Moment verblüfft zu sein und ein fragender Blick ging kurz hinter sich ins Dunkel.<br />
„Ich bin nicht ungebildet“ erwiderte er energisch.<br />
„Und ich bin keine feine Dame mit Bediensteten.“ Cassandra musste immer das letzte Wort haben. Das schien dem jungen Mann aber nicht zu gefallen als er seine Pistole hob und auf sie zielte.<br />
Nun trat Ajani vor Cassandra und brüllte ihn an. „Lass meine Frau in Ruhe.“<br />
„Kojo“ hallte ein schroffer Ruf durch die Nacht als er seine Pistole erneut ansetzte und bereit war Ajani zu erschießen.<br />
Aus dem Dunkel trat ein silberhaariger alter Mann. Er schien nun endlich der wirkliche Anführer zu sein.<br />
„Sir, was wollen sie von uns?“ trat Cassandra an Ajani und dem Mann mit der Pistole vorbei und sprach ihn direkt an.<br />
Von Weitem hörten man einen Löwen durch die Nacht brüllen. Sämtliches Getuschel war verstummt und selbst der junge Kerl mit der Pistole trat einen Schritt zurück.<br />
Würdevoll und Erhaben trat er näher und somit ins Licht der kleinen Bahnhofslampe.<br />
„Ihr habt uns versklavt, uns unser Land weggenommen und ihr behandelt uns wie Tiere.“ Seine Stimme klang verbittert und vorwurfsvoll.<br />
„Wir holen uns jetzt wieder, was uns gehört! Tötet sie!“<br />
Er gab diese entsetzliche Anweisung und drehte sich einfach um. Cassandras kam dieser Mann aber so bekannt vor. Woher nur?<br />
„Mngobo!?“ rief Cassandra ihm mehr fragend hinterher. Der alte Mann drehte sich verwundert um und schaute die junge Frau interessiert an. Seine Männer, die ihre Waffen schon im Anschlag hatten stoppten abrupt als er einhaltgebietend seine Hand hob. Dieses Mal kam er ganz dicht zu Cassandra herangetreten. Ajani wollte ihr beistehen und war ihr zur Seite gesprungen als ihn ein Gewehrkolben traf und ihn zu Boden streckte.<br />
Cassandra war so entsetzt von dieser Aktion, dass sie dem Soldaten eine schallende Ohrfeige gab und sich zu Ajani herunterbeugte.<br />
„Woher kennst du meinen Namen?“ Die tiefe dunkle Stimme des alten Mannes drang tief in Cassandras Ohren. Vorwurfsvoll schaute sie ihn an. Auch wenn Ajani eine Platzwunde hatte und etwas Blut floss, war er soweit in Ordnung.<br />
Cassandra kam hoch und baute sich vor Mngobo auf. Sie war es gewohnt für ihre Überzeugung zu kämpfen. Obwohl sie einen Kopf kleiner war als er, konnte jeder sehen, dass in diesem Moment nicht gut Kirschen essen mit ihr war.<br />
Just in diesem Moment fasste Marie, Cassandras Hand. Sie hatte sich losgerissen und war zu ihrer Mutter gestürmt. Cassandra dirigierte ihre Tochter, beschützend hinter sich. Die Situation war noch immer mehr als gefährlich.<br />
Mngobo schaute auf die Kleine herunter und sein Gesichtsausdruck veränderte sich schlagartig.<br />
„Ich war damals nur wenig älter als sie.“ begann Cassandra zu erklären „Du warst Heizer auf dem Dampfer, der uns nach Afrika brachte.“<br />
Ein Strahlen zog in das alte Gesicht des Mannes. „Die kleine Cassy?“<br />
Er hatte sie nicht vergessen und schaute nun in das strahlende Gesicht einer erwachsenen Frau, die ihn erfreut annickte.<br />
„Er ist wirklich dein Mann?“ fragte Mngobo und zeigte auf Ajani. Nun eigentlich war diese Frage überflüssig. Das kleine neugierige Gesicht, welches hinter ihrer Mutter hervorschaute, war Beweis genug.<br />
Auch, wenn das gerade wie ein Familientreffen wirkte, war die Gefahr noch allgegenwärtig.<br />
„Ich kann nicht zulassen, dass du die Menschen hier umbringst.“ sprach Cassandra den schwelenden Konflikt noch einmal an.<br />
So unnachgiebig und energisch er damals das kleine Mädchen kennengelernt hatte, so war Cassandra auch heute noch. Wenn er jetzt klein beigeben würde, könnte es ihn den Respekt seiner Männer kosten. Mngobo war mindestens in der gleichen Zwickmühle wie die Fahrgäste, die bereit waren alles zu geben, um zu überleben.<br />
„Nehmt die Wertsachen und lasst die Menschen gehen. Du weißt nicht wie viele von ihnen unschuldig sind und wenn du sie alle tötest, bist du nicht besser als die, die dich dazu gebracht haben.“<br />
„Du solltest Politiker werden“ brachte Mngobo scherzhaft an, weil er genau wusste, dass sie als Frau nie in so einer Position akzeptiert sein würde. Er beugte sich zu Marie hinunter und reichte ihr die Hand. Sie war ganz die Tochter ihrer Mutter und genauso furchtlos und ergriff die riesige Pranke des alten Mannes, der sie freundlich anlächelte.<br />
„Pass gut auf deine Mutter auf!“ flüsterte Mngobo der kleinen Marie zu, bevor er mit einer einzigen Handbewegung seine Leute zurückzog. Noch einmal trat er ganz dicht vor Cassandra und umarmte sie. „Du bist eine mutige Frau aber fordere dein Glück nicht noch einmal heraus.“<br />
Die Ansage war eindeutig und zeigte Cassandra das erste Mal direkt auf, wie unsicher die Zeiten geworden waren. Man spürte die Erleichterung bei den Menschen, obwohl die wenigsten verstanden warum sie noch am Leben waren. Viele Hände tippten Cassandra anerkennend auf die Schulter. Nur durch ihr Zutun und ihr beherztes Auftreten war das Alles so glimpflich abgegangen.<br />
Ajani stand inzwischen wieder und nahm seine Frau überglücklich in die Arme. Auch Cassandras Großeltern, denen die ganze Zeit das Herz in der Hose hing, kamen nun näher.<br />
Selbst Clairice, die gerade neben Ajani stand wurde in die Familienumarmung mit einbezogen. Ihre Eltern die nur wenige Meter entfernt standen verstanden noch immer nicht, was hier gerade passiert war.<br />
Alle stellten sich nun erst mal einander vor, bevor auch schon der Zugführer zum Einsteigen rief. Er wollte so schnell wie möglich weg von hier.<br />
Ihre Herzen schlugen noch immer in rasendem Takt als sie sich in ihr Abteil zurückzogen. So schön die letzten Stunden auch waren so hatte dieser Moment, das besondere Feeling zwischen ihnen schlagartig zerstört. Ajani, Clairice und Cassandra hatten jetzt aber einen neuen Gast bekommen. Marie wich ihren Eltern, nach diesem Schreck nicht mehr von der Seite.<br />
Die Zweimannkabine war zwar mächtig beengt aber dicht aneinandergedrängt fielen die Vier dann doch noch in einen kurzen, unruhigen Schlaf.<br />
Marie und Clairice hatten sich inzwischen bekannt gemacht und verstanden sich gut. Immer wieder kamen Menschen als sie in Kapstadt ausstiegen und bedankten sich bei Cassandra. Sie hatte die halbe Nacht gegrübelt. Ihr Bonus war aufgebraucht und den Zug zurück zu nehmen, war ein Spiel mit dem Schicksal.<br />
„Ajani,“ sprach sie ihren Mann an „ich habe Angst um unsere Sicherheit, wenn wir zurückfahren. Was hältst du davon, wenn wir Großvaters Angebot gleich annehmen und mit nach England fahren?“<br />
Ajani wusste, dass Cassandra diese Entscheidung nicht leichtfertig getroffen hatte und er würde lügen, wenn ihn England und die Aufgabe, die ihm George angedacht hatte, nicht reizen würde. Er brauchte nicht ein einziges Wort sagen, denn als er Cassandra in die Arme nahm, war alles Wichtige gesagt.<br />
Sie würde mindestens genau so viel hier aufgeben, wie er. Mutter, Familie, Freunde, dass alles würden sie vermissen aber zum Wohl ihrer Familie waren sie bereit, diesen riesigen Schritt zu gehen.<br />
Probleme gab es erst bei der Reederei. Das Schiff war komplett ausgebucht. Clairice, die sie begleitet hatte, brachte einen interessanten Vorschlag. „Und wenn ich meine Kabine mit ihnen teile?“<br />
Der Mann schaute die Buchungen durch. „Das ist doch bloß eine Doppelkabine. Ich kann die nicht mit 4 Leuten belegen.“<br />
Grandpa George war ebenfalls mitgekommen, da er als Einziger noch genügend Bargeld versteckt hatte, um die Überfahrt zu bezahlen.<br />
„Wir können die Kleine zu uns nehmen.“ warf er ein, wobei der Angestellte der Reederei immer noch skeptisch schaute.<br />
„Aber die beiden Damen können doch nicht…“ Er sah Ajani abschätzend an aber beendete zu seinem Glück seinen Gedankengang nicht.<br />
„Das geht auf jeden Fall. Wir sind eine Familie!“ Cassandras energische Worte duldeten keinen weiteren Widerspruch und das traute sich der Typ auch nicht als er ihr Gesicht sah. Allerdings bestand er darauf, dass für die drei Leute, die Passage zusätzlich bezahlt wurde.<br />
Clairice strahlte Cassandra verlegen an. Ganz so uneigennützig schien ihr Angebot doch nicht gewesen zu sein aber als sie Cassandras zufriedenes Grinsen sah, schlug ihr Herz gleich schneller.<br />
So nun war das geklärt aber auch ihr letzte Bargeldreserven fast aufgebraucht. Ajani, Cassandra und Marie waren ohne Wechselkleidung unterwegs. Die kleine Reisetasche, für die zwei geplanten Tage reichte nicht einmal ansatzweise.<br />
Mit ihrem letzten zusammengekratzten Geld kauften sie das Nötigste für Ajani und Marie. Clairice war mit ihrem ganzen Kleiderschrank unterwegs und hatte Cassandra angeboten, sich bei ihr zu bedienen.<br />
Das dies so einige Probleme mit sich bringen würde, merkten sie erst als das Schiff abgelegt hatte.<br />
Die Frauen hatten sich zurückgezogen. Cassandra hatte ihre Sachen nun schon seit gestern an und fühlte sich nach den ganzen Strapazen etwas schmutzig. Während Cassandra sich frisch machte, suchte Clairice etwas aus ihrem Kleiderschrank heraus. An den Türrahmen gelehnt stand sie gedankenverloren und schaute Cassandra verzückt an.<br />
„Soll ich dir den Rücken waschen?“ Cassandra schmunzelte als sie die vorsichtigen Worte vernahm und in Clairice erwartungsvolles Gesicht schaute.<br />
Ihr ausgestreckter Arm, mit dem Lappen forderte sie auf, ihren Worten Taten folgen zu lassen. Sanft wischte Clairice über ihren Rücken. Cassandra beobachtete sie dabei ganz genau im Spiegel. Ihre Augen scannten Cassandras ganzen Körper. Leicht berührten ihre Lippen die nackte Schulter.<br />
„Du bist so wunderschön“ flüsterte Clairce. Sie sah nicht wie Cassandra sie ebenfalls beobachtete und ganz genau sah, wie sie über ihre Schulter hinweg auf ihre Brüste blickte, die ein gewisses Maß an Erregung nicht mehr verbergen konnten.<br />
Cassandra spürte ihren heißen Atem an ihrem Hals und wie ihre Haare leicht über ihre Haut kribbelten. Als sich Clairice Hand auf ihren Bauch legte spürte sie die Wärme bis in ihre Körpermitte ausstrahlen.<br />
Sie hatten sich schon viel zu lange zurückgezogen und obwohl Cassandras Körper darüber nachdachte, diesem Drängen nachzugeben, empfand ihr Kopf es als Betrug an Ajani.<br />
„Zeig mal her, was du für mich ausgesucht hast.“ riss sie sich aus ihren eigenen Gedanken. Sie sah deutlich die Enttäuschung in Clairice Gesicht, weshalb sie ihr einen kurzen aber dennoch liebevollen Kuss gab. Sie wirkte nach dieser eben geschehenen Zurückweisung, sehr überrascht aber hielt das Fünkchen Hoffnung am Lodern.<br />
Das Kleid war wunderschön aber Cassandras Konturen waren doch deutlicher ausgeprägt als die von Clairice. Um bestimmte Körperpartien spannte das Kleid schon etwas viel. Clairice fielen bald die Augen heraus. Cassandra wirkte angezogen, sogar noch anziehender und aufregender.<br />
Zum Spiegel gedreht, strichen ihre Hände über das Kleid. Es war aber kein Fältchen glattzustreichen. Cassandras doch deutlich größere Oberweite spannte den Stoff aufreizend und boten keinen Platz ihre Erregung zu verbergen. Ihre Brustwarzen und sogar die Konturen ihrer Warzenhöfe drückten durch den dünnen Stoff und trieben nun sogar Cassandra, eine leichte Schamesröte ins Gesicht.<br />
Sie war aber viel zu sehr Frau und trug es mit Stolz. Zu Hause war sie oben ohne herumgelaufen oder trug nur ein dünnes Leibchen. Sie war stolz darauf, dass Afrika ein Teil ihrer Lebensweise war. Sie zog definitiv die die Blicke aller Anwesenden auf dem Oberdeck auf sich. Alte Gentleman stierten unter dem Vorwand brüskiert zu sein unverhohlen nach ihrem schönen Körper, wobei die jüngeren Herren bewusst ihre Nähe suchten und sich vergeblichen Annäherungsversuchen hingaben.<br />
Ajani hatte sich das eine Weile mit angesehen und war Stolz als Cassandra in seine Arme eilte und die anderen Herren in ihre Schranken verwies.<br />
Sie nahm ihn sofort bei der Hand und zog ihn hinter sich her und durch die nächst gelegene Tür. Gierig zerrten ihre Finger das Hemd aus seiner Hose. Cassandra war von den Blicken dermaßen aufgeheizt, dass sie ihn am liebsten jetzt und hier die Kleider vom Leib gerissen hätte.<br />
Seine Hände, die sich ebenso gierig um ihre aufreizenden Rundungen schraubten, kühlten ihr hitziges Gemüt auch nicht gerade ab.<br />
Stimmen störten sie.<br />
Cassandra zog Ajani immer weiter. Es war als kenne sie sich hier gut aus. So tief im Inneren des eisernen Kolosses waren sie gänzlich allein. Dachten sie.<br />
Der Maschinenraum schien nicht weit weg zu sein. Hitze und öliger Geruch schwangen ihnen entgegen aber das war Cassandra völlig egal.<br />
Ihr war auch völlig egal, dass die Wand an die Ajani sie jetzt drückte, staubig und dreckig war. Seine Finger lösten Knopf für Knopf die Verspannung, die ihre Brüste zusammenpresste.<br />
Daumen und Zeigefinger schraubten sich um ihren rechten Nippel und ließ sie laut aufstöhnen. Glücklicherweise hörte sie hier unten keiner. Ein Knopf nach dem anderen wurde von seinen flinken Fingern geöffnet und bald schon präsentierte sich ihr schöner Körper in seiner ganzen Pracht vor ihm. Gierig fuhren seine Hände ihre anmutigen Rundungen entlang. Er berührte ihre steifen Knospen, ihren bebenden Bauch um endlich seine Finger durch ihren Flaum hindurch, in ihr heißes, feuchtes Schatzkästchen zu tauchen.<br />
Ihr lustvoller Schrei übertönte fast die Geräusche der Maschinen. Cassandras Verstand setzte vollständig aus. Selten hatte sie Ajani so begehrt wie jetzt. Ihre eigene Erregung, seine offensichtliche unbändige Lust auf sie und die Situation, jederzeit von jemandem entdeckt zu werden, hatten ihren Körper zu einem Vulkan, kurz vor dem Ausbruch gemacht. Zitternd, fahrig und gierig nestelten ihre Finger an seinem Hosengürtel bis sie schlussendlich sein Instrument in ihren Händen hielt, dass ihr Erleichterung verschaffen sollte.<br />
Mit festem, ungeduldigem Griff schob sie seine Vorhaut zurück und rieb seinen zum Platzen gespannten Schwanz. Selbst in ihren Augen sah Ajani das Lodern des Feuers. Fest packten seine großen Hände in ihre knackigen Pobacken und hoben sie, mit Leichtigkeit an, um sie gleich wieder langsam auf seinem, bereits erwartungsvoll zuckendem Schwanz nieder zu lassen.<br />
Cassandra wimmerte und stöhnte vor Lust. Er war als würde er sie das erste Mal nehmen. Sie fühlte ihn, sie spürte ihn heute jeden Zentimeter so unglaublich intensiv. Doch auch Ajani war heute so unglaublich aufgepeitscht, dass liebevoller Sex heute keine Option mehr war.<br />
Tief und hart stieß er in Cassandra. Sein Gehänge schlug, schwappend gegen ihren Po, während er schnell und animalisch in sie hämmerte. Ihr Körper schlug immer wieder heftig gegen die Stahlwand, die seinen Rhythmus mit einem dumpfen Ton weitergab.<br />
Cassandra hatte ihre Armen um Ajanis Hals geschlungen und ihr Kopf lag heftig Stöhnend auf seiner Schulter.<br />
Cassandra war im Taumel der Lust und selbst als sie in die Augen der 2 Maschinisten blickte, die sie, von der Situation angetan, lüstern anschauten unterband sie Ajanis Tun nicht. Vielmehr spürte sie ein besonderes Ziehen in ihren Lenden. Cassandra schaute den Männern direkt in die Augen und ihr Vulkan explodierte so gewaltig, dass sie selber spürte wie ihr ganzer Körper zu zittern begann.<br />
Zu jedem anderen Tag hätte Ajani sie ihren Höhepunkt ausleben lassen aber heute war auch so in Fahrt, dass er seinem eigenen Höhepunkt mit noch schnelleren Stößen entgegenstrebte. Cassandra schwebte auf einer gefühlt unendlichen Welle an Gefühlen und spürte einen erneuten Ausbruch ihres Körpers als er sich grunzend in ihr verströmte.<br />
Ihr Muskeln schlossen sich rhythmisch um seinen Stamm und molken jeden einzelnen Tropfen aus seinem großen schwarzen Rohr.<br />
Ajani wollte Cassandra wieder auf dem Boden abstellen aber ihre Beine hielten sie nicht mehr. Cassandra saß auf dem Gitterrost der oberen Ebene des Maschinenraums. Der Schweiß lief ihr in Strömen. Ihre Brüste zeigten deutliche Zeichen seiner gierigen Behandlung. Schmutz paarte sich mit den roten Striemen seines festen Griffes.<br />
Cassandra hob erstmals wieder den Kopf. Noch immer schauten die beiden Männer sie fassungslos an. Allerdings bot sie ihnen auch ein absolut geiles Bild. Mit aufgeknöpftem Kleid und gespreizten Beinen saß sie auf der Plattform. Ajanis Sperma rann aus ihr heraus und tropfte durch das Eisengitter. Irgendwie war Cassandra stolz von diesen fremden Männern in ihrem Zustand bewundert zu werden.<br />
Ajani hatte inzwischen seine Hose geschlossen und knöpfte nun ihr Kleid wieder zu. Er hob sie liebevoll auf seine Arme und trug sie davon. Cassandra blickte noch einmal über seine Schulter und warf den Männern einen letzten Blick und ein zufriedenes Lächeln zu.<br />
Unterwegs begegneten sie Clairice und Marie. Besorgt wandte sie sich an die Beiden, weil sie dachte, dass etwas passiert wäre. Allerdings sah sie inzwischen Cassandras schief geknöpftes Kleid, schmutzige Fingerabdrücke in ihrem Dekolleté und dieses zufrieden strahlende Grinsen, was nur eins bedeuten konnte.<br />
Clairice wollte die beiden wieder alleine lassen aber Marie bestand darauf bei ihrer Mutter zu bleiben. So begleiteten die zwei Cassandra und Ajani in die Kabine. Glücklicherweise hatte Clairice Vater eine Luxuskabine gebucht. So hatten sie nicht nur ein verhältnismäßig großes Bett, sondern auch eine Dusche, was für die damalige Zeit noch nicht Standard war.<br />
Cassandra stand noch immer etwas unsicher auf ihren Beinen, sodass Ajani Clairice anblickte, die sofort verstand und Cassandra zur Hand ging.<br />
Ajani schnappte sich inzwischen seine Tochter und alberte mit ihr auf dem Bett herum.<br />
„Du bist ja total durch den Wind. Erzähl!“ grinste sie Clairice an als die Badezimmertür hinter ihnen geschlossen war.<br />
Cassandra musste tief Luft holen als sie zu erzählen begann. Clairice stand vor ihr und knöpfte langsam das schmutzige Kleid auf. Erstaunt blickte sie auf als Cassandra davon erzählte, dass sie beobachtet wurden. Auch Clairice Atem ging schneller. Bildlich lief der Film vor ihren Augen ab und Cassandras, die noch immer die Zeichen trug und nun schon nackt vor ihr stand, ließen auch ihre Temperatur schnell ansteigen.<br />
Sanft und vorsichtig streichelte Clairice über die Striemen auf ihrer Brust und spürte noch immer die unbändige Erregung, die diesen wunderschönen Körper noch immer beseelte. Ein leises Zischen verließ Cassandras Mund als Clairice ihre harte gemarterte Brustwarze streifte.<br />
Sie musste sich zusammenreißen, deshalb schob sie Cassandra unter die Dusche und stellte das Wasser an.<br />
Cassandra wusste auch nicht was heute mit ihr los war. Die Berührungen hatten ihren Vulkan schon wieder zum Brodeln gebracht. Clairice stand vor ihr und sah wie das Wasser über ihren Körper perlte. Cassandra sah ihren sehnsüchtigen Blick, der ihren Körper mit ihren schönen Augen verwöhnte. Kurzerhand griff sie Clairice und zog sie mit unter die Dusche. Es war eng hier und zum Flüchten war es zu spät. Das Wasser hatte ihre Bluse augenblicklich total durchnässt. Ihr kleiner erschrockener Aufschrei, wurde sofort mit Cassandras Hand erstickt.<br />
Durch den durchnässten Stoff konnte man ihre dunklen Aureolen sehen und die Spitzen, die unter dem nassen angeschmiegten Stoff hervortraten.<br />
Clairice war nicht fähig sich zu regen. Cassandra öffnete ihre Bluse und Stück für Stück fielen die Kleidungsstücke auf den Boden der Dusche.<br />
Cassandra sah wie sich ihr Brustkorb aufgeregt hob. Ihre eigene Brust drückte in der Enge der Kabine, gegen Clairice kleine süße Spitzen.<br />
Sie blickte in zwei schöne aber schon verzückt glasig schauende Augen. Cassandra wusste nicht was heute mit ihr los war. Sie hatte unentwegt Lust und obwohl Ajani sie erst kurz vorher, fast in die Bewusstlosigkeit geschickt hatte, wollte sie jetzt auch noch Clairice spüren. Das ihr Mann und ihre Tochter nur eine Tür weit entfernt saßen, machte die ganze Sache nur noch aufregender.<br />
Cassandras Lippen fanden den Mund ihrer Freundin und endlich erwachte auch sie aus ihrer Starre. Zungen schlängelten sich im Mund der jeweils anderen und ihre Hände liebkosten, unter dem steten Prasseln des Wassers, den wundervollen Körper ihrer Freundin. Cassandra wurde von Clairice Initiative total überrascht als diese sich über ihre Brüste hinab küsste und ihre Lippen plötzlich auf ihr Dreieck drückte. Cassandras Hände suchten Halt als sie spürte, wie Clairice Zunge zwischen ihre Lippen tauchte und ihr so unendlich schöne Gefühle schenkte. Sie tauchte tief und nahm auch noch Ajanis Geschmack war, der noch immer in Cassandras Lustzentrum allgegenwärtig war.<br />
Glücklicherweise verschluckte das Wasser ihren jubilierenden Schrei. Die Hände ihrer Freundin krallten sich tief in ihre Pobacken und ihre Zunge flog schnell über ihre Perle hinweg. Nie im Leben hätte Cassandra gedacht nach so kurzer Zeit erneut so zu entflammen.<br />
Ihre Sinne schwanden, ihre Schreie wurden lauter und ein erneuter Höhepunkt brach über sie herein.<br />
Auch wenn sie sich liebend gern bei Clairice dafür revanchiert hätte, war sie nicht mehr in der Lage sich auf den Beinen zu halten. Cassandra rutschte mit zitternden Beinen in der Dusche zusammen, bis Clairice Gesicht vor ihr auftauchte und ihr Hintern etwas unsanft auf dem Boden aufsetzte.<br />
Diese schnaubte fast genauso erregt wie Cassandra als die sich mit einem liebevollen Kuss bei ihr bedankte.<br />
Clairice stellte das Wasser ab und half ihrer Freundin wieder auf die Beine zu kommen. Selbst beim Abtrocknen musste sie ihr helfen, weil Cassandra noch immer in anderen Sphären schwebte.<br />
Beide Frauen kamen, nur mit einem Handtuch um ihren Körper gewickelt aus der Dusche und boten Ajani ein überaus reizvolles Bild.<br />
Marie musterte die Beiden und konnte nicht verstehen, warum Tante Clairice gleich mit duschen gegangen war.<br />
Ajani aber verstand und überzeugte seine Tochter, mit ihm an Deck spazieren zu gehen, da Mama sich etwas ausruhen musste.<br />
Seit der ersten Nacht mit Clairice hatte Ajani die Veränderungen bei seiner Frau gespürt. Er wusste zwar noch nicht wohin sie das führen sollte aber bisher genoss er die aufkommende Freizügigkeit und den einnehmenden Sexappeal seiner Liebsten. Es war als würde sie sich mit verlassen von Afrika neu erfinden, obwohl er nicht wusste ob das im verhältnismäßig prüden England angebracht sein würde.<br />
Obwohl England sie regnerisch empfing, überstrahlte Cassandra mit ihrem weißen Kleid, ihrer sonnengebräunten Haut und ihren strohblonden Haaren alles, was negativ in ihre Zukunft zeigen konnte.<br />
Ajani wirkte wie ein Exot zwischen den vielen bleichen Gestalten auf dem Pier. Aber er war nicht der Einzige. Clairice mit ihrer Karamellbraunen Haut und ihre Mutter, die ebenso dunkel wie Ajani war hoben sich von den Übrigen ab. Auch, weil sie demonstrativ zeigten, dass sie keine Dienstboten waren, sondern als Gleichgestellte Partner, britischen Boden betraten.<br />
Tränen flossen als Clairice und ihre Eltern sich von ihnen verabschiedeten. Glücklicherweise wollten sie sich nicht allzu weit von ihnen niederlassen und so versprach man sich, in Kontakt zu bleiben.<br />
George hatte telegraphisch seinen Fahrer in Kenntnis gesetzt, wann das Schiff ankommen würde und dass 3 weiter Gäste zu transportieren waren.<br />
Der Fahrer musterte Ajani vorsichtig und war deutlich verunsichert, weil er nicht genau wusste, wie er mit ihm umgehen sollte. Allerdings hellte sich sein Gesicht sofort auf als Marie auf ihn zutrat, ihm die Hand reichte und sich als Enkeltochter von Opa George vorstellte.<br />
Verdutzt schaute er seinen Chef an, hatte er ihn doch vor einiger Zeit nur für einen kurzen Besuch abreisen sehen.<br />
„Schön sie zu sehen Anthony“ begrüßte Cassandra den alten Mann mit einer Umarmung. „Können sie sich noch an mich erinnern?“<br />
Man sah deutlich, dass er mit seiner Fassung rang. „Sie sind groß geworden Miss Cassandra.“ antwortete er, als er sich alles zusammengereimt hatte und seine Fassung wiedererlangte.<br />
Als kleines Mädchen bestand Cassandra immer darauf, vorn neben ihm zu sitzen. Sie war schon immer ein aufgewecktes Kind und auf diesem Platz konnte sie alles sehen und verpasste nichts. Er liebte es, wie sie in ihrem kindlichen Übermut neben ihm erzählte und ihn erheiterte.<br />
Nun stand eine junge Frau vor ihm, die ihm nun stolz ihren Mann und ihre Tochter vorstellte als würde auch er ein Teil ihrer Familie sein.<br />
Ajani staunte nicht schlecht als sie vor der riesigen Villa vorfuhren. Jetzt erst konnte er verstehen, was Reichtum war.<br />
Williams Ranch hatte er schon als Luxus empfunden aber dieses Haus sprengte alle seine Vorstellungen.<br />
Umso verwunderter war er als Cassandra dies nur als Übergangslösung bezeichnete. In diesem Haus hätten locker 10 Familien Platz gehabt aber irgendwie konnte er seine Frau auch verstehen, ihr eigenes Refugium haben zu wollen.<br />
Gut eine Woche richteten sie sich häuslich ein. Da sie mit Nichts aus Afrika abgereist waren, mussten als Erstes genügend Sachen zum Anziehen her. So anregend es Ajani auch fand, wenn Cassandra ihre schöne Oberweite in eines von Clairice Kleidern zwängte, so unpassend war es sicher hier in der Öffentlichkeit, so aufzutreten.<br />
Adjani begutachtete derweil den Besitz und ließ sich von George alles zeigen. Noch immer wusste er nicht so genau, was dieser eigentlich tat. Dieses riesige Gelände mutete schon eher einem riesigen Park an. Ajani war an manchen Tagen allein unterwegs. George schaute in der Fabrik nach dem Rechten und Lust die Damen bei ihren Einkaufsorgien zu begleiten, hatte er dann auch nicht.<br />
Knapp 800 Meter vom Haupthaus entdeckte Ajani ein kleines verlassenes Gebäude. Lediglich ein paar Gerätschaften waren dort untergestellt. Das Gebäude, was vor etwa hundert Jahren, den Torwärter und seine Familie beherbergte gefiel Ajani. Mit dem kleinen Stall zusammen, der angrenzte, konnte man das zu einem schönen Haus ausbauen, so wie sie es bei William und Agatha auch hatten. Ihr eigenes Reich.<br />
Am späten Nachmittag als die Damen zurückkamen, schnappte er sich seine beiden Mädels, verband ihnen die Augen und führte sie durch den Park.<br />
„Ihr dürft die Augenbinden abnehmen!“ ordnete Ajani an und die angestaute Anspannung bei Cassandra, entwich in einem freudigen Schrei. Er brauchte ihr nichts erklären. Auch Cassandra sah den Ort sofort als Heim für ihre Familie.<br />
Marie schaute ihre Eltern zweifelnd an. Sie war einfach noch zu jung um diese Zukunft zu sehen. Ajani hatte sofort ein Bild vor Augen.<br />
„Schau, dort passt die Küche hin, mit einer großen Tür, die auf die umlaufende Veranda führt. Dort könnten wir unser Schlafzimmer einrichten und mein Schatz,“ er beugte sich zu Marie und zeigte auf eine schiefe Holztür<br />
„das könnte dein Zimmer werden.“<br />
Cassandra war begeistert, welche Gedanken sich Ajani schon gemacht hatte und sie konnte sich tatsächlich alles schon bildlich vorstellen.<br />
George und Charlotte waren von diesem Vorschlag begeistert. So hatten sie ihre Lieben immer in ihrer Nähe. Allerdings drängte George nun auch, dass Cassandra und Ajani sich in die Firma einbringen müssten.<br />
Ajani hatte ganz genaue Vorstellungen und verblüffte George mit einem außergewöhnlichen Vorschlag.<br />
„Sage niemanden wer ich bin. Stelle mich als Hausmeister oder Monteur ein. So bekomme ich einen unvoreingenommenen Einblick in alle Produktionsbereiche. Jetzt war sich George ganz sicher, mit ihm eine gute Wahl getroffen zu haben. Cassandra allerdings legte vehement fest, dass sie nicht die kleine brave Hausfrau spielen würde. Auch Ajani stimmte ihr zu und George erkannte, dass die Beiden zusammen das perfekte Team waren. So teilten Cassandra und er sich in die Aufgaben. Während Ajani für die technischen Dinge und die Abläufe zuständig war, übernahm Cassandra den ganzen vertraglichen und buchhalterischen Kram.<br />
Ajani zu verbergen würde einfach sein aber Cassandra als jemand auszugeben, der sie nicht war, schien aussichtslos, deshalb begann sie ihren Werdegang in der Buchhaltung.<br />
Charlotte war selig, mit ihrer Urenkelin eine neue Aufgabe zu haben und freute sich, dass George nun eine Zukunftsperspektive für sein Lebenswerk sah.<br />
Ajani hatte es sehr schwer. Herbert der langwierige Haus- und Hofmeister machte es dem schwarzen Gesellen nicht gerade leicht. Es dauert gut einen Monat als Herbert ihn zum Feierabend auf ein Bier in den Pub einlud. Ajani war total verwundert aber nahm aus Neugier an.<br />
„Ich muss mich bei dir entschuldigen“ begann Herbert seine Ansprache und erstaunte Ajani „ich dachte ihr Schwarzen seid alles nur Wilde.“<br />
