Ehepaar auf Abwegen...
 
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Ehepaar auf Abwegen, 58. Teil veröffentlicht am 27.03.2026

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(@kanzler)
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Beigetreten: Vor 2 Jahren
Beiträge: 242
Themenstarter  

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

Es war ein gewaltiger Schritt, die beiden Kinder von Marcos Schwester aus Norwegen bei uns aufzunehmen, der uns vor große Herausforderungen gestellt hat, emotionale, organisatorische und juristische. Alles in allem scheinen wir diese nicht so schlecht gemeistert zu haben. Heidrun und Henrik sind in jeder Hinsicht Teil unserer Familie geworden und die „Kinder“ (mittlerweile alle erwachsen) betrachten sich als Geschwister mit einem enormen Zusammenhalt, auch nunmehr über große Entfernungen hinweg.

Die „Geschwisterschar“ wird gegenüber 2008 noch weiterwachsen, aber da möchten wir unserer Geschichte nicht vorgreifen.

Die Finanzkrise 2008/2009 ist vielen von uns noch in Erinnerung. Das Platzen der Immobilienblase in den USA war eine Folge zu vieler Hypothekarkredite mit schlechter Bonität, die ohne ausreichende Kontrollmechanismen vergeben worden waren. Diese Kredite mussten in den Bilanzen massiv abgewertet werden und führten zu Konkursen im Finanzsektor.

Der von Lehman Brothers war der bedeutendste und riss die gesamte Branche hinunter, weil viele europäische Banken bei Lehman im Sekundär- und Tertiärmarkt investiert waren. Ganz bewusst hat die US-Regierung Lehman nicht aufgefangen. Das Ziel war klar: die europäische Wirtschaft zu schädigen. Und das ist voll aufgegangen. US-Banken waren von Lehman nur wenig betroffen und denen wurde geholfen.

Man kann den Amerikanern bei Weitem nicht die alleinige Schuld geben. Europäische Banken haben unter Verletzung ihrer Sorgfaltspflicht in die dortige Blase investiert, aus Gier, aus Gewinnsucht. Und als sie in Schieflage geraten sind, wurden sie von den öffentlichen Händen aufgefangen, da sie als „systemrelevant“ eingestuft worden sind.

Die Leidtragenden waren die produzierenden Unternehmen, diejenigen, die die Wertschöpfung liefern für einen gesunden Wohlstand. Denen wurde nämlich von den Banken der Geldhahn zugedreht. Die Banken haben ihre Probleme eins-zu-eins an die Industrie weitergegeben. Unternehmen bekamen nur dann Geldspritzen von den Regierungen, wenn sie zu den richtig großen gehörten, wie die Lufthansa zum Beispiel.

Alle anderen mussten sich durchkämpfen, bis wieder Bankfinanzierungen möglich waren. Bei „Waldenfels“ zum Beispiel ist der Umsatz im vierzig Prozent eingebrochen. Börsennotierte Unternehmen hatten keine andere Chance, als Kündigungswellen durchzuziehen, mit dem enormen Nachteil, dass die Leute fehlten, als es wieder Geld von den Banken gab.

Privatunternehmen wie „Waldenfels“ waren hier in einer besseren Situation. Viele waren nicht so abhängig von Bankfinanzierungen, aber das nutzte natürlich nichts, wenn die produzierten Produkte nicht verkauft werden konnten. Aber sie hatten einen großen Vorteil: Der jeweilige Eigentümer konnte frei entscheiden, ob er das Personal halten und Verluste in Kauf nehmen wollte.

Es war also nur die Frage, wie lange es dauern würde, bis die Gelder der Banken wieder fließen würden. Im Nachhinein betrachtet hatte Marco Recht, als er die Durststrecke auf maximal ein Jahr bezifferte.

Danach, als es wieder Kredite gab, konnten die Privaten durchstarten, während börsennotierte Firmen noch jahrelang an ihrem Personalnotstand zu knapsen hatten.

Es ist für uns wichtig, diesen Punkt zu bringen, weil er gerne im Nebel der Geschichte verschwindet. Es ist den privaten Unternehmen zu danken, kleinen Handwerkerbetrieben genauso wie dem Mittelstand und bestimmten großen, die unser Land und unsere Wirtschaft und damit unseren Wohlstand nach der Finanzkrise relativ schnell wieder hochgezogen haben. Die Politik hat ihren Beitrag in Einzelfällen durch Geldspritzen geleistet, war aber mit generellen Konzepten, wie nicht anders zu erwarten, überfordert.

Das gilt für jegliche Parteifarbe. Damals war es eine Regierung Merkel.

Das wollten wir vor der Lektüre dieser Folge unserer Geschichte vorausschicken.

Viel Spaß beim Lesen und viele Grüße vom Kanzler und seiner Frau.

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(@rolli)
Estimable Member Leser
Beigetreten: Vor 4 Jahren
Beiträge: 116
 

Super

Es macht immer wieder Spaß wie neue Personen in die Geschichte mit eingebunden werden auch wenn sie schon früher erwähnt wurden.Toll



   
AntwortZitat
(@kanzler)
Benutzer
Beigetreten: Vor 2 Jahren
Beiträge: 242
Themenstarter  

Ebenfalls Danke,

darf ich im Namen meiner Eltern für den erneuten positiven Kommentar antworten. Unsere Familie wird sich auch weiter treu bleiben, da bin ich ganz sicher. Denn wir haben klare Prinzipien. Und genau so wird auch die Geschichte meiner Eltern weitererzählt werden, was ich gerne versprechen kann.

Viele liebe Ostergrüße aus Kärnten sendet
Valentina



   
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