Ajanis Augenbraue zuckte und er nahm schnell einen großen Schluck aus seinem Glas „aber“ fuhr Herbert fort „du bist ein echt cleverer Junge.“<br />
Völlig verwundert schaute er Herbert an. Ja, er wusste in diesem Moment nicht einmal was er sagen sollte.<br />
Als Herbert ihm dann auch noch die Hand entgegenstreckte, hatte er einen Freund fürs Leben gefunden.<br />
Fortan arbeiteten Beide Hand in Hand. Ajani erfuhr, was im Betrieb nicht lief und wie jahrzehntelang eingefahrene Routine den Ablauf ausbremste. Herbert war eine wahre Goldgrube an Erkenntnissen. Anfänglich hatte er noch versucht etwas zu ändern aber in seinem Alter, war er der vergeblichen Versuche Müde geworden. Die Hierarchiekette war einfach zu lang, um etwas zu bewirken und er stand ganz unten, obwohl er und Ajani alles im Unsichtbaren am Laufen hielten.<br />
George Firma stellte seit Jahrzehnten speziell Unterbekleidung her, doch die Umsätze waren rückläufig. Während des Krieges war das nicht so aufgefallen, weil sie Uniformen für Armee fertigten. Auch hatte George kaum Personalausfälle, da die Meisten seiner Arbeiter Frauen waren aber nun,<br />
Uniformen wurden nicht mehr so gebraucht und die wenigen Armeeverträge waren hart umkämpft. Nun da George sich wieder auf sein eigentliches Geschäftsfeld beschränkte, lief die Firme von Jahr zu Jahr schlechter.<br />
Cassandra war eine junge Frau und selbst ihre Kolleginnen trugen nicht einmal die Unterwäsche, des eigenen Unternehmens.<br />
George hatte den Anschluss an die Zeit verpasst aber wie sollte man dies ändern.<br />
Hier kam ihnen der Zufall zur Hilfe. Es war gut ein Monat vergangen und Clairice hatte den lang ersehnten Besuch angekündigt. Nicht nur Cassandra und Marie hatten sie schon vermisst, nein auch Ajani musste sich eingestehen, dass es schön war sie wieder zu sehen.<br />
„Wollt ihr nicht wieder die Kleider tauschen?“ raunte Ajani den beiden in einem unbeobachteten Moment zu und zwinkerte Cassandra dabei ganz verführerisch an. Es war mehr als nur einmal Thema ihrer Gespräche gewesen, dass Ajani diesen Anblick mehr als nur genossen hatte.<br />
Ihr kleiner Wirbelwind sprengte aber sofort die knisternde Stimmung als sie lairice hinter sich herzog. Sie hetzte mit ihr quer durch den Park und Ajani und Cassandra folgten ihr. Sie wussten genau wohin ihre kleine Maus wollte. Marie verbrachte mit Charlotte viel Zeit im Torwärterhäuschen und berichtete jedes Mal Stolz, was sie sich Neuse für ihr Zimmer ausgedacht hatten.<br />
Clairice stand nun in dem heruntergekommenen Haus und Marie redete wie ein Wasserfall. Alles sah noch ziemlich wild aus, auch wenn Ajani schon alles beräumt hatte und gerade erst dabei war neue Fenster einzubauen. Trotz alledem strahlte Clairice und konnte sich ihren Traum ganz genau vorstellen.<br />
„Und wo kommt mein Zimmer hin?“ fragte Clairice als Marie von ihrem eigenen Zimmer erzählte. Plötzlich holte die Kleine einen Zeichenblock hervor. Clairice staunte, welch konkrete Vorstellungen so eine Vierjährige schon haben konnte. Man erkannte Bett, Lampe, Stuhl, Tisch und sogar Spielzeug, auch wenn ihre zeichnerischen Fähigkeiten, der einer vierjährigen entsprachen.<br />
Clarice nahm ihr den Block aus der Hand und skizzierte in wenigen Minuten das Abbild von Maries Erzählungen.<br />
Marie strahlte als sie ihr Zimmer auf Papier sah. „Mama, Papa“ rief sie laut und aufgeregt als sie raus gerannt kam und ihnen freudig das Bild entgegenstreckte.<br />
Cassandra und Ajani kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Das Bild war genial und künstlerisch perfekt. Clairice entwarf nach Cassandras Vorgaben nun auch die anderen Räume. Das war das erste Bild ihres Zuhauses.<br />
Die Drei saßen abends noch lange zusammen als Marie schon längst im Bett war.<br />
„Warum willst du, dass Cassandra mein Kleid anzieht?“ griff Clairice das Thema vom Nachmittag erneut auf. Sie hatte zwar so einen Verdacht aber sie wollte es aus Ajanis Mund hören.<br />
„Sie sieht darin so…“ er konnte es nicht einmal richtig beschreiben. „Da wird mir ganz anders“ stammelte er weiter. „Ich könnte es dir zeigen, wenn…“ Wieder hielt er inne aber dieses Mal sprachen die ungesagten Worte Bände.<br />
Clairice schaute Cassandra mit einem Grinsen an. Die Großeltern waren ebenfalls schon längst zu Bett gegangen und den kleinen Saloon konnte man zur Sicherheit von innen absperren.<br />
Die Tür war verschlossen als Cassandra sich auf die Beiden zubewegend, langsam ihrer Kleider entledigte und erwartungsvoll ihre Hand nach Clairice ausstreckte.<br />
Langsam half sie nun auch ihr, sich aus ihrem Kleid zu schälen. Ajani genoss diesen wunderbaren Anlick und in seiner Hose spannte es schon.<br />
Cassandra nahm das Kleid und wollte es sich überstreifen als Ajani Einspruch erhob. „Zieh deine Unterwäsche aus!“<br />
Obwohl Cassandra etwas erstaunt war, lösten die beiden erwartungsvollen Gesichter ein bekanntes Kribbeln in ihrem Bauch aus.<br />
Clairice ging es nicht viel anders wie Ajani als Cassandra, in Gottes ganzer Schönheit vor ihnen stand.<br />
Sie musste ganz schön ziehen und zupfen bis der Stoff über ihre prallen Rundungen rutschte und sich aufregend an ihren Körper schmiegte.<br />
Ajanis Augen leuchteten bei diesem Anblick und trotzdem forderte sie Clairice erneut heraus. „Zeig mir was du gemeint hast.“<br />
Er trat hinter seine Frau und schaute in Clairice erwartungsvolle Augen. Seine Hände streiften über ihre Schultern und fuhren ihre Arme entlang. Clairice sah deutlich wie sich Cassandras Härchen auf ihren Armen aufstellte. Seine Finger trafen die pralle Rundung ihres Busens und er schnippte mit seinem Zeigefinger über die harte Brustwarze die begierig durch den dünnen Stoff drückte.<br />
Seine Stimme klang so erotisch als er sein Tun kommentierte und Clairice dabei seine Gefühle offenbarte. Cassandra zitterte unter seinen Berührungen und ihr Atem beschleunigte sich sofort. Sie spürte wie seine Hände ihre Pobacken umspielten und sich in ihrem Zentrum, die ersten Säfte sammelten.<br />
„So schön,“ hauchte Ajani „dass man gar nicht mehr davon ablassen will. Kein Mann könnte bei so einem Anblick widerstehen.“<br />
Clarice war nun aufgestanden und stand in ihrer eigenen Unterwäsche vor Cassandra. Ihr Blick folgte seinen Fingern. „Und keine Frau“ hauchte sie leise und kaum hörbar, bevor ihre Finger sich ebenfalls um das zarte Krönchen von Cassandras Brust schlossen.<br />
Plötzlich spürte Cassandra vier Hände, die sie streichelten und Ajanis Beule in ihrem Rücken. Sie zerfloss förmlich vor Begierde und als Clairice ihren Rock nach oben raffte und ihre Hand zwischen ihre Beine schob, überkam sie ihr erster Höhepunkt.<br />
Ajani von hinten und Clairice von vorne hielten sie zwischen ihren Körpern gefangen und schafften es trotzdem, sie von dem Kleid zu befreien. Cassandra spürte die feuchte Spur, die Ajanis lustabsondernde Spitze auf ihrer Pobacke hinterließ. Auch Clairice hatte sich nun ihrer restlichen Wäsche entledigt und presste ihre nackte Haut, gegen Cassandras bebenden Körper.<br />
Sie jauchzte lustvoll auf als Ajani sie etwas nach vorne drückte und sie aufspießte. Cassandra war kurz davor abzuheben und den Kontakt zum Boden zu verlieren als Ajani sich in sie schob. Clairice küsste sie und knetete hingebungsvoll ihre Brüste, während Ajani seinen Rhythmus fand. Cassandras weiche Massen schwangen mit jedem Stoß in Clairice Händen und reizten ihre harten Brustwarzen nur noch zusätzlich. Es dauerte gar nicht lange und Cassandra schwebte schon wieder davon.<br />
Ajanis kräftige Hände hatte auch Clairice an ihrem Hintern gepackte und das zuckende Bündel der Lust zwischen ihr Sandwich gepresst.<br />
Auch wenn Clairice meist auf Frauen stand, genoss sie Ajanis starken Hände und als Cassandra erschöpft zu Boden sank, griff Clairice ungeniert nach Ajanis Riemen, der noch immer einsatzbereit, direkt auf sie zeigte.<br />
Sie dirigierte ihn in den Sessel hinter ihm und pflanzte sich ohne Umschweife auf. Heute brauchte auch sie ihr Erlebnis und einen Mann. Ihr Becken kreiste und ihr schriller lauter Ton wurde immer durchdringender, je heftiger Ajani an ihre Brust saugte. Er hatte die Rechte fast gänzlich in seinen Mund gesaugt und spürte, wie jeder Faser von Clairice, vor Erregung vibrierte.<br />
Ajani war das Zusehen leid. Seine Finger fassten fest in Clairice Fleisch, hoben sie aus und legten sie vor sich auf den plüschigen Teppich. Cassandra hatte schon auf ihn gewartet und bettete Clairice Kopf in ihrem Schoß.<br />
Erwartungsvoll schaute Clairice nach oben und blickte in Cassandras schelmisch lächelndes Gesicht. Noch während deren Lippen auf ihre eigenen trafen, spürte Clairice ihre Gefühlswelt zerspringen.<br />
Ajani hatte ihre Beine angewinkelt, weit gespreizt und sich mit einem tiefen Stoß in ihr versenkt. Clairice schaute ihn mit weit aufgerissenen Augen an als er schon wieder tief in sie eintauchte und ihr ein lautes lustvolles Quieken entlockte. Hechelnd quietschte sie bei seinen immer schneller werdenden Stößen. Cassandra zog unter Ajanis Blicken ihre Brustwarzen derart in die Länge, dass Ajani schon glaubte sie würde sie abreißen.<br />
Clairice aber reagierte mit schmerzverzerrtem Gesicht und noch lustvolleren Tönen. Unaufhaltsam näherte sie sich ihrem Höhepunkt. Auch Ajani spürte wie sich alles in seinen Lenden zusammenzog.<br />
Clairice aber war schneller und hob plötzlich mächtig gewaltig ab. Cassandra hatte von ihren Brüsten abgelassen und ihre Finger an ihren Schoß geschoben. Sie spürte Ajanis geäderten Schwanz, wie er sich tief in Clairice versenkte und strich gleichzeitig über das kleine hervorstehende Lustinstrument. Clairice Perle zu berühren jagte sie ungebremst über die Klippe. Wie ein wildgewordener Gummiball sprang Clairice von seinem pumpenden Schwanz.<br />
Sie wand sich unter ihm, wie eine Schlange, sodass Ajani nach zwei Schüben aus ihr herausrutschte und seinen restlichen Liebessaft über ihren gazellen artigen, karamellbraunen Körper ergoss.<br />
Clairice nahm noch immer nichts um sie herum wahr. Cassandra streichelte über den geschundenen Körper ihrer Freundin, die sich nur sehr langsam beruhigte. Wie eine Feuchtigkeitscreme massierte sie Ajanis Liebessaft auf ihrem Bauch und ihren immer noch empfindlichen Brüsten ein.<br />
Clairice strahlte, wie sie noch nie gestrahlt hat.<br />
„Das war“ stammelte sie „so gut.“……………“Ihr seid verrückt. Ich liebe euch!“<br />
Ajani beugte sich über Clairice, küsste erst sie und dann Cassandra, die ihre Freundin immer noch in ihren Armen hielt.<br />
„Kann ich bei euch schlafen?“ hauchte Clairice mit immer noch belegter Stimme und sah erfreut, Ajanis und Cassandras zustimmendes Nicken.<br />
Sie machten sich etwas frisch, bevor sie zusammen ins Bett gingen.<br />
Es war zwar gar nicht so einfach ihrer Vierjährigen zu erklären, warum Mom, Dad und Tante Clairice zusammen nackt im Bett lagen als sie morgens zu ihnen sprang, um sie zu wecken aber Ajani war sehr creativ in seinen Ausreden.<br />
Es dauerte eine Weile, bevor sie alle beim Frühstück auftauchten. Cassandras Großeltern kannten ihre Beziehung nicht wirklich aber ihr eindeutiges Schmunzeln, zeigte, dass sie mehr wussten als sie zugaben.<br />
Allerdings zeigte es auch die Aufgeschlossenheit ihrer Großeltern, was ihnen bei Veränderungen in der Firma noch zu Gute kommen sollte.<br />
Clairice saß mit Maries Zeichenblock im großen Saloon. Cassandra setzte sich zu ihr als Marie angezogen und beschäftigt war. Mehr als nur überrascht und äußerst angetan von ihrer Zeichnung stand Cassandra fast sprachlos neben ihrer Freundin.<br />
Ohne, dass Cassandra fragen musste, erklärte Clairice ihre Zeichnung.<br />
„So etwas wie letzte Nacht, sollten alle Frauen erleben dürfen und wenn mein Kleid schon so etwas bei Ajani auslöst, was könnte dann erst Das?“<br />
Clairice drehte den Zeichenblock um und zeigte Cassandra, Skizzen von Dessous, die eng anliegend, aufreizend und provokant und außerordentlich heiß waren.<br />
Fast wäre Cassandra vor Schamesröte im Boden versunken aber die Neugier auf Neues, Unbekanntes reizte sie plötzlich ungemein und löste in ihr so ein erwartungsvolles Kribbeln aus. Sie freute sich auf die Nächte mit Ajani, wenn sie ihm ihr neues Outfit präsentieren würde.<br />
Cassandra hatte nun den Fingerzeig, die Firma ihres Großvaters aus ihrer Misere zu holen.<br />
„Ich würde dich morgen gern mit in die Firma nehmen. Mir ist da gerade eine Idee gekommen.“ Cassandra checkte Clairice von oben bis unten ab, obwohl sie ihre Freundin und ihren Körper schon fast in und auswendig kannte.<br />
Trotzdem hielt sie sich bedeckt und machte ein riesengroßes Geheimnis daraus. So sehr Clairice sie auch umgarnte, ließ sich Cassandra nichts entlocken, außer einem süffisanten Grinsen.<br />
Selbst Ajani wurde in ihr Spiel nicht eingeweiht. Glücklicherweise forderte Marie ihr Recht und erlöste ihn und auch Cassandra vor Clairice überschwänglicher Neugier.<br />
Clairice verlängerte ihren Besuch um weitere 2 Tage. Da sie immer noch keinen Job hatte, war das sowieso kein Problem. Ihr exotisches Aussehen hatte ihr nicht zum Vorteil gereicht und sie war Stolz genug, um es ohne Mithilfe ihres Vaters schaffen zu wollen.<br />
Clairice blickte müde und verträumt als Cassandra sie frohgelaunt mit einem Guten Morgen Kuss aus ihren Träumen holte. Schnell zog sie sich an und stand Augenblicke später aufgeregt, wie an ihrem ersten Schultag in der Küche. Ajani und Cassandra warteten schon auf sie. Beide strahlten sie so wissend an, dass sich Clairice Aufregung nur noch mehr steigerte. Es war offensichtlich, dass Cassandra ihm von ihrer Idee erzählt hatte.<br />
Clairice wunderte sich schon, dass Ajani weit vor dem Tor ausstieg und zu Fuß weiter ging.<br />
„Er will erst einmal Erfahrungen sammeln, bevor jeder weiß, dass er der Chef wird.“<br />
Clairice grinste: „Huhuhu, das ist ja wie in einem Spionageroman.“ witzelte sie.<br />
Cassandra musste nun auch lachen und für einen Moment war Clairice Aufregung, wie weggeblasen.<br />
Sie folgte Cassandra die einen energischen Schritt drauf hatte, durch die Fabrik. Sie konnte ihr kaum folgen. Inzwischen kannten hier alle Cassandra und wussten, dass sie die Enkeltochter von George Connely war.<br />
Die Tür zur Entwicklungsabteilung sprang auf und ohne zu Grüßen rief Cassandra laut in den Raum. „Was haltet ihr von unseren Produkten?“<br />
Die Anwesenden waren von diesem Auftritt völlig überrascht und für den ersten Moment sprachlos. „Spießig“ kam eine leise, verhaltene Stimme aus der hintersten Ecke des Raumes. Viele der Designer und Designerinnen waren schon seit Ewigkeiten hier beschäftigt und waren sicher auch mit George Connely gealtert.<br />
Die junge Frau wirkte verschüchtert als Cassandra auf sie zutrat. Sie war vielleicht gerade einmal 22 Jahre alt und hatte kaum Erfahrungen.<br />
„Sie weiß nicht von was sie redet.“ mischte sich die Abteilungsleiterin nun ein und schaute die junge Frau strafend an. Sie selber hatte sich hochgearbeitet und war in ihrem Alter sicher nicht mehr ganz am Puls der Zeit.<br />
„Mitkommen!“ wies Cassandra der kleinen, verschüchterten jungen Frau an. Die Abteilungsleiterin schnappte nach Luft, traute sich dann aber doch nicht Cassandras Anweisung in Frage zu stellen.<br />
Clairice war von dieser Energie gefangen. So hatte sie Cassandra noch nie erlebt und es puschte ihr Adrenalin unheimlich in die Höhe und machte Cassandra für sie noch begehrenswerter.<br />
Als nächstes ging sie schnurstracks zu den Näherinnen. Hier halfen ihr Ajanis Spionage Fähigkeiten. Er war in allen Abteilungen unterwegs und hörte mehr als in der Chefetage ankam.<br />
„Bridget Gibbons und Margerie Dunham“ rief Cassandra in den riesigen Raum, in dem gut 50 Nähmaschinen ratterten. Plötzlich verstummten alle Maschinen. Cassandra schien laut genug gewesen zu sein. Die zwei Frauen die sie ausgerufen hatte, schauten ängstlich über ihre Maschinen. Es war kein Wunder, dass die Beiden verängstigt waren, kursierten doch schon seit einiger Zeit Gerüchte, dass es nicht gut um die Fabrik stand und zwangsläufig Entlassungen im Raum standen.<br />
Cassandra winkte nur und die Zwei Frauen folgten ihr nun ebenfalls nach.<br />
„Uns soll niemand stören!“ wies Cassandra die Sekretärin ihres Großvaters an, die völlig überrumpelt einfach nur nickte, bevor Cassandra die Tür des großen Konferenzraumes hinter ihnen schloss.<br />
Mit einer Handbewegung deutete sie an, sich zu setzen. Cassandra legte den Skizzenblock von Clairice vor die drei Frauen. „Was davon ist umsetzbar?“<br />
Die Frage stand wie eine Wand im Raum. Noch niemand hatte jemand um ihre Meinung gebeten. Vorschläge wurden umgesetzt oder kommentarlos weggewischt aber so.<br />
„Wow“ machte die junge Frau aus der Designabteilung „ein wenig unpräzise aber vielleicht etwas zu aufreizend für unsere Firma.“<br />
Mit dieser Antwort hatte Cassandra nun nicht gerade gerechnet. „Wir müssen neue Wege gehen, sonst stirbt die Firma. Wir sind jung und sexy und wollen unsere Männer wild machen.“ Entgegnete sie etwas forsch und energisch, sodass die Frauen leicht zurückschreckten.<br />
„Ich mache euch einen Vorschlag. Jede sucht sich eine Zeichnung aus und wir fertigen ein paar Probestücke nur für uns Fünf und probieren sie bei unseren Männern aus.“<br />
Bridget und Margerie, die Beiden aus der Schneiderei lachten laut auf. Ihre Männer arbeiteten beide in der nahe gelegenen Kohlegrube und wussten so etwas Schönes bestimmt nicht zu schätzen.<br />
„Ich bin dabei!“ kam wieder das unscheinbare Stimmchen von Kathleen aus der Designabteilung.<br />
„Ich habe aber keinen Kerl, den ich aufheizen könnte.“ meldete sich nun erstmals Clairice zu Wort und schaute Cassandra fragend an.<br />
„Das kannst du gleich vergessen!“ grinste Cassandra sie schelmisch an, weil sie genau wusste worauf sie hinauswollte.<br />
Die anderen hatten Clairice bisher kaum eines Blickes gewürdigt. England war nun immer noch recht konservativ und Clairice mit ihrem exotischen Aussehen passte nun absolut nicht in dieses Bild.<br />
Nun sprang Cassandra in die Presche und stellte Clairice erst einmal vor. „Das ist meine Freundin Clairice und die Entwürfe sind von ihr.“<br />
Augenblicklich änderte sich das Verhalten der drei Frauen. Anerkennend lobten sie die Skizzen, erst recht als sie hörten, dass sie aus einer Laune heraus entstanden waren.<br />
Kathleen rückte gleich näher heran und begann fachlich mit ihr zu diskutieren. Verschlüssen, Nähte und umgelegte Säume wovon Cassandra nun überhaupt keine Ahnung hatte aber die Beiden fanden sofort einen Draht zueinander. Clairice setzte zeichnerisch Kathleens Anmerkungen um und schon mischten sich die anderen Zwei mit ein.<br />
„Das geht nur, wenn der Stoff dünn genug ist.“<br />
Cassandras Plan war aufgegangen. Ein reger Erfahrungs- und Ideenaustausch hatte begonnen und wurde zeichnerisch umgesetzt.<br />
Cassandra meldete sich kurz ab und ließ die vier Kreativen allein. Sie war nach der einen Stunde über die Ergebnisse erstaunt. Sie hatte ein großes Tablett mit Kaffee und Keksen zur Stärkung dabei.<br />
„Das wird jetzt unsere Creativ Zentrale. Ich habe schon angeordnet, dass eure zwei Nähmaschinen hierhergebracht werden und dein Zeichentisch auch.“ Dabei schaute sie die kleine Kathleen an.<br />
„Wir haben immer noch keinen Kerl für Clairice gefunden.“ Stichelte Bridget ein wenig. Während Cassandras Abwesenheit schien das ein Thema gewesen zu sein, womit die Frauen ihren Spaß hatten.<br />
„Ich weiß. Du nimmst den schwarzen Hausmeister, der hier seit 4 Wochen arbeitet. Der sieht gar nicht so übel aus und der passt auch farblich zu dir.“ Warf Margerie ein. Auch wenn es etwas Abwertend rüber kam, war es nicht so gemeint, was Margerie auch gleich beteuerte als sie es merkte.<br />
Unheimlich überrascht waren die drei Frauen allerdings als die Chefin Einspruch erhob. „Halt, halt der gehört mir!“ klärte sie gleich die Fronten und gab somit ihr Geheimnis, ungewollt preis.<br />
Clairice lächelte als sie die verdutzten Gesichter, der Frauen sah. „Keine Angst, sie sind verheiratet.“<br />
Nun schauten die erst recht verwundert aber Bridget plagte nun die Neugier. Cassandra erzählte also ihre Geschichte, wie sie als Kinder aufwuchsen, sich verliebten und hierhergekommen waren.<br />
„Stimmt es, dass schwarze Männer so groß gebaut sind?“ Bridgets Neugier kannte keine Grenzen aber Cassandra antwortete nur mit einem breiten Grinsen.<br />
Tage vergingen während die Frauen zwischen Lachen und Arbeit recht erfolgreich, die ersten Probedessous in der Hand hielten. Cassandra gesellte sich zwar immer wieder einmal zu ihnen aber widmete sich immer öfter anderen Dingen. Sie begann schon Ideen zur Vermarktung zu entwickeln und die Massenproduktion vorzubereiten.<br />
Finn war auf seiner Postrunde. Er war der Junge für alles. Er verteilte die Post an die jeweiligen Abteilungen, machte kleine Besorgungen und war sonst Mädchen für Alles.<br />
Das kleine Mädchen rannte den rothaarigen Jungen fast über den Haufen als sie um die Ecke gerannt kam und mit ihm zusammenstieß.<br />
„He,he hier wird nicht gerannt und was machst du eigentlich hier?“ Es war äußerst ungewöhnlich das ein 4-jähriges Mädchen allein und ohne Aufsicht in der Fabrik unterwegs war. Mal davon abgesehen, dass es unheimlich gefährlich war. Finn beugte sich zu ihr herunter und sein, Sommersprossen überzogenes Gesicht hatte nichts Bedrohliches an sich, was Marie dazu veranlasste mit ihm zu sprechen.<br />
„Ich suche meine Mom. Weißt du wo sie ist?“<br />
Finn, wie alle in der Firma hatten inzwischen von den 5 Frauen gehört und von der etwas dunkelhäutigen Frau. Die Kleine war niedlich und hatte auch einen farbig angehauchten Teint, was Finn zu der Annahme veranlasste, zu wissen zu wem sie gehörte.<br />
Er reichte Marie die Hand und gemeinsam führte er sie durch die verwundert schauenden Frauen. Marie plapperte wie ein Wasserfall. Als sie zusammen vor der großen Tür des Konferenzzimmers standen und anklopften, kannte Marie nicht nur seinen Namen, sondern was er in der Firma tat und seine halbe Lebensgeschichte.<br />
Marie riss sich sofort los und stürmte mit einem lauten „Mama“ los. Finn schaute ihr verwundert hinterher als sie sich Cassandra und nicht der etwas dunkelhäutigen Frau in die Arme stürzte. Cassandra nahm ihre Kleine in die Arme und war erstaunt sie hier zu sehen.<br />
Finn reagierte nicht einmal als sie ihn laut ansprach. Er starrte Clairice an und schien völlig weggetreten. Ihr schien es aber auch nicht anders zu gehen, sodass sie sogar verlegen zu Boden schaute.<br />
„Ich danke dir Finn!“ wiederholte Cassandra noch einmal ihre Worte bevor er sich losriss und die Tür von außen wieder schloss.<br />
„Hey, was war das denn jetzt?“ merkte Margerie an und stupste gegen Clairice Arm.<br />
„Was? Wie?“<br />
Das Gelächter der anderen Frauen füllte den Raum. Jeder hatte mitbekommen, wie die beiden sich angesehen hatten.<br />
Und es war wieder Bridget die dem Fass die Krone aufsetzte. „Jetzt hast du ja jemanden, an dem du deine Reizwäsche testen kannst.<br />
Clairice hatte sich inzwischen ein wenig gefasst. „Seid ihr verrückt? Ich kenne ihn doch gar nicht und er ist doch viel zu jung für mich.“<br />
„Papalapap“ hakte Bridget wieder ein „du musst ihn ja nicht gleich heiraten. Er gefällt dir doch? Oder?“<br />
Clairice schaute verlegen zu Boden und Cassandra glaubte schon ein wenig Rotschimmer in ihrem Gesicht zu erkennen.<br />
Cassandra wäre nicht sie, wenn sie nicht schon eine Idee hätte, den beiden auf die Sprünge zu helfen.<br />
Die fröhliche Damenrunde wurde jäh von George Connely gesprengt, der völlig außer Atem und mit schlechtem Gewissen in den Raum gestürmt kam.<br />
„Marie ist weg.“ rief er völlig panisch.<br />
„Alles gut“ beruhigte Cassandra ihn und schob ihre Kleine, die sich hinter ihr versteckt hatte, vor. Man sah deutlich Georges Erleichterung.<br />
Charlotte hatte sich unpässlich gefühlt und er wollte auf Marie aufpassen, was sich als schwieriger erwies als einen Sack Flöhe zu hüten. Halt ganz ihre Mutter.<br />
George betrat seit 2 Wochen, das erste Mal wieder seinen Konferenzraum. Er sah Zeichnungen, Stoffmuster und die ersten genähten Probestücke. Augenblicklich kam der Geschäftsmann wieder in ihm zum Vorschein. Er erkannte den Fleiß und die Arbeit an, die in diesen Sachen steckten und trotzdem hegte er Zweifel.<br />
„Ihr denkt wirklich, dass sich so etwas Unzüchtiges verkauft?“<br />
Das fast Kollektive „JA“ wies ihn augenblicklich in seine Schranken.<br />
„Aber wir produzieren seit Jahrzehnten einfache Unterwäsche?“ versuchte er seinen Standpunkt noch einmal klar zu machen.<br />
„Das ist schon Richtig und wir werden das auch nicht aufgeben.“ antwortete Cassandra ihrem Großvater „und genau deshalb habe ich nächste Woche auch einen Termin, beim Beschaffungsamt der Armee!“<br />
Jetzt war George Connely völlig verblüfft und auch die Frauen schauten Cassandra, mit weit aufgerissenen Augen an. Keiner merkte, was sie im Hintergrund alles angeleiert hatte und George wurde zum ersten Mal richtig klar, dass seine Zeit vorbei war und die nächste Generation bereitstand, sein Lebenswerk fortzuführen. Er hatte zwar in Ajani die Zukunft gesehen aber, dass Cassandra die viel bessere Geschäftsfrau war, realisierte er erst jetzt richtig.<br />
Cassandras Großvater verließ den Raum und ließ die Frauen weiterarbeiten. Marie jedoch war hier nicht mehr weg zu bekommen und blieb bei ihrer Mutter, Clairice und den anderen Frauen.<br />
„Warum sollten nur wir Frauen für unsere Männer hübsch aussehen? Wie Großvater sagte, wir machen nur einfache Unterwäsche. Wieso eigentlich?“<br />
Sie hatte diese Worte einfach so in den Raum geworfen und sah sofort den Enthusiasmus der anderen.<br />
Marie saß neben Clairice und malte, während diese ihre ersten Ideen zu Papier brachte. Casandra schmunzelte als ihr gezeichnetes Model verdächtige Ähnlichkeit mit dem jungen Finn aufwies.<br />
Die ersten Modelle waren zum Testen bereit. Mit einem Lächeln überreichte Cassandra, ihren vier Frauen die verschiedenen auf ihren Körper angepassten Modelle. Bridget konnte sich selber nicht richtig darin vorstellen. Ihr Hintern war ausladender als der, der Anderen und ihr D Körbchen sprengte ohnehin schon alle Dimensionen und machte es ihr so schon nicht leicht, normale Unterwäsche zu finden. Nicht anders ging es Margerie. Für eine Frau schon recht groß, hatte sie ihrer Meinung nach leider zu wenige frauliche Attribute zu bieten. Sie war lang und schlank, obwohl sie sich schon selber als dürr bezeichnete und sie füllte mit Müh und Not ein B Körbchen aus.<br />
Die kleine unscheinbare und immer noch Zurückhaltendste in der Runde, hatte die wenigsten Probleme mit ihrem Körper. Mit ihren 1.60 Metern war sie die Kleinste aber hatte, trotz schöner schlanker Figur ein ordentliches C Körbchen vor sich.<br />
Cassandra hatte in ihrem Leben so viele verschiedene Hintern und Brüste gesehen, dass sie nicht über sich nachdachte, sondern sich schon jetzt Ajanis Reaktion vorstellte.<br />
Montagmorgen trafen sich alle wieder und bis auf Clairice strahlten alle äußerst zufrieden.<br />
Bridget hielt es nicht mehr aus und plapperte gleich drauf los. „Das war besser als unsere Hochzeitsnacht. Nicht nur seine Augen waren gierig als er mich so sah. Er konnte gar nicht mehr von mir ablassen.“ Sie strahlte übers ganze Gesicht und atmete schwer als würde sie jeden Moment gerade noch einmal durchleben.<br />
Margerie hingegen war etwas zurückhaltender und kam erst nach reichlichem Drängen von Bridget, mit der Sprache heraus. Mein Alter kam wieder einmal so besoffen nach Hause, dass er nur meinte, warum ich so nuttig aussehe. Danach ist er sofort auf dem Sofa eingeschlafen.<br />
Ich hatte mich im Spiegel gesehen und fühlte mich richtig sexy und wollte endlich auch mal wieder Sex und der Arsch schlief. Ich stand am Fenster und schaute traurig in die Nacht als ich gegenüber einen Mann sah, der mich beobachtete. Ich habe sofort meine Hände vor mich gehalten aber er warf mir, mit einem liebevollen Blick eine Kusshand zu. Er deutete mit seinen Händen an, dass ihm mein Anblick gefiel und ich meine Arme ruhig wieder wegnehmen solle, damit er mich bewundern könne. Ich weiß auch nicht,“ machte Margerie und es schien als würde sie anfangen wollen zu weinen. Sie hatte ihr Gesicht in ihren Händen vergraben.<br />
„Ich weiß auch nicht,“ wiederholte sie den Satz „aber ich habe ihm aus Spaß zugewunken.“ Ihr Kopf sank tiefer in ihre Hände.<br />
„Ich konnte doch nicht ahnen, dass er wenige Minuten später vor meiner Tür stand und mich packte und einfach küsste…….. Ich war so aufgeregt und der Satin verstärkte dieses Gefühl nur noch mehr. Seine Hand, die unter den fließenden Stoff fuhr und sich zärtlich um meine Brust legte, war so wundervoll.“<br />
Alle standen mit offenen Mündern da. Keiner verurteilte sie. Sie waren nur neugierig, wie weit Margerie noch gegangen war, denn sie war eine verheiratete Frau.<br />
„Er stieß mit seinem Fuß die Tür hinter sich zu. Er wusste anscheinend ganz genau, dass ich verheiratet war, denn er blickte nur kurz auf meinen schnarchenden Mann als er mich immer weiter ins Schlafzimmer schob. Ich konnte ihm nicht widerstehen und er küsst so gut“<br />
Der tiefe Seufzer, der bei diesen Worten aus ihrem Mund kam, verdeutlichte das jedem hier im Raum noch zusätzlich.<br />
„Er zog sich vor meinen Augen aus und in dem Moment wusste ich, dass es passieren würde. Ich sollte meine Sachen anlassen. Er wollte den kühlen, glatten Stoff zwischen uns spüren. Er schob den Zwickel ganz sanft beiseite und nahm mich und ich habe mich ihm hingegeben. Das war der beste Sex meines Lebens!“<br />
Mit hochrotem Kopf aber total glücklich, strahlte sie die Anwesenden jetzt an und hob ihren Kopf als ob sie sich nicht mehr dafür schämen müsste.<br />
“Du Schlampe!“ konnte sich Bridget einen Kommentar nicht verkneifen, nahm aber ihre Freundin sofort in den Arm, denn sie wusste am besten, was für Probleme Margerie zu Hause hatte und wie gut ihr dieser Ausrutscher tat.<br />
Nun richteten sich alle Augen auf die kleine Kathleen. Eigentlich wusste niemand ob sie überhaupt einen Mann oder Freund hatte. Außer einem Grinsen, welches übers ganze Gesicht ging und ein Daumen hoch, kam aber von ihr nichts Genaues.<br />
Da Cassandra nur noch übrigblieb, richteten sich nun alle Blicke auf sie. Sie schmunzelte aber gab ebenfalls nicht allzu viel Preis.<br />
„Sagen wir mal so“ erzählte sie und man merkte deutlich, dass sie ein schönes Erlebnis hatte „mein Modell geht garantiert in Serie.“ Dann schaute sie ihre Zwei Näherinnen etwas besorgt an. „Ihr habt doch meine Maße genommen und trotzdem war es ein wenig eng.“<br />
Was als Kritik gedacht war entpuppte sich aber bald als etwas ganz Anderes.<br />
Clairice war hinter sie getreten und legte ihren Arm um sie. „Oder könnte es sein, dass du in den letzten Wochen etwas zugelegt hast?“ forderte sie Cassandra heraus, die aber immer noch so seltsam in die Runde grinste.<br />
„Na ja“ machte diese „das könnte schon sein aber es könnte auch sein, dass ich ein bisschen schwanger bin.“<br />
An diesem Tag war nicht mehr an Arbeiten zu denken. Die Freude war so riesig und diese bunt zusammengewürfelte Truppe war in den letzten Wochen zu einer Einheit zusammengewachsen.<br />
Cassandra aber ging so vieles durch den Kopf. Wie würde Ajani reagieren, sie brauchten ein weiteres Zimmer. Wie würde es in der Firma weiter gehen? Was würde aus ihren Projekten werden, wenn sie ausfallen würde?<br />
Der Zeitpunkt war sichtlich schlecht gewählt aber sie freute sich so sehr darauf, dass es keine Alternative gab, dies durchzustehen.<br />
Abends hatte sie ihre Großeltern, Ajani und Marie in Szene gesetzt. Die Freude war riesengroß, wenngleich Ajani nun zeitgleich ins Management aufsteigen würde, um einen Teil der Aufgaben zu übernehmen.<br />
Ajani ließ sie nach dieser Nachricht deshalb ungern allein nach London fahren. Drei Tage wollte sie dortbleiben. Die Termine mit dem Versorgungsamt waren wichtig für die Firma und trotzdem blieb ein ungutes Gefühl.<br />
Noch nie hatte Cassandra so viele Soldaten gesehen als sie sich an der Torwache des Ministeriums anmeldete.<br />
Sie musste fast eine Stunde vor dem Büro von Colonel Masten warten, bis sie hereingebeten wurde. Cassandra verabscheute Unpünktlichkeit und war schon etwas angefressen als sie das Büro betrat.<br />
Colonel Masten war ein graumelierter Herr mit grimmigem Gesichtsausdruck, der von ihrem Ansinnen augenscheinlich genervt war.<br />
Cassandra erinnerte an die Zusammenarbeit der Firma mit der Armee und machte deutlich, dass für sie eine Wiederbelebung der Kontakte sehr wünschenswert wäre.<br />
Cassandra war ein überaus hübscher Anblick und eine willkommene Abwechslung aber genau deswegen war sie auch noch in seinem Büro.<br />
Es klopfte an der Tür und nach einem wirschen „Herein“ des Colonels, trat ein junger Mann zu seinem Tisch, salutierte und überreichte seinem Vorgesetzten einen Stapel Dokumente.<br />
„Wegtreten“ hallte es durch den Raum und er machte auf der Hacke kehrt als er in Cassandras Gesicht blickte und wie versteinert stehen blieb.<br />
„Miss Connely“ kratzte seine Stimme vor Verwunderung und plötzlich nahm er Haltung an und salutierte vor Cassandra.<br />
„Was soll das? Die junge Dame ist nicht ihr Vorgesetzter und nicht einmal beim Militär.“<br />
„Verzeihung Sir“ antwortete Corporal Rotham „ohne den Mut dieser Dame, wäre ich und meine Familie jetzt nicht mehr am Leben.“<br />
Das erste Mal schaute der Colonel Cassandra interessiert an.<br />
„Was meinen sie damit?“ fragte nun Cassandra, weil ihr diese Situation mehr als surreal vorkam.<br />
„Es war in Südafrika vor ein paar Monaten. Rebellen hatten den Zug überfallen und wollten uns alle töten. Sie sind dem Anführer gegenübergetreten und ich weiß nicht, was sie ihm gesagt haben aber er hat uns alle gehen lassen.“<br />
Er wäre Cassandra gern um den Hals gefallen aber die Anwesenheit seines Vorgesetzten hielt ihn davon ab.<br />
„Wegtreten“ bekam er den Befehl aber dieses Mal in einem doch recht gemäßigten Tonfall. Der Colonel begutachtete Cassandra nun aus einem ganz anderen Blickwinkel.<br />
„Wie sagten sie, heißen sie?“ fragte er Cassandra noch einmal, obwohl der kleine Corporal ihn mehrfach erwähnt hatte.<br />
„Mein Name ist Cassandra Connely“ antwortete sie ihm irgendwie fragend, denn die Situation war für ein Geschäftsgespräch äußerst seltsam geworden.<br />
„Ich kannte mal einen Arthur Connely“ kam von ihm eine Anmerkung die Cassandra kreidebleich werden ließ.<br />
Ein riesiger Kloß schnürte ihren Hals zu und verhinderte, dass sie antworten konnte. Sie hatte schon eine ganze Weile nicht mehr an ihren Vater gedacht, doch als sie sich etwas gefangen hatte, klingelte plötzlich sein Telefon.<br />
Colonel Masten wirkte jetzt irgendwie gehetzt. Offensichtlich hatte er eingeplant Cassandra schnell abzufertigen und nun war die Entwicklung alles anders als normal verlaufen.<br />
„Junge Dame,“ sprach er sie jetzt sichtlich hektisch an „ich muss jetzt unbedingt los aber ich würde mich gern weiter mit ihnen unterhalten und sie haben doch sicher auch noch einige Fragen. Würden sie heute Abend mit mir und meiner Frau zu Abend essen?“<br />
Cassandra schaute ihn neugierig an. Sie hatte ganz gewiss noch Fragen und es war offensichtlich, dass der Colonel ihr noch etwas zu sagen hatte. Die Neugier hielt sie nun gefangen, weshalb sie ohne weiteres Überlegen zusagte.<br />
Das erste Mal zog ein persönliches, zufriedenes Lächeln in sein Gesicht, welches nichts mit seinem sonstigen, steifen und militärischen Gehabe gemein hatte.<br />
Er reichte Cassandra die Hand, bevor er noch vor Cassandra aus dem Raum stürmte. Seine Vorzimmerdame schaute Cassandra verwundert an als er befahl, ihr seine private Adresse zu geben.<br />
Noch einmal drehte er sich um. „20.00 Uhr!?“ Cassandra nickte und er eilte ohne sich noch einmal umzudrehen davon.<br />
Offensichtlich war die abendliche Einladung, weit von einem geschäftlichen Termin entfernt. Cassandra hatte vor einen Tag ins Theater zu gehen, weshalb sie ein rotes Abendkleid eingepackt hatte. Ihre sonstige Kleidung war nur auf ihre Geschäftstermine ausgerichtet und für ein Abendessen unpassend.<br />
So entschied sie sich für das Abendkleid, wenngleich sie sich darin etwas overdressed vorkam.<br />
Cassandra schellte an der Haustür. Eine ältere Dame öffnete und bat sie herein. Ein leichtes Lächeln huschte über ihr Gesicht als Cassandra ihren Mantel ablegte.<br />
„Kommen sie herein meine Liebe. Ich bin Eleonore Masten und ich freue mich sie kennen zu lernen.“<br />
„Cassandra Connely“ stellte sie sich ihr nun auch vor.<br />
Eleonore Lächelte sie freundlich an, legte mütterlich einen Arm um sie und geleitete sie in den großen Saloon. Das große Stadthaus machte schon von Außen einen wundervollen Eindruck aber auch von innen war es äußerst stilvoll eingerichtet. Cassandra staunte nicht schlecht und blickte sich bewundernd um.<br />
Nun stieß auch Colonel Masten zu ihnen und begrüßte Cassandra freundlich.<br />
„Sie sehen hinreißend aus.“ merkte er an und ließ seinen Blick über den jungen ansehnlichen Körper schweifen. Er bemerkte allerdings auch die Blicke seiner Frau. „Du auch mein Schatz“ sagte er zu ihr, zog sie zu sich heran und küsste sie ganz liebevoll. Augenblicklich entspannte sich ihr verkniffener Gesichtsausdruck.<br />
Cassandra war etwas verwundert. Er hatte das steife militärische komplett abgelegt und schien hier ein liebevoller und treusorgender Ehemann zu sein.<br />
Dennoch wollte Cassandra ihr Auftreten entschuldigen, um ihm nicht noch mehr Schwierigkeiten zu bereiten. „Entschuldigen sie Bitte“ wandte sie sich mehr an Eleonore. „ich bin bloß für 2 Tage in der Stadt und war auf ein Abendessen nicht vorbereitet. Das Kleid war eigentlich für einen Theaterbesuch gedacht.“<br />
Eleonore merkte, dass Cassandra diese Situation etwas unangenehm war, deshalb nahm sie, sie in den Arm.<br />
„Sie sehen wunderschön aus. Machen sie sich keine Gedanken.“<br />
Das Dienstmädchen hatte inzwischen das Abendessen vorbereitet und bat die Herrschaften zu Tisch.<br />
Sie saßen und Cassandras Neugier fraß sie schon fast auf. „Sie sagten, sie kannten meinen Vater?“<br />
Nun war die trügerische Stille vorbei und als Eleonore die Hand ihres Mannes griff, ahnte Cassandra schon, dass jetzt eine bewegende Geschichte folgen würde.<br />
Masten legte sein Besteck beiseite und begann: „Dein Vater war mein Freund. Wir waren zusammen an die Front gekommen. Er tat sich unheimlich schwer mit seinen Soldaten. Offensichtlich hatte Afrika ihn sehr geprägt, was er aber nicht so einfach ablegen konnte. Er erzählte viel davon und ich sah wie seine Augen dann immer zu leuchten begannen.“<br />
„Ich habe ihn auch kennengelernt.“ warf Eleonore ein „Er saß genau an dieser Stelle, wo sie jetzt sitzen. Sir Arthur war ein echter Gentleman.“ In Eleonores Worten schwang etwas Schwärmerisches mit.<br />
Masten übernahm wieder das Wort und erzählte weiter. Er schien ihn besser zu kennen, denn sein leichtes Kopfschütteln, nach Eleonores Bemerkung, war Cassandra nicht entgangen. Obwohl er ihr Vater war, kannte sie auch die weniger schöne Seite von ihm.<br />
„Der Krieg hat ihn verändert. Er wirkte oft in sich gekehrt und hinterfragte sein Leben. Wir sahen unsere Kameraden so sinnlos sterben, die vielen Verwundeten, die Zerstörung und das viele Leid.“ Seine Stimme war brüchig geworden. Auch an ihm schienen die Erlebnisse nicht spurlos vorüber gegangen zu sein. Eleonore drückte seine Hand fester, gab ihm Halt und den Mut weiter zu erzählen.<br />
„Wir saßen beim Essen und genossen den Moment der Ruhe. Minutenlang hörte man keine Schüsse. Die Stille war trügerisch als plötzlich in Mitten der Männer eine Handgranate zu Boden fiel. Alle starrten wir wie gebannt dahin und mein Leben zog schon an mir vorbei. Dein Vater warf sich mit seinem Körper auf die Granate. Damit hat er mir und mindestens 5 weiteren Leuten das Leben gerettet.“<br />
Mastens Stimme drohte fast zu versagen und Cassandra rannen, genau wie ihm die Tränen. Der Colonel, der Soldat in ihm weinte. Für ihn schien es wie eine Befreiung zu sein, dies erzählt zu haben. Er holte tief Luft und schaute zu Cassandra auf. Eleonore hatte über den Tisch gegriffen und hielt auch ihre Hand.<br />
Er hatte ihr ein ganz anderes Bild von ihrem Vater gezeigt, was ihre Wut auf ihn ein wenig dämpfte. Als Kind konnte sie sich damit nicht so leicht abfinden, dass sich ihre Eltern trennten. Sie hatte damals auch den Grund mitbekommen und ihrem Vater die Schuld gegeben.<br />
Um die Stimmung aufzuheitern und abzulenken, sprach Masten die Geschichte, des Corporals an.<br />
Das Feuer im Kamin prasselte. Sie hatten sich mit einem Cherry, bzw. mit einem Glas Wein in den kleinen Saloon gesetzt. Von der Geschichte wusste Eleonore nichts und schaute die Beiden jetzt verwundert an.<br />
Cassandra wollte gerade beginnen als plötzlich die Tür aufging und ein Mann in Cassandras Alter den Raum betrat. Eleonore sprang sofort auf, rannte auf ihn zu und umarmte ihn. Der Besuch schien überraschend zu sein, denn Masten stand ebenfalls auf und die Männer reichten sich etwas unterkühlt die Hände.<br />
„Setzt dich zu uns. Das ist Cassandra Connely und das ist unser Sohn Cetric.“ stellte sie die beiden nun einander vor.<br />
Seine Augen scannten jeden Zentimeter dieser wunderschönen Frau. Auch wenn das Kleid sehr viel Haut zeigte war es unverschämt, wie tief ihre Augen in ihren Ausschnitt tauchten als er ihre Hand nahm und ihr einen Handkuss aufhauchte. So unverschämt dieser Kerl auch war, spürte Cassandra deutlich sein Begehren und es gefiel ihr irgendwie.<br />
Er setzte sich zu ihnen und Cassandra begann erneut ihre Geschichte zu erzählen, wie sie als Kind auf dem Dampfer Mngobo kennenlernte, die Unruhen, den Überfall auf den Zug, die Toten und die Angst um das Leben ihres Mannes und ihrer Tochter, die sie veranlasste zum Gegenangriff überzugehen. Dass Mngobo der Anführer war, war blanker Zufall und ihre Rettung und die Rettung aller anderen ebenso.<br />
Colonel Masen nickte Anerkennend. So viel Mut würde er sich von einigen seiner Soldaten auch wünschen. Selbst, dass sie die Tochter des Mannes war, der ihm das Leben gerettet hatte, würde ihr schon Türen öffnen aber nun war er so von Cassandra beeindruckt, dass er ihr um jeden Preis helfen wollte.<br />
Sie hatten lange zusammengesessen, geredet und die Zeit schritt immer weiter fort. Cetric hatte sich neben Cassandra gesetzt und unterhielt sich angeregt mit ihr und als seine Eltern den Abend beenden wollten, waren die Zwei gerade so angeregt im Gespräch, sodass er versicherte Cassandra persönlich im Hotel abzusetzen. Seine Eltern könnten beruhigt ins Bett gehen. Er würde sich um sie kümmern.<br />
Eleonore und der Colonel verabschiedeten sich und gingen die Treppe hinauf.<br />
Cassandra fühlte sich wohl. Cetric war ein angenehmer Gesprächspartner und seine bewundernden Blicke entlockten ihr immer wieder ein verschmitztes Lächeln.<br />
Sie hatten ihre Sessel zum Feuer gedreht. Während draußen der Herbst Einzug hielt genoss Cassandra gerade die Wärme und das einlullende Flackern der Flammen.<br />
„Magst du noch?“ Cetric hielt ihr die Weinflasche hin, weil er gesehen hatte, dass Cassandras Glas leer war. Langsam füllte sich ihr Glas wieder mit dem blutroten Traubensaft. Cetric stand hinter ihrem Sessel und Cassandra hörte wie er die Weinflasche auf dem Glastisch hinter ihr abstellte.<br />
Sein Finger streifte ihre Haarsträhne und berührte ganz sanft ihren Hals. Ein Anflug von Gänsehaut überzog Cassandras Hals. Cetric wurde mutiger und seine Hand legte sich auf ihre Schulter und strich sanft darüber hinweg.<br />
Cassandra hätte ihm sofort Einhalt gebieten müssen aber das Spiel von ihm Begehrt zu werden, reizte sie und vielleicht schob der Wein auch einige Bedenken beiseite.<br />
Sie spürte seine feuchten Lippen an ihrem Hals, was einen heißen Schub durch Cassandras Körper schoss. Noch immer saß sie, mit ihrem Weinglas in der Hand da und rührte sich nicht. Ein leises Seufzen entwich ihrem Mund als seine Lippen erneut an ihrem Hals saugten. Seine Hand strich weiter und schob ihren rechten Träger von ihrer Schulter. Cassandra zitterte vor Aufregung. Seine Hand fuhr vollflächig in ihr Dekolleté und drängte unter den Stoff. Kraftvoll umschlossen seine Finger Cassandras rechte Brust und drückten ihr lustvoll hervorschauendes Krönchen zwischen seinen Fingern.<br />
Sie schmolz förmlich unter seinen fordernden Berührungen dahin. Seine Lippen, seine Finger weichten ihren Verstand langsam auf und sie spürte, wie ihr Slip bereits feucht wurde.<br />
„Halt“ wandte sie sich energisch an ihn, hielt die Hand an ihrer Brust fest und entzog sich seinen Küssen. Wenige Augenblicke später hätte sie sich fallen lassen aber ihr letzter Funke Verstand, warnte sie vor ihm. Sie war Mutter und eine verheiratete Frau und auch wenn sie sich mit Clairice vergnügte, tat sie dies mit Ajanis Einverständnis und in seinem Beisein. Dies hier wäre ein Vertrauensbruch, den Ajani ihr nie verzeihen würde.<br />
Nur widerwillig zog sich Cetric zurück. Während Cassandra aufstand und ihr Kleid wieder ordnete, sah sie wie er sich sein Hemd wieder zuknöpfte. Offensichtlich hatte er sich schon weit mehr ausgemalt und wirkte nun sichtlich angefressen. Doch zum Glück schien er mehr Angst vor seinem Vater zu haben und brachte Cassandra schlussendlich zu ihrem Hotel zurück.<br />
So richtig schien er mit seiner Niederlage noch nicht abgefunden zu haben oder konnte er mit einer Zurückweisung einfach nicht umgehen.<br />
Sie standen vor dem Hoteleingang und verabschiedeten sich.<br />
„Nimmst du mich mit hoch? Du willst es doch auch!“ Die Worte seines Egos trafen Cassandra hart und bestätigten sie nun endgültig in ihrer Entscheidung.<br />
„Nein“ antwortete sie „Ich wünsche dir eine gute Nacht.“<br />
Cetric jedoch konnte mit diesem Wort nichts anfangen, legte seinen Arm um sie und zog sie zu sich heran. Seine Lippen suchten ihren Mund und für jeden Außenstehenden mochten sie wie ein Liebespaar ausgesehen haben, doch sein gellender Aufschrei, gefolgt von seinem Zusammensinken, zeigten deutlich, dass dies nur einseitig war.<br />
Cassandra hatte ihre Absätze auf seine Zehen gejagt und ihr Knie ruckartig in seine empfindlichsten Teile treffen lassen. Nun hatte auch Cetric endlich das Wort NEIN verstanden. Cassandra drehte sich mit einem etwas erbost dreinblickenden Gesicht um und schritt die letzten Stufen zum Eingang empor.<br />
Der Portier schaute sie verwundert an. „Soll ich die Polizei rufen Miss?“ fragte er, während er auf den sich krümmenden Cetric blickte.<br />
„Schon gut“ antwortete Cassandra entspannter „Er hat das Wort „NEIN“ sicher jetzt verstanden.“<br />
Cassandra ging zu Bett aber konnte trotzdem lange nicht einschlafen. Masten wollte sich noch einmal mit ihr treffen. Sollte sie ihm von der Übergriffigkeit seines Sohnes erzählen.<br />
Cassandra wachte spät auf. Sie hatte erst am Nachmittag einen Termin bei einem Tuchhändler und deshalb keine Eile. Es war gegen 10 als sie beschloss Frühstücken zu gehen. Am Empfang war eine Nachricht hinterlegt, die ihr der Portier aushändigte.<br />
Nichts mit Frühstück, sie musste eilen. Der Termin im Versorgungsamt war äußerst kurzfristig.<br />
Cassandra war schon wieder einen Tag zurück. Zuhause war sie überschwänglich empfangen wurden. Allerdings bemerkte Ajani schnell, dass etwas mit ihr nicht stimmte. So blieb es nicht aus, dass Cassandra ihm alles erzählte. Erstaunlicherweise hörte er geduldig zu und las die Randnoten zwischen den Zeilen.<br />
„Wie hast du dich gefühlt als er dich ungefragt berührt hat?“ Diese Frage trieb Cassandra den Schweiß auf die Stirn. Ihre Augen leuchteten bei diesem Gedanken und doch fühlte es sich an als hätte sie Ajani betrogen. Sie war immer die starke Frau und in letzter Zeit, seit sie die Firma führte noch viel mehr. Cetric wollte sich einfach nehmen, was er wollte. Ihre Gefühle waren ihr dabei egal und hätte er nicht so viel Angst vor seinem Vater gehabt, hätte er sicher Cassandras NEIN nicht akzeptiert.<br />
Das eigentlich Schlimme war, dass Cassandra von dieser Art berührt wurde. Sie hatte sich nicht gewehrt und ihr Körper hatte sofort reagiert als er so dominant ihre Brust umfasste und ihren Nippel zwischen seine Finger presste. Cassandra spürte noch immer diesen stechenden Schmerz, der ihren Körper andererseits auch sofort in Flammen gesetzt hatte.<br />
Es war für sie schwer Ajani davon zu erzählen. Allerdings war sie auch extrem verwundert als Ajani sie so intensiv küsste als sie zugeben musste, dass nur noch ein Wimpernschlag gefehlt hatte und sie hätte sich Cetric hingegeben.<br />
Cassandra saß auf dem Bettrand als er sich auf sie stürzte. Ajanis Augen funkelten wie die eines Löwen auf Beutezug.<br />
Die Bluse taugte nur noch für den Mülleimer als er mit einem Ruck die Knöpfe sprengte und der Stoff unter einem lauten Ratsch nachgab. Cassandras Herz pochte wie verrückt aber Ajani achtete nicht auf sie. Die Hose war kein Hindernis und ihr Slip nur noch ein kurzer Ruck. Ajani hatte sich nicht einmal die Zeit genommen, seine eigene Hose auszuziehen als er Cassandras Beine weit spreizte und bis zu Anschlag in ihr eintauchte.<br />
Ihr lustgeschwängerter Schrei füllte den Raum. Das Erzählen und die Erinnerungen an Cetric hatten ihre Lustzentrum schon geflutet und empfing Ajani mit seiner ganzen Länge und Urgewalt. Cassandra hatte den Eindruck, ihn noch nie so groß, lang und ausfüllend gespürt zu haben, wie heute.<br />
Sie murrte laut als er sie ungefüllt zurückließ. Entsetzt und enttäuscht schaute sie ihn an. Es hätte nicht mehr viel gefehlt und sie wäre gekommen. Warum? Ajani sagte kein Wort, nahm sie, drehte sie um und warf sie mit dem Bauch auf ihr Bett. Gierig zog er ihre Arschbacken weit auseinander und versenkte sich erneut in ihr. Seine Stöße wurden schneller härter und unkontrollierter und Cassandra lebte und genoss es von ihm so dominiert zu werden. Einerseits erschreckte es sie aber die Lust die sie daraus zog überwog alles andere Denken.<br />
Ajani rammte sie regelrecht in die Matratze und der feste Schlag auf ihre Arschbacke, ließen bei ihr alle Dämme brechen. Ihr ganzer Körper erbebte. Sie selber drückte ihren Kopf tief in die Kissen und schrie vor Lust.<br />
Noch einmal traf ein Schlag ihre Pobacke und sie spürte einen stechenden Schmerz, der ihr Feuer nur noch einmal anfachte. Ajani stieß unbeirrt weiter zu und Cassandras Orgasmus wollte einfach nicht enden. Welle um Welle überrollte sie. Ihr Körper dampfte und Schweiß lief ihr in Strömen über die Haut, bis Ajani mit einem lauten Aufschrei, der jeden Löwen vertrieben hätte, in ihr kam. Erschöpft sank er auf ihrem geschundenen Körper und rollte sich schwer keuchend neben sie.<br />
Cassandra war kaum in der Lage sich selber zu bewegen. Sie spürte jeder Faser, jeden Muskel in ihrem Leib und ihre Pobacke feuerte nun nicht mehr lustvoll. Erst jetzt als sie ihn anschaute sah sie in sein glücklich strahlendes Gesicht. Sein ganzer animalisch schwarzer Körper glänzte vom Schweiß. Er musste sich völlig verausgabt haben, denn er keuchte immer noch heftig vor sich hin.<br />
Cassandra fand die Situation völlig surreal aber befriedigt wie noch nie. Liebevoll küsste sie Ajani. „Danke“ hauchte sie ihm zu, bevor sie beide erschöpft einschliefen.<br />
Sie wachte in seinen Armen auf. Er hielt sie noch immer fest umschlungen als würde er seinen Besitz beschützen aber Cassandra kannte Ajani gut genug um zu wissen, dass er sie nur vor der Welt beschützte.<br />
Sie waren schon spät dran. Marie tobte über den Flur und auch Charlottes Worte waren schon zu hören, die versuchte ihre Enkelin davon abzuhalten, ins Zimmer ihrer Eltern zu stürmen. Waren sie etwa gestern so laut gewesen. Ein verlegener Blick Ajanis, wich einem Lachen, denn auch Cassandra war die Schamesröte ins Gesicht gestiegen. Es wurde wirklich Zeit, dass ihr eigenes Reich endlich fertig werden würde.<br />
Ajani hatte unermüdlich daran gearbeitet und auch George hatte sich eingebracht. Er war nie der handwerkliche Typ aber in der Firma nicht mehr gebraucht zu werden, schaffte plötzlich viel Freizeit. Auch genoss er Ajanis Anerkennung, wenn er etwas mit eigenen Händen geschafft hatte. Er mochte und schätzte ihn und sah in ihm schon lange nicht mehr den schwarzen Mann seiner Enkeltochter, sondern einen Freund und ein Familienmitglied.<br />
Der letzte Tag der Woche sollte noch einmal ereignisreich werden. Cassandra hatte die Chefin der Designabteilung einbestellt. Seit sich dieser „Neue Kreis“ gebildet hatte, fühlte sich die etwas korpulente Endvierzigerin übergangen und ausgegrenzt. Ein wenig Angst, nicht mehr gebraucht zu werden schwang sicher auch mit, weshalb sich ihre Magengrube zusammenzog als sie zu ihrem Termin in die Chefetage ging.<br />
Alle machten ein Geheimnis um den Konferenzraum, in dem die Zukunft geplant wurde. Martha hatte sogar schon Kathleen, ihre ehemalige Untergebene bedrängt aber sie war trotz ihrer Jugend nicht bereit, gegen ihre Verschwiegenheitspflicht zu verstoßen.<br />
Martha trat nervös von einem Fuß auf den Anderen als sie vor der Tür stand. Ihre Hände fühlten sich schwitzig an. Mit zitternden Fingern klopfte sie an. Die Tür öffnete sich und gerade Kathleen bat sie herein. Das junge Mädchen wirkte erstaunlich selbstsicher, ihrer ehemaligen Vorgesetzten gegenüber.<br />
Der Blick ging ihr fast über. Überall hingen Skizzen und Modellzeichnungen. Schaufensterpuppen standen im Raum an denen Stoffproben angesteckt hingen oder gar fast fertige Dessous. Martha blieb der Mund offenstehen. So etwas hatte sie nun nicht gerade erwartet.<br />
Cassandra musste schmunzeln. Die Frau stand völlig weggetreten vor ihrer Chefin, die sie weder begrüßte, noch wirklich wahrnahm.<br />
Erschrocken zuckte sie zusammen als Cassandra sie ansprach. „Setzen sie sich bitte.“<br />
Martha stammelte eine Begrüßung und ließ sich nieder. Ihre Nervosität stieg sekündlich. So etwas war ihr nicht eingefallen. Gehörte sie etwa schon zum alten Eisen und war entbehrlich geworden. Verlor sie jetzt und hier ihren Job?<br />
„Es war nicht erwünscht so Creativ zu sein“ versuchte sie sich zu rechtfertigen ohne, dass Cassandra auch nur ein Wort gesagt hatte.<br />
„Bitte entlassen sie mich nicht!“ flehte sie und verwirrte die Anwesenden Damen damit total. Cassandra legte ihre Hand beruhigend auf ihren Arm. „Keiner entlässt hier heute jemanden.“<br />
Martha schaute in die Runde, der inzwischen grinsenden Frauen. Cassandra hatte eine Art, Überraschungen schockartig zu verpacken.<br />
Martha fixierte die fertig gestellten Modelle der 5 Frauen die als Inspiration an die Wand gepinnt hingen. Nicht die Originale, die hatte jede der Frauen zu Hause. Ihre Augen weiteten sich immer mehr, denn was sie sah war recht provokativ.<br />
„Na wäre das auch was für sie?“ Cassandras Frage riss sie aus ihren Träumereien und sie begann stammelnd ihre Gedanken zu sortieren.<br />
„Ich, ich weiß nicht. Ich, ich glaube nicht.“ stammelte sie vor sich hin.<br />
Cassandra blickte zu Clairice und nickte.<br />
„Weshalb ich sie eigentlich zu mir gebeten habe. Wir haben die Möglichkeit bekommen uns bei der Armee zu beweisen. Testweise versorgen wir ein Regiment der British Army mit Unterwäsche. Wir und drei weitere Firmen stehen dabei im Wettstreit. Wert wird dabei nicht nur auf die Kosten, sondern auch auf Tragekomfort, Haltbarkeit und Körpergefühl gelegt. Ich lege diese verantwortungsvolle Aufgabe in ihre Hände und gehe davon aus, dass wir den Zuschlag erhalten werden.“<br />
Marthas Augen leuchteten und sie hatte ihre Selbstsicherheit zurückgewonnen als sie freudig zusagte, alles zu geben.<br />
„Sie sind uns hier jederzeit willkommen, wenn sie Fragen, Wünsche oder Anregungen haben.“ Mathas Selbstwertgefühl stieg von Sekunde zu Sekunde, was man deutlich an ihrer immer aufrechter werdenden Haltung erkannte.<br />
„Und eins noch, wir sehen uns jetzt jeden Freitag um 9.00 Uhr hier und sie berichten über ihre Fortschritte!“<br />
Martha nickte freudig, wurde sie doch gerade in den illustren Kreis des Konferenzraumes aufgenommen.<br />
Mit einem „Danke“ entließ Cassandra sie. „Kathleen, nimm noch ihre Maße.“ rief sie der Kleinen zu und schaute wieder in ihre Unterlagen.<br />
Martha wollte noch nachfragen warum aber sie wollte ihre gerade erworbene Anerkennung nicht gleich wieder aufs Spiel setzen und eine Entscheidung der Chefin in Frage stellen.<br />
Martha war weg und es klopfte erneut. Cassandra hatte Finn zu sich bestellt und winkte wie er eintrat, Bridget zu sich.<br />
Der kleine Botenjunge wirkte mächtig verunsichert als er hereinkam. Clairice blickte überrascht auf aber Cassandra schmunzelte nur. Wie schon erwartet suchten seine Blicke nach Clairice, die auch schon verlegen zu ihm hinschaute.<br />
Cassandra machte es fast wahnsinnig. Die Beiden standen doch aufeinander und keiner wagte den ersten Schritt zu machen.<br />
Finn stand nun erwartungsvoll vor Cassandra. „Ausziehen!“ Ihre Anweisung schockte Clairice und Finn, die entsetzt schauten. Bridget, Kathleen und Margerie hingegen konnten sich ein Lachen kaum noch verkneifen.<br />
Cassandra zeigte auf den Paravent und Bridget hielt ihm, die für Männer entworfenen Slips hin.<br />
„Du bist heute zum Männermodel aufgestiegen.“ verkündete Cassandra voller Stolz. Finn hingegen wusste nicht was er davon halten sollte aber wagte auch nicht zu widersprechen.<br />
Erneut klopfte es an der Tür und Bridget geleitete den Fotografen für die Werbekampagne hinein. Cassandra brauchte nichts zu sagen. Mit einem Fingerzeig wies sie ihm die Stelle im Raum, wo er sein Equipment aufbauen sollte. Kurz schaute er nach dem Lichteinfall und nickte bevor er seine Kameras hervorholte.<br />
„Gib mir deine Zeichnung und ziehe dich um!“ wies sie nun Clairice an, die sie völlig verdattert anschaute. Jetzt wusste diese auch warum plötzlich noch ein weiterer Paravent da stand.<br />
Sie schüttelte vehement mit dem Kopf und schaute immer wieder zu der Trennwand, hinter der Finn sich gerade auszog.<br />
„Gut Kathleen, dann du.“ sprach Cassandra die Kleine mit dem gewaltigen Vorbau an.<br />
Das gefiel Clairice nun gleich gar nicht. Cassandra hatte aber schon mit ihrem Einwand gerechnet und schmunzelte als ihr leiser Widerspruch kam.<br />
Ein wenig Eifersucht zieht doch immer, dachte sie sich als sie Clairice mit ihren Dessous hinter der Trennwand verschwinden sah.<br />
Inzwischen hatte der Fotograf das Set ausgeleuchtet und eine Leinwand aufgestellt.<br />
„Und wie fühlt es sich an?“ fragte Cassandra als Finn hinter dem Paravent hervorkam. Er schaute fast ängstlich und hielt seine Hände schützend vor sich.<br />
Der Fotograf hatte es nicht einfach mit ihm. Er war nun Mal kein Profi und hatte es schwer seine Anweisungen umzusetzen.<br />
Clairice schaute hinter ihrer Wand vorbei und beobachtete Finn, der nur langsam etwas gelöster wurde.<br />
„Wechsel“ rief der Fotograf und Finn beeilte sich Clairice nicht über den Weg zu laufen und verschwand hinter seiner Wand. Da hätte er keine Bedenken haben müssen, denn Clairice versuchte ebenfalls, ihm so nicht unter die Augen zu treten.<br />
Cassandra beobachtete belustigt das ganze Shooting. Auch dass Finn mit aufgerissenen Augen nach Clairice schielte, entging ihr nicht.<br />
„Finn bist du soweit?“ fragte Cassandra und überraschte Finn, der dachte Clairice wäre schon längst wieder hinter ihrem Paravent verschwunden.<br />
Nun standen sie plötzlich beide in Unterwäsche im Raum und starrten sich an.<br />
„Noch einige Fotos zusammen“ wies Cassandra den Fotografen an, der Finn gleich näher heranwinkte.<br />
Der weiße Spitzenrand legte sich sanft um die kleine Brust und bildete zu ihrer braunen Haut einen anregenden Kontrast. Finns Blick streifte ihre Hüften, wo sich der leichte Stoff um ihr Becken schmiegte und anmutend die Konturen zwischen ihren Beinen andeutete. Finns Blick haftete an ihren Brustwarzen, die überdeutlich den dünnen weißen Stoff zu durchbohren suchten und in dunklem Braun darunter schimmerten.<br />
Sein durchdringender Blick ließ sie sich so nackt und entblößt fühlen und dennoch kribbelte ihre ganze Haut, voller Erwartung.<br />
Clairice Anblick war bei Finn nicht ohne Folgen geblieben, sodass er seine Hände schon wieder schützend vor sich hielt.<br />
„Setz dich auf den Stuhl“ ordnete der Fotograf an „und du setzt dich auf seinen Schoß.“ Die Anweisungen waren eindeutig aber Finn der mit einer heftigen Erektion schon auf dem Stuhl saß, schaute mehr als nur erschrocken in Clairce Richtung.<br />
Panisch blickte er um sich und versuchte alles zu verbergen. Er tat Clairice richtiggehend leid. Sie fasste sich ein Herz und setzte sich auf seinen Schoß. Somit hatte sie seine beachtliche Beule in der Hose erst einmal vor den Blicken aller anderen verborgen.<br />
Wie in Trance folgten die Beiden den Anweisungen des Fotografen, der mit seinen Fotos zufrieden schien.<br />
„Halt sie!“<br />
„Lege einen Arm um sie!“<br />
„Schau ihr in die Augen!“<br />
„Setzt dich zu ihm gewandt auf seinen Schoß!“<br />
Die Zwei hörten keine weiteren Anweisungen mehr. Sie schauten sich in die Augen und Clairice spürte das Pochen seines Schwanzes an ihrem Eingang, der längst überzulaufen drohte. Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit und es war wie eine Explosion der Gefühle als sich ihre Lippen das erste Mal hauchzart trafen. Sekunden später drang ihre Zunge in den Mund, des Sommersprossigen Jünglings und er griff in die Knospen dieser wunderschönen afrikanischen Blume. Finn schwanden die Sinne. Clairice hatte den Gummibund überwunden und ihre Finger weich und warm um seine Erektion gelegt. Ihr Hintern und ihr Becken rutschten ungeduldig über seine Beine und ihre heiße Spalte traf auf sein heißes Rohr. Finns Hände lagen auf ihren Pobacken und ihr Becken zuckte immer wilder seinem stehenden Lustspende entgegen.<br />
Clairice und er hatten alle anderen um sich herum vergessen und als er spürte, wie sein Köpfchen, von ihrer Hand geführt zwischen ihren Lippen verschwand, war es um beide geschehen.<br />
Finns Hände legten sich um ihre Pobacken und hielt sie, während sich Clairice Becken in Bewegung setzte. Sie fühlte ihn so tief und überall. Obwohl er normal gebaut war, brachte er ihren Schoß zum Lodern. Ob es Absicht war oder nicht, war im Endeffekt egal. Finns Finger hatte ihr kleines dunkles Loch berührt und Clairice einen herzhaft lustvollen Schrei entlockt. Er wagte nicht sich zu bewegen aber ihr Hintern drückte zunehmend gegen seine Hand. Ihr Becken zuckte jedes Mal, wenn sein Finger die kleine Öffnung berührte. Finn erhöhte leicht den Druck und hörte ihr Stöhnen in seiner Halsbeuge. Clairice Hand griff hinter sich und drückte seine Hand nur noch fester zwischen ihre Backen und Finn verstand.<br />
Ihr Becken rotierte zunehmend lustvoller als er den Druck weiter erhöhte und sein erstes Fingerglied darin verschwand. Ihre Arme schraubten sich fest um seinen Hals. Clairice keuchte und verkrampfte sich plötzlich.<br />
Stille füllte den Raum. Clairice hatte jegliche Bewegung eingestellt und atmete gefühlt nicht einmal mehr. Finn aber spürte wie sich ihre Muskelringe rhythmisch um seinen Schwanz schraubten und ihm unendlich geile Gefühle bescherten. Plötzlich brach es aus Clairice heraus. Ihren erlösenden Schrei musste die ganze Firma gehört haben. Nichts an ihrem wunderschönen Körper konnte jetzt noch stillhalten.<br />
Clairice war in ihrer eigenen Welt gefangen und nahm nicht einmal davon Notiz, dass Finn seinen Lebenssaft in sie pumpte. Minuten schien sie völlig abwesend zu sein aber als sie wieder zu sich fand, sah sie in Finns liebes, strahlendes Gesicht. Er hatte sie die ganze Zeit fest umschlungen gehalten und sie durch ihren Megahöhepunkt begleitet und nun küsste er sie ganz liebevoll und zärtlich.<br />
Clairice sah in seine warmen, braunen Augen und wusste, dass dieser Kerl, ihr Ajani war. Sie hatte ihn in ihren Fängen und würde ihn nie mehr gehen lassen.<br />
Die Frauen hatten den Raum still und leise verlassen. Im Endeffekt waren alle glücklich darüber, dass die Beiden endlich zueinandergefunden hatten, wenngleich keiner von ihnen mit so einem heftigen Kennenlernen gerechnet hatte. Selbst der Fotograf hatte sein Equipment einfach stehen lassen.<br />
Finn schaute jetzt öfter bei den Frauen vorbei und wurde mit einem Lächeln und von Clairice mit leidenschaftlichen Küssen begrüßt.<br />
Eine Woche war inzwischen vergangen. Margerie tuschelte mit Bridget.<br />
„Keine Geheimnisse!“ sagte Cassandra laut und musste grinsen, weil sie ahnte, dass es wieder einmal um Margeries geheimnisvollen Liebhaber ging.<br />
„Er war wieder da. Es war fast als hätte er gewartet, bis mein Mann in seine Kneipe ging. Ich hatte mir gerade ein Schaumbad eingelassen und stand nur im Bademantel vor der Wanne als es klingelte. Ich dachte schon mein Alter hätte sein Geld vergessen und riss genervt die Tür auf.<br />
Sein Blick fiel sofort auf meine nackte Haut, die sich zeigte, weil der Knoten des Gürtels sich ein wenig gelöst hatte. Noch an der offenen Tür streifte er ihn mir ab. Plötzlich stand ich völlig nackt vor ihm und ich genoss es, wie seine Blicke mich verschlangen. Er kickte die Tür zu und drückte mich dagegen, bevor er sich vor mich kniete und ich seine Zunge in meinem Schoß spürte. Er nahm mich auf dem Boden, auf dem Küchentisch und nach 2 Stunden zog er sich wieder an, gab mir einen Kuss und verschwand ohne ein Wort.“<br />
Margeries Atem ging schnell und jeder hier im Raum spürte, dass dieser Mann Aufregung und Verbotenes in ihr Leben gebracht hatte und sie es sichtlich genoss.<br />
„Mein Badewasser war mächtig kalt.“ Diese Bemerkung war völlig überflüssig aber die Lacher hatte Margerie auf ihrer Seite.<br />
„Was weißt du über ihn? Willst du deinen Mann verlassen?“ Frage über Fragen prasselten auf die noch immer verwirrte Frau ein.<br />
Nein, Margerie wusste so gut wie nichts über ihn. Eigentlich total gefährlich aber aufregend.<br />
„Verführe ihn doch einmal in seinem Revier, dann weißt du vielleicht ob er ernsthaftes Interesse hat.“<br />
In Margerie setzte sich dieser Gedanke fest. Cassandras Vorschlag hatte sie wirklich zum Nachdenken gebracht. Ihre biologische Uhr tickte aber es klappte einfach nicht, schwanger zu werden. Immer öfter erwischte sie, wie sie darüber nachdachte ob ihr Trinker der richtige Vater, für ihr Kind wäre.<br />
Ihr Gespräch verstummte als es an der Tür klopfte.<br />
Martha hatte Cassandras Aufgabe richtig ernst genommen und mit ihrem Team eine Armyunterwäschekollektion entworfen. Sie schien völlig aufgekratzt zu sein. Die Aufbruchstimmung in der Firma hatte nun auch sie und ihre Abteilung erfasst. Sie legte Cassandra ein Portfolio, perfekt ausgearbeiteter Entwürfe vor. Sie hatte sogar eine Reihe von Stoffmustern dabei. Die neue Schweißabsondernde Création der nahen Stofffabrik, die noch nicht auf dem Markt war, hatte es ihr besonders angetan. Sie war wirklich gut auf dieses Meeting vorbereitet und glänzte mit überzeugendem Fachwissen und einer ersten vorsichtigen Kalkulation.<br />
Die Frauen und Cassandra waren allesamt total begeistert. Die nickte Bridget zu, die ein Päckchen unter ihrem Tisch hervorholte und es vor Martha legte.<br />
„Ich…, wir sind sehr zufrieden mit deiner Arbeit. Ich erwarte nächste Woche, die ersten 10 Probestücke von jedem Modell.“<br />
Matha hörte zu aber starrte verwundert auf das Päckchen, welches noch immer ungeöffnet vor ihr lag.<br />
Cassandra sah ihren Blick und den ihrer Mädels, die schon ungeduldig auf ihren Stühlen herumrutschten.<br />
„Als Motivation haben wir für dich ein kleines Geschenk. Es ist ein Entwurf von Clairice.“<br />
Marthas Blick war immer noch verwundert als sie zu Clairice hinüberblickte. Sie kannten sich doch kaum.<br />
Martha war nun mehr als gespannt und neugierig. „Darf ich?“ fragte Martha noch immer unsicher und zeigte auf das Päckchen.<br />
Cassandra nickte. „Aber anziehen musst du es jetzt gleich. Wir wollen alle sehen, ob es dir steht und ob es auch für die Serienproduktion taugt.“<br />
Sie zeigte auf den Paravent, der zu einem wichtigen Bestandteil ihres Arbeitszimmers geworden war.<br />
Martha blickte mit offenem Mund auf das außergewöhnliche Mieder. Unsicher schaute sie in die Runde. Ein fragender Blick traf die kleine Kathleen als würde sie genau wissen, dass sie den leichten Spitzenstoff beiseitegeschoben hatte und Leder für Marthas Dessous ausgewählt hatte.<br />
Sie selber sah sich noch nicht in diesen Sachen. Martha haderte mit ihren Rundungen und ihrem Übergewicht.<br />
Zaghaft verschwand sie hinter der Wand. Die Chefin der Designabteilung schaute ängstlich hinter der Abtrennung hervor.<br />
„Komm schon!“ kam ungewohnt energisch, Kathleens Aufforderung.<br />
Nur zaghaft trat sie hervor und präsentierte sich den Anwesenden Frauen.<br />
Cassandras Augenbraue zuckte. Das hatte nicht einmal sie so erwartet.<br />
Marthas kleine Speckröllchen verschwanden unter dem Lederkorsett und formten einen atemberaubenden Rubenskörper.<br />
Der weite Beinausschnitt ließ ihre doch recht großzügigen Arschbacken zwar hervorstechen aber der Rest der Corsage lenkte davon definitiv ab.<br />
Die Schnürung, die Clairice statt auf dem Rücken, auf die Vorderseite designt hatte, zeigte viel von Marthas Haut. Gut 10 Zentimeter breit zog sich der Streifen, beginnend knapp über ihrer Scham, bis hin zu ihrem voluminösen Busen. Die Lederschnüre erlaubten einen tiefen Einblick und zeigten schon einen ansehnlichen Teil ihrer gewichtigen Argumente. Allerdings hatte die Schnürung auch noch einen anderen Effekt. Sie pressten die sonst etwas hängenden Fleischberge so in Form, dass sie eine beeindruckende Wölbung über dem Rand der ledernen Corsage bildeten.<br />
Cassandra war überaus zufrieden mit dem, was ihre Mädels da geschaffen hatten.<br />
Die kleine schüchterne unscheinbare Kathleen ging auf die 20 Jahre ältere Frau zu, umrundete sie begutachtend und schaute sie direkt an. Martha wich seltsamerweise ihrem Blick aus.<br />
Die Kleine aber hob ihr Kinn an und zwang sie ihr direkt in die Augen zu schauen. Kathleen holte ein ledernes Halsband, passend zur Corsage hervor und legte es ihr an. Es war fast als würde sie ihr, ihren persönlichen Stempel aufdrücken.<br />
„Du bist wunderschön und so was von heiß“ hauchte sie ihr leise und mit erotischer Stimme zu und keine der anwesenden Frauen konnte dagegen etwas sagen.<br />
Sie passte nun absolut nicht in die gesellschaftlichen Normen aber sie zeigte ihnen, dass auch eine Rubensfrau, ein begehrenswertes Lustobjekt sein konnte.<br />
Martha wollte sich schon wieder umziehen als Kathleen ihr nur die Bluse und ihren Rock hinhielt.<br />
„Nur das!“ merkte sie bestimmend an und ihre ehemalige Vorgesetzte wagte nicht zu widersprechen und gehorchte. Der Rock verdeckte ihre Beinausschnitte und ihren Hintern aber die Bluse ließ tiefe Einblicke zu. Der leicht durchscheinende Stoff offenbarte sonst nichts weiter. Ihr weißes Unterhemd deckte sonst sogar den BH ab, sodass die Bluse nichts weiter preisgab aber nun leuchtete der am Bauch anfangende Teil der Ledercorsage durch und die hochgeschraubten Lustberge spannten die Bluse, dass kaum noch der Knopf zuging.<br />
Sie war zum Männermordenden Vamp geworden aber als Kathleen ihren Kopf zu einem absolut heißen Kuss zu sich herunterzog, war allen klar, wem sie zu gehorchen hatte.<br />
Sie hörten noch das erstaunte Raunen, der Ersten die sie auf dem Flur traf , bevor die Tür sich wieder schloss.<br />
Cassanda war überaus zufrieden. Zurzeit gelang ihr alles, was sie anfasste, wenngleich die unscheinbare Kathleen sie wirklich überrascht hatte. Das hatte sie nicht kommen sehen aber wie man sagt „Stille Wasser sind tief und schmutzig.“<br />
Mit diesen Worten im Hinterkopf machte sie heute etwas früher Feierabend. Irgendwie hatte sie Marthas Verwandlung auch nicht ganz unbeeindruckt gelassen und sie lief durch die Firma und suchte Ajani.<br />
Er war gerade in der Werkstatt zu Gange. Seine Arbeit konnte er an diesem Freitag nicht mehr beenden und als Cassandra eine Stunde später, ihn mit einem leicht schmutzigen Outfit wieder verließ, schwangen ihr einige wissende Schwingungen entgegen.<br />
Ihr Outfit hatte nicht nur allein, gelitten. Cassandras Makeup war verschmiert, die Frisur zerstört aber das befriedigte Grinsen war ein mehr als eindeutiges Indiz, dass es Vorteile hatte die Chefin zu sein.<br />
Eine halbe Stunde später starteten sie ins Wochenende, obwohl Cassandra einen reichlichen Berg Papiere dabeihatte. Marie begrüßte sie stürmisch und Cassandra wurde schmerzlich klar, dass sie in letzter Zeit leider zu wenig Zeit für sie hatte.<br />
Ajani hatte in den letzten Wochen ordentlich Gas gegeben. In zwei bis drei Wochen könnten sie einziehen, wenn sie noch einmal die letzten Reserven mobilisieren würden.<br />
Hilfe kam von unerwarteter Stelle. Clairice hatte seit damals ein Zimmer bei den Connelys, auch wenn sie in den letzten Tagen kaum gesehen wurde.<br />
Cassandra hatte einen kleinen Grillabend in der Familie geplant. Clairice parkte ihren „Süßen“ bei Ajani um zu ihren Eltern zu fahren.<br />
Wie sollte sie ihnen klar machen, dass sie jetzt doch nicht mehr auf Frauen stand und sich in einen kleinen rothaarigen Iren verliebt hatte.<br />
Sie überbrachte ihren Eltern die Einladung der Connelys und plante mit Cassandras Rückhalt, ihrer Mutter alles zu beichten.<br />
Finn war erstaunt die große Chefin, Ajani und sogar Goerge Connely in Arbeitskleidung vorzufinden. Er brachte sich ohne zu überlegen ein und eine Stunde später, fühlte er sich als Teil der Familie. Die kleine Marie hatte sowieso einen Narren an ihm gefressen und wich ihm nicht mehr von der Seite.<br />
Clairice Bedenken waren völlig unbegründet. Ihre Mutter umarmte Finn gleich wie einen Sohn, denn so wie Clairice über ihn sprach, musste er etwas ganz Besonderes sein.<br />
Ihre Eltern hatten nicht mehr viel von ihr gehört als sie aufbrach, Cassandra zu besuchen und gefühlt einfach dablieb.<br />
George war stolz auf seine beiden Mädchen, wie er sie nannte und so erfuhren auch ihre Eltern, dass sie nicht nur Finn, sondern auch ihre Bestimmung und eine Aufgabe im Leben gefunden hatte. Clairice Mutter verstand zwar, warum man für seinen Mann schön sein wollte aber diese Art erschloss sich ihr nicht ganz. Nacktheit war für sie vor ihrem Mann etwas ganz Normales.<br />
Clairice verglich es mit Weihnachten. „Oft ist es nicht das Geschenk, welches den größten Reiz auslöst,“ erklärte Clairice „sondern das Geheimnisvolle, dass sich hinter der Verpackung verbirgt. Die Aufregung und das Gefühl, wenn man es langsam aus der wunderschönen Verpackung schält.“<br />
Die Runde um das abendliche Feuer war still geworden. Clairice Worte hatten sie berührt und ihnen ihr Tun auf außergewöhnliche Weise vor Augen geführt.<br />
Cassandra stellte sich hinter Clairice Stuhl und ließ ihre Hände über ihren Körper gleiten, bevor sie sie in einer liebevoll festen Umarmung gefangen hielt. „Das hast du schön gesagt.“ raunte sie ihr ins Ohr, bevor Clairice die weichen Lippen ihrer Freundin auf ihrer Wange spürte und nach ihren Händen griff. Die Beiden waren auf eine ganz bestimmte Art und Weise verbunden und sie liebten einander auch wenn sie jeder einen Partner hatten. Ihre Liebe war jetzt nicht mehr körperlicher Art aber sie liebten sich.<br />
Martha und ihr Team hatten ganze Arbeit geleistet und die Ausrüstung für das Regiment, sogar vor Ablauf der Frist fertig gestellt.<br />
Kaum einen Monat später feierte die ganze Firma. Die 3-monatige Probezeit wurde abrupt verkürzt und ihre Kollektion bekam den Zuschlag. Nun standen große Aufgaben vor ihnen.<br />
Die Connelys hatten sich inzwischen einen Namen gemacht. Cassandras Neuausrichtung fand begeistert Anklang. Selbst die puritanisch angehauchte Presse berichtete über die Aufweichung der Moral, durch die „Cassandra LINE“. Noch stellten sie Kleinserien her, die meist unter der Hand vertrieben oder weiter gereicht wurden aber die Nachfrage stieg stetig und auch Clairice hatte ordentlich zu tun, der ungebrochenen Nachfrage, stets mit neuen Modellen, neuen Schub zu verpassen.<br />
Connely war plötzlich wieder ein Name der in aller Mund war. Auch halfen Cassandra, Colonel Mastens gesellschaftliche Kontakte.<br />
Der Empfang auf den sie eingeladen wurden, bot bislang die hochkarätigsten Gäste. Hier trafen sich Minister, Geschäftsleute und gesandte andere Staaten. Eigentlich fühlte sich Ajani, der einfache Minenarbeiter in solcher Gesellschaft recht unwohl aber Cassandra alleine gehen zu lassen, war keine Option.<br />
Noch immer spukten die Gedanken um die Situation mit Cetric in seinem Kopf herum. Auch wenn es immer wieder ein erregendes Zucken in seiner Lendengegend auslöste, war er nicht bereit seine Cassandra einer solchen Situation alleine auszusetzen. Vielleicht hoffte er auch und wollte dabei sein aber das konnte sein Hirn nicht auseinanderhalten.<br />
Cassandra sah wieder einmal zum Anbeißen aus und ließ provokant, den leichten Spitzenrand ihres Bustiers unter ihrem sensationellen Abendkleid hervorblitzen. Ihr Bäuchlein war nicht mehr zu verbergen und ihre Oberweite spannte in dem Kleid außerordentlich. Ajani war stolz auf seine schöne Frau. Sie würde den Abend erhellen und alle anderen in den Schatten stellen.<br />
Cassandra sah das allerdings etwas anders. Dass, das Kleid nicht mehr so passte gefiel ihr überhaupt nicht. Sie haderte mit ihrer Figur aber nahm es mit Fassung, weil sie wusste, dass in ihrem Bauch das Kind ihrer Liebe heranwuchs.<br />
Cassandra wurden zwar beim Einlass schon ein wenig schräg angesehen als sie in Ajanis Begleitung, ihre Einladungen vorzeigte. Doch diese Reaktion war sie schon gewohnt. Es war nur äußerst verwunderlich, weil auch viele ausländische Würdenträger hier geladen waren.<br />
Adjani fühlte sich hier genauso unwohl, wie Cassandra aber solche gesellschaftlichen Events dienten nicht nur der Präsentation, sondern halfen wichtige Kontakte zu knüpfen.<br />
Cassandra stand etwas verloren da. Adjani war nur einen Moment nicht an ihrer Seite als sich ein Mann recht plump an sie heranschlich und einfach seinen Arm um sie legte. Ajani fühlte Cassandras Unwohlsein und sprang ihr gleich zur Hilfe.<br />
„Ah Neger bring uns mal ein paar Gläser Sekt!“ sprach der unverfrorene Kerl Ajani barsch an. Dieser wollte ihm schon erwidern als er eine Frau, hinter sich, in einer fremden Sprache reden hörte und es offensichtlich war, dass sie den Rüpel ansprach und zurechtwies.<br />
„Was hat sie gesagt?“ fragte er Ajani als ob alle Schwarzen die gleiche Sprache sprächen.<br />
„Sie hat gesagt, ein Kavalier und Gentleman holt seiner Dame selber einen Sekt und sie möchten, wenn sie sowieso schon gehen, auch ein Glas für sie mitbringen.“ Cassandras Worte entlockten Ajani ein leichtes Lächeln. Der bloßgestellte Herr, denn Gentleman konnte man weiß Gott nicht sagen, machte sich augenblicklich schimpfend aus dem Staub.<br />
„Ich entschuldige mich für diesen unmöglichen Mann.“ sprach Cassandra die fremde Frau nun in der gleichen Sprache an. Jetzt konnte die sich das Lachen kaum noch verkneifen, obwohl sie doch verwundert war.<br />
„Sie haben mich verstanden?“<br />
Cassandra nickte „Ich bin in Rhodesien aufgewachsen.“ erklärte sie ihre Sprachkenntnisse, obwohl viele Engländer Jahre dort waren und nichts von der Sprache gelernt hatten.<br />
Die ältere schwarze Frau, war die Gattin eines afrikanischen Würdenträgers.<br />
„Vermissen sie es?“ fragte sie ganz interessiert und versuchte mehr über Cassandra heraus zu bekommen.<br />
Sie erzählte etwas von ihrer Kindheit und wo die Farm ihres Onkels lag.<br />
„Da gab es eine junge weiße Frau, die eine Schule eröffnet hat.“ wagte die Frau einen Schuss ins Blaue, um ihre Geschichte zu überprüfen.<br />
Cassandra lächelte und man sah deutlich, wie sie in Gedanken schwelgte.<br />
„Ich habe die Schule meiner Freundin übergeben. Suri war mein Kindermädchen und hat von mir Lesen und Schreiben gelernt und nun unterrichtet sie selber.“<br />
Die Frau war überrascht. So etwas konnte sich keiner ausdenken.<br />
Die Zwei hatten sich inzwischen in einer Sitzecke niedergelassen und die Aufmerksamkeit anderer Frauen auf sich gezogen. Mittlerweile saßen sie zu Acht beisammen und alle lauschten dem Gespräch.<br />
„Ja ich vermisse Afrika. Ich vermisse es frei zu leben.“ Die englischen Frauen schauten sie ungläubig an, während die Frau des Würdenträgers, wissend nickte. Cassandra versuchte den anderen Damen zu erklären was sie meinte.<br />
„Leben ist, eins zu sein mit der Natur. Zu spüren, dass der Löwe der in echt vor dir steht, dein Leben beenden könnte. Den Ruf der Hyänen zu hören, die sich um ihre Beute streiten.“<br />
Ajani hatte ein Tablett mit Sektgläsern geholt und bot jeder der Damen eins an. Cassandra strich über den knackigen Hintern ihres schwarzen Kellners. Die Frauen schauten sie verwundert an und Cassandra erzählte weiter.<br />
„Leben ist, Wasserfälle zu sehen, die sich mit unglaublicher Urgewalt, 80 Meter in die Tiefe stürzen. Nackt und ohne Zwänge einen 10 Meter Wasserfall hinunterzuspringen ohne zu wissen, wie tief das Wasser ist. Wieder nach oben zu schauen und einen ebenso nackten schwarzen Mann zu sehen, der dir hinterher springt und ganz dicht vor dir wieder auftaucht.<br />
Leben ist, wenn er seine kräftigen Arme um dich legt und dich ganz fest an sich zieht, wenn du sein großes, hartes Leben an deinem Bauch spürst und weißt, dass er dir für die nächsten 3 Stunden Leben einhauchen wird, um es dir dann wieder zu entziehen, bis du völlig fertig neben ihm liegen bleibst.“<br />
Die Damen sperrten ihre Münder auf und bekamen sie nicht mehr zu. Ihre Kehlen waren staubtrocken, von diesem für diesen Anlass zu anregendem Gespräch. Schnell kippten sie ihren Sekt hinunter und waren erfreut als Ajani mit der nächsten Runde bereitstand. Verwundert schauten sie zu Cassandra als Ajani sich auf ihre Lehne setzte und wie beiläufig anmerkte: „Ich liebe Afrika, nicht wahr Schatz.“<br />
Plötzlich wurden all ihre Erzählungen real. Ajani allerdings wurde etwas unruhig als einige der Damen einen neidischen Seufzer abließen. Ihre Blicke hingen allesamt auf seiner Körpermitte, wo das große harte Leben heute in einem feinen Anzug versteckt war.<br />
Die Dame stand auf, legte ihre Hand auf Cassandras Schulter und nickte ihr anerkennend zu. Sie war Stolz auf Afrika und ihren schwarzen Mann, auch wenn das in dieser Zeit nicht der einfachste Weg war.<br />
Die Damen unterhielten sich angeregt und als Cassandra geheimnisvoll erzählte, dass ihre Firma Dessous entwarf, die wie Öl auf fast erloschenes Feuer wirkte, hatte sie das Gehör der Damen. Viele von ihnen verließen die Runde mit einer Visitenkarte und Cassandras Versprechen ihr „afrikanisches Leben“ in ihr eigenes zu Hause zu holen.<br />
Cassandra wurde immer hinreißender, je mehr ihre Rundungen zunahmen. Die Firma florierte und als sie kurz vor der Geburt stand, übernahm Ajani nur widerwillig die Geschäfte. Nichtdestotrotz schlug er sich nicht schlecht. Ihr erster eigener Laden wurde in London eröffnet und fand wegen genialer Werbung sehr großen Anklang.<br />
Cassandra gebar ihren Sohn und war auch die ersten Wochen eine äußerst liebevolle Mutter. Nach und nach, fehlte ihr die Arbeit und Ajanis Erfolg nagte an ihrem Selbstwertgefühl. Auch wenn sie es nie zugeben würde, wurde sie zunehmend neidischer auf ihn.<br />
Das bei ihren gelegentlichen Besuchen in der Firma, Ajani von der Belegschaft meist freundlich empfangen wurde hegte ihren Groll nur noch mehr.<br />
Zwei Monate später stand sie einfach vor ihrem ehemaligen Büro und übernahm wieder die Geschäfte. Ajani schaute äußerst verwirrt aber räumte sofort seinen Platz. Cassandra entschied und so war es.<br />
Sie arbeitet länger und härter als je zuvor. Die Firma florierte aber Cassandra entfremdete sich zunehmend von den Leuten, die ihr nahestanden. Oft blieb sie über Nacht gleich in der Firma.<br />
Marie vermisste ihre Mutter sehr aber Ajani übernahm nun auch diese Rolle. Alec hingegen konnte sie noch nicht vermissen. Er war zu klein um sich der Situation bewusst zu werden.<br />
Cassandra schaffte es einfach nicht mehr abzuschalten. Selbst als Agatha und William zu Besuch kamen um ihren Enkel kennen zu lernen und Marie, Ajani und Cassandra wieder zu sehen, hielt sie das nicht davon ab zu arbeiten.<br />
Die 14 Tage ihres Besuches waren so schnell vergangen, dass Cassandra erst 2 Tage später bemerkte, dass William und ihre Mutter bereit wieder abgereist waren.<br />
George hatte sich das nun lange genug mitangesehen. Die Aussprache verlief heftig und endete in einem lauten Streit, der im ganzen Haus zu hören war. Glücklicherweise hatten sie ihr neues Domizil noch vor der Geburt bezogen, sodass die Kinder von all dem nichts mitbekamen.<br />
George nahm das so sehr mit. Er wurde am nächsten Tag mit einem Herzinfarkt in ein Krankenhaus eingeliefert und Ajani glaubte schon, dass dieser Vorfall, Cassandra wach rütteln würde. So war es auch für einige Wochen, bis George soweit wieder hergestellt war.<br />
Die Sorgen um ihn waren gewichen und Cassandra verfiel in alte Muster.<br />
Mit zunehmendem Erfolg der Firma wurde sie mehr und mehr zur Alleinherrscherin.<br />
Marie war inzwischen in der Schule, Alec wurde von einer Kinderfrau betreut und Ajani arbeitete nur noch halbtags in der Firma. Cassandras Großeltern hatten zunehmend gesundheitliche Probleme und die Kinder forderten ihre Zeit. Unter diesem Vorwand hatte Cassandra, Ajanis Tätigkeitsbereich massiv eingeschränkt und seine Aufgaben anderen übertragen.<br />
Gerüchte machten schon lange die Runde aber als Ajani sich mehr und mehr aus der Firma zurückzog oder vielmehr gedrängt wurde, schüttelten viele nur noch mit dem Kopf.<br />
Wie konnte sie ihn nur so behandeln? Er der immer Hilfsbereite, der sie so über allen Maßen liebte. Manche Frau hatte versucht mit ihm zu flirten aber Ajani blieb immer höflich und verwies darauf, mit Cassandra verheiratet zu sein. Sie sahen die Traurigkeit in seinen Augen, die nur verschwand, wenn er bei den Kindern war.<br />
Auch wenn Cassandra das nicht mitbekam, war er das Heinzelmännchen, welches die Produktion am Laufen hielt. Reparaturen wurden ausgeführt, weil er sich darum kümmerte. Bestellungen wurden forciert, weil er persönlich nachhakte und manche Lieferung gleich selber abholte.<br />
Er agierte im Verborgenen und war der gute Geist der Firma.<br />
Ajani kam kurz nach Mittag nach Hause. Lydia ihr Kindermädchen stand gerade vor dem Bücherregal und zuckte erschrocken zusammen als sie ihn bemerkte. Mittags, wenn Alec schlief suchte sie sich immer ein Buch und las darin.<br />
„Entschuldige bitte, ich wollte dich nicht erschrecken.“ sprach Ajani sie an.<br />
Sie stand etwas ratlos vor dem großen Regal und starrte auf die obere Reihe, wo die Abenteuerromane standen.<br />
Von Maries Erzählungen begeistert, hatte sie sich der afrikanischen Literatur zugewandt.<br />
„Kann ich dir helfen?“ fragte Ajani weiter, weil er ahnte, dass sie ein Buch aus der oberen Reihe erwählt hatte. Lydia war ein zierliches junges Wesen und würde ohne Leiter, nicht dorthin kommen.<br />
Unsicher deutete sie auf den roten Einband in der obersten Reihe. Ajani trat näher an sie heran. Lydia war allerdings total verwundert als er sie bei den Hüften packte und wie eine Feder anhob.<br />
Sein animalisch verschwitzter Geruch umhüllte sie und Bilder aus ihren Romanen zogen vor ihren Augen durch.<br />
Der wilde schwarze hatte die weißen Siedler überfallen, den Mann getötet, der blonden Frau die Kleider vom Leib gerissen und sie sich einfach mit roher Gewalt genommen.<br />
„Hast du es?“ rissen sie seine Worte aus ihren Gedanken. Ihr Gesicht glühte als er sie wieder absetzte, Seine Hände brannten noch auf ihren Hüften als er schon längst verschwunden war. Ajani hatte Kraft aber sein Griff war alles andere als roh. Er hätte sie jetzt einfach nehmen können, so wie sie es im Buch gelesen hatte. Lydias Herz pochte aufgeregt. Wollte sie das etwa?<br />
Ajani hatte sich saubere Wäsche geschnappt und war im Bad verschwunden. Er hatte heute noch ein Elterngespräch mit Maries Lehrerin und so verschwitzt und schmutzig wollte er dann doch nicht zu dem Termin gehen.<br />
Das Wasser der Dusche prasselte auf seinen Körper nieder. Der Schaum der Seife lief seinen Körper entlang.<br />
Lydia verfolgte mit erstaunen, jede seiner Handbewegungen. Die Badtür hatte im Frühjahr immer ein Eigenleben entwickelt. Manchmal, wenn es draußen trockener wurde, sprang sie von alleine auf. Der kleine Spalt und von den Geräuschen angelockt beobachtete Lydia den wilden schwarzen Mann.<br />
Wasser lief über seine schwarze stahlharte Brust. Lydias Körpertemperatur stieg beim Anblick seiner muskulösen Oberarme.<br />
Ein leichtes Stöhnen verließ ihren Mund. Ihre Finger hatten ihre Brust gefunden und sie zärtlich gedrückt. Bilder aus ihren Geschichten vermischten sich gerade mit der Realität und als sie tiefer, zwischen seine Beine schaute wurde ihr Mund trocken. Der Knopf ihrer Hose sprang auf und in Gedanken tauchte der nackte schwarze Mann gerade seine Hand, tief in ihren Schoß. Er spürte die Feuchtigkeit, die ihr Höschen schon getränkt hatte und nahm sich, was er wollte. Seine Finger tauchte so gierig tief in ihr kleines Döschen. Lydia jauchzte vor Lust. Sie konnte sich nur mit Müh und Not am Türstock festhalten und kam schon nach wenigen Berührungen.<br />
Lydia kniete und hielt sich die Hand vor den Mund als sie hörte, dass Ajani die Dusche abstellte. Kurz blickte er zur Tür als hätte er etwas gehört, begann dann aber sich abzutrocknen.<br />
Lydia riskierte noch einen letzten Blick und versuchte so leise wie möglich, die Örtlichkeit zu verlassen.<br />
Frisch geduscht und wieder angezogen verabschiedete sich Ajani und machte sich auf den Weg. Lydia leuchtete wie eine Tomate und das feuchte Höschen klebte an ihrem Hintern. Ihr Puls hatte den Normalpegel noch lange nicht wieder erreicht.<br />
Ajani war in Eile und hatte die Emotionen, die Lydia bewegten nicht einmal wahrgenommen. So wie ihr ging es vielen Frauen die ihn anhimmelten, von denen er aber nicht einmal Notiz nahm.<br />
Da sie die Geschäftsfrau mit dem Afrikaner war, kam sie nicht umhin gesellschaftliche Verpflichtungen gemeinsam zu absolvieren. Ab und an trafen sie auch wieder auf Cetric, der sein Glück immer wieder versuchte aber vor Ajanis Anwesenheit zurückschreckte.<br />
Während Cassandra sich der wirtschaftlichen Gesellschaft zuwandte, war Ajani meist von deren Begleiterinnen umringt, die seine Gesellschaft und seine Geschichten mochten und genossen.<br />
Er hatte sogar Tanzstunden genommen und mutierte zu einem gefragten Tanzpartner. Inzwischen hatte sich Ajani Manieren angeeignet. Die so mancher Gentleman vermissen ließ. Cassandra sah, wie eine nach der anderen mit ihm das Tanzbein schwang oder eng umschlungen bei einer langsamen Runde, seine Nähe genoss. Eifersucht keimte in ihr auf.<br />
Nächte voller gierigen Sex folgten, doch Cassandra merkte bald, dass Ajani nur gern tanzte und alle Avancen der Damen zurückwies.<br />
Monate vergingen in denen sich einiges besserte aber Cassandra war sich seiner bald sicher und verschwendete keine Energie mehr daran, um ihn zu kämpfen. Sie behandelte ihn wie ihr Eigentum und war sich seiner ganz sicher.<br />
Der Empfang war einer von vielen. Ajani beobachtete wie Cetric sich penetrant an Cassandra heran machte und sie dieses Spiel genoss. Ajani tanzte gerade und als Cetric um sich schaute und ihn nicht sah, wurde er forscher und sah seine Chance.<br />
Cassandra leistete erst etwas Gegenwehr als er an ihrer Hand zog, folgte sie ihm dann aber doch.<br />
Ajani bedankte sich bei seiner Tanzpartnerin und ging den Beiden hinterher. Cetric führte Cassandra in den kleinen Saloon, der etwas abseits vom Geschehen lag. Sie ließ sich in einem Sessel nieder und harrte der Dinge die da kommen würden.<br />
Ajani war gerade an der Tür als er hörte wie innen der Schlüssel gedreht wurde und die Tür verriegelte. Zorn keimte in ihm auf. Er könnte diesen Kerl in der Luft zerreißen aber Cassandra war eine selbstbewusste Frau und konnte ihm jederzeit Einhalt gebieten.<br />
Ajani suchte den nächsten Raum. Es war so etwas wie eine Abstellkamme aber hatte ein Fenster. Ajani stieg hindurch und gelangte auf die Terrasse, die auch vor den Saloon führte.<br />
Seine Frau war wirklich eine Schönheit. Mit ihrem Glas in der Hand sah er sie in dem Sessel sitzen als Cetric näher an sie herantrat.<br />
Sein heißer Atem hauchte die Buchstaben seines Namens, wie ein Brandzeichen in die Haut, ihrer nackten Schulter. Cassandra war einfach nicht fähig sich zu bewegen. Im Spiegel hatte sie gesehen, wie Cetric beim Hereinkommen die Tür hinter sich verschloss.<br />
„Nein“ hauchte Cassandra leise. Nichts war von ihrer sonst so energischen Stimme übriggeblieben als sie spürte wie sich eine heiße Spur seiner Küsse ihren Hals entlang zogen.<br />
Warum Cetric? War es, weil er kein „NEIN“ akzeptierte? Sie wusste, da war kein Gefühl, nur purer Trieb der ihn bewegte. Er wollte sie besitzen und nachdem sie ihn schon einmal abgewiesen hatte, war sein Jagdinstinkt ausgeprägter. Selbst sein After Shave roch so animalisch, dass der Geruch Cassandra erregend betörte.<br />
Cetric überhörte ihr „NEIN“ gekonnt und als sie erneut ansetzen wollte, verschloss er ihren Mund mit seinen Lippen. Eine Mischung aus Whisky und Zigarrenrauch überflutete ihren Mund. Ein ungewohnter Geschmack von dominanter Männlichkeit. Der leicht bittere Geschmack löste in ihr ein heftiges Kribbeln, statt Ekel aus. Cassandra war verwundert und merkte gar nicht, dass sie den Kuss schon intensiv erwiderte. Ja, sie zog seinen Kopf sogar fester an sich heran, um seine Zunge tiefer in ihrem Mund zu spüren. Doch Cetric unterband dies sofort. Hier und jetzt gab er den Ton an. Er stand vor ihr und seine Augen glitten über ihren Körper, wie bei einer Fleischbeschau. Cassandra war nicht sie selbst. Mit einer leichten Drehung setzte sie sich so, dass er auch wirklich alles an ihr bewundern konnte.<br />
Das schulterfreie Kleid zeigte so schon viel nackte Haut aber das schien ihm nicht genug. Cassandra zitterte als er den Stoff bis zu ihrem Bauch herunterzog. Wie ein wulstiger Strick fesselte er sie. Cassandra hatte nicht einmal die Möglichkeit aus ihren Ärmeln zu fahren, weil er ihre Hände fixiert hielt.<br />
Die fließenden Stoffe ihres Spitzenbustiers offenbarten schon ihr harten Lustkrönchen. Ihrer Erregung hatte der dünne Stoff einfach nichts entgegen zu setzen.<br />
Wie ein Raubtier stürzte sich Cetric darauf und biss sanft aber bestimmt hinein. Cassandra jauchzte vor Lust auf.<br />
„Bitte nicht“ hörte sie eine Stimme aus ihrem Inneren. Sie wusste nicht einmal ob die Stimme laut genug war, dass Cetric diese Worte hörte. Aber er drückte ihre linke Brustwarze zwischen zwei Fingern heftig zusammen, sodass der bittersüße Schmerz sie erneut aufstöhnen ließ und sie sein „Bist du dir sicher?“ schon nicht mehr richtig wahrnahm.<br />
Augenblicke später lagen ihre nackten weichen Brüste in seinen Händen, von denen sie begierig durchgewalkt wurden. Cassandra spürte die fordernden Finger, die sich nahmen was immer sie wollten und als sie seine warmen Lippen spürte, die sich fest um ihre rechte Brustwarze schloss, erlosch ihr letzter Funken Gegenwehr.<br />
Seine Hände fuhren ihre bestrumpften Beine entlang. Stromstöße jagten ihre Schenkel entlang und trafen genau auf ihr Lustzentrum. Noch bevor sie seinen besitzergreifenden Finger auf ihrem Slip spürte, der die Furche zwischen ihren Lippen entlangfuhr und den bereits nassen Stoff noch tiefer hineindrückte. Cassandra schnappte nach Luft. Ihr Atem ging schwer und verlor sich immer mehr in einem lustvollen Stöhnen.<br />
„Aaahhhh“ schallte es durch den Raum. Cetric hatte den weichen Stoff zur Seite geschoben und tauchte mit zwei Fingern, in ihre feuchten Tiefen.<br />
Cassandra zuckte zusammen und warf schreiend ihren Kopf in den Nacken.<br />
Er nahm sie hart und heftig und sie spürte wie sich ihr Unterleib zusammenzog aber er hörte abrupt auf und streifte fast grob ihr Höschen vom Hintern. Provokant hielt er es sich unter die Nase und roch daran, während Cassandra noch pumpte und ihrem herbeigesehnten Höhepunkt nachtrauerte.<br />
Als wäre es eine Trophäe, steckte er ihren triefnassen Slip in seine Jackettasche. Seine Hand griff nach ihr und zog sie aus ihrem Sessel. Cassandras Brüste federten ihm begierig entgegen. Er zog sie weiter zu sich heran, drehte sie in einer fließenden Bewegung und drückte ihren nackten Oberkörper auf den massiven Eichentisch vor ihm.<br />
Cassandra spürte schon, wie die Vorfreude ihr Bein herunterlief. Cetric hielt sich nicht weiter mit Zärtlichkeiten auf. Sie waren hier auf einer Gesellschaft und ihr Verschwinden würde sicher bald bemerkt werden, deshalb hatte er zur Sicherheit auch die Tür hinter sich abgeschlossen.<br />
Er hob Cassandras Rock an und warf die Stoffwulst nach oben. „Patsch“ schlug seine Hand auf die schneeweiße Fläche ihrer wohlgeformten Pobacke.<br />
„Aua“ monierte Cassandra auf als sie auch schon seine Finger spürte, die ihre Backen auseinanderzogen und seinem Schwanz Platz machten. Hart, tief und unnachgiebig schlug er zu und versenkte sich mit einem einzigen Stoß in ihr. Das „Aua“ mutierte zu einem lustvollen Aufschrei und als sie erneut seine flache Hand traf, jagten erregende Zuckungen durch ihren Unterleib.<br />
Cetric nahm sie sich, wie er wollte. Sie war nun ganz sein Eigentum. Hart und schnell stieß er zu. Cassandra hob ihren Oberkörper von Tisch ins Hohlkreuz und sehnte jeden weiteren Stoß herbei. Ihre weiche Wonneproppen schwangen im Rhythmus unter ihr und rieben über den Tisch.<br />
Cetric griff nach ihren Armen und zog sie weit nach hinten. Sie war ihm nun völlig ausgeliefert. Cassandra hörte das rhythmische Klatschen und Schmatzen, wenn sein Becken auf ihren Hintern traf und sie ein lustvolles Echo nach dem Anderen in den Raum schickte.<br />
Cassandras Blick war hoch auf die Terassentür gerichtet als sie ihre Augen aufschlug. Ein wenig benebelt noch, erkannte sie Ajanis Gesicht, der sie direkt anschaute.<br />
Ihr Becken krampfte und ihr Höhepunkt bahnte sich unaufhaltsam seinen Weg. Wie in Trance hörte sie Cetric, wie er röhrend seine letzten Kräfte mobilisierte und sie und sich über die Klippe schoss.<br />
Cassandras Körper erschauerte von der Wucht ihres Höhepunktes und sie sank erschöpft auf den großen Eichentisch nieder.<br />
Sie wusste nicht mehr, wie lange sie dort gelegen hatte. Ihr Blick ging zum Fenster aber Ajani war weg. Hatte sie nur geträumt?<br />
Kalt fühlte sich der Luftzug an, der sich über die Feuchtigkeit an ihrem Bein hermachte. Noch immer stand sie breitbeinig über den Tisch gebeugt und spürte, wie Cetrics Sperma aus ihrer Körpermitte heraustropfte. Als sie sich aufrichtete sah sie den großen nassen Fleck, der nicht nur von ihm allein sein konnte.<br />
Cassandra suchte ihren Slip aber den hatte sich Cetric einverleibt. Schnell versuchte sie sich wieder etwas Partytauglich zu machen aber auch wenn das Kleid wieder züchtig ihren Körper bedeckte, war ihr Make Up verschmiert, ihre Frisur ruiniert und beim Laufen schmatzte es gewaltig zwischen ihren Beinen. Selbst das Badezimmer konnte nur die Notdürftigsten Schäden reparieren und für etwas Trockenheit im Schritt sorgen, bevor sie auf die Suche nach ihrem Mann ging.<br />
Cassandra wurde immer panischer. Ein guter Bekannter meinte Ajani hätte seinen Mantel geholt und wäre gegangen.<br />
Cetric hatte seine Eroberung und war nicht einmal bereit, sie zu ihrem Hotel zu fahren. Was für ein Arsch. Erst jetzt merkte sie, dass er sie nur benutzt hatte. Warum sonst hätte er sie halbnackt und allein auf dem Tisch liegen lassen. Schlagartig wurde Cassandra klar, was sie gerade eben alles aufs Spiel gesetzt hatte.<br />
Ajani nahm das Auto und kehrte gar nicht erst ins Hotel zurück.<br />
Nach Hause zu kommen gestaltete sich, so mitten in der Nacht recht schwierig. So blieb Cassandra über Nacht im Hotel, auch wenn sie keinen Schlaf fand. So viele Fragen quälten sie. Warum hatte sie das gemacht? War sie mit Ajani nicht glücklich? Warum überhaupt, denn so herausragend war Cetric nun auch wieder nicht.<br />
Ajani war liebevoll und zärtlich und hatte ihr Orgasmen geschenkt, die besser waren als der am Abend zuvor. Warum konnte sie sich nicht gegen Cetric wehren? Warum hatte Ajani ihm nicht Einhalt geboten?<br />
Allerdings beantwortete sie sich gerade diese Frage selber. Weil sie es so wollte und alle machten was sie wollte. So ließ auch Ajani ihr ihren Willen.<br />
Cassandra erinnerte sich an einige Streits, die sie die letzten Monate hatten. Ajani hatte ihr vorgeworfen, nur noch ihren Willen durchsetzen zu wollen. Er hatte sogar einmal gesagt, „es gibt doch kein wir mehr, nur noch dich!“<br />
Cassandra hatte diese Anspielung mit einem Lachen überhört aber jetzt wurde ihr der tiefere Sinn, dieser Worte bewusst. Hatte sie sich wirklich so verändert?<br />
Sie war kaum noch bei ihren Mädels und auch Clairice sah sie kaum noch. Bisher hatte sie dies mit der vielen Arbeit gerechtfertigt und das Clairice jetzt ihre eigene kleine Familie hatte aber war das wirklich die Wahrheit?<br />
Eine Mitfahrgelegenheit zu organisieren gestaltete sich ebenfalls schwierig, so war es schon Mittag des nächsten Tages als sie zu Hause eintraf und weder Ajani noch die Kinder vorfand.<br />
Koffer und die Sachen der Kinder fehlten. Wo waren ihre Kinder? Wo war Ajani? Panik überdeckte die Sorgen, die sie sich bis eben noch gemacht hatte. Cassandra rannte durch den Park. Sie stürmte das Treppenhaus hoch und wurde mit entsetzten Gesichtern ihrer Großeltern empfangen.<br />
„War es das wert?“ empfing sie George und sein verächtlicher Tonfall war nicht zu überhören. Sie wussten es. Sie wussten alles.<br />
„Wo sind sie?“ schrie Cassandra, die nur noch ein Schatten ihrer selbst war.<br />
„Ajani hat uns gebeten dir nichts zu sagen und wir werden uns daran halten.“ Die Worte von Charlotte drückten den Dolch noch ein Stück tiefer in ihr Herz.<br />
„Ich habe versucht dich zu warnen aber…“ George sprach nicht weiter. So leid ihm seine Enkelin auch tat, sie musste erst einmal leiden, um sich der vollen Tragweite ihrer Taten bewusst zu sein.<br />
Cassandra fragte bei allen Freunden nach. Auch in der Schule war Marie nicht aufgetaucht und auch Lydia wusste von nichts als sie Montag auf Cassandra traf.<br />
Eine Woche verging. George übernahm vorrübergehend wieder die Geschäfte, weil Cassandra zu nichts mehr zu gebrauchen war. Sie aß kaum noch und verwahrloste zunehmend. Charlotte machte sich wirklich Sorgen.<br />
Da kam er der Anruf. Die Ohrfeige die Cassandra von ihrer Mutter durch den Hörer bekam, war weit hin zu hören.<br />
„Beweg dich sofort hier her, wenn du deine Familie retten willst!“ Noch nie hatte Agatha ihr gegenüber, einen so barschen Ton angeschlagen. Ja Cassandra wusste nicht, dass ihre Mutter so sein konnte.<br />
Zumindest wusste sie jetzt, wo ihre Familie war.<br />
So wie auch Ajani nahm Cassandra das Flugzeug. Seit wenigen Jahren gab es Direktverbindungen nach Johannesburg und auch nach Salisbury. William stand bei ihrer Ankunft bereit. So sehr er sie auch liebte, war sein Empfang mächtig unterkühlt. Die Fahrt war erst recht eine Qual für Cassandra. Wortkarg antwortete er nur das Nötigste und zu Fragen über Ajani schwieg er komplett.<br />
Cassandra hatte nun richtig Angst ihrer Mutter entgegenzutreten. Jede Meile die sie der Farm näher kamen, wuchsen ihre Bedenken und im Auto herrschte inzwischen eine beängstigende Stille.<br />
Es hatte sich kaum etwas verändert als sie durch das Tor fuhren und die Gebäude in Sichtweite kamen. Doch Cassandra hatte mit ganz anderen Dingen zu tun. Ihr Blick ging hastig umher. Sie suchte und hoffte Ajani oder die Kinder zu erblicken.<br />
Ihre Mutter stand wie eine Königin auf der Veranda und wartete auf sie. Langsam schritt Cassandra auf sie zu. Keine Regung war im Gesicht ihrer Mutter zu erkennen, kein Lächeln oder Freude sie nach den Jahren wieder zu sehen.<br />
Cassandra schaute verlegen auf den Boden. Sie war nicht in der Lage Agatha in die Augen zu sehen.<br />
Ihre Mutter hatte sie noch nie geschlagen aber jetzt hallte die Ohrfeige über den Hof, bevor Agatha ihre Tochter in ihre Arme zog und Cassandra schluchzend an ihrer Schulter weinte.<br />
„Erzähl!“ Agathas Stimme war jetzt weich und mütterlich. Man hörte ihre Besorgnis heraus und als sie sich gesetzt hatten, brach es aus Cassandra heraus.<br />
Sie erzählte, sie weinte aber sie war ehrlich und ließ nichts aus. Inzwischen war auch ihr bewusst, dass nur sie ganz allein an diesem Dilemma schuld war.<br />
„Sie sind unten im Dorf.“ erwähnte Agatha ganz nebenbei und Cassandra wollte sofort losstürmen als ihre Mutter sie am Arm festhielt.<br />
„Gib ihnen Zeit. Die Kinder kommen morgen früh sowieso in die Schule, da kannst du sie sehen.“ Ein Leuchten zog in Cassandras Gesicht. Endlich ein Lichtblick am Horizont.<br />
„Und pass auf was du sagst. Sie wissen nicht was zwischen euch passiert ist. Ajani hat ihnen nur gesagt, dass du arbeiten musst und deshalb nicht mit ihnen Urlaub machen kannst.“<br />
Er ist so ein guter Mensch, gingen Cassandra Gedanken durch den Kopf. So schlecht ich ihn auch behandelt habe, will er sie immer noch beschützen.<br />
„Mama was soll ich denn jetzt tun?“ Cassandra klang wirklich verzweifelt und war über den Rat ihrer Mutter gar nicht so überrascht.<br />
„Du musst zurück kehren zu der Cassandra, die du einmal gewesen bist. In die sich Ajani verliebt hat. Finde deine Wurzeln.“<br />
Cassandra nickte und ihr liefen erneut die Tränen. Sie musste ihre Gedanken sammeln. So lief sie ziellos umher.<br />
Suri rannte freudestrahlend auf sie zu und umarmte ihre Freundin als wäre sie nur ein paar Tage weg gewesen. Der etwa neunjährige Junge versteckte sich hinter ihr, denn er kannte diese fremde weiße Frau nicht. Es war viel Zeit vergangen, seit Cassandra ihn als Baby im Arm hielt. Es war später Nachmittag und die Schule war längst vorbei aber Suri war stolz auf ihre Schule und wollte Cassandra unbedingt zeigen, was sie mit ihrer Hilfe alles geschafft hatte.<br />
Suri dankte freudestrahlend für die Schulbänke, die Tafel, die Malbücher, die Stifte und die vielen anderen Dinge, die sie ihr und der Schule in den letzten Jahren hatte zukommen lassen. Cassandra wurde immer ruhiger und beschämter. Von den meisten dieser Dinge wusste sie nichts. Ajani musste das alles in ihrem Namen organisiert haben und sie kam sich immer mehr wie ein schlechter Mensch vor.<br />
Er hatte nie ein Wort darüber verloren, wollte nie Dank und tat dies alles in Cassandras Namen.<br />
Suri war Familie und so erzählte sie ihr, dass es zwischen ihr und Ajani nicht gutstand. Sie nickte als wüsste sie Bescheid und wartete nur darauf, dass Cassandra es ihr erzählte.<br />
„Er ist jeden Abend, wenn die Kinder im Bett sind, am Wasserfall.“ flüsterte Suri ihrer Freundin ins Ohr. Sie hatte mitbekommen, dass Ajani mindestens genauso litt wie Cassandra.<br />
Nach dem Abendbrot machte sich Cassandra auf den Weg. Die Pflanzen hatte in den letzten Jahren ganze Arbeit geleistet und ein dichtes Buschwerk um den Fluss herum entstehen lassen. Nur noch wenige Furten führten direkt zum Wasser und dem kleinen Kiesstreifen, der nur im Frühjahr überflutet war, wenn die Schneeschmelze mehr Wasser ins Tal schickte als die Pflanzen gebrauchen konnten.<br />
Heute war das aber auch Cassandras Vorteil. Durch ein Stück lichte Hecke sah sie Ajani im halbhohen Wasser stehen. Eine Frau stand bei ihm. Sie passen gut zusammen, dachte sich Cassandra als die Frau ihren Ajani auch noch umarmte.<br />
Sie hatte wundervolle weiche und leicht nach oben geschwungenen Brüste. Ihre Brustwarzen kratzten auf Ajanis Haut. Auch er hatte seine Arme um sie gelegt und drückte sie fest an sich. Danach ging sie einfach so zum Ufer. Cassandra verfolgte sie misstrauisch mit den Augen. Sie war wirklich eine Schönheit. Mit ihrem süßen knackigen Hintern konnte Cassandra, nach zwei Kindern nicht mehr mithalten und dieses feingekräuselte Haardreieck zwischen ihren Beinen würde jeden Mann um den Verstand bringen.<br />
Ajani stand immer noch im Wasser. Dass seine Lanze sich, bei den Berührungen dieser schönen Frau aufgerichtet hatte, war gar nicht verwunderlich.<br />
Er tauchte im Wasser ab. Die Tropfen stiebten auseinander als er wieder emporkam. Er war der Traum eines Mannes. Sein athletischer Körper hatte Cassandra immer schon gefallen aber warum hatte sie ihn nicht mehr angesehen? Es war als würde sie ihn heute aus einem ganz anderen Blickwinkel wiederentdecken. Wundervoll zeichneten sich seine Bauchmuskeln auf seinem angespannten Körper ab. Wasser lief über seine dunkle glänzende Haut und Cassandra fühlte die innere Leere, die ihre Distanz zwischen ihnen geschaffen hatten. Es war nicht nur das Verlangen nach seinem Körper. Ihr fehlte auch seine Nähe, seine Liebe. Sie fühlte sich so allein in dieser Welt.<br />
Die andere Frau hatte sie schon vergessen und auch Ajani schien ihr nicht zu folgen zu wollen, denn er setzte sich auf einen Baumstamm und schaute in die Abenddämmerung.<br />
Cassandra hätte sich so gern auf ihn gestürzt, ihn umarmt, ihn geküsste und ihn geliebt aber die Traute hatte sie schon wieder verlassen. Fast eine Stunde saß er da und sie, sie beobachtete ihn nur. Sie sah nun ganz genau, dass sie sein Herz gebrochen hatte.<br />
Cassandra umarmte ihre beiden Süßen, die völlig erstaunt waren ihre Mutter nicht bei der Arbeit, sondern bei ihnen zu sehen. Es war schwer, sie für die Schule zu begeistern. Kurzerhand begleitete Cassandra sie und Suri empfing sie erfreut und begeistert. Cassandras Shona war inzwischen etwas eingerostet aber ihre Kinder sprangen in die Presche. Auch hier hatte Ajani ganze Arbeit geleistet und den Beiden seine Muttersprache beigebracht. Den Nachmittag verbrachten die Zwei bei Agatha, William und Cassandra. Auch wenn sie ihre Kinder gern weiter bei sich gehabt hätte, schickte Agatha die Zwei zurück ins Dorf.<br />
Ajani wusste nun auch, dass Cassandra hier war, denn die Kinder konnten ihm gar nicht schnell genug davon berichten. Allerdings kamen jetzt auch die Fragen auf, warum sie alle vier nicht zusammenwohnen würden und Ajani musste ihnen auf kindliche Art und Weise, reinen Wein einschenken.<br />
„Mama und ich haben uns etwas gestritten.“ begann er ihnen zu erklären.<br />
„Das ist genauso, wenn ihr jeder in eure Zimmer geht.“<br />
So verstanden die Kinder wenigstens ein wenig die Situation und fanden sich damit ab. Abends bei Oma Kamee und Ajani und tagsüber verbrachten sie ihre Zeit in der Schule und bei Opa William, Oma Agatha und Cassandra.<br />
Cassandra kam noch mehr ins Zweifeln als sie am nächsten Abend etwas eher zum Wasserfall kam und die fremde Frau, zusammen mit Ajani und ihren Kindern herumtoben sah.<br />
Die Frau nahm ihre Kinder an die Hand und ließ nach einer Umarmung, Ajani wieder alleine zurück.<br />
Fast zehn Minuten saß sie wieder im Gebüsch und beobachtete Ajani, wie er in die Leere starrte.<br />
„Willst du jetzt jeden Abend in den Büschen hocken?“ sprach Ajani sie an und kurzzeitig dachte Cassandra über Flucht nach. Ertappt kam sie näher und setzte sich neben ihn.<br />
Cassandra war schon wieder den Tränen nah.<br />
„Entschuldige bitte. Ich weiß erst jetzt was für ein furchtbarer Mensch ich bin. Kannst du mir je verzeihen?“<br />
Es war die schlimmste Strafe von allen. Ajani schwieg.<br />
„Ich habe dir so viel Schlimmes angetan. Aus Eifersucht habe ich dir deinen Job weggenommen, weil ich Angst hatte, dass du besser bist als ich. Rede mit mir! Was kann ich tun, um das wieder gut zu machen?“<br />
Cassandra klang verzweifelt und begriff erst Ajanis Fingerzeig nicht. Seine Hand zeigte ausgestreckt auf einen Punkt, von dem sie früher in die Tiefe gesprungen waren. Cassandra blickte ihn entsetzt an. Sie waren doch keine Kinder mehr. Sie waren alt. Dennoch traute sie sich nicht, ihm zu widersprechen. Sie rang einen langen Moment mit sich, bevor sie sich vorsichtig umschauend, entkleidete. Das steife England hatte in den wenigen Jahren eine eigenartige Prüderie in ihr etabliert. Nicht prüde genug, um auf einer Party einen Fremden zu beglücken, mochte manch einer denken aber Cassandra überwand sich.<br />
Seit langem sah Ajani seine Frau mal wieder völlig nackt neben sich stehen. Für ihn war sie immer noch die schönste Frau der Welt aber das flickte kein gebrochenes Herz.<br />
Cassandra kreischte auf als sie sich in das Wasser gleiten ließ. Langsam schwamm sie zum anderen Ufer, wo der Aufstieg auf den Felsen am besten war.<br />
Ajani sah wie ihr weiß leuchtender Hintern den Felsen erklomm. Der Mond hüllte ihren Körper in ein weiches Licht. Ihre Brüste formten ein anregendes Bild ihrer Silhouette. Ober auf dem Felsen fiel das Licht zwischen ihren Beinen hindurch und auch ihre hinteren Rundungen sahen äußerst anregend aus.<br />
Cassandra zögerte als sie nach unten schaute. Sie war jetzt eine vierzigjährige Frau und sollte sich 10 Meter in die Tiefe stürzen. Ein Blick zu Ajani machte ihr unumwunden klar, dass sie, um ihre Ehe zu retten, genau das tun musste.<br />
Cassandra ging in sich schloss die Augen und………………sprang.<br />
Früher war das einfacher gewesen. Ihre Fußsohlen kribbelten und als sie auftauchte und erwartungsvoll zu ihrem Mann schaute, stand dieser gerade auf und ging.<br />
Hatte sie wirklich erwartet, dass ein Sprung ihre Ehe retten würde? Cassandra kam aus dem Wasser zog sich an und ging entmutigt zurück zur Farm.<br />
Agatha sah Cassandras hängenden Kopf und nahm sie in ihre Arme.<br />
„Gib ihm Zeit und gib nicht auf.“ Mit einem leichten Nicken stimmte sie ihr zu, auch wenn ihr gerade schon wieder zum Heulen zumute war.<br />
Cassandra lag lange wach. Wer war nur diese Frau, schoss es ihr nun immer wieder durch den Kopf. Sie umarmte ihren Mann einfach so und war nackt dabei und ihre Kinder kannten sie auch schon. Nach Ajanis Reaktion am ersten Abend zu urteilen, ließ sie ihn auch nicht ganz kalt.<br />
Am nächsten Tag sprach Cassandra ihre Beiden auf die Frau an, die gestern Abend mit Papa und ihnen baden war.<br />
Sie war die Frau von Ajanis Bruder. Sie war schon einmal der Grund für Cassandras Krise als sie dachte er würde mit ihr… Damals war es aber Ajanis Bruder, den sie verkannt hatte und heulend davongelaufen war.<br />
Sie war also keine Gefahr, was Cassandra neuen Auftrieb gab.<br />
Ohne Umschweife setzte sie sich neben ihren Mann. Dieses Mal schaute er sie wenigstens schon an und nickte zur Begrüßung. Cassandra war kurz vorm durchdrehen, denn als sie seine Hand ergriff, zog er sie zurück.<br />
Schweigend zeigte er wieder nach oben an den Punkt, wo sich das Wasser in die Tiefe stürzte. Cassandra war wieder zum Heulen zu Mute. Seine Ablehnung tat ihr weh aber sie tat wie ihr geheißen.<br />
Langsam zog sie sich aus und schritt dieses Mal ruhig und bedächtig, immer weiter ins Wasser. Ajani sah wie ihre Knöchel, ihre Knie und schon ihre Scham vom Wasser umspült wurden. Ein kleiner Strudel bildete sich zwischen ihren Schenkeln. Leicht hüllte das kühle Nass ihre Lippen ein. Diese Bild ließ Ajani schlucken. Diese Frau war, auch wenn sie das unbewusst tat, das erotischste Wesen, dass er kannte und er liebte sie mit seinem ganzen Herzen. Cassandra tauchte in das kühle Nass und schwamm, wie schon tags zuvor, dem anderen Ufer entgegen. Zwei wunderschöne Berge tauchten immer wieder aus dem Wasser auf. Zug um Zug reckte sich ihr Po aus dem Wasser. Ajani beobachtete jede ihrer Bewegungen. Er konnte kein Auge von ihr lassen.<br />
Cassandra verließ am anderen Ufer das Wasser und Ajani sah die kleinen Rinnsale, die ihren Körper entlangliefen. Kraftvoll dehnten sich ihre Muskeln als sie den Felsen erklomm. Sie stand oben und schaute auch heute zu Ajani herunter. Er blickte zu ihr auf als sie Schwung holte und absprang. Ihre Brüste wippten so herrlich wie Ajani es mochte. Er saß noch immer da als sie auftauchte und glücklich auf ihn zu schwamm.<br />
Cassandra streckte ihm ihre Hand entgegen und strahlte übers ganze Gesicht. „Komm schon!“ rief sie ihm zu als sie sich auf den Rücken legte und sich treiben ließ.<br />
In Ajani brach ein Gewitter herein. Blitze jagten durch seinen Körper. Diese Frau hatte ihn für einen Moment an das unbeschwerte, freche Mädchen von früher erinnert. Die Linien ihres Körpers wirkten so anmutig. Die kleine Kimme zwischen ihren Beinen bildete eine Linie durch das Tal ihrer weichen lustversprechenden Berge, bis hin zu der süßen Nase, die die Mitte ihres wunderschönen Antlitzes bildete.<br />
Ajani sprang auf. Er konnte noch nicht, auch wenn sich seine Hose so gewaltig ausbeulte, dass es ihn fast schmerzte.<br />
Cassandra war wieder allein, doch heute verfiel sie nicht in Trauer, sondern genoss den Augenblick. Ausgelassen wandte sie sich im Wasser, schwamm ein Stück und tauchte wieder auf den Grund. Lebensfreude erfüllte ihren vom Schmerz gebeutelten Körper.<br />
Ajani hatte das Weite gesucht aber war noch einmal stehen geblieben und schaute zurück. Warum quälten sie sich nur so? Eine Träne des Glücks rann über seine Wange.<br />
Ajani musste nicht mehr zeigen. Cassandra lachte, während sie ihre Sachen auszog und achtlos beiseite warf. Flüchtig nahm er ihre ausgestreckte Hand, bevor sie eintauchte, den Fels erklomm und Augenblicke später oberhalb des Wasserfalls auftauchte.<br />
Sie stand dort oben mit weit ausgestreckten Armen, wie die Herrin der Welt und doch lag sie ihm so weit oben zu Füßen. Keine Angst, kein Überlegen, sondern einfach nur Lebenslust brachten sie heute zum Springen.<br />
Cassandra tauchte auf und…… und Ajani war erneut verschwunden. Für einen Moment hatte Cassandra Angst ihn nie wieder für sich gewinnen zu können als sie plötzlich seine Hände an ihren Beinen spürte die langsam nach oben glitten. Becken, Hüfte Taille, Brüste, Hals. Ajani hörte erst auf als er ihr Gesicht in den Händen hielt. Noch einmal blickte Ajani sie ernst an.<br />
„Wenn du das noch einmal machst verfüttere ich dich an die Löwen.“ Cassandra wusste, dass er das absolut ernst meinte. Ihr freudiges „OK“ war dann schon eigentlich nicht mehr ganz zu hören, denn seine Lippen pressten sich auf ihre.<br />
Der Kuss war heißer als alle anderen zuvor. Sie spürte seine Finger überall und er spürte ihre. Das afrikanische Leben klopfte schon hart an und lang Cassandras Bauch. Sie schlang ihre Arme um seinen Hals, hob ihr Becken und mit einem begeisterten „JA“, schwang ihrer beider Erlösung über das Wasser. Nicht einmal, das herabstürzende Wasser konnte den Schrei ihrer Erleichterung verschlucken.<br />
Ajani trug seine zitternde Cassandra zum Ufer und legte sie ins weiche Gras. In ihren Augen glänzten Tränen des Glücks und sie schlang ihre Arme um Ajani und wollte ihn nie mehr loslassen. Er hätte ihr auch keinen Moment länger böse sein können. Es war nicht, dass sie ihn betrogen hatte. Nein, es war ihre Gleichgültigkeit gegenüber seinen Gefühlen und denen ihrer Familie.<br />
Doch nun war sie zurück. Cassandra setzte sich auf seinen Schoß und überhäufte ihn mit tausend Küssen. Wie hatte er ihre weichen Lustberge in seinen Händen vermisst. Genießerisch knetete er dieses wundervolle Fleisch und zwirbelte die kleinen Krönchen auf ihrer Spitze. Cassandras Becken tobte immer wilder auf seinem Stamm und er hielt sie als sie sich hechelnd vor Lust nach hinten beugte. Ihre herrlichen Brüste prangten vor Ajanis Augen und mit jedem Stoß hüpften sie weiter auf und ab. Er konnte sich kaum satt sehen an dieser Frau, die gerade sein Lebenselixier empfing und sich laut stöhnend in seinen Schultern verkrallte.<br />
Cassandra fiel eine Last von den Schultern und die Anspannung der letzten Woche fiel mit einem Mal ab. Erschöpft sank sie auf Ajani nieder und blieb fast regungslos liegen. Ihr Kopf lag auf seiner Brust und sie hörte sein Herz schlagen. Sie wusste das dieses Herz nur für sie schlug und sie würde ihm nie mehr weh tun.<br />
Langsam holte sie die Müdigkeit ein. Nach einem kurzen Bad und einigen Streicheleinheiten, machten sie sich auf den Weg zum Dorf.<br />
Ajani hatte Unterschlupf bei seiner Mutter Kamee gefunden, obwohl die Hütte jetzt eigentlich seinem Bruder Kojo und seiner Frau gehörte.<br />
Die Hütte war klein und Ajani nahm Cassandra fest in seine Arme als sie sich inmitten der Anderen niederlegten. Im Dunkel waren gerade einmal die Silhouetten zu erkennen.<br />
Cassandra wachte auf, blinzelte und schlug ganz langsam die Augen auf. Sie schaute in das Antlitz von Ruva, was Blume auf Shona hieß. Der Name wurde dieser Frau wirklich gerecht. Eigentlich passte Ruva Rakanaka noch besser, denn sie war eine wirklich „schöne Blume“. Ruva hatte eine süße kleine Stupsnase und auch sonst ein zartes, wundervolles Gesicht. Cassandras Blick wanderte weiter über ihren lieblichen Körper.<br />
Trotzdem die Frau vor ihr sogar ein paar Jahre älter war als sie, waren ihre Brüste schön fest. Sie waren nicht sonderlich groß und Cassandra schätzte, dass sie gerade mal ein B-Körbchen ausfüllen würde aber sie war richtig fasziniert von diesen schönen Früchten.<br />
Muskelpartien zuckten unter ihrem schönen schlanken Körper und sie blinzelte Cassandra freundlich aber irgendwie auch traurig an.<br />
Kojos riesige Hand lag über ihrer zarten Brust. Ajanis Bruder wirkte ein ganzes Stück bulliger als ihr eigener Mann, auch wenn er nicht viel größer war. Seine Statur wirkte doch etwas wuchtiger.<br />
Cassandra spürte wie sich hinter ihr etwas regte und Adjani der seine Hand um ihren Bauch gelegt hatte, zog sie wieder fest an sich heran. Endlich hatte er seine Cassandra zurück und sie schmiegt sich an seinen Körper. Die Angst, ihn fast verloren zu haben, spiegelte sich noch immer in ihrem Gesicht wider.<br />
Die Stille der sich beobachtenden Frauen, nahm ein jähes Ende als sich Alec auf seine Mom stürzte. Mittlerweile wunderten sich die Kinder nicht mehr, dass sie hier alle zusammen, fast nackt nebeneinander lagen. Bei Oma Kamee war das einfach so und sie waren alle eine große Familie.<br />
Ruva streichelt zärtlich über sein Haar als er sich zwischen die beiden Frauen legte. Ihr Gesicht wirkt in diesem Moment fast traurig.<br />
Die Kinder waren wach und schon kam Leben in die kleine Hütte und der Tag begann unaufhaltsam.<br />
Cassandra beobachtete sie ganz genau. Es war beklemmend ihr zuzusehen, wie sie den kleinen Kindern sehnsüchtig hinterher schaute. Man sah regelrecht wie ihr Herz, beim Lachen der Kinder litt.<br />
Cassandra sprach Ajani auf ihre Beobachtungen an.<br />
„Schon so lange versuchen die Beiden ein Kind zu bekommen. Während Kojo immer frustrierter wird, verzweifelt Ruva und fühlt sich schuldig.“ Ajani schaute seiner Frau ganz tief in die Augen. Er wusste nicht ob es gut wär, ihr die ganze Wahrheit zu erzählen.<br />
„Sie hat mich gebeten ihr ein Kind zu machen. Es wäre doch vom gleichen Blut, meinte sie.“<br />
Cassandra konnte das Ansinnen dieser schönen Frau aus tiefsten Herzen verstehen. Auch wenn sie hin und hergerissen war, war sie jetzt auch gespannt, was Ajani ihr geantwortet hatte.<br />
Cassandra wusste, dass er ihr noch nicht alles erzählt hatte und Ajani wusste, dass sie es ahnte.<br />
„Wir hatten Stress und ich sah ihre Verzweiflung,“ fuhr er fort „so habe ich ihr gesagt, wenn sich das mit uns Beiden nicht wieder einrenkt, werde ich es tun.“ Ajani schaute Cassandra an und wartete auf ihre Reaktion, doch sie blieb still.<br />
Nun fühlte Cassandra sich schuldig, obwohl sie das nicht müsste. Schuldig, Ajani zu früh wieder zurückgewonnen und damit Ruva Raknaka (schöne Blume) um das Gefühl Mutter zu sein, gebracht zu haben.<br />
Ihr Mann war stolz und es musste Ruva schon mächtig viel Überwindung gekostet haben, seinen Bruder um so etwas zu bitten. Das Kind, wenn es dann klappen würde, wäre von seinem Blut und würde den Verrat in ihren Augen nur halbieren, dennoch war der Gang zur Ajani sicher unheimlich schwer für sie gewesen.<br />
Der Moment, an dem Cassandra sah wie Ruva Ajani so stürmisch und dankbar umarmt hatte, war der Augenblick als er nachgab, ihr diesen Wunsch zu erfüllen.<br />
Und nun saß Ruva erneut im Dilemma und Ajani hatte sich mit Cassandra versöhnt und damit alle ihre Hoffnungen endgültig zunichte gemacht.<br />
Sie saß weinend am Ufer als gerade diese Frau, die ihr die letzte Hoffnung genommen hatte, sanft die Hand auf ihre Schulter legte.<br />
„Ajani hat mir alles erzählt.“ begann Cassandra. Ruva schaute sie entsetzt an. Sie könnte mit Kojo nie über solche Dinge reden und wenn er nur im Entferntesten davon erfahren würde, hätte Ruva in ihrem Dorf keine Zukunft mehr.<br />
Ruva lag in Cassandras Armen und weinte und sie hielt ihre Schwägerin als wären sie ewig alte Freundinnen.<br />
Cassandra war fast wie früher und ein verrückter Plan manifestierte sich plötzlich in ihrem Kopf. Doch sie würde dabei nicht ihre Ehe riskieren und so war Ajanis Meinung entscheidend.<br />
Cassandra und Ajani waren wieder in ihr Haus gezogen. Agatha und William hatten sich nicht überwinden können, es anderweitig zu nutzen. So hatte sich für die Beiden und ihre Kinder, ein Stück Eigenes bewahrt. Den Kindern war das aber recht egal. Großmutter Kamee verwöhnte sie und das Leben im Dorf war das reinste Abenteuer für sie. So schliefen sie lieber dort.<br />
Cassandra genoss die wiedergewonnene Zweisamkeit mit Ajani und tagsüber waren die Kinder ja bei ihnen oder in der Schule, wohin sie seltsamerweise gerne gingen. Selbst Marc, der eigentlich noch zu klein dafür war, saß inmitten der anderen Kinder und übte.<br />
„Ruva tut mir leid“ begann Cassandra zwei Tage nach ihrem Gespräch, ihren Plan in die Tat umzusetzen.<br />
„Willst du ihr nicht doch helfen? Ich hätte auch nichts dagegen.“ Cassandras Blick war aber nicht nur von Hilfsbereitschaft geprägt und Ajani hatte in den Jahren auch gelernt, zwischen den Zeilen zu lesen.<br />
„Ich würde nur gern dabei sein, wenn es geschieht.“ kam es leise und etwas kleinlaut über ihre Lippen.<br />
Ajani schaute ihr tief in die Augen. Diesen spitzbübischen, verschlagenen Blick kannte und liebte er. Es erinnerte ihn sofort an die Zugfahrt mit Clairice als sie ihn in ihr Liebesspiel mit einbezogen hatten.<br />
„Sie gefällt dir wohl?“ Seine direkte Art trieb ihr augenblicklich das Blut ins Gesicht. Leugnen hatte jetzt sicher keinen Zweck mehr, so wie sie innerlich glühte und offensichtlich auch nach außen hin strahlte.<br />
Cassandras Nicken und ihr ertapptes Strahlen bestätigten Ajani in seiner Vermutung.<br />
Auch er strahlte nun übers ganze Gesicht und Cassandra wurde etwas stutzig.<br />
„Sie gefällt dir auch?“ Cassandra war voll auf zufrieden als Ajani verlegen zu Boden schaute.<br />
„Sie ist aber die Frau meines Bruders.“ versuchte sich Ajani halbherzig zu rechtfertigen.<br />
Cassandra wusste aber auch, dass er Ruva in gewisser Weise zugesagt hatte als Cassandra noch nicht wieder da war.<br />
„Also abgemacht“ legte Cassandra einfach so fest „dann schaue ich mal, wie wir sie am besten vernaschen können.“<br />
Ajani fühlte sich zwar etwas überfahren aber er hatte seinem Wirbelwind sowieso nichts entgegenzusetzen und seine schöne Schwägerin reizte ihn so, dass er das auch gar nicht wollte.<br />
Cassandra hatte das Haus und ihr Schlafzimmer noch etwas auf Vordermann gebracht. Die Kinder schliefen lieber im Dorf. So würde sie ihrem Vorhaben nicht im Wege stehen.<br />
Auch Ruva war nervös. Kojo arbeitete mit zwei anderen Männern jedes zweite Wochenende in der nächsten Stadt. Der Weg dorthin war ein Fußmarsch von über 6 Stunden, weshalb sie auch dort übernachteten.<br />
Ruvas Wunsch nach einem Kind ließ sie alles Bedenken außer Acht lassen. Ajani war nicht nur der Bruder ihres Mannes, sondern auch ein ansehnlicher Bursche.<br />
Als sie ihn nach den Jahren wieder sah und so ein ansehnlicher gut gebauter Mann vor ihr stand reifte ihr Plan. Selbst sein Werkzeug hatte sie schon in Augenschein genommen als er neben ihnen in der Hütte übernachtete und seine Decke beiseite gerutscht war.<br />
Ruva flocht sich kleine Zöpfe. Perlen durften dabei auch nicht fehlen. Es war fast als bereite sie sich auf ihren Bräutigam vor. Sie wusch sich und suchte ihr schönstes Kleid heraus. Zum Glück hatte Cassandra, Kamee schon darauf vorbereitet, dass sie Ruva zu einem Mädelsabend eingeladen hatte und sie bei ihr übernachten würde.<br />
Und trotzdem schaute Kamee ihre Schwiegertochter prüfend an als sie die Hütte verließ.<br />
Cassandra hieß sie mit einem Kuss auf die Wange willkommen und führte sie an den Tisch, wo Ajani schon auf sie wartete.<br />
Cassandra hatte leichte Kost vorbereitet und Ruva probierte sogar von den ihr unbekannten Köstlichkeiten. Die Stimmung wurde langsam etwas lockerer und ihre Anspannung schwand.<br />
Nach einiger Zeit stand Cassandra auf, trat neben Ruva und ergriff ihre Hand.<br />
Sanft zog sie sie hinter sich her und Ruva folgte. Ihre Nervosität war schlagartig wieder da als sie fast ängstlich nach Ajani schaute. Sie streckte ihre Hand aus als sie merkte, dass auch er ihnen folgte.<br />
Cassandra öffnete die Schlafzimmertür. Ruvas Augen gingen über als sie das große weiche Bett, in der Mitte des Raumes sah.<br />
Sie hatte noch nicht viel von so herrschaftlichen Häusern gesehen aber diese Zimmer überstieg ihre kühnsten Träume. Dieses Schlafzimmer allein war schon so groß wie ihre gesamte Hütte. Bilder an der Wand und gar ein Kleiderschrank, kannte sie gar nicht.<br />
Vorsichtig strich sie über das weiche Bettzeug. Ruva konnte es immer noch nicht fassen. Cassandra gab ihr lachend, einen leichten Schubs, sodass sie in die weichen Kissen fiel.<br />
Die schöne Ruva lag auf dem Bett und schaute zu Cassandra und Ajani auf. So etwas Wundervolles und Weiches hatte sie noch nie gespürt und man sah, wie sich hineinkuschelte, dass sie es deutlich genoss.<br />
Links und rechts neben ihr, ließen sich Adjani und Cassandra nieder. Sie blickten sie so lieb und hingebungsvoll an. Ein leichtes Zittern erfasst dieses schöne Wesen. Ihr Mut hatte sie bereits wieder verlassen als Cassandra sich über sie beugte und sie einfach küsste.<br />
Ruva war verwirrt aber küsste Cassandra mit ihren sanften Lippen zurück. Sie hatte noch nie eine Frau geküsst und doch begaben sich ihre Lippen jetzt vorsichtig auf den Weg, um nach einer Wiederholung zu bitten. Erneut spürte sie die zarten warmen sinnlichen Lippen von Cassandra, die sie berührten und eine ungekannte Wärme breitete sich in ihrem Körper aus.<br />
Vorsichtig öffnete sie ihren Mund und gewährte Cassandras Zunge Einlass, die gleichzeitig so wundervoll angenehm mit ihrer Hand über ihre Wange strich.<br />
Ruva schwamm in ihren eigenen Gefühlen davon als sie nun auch Ajanis Finger auf ihrem Körper spürte, der mit einer Seelenruhe einen Knopf nach dem anderen von ihrem Kleid öffnete und sie damit fast in den Wahnsinn trieb.<br />
Was taten die Beiden nur mit ihr? Kojo könnte es nicht schnell genug gehen, Kleid aus, Hose runter und es war toll. Ja es war toll aber dieses Kribbeln, diese Vorfreude die sich so langsam in ihrem Körper aufbaute, war so ganz anders.<br />
Während sie sich in Cassandras Kuss verlor, streichelte Ajani über ihre erregte Brustwarze und umrundete zärtlich ihren gekräuselten Warzenhof. Das Kleid fiel zur Seite auseinander und präsentierte ihren wundervollen Körper in ganzer Pracht. Sanft schlossen sich Ajanis Lippen um die Erhebungen auf ihren Brüsten und sog sie heftig ein.<br />
Ruva jauchzte lustvoll auf. Überall auf ihrem Körper spürte sie Finger und Lippen, die sie zärtlich verwöhnten. Niemand hatte sie je so lange auf ihren Höhepunkt vorbereitet. Ruva öffnete verwundert ihre Augen als sie Cassandras Finger zwischen ihren schon feuchten Lippen spürte, die immer tiefer in ihr Paradies vordrangen.<br />
Ruva stöhnte laut auf und schaute Ajani dabei ungläubig an. Für ihn schien das so selbstverständlich zu sein aber Ruva kannte es nicht, ihren Höhepunkt so hinauszuzögern. Dennoch genoss sie die Flut ungewohnter Gefühle die über sie hereinbrach, ungemein.<br />
Cassandra spürte wie das zarte Geschöpf sich unter ihren Fingern, zunehmend auf den letzten Weg begab. Ajani verstand ihren Blick sofort und Ruva frohlockte als sie bemerkte, wie er sich zwischen ihren Beinen in Position brachte. Sie öffnete ihre Schere sogar noch etwas weiter und hoffte, dass er jetzt zustoßen und ihr ein Kind machen würde.<br />
Ajani aber drang bedächtig in sie ein. Er beobachtete sogar wie sich ihre Lippen von seiner Eichel teilen ließen und Ruva vor Begierde zerfloss. Sie wimmerte, bettelte und versuchte nun ihrerseits, das Ganze zu beschleunigen, um ihre Erlösung zu finden.<br />
Ruva wand sich unter ihm aber konnte Adjani nicht entkommen. Er hielt sie fest an ihren Hüften und bewegte sich immer nur ganz wenig, so dass er tief in ihrem Inneren anstieß. Immer wieder tippte er dabei gegen ihren Muttermund. Ruva erschauerte lustvoll bei diesen sanften Berührungen.<br />
Cassandras Finger die mit sanftem Kreisen, ihrem kleinen süßen Lustknubbel noch zusätzlich Freude bereiteten, brachten sie nun völlig um den Verstand.<br />
Warum quälten sie sie nur so? Nein sie quälten sie nicht. Sie schenkten ihr unbeschreibliche Wonnen, die sie so noch nie erlebt hatte.<br />
Ihr Herz blieb fast stehen und schlug nur noch im langsamen Takt, von Ajanis Stößen, bis es nicht mehr konnte. Ruvas weißen Zähne blitzten auf und entließen einen Schrei der Befreiung durch ihre Lippen.<br />
Ihr wunderschöner Körper bäumte sich auf, verspannte sich, reckte ihre Brüste nach oben, bis er zitternd und erschöpft zurück auf die Matratze sank. Jeder Schub den Adjani tief in sie hinein katapultierte, hatte bei der schönen Blume für einen Atemaussetzer gesorgt.<br />
Ruva spürte, ja sie wusste, dass es soeben geschehen war.<br />
Sie war so glücklich und wusste nicht, wie sie sich bei den Beiden bedanken konnte aber sie hatte nichts mehr dagegen Cassandras Kuss zu erwidern.<br />
Nun dachte sie war es geschehen und wollte sich erheben aber für Ajani und Cassandra war der Akt, schon lange kein Akt der Fortpflanzung mehr. Er war ein Zeichen der Liebe, der Zuneigung und dem Anderen Glückseligkeit bis zum Abwinken zu schenken und heute war es die Blume, die in den Genuss ihrer Zuneigung kommen sollte.<br />
Ruva schaute wie Cassandra sich neben sie legte, ihre Beine weit spreizte und Ajani sich mit einem lüsternen gierigen Gesichtsausdruck in ihrem Schoß versenkte.<br />
Sie sah wie seine Zunge über Cassandras kleine Pforte kreiste und tief zwischen ihre Schamlippen tauchte. Ein lustvolles Stöhnen hallte ihm und ihr freudig entgegen. Cassandras Hand hielt sich an ihr fest.<br />
Ruva war diese Art Lustgewinn fremd. Sie schaute Adjani und Cassandra verwundert an und ohne es selber zu merken, war sie dem Geschehen immer nähergekommen. Voller Begeisterung betrachtete sie das Wunder der Natur, welches auch sie ihr Eigen nannte.<br />
Adjani schaut zu ihr auf und sah ihren neugierigen Blick. Er rückte ein bisschen zur Seite und machte Ruva Platz. Vorsichtig, abwartend und mit ein bisschen Angst vor dem Ungewissen, strecke sie ihre Zunge raus und klaubte sich etwas Nektar von Cassandras Schamlippen.<br />
Ihre Zunge tauchte schnell tiefer und erfreute sich an Cassandras Lust. Ruva kniete vor Cassandra und tauchte ihren Kopf immer tiefer in deren Schoß.<br />
Ajani war verzückt von diesem herrlichen Anblick. Direkt vor seinem Auge boten sich zwei herrlich knackige Rundungen an.<br />
Ruva jauchzte verwundert auf als Ajani sich erneut in ihr versenkte. Sie hob ihren Kopf nach oben und schrie ihre Erregung, Cassandra entgegen. Zwei zärtlich weiche Hände umschlossen ihre Brüste und liebkosten sie, während Ajani enthusiastisch seinen schwarzen Lustprügel in ihr versenkte. Casandra war unter ihr etwas näher gerutscht und zog ihren Kopf zu einem atemlos machenden Kuss zu sich. Ihr Körper federte Ajanis Stößen entgegen und Ruva spürte wie sich die erneute Erfüllung, schon auf den Weg machte.<br />
Röchelnd kam Ajani ein zweites Mal in ihr, bevor auch Ruva nicht mehr an sich halten konnte und sich in ihren nächsten Höhepunkt ergab. Erschöpft und so unsagbar befriedigt sank sie in Cassandras Arme, die sie liebevoll umschlangen und sie hielten bis die letzten Wehen ihres Höhepunktes verklungen waren.<br />
Zwischen Cassandra und Ajani kam sie zur Ruhe und schlummerte ein wenig weg.<br />
Eine Decke war über sie gezogen als sie irgendwann erschrocken aufwachte. Die Sonne war noch nicht aufgegangen. Ruva fühlte sich zwischen den Beiden wohl aber sie musste gehen. Ihr Blick zu den Beiden, strahlte so viel Dankbarkeit aber auch ein wenig Verwunderung aus. Sie hatten ihr in dieser Nacht so viel gegeben. Viel mehr als sie erwartet hatte. Nun lagen diese beiden Menschen da und hielten sich liebevoll an der Hand. Die Zwei hatten eine Verbindung, wie sie es sich auch mit ihrem Mann wünschte aber sie wusste ganz genau, er verstand viele Dinge, die sie bewegten nicht.<br />
Langsam hüllte sie ihre Gazellenartigen Körper wieder in ihre Gewänder. Ajani und Cassandra waren aber trotzdem wach geworden und beobachteten sie dabei ganz genau.<br />
Mit einem liebevollen und dankbaren Nicken verabschiedete sie sich und ging ohne ein weiteres Wort.<br />
„Meinst du, dass ich ihr Traum erfüllt?“ fragte Cassandra Ajani und legte ihren Arm, zärtlich über seinen Oberkörper. Seine Hand griff unter das Kissen, auf dem Ruva geschlafen hatte und holte ein kleines Bündel hervor. Cassandra lächelte. Sie kannte dieses Bündel. Ajani hatte den Diamanten ausgepackt und er strahlte im Morgenlicht, genauso wie vor vielen Jahren als sie ihn fanden.<br />
„Ich glaube schon,“ antwortete er „unser Glücksbringer wird auch ihr viel Glück bringen.“<br />
„Wann hast du ihn wieder aus dem Versteck geholt?“ fragte Cassandra und strich ein wenig verlegen über Ajanis Brust.<br />
„An dem Tag als du in Afrika gelandet bist und dich für uns entschieden hast.“ Cassandra legte ihren Kopf an seine Schulter und ein leises „Entschuldige“ huschte über ihre Lippen.<br />
„Ich will auch noch ein bisschen Glück.“ flüsterte Cassandra mit einem verschmitzten Lächeln. Ihr Körper regte sich, schob die Decke beiseite und sich über Ajani.<br />
Sie liebten einander sich nicht wild und ausgelassen, sondern wie zwei Verliebte, die den Körper des anderen erforschten und versuchten eins miteinander zu werden.<br />
Sie verbrachten noch eine wundervolle Woche in Afrika bis Clarice panische Anrufe, sie zwangen ihren Urlaub zu beenden. Ja das Telefon hatte inzwischen auch diese Einöde erreicht. Es war Segen und Fluch zugleich.<br />
George hatte versucht zu helfen aber mehr Chaos angerichtet. Mit den neuen Strukturen war er nicht ganz zurechtgekommen.<br />
Cassandra und Ajani übernahmen wieder die Führung der Firma und in wenigen Tagen hatten sie George Chaos beseitigt und alles verlief wieder geordnet. Ruhe kehrte in die Firma ein, denn Adjani leitete jetzt als gleichberechtigter Partner die Geschicke der Firma.<br />
Genauso wie für Cassandra, hatte der Ausflug nach Afrika allerdings auch für die Kinder ein Nachspiel.<br />
Alec ging kaum zwei Wochen wieder zur Schule als Cassandra von ihrer Klassenlehrerin, zum Gespräch einbestellt wurde.<br />
„So geht das nicht!“ wetterte die sonst so angenehme junge Frau gleich los als Cassandra das Klassenzimmer betrat.<br />
„Ich weiß ja nicht, was bei Ihnen zu Hause los ist aber so geht das nicht!“ wiederholte sie.<br />
Cassandra schaute die zehn Jahre jüngere Frau an. Sie wusste doch gar nicht von was sie sprach und hakte deshalb erst einmal nach.<br />
„Alec hat erzählt, dass sie alle nackt miteinander geschlafen haben und alle in einem Zimmer. Das widerspricht allen moralischen Vorstellungen unserer Schule. Das geht wirklich nicht!“<br />
Dieser Satz schien es ihr angetan zu haben, denn sie hatte ihn nun zum dritten Mal widerholt.<br />
Cassandra brach in schallendes Gelächter aus. Die junge Frau war doch steifer als ein Rohrstock.<br />
„Junge Frau,“ erwiderte Cassandra und trat ganz dicht vor sie hin, dass sie fast ihren Atem spüren konnte. Normalerweise war sie die resolute aber Cassandras Aura jagte der jungen Frau plötzlich einen Anflug von Furcht ein.<br />
„Wieso denken Sie eigentlich, das Recht zu haben, uns verurteilen zu können?“ sprach sie die junge Lehrerin, scharf an.<br />
„Wir haben nichts Unsittliches gemacht und bei der Familie meines Mannes ist es halt Brauch, dass alle in einer Hütte zusammen schlafen. Und ja wir waren alle nackt.“<br />
Die junge Frau riss die Augen vor Entsetzen weit auf. Mit so viel Wahrheit und Cassandras direkter Art, konnte sie überhaupt nicht umgehen.<br />
„Was ist schon dabei?“ fuhr Cassandra mit gemäßigterem Ton fort „Andere Länder, andere Sitten! Davon haben sie doch sicher schon einmal gehört? Und ehe sie noch mehr Falsches denken. Ich habe mit meinem Mann unter einer Decke geschlafen und die Kinder bei ihrer Oma. Was ist daran verwerflich?“<br />
Cassandra checkte die junge Frau jetzt ganz offensichtlich ab, was diese aber noch viel nervöser werden ließ.<br />
„Sie sollten das vielleicht auch mal probieren. Alle Zwänge einer Kleiderordnung abzulegen. Luft und Liebe in der reinsten Form, in der Natur zu genießen ist das Größte und Schönste was es gibt und wir haben uns auch nackt unter einem Wasserfall geliebt und ja, jeder Andere hätte uns zusehen können aber dort wo wir waren, stört sich niemand daran. Dort laufen die anderen nicht als Moralapostel durch die Gegend, sondern freuen sich daran, dass sich zwei liebende Menschen gefunden haben.“<br />
Die junge Frau schaute jetzt total geschockt. Vor ihrem inneren Auge sah sie sicher gerade das Bild, wie sich Ajanis Liebe unter einem Wasserfall manifestierte. Der Gedanke zauberte ihr ein verzücktes Lächeln ins Gesicht. Sie kannte Ajani und zu Anfang hatte sie Angst vor dem schwarzen Mann gehabt, der so groß, kräftig, irgendwie bedrohlich und fremd wirkte aber als er dann lächelte und seine weißen Zähne hervorblitzten und sie sein liebevolles Wesen wahrnahm, änderte sich das.<br />
Die junge Frau hatte sich schon fast ein wenig in ihn verliebt und nun brannte das Bild von Cassandra und Ajani nackt unter einem Wasserfall in ihrem Hirn und sie spürte ganz deutlich, wie es sie erregte. Am liebsten hätte sie sich sofort die Kleider vom Leibe gerissen, um den Wind auf ihrer Haut zu spüren. Ihre Brustwarzen waren längst hart wie Kieselsteine und Cassandra lächelte sie an als könne sie ihre Gedanken lesen.<br />
„Verurteilen sie nichts, was sie nicht selber kennengelernt haben.“ sprach Cassandra, sie noch einmal leise an. Sie strich ihr fast mütterlich über den Arm, ging und ließ die verwirrte aber auch erotisch angetane Frau zurück. Es war als hätte Cassandra die harte Lehrerinnenschale geknackt und verborgene Sehnsucht und Schönheit zu Tage gefördert.<br />
Alec berichtete kindlich von der Verwandlung seiner Lehrerin. Sie trug ihre Haare plötzlich offen, trug kurze Röcke, luftige Blusen und wirkte manchmal recht verträumt.<br />
Die Firma lief gut aber Georges plötzlicher Tod hinterließ ein tiefes Loch. Die Trauer saß tief und die Stimmung war am Boden. Gut ein halbes Jahr war vergangen.<br />
Es wurde Zeit zu sich wieder zu finden, so wie es Cassandra ausdrückte. Es war Zeit für einen Besuch zu Hause.<br />
Allerdings waren sie dieses Mal in Begleitung. Ganz uneigennützig hatte Cassandra, Moreen die junge Lehrerin eingeladen, sie zu begleiten.<br />
Suri war auch in die Jahre gekommen und Cassandras Schule suchte nach einer Lehrerin. Sie hatte das Blitzen und die Neugier in Moreens Augen gesehen. Nun gut Cassandra hatte ihr auch ordentlich eingeheizt und ihr Afrika schmackhaft gemacht. Die Monate seit ihrem Gespräch schürten ihr Verlangen nur noch mehr und so brauchte es keiner Überredungskunst und Moreen stimmte zu, sie einige Wochen zu begleiten.<br />
Suri war bereits über 60 und doppelt so alt wie Moreen aber die Beiden verstanden sich von Anfang an. Die junge Lehrerin war begeistert von dem, was Cassandra und vor allem Suri hier auf die Beine gestellt hatten.<br />
Moreen schaute, wie damals Cassandra als Kind. Alles um sie herum war Neu und Aufregend. Sicher wirkten die vielen schwarzen Menschen etwas einschüchternd auf sie aber sie kannte Ajani, Cassandra und nun auch Suri, weshalb sie sogleich von Allen freundlich empfangen wurde.<br />
Nach dem Abendessen bei den Connelys nahm Cassandra ihre Hand.<br />
„Komm, jetzt wartet ein Abenteuer auf dich!“ Ajani grinste als seine Frau diese Worte aussprach, denn er wusste, was jetzt kommen würde.<br />
Die Kinder hatten sich gleich nach dem Abendessen, auf ins Dorf gemacht.<br />
Zwischen Cassandra und Ajani eingerahmt, verließen sie die Farm. Der Trampelpfad zwischen den Bäumen hindurch war ausgetreten und wurde viel genutzt. Moreens Aufregung stieg von Minute zu Minute. Sie hörte ein verdächtiges Rauschen, welches sie aber nicht einordnen konnte. Das Rauschen wurde lauter und so langsam schwante ihr etwas. Ihre Hand krampfte nervös zusammen und jeder Schritt kam ihr plötzlich wie eine Last vor.<br />
Augenblicke später war sie jedoch erst einmal von der Schönheit dieses Naturschauspiels abgelenkt. Das zerstiebende Wasser funkelte in den letzten Sonnenstrahlen der untergehenden Sonne. 10 Meter wirkten von hier unten ganz schön hoch und Moreen konnte sich nicht vorstellen, dass da jemand freiwillig herunterspringen würde.<br />
So wie sie dieses traumhafte Fleckchen Erde noch bewunderte, hatte Cassandra sich ihr Kleid schon ausgezogen und ihren BH und ihren Slip ebenso. Moreen hörte nur noch das Jauchzen und ein lautes Platschen als Cassandra ins Wasser tauchte. Mit verstohlenem Blick folge sie Ajanis nacktem schwarzen Hintern der ihr folgte. Einen kurzen Augenblick hatte sie diese riesige wippende Stange gesehen, bevor auch er im Wasser verschwand.<br />
„Komm schon. Trau dich was!“ rief Cassandra Moreen zu, die völlig verschüchtert die Hände vor ihrer Brust verschränkt hielt, als wäre sie schon nackt und müsse sich bedecken.<br />
Verdeckt von einem Busch ließ sie ihr Kleid zu Boden fallen als plötzlich eine schwangere schwarze Frau neben ihr auftauchte und sie mit strahlenden Augen musterte und sich ohne Scham entkleidete. Moreen schaute sie erstaunt an. Sie war wirklich wunderschön und strahlte so etwas Erhabenes aus. Die junge Frau schaute ihr noch hinterher als sie mit wippenden Brüsten zum Ufer lief und sich in das kühle Nass stürzte.<br />
Sie beobachtete wie die Frau von Cassandra umarmt wurde und auch der nackte Ajani keine Berührungsängste mit ihr zu haben schien.<br />
Ein kurzer Blick zum Ufer zeigte ihr, dass sie sich gerade über sie unterhielten. Für Moreen war es verwunderlich, dass nun gerade diese Frau, so nackt wie sie war, auf sie zuschritt und ihr die Hand entgegenstreckte.<br />
Moreen hielt sich verschämt die Hände vor Brust und Scham. Doch diese Frau strahlte so viel Vertrauen aus. Sie reichte ihr die Hand und es war ihr egal, dass sie ihre nackte leuchtend weiße Brust sah. Das Lächeln dieser Frau, wischte alle Zweifel mit einem Male weg. An ihrer Hand folgte sie ihr ins Wasser, dass so klar, frisch und so lebendig war.<br />
Moreen kam wieder zu sich aber Ajani und Cassandra waren verschwunden. Sie war wirklich ein kleiner Schisser und schaute sich so gleich panisch um. Die Frau neben ihr zeigte aber bloß nach oben. Dort tauchten Ajani und Cassandra auf.<br />
Jetzt nahm sie wirklich richtig wahr, dass sie alle nackt waren. Moreen konnte ihren Blick nicht mehr von Ajanis Schwanz wenden. Sehr viel Erfahrungen mit Männern hatte sie nun nicht gerade aber, dass der Mann da oben ein Prachtexemplar besaß, war selbst ihr klar.<br />
Moreen wurde jäh ins Hier und Jetzt zurückgerissen als Cassandra laut jubelnd sprang und neben ihr ins Wasser tauchte. Sie schaute noch wie ihr blonder Schopf neben ihr wieder aus dem Wasser auftauchte als sie schon die nächste Wasserfontäne traf. Gut 5 Meter vor ihr war Ajani eingetaucht.<br />
Was sie aber nicht erwartet hatte und was ihr fast den Atem raubte war, dass er unheimlich dicht vor ihr auftauchte. Ihre Körper berührten sich. Moreen spürte wie sein Körper ihre Brüste berührten und sein Phallus ihren Bauch streifte. Moreens Körpertemperatur stieg schlagartig an, obwohl er sie nicht anfasste und gleich etwas Abstand zwischen sie und sich brachte.<br />
Cassandra umarmte sie von hinten. „Na, das ist etwas anderes als in England?“ Ihre Frage war rein rhetorisch, denn sie wusste, dass Moreen erst im Begriff war, das Wort „Leben“ zu begreifen.<br />
Leben floss durch ihren Körper als Cassandra ihre, durch das frische Wasser, harte Brustwarze leicht zusammenkniff, um gleich danach dieses weiche Fleisch herum, zärtlich zu massieren. Moreen spürte gleichzeitig etwas Hartes an ihren Schoß stoßen. Willig schlang sie ihre Beine um seine Hüften und schrie lustvoll auf als sie ihn so tief in sich zog, dass sie glaubte sie würde ihn schon in ihrer Magengrube spüren.<br />
Noch einmal jagte dieses riesige Lustinstrument tief in ihren Leib. Moreen jauchzte verzückt auf. Cassandras Lippen an ihrem Hals, ihre magischen Hände an ihren Brüsten und dieses wundervolle „Aaaahhhh“ Instrument, dass unaufhörlich in sie hämmerte und ihr die unglaublichsten Gefühle bescherte und sie im Wasser schweben ließ.<br />
Moreen schrie ihren Höhepunkt gegen den Wasserfall.<br />
„Na Alles gut bei dir?“ hörte Moreen noch wie in Trance Cassandras Stimme. Sie sah sie am Ufer sitzen. Die schöne Schwangere saß direkt neben ihr und auch Ajani schaute von dort zu ihr herüber.<br />
Moreens Traum war so real, so lebensecht, dass sie sich für ihren Ausbruch schämte. Noch immer steckten die Finger ihrer rechten Hand tief in ihrem Schoß. Sie hatte sich noch nie so gehen lassen. Es war der erste Abend und sie…? Was würde in den nächsten 3 Wochen noch alles mit ihr geschehen? Was machte dieses Land, was machten Ajani und Cassandra nur mit ihr?<br />
Cassandra stand auf als Moreen aus dem Wasser trat.<br />
„Du sahst richtig süß aus!“ sprach sie die junge Lehrerin an und hauchte der Überraschten, einen echten Kuss auf die Lippen. Zum Glück, dass es dunkel war, sonst hätte jeder ihre gesunde Gesichtsfarbe gesehen und gewusst, was gerade in ihr vor ging.<br />
Sie stand nackt vor 3 fremden Menschen und es störte sie nicht mehr. Moreen fühlte sich wohl. Sie fühlte sich so frei wie noch nie.<br />
Sie saßen noch eine ganze Weile nur da. Cassandra unterhielt sich mit Ruva und freute sich mit ihr. Ajani hatte Moreen einige Worte übersetzt und erklärt, dass Ruva die Frau seines Bruders war.<br />
Ruva hatte Marie und Alec bei Kamee gesehen und war zum Wasserfall geeilt. Sie wusste, sie würden hier sein und sie wollte ihnen zeigen, dass diese wundervolle Nacht mit Ajani und Cassandra Früchte getragen hatte. Stolz hatte sie Cassandra ihren Bauch präsentiert und ihre zarten Hände und ihr zufriedenes, glückliches Lächeln gesehen.<br />
Sie zogen sich wieder an, wobei Cassandra ihren BH in ihre Tasche steckte. In ihrer Heimat brauchte sie das nicht. Hier herrschten keine Konventionen und sie lebte ihr eigenes Stück Freiheit.<br />
Für Moreen war diese so eindrucksvolle Frau ein Vorbild und so entschied auch sie sich, es ihr gleich zu tun. Es fühlte sich so ungewöhnlich frei an. Ihre Brüste schwangen unter dem luftigen Sommerkleid und sie war selber erstaunt, wie schnell sie sich daran gewöhnte und Gefallen daran fand.<br />
Ein Schrei hallte durch die Abenddämmerung und ließ Moreen zusammenschrecken.<br />
Ajani fasste sie am Arm und deutete ihr, mit dem Finger vor dem Mund an, leise zu sein. Sanft zog er sie hinter sich her. Sie versteckten sich hinter einem Felsen und er zeigte in Richtung dreier Bäume. Moreen schaute gespannt, woher das Geräusch kam. Sie sah wie sich zwei Geparden paarten. So wild und animalisch wie sie übereinander herfielen, brodelte es schon wieder in Moreens Innerem. Das Adrenalin schoss durch ihren ganzen Körper.<br />
Ajani zog sie wieder weg. Die Aufmerksamkeit dieser wilden Tiere zu erregen, war keine gute Idee. Ihr Herz pochte noch immer aufgeregt als sie zu den anderen stießen.<br />
Sie begleiteten Ruva noch ein Stück bis zum Dorf und bogen dann Richtung Farm ab. Insgeheim hatte Moreen schon gehofft, sie würde heute in einer Hütte mit den anderen übernachten aber Cassandra wollte sie nicht gleich am ersten Abend überfordern.<br />
Der Abendspaziergang war trotzdem ein Erlebnis. Die Luft fühlte sich hier so rein und der Himmel so weit an. Allerdings war Moreen von den geheimnisvollen Geräuschen etwas verängstigt. Ihre Finger hatte unbewusst Cassandras Hand gesucht und drückten diese nun ganz fest, bei jedem nur so geringen Geräusch.<br />
Sie waren zurück in ihrem Haus und Moreen wollte Cassandra gar nicht mehr loslassen, denn auch bis hier hörte man die Löwen, Hyänen und die anderen Tiere der Wildnis. Moreen war durchaus klar, dass diese hier nicht hinter Gittern, wie im Zoo waren und ihr ängstliches Zittern übertrug sich auch auf Cassandras Hand.<br />
Die junge Frau konnte selber gar nicht glauben, was ihr da über die Lippen kam als sie fragte: „Kann ich heute Nacht bei euch schlafen?“<br />
Ajani und Cassandra brauchten nur einen Blick um sich zu verständigen. Sie folgte Cassandra einfach ins Schlafzimmer. Moreen wurde immer nervöser als Cassandra nicht einmal das Licht anmachte und sie ihre Finger am Reißverschluss ihres Kleides spürte. Behutsam streifte sie der jungen Frau den Stoff von den Schultern. Fast gleichzeitig hörte sie wie auch Cassandras Kleid raschelnd zu Boden fiel.<br />
Heißer Atem streifte ihren Rücken und sie spürte, wie sich jemand hinter ihr hinkauerte und in den Gummizug ihres Slips griff. Ganz langsam spürte sie wie der Stoff sich von ihrem Körper entfernte. Schon lange zitterte Moreen nicht mehr, weil sie Angst vor den Geräuschen hatte, sondern vor purer Erregung.<br />
Sanft drängte Cassandra sie aufs Bett und legte sich daneben. Moreen spürte ihren Atem auf ihrem Gesichte und wie sich die nackte Haut ihrer Brüste berührten. Erst jetzt als Ajani eine Decke über sie alle warf, gewahrte Moreen, dass er ja auch noch da war. Er hatte sich allerdings hinter Cassandra gelegt und überließ sie ihrer Fantasie.<br />
Nichts passierte und dennoch fühlte sich Moreen so gut wie nie als sie in einen feuchten romantischen Traum verfiel.<br />
Es war Morgen als sie durch einen rhythmischen heißen Atem aufwachte, der immer wieder ihren Hals streifte. Sie hatte sich in der Nacht gedreht und unbewusst an Cassandra herangeschoben. Sie spürte Cassandras Brüste die an ihren Rücken tippten.<br />
Das Keuchen hinter ihr und die gleichmäßigen Bewegungen ließen kein Zweifel offen. Ajani gebrauchte seine morgendliche Standhaftigkeit und beglückte seine Frau. Moreen fühlte seine kräftige Hand die Cassandras Brust gefühlvoll knetete und dabei auch immer wieder ihren Rücken streifte.<br />
Sie musste sich zwingen, sich weiter schlafend zu stellen. Die Zwei hätten ihr Liebesspiel sicher sofort eingestellt und das wollte sie auf keinen Fall. Zu erregend und aufregend war diese unglaubliche Situation.<br />
Moreen spürte die Schwingungen seiner Stöße und Cassandras unterdrücktes Stöhnen, klang wie ein erotisches Lied in ihrem Ohr.<br />
Sie hatte eine Hand zwischen ihre eigenen Beine geschoben und war erstaunt wie feucht es in ihrem Schoß schon war. Ohne Widerstand glitten ihre Finger zwischen ihre feuchten Lippen und nahmen den Rhythmus der beiden hinter sich auf.<br />
Cassandra hielt sich schon eine Hand vor ihren Mund, um nicht noch lauter zu werden. Allerdings sah sie in einem Moment, in dem sie ihre Augen kurz geöffnet hatte, dass sich die Decke vor ihr bewegte und Moreen auch schon wach war.<br />
Cassandra war schon viel zu aufgewühlt, griff einfach um sie und zog Moreen dicht an sich heran. Ungefiltert hallten Cassandras wollüstige Laute jetzt an ihr Ohr. Jeder Stoß zog nun auch wie ein Beben durch Moreens aufgeheizten Körper. Ihre Finger wurden zunehmend agiler und brachten sie genau wie Cassandra auf den Endspurt.<br />
Fast gemeinsam erlebten die beiden Frauen dieses wundervoll erfüllende Gefühl. Ein sanfter Kuss bedeckte ihre Schulter.<br />
Moreen wunderte sich über sich selbst. Seit sie hier war, ließ sie sich fallen und sie genoss das Leben in vollen Zügen.<br />
Sie kleideten sich an und schon war Leben im Haus als die Kinder einfielen.<br />
Ajani wirkte etwas besorgt und wollte gleich ins Dorf als die Kinder erzählten, dass Kamee gesundheitlich angeschlagen war.<br />
Während Ajani ins Dorf eilte, die Kinder in der Schule waren, gönnten sich Moreen und Cassandra einen Ausritt. William hatte die Pferdezucht weitestgehend eingestellt und sich mehr auf die Landwirtschaft orientiert aber dennoch gab es einige Tiere, die nur dem Zeitvertreib dienten.<br />
Cassandra begrüßte Simba freundlich. Auch er war, wie Agatha und William in die Jahre gekommen und graue Haare dominierten sein Aussehen. Er wirkte nun wie ein gesetzter älterer Herr. Allerdings brauchte er beim satteln der Pferde noch keine Hilfe von dem stattlichen jungen Stallburschen.<br />
Die beiden Frauen sahen ihn nur als er gerade die letzten Pferdeboxen mistete. Er selber widmete sich mit Hingabe seiner Aufgabe. Cassandra hatte ein Déjà-vu. Sie wusste nur nicht, an wen er sie erinnerte.<br />
Vorsichtig führte Cassandra das Gespräch auf die Schule und Suri die inzwischen doch recht betagt war und sicher Hilfe gebrauchen konnte. Inzwischen ahnte Moreen, was der eigentliche Grund von Cassandras Einladung war. Doch sie war ihr nicht böse. Sie war erst einen Tag hier und hatte mehr erlebt als ihr ganzes Leben davor. Vielleicht war es Cassandra aber vielleicht war es auch sie selber, die sich zwang über ihren eigenen Schatten zu springen.<br />
Als sie am späten Vormittag zurückkamen, konnte es Moreen kaum erwarten und besuchte die Schule. Wie eine gewöhnliche Schülerin setzte sie sich zu den Kindern. Alec und Marie hatten gegenüber Moreen einen wesentlichen Vorteil. Sie verstanden Shona, die Sprache der Einheimischen. So konnten sie sich mit den anderen Kindern und auch Suri verständigen. Moreen war von der Begeisterung der Kinder angetan, die mit doch recht begrenzten Mitteln lernten.<br />
Die junge Frau machte einen Abstecher ins Dorf und lernte mit Cassandras Hilfe und der Hilfe, der Kinder die Bewohner kennen. Die einfache Lebensweise faszinierte die junge Frau, obwohl hier niemand unbekleidet herumlief, wie sie es sich in ihren verrücktesten Träumen vorgestellt hatte.<br />
Vier Tage war sie nun schon hier und auch sie gewann dem abendlichen Bad im Fluss so Einiges ab. Inzwischen hatte Moreen ihre Zurückhaltung abzulegen. Auch als einmal ein älteres Pärchen aus dem Dorf dazu kam, war das für Moreen kein Problem mehr.<br />
Heute jedoch waren die Drei wieder allein. Sie juxten und alberten herum und Moreen bewunderte Ajanis ansehnlichen Körper. Ein wenig wehmütig war sie schon, denn sie kam trotz wundervoller Berührungen seinerseits, nicht in den Genuss seines Schwanzes, von dem sie nachts schon träumte.<br />
Seit sie hier war und die erotisch aufgeheizte Stimmung spürte, lief ihre Libido Amok. Kaum ein Tag verging an dem sie sich nicht selber befriedigte, etwas dass sie in England nie in Betracht gezogen hätte.<br />
Nach der ersten Nacht, war sie in ihr eigenes Zimmer gezogen und respektierte Ajanis und Cassandras Privatsphäre. Die lustvollen Laute aus dem Nebenzimmer verstärkten ihren Wunsch aber bloß noch mehr und sie sehnte sich insgeheim, an Cassandras Stelle zu sein.<br />
Auch heute drangen merkwürdige Laute durch den Wald als sie auf dem Rückweg waren und ließen Moreen aufgeschreckt hinhören. Die Geräusche klangen aber dieses Mal weniger bedrohlich als lustvoll und anregend.<br />
Die kleine Lichtung, abseits des Weges offenbarten die Quelle der Geräuschkulisse.<br />
Die junge Lehrerin riss die Augen weit auf. Ein junger Mann von Ajanis Statur nahm gerade eine kleine, rundliche, junge Frau. So gewaltige Brüste hatte Moreen in ihrem Leben noch nicht gesehen und die schwappten von seinen schnellen, heftigen Stößen. Es sah wie Wildwasser in einem Planschbecken aus und trotzdem machte er seine Arbeit gut, denn sie stöhnte ihren Orgasmus laut gegen den Baum, an dem sie sich gerade noch so festhalten konnte.<br />
Sie ließ sich erschöpft in die Gräser fallen und als er sich erneut zwischen ihren Beinen niederließ, erkannte ihn Moreen. Es war der junge Stallbursche, der Simba beim Satteln der Pferde geholfen hatte.<br />
Obwohl etwas pummelig, hatte das junge Mädchen ein wunderschönes Gesicht. Vor Lust verzerrt schnauften sie gen Himmel, denn er gab ihr keine Ruhe und füllte sie erneut. Der junge kräftige Kerl warf ihre Beine über seine Schultern und stieß zu.<br />
Selbst so im Halbdunkel sah Moreen seinen schweißgebadeten Körper. Dieses glänzende Schwarz raubte Moreen fast den Verstand.<br />
Ajani stupste Cassandra an. Ihre kleine Lehrerin hatte schon wieder ihre Hand zwischen den Beinen und tauchte ganz in diese Situation ein.<br />
„Du findest den Weg!?“ hauchte Cassandra ihr ins Ohr und hoffte sie hatte es in ihrer Sphäre auch wahrgenommen.<br />
Ajani und Cassandra konnten sie allein lassen. Sie waren kurz vor der Farm und hier in der Nähe der Hunde, ließen sich kaum gefährliche Tiere sehen.<br />
Moreen erstarrte als er aufschaute und sie tief und eindringlich musterte. Die Kleine unter ihm merkte nichts davon, denn er ließ nicht einmal von ihr ab. Vielmehr griff er kräftig in ihre wogenden Berge und walkte sie ordentlich durch. Es war fast als zog er diese Show jetzt nur für Moreen ab, denn er ließ sie nicht mehr aus den Augen und grinste sie unentwegt an.<br />
Das süße Pummelchen unter ihm kam schon wieder und schrie ihre Erlösung erneut laut in die Weltinaus. Er entzog sich ihr und Moreen konnte sein bestes Stück, das erste Mal in vollem Ausmaß sehen. Sie schluckte bei diesem Anblick. Er konnte gut und gerne mit Ajani mithalten, wenn er nicht sogar noch etwas mehr zu bieten hatte.<br />
Sein Speer begann zu zucken und entlud sich über dem kleinen schokoladenfarbigen Körper. Große weiße Flatschen überzogen ihre weiche Haut und sie, sie tat etwas, was Moreen gar nicht fassen konnte. Die Kleine verrieb sein Sperma, wie Creme auf ihrer Haut und strahlte ihn zufrieden und beglückt an.<br />
Moreen fühlte Entsetzen in sich aber ihre Erregung schalt sie Lügen. Fasziniert und begierig blickte sie auf die Beiden und sah wie er sich von ihr verabschiedete und einfach ging.<br />
Noch immer schwer keuchend, legte sie ihren Kopf ins Gras und rieb sich noch einmal, zärtlich über ihre Brüste als könne sie noch immer seine Berührungen spüren.<br />
Moreen juckte es nicht nur in den Fingern. In dem Moment, da andere Körperteile ihr Denken übernahmen, war sie sogar gewillt zu ihr zu gehen, sie zu berühren und von ihr zu kosten.<br />
Was war nur mit ihr los? Seid sie hier in diesem Land, auf diesem Kontinent war nahm sie so Vieles ganz emotional wahr.<br />
Moreen war über sich selbst erschüttert und zog sich bis auf den täglichen Besuch in der Schule von allem zurück. Sie ging hart mit sich ins Gericht und versuchte ihre Gedanken zu ordnen.<br />
Cassandra die mit Suri in ständigem Kontakt war, wurde auf ihr merkwürdiges Verhalten aufmerksam. Ajani wollte einige Tage bei seiner Mutter bleiben, die nun langsam auf dem Weg der Besserung war.<br />
Abends spielte Cassandra erst einmal große Schwester und redete mit ihr. Sie war erstaunlich ehrlich und erzählte nach einer Flasche Wein, von den Gefühlen, die sie bewegten und mehr noch verunsicherten.<br />
Cassandra lächelte sie an. „Was hält dich davon ab, die Gefühle zuzulassen und sie auszuleben?“<br />
Moreen schaute verlegen zu Boden. „Ich kann das nicht.“ antwortete sie leise.<br />
„Komm!“ wies Cassandra an und die kleine Lehrerin folgte ihr ohne zu fragen. Schon bald wusste sie, wohin Cassandra mit ihr wollte. Der Wasserfall schien für sie die Lösung alle Probleme zu sein. Es war schon später als sonst. Glücklicherweise war heute fast Vollmond und der Weg und der Wasserfall waren recht gut beleuchtet.<br />
Schnell stand Cassandra ohne Kleider da und nach einem eindringlichen Blick, ließ auch Moreen ihre Kleider fallen. Sie schwammen durch den Fluss ans andere Ufer.<br />
„Nein“ wehrte sich Moreen als sie merkte, dass Cassandra sie mit auf den Wasserfall nehmen wollte.<br />
Bestätigend rief Cassandra: “Du schaffst das!“ und reichte ihr die Hand. Nur zögerlich griff Moreen zu. Wäre sie komplett nüchtern gewesen, hätte sie dem auf keinen Fall zugestimmt. An Cassandras Seite erklomm sie den Felsen und war sogar stolz als sie es geschafft hatte. Doch nun stand sie hier oben und schaute in die Tiefe. Ihre Beine zitterten vor Angst.<br />
Cassandra nahm sie in den Arm. „Wenn du nicht willst, musst du nicht.“<br />
Das sie gerade von einer nackten Frau an sich gezogen wurde, war in diesem Moment völlig Nebensächlich.<br />
Moreen schüttelte mit dem Kopf und trat einen Schritt zurück. Cassandra hätte es zwar gern gesehen, wenn die junge Frau ihre Angst überwunden hätte.<br />
„Wir sehen uns unten!“ rief Cassandra und sprang in die Tiefe.<br />
Moreen schaute ihr ehrfurchtsvoll hinterher und wandte sich schon zurück zum Abstieg.<br />
Erschrocken schaute sie in ein liebevoll dreinblickendes Gesicht eines jungen Mannes, der gerade an dem Vorsprung auftauchte und ihr den Abstieg versperrte.<br />
Er kletterte nun den restlichen Weg nach oben und schaute sie an. „Willst du zuerst springen?“ fragte er sie in durchaus akzeptablen englisch.<br />
„Ich habe Angst“ antwortete Moreen wahrheitsgemäß, obwohl sie nicht wusste warum sie ihm das erzählte.<br />
Es war eigenartig aber als er ihr seine Hand reichte, ergriff sie sie und trat mit ihm gemeinsam an den Rand.<br />
Der fremde Mann schaute nicht auf ihren nackten Körper, sondern nur in ihre Augen. „Ich zähle bis drei und du machst die Augen zu und wir springen.“<br />
Er spürte ihren krampfartigen Griff und ihr zaghaftes Nicken.<br />
Er zählte „1-2-3 und Moreen sprang tatsächlich, zusammen mit ihm in die Tiefe.<br />
Er tauchte als erstes wieder auf und blickte in Cassandras Gesicht.<br />
„Hallo Miss Connely“ begrüßte er sie obwohl sie für den Moment nicht wusste, wo sie ihn hinstecken sollte. Von ihr etwas überrascht, schwamm er schnell zum Ufer, zog sich an und verschwand. Einen letzten Blick warf er aber noch zu den beiden Frauen zurück, die ihm gerade im Bauchtiefen Wasser folgten und sicher für einen jungen Mann, einen äußerst reizvollen Anblick boten.<br />
„Wo ist er?“ fragte Moreen als sie prustend auftauchte und etwas enttäuscht sah, wie er davon schwamm. Sie hatte sich nicht einmal bedanken können. Auch wurde ihr jetzt erst bewusst, dass sie ihn gar nicht richtig wahrgenommen hatte.<br />
Schnell war der Junge wieder vergessen. Das Adrenalin pumpte durch ihren Körper als sie noch einmal den Wasserfall emporschaute und sich bewusst wurde, was sie sich gerade getraut hatte.<br />
Sie war mutig und würde sich jetzt nehmen, was sie brauchte.<br />
Als sie zur Farm zurückliefen, ging eine andere Frau an Cassandras Seite. Es war nicht mehr die Frau, die mit sich haderte.<br />
Kurz vor ihrem Zimmer drehte sich Moreen zu Cassandra und küsste sie total Leidenschaftlich, bevor sie sich in ihr Zimmer zurückzog und durch die verschlossene Tür ein lautes „Danke“ vernehmen ließ.<br />
Moreen hatte herausgefunden, dass der Stalljunge und der Kerl den sie beim Sex mit dem jungen Mädchen im Wald beobachtete hatte, Simbas Sohn war. Er und ganz besonders sein augenscheinlich beeindruckendes Lustinstrument gingen ihr nicht mehr aus dem Kopf. Schon der Gedanke ließ alles in ihr Kribbeln und verborgene Sehnsüchte suchten ein Ventil.<br />
Am nächsten Morgen schlich sie sich in den Stall und fand ihn. Er der starke, männliche dominante Mann hatte es ihr angetan. Sie bekam ihn einfach nicht mehr aus dem Kopf. Das Bild wie er die süße Mollige von einem Orgasmus zum anderen trieb, wollte einfach nicht mehr aus ihren Gedanken weichen und sie strebte danach, „SIE“ zu sein.<br />
Moreen glaubte sogar sich unsterblich verliebt zu haben und nun sah sie ihren Traummann vor sich stehen.<br />
Seine Haut glänzte schon von der Schweißtreibenden Arbeit. Er musste früh angefangen haben, denn sonst war noch kaum jemand wach.<br />
Ein lächelnder Blick traf Moreen mitten ins Herz und ihr wurden augenblicklich die Beine weich aber sie war jetzt mutig und riss sich zusammen.<br />
Stolz und erhobenen Hauptes schritt sie auf ihn zu. Jetzt war er sich auch sicher, dass sie zu ihm wollte und legte abwartend die Mistgabel beiseite.<br />
Seine Muskeln, als er sich demonstrativ aufbaute, ließen Moreen das Wasser im Mund zusammenlaufen.<br />
Ganz dicht stand sie nun vor ihm und ihre Hand streifte begierig über seine Brust, bis sie seinen Hals umfasste und den einen halben Kopf größeren Kerl zu einem Kuss zu sich herunterzog. Moreen nestelte fahrig an seiner Hose. Sie wollte ihn. Sie wollte ihn jetzt. Sie hatte keine Zeit mehr zu vergeuden. Sie wollte an der Stelle, der kleinen Schwarzen sein.<br />
Sein Griff an ihren Arm war fest als er sie in die leere, neu eingestreute Pferdebox zog. Er entledigte sich seiner Hose, die Moreen bereits geöffnet hatte und sah wie das kleine weiße Mädchen mit großen Augen auf seinen prächtigen, wippenden Schwanz stierte.<br />
Nachdem alle Knöpfe ihres Kleides geöffnet waren und es lautlos zu Boden glitt, griff er herzhaft zu. Für einen Moment schmerzte es Moreen sogar als er in ihre Brustwarzen kniff. Ihr lustvolles Stöhnen übertünchte aber diesen kleinen Schmerz. Ihr Slip triefte bereits vor Verlangen als er ihn mit einem kurzen Ruck, von ihrem Hintern riss. Moreen atmete heftig ein. Ihr Herz raste vor Erregung und schon spürte sie, wie er sie in das frische Stroh drückte und zwischen ihre Beine kroch.<br />
Seine Finger schoben den von ihren Säften verklebten Flaum beiseite und bereiteten den Weg. Lustvoll wimmerte sie auf als sie seine Finger an ihrer Spalte und ihrer Clit spürte. Moreen war so angeheizt und ausgehungert, dass sie fast sofort als er in sie eindrang, ihren ersten Höhepunkt erlebte.<br />
Tief, heftig und unbarmherzig hämmerte er sein großes Teil in diesen engen Schlund.<br />
Moreen schrie vor Glück, sie schrie vor Lust und wurde kurze Zeit später schon ein zweites Mal in den Himmel katapultiert.<br />
Keuchend sackte sie unter ihm zusammen. Er bewies eine außerordentliche Standhaftigkeit, denn im Gegensatz zu Moreen, die schon zwei Mal abgehoben war, stand er noch Einsatzbereit in hab Acht Stellung.<br />
Ein wenig brannten ihre Schamlippen schon aber auch er wollte seine Erfüllung finden. Seine kräftigen Hände hoben sie wie ein willenloses Bündel auf und drehten sie um, sodass sie vor ihm kniete.<br />
Sein Handabdruck brannte als er sie mit ganzer Kraft auf ihre zarte Backe knallen ließ, um sie im nächsten Moment fest zu greifen, auseinanderzuziehen und ihre zierliche Öffnung ein weiteres Mal zu teilen.<br />
Lust und Schmerz vermischten sich in ihren Lauten und Moreen war sich gewiss, noch nie ein männliches Teil, so tief in sich gespürt zu haben.<br />
Ihr fielen fast die Augen heraus als er in ihr Innerstes vorstieß.<br />
Wie der wilde Löwe, den sie gesehen hatten, bestieg er sie. Hart, heftig und besitzergreifend nahm er sich die weiße Frau und gab ihr, was sie seine Meinung nach alle wollten, seinen riesigen Schwanz.<br />
Moreen schrie vor Lust und stand kurz vor einem weiteren Höhepunkt als er sich in ihr verströmte. Schwer atmend zog er sich aus ihr zurück. Moreen schnaufte mit dem Kopf im Stroh und blickte erwartungsvoll nach hinten. Sie brauchte nur noch einen kleinen Schubs und sie wäre…… Moreen sah wie er sich gerade seine Hose anzog und einfach so ging. Die ganze Spannung wich aus ihrem Körper und sie sank erschöpft in das frische Lager. Tränen rannen über ihre Wangen. Sie hatte bekommen, was sie wollte, das war ihr jetzt bewusst. Er hatte sie benutzt, wie die kleine Mollige. Auch sie hatte er einfach so liegen lassen aber sie hatte es genossen.<br />
Hatte Moreen zu viel von ihm erhofft? Sie dachte an Ajani und Cassandra, die sich nach ihrem Liebesspiel in den Armen hielten und sogar noch Zuneigung für sie übrig hatten. Hatte es irgendwelche Anzeichen gegeben, dass er ihr das Gleiche geben könnte? Moreen war sich jetzt sicher sie hatte nach Liebe und Erfüllung gesucht aber er hatte nur seine Erfüllung im Sinn.<br />
Sie lag nun wie ein Häufchen Elend im Stroh und merkte, wie es aus ihr heraussickerte und langsam ihren Schenkel herunterlief.<br />
Noch nie hatte sie sich in ihrem Leben so schmutzig und benutzt gefühlt und hätte ihr jemand gesagt, dass sie es doch so wollte, hätten sie sogar Recht gehabt. Umso schwerer lag jetzt der Frust auf ihrer Seele.<br />
Fast wäre sie noch im Stall eingeschlafen aber laute Geräusche ließen sie hochschrecken.<br />
Ein anderer Bursche, den Moreen noch nie hier im Stall gesehen hatte, kam an der Seite dieses Lumpen vorbeigeschlendert und schaute mit offenen Augen direkt in die Box. Es war fast so als wolle er auch noch mit seiner Eroberung prahlen. Glücklicherweise hatte sie die Zwei rechtzeitig bemerkt und ihr Kleid übergeworfen. Auch wenn ihr Slip noch immer zerfetzt neben ihr lag, konnten die Beiden nichts mehr sehen, denn sie hielt den Stoff ihres Kleides, eisern zusammen. Als die Beiden weg waren, knöpfte sie es zu, wischte mit ihrem, nicht mehr zu gebrauchenden Slip, die Spuren von ihrem Bein und rannte zurück in ihr Zimmer.<br />
Auch wenn sie sich ständig eine dumme Kuh schalt, der Schaden war nun einmal angerichtet.<br />
Cassandra merkte beim Frühstück sofort, dass etwas nicht stimmte. Zwischen ihrer energischen Stimme und des eigenen Schluchzens, erzählte sie ihr alles.<br />
„Du dummes Kind“ schalt Cassandra sie und nahm sie im nächsten Atemzug aber gleich mütterlich, beschützend in den Arm. „Warum hast du nicht mit mir geredet. Er ist hier der größte Weiberheld und will nur seinen Spaß.“<br />
Als ob ich das nicht auch gemerkt habe, dachte sich Moreen. Als Lehrerin energisch, lief sie doch recht blauäugig, was Männer betrifft, durchs Leben.<br />
Cassandra hielt sie und beschützte sie, wie eine Mutter. Moreen war die Lust an Männern gänzlich vergangen und auf Afrika auch. Sie war wie ein kleines Kind, das einen Rückschlag erlitten hatte und aufgab. Nun lag es an Cassandra sie wieder aufzubauen.<br />
Erstaunt schaute sie ihre Mentorin an als diese von ihrem Höhenflug und den Problemen mit Ajani berichtete. Ein Fleck an dem man sich wohlfühlt und die Familie, waren dass was sie wieder geerdet hat und ihre Ehe rettete.<br />
Der junge Stallbursche ging Moreen aus dem Weg, ja er machte sofort kehrt, wenn er sie sah. Cassandra hatte offensichtlich ein ernstes Wörtchen mit ihm und seinem Vater geredet. Moreen aber hatte über vieles nachzudenken. Cassandra, die sie auf ein Podest gestellt hatte, war auch nicht so perfekt, wie sie dachte.<br />
Kamee ging es den Umständen entsprechend wieder besser. Cassandra schaute jeden Tag bei ihr und Ajani vorbei. Den restlichen Tag verbrachte sie mit den Kindern, Agatha und William.<br />
„Ach übrigens, der kleine Shumba hat nach deiner Lehrerin gefragt. Er ist mit ihr den Wasserfall heruntergesprungen?“ Agathas Worte klangen eher so als glaube sie ihm nicht.<br />
„Shumba!“ machte Cassandra „Jetzt weiß ich wieder woher ich den Jungen kenne. Er war einer meiner fleißigsten Schüler. Was machte er jetzt?“<br />
„Er arbeitet bei uns auf dem Feld.“ mischte sich jetzt auch William in das Gespräch ein. „Ihr meint doch den Schmächtigen?“<br />
Agatha nickte. „Ist Moreen wirklich gesprungen?“ wiederholte sie ihre Frage noch einmal. Gerade mal die Hälfte der Jungs traute sich diesen 10 Meter Sprung und sie sah nun nicht gerade, wie die Mutigste aus.<br />
„Mit mir wollte sie nicht springen. Ich weiß nicht genau wie aber plötzlich stand er oben neben ihr, nahm ihre Hand und dann sind sie gesprungen.“ erzählte Cassandra.<br />
Agatha war nun vollends hellhörig geworden. „Kannten die Zwei sich vorher?“<br />
Cassandra schüttete mit dem Kopf, grinste und sprach: „Nackt waren sie auch noch alle Beide.“<br />
Agathas Augen leuchteten und sie strahlte übers ganze Gesicht. Bei den Einheimischen gab es da so eine Redewendung, „wer zusammen den Wasserfall hinunterspringt, bleibt ein Leben lang zusammen.“<br />
Nun gut, Moreen kannte diesen Spruch nicht als sie Shumbas Hand fasste und gemeinsam mit ihm sprang aber wer weiß?<br />
Nun grinste auch William. „Er ist ein ganz ordentlicher Junge aber viel zu schüchtern.“<br />
Nach dem Reinfall mit dem Stallburschen, war er vielleicht gerade das, was sie brauchte um wieder auf Kurs zu kommen. In Cassandras Köpfchen arbeitete es schon wieder einmal. Sie fragte William noch ein wenig mehr über ihn aus, um ihren Plan in die Tat umzusetzen.<br />
Samstag war sein einziger freier Tag in der Woche und Cassandra überzeugte Moreen zu einem kleinen Spaziergang. Eher zufällig kamen sie an der Hütte vorbei, in der Shumba und seine Familie wohnte.<br />
„Guten Tag Miss Connely“ begrüßte er höflich Cassandra. Moreen hielt sich etwas im Hintergrund als er auch sie ansprach.<br />
„Das war ganz schön mutig. Nicht einmal alle Jungen trauen sich das.“ So wie Moreen gerade noch verschüchtert schaute, blitzte etwas Stolz in ihren Augen auf.<br />
„Dankeschön, ohne deine Hilfe hätte ich mich aber bestimmt nicht getraut.“<br />
Auch in seinem Blick schwang jetzt ein bisschen Stolz mit. Nach und nach kamen die beiden in ein Gespräch. Sie hatten nicht einmal gemerkt, dass Cassandra nicht mehr neben ihnen stand.<br />
Sie hatte einige Hütten weiter Ajani gesehen und fiel ihm freudig in die Arme. Durch Kamees Krankheit und dem anderen Trubel hatten sie recht wenig Zeit für sich. Der Kuss konnte die fehlende Zeit zwar nicht ersetzen aber es half ihr über den Tag.<br />
Ihre Kleinen pflegten Oma und halfen ihr, wo sie konnten. Während Marie das schon bewusst tat, rannte Marc seiner großen Schwester einfach hinterher. Kamee fand das Treiben belustigend und war froh, ihre Lieben so nah bei sich zu haben. Sie wusste, dass sie bald wieder, für lange Zeit weg sein würden und so genoss sie jeden Moment mit ihnen.<br />
Cassandra saß bei Kamee und unterhielt sich mit ihr als auch Ruva die kleine Hütte betrat. Kamee drückte Cassandras Hand und machte einen Augenzeig zu ihr. „Rede mal mit ihr. Irgendwas beschäftigt sie.“ flüsterte Kamee ihr zu.<br />
Kojo und Ajani betraten auch gerade die Hütte und auch Cassandra sah nun die Spannung die sich gerade aufbaute.<br />
„Ich bin abends immer allein. Wollen wir nicht heute einen Frauenabend machen.“ Ruva hatte zwar keinen blassen Schimmer, was Cassandra damit meinte aber die willkommene Abwechslung kam ihr gerade recht.<br />
Sie hatte sowieso vor mit Cassandra zu reden, weshalb sie sogar recht freudig zustimmte.<br />
Cassandra war etwas verwundert als Kojo recht Teilnahmslos seine Erlaubnis dazu gab.<br />
Ein leichtes verheißungsvolles Lächeln spiegelte sich in Cassandras Gesicht wider. Ajani musste ebenfalls schmunzeln, denn er kannte seine Frau.<br />
Kamee hatte bemerkt, dass Ruva, seit dieser Nacht vor sechs Monaten etwas quälte und war froh, dass die Frauen sich aussprechen konnten.<br />
Ruva lächelte und freute sich auf die gemeinsame Zeit, fernab ihres täglichen Lebens.<br />
Cassandra hatte ein leichtes Abendessen vorbereitet. Sie wusste das Ruva und ihre Familie nicht aus dem Vollen schöpfen konnten und so wollte sie, sie auch nicht mit einem opulenten Mahl brüskieren.<br />
Abwartend saßen sie sich am Tisch gegenüber. Keiner der Beiden traute sich den ersten Schritt zu machen. Gemeinsamen räumten sie das Geschirr vom Tisch und setzen sich auf das gemütliche Canapé.<br />
„Warum hast du das damals gemacht?“ platzt es aus endlich aus Ruva heraus.<br />
Cassandra lächelte sie an „Weil ich dich mag und weil ich nicht mehr mit ansehen konnte, wie du leidest.“<br />
„Aber Adjani ist dein Mann.“ gab Ruva zurück, weil sie es immer noch nicht verstand.<br />
„Ja“ antwortete Cassandra „und wenn ich es nicht gewollt hätte, hätte er dir dieses Geschenk auch nie gemacht.“<br />
„Warum?“ fragte Ruva noch einmal.<br />
Cassandra antworte ihr nicht noch einmal, sondern stellte eine Gegenfrage zurück.<br />
„Bereust du es?“ Ruva schreckte vor der Frage ein wenig zurück aber fing sofort an zu lächeln, schaute auf ihren Bauch und strich sanft darüber hinweg. Ihr „Nein“ kam sofort und mehr als überzeugend. Auch Kojo freute sich auf das Baby, erzählte sie aber es war als hätte er sein Soll gebracht. Seit sie schwanger war, zog er sich zurück und beachtete sie immer weniger.<br />
Ruva schaute an sich herab. „Ich bin hässlich mit dem dicken Bauch!?“ Diese Ansicht konnte Cassandra nun überhaupt nicht nachvollziehen. Mit ihrer Hand hob sie ihr Kinn an. Ruva schaute Cassandra jetzt direkt in die Augen.<br />
Sanft strich Cassandra über ihre Wange. „Du bist das wunderschönste Wesen, dass ich kenne. Ich habe das alles gemacht, weil…“ Cassandra stockte einen Moment „weil ich dich irgendwie Liebe.“<br />
Ihre Hand ruhte immer noch auf Ruvas Wange und Cassandras Lippen trafen auf ihren Mund. Ruva wehrte sich nicht gegen diesen Kuss und diese ungewöhnlichen Zärtlichkeiten. Sie lechzte förmlich Cassandras Lippen hinterher als diese den Kuss viel zu schnell wieder beendete.<br />
Ruvas Lippen folgt ihr und holten sie erneut ein. Sie brauchte nichts sagen. Die Berührung und ihr Kuss sagten alles, obwohl sie noch immer nicht verstand was mit ihr geschah.<br />
Seit jenem unvergesslichen Abend sehnte sich Ruva nach den Zärtlichkeiten und den Berührungen von Adjani und Cassandra. Sie wollte diese Gefühle wiedererleben. Wieder und wieder und nun da sie Cassandra küsste, war es wie eine Erlösung.<br />
Cassandra drückte Ruva sanft zurück, schob ihr Shirt, fast wie in Zeitlupe nach oben und legte ihren schönen Babybauch frei. Schon Cassandras sanft Berührungen ließen sie erschauern. Wohlige Wärme breitete sich in ihr aus als Cassandras Lippen ihr schöne Murmel hauchzart berührten. Selbst ihr neues Leben genoss mit. Es war fast als folgte sie Cassandras Küssen.<br />
Ruva hatte so ein unbestimmtes Gefühl, dass es ein Mädchen werden würde, was ihr Leben auch nicht gerade einfacher machte. Kojo freute sich zwar auf das Baby aber ließ keine Zweifel daran, dass er einen Stammhalter erwartete.<br />
Ruva schob in diesem Moment aber all diese Bedenken beiseite, denn Cassadra hatte mit ihren Küssen die Unterseite ihrer Brüste erreicht. Ihre Erregung drückte ihre harten Brustwarzen sogar schon durch den zusammengeschobenen Stoff ihre Shirts und jetzt da Cassandra sie vollends frei legte und ihr heißer Atem darüber hinwegfuhr, kräuselte sich ihr tiefbrauner Vorhof unter den sanften Berührungen.<br />
Ruva schaute an sich herunter und sah Cassandras blonden Wuschelkopf der sich gerade über diesen dunklen Diamanten hermachte. Ihr Brustwarze hatte eine Härte erreicht, die sie nie zu glauben wagte. Umgehend entwich ihr ein herzhaftes und lustvolles Stöhnen. Cassandras Lippen fühlten sich so fordern, einnehmend und so überirdisch erregend an.<br />
Während Ruva in ihren Gefühlen davon schwamm, eroberte Cassandra ihren wundervollen Körper. Schon damals war sie von dieser samtbraunen Haut angetan, die sich so seidig weich anfühlte und so faszinierend schön war.<br />
Die Beiden liebten sich die halbe Nacht und wurden von den ersten Sonnenstrahlen geweckt. Ruva lag schon einige Zeit wach neben Cassandra und beobachtete sie. Als diese sich reckte und streckte war Ruva gewillt schon wieder über sie herzufallen.<br />
Sie wusste, dass sie sich schon längst wieder auf den Heimweg machen sollte aber irgendetwas hielt sie fest.<br />
Ihr Strecken hatte Cassandras Brust frei gelegt und zog Ruvas Finger magisch an. Sanft legte sie ihre Hand um das warme weiche Fleisch. Cassandra öffnete ihre Augen und strahlte Ruva genauso glücklich und zufrieden an, wie die sie selber.<br />
„Du musst mir helfen!“ platzte ungestüm Moreen in Cassandras Schlafzimmer. Sie schien völlig durch den Wind zu sein. So wie sie aussah hatte sie die ganze Nacht nicht geschlafen. Erst jetzt wurde Cassandra gewahr, dass sie Moreen gestern ganz vergessen hatte.<br />
Die kleine Lehrerin stand schon direkt vor dem Bett als ihr, ihr Faux Pas bewusst wurde und sie die beiden nackten Frauen, vor sich im Bett liegen sah. In Sekundenschnelle schoss ihr die Schamesröte ins Gesicht und sie begann zu stammeln und hektisch zu atmen.<br />
Die beiden Frauen lächelten, das schüchterne verlegene Mädchen an. Sie schien wirklich etwas wichtiges auf dem Herzen zu haben und traute sich nun nicht mehr.<br />
So verrückt wie das war, aber Cassandra fühlte sich inzwischen für die junge Frau verantwortlich. Sie rückte ein wenig beiseite und klopfte auf die frei gewordene Stelle zwischen sich und Ruva.<br />
Moreen fühlte sich sichtlich unwohl als sie auf das Bett und zwischen die Beiden kroch. Mit verschränkten Armen hielt sie sich bedeckt als erwarte sie, dass die Zwei gleich über sie herfallen würden.<br />
Mit sturem Blick auf die Decke gerichtet, begann Moreen zu erzählen. Sie hatte sich mit Shumba unterhalten und beide hatten sie die Zeit vergessen.<br />
Irgendwie mochte sie den Jungen aber wollte nicht schon wieder in die gleiche Falle, wie mit dem Stallburschen, tappen.<br />
Sie fühlte sich hin und her gerissen und suchte nun Rat bei Cassandra.<br />
Allerdings war es jetzt Ruva, die sie ansprach. „Shumba ist ein guter Junge und verdammt schlau. Allerdings ist er unheimlich schüchtern und es wundert mich schon, dass er sich so lange mit dir unterhalten hat. Er muss dich sehr mögen.“<br />
Moreen blickte zu der, ihr fast fremden Frau und schaute in ein vertrauenswürdiges mütterlich dreinschauendes Gesicht.<br />
„Lass es dieses Mal langsamer angehen und sei dir deiner Gefühle ganz sicher, bevor du dich wieder in ein Abenteuer stürzt.“ setzte Cassandra hinterher.<br />
Moreen schien etwas beruhigter zu sein. Leider hatte sie nur noch eine Woche um sich ihrer Gefühle sicher zu werden.<br />
Ruva hatte sich wieder bedeckt als Moreen zwischen sie gekrochen war und auch Cassandra machte keinerlei Anstalten sich ihr zu nähern.<br />
Moreen vertraute ihnen und fühlte sich eher, wie ein Kind, dass zwischen ihren Eltern lag.<br />
Ihr Herz hatte sich beruhigt, ihr Puls normalisierte sich und keine fünf Minuten später hatte die Müdigkeit zugeschlagen. Moreen schniefte ruhig zwischen den beiden Frauen die sich zufrieden anlächelten.<br />
Leise standen sie auf und ließen die kleine, völlig übernächtigte Lehrerin einfach schlafen.<br />
Moreen traf sich jeden Abend mit Shumba als er von der Arbeit kam. Sie redeten viel und lachten noch viel mehr. Sie verstanden sich einfach und trotzdem war Moreen noch immer gezeichnet.<br />
Die Woche verging viel zu schnell und Moreen und die Anderen mussten zurück in ihr anderes Leben.<br />
Cassandra bedauerte es riesig, nicht bei der Geburt des Babys dabei sein zu können. Sie hatte Ajani alles von ihrer Nacht erzählt und er wusste auch, dass sie Ruva über das normale Maß hinaus, mochte.<br />
Moreen war recht blauäugig in ihr altes Leben zurückgekehrt. Sie hatte jede freie Minute mit Shumba verbracht und hatte einfach Angst gehabt sich zu entscheiden.<br />
Jetzt waren sie schon gut einen Monat zurück und die Trennung zog sie jeden Tag tiefer hinab.<br />
Cassandra und Ajani hatten sie am Wochenende zum Tee eingeladen. Erst wollten sie ihrer Kleinen nur noch einmal ins Gewissen reden aber einen Tag vorher, kam etwas aus Afrika an, dass alles ändern würde.<br />
Freudig empfingen die Beiden und ihre Kinder, Moreen in ihrem Zuhause. Sie war überrascht. Das Torwärterhäuschen war hübsch eingerichtet und von dem noblen Ambiente, welches Moreen erwartet hatte, war nichts zu sehen.<br />
Auch wenn sie versuchte es zu überspielen, merkte man deutlich, dass Moreen ihrer Erfahrung nachtrauerte oder vielmehr Shumba.<br />
Cassandra war überdreht und hielt es nicht länger aus.<br />
„Wir haben eine Überraschung für dich!“<br />
Moreen schaute sie verwundert an. Und noch mehr Fragezeichen taten sich auf als Cassandra ihr einen Brief reichte, der eigentlich an sie Adressiert war.<br />
Zaghaft öffnete sie den Brief und sah eine etwas ungeübte Schrift. Ihr Herz setzte aus, ihr Puls schnellte blitzschnell in die Höhe. Der Brief war von Shumba. Da er von Moreen keine Adresse hatte und Agathas und Willams Hilfe erbeten hatte, kam er nun über den Umweg zu Cassandra an die eigentliche Empfängerin.<br />
Was in dem kurzen Brief stand brauchte sie nicht erst vorlesen. Man sah es ihrem Gesicht an und Cassandra sah auch schon die Antwort auf ihre eigene Frage.<br />
„JA“, „JA“ Moreen las mit Freude, dass es Shumba genau wie ihr ging und er sie vermisste. Nun ärgerte sich Moreen ihrem Herzen nicht gefolgt zu sein. Ja sie hatten sich nicht einmal geküsst, obwohl sich ihr Herz nichts sehnlicher gewünscht hatte. Ihr blöder Kopf hatte ihr zur Vorsicht geraten, was sie jetzt bereute.<br />
Es würde noch etwa Fünf Monate dauern bis Cassandra und ihre Familie wieder nach Afrika fliegen würden. „JA“ sie würde die Stellung als Lehrerin annehmen und endlich ihren Shumba küssen.<br />
Doch wo Freud ist, ist das Leid nicht weit. Cassandras Großvater George, verstarb nach kurzer schwerer Krankheit. Marie und Alec liebten ihren Urgroßvater und für sie war es ein herber Schlag, wie auch für den Rest der Familie.<br />
Hier wurde Cassandra das erste Mal richtig klar, dass die Farm nicht mehr so richtig lief. Die politischen Unruhen beutelten das Land und machten es für die etwas kleineren Farmen schwer zu überleben.<br />
William hatte nicht einmal das Geld um den Flug zur Beerdigung seines Vaters zu bezahlen.<br />
Cassandra war entsetzt. Sie waren doch gerade erst bei ihnen und ihre Mutter hatte nichts von ihren Problemen erzählt. Cassandra wies umgehend ausreichend Geld an.<br />
William war sichtlich bedrückt. Seine Mutter sah er auch viel zu selten und ihm wurde schmerzlich bewusst, wie weit weg er war und wie wenig Zeit auch ihr noch bleiben würde.<br />
Agatha genoss die wenigen Tage mit ihren Enkeln und den Anderen, auch wenn der Grund mehr als traurig war.<br />
George war mit dem Gewissen gestorben, dass sein Lebenswerk einen tüchtigen Nachfolger gefunden hatte. Cassandra machte ihm alle Ehre. Die Zeiten wandelten sich schnell und die Mode noch viel schneller. Noch immer hatte sie einen Finger am Puls der Zeit und auch ihre Nischenproduktion war äußerst erfolgreich. Lack und Lederoutfits machten zwar nur einen geringen Teil des Umsatzes aus, dafür war diese Sparte, kleinem aber konstantem Wachstum unterzogen.<br />
Viele Jahre lief alles gut. Moreen hatte die Stelle als Lehrerin angenommen und war inzwischen Mutter eines kleinen Jungen. Shumba war wie sich herausstellte die Liebe ihres Lebens. Als sie wieder nach Afrika kam, gab es nur einen Weg. Sie rannte übers Feld, schnurstracks auf ihn zu. Ihr erster Kuss war so magisch, dass er alle Zweifel hinwegwischte.<br />
Marie und Alec wurden größer und jedes halbe Jahr flogen sie nach Hause, wie Cassandra es immer nannte.<br />
Marie war inzwischen eine junge Frau geworden. Langsam aber sicher hatte die Schamhaftigkeit über die kindliche Unbefangenheit gesiegt und auch die Menschen im Dorf hatten sich der Zeit angepasst. Niemand außer die kleinen Kinder ging mehr nackt baden. Die Welt veränderte sich und die Menschen um sie herum auch. Cassandra jedoch ließ sich das nicht nehmen. Noch immer ging sie des Abends mit ihrem Ajani an den Wasserfall. Auch wenn sie nicht mehr in die Tiefe sprang, das Baden ohne Sachen war für sie noch immer der Inbegriff von Freiheit.<br />
Die Jahre vergingen so schnell. Kamee folgte George und auch Charlotte gesellte sich im Himmel bald zu ihnen.<br />
Rhodesien hatte sich vor Jahren in die Unabhängigkeit verabschiedet und damit einen wirtschaftlichen Boykott der britischen Regierung und vieler europäischer Staaten auf sich gezogen. Es war eine Zeit der Entbehrung, für das ohnehin schon gebeutelte Land.<br />
Cassandra und Ajani unterstützten die Farm so gut sie konnten, denn das Überleben hing eng mit dem Überleben des Dorfes zusammen.<br />
„Es ist schon ein Wunder, dass du mich alte Frau begehrst, wenn doch so viele schöne Frauen hier herumlaufen und dich sehnsüchtig anstarren.“ Cassandras Worte prallten an Ajani ab. „Ach was, die können alle nicht mit dir mithalten.“<br />
Um das zu untermauern küsste er sie so liebevoll und stürmisch, wie er es schon seit Jahren nicht getan hatte. Cassandra fühlte sich als wäre sie wieder dreißig. In ihrem geliebten Ajani sah sie sowieso immer noch den jungen Mann. Ihr Bauch war nicht mehr straff aber er küsste ihn, ihre Brüste konnten der Schwerkraft nicht mehr trotzen und trotzdem knetete er sie liebevoll und saugte an ihnen als wären es die süßesten Früchte. Ihr Bauch wackelte, genau wie ihre Brüste, wenn er sie nahm aber er nahm sie heute noch einmal so intensiv als wären sie jung und ungestüm. Cassandra japste nach Luft aber wollte nicht, dass er aufhörte. Dreimal ließ sie ihren erlösenden Schrei in die Nacht.<br />
Sie spürte wie er sie füllte und genoss jeden Tropfen. Erschöpft schliefen sie mit einer wunderbaren Erinnerung ein.<br />
Cassandra ächzte als sie morgens erwachte. Sie war nun eine 65-jährige Frau und solche Strapazen nicht mehr gewöhnt. Jeder Knochen tat ihr weh aber sie wollte keine Minute davon missen. Ihr glückliches zufriedenes Strahlen konnte ihr heute keiner mehr nehmen.<br />
Sie stand leise auf, um das Frühstück zu zubereiten. Nach einer Weile kam sie um Ajani zu wecken, doch er rührte sich nicht. Cassandra rüttelte ihn und spürte seine kalte Haut unter ihren Fingern. Noch immer hatte er ein Lächeln im Gesicht, auch wenn für Cassandra jetzt gerade eine ganze Welt zusammenbrach.<br />
Sie fühlte sich so allein und das erste Mal schien das Leben keinen Sinn mehr zu machen.<br />
Marie leitete zu Hause die Firma und Alec war an der Uni. Sie war allein.<br />
Ruva war ihr in diesen Tagen die größte Hilfe. Marie und Alec waren auf dem Weg und William und Agatha inzwischen alte Leute, die mit sich selber zu tun hatten.<br />
Cassandra saß am Wasserfall und erinnerte sich an die schönen Zeiten. Es war jetzt gut 2 Wochen her, dass sie Ajani beerdigt hatten. Warm und weich legten sich zwei Arme, von hinten her, um sie. Cassandra schaute nicht einmal auf. Den Geruch kannte sie und auch die Hände, die sie hielten.<br />
„Das Leben geht weiter.“ hauchte Ruva in ihr Ohr. Der warme Luftzug ihres Atems ließ Cassandra erschauern und eine leichte Gänsehaut überzog ihren Arm. Ruvas Lippen hinterließen eine leicht feuchte Spur an Cassandras Hals und wundervolle Gefühle brachten Erinnerungen zurück.<br />
Ihr Mädelsabend hatte sich bei jedem Besuch inzwischen zu einer liebgewordenen Gewohnheit gemausert und als ihr Mann vor 2 Jahren einfach Ruva und ihre Tochter zurückließ, wartete sie immer sehnsüchtiger auf Cassandras Rückkehr.<br />
Ihre Finger tasteten sich unter Cassandras Bluse vor und umschlossen deren Brüste. Einen Moment wartete Ruva auf eine Reaktion aber als Cassandra sich nur noch mehr an sie lehnte, wurde sie mutiger.<br />
Während sie Cassandras Hals weiterhin mit Liebkosungen übersäte, kniffen ihre Finger sanft aber bestimmt in die wundervoll aufrechtstehenden Krönchen. Cassandras lustvolles Schnaufen war Ruvas Lohn. Ihre Finger suchten den Weg aus ihrer Bluse und begannen die Knöpfe zu öffnen. Sie küsste Cassandra liebevoll auf die Schulter als sie den Stoff darüber hinweggleiten ließ.<br />
Ruva stand hinter Cassandra auf und entledigte sich ihrer Kleidung. Sie machte einen Schritt, sodass sie vor Cassandra stand und reichte ihr die Hand. Ihre Nase umströmte der herrliche Duft ihrer Haut als sie Ruvas Hand nahm und ebenfalls aufstand. Ihre Hose glitt zu Boden als Cassandra zart über Ruvas Wange strich und sich zu einem Kuss, zu ihr beugte.<br />
Ihre Berührung war so sanft und durchdringend, dass Cassandra sogar ihren Schmerz vergaß. Sie nahm die ihr dargebotene Hand und folgte Ruva ins Wasser. Alles hier erinnerte sie an Ajani aber sie waren auch oft zusammen mit Ruva hier gewesen.<br />
Obwohl Ajani Cassandra in einem schwachen Moment gestand, dass auch er etwas für Ruva empfand, hatte er nie wieder mit ihr geschlafen, auch wenn Cassandra gern ihre beiden liebsten Menschen, zusammen bei sich gehabt hätte.<br />
Ruvas Bein schob sich an Cassandras vorbei und drückte gegen ihre heiße Furt. Sie spürte Ruvas Hände, die sich in ihren Pobacken verkrallten und sie noch fester auf ihren Oberschenkel pressten. Gleichzeitig spürte sie aber auch ihre glitschige Feuchtigkeit, die sich über Ruvas Bein verteilte.<br />
Ihr Becken zuckte als ihre Klit touchiert wurde. Ruva dämpfte Cassandras lustvolle Laute mit einem heißen, verheißungsvollen Kuss.<br />
Ihr Schoß rieb schon eigenständig an Ruvas Schenkel und ihre Triebhaftigkeit, wurde durch die flinken Finger ihrer Freundin noch unterstützt. Ihre wollüstige kleine Perle hatte sich längst aus ihrem Versteck gewagt und genoss Ruvas kunstvolle Behandlung.<br />
Cassandras Fingernägel krallten sich in die samtbraune Schulter ihrer Freundin. Das weiche Fleisch ihrer Brüste drückte sich aneinander platt und ihre hart erhobenen Spitzen bohrten sich gierig in ihr gegenüber. Cassandras ganzer Körper krampfte und ihr Unterleib zuckte wild im Endspurt ihres Höhepunktes.<br />
Die Sinnlichkeit der beiden alten Frauen war unbeschreiblich und boten so ein traumhaftes Bild im fahlen Licht des Mondes. Glücklich schaute Cassandra in Ruvas Augen, die ihr so viel Wärme und Zuneigung zurückgaben.<br />
Der Jugend ging das Leben, das Lieben und das Träumen völlig ab. Die Zeit war schnell, zu schnell geworden, um wirklich zu genießen. Ruva schaute nach oben zum Wasserfall und reichte Cassandra erneut die Hand. Zwei Frauen in den Sechzigern erklommen gemeinsam die Felsen, bis sie thronend über Allem standen. Hier oben war das Leben. Ihre Körper hatte das Leben gezeichnet, Falten hatten sich um ihre Augen gebildet und ihre Brüste waren nicht mehr so fest wie früher aber sie lebten.<br />
Ruvas Herz pochte. Sie war zeitlebens noch nie hier heruntergesprungen.<br />
Aber heute hatte sie Cassandra, die Mutige, die Starke an ihrer Seite.<br />
Ihre Finger verschränkten sich und Cassandra sprang, wie sie es so oft mit Ajani getan hatte.<br />
Leben und Euphorie füllten Ruvas Körper als sie wieder auftauchte. Sie fühlte sich so lebendig und sie sah, dass es Cassandra ebenso ging.<br />
Dieses Mal war es Cassandra die Ruva hinter sich her zog.<br />
„Bleib!“ sprach sie als Ruva nach dieser aufregenden, emotionalen Nacht, das Bett verlassen wollte um wieder nach Hause zu gehen.<br />
„Bleib bei mir!?“<br />
Die Unsicherheit dieser Worte verwunderte Ruva. So wie es eine Aufforderung war, so war es auch die Frage, ob sie sich gegen alle Konventionen, ein Leben mit ihr vorstellen könnte.<br />
Eine Träne machte sich auf den Weg über ihre Wange. Langsam ließ sie sich in Cassandras Arme gleiten. Noch nie hatte ihr ein Mensch so viel Herzenswärme gegeben. Cassandra wischte ihr die Träne von der Wange, kurz bevor Ruva ihr, ihre Antwort mit einem Kuss gab.<br />
„Wenn Liebende gemeinsam den Wasserfall herunterspringen, bleiben sie ein Leben lang zusammen.“ Noch einmal bewahrheitete sich dieser Ausspruch für Cassandra.<br />
Die Unruhen im Land waren bald zu schlimm geworden und die meisten weißen Siedler hatten es bereits verlassen.<br />
Auch Moreen hatte sich ihren Shumba und ihre Kleine geschnappt. Auch wenn es ihr unheimlich leid tat die Schule aufzugeben, war es zu gefährlich geworden. Kinder, die vor Jahren noch als Schüler bei ihr waren wurden als Soldaten für die Rebellentruppen rekrutiert, die plündernd durch das Land zogen.<br />
Cassandra aber kämpfte für ihre Farm, für ihre Leute, für ihr Dorf, für ihre Heimat. Es gab einige böse Zungen, die den beiden Frauen jedwede christliche Lebensweise absprachen aber ihr Tun und Handeln hatte ihnen den Respekt der Leute eingebracht. Cassandra war die geliebte, ungekrönte Königin der Region.<br />
Cassandras Kindern ging es gut. Sie hatten die Firma gemeinsam übernommen und in ein neues Zeitalter geführt. Ruvas Tochter wurde mit Cassandras Connection, ein international gefragtes Model. Sie hatte definitiv die Schönheit und das Wesen ihrer beiden liebsten Menschen in die Wiege gelegt bekommen.<br />
Als Cassandra ihren letzten Weg antrat, folgte ihr das lebenslange Glück bis ins Grab. Sie hatte Ruva vor langer Zeit schon in ihr Geheimnis eingeweiht. Der kleine Beutel mit ihrem Diamanten ruhte in ihren Händen. Erstaunlich viele Menschen kamen, um von ihr Abschied zu nehmen. Nun war sie wieder vereint mit Ajani und der Platz an ihrer anderen Seite wurde für Ruva freigehalten, wenn sie irgendwann ihr Dreiergespann vervollständigen würde.</p>
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